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Full text of "Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs"

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Veröffentlichuiitreii  der  Koiniiiissioii 


für 


Neuere  Geschichte  Österreichs. 

3. 

Österreichische  Staatsverträge. 


England. 


Erster  Band  1536—1748. 


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Innsbruck. 

Verlag  der  WAGNER' sehen  Universitüts  Buchhandlung. 
1907. 


österreichische  Staatsverträge. 


England 


Bearbeitet 


Alfred  Francis  Pribram, 


Erster  Band  1526—1748. 


Innsbruck. 

Verlag  der  WAGNER' sehen  UniversitUts-BuchhandJung. 
1907. 


Druck  der  Wagner'schen  UniTersitäts-Buchdruckerei  in  Innsbruck. 


Vorwort. 


Die  Gründe,  die  der  unterzeichneten  Komwission  die  Her- 
ausgabe der  österreichischen  Staatsverträge  wünschenswert  er- 
scheinen Hessen,  liegen  so  deutlich  \utage,  dass  deren  eingehende 
Erörterung  wohl  nicht  Not  tut.  Die  Tatsache,  dass  wir  für  die 
Zeit  vor  iy6^  überhaupt  keine  derartige  Sammlung  besitzen, 
würde  allein  genügen,  das  Unternehmen  ^u  rechtfertigen,  Ist 
doch  die  Zahl  der  bisher  ungedruckten  Verträge  aus  dieser  Zeit 
eine  sehr  beträchtliche,  und  vcm  den  gedruckten  hat  ein  grosser 
Teil  in  die  umfassendefi,  leicht  :{ugänglichen  Sammelwerke  eines 
Dumont,  Martens,  Wenck,  Schmauss  etc.  keine  Aufnahme  ge- 
funden, so  dass  der  Forscher  in  vielen  Fällen  bisher  genötigt 
war,  ^u  alten,  seltenen,  oft  nur  mühsam  aufzutreibenden  Büchern 
und  Zeitschriften  \u  greifen.  Etwas  günstiger  steht  es  für  die 
Zeit  seit  176^.  Wir  besitzen  für  diese  Periode  neben  dem  Re- 
gestenwerke Vesque  von  Püttlingens  „Übersicht  der  österrei- 
chischen Staatsverträge  seit  Maria  Theresia  bis  auf  die  neueste 
Zeit\  das  grosse  von  L.  Neumann  begonnene,  von  Plascm  fort- 
gesetzte Urkundenwerk  „Recueil  des  traites  et  Conventions  con- 
clus  par  V  Autriche  avec  les  puissances  etrangeres  depuis  ijö^y 
Leipzig  1855  ff- 

Allein  diese  Publikation,  deren  Verdienst  und  Wert  nicht 
in  Frage  gestellt  werden  soll,  ist  —  ^umal  für  die  Jahre  176^ 
bis  181$  —  xveder  vollständig  noch  vollkommen  zuverlässig. 
Auch  ist  für  diese  Zeit  die  Zahl  der  seit  dem  Erscheinen  des 
Neumann' sehen  Werkes  bekannt  gewordenen  Verträge  eine  nicht 


VI  Vorwort. 

geringe,  und  für  eine  Reihe  der  dotiselhst  publizierten  Akten- 
stücke hat  die  neuere  Forschung  das  Vorhandensein  von  Lücken 
und  Fehlern  festgestellt  Da^u  kommt  noch,  dass  sich  diese 
Sammlung  auf  den  blossen  Abdruck  der  Veriräge  beschränkt 
und  im  besten  Falle  nur  das  praktische,  nicht  aber  das  u^issen- 
schajtliche  Bedürfnis  {//  befriedigen  in  der  Lage  ist. 

So  leicht  es  nun  aus  den  angeführten  Ursachen  der  Kom- 
mission wurde,  sich  für  eine  den  Interessen  des  Diplomaten  wie 
des  Gelehrten  in  gleicher  Weise  dienende  Ausgabe  der  öster- 
reichisclien  Staatsverträge  \u  entscheiden,  desto  schwerer  wurde 
es  ihr,  über  die  Frage  schlüssig  ^u  werden,  ob  die  Verträge  -- 
der  überwiegenden  Mehrzahl  der  vorangegangenen  Publikationen 
gleich  —  ///  chronologischer  Reihenfolge,  oder  etwa  nach  dem 
Muster  des  bekannten  Marte/is'schen  Werkes,  länderweise  her- 
ausgegeben werden  sollten.  Nach  reiflicher  Erwägung  der 
Gründe  für  und  wider  beide  Formen,  gelangte  sie  \u  dem  Ent- 
schlüsse, die  österreichischen  Staatsverträge  hhiderweise  ^u  pub- 
lizieren. Ausschlaggebeful  war  dafür  einerseits  das  praktische 
Bedürfnis  des  Politikers,  der  die  Beziehungen  Österreichs  ^^t 
einem  der  übrigen  Staaten  in  ihrer  Continuität  verfolgen  wilh 
anderseits  die  Überzeugung,  dass  eine  strengeren  wissejischaft- 
lichen  Anforderungen  entsprechende  Publikation  in  absehbarer 
Zeit  nur  auf  diesem  Wege  z^  erzielen  sei.  Sollte  die  Heraus- 
gabe der  österreichischen  Staatsverträge  über  den  Rahmen  eines 
blossen  Textabdruckes  hinausgehen,  dem  Benutzer  nicht  nur 
das  trockene,  unzusammenhängende  Material,  sondern  auch  die 
Mitlei  |//  dessen  Verständnis  bieten  und  so  die  diplomatischen 
Beziehungen  z^^eier  Staaten  erläutern,  soweit  sie  in  St aii  fsver- 
trägen  ihren  Niederschlag  finden,  dann  war  an  eine  Veröffent- 
lichung in  chronologischer  Reilumfolge  nicht  f//  denken.  In 
diesem  weiteren  Rahmen  konnte  die  Arbeit  nicht  von  einem  Ein- 
zelnen unternopnmen  werden,  da  kaum  ein  Forscher  über  hin- 
reichende Sprachkenntnisse  verfügt,  um  auch  nur  die  gedruckte 
Literatur  bei  der  Darstellung  der  Beziehungen  Österreichs  ^// 
allen  anderen  Staaten  fw  Rate  ziehen  f//  können,  geschweige 
denn,  dass  sein  Leben  und  seine  Kräfte  hinreichen  würden,  die 
archivalische  Arbeit  f //  bewältigen,  auf  die  Verzicht  pi  leisten 
die  Kommission  sich  nicht  entschliessen  mochte.  Nahm  aber 
eine  entsprechemie  Anzahl  von  Mitarbeitern  das  Werk  gleich- 
Zeitig  sofoi't  in  seiner  ganzen  Ausdehnung  in  Angriff,  dann  war 


Vorwort.  VII 

—  von  der  Aujwandfrage  abgesehen  —  das  Erscheinen  des 
ersten  Bandes  nicht  sobald  \u  hoffen.  Gegenüber  diesen  Er- 
wägungen traten  die  Bedenken  gegen  die  länderweise  Bearbei- 
tung —  in  erster  Linie  die  Notwendigkeit  von  Wiederholungen 

—  \urück  und  die  Kommission  hegt  die  Hoffning ,  dass  die 
Benutzer  des  Werkes,  dessen  einzelne  Abteilungen  von  verschie- 
denen Gelehrten  bearbeitet,  in  möglichst  rascher  Folge  der  Öf- 
fentlichkeit übergeben  werden  sollen,  die  Gründe  billigen  werden, 
die  sie  jw  diesem  Entschlüsse  geführt  haben. 

Den  einzelnen  Mitarbeitern  —  die  allein  die  wissenschaftliche 
Verantwortung  für  die  von  ihnen  übernommene  Arbeit  tragen 

—  wurde  weitgehende  Freiheit  gewährt.  Die  Verschiedenartig- 
keit  des  Material  es  bedingt  oft  von  vorneherein  eine  verschieden- 
artige Bearbeitung,  und  im  Einzelfalle  wird  der  Takt  des  Her- 
ausgebers meist  besser  entscheiden  können,  als  noch  so  genaue 
Vorschriften  einer  Kommission,  Doch  wurden  gewisse  Bestim- 
mungen  im  Interesse  der  Gleichförmigkeit  der  Anlage  getroffen, 
die  wohl  jeder  der  Bearbeiter  unbeschadet  seiner  Bewegungs- 
freiheit wird  einhalten  können.  Darnach  wurden  als  österrei- 
chische Staatsverträge  alle  jene  Vereinbarungen  angesehen,  die 
^^wischeft  einem  Mitgliede  der  deutschen  Linie  der  Habsburger 
als  Staatsoberhaupt  aller  oder  eines  Teiles  der  ^ur  Zeit  des  Ver- 
tragsschlusses im  Besitze  dieser  Linie  befindlichen  Territorien 
und  einer  fremden,  völkerrechtlich  ^ur  Vertragschliessung  fähi- 
gen Macht  über  staatliche  Hoheitsrechte  zustande  gekommen 
sind.  Die  Verträge,  an  denen  das  Staatsoberhaupt  der  öster- 
reichischen  Momirchie  nur  als  deutscher  Kaiser  beteiligt  war, 
sollen  ausgeschlossen  bleiben,  dagegen  jene  Vereinbarungen 
Aufnahme  finden,  die  mit  der  Stellung  der  österreichischen 
Hausmacht  in  der  Reichsverfassung  zusammenhängen,  sowie 
alle  jene,  die  das  Staatsoberhaupt  der  österreichischen  Mo- 
narchie zwar  auch  als  deutscher  Kaiser,  zugleich  aber  unter 
Beitritt  seiner  Hausmacht  mit  fremden  Mächten  getroffen  hat. 
In  diesem  Sinne  waren  die  Verträge,  die  der  Kaiser  als  Ober- 
haupt des  österreichischen  Kreises  schloss,  in  die  vorliegende 
Sammlung  aufzunehmen. 

Inhaltlich  fallen  unter  die  Staiitsverträge  alle  Vereinba- 
rungen über  staatliche  Hoheitsrechte ;  es  bleiben  daher  alle  Fa- 
milienverträge ausgeschlossen,  soweit  darin  nicht  auch  üb:r 
Gegenstände  Verfügungen  getroffen  werden,  die  in  die  Sphäre 


VIII  Vorwort. 

der  staatlichen  Hoheitsrechte  gehören.  Accessionen  Österreichs 
^u  einem  ^wischen  ^j^wei  oder  mehreren  fremden  Mächten  ge- 
schlossenen Vertrage  wurden  aufgenommen;  der  Beitritt  einer 
fremden  Macht  \u  einem  \wischen  Österreich  und  einem  oder 
mehreren  Staaten  geschlossenen  YeHrage  wurde  nur  verzeichnet, 
da  der  Abdruck  des  betreffenden  Vertrages  in  jener  Abteilung 
erfolgt,  in  der  die  Abmachungen  Österreichs  mit  dem  ur- 
sprünglichen Vertragsgegner  publiziert  werden,  Garantieer- 
klärungen wurden  wörtlich  wiedergegeben;  der  Abdruck  des 
garantierten  Vertrages  erfolgte  dagegen  nur  ausnahmsweise. 

Für  die  Giltigkeit  eines  Staatsvertrages  ist  in  der  Regel 
dessen  Bestätigung  durch  das  Staatsoberhaupt  erfn-derlich ; 
doch  wurde  gelegentlich  —  namentlich  bei  Waffenstillständen 
und  Militärconventionen  —  von  der  Ratifikation  abgesehen. 
Solche  Vereinbarungen  wurden  in  die  vorliegende  Publikation 
aufgenommen,  soweit  die  Bevollmächtigung  ^tun  Abschlüsse 
seitens  des  Staatsoberhauptes  im  Vertrage  ersichtlich  ist.  Von 
der  Veröffentlichung  der  Ratifikationen  wurde  im  allgemeinen 
abgesehen;  nur  wo  besondere  Umstände  vorlagen  —  insbe- 
sondere Bezugnahme  der  Ratifikation  auf  sachliche  Änderungen 
des  Vertragsinhaltes  —  gelangte  die  Ratifikationsurkunde  f //m 
Abdrucke. 

Jede  der  geplanten  Abteilungen  der  von  Österreichs  Staats- 
oberhaupt mit  einem  fremden  SUiate  geschlossenen  Verträge 
wird  mit  einer  allgemeinen  Einleitung  eröffnet,  die  mit  Benilt- 
Zting  der  gedruckten  Literatur  und  mit  gleichzeitiger  Heran- 
ziehung archivalischen  Materiales  die  diplomatischen  Beziehun- 
gen der  beiden  Staaten  bis  fw  dem  Zeitpunkte  schildern  solL 
mit  welchem  dann  die  Staatsverträge  nach  1^26  einsetzen. 

Die  Veröffentlichung  dieser  erfolgt  chronologisch  mit  foii- 
laufender  Nummerierung.  Vorangestellt  wird  dem  Drucke 
I.  ein  kurzes  Regest;  2,  Angabe  von  Ort  und  Zeit  der  Rati- 
fikation; }.  Mitteilungen  über  die  Überlieferung  der  Urkunde ; 
4.  Angabe  der  Drucke,  respective  Verweis  auf  das  von  Ludwig 
Bittner  im  Auftrage  der  Kommission  für  neux*re  Geschichte 
Österreichs  herausgegebene  chronologische  Verzeichnis  der  öster- 
reichischen Staatsverträge  L  Die  österreichischen  Staatsverträge 
1^26 — iy6^  (Wien  A.  Holzhausen  ipojj;  5.  eine  orientirende 
Einleitung  sachlicher  Natur. 


Vorwort.  IX 

Die  einzelnen  Urkunden  werden  nach  der  besten  erhaltenen 
Überlieferung  abgedruckt ,  womöglich  nach  dem  von  den  be- 
vollmächtigten Ministern  unterzeichneten  Original  Existieren 
mehrere  Originalausfertigungen,  so  wird  im  Hinblicke  auj 
eine  mögliche  Collation  des  Drtukes  mit  dem  Original  der  im 
Wiener  Haus-,  Hof-  und  Staatsarchive  befindlichen  Ausferti- 
gung der  Vorrang  eingeräumt,  Fehlen  die  Originalausferti- 
gungen des  Vertrage  >,  dann  treten,  auch  hier  mit  Bevorzugung 
der  in  Wien  befindlichen  Dokumente  bei  sonst  gleichem  Werte, 
die  den  Ratifikationen  ifiserierten  Texte  und  in  Ermanglung 
solcher  die  sotistige  beste  Überlieferung  ein. 

Als  Editionsprinzip  gilt,  die  dem  Drucke  ^ugrurxde  gelegte 
Urkunde  möglichst  getreu  wiederzugeben.  Nur  bei  Feststellung 
der  Interpunktion,  die  sinngemäss  erfolgen  soll,  mtd  beim  Ge- 
brauche grosser  und  kleiner  Anfangsbuchstaben  ist  der  Heraus- 
geber an  die  Vorlage  nicht  gebunden.  Im  übrigen  hielt  es  die 
Kommission  für  zweckmässig,  auch  für  diese  Fragen  den  ein- 
Zehun  Mitarbeitern  einen  gewissen  Spielraum  zu  lassen. 

Wien  im  September  1906, 
Die  Kommission  für  neuere  Geschichte  Österreichs, 


Vorbemerkungen  des  Bearbeiters. 


Der  Untcr^ieichncte  hat  die  von  der  Kommission  für  neuere 
Geschichte  Österreichs  aufgestellten  Grundsät;[e,  nach  denen  die 
Bearbeitung  der  österreichischen  Staatsverträge  erfolgen  soll, 
strenge  beobachtet.  Diese  Erklärung  gestattet  ihm  wohl,  von 
eifwr  eingehenden  Erörterung  seiner  Arbeitsweise  abzusehen  und 
sich  auf  einige  das  Vorhergehende  ergän^^ende  Bemerlwngen  {u 
beschränken.  Er  hat  seine  Aufgabe  darin  erbliclit,  innerhalb 
der  durch  die  Anlage  des  Gesamtwerkes  gesteckten  Grenzen 
alles  beizutragen,  was  da\u  dienen  konnte,  die  diplomatiscluii 
Beziehungen  Österreichs  und  Englands  f//  erläutern,  soweit  sie 
in  abgeschlossenen  oder  geplanten  Verträgen  ihren  Ausdruck 
finden.  In  diesem  Sinne  ist  die  allgemeine  bis  {//;w  fahre  ijoi 
reichende  Einleitung  gedacht.  Das  erste  Kapitel  derselben  schil- 
dert in  flüchtigem  Überblicke  die  Begehungen  der  beiden  Staaten 
bis  yim  Tode  Maximilians  I.  und  bringt  im  Anhange  nebst 
einer  Urkunde  aus  dem  vierzehenten  Jahrhundert  die  zahlreichen 
Verträge,  die  dieser  Herrscher  im  Laufe  seiner  Regierung  mit 
den  englischen  Königen  Heinrich  VH.  und  Heinrich  VHI.  ab- 
geschlossen hat.  Da  als  zeitlicher  Ausgangspunkt  für  die  Ver- 
öffentlichung der  österreichischen  Staatsverti'äge  das  fahr  1526 
—  das  Geburtsjahr  der  heutigen  Monarchie  —  gewählt  worden 
war,  Hess  sich  die  Mitteilung  dieser  Verträge,  auf  deren  Auf- 
nahme in  das  vorliegende  Werk  der  Bearbeiter  nicht  ver- 
zichten wollte,  nur  in  dieser  Form  bewerJzst elligen.  Vier  weitere 
Kapitel  der  Einleitung  umfassen  die  fahre  1^26 — 1700  und  e fit- 


Vonvort.  XI 

halten  die  Schilderimg  der  Verhandlungen,  die  in  diesem  Zeit- 
räume \wischen  den  Regierungen  Englands  und  Österreichs 
über  Angelegenheiten  geführt  worden  sind,  deren  Ordnung 
durch  schrißliche  Abmachungen  geplant  war.  Zu  direkten 
rechtlich  giltigen  Vereinbarungen  ist  es  in  dieser  langen  Periode 
nicht  gekommen,  obgleich  die  Begehungen  der  beiden  Staaten, 
namentlich  in  der  :j:weiten  Hälfte  des  17.  Jahrhunderts,  sehr 
rege  waren  und  obgleich  die  beiden  Mächte  viele  Jahre  als  Ver- 
bündete gegen  Ludwig  XIV.  kämpften.  Denn  die  Allianz  vom 
9.  Sept.  1689,  deren  Abschluss  dem  Ausbruche  des  Krieges  gegen 
die  Franzosen  vorangieng,  erfolgte  in  der  Form  eimr  Beitritts- 
erklärung Wilhelms  III.  \um  österreichisch-staatischen  Bünd- 
nisse vom  12.  Mai  1689  und  kann  daher  nicht  als  ursprüngliche 
Abmachung  ^wisclien  Österreich  und  England  angesehen  werden. 
Dagegen  hat  es  an  Bemühungen  derartige  rechtsgiltige  Verein- 
barungen ^u  treffen  sticht  gefehlt,  und  der  Bearbeiter  hat 
im  Anhange  ^u  den  einzelnen  Kiipiteln  der  Einleitung  die  Ver- 
tragsentwürfe abgedruckt,  die  er  gelegentlich  seiner  archiva- 
lischen  Forschungen  gefunden  hat. 

Mit  dem  Jahre  ijoi  beginnt  die  Reihe  der  direkt  ^wischen 
Österreich  und  England  abgeschlossenen  Verträge,  deren  Zahl 
bis  \um  Jahre  iy48  48  beträgt.  Sie  wurden  in  der  Regel  ein- 
^^eln  abgedruckt;  nur  wo  zwingende  Gründe  dafür  sprachen, 
sind  mehrere  ^usammengefasst  worden.  Die  ihnen  vorange- 
schickte sachliche  Einleitung  verfolgt  den  Zweck,  an  der  Hand 
der  gedruckten  Literatur,  aber  auch  mit  Benützung  aller  er- 
reichbaren Archivalien  die  Haltung  der  beiden  Mächte  bei  An- 
bahnung und  im  Laufe  der  Verhandlungen  \u  schildern, 
de  dem  Abschlüsse  der  Verträge  vorangegangen  sind.  Dabei 
hat  der  Bearbeiter  das  Hauptgewicht  darauf  gelegt,  die  Ent- 
stehung der  Vertragsurkunde  ^u  verfolgen,  dem  Leser  die 
Wandlungen  vorzuführen,  die  das  in  der  vorliegenden  Publi- 
kation mitgeteilte  Dokument  von  dem  ersten  Entwürfe  bis  ^ur 
Unterfertigung  durch  die  bevollmächtigten  Minister  mitge- 
macht hat.  Der  Forscher  lernt  auf  d'ese  Weise  —  für  die  über- 
wiegende Mehrzahl  der  Fälle  \um  erstenmale  —  die  Änderungen 
kennen,  die  an  dem  betreffenden  Schriftstücke  vorgenommen 
worden  sind;  er  erfährt,  welche  Artikel  gestrichen,  welche  neu 
aufgenommen,  welche  verändert  wurden.  Doch  hiit  sich  der 
Bearbeiter    bei   der   Darstellung   der    Entwickelungsge schichte 


Xn  Vorwort. 

der  citi^elnen  Urkunden  auf  die  dusschlaggcbendcn  Punkte  be- 
schränkt uml  weniger  wesentliche  Fragen  sowie  Änderungen,  die 
sich  auf  wenige  Worte  beliehen,  in  den  Anmerkungen  lum  Ver- 
trage oder  sonstwie  kur\  erledigt. 

Den  wissenschaftlichen  Zielen,  die  ihm  vorschwebten,  ver- 
danken auch  die  5  Entwürfe,  die  nicht  ^u  giltigen  Vereinba- 
rungen geführt  haben,  ihre  Aufnahme  in  die  vorliegende  Samm- 
lung. Es  sei  gestattet  auf  diese  ^um  Teile  gänzlich  unbekannten 
Urkunden  besonders  hinzuweisen,  da  sie  den  Forsclvrr  nicht 
minder  interessieren  dürften,  als  die  Mehrzahl  der  von  den  Be- 
vollmächtigten unterfertigten  und  von  den  Herrschern  ratifizier- 
ten Verträge.  Diese  Entwürfe  sind  in  chronologischer  Reihen- 
folge mit  den  rechtsgiltigen  Verträgen  abgedrtu^kt  und  nicht 
wie  bei  den  einleitenden  Kapiteln  in  den  Anhang  verwiesen  wor- 
den, da  sie  sonst  erst  am  Schlüsse  der  ganzen  Abteilung  hätten 
mitgeteilt  werden  können,  was  sich  aus  soc-hlichen  Gründen  nicht 
empfohlen  hätte.  In  den?  Regeste,  das  dem  Abdrucke  der  ein- 
zelnen Urkunden  vorangeht,  sind  diese  Entwürfe  als  solche  aus- 
drücklich bezeichnet,  so  dass  der  Bearbeiter  hoffen  darf  dass 
eine  Verwechslung  mit  rechtsgiltigen  Verträgen  nicht  erfolgen 
wird. 

Der  Umfang  der  sacMichen  Einleitungen  {//  den  einzelnen 
Urkunden  ist  ein  verschiedener;  er  ist  sowohl  durch  die  poli- 
tische Bedeutung  des  Vertrages,  als  auch  durch  die  bereits 
vorhandene  Literatur  bedingt.  Nur  dort  wo  wichtige  Verträge 
noch  keine  entspreche^ide  Erörterung  gefunden  haben,  glaubte 
der  Bearbeiter  die  Resultate  seiner  Eoi'schung  eingehender 
vortragen  f //  müssen.  Dagegen  hat  er  prinzipiell  davon  Ab- 
stand genommen,  biographische  Mitteilungen  über  die  bei  Ver- 
handlung und  Unter{eichnung  der  einzelnen  Verträge  beschäf- 
tigten österreichischen  und  englischen  Staatsmäner  ;f//  machen, 
da  diese  fast  ausnahmslos  bekannte  Diplomaten  waren,  deren 
Biographie  in  den  leicht  ^j-z/^^/w^Z/W/tvi  Sammelwerken  „All- 
gemeine deutsche  Biographie'*,  Wurzbachs  „Biographisches 
Lexicon  des  Kaisertums  Österreich^' ,  „National  Biography*' 
nachgelesen  werden  fcann. 

In  den  Fällen,  wo  neben  England  andere  Staaten  —  be- 
sanders  häufig  waren  es  die  „  Vereinigten  Niederlande''  — 
als  Vertragsgegner  Österreichs  erscheinen,  hat  der  Bearbeiter 
bei  Schilderung  der   Verhandlungen  in  erster  Linie  die  öster- 


Vorwort.  XITT 

reich-englischen  Beziehungen  :(U  beleuchten  gesticht ;  manchmal 
—  wie  bei  den  ^wei  Barriereverträgen  von  lyi^  und  1718  — 
sogar  die  Haupteinleitung  dem  Bearbeiter  einer  anderen  Ab- 
teilung der  Staatsverträge  vorbehalten  und  sich  auf  wenige  Be- 
merkungen beschränkt.  In  wie  weit  Militärkonventionen,  Ac- 
cessionen und  Garantieverträge  Aufnahme  gefunden,  wird  der 
Benutzer  den  Ausführungen  entnehmen,  die  dem  Abdrucke 
solcher   Verträge  vorangehen. 

Dort  wird  er  auch  die  Gründe  angeführt  finden,  die  den 
Bearbeiter  veranlasst  haben,  gelegentlich  von  dem  im  all- 
gemeineti  festgehaltenen  .Principe  abzuweichen,  nach  dem  Ver- 
träge, die  Österreich  und  England  als  gemeinsame  Kontra- 
henten mit  anderen  Mächten  abgeschlossen  haben  und  solche,  die 
einer  Accession  inseriert  sind,  nicht  abgedruckt  werden  sollen, 
Ratifikationen  sind  nur  dann  aufgenommen  worden,  wenn 
besondere  Umstände  es  wünschenswert  erscheinen  Hessen;  sei 
es,  dass  die  Ratifikationsurkwide  Änderungen  an  dem  Wort- 
laute oder  Inhalte  des  von  den  Bevollmächtigten  unterzeichneten 

Vertrages  feststellt,  sei  es,  dass  sie  —  wie  beim  Garantiever- 
trage vom  24.fanuar  iy24  (vgl.  p,  433  ff )  —  die  ^(wischen  Eng- 
land und  Österreich  getroffene   Vereinbarung  repräsentiert. 

Bezüglich  der  Datierung  der  Verträge  sei  bemerkt,  dass 
dieselbe  sehr  ofl  eine  doppelte  ist,  da  die  Engländer  über  das 
Jahr  1748  hinaus  an  dem  alten  Stile  festhielten.  Wo  nur  ein 
Datum  vorliegt,  ist  —  falls  nicht  eine  das  Gegenteil  betonende 
Bemerkung  beigefügt  ist  —  die  neue  Datierung  gemeint. 

Bei  der  Angabe  der  Drucke  hat  sich  der  Bearbeiter 
regelmässig  auf  das  oben  erwähnte  Bittnet^sche  chronologische 

Verzeichnis  belogen,  Wohl  sind  dort  nicht  alle  Drucke  der 
englisch-österreichischen  Verträge  angegeben,  da  diese  aber  in 
der  vorliegenden  Publikation   nach  der  besten   uns  erhaltenen 

Vorlage  — fast  ausnahmslos  nach  dem  Originale  —  abge- 
druckt werden,  hielt  der  Bearbeiter  die  Vervollständigung 
der  Druckangaben  für  überflüssig.  Die  überwiegende  Mehr- 
:^ahl  der  in  dem  vorliegenden  Werke  abgedruckten  Urkunden 
erliegt  im  Haus-,  Hof-  und  Staatsarchive  in  Wien  (St.-A.)  und 
im  Recordoffice  in  London  (R.  O.).  Doch  hat  der  Bearbeiter 
auch  das  British-Museum  in  London  (B.  M.),  das  Reichsarchiv 
im  Haag  (R,  A,J  und  die  Archive  des  Reichskriegs-  und  des 
Ministeriums  des  Innern  in  Wien  mit  Erfolg  benutzen  können. 


XIV  Vorwort. 

Auf  die  Herstellung  eitles  verlässlichen  Textes  ist  viel 
Mühe  verdDanJt  worden.  Durch  eine  sinngemässe  Interpunk- 
tion hat  der  Bearbeiter  in  schwierigen  Fällen  angedeutet,  wie 
er  den  Inhalt  der  betreffmden  Stellen  versteht.  Die  Anwen- 
dung grosser  und  kleiner  Anfängsbuchstaben  erfolgte  nach 
dem  heutigen  Gebrauche,  Im  übrigen  hat  er  seine  Vorlage 
möglichst  genau  wiedergegeben  und  nur  dort  Änderungen  vor- 
genommen, wo  ihm  solche  geeignet  schiebten  die  Ij^ktüre  der 
Urkunden  \u  erleichtern.  Die  insbesondere  bei  den  älteren  la- 
teinischen Stücken  häufige  Verdoppelung  der  Anfängskon- 
sonanten —  f.  B,  Ffranciae,  Fflandriae  etc,  —  wurde  ge- 
strichen, für  ofl  wiederkehrende  Worte,  wie  Majestas,  Cae- 
sarea, Potentissimus  etc,  bestimmte  Abkürzungen  gewählt.  Bei 
Wiedergabe  der  französischen  Urluinden  wurde  —  dein  Bei- 
spiele hervorragender  französischer  Publikationen  folgend  — 
die  Accentuierung  der  Vorlage  beibehalten,  nur  wo  durch  eine 
kleine  Änderung  die  Lektüre  erleichtert  werden  konnte  —  f.  B. 
durch  richtige  Anwendung  von  „a  und  ä",  von  y,ou  und  oii'* 
—  wurde  diese  vorgenommen. 

Besonders  aufmerksam  möchte  der  Unterzeichnete  auf  die 
Inkonsequenz  der  Schreibweise  machen,  die  bei  der  Lck.  üre  der 
im  nachfolgenden  abgedruckten  Urkunden  auffällt.  Oft  er- 
scheint ein  und  dasselbe  Wort  —  und  fu^^zr  nicht  blos  Eigen- 
namen —  in  derselben  Urkunde,  ja  in  derselben  Zeile  in  ver- 
schiedener Form;  bei  Jranzösischen  Stücken  wird  ein  Laut  bald 
mit  einem  Accent  versehen,  bald  nicht.  Aus  diesem  Grunde 
bittet  der  Bearbeiter  derlei  Inkonsequenzen  nicht  von  vorneher- 
ein als  sein   Verschulden  anzusehen. 

Der  z^^^li^  ^f^d  f//^/^/6'A  letzte  Band  der  österreichisch- 
englischen Staatsverträge,  der  auch  ein  chronologisches  Register 
bringen  wird,  dürfte  in  nicht  allzu  ferner  Zeit  den  Benutzern 
vorliegen.  Aber  schon  jet^t  möchte  der  Unterzeichnete  es  nicht 
unterlassen,  allen  Förderern  seiner  Arbeit  den  verbindlichsten 
Dank  auszusprechen, 

Wien  im  September  1906. 

Alfred  Francis  Pribram, 


Einleitung. 


/.  österreichisch-englische  Staatsverträge  bis  1526, 

Der  erste  Vertrag  \wischen  Herrschern  Österreichs  und 
Englands  dUrfle  jener  sein,  den  Albrecht  IL  und  Otto  im 
Februar  ißß9  mit  Eduard  IIL  eingegangen  sind.  Was  für 
frühere  Zeiten  an  Beziehungen  ^wischen  diesen  beiden  Staa- 
ten nachgewiesen  werden  kann  —  und  es  ist  wenig  genug  — 
lässt  sich  in  dem  Rahmen  der  vorliegenden  Publikation  nicht 
unterbringen,  nicht  einmal  die  mit  den  Namen  Richard  Lö- 
wenher\  und  Leopold  V  verknüpften  bekannten  Ereignisse,  da 
die  entscheidenden  Abmachungen  ^wischen  dem  österreichischen 
LLerrscher  und  Kaiser  Heinrich  VL  und  ^wischen  diesem  und 
Richard  Löwenher \,  nicht  aber  direkt  ^wischen  den  Herrschern 
Österreichs  und  Englands  getroffen  worden  sind,^)  Auch  die 
ersten  Beziehungen  des  Hauses  Habsburg  ^u  England,  die 
in  der  Zeit  Rudolfs  von  Habsburg  stattfanden  und  nicht  nur 
die  Heirat  von  Rudolfs  z^eitgeborenem  Sohne  Hartmann  mit 
Eduards  ILL,  Tochter  Johanna  ^um  Ziele  hatten,  sondern  auch 
wichtige  politische  Fragen  betrafen,  können  in  diesem  Zusam- 
menhange nur  flüchtig  erwähnt  werden.  ^)  Zu  dem  oben  er- 
wähnten Vertrage  hat  der  Kampf  Veranlassung  gegeben,  der 


»)  Vgl,  Wallnöfer  P,  Der  Anteil  des  Babenbergers  Leopold  V.  an  dem 
sog.  dritten  Kreui\uge ;  mit  besonderer  Berücksichtigung  des  Verhältnisses,  in 
dem  Leopold  \u  dem  englischen  Könige  Richard  stand,  Progr,  d,  kath.  Gymn, 
in  Teschen  1861 ;  Töche,  Heinrich  VL  ^58  ff, ;  Huber,  Gesch,  Ost.  L  275  jf. 

»)  Vgl.  Pauli  R,  Die  ältesten  Beziehungen  des  Hauses  Habsburg  \u  Eng* 
land  in  Allg.  Monatschrift  für  Literatur  und  Kunst  18^4,  5^^  ff'  ^nd  dessen 
Östcneichisch-eoglische  StaatsTcrträge.  Bd.  I.  I 


fl  Einleitung. 

fischen  den  Herrschern  in  England  und  Frankreich  infolge 
der  Ansprüche  des  Hauses  Plantagenet  auf  den  Thron  Frank- 
reichs beim  Erlöschen  des  Mannsstamnies  der  direkten  cape- 
tingischen  Linie  ausgebrochen  war. 

Der  englische  König,  Eduard  IIL,  suchte  füi  den  Kampf 
gegen  Frankreich  Bundesgenossen  im  deutschen  Reiche  ^)  und 
trat  bei  dieser  Gelegenheit  auch  mit  den  Habsburgern  in  Ver- 
bindung, Nachdem  bereits  seit  dem  Jahre  iß^^  über  eine  Heirat 
^wischen  Friedrich  dem  erstgeborenen  Sohne  Herzog  Otto's 
und  Eduards  HL  Tochter  Johanna  unterhandelt  worden  war,^) 
kam  am  i6.  Februar  iß^g  f«  Antwerpen  ^wischen  den  habs- 
burgischen  Brüdern  Albrecht  H  und  Otto  einer-,  und  Eduard  HL 
andererseits  ein  Bündnis  f «  Stande,  das  beide  Teile  ^ur  gegen- 
seitigen Unterstützung  „mit  200  behelmten  Kriegern*'  ver- 
pflichtete, wobei  jedoch  den  österreichischen  Fürsten  freigestellt 
wurde,  „in  dem  gegenwärtigen  Streite,  den  Eduard  Hl.  mit 
Philipp  von  Valois  —  der  sich  als  König  von  Frankreich  ausgibt 
—  auszukämpfen  habe,  das  Land  und  Volk  des  Herrschers 
von  Burgund  mit  einer  entsprechenden  Truppenzahl  \u  über- 
fallen und  dieses  Land  feindlich  \u  okkupierend  Nur  mit  bei- 
derseitiger Einwilligung  sollte  der  Friede  mit  den  Burgundern 
geschlossen  werdend) 

Allein  lange  währte  die  Freundschaß  z^iVischen  den  Habs- 
burgern und  Eduard  TU,  nicht  Die  ersteren  wendeten  sich, 
sobald  sie  erkannten,  dass  das  mit  England  geschlossene  Bünd- 
nis die  erhofften  Vorteile  nicht  brachte,  den  Franzosen  \u,^) 
und  die  englische  Prinzessin  kehrte,  nachdem  sie  lange  in 
Deutschland  geweilt,  in  ihre  Heimat  ^urück^)  Eine  geraume 
Zeit  später,  da  der  Krieg  fischen  England  und  Frankreich 
von  neuem  entbrannte,  finden  wir  die  Habsburger  im  Bunde 
mit  Frankreich.    Herzog  Friedrich  von  Österreich  schloss  im 


Engl,  Gesch.  (Heeren  und  Uckerfschc  Sammlung)  IV  44 ff, ;  Green  tke  princesscs 
of  England  11  y 21  ff.  und  neuestens  Redlich  Osw.  Rudolf  von  Habsburg  i(?oy, 
410 ff.   und  a.  ^94 ff'   und  desselben  Autors  Regesten   R.  v.   H.   Nr.  p?_5 — 9^7, 

939—943' 

0  Vgl.  u.  a.  Pauli  L  c.  TV  ^4^  ff. 

2)  Vgl.  Pauli  1.  c.  346. 

8)  Vgl.   den   Abdruck  dieses    Vertrages   im   Anhange  \u   diesem   Kapitel 
Nr.  I. 

*)  Vgl  Pauli  l.  c.  IV.  s8ß. 

»)  Vgl.  Pauli  l.  c.  IV.  362. 


Einleitung.     .  ^ 

Jahre  14^  mit  König  Karl  VIT,  von  Frankreich  einen  Ver- 
trag,  der  ihn  ^um  Waffengange  mit  Englands  Verbündeteny 
dem  Herzoge  Philipp  von  Burgund,  verpflichtete ;^)  doch  kam 
es  bald  darauf  \u  einem  Waffenstillstände  ^wischen  Karl  VIL 
und  Philipp,  in  dem  auch  Herzog  Friedrich  Aufnahme  fand.^) 
Heinrich  VI,  aber  suchte  die  Freundschaft,  die  einst  ^wischen 
den  Habsburgern  und  den  englischen  Herrschern  bestanden 
hatte,  wieder  aufzufrischen.  Er  übersandte  nach  dem  Tode 
Sigismunds  den  Hosenbandorden  dessen  Schwiegersohn,  Al- 
brecht von  Österreich,  erklärte  sich  mit  dessen  Erhebung 
auf  den  Kaiserthron  einverstanden  und  suchte  engere  Bezieh- 
ungen zwischen  seinem  und  dem  Hause  Habsburg  anzuknü- 
pfen.^) Seine  Bemühungen  blieben  in  diesem  Punkte  erfolglos; 
trotzdem  suchte  er  nach  Albrechts  frühzeitigem  Tode  die 
Freundschaft  Kaiser  Friedrichs  III,  zu  gewinnen^).  Von 
grosser  Bedeutung  waren  aber  die  Beziehungen  der  bei- 
den Staaten  auch  in  den  Zeiten  Friedrichs  III  nicht.^)  Un- 
zweifelhaft verdankten  die  Bewohner  des  heutigen  österrei- 
chischen Staates  die  Kenntnisse,  die  sie  noch  gegen  Ende  des 
75.  Jahrhunderts  von  dem  Inselstaate  besassen,  in  erster  Linie 
jenen  glaubenseifrigen  Männern,  die  nach  England  wallfahrte- 
ten,  um  dort  die  Lehre  Wiclißs  zu  vernehmen,  Befriedigung  ihrer 
seelischen  Bedürfnisse  f «  finden,  und  die  dann  erfüllt  von  den 
Ideen  des  grossen  englischen  Reformators  in  ihre  Heimat  zu- 
rückkehrten.^) 

Erst  der  Regierungsantritt  Maximilians  I  brachte  dauernde 
und  bedeutungsvolle  Beziehungen  zwischen  Österreich  und  Eng- 
land, Freilich  nicht  als  Besitzer  der  österreichischen  Län- 
der,    sondern  als  Erbe  der  burgundischen  Maria  sah  sich 

»)  Vertrag  vom  15.  Sept.  14^0,  St.-A.  vgl,  Lichnovski  Gesch.  d.  H.  Habs- 
biirg  Reg.  Nr.  28pp. 

«)  WaffenstaUtand  d.  d.  8.  Mai  14^2  St-A. 

8)  Vgl.  Pauli  l.  c.  V.  aöif. 

*)  Ebenda. 

*)  Ich  möchte  in  diesem  Zusammenhafige  auf  den  am  7.  Sept.  1448  ge^ 
schlossenen  Vertrag  fischen  Karl  von  Frankreich,  König  Jakob  von  Schottland 
und  Herzog  Sigismund  von  Österreich  aufmerksam  machen,  (St.-A.;  vgl.  Herr- 
gott Mon.  III,  128J  der  aber  in  diese  Publikation  nicht  aufgenommen  werden  hann. 

")  Auf  die  Beziehungen  der  Herrscher  Böhmens  und  Ungarns  :f//  England 
bis  {ur  Vereinigung  dieser  beiden  Staaten  mit  Österreich,  also  bis  1^26,  kann 
hier  nicht  eingegangen  werden^ 


4  Einleitung. 

Maximilian  f«  VerJuindlungen  mit  dem  Herrscher  Englands 
genötigt  Schon  seine  Ehe  mit  Maria  hatte  eine  entschei- 
dende Wendung  der  burgundischen  Politik  \ur  Folge  gehabt. 
Die  Abneigung  der  dortigen  Bevölkerung  gegen  England 
wandelte  sich,  seitdem  die  geplante  Verbindung  mit  Frankreich 
gescheitert  war,  in  den  Wunsch  nach  Freundschaft  mit  dem 
Inselvolke  um.  Denn  Burgund  war,  falls  es  sich  dem 
mächtigen  Fran^osenkönige  gegenüber  behaupten  wollte,  ge- 
nötigt, einen  Rückhalt  \u  suchen,  und  diesen  \u  bieten  war 
niemand  geeigneter  als  der  HerrscJier  Englands.  Freilich  war 
vorauszusehen,  dass  dieser  für  den  Schut^,  den  er  gewähren 
sollte,  ein  Entgegenkommen  des  burgundischen  Herzogs  in 
allen  handelspolitischen  Fragen  fordern  werde.  Es  war  nun 
für  Maximilian  nicht  leicht,  ein  solches  fw  ^eigen.^)  Denn  die 
flandrischen  Kaufleute,  die  vordem,  solange  die  Inselbewohner 
sich  begnügten,  dem  vlämischcn  Weber  die  Wolle  ^u  liefern 
und  die  verarbeitete  Ware  in  Flandern  kaujten,  für  das  po- 
litische Zusammenhalten  mit  England  eingetreten  waren,  for- 
derten nun,  da  die  Engländer  nicht  nur  ihren  Bedarf  —  ^um 
grossen  Teile  wenigstens  —  selbst  deckten,  sondern  ihre  In- 
dustrieprodukte in  den  Niederlanden  abzusetzen  begannen,  von 
ihrem  Landesherrn  eine  streng  antienglische  Haltung.'^) 


>)  Für  die  Beziehungen  Maximilian  L  {it  Heinrich  Vif.  und  Heinrich  VUL 
sind  im  allgemeinen  \u  vgl.:  Von  deutscher  Seite  Ulmann  H.  Maximilian  /., 
2  Bde.,  Stuttgart  1884,  i8()i  (I.  bis  1^00)  (II.—i^iq)  ;  Pauli  R.,  Gesch.  Engl. 
Bd,  V,  p.  ^20  ff,  18^8  und  Heinrich  VUL  als  Bundesgenosse  Max.  I.  fAufsät{e 
;{wr  Engl,  Gesch,  j86p,  p.  48 ff.)  und  Die  Anfänge  Heinriclis  VII J.  (Aufs.  {. 
G.  E.  N.  F.  Jaöff.);  Busch  W.,  Gesch.  Englands  unter  den  Tudors,  Bd.  I., 
Heinrich  VIL,  Stuttgart  i8p2  (daselbst  Anhang  III.  p.  425  ff-  reiche  Literatur- 
angaben)  ;  Lan\  K.,  Einleitung  \um  Bd.  /.  der  Aktenstücke  und  Briefe  {.  Gesch. 
Karl  V.  j8^7  und  die  Quellenwerke  von  Chmel  J.,  Urk.,  Briefe  und  Aktenstücke 
lur  Gesch.  Max.  I.  und  seiner  Zeit.  Bibl.  des  Lit.  Vereins  B.  X,  Stuttgart  184 t, 
sowie  die  Regesten  bei  Lichnowski,  Gesch.  d.  Hauses  Habsburg.  Tom.  8,  Wien 
1844;  von  englischer  Seite  die  Arbeiten  Gairdners:  Letters  andpapers  illustrative 
of  the  reigns  of  Rieh.  III.  and  Henry  VII.,  2  Bde.,  London  1862  f.  Bergenroth, 
CaUndar  oflettres,  despatches  andstate  papers  etc.,  (Spain)  London  1862  ff. ;  Camp- 
bell, Materials  for  a  history  of  the  reign  of  Henry  VII.,  2  Bde.^  London  187^  ff. ; 
für  Heinrich  VIII.  insb.  die  Einleitungen  Brewer's  J.  S.  ^u  Lettres  and  papers, 
foreign  and  domestic  of  tlte  reign  of  Henry  VIII.  London  1862—76  und  des- 
selben Autors  Reign  of  Henry  VIII.  from  his  accession  to  the  death  of  Wolsey 
ed.  Gairdner  1884. 

*)   VgL  Schan\  G.,  Englische  Handelspolitik  gegen  Ende  des  Mittelalters 


Einleitung.  ^ 

Trotzdem  geigte  Maximilian  den  Willen,  seine  Beziehun- 
gen f  w  England  freundschaftlich  \u  gestalten.  Er  hatte  schon 
im  Jahre  1478  in  seinem  und  Maria's  Namen  einen  Handels- 
vertrag mit  England  geschlossen,^)  der  :{war  Brabant  und  den 
deutschen  Niederlanden  Vorteil  brachte,  aber  den  Interessen 
der  flandrischen  Kaufleute  ungütistig  war.  Diesen  erneuerte 
er  im  Jan.  1487  ^)  auf  einige  Zeit  und  rief  dadurch  den  Hass 
der  flandrischen  Stände  gegen  sich  wach,  die  schon  im  Jahre 
1482,  nach  dem  Tode  Maria' s,  Maximilian  als  Herrscher  nicht 
hatten  anerkennen  wollen  wid  in  Ludwig  XI,  von  Frankreich 
einen  hilf  bereiten  Förderer  ihrer  Bestrebungen  gewonnen  hatten, 
Margarethe,  die  Tochter  Maximilians  I,  und  Maria's,  war  von 
ihnen  dem  Dauphin  ^ur  Braut  bestimmt  und  Maximilian  die 
Varmundschaß  über  seinen  in  ihrer  Gewalt  befindlichen  Sohn 
Philipp  entrissen  worden.  Erst  nach  langen  Kämpfen  war  es  Ma- 
ximilian gelungen,  die  Empörer  \u  unterwerfen,  erst  im  Jahre 


2  BJe  Leip{ig  1881  und  die  Kritik  dieses  Werkes  durch  Dietrich  Schäfer  in 
Uhrb,  für  Nationalökonomie  ctc,  Herausg,  von  Conrad  XLI.  88  ff,,  sowie  Cun- 
ningham  W.y  The  growth  of  English  industry  and  commerce  during  tlie  early 
and  middle  ages  j8go, 

»)  Dieser  Vertrag  d,  d,  Lilie  i^yS  JuU  12,  (Or,  R,  0,J  ist  u,  a,  gedruckt 
bei  Rymer  l,  c.  V/j  86 ;  Maximilian  und  Maria  ratifizierten  denselben  d,  d* 
tiriissel  14^8  Okt,  10,  Vgl,  Rymer  l.  c,  V/?  p5.  Zum  Abdrucke  konnte  derselbe 
III  diesem  Werke  nicht  gelangen ;  ebenso  wenig  die  von  Maximilian  u.  Maria 
mit  dem  Herrscher  Englands  abgeschlossenen  Verträge  d.  d,  i,  Aug,  1480  (Rat, 
eines  Vertrages  über  t*wige  Freundschaft  und  gegenseitige  Unterstüt\ung,  den 
Karl  von  Burgund  mit  Eduard  IV.  von  England  geschlossen) ;  d,  d,  4,  Aug, 
1480  (Schadloshaltung  des  englischen  Königs  wegen  der  ^onoo  Kronen^  die  er 
durch  Aufgabe  der  Freundschaft  mit  Frankreich  verliert)  und  d,  d,  5v  7«  '"'^^^ 
2u,  Aug,  1480  (Heirat  Philipps,  Maximilians  und  Maria' s  Sohn,  mit  Anna, 
Tochter  Eduard  IV,);  alle  diese  Verträge  sind  bei  Rymer  l,  c.  V/j  logff,  ab- 
gedruckt, 

*)  Die  Erneuerung  des  Vertrages  vom  12.  Juli  1478  erfolgte  am  a,  Jan, 
1487  {u  Calais,  (R,  O,)  Vgl.  Rymer  l,  c,  V/7  182;  die  Ratifikation  seitens  Ma- 
ximilians und  Philipps  d,  d,  Brüssel  1487  Jan,  06  (R,  O,)  Vom  Abdrucke  diestT 
Vertragserneuerung  musste  aus  den  obtm  erwähnten  Gründen  gleichfalls  Ab- 
stand genommen  werden.  Im  R.  O.  (Box  20  Nr.  595^  befindet  sich  überdies  die 
Rat.  Maximiliins  I,  und  Philipps  von  Burgund  d,  d.  i^,  Mär\  148^  über  eine 
am  28,  Febr,  1481)  getroffene  Vereinbarung  bezüglich  Erneuerung  des  Vertrags 
vorn  12.  Juli  1478 ;  das  Or,  dieser  Vertragserneuerung  findet  sich  gleichfalls 
im  R,  O.  (B.  20  Sr.  V)6,) 


5  Einleitung. 

1485  brachte  er  den  Sohn  in  seine  Gewalt,  wurde  er  als  dessen 
Vormund  anerkannt.  Ein  Jahr  später  \og  er  als  gewählter 
deutscher  König  in  den  Niederlanden  ein,  fest  entschlossen, 
mit  Frankreich  abzurechnen.  In  diesem  Sinne  hatte  er  bereits 
im  Mär^  i486  mit  dem  Herzoge  Fran^  IL  von  der  Bretagne 
ein  gegen  Prankreich  gerichtetes  Bündnis  geschlossen^)  das  die 
Selbständigkeit  der  Bretagne,  Maximilian  aber  mit  der  Hand 
der  älteren  Tochter  des  söhnelosen  Herzogs  dieses  Landes  den 
Erwerb  desselben  sichern  sollte.  In  dem  Wunsche,  die  Bre- 
tagne nicht  in  die  Hände  der  Franzosen  gelangen  \u  lassen, 
traf  nun  Maximilian  mit  Heinrich  VIL  zusammen.  Wie  Bur- 
gund  und  Spanien  fürchtete  auch  England  die  Machterwei- 
terung der  französischen  Krone  an  dieser  Küste,  doch  zögerte 
Heinrich  VIL  durch  Kämpfe  im  Innern  in  Ansprtuh  genom- 
men sich  offen  gegen  Frankreieh  auszusprechen,  das  ihm  in 
den  Tagen  der  Not  Zuflucht  gewährt,  mit  dem  er  kur^  nach 
seinem  Regierungsantritte  Verträge  abschlössen  hatte,  die  der 
Erhaltung  des  Friedens  dienen  sollten,^)  Er  bot  daher  seine 
Vermittelung  an  und  hielt  an  dem  Frieden  mit  Frankreich 
auch  dann  fest,  als  engliche  Truppen  unter  Führung  des  On- 
kels seiner  Frau  an  den  Kämpfen  gegen  Frankreich  teilnah- 
men. Dieser  Krieg  endete  \u  Gunsten  der  Franzosen,  die 
nach  mehreren  Erfolgen  im  Jahre  1487  die  Entscheidungs- 
schlacht bei  St.  Aubin  im  Juli  1488  gewannefi.  Fran^  II 
schloss  mit  Karl  VIII  Frieden,  versprach  die  Gegner  Frank- 
reichs aus  dem  Lande  ^u  weisen  und  seine  Töchter  nicht 
ohne  die  Zustimmung  des  Jran^ösischen  Königs  ^u  vermählen. 
Wenige  Tage  fiach  dem  Abschlüsse  dieses  Vertrages  starb  der 
Herzog;  seine  Tochter  Anna  war  seine  Erbin.  Sofort  erhob 
Frankreich  Anspruch  auf  die  Vormundschaß  dieser  minder- 
jährigen Fürstin.  Die  Lage  war  eine  schwierige.  Von  Maxi- 
milian war  Hilfe  vorerst  nicht  \u  erwarten,  da  er  in  schwere 
Konflikte  mit  den  flandrischen  Ständen  geraten,  im  Februar 
1488  ^u  Brügge  ihr  Gefangener  geworden  war,  im  Mai  sich 
durch  eidliche  Zugeständnisse  losgekauft  hatte,  trotzdem  aber 
an  dem  Rachekriege  teilnahm,  den  sein  Vater  gegen  die  Nie- 


>)  Vgl  Ulmann  L  c.  L  ii;  Clurrier,  Hist.  de  Oiarles  VIIL  L  i.fy. 
*)  Für   die   Beziehungen    Heinrichs    VIL    \u   Frankreich    in    dieser   Z^^if, 
Busch  W,,  Heinrich  VU.  41  ff,  und  die  dort  zitierte  Literatur, 


Einleitung.  w 

derlande  führte.^)  Da  rettete  das  Interesse  der  Nachbar  mächte, 
insbesondere  die  kluge  Politik  Ferdinand  des  Katholischen, 
Anna  und  ihr  Reich,  Den  Bemühungen  dieses  Fürsten,  der 
dem  Wunsche  Heinrichs  VIT.  durch  verwandtschaftliche  Be- 
\iehungen  \um  spanischen  Königshause  seinen  Thron  \u  stützen 
entgegen  kam,  gelang  es  auch  Heinrich  VH.  \u  einer  An- 
derung  seiner  Haltung,  \u  einem  entschiedenen  Eingreifen  tju 
Gunsten  der  bretagnischen  Erbin  \u  vermögen?)  Da  aber  Fer- 
dinand eine  günstige  Beendigung  des  Kampfes  gegen  Frank- 
reich nur  dann  fiir  möglich  hielt,  wenn  auch  Maximilian  an 
der  Aktion  teilnahm  und  durch  seinen  Gesandten  in  London 
in  nachdrücklichster  Weise  diesen  Standpunkt  betonte,  sah  sich 
Heinrich  VIL  genötigt,  dem  sich  ihm  nähernden  Maximilian 
entgegenzukommen. 

Leicht  war  eine  Einigung  ^wischen  den  beiden  Fürsten 
nicht  ^u  erzielen  ;^)  nicht  nur  das  beiderseitige  Mistrauen, 
sondern  tiefgehende  Differenzen,  auch  solche  handelspolitischer 
Natur,  erschwerten  jede  Vereinbarung.  In  dem  Streite  gegen 
ihren  Herrn  hatten  .die  Vlämen  die  Hilfe  Englands  ange- 
rufen, und  Heinrich  VIL  hätte  gerne  die  Gelegenheit  er- 
griffen^  das  gespannte  Verhältnis  ^u  bessern,  in  dem  er  ^u 
den  Vlämen  stand.  Es  bedurfte  des  ganzen  Einflusses  des  in 
London  weilenden  spanischen  Botschafters,  um  Heinrich  VIL 
soweit  zurückzuhalten,  dass  er  sich  mit  der  Abschickung  eines 
Gesandten  begnügte,  der  den  Vlämen  das  Bedauern  des 
Königs  über  ihre  Differenzen  mit  Maximilian  ausdrückte  und 
erklärte,  dass  Heinrich  VII.  keineswegs  verpflichtet  sei,  Ma- 
ximilian zu  unterstützen.  Aber  die  Erbitterung  Heinrichs  zu- 
mal darüber,  dass  gerade  das  burgundische  Wittum  Marga- 
rethens  den  Herd  yorkischer  Umtriebe  bildete,  war  noch  im 
Sommer  1488  so  gross,  dass  er  sich  entschieden  weigerte 
mit  Maximilian  in  Verbindung  f «  treten.  Erst  der  Druck, 
den  die  spanische  Regierung  auf  ihn  ausübte,  bewog  ihn, 
dem    Gedanken    einer    Allianz    mit    dem    deutschen    Könige 


0  Vgl.  Ulmann  l.  c.  I.  ip  ff. 

*)  Für  die  Beziehungen  Heinrichs  VIL  \u  Spanien  ist  insbesondere  die 
\itiertc  Publikation  Bergenroths,  Einleitung  und  Akten,  {u  vergleichen. 

')  ^S^'  ß^^  ^^  Beziehungen  Maximilians  \u  Heinrich  VII.  Busch  l.  c. 
48 ff.  und  die  dort  \itierte  Literatur ,  insbesondere  Campbell  l.  c.  IL  2^2  ff., 
Bergenroth  I.  loff.,  sowie  Ulmann  l.  c,  I  66  f.. 


8  Einleitung. 

näher  \u  treten.  Seit  dem  Herbste  1488  wurden  die  Ver- 
handlungen gepflogen,  Sie  führten  nach  mancherlei  Schwie- 
rigkeiten, \u  denen  namentlich  die  Pläne  Maximilians  auf  die 
Hand  der  Erbin  der  Bretagne  Anlass  gaben,  \um  Abschlüsse 
eines  Vertrages^)  der  die  Kontrahenten  \um  gegenseitigen 
Einschlüsse  in  alle  übrigen  Bündnisse  und  \ur  wechselseitigen 
Hilfe  nach  jeweiligem  Vermögen  verpflichtete.  Auch  wurde 
der  freie  Handelsverkehr  der  beiderseitigen  Untertanen  von 
neuem  garantiert.  Besonders  ernst  scheint  aber  diese  Ver- 
bindung von  keiner  Seite  genommen  worden  \usein;  vielmehr 
dachte  jeder  der  Herrscher  lediglich  an  die  Vorteile,  die  ihm 
aus  dieser  Verbindung  erwachsen  konnten.  Für  Maximilian 
geigten  sich  dieselben  alsbald.  Die  Beschäftigung  Frankreichs 
durch  die  Spanier  und  Engländer  erleichterte  ihm  die  Unter- 
werfung Flanderns  und  Brabants,  während  Heinrich  VH, 
seinerseits  Handelsverträge  mit  Flandern  abschloss,  die  seinem 
Bestreben  entsprachen,  der  Industrie  Englands  jenseits  des 
Kanales  Absatzgebiete  ^u  eröffnen. 

Zu  der  geplanten  grossen  Expedition  in  die  Bretagne  und 
^um  energischen  Kampfe  gegen  Frankreich  kam  es  aber  nicht. 
Die  Verhältnisse  im  Osten,  die  Rücksichtnahme  auf  seine  Erb- 
lande  Hessen  es  Maximilian  rätlich  erscheinen,  den  Frieden 
mit  Frankreich,  den  der  Papst  vermittelte,  anzunehmen.  Die 
Frankfurter  Abmachung  vom  22.  Juli  1489^)  brachte  ^war 
keine  vollständige  Beilegung  der  Konflikte  mit  Frankreich, 
aber  sie  diente  da^u,  dem  deutschenKönige  die  Unterwerfung 
Flanderns  ^u  erleichtern.  Am  jo,  Oktober  1489  wurde  der 
Vertrag  geschlossen,  durch  den  Maximilian  als  rechtmässiger 
Vormund  Philipps  und  als  Gouverneur  Flanderns  anerkannt 
wurde,^)  Den  Engländern  war  der  Beitritt  ^um  Frankfurter 
Vertrage  offen  gelassen  worden;  soweit  hielt  sich  Maximilian 
durch  die  in  Dortrecht  eingegangenen  Verpflichtungen  für  ge- 
bunden; allein  seine  Alian^  mit  England  hinderte  ihn  nicht, 
bezüglich    der  Bretagne  Abmachungen    mit  Karl    VHL    ^u 


')  Vgl,  den  Abdruck  im  AnJiatigc  Nr,  2;  daselbst  auch  die  Bemerkungen 
über  das  Datum  des  Vertrages, 

*)  Vgl,  den  Druck  bei  Dumont  l.  c,  IU\2  2^7. 

*)  Vgl,  den  Druck  bei  Dumont  llf\2  244  mit  unrichtigem  Datum;  vgl, 
ülmann  L  c,  L  75  Anm, 


Einleitung.  ^ 

treffen,  die  lediglich  seinen  Interessen  dienen  sollten.  Zur 
Durchführung  dieser  Pläne  kam  es  aber  vorerst  nicht  Der 
plötzliche  Tod  des  Königs  Matthias  von  Ungarn  —  6.  April  1490 
—  nötigte  Maximilian  sich  mit  den  Verhältnissen  im  Osten 
Europa' s  eingehender  \u  beschäftigen,  und  da  seine  Bemühun- 
gen mit  Frankreich  \u  einer  völligen  Einigung  \u  gelangen 
scheiterten,  suchte  er  neuerdings  engeren  Anschluss  an  Hein- 
rich VIT,  der,  mehr  durch  Not  als  durch  Neigung  bewogen, 
die  ihm  fum  Bunde  ausgestreckte  Hand  Maximilians  ergriff. 
Am  II.,  12.  und  ij,  September  1490  wurden  die  Bündnisse  ge- 
schlossen, durch  die  bestimmt  wurde,  dass  der  Angriff  Frank- 
reichs nicht  nur  auf  einen  der  beiden  Kontrahenten,  sondern 
ebenso  auf  Burgund  oder  die  Bretagne  den  anderen  ^ur  so- 
fortigen Hilfeleistung  verpflichten  sollte;  auch  gelobten  die 
beiden  Könige  in  }  fahren  mit  ganzer  Macht  gegen  Frank- 
reich \u  Felde  \u  ^iehen.^) 

Bald  darauffand  die  Trauung  des  Kaisers  mit  Anna  von 
der  Bretagne  durch  Procuratie  statte)  Maximilian  selbst  weilte 
damals  im  Osten  seines  Reiches,  mit  den  wichtigsten  Fragen  be- 
schäftigt; doch  verpflichtete  er  auf  den  derzeitigen  Erwerb  der 
ungarischen  Krofie,  um  freie  Hand  für  die  Durchführung  seiner 
Pläne  im  Westen  \u  erlangen.  Allein  wenige  Wochen,  nach- 
dem er  durch  den  Pressburger  Vertrag  sich  die  Möglichkeit 
eines  energischen  Vorgehens  gegen  Frankreich  gesichert  hatte, ^) 
erfuhr  er,  dass  Anna  sich  \ur  Vermählung  mit  Karl  VIU, 
entschlossen  habe,*)  und  als  er  im  folgenden  fahre  den  Krieg 
gegen  Frankreich  mit  allem  Eifer  \u  führen  begann,  fand  er 
nicht  nur  bei  den  deutschen  Fürsten  geringes  Entgegenkom- 
men, auch  Heinrich  VII,  zögerte,  wusste  ernste  Konflikte  mit 
den  Franzosen  ^u  vermeiden  und  schloss  gegen  Ende  des 
fahres,  —  ^.  Nao,  1492  —  eben  in  dem  Augenblicke,  da  Ma- 
ximilian einen   entscheidenden  Schritt  seines  Bundesgenossen 


')  ^gt.  den  Abdruck  im  Anhange  ;{//  diesem  Kapitel  Nr,  9 — 5.  Für  den 
Gang  der  Verhandlungen  Busch  L  c.  61  und  ^4^ ;  Ulmann  l,  c,  L  117  ff'  Die 
Vollmacht  Maximilians  \um  Abschlüsse  mit  England  ist  datiert  Ulm  i^goMai  22  ; 
abgedruckt  bei  Dumont  /.  c.  IIIjs  2^4. 

«)  Vgl,  Busch  l.  c.  6a  und  ^4^, 

»)  Vgl,  Ulmann  l,  c,  I,  129/, 

*)  Vgl,  die  Verträge  vofn  55.  Nov.  und  6.  De{,  14^1  bei  Dumont  l,  c, 
IJII2  aögff,;  für  die  Ereignisse  Busch  L  c.  6ß, 


10  Einleitung. 

erwartete,  mit  Frankreich  den  Frieden  \u  Etaples,  der  ihm 
Handelsfreiheit  und  eine  grosse  Summe  Geldes  eintrug.^)  Für 
Maximilian  bedeutete  der  Abfall  Englands  eine  schwere  Ent- 
täuschung; er  verschluss  sein  Rachegefühl  in  seinem  Herren 
und  suchte  den  Kampf  mit  Karl  VIIL  fortzusetzen,  obgleich 
sich  auch  Spanien  f  e/  Beginn  des  fahr  es  149^  mit  Frankreich 
einigte})  Er  hat  diesen  Krieg  nicht  ohne  Erfolg  geführt;  doch 
i  Hessen  es  ihm  verschiedenene  Rücksichten  wünschenswert  er- 

r  scheinen,  auch  seinerseits  \u  einer  gütlichen  Vereinbarung  mit 

I  Karl  VIIL  ^u  gelangen;  sie  erfolgte  im  Mai  1493  durch  den 

i  Frieden  von  Senlis;  ehrenvoll  genügt)  Maximilian  behielt  die 

\  Freigrafschaß  und  Artois,  die  er  im  Felde  behauptet  hatte, 

\  und  konnte  seine  in  Frankreich  erlogene  Tochter,  Margarethc, 

\  die  zur  Gattin  Karls  VIIL  ausersehen  gewesen  war,  in  die  Arme 

i  schliessen.    Sein  Groll  aber  gegen  den  ungetreuen  Bundesge- 

\  nassen  war  grenzenlos,    Dass  er  selbst  durch  den  Frankfurter 

\  Vertrag  dem  englischen  Könige  die   Wege  gewiesen,  hatte  er 

A  g^^i  vergessen;   er  wartete  nur  auf  eine  günstige  Gelegen- 

heit, Heinrich  VIL  seinen  Mass  fühleti  z^  lassen.  Nur  z^  bald 
fand  sich  eine.  Unter  den  zahlreichen  Personen,  die  Heinreh  VIL 
gegenüber  ihr  Anrecht  auf  den  englischen  Thron  geltend  f w 
machen  suchten^  hat  keiner  dies  mit  grösserer  Zähigkeit  und 
mehr  Erfolg  fw  thun  verstanden,  als  der  Zollaufseherssohn 
Perkin  Warbeck,  der  sich  Richard  voft  England  natinte  und 
die  Behauptung  aufstellte,  der  aus  dem  Tower  entkommetie 
Sohn  Eduards  IV  z^  -^^^w.  Zuerst  in  Irland,  dann  in  Frank- 
i  reich,   hatte  er,   von  den  vielen  Feinden  Heinrichs   VIL  unter- 

\  stützt,  seine  Sache  mit  den    Waffen  in  der  Hafid  vertreten,^) 

\  Durch  eine  besondere  Abmachung  hatte  sich  Karl  VLLL   auf 


*)  Vgl.  den  Druck  bei  Dumont  l.  c.  Illja  2QI  ff, ;  für  den  Gang  der  Ereig- 
nisse und  für  die  Verhandlungen,  die  \um  Frieden  führten,  Busch  L  c,  68  ff»  u.  344f 
In  dem  Vertrage  vom  ^.  Nov,  1492  wurde  festgesetzt,  dass  Max,  h  und  Philipp 
auf  ihr  Begehren  in  die  {wiscfien  England  und  Frankreich  getroffene  Abmachung 
aufgenommen  werden  sollten, 

*)  Dumont  L  c,  Illja  2pyff. 

«)  Abdruck  bei  Dumont  L  c.  IIIJ2  297  ff. ;  vgl,  Ulmann  /.  c,  I.  16$  ff. 

*)  Vgl.  über  Warbeck  und  seine  Verschwörung  Busch  l,  c.  86  ff.  und  die 
dort  \itierte  Literatur,  insbesondere  die  Arbeit  Gairdners  /.,  Hist,  of  the  life 
and  reign  of  Rieh,  IIL  Towhich  is  added  the  story  of  Perkin  Warbeck.  IL  Aug. 
Lond.  187p. 


Einieitung.  I  j 

Heinrichs  ausdrücklichen  Wunsch  gelegentlich  des  Friedens  von 
Etaples  verpflichtet,  keine  Gegner  des  englischeti  Kanigs  \u 
miterstüt^en,  noch  in  Frankreich  ^u  dulden,  und  er  hatte  dieser 
Verpflichtung  entsprechend  Warbeck  aus  seinem  Lande  ge- 
Miesen,  Doch  fafid  dieser  Zuflucht  und  weitgehende  Unter- 
stützung bei  der  Her^ogifi- Witwe  Margarethe ,  Maximilians 
Schwiegermutter y  einer  geborenen  York,  die  Warbeck  als  Neffen 
anerkannte,  und  Maximilian  ergriff  die  sich  ihm  darbietetide 
Gelegenheit  mit  Eifer,  Heinrich  VIL  Schwierigkeiten  ^u  berei- 
ten. Es  kam  ^u  erregten  Verhandlungen  ^wischen  den  Vertre- 
tern der  beiden  Herrscher  und  bald  darauf  ^u  entscheidenden 
Massregeln^),  Obgleich  auf  die  Förderung  des  englischen  Han- 
dels bedacht,  untersagte  Heinrich  V7/.  seinett  Kaufleuten  deti 
Verkehr  mit  den  Untertanen  Philipps,  Maximilians  Sohn,  ver- 
legte den  von  den  „merchant  adventures"  in  Antwerpefi  gehaltenen 
Markt  nach  Calais  (Sept.  1493),  verwies  die  flafuirischen  Kauf- 
leute aus  Englafid,  nahm  ihre  Güter  in  Beschlag.  Ein  halbes 
Jahr  darauf  wurde  die  Einfuhr  englicher  Tücher  nach  Flandern^ 
ihr  Kauf  und  Verkauf  daselbst  verboten,  dem  englischen  Kauf- 
manne die  Niederlande  verschlossen.  Die  Folgen  dieser  Massregeln 
trafen  die  Untertanen  beider  Fürsten  schwer;  sie  murrten  laut 
und  suchten  die  Beschlüsse  ihrer  Herren  so  gut  es  ging  ^u  um- 
gehen. Doch  wurden  die  Edikte  gegen  den  Verkehr  von  Philipp 
erneuert  mid  Maximilian  hielt  unpolitisch  genug  an  Warbeck 
fest,^)  obgleich  die  allgemeine  Lage  nicht  minder  gebieterisch 
als  seine  eigenen  Interessen  einen  Ausgleich  mit  Heinrich  VH. 
forderten.  Im  Mär^  1495  war  ^wischen  dem  Papst,  Spanien, 
Mailafid,  Venedig  und  Maximilian  die  heilige  Liga  ^u  Venedig 
geschlossen  worden, ')  und  es  war  den  verbündeten  Mächten  ge- 


»)  Vgl.  dafür  und  für  das  folgende  Busch  l  c,  90  ff.;  Schan:^  l.  c.  I.  18 f 
*)  In  dieser  Zeit  vmrde  auch  der  Vertrag  \xHsc1ien  Warheck  und  Maxi- 
milian geschlossen^  durch  den  der  letztere  für  den  Fall  des  unbeerbten  Todes 
des  Prätendenten  :^m  Erben  desselben  in  England,  Frankreich,  York  und 
Schottland  eingesetzt  wurde.  —  Im  St-A.  befindet  sich  5.  d.  Mecheln  149^  Jan.  24. 
das  Or.  dieser  Erklärung;  ebendaselbst  (Reichsregistratur  G.  G.  yßj  ein  kur\ 
gefasstes  Konzept  derselben  d,  d,  1494  Nov.  p.  Da  Warbeck  nicht  Herrscher 
Englands  toar,  konnte  dieses  Dokument  in  dieses  Werk  nicht  aufgenommen  wer^ 
den.  Es  ist  u.  a.  abgedruckt  bei  Gudenus  Cod.  dipL  Mog.  IV.  ^02 f.  Vgl.  Busch 
l.  c.  p7;  Ulmann  /.  c.  I.  264  und  Gairdner  1.  c.  )^^f. 
')  Inhaltsangabe  bei  Bergenroth  l.  c.  I.  ^^f 


l^  Einleitung. 

langen  die  italienischen  Pläne  Karls  VIII,  ju  durchkreuzen. 
Allein  es  drohte  eine  Wiederholung  der  frafV(ösisclien  Über- 
griffe und  der  geistige  Führer  der  Verbündeten,  Ferdinand  der 
Katholische,  wünschte  dringend  den  von  Frankreich  angegan- 
genen englischen  König  \um  Eintritt  in  die  Liga  \u  bestim- 
men,^) Tjumal  seitdem  der  Herzog  von  Mailand  ^u  Karl  VIII, 
abgefallen  war,  Heinrich  war  bereit,  sich  auf  die  Seite  der 
Alliirten  \u  schlagen,  doch  weigerte  sich  Maximilian,  die  For- 
derung des  englischen  Königs,  die  Preisgebung  Warbecks,  fw 
erfüllen.  Vergebens  bemühten  sich  die  Verbündeten  den  Kaiser 
umzustimmen.  Er  widersetzte  sich  längere  Zeit  dem  Beitritte 
Heinrichs  VIT,  zur  Liga  und  Hess  Warbeck  auch  dann  nicht 
fallen,  als  er  auf  neuerliches  Drängen  seiner  Alliirten  die  Ein- 
willigung zur  Aufnahme  Heinrichs  VIT,  in  den  gegen  Frank- 
reich gerichteten  Bund  gab,^)  Selbst  die  Wandlung  der  bur- 
gundischen  Politik,  die  sich  deutlich  in  dem  am  24,  Febr,  1496 
ZU  London  abgeschlossenen  Handelsvertrage  aussprach,^)  der 
u.  a,  auch  beiden  Teilen  die  Unterstützung  von  Rebellen  gegen 
den  Verbündeten  verbot,  brachte  nicht  den  erhofften  Wechsel 
^n  der  Gesinnung  Maximilians  I, 

Ferdinand  der  Katholische  sah  sich  daher  zu  neuen  Zu- 
geständnissen an  Heinrich  VIT,  genötigt,  ohiw  jedoch  verhin- 
dern zu  können,  das^  mit  dem  Eintritte  Englands  in  die  Liga 
—  der  darauf  bezügliche  Vertrag  wurde  zu  Rom  am  18,  Juli 
1496  geschlossen^)  —  diese  ihren  aggressiven  Charakter  verlor. 
Der  Bund  gegen  Frankreich  dauerte  aber  überhaupt  nicht  lange ; 
nacheinander  schlössen  im  Laufe  der  nächsten  Jahre  die  ein- 
zelnen Mitglieder  desselben  ihren  Frieden  mit  Frankreich ;  selbst 
Burgund  näherte  sich  den  Franzosen,^)   Nur  Maximilian  hielt 


')  yg^'  u.  a,  Lan^  I,  f,  ?.V/.  und  Bergenroth  Cal.  Spain  l  c.  I.  Eifüei' 
tung  und  Akten, 

*)  Die  Vollmacht  Maximilians  ist  datiert  1406  April  18 ;  ein  Konzept  der- 
selben befindet  sich  im  St,- A,  Reichsregistratur ;  vgl,  für  die  Angelegenheit  selbst 
Busch  l,  c,  i;^2,  Ulmann  /.  c.  I,  410  ff* 

»)  Vgl  den  Abdruck  u,  a,  bei  Rymer  l,  c,  Vj^  82  ff.^  Dumont  i,  c,  I/JI2  7  ;0  ß\ 
Für  die  engU-burg,  Beziehungen  vgl.  Schan;  l,  c,  I.  18 /,,  Busch  l.  c.  154/.,  X>5/. 

*)  Vg^'  Jen  Abdruck  im  Anhange  Nr,  6.  Für  die  Situation  Busch  l.  c,  ij^ 
Text  u,  Anm.  2,  Ulmann  l,  ..  /.  40^;  Lan{  l.  c.  f,  76'  Anm,  Heinrich  VIl.  rat, 
den  Vertrag  am  2^,  Sept.  1496;  vgl.  Bergenroth  l,  c.  I.  z/^/. 

*)  Vgl.  Ulmann  l.  c.  L  ^88  f. 


Einleitung.  t^ 

iius  und  begann  unmittelbar  nach  dem  Tode  Karls  VIII,,  gegen 
Jessen  Nachfolger  Ludwig  XII.,  der  des  Kaisers  Forderungen 
bezüglich  des  Herzogtums  Burgund  f//  erfüllen  sich  weigerte, 
einen  —  allerdings  erfolglosen  —  Krieg,  dem  erst  der  Trienter 
Vertrag  vom  13.  Oktober  i^oi  ein  Ende  bereitete.^)  Aber  auch 
diese  Einigung,  die  nicht  nur  Frieden  und  Bündnis  und  gegen- 
seitige  Garantie  des  Besitzes,  sondern  auch  wechselseitige  Heirat 
\ur  Folge  haben  sollte,  war  nicht  aufrichtig  gemeint.  Die  über- 
nommenen Verpflichtungen  wurden  nicht  in  vollem  Umfange 
eingehalten.  Doch  hielten  die  Furcht  Ludwigs  XII  vor  einer 
Verbifuiung  Maximilians  mit  Ferdinarui  dem  Katholischeti 
und  der  Wunsch  des  Kaisers,  die  geplante  Allianz  des  fran- 
\osisclien  Herrschers  mit  seiften  Feinden  f//  verhindern,  die 
beiden  Manarclien  vom  Bruche  der  äusserlich  freundschaftli- 
c'fien  Beziehungen  ab.  Es  gelang  sogar  Philipp  vcm  Burgund 
im  fahre  1^04  eine  neue  Vereinbarung  ^üoisclwn  seinem  Vater 
und  Ludwig  XII.  {u  Stande  {//  bringen,  die  nicht  nur  die  Bei- 
legung der  bestehefideti  Konflikte,  sondern  eine  innige  Verbin- 
Jung  {ur  Folge  haben  sollte.^) 

Allein  auch  dieses  Bündnis  währte  nur  so  lange,  als  es 
den  beiden  Herrschern  genehm  schien,  und  schon  im  fahre  1^06 
liatte  sich  die  Lage  durch  den  Tod  Philipps  von  Burgund,  durch 
die  Besitzergreifung  Kastiliens  seitens  Ferdinand  des  Katho- 
lischen —  Ludwigs  XII.  Bundesgenossen  —  uful  durch  die  Ver- 
bindung Venedigs  mit  Frankreich  so  geändert,  dass  Ludwig  XII. 
an  die  Einhaltung  der  Maximilian  gemachten  Zusagen  nicht 
dachte,  und  dieser  ernstlich  mit  der  Wiederaufnahme  der  Waf- 
fen gegen  den  treulosen  Verbündeten  rechnete.^)  Von  der  gröss- 
ten  Bedeutung  für  den  Ausgang  eines  solchen  Kampfes  musste 
die  Haltung  des  englischen  Königs  sein.  Volle  Sicherheit,  dass 
Heinrich  VII.  sich  \ur  Teilnahme  an  einem  gegen  Ludwig  XIL 
geführten  Kriege  entschliessen  werde,  besass  Maximilian  nicht. 
Wohl  war  in  den  Beziehungen  der  beiden  Herrscher  seit  der 
Gefangennahme  und  Hinrichtung  Warbecks  —  1499  —  ein 
Wechsel  ^um  besseren  eingetreten,  und  wenn  atuh  Maximilian 


*)  Gedruckt  u.  a.  bei  Dumont  L  c  IVjj  i6f.;flir  die  Lage  vgl.  Ulmann 
II.  107  ff.  und  die  dort  {itierte  Literatur. 
»)  VgL  Ulmann  L  c.  IL  i^i  ff. 
«)  Ebenda^  '7^  ff- 


H  Einleitung. 

einem  neuen  berechtigteren  Prätendenten,  dem  Grafen  Suffolk,^) 
Hilfe  versprach,  so  geschah  dies  in  zurückhaltenderer  Weise, 
Und  als  Philipp,  der  sich  im  Mai  1499  mit  England  ausgesöhnt 
hatte,  im  Jahre  i^oi  auf  Wunsch  des  englischen  Königs  eine 
Annäherung  desselheti  an  seinen  Vater  herbeizuführen  versuchte, 
fand  er  bei  diesem  keinen  prinzipiellen  Widerspruch,  Es  bedurfte 
freilich  langer  Verhandlungen,  bei  denen  das  tiefe  Mstrauen 
der  beiden  Herrscher  immer  wieder  j^m  Vorschein  kam,  bis 
am  19.  und  20.  Juni  1^02  die  Verträge  ju  Stande  kamen,  durch 
welche  die  Handelsbeziehungen  der  beiderseitigen  Untertanen  ge- 
regelt wurden  wid  Maximilian  Suffolk  preisgebend  sich  ver- 
pflichtete alle  Rebellen  aus  seinem  Lande  auszuweisen,  dieselben 
als  Kapitalverbrecher  z^i  bestrafen,  wogegen  Heinrich  ihm  eine 
grössere  Summe  f wr  Verfügung  stellte,  die  er  im  Hinblicke  auf 
den  Türkenkrieg  dringetid  benötigte,^)  Maximilian  erhielt  das 
Geld;  sein  Versprechen  erfüllte  er  aber  nur,  soweit  es  ihm 
zweckmässig  schien.  Trotzdem  blieben  die  Beziehungen  der  bei- 
den Herrscher  wenigstens  äusserlich  freundschaßliche.  Selbst 
die  handelspolitischen  Konflickte,  in  die  bald  darauf  der  Ver- 
mittler der  österreichisch-englischen  Vereinbarung,  Philipp  von 
Burgwid,  mit  Heinrich  VH  geriet,^)  hatten  keinen  wesentlichen 
Wechsel  in  der  Haltung  Maximilians  fwr  Folge,  vielmehr  sprach 
er  der  Beilegung  dieser  Differenzen  das  Wort  und  half  selbst 
nach  dem  Tode  seines  Sohnes  die  bereits  angebahnte  Einigung 
zwischen  den  Niederländern  und  Engländern  zu  Stande  bringen,^) 


>)  VgL  über  Suffolk  Busch  l.  c,  172  ff.  und  die  ^öq  \itierte  Literatur. 

*)  Vgl.  den  Abdruck  dieser  Verträge  im  Anhang  Nr.  7 — 10 ;  für  die  Be- 
ziehungen der  beiden  Fürsten  in  dieser  Zeit,  Busch  l.  c.  177  ff.  u.  372  f.  und 
Gairdner  Lettres  and  papers  ill.  of  the  reigns  of  Rieh.  IIL  and  H.  VII.  I.  1^7  ff. 
Busch  macht  p.  ^7^  darauf  aufmerksam,  dass  man  den  Vertrag  vom  k).  Juni 
fälschlich  fu.  a.  auch  Schan{  I.  28)  als  einen  Vertrag  Englands  und  Burgunds 
bezeichnet  habe,  während  in  der  Tat  die  Bevollmächtigten,  obgleich  Beamte  Philipps 
von  Burgund,  für  Maximilian  verhandelten.  Über  die  Beschwörungen  des  Ver- 
trages durch  Maximilian  12.  Febr.  i  ^oj  und  Heinrich  VII.  2.  April,  Busch  L  c. 

i8^funds7Sf' 

3)  Vgl.Lani  l  c.  82  f;  Schan^  /.  c.  L  28  und  da {u  Busch  l  c.  S7yff* 
*)  Vgl.  Lan\  /.  c.  87;  Busch  l.  c.  202  ff.  und  die  daselbst  20^  Anm. 
\itierte  Literatur,  Der  provisorische  Handelsvertrag  d.  d.  Brügge  5.  Juni  1507 
(Rymer  l.  c.  VI4  p.  2^7)  wurde  {war  von  Maximilian  I.  und  Karl  von  Spanien 
mit  England  gescJilossen ,  doch  glaubte  der  Herausgeber  von  der  Aufnahme  des- 
selben in  die  vorliegende  Publikation  Abstand  nehmen   {u  müssen,   weil  derselbe 


Ginleitung.  1 5 

Ein  weit  wirksameres  Lockmittel  bot  ihm  aber  bei  seinen 
Bemühungen  den  englischen  König  ^u  gewinnen,  der  Wunsch 
des  let:j[teren  sich  mit  Maximilians  Tochter  Margarethe,  seine 
Tochter  Marie  mit  Maximilians  Enkel  Karl,  dem  voraussicht- 
lichen Erben  der  gan^eßt  habsburgischen  und  spanischeti  Lände)-- 
masse,  ^u  vermählefi.^)  Schon  seit  langem  hatte  sich  Hein- 
rich VIL  um  das  leichtere  Projekt  bemüht,  aber  erst  seit  dem 
Jahre  1506,  nachdem  die  Konkurrefi:{  Frankreichs  beseitigt  war, 
wtichsen  die  englischen  Hoffnungen  und  Maximilian  selbst  war 
es,  der  in  diesem  Jahre  die  Ehe  Karls  wui  Marias  in  Vorschlag 
brachte,  f//  der  ihm  Philipp  geraten  habe.  Ja  auch  der  Ehe 
Margarethetis  mit  Heinrich  VII,  hat  Maximilian  —  freilich 
vergebens*)  —  aus  politischen  Grtmden  das  Wort  geredet.  Da- 
gegen wurden  Ende  i^oy  die  Verliandlungen  über  die  Verbin- 
dung der  Häuser  Habsburg  und  Tudor  abgeschlossen.  In  Calais 
wurden  am  21.  De^,  i^oy  die  Verträge  unterzeichnet,  durch 
welche  die  Ehe  Karls  mit  Maria  bestimmt  wurde  und  beide 
Fürsten  sich  ^ur  gemeifisamen  Verteidigung  des  beiderseitigen 
Besitzes  und  ^im  Schutze  gegefi  Rebellen  verpflichteten,^)    Für 


lediglich  die  niederländisch-englischen  Handelsbe{iehungen  betrifft,  eine  ErläU' 
terung  des  im  Jahre  1496  Februar  24  von  Philipp  von  Burgund  mit  Heinrich  VII. 
geschlossenen  Handelsvertrages  bietet,  und  weil  Maximilian  an  den  späteren  de- 
finitiven Abmachungen  :^ischen  Karl  und  den  Engländern  nicht  teilnahm. 

*)  Vgl.  für  diese  Frage  Busch  /.  c.  227  ff,  und  die  dort  ^4/,  \itierte 
Literatur. 

«)  Vgl,  Busch  l  c.  228. 

3)  Von  dem  Abdrucke  der  Dokumente,  die  sich  auf  die  Ehe  Karls  be{ieften 
—  neben  dem' Heiratsvertrage  d.  d.  Calais  i^oy  Dc\,  21,  kommen  noch  eine 
Reihe  von  Urkunden  des  Jahres  1^08  in  Betracht  (vgl.  Rymer  l,  c.  VI4,  2^()ff.; 
Dumont  l,  c,  IV\i  fjy  ff»)  —  musste  im  Hinblicke  auf  die  von  der  Kommission 
festgesetzte  Ausschliessung  der  habsburgisclien  Heiratsverträge  y  Abstand  ge- 
nommen werden.  Maximilian  erscheint  übrigens  in  dem  Vertrage  vom  21.  De- 
\ember  1 507  lediglich  als  „rex  Romanorum  et  avis  et  tutor  praefati  principis 
Hispanici'*  (id,  est  Caroli) ,  nicht  als  Herrscher  Österreichs;  in  der  Rati- 
fikationskunde  d,  d,  Brixen  1^08  Februar  22.  findet  sich  dann  im  Titel  Maxi- 
milians auch  der  Ausdruck  „archidux  Austriae.'*  Auch  in  dem  im  Anhange 
Nr.  II  abgedruckten  Freundschaftsvertrage  wird  Maximilian  in  den  einlei- 
tenden Worten  nur  als  Teilnehmer  in  seiner  Eigen^haft  als  tutor,  gu- 
bernator  et  administrator  corporis  et  bonorum  dicti  principis  Hispaniorum  an- 
geführt. Auch  beliehen  sich  die  ersten  12  Artikel  lediglich  auf  Heinrich  VII. 
und  Karl  von  Spanien,  Da  aber  im  iß,  Artikel  ausdrücklich  betont  wird,  dass 
die  Gesandten  diesen  Vertrag  auch  im  Namen  Maximilians  L  als  römischen 
König  abschliessen   und  in  seinem  Namen  die  Beobachtung  desselben  in   allen 


lg  Einleitung. 

Maximilian  war  der  Haupt^eck  dieser  Allianz  die  Freund- 
schaft und  Teilnahme  Englands  am  Kampfe  gegen  Spanien 
und  Frankreich. 

Das  fahr  1^08  ist  mit  Verhandlungen  ausgefüllt,  die  die- 
sem Ziele  dienen  sollten;  aber  nur  :{u  einem  grossen  Bunde  ge- 
gen Ferdinand  wollte  Heinrich  VII.  seine  Hand  bieten,  an  ein 
aggressives  Vorgehen  gegen  Frankreich,  das  Maximilian  mehr 
als  alles  andere  wünschte,  dachte  der  englische  König  jet\t 
ebensowenig  wie  in  früherer  Zeit.^)  Unter  diesen  Umständen 
konnte  Maximilian,  der  nicht  einmal  den  Venetianern  im  Felde 
Stand  \u  halten  vermochte,  auf  eitlen  erfolgreicheti  Kampf 
gegen  die  geeinigte  Macht  Ferdinands  und  Ludwigs  XIL  nicht 
hoffen.  So  entschloss  er  sich,  wie  vorfahren,  mit  kühner  Weti- 
düng  ins  Lager  seiner  bisherigen  Gegiur  überzutreten;  aus  dem 
Feinde  Frankreichs  und  Spaniens  wurde  durch  die  Abmachun- 
gen von  Cambray  —  Ende  des  fahr  es  i$o8^)  —  der  Verbündete 
dieser  Mächte  gegen  die  Venetiancr,  deren  grosser  Besit:^  jedem 
der  Alliierten  Hoffnung  auf  eine  entsprechende  Beute  bot.  In 
dem  Masse  aber,  als  die.  Aussicht  auf  eine  Einigung  mit  Frank- 
reich und  Spanien  wuchs,  nahm  das  Interesse  Maximilians  an 
der  Durchführung  seiner  mit  Heinrich  VII  geschlossenen  Ver- 
träge ab.  Er,  der  vordem  der  eifrigste  Förderer  der  Ehe  Hein- 
richs mit  Margarethe  gewesen  war,  stand  diesem  Plane  nun 
gleichgültig  gegenüber,  wollte  von  einer  persönlicJien  Zusammen- 
kunft mit  Heinrich  VII,  für  die  er  früher  eingetreten  war, 
nichts  hören  und  trat  nur  deshalb  für  die  definitive  Ordnung 
der  Heirat  Karls  und  Maria's  ein,^)  weil  er  erst  nach  dem 
Abschlüsse  derselben  auf  die  Aus\ahlung  der  ihm  \ugesagten 
Geldsumme  rechnen  konnte.^)  Es  ist  bezeichnend ^  dass  wenige 
Tage,  bevor  in  hmdan  die  feierliche  Zeremonie  der  Vermählung 


Punkten  versprechen,  Maximilian  I,  denselben  am  22.  Februar  i=io8  in  allrr 
Form  als  ^//  Recht  bestehend  anerkannte,  glaubte  der  Herausgeber  diesen  Ver- 
trag in  die  vorliegende  Publikation  aufnehmen  \u  sollen, 

V)   Vgl.  Ulmann  l.  c,  IL  ^08 f.;  Busch  l.  c.  2^0 ff, 

*)  Vgl,  den  Abdruck  u,  a.  bei  Dumont  l,  c.  IV/i  iioff,;für  die  Haltung 
Max,  Ulmann  //.  ^67  ff„  Busch  L  c.  2j2  ff, 

*)  Die  darauf  be\ugtiehmenden  Dokumente  vom  11,  Okt,  i'yoS,  die  in 
diesem  Zusammenhange  nicht  abgedruckt  werden  können,  sind  tt.  a.  gedruckt  bei 
Rymer  l,  c.  VI4  55p  jf. 

*)  Vgh  Busch  l,  c,  2^4f,  und  die  7<95  gitterte  Literatur, 


Anleitung.  t>^ 

Karls  mit  Maria  vorgefwmmen  wurde, ^)  Maximilian  als  Ver- 
bündeter Frankreicfis  die  Ligiie  von  Cambray  unter^eichfiete.^) 
Allerdings  erfüllte  sich  die  Hoffnung  des  ehrgeizigen  Kaisers, 
grosse  Erfolge  an  der  Seite  des  französischen  Königs  ju  errin- 
gen, diesmal  ebetisowenig  wie  bei  frülieren  Gelegenheiten,  Lud- 
wig XIL  wüfischte  von  Maximilian  unterstützt  f //  werden,  wollte 
aber  dessen  Macht  nicht  mehren;  er  verstand  es  einen  Ausgleich 
des  Kaisers  mit  Venedig  :f«  hintertreiben  uful  die  Truppen  des 
ersteren  für  die  Durchführung  seiner  Pläne  z^i  verwepiden,  ohne 
ihm  den  erfwfften  Ländergewinn  \u  gestatten.  Vergebens  be- 
mühte sich  Maximilian  für  das  fahr  i^io  ein  gemeinsames 
Vorgehen  der  Verbündeten  gegen  die  Venetianer  f«  Stande  f« 
bringen;  Papst  fulius  IL,  dem  das  Übergewicht  des  fraw(ösi- 
scheti  Herrschers  auf  der  apenninischen  Halbinsel  unangenehm 
wurde,  lockerte  sticht  nur  seine  Verbindung  mit  den  Alliierten 
von  Cambray,  sondern  suchte  Maximilian  f«  eimm  gegen 
Frankreich  gerichteten  Bündnisse  ^i  bewegen.  Allein  Maxi-- 
milian  hielt,  obgleich  es  Ferdinand  der  Katholische  und  Hein- 
rich VIII,,  der  das  von  seinem  Vater  am  20,  funi  i$02  mit 
Maximilian  I,  geschlossene  ewige  Bündnis  am  20,  August  1^09 
erneuert  hatte, ^)  an  Bemühungen  nicht  fehlen  Hessen  in  glei^ 
chem  Simw  ^u  wirken,  durch  weitgeliende  Anerbietungen  Lud- 
wigs XII,  getäuscht,  an  Frankreich  fest  und  trachtete,  nach- 
dem er  durch  den  neium  Vertrag  von  Blois  —  Nov,  i$io  — *) 
seine  Beziehungen  ju  Frankreich  noch  inniger  gestaltet  hatte, 
auf  dem  Kongresse  ^u  Mantua  —  75/ j  —  die  alte  Liga  gegen 
Venedig  wieder  lebendig  {u  machen. 

Sein  Streben  blieb  erfolglos;  dagegen  gelang  es  fulius  IL 
—  Okt,  i^ii  —  die  „heilige  Liga''  mit  Ferdinand  dem  Katho- 
lischen und  den  Venetiamrn  \u  Stande  ^u  bringen,   der  bald 


^)  17.  De:{,  1,508;  das  ,^nstrumenf^  darüber  ist  //.  */.  abgedruckt  hei  Du- 
tnont  1.  c.  IV li  119  f>;  Rymer  l,  c,  VI4  265  f. 

*)  Abgedruckt  u,  a,  Dumont  l.  c,  IVIi  109 f,;  das  Or»  der  BeschxDörung 
des  Vertrages  durch  Maximilian  vom  26.  De^  im  St-A, 

•)  Abdruck  im  Anhange  Nr.  12;  vgl,  Brewer  /.  c,  L  ^8  N.  4^2 ;  für  die 
Politik  Heinrich  VIII.  in  dieser  Zeit  Brexoer  l.  c.  Einleitung  XXXII  ff.  und  Akten 
Nr.  1676.  1682  u.  a.  m,;  Brosch  l,  c,  VI.  ^8ff.  und  Pauli,  Anfänge  Hein- 
rich VIII.  l.  c.  147  ff. 

*)  Abdruck  u.  a,  bei  Dumont  /.  r.  /V//  1^2;  Inhaltsangabe  bei  Bergenroth 
Cal.  L  c.  II.  112  ff.  Vgl.  Ulmann  l.  c,  II.  41g  und  die  dort  \itierte  Literatur, 
Österreiehisch-englische  Staatsrerträge.  Bd.  I.  2 


l8  Einleitung. 

darauf  auch  Heinrich  VIII.  von  England  beitrat.  Auch  Maxi- 
milian war  der  Eintritt  offen  gelassen  worden,  allein  er  ^ögerte, 
obgleich  der  Feldyig  des  Jahres  i$ii  und  Ludwigs  XIL  Ver- 
halten ihm  wenig  Zweifel  darüber  Hessen,  dass  er  an  der  Seite 
Frankreichs  die  erwünschte  Gebietserweiterung  nicht  erreichen 
werde,  ^u  den  Gegnern  seines  jetzigen  Verbündeten  über- 
\utreten,  da  er  sich  den  neuerlichen  Weclisel  möglichst  teuer 
befahlen  lassen  wollte.  Erst  die  weitgehenden  Zugeständnisse, 
Tju  denen  sich  Julius  IL  im  Verlaufe  der  Unterhandlungen  ent- 
schloss,  namentlich  sein  Versprechen  des  Kaisers  Forderungeji 
an  Vettedig  durchzusetzen,  vermochten  Maximilian  I  gegen 
Ende  des  Jahres  1^12  mit  dem  Papste  einen  Vertrag  ab^u- 
schliessen,^)  der  freilich  durch  seine  Venedig  schädigenden  Be- 
stimmungen den  Abfall  dieser  Macht  und  die  Verbindung  der- 
selben mit  Ludwig  XIL  f//r  Folge  hatte. 

Dafür  gelang  es  Maximilian  die  von  seiner  Tochter  Mar- 
garethe  mit  Heinrich  VIII  von  England  seit  langem  gepflogenen 
Verhandlungen  f//  einem  gedeihlichen  Ende  z^t  fuhren.  Das  am 
5.  April  i$ij  f//  Mecheln  abgeschlossene  Bündnis  J^ührte  die 
beiden  Mächte,  die  sich  im  Laufe  der  let^tvei-gangenen  Jahr- 
zehnte gegen  Frankreich  verbündet  hatten,  wieder  in  dem  Be- 
streben zusammen,  alle  Gebiete,  die  einst  den  Herzogen  von  Bur- 
gimd  oder  den  Königen  von  Enghmd  gehört  hatten  utid  sich 
jet\t  im  fr anzösi seilen  Besitze  befmulen,  für  die  rechtmässigen 
Herren  wieder  z^  gewinnen.^) 

Maximilian  verpflichtete  sich,  den  für  den  Sommer  r^ij 
festgesetzten  Feldzug  persönlich  mitzumachen ,  auch  Truppen 
und  Kriegsbedarf  f«  liefern,  wofür  ihm  Heinrich  VHI  eine 
grössere  Subsidie  z^^hlen  sollte.^)  Man  dachte  an  die  Mitwirkung 


«)  Vgl.  Brosch  L  c,  VI,  42  \  lan^  l  c.  121  ff. 

«)  Vgl,  Ulmann  L  c,  IL  460,  Brosch  l.  r.  V.  46. 

3)  Abdruck  des  Vertrages  im  Anhang  Nr,  i^;  ßir  die  Beziehungen  Hein- 
rieh  VIII.  ^  Maximilian  vgl.  Brewer  l.  c.  XLII ff,;  Ulmann  l,  c.  II.  460  f.  Der 
Waffenstillstandsvertrag  vom  /.,  resp,  6,  April  i^iy  konnte  in  diese  Publikation 
nicht  aufgenommen  werden,  da  England  und  Österreich  in  demselbtm  nicht  als 
Vertragsgegner  auftreten,  derselbe  vielmehr  von  den  Gesandten  Ferdinand  des 
Katholischen  und  Ludmgs  XII, ,  von  den  ersteren  auch  im  Namen  Maximilians  I. 
und  Heinrichs  VII I,^  wn  den  letzteren  auch  im  Namen  Jakobs  IV.  von  Schottland 
und  Karls  von  Geldern  geschlossen  wurde.  Vgl,  Ulmann  /.  c.  I  461  u.  Anm,  und 
Pauli,  An/.  H,  VIH.  l.  c.  271. 


Einleitung.  1  <^ 

Ferdinand  des  Katholischen  und  des  Papstes,  und  wollte  alle 
Verbündeten  verpflichten^  nur  hei  allgyneiner  Zustimmung  den 
Frieden  mit  Frankreich  \u  schliessenS) 

Allein  auch  diesmal  gelang  es  nicht,  die  durch  so  ver- 
schiedenartige Interessen  bestimmten  Fürsten  zusammenzuhalten  ; 
d^is  geplante  grosse  Bündnis,  das  alle  Feitide  Frankreichs  um- 
fassen sollte,  kam  nicht  f  w  Stande,  ja  Ferdinand  von  Spanien, 
(Eifersüchtig  auf  seine    Verbündeten ,   schloss  elften  einjährigen 
Waffeptstillstand  mit  Ludwig  XII.,^)  so  dass  die  Hauptlast  des 
Krieges   auf  den  Schultern   Heinrichs  VIH.  und  Maximilians 
ru/ite,    Sie  führtest  denselben  nicht  oh^w  Erfolg.     Unter  Maxi- 
milians Führung  siegten  die  Engländer  bei  Guiftegate  —  Au- 
gust i^ij  —  über  die  Franzosen  und  auch  im  Kampfe  gegen 
die  Vnietiatwr  erwiesen  sich  die  verbündeten    Truppen  als  die 
überlegenen.     Doch  verstand  es  Ludwig  XII.  durch  eine  ge- 
schickte wenn  auch  treulose  Politik  die  Alliierten  um  die  Früchte 
ihrer  Siege  ^u  bringen.  Die  in  Frankreich  eingefallenen  Schwei- 
zer \ogen,  nachdem  der  französische  König  mit  ihnen  einen  für 
sie  vorteilhaften  Frieden  abgeschlossen  hatte  —  dessen  Bedin- 
gungen er  später  nicht  einhielt  —  aus  Frankreich  ab  und  auch 
das  englische  Heer  kehrte  ohne  die  entsprechenden  Resultate  er- 
hielt {u  haben,  in  seine  Heimat  ^irück.    Immerhin  waren  die 
Erfolge  der  Verbwtdeten  gross  genug  gewesen,  sie  für  einefi 
erneuten  Kampf  im  folgenden  faJire  gütistig  ^u  stimmen,  {u- 
mal  der  entscheidende  Sieg  der  Engländer  über  die  Schotten  bei 
Flodden  —  9.  Sept.  i^ij  —  bei  Maxim  Jian  die  berechtigte  Hoff- 
nung erweckte,  dass  Heinrich  VIII.  mit  seitier  ganzen  Kraft 
an  dem  Feld:^ige  des  folgenden  fahres  teilnehmen  werde.  Auch 
\eigte  Ferdinand   der  Katholische  Neigung    nach  Ablauf  des 
Waffenstillstandes  mit  Frankreich  an   der  Aktion  gegen  das- 
selbe teil:pmehmen.  Unter  diesen  Umständen  gelang  es  unschwer 
eine  neue  Einigung  ^uoischeti  dem  Kaiser,  Spanien  und  England 


*)  Am  4.  SepU  1^1^  d.  d.  Aire  stellte  Maximilian  eine  Bestätigung  Über 
den  Empfang  von  1 00000  Goldkronen  aus,  die  er  in  Gemässheit  des  am  5.  April 
ißj^  mit  Heinrich  VIII.  geschlossenen  Vertrages  erhalten  habe,  fOr,  R.  OJ  Vgl, 
Brewcr  l,  c  I,  p.  666  Nr,  44)^* 

')  ^S^*  f^^  ^'^  Situation  Ulmann  l,  c,  IL  462 ;  die  Ratifikation  des  V>r- 
trages  von  Mecheln  \og  sich  durch  das  Verhalten  Ferdinands  von  Spanien  hin- 
aus; vgl,  Le  Glay  Corr,  de  l*  emp,  Max  I.  et  de  Marg,  d'Autriche  ifyoy — /57p 
//.  141,  i6j ;  Brewer  l.  c,  ^72  ff.,  ^78,  617  ff.,  621  f,  u,  a.  m* 


20  tiÜnleitunf^. 

pi  Stande  ^u  bringai.  In  den  ^u  Lille  am  i6.  u,  ly.  Okt  i^ij  ge- 
schlossenen Verträgen^)  verpflichteten  sich  die  Alliirten  im  Sommer 
1514  den  Kampf  gegen  Frankreich  von  ^  Seiten  her  wieder  auj- 
\ufiehmen.  Dem  Kaiser  wurde  \ur  Aufstellung  eines  Heeres 
von  10.000  Mann  an  der  Nordgren\e  Frankreichs  von  England 
eine  Subsidie  vofi  200.000  Goldgulden  zugesagt,  während  Fer- 
dinand voft  Spanien  ^ur  Eroberung  Guyenne's  für  Englatid  mit- 
wirken sollte.  Es  wurde  feiiier  festgesetzt,  dass  die  seit  langem 
in  Aussicht  genommene  Heirat  des  kaiserlichen  Enkels  und  Er- 
ben Karls  mit  Maria,  des  englischen  Königs  Schwester,  im  Mai 
i$i4  stattfinden  und  dieser  für  den  Fall  des  kinderlosen  Todes 
Heinrichs  VHI.  das  Erbrecht  in  England  vom  Parlametite  ge- 
sichert werden  sollte.'^)  Fester  als  je  schien  das  Band,  das  die 
Gegner  Frankreiclis  umschloss.  Allein  serieller  als  je  löste 
es  sich. 

Ferdinand  der  Katliolische  war  durchaus  nicht  gewillt,  die 
Macht  Maximilians  in's  masslose  anwachsen  \u  lassen.  Er  wollte 
das  Gleichgewicht  ^ucisclien  Frankreich  und  dem  Hause  Habs- 
burg herstellen,  nicht  Maximilian  einen  auch  für  Spanien  ge- 
fährlichen Einfluss  auf  den  Gang  der  europäiscJien  Politik  ge- 
statten. Daher  wendete  er  sich  auch  diesmal,  wie  im  Vorjahre, 
bald  nach  dem  Abschlüsse  des  erwähnten  Vertrages  an  Lud- 
wig XII.,  der  die  Idee,  das  gegen  ihn  geschlossene  Bündnis  ^u 
^erreissen,  mit  Freuden  aufgrifft)  und  Maximilian  folgte 
dem  Spanier,  indem  er,  geblendet  durch  das  Versprechen  Lud- 
wigs XII.  Maximilians  Enkelin  Eleonora  :f«  Jwiraten  und  auf 
den  Einfluss  Ferdinands  und  Leo's  X.  auf  Heinrich  VHI  bauend, 
einen  einjährigen  Waffenstillstand  mit  Frankreich  schloss  und 
sich  verpflichtete,  seilten  englisclien  Verbündeten  \ur  Anerkennung 
dieses  Vertrages  ju  bestimmen."^)  Wie  so  oft  täuschte  sich  Maxi- 
milian auch  diesmal  in  seinen  Berechnungen.  Heinrich  VIII, 
den  seines  Verbündeten  Treulosigkeit  unentschuldbar  dünkte, 
entschloss  sich  rasch  ^ur  Aussöhnung  mit  Frankreich.    Bereits 


*)  Abdruck  im  Anhang  Nr.  14  und  i^;  vgl.  Uhnann  L  c.  II,  48^,  Brosch 
/.  c.  VI,  6^  und  Bergenroth  /.  c*  IL  162  ff.,  Brewer  /.  c.  LVI.,  Pauli  Anfänge 
H.  VIII.  /.  c.  212  ff. 

2)  Vgl  Pauli  Anfänge  H,  VIII.  /.  c.  214. 

3)  Vgl.  für  diese  Dinge  Ulmann  l.  c.  II.  484  f. ,  nach  Bergenroth  CaU 
*)  VgU  ülmann  /.  c.  IL  492  ff.,   die  Akten  bei  Brewer  L  c.  I  Nr.  49^2, 

ßo^'f,  ^126  u,  a.  ni. 


Einleitung.  2  j 

im  August  des  Jahres  1514  wurde  der  Vertrag  unterzeichnet, 
durch  den  sich  Ludwig  XIL,  der  erst  vor  kurzem  Maximilian 
versprochen  hatte  dessen  Enkelin  \u  heiraten^  \ur  Ehe  mit  Maria, 
König  Heinrichs  VIIL  Schwester,  bereit  erklärte,  deren  Heirat 
mit  Karl  alten  und  öfters  erneuerten  Abmachungen  ^ifolge  be- 
reits im  Mai  1^14  hätte  vol^ogen  werden  sollen,^)  Im  übrigen 
garantierten  sich  die  beiden  Fürsten  genau,  wie  es  Heinrich  und 
Maximilian  früher  getan,  nicht  nur  ihren  gegenwärtigen  Besitj, 
sondern  auch  die  Unterstützung  bei  der  Eroberung  jener  Ge- 
biete, die  ihnen  rechtmässig  gehörten^) 

Man  begreift,  wettn  man  diesen  ewigen  Wechsel  der  AU 
Iian:{en  verfolgt,  wenn  man  so  rasch  Freunde  ^u  Feinden,  Ver- 
bündele  ^i  Gegnern  werden  sieht,  dass  die  Vertragschliessenden 
selbst  die  übernommenen  Verpflichtungen  nicht  sehr  strenge  ein- 
hielten. Man  wundert  sich  daher  auch  nicht,  im  Jahre  i$i$ 
Jen  Papst  einen  Wechsel  vollp'ehen  ^u  sehen,  der  ihn  ^m 
Freunde  des  einst  so  sehr  befehdeten  Frankreichs  macht,  und 
erstaunt  auch  nicht,  dass  anderseits  Heinrich  VHL  von  Eng- 
land, verletzt  durch  die  Umtriebe  Frankreichs  in  Schottland, 
sich  von  Fran^  L  trennt,  mit  Ferdinand  dem  Katholischen  ein 
Bündnis  {u  gemeinsamem  Kampfe  in  Italien  schliesst,  und  sich 
nicht  abgeneigt  ^eigt  mit  Maximilian  in  ein  freundschaftliches 
Verhältnis  pi  treten.^)  Zu  dem  von  Maximilian  aufrichtig  ge- 
wünschten Offensivbündnisse  ist  es  damals  allerdings  nicht  ge- 
kommen ;*)  auch  wahrte  der  englische  König  seine  freundschaft- 
lichen Beziehungen  pi  den  mit  Fran^  1.  verbündeten  Venetianem, 
während  es  in  des  Kaisers  Interesse  gelegen  gewesen  wäre,  die 
vereinigten  Kräfte  auch  gegen  Venedig  ^i  verwenden. 

Aber  einem  gemeinsamen  Ziele  galten  doch  die  ersten 
Kriegsleistungen  des  Feld\uges  1^16.  Freilich  trat  bald  genug 
eine  Trübung  der  freundschaftlichen  Be^iehupigen  ein;  Maxi- 


')  V^L  Brosch  l.  c.  VI,  6'i  und  die  Akten  bei  Brewer  L  e.  L  />.  819,  a.  a,  O,, 
der  offiiieUe  Verzicht  auf  die  Heirat  Maria' s  mit  Karl  erfolgte  am  ^o,  Juli, 

*)  Der  Vertrag  vom  7.  Aug,  j^i^  ist  abgedruckt  u,  a,  bei  Dumont  l,  c, 
IV ji  18^ ff,;  vgl,  Brewer  l,  c,  I,  p,8^4;  Brosch  l,  c,  VI,  66  und  die  dort  filierte 
Literatur, 

»)  Vgl,  für  die  Situation  Brosch  l,  c,  VI  8^ ff,;  Breuer  l,  c,  II  LVff.; 
Ulmann  l,  c,  II,  6jj8  ff,  und  die  dort  \itierte  Literatur, 

*)  Vgl,  Brewer  L  c,  II,  LXXIII  ff.  und  Acten,  Ulmann  l,  c,  IL  666, 
Anm,  I  und  Pauli,  Anfänge  H,  VIIL  L  c,  26^  ff. 


22  Einleitung. 

milian  betonte,  dass  Heinrich  VIII.  seine  Verpßichtungeft  Glicht 
entsprechend  erfülle  ^  während  dieser  dem  Kaiser  egoistiscJie 
Haltung  vorwarf.  Schon  im  Juni  i$i6  entzog  er  Maximilian 
die  bis  dahin  gewährten  Subsidien,  erklärte  auf  die  Klagen  des 
Kaisers,  er  wolle  seine  Politik  in  Zukunft  auf  eifu^  allgemeine 
Liga  gründen,  und  weigerte  sich  vor  Abschluss  derselben  Ma- 
ximilian fw  unterstützen,  0  Der  Zorn  des  Kaisers  war  masslos. 
Am  liebsten  hätte  er,  wie  einst  Heinrich  VH.  gegenüber,  den 
sofortigen  Bruch  mit  Englands  jetzigem  Herrscher  vollzogen. 
Allein  die  Verhältnisse  nötigten  \ur  Vorsicht,  und  der  Vertrag 
von  Noyon,  den  sein  Enkel  Karl  im  August  i$i6  mit  Fran^  I. 
abschloss,^)  sowie  die  Verhandlungen,  die  bald  darauf  seitens 
der  in  diesem  Vertrage  geeinigten  Mächte  mit  dem  Kaiser  ge- 
führt wurden,  bewiesen  diesem,  wie  wenig  er  sich  auf  den  von 
seinen  niederländischen  Räten  einseitig  beeinflussten  Enkel  ver- 
lassen konnte.  So  führte  der  Wunsch  nach  materieller  Unter- 
stützung und  die  Überzeugung,  eine  solche  doch  am  ehesten 
von  dem  englischen  Herrscher  erhalten  f«  können,  den  Kaiser 
trotz  seiner  offenen  Klagen  über  Englands  Verhalten  Ende 
Oktober  i^i6  ;fw  einer  neuen  Vereinbarung  mit  Heinrich  VHL, 
der  auch  Papst  LeoX.  sich  anschloss.^)  An  eine  Dauer  dieser  Ver- 
bindung glaubte  Maximilian  nicht;  er  hatte  vielmehr  während 
der  Zeit,  da  die  letzten  Verhandlungen  über  den  Abschluss  die- 
ser Defensivliga  geführt  wurden,  auch  in  die  Besprechungen 
eingegriffen,  die  fi^^/^cÄ^/^  Franz  ^'^^  Karl  in  seinem  Interesse 
gepflogen  wurden  und  schloss  z^  Beginn  des  De^.  i^i6  durch 
Vermittelung  Karls  ^w  Brüssel  seinen  Frieden  mit  Frankreich;^) 
was  ihn  freilich  nicht  abhielt,  die  demselben  widersprechefide 
Defensivliga  mit  England  {w  ratifizieren.^) 


*)  ^gh  Ulmann  L  c.  II  68^  ff.  und  Pauli  Diplomatu;  im  Jahre  fiöi 
in  Sybcis  Hist.  Zeitschr,  XIV  269  ff.;  Busch,  Engl.  Vermiülungspol.  p.  6  f. 
und  die  eingehenden  Mitteilungen  bei  Brewcr  l.  c.  II.  XCff.  und  Akten. 

*)  Abdruck  u.  a.  Dumont  /.  c.  IV/i  224 ;  vgl.  Baumgarten,  Gesch.  Karl  V. 

«)  Vgl.  den  Abdruck  im  Anhang  16  und  ly ;  für  die  Situation  vgl.  Ul- 
mann  /.  c.  II  68 2 ff. ;  Brosch  L  c.  VI.  90 ff.  und  die  dort  zitierte  Literatur. 

*)  y^^'  Ulmann  l.  c.  686 f.  und  Anm. 

*)  Das  geschah  am  8.  De\.  J^j6;  Breuer  l.  c.  II  Nr.  2647 ;  Karl  rati- 
ii\ierte  erst  im  Mai  J$jy;  Ulmann  l.  c.  IL  68^  Anm.  ^. 


Einleitung.  2^ 

Allein  ^u  eitlem  gemeinsamen  Kampfe  Maximilians  und 
Heinrich  VIIL  gegen  Frankreich  kam  es  nicht.  Das  Jahr  i^ij 
brachte  vielmehr  die  Annäherung  des  deutschen  Kaisers  an 
Frankreich,  das  Jahr  ißi8  die  durch  Leo  X.  bewirkte  Aus- 
söhnung Englafids  mit  Frankreich  und  das  Bündnis  dieser  bei- 
den Mächte  mit  dem  Papste,^)  Maximilian  wurde  ^ar  in  die- 
sem Vertrage,  der  ein  gemeifisames  Vorgehen  der  christlichen 
Fürsten  gegen  die  Ungläubigen  ^um  Zwecke  hatte,  als  einer 
der  mitbeteiligten  und  sein  Beitritt  f  w  demselben  als  sicher  be- 
zeichnet; doch  lehnte  er,  trot^  mannigfacher  Beeinflussung  von 
burguftdischer  Seite,  eine  Zustimmungserklärung  ab,  da  er  im 
Hinblicke  auf  die  ewigen  BeTiiehungen  der  übrigen  Verbildeten 
auf  eine  erfolgreiche  Vertretung  seiner  besonderen  Interessen 
nicht  rechnen  \u  können  glaubtet)  Sein  Enkel  Karl  ist  diesem 
Bündnisse  vom  2.  Okt.  isiS  am  p.  fan.  i^ig  beigetreten.^) 


>)  Vgl.  für  die  Situation  Ulmann  l.  c.  Il4g2ff.;  Brewer,  Reign  ofH.  VIIL 
I  148  ff.  und  Akten  im  Cal.  0/  State  papers  II  2 ;  Lan{  l.  c.  iS8ff. ;  Busch, 
^  Jahre  engl.   Vermittlungspol.  2^  f. 

«)  Vgl.  Ulmann  l.  c.  II  6q^ ;  Lan^  l.  r.  208  f. ;  Busch,  Engl.  Vermitt- 
lungspol.  p.  2^  f. 

«)  Der  Vertrag  vom  2.  Okt.  ist  abgedruckt  u.  a.  bei  Dumont  l.  c.  IVji, 
p.  266 ff.;  Rymer  L  c.  VII i,  147 ff'  mit  der  Beitrittserklärung  Karls  V.  In 
diese  Publikation  konnte  der  Vertrag  nicht  aufgtmommen  werden,  da  Maximilian 
weder  beim  Abs  hlusse  desselben  vertreten  war,  noch  demselben  beigetreten  ist. 
Es  heisst  {war  in  der  Einleitung  \um  Vertrage ,  dass  man  beschlossen  habe, 
gegen  die  Türktfi  ein  Defensivbündnis  ^wischen  dem  Papst,  dem  Kaiser  und  den 
Königen  von  England,  Frankreich  und  Spanien  \u  sshliessen  und  in  dem  wei- 
teren Verlaufe  wird  vom  Kaiser  wiederholt  als  von  einem  Mitgliede  der  Liga 
gesprochen,  doch  erscheinen  als  Vertrag schliessende  vptn  2.  Okt.  blos  die  Herr- 
scJwr  von  Frankreich  und  England,  während  dem  Kaiser  Maximilian  gleich  den 
anderen  Fürsten  eine  vier  monatliche  Frist  \um  Beitritte  gewährt  wurde,  die  er 
aber  uiü>enüt:{t  verstreiclien  Hess.  Der  auf  diesen  Beitritt  bezugnehmende  Passus 
des  Vertrages  vom  2.  Okt.  iß  18  lautet: 

Et  si  quis  alius  pro  princtpaliter  contrahente  in  ßraesenti  tractatu  nomi- 
natus  manJatum  sufficiens  ad  principaliter  contraliendum  in  conclusione  prae- 
Sintis  tractatu s  in  regno  Angliae  non  habucrit,  tunc  infra  quatuor  metises  post 
notificationem  huiusmodi  tractatt4s  sibi  factam  proxime  et  immediate  sequentes 
teneatur  per  literas  suas  patentes  magno  suo  sigillo  sigillatas  et  manu  sua 
subscriptas  praesentis  tractatus  ac  omnium  et  singulorum  articulorum  in  codem 
contentorum  qu.itenus   ipsum   concernunt  ratificatorias  et  confirmatorias  ac  per 


2^  Einleitung. 

Beilagen. 


1. 

Bündnis  ^wischen  den  Herzogen  Albrecht  IL  und  Otto  von 
Österreich  und  Eduard  IlL  von  England  d,  d,  Antwerpen  /jr?p 
Februar  i6,  (Or,  R  O.  Fat  Roll.) 

Druck :  Rymer,  foedera,  conventiones  etc.  Ed.  IIL  Pars  Ulla  42. 

Rex  Omnibus  ad  quos  etc.  salutem.  Vestre  volumus  pa- 
tere  noticie,  quod  cum  illustres,  Albertus  et  Otto,  duces  Austrie, 
Stirie^)  et  Karinthie  quasdam  ligas  et  pacta  de  prestando  inter 
nos  auxilio  mutuo  nobiscum  inierint  et  firmiter  ac  fideliter  pro- 
miserint  se  nobis  pro  nostris  necessitatibus  quandocumque  ipsos 
nostris  certis  legacionibus  et  litteris  habuerimus  requisitos  con- 
tra nostros  adversarios  quoslibet  —  Romano  imperio  dumtaxat 
excepto  —  ducentos  viros  galeatos  in  civitatem  Franchenfurtie 
juxta  Renum  suis  sub  expensis  in  nostrum  auxilium  transmis- 
suros  eosque  ibi  in  nostris  manibus  assignandos  ac  abinde  nos- 
tris expensis  et  pro  nostris  usibus  traducendos  et  in  ipsorum 
reditu  ad  dictum  locum  Franchenfurtie  sub  securo  transitu  re- 
ducendos,  nos  viceversa  prefatis  ducibus  promittimus  firmiter 
et  spondemus,  ut  quandocumque  pro  suis  necessitatibus  nos  suis 
certis  legacionibus  et  litteris  duxerint  requirendos  contra  suos 
adversarios  quoslibet  ducentos  viros  galeatos  in  civitatem  Fran- 
chenfurtie antedictam  expensis  nostris  transmittere  tenebimur 
et  ipsos  ibidem  dictorum  ducum  manibus  assignare,  quos  abinde 


oratorem  vel  oratorrs  sufficientctti  ad  hoc  iiutoritatem  habeiitem  vcl  hiibentrs, 
tradtfidjs  et  liberandas,  quibiis  sr  ad  obscn\infi\im  dicti  tractattts  etiam  jiira- 
mento  corporali  super  hoc  praestaiido  se  obligabit  et  astringet,  requirere  et  rogare 
dictos  Angliae  et  Francorum  reges  et  eontni  utrumque  principaliter  contraheilte s, 
quod  pro  principali^er  contra hente  rccipiatur  et  acceptetur  gaudeatque  in  tarn 
amplis  modo  et  forma  bencjuio  praescntis  tractatus,  ac  si  in  conclusionc  dicti 
foederis  mandatum  ex  parte  ejus  adfuisset ;  alioquin  si  iiitra  dictos  quatuor 
tnenses  id  ut  praemittitur  non  fecerit ,  tantummodo  pro  cowprehenso  et  nan 
principaliter  contra  hente  per  caeteros  omnes  confoederatos  principaliter  contra- 
hentes  rato  manente  inter  eosdeni  praesentis  tractatus  contractu  habeatur  et  re- 
putetur,  non  obstante  quod  pro  principaliter  contrahente  superius  fuerit  no- 
minatus. 

*)  Nachgetragen, 


Einleitung.  2^ 

pro  suis  usibus  suis  traducent  expensis  et  ipsos  ad  propria  re- 
versuros  usque  ad  dictam  civitatem  de  Franchenfurtia  sab  ex- 
pensis ducalibus  et  securo  conductu  reducent 

Intervenit  eciam  inter  nos  et  dictos  duces  paccio  specialis, 
quam   quatenus  ad  nos   attinet  plene  promittimus  observare: 
Ut  videlicet  pro  lite  presenti,  quam  contra  dominum  Phi- 
lippum  de  Valesio  —  pro  rege  Francie  se  gereutem  —  pre  ma- 
nibus  habere  dinoscimur,  dicti  duces  loco  ducentorum  galeato- 
rum,   quos  nobis  pro  dicta  lite  deberent  traducere,  possint  si 
id  eis  conveniencius  apparebit   terram  et  gentem  illustris  ducis 
Burgundie  decenti  comitiva  invadere  ipsamque  terram  valide  et 
hostiliter  occupare,  de  quo  habemus  esse  contenti  et  dictos  du- 
ces Austrie  de  dictis  ducenti^  galeatis  pro  ista  vice  penitus  sup- 
portare;   et  quod  nos  cum  prefato  domino  Philippo  ac  duce 
Burgundie  nuUam  composicionem  seu  concordie  unionem  sine 
dictis  ducibus  nee  ipsi  sine  nobis  iniemus  nee  inient  nee  reci- 
piemus  nee  reeipient,  nisi  nobis  et  ipsis  utrimque  in  dictis  com- 
posicione  et  coneordia  interclusis.  In  cuius  rei  testimonium  has 
litteras  nostras  sigillo  nostro  feeimus  consignari. 
Dat  apud  Andewerp.  XVI.  die  Februarii. 


2. 

Bündnis   fischen  Maximilian  L,  Philipp  von  Burgund  und 
Heinrich    VIL  d,  d.  Dortrecht  1489  Febr,  14  (Or,  R.  O,) ») 

Drttcke:  Rymer  l.  c.  V/j  igS ;  Dumont  Ul\2  191  f^;  Jean  MoUnet,  Chro- 
niqucs  manus  rites,  T,  II  p.  108*), 

Maximilianus  divina  favente  clemencia  Romanorum  rex 
semper  augustus  et  Philippus  eadem  clemencia  archiduces  Au- 
stri  \  duces  Burgundie,  Lotaringie,  Brabancie,  Limburgii,  Luxem- 
burgii  et  Ghelrie,  comites  Flandrie,  Tyrolis,  Arthesii,  Burgundie, 
palatini  Hanonie,  Hollandie,  Zelandie,  Namureii  et  Zutphanie 
sacrique  imperii  marchiones  ac  domini  Frizie,  Salinarum  et  Me- 
chelinie,  omnibus  ad  quos  presentes  litere  pervenerint  salutem. 


')  Im  St'A.  liegen  2  Exemplare  von  alten  Abschriften  der  Ausfertigufig 
Heinrich  VIL  d.  d.  Westtninster  XII  dir  Deccmbris  1488. 

*)  Die  Drucke  hei  Dumont  und  Molinet  sind  in  fran\ösischer  Sprache  und 
weichen  in  etwas  von  dem  hier  abgedruckten  autentischen  Texte  ab. 


^6  Einleitung. 

Quoniam  execrabiles  bellorum  calamitates  omnium  huma- 
narum  legum  exercicia  subvertunt,  ipsum  deum  ad  ulcionem 
provocant,  quibus  tarnen  horrendum  dictu  est  singule  pene 
christiani  nominis  provincie  sese  crudeliter  lacerant  singulique 
principes  sibi  invicem  dominandi  libidine  reluctantes  altema 
cede  confodiunt,  adeo  ut  nunc  omnia  christiani  nominis  imperia 
prope  in  desolacionem  venerint,  nos  igitur  nobiscum  revol- 
ventes  quantam  utilitatem  vera  pax  mutuaque  regnorum  ac 
principum  concordia  eisdem  sit  allatura  quantumque  fraterna 
dilectio  ipsi  deo  sit  accepta  ad  universitatis  vestre  noticiam  de- 
duci  volumus  per  presentes,  quod  inter  nos  et  serenissimum 
principem  Henricum  Anglie  regem  quedam  amiciciarum  et  con- 
federacionum  capitula  sunt  per  nos  nominibusque  nostris  trac- 
tata,  concordata,  conventa,  determinata  et  conclusa  sub  ea  qua 
sequitur  verborum  serie. 

Hec  sunt  amiciciarum  confederacionumque  capitula  inter 
commissarios  et  deputatos  serenissimorum  principum  Maximiliani 
dei  gracia  Romanorum  regis  et  Philippi  eins  filii  archiducum 
Austrie,  ducum  Burgundie  etc.  ex  una  parte  et  Henrici  regis  Anglie 
ex  altera  parte  nominibus  principum  antedictorum  matura  deli- 
beracione  communicata,  tractata,  conventa,  firmata  et  conclusa. 

Inprimis  conventum,  concordatum  et  conclusum  existit, 
quod  ab  hac  die  sit  bona,  sincera,  vera,  integra,  perfecta,  firma 
et  perpetua  amicicia  et  confederacio  et  unio  per  terram,  mare 
et  aquas  dulces  omni  evo  atque  tempore  duratura  inter  dictos 
principes  suosque  heredes  et  successores,  regna,  patrias,  dominia, 
vassallos  et  subditos  quoscunque  presentes  et  futuros  tam  eccle- 
siasticos  quam  seculares  cuiuscunque  gradus  et  condicionis  exi- 
stant;  ita  quod  omnes  eorum  vassalli  et  subditi  hincinde  ubique 
locorum  sibi  invicem  faveant  seseque  mutuis  officiis  prosequan- 
tur  et  honesta  affectione  pertractent  possintque  tute  et  libere 
hincinde  ad  portus,  dominia  et  districtus  quoscumque  tam  citra 
quam  ultra  mare  ad  dictos  principes  coniunctim  vel  divisim 
pertinentes  accedere  in  eisque  commorari  quamdiu  voluerint  et 
secure  abire  quociens  duxerint  abeundum  cum  suis  aut  con- 
ductis  vel  commodatis  navibus^),  plaustris,  vehiculis,  equis,  ar- 


*)  Hier  und  in  den  folgende  Zeilen  des  Or,  ist  der  Rand  ausgefressen; 
ich  crgän\e  nach  Rymer ;  die  im  St-A.  befindliclte  Kopie  der  Ausfertigung  Hein- 
rich VIL  hat  navigiis. 


Einleitung.  ^pj 

maturis,  mercimoniis,  sarcinulis  i),  bonis,  rebus  quibuscumque 
ahsque  uUo  impedimento  tarn  in  terra  quam  in  man  et  aquis 
dulcibus  quemadmodum  propriis  in  patriis  hec  omnia  licerent; 
ita  quod  nuUo  salvo  conductu  generali  aut  speciali  indigeant, 
salvis  tarnen  semper  urbium,  regionum  et  locorum  legibus,  sta- 
tutis,  consuetudinibus,  quibus  nichil  quoad  cetera  premissa  cen- 
setur  derogatum. 

Item  quod  prefati  serenissimi  Romanorum  rex  et  illustrissi- 
mus  eins  filius  Philippus  suique  heredes  et  successores  in  qui- 
buscumque aliis  confederacionibus  cum  quovis  principe,  univer- 
sitate,  communitate,  societate  aut  alia  qualibet  persona  contra- 
hendis  dictum  serenissimum  regem  Anglie  comprehendent  si 
comprehendi  voluerit  una  cum  heredibus  et  successoribus  suis 
et  versa  vice  dictus  Serenissimus  rex  Anglie  et  sui  pro  tempore 
heredes  et  successores  in  quibuscunque  suis  confederacionibus 
cum  quovis  principe,  universitate,  communitate,  societate  aut 
alia  qualibet  persona  contrahendis  semper  teneatur  comprehen- 
dere  si  comprehendi  velint  serenissimum  regem  Romanorum  et 
illustrissimum  filium  suum  archiduces  antedictos  suosque  here- 
des et  successores. 

Item  conventum  et  concordatum  existit,  quod  neutra  immo 
nulla  parcium  predictarum  prestabit  auxiiium,  consilium  vel  fa- 
vorem  notoriis  hostibus  alterius  partis  eam  infestare  volentibus 
per  terram,  mare  vel  aquas  dulces,  sed  bona  fide  se  mutuis 
auxiliis  militaribus  gencium  armorum  expensis  tamen  illius 
opem  interpellantis  adiuvabunt,  quociens  opus  fuerit;  in'quo- 
rum  auxiliorum  prestacione,  quoad  numerum  attinet  armatorum, 
habenda  erit  facultatis  racio  illius  partis  que  de  ferenda  ope  ro- 
gabitur  seu  interpellabitur;  ut  scilicet  non  plus  teneatur  quam 
tum  *)  facere  poterit  commode  considerata  temporis  et  locorum 
oportunitate  ac  statu  rerum  suarum.  Quas  quidem  amicicias  et 
confederaciones  necnon  tractatus,  concordias,  convenciones  et 
conclusiones  inviolabiliter  tenere  et  observare  atque  teneri  et 
observari  facere  atque  omnia  et  singula  suprascripta  nos  Maxi- 
milianus  rex  Romanorum  et  Philippus  archiduces  antedicti  pro 
parte  nostra,  quantum  ad  nos  pertinet  et  in  nobis  fuerit,  bona 


*)  Ditr  engl'  Ausfertigtttig  hat  siirciuncuJis, 

•)  So  hat  Rymer,   die  Stelle  im  Or,   ist  ausgerissen,   die   engl.  Ausferti- 
gung des  St'A,  hat  ,,nunc*\ 


aS  Einleitung. 

fide  et  in  verbis  regis  et  principis  promittimus  per  presentes. 
In  quorum  omnium  et  singulorum  fidem  et  testimonium  pre- 
missonim  has  literas  nostras  patentes  superinde  fieri  atque  si- 
gilli  nostri  fecimus  appensione  communiri. 

Datum  in  oppido  nostro  Dordracensi  ^)  die  XTTIT  *)  mensis 
Februarii  anno  domini  millesimo  quadringentesimo  octuagesimo 
octavo^),  regni  vero  nostri  regis  anno  tercio. 
Per  regem 

Numan. 


Bündnis  ^wischen  Maximilian  und  Heinrich  VII,  gegen  Frank- 
reich d,  d,   Woking  1490  Sept  11,  (Or.  R.  O.) 
Ratification  Maximilians  L  d,  d,  1491  April  6,  (Or.  R,  O.J 

Drucke:  Rymer  /.  c,  Vj^  12, 

Dumont  /.  c,  Illji  2>^4.  f. 

Universis  et  singulis  ad  quos  presentes  littere  pervenerint 
nos  Ladron  de  Ghevara  miles,  consiliarius  et  camerarius  ac  Ja- 
cobus  de  Gondebault  secretarius  in  ordinanciis  et  guerris  sa- 
cratissimi  principis  Maximiliani  dei  gracia  Romanorum  regis 
commissarii,  procuratores  et  deputati  salutem.  Noveritis,  quod 
cum  bellum  eo  felicius  et  securius  agatur  quo  plurimorum  prin- 
cipum  auctoritate,  consilio,  ope  et  auxilio  conducatur  ac  com- 
munis hostis  virtus  infirmior  et  debilior  existat  quo  in  plures 
adversarios  divisa  fuerit,  idcirco  nos  commissarii  et  deputati 
antedicti  cum  spectabilibus  et  prehonorandis  viris  Thoma  Lovell 
milite  thesaurario  camere  potentissimi  principis  Henrici  regis 
Anglie  et  Francie  et  domini  Hibernie  et  Henrico  AjTiesworth 
legum  doctore  in  officio  privati  sigilli  eiusdem  regis  secundario, 
ambassiatoribus,  negociorum  gestoribus  et  commissariis  ad  do- 
minandi  libidinem  illustrissimi  principis  Francie  Caroli  regis  re- 
primendam  mutuo  communicantes  ex  certis  causis  et  considera- 
cionibus  dictos   principes  nostros   ad  hoc   specialiter  hincinde 


•)  In  der  im  5A-J.  befindlichen  Kopie  der  Ausfertigung  Heinrich  VII, 
lautet  diese  Stelle:  Datum  apud  Westminster  XII  die  Decembris  anni  domini 
millesimo  quadringentesimo  octuagesimo  octavo  et  anno  regni  nostri  quarto, 

*)  Nachgetragen. 

»)  =  148p. 


Einleitung.  ^g 

moventibus  preter  et  ultra  ceteras  quaslibet  pacciones,  conven- 
ciones  et  confederaciones  inter  supradictum  sacratissimum  prin- 
cipem  nostrum  Maximilianum  Romanorum  regem  et  antedictum 
serenissimum  principem  Anglie  regem  initas  et  contractas  et 
eisdem  in  robore  suo  nichilominus  remansuris,  speciales  quas- 
dam  intelligencias ,  pacciones,  convenciones,  amicicias,  alli- 
gancias  et  confederaciones  de  consensu,  voluntate  et  man- 
dato  expressis  ipsius  dicti  domini  nostri  regis  ac  virtute  po- 
testatis  per  ütteras  suas  patentes  quarum  tenor  infra  sequitur  ^) 
nobis  attribute  cum  supradictis  commissariis  Anglie  regis,  cum 
potestate  similiter  sufficienti  per  litteras  dicti  regis  patentes 
quarum  tenor  eciam  subsequitur  2)  munitis,  communicavimus, 
appunctuavimus ,  contraximus,  conclusimus  et  concordavimus 
ac  per  presentes  appunctuamus,  contrahimus,  concludimus  et 
concordamus  articulos,  promissiones,  pacciones,  convenciones, 
alligancias,  amicicias  et  confederaciones  que  sequuntur. 

Inprimis  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
inter  dictos  illustrissimos  et  potentissimos  Romanorum  et  An- 
glie reges,  heredes  et  successores  suos  sit  una  vera,  firma  et 
inviolabilis  pax  et  amicicia  futuris  temporibus  perpetuo  per  dei 
graciam  duratura  et  quod  in  ea  aliisque  convencionibus  sub- 
sequentibus  comprehendantur  ^)  sacratissimus  dominus  Romano- 
rum imperator  semper  augustus,  illustrissimi  principes  Castelle 
et  Legionis  rex  et  regina  eorumque  primogenitus,  Serenissimus 
rex  Dacie,  Norwecie  etc.,  rex  Portugalie,  electores  et  principes 
imperii  atque  Britannie  ducissa,  si  in  eis  comprehendi  velint. 

Item  cum  Carolus  Gallorum  princeps  suique  progenitores 
nonnulla  opida  insignia,  castra,  dominia  aliaque  quam  plurima 
iura  illustrissimorum  principum  Romanorum  Anglorumque  et 
Hispanorum  regum,  illustrissimi  Philippi  archiducis  Austrie  et 
Burgundie  ducis  necnon  serenissime  principis  Anne  Britannie  du- 
cisse  ceterorumque  Christiane  religionis  principum  contra  om- 
nem  iuris  equitatem  viribus  et  astucia  nequiter  usurpaverint 
usurpaveritque  atque  iniuste  detinet  in  presenti,  inter  nos  ora- 
tores,  commissarios,  procuratores,  negociorum  gestores  et  depu- 
tatos  antedictos  vice,  nomine  et  auctoritate  illustrissimorum  re- 


»)  Abgedruckt  u.  a,  bei  Rymer  /.  c.  VI4  10 f, 
•)  Abgedruckt  u,  a.  bei  Rymer  L  c,  V\4  i^. 
•)  /l  =^  Comprehandantur. 


^ö  Einleitung. 

gum  et  supremorum  nostrorum  concordatum ,  conventuni  et 
conclusum  est,  quod  si  dictus  Carolus  Gallorum  princeps  vel 
aliquis  heredum  aut  successorum  suorum  aliquem  prefatorum 
principum  supremorum  nostrorum,  Philippum  Austrie  archi- 
ducem  et  Burgundie  ducem  seu  Britannie  ducissam  vel  alicuius 
eorundem  subditos  per  terram  aut  mare  invaserit,  aut  guerram 
de  facto  fecerit  aut  fieri  mandaverit,  aut  aliquis  subditorum  suo- 
rum sine  eins  mandato  guerram  fecerit  et  Gallorum  princeps 
requisitus  superinde  iusticiam  denegaverit  aut  facere  neglexerit 
et  dictus  rex  sie  per  se  aut  suos  subditos  invasus  propter  in- 
vasionem  sibi  aut  suis  sie  factam,  aut  alter  regum  predictorum 
propter  invasionem  duci  aut  ducisse  predictis  factam  aut  iusti- 
ciam superinde  requisitam  et  ab  ipso  Gallorum  principe  dene- 
gatam  neglectamve  contra  eundem  Gallorum  principem  se 
hostem  manifeste  declaraverit  bellum  contra  eundem  indicendo 
realiterque  agendo,  tunc  si  rex  sie  invasus  alium  regem  non 
invasum  aut  alter  regum  predictorum  propter  invasionem  ducis 
aut  ducisse  predictorum  alterum  regum  ad  huiusmodi  bellum 
requisierit,  statim  post  ipsam  requisicionem  rex  sie  requisitus 
se  ipsius  Gallorum  prineipis  hostem  fore  declarabit  et  mani- 
festabit  ae  bellum  contra  eundem  Gallorum  principem  seclusa 
mora  indieet  guerram  per  terram  et  mare  contra  eundem  rea- 
liter et  suis  expensis  agendo  et  prosequendo. 

Item  concordatum,  conventum  et  conclusum  est,  quod  im- 
mediate  post  sex  menses  post  requisicionem  ut  predicitur  per 
alterum  dictorum  duorum  regum  invasum  alteri  non  invaso  fac- 
tam vel  eicius,  si  eisdem  duobus  regibus  id  ^)  utile  et  condu- 
cibile  Visum  fuerit,  uterque  regum  Romanorum  et  Anglonim 
predictorum  regnum  Franeie  cum  tali  armatorum  potencia  qua 
posset  campum  teuere  seque  et  suos  contra  ipsum  Carolum 
regem  communem  eorum  adversarium  tueri  et  defendere  ac 
verisimiliter  sua  iura  ab  eo  reeuperare  in  propria  persona  in- 
gredietur  et  suis  expensis  dictum  principem  Carolum  eorum 
hostem  invadet  et  realiter  prosequetur. 

Item  concordatum,  conventum  et  conclusum  est,  quod  si 
propter  invasionem  ducisse  Britannie  ut  premittitur  factam  alter 
regum  Romanorum  et  Anglorum  predictorum  alterum  requi- 
sierit, uterque  eorum  immediate  post  sex  menses  a  tempore  re- 


*)  Nachgetragen. 


Einleitung.  -^  j 

quisicionis  huiusmodi  proxime  futuros  vel  cicius,  si  utrique 
eonim  utile  visum  fuerit,  regnum  Francie  cum  sua  potencia  ut 
supra  personaliter  ingredi  dictumque  principem  Carolum  eorum 
hostem  invadere  infestareque  ut  prefertur  teneatur,  dummodo 
Britannie  ducissa  per  dictum  Francorum  principem  invasa  om- 
nem  et  omnimodam  guerram  tam  per  terram  quam  per  mare 
contra  eundem  Gallorum  regem  et  suos  pro  viribus  fecerit  et 
realiter  prosequatur. 

Item  inter  nos  oratores  et  commissarios  antedictos  com- 
municatum,  concordatum,  conventum  et  conclusum  est,  quod 
postquam  uterque  Romanorum  et  Anglie  regum  predictorum 
regnum  Francie  cum  sua  potencia  personaliter  ingressus  fuerit 
bellumque  invasivum  ut  predicitur  inibi  fecerit,  neuter  eorun- 
dem  regum  sine  alterius  regis  noticia  et  consensu  a  bello  in- 
cepto  desistet 

Item  concordatum,  conventum  et  conclusum  est  inter  nos 
oratores  antedictos  et  auctoritate  qua  in  hac  parte  fungimur 
nostros  supremos  supradictos  astringimus  et  per  presentes  ob- 
ligamus,  quod  si  post  invasionem  in  regnum  Francie  per  ut- 
mmque  Romanorum  et  Anglie  regum  predictorum  factam  ali- 
quis  eorundem  regum  aliqua  castra,  villas,  municiones,  fortalicia 
vel  opida  ad  alterum  eorundem  duorum  regum  de  iure  spec- 
tancia  evicerit  aut  quoquomodo  adquisierit,  ille  sie  adquirens 
per  alterum  regem  ad  quem  ea  de  iure  spectare  noscuntur  re- 
quisitus  magna  sine  difficultate  et  dilacione  eadem  eidem  re- 
quirenti  reddere,  tradere  et  deliberare  debebit. 

Item  concordatum  et  conclusum  est  inter  nos  oratores  et 
commissarios  antedictos,  quod  neuter  dictorum  Romanorum  et 
Anglie  regum  treugas  ^  amicicias,  confederaciones  aut  aliquas 
alias  intelligencias  absque  assensu  et  consensu  eorundem  al- 
terius cum  Carolo  Gallorum  principe  aut  aliquo  successoiiim 
suorum  post  invasionem  per  eosdem  ut  prefertur  in  regnum 
Francie  inchoatam  inibit  aut  faciet  seu  iniri  aut  fieri  faciet  aut 
acceptabit 

Sequuntur  tenores  regis  Romanorum  et  regis  Anglie. 

Que  omnia  et  singula  nos  illustrissimi  principis  Romano- 
rum regis  oratores  prefati  potestate  qua  supra  spondemus  at- 
que  promittimus  eundemque  regem  nostrum  firmiter  obligamus, 
quod  idem  princeps  noster  Romanorum  rex  antedictus  quatenus 
ipsum  concernunt  ratificabit,  approbabit  et  observabit  et  in  ac  sub 


^^  Einleitung. 

nomine  suo  proprio  unacum  manus  proprie  subscripcione  et  sui 
magni  sigilli  miinicione  infra  tres  menses  post  datam  presencium 
proxime  futuros  innovabit.  In  quorum  omninm  et  singulorum  pre- 
missornm  fidem  et  testimonium  nos  omnes  et  singuli  Romano- 
rum et  Anglorum  regum  oratores  antedicti  hiis  presentibus  ma- 
nibus  propriis  subscriptis  sigilla  nostra  apposuimus.  Datum  apud 
Oking  XI  die  Septembris  anno  domini  millesimo  quadringen- 
tesimo  nonagesimo. 

Ladron.  De  Gondebault  Thomas  Lovell.  Henricus  Aynesworth. 
L.S.  LS.  LS.  LS. 


4. 

Bündnis    ^(wischen    Maximilian  L  und  Heinrich   VIL  gegen 
Frankreich  d,  d,   Woking  1490  Sept.  12.    (Or,  R,  O.J 
Rat.  Maximilians  I.  d.  d.  1491  April  6.    (Or.  R.  O.J 

Drucke:  Rymer  h  c.   V/^.   i}  f. 
Dumont  l.  c,  UI\2  55. 

Universis  et  singulis  ad  quos  presentes  littere  pervenerint 
nos  Ladron  de  Ghevara  miles,  consiliarius  et  camerarius  et 
magister  Jacobus  de  Gondebault  secretarius  in  ordinanciis  et 
guerris  sacratissimi  principis  Maximiliani  dei  gracia  Romanorum 
regis  commissarii,  procuratores  et  deputati  salutem: 

Sciatis,  quod  cum  Serenissimus  princeps  Francie  Carolus 
rex  nonnuUa  opida  insignia,  castra,  dominia  aliaque  quam  plu- 
rima  iura  potentissimorum  principum  Romanorum  Anglorum- 
que  et  Hispanorum  regum,  necnon  illustrissimi  principis  Philippi 
archiducis  Austrie  et  Burgundie  ducis^)  serenissimeque  prin- 
cipis Anne  Britannie  ducisse  atque  ceterorum  vicinorum  Chri- 
stiane religionis  principum  contra  omnem  iuris  equitatem  viri- 
bus et  astucia  inique  usurpaverit  ac  usurpat  impresenciarumque 
detinet,  usque  adeo  quod  nee  pietati  nee  iuri  nee  iusticie  aut 
religioni  quovis  pacto  pareat  aut  parere  velit  cumque  etiam 
certa  capitula  conventa,  conclusa  et  iurata  in  quibusdam  dietis 
apud  Frankfordiam  et  Ulmam  separatim  celebratis  inter  sacra- 
tissimum  principem  Romanorum  regem  et  eundem  Carolum 
regem  minime  observavit,  imo  spreto  suo  iuramento  suaque  ex 


*)  Nachgetragen, 


Einleitung.  5  ^ 

culpa  et  dolo  scienter  et  spontanie  violavit  sicque  illi  tractatus 
et  conventa  in  eodem  nullius  sunt  vigoris  et  effectus  atque  pro 
nichilo  penitus  habentur: 

Nos,  Ladron  et  magister  Jacobus,  prefati  sacratissimi  prin- 

cipis  nostri  Maximiliani  regis  Romanorum  oratores,  commissarii, 

procuratores  et  deputati  antedicti  vigore  et  auctoritate  commis- 

sionis  nobis  ab  ipso  concesse  —  cuius  vero  commissionis  tenor 

inferius  inseritur  —  cum  spectabilibus  et  prehonorandis  viris 

Thoma  Lovel  milite  thesaurario  camere  potentissimi  principis 

Henrici    dei  gracia  regis  Anglie  etc.  et  Henrico   Aynesworth 

legum  doctore  in  officio  privati  sigilli  eiusdem  regis  secundario, 

oratoribus,  commissariis,  procuratoribus  et  deputatis  —  quorum 

quidem  auctoritatis  et  commissionis  tenor  etiam  subinseritur  — 

auctoritate,  vice  et  nominibus  nostrorum  principum  Romanorum 

Anglorumque  regum  antedictorum  et  Philippi  archiducis  Austrie 

et  Burgundie  ducis  prehabita   matura  deliberacione  unanimiter 

tractavimus,  concordavimus,  convenimus  atque  conclusimus  ac 

per  presentes  convenimus  paciscimurque  et  concludimus  omnia 

et  singula  capitula  que  sequuntur,  modo  et  forma  subsequenti- 

bus,  Omnibus  et  singulis  aliis  conventionibus  inter  ipsos  reges 

antehac  initis  in  suo  robore  permanentibus  atque  permansuris. 

Tenor  vero  capitulorum  inter  nos  utriusque  principis  antedicti 

commissarios  conclusorum  sequitur  et  est  talis: 

Inprimis  nos  dictorum  illustrissimorum  principum  Roma- 
norum et  Anglorum  regum  oratores  et  deputati  antedicti  no- 
minibus eorum  et  pro  eis  auctoritate  et  potestate  nobis  ab  eis 
ut  premittitur  concessis  corcordamus,  convenimus  et  concludi- 
mus ipsosque  principes  nostros  firmiter  obligamus,  quod  imme- 
diate  post  tres  annos  post  datam  presencium  proximo  futuros 
vel  aliquo  tempore  citius,  si  utrique  ipsorum  regum  id  utile 
atque  conducibile  videatur,  uterque  prefatorum  Romanorum  An- 
glorumque regum  contra  dictum  Carolum  Gallorum  principem 
et  quemcumque  eins  successorem  bellum  publice  indicet  seque 
ipsius  hostem  manifeste  declarabit  atque  sua  cum  potencia  qua 
per  se  poterit  in  regno  Francie  castrametari,  suorum  inimico- 
rum  iniurias  viribus  inibi  propulsare  et  sua  iura  manu  forti  deo 
iuvante  recuperare  valeat,  bellum  contra  eundem  Carolum  re- 
gem eiusque  successores  invasivum  suo  proprio  ere  realiter  aget 
ipsumque  regnimi  Francie  cum  huiusmodi  potencia  in  persona 
propria  intrabit  et  quanto  commode  poterit  continuo  progre- 

Österrdchisch-cngÜsche  Staatsverträge.  Bd.  I.  3 


5i  Einleitung. 

dietur  sicque  prefatum  Carolum  principem  suorum  communem 
hostem  et  eius  successores  per  terram  et  mare  bellicis  armis 
pro  eius  viribus  infestabit,  nee  alter  eorum  ab  huiusmodi  bello 
sie  incepto  sine  expresso  alterius  consensu  infra  duos  annos 
dictam  eorum  in  regnum  Francie  invasionem  proximo  et  im- 
mediate  sequentes  quovis  pacto  desistet. 

Et  si  contingat  —  quod  deus  avertat  —  quod  alter  dicto- 
rum  Romanorum  et  Anglorum  regum  (omni  dolo,  colore,  Actione 
et  fraude  semotis)  ex  aliqua  causa  legittima  et  neccessaria  ut 
puta  infirmitate  prepeditus  fuerit,  adeo  quod  in  dicto  termino 
sie  statuto  in  persona  propria  regnum  Francie  cum  sua  potencia 
ullo  modo  ut  premittitur  ingredi  nequeat,  quod  tunc,  si  alter 
ipsorum  regum  in  eo  termino  in  persona  propria  dictum  reg- 
num' prout  supradictum  est  cum  sua  potencia  ingredi  velit, 
alius  rex  sie  impeditus  potenciam,  qualem  secum  habuisset  si 
regnum  Francie  in  persona  propria  ut  prefertur  ingressus  fuisset, 
cum  uno  idoneo  capitaneo  in  eodem  termino  transmittere  te- 
neatur,  sie  quod  per  utriusque  regis  potenciam  bellum  invasi- 
vum  in  regno  Francie  agatur  et  continetur  simili  modo  ae  si 
uterque  princeps  in  persona  propria  dictum  bellum  invasivura 
prout  supra  inseritur  egisset. 

Item  nos,  dictorum  regum  oratores  auetoritate  nobis  ut 
premittitur  commissa,  convenimus  et  eoncludimus  ae  nostros 
principes  prefatos  firmiter  obligamus,  quod  si  dicti  nostri  prin- 
cipes  Romanorum  et  Anglorum  reges  ex  quavis  causa  dictum 
eorum  ingressum  in  Franciam  in  fine  triennii  ut  prefertur  sta- 
tutum  prorogaverint  et  alium  terminum  seu  alios  terminos  pro 
huiusmodi  eorum  ingressu  in  Franciam  statuerint,  quod  uterque 
eorum  prineipum  tunc  teneatur  in  illo  termino  seu  terminis  per 
eos  sie  statuto  aut  statutis  bellum  invasivum  contra  dictum 
Gallorum  principem  Carolum  communem  eorum  hostem  ae 
eius  successores  agere  et  in  persona  propria  cum  sua  potencia 
Francie  regnum  invadere  et  ipsum  bellum  continuare,  eodem 
modo  ae  si  in  fme  ^)  dicti  triennii  uterque  eorum  dictum  reg- 
num ut  premittitur  invasisset,  licet  huiusmodi  termini  aut  ter- 
minorum  prorogacio  litteris  eorum  missivis  absque  magno  illo- 
rum  sigillo  super  hoc  posthae  habeatur. 


*)  Nachgetragen. 


Einleitung.  ^  5 

Item  nos,  dictorum  regum  oratores  antedicti  auctoritate 
et  potestate  quibus  supra,  convenimus  et  concludimus  ac  no- 
stros  principes  firmiter  obligamus,  quod  postquam  uterque  ipso- 
rum  Romanorum  et  Anglie  regum  regnum  Francie  sua  cum 
potencia  ingressus  fuerit  atque  bellum  in  eodem  invasivum  ut 
prefertur  realiter  egerit,  neuter  ipsorum  regum  cum  dicto  Ca- 
rolo  rege  aut  aliquo  successorum  suorum  treugas,  amicicias, 
confederaciones  aut  aliquas  alias  intelligencias  inibit  aut  faciet, 
aut  iniri  seu  fieri  faciet  aut  acceptabit. 

Item  nos,  sacratissimi  principis  Romanorum  regis  oratores 
antedicti  potestate  qua  supra,  spondemus  atque  promittimus  eun- 
demque  regem  nostrum  firmiter  obligamus,  quod  omnia  et  sin- 
gula  premissa  inter  nos  et  potentissimi  principis  Anglorum  regis 
oratores  prefatos  concordata,  conventa  et  conclusa,  idem  prin- 
ceps  noster  Romanorum  rex  pro  sua  parte  et  quatenus  ipsum 
concemunt  et  attingunt  approbabit,  ratificabit  et  in  ac  sub  no- 
mine proprio  una  cum  manus  proprie  subscripcione  et  sui 
magni  sigilli  municione  infra  tres  menses  post  datam  presencium 
proximo  futuros  innovabit.  Tenores  regis  Romanorum  et  regis 
Anglie.  In  quorum  omnium  et  singulorum  premissorum  fidem 
et  testimonium  nos  omnes  et  singuli  Romanorum  et  Anglorum 
regum  oratores  antedicti  hiis  presentibus  manibus  propriis  sub- 
scriptis  sigilla  nostra  apposuimus. 

Datum  apud  Oking  XII^  die  Septembris  anno  domini  mil- 
lesimo  quadringentesimo  nonagesimo. 

Ladron.         De  Gondebault.         Thomas  Lovell.  ^) 
L.  S.  L.  S. 

Henricus  Aynesworth. 
L.  S. 


>)  Siegel  fehlt. 


3^ 


56  Einleitung. 

5. 

Bündnis  ^^wischen  Maximilian  I.    und  Heinrich    VIT.  gegen 
Frankreich  d,  d.   Woking  1490  Sept.  iß.  (Or.  R.  O.) 
Rat.  Maximilians  I.  d.  d.  1491^  April  6.  (Or.  R.  O.) 

Drucke:  Rytner  L  c.  VJ4.  14  f. 
Dumont  L  c.  IUI 2  55. 

Universis  et  singulis  presentes  litteras  inspecturis  nos  La- 
dron de  Ghevara  miles,  consiliarius  et  camerarius  et  magister 
Jacobus  de  Gondebault  secretarius  in  ordiaanciis  et  guerris  sa- 
cratissimi  principis  Maximiliani  dei  gracia  Romanoram  regis 
commissarii,  procuratores  et  deputati  salutem. 

Noveritis  quod  ^)  nos,  commissarii  et  deputati  antedicti  vi- 
gore  et  auctoritate  commissionis  nobis  ab  ipso  supremo  domino 
nostro  concesse,  cuius  commissionis  tenor  inferius  inseritxir, 
cum  spectabilibus  et  prenobilibus  viris,  domino  Thoma  Lovell 
milite  thesaurario  camere  potentissimi  principis  et  domini  Hen- 
rici  dei  gracia  regis  Anglie  etc.  et  magistro  Henrico  Aynesworth 
legum  doctore  in  officio  privati  sigilli  eiusdem  potentissimi  do- 
mini regis  secundario,  oratoribus,  commissariis,  procuratoribus 
et  deputatis  —  quorum  quidem  auctoritatis  et  commissionis  tenor 
etiam  subinseritur  —  auctoritate,  vice  et  nominibus  nostrorum 
principum  Romanorum  Anglorumque  regum  antedictoram  pre-. 
habita  matura  deliberacione  unanimiter  tractavimus,  concor- 
davimus,  convenimus  et  conclusimus  ac  per  presentes  con- 
venimus  et  concludimus  paciscimurque  omnia  et  singula  capi- 
tula  que  sequuntur  modo  et  forma  sequentibus,  omnibus  et 
singulis  aliis  convencionibus  inter  ipsos  reges  antehac  initis  ni- 
hilominus  in  suo  robore  permanentibus  atque  permansuris. 

Inprimis  quod,  licet  inter  nos  iam  dudum  auctoritate  com- 
missionum  nostrarum  communicatum,  conventum  et  conclusum 
Sit,  quod  propter  invasionem  alteri  eorundem  Romanorum  aut 
Anglie  regum  aut  Philippe  archiduci  Austrie  et  Burgundie  duci 
seu  ducisse  Britannie  per  Gallorum  regem  factam  uterque  Ro- 
manorum et  Anglorum  regum  post  alterius  regis  requisicionem 
contra  Carolum  Francorum  regem  eiusve  successores  bellum 
publice  indicere  et  realiter  prosequi  ac  in  propriis  personis  et 
expensis  regnum  Francie  invadere  teneatur,  nee  a  bello  sie  in- 


»)  NacJigetragen, 


Einleitung.  ^n 

cepto  quovis  pacto  alter  sine  consensu  alterius  desistere  possit, 
ut  in  litteris  desuper  confectis  plenius  continetur,  nobis  tarnen 
cüctomm  Romanoram  et  Anglorum  regum  commissariis  ante- 
iüctis  Visum  est  atque  auctoritate  commissionum  nostnram  pre- 
dictanim  per  presentes  convenimus,  concordamus  et  concludi- 
mus,  quod  post  duos  annos  dictam  eorum  in  regnum  Francie 
invasionem  proximo  et  immediate  sequentes  uterque  eorum  re- 
gum a  bello  sie  incepto  absque  alterius  expresso  consensu  libere 
desistere  licebit  priore  convencione  in  aliquo  non  obstante. 

Item  licet  inter  nos  commissarios  antedictos  in  eisdem  lit- 
teris auctoritate  commissionum  nostrarum  predictarum  conven- 
tum  et  conclusum  sit,  quod  si  post  invasionem  per  Gallorum 
principem  alteri  regum  Romanorum  et  Anglie  predictorum  seu 
Philippo  archiduci  Austrie  et  Burgundie  duci  aut  ducisse  Bri- 
tannie  factam  alter  Romanoram  et  Anglie  regum  predictorum 
alterum  requisierit,  uterque  Romanorum  et  Anglie  regum  im- 
mediate post  sex  menses  a  tempore  huius  requisicionis  regnum 
Francie  cum  sua  potencia  personaliter  et  expensis  suis  invadere 
teneatur,  ut  in  litteris  superinde  confectis  plenius  continetur: 

Nos  tamen  oratores  antedicti  auctoritate,  vice  et  nomine 
supremorum  nostroram  convenimus,  concordavimus  et  con- 
clusimus  ac  per  presentes  convenimus,  concordamus  et  con- 
cludimus,  quod  alteri  regum  predictorum  sie  requisito  per  al- 
terum immediate  post  unum  annum  integrum  regnum  Francie 
personaliter  cum  sua  potencia  a  tempore  requisicionis  sibi  facte 
invadere  sufficiat,  priore  convencione  de  tempore  semestri  non 
obstante. 

Item  quod,  licet  inter  nos  oratores,  commissarios  et  depu- 
tatos  antedictos  in  eisdem  litteris  auctoritate  commissionum 
nostrarum  communicatum,  conventum  et  conclusum  sit,  quod 
si  alter  Romanoram  aut  Anglorum  regum  propter  invasionem 
sibi  seu  Philippo  archiduci  Austrie  et  Burgundie  duci  aut  du- 
cisse Britannie  per  Gallorum  principem  factam  regnum  Francie 
personaliter  invadere  decreverit  et  alterum  regem  ad  similem 
invasionem  requisierit  tunc,  si  requirens  immediate^)  post  sex 
menses  a  tempore  requisicionis  huiusmodi  realiter  regnum  Francie 
cum  sua  potencia  personaliter  ingressus  fuerit,  alter  regum  pre- 
dictorum sie  requisitus  similiter  in  sua  persona  cum  simili  po- 


')  Nachgetragen, 


^S  Einleitung. 

tencia  pariter  idem  regnum  Francie  invadere  et  ingredi  teneatur, 
ut  in  Ütteris  desuper  confectis  plenius  continetur: 

Nos  tarnen  oratores  et  commissarii  antedicti  auctoritate 
commissionum  nostrarum  ut  supra  mutuo  convenimus,  com- 
municavimus  et  conclusimus  ac  per  presentes  convenimus,  com- 
municamus  et  concludimus  ac  principes  nostros  obligamus  et 
astringimus,  quod  si  alter  regum  Romanorum  et  Anglie  supra- 
dictorum  dolo,  fraude  et  malo  ingenio  cessantibus  aliquo  legit- 
timo  et  necessario  impedimento  ut  puta  infirmitate  detineatur, 
quominus  personaliter  regnum  Francie  invadere  aut  ingredi 
possit  et  alter  regum  predictorum  nihilominus  personaliter  dic- 
tum regnum  Francie  cum  sua  potencia  invadere  velit,  alter  rex 
tunc  sie  ut  premittitur  impeditus  exercitum  ita  sufficientem 
ac  si  in  persona  propria  Franciam  invasisset  sub  idoneo  capi- 
taneo  gubernandum  in  Franciam  infra  supradictum  tempus  ut 
premittitur  transmittere  et  bellum  incipere  ac  realiter  expensis 
suis  prosequi  teneatur,  sie  quod  per  utriusque  regis  potenciam 
bellum  invasivum  in  regno  Francie  agatur  et  continuetur  simili 
modo  ac  si  uterque  princeps  in  persona  propria  dictum  bellum 
invasivum  prout  supra  inseritur  egisset. 

Item  inter  nos  commissarios,  oratores  et  deputatos  ante- 
dictos  conventum  et  conclusum  est,  quod  immediate  postquam 
illustrissimus  princeps  Philippus  archidux  Austrie  et  Burgundie 
dux  ad  etatem  maturam  et  legittimam  pervenerit,  tunc  sacra- 
tissimus  princeps  MaximUianus  Romanorum  rex  procurabit,  sol- 
licitabit,  faciet  et  pro  viribus  curabit,  quod  dictus  Philippus  om- 
nia  et  singula  in  bis  et  supradictis  litteris  contenta  observabit  et 
perimplebit  ac  in  persona  sua  et  pro  se  ac  nomine  suo  innovabit 
et  se  ad  observanciam  omnium  et  singulorum  articulorum  in 
bis  et  supradictis  litteris  contentorum  cum  supradictis  Roma- 
norum et  Anglie  regibus  alligabit  et  confederabit  ac  quemad- 
modum  alii  duo  reges  supradicti  se  ad  premissa  obligarunt  et 
astrinxerunt  se  sub  suo  sigillo  magno  obligabit  et  astringet. 

Item  inter  nos  commissarios,  oratores  et  deputatos  ante- 
dictos  auctoritate  qua  supra  conventum  et  conclusum  est,  quod 
per  presentes  modificaciones,  correcciones,  limitaciones,  inter- 
pretaciones  et  addiciones  prioribus  litteris  de  quibus  supra  fit 
mencio  in  aliis  nullatenus  derogetur,  sed  in  omnibus  et  per 
per  omnia  stabunt  in  omni  robore  suo  et  effectu  supradictis 
modificacionibus,  correccionibus,  limitacionibus,  interpretacioni- 


Kinleitung.  t^g 

bus  et  addicionibus  dumtaxat  exceptis.  Sequuntur  tenores  regis 
Romanorum  et  regis  Anglie. 

Que  omnia  et  singula  supradicta  nos,  sacratissimi  principis 
Romanorum  regis  oratores  antedicti  potestate  qua  supra,  spon- 
demus  atque  promittimus  eundemque  regem  nostrum  firmiter 
obligamus,  quod  idem  princeps  noster  Romanorum  rex  qua- 
tenus  ipsum  attingunt  ratificabit,  approbabit  et  in  ac  sub  no- 
mine suo  proprio  una  cum  manus  proprie  subscripcione  et  sui 
magni  sigilli  municione  infra  tres  menses  post  datam  presen- 
cium  proximo  futuros  innovabit. 

In  quorum  omnium  et  singulorum  fidem  et  testimonium 
nos  omnes  et  singuli  Romanorum  et  Anglorum  regum  oratores 
antedicti  hiis  presentibus  manibus  propriis  subscriptis  sigilla 
nostra  apposuimus. 

Datum  apud  Oking  XÜI®   die  Septembris    anno   domini 
millesimo  quadringentesimo  nonagesimo. 
Ladron.    Gondebault.    Thomas  Lovell.    Henricus  Aynesworth. 
L.  S.  L.  S. 


6. 

Bimdnis  ^(wischen  Maximilian  L,  Heinrich  VIT.,  Papst  Ale- 
xander VT,,  Spanien,  Venedig  und  Mailand,  d.  d.  Rom  1496 
Juli  18, 0 

Rat  TTeinrichs  VTL  d,  d,  Windsor  1496  Sept  j2J.  (R.  O.  French 
Roll.  12.) 

Drucke:  Rymer  l.  c.  VI 4  loy  f. 
Dumont  1.  c.  IIII2  s^^ff. 

Rex  universis  et  singulis  ad  quos  etc.  salutem. 

Cum  sanctissimus  dominus  noster  Alexander  sextus  sere- 
nissimusque  dominus  Maximilianus  Romanorum  rex  ac  Sere- 
nissimi principes  Ferdinandus  rex  et  Elizabetha  regina  Hispa- 
niarum  necnon  illustrissimus  dominus  Augustinus  Barbadico 
Veneciarum  dux  et  illustrissimus  dominus  Ludovicus  Maria 
Sforcia  Anglus  dux  Mediolani  quandam  confederacionem,  colli- 


0  Da  das  Original  dieses  Bündnisses  weder  im  R.  O.  noch  im  St.'A.  sich 
vorfindet,  wurde  die  im  R.  O.  erhaltene  Ratifikation  desselben  durch  Heinrich  VfL 
\um  Abdrucke  gebracht. 


^O  Einleitung. 

gacionem,  unionem,  intelligenciam  et  ligam  ad  finem  pacis  et 
pro  conservanda  dignitate  et  auctoritate  prefati  sanctissimi  do- 
mini  nostri  pape  atque  sedis  apostolice  necnon  pro  tocius  Chri- 
stiane religionis  salute  sub  anno  domini  millesimo  quadringen — 
tesimo  nohagesimo  quinto  die  ultima  mensis  Marcii  prout  no- 
bis  significarunt  invicem  contraxerint,  inierint  atque  firmaverint 
et  ut  in  eandem  confederacionem  et  ligam  intraremus  sepenu- 
mero  nos  requisiverunt  et  invitarunt: 

Unde  nos,  summopere  deo  complacere  sanctissimoque  do- 
mino  nostro  inservire  ac  dignitati  auctoritatique  sue  sanctitatis 
ac  sacre  sedis  apostolice  conservandis  totique  Christiane  reli- 
gioni  pro  viribus  prodesse  studentes  necnon  ad  contemplado- 
nem  serenissimorum  prefatorum  dominorum  atque  tarn  salutari- 
bus  tamque  honestissimis  eorum  votis  et  desideriis  quantum  cum 
honore  nostro  valeamus  annuere  cupientes,  nostrum  ad  eandem 
sanctitatem  suam  oratorem  sive  nuncium  dominum  Robertum 
Shirboum  cum  quibusdam  instructionibus  nostram  super  pre- 
missis  meutern  continentibus  iam  paulo  ante  transmisimus. 

Qui  quidem  orator  sive  nuncius  noster  in  urbe  Romana 
cum  sua  sanctitate  ceterorumque  serenissimorum  principum  ante- 
dictorum  oratoribus  constitutus  et  ab  eodem  sanctissimo  domino 
nostro  confederatorumque  predictorum  oratoribus  ac  procura- 
toribus  de  novo  requisitus  et  invitatus  dictam  ligam,  coUiga- 
cionem  et  unionem  anno  domini  millesimo  quadringentesimo 
nonagesimo  sexto  die  vero  decima  octava  mensis  Julii  nomine 
nostro  intravit  ipsumque  sie  intrantem  prefatus  sanctissimus 
dominus  noster  et  predictorum  principum  oratores  et  procura- 
tores  nominibus  suorum  dominorum  acceptarunt  et  admiserunt 
ac  de  novo  ligam,  colligacionem  et  unionem  predictas  quoad 
capitula  subsequencia  ut  premittitur  nominibus  predictis  inie- 
runt  et  contraxerunt. 

Quorum  autem  dictorum  lige  ac  capitulorum,  sie  ut  pre- 
fertur  per  ipsum  oratorem  nostrum  de  novo  conclusorum,  tenor 
sequitur  et  est  talis. 

Et  primo  supranominati,  sanctissimus  dominus  noster  do- 
minus Alexander  papa  sextus  pro  se  et  successoribus  suis  ca- 
nonice  intrantibus  ac  sancte  Romane  ecclesie  ^)  adherentibus, 
commendatis  et  subditis,  nee  non  Serenissimus  dominus  Maxi- 


*)  i4  =  sancta  Romana  ecclesia. 


Einleitung.  4 1 

milianus  Romanorum  rex,  Hemicus  Anglie  rex  eius  nominis 
septimus,  Ferdinandus  et  Elizabetha  rex  et  regina  Hispaniarum 
et  illustrissimi  domini  Augustinus  Barbadico  dux  Veneciarum 
et  Ludovicus  Maria  Sforcia  Anglus  dux  Mediolanensis,*)  pro  se 
et  successoribus  suis  ac  adherentibus,  commendatis  et  subditis 
et  pro  eis  et  quolibet  eorum  respective  procuratores  et  oratores 
supranominati  nominibus  quibus  supra  ineunt  et  contrahunt 
bonam,  meram  et  puram  unionem,  confederacionem,  intelligen- 
ciam  et  ligam  duraturam  usque  ad  annos  viginti  quinque  et 
ultra  usque  ad  illud  totum  tempus  quod  ipsis  partibus  placi- 
tum  fuerit  ad  mutuam  ut  dictum  est  conservacionem  statuum 
parcium  predictarum  et  uniuscuiuscunque  earum  contra  omnes 
et  quoscumque  quiqui  illi  fuerint  dominos  et  potentatus  in 
Italia  impresencianim  statum  habentes  et  tenentes  et  si  durante 
liga  huiusmodi  statum  habere  in  Italia  desierint,  qui  de  cetero 
non  provocati  et  non  lacessiti  offenderent  per  se  vel  alium  par- 
tes predictas  vel  ipsarum  aliquam  seu  Status  adherentes,  com- 
mendatos  et  subditos  uniuscuiusque  parcium  predictarum. 

Item  convenerunt,  quod  prefatus  sanctissimus  dominus 
noster  iuvare  debeat  confederatos  predictos  cum  armis  spiritua- 
libus  iuxta  rei  exigenciam  et  quantum  de  iure  licuerit  sue 
sanctitati. 

Item  si  forte  occurreret  quod  deus  avertat  quod  ad  bel- 
lum deveniret,  non  possit  quovis  modo  fieri  pax,  nisi  cum 
sciencia  sociorum  et  cum  reservacione  et  sine  preiudicio  pre- 
sentis  confederacionis  et  lige. 

Item  casu  quo  offendens  offenso  pro  oflfensione  satisfac- 
cionem  exhiberet,  treugas  et  inducias  peteret,  a  bello  aut  mo- 
lestia  desistere  et  se  coram  confederatis  iuri  subicere  vellet 
teneatur  tunc  offensus  acquiescere  et  partes  illas  oblatas  iudicio 
et  consilio  confederatorum  acceptare  et  relinquere.  Et  si  talis 
offensus  noUet,  possint  ceteri  ex  liga  auxilium  in  eo  casu  ab 
ipso  oflfenso  amovere  et  pro  eo  bello  de  cetero  denegare. 

Item  convenerunt,  quod  aliqua  pars  predictarum  facta  con- 
clusione  presentis  lige  non  possit  ad  aliquam  intelligenciam  seu 
ligam  devenire  cum  aliqua  potencia  habente  ut  superius  est 
expressum  in  Italia  statum  nisi  de  communi  consensu  et  vo- 
luntate   omnium   parcium  et  nisi  fuerit  sine  preiudicio  et  cum 


*)  i4  =  medeolanensis. 


^2  Einleitung. 

reservacione  capitulorum  presentis  lige,  quibus  nullo  modo 
liceat  derogari. 

Item  reservetur  unicuique  domino  et  potentatui  locus  in- 
grediendi  hanc  ligam  secundum  uniuscuiusque  decenciam  cum 
illis  modis,  condicionibus  et  obligacionibus,  que  partibus  con- 
trahentibus   hanc  ligam  vise  fuerint  et  placebunt. 

Item  post  conclusionem  presentis  lige  teneantur  partes  et 
quelibet  earum  infra  menses  tres  nominasse  invicem  suos  ad- 
herentes  et  commendatos  cum  hac  declaracione  pro  maiori  cau- 
tela,  quod  nuUa  parcium  nominare  possit  in  huiusmodi  deno- 
minacione  facienda  aliquem  dominum  aut  potentatum,  qui  dig- 
nitate,  titulo  aut  potencia  non  sit  inferior  unicuique  parcium 
principalium  huius  confederacionis;  et  hoc  quoniam,  siquisma- 
ioris  gradus  beneficio  ipsius  confederacionis  uti  voluerit,  equum 
quoque  est  eum  aliorum  confederatorum  cognicionibus  et  alli- 
gacionibus  pariter  subiacere,  prout  partibus  contrahentibus  \'i- 
sum  fuerit  conveniens. 

Item  presens  liga  et  confederacio  per  partes  contrahentes 
infra  terminum  trium  mensium  a  die  stipulacionis  presentis  imio- 
nis  et  lige  hincinde  in  forma  publica  et  autentica  per  publica 
instrumenta  et  literas  debeat  approbari  et  ratificari  instrumen- 
taque  vel  litere  ratificacionis  huiusmodi  vicissim  mitti  et  tradi 
debeant,  firmis  nichilominus  remanentibus  in  omnem  eventum 
aliis  Omnibus  capitulis  huius  confederacionis. 

Item  convenerunt,  quod  presens  liga  per  sanctissimum  do- 
minum nostrum  et  illustrissimos  duces  prefatos  solempniter 
publicari  debeat  die  dominico  ultima  presentis  mensis  Julii,  qui 
erit  in  terris  et  dominus  cuiuslibet  eorum,  cum  solempnitatibus 
et  processionibus  demonstracionibusque  et  signis  gaudii  et  leticie 
ut  est  consuetum;  et  hoc  idem  servetur  a  cesarea  maiestate, 
serenissimis  regibus  Hispaniarum  et  Anglie  faciantque  similem 
publicacionem  post  habitam  noticiam  in  una  ex  festivitatibus 
pro  signis  sequentibus  ipsam  noticiam  a  maiestatibus  suis  ha- 
bitam. 

Item  ne  magis  potentes  minus  potentes  opprimant  utque 
cuilibet  quod  sibi  iure  competit  reddatur  convenerunt  partes 
predicte,  quod  si  forte  occurreret  ad  bellum  devenire  in  quo 
hello  caperentur  a  copiis  confederatorum  dominia,  castra,  loca 
aut  bona,  que  essent  aut  fuissent  alicuius  ipsarum  parcium  sive 
earum  adherencium  et  commendatorum  simihterque  illorum,  qui 


Einleitung.  43 

de  consensu  et  voluntate  confederatorum  post  conclusionem 
lige  ligam  intrabunt,  in  hoc  casu  ipsa  dominia,  castra,  loca  et 
bona  restitni  debeant  spoliatis  cum  illis  pactis  et  condicionibus, 
que  partibus  contrahentibus  hanc  ligam  videbuntur. 

Item  si  aliqua  pars  in  liga  comprehensa  vel  que  post  con- 
tractum  lige  ligam  intrabit  aut  domini  vel  comunitates  pro  ad- 
herentibus  aut  commendatis  dati  per  aliquam  parcium  in  liga 
comprehensarum  offenderet  aliquem  ex  partibus  principalibus 
seu  adherentes  aut  commendatos  alicuius  ipsarum  parcium,  non 
intelligatur  liga  violata  quoad  alias  partes  principales  non  con- 
tra facientes,  sed  omnes  alle  partes  principales  in  liga  compre- 
hense  teneantur  ad  requisicionem  oflfensi  contra  offendentem 
subsidia  prestare  offenso  pro  eius  defensione  bona  fide  secun. 
dum  casus  exigenciam,  quemadmodum  facerent  et  facere  de- 
berent  si  talis  offendens  non  esset  in  liga  tanquam  principalis 
aut  accessorius  in  liga  comprehensus. 

Item  contingente  casu  belli  (quod  absit)  cum  aliquo  ex 
colligatis  vel  in  liga  comprehensis  partes  alie  non  solum  tene- 
antur non  dare  transitum  et  receptum  ac  victualia  gentibus  ad 
oflfensam  alicuius  parcium  transeuntibus,  sed  illis  transitum  in- 
terdicere  non  solum  denegando  sibi  predicta,  sed  eciam  ob- 
sistendo  ne  transeant  ad  offensam  ut  supra  bona  fide  et  secun- 
dum  casus  exigenciam. 

Item  quod  aliqua  parcium  predictarum  non  possit  nee  de- 
beat  accipere  nee  conducere  ad  servicia  et  stipendia  sua  ali- 
quem capitaneum  armorum,  ductorem,  conestabilem,  vel  alium 
stipendiarium  alicuius  alterius  partis  sine  sciencia  et  consensu 
illius  partis  cuius  esset  stipendiarius.  Et  si  aliquis  ex  predictis 
capitaneis  armorum,  ductoribus,  armigeris,  conestabilibus  et  sti- 
pendiariis  fugeret  et  se  reciperet  in  dominium  alicuius  ex  eis- 
dem  partibus,  pars  illa  in  cuius  dominium  huiusmodi  transfu- 
gerent  teneatur  ad  omnem  requisicionem  et  instanciam  partis 
a  qua  aufugerent  eos  realiter  et  personaliter  detineri  facere  in 
quocumque  loco  dominii  sui,  nee  possint  relaxari  donec  resti- 
tuerint  quicquid  abstulerint  aut  cum  hiis  a  quibus  aufugerint 
concordes  fuerint. 

Item  cum  ex  laudabili  consuetudine  et  sacrorum  canonum 
institutis  Serenissimus  dominus  Romanorum  rex  ad  imperato- 
rium  culmen  electus  pro  cesareo  diademate  accipiendo  Romam 
Sit  profecturus,  prefati  sanctissimus  dominus  noster  et  illustris- 


44  Kinleitung. 

simi  domini  duces  promiserunt  et  promittunt  prefate  cesarie 
maiestati  et  omnibus  copiis  suis  transitum  liberum  per  omnes 
civitates  et  quecumque  loca  et  passus  dicionum  suarum  et  cum 
exhibicione  commeatuum  necessariorum,  qui  tarnen  solvi  de- 
beant  ab  ipsis  gentibus  precio  convenienti,  nee  aliqua  molestia, 
iniuria,  dampnum  aut  offensio  inferri  debeant  ab  eisdem  copiis 
alicui  subditorum  aut  locorum  prefati  serenissimi  domini  nostri 
et  illustrissimorum  dominorum  ducum,  qui  similiter  prestabunt 
omne  auxilium  et  favorem  oportunum  pro  habundanciori  copia 
commeatuum  predictorum. 

Item  pro  declaranda  universo  orbi  summa  observancia, 
qua  illustrissimi  et  excellentissimi  domini  Veneciarum  et  Medio- 
lani  duces  prosequuntur  cesaream  maiestatem,  prefati  illustris- 
simi domini  duces  promiserunt  eidem  maiestati  profisciscenti 
Romam  ad  accipiendam  coronam  imperii  sui  mittere  ad  eam 
comitandum  elmettos  quadringentos  pro  quolibet  ipsorum  do- 
minorum ducum  propriis  stipendiis  et  impensis;  que  quidem 
copie  comitari  debeant  maiestatem  prenominatam  Romam  us- 
que  et  stare  ad  omnem  ipsius  obedienciam  et  mandatum.  Et 
insuper  supranominatus  dominus  Robertus  ut  principalis  ac 
privata  persona  ac  vice  et  nomine  supranominati  serenissimi 
domini  regis  Anglie,  pro  quo  de  rato  et  ratihabicione  promisit 
et  convenit  simili  solempni  stipulacione  interveniente  cum  con* 
federatis  et  colligatis  predictis  et  Stephano  quondam  Alexandri 
civi  Narvien.  publico  apostolica  et  imperiali  auctoritatibus  et 
camere  apostolice  notario,  tunc  ut  publice  persone  presenti  sti- 
pulanti  et  recipienti  pro  eis,  quod  Serenissimus  rex  Anglie  suus 
principalis  omnia  et  singula  in  dictis  capitulis  et  presenti  con- 
tractu contenta  et  expressa  per  publicum  instrumentum,  sive 
per  eins  literas  regias  sue  maiestatis  signatas  et  solito  sigillo 
pro  more  regni  eins  sigillatas  in  autentica  forma,  libere  et  ab- 
solute infra  tres  menses  proxime  futuros  a  die  presentis  sti- 
pulacionis  computandos  apud  dominos  confederatos  ratificabit, 
acceptabit  et  emologabit  ut  iacent ;  promittentes  supranominatus 
sanctissimus  dominus  noster  ut  supra  ac  oratores  et  procura- 
tores  prefati  et  ipsorum  quilibet  nomine  suorum  principalium 
predictorum  respective  invicem  inter  se  solempni  stipulacione 
interveniente  et  notario  suprascripto  ut  publice  persone  presenti 
stipulanti  et  recipienti  pro  eis  et  eorum  quolibet  heredibusque 
et  successoribus  suis  et  omnibus  quorum  interest,  intererit  aut 


Einleitung.  a^ 

interesse  poterit,  quomodolibet  in  futurum  premissa  omnia  et 
singula  in  presenti  contractu  et  capitulis  suprascriptis  contenta 
et  expressa  prout  iacent  attendere,  observare  et  eflfectualiter 
adimplere  et  nuUo  modo  contrafacere  vel  venire  per  se  vel  per 
alium  seu  alios  aliqua  racione,  occasione  vel  causa,  directe  vel 
indirecte,  tacite  vel  expresse,  publice  vel  occulte,  aut  quovis 
quesito  colore,  sub  pena  eadem,  que  in  contractu  alterius  lige 
de  qua  supra  exposita  et  expressa  fuit  et  est  per  partem  con- 
trafacientem  ipso  facto  incurrenda  et  partibus  observantibus  ap- 
plicanda;  qua  pena  commissa  vel  non,  soluta  vel  non,  exacta 
vel  non,  nichilominus  predicta  omnia  et  singula  recta  sint  et 
fmna  perdurent;  obligantesque  videlicet  sanctissimus  dominus 
noster  sua  et  Romane  ecclesie,  procuratores  vero  prefati  eis- 
dem  nominibus  eomndem  suorum  principalium  bona  respective 
presencia  et  futura  statusque  et  dominia  eorum  pro  observa- 
cione  et  implemento  predictorum  omnium  et  singulorum;  re- 
nunciantes  excepcioni  non  sie  celebrati  contractus,  rei  non  sie 
vel  alias  geste,  excepcioni  doli  mali,  metus,  condicioni  indebite 
sine  causa  vel  ex  iniusta  causa  et  omnibus  aliis  excepcionibus  eis 
et  ipsorum  cuilibet  nominibus  predictis  adversus  premissa  et 
quodlibet  premissorum  quomodolibet  competentibus  et  com- 
petituris. 

Per  hunc  autem  presentis  lige  contractum  cum  prefato 
serenissimo  domino  rege  Anglie  inite  prefati  confederati  vide- 
licet sanctissimus  dominus  noster,  serenissimi  Romanorum  et 
Hispaniarum  reges  et  regina  necnon  illustrissimi  domini  Vene- 
ciarum et  Mediolani  duces  et  pro  eis  procuratores  prefati  dictis 
nominibus  non  intellexerunt  nee  intelligunt  recedere  aliquo 
modo  a  supradicta  liga  et  confederacione  inter  eos  inita  et  cele- 
brata,  die  ultima  mensis  Marcii  millesimo  quadringentesimo 
nonagesimo  quinto,  de  qua  supra  in  principio  fitmencio,  neque 
intelligunt  in  aliquo  ab  eadem  liga  capitulis  et  obligacionibus 
ceterisque  aliis  in  ea  contentis  esse  recessum  aliisque  deroga- 
tum,  preiudicatum  seu  quomodolibet  alteratum,  sed  in  omnibus 
et  *)  per  omnia  illam  firmam,  ratam  et  immutatam  perdurare 
ac  penitus  observare  et  implere,  perinde  ac  si  presens  liga  et 
confederacio  cum  predicto  serenissimo  domino  rege  facta  mi- 
nima fiiissent. 


»)  et  fehlt  im  Or. 


46  Einleitung. 

Et  pro  maiori  omnium  et  singulorum  predictorum  robor^ 
et  firmitate  sanctissimus  dominus  noster  in  verbo  pontificis  af— 
firmavit,  oratores  vero  et  procuratores  prefati  et  quilibet  ipso— 
rum  in  animas  suorum  principalium  predictorum  in  pectoribus 
ad  sancta  dei  evangelia  corporaliter  manutacta  scripture  respec- 
tive  iuraverunt  premissa  omnia  et  singula  vera  esse  et  ea  at- 
tendere  et  observare  ut  supra  sub  pena  et  obligacione  pre- 
dictis,  rogantes  notarium  suprascriptum,  ut  de  predictis  Omni- 
bus et  singulis  publicum  conficeret  instrumentum  unum  vel 
plura  conformia  ad  futuram  rei  memoriam. 

Acta  fuerunt  hec  Rome  in  palacio  apostolico  apud  sanc- 
tum  Petrum  in  aula  pontificum  anno  domini  millesimo  qua- 
dringentesimo  nonagesimo  sexto  dieque  decima  octava  mensis 
Julii  supradicti. 

Presentibus  ibidem  reverendis  in  Christo  patribus  et  do- 
minis  Bartholomeo  archiepiscopo  Cusenten.;  L.  episcopo  Capu- 
taquen.,  sanctissimi  domini  nostri  secretariis;  Jeronimo  episcopo 
Archadien.;  Felino  episcopo  Pennen.;  Johanne  electo  Tüllen.; 
Johanne  Baptista  episcopo  Mutinen.,  ipsius  sanctissimi  domini 
nostri  datario;  Francisco  de  Borgia  electo  Thrauen.;  Martino 
de  Azpedia,  apostolice  sedis  protonotario ;  Antonio  de  Monte 
sacri  palacii  apostolici  causarum  auditore;  Johanne  de  Montay, 
oratore  serenissimi  domini  regis  Hungarie;  Johanne  Copis,  ar- 
chidiacono  Leodien.;  Francisco  de  Parma,  in  maiori  parco  ab- 
breviatore  et  Antonio  Fabregnes,  cubiculario  sanctissimi  nostri 
pape,  testibus  ad  premissa  vocatis,  habitis  et  specialiter  requi- 
sitis  et  rogatis. 

Que  quidem  omnia  et  singula  prefata  capitula  sive  arti- 
culos  in  hac  nova  liga  contenta  laudamus,  approbamus,  con- 
firmamus,  ratificamus  et  emologamus.  In  quorum  etc. 

Datum  in  castro  nostro  de  Wyndesore  anno  domini  mil- 
lesimo quadringentesimo  nonagesimo  sexto,  regni  vero  nostri 
duodecimo  mensisque  Septembris  die  vicesimo  tercio. 

Consimiles  litere  in  omnibus  erant  per  dominum  regem  eis- 
dem  loco  et  tempore  signate,  sigillate  et  expedite,  preter  quam 
quod  inthemate  ista  clausula  eratjapposita  et  adiecta  postverbum 
„unionem"  primitus  tamen  contentis  in  dicta  liga  die  ultima 
Marcii  conclusa,  mutuum  videlicet  succursum  sive  subsidium 
dictorum  confederatorum  concernentibus  propter  nimiam  loco- 
rum  distanciam  ceterasque  causas  in  dictis  nostris  instruccioni- 


Einleitung.  ^'j 

biis  palam  exhibitis  et  ostensis  specificatas  ex  sanctissimi  do- 
rnini  nostri  ac  aliorum  serenissimorum  principum  prefatorum 
oratorum  et  procuratorum  consensu  penitus  omissis.  Et  in  rati- 
ficacione  eiusdem  apponatur  ista  clausula  mutuum  succursum 
sive  subsidium  minime  concernencia,  videlicet  immediate  post 
"hoc  verbum  „contenta"  et  immediate  ante  hoc  verbum  ,J[au- 
damus." 


7. 

Hatidelsvertrag  ^w/scJuii  Maximilian  1.  und  Heinrich  VIL  J.  J. 
Atitwerpen  i$o2  Juni  19.  (Ot\  St.-A.  u,  R.  O.J 
Rat   Heinrichs    VIL    d.  d.    Westminster  1^02  Aug.   14.    (Or, 
St'A. ;)  Maximilians  I.  d.  d.  Augsburg  i^o2ßJuli  28.  fOr.  R.  O.J 

Drucke:  Rymer  l.  c\  V\4  174 f. 
Dumont  L  c,  iy\i  ^o  f. 

Universis  et  singulis  ad  quorum  noticias  presentes  littere  per- 
venerint  Karolus  Somerset  unus  militum  ordinis  garterii  ac  unus 
camerariorum  et  capitaneus  garde  illustrissimi  regis  Anglie  ac 
magister  Willielmus  Warham  in  episcopum  Londoniensem  elec- 
tus,  ambassiatores,  procuratores,  oratores  et  commissarii  in  hac 
parte  serenissimi  ac  metuendissimi  domini  nostri  supremi  Hen- 
rici  dei  gracia  regis  Anglie  et  Francie  et  domini  Hibernie  sa- 
lutem.  Sciatis,  quod  nos  pro  dicto  seienissimo  principe  nostro 
Anglie  rege  antedicto  suisque  heredibus  et  successoribus  atque 
eius  et  eorum  nomine  auctoritate  nobis  ab  eodem  rege  nostro 
per  litteras  suas  patentes  commissa,  quarum  tenor  inferius  se- 
quitur  %  cum  venerabilibus  viris  Cornelio  de  Bergis  aurei  vel- 
leris  milite,  domino  temporal!  de  Melin  et  Zevenberghes,  ma- 
rescallo  illustrissimi  principis  domini  Philippi  archiducis  Au- 
strie,  Henrico  de  Wittem  milite  aurei  velleris  domino  tem- 
poral! de  Bersell,  gubernatore  domini  Karoli  ducis  Luxenber- 
gensis  etc.  et  Judoco  Prant  milite  domino  temporal!  de  Blaes- 
velt,  ambassiatoribus,  procuratoribus,  oratoribus  et  commissariis 
sacratissimi  principis  Maximilian!  Romanorum  regis  semper  au- 
gusti,  archiducis  Austrie  etc.  ad  infrascripta  per  ipsius  regis 
Romanorum  litteras  patentes  deputatis,  quarum  eciam  tenor  in- 


<)  Abgedruckt  u,  a,  Rymer  L  c.  VI4  17^, 


48  Einleitung. 

ferius  sequitur^),  convenimus,  contraximus  et  conclusimus  ac 
per  presentes  convenimus,  contrahimus  et  concludimus  omnes 
et  singulos  mercium  et  mercandisarum  intercursus  sequentes 
articulos. 

Inprimis  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
omnes  et  singiili  mercatores  regni  Anglie,  dominii  Hibemie,  ville 
et  marchiarum  Calesii  et  eorum  factores,  famuliares,  negociomm 
gestores  et  ministri,  naute,  magistri  navium  et  marinarii  po- 
terunt  de  cetero  navigare,  ire,  transire  et  redire  per  terram, 
mare  et  aquas  dulces  necnon  eundo  et  redemido  conversari, 
esse  et  morari  secure  et  libere  in  patriis,  terris  et  dominus  Se- 
renissimi regis  Romanorum  et  eciam  in  portubus  et  litoribus 
patriarum,  terrarum  et  dominiorum  predictorum  per  ipsum  re- 
gem Romanorum  aiictorizatis,  in  villis  videlicet  ubi  custumarii 
et  alii  officiarii  regales  sunt  ordinati  ad  vacandum  et  attenden- 
dum  pro  et  super  introitu  et  exitu  navium,  mercatorum  et  mer- 
candisarum et  non  alibi  nee  in  aliis  locis  cum  eorum  bonis  et 
mercandisis  in  patriis,  terris  et  dominus  ipsius  regis  Romanorum 
non  prohibitis  ac  cum  navibus  quibuscunque  et  cum  merca- 
toribus  patriarum,  terrarum  et  dominiorum  predictorum  seu 
eorum  factoribus,  famuliaribus  et  negociorum  gestoribus  ac  mi- 
nistris  necnon  cum  omnibus  aliis  mercatoribus  cuiuscumque 
nacionis  existant  et  eorum  factoribus,  famuliaribus  et  negocio- 
rum gestoribus  ac  ministris  de  quibuscumque  mercandisis  et 
rebus  non  prohibitis  libere  mercare,  emere,  commercium  habere 
et  vendere  ac  mercandisias  facere;  poterintque  ad  et  in  pre- 
dictos  portus  et  litora  patriarum,  terrarum  et  dominiorum  pre- 
fati  domini  regis  Romanorum  tam  eorum  propria  bona  quam 
aliena  ut  prefertur  non  prohibita  ducere,  vel  duci  facere  et  ab 
ipsis  portubus  seu  litoribus  quocienscumque,  quandocumque  et 
quocumque  voluerint  cum  predictis  bonis,  mercandisis  et  navi- 
bus secure  recedere  et  redire. 

Et  pari  modo  omnes  et  singuli  mercatores  patriarum,  ter- 
rarum et  dominiorum  prefati  domini  regis  Romanorum  et  eorum 
factores,  famuliares,  negociorum  gestores  et  ministri,  naute,  ma- 
gistri navium  et  marinarii  poterunt  de  cetero  secure  et  libere 
navigare,  ire,  transire  et  redire  per  terram,  mare  et  aquas  dul- 
ces necnon  eundo  et  redeundo  conversari,  esse  et  morari  secure 


*)  Abgedruckt  u,  a,  Rymer  l,  c,  Vj^  ly^. 


Einleitung.  40 

et  libere  in  dictis  regno  Anglie,  dominio  Hibernie,  villa  et  mar- 
chiis  Calesii  et  eciam  in  portubus  et  litoribus  eorundem  per 
prefatum  dominum  regem  Anglie  auctorizatis,  in  villis  videlicet 
ubi  custumarii  ac  alii  officiarii  regii  sunt  ordinati  ad  vacandum 
et  attendendum  pro  et  super  introitu  et  exitu  navium,  merca- 
torum  et  mercandisarum  et  non  alibi  nee  in  aliis  locis  cum 
eorum  bonis  et  mercandisis  in  dicto  regno  Anglie,  dominio  Hi- 
bernie,  vel  villa  et  marchiis  Calesii  non  prohibitis  ac  cum  na- 
vibus  quibuscumque  et  cum  mercatoribus  Anglie,  Hibernie  et 
Calesii  ac  marchiarum  eiusdem  seu  eorum  factoribus,  famuliari- 
bus,  negociorum  gestoribus  ac  ministris  necnon  cum  omnibus 
aliis  mercatoribus  cuiuscumque  nacionis  existant  et  eorum  fac- 
toribus, famuliaribus  et  negociorum  gestoribus  et  ministris  de 
quibuscumque  mercandisis  et  rebus  non  prohibitis  libere  mercari, 
emere,  commercium  habere  et  vendere  ac  mercandisias  facere ; 
poteruntque  ad  et  in  predictos  portus  Anglie,  Hibernie  ac  Calesii 
tarn  eorum  propria  bona  quam  aliena  ut   prefertur  non  pro- 
hibita  ducere  vel  duci  facere  et  ab  ipsis  portubus  seu  litoribus 
quocienscumque,  quandocumque  et  quocumque  voluerint  cum 
predictis  bonis,  mercandisis  et  navibus  libere  et  secure  recedere 
et   redire,    absque  eo  quod  aliqui  mercatores  regnorum,  pa- 
triarum,  terrarum  alicuius  principis  principum  predictorum  per 
ipsos  principes  seu  eorum  officiarios  quovis  pacto  redargui  vel 
aliqua  pena  multari  possint,  vel  quod  per  eosdem  ipsis  mer- 
catoribus aliquod   dampnum,    preiudicium   vel  impedimentum 
fieri  aut  inferri  possit  per  viam  facti  occasione  guerre  vel  depre- 
dacionum  aut  attemptatorum  factorum  vel  fiendorum  vel  alio 
modo  ex  causa  quacumque,  solvendo  tamen  quantum  attinet  ad 
mercatores  utriusque  partis  parcium  predictarum  pro  rebus,  bo- 
nis et  mercandisis  suis   iura  et  theolonea  pro  eisdem  debita  et 
consueta. 

Item  conventum  est,  quod  presentem  tractatum  ac  omnia 
et  singula  capitula  in  eodem  contenta  uterque  princeps  prin- 
cipum predictorum  per  litteras  suas  patentes  magnis  sigillis  suis 
sigillatas  et  manibus  suis  propriis  subscriptas  et  subsignatas  in- 
fra  duos  menses  datam  presencium  proxime  et  immediate  se- 
quentes  acceptabit,  confirmabit  et  ratificabit,  omnesque'et  sin- 
gulos  tam  iuris  quam  facti  defectus  et  presertim  si  que  sunt 
racione  commissionis  aut  commissionum  principum  predictorum, 
ita  ut  si  ad  presentem  tractatum  aut  ad  aliquod  in  eodem  con- 

Österrdchisch-eoglische  SUatsverträgc  Bd.  I.  4 


^O  Einleitung. 

tentum  et  nominibus  eorundem  principum  per  nos  conclusum 
in  aliqua  sua  parte  aliqua  commissio  commissionum  predicta- 
rum  non  satis  ampla  ac  sufficiens  videatur,  per  suas  litteras  con- 
finnatorias  ut  premittitur  signatas  et  sigillatas  suplebit  bene- 
ficioque  omnium  et  singulorum  canonum  ac  legum,  quos  qui- 
dem  canones  ac  leges  pro  hie  expressis  habemus;  quibus  propter 
defectum  alicuius  commissionis  commissionum  predictarum  ali- 
cui  articulorum  presentis  tractatus  in  parte  vel  in  toto  derogari 
possit  in  dictis  suis  litteris  confirmatoriis  palam  et  expresse  re- 
nunciabit  et  nos  commissarii  principum  predictorum  eorundem 
nominibus  renunciamus    per  presentes.     Promittetque    uterque 
princeps  principum  predictorum  bona  fide  et  in  verbo  regio 
omnia  et  singula  capitula  presentis  tractatus  et  in  eis  aut  eorum 
aliquo  contenta  quantum  ad  eos   pertinet  pure,  fideliter  ac  in- 
violabiliter  teuere,  adimplere  et   observare  et  ab  aliis  teneri, 
adimpleri  et  observari  facere,  nee  contra  ea  aut  eorum  aliquod 
facere  aut  venire,   fierive  aut  xeniri  uUo  unquam  tempore  con- 
sentire  vel  permittere.    Quas  quidem  litteras  confirmatorias  et 
ratificatorias    ut  premittitur    sigillatas    et   subsignatas   uterque 
principum  predictorum  infra  dictos  duos  menses  in  civitate  Lon- 
doniens  commissariis  sufficienter  in  ea  parte  deputatis  vicissim 
tradet  et  deliberabit,  tradive  et  deliberari  faciet. 

[tem  conventum  est,  quod  dictus  sacratissimus  Roma- 
norum rex  omnia  et  singula  capitula  presentis  tractatus  vel 
saltem  tenorem  et  elTectum  eorundem  in  dignioribus  civitati- 
bus  et  opidis  patriarum  suarum  immediate  post  tradicionem 
dictarum  litterarum  confirmatoriarum  publicari,  notificari  ac  pro- 
clamari  faciet  cum  effectu,  et  dictus  Serenissimus  rex  Anglie 
omnia  et  singula  huiusmodi  capitula  presentis  tractatus  vel  sal- 
tem tenorem  et  effectum  eorundem  immediate  post  tradicionem 
dictarum  litterarum  ut  premittitur  confirmatoriarum  in  digniori- 
bus civitatibus  et  opidis  regni  sui  publicari  aut  proclamari  faciet 
cum  effectu. 

Sequuntur  tenores  commissionum  factarum  commissariis 
illustrissimi  regis  Anglie  et  sacratissimi  regis  Romanorum.  i) 

In  quorum  omnium  et  singulorum  premissorum  fidem  et 
testimonium  nos  Serenissimi  regis  Anglie  commissarii  antedicti 
sigilla  nostra  presentibus  apposuimus  et  nomina  nostra  mani- 


*)  VgL  die  Anw.  p.  ^7. 


Einleitung.  ^  I 

bus  nostris  propriis  subscripsimus.  Datum  apud  Andwerpiam 
decimo  nono  die  mensis  Junii  anno  domini  millesimo  quin- 
gentesimo  secundo. 

C  Somerset.    William  Warham. 


8. 

Freundschaftsbündnis  :(uoischen  Maximilian  L  und  Heinrich  VIL 
d.  d.  Antwerpen  i$o2  funi  20,  (Or.  St-A,  //.  R,  0,J 
Rat.  Heinrichs  VH.  d,  d,  Westminster  1^02  Augtist  14,  (Or.  St,-A, ;) 
Maximilians  I.  Augsburg  i$o2  Juli  28.  (Or,  R,  O,) 

Drucke:  Rymer  U  c,  VI4  180 ff, 
Dumont  h  c,  IVji  ^4 ff. 

Universis  et  singulis  ad  quorum  noticias  presentes  littere 
pervenerint  Karolus  Somerset  unus  militum  ordinis  garterii  ac 
unus  camerariprum  et  capitaneus  garde  illustrissimi  regis  Anglie 
ac  magister  Willielmus  Warham  in  episcopum  Londoniensem 
electus,  ambassiatores,  procuratores,  oratores  et  commissarii  in 
hac  parte  serenissimi  ac  metuendissimi  domini  nostri  supremi 
Henrici  dei  gracia  regis  Anglie  et  Francie  et  domini  Hibernie 
salutem.  Sciatis,  quod  nos  pro  dicto  serenissimo  principe  nostro 
Anglie  rege  antedicto  suisque  heredibus  et  successoribus  atque 
eins  et  eorum  nomine,  auctoritate  nobis  ab  eodem  rege  nostro 
per  litteras  suas  patentes  commissa,  quarum  tenor  inferius  se- 
quitur*),  cum  venerabilibus  viris  Cornelio  de  Bergis  aurei  vel- 
leris  milite,  domino  temporali  de  Melin  et  Zevenberghes  etcl, 
marescallo  illustrissimi  principis  domini  Philippi  archiducis  Au- 
strie,  Henrico  de  Wittem  milite  aurei  velleris,  domino  temporali 
de  Bersell,  gubernatorem  domini  Karoli  ducis  Luxenbergensis  etc. 
et  Judoco  Prant  milite,  domino  temporali  de  Blaesvelt,  ambas- 
siatoribus,  procuratoribus,  oratoribus  et  commissariis  sacratissimi 
principis  Maximiliani  Romanorum  regis  semper  augusti  archi- 
ducis Austrie  etc.  ad  infrascripta  per  ipsius  regis  Romanorum 
litteras  patentes  deputatis,  quarum  eciam  tenor  inferius  sequi- 
tur  *),  convenimus,  contraximus  et  conclusimus  ac  per  presentes 
convenimus,  contrahimus  et  concludimus  omnes  et  singulos 
pacis  et  amiciciarum  sequentes  articulos. 


*)  Vgl.  Rymer  l.  c.  VI4  j8j. 
«)  VgL  Rpner  l.  c  VI4  i8a. 

4^ 


c^  •  Einleitung. 

Inprimis  iiiter  nos  oratores,  ambassiatores  et  commissarios 
nominibus  principum  nostrorum  appunctuatum,  conventum,  con- 
cordatum  et  conclusum  est,  quod  inter  sacratissimum  Romano- 
rum et  serenissimum  Anglie  reges,  eorum  heredes  et  successores, 
regna,  patrias  et  dominia,  terras,  districtus  et  iurisdicciones  ac  alia 
loca  quecumque  sub  eonim  obediencia  vel  iurisdiccione  existencia 
iure  hereditario  vel  successario  ad  eos  aut  eorum  alterum  spec- 
tancia  et  pertinencia,  necnon  vasallos,  ligeos  homines  subditos- 
que  suos  quoscumque  presentes  et  futuros,  tam  ecclesiasticos 
quam  seculares,  cuiuscumque  gradus,  preeminencie,  Status  aut 
condicionis  existant,  sit  bona,  realis,  sincera,  vera,  integra  et 
firma  pax,  amicicia,  liga,  confederacio  et  guerranim  abstinencia 
per  terram,  mare  et  aquas  dulces  et  ubique  locorum  de  ceten^ 
et  in  antea  semper  perpetuis  futuris  temporibus  duratura. 

Item  conventum  et  conclusum  est,  quod  nuUus  dictorum 
principum  movebit  aut  faciet  per  se  aut  subditos  suos  aut  per 
alios  quoscumque  moveri  aut  fieri  permittet  guerram  per  ter- 
ram, mare  neque  aquas  dulces  adversus  alterum  dictorum  prin- 
cipum eorumve  subditos  aut  ligeos  suos  nee  dabit  auxilium, 
consilium  vel  favorem  publice  vel  occulte,  ut  huiusmodi  guerra 
moveatur  vel  excitetur  quovis  modo. 

Item  pro  securiori  firmitate  et  observacione  pacis,  amicicie, 
confederacionis  et  intelügencie  predictarum  conventum,  concor- 
datum  et  conclusum  est,  quod  neuter  regum  predictorum  in  sua 
regna,  patrias,  dominia,  portus,  districtus,  territoria,  obediencias 
vel  iurisdicciones  quovis  modo  receptabit  aut  a  subditis  suis 
eorum  alter  receptari  permittet  aliquem  vel  aliquos  eorum  vel 
alterius  eorum  rebellem,  proditorem  aut  transftigam,  rebelles, 
proditores  aut  transfugas  cuiuscumque  dignitatis,  Status,  gradus 
aut  condicionis  existant,  eciam  si  ducali  aut  alia  dignitate  qua- 
cumque  prefulgeant,  de  crimine  lese  magestatis  suspectum,  re- 
putatum  seu  convictum,  suspectos,  reputatos  aut  convictos,  nee 
huiusmodi  rebelli,  proditori  sive  transfuge,  rebellibus,  proditori- 
bus  sive  transfugis  in  suis  aut  alienis  regnis,  patriis,  terris,  do- 
minus, portubus,  districtubus,  territoriis,  obedienciis  vel  iuris- 
diccionibus  dabit  aut  a  subditis  suis  dari  seu  prestari  permittet 
verbo,  facto  aut  scripto  aut  alio  modo  quocumque  consilium, 
auxilium,  favorem,  subsidium  aut  assistenciam  publice  vel  occulte. 

Item  conventum  est  quod  si  alter  regum  predictorum  ali- 
quem vel   aliquos  suum  vel  suos  fuis^e  et  esse  rebellem  vel 


Einleitung.  ra 

rebelies,  profugum  vel  profugos  et  in  sua  regna,  patrias,  do- 
minia,  terras,  portus  vel  districtus  aut  eorum  aliquem  receptum 
esse  vel  receptos  aut  ibidem  latitare  aut  se  tenere  per  litteras 
suas  alten  signicaverit  aut  declaraverit,  tunc  pars  illa,  que  huius- 
modi  litteras  receperit  vel  cui  taliter  significatum  aut  declaratum 
fuerit,  huiusmodi  rebellem  vel  rebelles,  profugum  vel  profugos 
infra  decem  dies  a  die  significacionis  predicte  proximo  et  con- 
tinue  numerandos  tenebitur  illum  et  illos  illico  proscribere  et 
bannire  sub  poena  capitali  et  talem  proscripcionem  sive  ban- 
num  contempnentem  vel  contempnentes  eadem  pena  statim  et 
sine  dilacione  aut  excusacione  quacumque  effectualiter  pimiet 
seu  puniri  faciet. 

Item,  quia  firma  amicicia  inter  principes  esse  non  possit, 
si  alter  principum  hostes  aut  rebelles  alterius  in  suis  regnis,  pa- 
triis,  terris,  dominus  aut  obedienciis  se  continere  permiserit,  con- 
ventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  uterque  princeps 
principum  predictorum  omnes  et  singulos  rebelles,  profugum 
vel  profugos  alterius  principis,  qui  iam  in  suis  regnis,  patriis, 
terris,  dominus,  villis,  portubus,  districtibus,  obedienciis,  terri- 
toriis  aut  iurisdiccionibus  existunt,  ab  eisdem  regnis,  patriis, 
terris,  dominus,  villis,  portubus,  districtibus,  territoriis,  obedien- 
ciis aut  iurisdiccionibus  immediate  post  datam  presencium  sub 
pena  capitali  in  locis  publicis  perpetuo  banniet  et  proscribet; 
et  si  eorum  aliquis  vel  aliqui  post  et  contra  huiusmodi  pro- 
clamacionem,  bannicionem  et  proscripcionem  in  aliquo  loco 
regnorum,  terrarum,  dominiorum,  territoriorum ,  districtuum, 
portuum,  obedienciarum  aut  iurisdiccionum  suorum  predictorum 
steterit  vel  steterint,  vel  in  eadem  regna,  terras,  dominia,  terri- 
toria,  iurisdicciones  vel  portus  redierit  vel  redierint  vel  in  eisdem 
vel  eorum  aliquo  repertus  aut  reperti  fuerint,  princeps  in  cuius 
regnis,  terris,  dominus,  territoriis,  districtibus,  portubus  vel  iuris- 
diccionibus sie  steterit  aut  steterint  vel  ad  que  redierit  vel  re- 
dierint aut  in  eisdem  inventus  aut  inventi  fuerint,  eos  et  eorum 
quemlibet  in  aliqua  civitate,  opido  vel  loco  insigni  et  in  eius- 
dem  civitatis,  opidi  et  loci  loco,  ubi  capitales  execuciones  fieri 
consueverunt,  infra  decem  dies  postquam  sie  inventus  aut  in- 
venti fuerint  capitali  execucioni  publice  demandabit 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  sacra- 
tissimus  rex  Romanorum  necnon  illustrissimus  princeps  dominus 
Philippus,  archidux  Austrie,  carissimus  eiusdem  regis  primogeni- 


e  ^  Einleilung. 

tus  dignissimum  et  antiquissimum  ordinem  garterii,  quam  primum 
post  datam  presencium  fieri  posset,  admittent  et  acceptabunt  et 
eodem  ordine  palam  et  publice  utentur  ac  omnia  et  singula 
statuta,  ordinaciones  et  consuetudines  eiusdem  ordinis,  nisi  qua- 
tenus  cum  eis  dispensatum  fuerit,  inviolabiliter  observabunt  ^) 

Item  conventum  est,  quod  illustrissimus  rex  Anglie  nee- 
non  Serenissimus  dominus  Henricus  princeps  Wallie  carissimus 
eiusdem  regis  filius  et  heres  approbatissimum  ordinem  aurei 
velleris,  quam  primum  post  datam  presencium  fieri  possit,  ad- 
mittent et  acceptabunt  et  eodem  ordine  palam  et  publice  uten- 
tur ac  omnia  et  singula  statuta,  ordinaciones  et  consuetudines 
eiusdem  ordinis,  nisi  quatenus  cum  eis  dispensatum  fiierit,  in- 
violabiliter observabunt. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  in 
presentibus  pace  et  amicicia  comprehendantur  amici,  confederati 
et  alligati  utriusque  principis  si  comprehendi  voluerint  et  eorum 
regna  et  dominia  et  super  hoc  animos  suos  declaraverint  et 
idem  infra  sex  menses  ex  nunc  proxime  sequentes  desidera- 
verint ;  et  specialiter  pro  parte  excellentissimi  regis  Anglie,  rex 
Ludovicus  Francie  et  Hispanie,  Portugalie,  Scocie  atque  Dacie 
reges,  archidux  Austrie,  duces  Veneciarum,  Ferrarie  et  Sebaudie 
necnon  societates  mercatorum  Hanze  theutonice;  et  pro  parte 
regis  Romanorum  rex  Ludovicus  Francie  ac  Hispanie  et  Scocie 
reges  necnon  Philippus  filius  suus  Austrie  archidux. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
omnes  et  singuli  heredes  et  successores  omnium  et  singulorum 
regum  Anglie  et  Romanorum  infra  sex  menses  proxime  et  im- 
mediate  sequentes  obitum  dicti  principis  decedentis  litteras  suas 
omnium  et  singulorum  capitulorum  in  presenti  tractatu  et  da- 
tura  eiusdem  comprehensorum  et  conclusorum  ratificatorias  et 
confirmatorias  magnoque  suo  sigillo  sigillatas  alteri  eorundem 
principum  heredibus  et  successoribus  suis  tradent  et  delibera- 
bunt,  tradive  et  deliberari  facient. 

Item  conventum  est,  quod  presentem  tractatum  ac  omnia 
et  singula  capitula  in  eodem  contenta  uterque  princeps  prin- 
cipum predictorum  per  litteras  suas  patentes  magnis  sigillis  suis 
sigillatas  et  manibus  suis  propriis  subscriptas  et  subsignatas  in- 
fra duos  menses  datam  presencium  proxime  et  immediate  se- 


<)  Vgl.  Husch  /.  c.  iS^f,  und  ^7^  f. 


Einleitung.  cc 

quentes  acceptabit,  confirmabit  et  ratificabit,  omnesque  et  sin- 
gulüs  tam  iuris  quam  facti  defectus  et  presertim,  si  qui  sint  ra- 
cione  commissionis  aut  commissionum  principum  predictorum, 
ita  ut  si  ad  präsentem  tractatum  aut  ad  aliquod  in  eodem  con- 
tentum  et  nominibus  eorundem  principum  per  nos  conclusum 
in  aliqua  sua  parte  aliqua  commissio  commissionum  predicta- 
rum  non  satis  ampla  ac  sufficiens  videatur,  per  suas  litteras 
confirmatorias  ut  premittitur  signatas  et  sigillatas  suplebit  be- 
neficioque  omnium  et  singulorum  canonum  ac  legum,  quos  qui- 
dem  canones  ac  leges  pro  hie  expressis  habemus;  quibus  propter 
defectum  alicuius  commissionis  commissionimi  predictarum  ali- 
cui  articulorum  presentis  tractatus  in  parte  vel  in  toto  derogari 
possit  in  dictis  suis  litteris  confirmatoriis  palam  et  expresse  re- 
nunciabit  et  nos  commissarii  principum  predictorum  eorundem 
nominibus  renunciamus  per  presentes.  Quas  quidem  literas 
confirmatorias  et  ratificatorias  ut  premittitiu*  sigillatas  et  sub- 
signatas  uterque  princeps  principum  predictorum  infra  dictos 
duos  menses  in  civitate  Londoniensi  commissariis  sufficienter  in 
ea  parte  deputatis  vicissim  tradet  et  deliberabit  aut  tradive  et 
deliberari  faciet. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
uterque  princeps  principum  predictorum  infra  quatuor  menses 
proxime  et  immediate  sequentes  datam  dictarum  litterarum  con- 
firmatoriarum  per  utrumque  principem  principum  predictorum 
ut  premittitur  suis  sigillis  sigillatarum  et  suis  manibus  sub- 
scriptarum  et  subsignatarum  ac  in  civitate  Londoniensi  commis- 
sariis utriusque  principis  principum  predictorum  in  ea  parte  sul- 
ticienter  auctorizatis  traditarum  et  liberatarum  iusiurandum  tam 
per  sancta  dei  evangelia  per  eorum  utrumque  corporaliter  tacta 
quam  ad  et  per  sacrosanctum  corpus  domini  nostri  Jhesu  Cristi 
per  eosdem  corporaliter  visum,  in  presencia  illius  quem  prin- 
cipes  antedicti  duxerint  deputandum  sine  dilacione  aut  excu- 
sacione  quacumque  dabit  ac  prestabit,  quod  bona  fide  et  sine 
fraude  ac  dolo  aut  sinistra  interpretacione  quacumque  bene, 
fideliter  ac  inviolabiliter  omnia  et  singula  capitula  presentis  trac- 
tatus ac  omnia  in  eisdem  aut  eorum  aliquo  contenta  tenebit, 
observabit  et  adimplebit  et  ab  aliis  teneri,  adimpleri  et  obser- 
vari  faciet  ac  mandabit ,  nee  aliquod  contra  aliquam  partem  ali- 
cuius articuli  presentis  tractatus  publice  vel  occulte  fieri  aut  at- 


^6  Einleitung. 

temptari  permittet,  sed  expresse  et  cum  effectu  contradicet  et 
impediet. 

Item  nos  omnes  et  singuli  commissarii  utriusque  principis 
principum  predictorum  fatemur  per  presentes,  nos  et  nostrum 
quemlibet  ad  sancta  dei  evangelia  per  nos  corporaliter  tacta 
nominibus  eorundem  principum  nostrorum  ac  in  eorum  animas 
iuramenta  prestitisse  eosdemque  principes  et  eorum  quemlibet 
ad  omnia  et  singula  capitula  in  presenti  tractatu  inita  et  con- 
clusa  modo  et  forma  quibus  per  nos  concluduntur  astrinxisse 
et  obligasse  ac  per  presentes  astringimus  et  obligamus. 

Item  conventum  est,  quod  dictus  sacratissimus  Romano- 
rum rex  omnia  et  singula  capitula  presentis  tractatus  vel  sal- 
tem  tenorem  et  effectum  eorundem  in  dignioribus  civitatibus 
et  opidis  patriarum  suarum  immediate  post  tradicionem  dicta- 
rum  litterarum  confirmatoriarum  publicari,  notificari  ac  procla- 
mari  faciet  cum  effectu. 

Et  dictus  Serenissimus  rex  Anglie  omnia  et  singula  huius- 
modi  capitula  presentis  tractatus  vel  saltem  tenorem  et  effectum 
eorundem  immediate  post  tradicionem  dictarum  litterarum  ut 
premittitur  confirmatoriarum  in  dignioribus  civitatibus  et  opidis 
regni  sui  publicari,  notificari  ac  proclamari  faciet  cum   effectu. 

Sequunter  tenores  commissionum  predictorum  oratorum 
et  commissariorum  serenissimi  regis  Anglie  et  sacratissimi  regis 
Romanorum.  ^) 

In  quorum  omnium  et  singulorum  premissorum  fidem  et 
testimonium  nos  serenissimi  regis  Anglie  commissarii  antedicti 
sigilla  nostra  presentibus  apposuimus  et  nomina  nostra  manibus 
nostris  propriis  subscripsimus. 

Data  apud  Andwerpiam  vicesimo  die  mensis  Junii  anno 
domini  millesimo  quingentesimo  secundo. 

C.  Somerset.     William  Warham. 

»)  VgL  p.  5i  Anm, 


Einleitung.  zn 

9. 

Vertrag  ixjoischm  Maximilian  L  und  Heinrich   VII.   über  die 
Behandlung  von  Rebellen  d.  d,  Antwerpen  1^02.  Juni  20.  (Or, 
R.  O.,  Kopie  St.-A.) 
Rat.  Maximilians  d.  d.  Augsburg  1^02  Juli  28.  (Or.  R.  O.)^) 

Druck:  Rymer  L  c.  VI4  178. 

Universis  et  singulis  ad  quorum  noticias  presentes  littere 
pervenerint  Cornelius  de  Berghes  aiirei  velleris  miles,  dominus 
temporaüs  de  Melin  et  Zevenberghe  etc.,  marescallus  illustris- 
simi  principis  domini  Philippi  archiducis  Austrie,  Henricus  de 
Wittam  miles  aurei  velleris,  dominus  temporalis  de  Berssel, 
gubernator  domini  Karoli  ducis  Luxembergensis  etc.  et  Judocus 
Prant  miles,  dominus  temporalis  de  Blaesvelt,  ambassiatores,  pro- 
curatores,  oratores  et  commissarii  in  hac  parte  sacratissimi  prin- 
cipis Maximilian]  Romanorum  regis  semper  augusti  archiducis 
Austrie  etc.  salutem: 

Sciatis,  quod  nos  oratores  antedicti  a  prefato  rege  suffi- 
cientem  commissionem  habentes,  cuius  quidem  commissionis 
tenor  inferius  inseritur*),  cum  venerabilibus  et  egregiis  viris, 
Karolo  Somerset^  uno  militum  ordinis  garterii  et  uno  camera- 
riorum  ac  capitaneo  garde  illustrissimi  regis  Anglie  ac  magistro 
Willielmo  Warham  in  episcopum  Londoniensem  electo,  am- 
bassiatoribus,  procuratoribus,  oratoribus  et  commissariis  dicti 
regis  Anglie  et  ab  eodem  domino  rege  Anglie  sufficientem  auc- 
toritatem  et  commissionem  habentibus,  cuius  commissionis  tenor 
eciam  inferius  inseritur»),  preter  et  ultra  capitula  tractatus  ami- 
ciciarum,  confederacionum  et  mercium  intercursus  de  data  pre- 
sencium  cum  prefatis  oratoribus  nomine  et  auctoritate  dicti  re- 
gis Romanorum  eciam  omnia  et  singula  sequencia  capitula  ad 
et  per  totum  tempus  vite  utriusque  principis  principum  pre- 
dictorum  et  per  unum  annum  post  obitum  principis  Ultimi  de- 
cedentis  inter  eosdem  reges  et  eorum  subditos  duratura  in  forma 


*)  Da  das  im  R.  O.  befindUche  Original  dieses  Vertrages  stark  beschädigt 
ist,  musste  :{ur  Herstellung  des  Textes  gelegentlich  neben  dein  Originale  auch 
die  im  Wiener  Staatsarchive  befindliche  vidimierte  Kopie  herange\ogen  werden. 

»)  Vgl.,  Rymer  l.  c.  V/^  ijS. 

•')  Vgl.  Rymer  /.  c.   V/^  178. 


c8  Einleitung. 

sequenti  convenimus,  contraximus  et  conclusimus  ac  per  pre- 
sentes  convenimus,  contrahimus  et  concludimus. 

Inprimis  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
dictus  rex  Romanorum  nee  per  se  nee  per  alios  in  terras,  pa- 
trias,  dominia,  districtus  et  iurisdicciones  aut  alia  loca  quecum- 
que  imperii  aliquem  vel  aliquos  dicti  regis  Anglie  rebellem, 
proditorem  aut  transfugam,  rebelles,  proditores  aut  transfugas 
de  crimine  lese  magestatis  suspectum,  reputatum  seu  convictum, 
suspectos,  reputatos  seu  convictos,  cuiuscunque  Status,  gradus 
aut  condicionis  existant,  eciam  si  ducali  aut  alia  dignitate  qua- 
cumque  prefulgeant,  quovismodo  receptabit  nee  ab  aliis  recep- 
tari  taeite  vel  oeeulte  eonseneiet,  sed  palam  et  expresse  cum 
effectu  quantum  in  eo  erit  prohibebit,  eontradieet  et  impediet, 
nee  huiusmodi  rebelli,  proditori  sive  transfuge,  rebellibus,  pro- 
ditoribus  aut  transfugis  infra  terras,  patrias,  dominia,  obedien- 
eias,  portus,  distrietus,  iurisdieeiones  aut  alia  loea  imperii  nee 
extra  terras,  patrias,  dominia,  obedieneias,  portus,  distrietus, 
iurisdieeiones  verbo,  faeto  aut  seripto  vel  alio  modo  quocum- 
que  eonsilium,  auxilium,  favorem,  subsidium,  naves,  peeunias, 
gentes  armorum,  vietualia  aut  aliam  assisteneiam  quameunqne 
publiee  vel  oeeulte  dabit  aut  a  suis  subditis  dari  aut  prestari 
eonseneiet,  sed  palam  et  expresse  sie  faeientibus  eum  effeetu 
melioribus  modo,  via  et  forma  quibus  possit  resistet  et  eos- 
dem  pro  viribus  impediet;  nee  idem  rex  Romanorum  alieui  re- 
belli, proditori  aut  transfuge  predieti  regis  Anglie  de  crimine 
lese  maiestatis  quoquo  modo  suspeeto,  eeiam  si  dueali  aut  alia 
dignitate  quaeunque  prefulgeant,  qui  nunc  sunt  in  regnis,  terris, 
patriis,  dominus,  territoriis,  distrietibus,  iurisdieeionibus  aut  ali- 
quo  obedieneiarum  loco  imperii,  nee  per  se  nee  suos  subditos 
verbo,  faeto  aut  seripto  aut  alio  modo  quocumque  eonsilium, 
auxilium,  favorem,  subsidium,  naves,  peeunias,  gentes  armorum, 
vietualia  aut  aliam  assisteneiam  quameumque  publiee  vel  oeeulte 
dabit  aut  a  subditis  imperii  dari  aut  prestari  eonseneiet,  sed 
palam  et  expresse  sie  faeientibus  eum  effeetu  melioribus  modo, 
via  et  forma  quibus  possit  resistet  et  eosdem  pro  viribus  quan- 
tum in  eo  erit  impediet. 

Item  conventum  est,  quod  presentem  traetatum  ac  omnia 
et  singula  capitula  in  eodem  contenta  prefatus  rex  Romanorum 
per  litteras  suas  patentes  magno  sigillo  suo  sigillatas  et  manu 
sua  propria  suscriptas  et  subsignatas   infra  duos  menses  datam 


Einleitung.  cq 

presencium  proxime  et  immediate  sequentes  acceptabit,  con- 
firmabit  et  ratificabit  necnon  omnia  et  singula  ad  presentem 
tractatum  quoquo  modo  spectancia  faciet,  que  salvo  iureiurando 
per  eum  quovismodo  imperio  prestito  facere  possit,  omnesque 
et  singulos  tarn  iuris  quam  facti  defectus  et  presertim  si  qui 
sint  racione  sue  commissionis,  ita  ut  si  ad  presentem  tractatum 
aut  ad  aliquod  in  eodem  contentum  in  aliqua  sua  parte  non 
satis  ampla  ac  sufficiens  ea  commissi©  videatur  per  suas  lit- 
teras  confirmatorias  ut  premittitur  signatas  et  sigillatas  suple- 
bit  beneficioque  omnium  et  singulorum  canonum  et  legum, 
quos  quidem  canones  et  leges  pro  hie  expressis  habebit;  quibus 
propter  defectum  dicte  commissionis  alicui  articulorum  presentis 
tractatus  in  parte  vel  in  toto  derogari  possit  in  dictis  suis  lit- 
teris  confirmatoriis  palam  et  expresse  renunciabit  et  nos  com- 
missarii  eiusdem  regis  Romanorum  nomine  eiusdem  renuncia- 
mus  per  presentes;  quas  quidem  litteras  confirmatorias  et  rati- 
ficatorias  ut  premittitur  sigillatas  et  subsignatas  prefatus  Ro- 
manorum rex  infra  dictos  duos  menses  in  civitate  Londoniensi, 
commissariis  prefati  regis  Anglie  sufficienter  in  ea  parte  depu- 
tatis  tradet  et  deliberabit,  aut  tradive  et  deliberari  faciet. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  pre- 
fatus Romanorum  rex  infra  quatuor  menses  proxime  et  imme- 
diate sequentes  datam  dictarum  litterarum  confirmatoriarum  ut 
premittitur  sigillatarum  et  subsignatarum  et  modo  et  forma 
predictis  traditarum  et  liberatarum  iusiurandum  tarn  per  sancta 
dei  evangelia  per  eundem  corporaliter  tacta,  quam  ad  et  per 
sacrosanctum  corpus  domini  nostri  Jhesu  Cristi  per  eundem 
corporaliter  visum,  in  presencia  illius  vel  illorum  quem  vel 
quos  dictus  Anglie  rex  duxerit  deputandum  vel  deputandos, 
sine  dilacione  et  excusacione  quacumque  dabit  et  prestabit, 
quod  bona  fide  et  sine  fraude  ac  dolo  ac  sinistra  interpretacione 
quacumque  bene,  fideliter  ac  inviolabiliter  omnia  et  singula  ca- 
pitula  presentis  tractatus  ac  omnia  in  eisdem  aut  eorum  aliquo 
contenta  tenebit,  observabit  et  adimplebit  et  ab  aliis  teneri,  ob- 
servari  et  adimpleri  faciet  ac  mandabit,  nee  aliquod  contra  ali- 
quam  partem  alicuius  articuli  presentis  tractatus  publice  vel 
occulte  fieri  aut  attemptari  permittet,  sed  expresse  et  cum  efTectu 
contradicet  et  impediet. 

Item  nos  omnes  et  singuli  commissarii  dicti  regis  Roma- 
norum fatemur  per  presentes    nos  et  nostrum  quemlibet  ad 


6o  Einleitung. 

sancta  dei  evangelia  per  nos  corporaliter  tacta  nomine  eiusdem 
principis  nostri  ac  in  eins  animam  iuramentum  prestitisse  eun- 
demque  principem  nostrum  ad  omnia  et  singula  capitula  in  pre- 
senti  tractatu  inita  et  conclusa  modo  et  forma  quibus  per  nos 
concluduntur,  astrinxisse  et  obligasse  ac  per  presentes  astrin- 
gimus  et  obligamus. 

Sequuntur  tenores  commissionum  predictorum  oratomm 
et  commissariorum  sacratissimi  regis  Romanorum  et  Serenissimi 
regis  AnglieJ) 

In  quorum  omnium  et  singulorum  premissorum  fidem  et 
testimonium  nos  sacratissimi  regis  Romanorum  commissarii  an- 
tedicti  sigilla  nostra  presentibus  apposuimus  et  nomina  nostra 
manibus  nostris  propriis  subscripsimus. 

Data  apud  Andwerpiam  die  vicesima  mensis  Junii  anno 
domini  millesimo  quingentesimo  secundo. 

Cor.  de  Berghes.         Bersselle.         Jodocus  de  Prant 
L.  S.  L.  S.  L.  S. 


Subsidicuvertrag  :i'icischen  Maximilian  I.  und  Heinrich  VII. 
ä,  d.  Antwerpen  1^02  Juni  20.  (Or.  R.  O.;  Kopie  St-A,;)  und 
Empfangsbestätigung  Maximilians  L  über  10000  Pfund  Sterling 
d.  d.  Augsburg  iß02  Juli  28.   (Or.  R.  O,)^) 

Dnuk:  Ryinrr  l.  *.   V/^  /75/.  //.  170- 

Cum  ad  tuicionem  ac  defensionem  cristiane  tidei  et  pre- 
sertim  contra  perfidissimam  et  iniquissimam  Turcorum  gentem, 
qui  contra  cristianos  in  dies  bella  movent  eorumque  domos, 
predia,  villas,  dominia  igne  et  ferro  iniquissime  vastant  non- 
nuUosque  cristanos  super  dei  altaria  in  contemptum  cristiane 
religionis  in  ecclesiis  mactant  ac  eorumque  liberos  in  cunis  ad- 
huc  vagientes  dampnantissime  gladio  transcurrunt,  omnes  cri- 
stiani  principes  manus  suas  adiutrices  apponere  teneantur,  nemo 

-)  Für  t/ir  HrrstcUun^  des  Textes  dieser  Urkumie  mi/ssie  giciehfalls  neben 
dem  stjrk  heseliddigfen  On)j[injJc  des  R.  O.  die  vidimierte  Kopie  des  St.-A. 
herangezogen  werden. 


Einleitung.  6l 

tarnen  omnium  cristianorum  principum  ad  huiusmodi  non  solum 
propulsandas  set  et  ulciscendas  iniurias  maiori  cura  ac  soUici- 
tudine  quam  illustrissimus  Anglie  rex  in  dies  afficitur,  qui  cum 
tanta  Turcorum  a  regno  suo  distancia  in  persona  Ire  prohibeatur, 
piam,  devotam  ac  animosam  et  omni  laude  extoUendam  sacra- 
tissimi  Romanorum  regis  semper  augusti,  carissimi  fratris  et 
consanguinei  sui,  mentem  et  diligenciam  sepenumero  secum 
considerans,  quam  ad  debellandos  cristiane  fidei  hostes  semper 
habuit  et  habet,  ad  tam  bonum  ac  sanctum  propositum  dicti 
consanguinei  sui  debite  perficiendum,  per  eundem  eciam  con- 
sanguineum  suum  tam  litteris  quam  nunciis  ad  id  sepe  rogatus 
et  requisitus,  de  bonis  suis  summam  decem  mille  librarum  ster- 
lingorum  monete  Anglicane  eidem  consanguineo  suo  contra 
dictos  cristiane  fidei  hostes  disponendarum  per  presentes  con- 
cessit. 

Et  nos  Karolus  Sommerset  unus  mihtum  ordinis  garterii 
et  unus  camerariorum  ac  capitaneus  garde  prefati  regis  Anglie 
ac  magister  Willielmus  Warham  in  episcopum  Londoniensem 
electus,  ambassiatores,  procuratores,  oratores  et  commissarii  dicti 
regis  Anglie  nomine  eiusdem  regis  Anglie  virtute  cuiusdam 
commissionis  per  eundem  regem  Anglie  nobis  in  hac  parte 
facte,  cuius  tenor  inferius  inseritur,^)  per  presentes  concedimus 
et  obligamus  dictam  summam  solvere  eidem  regi  Romanorum 
aut  suis  sufficienter  in  hac  parte  deputato  aut  deputatis  in  civi- 
tate  Londoniensi,  quando  iidem  deputatus  aut  deputati  omnes 
et  singulas  litteras  confirmatorias  duarum  amiciciarum  et  mer- 
cium  intercursus,  quarum  amiciciarum  utreque  littere  date  sunt 
apud  Andwerpiam  vicesimo  die  mensis  Junii  anno  domini  mil- 
lesimo  quingentesimo  secundo  et  data  litterarum  mercium  inter- 
cursus est  apud  Andwerpiam  predictam  decimo  nono  die  mensis 
Junii  anno  supradicto  magno  sigillo  eiusdem  regis  Romanorum 
sigillatas  et  manu  eiusdem  regis  subscriptas  et  subsignatas,  nec- 
non  quando  presentes  litteras  obligatorias  per  nos  dictos  Karo- 
lum  et  Willielmum  sigillatas  et  manibus  nostris  subscriptas  ac 
eciam  quando  litteras  recepcionis  summe  predicte  in  bona  et 
legali  forma  factas  et  conceptas  magno  sigillo  eiusdem  sacra- 
tissimi  regis  sigillatas  propriaque  manu  eius  subscriptas  com- 


•)   Vgl  Rymer  L  c.   V/4  775. 


6d  Einleitung. 

missarioque  aut  commissariis  dicti  Serenissimi  regis  Anglie  in 
ea  parte  sufficienter  deputato  aut  deputatis  in  dicta  civitate 
Londoniensi  secundum  formam  in  hac  parte  initam  et  conclu- 
sam  tradet  et  deliberabit 

In  quorum  omnium  et  singulorum  premissorum  testimo- 
nium  nos  dicti  Karolus  et  Willielmus  sigilla  nostra  apposuimus 
et  nomina  nostra  manibus  nostris  propriis  subscripsimus. 

Data  apud  Andwerpiam  vicesimo  die  Junii  anno  domini 
millesimo  quingentesimo  secundo.  Sequitur  tenor  commis- 
sionis. 

K.  Somerset.         W.  Warham. 


Maximilianus  divina  favente  clemencia  Romanorum  rex 
semper  augustus  ac  Ungharie,  Dalmacie,  Kroacie  etc.  rex,  archi- 
dux  Austrie,  dux  Burgundie,  Lotharingie,  Brabancie,  Stirie,  Ca- 
rintie,  Carnolie,  Limburgie,  Lucemburgie  et  Geldrie,  Lantgra- 
vius  Elzacie,  princeps  Zvevie,  comes  palatinus  in  Hapsburg  et 
Honganie  comes,  i)  princeps  Burgundie,  Hanonie,  Flandrie,  Thi- 
rolis,  Goricie,  Artesie,  Hollandie,  Zeellandie,  Ferretis,  Kiburg, 
Namurci  et  Zutphanie,  marchio  sacri  Romani  imperii  in  Enns 
et  Bourgauvie,  dominus  Frisie,  marchie*)  Slavonice,  Mechlinie, 
Portusnovis,^)  Salinarum  universis  et  singulis  ad  quorum  noti- 
ciam  presentes  litere  pervenerint  salutem. 

Cum  nos  auditis  immanissimorum  Turcorum  adversus  cri- 
strianum  populum  sevissimis  crudelitatibus,  cruentissimis  cedi- 
bus  et  miserabilibus  captivitatibus  ad  eorumdem  ausus  nepha- 
rios  compescendos  et  orthodoxe  fidei  illatas  iniurias  vindicandas 
cum  exercitu  potent!  insurgere  et  adversus  ipsos  turculentissi- 
mos  Turcos  personaliter  proficisse  decreverimus  ad  facultates 
nostras  oculos  convertimus,  et  quoniam  ad  tantam  belli  mo- 
lem  sustinendam,  nisi  aliorum  principum  presidiis  adiuti  esse- 
mus,  ipso  facultates  nostre  non  suppetebant,  nonnullos  reges  et 
principes  christianos  tum  litteris  tum  nunciis  requisivimus,  ut 

')  So  im  Ol'.;  soll  wohl  hcisscn  princeps  et  comes  Burgundie ^  Hanonie  etc., 
der  Schreiber  dieser  Urkunde  hat  iiach  sonst  merkwürdige  Wendungen  und 
Ausdrücke. 

»)  /l  =t  Marchine, 

■')  So  im  Or.  für  Portusnaonis. 


EÜnleitung.  6^ 

huic  tarn  sancto,  tarn  pio  et  necessario  operi  opem,  auxilium  et 
subsidium  impartirentur  atque  inter  ceteros  christianos  reges 
serenissimum  et  potentissimum  principem  Henricum  Anglie  re- 
gem fratrem  et  consanguineum  nostrum  charissimum  rogatum 
habuimus,  ut  quoniam  suum  regnum  et  potencia  ab  ipsa  gente 
Turconim  procul  et  longe  sint  constituta,  sie  quod  sibi  admo- 
dum  difficiUe  esset  excercitum  terrestrem  aut  maritimum  parare 
et  illuc  destinare,  hinc  saltem  nostre  expedicioni  contra  rabidos 
hostes  crucis  cristi  subsidium  aliquod  concedere  et  conferre 
dignaretur;  qui  tamquam  princeps  vere  catholicus  hiis  nephan- 
dissimis  Turcorum  crudelitatibus  intime  compaciens  ad  nostrum 
speciale  et  singulare  desiderium,  quamvis  per  nonnullos  reges 
et  principes  sepius  et  instanter  requisitus  fuerit  ut  huiusmodi 
subsidium  per  eorum  manus  contra  ipsos  Turcos  exponendum 
eis  concederet  et  donaret,  tamen  ob  illum  presipium  0  zelum  et 
amorem,  quem  ad  fidei  Christiane  tuicionem  gerit  obque  illam 
sanguinis  necessitudinem,  mutuam  amiciciam,  confederacionem 
et  intimum  amorem  quibus  invicem  connectimur,  ut  eo  melius 
et  commodius  hanc  sanctam  et  necessariam  expedicionem  con- 
tra perlidos  Turcos  per  nos  sumendam  ad  debitum  effectum 
deducere  possemus,  summam  decem  millium  librarum  sterlin- 
gorum  in  eandem  sanctam  expedicionem  per  nos  exponendam 
et  convertendam  concessit  et  largitus  est.  Quam  quidem  sum- 
mam et  quamlibet  eins  partem  fatemur  nos  a  deputatis  prefati 
regis  Anglie  integraliter  recepisse  et  de  qua  per  presentes 
declaramus  nobis  plenarie  esse  satisfactum.  In  cuius  rei  testi- 
monium  hiis  presentibus  manu  propria  subscriptis  sigillum  nos- 
trum apponi  fecimus.  Datum  in  civitate  nostra  Augustensi  die 
XXVnP  mensis  Julii  anno  domini  millessimo  quingentesimo 
secundo,  regnorum  nostrorum  videlicet  Romani  XVn<>,  Ung- 
harie  vero  XIII^. 
Maximilianus. 

Per  regem 

Marmier. 


»)  So  im  Or. 


^^  Einleitung. 

11. 

Frctmdschaf tsvertrag  ^cvtschen  Maximilian  /.,  Karl  von  Bur- 
gund  und  Heinrich  VIT.  d.  d.  Calais  1^07,  De^  21.  (Or.  R.  O.)^) 
Rat,  Maximilians  d.  d.  Brixen  1508,  Februar  22.  (Or,  R.  O. 
Kopie  St,-A,) ;  Max  und  Karl  gemeinsam  d,  d.  Mecheln  1508, 
Mär^  26.  (Or,  R.  O.) 

D nicke:  Rymcr  l.  ..  VI4  246  ff.   mit  Rat.Mjx.  unJ  Max.  und  Karls  ge- 
mcinsam. 
Duitwnt  IV/i  lojff.  mit  Rat  Max.  I,  und  Karls  getiieinsam, 

Universis  et  singulis  ad  quorum  noticiam  presentes  litere 
pervenerint  nos  Jacobus  de  Luxemburgo,  dominus  de  Fiennes, 
de  Erkingham,  de  Armentieres,  de  Zottenghem  etc.  locumtenens 
et  gubernator  comitatuum  Flandrie  et  Arthesii,  Johannes  do- 
minus de  Berghes  etc.,  milites  ordinis  aurei  velleris,  consiliarii 
et  cambellani  sacratissimi  ac  potentissimorum  et  excellentissi- 
morum  principum  Maximiliani  divina  favente  dementia  regis 
Romanorum  semper  augusti  et  domini  Karoli  eadem  gracia 
principis  Hispaniarum  etc.,  archiducum  Austrie,  ducum  Burgundie, 
Brabantie  etc.,  comitum  Flandrie  etc.,  Laurentius  de  Gorrenodo, 
baro  Monthanesii,  gubernator  patriarum  Bressie,  Johannes  le 
Sauvaige  miles,  dominus  de  Scaubeca,  preses  consulatus  Flan- 
drie et  Philippus  Haneton,  primus  secretarius  et  audenciarius, 
oratores,  ambassiatores,  procuratores,  commissarii  et  nuncii  spe- 
ciales prefatorum  dominorum  nostrorum  regis  Romanorum  et 
principis  Hispaniarum  ad  infrascripta  per  eosdem  sufFicienter 
auctorisati,  constituti  et  deputati  salutem  in  omnium  salvatore: 

Sciatis,  quod  nos  pro  prefatis  sacratissimo  et  serenissimis 
principibus  Romanorum  rege  et  principe  Hispaniarum,  videlicet 
pro  ipso  rege  tanquam  tutore,  gubernatore  et  administratore 
corporis  et  bonorum  dicti  principis  Hispaniarum  et  pro  ipso 
principe  auctoritate,  consensu  et  assensu  eiusdem  regis  tutoris 
sui  eorumque  nomine,  auctoritate,   consensu  et  assensu  quibus 

')  Da  das  im  R.  O.  (Box  24  Sr.  yoh  lixcUcqucr  Dipl.  Doc)  befindliche 
Original  des  Vertrages  selir  stark  hesehädigt  ist,  so  dass  grössere  Partien  un- 
lesbar  sind,  hat  der  Herausgeber  a/s  Grundlage  für  die  Edition  dieser  Urkunde 
die  im  R,  O.  (H,  24  Nr.  708)  befindliche  Originalratifikition  Maximilians  I,  d.  d, 
Brixen  i^yoS  Februar  22  gewählt  und  ^ur  gelegentlichen  Hrgän{ung  dieser 
gleichfalls  beschädigten  Urkunde  die  im  St.-A.  befindlihe  vidimierte  Kopie  dieser 
Ratifikationsurkunde  benutzt. 


Einleitung.  ßc 

supra  nobis  ab  eisdem  rege  et  principe  per  literas  suas  pa- 
tentes commissa,  quanim  tenor  inferius  describitur, ")  cum  re- 
verendo  in  christo  patre  illustribus,  spectabilibus  ac  prestantis- 
simis  viris  Ricardo  Wintoniensi  episcopo,  custode  privati  sigilli 
illustrissimi,  excellentissimi  et  potentissimi  principis  Henrici  dei 
gratia  regis  Anglie  et  Francie  et  domini  Hibemie,  Thoma  comite 
Surrey,  thesaurario  Anglie,  Thoma  Dockwra,  priore  sancti  Jo- 
hannis  Jherusalemitani  in  Anglia,  Gilberto  Talbot,  milite  ordinis 
garterii,  deputato  prefati  regis  Anglie  ville  sue  Calesii  et  ma- 
gistro  Nicoiao  West  legum  doctore,  prefati  regis  Anglie  con- 
siliariis  et  ad  infrascripta  eiusdem  regis  oratoribus,  commissariis, 
procuratoribus  et  deputatis  per  literas  et  commissiones  suas, 
quarum  tenor  etiam  inferius  describitur^),  ad  laudem  et  gloriam 
omnipotentis  dei  et  tocius  Christiane  religionis  rei  publice  exal- 
tacionem  ac  regnorum,  patriarum  et  subditorum  prefatorum 
regis  Anglie  et  principis  Hispaniarum  communem  utilitatem, 
pacem  et  tranquiUitatem  convenimus,  concordavimiis,  contraxi- 
mus  et  conclusimus  ac  per  presentes  convenimus,  concordamus, 
contrahimus  et  concludimus  omnes  et  singulos  pacis,  amicitia- 
rum,  lige  et  confederationum  articulos  sequentes: 

1.  articulus.  Inprimis  inter  nos  oratores  predictos  nomini- 
bus,  auctoritate  et  consensu  quibus  supra  etc.  conventum,  con- 
cordatum  et  conclusum  est,  quod  inter  prefatum  regem  Anglie 
et  principem  Hispaniarum  eorumque  heredes  et  successores, 
regna,  patrias,  dominia,  terras,  vassalos  et  subditos  quoscunque 
presentes  et  futuros,  tam  ecclesiasticos  quam  seculares,  cuius- 
cunque  Status,  gradus  seu  conditionis  existant  etiamsi  archi- 
episcopali,  ducali  vel  quacunque  alia  dignitate,  statu  aut  gradu 
prefulgeant,  sit  bona,  sincera,  vera,  integra,  fidelis,  perfecta  et 
firma  amicicia,  unio,  liga,  confederatio  et  pax  per  terram,  mare, 
et  aquas  dulces  ac  ubivis  locorum  futuris  temporibus  per- 
petuo  duratura. 

2.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  prefati  oratores  regis  Anglie  pro- 
miserunt  et  per  presentes  promittunt,  quod  nee  idem  rex  An- 
glie nee  heredes  aut  successores  sui  quitquam«)  aget,  faciet,'  trac- 


>)  VgL  Rymer  l  c.  VI4.  24p. 
«)  Vgl.  Rymer  l.  c.  VI4.  S4p/. 

Ötterrdchisch-englische  Staattvertrage.  Bd.  L 


66  Eioleitung. 

tabit  vel  attemptabit,  agent,  facient,  tractabunt  vel  attempta- 
bunt  aut  ab  aliis  agi,  fieri,  tractari  vel  attemptari  faciet  vel  fa- 
cient aut  consentiet  vel  consentient  quocumque  in  loco,  sive  in 
terra  sive  in  mari,^)  'portubus  vel  aquis  dulcibus  occasione  qua- 
cunque  nuUumque  prestabit  aut  prestabunt  anxilium,  consilium, 
favorem  vel  assensum,  quod  per  alium  vel  per  alios  quosciin- 
que  aliquid  fiat,  agatur,  tractetur  vel  attemptetur  in  iuriuriam, 
preiudicium  aut  dampnum  dicti  principis  Hispanianim  here- 
dumve  aut  successorum  suorum,  sed  quibuscunque  sie  ut  pre- 
mittitur  contra  predictum  principem  Hispanianim  heredesve 
aut  successores  suos  infra  regna,  patrias,  dominia  aut  terras 
suas  predictas  aliquid  agentibus,  tractantibus  vel  attemptantibus 
expresse  et  cum  effectu  contradicet  et  contradicent,  renitetur  et 
renitentur,  obstabit  et  obstabunt  et  impedimentum  realiter  pre- 
stabit et  prestabunt. 

3.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  prefati  oratores  regis  Romanorum 
et  principis  Hispaniarum  nominibus,  auctoritate,  consensu  et 
assensu  quibus  supra  promiserunt  et  per  presentes  promittunt, 
quod  nee  idem  princeps  Hispaniarum  nee  heredes  aut  succes- 
sores sui  quitquam^)  aget,  faciet,  tractabit  vel  attemptabit, 
agent,  facient,  tractabunt  vel  attemptabunt  aut  ab  aliis  agi,  fieri, 
tractari  vel  attemptari  faciet  vel  facient,  aut  consentiet  vel  con- 
sentient quocunque  in  loco,  sive  in  terra  sive  in  mari,  portubus 
vel  aquis  dulcibus  occasione  quacunque  nullumque  prestabit 
aut  prestabunt  auxilium,  consilium,  favorem  vel  assensum,  quod 
per  alium  vel  alios  quoscunque  aliquid  fiat,  agatur,  tractetur 
vel  attemptetur  in  iniuriam,  preiudicium  aut  dampnum  dicti 
regis  Anglie  heredumve  aut  successorum  suorum,  sed  quibus- 
cunque sie  ut  premittitur  contra  predictum  regem  Anglie  he- 
redesve aut  successores  suos  infra  regna,  patrias,  dominia  aut 
terras  suas  predictas  aliquid  agentibus,  tractantibus  vel  attemp- 
tantibus expresse  et  cum  effectu  contradicet  et  contradicent, 
renitetur  et  renitentur,  obstabit  et  obstabunt  et  impedimentum 
realiter  prestabit  et  prestabunt. 

4.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  nominibus  et  auctoritatibus  quibus  supra  et  oratores  pre- 
fati regis  Anglie  promiserunt  et  per  presentes  promittunt,  quod 

^)  A  =  mare. 


Einleitung. 


^7 


» 


b 


neqae  prefatus  rex  Anglie  neque  heredes  aut  successores  sui 
pr^tabit  aut  prestabunt  auxilium,  consilium  vel  favorem  hosti- 
bus  vel  inimicis  prefati  principis  Hispaniarum  heredumve  aut 
successorum  suorum  eosdem  aut  eorum  aliquem  per  terrara, 
mare  vel  aquas  dulces  infestare  vel  invadere  volentibus,  et  si 
aliquis  vel  aliqui  cuiuscunque  Status,  gradus  aut  conditionis  fue- 
rint,  sive  alligati  aut  confederati  sui  sint  sive  non,  regna»  patrias, 
dominia  et  terras  prefati  principis  Hispaniarum,  heredum  aut 
successorum  suorum,  ,que  in  presenti  possidet  aut  in  futurum 
de  iure  possidere  debet,  per  vi  am  guerre  hostiliter  invaserint 
vel  aggressi  fuerint,  aut  iniuriam  vel  dampnum  eidem  principi 
Hispaniarum,  heredibus,  successoribus  aut  subditis  suis  infra 
regna,  patrias,  terras  et  dominia  sua  predicta  inferre  aut  facere 
voluerint,  prefatus  rex  Anglie  bona  fide,  realiter  et  cum  effectu 
eosdem  principem,  heredes  et  successores  suos  auxiliis  müi- 
taribus  gentium  armorum,  expensis  tarnen  ipsius  principis  His- 
paniarum, heredum  aus  successorum  suorum,  pro  tuitione  et  de- 
fensione  eorumdem  quotiens  opus  fuerit  adiuvabit  seu  adiu- 
vabunt,  quanto  citius  commode  poterit  vel  poterint,  postquam 
debite  ad  hoc  requisitus  fuerit  vel  fuerint;  in  quorum  auxilio- 
rum  prestatione,  quoad  numerum  attinet  armatorum,  habenda 
erit  facultatis  ratio,  ut  scilicet  prefatus  rex  Anglie,  heredes  aut 
successores  sui  non  ultra  teneatur  vel  teneantur  quam  tunc 
commode  facere  poterit  vel  poterint,  considerata  temporis  et 
iocorum  oportunitate  ac  statu  rerum  suarum.  Ac  insu  per  pro 
defeasione  et  tuitione  persone  et  Status  prefati  principis  Hispani- 
arum eiusque  heredum  et  successorum  patriarum.  terrarum,  do- 
miniorum  predictorum  contra  invasores  et  hostiles  agressores 
earumdem  patriarum  et  dominiorum  qualescunque  fuerint  pre- 
fatus rex  Anghe,  heredes  et  successores  sui  sine  fraude,  dolo, 
dissimulatione  aut  colore  quocumque  erit  et  erunt  de  cetero 
fiituris  perpetuis  temporibus  prefati  principis  Hispaniarum,  here- 
dum et  successorum  suorum  amicorum  amicus  et  amici  et  ini- 
micorum  inimicus  et  inimici  sine  aliqua  exceptione,  non  obstan- 
tibus  quibuscumque  aUiganciis  et  confederationibus  quas  habet 
et  habentvel  in  futurum  habere  poterit  vel  poterint  cum  quibus- 
cumque regibus,  principi  bus  aut  communitatibus,  qualescunque 
Uli  iint  aut  erunt,  necnon  personam,  status,  honores,  dignitates, 
causas»  res  et  negocia  ipsius  Serenissimi  principis  Hispaniarum 
sibi  ultimo  amore,  fide  et  amiciciarum  federe  coniuncti,  quem 

5* 


68  Einleitung. 

loco  filii  carissimi  et  dilectissimi  reputat,  taliter  cordi  habebit 
et  tractabit,''sicut  pientissimum  patrem  dilectissimi  filii  honores, 
Status,  dignitates,  causas,  res  et  negotia  habere,  reputare  et  trac- 
tare  decet  et  convenit. 

5.  articulus.  Item  conventimi,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  oratores  prefati  regis  Romano- 
rum et  principis  Hispaniarum  nominibus,  auctoritate,  consensu 
et  assensu  quibus  supra  promiserunt  et  per  presentes  promit- 
tunt,  quod  neque  prefatus  princeps  Hispaijiarum  neque  heredes 
aut  successores  sui  prestabit  vel  prestabunt  auxilium,  consilium 
vel  favorem  hostibus  vel  inimicis  prefati  regis  Anglie  here- 
dumve  aut  successorum  suorum  eosdem  aut  eorum  aliquem 
per  terram,  mare  vel  aquas  dulces  infestare  vel  invadere  vo- 
lentibus,  et  si  aliquis  vel  aliqui  cuiuscunque  Status,  gradus  vel 
conditionis  fuerint,  sive  allegati  sive  confederati  sui  sint  sive 
non,  regna,  patrias,  dominia  et  terras  prefati  regis  Anglie,  here- 
dum  et  successorum  suorum,  que  in  presenti  possidet  vel  in 
futurum  de  iure  possidere  debet,  per  viam  guerre  hostiliter  in- 
vaserint  *)  vel  aggressi  fuerint  aut  iniuriam  vel  dampnum  eidem 
regi  Anglie,  heredibus,  successoribus  aut  subditis  suis  infra 
regna,  patrias,  terras  et  dominia  sua  predicta  inferre  aut  facere 
voluerint,  prefatus  princeps  Hispaniarum  bona  fide,  realiter  et- 
cum  eflfectu  eosdem  regem  Anglie,  heredes  et  successores  suos 
auxiliis  militaribus  gentium  armorum,  expensis  tamen  ipsius 
regis  Anglie,  heredum  aut  successorum  suorum  pro  tuicione  et 
defensione  eorumdem  quotiens  opus  fuerit  adiuvabit  et  adiu- 
vabunt,  quanto  citius  commode  poterit  vel  poterint,  postquam 
debite  ad  hoc  requisitus  fuerit  vel  fuerint.  In  quorum  auxi- 
liorum  prestatione,  quoad  numerum  attinet  armatorum.  habenda 
erit  facultatis  ratio,  ut  scilicet  prefatus  princeps  Hispaniarum, 
heredes  aut  successores  sui  non  ultra  teneatur  vel  teneantur, 
quam  tunc  commode  facere  poterit  vel  poterint  considerata  tem- 
poris  et  locorum  oportunitate  ac  statu  rerum  suarum;  ac  in- 
super  pro  defensione  et  tuitione  persone  et  Status  prefati  regis 
Anglie  eiusque  heredum  et  successorum  regnorum,  patriarum, 
terrarum  et  dominiorum  predictorum  contra  invasores  et  ho- 
stiles  aggressores  eorumdem  regnorum,  patriarum  et  domini- 
orum qualescunque  fuerint,  prefatus  princeps  Hispaniarum  he- 


*)  Durch  mehrere  Zeilen  im  Or,  eine  Lücke» 


Einleitung.  69 

redes  et  successores  sui  sine  fraude,  dolo  et  dissimulatione 
aut  colore  quocunque  erit  et  erunt  de  cetero  perpetuis  futuris 
temporibus  prefati  regis  Anglie  heredum  et  successorum  suo- 
nim  amicorum  amicus  et  amici  et  inimicorum  inimicus  et  inimid 
sine  aliqua  exceptione,  non  obstantibus  quibuscumque  alligan- 
ciis  et  confederationibus,  quas  habet  aut  habent  vel  in  futurum 
habere  poterit  vel  poterint  cum  quibuscumque  regibus,  princi- 
pibus  aut  communitatibus,  qualescunque  Uli  sint  aut  erunt;  pre- 
fatus  quoque  princeps  Hispaniarum  personam,  Status,  honores, 
dignitates,  causas,  res  et  negocia  ipsius  Serenissimi  regis  Anglie 
sibi  intimo  amore,  fide  et  amiciciarum  federe  coniuncti,  quem 
loco  patris  carissimi  et  dilectissimi  habet  et  reputat,  taliter  cordi 
habebit  et  tractabit,  sicut  amantissimum  filium  pientissimi  patris 
honores  Status,  dignitates,  causas,  res  et  negocia  habere,  repu- 
tare  et  tractare  decet  et  convenit. 

6.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  nominibus,  auctoritatibus,  consensu 
et  assensu  quibus  supra  et  oratores  prefati  regis  Anglie  pro- 
miserunt  et  per  presentes  promittunt,  quod  nee  prefatus  rex 
Anglie  nee  heredes  aut  successores  sui  nee  subditi  sui  nee 
eorum  aliquis  rebelli  seu  rebellibus,  proditori  seu  proditoribus, 
profugo  seu  profugis  ipsius  principis  Hispaniarum,  heredum  aut 
successorum  suorum  inobedienti  subdito  vel  inobedientibus 
subditis  cuiuscunque  gradus,  Status  aut  conditionisjexistat  vel 
existant,  ubicunque  locorum  exstiterit  seu  exstiterint  verbo, 
facto  aut  scripto  auxilium,  consilium  vel  favorem,  victualia, 
hospicia,  stipendia,  pecunias,  naves,  gentes  armorum  sive  aliud 
quodcunque  subsidium  ministrabit,  dabit,  prestabit  aut  concedet, 
ministrabunt,  dabunt,  prestabunt  aut  concedent  sive  ab  alio  vel 
ab  aliis  quibuscunque  dari  aut  prestari,  ministrari  vel  concedi 
permittet  aut  permittent,  sed  eundem  sive  eosdem  tanquam  pro- 
prium rebellem  sive  rebelles,  profugum  sive  profugos,  prodi- 
torem  seu  proditores  tanquam  capitalem  inimicum  sive  inimicos 
ubicunque  locorum  persequetur  et  persequentur  et  ab  aliis  qui- 
buscunque sie  persequi  curabit  et  efficiet,  curabunt  et  efficient 
cum  effectu. 

7.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  oratores  prefati  regis  Romanorum 
et  principis  Hispaniarum  nominibus,  auctoritate,  consensu  et 
assensu  quibus  supra  promiserunt  et  per  presentes  promittunt. 


yo  Einleitung. 

quod  nee  prefatus  princeps  Hispaniarum  nee  heredes  aut  suc- 
cessores  sui  nee  subditi  sui  nee  eonim  aliquis  rebelli  seu  re- 
bellibus,  proditori  seu  proditoribus,  profugo  seu  profugis  ipsius 
regis  Anglie,  .heredum  aut  sueeessorum  suorum  inobedienti 
subdito  vel  inobedientibus  subditis  euiuseunque  gradus,  Status 
vel  condieionis  existat  vel  existant  ubieunque  loeorum  exstiterit 
seu  exstiterint  verbo,  faeto  aut  seripto  auxilium,  eonsilium  vel 
favorem,  vietualia,  hospieia,  stipendia,  peeunias,  naves,  gentes 
armorum,  sive  aliud  quodcunque  subsidium  ministrabit,  dabit, 
prestabit  aut  eoncedet,  ministrabunt,  dabunt,  prestabunt  aut  eon- 
eedent,  sive  ab  alio  vel  aliis  quibuseunque  darf  vel  prestari, 
ministrari^)  aut  eoncedi  permittet  aut  permittent,  sed  eundem 
sive  eosdem  tamquam  proprium  rebellem  sive  rebelles,  pro- 
fugum  seu  profugos,  proditorem  seu  proditores,  tamquam  capi- 
talem  inimieum  sive  inimicos  ubieunque]  loeorum  persequetur 
et  persequentur  et  ab  aliis  quibuseumque  sie  persequi  eurabit 
et  effieiet,  eurabunt  et  effieient  eum  effeetu. 

8.  artieulus.  Item  eonventum,  eoneordatum  et  eonelusum 
est  inter  oratores  predietos  et  oratores  prefati  regis  Anglie  pro- 
miserunt  et  per  presentes  promittunt,  quod  nee  prefatus  rex 
Anglie  nee  heredes  aut  sueeessores  sui  nee  subditi  sui,  nee 
quivis  alius  sub  obedientia,  distrietu,  iurisdietione  aut  ditione 
suis  nee  eorum  aliquis  rebellem  seu  rebelles,  proditorem  seu 
proditores,  profugum  seu  profugos  dieti  prineipis  Hispaniarum 
euiuseumque  Status,  gradus  aut  eonditionis  existat  vel  existant 
in  sua  regna,  patrias,  dominia,  terras,  portus,  iurisdietiones,  obe- 
dientias  aut  distrietus  quovismodo  admittet  sive  reeipiet,  ad- 
mittent  sive  reeipient  nee  ab  aliis  quibuseumque  reeipi  vel  ad- 
mitti  permittet  vel  permittent.  Et  casu  quo  deineeps  huiusmodi 
rebellem  vel  rebelles,  proditorem  seu  proditores,  profugum  vel 
profugos  infra  regna,  patrias,  dominia,  terras,  portus,  obedientias, 
iurisdietiones  aut  distrietus  dieti  regis  Anglie  esse,  latitare  aut 
quoeunque  alio  modo  etiam  vi  aut  easu  fortuito  existere  seu 
applieare  aeeeperit  seu  quoquomodo  intellexerit,  seiat  aut  ali- 
quo  modo  suspitionem  habuerit,  aeeeperint  vel  quoquomodo 
intellexerint,  sciant  aut  suspitionem  habuerint,  tune  absque  omni 
fraude,  dolo,  malo  ingenio,  dilatione,  exeusatione,  sinistra  ver- 
borum  interpretatione  aut  dissimulatione  quaeumque  aut  alio 


*)  Im  Or.  noch  einmal  dari. 


Einleitung.  yi 

quovis  quesito  colore  illum  seu  illos  rebellem  seu  rebelies, 
proditorem  seu  proditores,  profugum  seu  profiigos  cuiuscunque 
gradus,  Status,  conditionis  aut  dignitatis  existat  sive  existant, 
statim  et  immediate  et  absque  dilatione  quacumque  capiet  aut 
capi  faciet,  capient  aut  capi  facient  realiter  et  cum  effectu  eun- 
demque  sive  eosdem  sie  captum  sive  captos  vinculis  et  carceri- 
bus  eflfectualiter  mandabit  et  committet,  mandabunt  et  commit- 
tent  atque  illum  sive  illos  sie  tute  et  secure  tenebit  et  custo- 
diet,  tenebunt  et  custodient  et  prefatum  principem  Hispaniarum 
heredes  et  sucessores  suos  per  litteras  suas  propria  manu  sub- 
scriptas  et  signatas  de  ea  re  quam  primum  potent  aut  poterint 
advisare,  monere  et  certiorem  facere  curabit  et  curabunt  atque 
illum  seu  illos  sicut  prefertur  captum  sive  captos,  custoditum 
sive  custoditos,  quam  primum  per  litteras  dicti  principis  Hispa- 
niarum, heredum  aut  successorum  suorum  ad  hoc  requisitus 
fuerit  sive  fiierint  absque  omni  dilatione,  excusatione,  sinistra 
interpretatione,  dolo,  fraude,  dissimulatione,  malo  ingenio  aut 
alio  quovis  quesito  colore  aut  causa  usque  ad  et  in  terras,  patrias 
et  dominia  eiusdem  principis  Hispaniarum  per  suos  subditos 
aut  officiarios  salvo  et  secure  conduci  faciet  et  facient  realiter 
et  cum  eflfectu;  ipsumque  rebellem  seu  rebelles,  proditorem  seu 
proditores,  profugum  seu  profugos  sicut  predicitur  in  regna, 
terras,  patrias  et  dominia  dicti  principis  Hispaniarum  conductum 
vel  conductos  commissario  vel  commissariis  eiusdem  principis 
Hispaniarum  per  litteras  suas  manu  sua  subscriptas  ad  hoc  auc- 
torisatas,  videlicet  in  aliquo  loco  ad  hoc  tuto  et  securo  infra 
predicta  regna,  patrias,  terras  et  dominia  dicti  principis  Hispa- 
niarum, heredum  vel  successorum  suorum  statim  et  inconti- 
nenti  et  absque  omni  dilatione,  excusatione,  sinistra  interpre- 
tatione, dolo,  fraude,  dissimulatione,  malo  ingenio  aut  alio  quo- 
vis quesito  colore  aut  causa  et  absque  aliquo  in  contrarium 
facto  aut  attemptato  pure,  simpliciter,  absolute  et  absque  con- 
ditione  quacumque  tradet  et  deliberabit,  tradent  et  deliberabunt, 
tradive  et  deliberari  faciet  et  facient,  sumptibus  tamen  et  ex- 
pensis  pro  huiusmodi  solummodo  conducto  necessariis  et  ra- 
tionabilibus  per  requirentem  vel  eins  commissarium  vel  com- 
missarios  tempore  traditionis  et  deliberationis  huiusmodi  per- 
sonis  que  huiusmodi  conductum  fecerint  indilate  solvendis. 

9.  articulus.   Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  oratores  prefati  regis  Romanorum 


n2  Einleitung. 

et  principis  Hispaniarum  nominibus,  auctoritate  et  assensu  quibus 
supra  promiserunt  et  per  presentes  promittunt,  quod  nee  prefatus 
princeps  Hispaniarum  nee  heredes  aut  sueeessores  sni  nee  subditi 
sui  nee  quivis  alius  sub  obedientia,  distrietu,  iurisdietione  aut  di- 
tione  suis  nee  eorum  aliquis  rebellem  seu  rebelies,  proditorem  seu 
proditores,  profugum  seu  profugos  dieti  regis  Anglie  euiuseumque 
gradus,  Status  aut  eonditionis  existat  vel  existant  in  sua  regna,  pa- 
trias,  dominia,  terras,  portus,  iurisdictiones,  obedientias  aut  distrie- 
tus  quovismodo  admittet  sive  recipiet,  admittent  sive  reeipient, 
nee  ab  aliis  quibuseumque  recipi  vel  admitti  permittet  seu  per- 
mittent,  et  casu  quo  deinceps  huiusmodi  rebellem  vel  rebelles, 
proditorem  seu  proditores,  profugum  seu  profugos  infra  regna, 
patrias,  dominia,  terras,  portus,  obedientias,  iurisdietiones  aut 
districtus  dieti  prineipis  Hispaniarum  esse,  latitare  aut  quoeun- 
que  alio  modo  etiam  vi  aut  easu  fortuito  existere  seu  applieare 
aeeeperit  seu  quoquomodo  intellexerit,  seiat  aut  aliquo  modo 
suspitionem  habuerit,  aeceperint  vel  quoquomodo  intellexerint, 
seiant  aut  suspitionem  habuerint,  tune  absque  omni  fraude, 
dolo,  malo  ingenio,  dilatione,  exeusatione,  sinistra  verborum  in- 
terpretatione  aut  dissimulatione  quacumque  aut  alio  quovis  que- 
sito  eolore  illum  seu  illos,  rebellem  seu  rebellos,  proditorem 
seu  proditores,  profugum  vel  profugos  euiuseunque  gradus, 
Status,  eonditionis  aut  dignitatis  existat  sive  existant  statim  et 
immediate  et  absque  quacumque  dilatione  eapiet  aut  eapi  faeiet, 
eapient  aut  eapi  faeient  realiter  et  eum  effeetu,  eundemque  sive 
eosdem  sie  eaptum  sive  captos  vineulis  et  eareeribus  eflfeetu- 
aliter  mandabit  et  eommittet,  mandabunt  et  eommittent  atque 
illum  sive  illos  sie  tuto  et  seeure  tenebit  et  eustodiet,  tenebunt 
et  eustodient  et  prefatum  regem  Anglie,  heredes  et  sueeessores 
suos  per  litteras  suas  propria  manu  subseriptas  et  signatas  de 
ea  re  quam  primum  poterit  aut  poterint  advisare,  monere  et 
eertiorem  faeere  eurabit  et  curabunt  atque  illum  sive  illos  sie 
ut  prefertur  eaptum  sive  eaptos,  eustoditum  sive  eustoditos, 
quam  primum  per  litteras  dieti  regis  Anglie,  heredum  aut  sue- 
cessorum  suorum  ad  hoe  requisitus  fuerit  sive  fuerint,  absque 
omni  dilatione,  exeusatione,  sinistra  interpretatione,  dolo,  fraude, 
dissimulatione,  malo  ingenio  aut  alio  quovis  quesito  eolore  aut 
eausü  usque  ad  et  in  terras,  patrias  et  dominia  eiusdem  regis 
Anglie  per  suos  subditos  aut  offieiarios  salvo  et  seeure  eonduei 
faeiet  et  tacient  realiter  et  eum  effeetu ;  ipsumque  rebellem  seu 


Einleitung.  ^^ 

rebelies,  proditorem  vel  proditores,  profugum  vel  profagos 
sicut  predicitur  in  regna,  terras,  patrias  et  dominia  dicti  regis 
Anglie  conductum  vel  conductos,  commissario  vel  commissariis 
eiusdem  regis  Anglie  per  litteras  suas  manu  sua  subsriptas  ad 
hoc  auctorisatis  videlicet  in  aliquo  loco  ad  hoc  tuto  et  securo  infra 
predicta  regna,  terras,  patrias  et  dominia  dicti  regis  Anglie,  he- 
redum  aut  successorum  statim  et  incontinenti  et  absque  omni 
dilatione,  excusatione,  sinistra  interpretatione,  dolo,  fraude,  dis- 
simnlatione,  malo  ingenio  aut  alio  quovis  quesito  colore  aut 
causa  et  absque  aliquo  in  contrarium  facto  aut  attemptato  pure, 
simpliciter,  absolute  et  absque  conditione  quacumque  tradet 
et  deliberabit,  tradent  et  deliberabunt,  tradive  et  deliberari  faciet 
et  facient,  sumptibus  tamen  et  expensis  pro  huiusmodi  solum- 
modo  conductu  necessariis  et  rationabilibus  per  requirentem 
vel  eius  commissarium  vel  commissarios  tempore  traditionis  et 
deliberationis  huiusmodi  personis  que  huiusmodi  conductum 
fecerint  indilate  solvendis. 

IG.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  oratores  prefati  regis  Anglie  pro- 
miserunt  et  per  presentes  promittunt,  quod  si  dictus  princeps 
Hispaniarum,  heredes  aut  successores  sui  per  litteras  suas  manu 
sua  propria  signatas  et  subscriptas  prefatum  regem  Anglie,  he- 
redes aut  successores  suos  advisaverit,  monuerit  sive  certiorem 
fecerit,  advisaverint,  monuerint  sive'certiorem  fecerint  suum  vel 
suos  rebellem  vel  rebelles,  proditorem  vel  proditores,  profu- 
gum vel  profugos  infra  sua  regna,  dominia,  terras,  patrias,  por- 
tus,  iurisdictiones,  obedientias  aut  districtus  quoquomodo  etiam 
vi,  casu  fortuito  aut  alio  modo  quocumque  venire,  existere,  ma- 
nere,  applicare  aut  latitare,  idem  rex  Anglie,  heredes  et  suc- 
cessores sui  sie  moniti,  advisati  seu  certiorati  statim,  inconti- 
nenti et  absque  omni  dilatione,  excusatione,  sive  sinistra  inter- 
pretatione et  dissimulatione  quacumque,  dolo,  fraude,  malo  in- 
genio aut  alio  quovis  quesito  colore  iilum  seu  illos,  rebellem 
sive  rebelles,  proditorem  sive  proditores,  profugum  seu  pro- 
fugos realiter  et  cum  effectu  capiet  seu  capi  faciet,  capient  seu 
capi  facient  et  eum  sive  eos  et  eorum  quemlibet  sie  captum 
sive  captos  vinculis  et  carceribus  eflfectualiter  mandabit  et  com- 
mittet,  mandabunt  et  committent  atque  in  eisdem  tuto  et  secure 
tenebit  et  custodiet,  tenebunt  et  custodient  atque  illum  sive 
illos  sie  captum  vel  captos,  custoditum  vel  custoditos,  quam 


m^  Eicleittmg, 

primum  per  litteras  dicti  principis  Hispaniarüm,  heredum  aut 
successorum  suomm  ad  hoc  requisittas  fuerit  sive  fuerint,  abs- 
que  omni  dilatione,  excusatiojie,  smistra  interpretatione,  dolo, 
fraude,  dissimulatione,  malo  ingenio  aut  alio  quovis  quesito  co- 
lore  et  causa  usque  ad  et  in  regna,  terras,  patrias  et  domima 
eiusdem  principis  Hispaniarüm  per  suos  subditos  aut  officiarios 
salvo  et  secure  conduci  faciet  et  facient  realiter  et  cum  effectu 
ipsumque  rebellem  sive  rebelles,  proditorem  vel  proditores, 
profugum  vel  profugos  sicut  premittitiir  in  regna,  patrias,  ter- 
ras  et  dominia  eiusdem  principis  Hispaniarüm  conductum  vel 
conductos ,  commissario  vel  commissariis  eiusdem  principis 
Hispanianim  per  litteras  suas  manu  sua  subscriptas  ad  hoc  auc* 
torisätis,  videlicet  in  aliquo  loco  ad  hoc  tuto  et  securo  infra 
regna  predicta,  patrias,  terras  et  dominia  dicti  principis  Hispa- 
niarüm statim,  incontinenti  et  absque  omni  dilatione,  excusa^ 
tione,  sinistra  interpretatione,  dolo^  fraude,  dissimulatione,  malo 
ingenio,  aut  alio  quovis  quesito  colore  aut  causa  et  absque 
aliquo  in  contrarium  facto  vel  attemptato  pure,  simpliciter,  ab- 
solute et  absque  aHqua  conditione  vel  contradictione  quacum- 
que  tradet  et  deliberabit  tradent  et  deliberabunt,  tradive  et  de- 
liberari  faciet  et  facient,  sumptibus  tarnen  et  expensis  pro  huius- 
modi  solummodo  conductu  necessariis  et  rationabilibus  per  re- 
quirentem  vel  eius  commissarium  vel  commissarios  tempore 
huiusmodi  traditionis  et  deliberationis  personis  que  huiusmodi 
conductum  fecerint  indilate  solvendis. 

II*  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  oratores  prefatonim  regis  Ro- 
manorum et  principis  Hispanianim  nominibiis,  auctoritate,  con- 
sensu  et  assensu  quibus  supra  promiserunt  et  per  presentes 
promittunt,  quod  si  dictus  rex  Anglie,  heredes  aut  successores 
sni  per  litteras  suas  manu  sua  propria  signatas  et  subscriptas 
prefatum  principem  Hispaniarüm,  heredes  aut  successores  suos 
advisaverit,  monuerit  sive  certiorem  fecerit,  advisaverint,  mo- 
nuerint  sive  certiorem  fecerint  suum  vel  suos  rebellem  sive 
rebelies,  proditorem  vel  proditores,  profiigum  vel  profiigos  in- 
fra sua  regna,  dominia,  terras,  patrias,  portus,  iurisdictiones, 
obedientias  aut  districtus  quoquomodo  etiam  vi,  casu  fortuito 
aut  alio  modo  quocumque  venire,  existere,  manere,  appücare» 
aut  latitare;  idem  princeps  Hispaniarüm,  heredes  et  successores 
sui  sie  moniti,  advisati  seü  certiorati  statim,  incontinenti  et  abs^ 


Einleitung.  -yj 

que  omni  dilatione,  excusatione,  sive  sinistra  interpretatione  et 
dissimulatione  quacumque,  dolo,  fraude  et  malo  ingenio  aut 
aliquo  alio  quovis  quesito  colore  iUum  seu  illos,  rebellem  seu 
rebelies,  proditorem  seu  proditores,  profugum  seu  profugos 
realiter  et  cum  eflfectu  capiet  seu  capi  faciet,  capient  seu  capi 
facient  et  eum  sive  eos  et  eorum  quemlibet  sie  captum  sive 
captos  vinculis  et  carceribus  effectualiter  mandabit  et  committet, 
mandabunt  et  committent  atque  in  eisdem  tute  et  secure  tene- 
bit  et  custodiet,  tenebunt  et  custodient  atque  illum  sive  illos 
sie  captum  vel  captos,  custoditum  vel  custoditos,  quam  primum 
per  litteras  dicti  regis  Anglie,  heredum  aut  successoram  suorum 
ad  hoc  requisitus  fuerit  sive  fuerint,  absque  omni  dilatione,  ex- 
cusatione, sinistra  interpretatione,  dolo,  fraude,  dissimulatione, 
malo  ingenio  aut  alio  quovis  quesito  colore  et  causa  usque  ad 
et  in  regna,  terras,  patrias  et  dominia  eiusdem  regis  Anglie  per 
suos  subditos  aut  ofQciarios  salvo  et  secure  conduci  faciet  et 
facient  realiter  et  cum  effectu,  ipsumque  rebellem  sive  rebelies, 
proditorem  vel  proditores,  profugum  vel  profugos  sicut  pre- 
mittitur  in  regna,  patrias,  terras  et  dominia  eiusdem  regis  con- 
ductum  vel  conductos  commissario  vel  commissariis  eiusdem 
regis  Anglie  per  litteras  suas  manu  sua  subscriptas  ad  hoc  auc- 
torisatis,  videlicet  in  aliquo  loco  ad  hoc  tuto  et  securo  infra 
predicta  regna,  patrias,  terras  et  dominia  dicti  regis  Anglie  sta- 
tim,  incontinenti  et  absque  omni  dilatione,  excusatione,  sinistra 
interpretatione,  dolo,  fraude,  dissimulatione,  malo  ingenio  aut 
alio  quovis  quesito  colore  aut  causa  et  absque  aliqua  in  con- 
trarium  facto  vel  attemptato  pure,  simpliciter,  absolute  et  abs- 
que aliqua  conditione  vel  contradictione  quacumque  tradet  et 
deliberabit,  tradent  et  deliberabunt,  tradive  et  deliberari  faciet 
et  facient,  sumptibus  tarnen  et  expensis  pro  huiusmodi  solum- 
modo  conductu  necessariis  et  rationabilibus  per  requirentem  vel 
eius  commissarium  vel  commissarios  tempore  huiusmodi  tra- 
ditionis  et  deliberationis  personis  que  huiusmodi  conductum 
fecerint  indilate  solvendis. 

12.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  prefati  oratores  regis  Anglie  pro- 
miserunt  et  per  presentes  promittunt,  quod  si  de  prefatorum 
regis  Anglie  et  principis  Hispaniarum  expressis  consensu,  as- 
sensu  et  concordia  contra  aliquem  regem,  principem  vel  prin- 
cipes  aut  alias  communitates  bellum  aut  guerras  simul  inferri 


^^5  Einleitung. 

aut  moveri  contigerit,  prefatus  rex  Anglie  nullum  tractatum, 
pacem,  treugam  aut  aliquod  apunctuamentum  cum  illo  vel  Ulis 
aut  aliis  eorum  hominibus  contra  quem  vel  quos  huiusmodi 
bellum  sive  guerra  geretur  aut  inferetur  sine  expressa  prefati 
principis  Hispaniarum  scientia,  consensu,  assensu  et  voluntate 
faciet  aut  fieri  consentiet. 

13.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  oratores  prefati  regis  Romano- 
rum et  principis  Hispaniarum  nominibus,  auctoritate,  consensu 
et  assensu  quibus  supra  promiserunt  et  per  presentes  promit- 
tunt,  quod  si  de  prefatorum  regis  ^  Anglie  et  principis  Hispa- 
niarum expressis  consensu,  assensu  et  concordia  contra  aliquem 
regem,  principem  vel  principes  aut  alias  communitates  bellum 
aut  guerras  simul  inferri  aut  moveri  contigerit,  prefatus  prin- 
ceps  Hispaniarum  nullum  tractatum,  pacem,  treugam  aut  ali- 
quod apunctuamentum  cum  illo  vel  illis  aut  cmn  aliis  eorum 
hominibus  contra  quem  vel  quos  huiusmodi  bellum  sive  guerra 
geretur  vel  inferetur  sine  expressa  prefati  regis  Anglie  scientia, 
consensu,  assensu  et  voluntate  faciet  aut  fieri  consentiet 

Quas  quidem  ligas,  confederationes  et  promissiones  pre- 
dictas  et  earum  quamlibet  ac  omnia  et  singula  in  capitulis  su- 
pradictis  contenta  prefati  oratores  dictorum  regis  Romanorum 
et  principis  Hispaniarum  pro  prefato  rege  Romanorum  pro  se 
et  per  se  ac  nomine  suo  tanquam  rege  Romanorum  ac  etiam 
pro  eodem  rege  et  prefato  principe  Hispaniarum  de  eiusdem 
regis  Romanorum  tutoris  et  avi  sui  auctoritate,  consensu  et 
assensu  eorumque  heredibus  et  successoribus  inierunt,  tracta- 
verunt,  concordaverunt,  concluserunt  et  acceptaverunt  et  per 
presentes  ineunt,  tractant,  concordant,  concludunt  et  acceptant; 
promittentes  per  presentes,  quod  ea  omnia  et  singula  idem  sa- 
cratissimus  rex  Romanorum  tanquam  rex  Romanorum  inte- 
graliter  observabit  et  adimplebit  iuxta  eorundem  formam  et 
tenorem  et  quod  citra  festum  pasche  proxime  et  immediate 
futurum  post  datam  presentium  et  ante  contractum  sponsalium 
inter  prefatum  principem  Hispaniarum  et  serenissimam  dominam, 
dominam  Mariam,  dicti  regis  Anglie  filiam,  charissimam  deo  duce 
contrahendorum,  suas  litteras  huius  tractatus  et  omnium  et  sin- 
gulorum  capitulorum  in  eodem  contentorum  ratificatorias,  con- 

»)  A  =  regt. 


£inleituiig.  ^jn 

firmatörias  et  acceptatorias  nomine  suo  proprio  ut  rege  Ro- 
manorum  manu  sua  signatas  et  suo  magno  sigillo  sigillatas 
presentibus  similes  prefato  regi  Anglie  eiusve  deputato  vel  de- 
putatis  ad  hoc  sufficienter  auctorisato  vel  auctorisatis  in  civitate 
Londoniensi  tradet  tradive  faciet.  Qui  quidem*)  rex  Anglie 
tunc  et  ibidem  tenebitur  alias  suas  litteras  patentes  consimiles 
prefato  regi  Romanorum  eiusve  commissario  ad  hoc  sufficienter 
auctorisato  similiter  tradere  et  deliberare,  tradive  et  deliberari 
facere,  et  si  contingat  quod  minime  creditur  quod  prefatus  rex 
Romanorum  hoc  facere  neglexerit,  remanebunt  nichilominus 
omnia  et  singula  que  suprascripta  sunt,  quantum  ad  prefatum 
principem  Hispaniarum,  heredes  et  successores  suos  attinet,  firma 
et  stabilia  et  per  eundem  principem,  heredes,  successores  et 
subditos  suos  iuxta  sui  formam  et  tenorem  inviolabiliter  ob- 
servabuntur  et  adimplebuntur. 

14.  articulus.  Item .  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  nominibus  et  auctoritatibus  quibus 
supra,  quod  neque  prefatus  rex  Anglie  neque  prefatus  rex  Ro- 
manorum per  huius  tractatus  ratificationem,  acceptationem  aut 
confirmationem  aut  per  aliquid  in  eodem  contentum  possit  aut 
debebit  recedere  a  tractatibus  pacis,  amiciciaiiim ,  lige  et  con- 
federationum  inter  eosdem  reges  per  eorum  commissarios  an- 
tehac  initis,  contractis  et  conclusis  de  data  vicesimi  diei  mensis 
Junii  anno  domini  millesimo  quingentesimo  secundo  ac  per  se- 
paratas  litteras  patentes  prefatorum  regum  videlicet  dicti  regis 
Anglie  de  data  quartidecimi  diei  mensis  Augusti  anno  domini 
supradicto  et  prefati  regis  Romanorum  de  data  vicesimi  octavi 
diei  mensis  Julii  eodem  anno  approbatis,  ratificatis  et  confir- 
matis  ac  postea  per  eosdem  reges  solempniter  iuratis,  nee  eis- 
dem  aut  alicui  eorumdem  tractatuum  capitulo  quoquomodo  con- 
travenire  aut  derogare,  sed  quod  iidem  tractatus  et  omnia  in 
eisdem  contenta  in  pleno  et  perfecto  robore  suo  maneant  et 
effectu,  presenti  tractatu  vel  aliquo  in  eodem  contento  in  aliquo 
non  obstante. 

15.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  nominibus  et  auctoritatibus  quibus 
supra,  quod  neque  prefatus  rex  Anglie  neque  dictus  princeps 
Hispaniarum  per  presentem  tractatum  vel  aliquid  in  eodem  con- 


*)  i4  =8  quidam. 


7  8  Einleitung* 

tentum  possit  aut  debeat  recedere  a  tractatu  pacis,  amicicie,  lige 
et  confederationis  inter  prefatum  regem  Anglie  et  celebris  me- 
morie  Philippum  nuper  regem  Castelle,  prefati  principis  Hispa- 
niarum  patrem,  Windesore  pro  se,  heredibus  et  successoribus 
suis  irdto,  concordato  et  concltiso  de  data  noni  diei  mensis 
Februarü  anno  domini  millesimo  quinquentesimo  quinto,  nee 
eidem  aut  alicui  eiusdem  tractatus  capitulo  quoquomodo  con- 
travenire  aut  derogare,  sed  quod  idem  tractatus  in  omnibus  et 
per  omnia  in  suo  pleno  et  perfecto  robore  maneat  et  effectu, 
presenti  tractatu  vel  aliquo  in  eodem  contento  in  aliquo  non  ' 
obstante. 

i6.  articulus.  Item  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est  inter  oratores  predictos  et  oratores  prefati  regis  Romano  mm 
et  principis  Hispaniarum  nominibus^  auctoritate,  consensu  et  as- 
sensu  quibus  supra  promiserunt  et  per  presentes  promittunt, 
quod  prefatus  princeps  Hispaniarum  tarn  dictum  tractatum  ami- 
ciciarum  inter  prefatum  regem  Anglie  et  bone  memorie  Phi- 
lippum nuper  regem  Gast  eile  patrem  suum  pro  se,  heredibus 
et  successoribus  suis  initum,  concordatum  et  conclusum  de  data 
noni  diei  mensis  Februarii  anno  domini  millesimo  quingente- 
simo  quinto  et  omnia  et  singula  capitula  in  eodem  tractatu 
contenta  quam  etiam  presentem  tractatum  et  omnia  et  singula 
capitula  in  eodem  contenta,  postquam  decimum  quartum  etatis 
sue  annum  attigerlt,  per  litteras  suas  patentes  in  debita  et  suf- 
ficienti  forma  factas  manu  sua  subscriptas  et  magno  sigillo  suob 
sigillatas  et  harum  serlem  de  verbo  ad  verbum  continentes, 
quandocunque  et  quocienscunque  per  dictum  regem  Anglie 
eiusve  heredes  aut  successores  per  nuncios  aut  litteras  ad  hoc 
requisitus  et  interpellatus  fuerit,  confirmabit  et  ratitlcabit;  eas- 
demque  litteras  ratificatorias  et  confirmatorias  sie  ut  prefertur 
factas  dictus  princeps  Hispaniarum  prefato  regi  Anglie  eiusve 
deputato  vel  deputatis  ad  hoc  auctorisato  vel  auctorisatis  Infra 
duos  menses  dictam  requisitionem  et  interpellationem,  requi- 
sitiones  et  interpellatiooes' proxime  et  imraediate  sequentes  in 
civitate  Londoniensi  tradet  et  'deliberabit  seu  tradi  et  deli- 
berari  faciet  idemque  rex  Anglie  consimiles  litteras  ratificatorias 
et  confirmatorias  prefati  principis  Hispaniarum  oratori,  deputato 
vel  commissario  ad  hoc  sufficienter  auctorisato  tunc  et  ibidem 
similiter  tradere  et  deliberare  tenebitur  et  obligabitur,  prout 
per  presentes  tenetur  et  obligatur. 


Einleitung. 


w 


Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est  inter  ora- 
'tores  predictos  nominibus  et  auctoritatibus  quibus  supra^  quod 
tarn  prefatus  rex  Anglie  quam  dictus  princeps  Hispaniarum  auc- 
toritate,  consensu  et  assensu  dicti  regis  Romanorum  avi  et  tu- 
toris  sui  presentem  tractatum  ac  omnia  et  singula  capitula  in 
eodem  contenta  per  suas  litteras  patentes  in  debita  et  sufficienti 
forma  factas  magnis  sigülis  suis  sigillatas  et  manu  sua  sub^ 
scTiptas  confinnabit  et  ratificabit,  suplendo  omnes  et  singulos 
tarn  iuris  quam  facti  defectus  si  qui  tales  sint  ac  eüam  bene- 
ficio  omnium  legum  et  canonum  necnon  omnibus  et  singulis 
tarn  iuris  quam  facti  exceptionibus  etiam  specialem  et  expres- 
sam  renuntiationem  requirentibus  in  vim  pacti  renunciando, 
quibus  etiam  omnibus  et  singulis  nos  dicti  oratores  nominibus, 
auctoritate,  consensu  et  assensu  quibus  supra  expresse  et  in 
vim  pacti  in  hiis  scriptis  renanciamus. 

Quas  quidem  litteras  ratificatorias  et  confirmatorias  pre- 
dictus  princeps  Hispaniarum  citra  festum  pasche  proxirae  fu- 
turum et  antequam  suus  orator  sive  commissarius  pro  spon- 
salibus  cum  dicta  domina  Maria  contrahendis  in  Angliam  ve- 
nerit  in  civitate  Londoniensi  prefato  domino  regi  Anglie  eiusve 
commissario  ad  hoc  sufficienter  deputato  tradet  et  deliberabit 
aut  tradi  et  dehberari  faciet  et  idem  rex  Anglie  consimiles  suas 
litteras  patentes  commissario  dicti  prineipis  Hispaniarum  ad  hoc 
sufficienter  auctorisato  tunc  et  ibidem  tradet  et  deliberabit  aut 
tradi  et  deliberari  faciet,  Sequuntur  teueres  commissionum  re- 
gis  Romanorum  et  prineipis  Hispaniarum  et  regis  Anglie,  In 
quorum  omnium  et  singulorum  robur  et  testimonium  has  pre- 
sentes  litteras  manibos  nostris  subsignavimus  et  sigillis  nostris 
communivimus, 

Datum  in  opido  Calesie  vicesimo  primo  die  mensis  De- 
cembris  anno  domini  millesimo  quingentesimo  septimo*  Sic 
signatis  super  plicam. 

J.  de  Luxemburg.    J.  de  Berghes.    L,  de  Gorrenodo. 
J.  de  Sauvaige.    Haneton, 


Fueritque  in  decimo  tercio  dicti  preinserti  tractatus  articulo 
inter  cetera  conventum,  tractatumj  concordatum  et  conclusum, 
quod  nos  nomine  nostro  proprio  et  privato  ac  sub  titulo  nostro 
regis  Romanorum  predictum  tractatum  in  omnibus  et  singulis 
suis  articulis,  passibus,  punctis  et  capitulis  ratiun  et  gratum  ha- 


do  EÜnleitung. 

bebimus  illumque  acceptabimus  et  inviolabiliter  observabimus 
et  ea  causa  litteras  nostras  patentes  signo  nostro  manuali  et 
sigillo  nostro  communitas  prefato  serenissimo  regi  Anglie  fratri 
et  consanguineo  nostro  carissimo  eiusve  conimissariis  vel  de- 
putatis  in  civitate  Londoniensi  expediri  et  deliberari  mandabi- 
mus  citra  festum  pasche  proxime  futurum,  prout  latius  in  dicto 
tractatu  et  signanter  in  predicto  decimo  tercio  illius  articulo 
expresse  cavetur.  Hinc  est,  quod  nos  preinsertum  ligarum,  fe- 
derum,  amicicie  ac  perpetue  intelligencie  tractatum  per  dictos 
nostros  ac  dicti  regis  Anglie  oratores  factum  et  conclusum  cum 
Omnibus  et  singulis  suis  passibus,  punctis,  articulis  et  capitulis 
tam  in  specie  quam  in  genere  ratum  et  gratum  habentes  con- 
ventionique  ac  promissioni  dictorum  oratorum  nostrorum  circa 
premissa  factis  ut  par  est  satisfacere  volentes  eundem  tractatum 
ac  omnia  et  singula  in  eodem  contenta  pro  nobis  ac  nomine 
nostro  proprio  et  privato  et  sub  titulo  electi  Romanorum  im- 
peratöris  laudavimus,  acceptavimus,  confirmavimus,  ratificavi- 
mus  et  approbavimus  laudamusque,  ratificamus,  acceptamus, 
confirmamus,  emologamus  et  approbamus  ac  roboris  firmi- 
tatem  perpetuo  obtinere  volumus  et  declaramus  per  presen- 
tes;  promittentes  bona  fide  nostra  in  verbo  cesareo  ac  sub 
titulo  ^t  dignitate  nostris  omnia  et  singula  in  dicto  prein- 
serto  ligarum,  amicicie  ac  perpetuarum  intelligenciarum  tractatu 
contenta  et  descripta  tam  in  specie  quam  in  genere  rata,  grata 
et  firma  habere  eaque  cum  omnibus  et  singulis  suis  articulis, 
passibus  et  punctis  singula  singulis  referendo  pro  \)  nostra  parte 
et  in  quantum  nos  attinet,  nostra  interest  et  intererit,  inviola- 
biliter et  perpetuo  observare  et  nunquam  per  nos  vel  alium 
contraire,  dicere,  opponere  vel  venire  seu  contraire  volenti 
in  aliquo  consentire  clam,  palam,  tacite  vel  expresse  quovis 
quesito  colore,  supplentes  omnes  et  singulos  tarn  iuris  quam 
facti  defectus  si  qui  tales  sint  ac  eciam  beneficio  omnium  legum 
et  canonum;  renunciamus  etiam  in  vim  pacti  omnibus  et  sin- 
gulis tam  iuris  quam  facti  exceptionibus  specialem  et  expressam 
renunciationem  requirentibus.  Declarantes  tamen  tenore  pre- 
sentium  quod  per  huiusmodi  tractatum  ut  premittitur  factum 
ac  modo  quo  supra  per  nos  acceptatum,  approbatum  et  con- 
firmatum  non  intendimus    quovismodo  recedere  a  tractatibus 


')  Nachgetragen» 


Einleitung.  gl 

pacis,  amicicianim  et  confederacionum  alias  per  oratores  nostros 
ad  id  sufficienter  instnictos  ac  etiam  dicti  regis  Anglie  tractatis 
et  conclusis  inter  nos  ex  una  et  prefatum  regem  Anglie  fratrem 
et  consanguineum  nostrum  carissimum  ex  alia  sub  die  vicesimo 
mensis  Junii  anno  domini  millesimo  quingentesimo  secundo 
ac  inde  per  nos  litteris  nostris  patentibus  et  separatis  sub  die 
vicesimo  octavo  mensis  Julü  predicti  anni  ac  etiam  per  ipsum 
regem  aliis  litteris  suis  patentibus  etiam  separatim  expeditis 
datis  decime  quarte  diei  Augusti  ipsius  anni  quingentesimi  se- 
cundi  confirmatis,  ratificatis  et  approbatis  indeque  per  utrum- 
que  nostrum  solemniter  iuratis  neque  illis  per  premissa  quovis- 
modo  derogatum  iri,  quinymo  eosdem  tractatus  hie  proxime 
designatos  cum  omnibus  et  singulis  clausulis  et  capituUs  in  eis 
contentis  in  suo  robore  permanere  ac  debitum  execucionis  effec- 
tum  sortiri  debere  decernimus  et  declaramus  presenti  tractatu 
superius  ad  longum  inserto  et  confecto  aliisque  que  in  contra- 
rium  obici  possent  non  obstantibus. 

In  quorum  premissorum  testimonium  has  nostras  litteras 
patentes  manu  nostra  propria  subscriptas  et  signatas  sigillo 
nostro  iussimus  communiri.  Datum  in  monasterio  nove  fun- 
dationis  apud  Brixinam  ordinis  sancti  Augustini  canonicorum 
regularium  die  vicesima  secunda  mensis  Februarii  anno  domiiv 
millesimo  quingentesimo  octavo,  regnorum  nostrorum  Romani 
vicesimo  tercio,  Hungarie  vero  decimo  octavo. 

Maximilianus. 
L.  S. 


12. 

Erneuerung  des  fischen  Maximilian  L  und  Heinrich  VIL 
am  20,  Juni  i $02  geschlossenen  Bündnisses  durch  Heinrich  VIH 
d.  d.  Westminster  1^09  August  20,  fOr.  St-A.J 

Druck:  Ryiner  /.  c.  VII i  5. 

Henricus  dei  gratia  rex  Anglie  et  Francie  et  dominus  Hi- 
bemie  universis  et  singulis  ad  quorum  noticias  presentes  lit- 
tere  pervenerint  salutem. 

östcrrdchisch-eiiglische  StaatSTcrtrigc  Bd.  L  6 


Stl  Einleitung. 

Cum  quidam  tractatus  perpetue  pacis  et  amidciarum  inter 
bone  memorie  dominum  Henricum  nuper  regem  Angliö  et 
Francie  patrem  nostrum  charissimum  nuperime  defiinctum  et 
sacratissimum  principem  Maximilianum  tunc  Romanorum  regem 
nunc  vero  imperatorem  electum  fratrem  et  consanguineum  nos- 
trum per  oratores  suos  hincinde  sufficienter  auctorizatos  in  Ant- 
verpiä  vicesimo  die  mensis  Junii  anno  domini  miJlesimo  quin- 
gentesimo  secundo  initus,  factus  et  conclusus  fuerit  ac  postea  per 
eodem  reges  per  suas  separatas  et  distinctas  litteras  patentes 
magnis  sigillis  suis  sigillatas  et  suis  manibus  subscriptas  con- 
firmatus,  approbatus  et  ratificatus,  cuius  quidem  tractatus  tenor 
sequitur  et  est  talis: 

Insertio  tractatus  et  ratificationis  regis  Anglie. 

Nos  igitur  omnia  et  singula  predicti  tractatus  capitula  per 
oratores  predictos  ut  premittitur  inita,  concordata,  gesta  et  con- 
clusa,  rata,  grata  et  firma  habentes,  ea  omtiia  et  singula  in  eö- 
dem  tractatu  contenta,  inserta  et  specificata  laudamus,  ratifica- 
mus,  confirmamus,  approbamus  et  corroboramus  nee  non  cum 
prefato  sacratissimo  rege  Romanonmi  fratre  nostro  cbarissimo 
de  novo  tenore  presencium  specifice  expresseque  inimus,  con- 
trahimus  et  concludimus  ac  perpetui  roboris  firmitatem  obtinere 
volumus  et  declaramus;  promittentes  bona  fide  et  verbo  regio 
nos  omnes  et  singulos  preinserti  tractatus  articulos  firmiter 
teuere,  effectualiter  adimplere  et  inviolabiliter  observare  necnon 
a  subditis  nostris  teneri  et  observari  facere.  In  cuius  rei  testi- 
monium  has  litteras  nostras  fieri  fecimus  patentes  teste  me 
ipso  apud  Westminster  vicesimo  die  Augusti  anno  domini  mil- 
lessimo  quingentesimo  nono  et  anno  regni  nostri  primo. 

Porter. 


jginieitung.  ^j 

13. 

Bündnis  jw/schen  Maximilian  L,  Heinrich  VIIL,  Leo  X,  und 
Ferdinand  dem  Katholischen  gegen  Ludwig  XIL  von  Frank- 
reich d.  d,  Mecheln  i$ij  April  $;  nach  dem  im  R.O,  (Excheqtier, 
Dipl  Doc.  Box  2$  Nr.  741J  befindlichen  Or,  der  Ausfertigung 
durch  Margaretha,  der  Bevollmächtigten  Maximilians  /J) 
Rat  Heinrichs  VIIL  d.  d.  i$ij  Mai  ij,  (Or.  R.  O.J 

Dru.ke:  Ryiner  l,  c.  VI/i  41  f. 

Dumont  L  c.  lV\i  173  ff.  Vgl.  Breuer  l.  c.  Nr.  ^8^9—^861.. 

Nos  Margareta  dei  gracia  archiducissa  Austrie,  ducissa  et 
comitissa  Burgundie,  vidua  relicta  Sabaudie  etc.,  filia  ac  man- 
dataria  et  procuratrix  sacratissimi  et  invictissimi  domini  Maxi- 
miliani  divina  favente  clemencia  Romanorum  electi  imperatoris 
semper  augusti,  Germanie,  Hungarie,  Dalmacie  et  Croatie  etc. 
regis,  archiducis  Austrie,  ducis  Burgundie  etc.,  domini  et  geni- 
toris  nostri  metuendissimi  per  eum  rite  et  legiptime  ordinata, 
constituta  et  deputata,  vigore  et  auctoritate  commissionis  per 
suam  M*«™  nobis  date  et  concesse,  cuius  tenor  hie  inferius  de 
verbo  ad  verbum  inseritur  et  scribitur,  universis  et  singulis  ad 
quorum  noticiam  presentes  pervenerint  notum  facimus  et  mani- 
festum : 

Cum  iure  divino,  naturali  et  humano  sit  institutum  filios 
debere  parentes  honorare  eisque  obedire,  admonite  requisiteque 
fuerimus  a  predicto  sacratissimo  domino  imperatore  domino  et 
patre  nostro  colendissimo  suscipere  labores  et  onus  nomine 
sue  sacratissime  W^^  communicandi ,  tractandi  et  concludendi 
unam  bonam,  sinceram,  strictam  et  indissolubilem  ligam,  con- 
federacionem,  fedus  et  amicitiam  cum  sanctissimo  domino  nostro 


*)  Die  Originalausfertigung  Margaretha's,  nach  der  wir  diesen  Vertrag 
dru  ken,  ist  stark  beschädigt  und  enthält  einige  kleine  Lücken,  doch  war  es  mög- 
lich die  Schrift  {u  entziffern  und  die  Lücken  auszufüllen.  Die  von  Luis  Carro^ 
unter{eHchnete  spanische  Originalausfertigung,  die  sich  gleichfalls  (Nr.  744  Ex- 
chequer  Dip.  Doc.)  im  R.  O.  vorfindet,  weicht  in  einigen  Stücken  von  jener  Mar- 
garetha's ab.  Im  R.  O.  Nr,  74^  befindet  sich  die  im  Namen  Ferdinands  durch 
Carro\  überreichte  Ratifikation  dieses  Vertrages  d.  d.  London  i^ij  April  2^ 
und  Nr.  746  die  Bestätigung  Maximilians  d.  d.  Aire  i^iß  Sept.  4  über  1 00000 
Goldkronen,  die  ihm  von  Heinrich  VIIL  gemäss  der  geschlossenen  Konvention 
ausbezahlt  wurden»  Vgl.  für  die  Oberlieferung  dieser  Urkunden  Brewer  l.  c. 
Nr.  ß64p,  ßSßp—ßSöß. 


84  £inleitung. 

Leone  pontifice  maximo  serenissimisque  et  potentissimis  prin- 
cipibus  dominis  Henrico  dei  gracia  Anglie  rege  domino  et  con- 
sangineo  nostro  honorifico  ac  Ferdinande  rege  catholico  Arago- 
num  utriusque  Sicilie  etc.,  de  Jherusalem  domino  et  socero  nostro 
honorifico  tarn  nomine  suo  quam  serenissime  domine  Johanne 
regine  Castelle,  Legionis  et  Granati,  cuius  persone  et  bonorum 
curam  et  administracionem  legiptime  gerit,  seu  eorum  oratore 
vel  oratoribus  sufficienti  mandato  munitis  vel  munito,  cuius 
confederacionis  gracia  sancta  sedes  appostolica  ab  indebitis  op- 
pressionibus  relevetur  supranominatique  principes,  que  sibi  iure 
competunt  et  spectant  et  ab  aliis  indebite  occupantur,  recuperent 
et  consequantur  in  perpetuaque  et  indissolubili  amicitia,  imione 
et  federis  nexu  commescant  et  signanter  cum  ipsius  serenissimi 
Anglie  regis  oratoribus  parte  sua  apud  nos  hac  de  causa  exi- 
stentibus  et  transmissis,  videlicet  cum  nobilibus,  reverendo,  ma- 
gnifficis  et  generosis  viris  domino  Edoardo  Ponynghes  equite  au- 
rato  ordinis  garterii,  Johanne  Yong  vicecancellario  Anglie,  Thoma 
Bolayn  et  Richardo  Wingfilde  militibus  amplum  et  sufficiens 
mandatum  ad  hoc  habentibus;  cumque  ad  dictam  confedera- 
cionem  conciudendum  destinaverit  ad  nos  sua  M«^  literas  suas 
patentes  commissionis  procuratorii  et  mandati  specialis  sua  manu 
signatas  sub  sigillo  sigillatas  et  in  debita  et  sufficiente  forma 
expeditas  hie  inferius  ut  prefertur  insertas,  nos  igitur  man- 
dataria  et  procuratrix  cupientes  ut  par  est  M**  sue  morem 
gerere  et  iUi  pro  posse  obedire  pro  eodem  sacratissimo  im- 
peratore  doftiino  et  patre  nostro,  cui  nullum  nostrum  obsequium 
et  offitium  negare  possumus  vel  volumus,  eiusque  nomine,  auc- 
toritate  et  mandato  virtute  nostre  commissionis  predicte  cum 
supranominatis  dominis  oratoribus  prefati  serenissimi  domini  et 
consanguinei  nostri  sufficienter  autorizatis,  quam  etiam  cum 
sanctissimo  domino  nostro  papa  et  serenissimo  et  cathohco  rege 
sive  eius  deputatis  aut  deputandis  tarn  nomine  suo  quam  dicte 
domine  regine  filie  sue  ad  laudem  et  gloriam  omnipotentis  dei 
et  tocius  Christiane  rehgionis  tiansquilitatem  et  pacem  com- 
municavimus,  tractavimus  et  conclusimus,  tractamus,  commimi- 
camus  et  concludimus  omnes  et  singulos  articulos  sequentes. 

Inprimis  inter  nos  mandatariam  et  procuratricem  predictam 
et  oratores  predictos  nominibus  et  auctoritatibus  quibus  supra 
tractatum,  communicatum  et  conclusum  est,  quod  omnes  et  sin- 
guli   tractatus  amiciciarum,    confederäcionum  sive  intercursus 


Einleitung.  •  85 

mercium  antehac  inter  partes  predictas  per  se,  progenitores 
aut  antecessores,  oratores  vel  commissarios  suos  respective  sub 
quibuscunque  verborum  formis  inhiti,  concordati  et  conclusi, 
quibus  non  est  expresse  derogatum  ac  quos  pro  hie  insertis 
haben  volumus,  in  omni  suo  robore  permaneant  et  firmitate; 
ita  quod  per  presentem  tractatum  aut  aliqua  capitula  in  eodem 
contenta  non  censeatur  aut  intelligalur  quovismodo  eisdem 
tractatibus  aut  eorum  alicui  derogatum. 

Item  tractatum  est,  communicatum  et  conclusum,  quod  inter 
confederatos  predictos  eorundemque  heredes  et  sucxessores, 
regna,  patrias,  terras,  dominia,  vassallos,  subdictos,  alligatos  et 
confederatos  suos  quoscunque  presentes  et  futuros,  tam  eccle- 
siasticos  quam  seculares,  cuiuscunque  gradus,  conditionis  aut 
preheminencie  existant,  etiam  si  archiepiscopali,  ducali  aut  qua- 
cunque  alia  dignitate,  statu  aut  gradu  prefulgeant,  aut  presenti 
lige  non  se  opponentes  aut  contravenientes,  sit  perpetua,  bona, 
pura,  sincera,  vera,  integra,  fidelis,  perfecta  et  firma  amicitia,  unio, 
liga,  confederacio  et  pax  per  terram,  mare  et  aquas  dulces  ac 
ubique  locorum  futuris  temporibus  perpetuo  duratura  erunt- 
que  hiidem  confederati  et  eorum  quilibet  pro  deffensionibus  ac 
thuicionibus  sancte  Romane  ecclesie  ac  personarum  et  statuum 
suorum  eorundemque  heredum  et  successorum  necnon  imperii, 
regnorum,  patriarum  et  dominiorum  iam  per  ipsos  aut  eorum 
aliquem  possessorum  aut  postea  iure  belli  vel  quovis  alio  modo 
recuperandorum  aut  possidendorum  contra  prefatum  Ludovicum 
Francorum  regem  communem  eorum  hostem  eiusque  heredes 
et  successores  ac  alios  eiusdem  Ludovici  eiusve  heredum  aut 
successorum  fautores  et  adherentes  quoscunque  sine  fraude, 
dolo  aut  dissimulacione  vel  colore  quocumque  de  cetero  fu- 
turis perpetuis  temporibus  non  solum  sibi  invicem  amici  sed 
etiam  amicorum  amici  et  inimicorum  inimici  sine  excepcione 
quacumque;  dabuntque  hiidem  confederati  sibi  hincinde  contra 
prefatum  Ludovicum  Francorum  regem  communem  eorum  ho- 
stem eiusque  heredes  et  successores,  quociens  et  quando  per 
aliquem  confederatorum  invasum,  offensum  sive  hostiliter  ag- 
gressum  requisitus  aut  requisiti  fuerint,  sumptibus  et  expensis 
requirentis^)  mutuum  auxilium  et  succiu-sum  bona  fide  sine 
dilatione  quacumque,  non  obstantibus  quibuscunque  alliganciis 

»)  i4  =  es. 


8o  Einleitung. 

et  confederacionibus,  quas  confederati  predicti  vel  eorum  aliquis 
habent  vel  habet  aut  in  futurum  habere  potent  vel  poterant 
cum  quocumque  vel  quibuscunque  regibus,  principibus  aut  co- 
munitatibus,  qualescumque  Uli  sint  aut  enint,  quibus  expresse 
derogatum  non  censeatur,  salvis  et  exceptis  ligis  et  confe- 
deracionibus inhitis  et  factis  cum  serenissimo  rege  Aragonie 
comuni  eorum  amico  si  que  sint,  quibus  in  nullo  derogatum 
censeatur. 

Item  quoniam  prefatus  Ludovicus  Francorum  rex  com- 
munis hostis  diu  detinuit  ac  in  presenti  per  vim  et  violenciam 
contra  ius  et  phas  detinet  et  usurpat  nonnuUa  regna,  ducatus, 
principatus,  dominia,  patrias,  terras  et  civitates  ac  oppida  con- 
federatis  predictis  respective  spectancia;  pro  igitur  recupera- 
tione  omnium  et  singulorum  premissorum  sie  ut  premittitur 
iniuste  occupatorum  tractatum,  communicatum  et  conclusum 
est,  quod  confederati  predicti  omnes  et  singuli  infra  triginta  dies 
a  data  presentis  tractatus  immediate  computandos  per  publica 
edicta  et  proclamaciones  palam  declarabunt  et  eorum  quilibet  de- 
clarabit  se  inimicum  et  hostem  dicto  Ludovico  Francorum  regi  et 
infra  duos  menses  datam  conclusionis  huius  tractatus  proxime  se- 
quentes  bellum  invasivum  contra  eundem  sumptibus  et  expensis 
suis  per  se  ipsos  aut  capitaneum  vel  capitaneos  sufficientem  vel 
sufficientes,  seu  exercitus  ducem  vel  duces,  realiter  et  cum  effectu 
facient  et  quilibet  eorum  faciet;  videlicet  sanctissimus  dominus 
noster  papa  in  provincia  Provincie  vel  in  Delphinatu  aut  alüs  ter- 
ris  et  dominus  regi  Gallorum  subdictis  et  subiectis  extra  Ita- 
liam ;  C^  M*«  in  regno  Francie  vel  patriis  parentibus  et  obedienti- 
bus  regi  Gallorum  extra  Italiam;  rexAnglie  in  Aquitania,  Picardia 
sive  Normania  vel  in  alüs  terris  et  dominus  regi  Gallorum  sub- 
iectis, et  rex  Aragonum  in  patria  de  Bearne,  Langedoke^)  et  Aqui- 
tania vel  aliis  terris  et  dominus  regi  Gallorum  subdictis  et  sub- 
iectis extra  Italiam,  ubi  hiidem  confederati  omnes  et  singuli 
communi  hosti  maxime  nocere  et  officere  poterunt;  enintque 
exercitus  dictorum  confederatorum,  qui  ad  huiusmodi  bellum 
invasivum  obligantur,  potentes  et  bene  instructi  tam  in  peditatu 
quam  equitatu,  artillieria  et  aliis  instrumentis  bellicis  in  ea  parte 
neccessariis  et  requisitis,  sie  quod  singuli  eorundem  exercituum 
communes  hostes  invadere,  contra  eosdem  castra  metari,  civi- 


*)  Hier  eine  Lücke  im  Or, 


Einleitung.  87 

tates  et  oppida  obsidere  ac  potenciis  et  maliciis  eorundem  re- 
sistere  et  obviare  ac  eosdem  cum  eflfectu  expugnare  valeant 

Nee  ab  huiusmodi  bello  sie  ut  premittitur  incepto  vel  in- 
cipiendo  dicti  confederati  aut  eorum  alter  desistet  aut  desistent 
seu  pacem,  treugam  vel  belli  inducias  cum  ipso  communi  hoste 
aut  cum  aliquibus  aliis,  qui  se  presenti  confederacioni  velint 
opponere,  directe  vel  indirecte  tractabunt,  capient  aut  conclu- 
dent  absque  noticia,  consensu  et  expresso  assensu  aliorum  om- 
nium  et  singulorum  confederatorum. 

Item  tractatimi  est,  communicatum  et  conclusum,  quod  nullus 
confederatorum  predictorum  permittet  aliquos  ex  subdictis  suis 
dicto  regiLudovico,  heredibus  vel  successoribus  suis  in  bellis  ser- 
vire  ac  stipendia  ab  eodem  recipere,  sed  ipsi  omnes  et  singuli  per 
edictum  expressum  et  solempne  palam  interdicent,  prohibebunt 
et  precipient  tempore  publicacionis  presentis  tractatus,  ne  aliqui 
subdictorum  suorum  sub  pena  capitis  et  confiscacionis  omhium 
bonorum  taliter  faciant;  quod  si  huiusmodi  preceptis  contra- 
venerint  ipsa  pena  absque  venia  mulctentur;  licebit  tamen  Om- 
nibus et  singulis  confederatis  hincinde  habere  subdictos  suorum 
confederatorum  in  suis  stipendiis  ad  inserviendum  eis  in  suis  bel- 
lis, principe  cuius  subdicti  fuerint  expresse  non  contradicente. 

Item  tractatum  est,  communicatum  et  conclusum,  quod  im- 
perator,  si  iam  non  revocaverit,  revocabit  illam  auctoritatem 
suam  cardinalibus  scismaticis  pro  eorum  consiliabolo  antehac 
concessam  et  tributam  immediate  post  huius  tractatus  publi- 
cacionem;  quam  revocacionem  infra  mensem  proxime  et  im- 
mediate ex  tunc  sequentem  per  suas  literas  patentes  auctentice 
iactas  eisdem  cardinalibus  intimabit  ac  ea  bmnia  et  singula  vi- 
gore  et  potestate  dicte  auctoritatis  sue  per  eos  facta  et  fienda 
ex  nunc  prout  ex  tunc  cassa  et  irrita  reputabit  et  habebit. 

Item  tractatum  est,  communicatum  et  conclusum,  quod 
sanctissimus  dominus  noster  papa  teneatur  et  debeat  contra 
quoscumque  quavis  auctoritate  vel  dignitate  ecclesiastica  vel 
mundana  etiam  regia  fulgentes  et  preditos  huiusmodi  lige  et 
federi  se  opponentes  eisque  aut  eorum  alicui  auxilium,  con- 
siliimi  et  favorem  prestantes  tam  in  Ytalia  quam  extra  cen- 
suras  et  penas  ecclesiasticas  fulminare  et  publicare,  prout  opus 
fuerit  ac  quociens  et  quando  per  confederatos  predictos  aut 
eorumi  aliquem  vel  per  eorundem  commissarium  vel  commis- 
sarios  requisitus  fuerit 


88  Finleltung. 

Item  inter  nos  mandatariam  et  procuratricem   ^c  oratores 

predictos  tractatum,  communicatum  et  conclusum  est,  quod  ad 
maximos  sumptus  neccessario  subeundos  per  C^®  M^^  pro 
adimplemento  et  executione  rerum  supradictarum  et  hello  pre* 
dicto  contra  dictum  Ludovicum  Francorum  regem  gerendo,  in- 
ferendo  et  continuando,  Serenissimus  rex  Anglie  et  Francie  da- 
bit  et  numerabit  vel  per  commissarium  suum  aut  commissarios 
SUDS  sufficienter  in  ea  parte  auctorizatum  vel  auctorizatos  dari 
vel  numerari  faciet  imperatori  vel  domine  archiducisse  eorumve 
aut  eius  legipttme  deputato  vel  deputatis  centurh  milia  corona- 
rum  auri  in  coronis  aureis  vel  in  auro  equivalenti  terminis, 
modis,  locis  et  forma  sequentibus;  videlicet  dictus  rex  Anglie 
et  Francie  solvet,  dabit,  traddet  vel  per  commissarium  suum  aut 
commissarios  suos  solvi,  dari  aut  traddi  faciet  in  oppido  de 
Gravur elinghe  in  comitatu  Flandrie  prefato  imperatori  vel  dicte 
domine  archiducisse  eorumve  vel  eius  procuratori  vel  procura- 
toribus  recipiendi  et  quictancias  faciendi  in  bona  et  sufficienti 
forma  dicto  serenissimo  regi  Anglie  et  Francie  eiusve  commis- 
sario  vel  commissarijs  plenam  potestatem  habenti  vel  habenti- 
bus  triginta  quinque  milia  coronarum  auri  intra  mensem,  post- 
quam  dictus  imperator  declaraverit  se  bestem  et  inimicum  pre- 
dicto  regi  Gallorum;  deinde  alia  triginta  quinque  milia  corona- 
rum auri,  cum  dictus  imperator  per  se  vel  idoneum  aut  suf- 
ficientem  capitaneum  vel  ydoneos  aut  sufficientes  capitaneos 
predicto  Ludovico  Francorum  regi  bellum  realiter  geret  et  ac- 
tualiter  inferet  aut  inferri  faciet  cum  continuactone  eiusdem  iuxta 
vim,  formam  et  effectum  cuiusdam  articuli  superinde  in  hoc 
tractatu  supra  inserti;  postremo  triginta  milia  coronarum  auri 
in  loco  prenominato  persone  vel  personis  predictis  intra  tres 
menses  dictam  belli  incohationem  et  eiusdem  continuacionem 
proxime  et  immediate  sequentes. 

Item  tractatum  est,  communicatum  et  conclusum»  quod  per 
presentem  tractatum  C*^  M*"*  non  intendit  aliquo  modo  de- 
rogare  tractatibus  pacis  cum  quibuscunque  regibus  vel  prin- 
cipihus  inhitis  vel  confirmatis  per  suam  M^"^  tanquam  tutorem 
et  maniburnum  serenissimi  principis  Caroli  sui  nepotis  et  filii 
carissimi  et  suarum  patriarum  et  dominiorum  nee  sub  specie 
et  pretextu  dicte  confederationis  in  presenti  inhite,  tractate  et 
concluse  declarare  dictum  serenissimura  principem  et  patrias 
suas  quoquo  modo  ad  bellum  contra  dictum  regem  Ludovicum; 


Einleitung.  89 

quynimo  in  dicta  tutoria  qualitate  vult  et  intelligit  pacem  cum 
quibuscunque  regibus  et  principibus  servare  et  observari  facere 
per  prefatum  principem,  suas  patrias  et  subdictos. 

Item  tractatum  est,  communicatum  et  conclusum,  quod  om- 
nes  et  singuli  confederati  predicti  et  eorum  quilibet  presentem 
tractatum  ac  omnia  et  singula  capitula  in  eodem  contenta  infra 
terminos  subscriptos,  videlicet  sanctissimus  dominus  noster  et 
catholicus  rex  Aragonum  tam  pro  se  ipso  quam  pro  regina  Ca- 
stelle,  cuius  persone  ac  bonorum  curam  et  administracionem 
gerit,  infra  duos  menses  datam  presencium  proxime  et  imme- 
diate  sequentes,  sacratissima  M*"  imperalis  suo  nomine  et  Se- 
renissimus rex  Anglie  infra  imum  mensem  datam  huiusmodi  et 
sequentem  per  suas  et  cuiuslibet  eorum  literas  patentes  debite 
confectas  magnisque  suis  sigillis  sigillatas  et  manibus  subscriptas 
acceptabunt,  confirmabunt  et  ratifficabunt  et  eorum  quilibet  ac- 
ceptabit  ratifficabit  et  confirmabit;  renunciantes  et  renuncians 
specialiter  et  expresse  ac  in  vim  pacti  excepcioni  dicenti  actum, 
factum  aut  gestum  nominibus  aliorum  vel  alterius  nomine  esse 
nuUum  vel  minus  vallidum  pretextu  generalis  vel  specialis 
mandati,  quod  ad  taliter  acti,  facti  et  gesti  meliorem  firmitatem, 
perfectius  robur  et  validiorem  efficatiam  precedere  debuit  ac 
etiam  omnibus  aliis  tam  iuris  quam  facti  excepcionibus  et  ex- 
ceptionum  generibus,  appellacionibus ,  provocacionibus,  privil- 
legiis,  beneffitiis  et  deffensionibus  quibuscunque,  que  et  quas 
pro  hie  insertis  haberi  volumus,  per  que  aliquid  dici,  allegari 
auf  obici  potest  contra  presentem  tractatum  vel  contenta  in 
eodem,  quo  mediante  a  dicto  tractatu  vel  articulis  in  eodem 
insertis  recedi  potest  directe  vel  indirecte  quovis  quesito  colore; 
supplentes  etiam  omnes  et  singulos  tam  iuris  quam  facti  def- 
fectus  maxime  auctoritatis,  commissionis  vel  commissionum  om- 
nium  confederatorum  predictorum  vel  aliquorum  aut  alicuius 
eorundem  vel  ob  inhabilitatem  personarum  vel  persone,  quibus 
vel  cui  auctoritas  commissa  est  vel  si  quicquam  aliud  ad  vali- 
ditatem  premissorum  hie  defuerit  aut  aliquid  sit  insertum  in 
commissione  vel  commissionibus  confederatorum  predictorum, 
quod  substanciam  et  effectum  presentis  tractatus  vel  alicuius 
articuli  eiusdem  impediret,  extenuaret,  diminueret,  extingueret 
vel  eundem  abrogaret,  id  per  suas  confirmatorias  literas  signa- 
tas  et  sigillatas  mero  motu  et  ex  suis  certis  scienciis  supple- 


qo  Einleitung. 

bunt  et  quilibet  eorum  supplebit,  ut  perinde  finnitatem  habeat 
atque  si  omnia  soUempniter,  rite  et  recte  facta  essent,  et  quod 
ipsi  et  eorum  quilibet  ea  omnia  et  singula,  quathenus  eos 
aut  eorum  aliquem  tangunt  aut  tangere  poterunt,  pro  parte 
sua  realiter  et  cum  effectu,  bene  et  fideliter  observabit,  faciet, 
adimplebit  et  exequetur  non  solum  per  ipsas  literas  con- 
firmatorias  bona  fide  et  in  verbo  pontificio,  imperiali  et  regio 
promittet,  verum  etiam  in  presencia  oratoris  vel  oratorum  su- 
orum  vel  eorum  alicuius  tunc  in  eorum  curia  existentis  vel 
existencium  ac  coram  notariis  et  testibus  per  dictos  oratores 
ad  hoc  specialiter  vocatis  publice  et  sollempniter  aliquo  die 
festivo  intra  missarum  sollempnia  super  sacrosancta  dei  evan- 
gelia  et  canonem  misse  per  eos  et  eorum  quemlibet  corporaliter 
tactos  iurabit  ipsasque  literas  confirmatorias  una  cum  instru- 
mento  publico  super  prefato  iuramento  per  dictos  notarios  de- 
bite  confecto  tam  dicti  oratores  quam  dicti  confederati  ipsis 
oratoribus  tunc  et  ibidem  vicisim^)  dabunt  et  traddent  et  qui- 
libet eorum  dabit  et  traddet;  proviso  semper  quod  si  dicti 
sanctissimus  dominus  noster  et  rex  Aragonum  aut  eorum  alter 
intra  terminum  supra  specifficatum  presentem  tractatum  et  sin- 
gula capitula  in  eo  contenta  et  inserta  pro  se  vel  suum  ora- 
torem,  commissarium  aut  procuratorem  vel  procuratores  suos 
in  ea  parte  auctoritate  sufficienti  fulcitum  vel  fulcitos  non  ac- 
ceptaverint,  ratifficaverint,  confirmaverint  aut  acceptaverit,  ra- 
tifficaverit  et  confirmaverit ,  nichillominus  tamen  inter  C**°» 
j^jtem  et  dictum  regem  Anglie,  heredes  et  successores  suos  hinc- 
inde  valebit  et  in  vigore,  robore  ac  firmitate  suis  perpetuo 
permanebit 

Item  auctoritatibus  quibus  supra  communicatimi  et  trac- 
tatum et  conclusum  est,  quod  in  presenti  tractatu  comprehen- 
dantur  et  includantur  omnes  et  singuli  amici,  confederati  et  alli- 
gati  parcium  predictarum  subsequenter  nominati;  videlicet  pro 
parte  sanctissimi  domini  nostri  et  catholici  regis  Aragonum  ac 
regine  Castelle,  cuius  persone  ac  bonorum  idem  catholicus  rex 
curam  et  administracionem  gerit,  reges,  principes,  comunitates 
et  respublice,  quos  et  quas  denominabunt  aut  quis  eorum  de- 
nominabit  infra  tempus  duorum  mensium  a  data  huius  federis 
numerandorum  et  pro  parte  sacratissimi  imperatoris  Serenissimi 


Einleitung.  ^X^ 

et  potentissimi  reges  Ladislaus  Hungarie  rex  et  reges  Portu- 
galie,  Scotie,  Datie,  Polonie,  principes  electores  sacri  Romani 
imperii,  duces  Clevensis,  Julliacensis  et  episcopus  Traiectensis ; 
pro  parte  vero  serenissimi  regis  Anglie  et  Francie  reges  Hun- 
garie, Polonie,  Scotorum,  Datie  ac  communitas  Hanse  teu- 
tonice. 

Et  nichillominus  relinquitur  et  remanet  locus  aliis  regi- 
bus,  ducibus,  principibus  et  coraunitatibus  quibuscunque  ad 
eflfectum  premissorum  hanc  ligam  et  fedus  ingredi  volen- 
tibus.     Sequuntur  tenores  commissionum^). 

Acta  fuerunt  omnia  suprascripta  dataque  et  conclusa  in  op- 
pido  Mechliniensi  et  domo  habitacionis  nostre  die  quinta  mensis 
Aprilis  anno  domini  millesimo  quingentesimo  decimo  tercio  post 
pasqua,  presentibus  ad  ea  nobilibus  ac  magnifficis  et  strenuis  viris 
domino  Johanne  domino  de  Berghes  milite  aurei  velleris,  Lauren- 
cio de  Gorrenodo  barone  Montanesii,  Gerbaxii  et  de  Mamay  gu- 
bematore  Breissie,  D.  Gerardo  de  Pleyne  milite,  domino  Rup- 
pis  preside  privati  consilii  serenissimi  principis  Castelle  ac 
Thoma  Spinelli  dicti  serenissimi  Anglie  regis  solicitatore  in 
curia  nostra  commorante  testibus  ad  premissa  per  nos  ac  pre- 
fatos  dominos  oratores  specialiter  vocatis  et  rogatis. 

In  quorum  testimonium  has  manu  nostra  signatas  feci- 
mus  sigilli  nostri  appensione  communiri. 

Datas  anno,  die  et  loco  premissis. 

Marguerite. 
L.  S. 


«)  Vgl.  Rymer  VI/j.  ^7. 


ff  2  Einleitung. 

u. 

Vertrag  ^(wischen  Maximilian  I.  und  Heinrich  VIIL  über  den 
Kampf  gegen  Frankreich  und  über  die  Heirat  Karls  von 
Spanien  mit  Maria  von  England,  d,  d.  Lille  i$ij  Okt.  i6;  nach 
der  im  /?.  O.  (Exchequer  Dipl  Doc.)  aufbewahrten  Original^ 
erklärung  Margarethas,  der  Bevollmächtigten  Maximilians  L 
Rat  Heinrichs  VHL  d,  d,  Greenich  i^iß  Nov,  6,  (Or,  R.  O.J 
Rat  Maximilians  I.  d.  d.  Augsburg  ij;ij  Nov.  75.  (Or.  R.  O.) 

Druck:  Rymer  L  c.  VIli  5/.') 

Nos  Margareta  dei  gracia  archiducissa  Austrie,  ducissa  et 
comitissa  Burgundie,  vidua  relicta  Sabaudie  etc.,  filia  sacratissimi 
et  invictissimi  principis  domini  Maximiliani  divina  favente  cle- 
mencia  Romanorum  electi  imperatoris  semper  augusti,  Ger- 
manie, Hungarie,  Dalmatie  et  Croacie  etc.  regis,  archiducis  Au- 
strie, ducis  Burgundie  etc.  universis  et  singulis  ad  quorum  no- 
ticiam  presentes  litere  pervenerint  salutem. 

Cum  in  quodam  articulo  cuiusdam  tractatus*)  initi  et  con- 
clusi  in  oppido  Meccliniensi  quinta  die  mensis  Aprilis  anno  do- 
mini millesimo  quingentesimo  tercio  decimo  post  pascha  inter 
nos  procuratricem  et  mandatariam  dicti  imperatoris  patris  nostri 
et  oratores,  procuratores,  commissarios  et  deputatos  serenissimi 
et  potentissimi  principis  Henrici  regis  Anglie  et  Francie  inter 
cetera  contineatur,  quod  confederati  omnes  et  singuli  in  dicto 
tractatu  comprehensi  per  publica  edicta  et  proclamationes  pa- 
lam  declarabunt  et  eorum  quilibet  declarabit  se  inimicum  et 
hostem  Ludovico  Francorum  regi  et  infra  certum  tempus  in 
dicto  articulo  comprehensum  bellum  invasivum  contra  eundem 
Ludovicum  sumptibus  et  expensis  suis  per  se  ipsos  aut  capi- 
taneum  vel  capitaneos  sufficientem  vel  sufficientes,  seu  exer- 
cituum  ducem  vel  duces,  realiter  et  cum  effectu  facient  et  qui- 
libet eorum  faciet  respective  in  locis  in  dicto  articulo  compre- 
hensis  nee  ab  huiusmodi  bellen  sie  ut  premittitur  incepto  vel 
incipiendo  dicti  confederati  seu  eorum  aliquis  desistet  vel  desi- 


>)  Der  Druck  bei  Rymer  s.  d.  i^.  Okt.  stimmt  ni  ht  mit  dem  Wortlaut 
des  obigen  Vertrages  überein.  Vgl,  für  die  Überlieferung  dieses  und  des  Ver- 
trages vom  17.  Okt.  Brewer  l.  c,  I  Nr.  ^=i<>S — ./s//. 

»)  i4  =  tratatus. 


£inleitung.  ^^ 

Stent,  seu  pacem,  treugam  vel  inducias  cum  dicto  Ludovico  com- 
muni  hoste  aut  cum  aliquibus  aliis,  qui  se  dicte  confederationi 
velint  opponere,  directe  vel  indirecte  tractabunt^  capient  vel 
concludent  absque  noticia,  consensu  et  expresso  assensu  aliorum 
omnium  et  singulorum  confederatorutn,  prout  in  dicto  articulo 
plenius  continetur,  ac  prefatus  sacratissimus  Romanorum  im- 
perator  bellum  invasivum  in  ducatu  Burgundie  cum  magno  equi- 
tum  et  peditum  numero  et  omni  genere  armorum  et  artillerie 
incohaverit  et  per  aliquos  menses  continuaverit  dictoque  regi 
Anglie  et  Francie  consilio,  directione  et  proprio  suo  corpore 
omnem  opem,  auxilium  et  favorem  prestiterit  eo  tempore,  quo 
equitatus  omnis  Ludovici  Francorum  regis  fusus  fugatusque  fuit 
et  pariformiter  dum  Morinum  et  Tomacium  obsidione  cinge- 
rentur;  nichilominus  nos  prefata  Margareta  dicti  imperatoris 
filia  nomine  eiusdem  agens  et  eins  negocia  gerens  cum  predicto 
Henrico  Francie  et  Anglie  rege  christianissimo  ex  certis  urgen- 
tibus  causis,  et  precipue  quia  iam  tempus  hiemale  hello  gerendo 
minus  aptum  instat  et  milites  in  hieme  a  castris  in  hibema  de- 
duci  necesse  erit,  mutuo  consensu  et  assensu  convenimus  et 
conclusimus,  quod  dictus  Francie  et  Anglie  rex  dimisso  suffi- 
cienti  militum  presidio  cum  capitaneo  et  thesaurario  in  dicta  civi- 
tate  Tornacensi,  territorio  et  baillinatu  eiusdem  ad  ea  guber- 
nanda,  tuenda  et  deffendenda  contra  dictum  Gallorum  regem 
et  eins  potentiam  reliquum  omnem  exercitum  tam  equitum 
quam  peditum  libere  dimittere  et  in  Angliam  reducere  et  in 
persona  sua  redire  de  consensu  et  expresso  assensu  dicti  im- 
peratoris, quandocunque  illi  libuerit  seu  placitum  fuerit,  possit 
et  valeat 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est  inter  nos 
et  dictum  christianissimum  Francie  et  Anglie  regem,  quod 
Cea  ^tas  ^ac  duraute  hieme  pro  tuitione  patriarum  et  do- 
miniorum  Serenissimi  Castelle  principis  et  assistencia  illorum, 
qui  ex  parte  dicti  regis  Francie  et  Anglie  sunt  rehcti  ad  pre- 
sidium  Tornacensis  civitatis,  et  si  et  in  quantum  commode  fieri 
potent  pro  hello  gerendo  dicto  tempore  hiemah  contra  et  ad- 
versus  dictum  Ludovicum  Francorum  regem  'stipendiabit  et  con- 
tinue  in  armis  habebit  quatuor  milia  equitum  et  sex  milia  pe- 
ditum in  Arthesia,  Hanonia  et  locis  vicinis  et  adiacentibus. 

Conventumque,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  dic- 
tus Francie  et  Anglie  rex  in  sublevamen  impensarum  et  stipen- 


^^  Anleitung. 

diorum  dictorum  quatuor  milium  equitum  et  sex  milium  peditum 
per  C®*™  M*«"*  fiendorum  et  solvendonim  persolvi  faciet  sum- 
mam  ducentarum  milium  coronarum  aurearum  in  terminis  se- 
quentibus;  videlicet  in  fine  cuiuslibet  mensium  Novembris,  De- 
cembris,  Januarii,  Februarii,  Martii  et  Aprilis  proxime  futuronim 
triginta  milia  dictarum  coronarum  et  per  totum  mensem  Maii  vi- 
ginti  milia,  ita  tamen  quod  dicte  summe  in  quolibet  dictorum  ter- 
minorum  per  commissarios  prefati  regis  persolventur  capitaneis 
et  certo  numero  dictorum  equitum  et  peditum  iuxta  ordina- 
tionem  seu  statum  desuper  conficienda  per  C*^  M^"  vel  nos 
prefatam  dominam  Margaretam,  postquam  dicti  equites  et  pe- 
dites  debite  fuerint  coram  quatuor  commissariis  ad  hoc  per 
Ceam  }^i»m  et  locumtenentem  prefati  regis  Francie  et  Anglie  civi- 
tatis Tornacensis  monstrati  et  numerus  eorum  fuerit  per  com- 
missarios predictos  approbatus. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  citra 
primum  diem  mensis  Junii  proxime  futuri  dictus  christianissi- 
mus  Francie  et  Anglie  rex  in  Aquitania,  Picardia  sive  Norman- 
dia vel  in  aliis  terris  seu  dominus  regi  Gallorum  subiectis  ac 
dictus  invictissimus  imperator  electus  in  regno  Francie  vel  pa- 
triis  obedientibus  et  parentibus  regi  Gallorum  vel  in  aliis  terris 
et  dominus  dicto  regi  Gallorum  subditis  et  subiectis  extra  Ita- 
liam,  ubi  idem  principes  et  eorum  quilibet  communi  hosti  ma- 
xime  nocere  et  officere  poterunt  aut  poterit,  bellum  invasivum 
contra  eundem  Ludovicum  Gallorum  regem  sumptibus  et  ex- 
pensis  suis,  per  se  ipsos  aut  capitaneum  vel  capitaneos  suffi- 
cientem  vel  sufficientes,  seu  exercitus  ducem  vel  duces,  realiter 
et  cum  effectu  resument  et  facient  et  eorum  quilibet  resumet 
et  faciet;  eruntque  exercitus  predicti,  qui  ad^)  huiusmodi  bellum 
invasivum  obligantur,  potentes  et  bene  instructi  tam  in  pedi- 
tatu  quam  in  equitatu,  artilliaria  et  aliis  instrumentis  bellicis  in 
ea  parte  neccessariis  et  requisitis,  sie  quod  singuli  eorum  exer- 
cituum  communes  hostes  invadere,  contra  eosdem  castra 
metari,  civitates  et  oppida  obsidere  ac  potentiis  et  maliciis 
eorum  resistere  et  obviare  ac  eosdem  cum  eflfectu  expugnare 
valeant;  nee  ab  huiusmodi  hello  sie  ut  premittitur  incepto 
vel  incipiendo  dicti  principes  aut  eorum  alter  desistent  aut 
desistet,    seu    pacem,    treugam  vel    belli    inducias    cum    ipso 

1)  Or  =  ab. 


Einleitung.  ^t 

communi  hoste  aut  cum  aliquibus  aliis,  qui  se  presenti  trac- 
tatui  et  confederacioni  velint  opponere,  directe  vel  indirecte 
tractabunt,  capient  aut  concludent,  vel  alter  eorum  tractabit,  ca- 
piet  aut  concludiet  absque  noticia,  consensu  et  expresso  assensu 
alterius  principum  predictorum. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est  inter  nos 
prefatam  archiducissam  et  predictum  christianissimum  Francie 
et  Anglie  regem,  quod  imperialis  M**«,  Carolus  illustrissi- 
mus  princeps  Castelle  et  nos  dicta  archiducissa  Austrie  ac  pre- 
fatus  christianissimus  Francie  et  Anglie  rex,  illustrissima  do- 
mina  Katherina  eins  coniunx  et  serenissima  domina  Maria  soroi: 
dicti  christianissimi  Francie  et  Anglie  regis  citra  quintumdeci- 
mum  diem  mensis  Maii  proxime  futurum  in  oppido  Calisie  per- 
sonaliter simul  conveniemus  et  nostrum  quilibet  conveniet;  et 
tunc  et  ibidem  matrimonium  sive  sponsalia  alias  inter  dictum 
illustrissimum  principem  Castelle  Carolum  et  dictam  serenissi- 
mam  döminam  Mariam  contracta  publice  et  solempniter  in 
facie  ecclesie  celebrari  et  solemnisari  faciemus;  ac  dicti  Carolus 
et  Maria  tunc  et  ibidem  publice  in  facie  ecclesie  matrimonium 
contrahent  et  solempnisabunt 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  per 
huiusmodi  tractatum  seu  capitula  eiusdem  non  intelligatur  ali- 
quatenus  derogatum  capitulis  confederationis  aut  alicuius  alterius 
tractatus  antehac  per  aut  inter  dictos  principes  factis  et  fir- 
matis;  immo  illa  perseverent  in  suo  robore  et  effectu  nisi  in 
quantum  huiusmodi  articulis  fuerint  contraria. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  trac- 
tatus iste  et  omnia  et  singula  capitula  in  eo  contenta  confir- 
mabuntur  et  ratificabuntur  per  invictissimum  principem  Maxi- 
milianum,  divina  clemencia  Romanorum  imperatorem  electum, 
per  suas  literas  patentes  magno  sigillo  suo  sigillatas  et  manu 
ipsius  subscriptas  intra  unum  mensem  datam  presentis  tracta- 
tus immediate  sequentem  et  dictum  tractatum  sie  per  eum  con- 
firmatum,  sigiliatum  et  subscriptum  prefato  Francie  et  Anglie 
regi  quam  primum  mittet  vel  eins  commissario  tradet  aut  tradi 
faciet. 

In  quorum  omnium  et  singulorum  fidem  et  testimonium 
nos  dicta  archiducissa  presentem  tractatum  manu  nostra  sub- 
scripsimus  et  eundem  magni  sigilli  nostri  appensione  muni- 
vimus. 


o^  Einleitung. 

Datum  in  oppido  Insulanim  die  XVI*    mensis  Octobris 
anno  domini  millesimo  quingentesimo  decimo  tercio. 

Marguerite. 


16. 

Bündnis  \wischen  Maximilian  L,    Heinrich    VIIL  und  Fer- 

difiand  von  Arragonien  gegen  Prankreich  d.  d.  Lille  i$ij  Okt  17; 

flach  dem  Or,  der  spanischen  Ausfertigung  im  British  Museum 

(Vesp.  C.  7.  Fol  91,)^) 

Ratification  Heitirichs  VIIL  (Or,  R,  O,)    (Das  Datum   fehlt; 

die  Urkunde  wurde  beschnitten.) 

Rat  Maximilians  L  d.  d.  Augsburg  i^iß  Nov.  75.  (Or.  R.  O.J*) 

Universis  et  singulis  ad  quorum  noticiam  praesentes  li- 
terae  pervenerint  nos  Don  Petrus  de  Urrea  cum  C^  M*«  et 
Don  Ludovicus  Carroz  de  Villaragut  cum  serenissimo  ac  po- 
tentissimo  rege  Franciae  et  Angliae  et  D.  commendator  Joannes 
de  la  Nuza  cum  illustrissimo  principe  Castellae  ac  serenissima 
principissa^)  domina  Margarita  oratores  Serenissimi  ac  potentis- 
simi  Ferdinandi  Aragonum  regis  catholici  etc.  salutem.  Noverint 
nos  praefatos  Serenissimi  ac  potentissimi  regis  catholici  actores, 
factores  et  negotiorum  gestores  ac  nomine  ipsius  agentes  cum 
generoso  viro  Joanne  domino  de  Bergis  milite  ordinis  velleris 
aurei,  primo  camerario  Maximiliani  Romanorum  imperatoris 
electi  semper  augusti,  gubernatore  Namurcensi  et  magistro  Ge- 
rardo  de  Pleine,  domino  de  Roca,  presidente  consilii  dicti 
Ceae  y[üs  et  domiui  archiducis,  nomine  dicti  C^®  M*^*  agen- 
tibus  et  dominis  Richardo  miseratione  divina  Wintoniensi 
episcopo,  christianissimi  Franciae  et  Angliae  regis  privati  sigilli 
custode  et  domino  Thoma  Grey  milite  ordinis  garterii,  mar- 
chione  de  Dorset,  Henrici  Franciae  et  Angliae  regis  christianis- 
simi praefati  nomine  agentibus,  tractatum  praesentem  cum  suis 


*)  Dieser  Vertrag  ist  noch  nicht  gedruckt;  Inhaltsangabe  bei  Bergenrotk 
l.  c.  II  162  f. 

')  Über  die  veränderte  Form,  in  der  Ferdinand  von  Arrigonien  am  6.  De\. 
ißj^  den  Vertrag  vom  //.  Okt.  lyi^  ratifizierte  vgl.  Bergenroth  h  c.  II.  Ein- 
leitung LXXV.  und  Akten  162  ff.,  17^,  179. 

•)  /l  =r  princissa. 


Einleitung.  ^'j 

articulis  Omnibus  et  singulis  iniisse  et  conclusisse,  cuius  tenor 
sequitur. 

Cum  nulla  in  praesentiarum  sit  pax,  amicitia  vel  confoe- 
deratio  inter  illustrissimum  et  potentissimum  principem  Fer- 
dinandum  catholicum  Aragonum  et  Ludovicum  Gallorum  reges, 
sed  treugarum  induciae  dumtaxat  initae  et  ad  diem  ultimum 
mensis  Martii  proxime  futuri  duraturae,  quas  praefatus  rex  ca- 
tholicus  in  maxima  infirmitate  illo  tempore  constitutus  firmavit, 
ut  aperiretur  via  tollendi  tam  magnas  sanguinis  effusiones  chri- 
stianorum  a  scismaticis  pernitiosis  sanctaeque*)  matris  ecclesiae 
divisionem,  quae  religioni  christianae  tantum  important,  prae- 
fatusque  Ludovicus  Francorum  rex,  qui  fuit  causa  omnium  ho- 
rum  malorum,  emendaret  se  desistendo  a  conciliabulo  Pisano 
eins  favore  incepto  pariter  et  continuato  reverteretque  ad  obe- 
dientiam  sanctae  Romanae  ecclesiae  confitendo  errorem  suum 
et  de  illo  condignam  penitentiam  faciendo  adhereret  concilio 
lateranensi  canonice  et  legittime  convocato  restitueretque  prin- 
cipibus  christianis  quod  ab  illis  tirannice  et  iniuste  destinet  vel 
cum  eisdem  debite  componeret,  praesertim  cum  illustrissimo  ac 
potentissimo  Henrico  Franciae  et  Angliae  rege  et  cum  illustris- 
simo Charolo  Hispaniarum  principe  praefati  regis  catholici  filiis 
carissimis,  sicuti  praedictus  Ludovicus  rex  in  tractatu  dictarum 
treugarum  M*»  catholicae  promittere  et  significare  fecit,  quod 
minime  post  inducias  factas  adimplere  curavit,  imo  quod  peius 
est  totis  suis  viribus  durantibus  treugis  praedictis  contrarium 
procuravit  et  fecit,  prout  clare  deprehenditur  per  ea,  quae  in 
Italia  et  extra  fecit.  Attenta  igitur  dicti  Ludovici  regis  obsti- 
natione  et  cordis  obduratione,  quae  tantum  in  ipso  creverunt, 
quod  nisi  vi  armorum  eins  ambitio  comprimatur  et  obstinatio 
corrigatur  nulla  amplius  ab  illo  spes  habenda  est,  quod  aliter 
propter  eins  ambitionem  et  potentiam  possit  provideri  conser- 
vationi  et  saluti  ecclesiae  et  praefatorum  principum  indemnitati ; 
propterea  invictissimus  princeps  Maximilianus  divina  favente 
dementia  imperator  Romanorum  et  illustrissimus  et  potentissi- 
mus  Ferdinandus  catholicus  Aragonum  etc.  ac  dictus  Henricus 
christianissimus  Franciae  et  Angliae  reges  volentes  et  aflfectantes 
lapsis  dictis  induciis  sive  treugis  ad  laudem  dei,  ecclesiae  su- 
stentationem,  sanctissimi  domini  nostri  papae  defensionem,  liber- 


»)  Ifi  der  Rat  H,  VIIL  lieisst  es  sacrosanctaeque. 
Österreichisch-englische  Staatsverträge.  Bd.  I. 


^  Einleitung. 

tatis  ecclesiasticae  conservationem  et  sanctae  matris  ecciesiae 
unionem  ac  perniciosi  scismatis  per  dictum  Ludovicum  suscitati 
et  defensi^)  extirpationem  ac  pro  recuperatione  patriarum  ac  do- 
miniorum,  civitatum  et  aliorum  iurium  dictoruin  principum  per 
dictum  Ludovicum  Gallorum  regem  iniuste  detentorum  recol- 
lectis  animis  et  viribus  bellum  resumere  ac  in  dictum  Ludovi- 
cum communem  hostem  simul  in  diversis  tamen  locis  eorum 
unicuique  maxime  ad  eidem  nocendum  opportunis  inferre  et 
ingerere  atque  ea  ratione  tirranidem  dicti  Ludovici  sanctae  Ro- 
manae  ecciesiae  et  omnibus  christianis  principibus  infertam  com- 
pescere  et  opprimere,  per  generosum  virum  Joannem  dominum 
de  Vergis  militem  ordinis  velleris  aurei,  primum  chamerarium 
Ceae  M*^,  gubematorem  Namurcensem  et  magistrum  Gerar- 
dum  de  Pleine,  dominum  de  Rocha,  presidentem  in  consilio*) 
dictae  C«**  M*^»  et  domini  archiducis  et  dominos  Don  Pe- 
trum  de  Urrea,  Don  Ludovicimi  Carroz  de  Villaragut  et  Joan- 
nem de  la  Nuza  Ferdinandi  catholici  Aragonum  regis  etc.  ora- 
tores  et  reverendum  patrem  Richardum  permissione  divina 
Wintoniensem  episcopum  privati  sigiUi  dicti  christianissimi  Fran- 
ciae  et  Angliae  regis  custodem,  dominum  Thomam  Gray  mili- 
tem ordinis  garterii'),  marchionem  de  Dorset,  dictorum  prind- 
pum  actores,  factores  et  negotiorum  gestores  nomine  eorundem 
praefatorum  principum  et  pro  eisdem  respective  agentes  trac- 
tatum  sequentem  cum  articulis  suis  omnibus  et  singulis  inierunt 
et  concluserunt,  ineunt  et  concludunt 

Inprimis  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
dicti  potentissimi  principes  pendente  sive  lapso  termino  dicta- 
rum  treugarum  nullo  pacto,  nuUo  medio  nee  ex  causa  quacun- 
que  prorogationem  sive  innovationem  earundem  sive  aliarum 
treugarum  cum  dicto  Ludovico  Gallorum  rege  facient  nee  fieri 
consentient  neque  eorum  aliquis  faciet  vel  fieri  consentiet,  nee 
treugas  aliquas  cum  dicto  Ludovico  per  quoscunque  factas  rati- 
ficabunt  neque  eorum  aliquis  ratificabit. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  ter- 
mino dictarum  treugarum  lapso  et  fmito  dictus  catholicus  Ara- 
gonum rex  citra  primum  diem  mensis  Junii  proxime  futuri  bel- 


0  Or  =  defenssi, 
*)  Or  =  concüio. 
s)  Or  rr=r.  g arter u 


Einleitung.  ^^ 

lum  invasivum  in  dictum  Ludovicum  ac  eius  fautores  quos- 
cunque  in  ducatu  Guienniae  sive  Aquitaniae  per  illam  partem, 
per  quam  M**  suae*)  catholicae  magis  videbitur  expedire,  cum 
quindecim  milibus  peditum,  miUe  et  quingentis  equitibus  gravis 
armaturae  ac  alüs  mille  et  quingentis  equitibus  levis  armaturae, 
equis  et  omni  genere  armorum  ad  bellum  sufficienter  instructis 
ac  viginti  quinque  peciis  artillariae,  videlicet  duodecim  grossis 
et  tresdecim  minoribus,  et  alüs  instrumentis  bellicis  ac  caeteris 
Omnibus  in  ea  parte  necessariis  et  requisitis,  sumptibus  et  ex- 
pensis  suis  propriis  per  se  inferet  aut  per  duces  seu  capitaneos 
suos  ad  hoc  ab  eo  deputatos  effectualiter  inferri  faciet,  sie  quod 
dictum  Ludovicum  invadere,  contra  eundem  castra  metari,  civi- 
tates  et  oppida  obsidere  ac  expugnare  ac  potenciae  et  maliciae 
eiusdem  Ludovici  resistere  et  obviare  ac  eundem  cum  eflfectu 
debellare  valeat 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  auc- 
toritate  et  vigore  praesentis  tractatus  sufficiens  et  valida  com- 
missio  per  dictum  Franciae  et  Anglie  regem  praenominato  regi 
Aragonum  etc.  vel  generali  ductori  aut  capitaneo  principali  sui 
exercitus,  quem  pro  hac  debellatione  Aquitaniae  sive  Guienniae 
ac  executione  eiusdem  dictus  Aragonum  etc.  rex  nominabit,  prae- 
ficiet,  designabit,  intelligatur  et  sit^)  tradita;  ita  quod  huius  tracta- 
tus vigore  et  auctoritate  idem  Aragonum  etc.  rex  vel  capitaneus 
suus  generalis  possit  et  valeat  pro  ipso  serenissimo  Franciae  et  An- 
gliae  rege  ac  vice  et  nomine  eiusdem  dictum  ducatum  Aquitaniae 
sive  Guienniae  manu  forti  et  potentia  armata  ingredi  et  quascun- 
que  civitates,  villas,  loca,  arces,  castra  et  fortalicia  dicti  ducatus 
capere  et  expugnare  et  in  eius  potestatem  ac  ditionem  ad  usum 
tarnen  et  utilitatem  dicti  regis  Franciae  et  Angliae  et  pro  eo 
redigere,  retinere  et  possidere  juramentaque  fidelitatis  et  ho- 
magii  ab  omnibus  et  singulis  archiepiscopis,  episcopis,  decanis 
aliisque  personis  ecclesiasticis  quibuscunque  nee  non  ducibus, 
marchionibus,  comitibus,  baronibus  aliisque  nobilibus,  incolis  et 
subditis  quibuscunque  dicti  ducatus,  quacunque  auctoritate  ec- 
clesiastica  vel  mundana  fulgentibus,  pro  eodem  Franciae  et  An- 
gliae rege  ad  eius  utilitatem  exigere,  capere  et  recipere,  privi- 
legia  libertatis  immunitatesque  confirmare  et  si  opus  fuerit  in- 


»)  Or^Sue. 

«)  Die  Rat  H.  VlIL  hat  fuit 

7" 


lOÖ  Einleitung. 

novare  caeteraque  omnia  et  singula  facere  et  exercere,  quae  ad 
integram  subiectionem  et  redutionem^)  dicti  ducatus  ad  obe- 
dientiam  dicti  regis  Franciae  et  Angliae  conducibilia,  necessaria, 
opportuna  et  utilia  visa  fuerint. 

Idemque  rex  Aragonum,  ab  eodem  rege  Angliae  quam 
primum  per  suas  literas  ad  hoc  requisitus  ftierit,  omnes  et  sin- 
gulas  civitates,  castra,  oppida,  fortalicia  caeteraque  alia  quaecun- 
que  terras  et  dominia  dicto  ducatui  Aquitaniae  spectantia  et  per- 
tinentia  ubicunque  per  suum  exercitum  capta  et  detenta,  in  quo- 
rum  possessione  vel  quasi  aliqui  progenitores  vel  praedecessores 
dicti  regis  Franciae  et  Angliae  aliquando  fuerint,  ad  monitum 
et  requisitionem  eiusdem  regis  illico  et  absque  aliqua  dilatione, 
difficultate  et  contraditione^)  quacunque  ob  rem,  causam  aut 
occasionem  quamcunque  restituet,  tradet  et  liberabit  vel  re- 
stitui,  tradi  et  liberari  faciet.  Et  ad  hoc  faciendum  idem  catho- 
licus  rex  Aragonum  etc.  literas  suas  patentes  in  debita  et  suf- 
ficienti  forma  expeditas  sigillo  et  manu  suis  sigallatas  et  signa- 
tas  citra  primum  diem  mensis  Aprilis  proxime  futuri  eidem  regi 
Franciae  et  Angliae  eiusve  deputato  aut  deputatis  dabit  et  con- 
signabit,  darive^)  et  consignari  faciet.  Et  pariformiter  prefatus 
Franciae*)  et  Angliae  rex  per  consimiles  literas  eidem  regi  ca- 
tholico  promittet,  quod  expugnatis  aliquibus  civitatibus,  terris 
sive  castris  in  dicto  ducatu'^)  Guienniae  cum  auxilio  divino  in- 
fra  tres  menses,  postquam  ex  parte  regis  Aragonum  etc.  fiierit 
legittime  requisitus,  illa  recipere  et  in  manus  et  ditionem  suam 
acceptare  tenebitur;  hoc  tarnen  proviso,  quod  civitates,  castra, 
arces  et  loca  quaecunque  ducatus  predicti,  quae  favente  domino 
ut  predicitur  capientur  ad  utilitatem  christianissimi  Franciae  et 
Angliae  regis  et  pro  bono  expeditionis  predictae  custodiri  de- 
bent,  illorum  sive  illarum  custodia  fiet  et  erit  expensis  dicti 
Franciae  et  Angliae  regis  post  ipsarum  capturam,  donec  et 
quousque  personae  vel  personis  per  suam  M*«™  deputandae  vel 
deputandis  tradantur.  Et  caetera  castra,  civitates,  arces  et  loca, 
quorum  custodia  foret  praefato  Franciae  et  Angliae  regi  inutilis 


»)  So  im  Or. 

»)  So  im  Or. 

^)  Das  ,yve'*  nachgetragen. 

♦)  Or  =  Francie. 

*;  Ursprünglich  stand  dicto  ducatui. 


Einleitung.  10 1 

et  nitnis  sumptuosa  et  quae  poterunt  sine  magno  incommodo 
eiusdem  regis  demoliri,  debent  cura  et  industria  praefati  catho- 
lici  regis  penitus  demoliri  et  ad  solum  usque  prosterni. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  dic- 
tus  christianissimus  Franciae  et  Angliae  rex  in  partem  et  sub- 
sidium  sustentationis  et  supportationis  dicti  exercitus  decem  et 
octo  milium  peditum  et  equitum  per  dictum  catholicum  regem 
vel  eins  ducem  vel  duces  ad  bellum  in  dicto  ducatu  Guienniae 
ad  eius  commodum  contra  dictum  Ludovicum  gerendum  ducen- 
dorum  viginti  milium  coronarum  auri  valentium  quatuor  solidos 
monetae  Anglicanae  pro  unaquaque  ipsarum  in  fine  singulo- 
rum  mensium  in  castris  dicti  exercitus,  postquam  dictus  rex 
Aragonum  etc.  realiter  et  cum  effectu  in  dicto  ducatu  Guienniae 
bellum  ad  utilitatem  ut  prefertur  dicti  Franciae  et  Angliae  regis 
inchoaverit  ac  realiter  intulerit  ac  fecerit,  solvet  et  numerabit, 
vel  solvi  et  numerari  faciet  dicto  regi  catholico  vel  eius  depu- 
tato  cuicunque,  recipiendi  dictas  pecunias  et  aquietandi^)  ab  eo 
sufficientem  auctoritatem  habenti,  dicta  menstrua  solutione  sum- 
mae  praefatae  tam  diu  duratura  quam  diu  bellum  per  dictum 
Aragonum  etc.  regem  in  prefato  ducatu  Aquitaniae  sive  Gui- 
enniae ad  utilitatem  dicti  regis  Franciae  et  Angliae  effectualiter 
gestum  et  continuatum  fuerit. 

Item  conventum  et  conclusum  et  concordatum  est,  quod 
dicti  Imperator  et  christianissimus  Franciae  et  Angliae  rex  citra 
primum  diem  mensis  Junii  proxime  futuri  bellum  invasivum 
sumptibus  et  expensis  suis  propriis  contra  dictum  Ludovicum 
Francorum  regem  in  Picardia  vel  Normandia  vel  aliis  locis  regi 
Gallorum  subditis  et  subiectis,  ubi  dicto  Ludovico  maxime  no- 
cere  et  officere  possint,  per  se  ipsos  vel  sufficientes  capitaneos 
seu  exercituum  duces  realiter  et  cum  effectu  facient  et  eorum 
quilibet  faciet  cum  exercitibus  tam  equitum  quam  peditum  cum 
artillaria  et  aliis  instrumentis  bellicis  in  hac  parte  necessariis  et 
requisitis  adeo  potentibus  et  bene  instructis,  sie  quod  dictum 
Ludovicum  invadere  et  contra  eundem  castra  metari,  civitates, 
terras  et  oppida  obsidere  et  expugnare  ac  potentiae  et  maliciae 
eiusdem  Ludovici  resistere  et  obviare  ac  eundem  cum  eflfectu 
debellare  valeant  et  eorum  quilibet  valeat  Et  casu  quo  dictus 
Franciae  et  Angliae  rex  ex  aliqua  causa  iusta  et  legittima  in 

»)  In  der  Rat  H,  VIII.  acquietandi. 


I03  Einleitung. 

persona  sua  loca  praedicta  praefato  Ludovico  regi  Gallomm 
subiecta  invadere  noUet^)  vel  non  posset,  tunc  in  loca  et  partes 
predictas  capitaneum  vel  capitaneos  suos  seu  exercituum  ducem 
vel  duces  cum  sexdecim  milibus  peditum  et  quatuor  milibus 
equitum,  equis  et  omni  genere  annorum  et  artillaria  ac  caeteris 
instrumentis  bellicis  sufficienter  instructis,  ad  dictum  Ludovicum 
et  loca  ei  subiecta  ut  praefertur  invadenda,  expugnanda  et  de- 
bellanda  mittet. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
Aragonum  etc.  et  Franciae  et  Angliae  reges  predicti  pro  custodia 
maris,  defensione  et  tuitione  eiusdem  naves*)  cum  gentibus  ar- 
morum  et  caeteris  habilitamentis  necessariis  ad  bellum  navale 
sufficienter  instructas  citra  finem  mensis  Aprilis  proxime  futuri 
realiter  et  cum  effectu  ad  mare  mittent  et  eorum  quilibet  mittet; 
videlicet  rex  Franciae  et  Angliae  pro  parte  sua  tria  milia  viro- 
rum  bene  et  sufficienter  armatorum  in  navibus  ad  bellum  na- 
vale gerendum  sufficienter  paratis  et  instructis,  qui  mare  Galli- 
cum  et  Britanicum  durante  termino  subscripto  navigabunt  et 
continuo  sulcabunt  et  se,  patrias  et  regna  sua  nee  non  sub- 
ditos  et  amicos  suos  custodient  et  defendent,  suis  sumptibus  et 
expensis  citra  finem  dicti  mensis  Aprilis  realiter  et  cum  effectu 
mittet;  et  rex  Aragonum  ex  parte  sua  etiam  tria  milia  virorum 
bene  et  sufficienter  armatorum  cum  navibus  ad  bellum  navale 
gerendum  sufficienter  instructis,  qui  mare  Gallicum  et  Britanni- 
cum  durante  termino  subscripto  navigabunt  et  continuo  sulca- 
bunt et  se,  patrias  et  regna  sua  nee  non  subditos  et  amicos  suos 
ab  incursu  inimicorum  et  hostium  in  ea  parte  fiendo  defendent, 
citra  finem  dicti  mensis  Aprilis  suis  etiam  impensis  realiter  et  cum 
effectu  mittet.  Et  quilibet  principum  predictorum  praefatum 
numerum  gentium  armorum  et  navium  modis  et  formis  supra- 
scriptis  per  sex  menses  finem  dicti  mensis  Aprilis  proxime  et 
immediate  sequentes  super  mare  et  in  locis  praefatis  continua- 
bunt  et  manutenebunt  et  quotiens  opus  fuerit  quilibet  princi- 
pum praedictorum  dictum  numerum'^)  tam  navium  quam  ar- 
matorum non  solum  durantibus  sed  lapsis  dictis  sex  mensibus 
mutuo  eorundem  consensu  augere  vel  diminuere  poterit    Nee 


I)  il  =  nolet. 
*)  Nachgetragen, 
*)  Nachgetragen. 


Einleitung.  lOa 

licebit  alicui  principum  praedictorum  dictam  classem  cum  gen- 
tibus  armorum  nee  aliquam  partem  eiusdem  durante  tempore 
praedicto  sine  expresso  consensu  alterius  revocare  aut  dimi- 
nuere.  Et  si  contingat  huiusmodi  exercitum  aut  classem  mari- 
timam  sive  aliquam  earundem  partem  inimicorum  insultibus 
capi,  prosterni  aut  expugnari,  tunc  princeps  cuius  sit  classis  aut 
exercitus  captus,  prostratus  aut  expugnatus,^)  dictam  classem 
sive  exercitum,  quam  citius  fieri  poterit,  plene  reficiet  et  restau- 
rabit  atque  resarciet. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
nullus  dictonim  principum  a  bello  per  eos  ut  prefertur  incepto 
vel  incipiendo  quovismodo  desistent  seu  aliquis  eorum  desistet, 
nee  pacem,  treugam  seu  belli  inducias  cum  dicto  Ludovico  Gal- 
lonim*)  rege  vel  cum  aliquibus  aliis,  qui  se  huic  confederationi 
velint  opponere,  directe  vel  indirecte  absque  noticia  et  expresso 
consensu  aliorum  tractabunt,  capient  aut  concludent  aut  eorum 
aliquis  tractabit,  capiet')  aut  concludet. 

Item  est  conventum  atque  conclusum,  quod  huiusmodi 
tractatus  et  omnia  et  singula  in  eo  contenta  ratificabuntur  et 
confirmabuntur  per  dictos  imperatorem  et  Franciae  et  Angliae 
et  Aragonum  etc.  reges  tam  nominibus  suis  propriis  quam  se- 
renissimae  principis  Joannae  eins  filiae*),  cuius  personae  ac  bo- 
norum idem  rex  Aragonum  curam  gerit,  respective  intra  tempus 
quinque  mensium  a  die  quo  per  nos  predictos  actores,  factores 
negotiorumque  gestores  nomine  prefatorum  principum  respec- 
tive agentes  firmata  fiierit  computandorum  suasque  literas  pa- 
tentes confirmatorias^)  presentis  tractatus  omnes  et  singulos  ar- 
ticulos  preinsertos  de  verbo  ad  verbum  continentes  debite  con- 
fectas  et  magnis  sigillis  eorum  respective  munitas  et  manibus 
propriis  ipsorum  subscriptas  intra  tempus  praedictum  decement 
et  mutuo  sibi  mittent  et  tradi  facient  effectumque  presentis 
tractatus,  quantum  eos  et  eorum  quemlibet  tangit,  realiter  et 
cum  eflfectu  implebunt,  perficient  et  exequentur  ac  eorum  qui- 
libet  implebit  et  perficiet  et  exequetur;  renunciantes  specialiter 


* )  Im  Or.  folgt  noch  fuerit 

«)  In  der  Rat  H.  VIII.  steht  ffrancorum. 

»)  Lücke  im  Or. 

<)  Lücke  im  Or.,  ergän\t  nach  der  Rat.  H.  VIIL 

•)  Im  Or»  nach  confirmatorias  noch  einmal  „patentes'* 


104  Einleitung. 

et  expresse  ac  in  vim  pacti  exceptioni  dicenti  actum,  factum 
aut  gestum  nominibus  aliorum  vel  alterius  nomine  esse  nullum 
vel  minus  validum  pretextu  nullius  aut  generalis  vel  specialis 
mandati  precedentis,  quod  ad  taliter  acti.,  facti  et  gesti  meliorem 
firmitatem,  perfectius  robur  et  validiorem  efficatiam  precedere 
debuit  ac  etlam  omnibus  aliis  tarn  iuris  quam  facti  exceptioni- 
bus  et  exceptionum  generibus,  appellationibus,  provocationibus, 
privilegiis,  beneficiis  et  defensionibus  quibuscunque  presentibus 
et  futuris,  quae^)  et  quas  pro  hie  insertis  haberi  volumus,  per 
quae*)  aliquid  dici,  allegari  aut  obici  potest  aut  potent  contra 
presentem  tractatum  vel  contenta  in  eodem,  quo  mediante  a 
dicto  tractatu  vel  articulis  in  eodem  insertis  recedi  potest  di- 
recte  vel  indirecte  seu  quo  vis  quesito  colore;  supplentes  etiam 
omnes  et  singulos  tam  iuris  quam  facti  defectus  maxime  auc- 
toritatis,  commissionis  vel  commissionum,  mandati  vel  manda- 
torum  dictorum  principum  vel  alicuius  eorum;  vel  si  quicquam 
aliud  ad  validitatem  premissorum  hie  defuerit  aut  aliquid  sit 
insertum  in  commissione  vel  commissionibus  dictorum  princi- 
pum, quod  substantiam  et  effectum  presentis  tractatus  vel  ali- 
cuius articuli  eiusdem  impediret,  extenuaret,  diminueret,  extin- 
gueret  vel  eundem  abrogaret,  id  per  suas  literas  confirmatorias 
signatas  et  sigillatas  magnis  suis  sigillis  et  manibus  suis  sub- 
scriptas  mero  motu  et  ex  certis  suis  scientiis  supplebunt  et 
eorum  quilibet  supplebit,  ut  perinde  firmitatem  habeat,  atque 
si  omnia  solempniter,  rite  et  recte  facta®)  essent.  Et  ad  eflfec- 
tum  omnium  et  singulorum  premissorum  pro  parte  dictorum 
principum  et  eorum  cuiuslibet  realiter  et  cum  eflfectu,  bene  et 
fideliter  observandorum,  non  solum  dicti  principes  et  eorum 
quilibet  per  ipsas  Hteras  confirmatorias  bona  fide  et  in  verbo 
regio  promittent  et  promittet,  verum  etiam  in  presentia  ora- 
toris  vel  oratorum  ipsorum  principum  vel  eorum  alicuius  tunc 
in  eorum  curia  existentis  vel  existentium  ac  eorum  notariis  et 
testibus  per  dictos  oratores  vel  oratorem  ad  hoc  specialiter  vo- 
catis  in  mense  Maii  proxime  futuri  publice  et  solempniter  ali- 
quo  die  festivo  inter  missarum  solemnia  per  sacrosancta  dei 
evangelia  et  canonem  missae  per  eos  et  eorum  quemlibet  cor- 


I)  Or  =  qtfe, 
•)  Or  =  qtfe. 
»)  Or^fata, 


Einleitung.  1 05 

poraliter  tacta  iurabunt  et  eorum  quilibet  iurabit  ipsasque  literas 
confirmatorias  unacum  instrumento  publice  super  praefato  iura- 
mento  per  dictos  notarios  debite  confecto  dicti  principes  et 
eorum  quilibet  ipsis  oratoribus  seu  oratori  tunc  et  ibidem  da- 
bunt  et  tradent  et  eorum  quilibet  dabit  et  tradet. 

Item  conventum,  concordatum  atque  conclusum  est,  quod 
per  huiusmodi  capitula  non  intelligatur  aliquatenus  derogatum 
capitulis  confoederationis  aut  alicuius  alterius  tractatus  antehac 
per  aut  inter  dictos  principes  factis  et  firmatis;  imo  illa  perse- 
verent  in  suo  robore  et  effectu,  nisi  in  quantum  huiusmodi  ar- 
ticuüs  fuissent  contraria. 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est  inter  im- 
peratorem  et  reges  praedictos,  quod  locus  hanc  ligam  et  con- 
foederationem  ingrediendi  relinquatur  inferius  nominatis;  in- 
primis  sanctissimo  domino  nostro  Leoni  pontifici  maximo; 
Charolo  illustrissimo  principi  Castelle,  duci  Mediolani  et  Hel- 
vetiis  et  Florentinis. 

In  quorum  omnium  et  singulorum  fidem  et  testimonium 
nos  dicti  Don  Petrus  de  Urrea  et  Don  Ludovicus  Carroz  de 
Villaargut  et  D.  Joannes  de  la  Nu^a  dicti  Serenissimi  ac  poten- 
tissimi  Ferdinandi  Aragonum  etc.  regis  catholici  oratores,  ac- 
tores,  factores  ac  negociorum  gestores  ac  nomine  eiusdem  agen- 
tes  sigilla  nostra  presentibus  apposuimus*)  et  manibus  nostris 
subscripsimus.  Datum  in  oppido  Insularum  die  decimo  sep- 
timo  mensis  Octobris;  anno  domini  millesimo  quingentesimo 
decimotertio. 

Don  Luis  Carroz  de  Vilaragut.    Ita  est,  Petrus  de  Urrea. 
Joannes  de  la  Nu9a. 


*)  Die  Siegel  fehlen;  sie  sind  abgeschnitten  worden. 


I06  Einleitung. 


16. 


Bündnis  {wischen  Maximilian  L,  Heinrich  VIIL,  Johanna  und 
Karl  von  Spanien  d,  d,  London  i$i6  Okt.  29.  (Or.  R.  O.;  Ko- 
pie St-A,J  M. 
Rat  Maximilians  L  d,  d.  Hagenau  i$j6  De^.  8.  (Or.  R.  O.J 

Drucke:  Rymer  /.  c.  VIji   lai  f- 
Dumont  U  c,  IV/i  240, 

Universis  et  singulis  ad  quorum  noticiam  presentes  literae 
perveniunt  nos  Thomas  miseratione  divina  tituli  sanctae  Ceciliae 
trans  Tyberim  sacrosanctae  Romanae  ecclesiae  presb)rter  cardina- 
lis,  Eboracensis  archiepiscopus,  Angliae  primas  et  apostolicae  sedis 
legatus,  eiusdem  regni  Angliae  cancellarius;  Thomas  dux  Norf- 
folciae,  Angliae  thesaurarius  ac  Thomas  Dunolmensis  episcopus 
et  privati  sigilli  regii  custos,  consiliarii,  oratores,  ambassiatores, 
procuratores  et  comissarii  excellentissimi  et  potentissimi  prin- 
cipis  Henrici  dei  gratia  regis  Angliae  et  Franciae  ac  domini  Hy- 
berniae  ad  infrascripta  sufficienter  deputati,  constituti  et  auctori- 
zati  salutem  in  omnium  salvatore.    Sciatis,  quod  nos  oratores 
predicti  nomine  et  auctoritate  eiusdem  metuendissimi  et  poten- 
tissimi regis  nostri  nobis  ab  eo  per  suas  literas  patentes  datas, 
concessas  et  commissas,  quarum  literarum  tenor  inferius  ad  ver- 
bum  inseritur*),  cum  reverendissimo  in  christo  patre  et  domino,  do- 
mino  Matheo  miseratione  divina  tituli  sanctae  Potentianae  sacro- 
sanctae Romanae  ecclesiae  presbjiero  cardinali  Sedunensi  sacri- 
que  Romani  imperii  principe,  marchione,  Viglevani  prefecto  et  co- 
mite  Vallesiae  ac  strenuo  et  magnifico  viro  domino  Johanne  Bar- 
tholomeo  Ticiono,  comite  Decianae,  sacratissimae,invictissimae  et 
excellentissimae  C«*®  M*»^  necnon  cum  reverendo  in  christo  patre 
et  domino  Bemardo  Elnensi  episcopo,  potentissimorum  et  excel- 
lentissimorum  Joannae  et  Caroli  Hispaniarum  et  Navarrae  ac 
utriusque  Siciliae  et  Hierusalem  etc.  regum  necnon  archiducum 


»)  Da  die  im  R.  O.  (Exchcijurr  Dipl.  Doc.  Box  2/  Nr,  y^p)  aufbewahrte 
englische  Originalausfertigung ,  die  drr  vo/iirgmden  Edition  -{w  Grunde  liegt, 
sehr  stark  beschädigt  ist,  vyitrde  ^ur  Ergänzung  die  im  St,-A.  befindliche  Kopie 
dieser  Ausfertigung  durch  England  herangezogen  und  im  Interesse  einer  fiVf- 
heitlichen  Orthographie  jene  dieser  Kopie  widergegeben.  Die  im  R.  O.  vor- 
handenen Originalausfertigungen  der  Vertreter  Maximilians  L  und  Spaniens 
sind  gleichfalls  stark  beschädigt.     Vgl.  Breuer  l,  c.  Nr,  2486, 

0  Abgedruckt  bei  Rymer  VIji  120, 


Einleitung.  107 

Austriae,  ducum  Burgundiae  etc.,  comitum  Flandriae  etc.,  ora- 
toribus,  consiliariis,  ambassiatoribus  et  comissariis  per  literas 
patentes  supranominatonim  supremorum  dominorum  suorum 
supradictorum  magnis  sigillis  suis  respective  sigillatas,  quarum 
tenores  inferius  ad  verbum  insenintur^),  sufficienter  constitutis, 
deputatis  et  auctorizatis  necnon  spectabili  viro  domino  Joanne 
Hesdin  oratore  pro  O*  M*«  apud  prefatum  dominum  nos- 
trum  regem  Angliae  agente  et  in  hoc  actu  oratoribus  prefatae 
sacrae  C^^  M^»  assistente  ad  laudem,  gloriam  et  honorem 
omnipotentis  dei,  gloriosissimae  virginis  Mariae  totiusque  cu- 
riae  celestis  et  orthodoxae  fidei  ac  christianae  religionis  exal- 
tationem  et  incrementum  sacrosanctae  Romanae  ecclesiae  et 
sedis  apostolicae  defensionem  et  conservationem  necnon  pro 
statuum,  personarum  et  dignitatum  principum  predictorum  et 
eorum  cuiushbet  conservatione  ac  regnorum,  dominiorüm,  civi- 
tatum,  terrarum,  oppidorum  et  villarum,  castrorum  et  terri- 
torionim  suorum  et  cuiuslibet  eorundem  tuitione  et  defensione 
subditonimque  suorum  tranquillitate  et  quiete,  ac  etiam  ut 
quonimcunque  principum  suis  finibus  minime  contentorum 
effrenata  dominandi  et  aliena  invadendi  et  diripiendi  libido  eo 
facilius  cohibeatur,  compescatur  et  reprimatur,  utque  caeteri 
principes  christiani,  quibus  Omnibus  et  singulis  presentem  li- 
gam  intrandi  libera  facultas  et  locus  inferius  reservatur,  ex 
dictorum  principum  confederatorum  indissolubili  unione,  fide 
atque  perfecta  amicicia  ad  dictam  ligam  et  confederationem  in- 
trandam  citius  invitentur  et  alliciantur,  ex  quo  non  solum  uni- 
versis  ecclesiae  Christi  et  reipublicae  christianae  pax  subsequi, 
verum  etiam  contra  immanissimos  Turcas  unanimi  christianorum 
principum  omnium  consensu  pariter  et  assensu  generalis  possit 
haberi  et  fieri  expeditio,  que  eorundem  principum  dissensione, 
discordia,  simultatibus  et  ambitu  in  hunc  usque  diem  prepedita, 
neglecta  fuit  et  ommissa,  convenimus,  concordavimus,  contra- 
ximus  et  conclusimus  ac  per  presentes  convenimus,  contrahi- 
mus,  concordamus  et  concludimus  omnes  et  singulos  pacis, 
amiciciae,  ligae  et  confederationum  articulos  sequentes. 

In  primis  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
inter  prefatam  0*°»  M*«™  ac  potentissimos  Angliae  et  Hispa- 
nianmi  reges  eorundemque  heredes  et  successores,  vasallos,  in- 


')  Abgedruckt  bei  Rymer  L  c.  Vlfi  I2j, 


io8  Einleitung. 

colas,  habitatores  et  subditos  quoscunque  presentes  et  fiituros 
tarn  ecclesiasticos  quam  seculares,  cuiuscumque  dignitatis,  Status 
gradus  seu  conditionis  existant,  seu  quacumque  dignitate,  statu, 
seu  gradu  praefulgeant  eorundemque  regna,  patrias,  terras,  do- 
minia,  civitates,  castra,  territoria,  villas,  oppida  et  loca  quae- 
cumque  modo  per  eorum  aliquem  habita,  tenta,  possessa  et 
occupata  vel  in  posterum  obtinenda,  sit  bona,  sincera,  vera, 
Integra,  fidelis,  perfecta  et  firma  amicicia,  unio,  liga,  intelligentia, 
confederatio  et  pax  per  terram,  mare  et  aquas  dulces,  portus 
maris  et  ubique  loconim  futuris  temporibus  perpetuo  duraturis. 
Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  pro 
conservatione,  tuitione  et  defensione  dignitatum,  personarum  et 
statuum  prefatorum  confederatorum  omnium  et  singulorum  ac 
eorum  cuilibet  eorundemque  heredum  et  successorum  regnorum, 
patriarum,  terrarum,  dominiorum,  civitatum,  castrorum,  villarum, 
territoriorum,  emolumentorum  sive  proventuum  contra  invasores, 
perturbatores  et  hostiles  aggressores  quoscumque  predicti  C^ 
M*8  et  potentissimi  Angliae  et  Hispaniarum  reges  erunt  per- 
petuis  futuris  temporibus  amici,  confederati,  uniti  et  invicem 
alligati  sine  aliqua  exceptione  seu  contraditione,  ita  quod  si 
posthac  rex,  princeps,  potentatus  sive  comunitas  aut  alius  qui- 
cunque  per  se  vel  locumtenentem  capitaneum  generalem  aliumve 
quemcunque  potenti,  valido  vel  magno  exercitu  aut  alio  quovis 
modo  directe  vel  indirecte  regna,  patrias,  terra,  dominia,  castra, 
civitates,  oppida,  territoria  sive  loca  quecumque  per  dictorum  con- 
federatorum aliquem  in  presentiarum  habita,  tenta,  possessa  et 
occupata  sive  in  posterum  habenda,  tenenda,  possidenda  et  occu- 
panda  hostiliter  invaserit  vel  perturbaverit,  aut  invadi  seu  per- 
turbari  procuraverit  sive  cuique  ex  confederatis  violentiam  aut 
damnum  grave  et  intoUerabile  inferre,  facere  vel  irrogare  at- 
tentaverit,  tunc  et  in  eo  casu  princeps  invasus,  perturbatus  vel 
ut  premittitur  damnificatus  cupiens  habere  suppetias  dictorum 
confederatorum  pro  sua  defensione  aut  damnificatione  ut  pre- 
dicitur  tenebitur  admonere  et  requirere  omnes  et  singulos  con- 
federatos  per  suas  literas  patentes  manu  sua  subscriptas  ac  suo 
sigillo  sigillatas  super  huiusmodi  invasione,  perturbatione,  vio- 
lentia  et  damnificatione,  qui  super  hoc  certiores  effecti  et  ut 
premittitur  admoniti  et  lequisiti  tenebuntur  unanimiter  et  unico 
contextu  una  cum  ipso  requirente  regem,  principem,  potentatum 
sive  comunitatem  sie  invadentem    aut  huiusmodi  invasionem 


Ginleitung.  IO9 

fieri  ut  predicitur  procurantem,  perturbantem,  violentiam,  dam- 
num  grave  vel  intollerabile  inferentem,  facientem  vel  irrogan- 
tem  per  oratores,  literas  sive  nuntios  suos  monere  et  requirere, 
monebitque  et  requiret  eorum  quilibet,  ut  ab  huiusmodi  hostili 
invasione  et  guerra  sive  procuratione  eiusdem,  perturbatione, 
violentia  et  damnificatione  totaliter  desistat  et  ab  eadem  et  eis- 
dem  cesset  realiter  cum  eflfectu  et  pro  predictis  sie  de  facto  at- 
temptatis  et  damnis  exinde  subsecutis  condignam  rependat  emen- 
dam  et  satisfactionem,  significantes  eidem,  quod  vigore  et  vir- 
tute  istius  foederis  sive  ligae  defensivae  tenentur  ipsi  confederati 
omnes  et  singuli  sibi  invicem  assistere,  suppetias  dare  et  mutuo 
se  defendere;  quod  si  illico  et  absque  mora  facere  recusaverit 
aut  distulerit,  tunc  omnes  et  singuli  confederati  infra  mensem 
ex  tunc  proxime  sequentem  se  hostes  et  inimicos  regis,  prin- 
cipis,  potentatus  sive  comunitatis  sie  invadentis,  perturbantis, 
damnificantis  sive  violentiam  inferentis  aut  invasionem,  pertur- 
bationem,  damnimi  sive  violentiam  huiusmodi  fieri  procurantis 
publice  et  expresse  declarabunt  et  manifestabunt  ac  sie  decla- 
rabit  et  manifestabit  eorum  quilibet  ac  infra  duos  menses  ex 
tunc  proxime  et  immediate  sequentes  ad  summimi  absque  omni 
dolo,  fraude,  malo  ingenio  aut  alio  quovis  colore  sive  excu- 
satione  quacumque  regna,  patrias,  terras  et  dominia  regis,  prin- 
cipis  et  potentatus  sive  comunitatis  aut  alterius  cuiuscumque 
sicut  prefertur  invadentis,  perturbantis,  damnificantis  seu  vio- 
lentiam inferentis  vel  huiusmodi  fieri  procurantis,  ab  ea  parte, 
que  sibi  propinquior  existit  vel  qua  id  commodius  fieri  posse 
sibi  Visum  fuerit,  unanimiter  et  uno  contextu  ingredientur  et  hosti- 
liter  invadent  ac  sie  ingredietur  et  invadet  eorum  quilibet  propriis 
suis  expensis  realiter  et  cum  effectu  cum  tanto  et  tam  vahdo  exer- 
citu  tam  equitum  quam  peditum,  equis,  armis,  bombardis  et  in- 
strumentis  bellicis  aliisque  rebus  quibuscumque  ad  tantam  belli  mo- 
lem  necessariis  et  requisitis  sufficienter  instruetis,  quantus  et  qua- 
lis  inferius  describitur;  videlicet  C®*  M^«  cum  quinque  milibus 
equitum  et  viginti  milibus  peditum  equis,  armis,  bombardis,  in- 
strumentis  bellicis  aUisque  rebus  quibuscumque  ad  bellum  ge- 
rendum  necessariis  et  requisitis  sufficienter  ut  prefertur  instruetis 
et  communitis  loco,  tempore  modoque  et  forma  prescriptis  ter- 
ras et  dominia  communis  inimici  propriis  |suis  expensis  hosti- 
liter  invadet  et  aggredietur  ac  bellum  realiter  et  cum  effectu 
geret  et  prosequetur;  potentissimus  vero  rex  Angliae  cum  quin- 


Ilo  Einleitung. 

que  milibus  equitum  et  viginti  milibus  peditum,  etiam  equis, 
armis,  bombardis,  instrumentis  bellicis  ceterisque  rebus  quibus- 
cumque  ad  bellum  gerendum  necessariis  et  requisitis  sufficienter 
ut  prefertur  instructis  et  communitis  loco,  tempore  modoque  et 
forma  praedictis  terras  et  dominia  prefati  communis  inimid 
propriis  suis  expensis  hostiliter  invadet  et  aggredietiu"  ac  bel- 
lum realiter  et  cum  effectu  geret  et  prosequetur;  necnon  dicti 
catholici  Hispaniarum,  Navarrae  etc.  reges  cum  quinque  milibus 
equitum  et  viginti  milibus  peditum,  equis,  armis,  bombardis, 
instrumentis  bellicis  aliisque  rebus  quibuscumque  ad  bellum 
gerendum  necessariis  et  requisitis  etiam  sufficienter  ut  prefertur 
instructis  et  communitis  loco,  tempore  modoque  et  forma  prae- 
dictis terras  et  dominia  communis  inimici  antedicti  propriis  suis 
expensis  hostiliter  invadent  et  aggredientur  ac  bellum  realiter 
et  cum  effectu  gereut  et  prosequentur.  A  qua  quidem  inva- 
sione  disistere  aut  tractatum  pacis  sive  treugas,  guerrarum  ab- 
stinentiam,  intelligentiam  aut  appunctuacionem  aliam  quamcun- 
que  cum  communi  inimico  per  se  vel  per  alium  sive  alios  inire, 
facere,  tractare  aut  concludere  vel  alicui  ineunti,  facienti,  trac- 
tanti  aut  concludenti  sive  tractare  aut  concludere  volenti  tacite 
vel  expresse,  directe  vel  indirecte  consentire  nullo  modo  pote- 
rint  aut  eorum  aliquis  poterit  absque  scientia,  noticia  et  volun- 
täte  omnium  et  singulorum  praedictorum  confederatorum  ac  de 
expresso  consensu  eorundem. 

Item  conventum  et  concordatum  est  ut  supra,  quod  si  rex, 
princeps,  potentatus  vel  communitas  seu  quivis  alius  aliquem 
principum  sive  confederatorum  ut  predicitur  invadens,  pertur- 
bans,  violentiam  seu  damnum  ut  supra  inferens  vel  ea  pro- 
curans  habeat,  teneat  vel  possideat  dominia,  terras,  loca  mari- 
tima, portus  aut  litora  mari  Britannico,  Hispanico  seu  Ger- 
manico  adiacentia  sive  contigua,  tunc  et  in  eo  casu  potentissimi 
Angliae  et  Hispaniarum  reges  non  solum  per  terram  modo  et 
forma  suprascriptis  guerram  facient,  verum  etiam  per  mare  bel- 
lum gereut  et  eorum  uterque  faciet  et  geret  cum  tanta  navium 
classe,  quanta  inferius  declarabitur,  militibus  sive  hominibus  ar- 
matis,  bombardis  sive  instrumentis  bellicis,  telis,  victualibus  et 
aliis  quibuscumque  ad  bellum  navale  gerendum  necessariis  et 
requisitis  sufficienter  instructa,  quam  infra  mensem,  postquam 
dictum  bellum  hosti  communi  sie  ut  prefertur  indici  et  inferri 
ceperit,  ad  mare  realiter  et  cum  effectu  propriis  suis  expensis 


Einleitung.  1 1 1 

mittent  ac  mitti  curabunt  et  facient  ac  sie  mittet  et  mitti  cura- 
bit  et  faciet  eorum  uterque  modo  et  forma  sequentibus;  vide- 
licet  potentissimus  Angliae  rex  naves  quinque  milibus  hominum 
armatorum  ac  ceteris  necessariis  similiter  ut  prefertur  instnictas 
et  ad  bellum  navale  gerendum  aptas  ut  predicitur  mittet;  nec- 
non  catholici  Hispanianimi,  Navarrae  etc.  reges  naves  quinque 
milibus  hominum  armatorum  et  ceteris  necessariis  similiter  ut 
prefertur  instnictas  ad  bellum  navale  gerendum  aptas  sie  ut 
predictum  est  mittent.  Quae  quidem  naves  omnes  et  singulae 
ad  mare  communis  hostis  regnis,  patriis,  terris  et  dominus  pro- 
xime  adiacens  navigabunt  ac  ibidem  continue  remanebunt  huc 
et  illuc  navigando,  communem  hostem  eiusque  regna,  patrias, 
terras  et  dominia  ac  subditos  suos  quantum  poterunt  mole- 
stando,  sese  ac  ceteros  amicos  et  confederatos  eorumque  regna, 
patrias,  terras  et  dominia  defendendo,  ac  quotiens  et  quando 
opus  fuerit  simul  se  coniungent,  ut  unitis  viribus  communi  hosti 
resistere  atque  eundem  infestare  et  debellare  possint;  nee  licebit 
alteri  regum  predictorum  naves  sie  ut  prefertur  missas  inde 
revocare  aut  earundem  navium  sive  hominum  numerum  dimi- 
nuere  sine  mutuo  eorundem  expresso  eonsensu  et  voluntate; 
sed  si  casu  aliquo  contingat  numerum  navium  aut  gentis  ar- 
morum  hostium  invasione  aut  maris  tempestate  capi,  devinei 
aut  alio  quovis  diminui,  quod  deus  avertat,  tenebitur  ille,  cuius 
classis  sie  ut  prefertur  casu  capietur  seu  diminuetur,  illam  in- 
fra  mensem  de  novo  reficere  et  ad  perfectum  numerum  su- 
perius  limitatum  reaUter  et  cum  effectu  resareire  et  reparare  sine 
onmi  dolo,  fraude,  dilatione  aut  alia  excusatione  quacumque. 

Item  conventum  et  concordatum  est  ut  supra,  quod  nuUus 
confederatorum  predictorum  eorumve  heredes  aut  successores, 
vel  alius  quisquam  eorum  alicuius  nomine  sive  auetoritate, 
scientia  vel  eonsensu  cum  alio  quoeunque  principe  non  con- 
federato  traetatum  pacis,  amiciciae,  guerrarum  sive  belli  ab- 
stinentiae  in  praeiudicium  presentis  confederationis  iniet,  faciet, 
contrahet,  traetabit  aut  eoncludet  sive  iniri,  fieri,  contrahi,  trac- 
tari  vel  concludi  procurabit  aut  permittet,  vel  inire,  facere,  trae- 
tare  aut  eontrahere  vel  concludere  volenti  quoquo  modo  tacite 
vel  expresse  consentiet  sine  expresso  eonsensu,  assensu  et 
voluntate  omnium  et  singulorum  confederatorum  predictorum. 
Et  si  quid  tale  alicui  confederatorum  predictorum  motum  vel 
suasum  fuerit,  ille  cui  talia  mota  aut  suasa  fuerint  statim  ac 


tl2  Einleityng, 

immediate  et  absque  omni  dilatione  id  ipsum  ceteris  confe- 
demtis  dare  per  suas  literas  significabit  et  explanabit  cum  Om- 
nibus et  singulis  eiusdem  motionis  et  suasionis  qualitatibus  et 
ciraimstantiis.  Et  si  contra  aliquem  confederatorum  predicto- 
rum  süspicio  super  hoc  exoriatur,  UJe  contra  quem  talis  oritur 
suspicio  per  aliqüem  confederatorum  admonitus  et  requisitus 
statim  et  immediate  eiusdem  suspicionis  occasionem  quampri- 
mum  amovebit  et  amov^eri  curabit. 

Item  conventum  et  concordatum  est  quod  nuUus  confe- 
deratorum predictorum  aliquid  aget,  faciet,  tractabit  vel  at- 
temptabit  aut  ab  aliis  agi,  fieri,  tractari  vel  attemptari  procura- 
bit  sive  procurari  consentiet  quocunque  in  loco  sive  causa  et 
occasione  quacunque  in  praetudicium,  damnum  vel  iniuriam  ali- 
cuius  eorimdem  eorumve  regnorum,  terrarum,  patriarum,  do- 
miniorum,  civitatum,  villarum,  oppidorum,  territoriorum  aut  sub- 
ditorum  quorumcunque,  aut  alicui  alteri  aliquid  tale  facere  vo- 
lenti, conanti  sive  molienti  consilium^  auxilium,  assensum  vel 
favorem  dabit  sive  prestabit  aut  dari  sive  praestari  tacite  vel 
expresse  consentiet  aut  procurabit^  sed  omnibus  viis  et  modis 
ac  tota  potestate  sua  resistet  ac  realiter  et  cum  effectu  obstabit, 
impediet  et  contradicet  ac  principem  sive  confederatum  contra 
quem  talia  moliuntur  eius  rei  per  suas  literas  manu  sua  subscrip- 
tas  ac  sigillo  suo  sigillatas  quamprimum  potent  certiorem  faciet 

Item  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod 
datur  cuilibet  regi  sive  principi  Christian o,  potentatui  sive  com- 
munitatt  in  hanc  ligam,  amiciciam  vel  confederationem  intrandi 
et  ingrediendi  locus  eiusderaque  benefitio  utendi  et  gaudendi 
infra  octo  menses  post  datam  presentium  immediate  sequentes, 
dummodo  ad  id  accesserit  Concors  et  unanimis  omnium  et  sin- 
gulorum  confederatorum  consensus  et  assensus  ac  infra  idem 
tempus  rex,  princeps  vel  communitas  sive  potentatus  per  literas 
suas  patentes  manu  sua  subscriptas  et  magno  sigillo  suo  si- 
gillatas et  corroboratas  se  ingredi  velle  presentem  ligam  sin- 
gulis coijfederatis  predictis  significaverit  et  declaraverit  ac  etiam 
eandem  amiciciam  et  tractatum  necnon  omnia  et  singula  ca- 
pituia  in  eodem  contenta  per  alias  suas  literas  patentes  etiam 
sua  manu  subscriptas  et  magno  suo  sigillo  sigillatas  infra  duos 
menses  ex  tunc  proxime  sequentes  contlrmaverit,  ratiticaverit 
et  approbaverit  ac  ad  observandum  omnia  et  singula  capitula 
eiusdem  tractatus  juiamentmn  prestiterit  corporate. 


Einleitung.  1 1^ 

Item  conventum  et  concordatum  est,  quod  per  presentem 
amiciciae  tractatum  aut  aliquem  eius  articulum  non  censeatur 
derogatum  sive  recessum  ab  aliquibus  tractatibus  pacis  et  ami- 
ciciae sive  mercium  intercursus  inter  aliquos  confederatorum 
predictorum  antehac  initis,  factis  et  conclusis,  sed  quod  per- 
maneant  in  suo  robore  et  virtute  nisi  in  quantum  presenti  trac- 
tatui  contrariantur  et  repugnant,  quibus  quantum  ad  illum  ar- 
ticulum vel  articulos  solum,  si  qui  tales  fuerint,  derogatum  et 
ab  eisdem  recessum  esse  volumus  per  presentes.  Et  quoniam 
supradicti  confederati  firmiter  sibi  persuadent  ac  indubie  sperant 
sanctissimum  dominum  nostrum  Leonem  decimum,  papam  mo- 
demum,  propter  nonnullos  egregios,  salutares  ac  preclarissimos 
eflfectus  necnon  ingentia  et  salutaria  beneficia,  quae  ex  hac  liga 
universae  reipublicae  christianae  eiusdemque  tranquillitati  et 
quieti  verisimiliter  proventura  sunt,  eandem  ligam  prompto,  grato 
ac  libenti  animo  accepturum  et  presertim  quod  ex  ea  univer- 
salis tantopere  expectata  et  affectata  pax  post  tot  discordias, 
simultates  et  diuturna  bella  in  maximum  ac  pene  irrecuperabile 
totius  reipublicae  christianae  damnum,  detrimentum  et  dispen- 
dium  hucusque  habita  et  continuata  incunctanter  provenire  et 
subsequi  speratur,  ex  quo  notabilis  aliqua  et  felix  expeditio  con- 
tra immanissimos  Turcas  crucis  Christi  atrocissimos  hostes  geri, 
fieri  et  instrui  poterit;  iccirco  dicti  principes  confederati  omnes 
et  singuli  prefatum  sanctissimum  dominum  nostrum  ac  sanctam 
sedem  apostolicam  tanquam  primum,  precipuum  et  principalem 
confederatum  dictique  sanctissimi  foederis  aurigam,  caput  et 
apicem  comprehenderunt  et  per  presentes  comprehendunt  adeo 
plene  et  efficaciter,  ac  si  sua  sanctitas  mediante  sua  commissione 
unus  principalium  contrahentium  ab  initio  extitisset  reservarunt- 
que  dicti  confederati  ac  per  presentes  reservant  suae  beatitudini  ho- 
norificum,  condecentem  et  condignum  in  hanc  ligam  ingrediendi 
et  intrandi  locum,  tenore  etiam  presentium  declarantes,  quod  dicta 
sua  sanctitas  integro  eiusdem  ligae  beneficio  cum  omni  ipsius 
eflfectu  et  commodidate  utetur  et  gaudebit  eisdem  modo  et 
forma,  quibus  ipsi  principales  confederati  et  contrahentes  quovis 
modo  uti  et  gaudere  debeant  et  possint,  dum  tamen  sanctitas 
sua,  casu  quo  hanc  ligam  acceptare  et  intrare  ac  beneficio  eius- 
dem uti  voluerit,  articulos  et  capitula,  ad  quae  predicti  con- 
federati obligantur  et  asstringuntur,  tam  pro  suorum  statuum 
et  personarum  tuitione  auxilioque  et  assistentia  contra  quos- 

Österidchisch-eoglische  StaatsvertrAge.  Bd.  I.  8 


ti4  Einleitung. 

cumque  dictorum  confederatorum  hostiles  aggressores  et  in- 
vasores,  perturbatores  ac  damnificantes  ut  supra,  vel  invasionem 
sive  damnum  huiusmodi  fieri  procurantes,  quam  in  contribuendo 
communibus  sarcinis  secundum  ratam  condecentem,  ac  etiam 
omnia  et  singula  articulos  et  capitula  in  ipsa  liga  comprehensa, 
concordata  et  conclusa  firmiter  et  inconcusse  pro  sua  parte  per- 
impleverit^)  et  observaverit  et  insuper  sententias  excommuni- 
cationis  in  personas  aliquem  confederatorum  invadentes  aut  in- 
vadere  procurantes  ac  interdicti  in  eorum  regna,  patrias,  do- 
minia,  terras,  civitates,  oppida,  villas  et  territoria  quaecunque 
feret  et  fiilminabit  aut  ferri  et  fulminari  faciet  et  mandabit  abs- 
que  dilatione,  excusatione  aut  alio  quovis  quesito  colore,  ac 
sententias  sie  latas  publice  denuntiabit  aut  denuntiari  realiter 
et  cum  effectu  faciet  et  mandabit  cum  earundem  sententiarum 
aggravatione,  si  et  quatenus  in  sua  contumatia  perstiterint  aut 
perseveraverint  aut  steterit  aut  perseveraverit  eorum  aliquis, 
quas  quidem  sententias  aut  earum  aliquam  quovis  modo  non 
revocabit,  suspendet,  relaxabit  vel  ab  eisdem  absolvet  sua  sanc- 
titas  per  se  vel  per  alium  tacite  vel  expresse,  aut  sie  fieri  per- 
mittet vel  consentiet,  sine  voluntate  et  consensu  expresso  ce- 
terorum  confederatorum.  Super  quibus  omnibus  et  singulis  sie 
ut  premittitur  faciendis  et  perimplendis  sua  sanetitas,  si  in  pre- 
sentem  ligam  intrare  voluerit,  infra  sex  menses  datam  presentis 
tractatus  proxime  et  immediate  sequentes  non  modo  animum, 
voluntatem  et  intentionem  suam  declarabit,  sed  etiam  presentem 
tractatum  ac  omnia  et  singula  in  eodem  contenta  per  suas  li- 
teras  patentes  suo  sigillo  plumbeo  munitas  et  roboratas  appro- 
babit,  ratificabit  et  confirmabit  seque  ad  firmam  observantiam 
eorundem  per  easdem  suas  literas  asstringet  et  obligabit. 

Item  inter  nos  oratores  predictos  unanimi  consensu  et 
assensu  ac  nominibus  principum  nostrorum  principaliter  contra- 
hentium  conventum,  concordatum  et  conclusum  est,  quod  in 
presenti  tractatu  et  foedere  nova  et  antiqua  liga,  societas,  com- 
munitas  ac  cantones*^)  Helvetiorum  omnes  et  singuli  ineludan- 
tur  et  comprehendantur  eiusdemque  confederationis  benefitio 
et  commoditate  ad  omnem  effectum,  qui  exinde  sequi  potent, 
utantur  et  gaudeant,  modo  comprehensionem  huiusmodi  aeeep- 


*)  In  der  Kopie  proimpleverit 

•)  In  der  Kopie  des  St-Ä.  cantoni. 


fiinieitung.  II  e 

tandam  duxerint  confederatisque  praedictis  adherere  et  ad  dic- 
torum  confederatorum  stipendia  contra  quoscumque  arma  gerere 
nullique  alii^)  principi  contra  eos  aut  eorum  aliquem  inservire 
decreverint,  promiserint,  se  asstrinxerint  et  obligaverint.  Et  ut 
dicti  Helvetii,  quos  principes  nostri  ob  eorum  merita,  virtutes, 
probitates  et  res  strenue  gestas  intimo  amore  persequuntur,  eo 
citius  ad  id  invitentur  et  alliciantur,  nos  oratores,  ambassiatores 
et  commissarii  predicti  communi  concordia,  nominibus  et  auc- 
toritate  principum  nostrorum  et  de  expresso  mandato,  consensu 
et  assensu  eorundem  non  modo  decrevimus  certam  annuam 
pensionem,  portionem  sive  largitionem  cum  contributione 
omnium  dictorum  confederatorum  et  aliorum  hanc  ligam  in- 
gredi  volentium  eis  constitui,  assignari,  dari  et  solvi,  sed  etiam 
tractatus,  conventiones,  obligationes,  securitates  et  pacta  hiftcinde 
super  hoc  fieri,  concludi  et  firmari  debere. 

Sed  quoniam  dictis  principibus  dominis  nostris  supremis 
nobisque  eorundem  principum  oratoribus  ad  presens  ocium, 
tempus  aut  commoditas  concludendi  super  huiusmodi  pensione, 
portione  sive  largitione  dictis  Helvetiis  assignanda  et  consti- 
tuenda*)  non  dabatur  eo  presertim,  quod  tractandi  modus,  con- 
suetudo  et  forma  contrahendi  in  similibus  cum  prefatis  dominis 
Helvetiis  usitata  nobis  incognita  existit,  nos  igitur  oratores  pre- 
dicti, auctoritate  et  potestate  principum  nostrorum  nobis  in  hac 
parte  datis  et  concessis,  promittimus  et  eosdem  principes  nos- 
tros  omnes  et  singulos  per  presentes  adstringimus  et  obligamus, 
quod  ipsi  et  eorum  singuli  respective,  ne  temporis  procrasti- 
natione  aut  dilatione  dicti  Helvetii  elabantur*)  et  in  aliorum 
partes  declinent,  illico  et  absque  mora  destinabunt  et  mittent 
sicque  eorum  quilibet  destinabit  et  mittet  oratorem  seu  ora- 
tores suum  aut  suos  sufficienti,  plena  et  ampla  potestate  et  in- 
structione  fulcitum  seu  fulcitos  ad  tractandum,  communicandum, 
paciscendum  et  finaliter  concludendum  cum  dictis  dominis  Hel- 
vetiis tam  de  et  super  predicta  comprehensione,  modo  et  forma 
prescriptis,  fienda,  quam  etiam  super  annuae  pensionis,  portionis 
sive  largitionis  assignatione,  tam  in  communi  quam  in  particu- 
lari,  ipsosque  principes  omnes  et  singulos  ad  huiusmodi  por- 


•)  So  im  Or,;  vgl.  117,  so.  Zeile  von  unten. 

*)  In  der  Kopie  drs  St.'A.  assignanJis  et  constittienJis. 

■)  In  der  Kopie  des  St.-A.  elababuntttr. 


11 6  Einleitung. 

tionis,  pensionis  sive  largitionis  sie  constituendae  et  assignandae 
Solutionen!  efficaciter  astringendi  et  obligandi  modis,  formis, 
temporibus  et  locis  in  ea  parte  advisandis,  prefigendis  et  assi- 
gnandis. 

Item  conventum  et  concordatum  est,  quod  omnes  et  sin- 
guli  prefati  confederati  infra  duos  menses  datam  presentium 
proxime  et  immediate  sequentes  presentem  tractatum  ac  omnia 
et  singula  capitula  in  eodem  contenta  per  distinctas  et  separa- 
tas  literas  suas  patentes  harum  seriem  de  verbo  ad  verbum 
continentes  manu  sua  subscriptas  et  sigillo  suo  magno  sigilla- 
tas,  supplentes  omnes  et  singulos  tam  iuris  quam  facti  defectus, 
si  qui  ratione  mandati  vel  alio  quovis  modo  fortasse  intervene- 
rint,  ratificabunt,  approbabunt  et  confinnabunt  ac  easdem  li- 
teras patentes  confirmatorias  sie  ut  prefertur  subscriptas  et  si- 
giUatas  singulis  confederatis  eorumve  commissariis,  oratoribus 
aut  procuratoribus  ad  hoc  sufficienter  deputatis  et  auctorizatis 
infra  dictum  tempus  tradent  et  liberabunt  seu  sie  tradi  et  li- 
berari  facient  tradetque  et  liberabit  seu  sie  tradi  et  liberari 
faciet  eorum  quilibet  realiter  et  cum  eflfectu. 

Item  conventum  et  concordatum  est,  quod  omnes  et  sin- 
guli  confederati  predicti,  quando  per  oratorem  sive  commissa- 
rium  alicuius  eorundem  suffieientem  auetoritatem  et  potestatem 
habentem  ad  hoc  debite  requisiti  fuerint  et  eorum  quilibet  re- 
quisitus  fuerit,  tactis  sacrosanetis  dei  evangeliis  iuramentum  cor- 
porale  prestabunt  et  prestabit  ille  sie  requisitus  in  presentia  ora- 
toris  sive  commissarii  predicti,  quod  omnia  et  singula  in  pre- 
senti  traetatu  specificata  et  contenta  bene  et  fideliter  observa- 
bunt  et  adimplebunt  ac  observabit  et  adimplebit  eorum  quilibet, 
necnon  a  subditis  suis  et  eorum  cuiuslibet  quatenus  ipsos  tan- 
gunt  aut  tangere  poterunt  observari  et  adimpleri  facient  et  faciet 
eorum  quilibet  cum  effectu.   Sequunter  tenores  commissionum.^) 

In  quorum  omnium  et  singulorum  premissorum  fidem  et 
testimonium  nos  prefati  Thomas  cardinalis,  Thomas  dux  Norf- 
folciae  et  Thomas  Dunolmensis  episcopus,  oratores  et  commis- 
sarii antedicti  hiis  presentibus  literis  sigilla  nostra  apposuimus 
et  easdem  subscriptionibus  manuum  nostrarum  roboravimus. 
Datum  Londoniae  vieesimo  nono  die  mensis  Oetobris  arme 
domini  millesimo  quinquentesimo  sexto  deeimo. 


0  Vgl  Anm»  p.  io6  und  wj. 


Einleitung.  H^ 

17. 

Abmachung  ^(wischen  Maximilian  L,  Heinrich  VIIL  und  Karl 
von  Spanien  die  den  Schweizern  ^u  gewährenden  Subsidien 
betreffend,  d.  d.  London  i$i6  Nov.  7.  (Or.  St.-A.  u.  R.  OJ 

Drucke:  Rymer  l.  c.  VIli  126 ff. 
Dumont  I.  c,  IVji  2^1. 

Quam  vis  inter  cetera^)  in  tractatu  pacis,  amicicie  et 
federis  defensivi  inter  nos  ambassiatores  et  oratores  Maximi- 
liani  sacratissime  C®®  M**»  et  serenissimorum  principum  Henrici 
Anglie  et  Francie  ac  Caroli  catholici  regum  iam  dudum  inito 
et  concluso  de  data  vigesimi  noni  diei  mensis  Octobris  anni 
domini  miUesimi  quingentesimi  decimi  sexti  provisum,  concor- 
datum  et  decretum  fuerat,  quod  pro  continendis  et  conservandis 
dominis  Helveciis  in  firma  amicicia  et  solida  benivolencia  erga 
dominos  nostros  supremos  et  eorum  singulos,  sie  quod  eis  ad- 
hereant  nullique  alii  principi  aut  potentatui  sive  communitati 
contra  eos  aut  eorum  aliquem  hostiliter  inserviant  aut  arma 
gerant,  annua  quedam  largicio,  porcio  sive  provisio  eisdem 
Helveciis  largiretur,  constitueretur  et  assignaretur,  prout  in  dicto 
tractatu  diffusius  et  copiosius  continetur;  quia  tamen  per  dic- 
tum tractatum  huiusmodi  largicio,  porcio  sive  provisio  specifice 
et  in  particulari  nondum  nominata  aut  designata  existit,  opere 
precium  igitur  et  conducibile  nobis  oratoribus  predictis  visum 
est,  ut  omni  postposita  mora  ulteriorique  procrastinacione  se- 
mota  ipsa  largicio,  porcio  sive  provisio  quotannis  amicicia  cum 
eisdem  Helveciis  percucienda  durante  solvenda  specifice  et  in 
particulari  constituatur  et  designetur.  Nos  igitur  oratores  pre- 
dicti  vice  et  nomine  principum  nostrorum  predictorum  et  auc- 
toritate  commissionum  nostrarum  a  dictis  principibus  nostris  in 
ea  parte  nobis  respective  datarum  convenimus,  concordavimus 
et  conclusimus,  quod  pro  parte  serenissimorum  principimi  An- 
glie et  catholici  regum  summa  triginta  milium  florenorum  auri 
bene  et  fideliter  dictis  dominis  Helveciis  quotannis  durante  dicta 
amicicia  consignabitur  et  solvetur;  videlicet  pro  parte  regis  An- 
glie quindecim  milia  florenorum  auri  et  pro  parte  Caroli  ca- 
tholici regis  alia    quindecim    milia  similium    florenorum,    C«* 


*)  Im  Or.  nach  cetera  quc. 


1x3  Einleilung. 

quoque  M*»  porcionem  sive  largicionem,  ad  quam  dictis  Helveciis 
se  aliis  confederacionibus  dandam  et  annuatim  contribuendam 
astrinxit,  pro  parte  sua  fideliter  persolvet.  Quod  si  huiusmcxli 
summa  pro  continendis  dictis  dominis  Helveciis  in  huiusmodi 
amicicia  non  sufficiat,  sed  ampliori  pro  communibus  et  privatis 
largicionibus  vel  sarcinis  opus  erit,  inter  nos  dictos  C^  M^  et 
Caroli  catholici  regis  oratores,  nominibus  et  auctoritate  princi- 
pum  nostrorum  predictorum,  conventum,  concordatum  et  con- 
clusum  est,  quod  tunc  et  in  eo  casu  dicta  O*  M*«  et  catholi- 
cus  rex  totum  et  omne  id,  quod  preter  et  ultra  dictam  sum- 
mam  triginta  milium  florenorum  auri  dictis  Helveciis  pro  eorum 
publica  et  privata  largicione,  porcione  sive  intertencione  opus 
erit,  equis  porcionibus  persolvent  et  eorum  quilibet  persolvet 
aut  persolvi  faciet,  modo  porcio  huiusmodi  supereroganda  sum- 
mam  sex  milium  florenorum  auri  non  excedat.  Et  insuper  inter 
nos  oratores  predictos  conventum,  concordatum  et  conclusum 
est,  quod  si  dicta  summa  sex  milium  florenorum  auri  per  C«*° 
et  catholicam  M*®«  ad  intertenendum  Helvecios  in  publico  et 
privato  ac  particulari  minime  sufficiat,  tunc  summa  per  dictos 
confederatos  principaliter  contrahentes  super  his,  qui  in  predic- 
tam  ligam  communi  consensu  ipsorum  confederatorum  admit- 
tentur  et  ingredientur,  taxabitur  pro  intertenendis  dictis  Helveciis 
in  publico  et  privato,  applicabitur,  convertetur  et  erogabitur,  ut 
eo  pretextu  dictis  Helveciis  ex  omni  parte  provisis  ipsi  unani- 
miter  eisdem  confederatis  libencius  adhereant  et  indissolubili 
vinculo  coniungantur. 

Ad  quarum  omnium  et  singularum  summarum  ut  pre- 
mittitur  solucionem  modo  et  forma  locisque  et  temporibus  ad 
hoc  per  oratores  dictarum  M*«^"  apud  dictos  Helvecios  agentes 
designandis,  deputandis,  prefigendis,  paciscendis  ac  promittendis 
ut  premittitur  bene  et  fideliter  fiendam,  nos  dictorum  C^ 
M*^»,  Anglie  et  cathohci  regum  commissarii  et  oratores  vigore 
et  auctoritate  commissionum  nobis  per  principes  nostros  in  hac 
parte  datarum  et  concessarum  eosdem  principes  nostros  et 
eorum  singulos,  quatenus  eos  respective  tangit  et  concemit, 
bona  fide  et  in  vim  pacti  astringimus  et  obligamus  per  pre- 
sentes;  promittentes,  quod  dicti  principes  et  eorum  singuli  pre- 
sentem  articulum  et  omnia  in  eodem  contenta  infra  duos  menses 
datam  presencium  immediate  et  proximo  sequentes  per  literas 
suas  patentes  magnis  suis  sigillis  respective  munitas  et  mani- 


Einleitung.  ng 

bus  suis  subscriptas  ratificabunt  seque  ad  huiusmodi  articuli 
observanciam  bona  fide  astringent  et  obligabunt  sicque  eorum 
quilibet  se  astringet  et  obligabit.  In  quorum  omnium  et  sin- 
gulorum  fidem  et  testimonimn  nos  oratores  dicti  serenissimi 
regis  Anglie  et  Francie  presenti  articulo  manibus  nostris  sub- 
scripto  sigilla  nostra  apposuimus. 

Datum  Londoniis  septimo  die    mensis  Novembris    anno 
domini  suprascripto. 

Thomas  cardinalis  Eboracensis.   Thomas  Norfolk. 
L  S.  L.  S. 

Thomas  Dunehnensis. 
L.  S. 


//.  Die  Zeiten  des  30jährigen  Krieges.    Die  pfäknsche 

Frage. 

Mit  dem  Tode  Maximilians  brach  der  rege  diplomatische 
Verkehr,  der  während  seiner  Regierung  fischen  dem  Wiener 
und  dem  Londoner  Hof  geherrscht  hatte,  ab.  Sein  Nachfolger 
in  der  Kaiserwürde,  Karl  von  Spanien,  üherliess  in  verschiedenen 
Abmachungen  die  österreichischen  Gebiete  seinem  Bruder  Fer- 
dinand, der  im  Jahre  i$26  durch  die  Vereinigung  der  habs- 
burgischen  Stammlätider  mit  der  böhmischen  und  ungarischen 
Krofie  den  neuen  österreichischen  Staat  gründete,  der  fortan, 
wenn  atuh  Jahrhunderte  in  engster  Fühlung  mit  dem  deutschen 
Reiclie,  seine  eigene  selbständige  Existenz  führte.  Diesem  neuen 
Staate  fehlten  vorerst  die  treibenden  Motive  ^u  wesentlichen 
politisclien  Abmachungen  mit  dem  Inselvolke.  So  lange  Karl  V. 
deutscher  Kaiser  war,  hatte  er,  als  Hauptrepräsentant  der  habs- 
burgischen  Macht,  die  diplomatischen  Verhandlungen  mit  König 
Heinrich  VHL  mid  dessen  Nachfolgern  ^u  führen,  und  von 
ihm  sind  im  Verlaufe  seiner  mehrere  Jahrzehnte  währenden 
Regierung  die  höchst  bedeutungsvollen  Verträge  mit  den  eng- 
lischen Herrscherfi  geschlossen  worden,  deren  Tenden^  wie  jene, 
die  Maximilian  eingegangen  war,  sich  in  erster  Linie  gegen 
die  Franzosen  wendete,  mit  denen  Karl  nicht  minder  leiden- 


l^Q  Einleitung. 

schaftlich  wie  sein  Grossvater  um  den  Besit^  umfangreichef 
Gebiete  stritt.  Die  österreichische  Politik  ist  durch  diese  Ab- 
machungen wesentlich  beeinflusst  worden  und  eine  Darstellung 
der  österreichischen  Geschichte  jetter  Zeit  wird  zweifelsohne  die- 
ser fischen  Karl  V.  und  Heinrich  VIIL  geschlossetten  Ver- 
träge und  des  Antheils  ^u  gedenken  haben,  den  Ferdinand  L  und 
seine  Ratgeber  an  dem  Zustandekommen  derselben  genommen. 
In  eine  Sammlung  von  Verträgen  aber,  die  blos  „alle  Ver- 
einbarungen umfassen  soll,  welche  fischen  einem  Mitgliede  der 
deutschen  Linie  der  Habsburger  als  Staatsoberhaupt  aller  oder 
eines  Theiles  der  ^ur  Zeit  des  Vertragsschlusses  im  Besitze  dieser 
Linie  befmdliclien  Territorien  und  einer  fremden,  völkerrechtlich 
^ur  Vertragsschliessung  fähigen  Macht  über  staatliche  Hoheits- 
rechte  {u  Stande  gekommen  sind'*,  ^)  können  sie  keine  Aufnahme 
finden.  Übrigens  ist  es  auch  unter  den  ersten  Nachfolgern  Karls  V. 
in  der  Kaiserwürde,  die  sämtlich  der  deutschen  Linie  des  Hauses 
Habsburg  entstammten  und  zugleich  Herrscher  über  Österreich 
waren,  ^u  Staatsverträgen  mit  England  nicht  gekommen. 

Die  diplomatischen  Beziehungen  \wischen  diesen  beiden 
Staaten  blieben  ein  volles  fahrhtmdert  vorübergehende.  Sie  be- 
trafen vorwiegend  die  Stellung  der  englischen  und  österreichi- 
schert  Fürsten  \um  Osten  Europas.  Wiederholt  hat  England 
die  Gelegenheit  wahrgenommen,  in  den  Kampf  ein^igreifen,  den 
die  Herrscher  Österreichs  mit  den  Fürsten  Siebenbürgens^)  und 
mit  der  Pforte  im  i6.  fahrhunderte  ausgefochten  haben,^)  wie- 
derholt haben  Österreichs  Fürsten  sich  an  den  englischen  HoJ 
mit  der  Bitte  um  Hilfe  gegen  den  Feind  des  christlichen  Glau- 
bens gewendet.^)    Auch  die  religiöse  Frage  gab  den  deutschen 


»)  Vgl,  Bittner  l.  c.  p.  VII f. 

*)  Über  die  cnglisch-siebenbürgi sehen  Be\ichungen  im  j6,  tinb  ly.  Jahrk. 
ist  neuest ens  eine  \usammenßissende  .  Wbeit  von  Dr.  David  Angyal  in  der  Öster- 
rcichisch'ungar.  Revue  Jahrg.  1904!=^  erschienen.  Sie  führt  den  Titel:  „Gesch. 
der  pol.  Beziehungen  Siebenbürgens  \u  England''.  Angyal  berichtet  u.  a,  vom 
Au/enthalte  J.  Wallops  am  Hofe  Ferdinands  I.  im  fahre  i^sy  p.  ^,  von  der 
Mission  Salamancas  nach  England  u.  a.  ;//.  Durch  Angyals  Forderungen  sind 
die  älteren  Darstellungen  bei  Buchhol:^  Gesch.  Ferd.  I.  u.  a.  m.  für  diese  Fra- 
gen  überholt. 

')  Auch  darüber  finden  sich  bei  Angyal  manche  Mitteilungen,  insbesondere 
p.  66 f.  über  die  Vermittelung  Englands  in  den  goer  Jahren  des  16.  Jahrh. 
Vgl.  auch  Zinckeisen,  Gesch.  der  Türkei  Tom.  III.  passim, 

*j  Auch  Buchhol \   Ferd,  I.  gedenkt  III.  2^yf.   der  Sendung  des  Bischefs 


Einleitung.  121 

Habsburgern  öfters  fw  Verhandlungen  mit  den  Tudors  Afilass.^) 
Gan\  besonders  aber  waren  es  handelspolitische  Fragen,  voie  das 
Verhältnis  Englands  \u  defi  Hansestädten,  die  —  \umal  in  defi 
Zeiten  Elisabeths  —  Missionen  von  englischen  Gesandten  an  den 
Kaiser  notwendig  machten.^)  Diese  verschiedenartigen  Beziehun- 
gen ^  erörtern,  liegt  ausserhalb  des  Rahmens  der  vorliegenden 
Arbeit,  teils,  weil  sie,  wie  die  Handelsfrageti,  lediglich  deti  Kai- 
ser, nicht  deti  österreichischen  Herrscher  betrafen,  teils  weil,  wie 
bei  den  Verhafidlungefi  bezüglich  der  siebefibürgischen  oder  tür- 
kischen Angelegenheiten,  bindende  Abmachungen  fischen  beiden 
Staaten  weder  getroffen  wurden,  noch  auch  geplant  waren.  Doch 
mag  es  gestattet  sein,  auch  in  diesem  Zusammenhange  darauf 
hinzuweisen,  dass  die  englische  Politik,  soweit  sie  auf  Fragen 
Einfltiss  nahm,  die  Österreichs  Interessen  berührten,  schon  im 
16.  Jahrh,  von  jener  ausschliesslichen  Rücksichtsnahme  auf  deti 
eigenen  Vorteil  geleitet  wurde,  die  ihr  auch  in  den  folgenden 
Jahrhunderten  das  Gepräge  aufdrückt.^) 

Zu  lange  dauernden  Verhandlungen,  in  deren  Verlaufe 
sich  die  Aussicht  auf  eine  auch  für  die  politischen  Beziehungen 
der  beiden  Staaten  bedeutungsvolle  Abmachung  eröffnete,  gab 
der  Plan  Ferdinands  L  Anlass,  einen  seiner  jmgeren  Söhne  mit 
Elisabeth  von  England  ^u  vermählen,^)    Es  ist  während  der 


Faber  nach  London ^  die  erfolglos  blieb.  Im  Jährt'  i^6y  erschien  im  Auftrage 
Max.  IL  Graf  Ludwig  von  Stollberg  bei  Elisabeth,  um  sie  für  die  Unterstützung 
des  Kaisers  im  Kampfe  gegen  die  Türken  \u  gewinnen,  (Instr.  </.  </.  Prag  /^.  Mär{ 
jy6y  St.'A.)  Seine  Mission  blieb  auch  erfolglos.  Die  höfliche  aber  ablehnende 
Antwort  Elisabeths  d,  d.  15.  Juni  j^öy  St.-A, 

*)  Auch  in  dem  Briefwechsel  :^'ischen  den  verschiedenen  Mitgliedern  der 
österreichischen  und  englischen  Herrscherfamilien  spielen  diese  religiöstm  Fragen 
eine  Rolle.  Sowohl  das  R.  O.  als  auch  das  St.-A.  enthalten  zahlreiche  Schreiben 
von  Mitgliedern  beider  Familien.     Vgl,  übrigens  auch  Buchholi  /.  c,  VII.  ^/fiff» 

•)  Dafür  zahlreiche  Akten  im  St-A.  Vgl.  auch  Ehrenberg,  England  und 
Hamburg  in  der  ^zweiten  Hälfte  des  16.  Jahrh, 

')  Diesen  Gesichtspunkt  hebt  auch  der  anonyme  Verfasser  der  Schrift 
„Österreich  und  England,  Kritischer  Beitrag  -fwr  Gesch,  der  Bündnisse  und 
Zerwürfnisse  ^wischen  beiden  Staaten^*'  Cotta  i8')4  1^8  S,  hervor.  Im  übrigen 
enthält  dieses  von  einem  Österreicher  (p.  g)  geschriebene  Buch  neben  manchen 
guten  wenn  auch  keineswegs  tiefen  Bemerkungen,  \ahlreiche  Irrtümer  und  un- 
begründete Behauptungen. 

*)  ^^»  f^^  ^'^^^  Heiratspläne  insbesondere  die  Arbeit  von  Werthnmer, 
Heiratsverhandlungen  ;{tt75^/f^«  Elisabeth  von  England  und  Er^lter^og  Karl  von 
Österreich,  Sybels  Hist.  Zeitsch.  XL.  38^  ff. 


122  Einleitung. 

12  Jahre,  innerhalb  deren  diese  Frage  immer  von  neuem  erör- 
tert worden  ist,  ^u  verschiedenen  Sendungen  hervorragender 
Staatsmänner  vofi  beiden  Seiten  gekommen.  Allein  die  Ver- 
hatidhingen  führten  \u  keinem  Resultate,  in  erster  Linie  wohl 
deshalb,  weil  Elisabeth  niemals  ernstlich  an  ihre  Vermählung 
mit  einem  der  katholischen  Kaisersöhne  gedacht,  vielmehr  ledig- 
lieh  aus  politischen  Gründen  den  Wiener  Hof  durch  auswei- 
chende Erklärungen  hingehaltefi  hat.  Zu  ernsten  Verhandlun- 
gen bot  sich  übrigefis  auch  in  den  ersten  Regierungsjahren  Ja- 
kobs L  kein  Anlass.^)  Erst  die  Vermählung  Elisabeths,  der 
Tochter  Jakobs  L,  mit  dem  Pfäl^er  Friedrich  gab  in  ihren  Fol- 
gen, cfumal  seitdem  dieser  als  Gegenkönig  Ferdinaftds  IL  in 
Böhmen  herrschte,  Anlass  \ur  Aufnahme  reger,  direkter  diplo- 
matischer Beziehungen,  die  von  da  an  niemals  mehr  dauernd 
erloschen  sind. 

König  Jakob  hatte  von  seinem  Regierungsantritte  an,  ob- 
gleich er  lieineswegs  eine  so  schroff  antihabsburgische  Politik 
vertrat,  wie  seine  grosse  Vorgängerin,  die  Pläne  des  französi- 
schen Herrschers,  Heinrichs  IV,  gegen  das  Haus  Habs- 
bürg  gebilligt  mid  er  hatte  auch  nach  dessen  Tode  durch 
sein  im  Jahre  1612  mit  der  protestantischen  Union  abge- 
schlossenes Bündnis  Beweise  seiner  Kaiserfeindlichen  Politik 
gegeben.  Die  Heirat  seiner  Tochter  mit  Friedrich  von  der 
Pfal^y  einem  der  vornehmsten  Mitglieder  dieses  antihabsbur- 
gisclien  Bundes,  im  darauffolgenden  Jahre  festigte  die  Bande, 
die  ihn  an  die  Mitglieder  der  Union  knüpfieix.  Allein  ob- 
gleich er  {u  Beginn  des  Jahres  1619  das  im  Jahre  1612  ge- 
schlossene Abkommen  erneuerte,^)  \eigtc  er  sich  doch  in  dem 
Augenblicke^  da  sein  Schwiegersohn  und  Bundesge^wsse  an  ihn 
mit  der  Aufforderung  herantrat  seine  Kandidatur  in  Böhmen 


*)  Im  R,  O.  Hegen  Berichte  englischer  Gesandter  am  Hofe  Rudolfs  IL 
Ihre  Verhandlungen  belogen  sich  vornehmlich  auf  Handelsangelegenheiten ;  die 
Klagen  der  englischen  Kaufleute  über  die  Hansa  spielen  die  Hauptrolle,  Lesieur, 
der  j6oß  am  Hofe  Rudolfs  IL  erschien,  meldete  auch  den  Regierungsantritt 
Jakcbs  L,  der  von  Rudolf  IL  als  y, berecht  igt*'  bezeichnet  uurde.  Derselbe 
Staatsmann  erhielt  am  (j./k).  Sept.  1612  (R,  OJ  die  Instruktion,  Matthias  \u 
begrüssen  und  von  demselben  Berit,  ksichtigung  der  Forderungen  der  protestan- 
tischen Reichsfürsten  \u  fordern.  Seine  im  R.  O.  aufbewahrten  Berichte  ent- 
halten //.  a,  \ahlreiche  Mitteilungen  kommerzieller  Art, 

*)  VgL  Gindely  Gesch,  des  yojähr.  Krieges  L  4^4  f 


Einleitung.  I^^ 

mit  Geld  tmd  nötigenfalls  mit  den  Waffen  in  der  Hafid  ^ 
unterstfit:(efi,  abgeneigt,  auf  diese  weitausschauenden  Pläne  des 
Pfäl:(ers  ein^igehen.^)  Als  strenger  Legitimist  missbilligte  er 
prinzipiell  jede  Empörung  und  hätte  schon  aus  diesem  Grunde 
seine  Einwilligung  ^m  Kampfe  gegen  den  König  von  Gottes 
Gftaden  ablehnen  müssen.  Da\u  kam  aber,  dass  fakob  in  sei- 
ner Abneigung  gegen  die  deutsche  Linie  des  Hauses  Habsburg 
feindlich  vorzugehen,  durch  den  lebhaften  Wunsch  bestärkt 
wurde,  seinen  Sohn  mit  der  spanischen  Infantin  \ti  vermählen, 
um  durch  den  Halt  an  dem  spanischen  Königshcuise  seine  Po- 
sition dem  englischen  Parlamente  gegenüber  ^ti  kräftigen,  mit 
dem  er  in  fortwährendem  Unfrieden  lebte.  Er  erklärte  da- 
her dem  Gesandten  seines  Schwiegersohnes,  er  könnte  die  Er- 
hebung desselben  auf  den  böhmischen  Thron  nicht  billigen,  wenn 
sie  nicht  auf  legitime  Art  erfolge,  lehnte  jede  Unterstüt^ng 
der  aufständischen  Böhmen  ab  und  Hess  durch  Lord  Doncaster, 
den  er  im  Mai  1619  nach  Deutschland  sendete^  seine  Vermitte- 
lung  i{ur  gütlichen  Beilegimg  des  ^[wischen  Ferdinaftd  IL  und 
den  Böhmen  bestehenden  Konfliktes  anbieten. 

Die  Begegnung  des  englischen  Bevollmächtigten,  der  übri- 
gens mehr  die  Ideen  des  Pfäl{ers  als  die  seines  Herrn  billigte, 
mit  Ferdinand  II  fand  im  Juli  161 9  statt,  blieb  aber  erfolglos,^) 
Bald  darauf  —  August  1619  —  wurde  Friedrich  {um  Könige 
von  Böhmen  gewählt  und  er  nahm,  ohne  auf  die  Zustimmung 
seines  Schwiegervaters  ju  warten,  die  Krone  an  Jakob  war 
entrüstet,  hiess  das  Vorgehen  Friedrichs  unredlich  und  weigerte 
sich,  obgleich  die  öffentliche  Meinung  in  England  eine  dem 
Pfäl\er  günstige  war,  diesen  \u  unterstützen.  Lord  Doncaster 
erhielt  den  Auftrag,  Ferdinatid  IL  \ur  Kaiserwähl  \u  gratu- 
lierefi  und  neuerdings  des  Königs  Mediation  an^utragett^)  Fer- 
dinand machte  von  diesem  Anerbietefi  keinen  Gebrauch  und 
der  Kampf,  der  bald  darauf  ^wischen  dem  Kaiser  und  dem 
fieueti  Könige  von  Böhmen  begann,  fiel  f//  Ungunsten  des  let^- 
terefi  aus,  Un^eifelhafl  hat  die  Haltung  Jakobs  \u  diesem 
Ausgange  wesentlich  beigetragen.    Nicht  nur  Friedrich,   auch 


>)  Ebenda  ^55. 

•)  Gardiner  History  of  England  from   the  acccssiou  of  James  L  (kleine 
Ausgabe)  (London  iQojJ  Vol,  IIL  ^oo  ff.,  Gindely  l,  c,  IL  134  ff, 
•)  ygl'  Gindely  /.  c,  IIL  42  ff. 


12^  Einleitung. 

die  Generalstaaten,  ja  selbst  die  EngWider  erklärten  Jahob  für 
die  Katastrophe  mit  verantwortlich,  die  mit  dem  Pfäl\er  auch 
den  Protestantismus  so  schwer  traf,  Jakob  Hess  sich  aber  in 
seiner  Meinung  nicht  irre  machen,  Sir  Henry  Wotton,  der  im 
Sommer  1620  den  Auftrag  erhielt,  dem  Kaiser  neuerdings  die 
Vermittelung  Englands  anzutragen,  erklärte  im  Namen  und 
auf  Befehl  Jakobs  L,  dieser  habe  an  der  Wahl  seines  Schwieger- 
sohnes nicht  teil  gehabf,  ihm  auch  den  Titel  eitles  Königs  nie 
gegeben^)  und  in  gleichem  Sinne  Hess  der  engliscJie  Kötiig  auch 
an  anderen  Orten  sein  Missfallen  über  die  Haltung  seines 
Schwiegersohnes  kund  tun.  Seine  Hoffnung,  durch  diese  Hal- 
tung auf  Ferdinand  H,  Eindruck  ^u  machen,  erfüllte  sich  frei- 
lich nicht.  Der  Kaiser  ging  auf  die  Forderung  Wottons,  vor- 
erst Waffenstillstand  eintreten  ^u  lassen,  nicht  ein  und  wenige 
Wochen  nach  der  Ablehnung  der  englischen  Vermittelung  erlag 
der  PfälTjer  in  der  Schlacht  am  weissen  Berge  der  Übermacht 
seiner  Feinde,  Unterdessen  war  auch  die  Pfal\  von  dem  untei' 
Spinola's  Fühi-ung  stehenden  spanisch-niederländischen  Heere 
überschwemmt  worden  und  ein  grosser  Teil  des  Landes  fiel 
noch  vor  Ausgang  des  Jahres  1620  in  die  Hände  der  kaiser- 
lichen Bundesgenossen. 

Die  Schlacht  am  weissen  Berge  brach  den  Mut  der  Union 
vollständig :  man  riet  dem  Pfäl\er  auf  Böhmen  t^i  ver:{icht€n 
und  schloss  mit  Spinola  im  April  1621  einen  Waffenstillstand, 
durch  den  man  sich  ^ur  Räumung  der  Pfa^  und  ^ur  Neutralität 
für  den  Fall  verpflichtete,  dass  die  Aussöhnung  der  Pf  alters  mit 
dem  Kaiser  nicht  gelingen  sollte.  Bald  darauf  löste  sich  die 
Union  auf;  Friedrich  aber,  der  noch  immer  auf  die  Unter- 
stützung auswärtiger  Mächfe,  {umal  auf  die  seines  Schwieger- 
vaters rechnete,  forderte  von?  Kaiser  für  den  Fall  seiner  Unter- 
werfung nicht  nur  den  ungestörten  Besit^  seiner  Erblande  und 
Ersat^  für  die  im  Laufe  der  letzten  Jahre  verausgabten  Sum- 
men, sondern  auch  für  die  Böhmen  allgemeine  Amnestie,  Auf- 
rechthaltung aller  Privilegien,  sowie  volle  Religionsfreiheit,  Kai- 
ser Ferdinand  //.  lehnte  diese  Forderungen  schroff  ab,  sprach 
die  Acht  über  den  flüchtigen  Kurfürsten  aus  und  erklärte  ihn 


»)  La  propositione  del  ca-c,  Wotton i  ß.  Sept,  st.  n,  162 1  St.-A.  Vgl. 
auch  GarJiner  III,  j6j;  GinJely  l.  c,  IIL  272  ff ,  Im  R.  O,  befinden  sich  meh- 
rere Berichte  H,  Wottons  aus  depi  Jahre  162 1, 


Einleitung.  I^c 

all  seiner  Würden  und  Besitzungen  verlustig.  Für  Jakob 
bedeutete  dieser  letzte  Schritt  des  deutschen  Kaisers  einen 
schweren  Schlag,  Er  wollte  den  Frieden  mit  dem  Hause  Habs- 
bürg,  schon  um  die  geplante  Verbindung  mit  der  spanischeti 
Linie  desselben  ^u  ermöglichen  und  er  war  bereit,  die  Aft- 
ndherung  seines  Schwiegersohnes  an  den  Kaiser  auch  mit 
Opfern  für  den  ersteren  \u  erkaufen ;  allein  ^u  einer  Preis- 
gebung  des  ganzen  pfälzischen  Hauses  wollte  und  konnte  er 
sich,  schon  im  Hinblicke  auf  die  entschieden  antiliabsburgische 
Stimmufig  des  englischen  Volkes,  nicht  entschliessen.  So  erhielt 
Lord  Digby,  der  im  Mai  1621  London  verlassen  sollte,  den  Auf- 
trag, am  Kaiserhofe  die  Wiedereinsetzung  des  Pfäl{ers  in  den 
Stand  und  in  die  Würden  ^u  fordern,  die  er  vor  seiner  Ein- 
mischung in  die  böhmische  Angelegenheit  besessen  habe  und 
dafür  in  des  Königs  Namen  ^u  versprechen,  dass  Friedrich  in 
diesem  Falle  nicht  nur  für  sich  und  seinen  Sohn  auf  die  Krone 
Böhmens  und  desseti  Nebenländer  vernichten,  sondern  auch  dem 
Kaiser  jede  mit  seiner  Würde  und  Stellung  vereinbare  Genug- 
tuung geben  werde.^)  Die  Verhandlungen  Digbys  nahmen  einen 
a^echselndai  Verlauft)  Ferdinand  war,  ^umal  im  Sommer  1621, 
als  der  Krieg  gegen  Bethlen  eine  bedetikliche  Wendung  nahm, 
Mansfeld  und  der  Markgraf  von  Jägemdorf  den  Kampf  erfolg- 
reich fortsetzten,  nicht  prinzipiell  abgeneigt,  der  Bitte  des  eng- 
lischen Königs  wenigstens  teilweise  ^u  entsprechen  und  Friedrich, 
falls  dieser  sein  Unrecht  eingestehen  und  einen  Teil  seißtes  Ge- 
bietes abtreten  oder  eine  entsprechende  Geldsumme  zahlen  wollte, 
wieder  in  Gnaden  aufzunehmen.  Allein  der  energische,  Wider- 
spruch des  Herzogs  Maximilian  von  Baiern,  der  vom  Kaiser 
die  Erfüllung  der  gemachten  Versprechungen  —  Übergabe  der 
Oberpfal\  und  die  Kurwürde  —  forderte  und  das  Vorgehen 
des  geächteten  Pfälzers,  der  von  einer  Gebietsabtretung  nichts 
wissen  und  den  Krieg  gegen  das  Haus  Österreich  fortsetzen 
wollte,  bewirkten,  dass  Digby' s  Bemühungen  erfolglos  blieben,^) 
Im  September  1621  eroberte  Maximilian  die  Oberpfalz  und  Fer- 
dinand übertrug  —  wenn  auch  vorerst  geheim  —  die  Kurwürde 


»)  Instruktion   für  Digby  2j,  Mai  162 1  R.  O.;   v^l,  die  Analyse  bei  Gar- 
diner  IV.  200  f. 

»)  Vgl.  Gardiner  /.  c,  IV.  204  ff.;  Gindely  l.  c.  IV.  16g  ff- 
3)  Vgl.  Gindely  l.  r.  IV.  201. 


i^^  fiinleituxig. 

auf  seinen  Bundesgenossen,  dessen  Unterstüt^(ung  er  nicht  ent- 
behren konnte.  Der  Gedanke  eiftes  Ausgleiches  {wischen  Fer- 
dinand und  dem  Pfäl\er  wurde  aber  trotzdem  nicht  fallen  ge- 
lassetu  *)  Nicht  nur  eine  Reihe  protestantischer  deutscher  Fürsten, 
auch  die  katholischen  Kurfürsten  voti  Maini  und  Trier,  traten 
für  den  Pfäl^er  ein,  ja  selbst  die  Spanier  suchten,  um  Jakob  L 
in  seiner  ihren  Interessen  freundlichen  Politik  ^pi  bestärken, 
Ferdinand  für  die  Wiedereinsetzung  des  Pfäljers  oder  dessen 
Sohfies  in  das  ihfien  abgenommem  Land  ^/  gewinnen  und  ver- 
sprachen ihrerseits  in  diesem  Falle  auf  die  Erwerbung  der  ihnen 
vom  Kaiser  für  die  gewehrte  Unterstüt^^ung  versprochenefi  Rhein- 
pfali  \u  vernichten,  Kaiser  Ferdinand  IL,  der  es  xjoeder  mit  deti 
Freunden  noch  mit  den  Feifiden  des  Pfdl^ers  verderben  wollte, 
überliess  in  dieser  schwierigen  Situation  dem  Reichsdeputations- 
tage die  Entscheidung;*)  dessen  Beschlüssen  gemäss  übertrug 
er  im  Februar  162}  die  Kurwürde  dem  baierischen  Herzoge 
auf  Lebenszeit,  erklärte  sich  aber  ^^/gleich  bereit,  deti  Pfal^- 
grafen  in  dessen  früheren  Besit^  wieder  ein{uset(efi,  falls  sich 
derselbe  j^ir  schuldigen  Abbitte  verstellen  und  von  allen  feind- 
liclien  Umtrieben  lassen  würde.  Auch  versprach  er  über  die 
Rechte  der  Kifuler  mul  Agnaten  des  Pfäl{ers  auf  die  Kur  mit 
dem  englischen  Könige  Verhandlungen  \u  pflegen  wid  wenn 
diese  erfolglos  bleiben  sollten,  im  Einvernehmen  mit  den  Kur- 
fürsten die  Entscheidung  {u  treffen,  König  fakob,  der  von  den 
geheimen  Abmachungen  nichts  wusste,  die  Ferdinafid  IL  bald 
darauj  mit  dem  Baiernher\oge  einging,  hielt  die  Beschlüsse  des 
Regensburger  Deputationstages  für  günstig  genug,  um  seine 
Bemühungen  im  Sinne  einer  Versöhnung  seines  Schwiegersohnes 
mit  dem  Kaiser  fort:(uset^en  und  rechnete  dabei  vornehmlich 
auf  die  Unterstützung  Philipps  IV,,  an  dessen  Hofe  gerade  da- 


')  Interessant  sind  neben  den  Btrichten  Dighy's  die  {wischen  den  Herr' 
Sehern  gewechselten  Briefe,  insbesondere  das  Schreiben  Jakobs  L  an  Ferdinand  IL 
d,  d,  12»  Nov,  162 1,  das  die  Bedingungen  der  \wi sehen  Ferdinand  IL  und  dem 
Pfdl\er  geplanten  Vereinbarung  enthielt  und  der  Brief  Ferd.  IL  an  Jakob  L 
d,  d.  14,  Jan,  1622,  beide  im  R,  O,  Ebendaselbst  befindet  suh  auch  d,  d,  5.  Febr, 
1622  die  Vollmacht  Ferdinands  IL  für  den  Grafen  Georg  Ludwig  Sclncar^en- 
berg,  der  im  April  1622  in  London  erschien  und  dort  verhandelte.  Vgl,  Gindely 
U  c,  IV,  404  ff, 

•)  Vgl,  die  eingeliende  Erörterung  bei  Gindely  l,  c.  IV.  420  ff.;  Hurter 
Gesch.  Ferdinand  IL  IX,  1^2  ff'. 


Einleitung.  t^i 

mats  die  Verhatidlungen  über  die  englisch-spanische  Heirat  ^u 
Ende  geführt  werden  sollten.^)  Jakob  stellte  an  die  spanische 
Regierung  die  Forderung,  beim  Kaiser  \u  beantragen,  dass 
Friedrich,  oder  wetin  dieser  nicht  genehm  sein  sollte,  dessen 
Sohn,  in  alle  Würdeti  und  Ämter  wieder  eingesetzt,  Maximi- 
lian aber  durch  die  Errichtung  eifier  achten  Kurwürde  oder 
durch  den  Wechsel  beider  Häuser  in  der  kurfürstlichen  Würde 
befriedigt  werden  sollte.  Die  Vertreter  Jakobs  L  verstiegen  sich 
sogar  {u  der  Forderung  an  den  spanischen  König,  den  Kaiser, 
falls  sich  derselbe  diesen  Vorschlägen  widersetzten  sollte,  mit  den 
Waffen  jur  Anerkennung  derselben  \u  fingen.  Allein  so  weit 
xvollte  die  spanische  Regierung  nicht  gehen  und  ihre  Bemühun- 
gen auf  freundschaftlichem  Wege  vom  Kaiser  die  Gewährung 
der  englischen  Forderungen  durchsetzen,  scheiterteti  an  der 
entschiedenen  Weigerung  Maximilians,  in  irgend  eine  Minderung 
seifier  Macht  \u  willigen. 

Während  Jakob  in  Madrid  die  Sache  seines  Schwieger- 
sohnes ^u  fördern  bestrebt  war,  hatte  er  mit  diesem  selbst  einen 
schtvereti  Stande)  Der  englische  König  wünschte  nichts  sehn- 
licher, als  die  Beendigung  des  Krieges,  der  trotji  aller  Ver- 
handlungen vofi  beiden  Seiten  fortgeführt  worden  war  und 
drängte  den  Pfäl^er,  durch  das  Eingehen  eines  Waffenstill- 
standes und  durch  die  Aufnahme  der  Friedensverhandlungen 
seinen  guten  Willen  \u  geigen.  Von  dem  Gedanken  erfüllt, 
die  Hindernisse  aus  dem  Wege  f //  räumen,  die  sich  der  Durch- 
führung seiner  Idee  in  den  Weg  stelltefi,  hatte  er  wenige  Tage, 
nachdem  er  die  Nachricht  von  der  Übertragung  der  Kurwürde 
auf  den  Herzog  von  Baiem  erhalten,  gegen  den  Rat  der  mass- 
gebendeti  Persönlichkeiten  den  Befehl  ^(um  Abschlüsse  des  Ver- 
trages mit  der  Infantin  Isabella,  der  Statthalterin  der  spani- 
schen Niederlande,  gegeben,  durch  den  das  strittige  Frankentlial, 
innerhalb  dessen  Mauern  der  Engländer  Borough  die  Verteidi- 
gung gegen  die  belagerndefi  spanischen  Truppen  führte,  für 
einen  Zeitraum  von  i8  Mofiaten  der  Infantin  übergeben  werdeft 
sollte,  während  ^u  gleicher  Zeit  festgesetzt  xvurde,  dass  im  Falle 
die  erhoffte  Aussöhnung  des  Pfälj^ers  mit  dem  Kaiser  innerhalb 
dieser  Frist  nicht  erfolge,   die  Wiedereinführung  einer  engli- 


0  Gardiner  L  c,  V  i  ff. 
»)  Gardiner  h  c.  IV.  406  ff . 


laÖ  Einleitung. 

sehen  Garnison  plat\greifen  sollte,  Isabella  hatte  diesen  Ver- 
trag für  sich  und  im  Namen  Ferdinands  IL  und  Philipps  IV. 
mit  dem  Könige  Jakob,  der  im  Namen  des  Pf  alters  verhandelte, 
geschlossen,^)  und  bald  darauf  wurde  in  gleicher  Vertretung 
ein  Waffenstillstand  fischen  den  Kriegführenden  vereinbart, 
der  Jakob  und  seinem  Schwiegersohne  den  Eintritt  in  alle  Bünd- 
nisse untersagte,  die  der  Schliessung  des  Reichsfriedens  hinder- 
lich werden  konfiten  und  sie  für  die  Dauer  von  i$  Monaten 
{ur  Enthaltung  von  allen  Feindseligkeiten  verpflichtete.  Wäh- 
rend dieses  Zeitraumes  sollten  die  Verhandlungen  in  Köln  im 
Interesse  der  Herstellung  eines  allgemeinen  Friedens  geführt 
werden.  Der  Artikel,  der  sich  mit  den  Bundesgenossen  Fried- 
riclis,  dem  Mansf eider  und  Christian  von  Brandenburg,  be- 
schäftigte, war  absichtlich  unklar  gefasst  worden,  doch  sollten 
diese  bei  Fortsetzung  des  Kampfes  als  Reichsfeinde  erklärt  und 
von  Jakob  und  seinem  Schwiegersohne  desavouiert  voerdenJ) 
Allein  Friedrich  weigerte  sich  entschieden,  diesen  Vertrag  {u 
unter:j[eichnen  und  blieb  bei  seinem  Entschlüsse,  obgleich  sein 
Schwiegervater  es  an  Bitten  wie  an  Drohungen  nicht  fehlen 
Hess,  Erst  nach  der  vollständigen  Niederlage,  die  Christian 
durch  Tilly  am  2y.Juli  162}  bei  Stadtlov  erlitt,  nahm  Friedrich 
—  16.  August  —  den  WaffenstiUstatui  an,  den  Jakob  /.  vor 
Monaten  in  seinem  Namen  unter:(eichnet  hatte.  Unterdessen 
war  aber  ein  Wechsel  in  den  englisch-spanischen  Beziehungen 
eingetreten,  der  es  Jakob  I.  unmöglich  machte,  die  bisherigen 
freundschaftlichen  Beziehungen  \um  Hause  Habsburg  aufrecht 
\u  erhalten.  Die  Verhandlungen,  die  der  Frin\  von  Wales  und 
seift  Vertrauter,  der  Herzog  von  Buckingham,  mit  dem  leiten- 
den spanischen  Minister  —  Olivare^  —  über  die  geplante  Ehe 


*)  Dieser  Vertrag,  unter {eichnrt  \it  London  ig^lsg,  Mär{  i6aj,  dessen 
Aufnahme  in  die  vor  Hegen  de  Publikation  ni  ht  erfolgen  konnte,  da  ihn  Isabeüa 
Clara  Eugenia  nur  im  Namen  Ferdinands  IL  und  Jakob  L  nur  im  Namen  Friede 
richs  V,  von  der  Pfal{  schlosSy  ist  abgedruckt  u,  a.  bei  Abreu  y  Bertodano,  Phe- 
Upe  IV.  L  284;  Prontuario  de  los  tratados  IL  loi ;  für  die  Ratifikationen  pgL 
Bittner  L  c,  42, 

*)  Der  Vertrag  wurde  {u  London  21.  April  162^  st,  v.  geschlossen  ;  er  bleibt 
aus  den  gleichen  Gründen  wie  der  vom  i(^l2(^.  Mär{  162^  von  der  Aufnahme 
in  die  vorliegende  Publikation  ausgeschlossen]  für  die  Ratifikation  und  Drucke 
//.  a.  A  general  collection  of  treaties  IL  2i(),  Dumont  L  c.  V/2  4^4;  Rymer 
l,  e.  VIIJ4  6()  vgl,  ;  Bittner  L  r.  42, 


Einleitung.  j^q 

geführt  hatten,  ^{erschlugen  sich  und  Buckingham  trat,  in  seine 
Heimat  ^irückgekehrt,  an  die  Spitze  der  Partei,  die  der  Stirn- 
mutig  des  englischen  Volkes  Rechnung  tragetid  dem  Brtcche 
mit  Spanien  mid  der  Unterstützung  der  deutschen  Protestanten 
das   Wort  redete.^) 

Mit  Begeisterung  folgte  das  im  Jahre  1624  einberufene 
englische  Parlament  der  Führung  Buckinghams,  sprach  sich 
entschieden  Jür  den  Abbruch  aller  Verhandlungen  mit  Spanien 
aus  und  bewilligte  trot^  prinzipieller  Bedenken  eine  hohe  Steuer, 
die  \ur  Führung  des  Krieges  gegen  das  Haus  Habsburg  die- 
nten sollte.  Jakob  L  entschloss  sich  nicht  leicht  auf  seinen  Lieb- 
lingsgedanken  einer  engen  Verbindung  mit  dem  spanischen 
Köfiigshause  ^^  vernichten ;  aber  der  Jubel,  mit  der  sein  dem 
Parlamente  mitgeteilter  Entschluss  mit  Spanien  fw  brechen 
aufgenommen  wurde,  musste  ihm  die  Überzeugung  verschaffen, 
dass  er  in  diesem  Augenblicke  die  überwiegende  Mehrzahl 
seines  Volkes  an  seiner  Seite  habe.  Vom  offenen  Kampfe  gegen 
Spanien  wollte  er  freilich  trotzdem  vorerst  nichts  wissen ;  noch 
immer  wünschte  er  einen  solchen  zu  vermeiden  und  die  Wie- 
dereinsetzung seines  Schwiegersohnes  oder  Enkels  f //  errei- 
chen, ohne  mit  der  spanischen  Linie  des  Hauses  Habsburg  in 
Krieg  f«  geraten.  In  diesem  Sinne  hat  er  dem  Grafen  Mans- 
feld,  der  im  April  1624  nach  England  kam,^)  den  Auftrag  er- 
teilt, die  Wieder  er oberung  der  Pfalz  V^  versuchen.  Allein  die 
allgemeinen  Verhältnisse  nötigten  die  englische  Krone  immer 
entschiedener  zum  Kampfe  gegen  das  gesamte  Haus  der  Habs- 
burger. Dass  der  Tod  Jakobs  I.  und  die  Thronbesteigung  sei- 
nes Sohnes  Karls  I.  diesen  Entschluss  erleichtert  hat,  steht 
ausser  Zweifel.  Bereits  im  September  162$  schloss  dieser  ein 
Bündnis  mit  den  Generalstaaten,  das  ihn  f«  einem  Angriffe 
auf  die  Küsten  Spaniens  verpflichtete,  —  ein  Unternehmen, 
das  freilich  ein  unrühmliches  Ende  fand^)  —  und  das  Haa- 
ger Bündnis  vom  19.  Dezeniber  162^,  das  er  mit  den  General- 
staaten und  dem  dänischen  Könige  einging,  nötigte  ihn  nicht 
nur  f«r  Zahlung  einer  bedeutenden  Subsidie  an  den  letzteren, 
sondern  auch  zt^r  Ausrüstung  einer  Flotte,  die  von  den  Schiffen 


*)  Gardiner  /.  c.  V  130  ff. 
•)  Gardiner  L  c.  V  222  f. 
>)  Gardiner  l.  c.  VI  loff. 
Österreichisch-englische  Staats  vertrage.  Bd.  I. 


1^0  EinleituDg. 

der  Generalstaaten  unterstützt  den  Kampf  gegen  die  Spanier 
aufnehmen  sollteS) 

Rühmvoll  war  die  Anteilnahme  Englands  an  dem  Kriege, 
der  in  den  folgenden  Jahren  fischen  dem  Hause  Habsburg 
und  dessen  Gegnern  geführt  wurde,  nichts)  Die  wachsenden 
Konflikte  fischen  dem  Könige  und  dem  Volke  und  die  immer 
ungünstigere  Gestaltung  der  englisch-französischen  Beziehun- 
gen hinderten  Karl  L  seine  Bundesgenossen  entsprechend  zu 
unterstützen,  und  so  musste  er  es  sich  gefallen  lassen,  dass 
der  Dänenkönig,  der  im  Jahre  1629  seinen  Frieden  mit  dem 
Hause  Habsburg  schloss,  ihm  in  erster  Linie  die  Schuld  an 
dem  unglücklichen  Ausgange  des  Krieges  beimass.  Karl  /.  war 
für  solchen  Tadel  nicht  unempfindlich,  doch  nötigte  ihn  sein 
fester  Entschluss,  den  Kampf  mit  seinem  Volke  bis  z^m  aus- 
sersten  fortzusetzen,  f //  friedfertigem  Verhalten  gegenüber  den 
auswärtigen  Mächten.  Er  begann  noch  im  Jahre  1629  Ver- 
handlungen mit  den   Spaniern    und  führte  dieselben ,   allem 

Widerspruch  zum  Trotz,  der  von  verschiedener  Seite  erhoben 
wurde,  im  Laufe  des  Jahres  16^0  z^  Ende,  Der  Madrider 
Friede  vom  5.  Nov.  16^  enthielt  keine  Verpflichtung  der  Spa- 
nier, die  Restitution  des  Pfälzers  vom  Kaiser  fw  erzwingen; 
Karl  I.  gab  sich  vielmehr  damit  z^ifrieden,  dass  der  spanische 
Gesandte  in  seine  Hände  ein  Schreiben  legte,  durch  das  der 
Herrscher  Spaniens  sein  bestes  für  diesen  Zweck  zu  tun  ver- 
sprach und  übermittelte  bald  darauf  seinem  Gesandten  An- 
struther,  der  seit  längerer  Zeit  die  Interessen  des  Pfälzers  im 
Reiche  vertrat,^)  den  Befehl,  am  Wiener  Hofe  für  die  Durch- 
führung der  pfälzischen  Restauration  im  Sinne  der  spanischen 

Versprechungen  \u  wirken*).   Allein  Anstruther  fand  mit  den 


•)  Gardiner  /.  c.   VI  ^6 f. 

*)  Gariiinrr  /.  c\  VI  piissini. 

')  Anstruther  war  seit  dem  Frühjahrr  16^0  im  Interesse  des  Pfälzers 
tätig.  Die  Instruktion  für  Hin  d.  d.  2*).  //////  /^?<>  im  R.  O.  Eben  daselbst 
auch  das  Original  der  kaiserlichen  Erklärung  d.  d.  12.  Nov.  16^0,  in  der  die 
Bedingungen  des  Ausgleiches  mit  dem  P/äl{er  fixiert  sind.  Der  ausflihrliche 
Bericht  Anstruthers  über  diese  Verhandlungen  ist  datirt  Nürnberg  14.I24.  Nov. 
16^0  R.  O.  Daselbst  befindet  sieh  auch  eine  Instruktion  für  Anstrut/ter  d.  d.  18.  Aprü 
1627^  der  damals  in  der  gleichen  Frage  mit  dem  Kaiser  und  den  Reichsfürsten 
verhandeln  sollte. 

*)  Die  Instruktion  d.  d.  21.  Mär\  16 ji  R.  (). 


Einleitung.  1 2  x 

Forderungen  seines  Herrn  beim  Kaiser  kein  Gehor^)  und  die 
Erklärungen  der  am  kaiserlichen  Hofe  weilenden  spanischen 
Minister  Hessen  keinen  Zweifel  darüber  aufkommen,  dass  auch 
Philipp  IV,  nur  gegen  neue  Zugeständnisse  Englands  —  all- 
gemeinen  Frieden  oder  Unterstützung  gegen  die  Niederlande — 
die  Sache  des  Ffäl\ers  ernstlich  \u  vertreten  gewillt  war%  Die 
ungünstigen  Berichte  aus  Wien  und  die  Mitteilungen  von  den  glän- 
zenden Erfolgen  des  Schwedenkönigs  Gustav  Adolf  veranlassten 
Karl  /.  mit  diesem  Verhandlungen  anzuknüpfen.  Allein  dieselben 
führten  ft/  keinem  Ergebnisse,  da  Gustav  Adolf  geringe  Nei- 
gung  zeigte,  sich  zum  Vertreter  der  Ansprüche  Friedrichs  vim 
der  Pfalz  V^  machen,  wenn  Karl  1.  sich  nicht  entschloss,  mit 
ganzer  Kraß  den  Krieg  gegen  das  gesamte  Haus  Habsburg 
ZU  führen,  während  der  engliche  König  sowohl  vor  dem  Kampfe 
mit  Spanien,  als  atwh  vor  der  Berufung  des  Parlamentes  zu- 
rückschreckte, ohne  dessen  Zustimmung  er  die  z^ir  Führung 
des  Krieges  notwendigen  Summen  nicht  z^  erlangen  hoffen 
konntet) 

So  knüpjte  Karl  L  voti  neuem  mit  dem  Hause  Habsburg 
Verhandlungen  an  Ufid  erklärte  sich  sogar  bereit,  mit  dem 
Kaiser  und  dem  spanischen  Könige  ein  Bündnis  gegen  derefi 
Feinde  in  Deutschland  einzugehen  und  seiften  Schwager,  den  ver- 
triebenen Pfalzgrafen,  f //  gleichem  Vorgeheti  zti  bewegen,  sobald 
ihm  bezüglich  der  Pfalz  Genüge  geschehen  wäre.  Die  Antwort 
liess  lange  auf  sich  warten  und  als  endlich  der  spanische  Ge- 
sandte, im  Auftrage  seines  Herrn  und  des  Kaisers,  Karl  I,  z^im 
Eintritte  in  das  gegen  die  Feinde  des  Hauses  Habsburg  gerich- 
tete Bündnis  aufforderte,^)  z^lgt^  ^^  ^1^%  dass  der  Kaiser  die 
Forderung  Karls  L  —  Wiederherstellung  seines  Schwagers  in 
Jessen  Besitz  als  Vorbedingung  einer  Allianz  des  englischen 
Königs  mit  dem  Hause  Habsburg  —  entschieden  z^^i^^kwies, 
während  Karl  L  seinerseits  Bedenken  trug,  ein  Abkommen  \u 
treffen,  das  ihn  f«m  Kampfe  mit  dem  siegreichen  Schweden- 
könige genötigt  hätte,   bevor  sein  Schwager  des  Preises  sicher 


«)  Vgl  Gardiner  l  c.  VIL  i8i  ff. 

•)  Darüber  berichten  Anstruther  und  John  Taylor,  der  ^u  gleicher  Zeit 
und  in  gleiclier  Mission  in  Wien  weilte.  Vgl.  insbesondere  seinen  Bericht  d.  d. 
10.  Sept.  n.  st.  i6ji.  R.  O.  Vgl.  auch  Gardiner  l  c.  VII.  187. 

»)  Vgl  Gardiner  l.  c.  VIL  iqo  f. 

*)   Vgl.  die  Berichte  Nrcolaldr's  d,  d.  9.  und  16.  April  16; 2  St.-A. 


1^2  Einleitung. 

war,  um  dessentwillen  allein  er  mit  seinen  bisherigen  Verbüfi- 
deten  brechen  wollte.  Erbittert  über  das  geringe  Entgegenkom- 
men der  habsburgischen  Fürsten  wandte  sich  Karl  L  van  netiem 
an  Gustav  Adolf,  der  auch  diesmal  seine  Hand  \um  Bufide  rei- 
chenwollte, freilich  unter  Bedingungen,  die  seinem  Interesse  nicht 
minder  dienen  sollten,  als  denen  Karls  L  und  des  Pf  divers. 
Vergebens  rieten  die  Bestunterrichteten  dem  Konige,  auf  die 
Forderungen  Gustav  Adolfs  ein^gehen,  Karl  antwortete  auf 
das  Projekt  des  Schw3denkönigs  mit  Vorschlägen,  die  im  we- 
sentlichen darauf  hinausliefen,  diesen  gegen  eine  massige  nicht 
einmal  für  längere  Zeit  gesicherte  Geldunterstüt\ung  für  die 
Wiedereinsetzung  des  Pf  alters  ^  gewinnen,  und  nötigte  so 
Gustav  Adolf y  der  gerade  damals  \um  entscheidenden  Schlage 
gegen  Wallenstein  ausholte  und  sich  gerne  Englands  Mitwir- 
kung im  bevorsteheftden  Kampfe  gesichert  hätte,  die  Verhand- 
lungen abzubrechen.^)  Die  englischen  Gesandten,  sowohl  jener, 
der  bei  Gustav  Adolf  als  jener,  der  am  Wiener  Hofe  die  In- 
teressen seines  Herrn  vertreten  hatte,  kehrten  ungefähr  ^ur 
selben  Zeit,  beide  ohne  einen  Erfolg  er^^ielt  f«  haben,  nach  Eng- 
land \urück^) 

Karl  aber  hielt  trotzdem  an  seiner  Politik  fest  Weder 
der  Tod  Gustav  Adolfs,  noch  das  darauf  erfolgte  Ableben 
seines  Schwagers,  des  Pf  alters,  führten  eine  Änderung  in  seiner 
Haltung  herbei.  Auch  in  den  folgenden  Jahren  suchte  er  unter 
möglichst  günstigen  Bedingungen  von  einer  der  kriegführenden 
Parteien  die  Zusicherung  der  Wiedereinsetzung  der  vertriebenen 
pfäl^iscJien  Familie  \u  erlangen,  ohne  eine  klare  Vorstellung 
von  den  Wegen  pc  haben,  auf  denen  er  sein  Ziel  erreichen 
wollte.^)  Er  verhandelte  —  16^3  —  mit  den  Feinden  des  Hauses 


>)  Vgl  Gardiner  /.  c.   VII  196  f. 

*)  Vgl,  Gardiner  l.  c.  VII  20  =i.  Von  Anstridher  liegt  im  R,  O.  eine  Ein- 
gabe an  Ferdinand  IL  d,  d,  28.  Sept,  16^2,  in  der  er  im  Hinblick  auf  die  Er- 
folglosigkeit seines  Aufenthaltes  um  den  Abschied  bittet;  die  Antwort  des  Kaisers 
d,  d,  7.  Okt.  i6;2  ebenda, 

^)  Interessant  ist  in  dieser  Hinsicht  der  Briefwechsel  der  beiden  Herr- 
scher, In  einem  Schreiben  d.  d,  12.  Aug.  16^2  R.  O,  (Cop.)  dankt  Karl  L  für 
die  Mitteilungen,  du'  der  spanische  Gesandte  im  Namen  des  Kaisers  ihm  ge- 
macht, „quibus  et  sincerum  erga  nos  amorem professi  et  ad  comune  foedus 
pro  restituenda  in  imperio  pace  nos  ante  alias  hortati  estis/'  Er  betont  seine 
Geneigtheit  diesen  Schritt  {//  wagen,    falls  die  pfälzische  Frage  geordnet  würde. 


Einleitung.  taa 

Habsbtdrg  ^u  Heilbronn  und  geigte  sich  ^u  gleicher  Zeit  ge- 
neigt, dem  Spanier  die  Mediation  ^(wischen  England  und  dem 
Kaiser  anzuvertrauen.  Es  war  wirklich  so,  wie  Necolalde,  der 
spanische  Gesandte  in  London,  sagte,  Karl  verstörte  mit  einer 
Hand,  was  er  mit  der  anderen  aufbaute.  Erst  die  Kenntnis 
tnm  der  Allianz,  die  Frankreich  mit  den  Holländern  geschlos- 
sen und  Gerüchte  von  dem  Plane  beider  Mächte,  die  spanischen 
Niederlande  ^u  erobern  und  dann  unter  sich  ju  teilen,  haben 
ihn  im  Jahre  i6ß$  veranlasst,  den  immer  dringender  werdemlen 
Werbtingen  der  Spanier  Gehör  f w  schenken  und  mit  Philipp  IV. 
einen  Vertrag  ju  schliessen,  der  ihn  gegen  eine  entsprechende 
Geldentschädigung  {ur  Aufstellung  einer  Flotte  verpflichtete, 
die  im  Kampfe  gegen  die  Franzosen  wie  gegen  die  Holländer 
Verwendung  finden  sollte.  Es  war  eine  selbstverständliche 
Folge  dieser  neuerlichen  Wendung  Karls  L,  dass  er  auch  mit 
dem  Wiener  Hofe  von  fU!uem  Verhandlungen  anknüpfte.  Im 
Dezember  i6j$  erschien  daselbst  John  Taylor  und  brachte  den 
lebhaften  Wunsch  seines  Herrn  \um  Ausdrucke,  mit  dem 
Hause  Österreich  durch  unzerstörbare  Freundschaftsbande  ver- 
knüpft  ff/  sein.^)  Der  Kaiser  geigte  sich  im  Principe  nicht  ab- 
geneigt, in  ein  Bündnis  mit  England  einzutreten;^)  allein  je 
weiter  die  Verhandlungen  gediehen,  desto  grösser  wurden  die 
Differenzen,  desto  deutlicher  geigte  es  sichy  dass  die  Gründe, 
die  in  früheren  Jahreti  den  Abschluss  eines  Vertrages  verhin- 
dert hatten,  auch  jetzt  fwch  wirkend  waren.  Für  den  König 
vim  England  war  die  pfälzische  Frage,  für  den  Wiener  HoJ  die 
Teilnahme  Englands  am  Kriege  gegen  die  Feinde  des  Hauses 
Hahsburg  die  Hauptsache,  und  es  gelang  Taylor  keineswegs  Fer- 
dinand IL  davon  zu  überzeugen,  dass  er  mit  der  Erfüllung  der 
englischen  Forderungen  vorangehen  müsse.    Der  Kaiser  stellte 


Et  si  ülam  proscriptionem  vestra  prudentia  potentiaqtie  tandem  abrogasset  et  e 
media  sustulisset,  nos  deinceps  nullo  vel  honoris  discn'tnine  vel  boni  pubhci  prae- 
judicio  prohiberemur,  quominus  intimam  cum  inclyta  domo  austriaca  confoe- 
derationem  contraheretnus  et  sanctissime  coloremus.  Karl  I.  betont  dann  neuer- 
dings seine  Geneigtheit  entgegenzukommen,  doch  müsse  die  Wiedereinsetzung 
des  Pfäl\ers  erfolgen.    Ähnlich  lauten  auch  die  späteren  Schreiben  Karls  /. 

")  Memoire  Taylors  vom  i6.  De^.  löß^.  St-A,  und  R.  O. 

«)  Erklärung  des  Kaisers  d.  d.  28.  De^,  16^^  auf  Taylors  Memoire  R,  O. 
In  der  Antwort  Taylors  d.  d.  2.  Jan,  i6ß6  R.  O.  werden  die  Bedingungen  fixiert, 
unter  denen  Karl  I.  mit  Ferdinand  IL  sich  einigen  wolle. 


l^A  Einleitung. 

vielmehr  in  seiner  Antwort  auf  Taylors  Memoire  die  AI- 
lian\frage  in  den  Vordergrund^)  und  forderte  von  England 
den  Abschluss  eines  Offensiv-  und  Defensivbündnisses  als 
Vorbedingung  einer  günstigen  Erledigung  der  p/dl^ischen 
FrageJ) 

Wie  wenig  aber  Karl  1.  geneigt  war ,  diesen  Wünschen 
Ferdinands  IL  ^u  entsprechen,  bewies  schon  die  Instruktion  für 
den  Grafen  Arundel,  den  er  im  Frühjahre  16^6  nach  Wien 
sandte,  um  dort  die  von  Taylor  begonnenen  Verhandlufigen 
Jort^usetjen,^)  Karl  forderte  das  gesamte  pfälzische  Gebiet  und 
die  kurfürstliche  Würde  für  seinen  Neffen,  bot  aber  keitws- 
wegs  eine  Offensivliga  gegen  die  Feinde  des  Hauses  Habs- 
bürg  an;  Arundel  erhielt  vielmehr  den  Auftrag,  jedes  Bündnis 
lu  vermeiden,  das  Karl  L  in  einen  Krieg  verwickeln  könnte, 
oder  ihn  \ur  Verletzung  der  mit  seinen  Verbündeten  ge- 
schlossenen  Verträge  nötigen  würde  und  sich  im  Falle  der 
völligen  Befriedigung  der  gestellten  Forderungen  nur  f //  eitler 
Einigung  im  Sinne  eines  allgemeinen  Friedens  f«  verpflichten, 
für  den  z^i  wirkest  Karl  I  die  weitgehetidsten  Versprecheti 
gab,^)  Kein  Wunder,  dass  Arundel,  der  im  Sommer  i6j6  beim 
Kaiser  vorsprach,  mit  seinen  Erklärungen  den  Unmut  der 
österreichischen  Regierung  hervorrief,^)  der  sich  noch  steigerte, 
als  der  Graf  auf  das  entschiedenste  in  Abrede  stellte,  dass 
England  jemals  sich  \um  Abschlüsse  einer  Offensivliga  bereit 
erklärt  habeJ)   Eine  Einigung  war  unter  diesen  Umstättden 


0  Dekret  vom  24,  Jan,  16^6  St-A. 

«)  ///  diesem  Sinne  lautete  auch  die  Instruktion  für  den  Hof  rat  Matthias 
Edi.  von  Vertemate  d,  d.  28.  Febr,  j6ß6,  St-A,  dir  mit  dem  englischem  Könige 
und  dem  Kardinalinfanten  verhandeln  sollte,  Ferdinand  II.  spri.ht  davon,  dass 
Taylor  nicht  nur  Freundschaft,  ,,sed  et  tractatus  arctioris  cuiusdam  foederis** 
mit  dem  Gesamth.iuse  Habshurg  angetragen  habe, 

^)  Instruktion  d,  d,  i.  April  j6j6  R.  O,  Für  die  Mission  Arundels  vgL 
Gardiner  /.  c,  VIII.  138  ff. 

<)  Die  Analyse  der   Instruktion  Arundels  bei  Gardiner  l.  c.  VIIL  i')8f 

ö)  Im  St,-A,  befindet  sich  u,  a,  (Anglica  varia)  auch  eine  Art  Vertrags* 
entwurf  unter  dem  Titel  „Modus  et  gradus  observandi  in  ulteriori  tractatu  cum 
rege  Anglorum.** 

®)  Ähnlich  äusserte  man  sich  in  London  Klemens  Radolt  gegenüber,  der 
dort  seit  Mai  16^6  die  Verhandlungen  führte.  Wie  weit  Karl  I,  davon  entfernt 
war,  ein  Offensiv-  und  Defensivbündnis  mit  dem  Kaiser  ein\ugeken,  beweist 
die   Entschiedenheit ,     mit   der  er  die   Behauptung ,     Taylor   habe    ein    solclies 


Einleitung.  lac 

nicht  fw  erreichen;  Arundel  sah  die  Fruchtlosigkeit  seiner  Be- 
mühungen bald  genug  ein.  Seine  Gespräche  mit  dem  Kur- 
fürsten  Maximilian  —  dessen  Einfluss  auf  Ferdinand  IL  durch 
seine  Heirat  mit  der  Tochter  des  Kaisers  noch  gewachsen  war 
und  dessen  Interesse  durch  die  Rückgabe  der  ehemals  pfäl- 
zischen Besitzungen  in  erster  Linie  berührt  worden  wäre  — 
führten  f^  hefligen  Auseinandersetzungen,  und  die  mündlichen 
und  schrifllichen  Äusserungen  Ferdinands  IL  Hessen  erkennen, 
dass  dieser  selbst  an  einen  Erfolg  der  Verhandlungen  mit 
England  nicht  glaubte.  Wenn  trotzdem  Arundel  bis  z^m  Mai 
i6j7  am  kaiserlichen  Hofe  verblieb^)  und  der  Wiener  Hof 
immer  wieder  die  Geneigtheit  kundtat,  sich  mit  Karl  L  über 
die  pfählische  Frage  zu  einigen,  so  geschah  dies  aus  demselben 
Grunde,  ans  dem  auch  die  Franzosen,  die  ihrerseits  den  eng- 
lischen König  vergebens  fww  offenen  Bruche  mit  dem  Hause 
Habsburg  f «  treiben  suchten,  die  Verhandlungen  mit  Karl  L 
fortführten.^)  Man  wünschte  in  Wien  und  in  Paris  Englands 
Bundesgenossenschaft  z^  erwerben,  oder,  falls  diese  nicht  z^ 
ergingen  war,  wenigstens  dessen  Anschluss  an  den  Gegner  z^^ 
verhindern  und  glaubte  dies  am  sichersten  durch  die  Fort- 
setzung der  Verliandlungen  f«  erreichen,  auch  wenn  diese 
keinen  Erfolg  versprachen.  Diesem  Bestreben  verdankten  wohl 
auch  die  Konferenzen  in  Hamburg  und  in  Brüssel  i6j8\jp  ihr 
Zustatuiekommen.  Sie  verliefen  resultatlos,  wie  ^w  erwarten 
stand,  und  vielleicht  auch  manchen  Ortes  geplant  war.  Und 
ebenso  vergebens  bemühtett  sich  die  Vertreter  der  Habsburger 
wie  jene  Ludwigs  XIIL  in  London,  den  Kehlig  f «  einem  ent- 


in seinem  Namen  dem  Kaiserhofe  afigeboten,  \urücku)ies;  (Bericht  Radolts  d.  d. 
Aug.  16^6  St'A.J  und  die  ablehnenden  Erklärungen,  die  er  und  Windbank  im 
Okt.  RadoU  gaben,  (Berichte  Radolts  d.  d.  8.  und  17,  Okt.  i6j6.J  In  dem  letz- 
teren Berichte  äusserte  sich  Radolt  unter  dem  Eindrucke  der  Audien{  bei  Karl  L, 
er  sei  überzeugt,  dass  Karl  L,  selbst  wenn  der  Kaiser  die  Restitution  des  Pfäl- 
\ers  vornehmen  und  grosse  Opfer  bringen  würde,  doch  mit  Österreich  keine  ent- 
sprechende Liga  schliessen  würde  und  fügte  hin^u,  wenn  selbst  der  König  da^u 
bereit  toäre,  würde  er  von  den  Ministern,  die  sämtlich  Feinde  des  Hauses  Habs- 
bürg  seien,  abgelialten  werden. 

')  Im  R,  O.  befindet  sich,  nebst  den  Berichten  Arundels,  eine  „relation 
of  the  principal  oecurrentsl'*  bei  der  Gesandtschaft  Arundels  ^,collected  by  John 
Baroughsf'  Sekretär  Arundels,  die  über  den  Aufetitltalt  des  englischen  Gesandten 
nicht  uninteressante  Details  enthält 

«)  Vgl  Koch  Ferd.  IIL  Bd.  I.  98  ff. 


136  Einleitung. 

scheidenden  Schritte  fw  bewegen,  Karl  L  hörte  diese  wie  jene, 
geigte  für  die  Wünsche  beider  Parteien  Interesse,  allein  er  lehnte 
nach  wie  vor  den  offenen  Brtich  mit  dem  Hause  Habsburg  wie 
mit  dessen  Gegnern  ab,  und  dies  um  so  schroffer,  je  deutlicher 
die  Unzufriedenheit  seiner  Untertanen  mit  seiner  despotischeti 
Herrschaft  sich  äusserte.    Trotzdem  wurden  die  Verhandlungen 
über  die  Ordnwig  der  pfälzischen  Frage  seitens  des   Wiener 
Hofes  fortgeführt.  Auf  dem  Kurfürstetitage  ^u  Nürnberg  1640 
einigte  man  sich  über  die  Vermittler  und  diese  bestimmten  den 
Regensburger  Reichstag  als  Ort,  den  6.  Mai  1641  als  Tag  für 
die   Wiederaufnahme  der  Verhandlungen.^)  Das  englische  Par- 
lament und  Karl  I.  gaben  ihre  Einwilligung,  ebenso  der  Kaiser. 
Thomas  Roe,  ein  von  Karl  I.  hochgeschätzter  Diplomat,  er- 
schien in  Regensburg.  Aber  auch  hier  ergaben  sich  Schwierig- 
keiten, die  f  M  überwinden  nicht  gelang.^)  Die  Forderungen  der 
Pfäl\er  —  Restitution  des  Landes  nach  dem  Bestände  von  1618 
und  Schadloshaltung  Karl  Ludwigs  für  die  im  Laufe  der  Jahre 
an  Land  und  Leuten  erlittenen    Verluste  —  wurden  von  den 
Baiern  auf  das  entschiedenste  zurückgewiesen   und  Roe  \eigte 
sich  über  die  spanische  Umgebung  des  Kaisers  ebenso  unge- 
halten, wie  diese  über  ihn.     Wenn  Ferdinand  77.  trotzdem  die 
Verhandlungen  nicht  abbrach,  vielmehr  die  Beteiligten  ^u  neuen 
Beratungen  für  den  i.  New.  nach  Wien  einlud,  ja  durch  seinen 
Gesandten  am  englischen  Hofe  Nachsicht  für  diese  Verzöge- 
rung erbat,   und  im  Herbste  1641,   dem   Widerspruche  Maxi- 
milians ^um  Trot^y  den  Prinzen  Ruprecht  aus  der  Haß  ent- 
liess,  so  geschah  dies  auch  diesmal  im  Hinblicke  auf  die  Kennt- 
nis, die  man  in   Wien  von   den  Bemühungen  der  Franzosen 
besass,   England  ^um  Kriege  gegen  das  Haus  Habsburg  ^u 
bewegen  und  in  der  Hoffnung,   dass  es  doch  noch  gelingen 
werde,  den   Widerstand  Karls  I.  gegen  eine  Einigung  mit  dem 
Hause  Habsburg  \u  brechen.  Mit  dem  ganzen  Aufwände  seiner 
reichen  Begabung  und  unermüdlichen  Arbeitskraft  hat  Franj 
von  Lisola,  der  seit  dem  Oktober  1641  in  England  weilte^  in 
diesem  Sinne  ^u  wirken  gesucht.^)  Aber  aux:h  ihm  gegenüber 

*)  Vgh  Pribram  Lisola  21  f. 

«)  Blesch,  Restitution  der  Pfal\  ^^ff.;  Koch  L  c.  329/, 

«)  Für  das  folgende  Pribram,  Lisola  2^  ff. ,   dessen  Berichte  für  die  aus- 

wärtige  wie   innere  Geschichte  Englands   in   den  Jahren  1641 — 44  von  grossem 

Interesse  sind. 


Einleitung.  I^y 

wich  Karl  L  jeder  bindenden  Erklärung  aus,  betonte  immer  wie- 
der seine  Neigung  nach  vollzogener  Wiedereinsetzung  des  Pfäl- 
jers  in  Amt  und  Würden  Jür  den  Kaiser  \u  tun,  was  in  seiner 
Macht  stehen  würde,   ohne  aber,   wo^ti  Lisola   drängte,   diese 
allgemeinen  Redensarten  durch  detailliertere  Äusserungen  f« 
ergänzen.    Der  kaiserliche  Gesandte  empfing  den  Eindruck, 
dass  von  Karl  L  wenig  \u  hoffen,   dass  an  eine  offene,  feind- 
selige Erklärung  desselben  gegen  Frankreich  nicht  ju  denken 
sei.  Dagegen  gelang  es  ihm  den  Nächstbeteiligten,  den  Pfäl\er 
Karl  Ludwig,  \u  einem  Schritte  von  weittragender  Bedeutung 
\u  bewegen.    Er  wusste  dem  ehrgeizigen  Manne  die  Überzeu- 
gung beizubringen,  dass  er  nicht  von  den  selbstsüchtigen  Fran- 
zosen, sondern  nur  vom  Reichsoberhaupte  die  Erfüllung  seiner 
Wünsche  erhoffen  könne  und  bewog  ihn  am  12J29.  De^-  1641 
zur  Unterzeichnung  eines   Vertrages,  durch  den  er  sich  ver- 
pflichtete, in  allem  und  jedem  die  Interessen  des  Kaisers  wahr- 
zunehmen und  mit  dessen  Gegnern  weder  direkt  noch  indirekt 
Verträge  zu  schliessen,  wogegen  ihm  die  volle  Wiedereinsetzung 
in   Amt  und    Würden  versprochen  wurde.     Sollte    innerhalb 
zweier  Monate  die  Gutheissung  dieser  Abmachung  seitens  des 
Kaisers  nicht  erfolgefi,  dann  sollte  es  dem  Gutdünken  Karl 
Ludwigs  freigestellt  bleiben,  in  jeder  ihm  zweckmässig  erschei- 
nenden Weise  für  seine  Wiedereinsetzung  vorzugehen.^)    Mit 
gewohnter    Lebhaftigkeit   empfahl   Lisola   seinem    Herrn    die 
Durchführung  dieses  Vertrages,  und  gab  seinerseits  die  Mittel 
an,  die  im   Wege  stehenden  Hindemisse  fw  beseitigen.    Allein 
dieselben  waren  doch  weit  grösser,  als  der  kaiserliche  Gesandte 
dachte.    Die  Verhandlungen,  die  seit  dem  Nov.  1641  in   Wien 
geführt  wurden,  Hessen  dies  deutlich  erkennen.^) 

Schroffer  als  je  vorher  standen  zu  Beginn  des  Jahres  1642 
die  beiden  Parteien  einander  gegenüber.  Die  Vertreter  Karl 
Ludwigs  und  Roe  —  Karls  I.  Gesandter  —  forderten  nach  wie 
vor  die  volle  Wiedereinsetzung  des  Pfälzers  in  Amt  und  Wür- 
den. Die  Spanier  aber^  einer  Einigung  auf  diesem  Wege  von 
vorneherein  abgeneigt,  stellten  die  Restitution  der  von  ihnen 
besetzten  pfälzischen  Gebiete  nur  für  den  Fall  in  Aussicht, 


')  Vgl.  Pribram  l.  c.  27 f.;  Jüdel  A.,  Verhandlungen   über  die  Kurpfali 
1641—42  i^f. 

*)  Pribram,  Lisola  28 ff.;   Jüdel  l.  c.  und  Koch  l.  c.  /.  ^/5#. 


IjS  Einleitung. 

dass  vorher  der  französisch-spanische  Friede  geschlossen  xoäre 
und  auch  dann  nur  gegen  entsprechende  Entschädigung,  Ma- 
ximilian von  Baiern  erklärte  sich  im  Principe  für  einen  Aus- 
gleich und  geigte  Bereitwilligkeit  unter  gewissen  Bedingungen 
auf  seinen  Be\it\  in  der  Unterpfal\  \u  vernichten,  widersprach 
aber  auf  das  energischeste  den  Forderungen  Roe's  und  der 
Pfäl^er,  soweit  diese  die  Oberpfal^  und  die  Kurwürde  betrafen. 
Kaiser  Ferdinand  IIL  aber,  von  dem  nicht  nur  die  Vertreter 
Karl  Ludwigs  und  Karls  L,  sondern  auch  jene  der  vermitteln- 
den Herrscher  von  Dänemark,  Main\,  Sachseti  und  Branden- 
burg, die  Ausgleichung  der  Gegensätze  und  die  baldige  Ord- 
nung der  schon  \u  lange  schwendenden  Frage  forderten,  befand 
sich  mit  Rücksicht  auf  die  verschiedenartigen  Interessen,  die 
er  ju  wahren  hatte,  in  einer  überaus  schwierigen  Lage.  Er 
wünschte  aufrichtig  die  Ordnung  der  pfälzischen  Frage;  daran 
wird  man  nach  dem,  was  uns  an  Äusserungen  von  ihm  vor- 
liegt, nicht  ^eifeln  können ;  allein  er  wünschte  sie  in  einer  sei- 
nen weitaussehenden  Plänen  dienenden  Art  durchzuführen.  Nicht 
allein  den  Pfälzer,  auch  den  englischen  König  wollte  er  als  Bun- 
desgenossen im  Kampfe  gegen  Frankreich  und  Schweden,  und 
er  wollte  dieses  Ziel  erreichen,  ohne  deshalb  auf  die  Unterstüt- 
zung der  Spanier  oder  Maximilians  von  Batern  vernichten  z^ 
müssen.  In  vielfachen  Verhandlungen  nach  allen  Seiten  hin 
hat  er  sich  bemüht,  dieses  Ziel  ^ w  erreichen,  allein  es  gelang 
nicht.  Die  Spanier  fanden  in  dem  von  des  Kaisers  Räten  ent- 
worfenen Projekte  die  spanischen,  die  Baiern  die  bairischen  In- 
teressen nicht  genügend  berücksichtigt  und  als  ein  ihren  Wün- 
schen halbwegs  entsprechendes  Projekt  im  Mai  1642  deti  Ver- 
tretern des  Pfälzers  und  Karls  I.  vorgelegt  wurde ,  konnten 
diese  nicht  Worte  genug  finden,  um  ihrer  Entrüstung  Aus- 
druck zu  verleihen.^)  Roe  drohte  mit  der  Abreise  und  liess  sich 


•)  ///  diesem  Projekte  (abgedruckt  u.  a.  Theatntm  Europ,  V,  8 ;  Ixmdorp 
Acta  pubL  V.  yS^)  erklärte  der  Kaiser  sich  bereit,  den  Kindern  des  verstor- 
benen Pfal\grafen  Friedrieli  nach  stattgehabter  Unterwerfung  und  gegen  Ver- 
:[ichtleistung  derselben  auf  alle  gegen  Kaiser  und  Reich  gerichteten  Bündnisse, 
die  untere  Pfal{,  soweit  dieselbe  von  Spanien  und  Baiern  besetzt  sei,  als  Reichs- 
leiten  ^u  verleihen ;  die  Restitution  der  Oberpfal\  knüpfte  er  aber  an  den  Erlag 
einer  Summe  von  1^  Millionen  Gulden  Rheinisch  ^u  seinen  Händen,  um  sie  :{ur 
Entschädigung  des  bairischen  Kurfürsten  [u  verwenden ,   schloss  die  Grafschaft 


Einleitung.  lag 

nur  durch  Jas  Versprechen  der  österreichischen  Regierung, 
den  vorgelegten  Vertragsentwurf  im  Sinne  der  voti  den  Ver- 
tretern Karl  Ludwigs  und  Karls  L  geäusserten  Wünsche  ab- 
zuändern, ^ur  Verlängerung  seines  Aufenthaltes  bewegen.^) 
Die  Spanier  und  Baiem  umzustimmen  gelang  den  kaiserlichen 
Ratgebern  nicht,  aber  sie  erreichten  durch  ihre  unausgesetzten 
Bemühufigen  doch  so  viel,  dass  Roe  in  seiner  Abschiedsau- 
dienz  —  Ende  Juli  1642  —  die  Erklär wig  abgab,  er  könne 
die  Schuld  an  dem  Scheitern  der  Verhandlungen  nicht  dem 
Kaiser,  sondern  nur  Maximilian  \us^^^^iben,  und  hoffe  auf 
die  baldige   Wiederaufnahme  derselben^) 

In  der  That  bildete  die  pfälzische  Frage  auch  im  Jahre 
i64ß  einen  der  wesentlichsten  Punkte  der  diplomatischen  Ver- 
handlufigeti  zwischen  dem  Kaiser  und  dem  englischen  Könige. 
Allein  wie  früher  hinderte  auch  jetzt  das  zähe  Festhalten  des  Kur- 
fürsten Maximilian  an  seinen  Forderungen  die  geplante  Eini^ 
gung.  Lisola,  der  in  immer  neuen  Beratungen  mit  Roe  usui 
in  Gesprächen  mit  Karl  L  die  Interessen  seines  Herrn  zu  ver- 
treten bestrebt  war,  musste  bittere  Klagen  und  Vorwürfe  über 
des  Baiern  Vorgehen  hören  und  konnte  es  nicht  verhindern, 
dass  Karl  L  den  Entschluss  fasste,  die  Ordnung  der  pfäl- 
zischen Frage  statt  in  Wien  in  Frankfurt  zu  versuchen,  wo 
im  Sinne  eines  allgemeinen  Friedens  beraten  wurde.  Dass  die 
Übertragung  der  Verhandlungen  von  Wien  nach  Frankfurt, 
wo  die  Franzosen  einen  mächtigen  Einfluss  besassen,  den  In- 
teressen des  Kaisers  nicht  entsprach,  betimte  nicht  nur  Lisola, 
sondern  anerkannten  auch  die  österreichischen  Minister,  Doch 
scheiterten  ihre  Bemühungen,  die  Fortsetzung  dieser  Verhand- 


Otam  von  der  Restitution  aus,  forderte  bedeutende  Zugeständnisse  \u  Gunsten 
der  römisch-kathoUschen  Kirche  und  rückte  die  Wiedererlangung  der  Kurtvürde 
für  das  pfälzische  Haus  in  weite  Ferne, 

*)  Interessant  ist,  dass  Thomas  Roe  genötigt  war,  sich  detn  engUscIien 
Parlamente  gegenüber  von  dem  Verdachte  \u  rechtfertigen,  dass  er,  wie  seitens 
lies  /ran basischen  Gesandten  in  London  behauptet  wurde,  dem  Kaiser  im  Namen 
des  englisciten  Königs  eine  Offensiv-  und  DefensivUga  gegen  Jedermann  unter 
der  Bedingung  angetragen  habe,  dass  der  Pfäl\e'r  in  Amt  und  Würden  wieder 
eingesetzt  werde.  Roe  erklärte  in  einem  an  Eduard  Waller  gerichteten  Briefe, 
(St-AJ  der  im  Juli  1642  im  Parlamente  verlesen  wurde,  diese  Behauptung  für 
falsch, 

*)  Vgl-  Pribram,  Lisola  ^4, 


I40  Einleitung. 

lungen  in  Wien  durchzusetzen,  an  dem  Widerstände  eines 
Teiles  der  vermittelnden  Mächte,  und  so  musste  Ferdinand 
Ende  des  Jahres  164^  den  lange  gehegten  Wunsch  aufgeben, 
die  pfälzische  Frage  durch  einen  kaiserlichen  Machtspruch  f « 
erledigen  und  sich  bereit  erklären,  diese  Angelegenheit  wie 
so  viele  andere  durch  den  Friedenskongress  entscheiden  ^w 
lassen. 

Die  diplomatischen  Beziehungen  mit  England  wurden 
trotzdem  nicht  abgebrochen,  vielmehr  beauftragte  die  öster- 
reichische Regierung  ihren  am  englischen  Hofe  weilenden 
Gesandten,  nach  wie  vor  für  eine  Allianz  zwischen  Karl  L 
und  dem  Hause  Habsburg  z^  wirken,  oder  falls  sich  die 
Durchführung  dieses  Planes  als  unmöglich  erweisen  sollte, 
wenigstens  den  Anschluss  Karls  L  an  Frankreich  z^  verhin- 
dern. Das  letztere  gelang;  Lisola  wusste  die  Absichten  der 
Franzosen  z^  durchkreuzen  und  konnte  seiner  Regierung 
schon  z^  Beginn  des  Jahres  1644  die  erfreuliche  Mitteilung 
machen,  dass  die  Gefahr  eines  französisch-englischen  Bünd- 
nisses vorüber  sei,^)  Dagegen  scheiterten  seine  Bemühungen, 
König  Karl  in  das  habsburgische  Lager  hinüberzuziehen. 
„Was  uns  betrifft,  schrieb  er,  haben  wir  von  England  nichts 
ZU  fürchten,  aber  auch  nichts  fw  hoffen/'^)  Die  österreichische 
Regierung  war  mit  Lisola' s  Erfolgen  z^tf^i^den;  denn  je  un- 
günstiger sich  im  Laufe  der  nächsten  fahre  der  Kampf  ge- 
staltete, den  Karl  L  gegen  sein  Volk  führte,  desto  weniger 
Wert  legte  der  Kaiser  auf  ein  Bündnis  mit  dem  englischen 
Könige.  Ende  des  Jahres  1644  verliess  Lisola  London  und  die 
direkten  diplomatischen  Beziehungen  der  beiden  Staaten  hatten 
damit  wieder  für  längere  Zeit  ihr  Ende  erreicht 


*)  Pribram,  Lisola  48, 
*)  Ebenda  ^g. 


Einleitung.  14I 

///.    Von  der   Gründung  der  englischen  Republik  bis 
zum  Nimweger  Frieden  164g — lö^g. 

Die  Nachricht  von  der  Enthauptung  Karls  L  hat  am 
Wiener  Hofe  das  grösste  Entsetzen  hervorgerufen.  Es  xvurden 
Stimmen  laut,  die  vom  Kaiser,  als  dem  obersten  Anwalt  des 
Rechtes  und  der  Moral,  Rache  an  den  Königsmördern  for- 
derten, Da:(u  kam  es  nicht;^)  doch  ^ögerte  Ferdinand  IIL 
keinen  Augenblick,  den  Sohn  des  Enthaupteten  als  König  von 
England  anzuerkennen,  und  geigte  sich  auf  dessen  erste  Bitte 
hin  nicht  abgeneigt,  ihn  nicht  nur  moralisch,  sondern  auch 
durch  eine  Geldsubsidie  ^u  unterstützend)  Im  Laufe  der  Zeit 
xüurden  ihm  allerdings  die  immer  erneuerten  Geldforderungen 
Karls  IL  unangenehm  und  wiederholt  mussten  die  Gesandten 
des  englischen  Königs,  ohne  einen  Erfolg  erhielt  \u  haben,  den 
Kaiserhof  verlassen,^)  Doch  blieben  Ferdinand  IIL  und  sein 
Nachfolger  Leopold  L.  ausgesprochene  Gegner  der  republikani- 
schen Regierung  in  England,  wie  des  Lord  Protektor  Oliver 
Cromwell,  den  anzuerkennen  der  Wiener  Hof  sich  wohl  auch 
dann  nicht  entschlossen  hätte,  wenn  dessen  Politik  sich  nicht 
durch  einen  so  ausgesprochen  antihabsburgischen  Zug  ausge- 
zeichnet haben  würde.*)  In  den  schweren  Konflikten,  die  in  der 
zweiten  Hälfte  der  fünfziger  fahre  des  ly,  fahrh,  den  Süd- 
westen wie  den  Nordosten  Europas  erschütterten,  stand  England 
auf  der  Seite  der  Feinde  des  Hauses  Habsburg, ^)  und  mehr 


*)  Insbesondere  Maximilian  von  Baiern  sprach  sich  gegen  eine  derartige 
Unternehmung  aus.  Vgl.  Loren\  Über  englische  Geschichte  des  16.  u,  ly.  Jahrh, 
in  „ß  Bücher  Geschichte  und  Politik''  ^01  f, 

»)  Vgl.  Loren\  /.  c,  3oHff,  Die  Beziehungen  Karls  IL  \um  Wiener  Hofe 
in  der  7Mt  1649—1660  verdienten  noch  eine  eingehendere  Darstellung.  Karl  II. 
war  für  den  Wiener  Hof  der  eigentliche  Herrscher ;  ihm  wurden  die  öffentlichen 
Ereignisse,  die  Krönung  Leopolds  I.  \um  Könige  von  Ungarn  und  Böhmen  etc. 
mitgeteilt.  Im  R.  O.  liegt  auch  die  Instruktion  für  George  duke  and  marquis 
of  Buckingham  d,  d.  Jersey  55.  /.  164g,  der  wegen  Frankenthals  mit  Ferd.  IIL 
verhandeln  sollte. 

3)  5o  insbesondere  16^4  u.  die  folgenden  Jahre. 

*)   ^S^'  «•  ^'  Gardiner  Commonwealth  Bd.  IIL  a,  v.  O. 

^)  Ich  möchte  in  diesem  Zusammenhange  darauf  hinweisen,  dass  der 
Friede  von  Oliva  vom  ^.  Mai  st.  n.  1660,  der  diesem  Kriege  im  Nordosten  Eu- 
ropa's  ein  Ende  machte,   unter  der  Garantie   verschiedener  Mächte,    u.  a.  auch 


1^2  Einleitung. 

als  einmal  bekam  die  österreichische  Regierung  den  mächtigen 
Einfluss  Oliver  Cromwells  in  unliebsamer  Weise  ju  /ühleti.^) 
Mit  der  grössten  Fretide  erfüllte  sie  daher  die  Nachricht  von 
dem  Tode  des  Protektors,  und  die  bald  darauf  erfolgende 
Wiedereiftsetping  Karls  IL  rief  in  Wien  umso  grössereti  Jubel 
hervor,  als  man  von  dem  englischen  Könige  eifrige  Bun- 
desgenossenschaß  im  Kampfe  gegen  das  französische  Über- 
gewicht erhoffte.  Allein  man  täuschte  sich.  Von  Dankbarkeit 
gegen  den  Kaiser  war  der  englische  König  durchaus  nicht  er- 
füllt; schofi  seine  ersten  Regierungsmassregeln  Hessen  vielmehr 
erkennen,  dass  er,  wie  sein  Vater,  sich  lediglich  durch  die  Er- 
wägung des  eigenen  Vorteiles  bei  seinen  Entscheidungen  in 
Fragen  der  allgemeinen  europäischen  Politik  werde  bestimmeti 
lassen.  Während  Karl  /.  aber  sein  Interesse  am  besten  ^  wahren 
glaubte,  wenn  er  sich  in  dem  gewaltigen  Kampfe,  den  das  Haus 
Habsburg  gegen  das  emporstrebende  französische  Königshaus 
führte^  neutral  verhielt  und  sich  daher  keiner  der  beiden  Par- 
teien gan:(  und  voll  anschliessen  wollte,  kämpfe  Karl  11.  bald 
für  bald  gegen  Frankreich  und  war  stets  bereit,  seine  Allianz 
^i  wechseln,  wenn  sein  bisheriger  Gegfier  den  Übertritt  besser 
fu  befahlen  bereit  war,  als  sein  Bundesgenosse  die  Fortdauer 
der  freundschaftlichen  Begehungen.  Da  nun  Ludwig  XIV.  über 
reichere  Mittel  verfügte  als  seine  Gegner,  blieb  er  in  dem  Wett- 
streite um  die  Allianz  mit  dem  englischen  Könige  öfter  Sieger 
als  das  Haus  Habsburg  und  dessen  Verbündete,  die  vergebens 
die  Interessen  der  Allgemeinheit  als  Gegengewicht  gegen  das 
französische  Geld  in  die   Wagschale  warfen, 

Anfangs  freilich  schien  es,  als  werde  sich  die  von  dem 
Hause  Habsburg  in  früheren  Zeiten  so  sehnlich  gewünschte 
Verbindung  mit  England  leicht  und  schnell  vollziehen,^)  Denn 
Karl  II  befand  sich  Anfang  des  Jahres  1666  in  eitler  Lage,  in 
der  ihm  der  Ahschluss  eines  Bündnisses  mit  Österreich  und 


der  EnglanJs  \ustindr  gekommen  ist.  Vgl.  Hittner  l,  c,  Nr,  ^44  Atim,,  wo  die 
englische  Garantieerklärung  für  Brandtmbtirg  d,  d.  Westminster  166^  6,  Febr. 
st,  n.  verzeichnet  ist, 

')  Insbesondere  in  der  Wahlfrage,  nach  dem  Tode  Ferd,  III, 
*)  Für  die  Beziehungen  ÖsterreicJis  und  Englands  in   der  Zeit  Karls  IL 
verweise  ich  hier  ein  für  allemal  auf  die  Werke  von  O,  Klopp,   Geschichte  des 
Hauses  Stuart  I—VIII;  und  Pribram,   Lisola  (bis  1674),  wo  die  aktentncissigen 
Relege  für  die  im   Texte  gegebene  Darstellung  ytt  finden  sind. 


Emleiiuag. 


143 


Spanien  als  die  einzige  Retiung  aus  ä£r  bedrängten  SUnaikm 
ef scheinen  musste,  in  die  er  geraten  war,  seitdem  Ludwig  XIV. 
sich  enischiossen  hatte,  die  Niederländer  in  ihrem  Kampfe 
gegen  Engtand  |«  unterstützen ;  seifte  Truppen  gegen  den  Bun- 
desgenossen Karls  IL,  den  Bischof  von  Mimster,  marschieren 
Hess;  die  Irlämler  gegen  ihren  Herrscher  auf  reifte;  sich  mit 
Dänemark  in  Verbindung  setzte  und  deutsche  Ftirsten  fiir  den 
Kampf  gegen  England  {u  gewinnen  suchte.  Wie  von  selbst 
richteten  sich  die  Blicke  Karls  IL  in  diesem  Augenblicke  nach 
Wien  und  Madrid  und  er  ^ögerte  auch  nicht,  an  beiden  Höfen 
in  entschiedenster  Weise  den  Abschluss  eines  Bündnisses  {u 
fordern,  das  seinen  momentanen  Bediirjnissen  entsprechen  und 
dem  Hause  Habsburg  Sicherheit  gegen  weitergehende  Absich- 
ten Ludwigs  XI  V  bieten  sollte.  Allein  die  Verhandlungen,  die 
Graf  Iheobald  Taaffe  seit  dem  Beginne  des  fahr  es  1666  am 
Wiener  Hofe  führte,  ergaben  nicht  das  gewiinschte  Resultat, 
obgleich  Leopold  I  sich  damals  in  einer  der  Berücksichtigung 
der  englischen  Interessen  sehr  geneigten  Stimmung  befand 
und  im  Hinblicke  auf  den  unausweichlichen  Konflikt  mit 
Frankreich  den  Abschluss  von  Bündnissen  mit  Spanien,  Eng- 
land und  Schweden  dringend  wünschte^}  Denn  je  länger  die 
Beratungen  dauerten,  desto  deutlicher  geigte  sich,  dass  Graf 
Taaffe  in  der  Teilnahme  des  Kaisers  an  dem  Kriege  gegen  die 
Generalstaaten  den  Hauptzweck  seiner  Missicm  sah,  während 
die  Wiener  Begieß  ung  die  Beilegung  des  englisch-staatischen 
Kofißiktes  wünschte  und  sich  ptm  Abschlüsse  eines  Offensiv- 
hilndnisses  gegen  Ludwig  XIV.  nur  dann  verstehen  wollte, 
/alls  die  Spanier,  mit  denen  die  Engländer  {«  gleicher  Zeit 
Verhandlungen  Juhrten,  sich  ^um  Bruche  mit  Ludwig  XLV. 
entschliessen  und  dem  Kaiser  reichliche  Mittel  pir  Verfügung 
stellen  sollten.  Da  aber  die  Bemühungen  der  in  Madrid  wir- 
kenden englischen  Gesandten,  Spanien  ^um  Kriege  mit  Frank- 
reich %u  treiben,  ebenso  erfolglos  blieben,  als  die  Versuche 
Poettings  und  Lisola's  bindende  Versprechen  bezüglich  der  Sub- 
sidienleistung  an  Leopold  /  seitens  der  Madrider  Regierung  \u 
erzielen,  verliefen  die  Veriiandlungen,  die  Graf  Taaffe  wäh- 
rend des  Frühjahres  und  Sommers  1666  in   Wien  forttührte. 


*)  Für  die   Mission   des  Otaßm  Tdjffe  vgl.  neben  den  p.  147  trwiihnh'u 
Wtrkt-n  .^Mt^mmrs  0/  thc  ftimily  0/  TnaffeJ'    Viennij  ii^^6. 


144  Einleitung. 

resultatlos.  Immer  wieder  betonteti  die  kaiserlichen  Minister 
die  Geneigtheit  Leopolds  L  in  ein  Bundesverhältnis  ^u  England 
pi  treten,  zugleich  aber  auch,  dass  der  definittoeft  Erklärung 
des  Kaisers  der  Abschluss  Englands  mit  Spanien  vorhergehen 
müsse. 

Es  durfle  unter  diesen  Umständen  schon  als  ein  Ent- 
gegenkommen Leopolds  L  angesehen  werden,  dass  er  im  Herbste 
1666  dem  nach  England  reisenden  Lisola  die  Vollmacht  gab, 
mit  Karl  IL  ein  Defensivbündnis  auch  dann  ab^uschliessen, 
wenn  der  spanische  Gesandte  ^u  derartigen  Verhandlungen 
nicht  instruiert  sein  sollte,  und  den  Spaniern  defi  Eintritt  in 
ein  solches  Bündnis  frei^tistellen.^)  Allein  auch  in  London  schei- 
terten die  Unterhandlungen  trot^  der  Begeisterung,  mit  der 
Lisola  im  Sinne  einer  starken  Liga  gegen  Ludwig  XIV  ar- 
beitete, vornehmlich  an  der  Haltung  der  Spanier,  die  Karl  II 
durch  die  unerfüllbaren  Forderungen,  die  sie  stellten  und  durch 
die  deutlichen  Zeichen  ihres  Misstrauens  in  die  Aufrichtigkeit 
seiner  Gesinnung  auf  das  tiefste  verletzten,  Ihr  unpolitisches 
Vorgehen  ermöglichte  es  Ludwig  XIV,  in  dem  Augetiblicke 
da  er  sich  c^um  Überfalle  der  spanischen  Niederlande  an- 
schickte, das  Versprechen  Karls  II  \u  erpressen,  das  Haus 
Habsburg  ein  Jahr  lang  nicht  ^4  unterstützen. 

Das  Vorgehen  des  englischen  Königs  war  ein  schwerer 
Schlag  für  jene,  die  trot\  aller  Hindernisse  an  dem  Gedanken  fest- 
hielten, die  Generalstaaten  mit  den  Engläfidern  auszusöhnen  und 
diese  beiden  Mächte  mit  dem  Hause  Habsburg  f«  gemeinsamer 
Abwehr  der  französischen  Übergriffe  z^  einigen ;  allein  er  ent- 
mutigte sie  nicht.  Der  beispiellose  Erfolg,  der  das  Unter- 
nehmen Ludwigs  XIV.  gegen  die  spanischen  Niederlande  krönte, 
bot  ihnen  die  erwünschte  Gelegenheit,  die  Gefahr  f«  Z^^S^^> 
die  allen  Mächten  Europa' s  von  Frankreich  drohte,  und  den 
Beweis  dafür  \u  bringen,  dass  nur  ein  enger  Zusammenschluss 
aller  Bedrohten  Hoffnung  auf  eine  erfolgreiche  Abwehr  biete. 
Niemand  war  eifriger  in  diesem  Bestreben  als  Lisola ;  er  ver- 
trat die  Idee,  dass  der  Kaiser  unter  allen  Umständen  mit  dem 
Könige  von  England  und  den  Generalstaaten  ^u  einer  Eini- 
gung gelangen  müsse  und  sprach  die  Überzeugung  aus,  dass 

')  Pribram  /.  c.   ;o2  f. 


Einleitung.  I^t 

der  Abschluss  einer  englisch^staatisch-österreichischen  Liga  den 
Wechsel  der  Haltung  des  spanischen  Hofes  mit  Sicherheit  her- 
heif Uhren  werde.  Deshalb  erschien  ihm  der  Abschluss  des  eng- 
lisch-niederländischen Friedens  —  5/.  Juli  1667  —  ein  Ereignis  von 
der  grössten  Bedeutung,  der  erste  Erfolg  jener  Männer,  denen 
ein  gemeinsamer  Kampf  aller  Mächte  gegen  Frankreich  als 
Epid^'el  ihrer  Bestrebungen  galt  Allein  wie  vor  Jahresfrist  wei- 
gerte sich  auch  jetjt  der  Wiener  Hof  ein  Offensivbündnis  ^ 
schliessen  und  verpflichtete  Lisola,  die  Instruktion,  die  ihn 
^m  Eingehen  einer  Defensivliga  bevollmächtigte,  kraft  welcher 
der  Einfall  in  das  feindliche  Gebiet  erfolgen  sollte  falls  die 
Verteidigtmg  des  eigenen  Besitzes  nicht  anders  ^  erreichen 
wärCy  nur  dann  vorzuweisen,  wenn  der  Vertreter  Spaniens  am 
englischen  Hofe  eine  gleiche  Vollmacht  besitzen  sollte.  Da  dies 
aber  keineswegs  der  Fall  war,  Molina  vielmehr  noch  Mitte  No- 
vember erklären  musste,  dass  er  keine  entsprechende  Weisung 
besitze,  auch  keine  Hoffnung  habe,  die  Forderungen  der  Eng^ 
länder  bei  seiner  Regierung  durchzusetzen,  entschloss  sich' Kaiser 
Leopold  I.  im  Hinblicke  auf  die  immer  ungünstigeren  Mitteilungen 
über  die  Haltung  der  Spanier  und  in  seinen  Erwartungen  auf  eine 
energische  Unterstützung  seitens  der  Generalstaaten,  Schwedens 
und  der  überwiegenden  Mehrzahl  der  deutschen  Fürsten  ge^ 
täuscht,  jedefi  blutigen  Konflikt  mit  Frankreich  z^  vermeiden 
und  mit  dem  übermächtigen  Feinde  ein  Abkommen  fw  treffen, 
das  ihn  —  allerdings  gegen  Preisgebung  wichtiger  Interessen  — 
wenigstens  vor  dem  Verluste  der  ganzen  spanischen  Erbschaft 
sicherte,  falls  der  z^  befürchtende  Tod  Karls  H,  von  Spanien 
eintreten  sollte. 

Die  Folgen  dieses  verfehlten  Schrittes  zagten  sich  alsbald, 
Wohl  einigten  sich  die  Seemächte  in  eben  jenen  Tagen,  da 
Leopold  L  mit  Ludwig  XIV,  abschloss,  f «r  Wahrung  ihrer  be- 
sonderen und  der  allgemeinen  Interessen,  und  Schweden  trat 
ihrem  Bunde  bald  darauf  bei,  aber  die  j  Mächte  setzten  den  Be- 
strebungen Lisola's  zum  Trotz,  ^^  ^^^  ^^^  Vorgehen  seines  Hofes 
keine  Kenntnis  besass  und  unermüdlich  im  Sinne  einer  grossen, 
gegen  Frankreichs  Übergriffe  gerichteten  Allianz  tätig  war,  den 
Abschluss  des  Aachner  Friedens  —  Mai  1668  —  durch,  der  nicht 
nur  einen  Teil  der  spanischen  Niederlande  in  den  Händen  Lud- 
wigs X/F.  beliess,  sondern  diesen  alsbald  in  die  Lage  setzte, 
weitere  Eroberungen  durch  die  Sprengung  des  Haager  Bund-" 

ÖsteiTcichisch-engliache  Staatsrertrfige.  Bd.  I.  lO 


146  Einleitung. 

nisses  vor^ubereitm.  Am  leichtesten  gelang  es  Ludwig  XIV,  den 
englischen  König  \u  gewinnen,  denn  nur  widerwillig  hatte  dieser, 
der  mächtig  anwachsetiden  Erregung  seines  Volkes  nachgebend 
und  in  der  Hoffnung  auf  reiche  Geldbewilligungen  des  Paria- 
mentes,  das  Bündnis  mit  den  Generalstaaten  geschlossen,  und  er 
geigte  sich  alsbald  geneigt,  auf  die  Seite  des  Königs  von  Frank- 
reich ^u  treten,  falls  dieser  ihm  die  Mittel  ^r  Verfügung  stel- 
len wollte,  die  Regierung  ohne  Mithilfe  des  ihm  verhasstett  Par- 
lamentes \u  führen.  Bereits  im  September  1668  durße  Lud- 
wig XIV  mit  Sicherheit  auf  den  Abfall  des  englischen  Königs 
von  dem  Haager  Bündnisse  rechnen,  und  seinen  weiteren  Be- 
mühungen gelang  es,  Karl  IL  in  dem  am  i.  Juni  1670  ab- 
geschlossenen Vertrage  von  Dover  \ur  Teilnahme  an  dem.  Er- 
oberungskriege gegen  die  Niederländer  —  Englands  früheren 
Verbündeten  —  und  ^r  Unterstüt^ng  der  Ansprüche  f«  be- 
wegen, die  Ludwig  XIV  auf  die  spanische  Monarchie  geltend 
machen  wollte.  Als  Lohn  für  diesen  Abfall  und  Treubruch 
wurden  Karl  II  reichliche  Subsidien,  Unterstützung  gegen  auf- 
ständische Untertanen  und  ein  allerdings  nicht  wesentlicher  An- 
teil an  der  ^u  erhoffenden  Beute  versprochen. 

Währe fid  Ludwig  XIV  diese  von  Erfolg  gekrönten  Ver- 
handlungen mit  Karl  II  führte,  waren  auch  die  Feinde  Frank- 
reichs nicht  untätig  geblieben.  Insbesondere  Lisola  war  es,  der 
in  immer  erneuerten  Unterredungen  mit  Karl  II  und  dessen  Mi- 
nistern die  Notwendigkeit  eines  gemeitisamen  Vorgehens  betonte 
und  mit  allen  Mitteln  seines  reichen  Geistes  für  den  Eintritt 
Leopolds  I  in  die  Tripleliga  ^u  wirken  suchte.^)  Dass  Karl  IL 
nur  widerstrebend  auf  seine  Pläne  eingehen  werde,  daran  konnte 
Lisola  nicht  zweifeln,  wusste  er  dochy  wie  mächtig  der  Einfluss  des 
französischen  Geldes  war.  Umso  notwendiger  erschien  ihm  ein 
energisches  Vorgehen  der  Generalstaaten  und  der  beiden  Linien 
des  Hauses  Habsburg,  und  umso  verzweifelter  war  er  über  das 
geringe  Entgegenkommen  der  Niederländer,  über  das  Zögern 
der  Spanier  und  über  die  ablehnende  Haltung,  die  die  Mehrzahl 


*)  Zur  Ergän:[ung  meitier  Darstellung  im  „Lisola'*  möchte  ich  auf  ein 
im  R.  O.  befindliches  Schreiben  des  Grafen  Taaffe  d,  d,  17.  Juni  1668  hin- 
weisen, in  dem  dieser  meint  „The  great  business  now  at  court  is  the  emperors 
entring  into  the  alliance  made  between  England,  Holland  and  Swede.  Ifs  the 
opinion  of  very  many,  that  wee  ought  to  purchase  it  at  ar^  rate,  as  the  omly 
sure  mean  of  securing  iis  against  the  French  ambition/* 


Einleitung.  14^ 

der  Ratgeber  Leopolds  I.  seinen  Vorschlägen  gegenüber  beob- 
achtete. Erst  im  Mai  1670  erfolgte  nach  Überwindung  grosser 
Schwierigkeiten  der  Eintritt  Spaniens  in  die  Tripleliga.  Frucht- 
los blieben  aber  die  Bemühungen  des  kaiserlichen  Gesandten, 
seinen  Herren  ^um  Eintritt  in  diese  Liga  \u  bestimmen.  Miss- 
trauen  in  die  Aufrichtigkeit  der  Erklärungen  des  englischen 
Königs  und  der  Generalstaaten,  Bedenken  bezüglich  der  Treue 
der  Schweden  uftd  einer  grossen  Anzahl  deutscher  Fürsten,  vor 
allem  aber  die  Erkenntnis  der  Unmöglichkeit,  sich  ohne  ent- 
sprechende Zusicherungen  der  Spanier  in  einen  Krieg  mit  Frank- 
reich eimpilassen,  hielten  die  Wiener  Regierung  lange  von  jeder 
Zusage  cd).  Und  als  sie,  dem  unablässigen  Drängen  Lisola's  nach- 
gebend, Anfang  1669  ihre  principielle  Geneigtheit  kundgab, 
dem  Bunde  unter  gewissen  Bedingungen  beizutreten,  bewiesen 
die  Schwierigkeiten,  die  von  den  Mitgliedern  der  Liga  dem  Ein- 
tritte des  Kaisers  in  den  Weg  gelegt  wurden,  dass  das  Miss- 
trauen Leopolds  L  kein  unberechtigtes  gewesen.  Wohl  gelang 
es  Usola  diese  Hindemisse  ^  überwinden  und  ein  Projekt  des 
Beitrittes  Kaiser  Leopolds  L  \ur  Tripleliga  fertigzustellen,  das 
deti  Interessen  aller  auf  das  beste  entsprach;^)  allein  ftoch  immer 
wollte  die  Wiener  Regierung  keinen  Schritt  unternehmen,  dej'  sie 
der  Gefahr  eines  Konfliktes  mit  Ludwig  XIV.  aussetzte.  Uftd 
wenn  auch  das  Drängen  der  Spanier,  die  ein  starkes  Interesse 
daran  hatten,  den  Kaiser  in  die  Tripleliga  aufgenommen  {u 
sehen,  Leopold  L  ^  dem  Versprechen  bewog,  das  von  den  See- 
mächten geforderte  Bündnis  mit  den  Kurfürstefi  von  Main^  und 
Trier,  mit  dem  Lothringer  und  anderen  Fürsten  ^  schliessen 
und  über  seinen  Beitritt  ^r  Tripleliga  ernstlich  ^u  verhandeln, 
so  geigen  doch  die  Gutachten  der  massgebenden  Minister,  dass 
man  es  am  Wiener  Hofe  trot^  alledem  durchaus  nicht  eilig 
hatte. 

Nur  langsam  entschloss  man  sich  ^ir  Absendung  geeig- 
neter Persönlichkeiten  an  die  verschiedenen  Höfe  und  warnte 
Lisola  immer  wieder  vor  übereilten  Schritten.  Unter  diesen  Um- 
ständen blieben  alle  Bemühungen  des  kaiserlichen  Gesandten 
erfolglos.  Am  i.funi  1670  schloss  Karl  II.  mit  Ludwig  XIV.  ab, 
im  Herbste  desselben  fahres  überfielen  die  Franzosen  Lothringen 
Jet^t  begannen  die  Spanier  ängstlich  ;ftt  xverden  und  drängten 


*)  Vgl.  den  Abdruck  im  Anhange  Nr.  /. 

10* 


1^8  Einleitung. 

Leopold  L  sich  ^  entscheiden.  Allein  min  stellte  der  englische 
König  Forderungen,  die  deutlich  erkemien  Hessen,  dass  er  den 
Eintritt  des  Kaisers  in  die  Tripleliga  ju  hintertreiben  wünschte, 
und  die  Art  und  Weise,  wie  er  die  neuen  von  Lisola^)  und  de 
Witt  entworfenen  Vertragsprqfekte  beantwortete,  Hessen  keinen 
Zweifel  mehr  daran  übrig,  dass  die  Verbündeten  auf  eine  Mit- 
wirkung Karls  IL  im  Kampfe  gegen  Ludwig  XIV,  nicht  rech-- 
nen  durften.  Im  Februar  167 1  riet  Lisola  dem  Kaiser  den  Ge- 
danken des  Eintrittes  in  die  Tripleliga  fallen  ^t  lassen  und 
nach  dem  Abschlüsse  besonderer  Bündnisse  mit  den  General- 
Staaten,  den  Reichsßirsten,  Schweden  und  Spanien  den  Kampf 
mit  Frankreich  aufzunehmen.  Allein  auch  das(u  wollte  sich  der 
Kaiser  nicht  entschliessen,  und  je  deutlicher  die  Kriegsvorberei- 
tungen  Ludwigs  XIV  erkennen  Hessen,  dass  sein  nächster  Feld- 
\ug  sich  gegen  die  Niederländer  richten  werde,  desto  fester 
wurde  des  Kaisers  Vorsat\,  sich  ^m  Bruche  mit  Frank- 
reich nur  dann  treiben  ^u  lassen,  wenn  er  mit  grosser  Wahr- 
scheinlichkeit auf  einen  Erfolg  im  Kampfe  mit  diesem  furcht- 
baren Gegner  rechnen  konnte.  Da  aber  die  Hältung  der  Mehr- 
zahl der  deutschen  Fürsten,  das  ^eideutige  Benehmen  der 
Schweden  und  die  Zurückhalung  der  Spanier  die  Aussichten 
auf  einen  erfolgreichen  Krieg  mit  Frankreich  äusserst  gering 
erscheinen  Hessen,  entschied  sich  Leopold  —  Ende  167 1  — , 
dem  Rate  der  an  seinem  Hofe  mächtigen  Friedenspartei  folgend, 
wenn  auch  schweren  Hertens,  Jür  den  Abschluss  mit  Frank- 
reich und  damit  für  die  Neutralität  in  dem  bevorstehenden 
französisch-niederländischen  Kriege. 

Es  mag  ein  stolzes  Gefühl  für  Ludwig  XIV.  gewesen 
sein,  dass  ein  Mitglied  der  Tripleliga,  Karl  IL  von  Eftgland, 
als  sein  Bundesgenosse  an  dem  Kampfe  teilnahm,  den  er 
im  Jahre  i6y2  gegen  die  Niederländer  —  das  ijweite  Glied  dieses 
Bundes  —  mit  glücklichstem  Erfolge  begann,  während  das  dritte, 
der  König  Schwedens,  eine  dem  erobernden  Franjosenkonige 
günstige  Neutralität  beobachtete.  Aber  noch  grössere  Genug- 
tuung  mochte  er  darüber  empfinden,  dass  Fürsten  des  deutschen 
Reiches  an  seiner  Seite  kämpften,  dass  der  römische  Kaiser 
deutscher  Nation,  der  mächtige  Repräsentant  des  Hauses 
Habsburg,  den  Arm  flicht  erhob,  um  seinen  Eroberungspig  ^ 


*)  ygl*  Prihram  Lisola  49 '^  Antn. 


Einleitung.  l^^ 

hemmen.  Sein  Glück  voll  :j[u  machen,  fehlte  nur  eines,  die  Zu- 
stimmung der  Spanier.  Allein  hier  scheiterten  seine  von  klin- 
gcftder  Münje  so  wirksam  unterstützten  Bemühungen;  die 
Grösse  der  Gefahr  half  der  Kriegspartei  dort  \um  Siege.  Ge- 
rade in  den  Tagen,  da  die  Abmachungen  in  Wien  getroffen 
wurden,  die  Ludwig  XIV.  vor  einem  Bündnisse  des  Kaisers  mit 
den  Niederländern  sicherte,  fanden  im  Haag  die  entscheidenden 
Beratungen  statt,  die  \um  Bündnisse  vom.  i6.  De\.  i6yi  führten, 
durch  das  sich  Spanien  und  die  Generalstaaten  ^u  gegenseitiger 
Hilfe  gegen  einen  französischen  Angriff  verpflichteten.  Ver- 
gebetis  suchte  Ludwig  XIV.  von  seinem  Bundesgenossen,  Karl  II. 
von  England^  unterstützt,  die  Spanier  durch  weitgehende  ^Kon- 
zessionen z^m  Wechsel  ihrer  Politik  fw  bewegen.  Sie  blieben 
ihrem  Verbündeten  treu,  lehnten  die  Vorschläge  der  Franzosen 
und  Engländer  ab  und  begannen  sich  Jür  den  Kampf  gegen 
die  Feinde  zu  rüsten.  Es  war  selbstverständlich,  dass  sie  unter 
diesen  Umständen  lebhafter  als  je  in  den  Wiener  Hof  drangen, 
sich  dieser  Bewegufig  anzuschliessen.  Sie  fanden  auch  diesmal 
ein  williges  Ohr.  Leopold  I.  wusste^  dass  sein  Vorgehen  weder 
seiner  Würde,  noch  seinen  Interessen  entsprach,  und  war  nach 
wie  vor  der  Überzeugung,  dass  ein  energisch  geführter  Krieg 
gegen  Frankreich  Not  tat.  Auch  war  er  jetzt  wie  früher  z^r 
Anteilnahme  an  diesem  Kampfe  entschlossen;  was  er  forderte, 
war  xüiederum  Gewissheit  darüber,  dass  er  nicht  allein  die  Last 
des  Krieges  werde  tragen  müssen. 

Es  hat  lange  gedauert,  bis  es  gelang,  die  einzehun  Staaten, 
mit  denen  die  auf  Schliessung  von  Bündnissen  gerichteten  Ver- 
handlungen gepflogen  wurden,  zu  den  notwendigen  Konzessionen 
ZU  bewegen,  und  diesem  Zörgem  der  beteiligten  Mächte  ent- 
sprach die  langsame  Schwenkung  des  Kaisers  in  das  Lager  der 
aktiven  Feinde  Ludxvigs  XIV.  Dem  Bündnisse  mit  dem  Kur- 
fürsten von  Brandenburg  —  Sommer  1672  —  der  freilich  vor- 
übergehend wieder  aus  der  Reihe  der  gegen  Frankreich  käm- 
pfenden Fürsten  ausschied,  folgte  die  Einigung  mit  den  General- 
staatett  —  Dez.  ^^7^  —  ^^  dieser  —  Ende  August  löyj  —  die 
entscheidenden  Abmachungen  mit  den  Spaniern,  Lothringen 
und  Sachsen. 

Zum  ersten  Male  hatte  sich  eine  europäische  Koalition, 
protestantische  und  katholische  Fürsten  umfassend,  in  dem  Be- 
streben zusammengefmiden,  den  Störer  des  europäischen  Gleich- 


jtzQ  Einleitung. 

gewichtes  mit  gemeifisamen  Kräßen  lurückfuxveisen.  Es  war 
daher  selbstverständlich,  dass  die  Feinde  Frankreichs  bei  ihrem 
Bestreben,  Bundesgenossen  für  den  Kampf  gegen  diese  Macht 
\u  gewinnen,  sich  auch  mit  der  Frage  beschäftigten,  ob  es 
nicht  möglich  sein  sollte  j  den  englischen  König  fw  einem 
Wechsel  seiner  Haltung  ^  vermögen.  Wie  stark  die  Abnei- 
gung der  überwiegenden  Mehrzahl  der  Engländer  gegen  die 
französische  Allianz  war,  davon  gaben  die  Äusserungen  des 
Parlamentes  und  zahlreiche  Schriften  aus  den  Reihen  der  ver- 
schiedensten Parteien  und  Volksklassen  unzweideutige  Beweise. 
Es  war  nur  die  Frage,  ob  man  abwarten  sollte,  bis  die  Macht 
der  öffentlichen  Meinung  den  mit  seinem  Parlamente  Mißfal- 
lenen, von  Frankreichs  Subsidien  abhängigen  Monarchen  nö- 
tigen werde  seine  Politik  ^u  ändern,  oder  ob  man  durch 
weitgehende  Versprechungen  an  Karl  II.  dessen  Übertritt  in 
das  Lager  der  Franzosenfeinde  beschleunigen  sollte.  Niemand 
war  ein  entschiedenerer  Vertreter  der  letzteren  Ide^-  als  Lisöla, 
der  unablässig  den  Spaniern,  den  Niederländern  und  dem,  Kai- 
serhofe die  Notwendigkeit  vorhielt^  England  selbst  unter  grossen 
Opfern  für  die  Koalition  ;f«  gewinnen^  wid  seine  zahlreichen 
Verbindungen  mit  Engländern  der  verschiedensten  Parteien 
dazu  benützte,  im  Parlamente  und  am  Hofe  Karls  II.  die  Mei- 
nung zu  verbreiten,  dass  der  Kaiser  und  seine  Verbündeten  den 
Übertritt  des  englischen  Königs  mit  Freuden  begrüssen  und  ihm 
goldene  Brücken  bauen  würden.  Im  Sinne  der  Ideen  jener  Zeit 
hielt  Lisola  die  Heirat  des  im  fahre  i6yi  Witwer  gewordenen 
Bruders  und  Thronfolgers  Karls  II,  fakobs,  mit  der  österreichi- 
schen Prinzessin  Claudia  Felicitas  für  eines  der  wirksamsten 
Mittel,  die  Umkehr  des  englischen  Königs  ;fw  beschleunigett. 
Schon  im  Herbste  1671  hatte  er  seinem  Hofe  diese  Gedankeft 
eröffnet  und  die  Verhandlungen  begonnen.  Allein  erst  im 
Herbste  i6y2  waren  dieselben  soweit  gediehen,  dass  die  kaiser- 
lichen Minister  —  Fürst  Lobkowitz  und  Baron  Hocher  —  und 
der  Vertreter  der  englischen  Brüder,  Bemard  Gasconi,  den 
Heiratskontrakt  unterzeichnen  konnten,  nach  dem  —  die  Gut- 
heissung aller  Betheiligten  vorausgesetzt  —  die  Vermählung  des 
katholischen  Thronfolgers  von  England  mit  dem  Mündel  Kaiser 
Leopolds  I.  stattfinden  sollte.^)  Unzweifelhaft  hat  die  Hoffnung, 

')  Das  Projekt  vom  Sept.  1672  befitidet  sich  nebst  zahlreichen  anderen 
auf  diese  Ehe  be\ughabenden  Dokumenten  im  St.-A. 


Einleitung.  I  c  i 

auf  diesem  Wege  dem  Katholi^mus  einen  festen  Halt  im  In- 
selreiche  pi  geben,  mächtig  auf  die  Entschliessung  des  öster- 
reichischen Herrschers  eingewirkt,  allein  ebenso  sicher  auch 
die  Erwartung,  dass  Karl  //.  seifte  politische  Haltung  nach 
erfolgtem  Abschlüsse  der  Heiratstractate  ändern  werde.  In  die- 
sem  Sinne  war  sogar  in  den  Ehevertrag ,  dessen  Gutheissung 
und  Unterzeichnung  auch  von  Leopold  L  ufid  Karl  //.  gefordert 
wurde,  ein  besonderer  Paragraph  aufgenommen  worden,  durch 
den  die  beiden  Fürsten,  um  die  fischen  ihnen  bestehende  Freund- 
schaß  um  so  fester  und  dauenider  ^u  gestalten,  in  ihrem  und 
im  Namen  ihrer  Nachfolger,  das  Versprechen  gaben,  dem- 
jenigen Könige  oder  Fürsten,  der  einen  von  ihnen  mit  den 
Waffen  angreifen  sollte,  nicht  nur  ernstlich  von  jeder  Feind- 
seligkeit [abtraten,  sondern  auch  dem  verletzten  und  ange- 
griffenen Freunde  Tjur  Zurückweisung  der  Unbill  Hilfe  ^u  lei- 
sten. Auch  verpflichtete  diese  Abmachung  Karl  //.  —  falls 
er  und  Ludwig  XIV,  mit  den  Generalstaaten  Frieden  schlies- 
sen  sollten  —  ernstlich  auf  der  Aufnahme  des  Kaisers  in  die- 
sen Vertrag  pi  bestehen,^)  Allein  soweit  wollte  die  englische  Re- 
gierung nicht  gehen,  da  sie  vorerst  an  eine  Lösung  ihrer  Bezieh- 
ungen 7ju  Frankreich  nicht  dachte,  und  so  musste  Gasconi  im 
Dezember  i6j2  erklären,  dass  Karl  wohl  gerne  bereit  sei,  die  Auf- 
nahme des  Kaisers  in  einen  eventuellen  Frieden  mit  den  General- 
staaten durch^set^en  und  sich  auch  \ur  Garantie  des  Aachner 
Friedens  verpflichten  wolle,  es  aber  für  unange^eigt  halte,  bei 
den  gegenwärtigen  Verhältnissen  derlei  Versprechen  in  Form 
eines  Artikels  im  Vertrage  Tjum  Ausdrucke  \u  bringen!^)  Leo- 
pold war  über  diese  Äusserungen  Karls  IL  ungehalten,  erklärte 
sich  aber  im  Laufe  der  Verhandlungen  da^i  bereit,  die  Strei- 
chung dieses  politischen  Artikels  in  dem  Heiratsprojekte  ^  ge- 
statten, falls  die  in  demselben  getroffenen  Bestimmungen  in 


')  Vgl.  Jen  Abdruck  des  auf  diese  Dinge  be\ugnehmenden  Artikels  des 
Heiratsvertragsprojektes  im  Anhange  \u  diesem  KapiteL 

•)  Die  Berichte  Gasconis  befinden  sich  im  /?.  O.  Gasconi  selbst  fand  die 
Forderungen  des  Wiener  Hofes,  soweit  sie  das  Bündnis  mit  dem  Kaiser  be- 
trafen, sehr  bescheiden  (Bericht  d,  d,  i6.  Okt,  1672.  R.  O,)  und  meinte,  was  das 
mit  den  Spaniern  betreffe  „I  could  not  see  any  thing  to  replye  upon  ist*,  da 
Österreich  die  Engländer  ^u  nichts  anderem  verpflichten  wolle,  als  ^ur  Kon- 
firmation dessen,  was  sie  bisher  geleistet  hätten  und  fDO^u  sie  durch  den  Aachner 
Frieden  verpflichtet  seien. 


1^2  Einleitung. 

einer  ^u  gleicher  Zeit  ^  unterzeichnenden  besonderen  Urkunde 
^m  Ausdrucke  gelangen  sollten. 

Auf  dieser  Grundlage  wurden  in  den  ersten  Monaten  des 
Jahres  167^  die  Verhandlungen  bis  hart  an  das  Ende  gejährt.^) 
Da  starb  die  Gemahlin  Leopolds  L,  die  Spanierin  Maria  Mar- 
garethe,  und  Claudia  Felicitas  trat  als  Brautkandidatin  für  den- 
verwitweten  Kaiser  bald  derart  in  den  Vordergrund,  dass  an  eine 
Vollp'ehung  des  englich-österreichischen  Heiratskontraktes  nicht 
mehr  |w  denken  war.  In  der  Tat  entschloss  sich  Leopold  auf 
das  unablässige  Zureden  seiner  Familie  und  seiner  persötilichen 
und  politischen  Freunde  bereits  im  Sommer  167^  eine  neue  Ehe 
mit  Claudia  Felicitas  einzugehen.  Und  da  neuerliche  Verhand- 
lungen, in  denen  es  sich  um  die  Hatid  der  Schwester  Leopolds  L, 
Eleonore,  für  Jakob  handelte,  an  der  Weigerung  Karls  und 
Jakobs  scheiterten,  auf  die  Freundschaß  Ludwigs  XIV.  jpi  ver- 
nichten, Jakob  sich  bald  darauf  mit  der  ihm  von  Ludwig  XIV. 
empfohlenen  Prinzessin  Maria  von  Modena  vermählte,  sank  für 
den  Kiiser  die  Hoffnung,  auf  diesem  Wege  den  so  sehnlich 
gewünschten  Wechsel  der  politischen  Haltung  des  englischen 
Hofes  herbeizuführen.  Allein  bald  darauf  bewirkte  die  öffent- 
liche Meinung  in  England  und  das  entschiedene  Vorgehen  des 
wiedereinberufenen  Parlamentes,  was  dem  Drängen  der  Ver- 
bündeten nicht  gelungen  war.  Bereits  am  19.  Februar  1674 
schloss  England  mit  den  Generalstaaten  seinen  Frieden  und 
Karl  II.  musste  sich  sogar  ^^ur  Gutheissung  eines  geheimen  Zu- 
sat^artikels  verstehen,  durch  den  die  Vertragschliessenden  sich 
verpflichteten,  die  gegenseitigen  Feinde  nicht  ^u  unterstät[en. 
Doch  nur  äusserlich  hatte  der  Friede  von  Westminster  die 
Allianz  der  Könige  von  England  und  Frankreich  gelöst;  im 
Grunde  seines  Hertens  blieb  Karl  IL  dem  Fran^osenkönige, 
dessen  freigebige  Hand  er  kannte  und  noch  oft  ^  benüt[en 
dachte,  freundschafilicher  gesinnt,  als  den  Generalstaaten  und 
dem  Kaiser.  Dass  er  in  den  nächsten  Jahren  unermüdlich  im 
Interesse  des  Friedens  tätig  war,  lässt  sich  mit  dieser  An-- 
schauung  sehr  gut  vereinbaren;  auch  Ludwig  XIV.  wollte  den 
Frieden,  nur  sollte  ihm  derselbe  den  Besit^  der  neuerworbenen 


*)  Akten  im  St.-A.  und  im  R.  O.  In  letzterem  Archive  befindet  sich  auch 
die  Vollmacht  d.  d.  27.  Febr.  löy^  für  Henry  Birl  of  Peterborough,  der  ah 
ausserordentlicher  Gesandter  in  Wien  den  Heiratskontrakt  abschliessen  sollte» 


Einleitung.  I  c^ 

Gebiete  sichern,  und  Karl  IL  glaubte  von  Ludwig  XIV.  auf  eine 
um  so  ausgiebigere  Unterstützung  gegen  die  inneren  Feinde 
rechnen  ^  dürfen,  je  günstiger  der  Friede  war,  der  unter  seiruer 
Vermittelung  mit  Frankreich  zustande  kam.  Die  Generalstaaten 
säumten  nicht  die  Friedensvermittelung  Karls  IL  einzunehmen, 
dagegen  Tjpgerte  Kaiser  Leopold  I.  ein  gleiches  tju  thun.  Denn 
man  war  am  Wiener  Hofe  mit  dem  Vorgehen  Karls  IL  durch- 
aus nicht  einverstanden;  man  tadelte,  dass  englische  Truppen 
an  der  Seite  der  Franzosen  gegen  den  Kaiser  kämpften;  man 
murrte  darüber,  dass  Karls  IL  Vertreter  auf  dem  Kölner  Frie- 
denskongresse auch  nach  dem  Abschlüsse  des  Westminster  Ver- 
trages mit  den  Fran:{osen  stimmten;  man  jürnte  ihm,  weä  er 
mit  |w  den  ersten  ^dhlte,  die  gegen  die  Gefangennahme  des 
Landgrafen  Wilhelm  von  Fürstenberg  protestierten  und  weil 
er  seit  der  Überführung  dieses  französischen  Mietlings  nach 
Wien  unermüdlich  für  dessen  Freilassung  eintrat.  Das  Miss- 
trauen Kaiser  Leopolds  /.  in  die  Aufrichtigkeit  der  Gesinn- 
ung Karls  LL.  war  nicht  unbegründet.  Während  er  als  Frie- 
densvermittler vor  Europa  auftrat  und  nicht  müde  wurde  von 
seiner  Unparteilichkeit  und  ernsten  Friedensliebe  :ju  sprechen, 
geigte  er  bei  den  Verhandlungen,  die  im  Laufe  des  Jahres  167 j; 
in  London  und  an  anderen  Orten  im  Sinne  einer  Einigung 
geführt  wurden,  entschieden  Neigung,  die  Interessen  Lud- 
wigs XIV.  mehr  als  gebührlich  \u  vertreten,  löste  Ende  des  Jahres 
167$  das  Parlament  auf,  in  dem  Ludwig  XIV.  das  stärkste 
Hindernis  eines  ihm  vorteilhaften  Friedens  erblickte,  und  schloss 
im  Februar  i6y6,  als  Pensionär  Frankreichs,  mit  Ludwig  XIV. 
einen  Vertrag,  der  ihn  verpflichtete,  nur  in  dessen  Gemeinschaft 
mit  den  Generalstaaten  oder  irgend  einer  anderen  Macht  Ver- 
einbarungen :pi  treffen.  Zu  gleicher  Zeit  hatte  er,  um  den  Frie- 
denskongress  zustande  ^  bringen,  während  dessen  Dauer  ihm 
eine  seinen  besonderen  Interessen  förderliche  Rolle  \ufallen 
musste,  die  Schwierigkeit  ^u  beheben  gesucht,  die  dem  Beginne 
der  Kongressverhandlungen  dadurch  im  Wege  standen,  dass 
Ludwig  XIV.  die  Freilassung  des  in  Österreich  gefangen  ge- 
haltenen Fiirstenbergers  als  Vorbedingung  für  die  Absendung  sei- 
ner Vertreter  nach  Nimwegen  forderte,  während  der  Wiener  Hof 
von  einer  Nachgiebigkeit  in  dieser  Frage  nichts  wissen  wollte 
und  die  darauf  gerichteten  Versuche  Karls  IL  in  schroffster 
Form  zurückwies.  Wohl  gelang  es  dem  englischen  Könige  einen 


fc^  Einleitung. 

Ausweg  lu  finden,  indem  Ludwig  XIV.  sich  auf  die  von  England 
veranlasste  Bitte  des  Bischofs  von  Strassburg,  des  Bruders  Wil- 
helms von  Fürstenberg,  um  des  allgemeinen  Friedens  willen  von 
der  früher  gestellten  Bedingung  abzusehen,  ^ur  Beschickung 
des  Friedefiskongresses  entschloss;  allein  vergebens  bemühten 
sich  Karl  IL  und  seine  am  Wiener  Hofe  wirkenden  Vertreter, 
Ducker  und  Skelton,  bei  Leopold  die  Erfüllung  jenes  Verspre- 
chens durchsetzen,  durch  das  Karl  IL  den  Bischof  von  Strass- 
burg bewogen  hatte,  jeyie  Komödie  \u  spielen,  des  Versprechens, 
den  gefangenen  Fürstenberger  unmittelbar  nach  dem  Beginne 
der  Nimweger  Friedensverhandlungen  einem  neutralen  Fürsten 
—  auch  Karl  bezeichnete  sich  als  solchen  —  f«  übergeben.  *) 

Dass  die  Verhandlungen  ^^  Nimwegen  Ende  des  Jahres 
1676  begonnen  werden  konnten,  war  immerhin  ein  Erfolg,  an 
dem  sich  Karl  IL  einen  Anteil  j^chreiben  konnte.  Doch  Hessen 
schon  die  ersten  Beratungen,  die  daselbst  stattfanden,  erkennen, 
dass  nicht  am  Kongressorte,  sondern  an  den  Höfen  der  mass- 
gebenden Mächte  die  Entscheidung  fallen  werde.  Aus  diesem 
Grunde  und  im  Hinblicke  auf  die  Erfolge,  die  Ludwig  XLV. 
im  Jahre  i6y6  den  Verbündeten  gegenüber  errungen  hatte,  ent- 
schloss sich  Leopold  auf  die  Aufforderung  der  Generalstaaten, 
einen  Bevollmächtigten  an  den  Hof  Karls  LL  i[u  senden,  um 
hier  in  Gemeinschaß  mit  den  übrigen  Gegnern  Frankreichs 
die  allgemeinen  Lnteressen  wahr^wiehmen.  Die  Instruktion, 
die  Graf  Waldstein  mitbekam,^)  ^eigt,  dass  Leopold  an  die  Mög- 
lichkeit eine  grosse  Allianz  g^g^^'^  Ludwig  XIV  ^(ustiznde  ^u 
bringen,  an  der  auch  England  teilnehmen  sollte,  nicht  recht 
glaubte.  Wohl  gab  er  dem  Grafen  die  Vollmacht,  einen  solchen 
Vertrag  ab^uschiessen,  allein  er  legte  das  Hauptgewicht  darauf, 
Karl  IL  von  dem  Eigennütze  und  der  Eroberungslust  Lud- 
wigs XIV.  fw  überzeugen,  dem  Ausgleiche  ^wischen  König  utid 
Parlameftt  und  dem  Abschlüsse  eines  gerechten  Friedens  das 
Wort  z^c  reden.^)  In  der  Tat  blieben  die  Bemühungen  jener 
Männer,  die  Karl  IL  ^^i  überzeugen  suchten,  dass  nur  ein 

*)  Die  Berichte  Duckers  und  Skeltons  im  R.  O.  enthalten  eine  Fülle  in- 
teressanter Mitteilungen  über  die  in  der  Fürstenbergerfrage  stattgehabten  Ver- 
handlungen. 

«)  Instruktion  für  Karl  Graf  von  Waldstein  6,  Mär\  i6yy.  St-A,  Aus- 
^ug  bei  Klopp  /.  c,  IL  ^4  /". 

'')  Vgl  die  Weisungen  Leopolds  L  d.  d,  5.  und  20.  Juli  1677  SL-A, 


Einleitung.  ice 

energisch  geführter  Krieg  den  Fran^ösenköfdg  ^  einem  billige 
Frieden  bewegen  könne,  ohne  Erfolg,  obgleich  das  englische 
Parlament  in  der  entschiedensten  Weise  den  Bruch  mit  Frank- 
reich und  den  Abschluss  entsprechender  Bündnisse  mit  den 
Feinden  dieser  Macht  forderte.^) 

Noch  einmal  siegte  das  Geld  Ludwigs  XIV  über  die  bessere 
Einsicht;  Karl  IL  vertagte  das  Parlament,  hielt  die  Vertreter 
der  verbündeten  Mächte  hin  und  nahm  weitere  Sübsidien  von 
Frankreich,  die  nicht  ohne  entsprechende  Gegenleistungen  ge- 
währt wurden.  Und  wenn  er  auch  bald  darauf,  dem  unwider- 
stehlichen Drucke  der  öffentlichen  Meinung  folgend,  einen 
Wechsel  in  seiner  Haltung  vollzog,  der  in  der  Vermahlung 
des  Prinzen  Wilhelm  von  Oranien  mit  Karls  IL  Nichte  Marie 
seinen  Ausdruck  fand,  wenn  er  auch  imfanuar  1678  —  nachdem 
Ludwig  XIV.  die  von  Karl  IL  vorgeschlagenen  Friedensbedingun- 
gen, obgleich  sie  günstig  genug  für  ihn  waren,  ^rückgewiesen 
hatte  —  sich  ^m  Abschlüsse  eines  Vertrages  mit  den  Generalstaa- 
ten verstand,  der  die  Beendigung  des  französisch-spanischen  Krieges 
jum  Zwecke  hatte, ^)  so  blieb  er  doch  im  Grunde  seines  Hertens 
einem  Kriege  mit  Ludwig  XLV  abhold.  Vergebens  drängte  das 
neuerlich  einberufene  Parlament  ^m  offenen  Bruche  mit  Frank- 
reich, vergebens  versuchten  die  kriegerisch  gesinnten  Vertreter  der 
Verbündeten  ihren  Einfluss  in  diesem  Sinne  geltend  ^  machen. 
Karl  IL  liess  sich  i^war  in  Unterhandlungen  mit  ihnen  ein,^) 


')  über  die  Be^hungen  Waldsteins  :^  verschiedenen  Parlamentsmitglie- 
dern enthalten  Waldsteins  Berichte  St.-A,  zahlreiche  Mitteilungen, 

■)  Dieser  Vertrag  ist  unter  dem  Datum  10,  Jan.  1678  n.  st,  u.  a,  ge- 
druckt bei  Dumont  l,  c,  Vll\i  ^41  f>  2  Separatartikel  beschäftigen  sich  mit  der 
näheren  Erläuterung  der  Spanien  und  Lothringen  \u  gewährenden  Entschädi- 
gungen. Beglich  Kaiser  und  Reich  liegt  eine  Erklärung  der  Geruralstaaten 
vor,  in  der  es  heisst,  da  im  ersten  Artikel  des  englisch-staatischen  Vertrages  die 
Frage  bezüglich  der  Rückgabe  der  von  Frankreich  eroberten  Gebiete,  soweit  es 
Kaiser  und  Reich  betrifft,  nicht  klar  genug  erörtert  ist,  erklären  die  staatischen 
Vertreter,  dass  ihre  Meinung  die  sei  „quod  omnia  oppida  et  loca  pertinentia  ad 
imperatorem,  imperium  et  principes  imperü,  quae  rex  christianissimus  durante 
hoc  beüo  occupavit  eidem  imperatori,  imperio  et  principibus  imperü  restituentur, 
Haag  16.I26.  Jan.  1678.  St.-A, 

•)  Vgl.  die  Berichte  Waldsteins  vom  Jahre  1678  St.-A,  Aus  den  Wei- 
sungen des  Kaisers  an  Waldstein  ist  \u  ersehen,  dass  man  am  Wiener  Hofe 
an  das  Zustandekommen  einer  Allianz  nicht  recht  glaubte;  u.  a,  $.  Jan.,  14.  Feb., 
^.  Märi  1678  St.-A. 


I  cg  Einleitung. 

erklärte  sogar  Anfang  April  1678  seine  Gefieigfheitf  mit  dem 
Kaiser,  Holland  und  Spanien  eitie  gegen  Frankreich  gerichtete 
Allianz  |T/  schltessen;^)  aber  er  ^og,  in  seinen  Planen  unter- 
sti£t:(t  durch  die  grosse  für  einen  Separatfrieden  mit  Frankreich 
mrketrde  Partei  der  Niederländer,  die  an  van  Beuningen  einen 
eifrigen  Förderer  ihrer  Wünsche  hesass,  die  Verhandlungen 
hin  und  unter leichnete  int  Mai  i6y8  einen  mmen  Vertrag  mit 
Ludwig  XIV,  der  ihm  ^ar  reichliche  Subsidien  einbrachte, 
seine  Teilnahme  an  einem  Kriege  gegen  die  Franiosen  aber 
unmöglich  machte*  Dass  er  am  selben  Tage,  da  er  diesen  Geld- 
vertrag unterzeichnete,  dem  kaiserlicfu^n  Gesandten,  der  ihn  {i/r 
Teilnahme  am  Kampfe  gegen  Ludwig  XIV  aufforderte-  und  an 
sein  gegebenes  Versprechen  erinnerte  eituT  darauf  gerichteten 
Allianz  beizutreten,  ^u  erwidern  wagte,  er  beharre atif  diesem  Ent- 
schlüsse und  müsse  die  Schuld  an  der  Verzögerung  des  Abschlus- 
ses dem  Verhalten  des  englischen  Parlamentes  und  den  Nie- 
derländern beimessen,  entsprach  ganz  ^t'i>ii'm  Plane,  sich  die 
Möglichkeit  des  Übertrittes  in  diis  Lager  der  Franzosenfeinde 


1)  Walästein  übersandte  am  35-  Af^ril  die  von  Karl  IL  /ür  seifir  lum 
Ahschhisse  eines  Bündnisst*s  Bevoilmächtigten  ^im  3J.  Mär{  16^8  misgesteUtt 
Urkunde;  St.-A,  Es  keisst  in  derselben:  Quum  id  maxinte  requirere  videatur 
höJiertius  reruni  statuSj  ut  arctior  unio  et  confoederdtio  tnter  nos  et  S^^*^^  pßtm^m 
atque  /flü"^™  priticipem  Leapoidum  Romanorum  imperaton^m  scmper  irugustmn 
gi  5toum  ^j^  ^/miim  principem  domimtm  Carolum  secnndum  regem  Hispaniarum  et 
demntn  ittter  nös  et  celsos  ac  prtiepotefites  dorn  mos  ordines  generales  füederati 
Belgii  connectatur,  quo  melius  damimörum  et  statu  um  respeetive  nostrorum  de- 
fcnsioui  provideri  et  malist  quibus  belli  iam  flagrautis  incendium  rem  christian.nn 
t&m  täte  populatur^  remedmm  tandem  (voUnte  deo  optimo  mäximoj  adliiben 
passiti  quumque  praememoratae  sacrae  C>*«  M^*  ablegatus  a^pud  nos  residens, 
iili*stris  et  generös us  camerarius  ipsius  et  consiliarius  imperiiilis  aulicus  nee 
n&n  aiigustae  imperatrLis  daminite  mjtris  suvu  amantissimae  suprcmus  stabuli 
praefectus,  Oirolus  Ferdinandus  comes  a  Waldstein ,  aurei  veileris  eques  et  prae- 
memaraii  Ser^^  regis  Hispanitjrum  ablegatus  extraordiuarius  mafckio  de  ßor- 
goniainero  itemque  praemetnoratarum  D.  Z>.  ordinum  generalium  legatus  ad  nos 
extr^iordinariuSf  dominus  Conradus  van  Beuningen ^  per  memoralia  sua  mtbis 
exkibita  signific  averint f  praefatos  resp^ctiv^  dornt  nos  suos  talent  unionetn  et  con^ 
foederaHonem  nobiscum  inire  cuper t^,  seque  praedictos  miuistros  tractatttm  in  eos 
fines  necessarium  confieiendt  pkna  potestite  et  anthoritate  munitos  esse;  nos  qui' 
dem  huic  propositiom  non  minus  (uti  videtur)  neeessariae  quam  citristianis  prin- 
cipibus  dignae  lubenter  accedentes  de  et  super  eiusmodi  arctior i  confoederatione 
tractare  paratos  nos  esse  dedarämus* 


Einleitung.  tcf 

offen  pi  haltend)  In  der  Tat  schien  es  einige  Zeit,  als  werde 
die  Haltung  Ludwigs  XIV,  ihn  \ii  diesem  Entschlüsse  fingen. 
Denn  je  mehr  die  Furcht  des  Fran^osenkönigs  vor  einer  all- 
gemeinen Allianz  seiner  Feinde  schwand,  desto  geringere  Nei- 
gung  \eigte  er  auf  die  Bedingungen  einzugehen,  die  ihm  sei- 
tens der  Niederländer  für  den  Abschluss  eines  Separatfriedens 
gestellt  wurden,  ^  dem  sie  sich,  dem  Vorgehen  Karls  II  miss- 
trauend, entschlossen  hatten. 

Seine  Weigerung,  die  6  belgischen  Städte  —  ^  deren 
Übergabe  er  sich  in  seinem  Vorschlage  vom  75.  April  1678  be- 
reit erklärt  hatte  —  herauszugeben,  bevor  sein  Verbündeter,  der 
Schwedenkönig,  die  im  Laufe  des  Krieges  verlorenen  Besitzungen 
wieder  erlangt  haben  würde,  rief  eine  derartige  Erregung  in 
den  Niederlanden  hervor,  dass  die  Kriegspartei  wieder  die  Ober- 
hand erlangte  und  neuerdings  den  Versuch  unternahm,  die 
Engländer  :fwr  Teilnahme  an  dem  Kampfe  gegen  Ludwig  XIV, 
ZU  bewegen.  Wieder  wurden  in  London  mit  den  Vertretern 
Hollands,  Spaniens  und  des  Kaisers  Allianzverhandlungen  ge- 
führt und  xvieder  erklärte  Karl  II,  er  sei  fe/m  offenen  Kampfe 
gegen  Frankreich  bereit,  falls  dieser  auf  die  Forderungen  der 
Niederländer  nicht  eingehen  sollte.  Der  kaiserliche  Gesandte 
kannte  seinem  Hofe  nicht  genug  von  dem  Eifer  melden,  den 
der  König  und  dessen  Bruder  in  diesen  Wochen  für  die  Interessen 
dei^  Franzosenfeinde  f^/^w.  Mit  Ungeduld  erwartete  er  die 
Vollmacht,  um  das  vom  Kaiser  so  lange  gewünschte  Bündnis 
zum  Abschlüsse  z^i  bringen,  Ende  fuli  langte  die  Nachricht  in 
London  ein,  dass  im  Haag  ein  Abkommen  unterzeichnet  worden 
sei,  durch  das  sich  England  und  die  Niederlande  zt^r  Kriegs- 
erklärung an  Frankreich  verpflichtet  hätten,  falls  dieses  bis  z^m 
II,  August  von  seiner  im  Interesse  Schwedens  gestellten  For- 
derung nicht  ;f«r//^Ä/r^fen  sollte.  Man  war  aufs  höchste  ge- 
spannt; allgemein  wurde  der  baldige  Ausbruch  des  Krieges  er- 
wartet Waldstein  zählte  die  Stunden,  die  bis  zum  Einlangen  der 
kaiserlichen  Weisung  verfliessen  mussten.  Am  19,  August  trat 
er,  mit  den  ausgiebigsten  Vollmachten  z^m  Abschlüsse  eines 
Offensivbündnisses  gegen  Ludwig  XIV,  ausgestattet,  vor  Karl  II 


«)  Vgl,  Waldsteins  Berichte  vom  April— Juni  1678  St-A,;  Aus^e  bei 
Klopp  l.  c,  II,  104  ff. 


1^8  Einleitung. 

Es  war  ^  spät.  Karl  IL  konnte  darauf  hinxixnsen,  dass 
die  Generälstaaten  vor  xjoenigen  Tagen  einen  Separatfrieden  mit 
Ludwig  XIV,  geschlossen  hätten,  nachdem  dieser  sich  der  For- 
derung gefügt  habe,  deren  Ablehnung  die  Engländer  und  Nie- 
derländer \ur  Eröffnung  der  Feindseligkeit  gezwungen  haben 
würde.  Als  Waldstein  von  der  Notwendigkeit  sprach,  auch 
ohne  die  Niederländer  den  Kampf  gegen  Ludwig  XIV.  auf^i- 
nehmen  und  eine  englisch-spanisch-kaiserliche  Offensioliga  vor- 
schlug, lehnte  Karl  IL  eine  solche  ab,  da  in  diesem  Falle  der 
Übergang  der  Niederländer  ins  Lager  der  Franzosen  f«  be- 
fürchten sei  und  sprach  für  eine  Einigung,  deren  Zweck  die 
Sicherung  des  Friedens  sein  sollte.  Es  war  nach  diesen  Worten 
klar,  das  Leopold  I.  in  einem\Kriege  gegen  Frankreich  auf  die 
Mitwirkung  Karls  II  nicht  rechnen  durfte.  Bald  darauf  er- 
fuhr man  in  Wien,  dass  auch  die  Spanier  sich  mit  Frankreich 
geeinigt,  ihren  Separatfrieden  mit  dieser  Macht  geschlossen 
hätten.  Unter  diesen  Umständen  hielt  Leopold,  trot\  aller  Er- 
mutigung seitens  Brandenburgs,  die  Fortsetzung  des  Kampfes 
gegen  Ludwig  XIV.  für  nub(los  und  untunlich.  Am  5.  Februar 
1679  unterzeichneten  die  österreichischen  und  die  französischen 
Unterhändler  ^  Nimwegen  den  Vertrag,  der  dem  lange  und 
erbittert  geführten  Kriege  ein  vorläufiges  Ende  machte. 


Beilagea 
1. 

Projekt  eines  Bündnisses  fischen  Leopold  L  und  seinen  Ver- 
bündeten  einerseits  und  England,  Holland  und  Schweden  an- 
derseits; sine  dato. 
(St'A.  Beilage  ^um  Berichte  Lisola's  d.  d.  1669  Febr.  7J 

Notum  Sit  Omnibus,  quod  cum  Ser°^°»  rex  ac  Pot"~ 
dominus  Leopoldus  I  etc.  intellexisset,  quod  uniti  triplicis  foer 
deris  reges  ac  potentatus,  scilicet  Pot™"'  ac  Ser™™  etc.*),  post 
pacem  officiis  suis  inter   Coronas  Hispaniae  et  Galliae   resti- 


')  England,  die  vereinigten  Niederlande  und  Schweden. 


Einleitung.  159 

tutam  de  eadem  lirmis  fundamentis  stabilienda  Hagae  Comitis 
inter  suos  aliorumque  principum  ministros  maturam  inirent  de- 
liberationem,  praefata  sacra  C«*  M^^  in  eodem  conservandae  et 
asserendae  pacis  studio  nemini  cedere  cupiens  nihil  ex  parte  sua 
praetermissum  voluit,  quo  tantum  opus  toti  reipublicae  chri- 
stianae  saluberrimum  posset  ad  maturitatem  perduci  et  sua 
suorumque  foederatorum  infranominandorum  interventione  cor- 
roborari,  ad  quod  nomine  suo  peragendum  Franciscum  de  Li- 
sola  deputavit,  qui  debita  plenipotentia  instructus  cum  mini- 
stris  altememoratorum  regum  ac  statuum  ad  hoc  destinatis  et 
idonea  etiam  facultate  munitis,  scilicet  etc.,  praesenteni  con- 
ventionem  inivit,  his  quae  sequentur  conditionibus. 

I.  Sit  maneatque  firma  ac  reciproca  unio  inter  sacram  C®*™ 
Mtem  eiusque  foederatos  scilicet  etc.^),  ex  una  et  Ser™^  reges  etc, 
ex  alia  partibus,  ut  alter  alterius  commoda  curet,  damna  de- 
clinet  nihilque  in  alterius  praeiudicium  fieri  patiatur. 

IL  Cum  ad  firmitatem  pacis  Aquisgranensis  nihil  conduci*^ 
bilius  Visum  fuerit  praememoratis  potentatibus  triplicis  foederis, 
quam  si  instrumentum  guarantiae  in  amplissima  forma  concep- 
tum  et  ab  eorundem  plenipotentiariis  die  etc.  anni  currentis 
subscriptum  Ser™«  ac  Pot™^  Hispaniarum  ac  Indiarum  regi  — 
iuxta  promissum  ipsi  ante  pacis  conclusionem  ab  iisdem  so-r 
lemniter  praestitum  —  extraderent,  quo  universam  hispanicae 
monarchiae  molem  complectuntur  et  ad  eam  contra  quoscun- 
que  pacis  Aquisgranensis  violatores  armis  suis  defendendam  ob- 
ligantur,  sacra  C^  M***  una  cum  praememoratis  suis  foederatis 
eandem  guarantiae  obligationem  hoc  praesenti  instrumento  in 
se  suscipiunt  cum  clausulis  ac  conditionibus  in  ea  contentis,  et 
ad  eam  realiter  et  bona  fide  adimplendam  sese  obligant 

in.  Quandoquidem  in  praefato  guarantiae  instrumento 
specialiter  designatus  est  numerus  et  qualitas  auxiliorum  a  quo- 
libet  praefatorum  triplicis  foederis  potentatuum  qua  terra  qu^ 
man  suppeditandprum,  similiter  sacra  C®*  M*»^  promittit  se  in 
omni  casu,  quo  contra  pacem  Aquisgranensem  regna  aut  pro- 
vinciae  monarchiae  hispanicae  armis  invaderentur,  associaturam 
arma  sua   cum   altememoratis  triplicis  foederis  principibus  et 


I 


*)  Gemeint  waren  die  Kurfürsten  von  Main^  und  Trier  und  der  Herzog 
von  Lothringen ;  vgl,  den  Bericht  Usola's  d.  d.  7.  Febr.  1669  und  Pribram  U" 
sola  p,  462, 


I^O  Einleitung. 

exercitum  . . .  millium  peditum  et . . .  millium  equitum  re  tof- 
mentaria  aliisque  necessariis  instructum  submissuram,  qni  iuxta 
rerum  exigentiam  communicatis  cum  eisdem  principibus  con- 
siliis  in  communem  finem  et  cx)ntra  communem  hostem  opera- 
buntur,  donec  pax  cum  omnium  interessatorum  inclusione  fuerit 
restituta. 

IV.  Similiter  praefati  Ser°»*  principes  ac  electores  iisdem 
caesareis  copiis  accedent  cum  exercitu  . . .  millium  peditum  et . . . 
equitum  cum  idoneo  omnium  necessariorum  apparatu,  et  eadem 
qua  supradictum  est  ratione  in  communis  causae  utilitatem  ra- 
tiones  suas  instituent. 

V.  Cum  ad  hoc  debite  et  ea  qua  par  est  celeritate  per- 
ficiendum  necessarium  sit,  ut  praefati  electores  etiam  tempore 
pacis  instructas  habeant  copias,  quae  ad  omnem  exigentiam 
aiunctae  sint,  tum  etiam  ut  a  repentinis  irruptionibus,  quibus 
in  odium  huius  conventionis  obnoxii  esse  possent,  debite  prae- 
serventur,  conventum  est,  quod  eorum  quilibet . . .  pedites  et . . . 
equites  in  propriis  dominus  suis  quam  citissime  fieri  potent 
colliget  ac  sustentabit,  et  vicissim  ad  sublevanda  horum  sump- 
tuum  onera  assignabuntur  ipsis  congrua  subsidia  speciali  con- 
ventione  cum  ipsis  ineunda  ea  conditione,  ut  praememoratae 
copiae  ad  omnem  ruptae  pacis  vel  viae  facti  quocunque  prae- 
textu  intentatae  occasionem  copiis  caesareis  se  coniungant,  vel 
prout  ratio  bellica  ex  sociorum  consilio  requirere  iudicabitur  in 
commimes  usus  operentur. 

VI.  Si  pendente  bello  contingerit,  ut  occasione  praestiti 
hispanicae  monarchiae  auxilii  aliqua  ex  praemeroratis  potentiis 
armis  hostilibus  in  propriis  suis  regnis  aut  provinciis  invadatur, 
caeteri  omnes  foederati  ipsi  necessarias  sine  mora  submittere 
tenebuntur  suppetias,  prout  tunc  rerum  Status  et  necessitas 
postulabunt  et  in  iisdem  conditionibus,  de  quibus  in  proiecto 
guarantiae  hispanicae  conventum  est. 

Vn.  Neutra  partium  absque  scitu  alterius  de  pace  agere 
multo  minus  concludere  potent  cum  hoste  communi  eiusque 
foederatis,  sed  invicem  tenebuntur  in  pacis  tractatibus  mutuam 
securitatem  et  indemnitatem  procurare  cum  reciproco  inter  se 
guarantiae  nexu,  nee  arma  prius  deponent,  quam  omnia  in  pri- 
stinum  statum  prout  ante  bellum  extiterant  ad  minimum  fuerint 
restituta. 


filinleitung.  t^  t 

2. 

Prqfectumpactortim  dotalium  inter  duceni  Eboracensem  etarchi- 
dticissam  Chudiam  Felicem  ah  Inspnick,  (St-A) 

§  25-  Quin  etiam,  ut  eo  magis  firma  et  perpetua  inter  im- 
peratorem  et  regem  Angliae  maneat  amicitia,  mutuo  promittunt 
ambo  principes  tarn  suo  quam  successorum  suorum  nomine, 
quod  si  quem  illorum  quispiam  regum  aut  principum  alterum 
armis  aggrederetur,  in  talem  eventum  alter  laedentem  et  ag- 
gressorem  non  solum  ut  ab  omni  hostilitate  desistat  serio  ad- 
hortetur,  sed  etiam  si  non  destiterit  omni  possibili  modo  laeso 
et  invaso  ad  propulsandam  iniuriam  assistat;  quin  etiam,  si  con- 
tingeret  pacem  inter  Angliae  et  Galliae  reges  et  unitos  Belgii 
ordines  concludi,  inter  pacis  consortes  denominet  rex  Angliae 
ex  sua  parte  imperatorem,  et  hoc  pacificationi  diserte  inseri 
curet. 

Atque  cum  caesari  aeque  sit  cordi  conservatio  amicitiae 
et  bonae  corrispondentiae  inter  austriacam  domum  regis  Hi- 
spaniae  sui  nepotis  et  aliam  Britanniae  regis  ac  suae  ipsius, 
occasione  huius  matrimonii  ab  Hispaniarum  regina  eins  sorore 
ipsi  propositi  desideravit  caesar  a  rege  Angliae,  quod  novo  hoc 
ductus  vinculo  denuo  confirmaret  guarantiam  pacis  Aquisgra- 
nensis  hucusque  ab  ipso  Angliae  rege  religiöse  conservatam; 
hinc  est  quod  rex  Angliae  ad  denotandum  amorem  suum  erga 
caesarem  et  desiderium  veniendi  in  eins  voluntatem  vigore 
huius  capituli  denuo  confirmat  supradictam  guarantiam  Aquis- 
granensem  et  promittit  ipsi  caesari  non  solum  omnera  operam 
suam  impensurum,  ut  pax  illa  duret  illaesa,  sed  armis  etiam 
suis  si  opus  fuerit  sine  omni  exceptione  propugnaturam  et  de- 
fensuram,  ut  in  ipsa  pace  Aquisgranense  magis  patet,  salva^) 
tamen  quoad  hoc  ultimum  punctum  ratione  guarantiae  pacis 
Aquisgranensis  ratificatione  Ser*"*®  reginae  Hispaniae  nee  aliter 
nee  alio  modo.^) 


*)  Von  salva  an  von  anderer  Hand ;  die  let\ttm  Worte  „nee  aliter  nee 
alio  modo**  von  der  Hand  des  Hof  Händlers  Hocher, 

•)  So  ist  die  schliessliche  Fassung;  im  St.-A.  befinden  sich  auch  andere 
Projekte  dieses  Artikels, 


Österrdchiach-eoglische  StaatsvertrSgc  Bd.  I. 


t6d  Einleitung. 

IV.   Vom  Frieden  von  Nimwegen  bis  0$&m  Beitritte  Eng- 
lands —  g.  Sept.  i68g  —  zum  österreichisch^staatischen 
Bündnisse  vom  12.  Mai  i68g. 

Die  ^eideutige  Haltung,  die  Karl  IL  beiden  Verhandlungen 
gezeigt  hatte,  die  von  dem  Grafen  Waldstein  in  den  Jahren  I6^^ 
und  i6y8  am  englischen  Hofe  gefuhrt  worden  waren,  hatte  eine 
arge  Misstimmung  bei  Leopold  L  liervorgerufen,  die  ihren  Aus- 
druck in  den  Weisungefi  fand,  in  denen  er  Waldstein  ^u  äus- 
serst vorsichtigem  Benehmen  aufforderte  und  auf  das  eindring- 
lichste ermahnte,  jedes  Eingreifen  in  den  Konflikt  ^u  vermeiden, 
der  ^wischen  Karl  IL  und  seinem  Volke  bestand  und  sich  täg- 
lich scMrfer  ^uspit:(te,^)  Gegen  Ende  des  Jahres  1678  entschloss 
sich  der  Kaiser  sogar  Waldstein  abzuberufen;  so  fest  war  er 
damals  davon  überfleugt,  dass  eine  den  Interessen  Österreichs 
entsprechende  Politik  Karls  77.  in  der  nächsten  Zeit  nicht  \u 
hoffen  sei.  Allein  kein  Jahr  verging  und  der  Wiener  Hof  fand 
sich  bemüssigt,  in  neue  Verhandlungen  mit  dem  englischen 
Könige  ein^jutreten,  die  nichts  geringeres  als  eine  grosse  gegen 
Frankreich  gerichtete  Allianz  \um  Ziele  hatten.  Die  Idee  pi 
derselben  war  von  dem  Manne  ausgegangen,  der  sich  den 
Kampf  gegen  Frankreichs  Übergewicht  :(ur  Lebensaufgabe  ge- 
macht hatte  und  unermüdlich  in  diesem  Sinne  tätig  war,  von 
Wilhelm  von  Oranien.  Sein  Plan  ging  dahin,  vorerst  eine  Eini- 
gung zustande  z^i  bringen,  deren  Pfeiler  Spanien,  Österreich, 
England  und  die  Generalstaaten ,  und  deren  Zweck  die  WaJi- 
rung  des  Nimwegner  Friedens  sein  sollte,  Dass  Ludwig  XIV. 
sofort  auf  das  entschiedenste  gegen  jede  derartige  Verbindung 
protestierte,  nötigte  Wilhelm  wohl  :(ur  Vorsicht,  bestärkte  ihn 
aber  in  seiner  Meinung  von  der  Notwendigkeit  derselben.  Und 
das  Vorgehen  des  französischen  Königs  bei  der  Durchführung 
der  Friedensschlüsse,  sein  Bemühen  durch  falsche  Interpre- 
tation der  Vertragsbestimmungen  den  rechtlichen  Anlass  ju 
neuen  bedeutungsvollen  Erwerbungen  ^u  finden,  sowie  die  Ge- 
waltsamkeit, mit  der  er  seine  vermeintlichen  Rechtsansprüche 
geltend  ^u  machen  wusste,  bewirkten,  dass  der  Gedanke  des 
Oraniers  an  vielen  Orten  Anklang  fand.    Auch  bei  Karl  IL, 

')  Vgl.  äür  Weisungen  Leopolds  an  WalJstein  aus  dieser  Zeit  St-A* 


tinteitung. 


tos 


der  für  sein  Vorgehen  während  des  letzten  Kriegsjahres  reiche 
Belohnung  von  Ludwig  XIV.  erwartete  mui  nun  lu  seinem 
grössten  Erstaunen  vernahm,  dass  dieser  mit  seiuem  Verhal- 
ten un^ufrieJen  sei,  sich  benachteiligt  fühle  und  durchatis 
keine  Neigung  \eige,  die  hohen  Geldforderungen  des  englischen 
Königs  fw  befriedigen.  Ja  noch  mehr;  Karl  Fl  hatte  bald 
genug  Gelegenheit  ^u  bemerken,  dass  Ludwig  XIV,  das  oft  er- 
probt Mittel,  durch  die  Unterstützung  der  parhimentarischen 
Opposition  einen  Druck  auf  den  englischen  Herrscher  auszu- 
üben, neuerdings  in  Anwetidung  brachte.  Trotzdem  suchte  er 
mit  Ludwig  XIV  j«  einem  Abschlüsse  {u  kommen,  da  ihm 
nur  das  franiösisciw  Geld  die  Möglichkeit  bot,  deti  Kampf 
mit  seinem  Volke  auf  die  Dauer  fortiusetien.  Als  aber  Lud- 
wig XIV.  die  Freundschaft  des  englischen  Königs  immer 
niedriger  taxierte,  die  Geläforderungen  Karls  IL  immer  mehr 
herab\udriicketi  suchte,  lieh  dieser  dmt  Plänen  seines  Neffen 
sein  Ohr  und  trat,  als  die  Unterzeichnung  des  von  Karl  IL 
entworfenen  Geldvertrages  seitens  Ludwigs  XIV.  verweigert 
wurde,  auf  die  Fran^osenfeind liehe  Stimmung  der  Mehrzahl 
der  englischen  Parlamentarier  rechnend,  mit  den  in  London 
weilenden  Vertretern  jener  Mächte  in  Unterhandh/ngen,  die 
nach  der  Ansicßit  seines  Neßen  den  Mittelpunkt  der  grossen 
gegefi  Frankreich  gerichteten  Allianz  *^^^'^  sollten. 

Des  Kaisers  Gesandter,  Graf  Waldstein,  hatte,  wie  er- 
wähnt, Anfang  des  Jafires  1679  Ijmdon  verlassen,  aber  ein  kai- 
serlicher Sekretär  war  lurückgehlieben;  an  ihn  trat  Karl  IL 
im  Herbste  7679  fteran.  Nawitj,  so  hiess  der  Mann,  hatte  gerade 
in  diesen  Tageft  von  seiner  Regienmg  den  Befehl  erhalten,  Lon- 
don pi  verlassen ;  man  hielt  in  VI  Jen  dafür,  dass  auch  ein  Ge- 
sandtschaftssekretär am  Hofe  Karls  IL  überßüssig  seL  Nur 
mit  MiHie  vermochten  ihn  jene  Parlamentarier,  von  deren  Feinde 
scfiaft  gegen  Frankreich  er  überzeugt  war,  ptm  Bleiben  lu  über- 
reden. Von  ihnen  erfuhr  er,  dass  der  König  und  die  Mehrzahl  der 
englischen  Volksvertreter  elfte  Allianz  mit  Leopold  L  wünschten, 
dass  England  unter  Umstämlen  dem  Kiiser  eine  Armee  von 
400CXJ  Mann  \ur  Verfügung  stellen  wolle, ^)  Bald  darauf  Hess 
sich  Skeltmi,  der  Vertreter  Karls  IL  am  Wiener  Hofe,  ähnlich 


*)  BerLkU  äi-s  Namt{  d,  iL  r8.  Dq*  iö/f).  St-A,;  vgl  auch  Klopp  l.  c. 


1^4  Emleituiig. 

vernehmen,^)  Zu  gleicher  Zeit  verhandelte  Wilhelm  van  Oranien 
mit  dem  kaiserlichen  Gesandten  im  Haag,  dem  Grafen  Strat- 
man.  Es  wurde  immer  klarer,  dass  eine  grosse  Allians^  gegen 
Frankreich  geplant  war,  der  nebst  dem  Kaiser,  Spanien,  Eng- 
land und  Holland,  auch  Brandenburg  und  Hannover  angehorett 
sollten.  Im  Mär^  1680  sprach  Karl  //.  in  der  deutlichsten  Form 
seinen  Wunsch  aus,  einem  solchen  Defensivbiindnisse  an^^u- 
gehören,  und  forderte  Leopold  auf,  entsprechetide  Massregeln 
jum  Abschlüsse  desselben  ^^u  ergreifen.^)  In  gleichem  Sinne  lau- 
teten die  Berichte  aus  dem  Haag,  aus  Brüssel  Überall  sprach 
man  die  Behauptung  aus,  dass  vom  Kaiser  der  Erfolg  oder  der 
Misserfolg  des  geplanten  grossen  Upiternehmepis  abhänge.  Leo- 
pold L  befand  sich,  als  ihn  die  Aufforderung  Karls  IL  traf 
in  Prag,  auf  der  Flucht  vor  der  Pest,  die  in  seiner  Hauptstadt 
furchtbar  wütete.  Er  war  im  Principe  citier  Einigung  mit  Eng- 
land, Spanien  tmd  den  Generalstaaten  durchaus  nicht  abgeneigt. 
Auch  er  hatte  mit  Frankreich  nur  notgedrungeti  Frieden  ge- 
schlossen und  empfand  das  Vorgehen  Ludwigs  XIV  in  der 
Reunionsfrage  nicht  minder  bitter,  als  irgend  ein  Fürst  des 
Reiches.  Allein  er  hatte  Bedenken;  er  misstraute  Karl  IL  Wie 
oft  hatte  sich  dieser  ^u  Bündnissen  gegen  Frankreich  bereit 
erklärt,  um  dann,  sobald  Ludwig  XIV.  die  Hami  etwas  mehr 
öffnete,  unter  nichtigen  Vorwänden  zurückzutreten,  fet^t  legte 
der  intime  Verkehr,  der  zwischen  dem  englischen  uptd  fran- 
zösischen Vertreter  am  Kaiserhofe  herrschte,  den  Gedanken 
nahe,  dass  es  sich  auch  diesmal  nur  um  eine  Geldfrage  hafidle, 
dass  Karl  IL  auch  in  diesem  Falle  früher  oder  später  reuig  in 
das  Lager  Ludwigs  XIV  zurückliehrenwerde.^)  Auch  beunruhigte 
den  Kaiser,  dass  die  Generalstaaten  sich  zurückhielten  und  erst 
nach  erfolgter  Erklärung  Leopolds  I  ihre  Entscheidung  treffen 
wollten. 


*)  Vgl  ^ie  Weisung  Leopolds  I.  an  Nawit{  d.  d.  18.  Mär\  1680,  St-A. 
und  die  Berichte  Skeltous  im  R.  O. 

*)  Vgl.  die  Berichte  Skeltons  R.  O.  In  einer  Eingabe  d.  d.  Prag  22.  Mär\ 
1680  R.  O.,  forderte  Skelton  im  Namen  seities  Herrn  die  Absendung  eines  hat" 
serli.hen  Gesandten  nach  London  ;  der  Kaiser  antwortete  {usagend  am  11.  April 
1680.  R.  O. 

0  Vgl.  die  Weisung  Leopolds  /.  an  Nawiti  d.  d.  iS.  Mär\  1680  St.-A. 


Einleitung. 


165 


Karl  IL  suchte,  sobald  er  Kunde  van  diesen  Besorgnissen 
des  Kaisers  erhielt,  diesen  von  der  Aufrichtigkeit  seiner  Gesinn- 
ung ^n  üher^eugen;  bot  ein  enges  Bündnis  unter  günstigen  Bedin- 
gungen an;^)  nef  Skelton  ab;-)  sandte  MiddJeton  mit  weitgehen- 
den Vollmachten  an  den  Kaiser  und  bat  denselben  um  möglichst 
schleunige  Abschickting  eines  Gesandten,  der  das  Bündnis  mit 
Engtand  sogleich  einzugehen  befugt  sein  sollte*  Tieferen  Eindrturk 
noch  als  diese  Erklärung  Karls  IL  machte  das  auf  geschickte 
Weise  in  die  Hände  Leopolds  L  gespielte  Schreiben  des  in  Lon- 
don wirkenden  spanisclu^n  Gesandtim,  der  in  beredten  Worten 
die  Gefahren  schihlerie,  die  aus  einer  Weigen/ng  Leopolds, 
dem  vorgeschlagenen  Defensii'bündnisse  seine  Zustimmung  {u 
geben,  für  das  Reich  und  für  gani  Europa  erwachsen  müssten 
und  der  von  der  Aufrichtigkeit  der  Gesinnung  Karls  IL  mit 
Überzeugung  sprach:  ,,Die  Anfänge  des  Bündnisses,  meinte  er, 
simt  da.  England  hat  seinett  Vertrag  mit  der  Republik  Holland, 
diese  hat  den  ihrigen  mit  dem  Hause  Habsburg;  es  handelt 
sich  also  nur  noch  um  den  Vertrag  ^(wisciien  dem  Kaiser,  Spa- 
nien und  Holland" ^^)  Trotzdem  pgerte  Ixopold  einen  mit  ent- 
sprechender Vollmacht  ausgestatteten  Vertreter  nach  London  ^ 
schicken.  Was  ihn  beunruhigte  war  gerade  die  Eile  der  Eng- 
länder: man  wusste  am  Wiener  Hofe,  dass  Karl  IL  mit  dem 
Vertrage  in  der  Haml,  der  ihn  ^um  Bundesgenossen  der  Ge- 
neralstaaten, der  Spanier  uful  des  Kaisers  im  Kampfe  gegen 
Frankreich  machte,  vor  das  Parlament  treten  wollte,  um  auf 
diese  Weise  einen  vorteilhaften  Eyieden  mit  seiner  Nation  ^ 
schliesse^i,  während  Leopold  die  Bee^ullgung  des  inneren  Kon- 
fliktes als  die  Vorbedingung  einer  erfolgreichen  Aktion  gegefi 
Frankreich  ansah  und  v(m  dem  Werte  einer  Allianz  nichts  hielt, 
die  Karl  IL.  ohne  vorherige  Einwilligtmg  des  Parlamentes  ein- 
geluvt icürde.  Erst  die  Nachricht  von  dem  Abschlüsse  der  spa- 
nisch^nglischen  Allianz  vom  f  um'  1680,  deren  ellßer  Artikel  den 


')  SMton   übergab  am  57.  M^ri  16S0  ein  Memoire ^  in   dem  er  erklärte, 
Kitfi  !t  habe  ihm  be fohlen^   dem  Kaiser  mit^teilen,   dass  er  bereit  sei  „drrfw- 
simum  cum   illiX  (M^)   inire  foedus^  quo  pm   memorata    mutua   securitas  vin* 
dicari  et  tranquiUitas  publica  iliam  conservari  queat*'    Als  Atitumrf  erfolgte  di 
Mitteilung  am  7/.  Mai^  dass  man  Thtm  nach  England  senden  werde. 

■)  Skelton   verliess  Wien  im  August  iöSo;  das  Recreditif  för  ihn  d.  d* 
ij,  Aug.  1680  im  R^  O. 

")  VgL  Klopp  L  e.  IL  244. 


l66  Einleitung. 

Beitritt  des  Kaisers  in  Aussicht  stellte,  sowie  das  Drängen  der 
von  Frankreich  bedrohten  rheinischen  Fürsten,  veranlasste  den 
Kaiser  die  für  den  Grafen  Thun  bestimmte  Vollmacht  aus- 
fertigen ^11  lassen,  die  diesen  strenge  anwies,  das  auf  die  Auf- 
rechthaltung  des  Nimweger  Friedens  und  die  Sicherung  des  Ruhe- 
standes gerichtete  Bündnis  nur  als  gültig  anzusehen,  wenn  auch 
das  englische  Pariamen!:  seine  Einwilligung  \u  demselben  gegeben 
haben  würde.^)  Mit  Sehnsucht  erwartete  Karl  IL,  dem  der  Ab- 
schluss  mit  dem  Kaiser  immer  mehr  als  der  beste  Ausweg  aus  dei' 
schwierigen  Lage  erschien,  in  die  ihn  die  Konflikte  mit  seinem 
Volke  und  das  Verhalten  Ludwigs  XIV  gebracht  hatten,  die 
Ankunft  Thuns,  Allein  erst  im  Sept.  1680  konnte  dieser  die 
Reise  nach  England  antreten.  Unterdessen  hatte  Middleton  im 
Namen  seines  Herrn  die  Verhatuilungen  mit  den  Vertretern 
Leopolds  begofinen  und  den  englisch-spanischen  Vertrag  als 
Grufuilage  für  das  fischen  dem  Kaiser  und  England  ab:(u- 
schliessende  Bündnis  empfohlen^)  Eine  Einigung  war  aber  nicht 
erhielt  worden,  vielmehr  waren  die  Schwierigkeiten,  die  sich  der 
geplanten  Allianz  hinderlich  in  den  Weg  stellten,  erst  bei  dieser 
Gelegenheit  deutlich  yttage  getreten.^)  Deshalb  betonte  Leopold 
in  seiner  Instruktion  für  Thun  den  Unterschied  der  Verhält- 
nisse und  wies  auf  die  ungeheure  Gefahr  hin,  in  die  er  sich 
begebe,  falls  er,  ohne  der  Unterstützung  der  Generalstaaten  sicher 
fw  sein,  mit  England  das  gewünschte  Bündnis  schliessen  sollte. 
Er  betonte,  dass  die  Franzosen,  falls  der  Kaiser  den  Englän- 
dern Hilfe  schicken  sollte,  dergleichen  „Succurs  pro  ruptura 
pacis  deuten  würden  und  wir  also  in  der  grössten  Gefahr 
stünden,  dass  sie  —  imiem  der  Seekrieg  unvergleichlich  schwerer 
und  gefährlicher  fällt  als  auf  dem  Lande  —  von  England  ab- 
lassen und  sich  gegen  dasselbe  nur  defensiv  verhalten,  hingegen 
aber  die  volle  Macht  und Kriegsschwall  gegen  uns  allein  wenden 
würden:'^)  Deshalb  enthielt  der  Vertragsentwurf  den  Thun  mit 


')  Instruktion  für  den  Grafen  Fran\  Sigismund  Thun  d.  d,  a8.  Juni  1680 
St'A.;  vgl.  Klopp  l,  c.  IL  55p/. 

•)  Middletons  Memorial  d,  d,  iH.  Aug.  1680  R,  O. 

»)  Um  die  Zweifel  Leopolds  L  :{u  beseitigen,  übergab  Middleton  12.  Sept, 
1680  ein  neues  Memoire,  in  dem  er  die  Gründe  für  und  wider  den  Abschluss 
eines  englisch-österreichisclu^n  Defensivbündnisses  erörterte  /?.  O. 

*)  Instruktion  für  Thun  d,  d.  20,  Sept,  1680  St-A, 


Einleitung. 


167 


auf  den   Weg  nahm,  *)  auch  die  Fordentng,  dass  England  sich 

p4  einer  grosseren  Truppeniahl  und  ^  rascherer  Bereitstel- 
lung derselben  verpflichten  sollte  als  der  Kaiser,  und  deshalb 
vurde  Vvm  auch  angewiesen^  deti  Beitritt  der  Generalstaaten 
und  die  Einwilligung  des  englischen  Parlamentes  f«  fordern, 
ohne  dessen  Zustimmung  an  eine  richtige  Leistung  der  ver- 
sprocJienen  Hilfe  seitens  Karl  IL  nicht  ^u  rechnen  sei.^)  Als 
Thun  in  Londmi  anlangte,  war  das  Parlament,  dem  Karl  den 
fertigen  Vertrag  vorlegen  wollte,  einberufen,  aber  noch  nicht 
^sammcfigetreien.  Um  so  eiliger  schien  dem  kaiserlichen 
Gesaftdtefi  die  Aufnahme  der  Verhandlungen^)  Er  begab  sich 
sogleich  fii  den  leitenden  Minis  fern.  Sie  empfingen  ihn  fretmd- 
lich,  gedachten  aber  der  geplanten  Allian\  mit  keinem  Worte. 
Dies  hatte  seinen  guten  Grund;  sie  hatten  durch  den  Spanier 
Rmiguillo  von  den  Forderungen  Leopolds  L,  vor  allem  van  des- 
sen Entschlüsse  Kunde  erhalten,  nur  mit  Einwilligung  des  Par- 
lamentes, also  nach  Beilegung  der  Kmißikte,  die  fischen  dem 
Könige  und  dem  Volke  bestanden,  den  Vertrag  fw  schliessetu 
\Unter  diesefi  Umständen  verlor  die  Allianz  mit  Leopold  L 
für  Karl  jeden  Wert.  Dass  ein  grosser  Teil  des  Parlamentes 
die  Verbindung  mit  dem  Kaiser  wünschte  und  einer  Offensiv- 
liga das  Wort  redete,  half  Thun  wenig.  König  Karl  löste,  nach 
mancherlei  vergeblichen  Versuchen  mit  den  Volksvetiretern  pi 
einer  Einigung  pi  gelangen,  das  Parlametit  \u  Beginn  des  Mo- 
nates Apn'l  i6Si  auf  und  schloss  {u  gleicfier  Zeit  eine  milnd^ 
liehe  Vereinbarung  mit  Ludwig  XTV.^  durch  die  er  sich  gegen 
entsprechende  fährliche  Subsidien  verpflichtete,  sich  allmählig 
von  der  Allianz  mit  Spanien  lunu^k^tqiehen  und  das  Parlament 
van  Massnahmen  zurückzuhalten ,  die  Frankreichs  Interessen 
widersprechen  würden. 

Der  Kaiser  hatte  schon  auf  die  ersten  Mitteilunge7i  seines 
Gesmuiten  hin,  die  Hoffnung  aufgegeben,  eine  seinen  Intcressett 


'>  VgL  den  Abdruck  nach  dem  im  St^A^  fAngUai  varia)  vorhandenen 
Dokumente  im  Anhange  {u  diesem  Kapitel  Nf,  i. 

*)  Instruktion  für  Thun  d.  d.  30.  Sept.  16B0  StA-  Aus  den  B^ü:hien 
Middletons,  {.  B*  s6.  ÖkL^  2,  Nm\  16S0  R,  Ö.  ist  {u  ersehen ^  dass  man  kein 
Hehl  daraus  machte,  das,s  mtin  eine  ohne  Zustimmung  des  ParlamenUs  erfol- 
gende Vereinbarung  für  nutzlos  hielt 

«)  Für  die  Verhandlungen  Tkuns  lagen  mir  die  im  St-Ä>  aufbewahrten 
Berichte  desselben  vor. 


l58  Einleitung. 

förderlicfw  Einigung  nnt  England  zustande  ^u  hriugefu  Im 
Nov,  1680  wurde  Thun  heauf trugt,  falls  das  Parlament  aufge- 
löst werdett  sollte,  von  dem  Abschlüsse  eines  Defensivbundm'sses 
mit  Karl  IL  abj^usebent  ,^da  ja  keine  Hoffnung  sei,  dass  der 
Kdtug  von  England  ohne  Parlament  das  notupcndige  Geld  her- 
geben könne" .^)  Noch  weniger  glaubte  Leopold  L  seine  Einwilli- 
gung f//  einem  Offensivbündnisse  geben  ^u  können,  von  dem 
in  den  Unterredungen  der  Parlamentsmitglieder  mit  Thun  öfters 
die  Rede  gewesen  wan  Der  i^aise?Iiche  Gesandk  erhielt  Befehl, 
steh  gegebenen  Falles  mit  mangelnder  Instruktion  {«  entschul- 
digen und  \H  erklären,  dass  er  nicht  daran  glaube,  dass  der 
Kaiser  sich  fu  einem  solchen  Bimdnisse  verstehen  würde,  ehe 
derselbe  wisse,  wie  sich  Spanien,  die  Niederlande  und  die  Fürstefi 
des  Reiches  ^u  diesem  Plane  stellen  wimien.^) 

In  der  Tat  sah  sich  Thun  im  Sommer  168t  genötigt,  von 
diesen  Bedenken  des  Kaisers  ^u  sprechen,  als  neuerliche  An- 
fragen der  spanischen  und  staatischen  Gesandten  sowie  einiger 
Engländer  an  ihn  ergingen.  Und  er  tat  dies  umso  lieben  als 
er  immer  wieder  Gelegenheit  hatte  sich  da^on  ^u  tiber^et/gen, 
dass  ein  Wechsel  iv  der  Haltung  des  englischen  Königs  nicht 
lu  hoffen  sei  Die  Bemiihungen,  denselben  pmt  Beitritte  pi  der 
von  Schweden  vorgeschlagetien  Association  ^u  bestimmen,  deren 
Zweck  die  Sichenmg  der  westphdUschen  und  nimwegischen  hrie* 
densschlihse  sein  sollte,  scheiterten;  dem  Falle  Strassburgs  sah 
er  gkiehgidtig  pi:  beantwortete  die  Klagen  Tlimis  mit  dem 
Hinweise  auf  die  geringe  Dankbarkeit,  die  er  für  seine  grossen 
dem  Kaiser  und  dem  Reiche  gebrachten  Opfer  geerntet  habe^ 
und  verpflichtete  sich  Ende  1681  gegen  neue  grosse  Geldspen- 
den Ludwigs  XIV.,  auch  der  Eroberung  Luxemburgs  durch  die 
Franzosen  ruhig  fu:pisehen.  Hs  mitsprach  der  Doppel^igigkeit 
seines  Wesens  und  seiner  Politik,  dass  er  trotzdem  im  Laute 
der  nächsten  Jahre  auch  mit  den  Feinden  Frankreichs  verkmi- 
delte,  die  Schuld  an  dem  Scheitern  der  Allian{verhandlungeft 
dem  Vorgehen  des  Kaisers  und  der  deutschen  Rciclisfiirsten  bei- 
mass^  und  den  von  den  Generalstaaten  und  dem  Kaiser  gefor- 
derten Beitritt  ^ur  Association  im  Fnihjahre  1682  im  Hinblicke 
auf  die  dem  allgemeinen  Interesse  so  feindliche  Haltung  Dane- 


")   Weisung  an  Thun  v&tH  iS.  Nov,  16S0  St-A, 

*}   Weisung  Lcopoiäs  f.  an   Thun  d,  J.  30.  Nav~  iöSo  Si,'A^ 


Einlettung. 


j6t^ 


marks  und  Brandmiburgs  ablehnte.  Auf  die  Klagen  des  sfaä- 
tischen  VWtreters  erwiderte  Thun:  ,,Die  guten  Absichten  der 
Engländer  bestehen  nur  in  Worten;  ich  ^mfle  an  dem  Ernste 
derselben,  solange  man  so  leere  Entschuldigungen  und  Anklagen 
gegen  Deutschland  vorbringt  Die  Räte  des  Königs  tadeln  es, 
wenn  wir  auf  das  Parlament  Rücksicht  nehmen,  ohne  welclies 
doch  die  Macht  des  Königs  gleich  Null  ist;  dagegen  verlangen 
sie,  dass  im  Reiche  alle  Fürsten,  deren  jeder  doch  seinen  eigenen 
Willen  hat,  mit  dem  Kaiser  gehen  sollen.  Dies  ist  unmöglich. 
Was  der  Kaiser  seinerseits  vermag,  Ist  geschehen  oder  geschieht 
Er  ist  fest  ^ur  Abwehr  des  Unrechtes  entschlossen;  steht  ge- 
r listet,  wie  nie  ip/vor;  er  hat  die  van  Schweden  beantragte  As- 
sociation gezeichnet;  eine  Reihe  deutscher  Fürsten  steht  pi  ihm. 
Desgleichen  ist  die  Republik  Holland  in  diesen  Bund  eingetreten; 
auch  der  König  von  Spanien  geht  mit  dem  Kaiser  \Wnn  nun 
auch  noch  England  eintritt,  so  können  wir  Brandenburg  und 
Dänemark  verschmerzen.  Auf  England  kommt  es  an,  die  Hoff- 
nung au  f  dasselbe  ist  freilich  nicht  gross:*^) 

Thun  behielt  mit  seinem  Miss  trauen  in  die  Aufrichtigkeit 
der  Ätissenmgen  Karls  IL  Recht.  Je  geringer  die  Aussicht  auf 
eitmt  Ausgleich  im  Inneren  wurde,  desto  enger  schlössen  sich 
die  königlichen  Brüder  an  ihren  geldspendenden  Nachbar  an, 
desto  ängstlicher  stuhle  Karl  IL  alles  ^  vermeiden,  was  ihn 
in  Konßikte  mit  Ludwig  XI\\  vef^ickeln  kannte.  Als  Leopold  /., 
sobald  die  Unvermeidlichlteit  des  Türkenkrieges  ausser  Zweifel 
stand,  an  Karl  //,  wie  an  alle  Fürsten  der  Christenheit,  die 
Bitte  richtete,  ihm  beizustehen,  oder  doch  wenigstens  dahin  fw 
wirken,  dass  Ludwig  XI\\  für  die  Zeit  dieser  Bedrängfiis  von 
Feindseligkeiten  gegen  den  Kaiser  abstehe,  antwortete  der  eng- 
lisclw  König  mit  leeren  Redensarten  und  erklärte  schliesslich,  er 
würde  sich  durch  eine  solche  Forderung  an  Frankreich  lächerlich 
machen,^)  Und  ebenso  j^arte  Rücksicht  geigte  er,  als  L.udwig  XLV. 
im  Herbste  i68j  in  die  spanischen  Niederlande  einfiel  und  die 
spanische  Regierung  auf  Grund  des  spanisch-englisctien  Ver- 
trages van  i6So  die  Hilfe  der  Bundesgenossen  ^ur  Abwehr  der 
französischen  Übergriffe  fordi^rte.  Karl  H  suchte  Ausßiichte; 
lehnte,  als  die  Spanier  auf  einer  decidirten  Erklärung  bestanden, 


<)  BerUit  Ihufis  vom  fj.  April  1Ö82  SfM,;  vgL  Khpp  L 
*)  VgL  Klapp  L  c.  U.  389. 


IL  36y, 


\ 


I^Ö  Einjeitung. 

die  Erfüllung  der  VertragsbesUmmungen  im  Hinblicke  auf  die 
Wirreft  im  Inneren  des  Landes  ab  und  erklärte  auf  die  immet^ 
erneuert en  Bitteft  der  Staat isclwn  und  spanischen  wie  der  kaiser- 
lichen Gesandten  im  Frühjahre  16S4,  dass  auf  eine  Hilfeleistung 
seinerseits  nicht  ^  rechnen  sei  ,,Nehmt  die  französischen  Ver^ 
träge  an,  äusserte  er  sich,  dann  verspreclie  ich  Euch  binnen  j  Mo- 
vaten  ein  Parlament  ^u  berufen  und  den  Stillstand  kräftig  ipi 
garantiren,  und  ^ar  für  das  gesammte  Haus  ÖsterreichJ*^ 
Die  schroffe  Art,  in  der  Karl  //  die  Mitwirkung  am  Kampfe 
gegen  Ludwig  XIV.  ablehnte,  tat  ihre  Wirkung.  Die  Gefteral- 
staatefi  traten  mit  Frankreich  in  Unterhandlungen  ein.  Ihr 
erstes  Angebot,  das  nicht  gan^  den  von  Ludwig  XIV.  gestellten 
Fordertmgen  tntsprach,  wurde  p^riickgewiesen^  Unterdessen  er- 
folgte die  Einnahme  Luxemburgs,  die  Beschiessung  Genua's, 
Die  Verbündetcfi  sahen  ein,  dass  ihr  Widerstand  vergebetis  sei; 
sie  entschlossen  sich,  mit  Ftankreich  auf  Grundlage  der  vim 
dieser  Macht  vorgeschlagenen  Bedingungen  ein  Abkommen  p4 
treffen-  Die  Generalstaaten  gingen  voran,  Spanien  und  das 
Reich  folgtefh  Am  75.  Juli  1684  gab  Leopold  L  seine  EinwilU- 
gung  fwm  Abschlüsse  eines  WaffenstilhtafuleSy  den^Jahre  dauern 
und  dem  Fran\ösenkönige  für  diese  Zeit  die  Reunionen,  die  bis 
lum  I.  August  1681  erfolgt  waren  —  Strassburg  eingerechnet  — 
sichern  sollte.  Thmt  erhielt  in  den  letzten  Tagen  des  Juli  1684 
die  Weisung,  dem  englischen  Kmige  von  diesen  EntSchliessungen 
Mitteilung  ^u  machen,  die  Vermittlung  desselbefi  bei Didwig  XIV. 
und  lu  gleicher  Zeit  die  Garantie  des  ah fusch liessenden  VVr- 
träges  durch  Karl  IL  \u  fordernd)  Mit  Freuden  erklärte  sich 
dieser  ^ur  Erfüllung  der  kaiserlichen  Wünsche  bereit:  einer 
der  leitenden  englischen  Minister  wiederholte  das  Verspreclmi 
seines  Herrtt  bezüglich  der  Garantie.  Kur^e  Zeit  darauf 
"  75.  August  1684  —  wt4rdc  der  Waffenstillstand  ^wisclum 
Frankreich  und  dem  Reiche  ^/  Regefishurg  unter:{€ichnet.  Nur 
ungern  und  gedrängt  durch  die  Lage  der  Dinge  hatte  sich 
Leopold  L  pi  demselben  entschlossen.  Aber  es  war  nicht  seine 
Absicht,  dem  Feinde  das  abgetretene  Gebiet  nach  Ablauf  des 
Waffenstillstandes  ^i  lassen,  noch  viel  weniger  aber  ^u^usehen, 
dass  Ludwig  XTV.  noch  innerhalb  dieser  Frist  die  Einwilligung 


I)  Bericht  des  Grf.  Tkun  d.  d.  i2.  Mm  1684  St-A,  VgL  Klopp  L  c.  <//. 
')  Wmsuttgan  an  Thun  wm  Juli  1684  St'A^ 


Einleitung.  lyi 

fe/w  dauernden  Besitze  dieser  Gebiete  von  den  Beteiligten  er^uoinge. 
Aus  diesem  Grunde  legte  Leopold  L  auf  die  Garantie  des  Waffen^ 
Stillstandes  seitens  des  englischen  Königs  so  grosses  Gewicht,^) 
aus  diesem  Grunde  hatte  Thun  sie  fw  wiederholtenmalen  be^ 
gehrt  und  sich  über  die  anstandslose  Einwilligung  der  eng- 
lischen Regierung  so  gefreut^)  Als  er  aber  bald  nach  dem  Ab- 
schlüsse des  Waffenstillstandes  den  englischen  König  an  des- 
sen wiederholt  gegebenes  Wort  erinnerte,  fand  er  durchaus 
nicht  das  gleiche  Entgegenkommen  wie  vorher;  Karl  II  hatte, 
als  er  Thun  das  Versprechen  gab,  nicht  gewusst,  dass  Lud- 
wig XIV.  auf  das  energischeste  gegen  eine  derartige  Garantie 
Englands  protestieren  werde,  die  ihm  bei  seinen  Plänen,  deti  ihm 
zeitlich  überlassenen  Besit^  bei  der  ersten  sich  bietenden  Ge- 
legenheit Tju  einem  dauernden  ^u  machen,  hinderlich  werden 
musste.  Nun  war  aber  die  Einrede  Ludwigs  XIV,  erfolgt  und 
Karl  war  entschlossen,  nichts  ^u  tun,  was  ihn  dem  Manne  etit- 
fremden  kannte,  von  dem  allein  er  Rettung  aus  der  bedrängten 
Lage  erwarten  durfte,  in  der  er  sich  befand.  Deshalb  seine 
Ausflüchte,  als  Thun  ihn  mahnte  und  seine  endliche  Erklärung, 
er  könne  sich  des  gegebenen  Versprechens  nicht  entsinneti.^) 
Wenn  er  dann  auf  Thuns  heßige  Äusserungen  hin  sich  doch 
in  Unterhandlungen  einliess  und  um  die  Ausfertigung  eines 
Vertragsefitxjourfes  bat,  so  geschah  dies  nur,  um  seine  Absage 
in  eine  weniger  verleidende  Form  ^i  kleidefu  Thun  aber,  der 
alsbald  die  wahren  Absichteft  Karls  IL  durchschaute,  bat  den 
Kaiser  um  seine  Abberufung.  Sie  wurde  ihm  gewährt.  Aber 
wenige  Tage  bevor  das  betreffettde  Schriftstück  von  Wien  ab- 
gesandt wurde,  starb  Karl  IL  und  Thun  erhielt  alsbald  den 
Befehl,  seine  Abreise  Tjti  verzögern  und  mit  dem  neuen  Könige, 
dessen  Auftreten  beim  Kaiser  die  Hoffnung  auf  eine  energischere 
Vertretung  der  allgemeinen  Interessen  durch  England  erweckt 
hatte,  in  Verhandlungen  einzutreten.^) 


')  Weisungen  an  Thun  vom  luli  und  August  1684  5/.-/1. 

•)   ygl'  die  bei  Klopp  //.  4^7  ^Herten  Berichte  Thuns, 

»)  Bericht  Thuns  d,  d,  10.  Nov.  1684  St-A.  Vgl  Klopp  U  c,  IL  441. 

*)  Man  entschloss  sich  deshalb,  auch  den  Grafen  Martinit^  \ur  Beglück- 
wünschung  nach  London  {u  senden.  Leopold  L  an  Thun  ip.  Mai  168$  St.-A. 
Daselbst  auch  die  Instruktionen  für  Martinit\  und  Thun,  Vgl,  auch  Klopp  l,  c, 
HL  37  und  47  f. 


fj%  Einleitung* 

Man  wird  nicht  leiigmn  können,  dass  Jakob  IL  es  in  dm 
ersten  Zeiten  seiner  Regierung  vortrefflich  verstanden  haU  die 
Gegner  Frankreichs  in  ihren  freudigen  Er-wärtungeti  fu  be- 
stärken. Er  gab  dem  kaiserlichen  Gesandten,  der  ihn  pir 
Thronbesteigung  beglückwimschte,  das  Versprechen,  sobald  sein^ 
inneren  Feinde  besiegt  seien,  energisch  im  Interesse  des  Kaisers 
^u  wirken:  trat  in  intime  Begehungen  ^u  Wilhelm  von  Oranien : 
enieuerte  im  August  1685  den  Vertrag,  den  sein  Bruder  vor 
Jahren  mit  den  Generalstaaten  geschlossen  hatte  und  versprach 
ein  gleiches  den  Spaniern.  Graf  Tliun,  der  ursprünglich  Be- 
denken in  die  Aufrichtigkeit  der  Äusserungen  Jakobs  IL  gesetzt 
hatte,  stimmte  allmählig  in  den  Chor  der  Bewunderer  ein.  Als 
er  im  Spätsommer  168%  das  Inselreich  verliess,  verglich  er  iti 
seinem  Berichte  an  den  Kaiser  Karl  IL  und  Jakob  IL  und  hob 
hervor,  wie  wesentlich  sich  die  Verhältnisse  pi  Gunsten  der 
Gegner  Frankreichs  gebessert  hätten.^)  Allein  er  täuschte  sich 
ebenso,  wie  alle  jene,  die  von  Jakob  IL  ein  energisches  Vor- 
gehen im  Interesse  der  allgemeinen  Wohlfahrt  erhofftet!,  Thun 
wusste  nicht f  dass  Jakob  IL  in  eben  den  Tagen,  da  er  mit  defi 
Gegnern  Ludwigs  XIV.  verhandelte ,  auch  mit  dessen  Vertreteni 
Konferenzen  hatte,  und  dass  er  nur  deshalb  mit  diesen  nicht 
abschlöss,  weil  er  die  Gegenleistungen  Frankreichs  nicht  für 
genügend  und  es  in  seinem  Interesse  gelegen  hielt,  so  lange  es 
ging,  nach  tyeiden  Seiten  bin  ff/  verhandeln,  um  sich  dann  d^m 
meistbietenden  ^u  verkaufen. 

Nur  diese  Unklarheit  über  den  Stand  der  französisch-eng- 
lischen Begehungen  und  der  Wunsch  kein  Mittel  unversucht 
p(  lassen,  um  die  Zahl  der  Bundesgenossen  im  Kampfe  gegen 
Ludwig  XIV.  ff/  vermehren ,  lassen  es  begreiflich  erscheinen, 
dass  Leopold  I  im  Sommer  1686,  bald  nach  dem  Abschlösse 
des  Augsburger  Bündnisses  und  des  Vetirages  mit  Kurbran- 
denhurg,  sich  pi  einem  neuen  Versuche  entschloss,  Jakob  IL  in 
das  Lager  der  Franzosen  fein  de  hinüberzuziehen.  Die  Instruktion, 
die  Graf  Kauniti  mitbekam,  ^eigt  deutlich,  in  welchem  Sinne 
der  Kaiser  in  ein  Bupulesverhältnis  \u  England  treten  wollte. 
Der  kaiserliche  Gesandte  sollte  dem  englischen  Konige  den 
Nachweis  fükren,  dass  Ludwig  XIV  nichts  geringeres  im 
Schilde  fütire,  als  Belgien  an  sich  ^u  reissen  und  das  römische 


t)  Vgl  Klapp  L  c.  HL  J3f. 


Einleitung.  Xf,^ 

Reich  ^u  ^zerstückeln;  dass  derselbe  in  selbstsüchtiger  Absicht  die 
guten  Be:{iehungen  fischen  Engländern  und  Niederländern  zu 
trüben,  die  Differenzen  {wischen  König  und  Parlament  in  Eng^ 
land  ^u  vergrössern  suche.  Er  sollte  dem  Frieden  fischen 
Jakob  und  dessen  Volke  das  Wort  reden  und  dem  Wunsche 
des  Kaisers  Ausdruck  verleihen,  den  englischen  König  in  die 
Reihe  derjenigen  eintreten  ^u  sehen,  deren  Ziel  die  Aufrecht- 
Haltung  des  Friedens  und  die  Wahrung  des  Rechtes  sei.  In 
diesem  Sinne  sei  das  Augsburger  Bündnis  geschlossen  worden, 
in  diesem  Sinne  habe  sich  Leopold  mit  dem  Brandenburger 
geeinigt,  in  diesem  Sinne  biete  er  nun  auch  Jakob  die  Hattd 
^um  Bufuie,^) 

Kaunitj  hatte  alsbald  Gelegenheit  sich  davon  ^u  über- 
zeugen, wie  wenig  die  Wirklichkeit  den  Voraussetzungen  des 
Wiener  Hofes  entsprach.  Er  erfuhr  im  Haag  von  Wilhelm, 
dass  die  englisch-staatischen  Beziehungen  sich  bedenklich  ge- 
trübt hätten,  dass  der  englische  König  in  steter  enger  Fühlung 
mit  Ludwig  XIV,  lebe.  Der  Oranier  versicherte  ihm,  dass  ei' 
an  den  Abschluss  einer  englisch-österreichischen  Allianz  nicht 
glaube.  Der  Ratspensionär  Fagel  ging  noch  weiter;  er  widerriet 
dem  kaiserlichen  Gesandten  im  Interesse  des  kaiserlichen  An- 
Sehens  die  Reise  nach  England,  Vielleicht  wäre  es  auch  das 
beste  gewesen,  dem  Rate  dieses  erfahrenen  Staatsmannes  ;f// 
folgen.  Kaunitz,  an  seine  Instruktion  gebunden  und  durch- 
drungen von  der  Überzeugung,  dass  man  kein  Mittel  unver- 
sucht lassen  dürfe,  begab  sich  nach  London  und  suchte  im 
Sinne  seiner  Regierung  —  doch  mit  der  durch  die  Äusserungen 
Wilhelms  mid  Fagels  bedingten  Vorsicht  —  den  englischen 
König  für  die  Ideen  des  Kaisers  ;f«  gewinnen, 

Jakob  II,  der  noch  immer  mit  Frankreich  nicht  abge^ 
schlössen  hatte,  erwiderte  auf  die  Klagen  des  kaiserlichen 
Gesandten  über  Ludwigs  XIV,  gewalttätiges  Vorgehen  mit 
freundlichen  Worten,  wich  aber  einer  bindenden  Erklärung 
aus.  Kaunitz  erkannte,  dass  Wilhelm  und  Fagel  die  Verhält- 
nisse richtiger  beurteilt  hatten,  als  die  Minister  Leopolds,  Er 
sah,  wie  mächtig  die  französisch  gesinnte  Partei  am  Hofe  fa- 
kobs  war,  wie  reichlich  die  Mittel  waren,  mit  denen  sie  ihr  Ziel 
verfolgte,  den  Ausgleich  zwischen  König   und  Parlament  z^ 


»)  Vgl,  :die  Analyse  der  Instruktion  für  Kaunit:^  bei  Klopp  /.  c.  IIL  2^^ ff. 


t74  Einleitung. 

hindern  und  Jakob  IL  mit  den  Gegnern  Frankreichs  fw  Ver- 
feinden,  und  drückte  dem  Kaiser  seine  Überzeugung  atis,  dass 
dieser  von  Jakob  IL  nichts  ju  hoffen  habe.^)  Das  einzig  tröstliche, 
was  er  seinem  Hofe  berichten  konnte^  war  die  Meinung  des  mit 
den  englischen  Verhältnissen  wohl  vertrauten  Spaniers  Ron- 
quillo.  Der  Kaiser  habe  sich,  so  lautete  sie,  von  Jakob  IL  nichts  {ti 
versprechen,  dagegen  könne  er  aiuh  darauf  rechnen,  dass  Ja- 
kob IL  sich  von  Ltuiwig  XLV.  nicht  jum  Bruche  mit  den  Ver- 
einigten Niederlanden  verleiten  lassen,  nicht  in  eine  Allianz  mit 
Frankreich  eintreten  und,  falls  eine  Einigung  mit  dem  Parla- 
mente erreicht  werden  sollte,  schon  im  eigenen  Lnteresse  das 
Gleichgewicht  in  Europa  \u  erhalten  suchen  werde.  Diese 
letztere  Aussicht,  glaubte  Kaunit^  beifügen  ^u  müssen,  würde 
tröstlich  sein,  wenn  nicht  die  Erfüllung  der  Bedingung,  an 
welche  dieselbe  sich  knüpft  —  die  Einigung  mit  dem  Parla- 
mente —  mehr  ^u  wünsclien  wäre,  als  \u  hoffen;  erreichbar  nur 
durch  ein  Wundert)  Das  Wufider  blieb  aus.  Wenige  Tage  nach 
der  Absendung  dieses  Berichtes  hatte  Jakob  LL.  das  Parlament 
aufgelöst  und  Frankreichs  Bemühungen,  den  englischen  Köfiig 
mit  seinem  Neffen  ju  entzweien,  nahmen  ihren  Fortgang. 

Man  begreiß  unter  diesen  Umständen  nicht,  wie  Leopold  L 
auf  den  Gedanken  kommen  lionnte,  an  Jakob  LL.  mit  der  For- 
derung heranzutreten,  die  Garantie  für  die  Einhaltung  des  Re- 
gensburger Waffenstillstandes  yi  übernehmen,  die  Karl  LL  be- 
reits abgelehnt  hattet)  Kaunit^  holte  sich,  als  er  —  Mai  1687  — 
eine  deutliche  Antwort  forderte,  ein  Refus.^)  Bald  darauf 
verliess  er  London ;  er  war  nun  fest  überzeugt,  dass  jedes  Be- 
mühen, Jabob  LL  ^u  einer  Franzosen  feindlichen  Haltung  ju  be- 
stimmen, erfolglos  bleiben  werde.  Die  Ereignisse,  die  folgten, 
c^eigten,  dass  er  sieht  nicht  getäuscht  hatte.  Die  Konflikte  ^^wisclien 
König  und  Volk  trieben  Jakob  IL  immer  mehr  in  ein  Ab- 
hängigkeitsverhältnis {u  Ludwig  XIV.,  das  dieser  überaus  ge- 
schickt in  seinem  Lnteresse  aus\unüt:{en  verstand.  Bald  geriet 
Jakob  mit  dem  ein\igen    Verbündeten,  den  er  am  Kontitiente 


»)  Berichte   Kaunit\s  vom   Febr.    1687  St.-A.     Vgl.   amh   Klopp  L  c,  IlL 

»)  Bericht  Kuimit^s  ä.  d.  21.  Febr.  16S7  St-A^ 

»)  Weisungen  Leopolds  L  an  Kaunit{  vom  April  1687  St-A, 

-)  Bericht  Kaunit^s  d.  d.  p.  Mai  1687 ^  vgl.  Klopp  /.  c,  IIL  ^42. 


Einleitung.  fji^ 

hatte,  mit  den  Niederländern,  in  Feindschaft^  während  der  Un- 
wille der  Nation  immer  bedenklichere  Dimensionen  annahm. 
Die  Gegner  Frankreichs  gäben  jede  Hoffnung  auf^  das  Inselreich 
für  die  Idee  der  Zurückweisung  der  französischen  Übergriffe 
ju  gewinnen,  solange  Jakob  II  König  von  England  war. 

Aber  schneller  als  irgend  jemand  hätte  ahnen  können^  er^ 
füllte  sich  das  Schicksal  der  Stuarts  in  England.  Die  verblendete 
katholische  Restaurationspolitik  Jakobs  II  und  die  Gewaltsam- 
keit,  mit  der  er  von  seinen  vermeintlich  unbeschränkten  Herr- 
scherrechten Gebrauch  machte,  rief  bei  dem  seit  langem  in 
seinen  Gefühlen  verletzten,  in  seinen  Interessen  benachteiligten 
Volke  eine  steigende  Erregung  hervor,  die  sich  immer  klaret 
in  dem  Wunsche  ausdrückte,  der  Herrschaft  Jakobs  II,  wenn 
nötig  auch  auf  gewaltsamen  Wege,  ein  vorzeitiges  Ende  ju  be- 
reiten. Wie  von  selbst  richteten  sich  die  Blicke  aller  Uh{ti- 
friedenen,  in  ihrer  politischen  und  religiösen  Freiheit  Bedrohten, 
auf  Wilhelm  von  Oranien,  den  Gemahl  der  Thronerbin  Maria, 
der  so  viele  Beweise  seiner  konstitutionellen,  antikatholischen  Ge- 
sinnung und  seiner  Feindschaft  gegen  Ludwig  XIV.  gegeben 
hatte.  Nur  i^ögemd  war  Wilhelm  auf  die  Anerbietungen  ein- 
gegangen, die  ihm  die  englischen  Gegner  Jakobs  II.  gemacht 
hatten.  Erst  im  Laufe  des  Jahres  1688,  als  er  der  Zustimmung 
der  Generalstaaten  und  der  Unterstützung  mächtiger  Fürsten, 
^umal  des  Brandenburgers,  sicher  war,  lieh  er  den  Bitten  seiner 
englischen  Freunde  Gehör,  die  umso  dringender  wurden^  je 
grösser  nach  der  im  Juni  1688  erfolgten  Geburt  eines  Sohnes 
Jakobs  II.  die  Gefahr  einer  dauernden  katholisch-despotischen 
Regierung  wurde.  Am  15.  Nov.  1688  landete  Wilhelm  an  der 
englischen  Küste;  bald  darauf  vollzog  sich  in  stürmischer  Weise 
der  lange  vorbereitete  Abfäll  aller  Freunde  der  protestantischen 
Religion  und  eines  freien  Parlamentes  von  dem  legitimen  Könige. 
Ende  des  Jahres  musste  Jakob  II  das  Land  verlassen;  er  er- 
schien als  Flüchtling,  Hilfe  suchend,  am  Hofe  Ludxjoigs  XIV. 
Die  Ordnung  der  staatlichen  Verhältnisse  in  England  ging 
dann  rasch  von  statten ;  schon  im  Februar  1689  bestiegen  Maria 
und  Wilhelm  den  für  erledigt  erklärten  Thron. 

Für  die  Beziehungen  Österreichs  und  Englands,  die  wir 
in  diesem  Zusammenhange  allein  \u  berücksichtigen  haben,  war 
der  Dynastiewechsel,  der  sich  in  England  vollzogen  hatte^  ein 
Ereignis  von  der  grössten  Tragweite.  Wir  kennen  die  ablehnende 


j^  Einleitung. 

Haltung,  welche  die  beiden  letzten  Könige  aus  dem  Hause  Sttmti 
ikn  ßestretungen  der  österreichischen  Herrscher  gegenüter  ein- 
genommen häbm,  so  ojt  diese  sie  für  den  Plan  eitler  grossen 
Coalition  ^ur  Abwehr  der  französischen  Übergriße  pi  gewinnen 
gesucht  hatten  nmi  waren  in  der  Lage  ^u  verfißlgen,  wie  schwer 
die  Interessen  des  Hauses  Habsburg  durch  das  Abhiing/gkeits- 
verhältnis  geschädigt  wunien,  in  das  die  Stuarts  {u  Ludwig  A7V' 
geraten  waren.  Wie  mit  einem  Schlage  waren  nun  durch  den 
Dynastiewechsel,  durch  die  Thronbesteigung  Wiltielms,  alle 
Schwierigkeiten  iiinwegge räumt,  die  bisher  den  Abschluss  eines 
österreichisch-englischen  Bfmdnisses  gehindert  hatten.  Das  eng- 
lische Volk,  das  längst  erkannt  tmtte ,  dass  ihm  vom  Hause 
Habsburg  weit  weniger  Gefahr  drohe,  als  von  dem  benach- 
barten Frankreich,  dessen  Herrscher,  in  katholischen  und  de- 
spotischen Ansciiauungen  befangen,  seit  /ahr:^ehnten  die  mäch- 
tigsten Helfer  der  volksfeindlictn'n  Bestrebungen  der  Stuarts 
gewesen,  und  das  daher  seit  langem  für  eine  Einigung  mit 
Spanien  und  mit  dem  Kaiser  eingetreten  war,  stand  nun  unter 
der  Leitung  eines  Fürsten,  der  sich  die  Abwehr  der  franiösischen 
Übergriße  {ur  Lebensaufgabe  gemacht  und  in  der  festen  Absicht 
den  englischen  Boden  betreten  hatte,  den  Kampf  mit  dem  ge- 
waltigen Gegner  sobald  als  möglich  aufzunehmen. 

Für  den  Kaiser  war  der  Wechsel ,  der  sich  in  England 
vollzogen  hatte,  umso  erfreuliciier,  als  er  sich  seit  Monaten 
im  offenen  Kampfe  mit  Ludwig  XIV.  befand.  Es  kann 
nicht  unsere  Aufgabe  sein,  in  diesem  Zusammenhange  den 
Gründen  nachzugehen,  die  den  französischen  Herrscher  im 
Herbste  1688  z^ir  Kriegserklärung  an  den  Kaiser  und  das 
Reich  veranlasst  haben.  Es  war  nicht  eine  einzelne,  sondern 
find  Fülle  von  Ursachen,  die  ihn  dazu  bewogen;  der  Wunsch 
nach  Sicherstellung  des  bereits  erobetien  Getötetes,  wie  die  Be- 
gier nacfi  weiteren  Annexionen:  die  Furcht  vor  dem  Empor- 
kommen der  kaiserlichen  Macht,  die  ihre  Überlegenheit  im 
Kriege  gegen  die  Türken  erwiesen  und  im  Osten  Europa's  Er- 
folge davongetragen  hatte,  die  auch  dem  Franzosenkönige  Be- 
sorgnis einßosten ;  die  ablchnemie  Haltung  des  deutschen  Reiches, 
die  sich  in  der  Weigerung  desselben  ausdrückte,  den  Waffen- 
stillstand von  16S4  in  einen  definitiven  Frieden  umzuwandeln; 
dk  Umkehr  so  vieler  deutscher  Fürsten  —  insbesondere  des  Kur- 
fMrsien  von  Brandenburg  ~  die  so  lange  die  Interessen  Frank- 


Einleitung.  Xn^j 

reichs  vertreten  hatten;  der  Verlauf  des  Kölner  Coadjutorstreites, 
der  pfälzischen  Erbschaftsangelegenheit;  das  Bündnis  Polens 
mit  dem  Kaiser;  der  Übergang  Schwedens  in  das  Lager  der 
Gegner;  das  feindliche  Vorgehen  des  Papstes,  und  nicht  in 
let(ter  Linie  die  drohende  Haltung,  die  Wilhelm  von  Oranien, 
der  Herr  der  Niederlande  und  Thronkandidat  in  England, 
annahm;  all  dies  liess  in  Ludwig  XTV.  den  Gedanken  reifen, 
den  Plänen  seiner  Gegner,  die  er  nur  all^u  gut  kannte,  zuvor- 
zukommen^ um  durch  einen  rasch  und  energisch  geführten 
Schlag  gegen  den  Kaiser  und  das  Reich  seine  noch  nicht  ganz 
geeinigten  Gegner  z^f  trennen,  die  schwankenden  und  zögernden 
auf  seifte  Seite  z^i  ;f/V'Ä^«.  Sein  Plan  misslang;  die  Grausam- 
keit, mit  der  Frankreichs  Soldaten  das  südliche  Deutschland 
verwüsteten,  führte  nicht  z^  der  von  Ludwig  XIV,  erwarteten 
sofortigen  Unterwerfung  seiner  Gegner;  reizte  diese  vielmehr 
ZU  epurgischerem  Widerstände,  Und  zu  gleicher  Zeit  raubte  das 
geglückte  Wagnis  Wilhelms  von  Oranien  dem  Könige  von 
Frankreich  nicht  nur  die  Bundesgenossenschaft  Englands,  auf 
die  er  bei  seinen  Unternehmungen  gehofft  hatte;  er  mtisstevieU 
mehr  mit  Sicherheit  darauf  rechnen,  dass  die  gewaltigen  Mittel 
dieses  Staates  in  kürzester  Frist  seinen  Gegnern  zur  Verfügung 
stehen  würden.  In  der  Tat  trug  Wilhelm,  kaum  dass  er  Herr 
in  England  war,  dem  Kaiser  die  Erneuerung  der  alten  Freund" 
schafl  an,  die  Österreichs  und  Englands  Herrscher  in  früheren 
Zeiten  verbunden  hatte  und  Leopold  I  entschloss  sich,  so  lockend 
ihm  auch  als  eifrigem  Katholiken  der  zu  gleicher  Zeit  von 
Ludwig  XIV,  gemachte  Vorschlag  erscheinen  musste,  durch  die 
gewaltsame  Rückführung  fakobs  II  auf  den  englischen  Thron 
die  Sache  des  Katholizismus  in  Europa  zu  stärken,  die  ihm, 
dargebotene  Hand  des  Oraniers  zu  ergreifen. 

Schon  längere  Z^it  stand  dieser  als  Haupt  der  Vereinigten 
Niederlande  mit  dem  Kaiser  in  Unterhandlungen;  jetzt  erklärte 
er  als  Herrscher  Englands,  an  dem  Kriege  dieser  beiden  Mächte 
gegen  Frankreich  teilnehmen  zu  wollen  und  sprach  dem  schleu- 
nigen Abschlüsse  des  staatisch-österreichischen  Bündnisses  das 
Wort.^)  Am  ii,  April  gaben  die  Generalstaaten  ihre  Einwilli- 
gung,    ein  Schutz-  und    Trutzbündnts    mit  dem    Kaiser   zur 


*)  ygi»  fi^r  die    Verhandlungen,   die  \um   Abschlüsse  dieses  Bündnisses 
führten.  Klopp  L  c.  IV,  414  ff, 

Österreidiisch-eDglische  StaaUvertrfige.  Bd.   •  12 


I  ^8  Einleitung. 

Wahrung  ihrer  beiderseitigen  Interessen  ij[u  sMiessen,  dem 
Spanien  und  England  beitreten  sollten  und  teilten  Wilhelm  die 
Bedingungen  mit,  unter  denen  der  Vertrag  zustande  kommen 
sollte,  Wilhelm  hiess  dieselben  gut  und  erklärte,  es  sei  ihm  gleich- 
giltig,  ob  er  —  als  Herrscher  Englands  —  sofort  oder  spater  dem 
BüPidnisse  beitrete;  doch  empfahl  er  die  Angelegenheit  sobald  als 
möglich  ^(uEnde  zuführen.  Bald  darauf  wurden  die  Verhandlun- 
gen in  Wien  aufgenommen ;  man  einigte  sich  rasch;  die  ein\igc 
erhebliche  Schwierigkeit  bildete  die  Forderung  der  Generalstaaten 
an  den  Kaiser,  den  Frieden  mit  den  Türken  sogleich  {U  schlies- 
sen.  Auf  die  entschiedene  Weigerung  Leopolds  /.,  in  dieser  Frage 
ein  bindendes  VWsprechen  ^u  geben,  standen  die  Vertreter  der 
Staaten  von  ihrem  Begehren  ab,  d^igegen  willigte  Leopold  L  ein, 
dass  die  schwerwiegenden  Zusagen,  die  ihm  die  Generalsiaaten 
in  den  Fragen  der  spanischen  Succession  und  der  deutschen 
Königswahl  f«  machen  sich  bereit  erklärten,  in  einem  separaten 
Geheimartikel  ihren  Ausdruck  finden  sollten.  Schon  am  12,  Mai 
1689  konnte  das  Bündnis  unter:^eichnet  werden,^)  Es  lautete  auf 
Schut^  und  Trut:^  nicht  {//  Eroberungen,  sondern  ^ur  Herstellung 
des  durch  den  westphä tischen  und  pyrenäischen  Frieden  gescliaffe- 
nen  Zustandes;  Lothringen  sollte  seinem  rechtmässigen  Besitzer 
wiedergegeben,  die  Reunionen  rückgängig  gemacht  werden.  Es  ent- 
sprach dem  Wunsche  beider  Parteien,  die  gegenseitigen  religiösen 
Gefühle  :iu  schonen,  dass  in  dem  Vertrage  jede  Erörterung  reli- 
giöser Fragen  vermieden  wurde.  Der  Kaiser  verpflichtete  suh 
bei  Spanien,  die  Generalstaaten  bei  England  für  den  Eintritt  in 
das  Bündnis  {//  intervenieren.  In  dem  geheimen  Separatar- 
tikel verpflichteten  sich  die  Generalstaaten  für  die  Aner- 
kennung der  Erbrechte  der  deutschen  Linie  des  Hauses  Habs- 
burg beim  Aussterben  der  spanischen  Linie  dieses  Geschlechtes 
und  für  die  Wahl  Josefs,  Leopolds  I.  erstgeborenen  Sohnes,  ^^um 
deutschen  Könige  einzutreten.  Ausdrücklich  wurde  festgesetzt, 
dass  nur  Wilhelm,  nicht  aber  Spanien  von  diesem  Gelwim- 
artikel Kunde  erhalten  und  ^ur  Einhaltung  desselben  aufge- 
fordert werden  sollte. 

Es  gelang  dem  Kaiser  unschwer  den  Beitritt  Spaniern 
lum  Bündnisse  vom  12.  Mai  1689  durcl^uset^ett,  Dass  Wil- 
helm HL  dasselbe  tun  werde,   konnte  umso  weniger  be:^'eifelt 


*)  Für  die  Drucke  «.  a,  Dumont  VIII 2  22g,  vgl.  Bittner  /.  c.  joo. 


Einleitung.  |^q 

werden,  als  das  Parlamcfit  in  eben  den  Tagen,  da  die  Unter- 
leichnung  des  staatisch-österreichischen  Bündnisses  erfolgte, 
Ludwig  XIV.  den  Krieg  erklärte.  In  der  Tat  ruihmen  die  Ver- 
liandlungen,  die  bald  darauf  am  Hofe  Wilhelms  IIL  geführt 
wurden,  einen  günstigen  Verlauf  Am  9.  Sept,  1689  unter- 
^eichfiete  der  englische  König  das  Dokument,  durch  das  er  dem 
österreichisch'Staa tischen  Bündnisse  beitrat,  alle  Verfügungen 
desselben  guthiess  und  für  die  Einhaltung  der  übernommenen 
Verpflichtungen  garantierte.  In  einem  besonderen  Schriftstücke 
gab  er  ein  gleiches  Versprechen  bezüglich  der  Gegenstätide, 
die  in  dem  geheimen  Separatartikel  ihre  Erörterimg  gefunden 
hatten.  ^) 


Beilagen. 
1. 

Projekt  eines  Dejensivbündnisses  ^wischen  Leopold  I.  und  Karl  IL 
Sept.  1680  (St.'A.) 

In  nomine  domini  amen. 

Notum  testatumque  sit  quorum  interest  aut  quomodo- 
libet  Interesse  poterit,  quod  cum  sacra  M*»»  C®*  grato  recoleret 
animo  quo  zelo  atque  affectu  Serenissimus  atque  potentissimus 
Magnae-Britanniae  rex,  dum  mediatoris  munere  in  congressu 
Noviomagi  habito  fungeretur,  operam  suam  ad  reducendam  orbi 
christiano  pacem  quousque  ad  felicem  etiam  exitum  perducere- 
tur  indefesse  navavit;  insuperque  perciperet  eumdem  serenissi- 
mum  regem  pari  etiamnum  tranquillitatis  publicae  conservandae 
studio  propendere  ut,  quemadmodum  se  novissime  cum  sere- 
nissimo  et  potentissimo  Hispaniarum  rege  catholico  in  eum 
finem  arcte  coniunxit,  ita  et  cum  alte  memorata  M*®  sua  C®* 
eas  iniret  rationes  et  consilia,  quae  ad  finem  tam  salutarem, 
praesertim  vero  pro  dicto  pacis  Noviomagensis  tractatu  in  pleno 
vigore  conservando  conducere  maxime  possint ;  eadem  M*«  sua 
O^  —  cui  pro  supremo  munere  suo  soUicitudo  nuUa  aeque  cordi 
nee  res  antiquior  ulla  est,  quam  in  eo  curam  vertere  ut  stet  in- 
columis  publica  tantarum  rerum  discrimine  parta  tranquillitas  — 


0  ^g^'   '^ten  Abdruck  dieser  Dokumente  im  Anhange  \u   diesem  Kapitel; 
Nr.  2. 

12* 


iSo  Einleituiig. 

pro  consulto  duxerit,  ut  in  eum  fmem  sua  etiam  ex  parte  fir- 
missimum  cum  eodem  serenissimo  Magnae-Britanniae  rege  iniret 
defensionis  foedus.  Misso  igitur  ad  eiusdem  aulam  regiam  cum 
sufficienti  mandato  camerario  suo  (Tit.)  Francisco  Sigismundo 
comite  de  Thun,  inter  hunc  commissariosque  regios  N.  N.  suf- 
ficientibus  pariter  mandatis  instructos  in  articulos  sequentes 
conventum  est. 

I. 
Sit  inter  M**"»  suam  C®*"*  ex  una  et  serenissimum  atque  po- 
tentissimum  Magnae-Britanniae  regem  ex  altera  parte  et  inter 
ipsorum  successores  firmum  deinceps,  strictum  et  inviolabile 
foedus,  amicitia,  societas  et  correspondentia  pro  communi  de- 
fensione  regnorum,  ditionum,  urbium,  locorum  et  terrarum  ad 
ipsos  spectantium,  tuendo  se  invicem  et  conservando  contra 
quoscunque  hostes  exteros  in  earundem  plena  possessione  uti 
et  fruitione  omnium  jurium  quibus  iam  gaudent  vel  de  iure 
gaudere  debent,  praesertim  vero  eorum  quae  tractatu  Novio- 
magi  nuper  inito  comprehensa  existunt;  illud  vero  omne  intra 
Europae  duntaxat  limites. 

n. 

Si  contigerit  alterutrum  dictorum  confoederatorum  aut 
ambos  in  possessione  vel  fruitione  ditionum,  locorum,  regio- 
num  urbiumque  vel  iurium,  quae  iam  possident  vel  vigore 
dicti  tractatus  Noviomagensis  possidere  debent,  invadi  aut  quo- 
cunque  demum  modo  turbari,  iidem  confoederati  alter  ab  altere 
requisiti  omnem  operam  sibi  invicem  impendent,  ut  hostilitas 
seu  turbatio  cesset  et  ut  damna  et  iniuriae  quae  alterutri  illo- 
rum  illatae  fiierint  resarciantur. 

III. 

Vi  huiusce  foederis,  si  contingeret  serenissimum  Magnae- 
Britanniae  regem  a  quocunque  hoste  extero  intra  Europae  li- 
mites contra  pacem  Noviomagensem  (cuius  consors  est)  aut  con- 
tra ius  iustitiamque  hostiliter  et  formali  bello  infestari,  oppug- 
nari  vel  turbari  in  regnis,  ditionibus,  indeque  dependentibus  at- 
que M*'  suae  regiae  competentibus  iuribus,  terris,  arcibus  lo- 
cisve  in  Europa  sitis,  M*^^  sua  Q^  spondet  atque  promittit  se 
intra  tres  menses,  a  primo  die  quo  M**^  sua  regia  eam  desuper 
requisiverit  computandos,  eidem  suppetias  octo  millium  pedi- 
tum  pro  proximo  subsecuturo  trimestri  laturam  iisque  sex  men- 


Einleitung.  x8l 

sibus  durantibus  omnem  operam  adhibituram,  ut  inter  hostem 
aggressorem  sive  invasorem  et  M^™  suam  regiam  ceu  laesum 
sive  invasum  pax  aequis  conditionibus  redintegretur. 

IV. 
Cum  autem  praedictas  octo  millium  peditum  probe  ar- 
matorum  suppetias  caesareas  uti  bello  maritimo  minus  assuetas 
in  Angliam  transfretare  minus  commodum  videatur,  et  vero 
tali  casu  Serenissimus  rex  Hispaniarum  catholicus  vigore  foe- 
deris inter  eundem  et  saepedictum  Magnae-Britanniae  regem 
novissime  initi  par  auxilium  octo  millium  peditum  primo  tri- 
mestri  in  Angliam  mittere  ac  dein  non  succedente  tentamine 
pacis  redintegrandae  in  apertum  bellum  se  sociare  teneatur, 
conventum  est  ut  tunc,  auxilio  illo  hispanico  in  Anglia  per- 
manente, dictae  suppetiae  caesareae  illius  lociun  in  Belgio  hi- 
spanico sumptibus  caesareis  ibidem  alendae  subeant  et  contra 
communem  hostem  agant  in  tales  legiones  et  centurias  redactae 
nee  non  iis  tribimis  aliisque  praefectis  subiectae,  quibus  C^^  M** 
tanquam  auxiliatori  visum  fuerit. 

V. 
Si  spatio  dictorum  sex  mensium  pax  inter  invasorem  seu 
turbatorem  et  M*«™  suam  regiam  britannicam  non  redintegretur, 
M*^  sua  O*  bellum  contra  eundem  invasorem  per  diversionem 
suscipiet  ex  propriis  regnis  ditionibusque  et  omnes  vires  co- 
piasque  suas  adhibebit,  quo  communis  hostis  in  pacis  honestae, 
securae  et  aequae  conditiones  cum  foederatis  ambobus  com- 
pellatur. 

VI. 
Cum  autem  hoc  casu  omnis  belli  moles  atque  hostilis 
Impetus  facilius  et  maiore  impetu  in  M**™  suam  C^™  quam  in 
transmarina  M*"  suae  britannicae  regna  defluxurus  atque  in- 
cubiturus  videatur  adeoque  dictae  M^  suae  C«*«  extremis  se 
viribus  in  praedictmn  diversionis  bellum  parare  necessum  foret> 
dictus  Serenissimus  Magnae-Britanniae  rex  singulis  mensibus 
belli  eins  durantis  subsidium  centum  milhum  florenorum  rhe- 
nensium  initio  cuiusque  mensis  Francofiirti  ad  Moeniun  adnu- 
merabit. 

vn. 

M**«  sua  britannica  viceversa  spondet  promittitque  vigore 
praesentis  foederis,  se  in  casum  quo  M*««  sua  C®*  a  quocunque 


i8j2  Einleitung. 

hoste  extero  invaderetur,  ita  ut  aggressio  illa  seu  turbatio  in 
apertum  bellum  prorumperet  statim  ab  ipsa  die  notificationis 
seu  requisitionis  caesareae  omnem  operam  adhibituram,  ut  in- 
tra  aggressorem  et  M*®™  suam  C®*'"  pax  aequis  conditionibus 
redintegretur,  simul  vero  eidem  auxilium  etiam  ab  eodem  noti- 
ficationis die  octo  millium  peditum  probe  armatorum  in  niilite 
ipso  vel  pecunia  ut  infra  dicetur  subministraturam ;  et  si  intra 
tres  menses  dicta  pax  redintegrata  non  fuerit  indicto  hosti 
terra  marique  bello  omnes  vires  copiasque  suas  adhibituram, 
quo  communis  hostis  in  pacis  honestae,  securae  et  aequae  con- 
ditiones  cum   ambobus  confoederatis  impellatur,  ac  praeterea 

—  cum  aerario  non  minus  caesareo  in  talem  casum  subveniri 
causae  communi  quam  maxime  intersit  —  subsidium  etiam  pe- 
cuniarium  centum  millium  florenorum  rhenensium  in  menses 
singulos  quoad  bellum  duraverit  depensuram. 

vm. 

Dictum  vero  auxilium  octo  millium  peditum  probe  arma- 
torum —  si  in  ipso  milite  totum  vel  pro  potiore  parte  praestetur 

—  in  tales  legiones  et  centurias  redigetur  nee  non  iis  tribunis 
aliisque  praefectis  subiicietur  quibus  subministranti  visum  fuerit; 
a  quo  propriis  etiam  sumptibus  in  usum  C®»®  suae  M*^  utpote 
confoederati  laesi  seu  invasi  sustentabitur  per  totum  illud  tem- 
pus  quo  iuxta  hunc  tractatum  in  aperti  belli  societatem  venire 
non  tenebitur.  Liberum  vero  erit  M*^  suae  Q^  dictum  auxilium 
vel  totum  militibus  vel  totum  pecunia,  vel  partim  militibus  partim 
pecunia,  pro  toto  vel  pro  parte  constituti  temporis  recipere,  sin- 
gulis  mille  peditibus  pretio  decem  millum  florenorum  brabantico- 
rum  —  quorum  unus  20  stufferis  constabit  —  pro  quolibet  mense 
aestimandis;  initio  autem  cuiusvis  mensis  solutio  praestabitur 
Francofurti  ad  Moenum  ea  ratione  habita,  ut  si  M*^  suae  C^« 
placuerit  sibi  subveniri  ex  parte  equitibus  seu  dimachis  (vulgo 
dragons)  ac  implendum  numerum  dictorum  octo  mijlium  peditum 
vel  talem  eorundem  partem  quam  eadem  reqqisiverit,  unusquis- 
que  dimachus  seu  eques  tribus  peditibus  aequalis  censebitur. 

IX. 

Supra  dicta  auxilia  octo  millium  peditum  reciproca,  si  vel 
integre  vel  ex  potiore  parte  militibus  subministrentur,  dicti  mi- 
lites  eins  voluntatem  respicere  et  mandatis  obtemperare  tene- 
antur  ad  quem  missi  sunt,  quo  scilicet  (prout  consultius  visum 


Einleitung.  183 

füerit)  adhibeantur  in  exercitu  aut  in  obsidionibus  custodiisve. 
civitatum  et  ubique  servituri  pro  eo^)  ac  necessitas  et  utilitas 
postulaverit;  ea  tarnen  lege,  ut  licitum  non  sit  centurias  sin- 
gulas  a  se  invicem  distrahere  et  segregare,  sed  ut  ad  minimum 
ducenti  aut  trecenti  milites  ex  unaquaque  legione  sub  iisdem 
insignibus  militent,  imperio  tarnen  in  auxiliares  penes  ipsorum 
praefectum  ab  auxiliatore  constitutum  permanente,  qui  quidem 
sub  auspiciis  praecipui  exercitus  ducis  generalis  militet  eiusque 
iussis  pareat;  hie  tamen  etiam  super  omnibus  in  commune  cum 
ipso  consulat. 

X. 
Elapsis  supradictis  sex  vel  respective  tribus  mensibus, 
queis  imus  confoederatus  alteri  dictum  octo  millium  peditum 
auxilium  submittere  tenebitur,  optio  etiam  erit  penes  confoe- 
deratum  qui  invasus  seu  laesus  fuerit  vel  eodem  auxilio  di- 
utius  frui,  si  temporis  et  rerum  suarum  habita  ratione  id  e  re 
sua  magis  esse  iudicaverit,  vel  confoederatum  alterum  in  aperti 
belli  societatem  trahere.  Si  vero  dicta  auxiliatione  ita  durante 
ipsum  etiam  auxiliatorem  bello  invadi  seu  infestari  contigerit, 
liberum  eidem  erit  auxilium  a  se  milite^)  submissum  deinceps 
ad  propriam  tunc  defensionem  revocare. 

XI. 

Erupto  semel  inter  confoederatos  iuxta  hunc  tractatum 
bello,  in  facultate  neutrius  confoederatorum  erit  suspensionem 
quampiam  armorum  inire  se  inter  hostemque  nisi  coniunctim 
et  de  communi  consensu.  Casu  vero  eveniente  ut  de  pace  aut 
tregua  sive  induciis  quorundam  annorum  tractatus  proponatur, 
eum  incipere  non  poterit  alteruter  confoederatorum  sine  alterius 
participatione  atque  consensu,  et  nisi  pars  quae  paciscendi  ani- 
mum  habet  alteri  parti  eodem  quo  sibi  tempore  procuret  fa- 
cultatem  et  salvos  conductus  necessarios  solitosque  quibus  freta 
ministros  ad  locum  tractatui  destinatum  tuto  mittere  possit,  et 
nisi  successive  et  de  tempore  in  tempus  communicet  ea  omnia 
de  quibus  in  dicto  de  tregua  paceque  tractatu  agatur;  neuter 
vero  confoederatorum  in  conclusionem  praedictae  pacis  aut 
treguae  consentire  poterit  nisi  confoederato  simul  comprehenso 
eodemque  si  ita  voluerit  restituto  in  possessionem   ditionum, 


*)  UrsprünglLh  stand  prout  necessitas  et  utilitas  postulabit, 
»)  Ursprünglich  stand  sive  milite  sive  pecttnia. 


184  Einleitung. 

terrarum  et  locorum,  quin  etiam  omnium  iurium  et  immuni- 
tatum  quibus  ante  bellum  utebatur  et  gaudebat;  tum  etiam 
nisi  obtentis  et  concessis  suo  confoederato  a  communi  hoste 
iis  iuribus,  immunitatibus,  exemptionibus  et  praerogativis  quas 
sibi  ipse  paciscebatur,  nisi  aliter  inter  ipsos  convenerit 

xn. 

Quo  vero  omni  meliori  modo  prospiciatur,  ne  sincerum 
illud  confoederatorum  Studium  ad  stabiliendam  per  praesentem 
tractatum  inter  ipsos  eorumque  hinc  inde  ditiones  et  subditos 
arctiorem  amicitiam  et  unionem  cuicunque  demum  mutationi 
Sit  obnoxium,  non  solum  conventum  est  haut  licere  eorum 
cuicunque  ullam  omnino  conventionem  huic  contrariam  dein- 
ceps  inire,  verum  etiam  nuUum  quidem  tractatum,  nisi  altero 
confoederatorum  si  ita  voluerit  eodem  comprehenso  et  Omni- 
bus satis  in  tempore  communicatis,  ut  de  dicta  comprehensione 
consilium  suum  declarent. 

xm. 

Cumque  huiusce  foederis  praecipuus  scopus  sit,  ut  publica 
tranquillitas  et  restaurata  orbi  christiano  pax  illaesa  et  inviolata 
maneat,  über  etiam  sit  aliis  regibus,  principibus  et  statibus, 
praesertim  vero  generalibus  foederati  Belgii  ordinibus  accessus, 
quo  eas  cum  foederatis  hisce  rationes  et  consilia  ineant  quae 
ad  tam  salutarem  finem  conducere  maxime  possunt;  praesertim 
vero  omnis  opera  hinc  inde  dabitur,  ut  tractatus  Neomagi  nu- 
per  initi  (quibus  orbi  christiano  quies  reddita  est)  in  pleno  vigore 
maneant  et  conserventur. 

XIV. 

Foedus  hoc  defensivum  usque  ad  20/30  diem  mensis 
Augusti  anno  domini  1690™^  durabit  et  vigebit,  et  ante  illius 
temporis  decursum  convenient  inter  se  dicti  serenissimi  con- 
foederati  de  ulteriori  eiusdem  in  pubHcum  commodum  proro- 
gatione;  et  intra  duos  menses  a  die  subscriptionis  numerandos 
hinc  inde  ratihabebitur.    Actum  in  etc. 

Annotanda. 
Primo:  Ut  quemadmodum  in  ratificatione  foederis  huius 
hispano-anglici  appositum  est  magnum  sigillum  regni  Angliae 
quo  nimirum  constet  regnum  simul  Universum  esse  obbligatum, 
ita  idem  etiam  sigillum  magnum  apponatur  ad  ratificationem 
huius  foederis  caesareo-anghci. 


Einleitung.  185 

Secundo:  Quod  ponatur  ubique  casus,  si  Anglia  ab  hos- 
tibus  exteris  invadatur;  si  enim  intemae  dissensiones  regem 
inter  et  parlamentum  seu  populum  orirentur,  imperator  nuUo 
modo  se  iis  immiscere  intendit;  non  magis  quam  ut  hoc  foedus 
solummodo  ad  oras  in  Europa  sitas  per  totum  restringatur. 

Actum  etc. 

2. 

Beitrittserklärung  Wilhelms  IIL  ^um  österreichisch-staatischen 
Bündnisse  vom  12,  Mai  1689  d.  d.  Hampton-Court  1689  Sept.  9. 
fOr.  St-A,^) 

Gulielmus  tertius  dei  gratia  Magnae-Britanniae,  Franciae 
et  Hibemiae  rex,  fidei  defensor  etc.  omnibus  et  singulis  ad 
quos  praesentes  literae  pervenerint  salutem.  Quandoquidem 
tractatus  quidam  amicitiae  et  arctioris  foederis  inter  serenissi- 
mum,  potentissimum  et  invictissimum  principem  et  dominum, 
dominum  Leopoldum  divina  favente  dementia  electum  Roma- 
norum imperatorem  semper  augustum  ac  Germaniae,  Hungariae, 
Bohemiae,  Dalmatiae,  Croatiae,  Sclavoniae  etc.  regem,  archiducem 
Austriae,  ducem  Burgundiae,  Styriae,  Carinthiae,  Carniolae  et 
Wurtembergae,  comitem  Tyrolis  etc.  et  celsos  ac  praepotentes 
dominos  ordines  generales  foederatarum  Belgii  provinciarum  ini- 
tus  et  conclusus  sit  Viennae  i2<>  die  Mali  proxime  praeteriti 
per  Leopoldum  Gulielmum  comitem  in  Konigsegg,  sacri  Romani 
imperii  procancellarium,  aurei  velleris  equitem  et  Theodorum 
Althetum  Henricum  comitem  a  Stratman,  cancellarium  auli* 
cum  suae  C«*®  W^^  plenipotentiarios  et  consiliarios  Status  inti- 
mos  a  parte  suae  O*®  M**^  et  per  Jacobum  Hop  civitatis  Am- 
stelodamensis  consiliarium  et  syndicum   nee  non  in  consessu 


')  Da  das  am  ().  Srpt  i68g  ausgefertigte  Dokument  nur  cinr  Erneuerung 
des  am  la.  Mai  desselben  Jahres  \wiscJu*n  lit^m  Kaiser  uuJ  Jen  Generalstaaten 
geschlossenen  Bündnisses  ist,  dem  England  am  (),Sept,  beitrat,  wird  den  von  der 
Kommission  gefassten  Beschlüssen  gemäss  der  Abdruck  dieses  Vertrages  im  Bande 
y^y ereinigte  Niederlande'*  erfolgen.  Dort  werden  auch  die  Verhandlungen  \u 
schildern  sein,  -f//  denen  die  einzelnen  Artikt'l  dieses  Bündnisses  Anlass  gegeben 
haben.  Im  Hinblicke  auf  die  Bedeutung  des  Vertrages  und  auf  die  Tatsache, 
Jass  derselbe  im  Laufe  des  Krieges  erneuert  wurde  und  andere  Fürsten  dem- 
selben beitraten,  schien  es  dem  Herausgeber  aber  angezeigt,  den  der  Accessions- 
erklärung inserierten  Vertrag  hier  mit  abzudrucken.  Das  Or.  der  kaiserlichen 
Ratifikation  d,  d,  Augsburg  i68(f  De^eti^er  aj.  im  R,  O. 


l86  Einleitung.  • 

D.  D.  ordinum  generalium  nomine  Hollandiae  et  Westfrisiae 
deputatum  a  parte  D.  D.  ordinum  generalium,  cuius  tractatus 
tenor  sequitur: 

Notum  testatumque  sit,  quod  tametsi  foedus  illud  quod  pau- 
eis  ab  hinc  annis  sacram  C«»»"  M*®™  inter  et  celsos  ac  praepo- 
tentes  D.  D.  ordines  generales  foederati  Belgii  Hagae  Comitum 
in  mutuam  defensionem  sancitum  est  in  suo  adhuc  dum  vigore 
permaneat,  nihilominus  tam  sacra  O*  M*»**  quam  dicti  D.  D.  or- 
dines generales,  perpendentes  communis  periculi  post  novissi- 
mam  invasionem  gallicam  reipublicae  christianae  impendentis 
magnitudinem  ac  lubricam  Gallorum  in  observandis  tractatibus 
fidem,  necessarium  iudicaverint  praedicti  foederis  leges  veterem- 
que  coniunctionem  arctioribus  firmioribusque  vinculis  roborare 
et  de  efficacioribus  simul  tam  reducendae  quam  conservandae 
pacis  et  securitatis  publicae  mediis  rationes  inire,  eaque  propter 
per  utrimque  ad  id  constitutos  plenipotentiarios,  a  parte  quidem 
sacrae  O»®  M*»^  per  eiusdem  consiliarios  Status  intimos  D.  Leo- 
poldum  Gulielmum  comitem  in  Konigsegg,  sacri  Romani  imperii 
procancellarium,  aurei  velleris  equitem  et  D.  Theodorum  Althe- 
tum  Henricum  comitem  a  Stratman,  cancellarium  aulicum,  et  a 
parte  celsorum  ac  praepotentium  D.  D.  ordinum  generalium 
per  D.  Jacobum  Hop,  civitatis  Amstelodamensis  consiliarium  et 
syndicum  nee  non  in  consessu  eorundem  D.  D.  ordinum  ge- 
neralium nomine  Hollandiae  et  Westfrisiae  deputatum,  com- 
mutatis  hinc  inde  plenipotentiarum  tabulis  conventum  sit  tenori 
sequenti. 

1. 

Sit  maneatque  semper  inter  sacram  C®*'"  M*®'"  et  D.  D.  or- 
dines generales  foederati  Belgii  constans,  perpetua  et  inviolabilis 
amicitia  et  correspontentia  teneaturque  alter  alterius  commoda 
sedulo  promovere,  damna  ven^  et  incommoda  pro  posse  avertere. 

IL 

Et  cum  rex  Galliae  tam  sacram  O*"*  M*«'"  quam  D.  D.  or- 
dines generales  uniti  Belgii  absque  ulla  legitima  causa  seu  prae- 
textu  gravissimo  iuxta  ac  iniquissimo  bello  nuperrime  adortus  sit, 
sit  eo  durante  inter  partes  contrahentes  non  tantum  defensivum 
sed  et  offensivum  foedus,  vi  cuius  nmbae  omnibus  viribus  contra 
praedictum  Galliae  regem  terra  marique  eiusdemque  foederatos, 
qui  quidem  ad  exhortationes  eum  in  linem  interponendas  sese  ab 
eodem  seiungere  noluerint,  hostiliter  agant  deque  operationibus 


Einleitung.  187 

bellicis  in  communis  hostis  perniciem  sive  coniunctim  sive  se- 
paratim  utilins  instituendis  consilia  identidem  communicent. 

m. 

Neutri  partium  fas  sit  ab  hoc  contra  Galliam  bello  recedere 
sut  cum  illa  illiusve  adhaerentibus  uUam  conventionem  aut 
tractatum  de  pace  vel  armistitio  sub  quocunque  demum  prae- 
textu  seorsim  instituere  nisi  volente  et  concurrente  altera  parte. 

IV. 

Nullatenus  vero  pax  ineatur  priusquam  pax  westphalica 
osnabrugensis  et  monasteriensis  nee  non  pyrenaea  communibus 
viribus  iuvante  deo  vindicata  et  omnia  iuxta  earundem  tenorem 
in  ecclesiasticis  et  politicis  in  pristinum  statum  restituta  sint. 

V. 

Institutis  autem  communi  consensu  pacis  aut  armistitii  trac- 
tatibus,  communicabuntur  hinc  inde  bona  fide  ea  quae  agentur,  nee 
una  pars  sine  alterius  consensu  et  satisfactione  quicquam  concludet. 

VI. 

Postquam  praesens  bellum  communi  consensu  finitum 
et  pax  conclusa  fuerit,  maneat  inter  sacram  O*™  M*«™  et  eius- 
dem  haeredes  et  successores  necnon  D.  D.  ordines  generales 
foederati  Belgii  contra  saepius  memoratam  coronam  Galliae  et 
eiusdem  adhaerentes  foedus  perpetuum  defensivum,  vi  cuius 
partes  contrahentes  omnem  operam  dabunt,  ut  pax  ineunda 
constanter  perpetuoque  duret. 

vn. 

Quod  si  vero  contingeret  ut  corona  Galliae  iterum 
unam  alteramve  partem  contrahentem  aut  utramque  contra 
eandem  pacem  impeteret,  quocunque  id  tempore  fiat  tenebun- 
tur  hae  sibi  vicissim  eodem  quo  nunc  modo  terra  marique  Om- 
nibus viribus  fideliter  assistere  et  quamcunque  hostilitatem  et 
violentiam  propulsare  neque  ab  eo  desistere,  donec  omnia  in 
pristinum  statum  iuxta  praedictae  pacis  normam  redintegrata 
sint  et  parti  laesae  satisfactum  fuerit. 

vin. 

Porro  tarn  sacra  O^  M*»«  omnia  iura  D.  D.  ordinum 
generalium  quam  hi  vicissim  iura  sacrae  C®*«  M*»^  contra  coro- 
nam Galliae  et  eiusdem  adhaerentes  omni  tempore  omnibusque 
mediis  et  viribus  tueantur  et  defendant  neque  etiam  sibi  invi- 
cem  in  iis  ullum  praeiudicium  afferant. 


l88  Einleitung. 

IX, 
Si  quae  inter  ipsos  contrahentes  ratione  quorundam 
limitaneonim  dominiorum  controversiae  sint  aut  in  futurum 
exoriantur,  eae  per  amicabilem  commissionem  aut  deputandos 
ab  utraque  parte  ministros  omni  via  facti  penitus  exclusa  ami- 
cabiliter  discutiantur  componanturque  neque  in  iis  interea  tem- 
poris  quicquam  innovetur. 

X. 

Ad  praesentis  foederis  societatem  invitentur  ex  parte  sacrae 

Ceae  M*»»  coroua  Hispauiae  et  a  DD.  ordinibus  generalibus  foe- 

derati  Belgii  corona  Angliae,  et  admittantur  ad  illud  pariter  om- 

nes  utriusque  partis  foederati  quibus  eidem  accedere  visum  fuerit. 

XL 
Includitur    etiam  huic  foederi    Serenissimus  Lotharingiae 
dux  conferentque  confoederati  omnem  operam,  consilia  et  vires, 
ut  et  ipse  in  suos  avitos  ducatus,   ditiones,  Status  et  iura  ple- 
nariae  restituatur. 

xn. 

Ratihabebitur  hoc  foedus  ab  utraque  parte  intra  spatium 
quatuor  septimanarum  vel  citius  si  fieri  potest. 

In  quorum  omnium  certitudinem  ac  maius  fidei  et  sin- 
ceritatis  robur  bina  eiusdem  tenoris  instrumenta  desuper  confecta 
et  a  contrahentium  plenipotentiariis  subscripta  signataque  reci- 
proce  commutata  sunt.    Actum  Viennae  12.  Maii  1689. 

L.  S.   Leopoldus  Gulielmus  comes  in  Konegsegg. 
L.  S.    T.  A.  comes  de  Stratman. 
L.  S.    J.  Hop. 

Articuli  separati. 

Postquam  ex  parte  Galliae  in  variis  locis  et  aulis  palam 
divulgatum  est,  quod  non  obstante  renuntiatione  solemnissima 
successionem  in  monarchiam  hispanicam  casu  quo  rex  catholi- 
cus  sine  prole  legitima  e  vivis  decederet  pro  delphino  indesi- 
nenter  praetendat  vi  et  armis  etiam  asserendam,  nee  obscure 
etiam  eo  coUimet  ut  praedictus  delphinus  in  regem  Romano- 
rum evehatur,  domini  Status  generales  loederati  Belgii,  mature 
considerantes  quantam  Status  publici  collisionem  et  quantum 
praeiudicium  publicae  rei  et  tranquillitati  tam  una  quam  altera 
praetensio  afferre  possit,  promittunt  hisce  separatis  articulis  non 
minus  ac  si  foederi  principali  verbotenus  inserti  essent  valituris; 


Einleitung.  1^9 

X  casu  quo  modernus  Hispaniarum  rex  e  vita  decederet  non  re- 
lictis  legitimis  descendentibus,  quem  casum  deus  clementer  aver- 
lere  velit,  se  sacram  O*"*  M*«">  eiusve  haeredes  ad  successionem 
^ugustae  eiusdem  domui  legitime  competentem  in  monarchiam 
liispanicam  et  eins  regna,  provincias,  ditiones  et  jura  earumque 
^dipiscendam  et  asserendam  quietam  possessionem  contra  Gallos 
eiusve  adhaerentes,  qui  se  huic  successioni  directe  vel  indirecte 
opponere  vellent,  omnibus  viribus  adiuturos  et  in  contrarium 
^ttentantium  vim  vi  repulsuros;  deinde  etiam  apud  dominos 
principes  electores  imperii  foederatos  suos  omnia  amica  officia 
et  studia  collaturos ,  ut  quanto  citius  Serenissimus  Hungariae  rex 
Josephus  sacrae  C«*«  M*^*  primogenitus  in  regem  Romanorum 
eligatur;  et  si  ex  parte  Galliae  haec  electio  minis  aut  armis  im- 
pediretur,  controverteretur  aut  quo  modo  libet  interturbaretur, 
se  pro  eadem  tuenda  et  avertenda  vi  omnibus  pariter  viribus 
sacrae  C«*«  M*»  opem  laturos. 

Invitabitur  ad  horum  etiam  articulorum  societatem  corona 
Angliae.    Actum  Viennae  12.  Maii  1689.^) 

Quumque  D.  D.  ordines  generales  per  legatos  suos  extra- 
ordinarios  virtute  articuli  decimi  nos  in  praedicti  foederis  so- 
cietatem invitaverunt;  nos,  quibus  nihil  magis  cordi  est  quam 
eas  omnes  rationes  amplecti  quae  necessariae  maximeque  utiles 
sint  tam  reducendae  quam  conservandae  paci  et  securitati  pu- 
blicae,  eo  etiam  lubentius  eidem  accedimus,  quo  testimonium 
hoc  praebeamus  sinceri  nostri  affectus  et  amicitiae  erga  suam 
Qewoi  ^tem  dictosque  ordiues  generales;  sciatis  quod  nos  perlecto 
matureque  considerato  praedicto  tractatu  eundem  laudavimus, 
approbavimus,  gratum,  acceptum  ratumque  habuimus,  sicut  per 
praesentes  pro  nobis,  haeredibus  et  successoribus  nostris  lau- 
damus,  approbamus,  gratum,  acceptum  ratumque  habemus,  una 
cum  omnibus  et  singulis  eiusdem  articulis;  spondentes  et  in 
verbo  regio  promittentes,  nos  praedictum  tractatum  sancte  et 
inviolabiliter  observaturos  et  adimpleturos,  nee  eidem  in  uUo 
articulo  contraventuros  aut  quantum  in  nobis  erit  contraveniri 
passuros;  proviso  semper  quod  sua  O*  M^*  et  ordines  generales 
praedicti  nos  in  eundem  tractatum  admittant  et  instrumenta 
necessaria  optima  forma   respective  confecta   nobis  exhibeant 


*)  Dieselben  Untersclirifieti  ivie  im  Hauptvertrage, 


tuo  Einleitung. 

tractantque.  In  cuius  rei  maiorem  fidem  et  testimonium  basce 
literas  manu  nostra  signatas  magno  Angliae  sigillo  communiri 
fecimus.  Quae  dabantur  in  palatio  nostro  de  Hamptoncourt, 
nono  die  Septembris  anno  domini  supra  millesimum  sexcen- 
tesimum  octogesimo  nono  regnique  nostri  primo. 

Gulielmus  R>) 


V.   Vom  Abschlüsse  der  Alliana  vom  g.  Sept.  i68g  bis 
zum  Tode  Karls  II.  von  Spanien  i.  Nov.  lyoo. 

Die  grosse  AUian^,  wie  seit  dem  Beitritte  Wilhelms  IIL 
das  staatisch'österrcichisciw  Bündnis  vom  12.  Mai  1689  S^' 
tuinnt  wurde,  trug  die  Gewähr  einer  längeren  Dauer  in  sich; 
denn  sie  dankte  ihren  Ursprung  nicht  einer  augenblicklichen 
Schwierigkeit,  mit  deren  Beseitigung  sie  ihre  Existen\berechti^ 
gung  verlieren  musste,  sondern  einer  Idee,  die  seit  Jahrzehnten 
viele  der  heiTorragendstcn  politischen  Köpfe  beschäftigt  hatte 
deren  Realisierung  schon  oft  versucht,  aber  immer  wieder  ah 
der  ablehnemien  Haltung  der  englisclien  Könige  aus  dem  Hause 
Stuart  gescheitert  war;  der  Idee,  das  eurapäische  Gleichgewicht 
gegenüber  den  jflachtgelüsten  Ludwigs  XIV.  aufrecht^uhalten. 
So  lange  der  Herrscher  Frankreichs  an  der  Eroberungspolitik 
festhielty  die  er  so  viele  Jahre  nu't  immer  steigendem  Erfolge 

•)  Hinr  gleichlautende  Erklärung  erfolgte  be\üglich  der  Geheimartikel. 
Die  kaiserlichen  Ratifikationen  dieser  Accessionserklä'rungcn  Wilhrlms  erfolgten 
am  2;.  De\embcr  i68(j,  Or.  im  St.-A. 

Onno  Klopp  hat  (Dr  Fall  des  Hauses  Stuart  IV.  491  ff.)  darauf  auf- 
merksam  gemacht,  dass  diese  Urkunde  lediglich  von  dem  König  selbst,  ohne  Ge- 
genzeichnung eines  Ministers,  aber  mit  dem  beigefügtem^  grossem  Siegel  von  Eng- 
land unterzeichnet  'jcurde  und  hervorgehoben,  dass  Wilhelm  seine  Absicht,  die 
Urkunde  gelegentlich  dem  Parlamente  vorzulegen,  nicht  durchgeführt  hat.  Doch 
erhob  der  Kaiser  gegen  diese  Art  des  Beitrittes  Wilhelms  IIL  {ur  grossen 
Allianz  kein  Bedenken.  Übtr  die  Gründe,  die  Wilhelm  {u  diesem  Vorgehen 
vermocht  haben,  wird  sich  schuer  ein  sicJieres  Urteil  fällen  lassen.  Klopp  scheint 
anzunehmen ,  dass  Wilhelm  III,  auf  diese  Weise  seine  Praerogative  wahren 
uollte.  Gegen  die  Vorlegung  der  Separatartikel  an  das  Parlament  sprach 
zweifellos  die  Verpflichtung  der  Geheimhaltung  der  in  denselben  vereinbarten 
Bedingungen, 


Einleitung.  I^t 

TH^rtreten  hatte,  miissten  die  Seemiuhte  und  das  Haiis  Habsburg 
in  einem  gemeinsamen  Vorgehen  ihre  Rettung  erblicken,  so  ver- 
schieden auch  sonst  ihre  Interessen  waren  und  so  sehr  auch  jeder 
cJicser  Staaten  auf  die  Wahrung  derselben  bedacht  sein  mochte. 
/zs  war  ein  Glück  für  alle  Feinde  des  französischen  Über- 
jjc^ewichtes,  dass  Wilhelm  III,  wul  Leopold  I  so  viele  gemein- 
Siifne  Interessen  hatten  und  bereit  waren,  um  diese  ^u  wahren, 
I77i7 nc/ien  Lieblingswunsch  yi  unterdrücken,  manchen  Plan  {//- 
iück:{ustellen,  dessen  Durchführung  ihnen  am  Herren  lag. 

Es  war  kein  leichtes  für  den  Kaiser  gewesen,  das  Bitt- 
gesuch   des    katholischen    Stuart    und    die    Vorschläge    Lud- 
'Zjc/g'S  XIV.  \urück\uweisenj  der  ihm  eine  grosse  Einigung  der 
Aatholischen  Mächte  in  Aussicht  stellte  und  ihn  mit  lockenden 
Worten  J^um  Kampfe  für  die  gute  Sache  rief  Aber  Leopold  I. 
/'i'ihlte,  dass  er  in  diesem  Augenblicke  seinen  Untertanen,  dem 
€ie titschen   Reiche,  ja  gan\  Europa  einen    ungeheueren   Dienst 
/eistete,   wenn  er  den   Versuchungen  Ludwigs  XIV.  widerstand, 
find  er  musste  in  dieser  Auffassung  bestärkt  werden,  als  auch 
die  Mehr:[ahl  der  Geistlichen  an  seinem  Hofe  für  den  Abschluss 
ßfiit   den   Andersgläubigen   eintrat,  als  er  sah,  dass   niemand 
€.^ifriger  gegen  das  französische  Bündnis  predigte ,  als  der  Ge- 
sandte des  katholischen   Königs.     Umi  wie    stark   auch   seine 
Neigung  sein  mochte,  die  Interessen  der  katholischen  Kirche  \u 
/'ordern,  näher  noch  stand  ihm  das  Wohl  seiner  Eamilie,  der 
Dynastie,  deren  Haupt  er  war.  Seitfahr^ehnten  drohte  das  Aus- 
sterben der  spanischen  Linie  des  Hauses  Habsburg,  jeden  Augen- 
Nick  konnte  das  nur  mühsam  ßackernde  Lebenslicht  Karls  II. 
erlöschen  und{Leopold  I.  hatte  keine  Gewissheit,  dass  in  diesem 
Falle  seine  Interessen  gewahrt  werden,  seine  Ansprüche  entspre- 
chende  Berüclisichtigung  finden  würden.^)  Zweimal  hatte  er,  von 
der  Furcht  getrieben   beim  Todesfall  Karls  H.  leer  auszugehen, 
mit  Ludwig  XIV.  Verträge  geschlossen,  die  ihm,  unter  Preisgabe 
des  ganzen  Erbes,  wenigstens  einen  Teil  desselben  sichern  sollten. 
Aber  wo  war  die  Gewähr,  dass  der  französische  Herrscher  das 


»)  Ic:h  verweist'  für  die  spanische  Successionsfrage  in  den  lahren  i68p^ 
i/oo  ein  für  allemal  auf  die  Bände  I.—IV.  des  Werkes  von  A.  Legrelle  „La 
Jiploniatie  /ran<,aise  et  la  succession  d*  Espagnc*',  2.  Aufl.  jSp^.  Legrelle  gibt  in 
seinem  Vorwort  p.  I.—XXXIL  eine  ausführli.he  Kritik  der  hauptsä  hlichen  Li- 
teratur  über  diesen  Gegenstand» 


ig2  Einleitung. 

gegebene  Wort  halten  werde?  Die  Unterstüt^ng  der  See- 
mächte^  \u  der  sich  dieselben  durch  den  geheimen  Separat- 
artikel  der  grossen  Allianz  verpflichtet  Imtten,  war  unter  diesen 
Umständen  ein  ungeheurer  Vorteil  für  den  Kaiser,  den  dieser 
auch  \u  würdigen  wusste.  Nicht  geringer  dachte  Leopold  I. 
von  dem  Versprechen  der  Seemächte,  die  Wähl  seifies  Sohnes 
Josef  \um  deutschen  Könige  ^u  fördern.  Wusste  er  ja,  dass 
Ludwig  XIV.,  sein  Rivale  in  den  Jahren  16^7  umi  1658,  seit 
dieser  Zeit  unablässig  im  Reiche  tätig  war  für  den  Dauphin 
Stimmung  \u  machen,  dass  es  demselben  gelungen  war  mafichen 
der  Wähler  |/^  himienden  Zusagen  im  Sinne  der  Förderung  der 
französischen  Kandidatur  {//  bewegen,  dass  derselbe  entschlossen 
sei  mit  allen  Mitteln,  die  ihm  ^u  Geboten  stafiden,  dieses  Ziel 
in  verfolgen.  Aber  auch  Wilhelm  III.  hatte  allen  Grund  Wert 
auf  das  Bündnis  ^u  legen,  dem  er  beigetreten  war.  Es  war 
für  ihn,  der  einem  schweren  Kampfe  mit  Ludwig  XIV.,  dem 
Vertreter  der  Stuart' sehen  Sache  entgegensah,  ein  nicht  hoch 
genug  lu  schät^epider  Vorteil,  dass  Kaiser  Leopold  /.,  das  Haupt 
der  Christenheit,  der  Führer  im  Kampfe  gegen  die  Glaubens- 
feinde,  der  treue  Katholik,  ihn  in  seiner  Stellung  anerkannte 
und  sich  mit  ihm  ^u  einem  Kampfe  einigte,  der  mit  in  erster 
Linie  die  Rückkehr  Jakobs  II  nach  EnglafuI  verhifidern  sollte. 
Wir  sehen,  neben  den  allgemeinen  Interessen  gab  es  noch 
besondere,  die  Leopold  I.  uml  Wilhelm  III.  auf  einander  an- 
wiesen und  f//  gegenseitiger  Nachgiebigkeit  bestimmten,  so  oft 
im  Verlaufe  des  Krieges,  der  unter  ihrer  Leitung  während  der 
folgemlen  Jahre  gegen  Frankreich  geführt  wurde,  Differenzen 
entstanden  und  Streitigkeiten  geschlichtet  werden  sollten.  Es  ist 
nicht  unsere  Sache,  diesen  Kampf  oder  die  diplomatischen  Begeh- 
ungen {//  schildern,  {//  denen  die  Notwendigkeit  einer  Einigung 
über  die  Kriegsoperationen^)   Veranlassung  gab ;  die  Verhand- 


')  Da  der  Hauptvertra^,  der  diesem  Kriege  voranging ,  fischen  dem 
Kaiser  und  den  Generalstaaten  geschlossen  wurde,  schien  es  cinge\eigt,  die  Et' 
örterung  der  Umstände^  unter  denen  am  14.  Februar  i6g^  :^ischen  den  Bevoll» 
mächtigten  des  Kaisers  und  der  mit  ihm  gegen  Frankreich  verbündeten  Mächte 
—  \u  denen  neben  mehreren  Reichsfürsten  auch  die  Generalstaaten  und  Eng» 
land  {dhlten  —  ein  Übereinkommen,  betreffend  den  Schut\  des  Mittel»  und  Nie» 
derrlteins  ges  hlossen  wurde,  dem  Herausgeber  der  niederländisclten  Staatsver- 
träge  \u\uweisen,  und  dies  umsomehr,  als  England  bei  diesem  Unternehmen  nur 


Einleitung.  1^1 

lungert  ju  verfolgen,  die  der  Werbimg  neuer  Genossen  für  die 
gemeifisame  Sache  galten;^)  von  den  vielen  kleinen  ufid  grossen 
Gefälligkeiten  fi/  erzählen,  die  sich  die  beiden  Herrscher  im 
Laufe  der  Kriegsjahre  erwiesen;  den  Ursachen  nachzugehen, 
die  —  \umal  gegen  Ende  des  Krieges  —  eine  bedenkliche  Entfrem- 
dung :^isc}ien  Wilhelm  IIL  und  Leopold  L  herbeigeführt  habend) 
Es  miiss  in  diesem  Zusammenhang  genügen,  ^u  erwähnen,  dass 
es  Ludwig  XIV.,  der  in  den  letzten  fahren  den  Krieg  nur  not- 
gedrungen führte,  im  fahre  1694  gelang,    Wilhelm  IIL   und 
Leopold  L  lu  Separatverhatidlungen  ^u  bewegen,  die  das  ge- 
genseitige Misstrauen  der  beiden  Fürsten  hervorriefen  und  dass 
diese   dem  Geiste  des  Bündnisses  von  1689  widersprechenden 
Unterhandlungen  auch  nach  der  im  Mai  169$  erfolgten  Er- 
neuer ung  desselben^)   nicht  aufhörten.  Entscheidend  aber  für 
das  Gelingen  der  Friedenspläne  Ludwigs  XIV,  wurde  der  Ab- 
fall des  Herzogs  von  Savoyen^  der  im  fahre  1696  die  Bezieh- 
ungen \u  den  Alliierten  löste  und  in  ein  Bundesverhältnis  f« 
seinem  früheren  Gegner  trat,  das  den  Kaiser,  dessen  Ange- 
legenheiten in  Ungarn  damals  nicht  gerade  günstig  standen, 
\u  einem  Neutralitätsvertrage  mit  Ludwig  XIV.  Tjwang,  kraft 
dessen  beide  Parteien  ihre  Truppen  aus  Italien  entfernen  sollten. 
Den   Hauptvoi'teil  aus    dieser  Neutralität   \og  Ludwig  XIV. 
Wilhelm  III  erklärte  die  Fortsetzung  des  Kampfes  unter  diesen 
Umstanden  für  unmöglich,  gab  seine  Einwilligung  j^ur  Eröff- 
nung der  Friedepisverhandlungen  und  schloss  mit  Ludwig  XIV. 
in  dem  Augenblicke  den  Frieden,  als  dieser  —  schweren  Her- 


fumtineU  mitbeteiligt  war.  Ich  begnüge  mich  daher  mit  dem  Verweise  aufMörner 
Kurbranäenburgs  Staatsverträge  Nr.  ^68,  p.  ^iSi,  wo  ein  ausführliches  Regest 
dieses  Vertrages  vorliegt. 

*)  Das  am  jSJqS.  Mär{  jöpy  im  Haag  geschlossene  Bündnis  —für  die 
Drucke  vgl.Bittner  /.  c.  Nr.  ^6p  —  durch  das  der  Bischo/  Friedrich  Christian  von 
Münster  dvn  Wiener  Bündnisse  vom  12.  Mii  i68p  beitrat,  wird  vom  Heraus- 
geber der  Staatsverträge  Österreichs  mit  Münster  \u  publizieren  sein.  Leopold  I., 
Wilhelm  IIL  und  die  Generalstaaten  erscheinen  in  demselben  als  eine  Partei, 
der  Bischof  von  Münster  als  Vir  Vertragsgegner. 

*)  Am  Wiener  Hofe  erschienen  naclieinander  als  Vertreter  Wilhelms  IH, 
William  Paget  fi68pj,  George  Stepney  (i6p^),  Robert  Lexington  (16^4),  Sutton 
(i6p2).  Von  allen  diesen  Männern  liegen  zahlreiche  Berichte  im  R.  O.  Eine 
wichtige  Rolle  spielten  bei  ihren  Verhandlungen  auch  die  Titelfragen. 

»)  Die  Erneuerung  des  Wiener  Bündnisses  vom  12.  Mai  1689  erfolgte  im 
Haag  am  8.  Aug.  i6q^  ;  vgl.  den  Abdruck  im  Anhange  \u  diesem  Kapitel. 
Öttareichisch-eoglischc  Suatsverträge.  Bd.  I.  13 


t94  Einleitung. 

^ens  —  sich  bereit  geigte,  Jakob  IL  fallen  ^u  lassen  uftd  das 
Versprechen  gab,  der  jakobitischen  Partei  ferner  keine  Unter- 
Stützung  ^uteil  werden  ^u  lassen.  Den  Engländern  schlössen 
sich  Holland  utid  Spanien  an,  und  atuh  der  Kaiser  und  das 
Reich  mussten  sich,  da  an  eine  erfolgreiche  Fortführung  des 
Krieges  nicht  ^u  denken  war,  bald  darauf  ^m  Abschlüsse  des 
Ryswicker  Friedens  verstehen. 

Derselbe  entsprach  nicht  gani  den  Erwartungen,  mit  detien 
Leopold  L  in  den  Krieg  mit  Frankreich  eingetreten  war.  Lud- 
wig XIV.  behauptete  das  Elsa ss  und  behielt  Strassburg.  Doch  be- 
deuteten die  Riickgabe  der  ausserelsässischen  Reuniotien  an  die 
rechtmässigen  Besitzer;  Lothringens  —  xi'enn  auch  noch  so  ver- 
klausuliert —  an  den  Herzog  Leopold  Josef,  Freiburgs  und 
Breisachs  an  Österreich,  Philipphurgs  und  Kehls  an  Kaiser  und 
Reich  und  die  Demolierung  aller  französischen  Befestigungen 
an  dem  rechten  Rheinufer  und  an  der  Mosel,  wesentliche  Erfolge, 
\u  denen  noch  die  Ludwig  XIV.  wenig  günstige  Lösung  der  pfäl- 
zischen Streitfrage  und  die  Behauptung  des  Kölner  Erzbistums 
durch  den  bairischen  Prinzen,  den  Kandidaten  des  Kaisers,  hinzu- 
kamen. Die  Ryswicker  Klausel  aber  —  )iach  der  an  allen  resti- 
tuierten 07'ten  die  römisch-katholisclie  Religion  in  dem  Zustande 
bleiben  sollte,  in  dem  sie  f //r  Zeit  der  Restitution  war  —  kimnte, 
so  schwer  sie  auch  die  evangeliscJien  Fürsten  traf,  dem  katholi- 
schen Kaiser  nur  erwünscht  sein.  M  Rechnet  man  noch  hinzu,  dass 
die  günstigen  Bedingungen,  unter  denen  das  stammverwandte 
spanische  Königshaus  den  Frieden  mit  Frankreich  geschlossen 
hatte,  dem  Kaiser  überaus  erwünscht  sein  nutzsten,  dass  der 
Friede  im  Westen  ihm  die  Möglichkeit  bot,  den  siegreich  geführten 
Krieg  gegen  die  Türken  erfolgreich  zu  beendigen,  dass  seifte 
Stellung  im  europäischen  Staatenkonzerte,  durch  das  Zurück- 
drängen des  französisclicn  Herrscliers  wesentlich  an  Bedeutung 
gewonnen  hatte,  so  begreift  man,  dass  der  Ryswicker  Friede  Leo- 
pold L  ein  annehmbarer  erschien.  Wenn  trotzdem  seine  Stim- 
mung in  jenen  lagen  eine  recht  gedrückte  war,  wenn  er  der 
Zukunft  sorgenvoll  entgegensah,  so  geschah  dies,  weil  seine 
Bemühungen  eine  günstige  Lösung  der  wichtigsten  Frage,  die 
ihn  damals  beschäftigte ,  jener  der  spani schert  Succession,  her- 


')  Für  die  Drucke  des  atn  scj^o.  Okt  1607  geschlossenen  Ryswicker  Frie- 
dens vgl.  Bittner  l.  c  Nr.  ^8p. 


ßnieitun^.  1^^ 

beijiiführen  oder  vorzubereiten,  erfolglos  geblieben  waren ;  nicht 
in  letzter  Linie  durch  die  Haltung  der  Seemächte^  die  sich  im 
fähre  1689  so  un^xjoeideutig  \ur  Wahrung  seiner  Rechte  ver- 
pflichtet  hatten.  Wir  wisseti,  dass  der  Wunsch,  bei  Eröffnung 
der  spanischen  Succession  der  Mithilfe  dieser  Mächte  in  seinem 
Interesse  sicher  :{u  sein,  Leopolds  L  EntSchliessungen  im  Jahre 
1689  bestimmt  hatte  und  dass  er  dem  geheimen  Separatartikel 
der  Allianz  grossen  Wert  beimass,  durch  den  sich  Kehlig  Wilhelm 
und  die  Generalstaaten  verpflichtet  hatten,  „im  Falle  des  Todes 
Karls  IL  ohne  rechtmässige  Descenden:^  mit  allen  Kräften  dem 
Kaiser  und  dessen  Erben  beizustehen,  um  ihnen  ^u  der  ihrem 
Hause  rechtmässig  gebührenden  Succession  ju  verhelfen/'  Die 
Befürchtungen  des  Kaisers  hatten  sich  damals  nicht  blos  gegen 
Ludwig  XIV,,  sondern  auch  gegen  jefie  mächtige  Partei  am  spani- 
schen Hofe  gerichtet,  die  seit  der  Vermählung  Marie  Antoniens 
—  der  einzig  überlebenden  Tochter  Maria  Margarethens,  der  spa- 
nischen Prinzessin,  und  Leopolds  L  —  mit  dem  Kurfürsten  Max 
Emanuel  von  Baiern  die  Erbansprüche  dieser  beiden  Persofiefi 
vertrat  und  dem  Verzichte,  den  Marie  Antonie  auf  das  Ganje 
der  spanischen  Erbschaft  gegen  die  Zusicherung  der  spanischefi 
Niederlande  geleistet  hatte,  keine  Berechtigung  zuerkannte. 
Diese  Partei  nun  hatte  durch  die  während  des  Krieges — im  fahre 
1692  —  erfolgte  Geburt  des  bairischen  Kurprinzen fosef  Ferdinand, 
dessen  Erbrecht  nach  spanischer  Rechtsanschauung  durch  die 
Entsagung  seiner  Mutter  durchaus  nicht  beeinflusst  werden 
konnte,  einen  mächtigen  Einfluss  erlangt,  gegen  den  Leo- 
pold  L  vergebens  anzukämpfen  sich  bemühte,  \umal  auch  seine 
Schwester,  Maria  Anna,  die  bis  dahin  die  Interessen  des  öster- 
reichischen Hauses  in  Madrid  vertreten  hatte,  der  Erbfolge  des 
bairischen  Kurprinzen  das  Wort  sprach  und  ihrem  Sohne, 
Karl  II,  in  ihrer  letzten  Stunde  —  sie  starb  im  Mai  1696  — 
dringetid  die  Ordnung  dieser  wichtigen  Frage  in  diesem  Sinne 
empfahl  Karl  II  zögerte  aber,  hauptsächlich  beeinflusst  durch 
seifie  Gattin,  die  Pfalz-Neuburgerin  Maria  Anna,  die  sich  da- 
nials  mit  der  Hoffnung  trug,  dem  Lande  selbst  den  Thron- 
erben \u  schenken,  den  letzten  Willen  seiner  Mutter  f //  erfüllen. 
Erst  im  Herbste  1696,  als  sich  die  Hoffnung  der  Königin  als 
trügerisch  erwiesen  hatte,  als  sie  und  Karl  II  selbst  schwer 
erkrankten,  wurde  ein  f «  Gunsten  fosef  Ferdinands  lautendes 
Testament  aufgesetzt,  dessen  Inhalt  allen  Beteiligten  unbekannt 

'3* 


1^6  Einleitung. 

bleiben  sollte.  Allein  alsbald  wusste  man  aller  Orten,  wie 
Karl  IL  über  sein  Reich  verfügt  hatte,  und  es  geigte  sich,  dass 
weder  Ludwig  XIV.  noch  Leopold  I  mit  den  EntSchliessungen 
des  spanischen  Königs  einverstanden  waren.  Sie  versuchten 
beide  eine  Änderung  derselben  in  ihrem  Interesse  durchzu- 
setzen; Ludwig  XIV.,  indem  er  grosse  Anerbietungen  für  die 
Berücksichtigung  seiner  Wütische  machte ,  Leopold  I.,  indem 
er  die  Vererbung  der  Monarchie  an  den  Kurprinzen  als  gleich- 
bedeutend mit  der  Hingabe  derselben  an  Frankreich  bezeichnete: 
die  Unterdrückung  der  deutschen  Linie  des  Hauses  Habsburg, 
den  Verlust  der  Kaiserkroiw  als  die  unausbleiblichen  Folgen 
der  Handlungen  Karls  IL  bezeichnete  und  energischer  als  voi- 
her  für  die  Nachfolge  seines  Z'^eitgebore^ien  Sohnes  Karl  ein- 
trat. Es  war  selbstverständlich,  dass  die  Wiener  Regieiiing  in 
dem  Augenblicke,  da  sie  Anspruch  auf  das  gesamte  Erbe  Karls  H. 
—  die  spanischen  Niederlande  ausgenommen  —  erhob,  mit  der 
Tatsache  rechnen  musste,  dass  Ludwig  XIV,  sollte  der  spa- 
nische Hof  auf  die  WünscJie  Leopolds  I.  eingehen,  mit  den 
Waffen  in  der  Hand  seine  Forderungen  geltend  machen  werde. 
Allein  man  glaubte  in  der  Umgebung  des  Kaisers  den  Kampf 
mit  Ludwig  XIV.  wagen  ;fw  dürfen,  vorausgesetzt ,  dass  die 
Seemächte  noch  bereit  waren,  die  Verpflichtungen  fw  halteti, 
die  sie  im  fahre  1689  übernommen  hatten. 

Es  galt,  sich  f //  vergewissern,  ob  dies  der  Fall  war.  An- 
fang März  1697  trat  Gi'af  Auersperg,  der  kaiserliche  Ge- 
sandte am  Londoner  Hofe,  an  Wilhelm  HI.  mit  der  Frage 
heran,  ob  er  bereit  sei,  falls  Karl  U.  eine  fw  Gunsten  des 
Kaiserhauses  lautemle  Erklärung  in  der  Successimisfrage  ab- 
geben sollte,  einen  darauf  bezughabenden  Artikel  in  den  Frie- 
densvertrag aufzunehmen  und  die  Annahme  desselben  seitens 
Frankreichs  ztir  Bedingung  ;j«  machen.  *)  Dabei  erimierte  Graf 
Auersperg  den  König  an  den  geheimen  Separatartikel  der  Al- 
lianz von  1689.  Wilhelm  leugnete  die  damals  übernommene 
Verpflichtung  nicht  ab,  aber  er  betonte,  dass  der  dort  voraus- 
gesetzte Tod  Karls  II.  noch  nicht  eingetreten  sei  und  weigerte 
sich  auf  das  entschiedenste,  eine  solche  Friedensbedingur g  an 
Ludwig  XIV  f//  stellen.    Eher  wäre  es  möglich,   meinte  er, 


»)  Bericht  Aucrsper^rs  J.  ,/.  22.  Mär^  i6(jy  St.-A.;   vgl.  Klopp  /.  c.  VII 


Einleitung.  ign 

einen  neuen  Krieg  \u  beginnen,  falls  Ludwig  XIV.  sich  beim 
Tode  Karls  IL  der  Succession  des  Er^hauses  in  Spanien  wider- 
setzen sollte.  Ebenso  ablehnend  verhielt  sich  der  Grosspensionär 
Heinsius.  Die  Erklärungen  beider  lassen  darauf  schliessen, 
dass  sie  van  dem  Testamente  Karls  IL  bereits  Ketintnis  be- 
Sassen  und  mit  der  Löstmg  der  Frage  ju  Gunsten  des  bai- 
rischen  Prin^eti  einverstanden  waren.  Insbesondere  für  die 
Republik  der  Vereinigten  Niederlande  war  die  Nachbarschaft 
eines  minder  kräfligen  Fürsten  ein  nicht  f«  unterschätzen- 
der Vorteil  und  Wilhelm  war  gerne  bereit,  deren  Interessen 
pi  wahren,  wefin  dieselben,  wie  in  diesem  Falle,  denen  der 
Engländer  nicht  zuwiderliefen.  Von  der  Verpflichtung,  die 
er  1689  übernommen,  hat  sich  Wilhelm  durch  diese  Haltung 
nicht  losgesagt.  Er  Hess  Auersperg  vielmehr  erklären,  er  werde 
stets  bereit  sein  dem  Kaiser  beizustehen,  damit  Frankreich  aus 
dem  spanischen  Erbfalle  keinen  Nutzen  f/>A^  und  betonte  die 
Notwendigkeit  in  der  Garantie  des  zu  schliessenden  Friedens  den 
Artikel  zu  erneuern,  der  die  spanische  Succession  und  die  Ver- 
pflichtung des  englischen  Königs  und  der  Generalstaaten  be- 
traf dieselbe  aufrechtzuhalten.  Trotzdem  bedeutete  das  Verhalten 
Wilhelms  eine  schwere  Niederlage  für  den  Kaiser.  Dieser  hatte 
sich  von  dem  Eintreten  der  Seemächte  für  seine  Interessen 
einen  mächtigen  Eindruck  am  Madrider  Hoje  versprochen 
und  gehofft,  den  ewig  schwankenden  König,  der  im  Juni  seine 
Bereitwilligkeit  kundgethan  hatte,  den  Erzherzog  Karl  nach 
Spanien  z^i  berufen  und  kaiserliche  Truppen  aufzunehmen, 
für  eine  Entscheidung  in  diesem  Sinne  :f«  gewinnen.  Die  Er- 
klärungen Wilhelms,  als  deren  Konsequenz  sich  sein  zögern- 
des Verhalten  gegenüber  der  Forderung  Karls  II  um  Absen- 
dung eines  Geschwaders  ;f//w  Schutze  Barcelonas  gegen  Lud- 
wig XIV.  ergab,  raubten  Leopold  I.  die  Hoffnung,  in  diesem 
Augenblicke  mit  seinen  Plänen  in  Madrid  durchzudringen,  und 
die  Eile,  mit  der  Wilhelm  III  und  die  Niederländer  mit  Lud- 
wig XIV.  abschlössen,  sobald  dieser  ihre  besonderen  Wünsche 
ZU  erfüllen  sich  bereit  f r/^/^,  machte  es  Leopold  I.  unmöglich, 
die  Forderungen,  f «  denen  er  sich  nach  den  letzten  Erklärun- 
gen Wilhelms  III.  berechtigt  glaubte,  rechtzeitig,  vor  Abschluss 
des  englisch-staatisch'franzd'sischen  Friedens,  an  Wilhelm  III 
zu  stellen. 


198 


Einleitung* 


Erst  am  ii.  Okt.  i6p7,  j  Wochen  nach  erfolgter  l/nter- 
lekhnung  des  Sonder fnedenssthlusses,  trat  Leopold  I.  an  WU- 
hehn  Ifl.  mit  dem  Ersuchen  heran,  ili'e  Fortdauer  des  Bünd- 
nisses nach  beendigtem  Kriege,  wie  dies  in  der  Allianz  vor- 
gesehen sei,  feierlich  atis^usprechen.  Atisdriicklich  hat  Leo- 
pold L  als  den  Hauptzweck  dieser  Erneuerung  der  Verträge 
von  1689  das  Verlangm  bezeichnet,  ^^t  erfahren,  ,,was  wir 
von  England  und  Holland  inbetreff  des  damals  errichteten  ge- 
heimen Artikels  über  die  spanische  Succession  f«  erwarten 
haben/^^)  Die  Entscheidung ^  ob  Erzherzog  Karl  gleich  oder  erst 
spater  nach  Spanien  reisen  sollte,  ilberliess  er  Wilhelm  HL 
Dieser  erwiderte,  es  sei  stets  sein  Gedanke  gewesen,  die  be- 
stehefide  Allianz  fortdauern  f«  lassen  und  erbat  sich,  sie  in 
feder  Be:(iehu7tg  ^u  erneuern.  Im  übrigen  verwies  er  Auserperg 
auf  die  Verhandlungen,  die  er  in  Gemeinschaß  mit  dem  Gross- 
pen^ionär  im  Haag  fähren  wollte.  Allein  hier  geigte  sich, 
dass  die  Hindernisse,  die  vor  dem  Ryswicker  Friedefisschlusse 
die  Einigung  Leopolds  L  mit  den  Seemächten  erschwert  hatten, 
noch  immer  nicht  beseitigt  waren.  Denn  Heinsius  —  er,  nicht 
Wilhelm  HL  stand  im  Vordergründe  —  machte  die  Entschlies- 
sangen  der  Seemächte  von  einer  vorhergehenden  öß^ent^ 
liehen  Erklärung  Karls  //.  fw  Gunsten  des  Er^her^ogs  Karl 
abhängig,  während  der  spanische  König,  aus  Furcht  vor  Lud- 
wig XIV.  und  vor  der  grossen  antiösterreichischen  Partei  an 
seinem  Hofe,  ohne  sichere  Aussicht  auf  eine  entsprechende 
fremde  Hilfe  der  Welt  seinen  Willen  nicht  verkünden  wollte. 
Unter  diesen  Umständen  hatte  die  Erneuerung  der  Allianz , 
p4  der  Wilhelm  HL  wie  die  Generalstaaten  drängten,  für 
die  Wiener  Regierung  keinen  Wert.  ,Jch  sehe  nicht  ah, 
was  es  fruchten  soll,  eine  Allianz  f «  erneuern,  nachdem  sie 
feurj  fWüor  geh  rochen  worden  isf,  meinte  Auersperg  und 
seine  Anschauung  teilten  die  massgebenden  Kreise  in  Wien. 
,}Man  behauptet,  schrieb  Kinsky,  von  Seiten  der  Seemächte  den 
Zweck  —  die  Wahrung  der  österreichischen  Interessen  beim 
Tode  Karls  IL  —  f«  wollen,  aber  die  Anwendung  der  erfor- 
derlichen Mittel  verschiebt  man  auf  eine  unbestimmte  Zukunß, 
Auch  ich  bin  der  Ansicht,   dass  wir  eine  günstigere  Zeit  ab- 


")  Weisung  an  Attersperg  d.  il  u,  Okftfcer  iSq^  St-A^    VgL  Klopp  l  <r. 


Einleitung.  igq 

^utvarten  habenf'.^)  Und  wie  die  Minister  dachte  auch  Leopold  L 
Er  hatte  immer  die  Ansicht  vertreten,  man  dürfe  keinen  An- 
spruch aufgeben,  man  solle  aber  die  Durchführung  desselben 
nicht  übereilen.  Seiner  Zähigkeit  hatte  er  schon  so  manchen 
Erfolg  \u  danken.  Auch  diesmal  hoffte  er  auf  die  Fügung 
Gottes,  dessen  schützende  Hand  er  in  den  schwersten  Augen-- 
blicken  seines  Lebens  so  deutlich  gespürt  hatte, 

„Gott,  auf  den  ich  alles  gegründet,  hat  bisher  denen,  die 
mein  Er^haus  stünden  wollten,  das  Konzept  durchstrichen. 
Darum  hoffe  ich,  dass  auch  femer  die  Dinge  glücklich  von 
statten  gehen  werden''  So  schrieb  Leopold  seinem  Botschafter  in 
Madrid  \u  Beginn  des  fahr  es  1698^)  Die  Worte  \eigen  die 
Unerschütterlichkeit,  mit  der  Leopold  L  an  seinem  Ansprüche 
auf  die  gan^e  Erbschaft  des  spanischen  Königs  festhielt,  trotj 
aller  Ereignisse,  die  sich  im  Laufe  der  let^tverflossenen  fahre 
am  Madrider  Hofe  zugetragen  hatten.  Er  rechnete  noch  immer 
auf  dett  Familiensinn  Karls  II,,  auf  den  Einfluss  Maria  Antut* s 
von  Pfal^'Neuburg ,  auf  die  Österreich  freundlichen  Kräfte 
innerhalb  des  spanischen  Adels  und  der  hohett  Geistlichkeit,  und 
er  hoffte  mit  deren  Hilfe  die  Einsetzung  seines  zweitgeborenen 
Sohnes  fww  Erben  des  gesamten  spanischen  Besitzes  —  die 
spanischen  Niederlande  ausgenommen  —  f«  erwirken.  Und 
er  war  entschlossen  diese  Ansprüche,  wenn  es  sein  musste,  mit 
den  Waffen  in  der  Hand  f«  verteidigen,  so  ^f^rrÄ//^/  auch 
nach  dem  Ende  des  schweren  Doppelkrieges,  den  er  geführt^ 
seine  Finanzen  und  sein  Heer  waren.  Er  rechnete  dabei  auf 
die  Unterstützung  mächtiger  Fürsten  des  Reiches,  noch  mehr 
aber  auf  die  Hilfe  der  Seemächte,  z^  der  sie  der  geheime  Ar- 
tikel des  Vetirages  von  1689  verpflichtete,  den  f«  emeuern  sie 
sich  noch  vor  kurzem  unter  der  Voraussetzung  erboten  hatten, 
dass  Karl  IL  eine  entschiedene  Erklärung  f«  Gunsten  des 
österreichischen  Hauses  abgeben  sollte.  Allein  wie  in  früheren 
Jahren  blieben  auch  fetzt  die  Bemühungen  der  Österreicher 
in  Madrid  erfolglos;^)  die  Kandidatur  des  bairischen  Kur- 
prinzen fosef  Ferdinand  gewann   immer  neue  Anhänger  und 


0  Vgl,  Klopp  l  c,  VII.  498, 

«)  Leopold  an  Harrrch  y.  Jan.  1698;  vgl.  Klopp  U  c,  VIIL  ^5. 
*)  Für  die  österr,  Politik  in  Madrid  vgl.  insbesondere  Gaedeke,  Die  Politik 
Österreichs  in  der  spanischen  Erbfolgefrage,  2  Bde. 


200  Einleitung- 

die  Seemächte  geigten  infolge  dessen,  als  die  österreichisclim 
Gesandten  auf  die  Nachricht  von  einer  neuerlichen  schweren 
Erkrankung  Karls  IL  an  sie  mit  der  Auffordertmg  heran- 
traten, sich  ^ur  Unterstützung  der  Ansprache  Leopolds  L  durch 
die  Erneuenmg  des  Garantievertrages  pi  verpflichten,  durch-- 
aus  nicht  Jenes  Entgegenkommen ,  das  Leopold  l,  wünschte 
und  ericarfete.  Wohl  sprachen  sie  auch  jetlt  noch  ihre 
prinzipielle  Bereifwilligkeit  aus,  die  Allianz  |«  erneuern,  allein 
sie  machten  nach  wie  vor  ihr  Eintreten  für  den  Erilterzog 
Karl  von  einer  öffentlichen  Erklärung  des  spanisehen  Königs 
abhängig  und  forderten  van  Leopold  L  den  Abschluss  des  Frie- 
dens mit  den  Türken  ah  notwendige  Voraussetjtmg  eines  er- 
folgreichen Widerstandes  gegen  Ludwig  XIV.  Wie  wenig  auf- 
richtig aber  selbst  diese  Anerbietungen  waren,  beweist  ein 
Schreiben  Wilhelms  IIL  an  Heinsius  vom  April  i6p8^  in  dem 
er  es  als  ein  Glück  bezeichnete,  ,,dass  wir  inbetreff  der  spani- 
schen Sticcession  nicht  fester  mit  dem  Kaiser  verkniipß  sind 
und  dass  es  fraglich  ist^  ob  die  grosse  Allianz  fortbesteht  oder 
nicht'^  Es  kann  nicht  unsere  Aufgabe  sein  in  diesem  Zu- 
sammenhange den  Motiven  nachzugehen,  die  Wilhelm  TU.  pi 
diesem  Wechsel  seiner  Anschauung  bewogen  haben.  Die  Art 
und  Weise,  wie  er  sich  \u  dem  kaiserlichen  Gesandten  stellte, 
spricht  dafür,  dass  er  sich  seiner  Verpflichtung  Leopold  L  ge- 
genüber bewusst  blieb  und  nur  widerwillig  der  Gewalt  der  Tat- 
sachen wich,  als  er  das  dem  Kaiser  gegebene  Versprechen 
brach  und  mit  Ludwig  XIV  Verhandlungen  anknüpfte,  die 
eine  deti  eingegangenen  Verpflichtungen  widersprecheftde  Lö- 
sung der  Erbfolgefrage  herbeiführen  sollten.  Unzweifelhaft 
hat  die  Haltung  der  Niederländer,  die  sich  durchaus  ab- 
geneigt geigten,  für  das  Erbrecht  der  deutschen  Habsbur- 
ger einen  neuen  Krieg  gegen  Ludwig  XIV  pi  führen  und 
die  Eriedensstimmung  des  englischen  Parlamentes^  das  nach- 
drücklichst die  Entlassung  der  Armee  forderte,  die  Entschlüsse 
Wilhelms  HL  beeinflusst^  mehr  aber  noch  die  Erwägung,  dass 
der  Heimfall  des  gesamten  spanischen  Besitzes  an  das  Haus 
Leopolds  /,  des  Siegers  von  Zenta,  des  Eroberers  im  Osten 
Europa's^  den  Interessen  des  europäiscfien  Gleichgewichtes  nicht 
weniger  gejährlich  werden  mussie^  als  die  Besit^ergreißing 
Spaniens  seitens  Ludwigs  XIV  und  dessen  Familie. 


Einleitung.  201 

Als  er  im  Jahre  1689  mit  dem  Kaiser  jene  Allianz  schloss, 
die  ihn  :(ur  Unterstützung  der  österreichischen  Ansprüche  auf 
den  spanischen  Besit^  verpflichtete,  hatte  die  bairische  Kandi- 
datur  noch  in  Reiter  Linie  gestanden;  seitdem  hatte  der  Ktir^ 
prin\  Josef  Ferdinand  das  Licht  der    Welt  erblickt  und  für 
dessen  Thronansprüche  war  der  grösste  Teil  der  Spanier  ein- 
getreten.   Es  war  nun  der  Gedanke  Wilhelms  IIL,  diese  bai- 
rische Kandidatur,   die  den  Interessen  Englands  nicht  wider- 
sprach ufid  denen  der  Niederländer  äusserst  vorteilhaft  warp 
bei  den  rivalisierenden  Herrschern  von  Frankreich  und  Öster- 
reich durch  das  Anerbieten  durchzusetzen,  ihnen  Teile  der  spa- 
nischett   Mmiarchie,   die  dem   Haupterben  genommen   werden 
sollten,    als  Entschädigung   für    ihre  Ansprüche    abzutreten. 
Allein  Ludwig  XIV,  der  die  Anregung  des  Oraniers  mit  Freu- 
den aufgriff,  forderte  den  Ausschluss  des  Kaisers,  und  Wil- 
helm IIL  fügte  sich,  wenn  auch  zagend  und  widerstrebend, 
diesem  Begehren,  als  die  Äusserungen  Leopolds  L  und  dessen 
Gesandten  keinen  Zweifel  daran  aufkommen  Hessen,  dass  der 
österreichische  Herrscher  mit  der  von   Wilhelm  HL  geplanten 
Abfertigung  nicht  einverstanden  sein,  vielmehr  die  Erneuerung 
der  Allianz  von  1689  und  damit  der  in  derselben  ausgespro- 
chenen Unterstützung  seiner  Ansprüche  auf  das  Gesamterbe 
seitens  der  Seemächte  fordern  werde. 

Am  II.  Oktober  1698  erfolgte  im  Haag  die  Unterzeich- 
nung des  ersten  Teilungsvertrages  fU756'Ä^;/  England,  Frank- 
reich und  den  Generalstaaten.^)  Kurprinz  Josef  Ferdinand 
sollte  als  nächstberechtigter  Haupierbe  Spanien,  die  Nieder- 
lande und  die  Kolonien;  der  Dauphin  von  Frankreich  Neapel, 
Sizilien  und  die  Grenzverbesserung  an  den  Pyrenäen;  Erz- 
herzog Karl  das  Herzogtum  Mailand  erhalten.  Die  9  Mächte 
verpflichteten  sich  den  Vertrag,  wenn  nötig  auch  mit  Waffen- 
gewalt, durchzusetien.  Nach  erfolgter  Ratifikation  sollte  Wil- 
helm III.  den  Kaiser  von  dem,  was  geschehen,  in  Kenntnis 
setzen  und  ihn  f«m  Beitritte  einladen.  Allein  am  Tage  vor 
der  Unterzeichnung  forderte  Ludwig  XIV.,  dass  der  Vertrag 
dem  Kaiser  bis  f«w  Tode  Karls  II.  verborgen  bleiben  solle 
und  Wilhelm  III.  gab,  obgleich  der  8.  Artikel  des   Teilungs- 


0  Abgedruckt  u.  a.  nach  dem  in  Paris  befindlichen  Original  bei  Legrelle 
l  c.  IL  ^66  ff. 


SOd  Einleitung. 

Vertrages  die  unmittelbare  Mitteilung  an  Leopold  L  nach  er- 
folgter Ratifikation  bestimmte,  dem  Drängen  des  französischen 
Königs  insoweit  nach,  dass  er  die  Durchführung  dieses  Ar- 
tikels bis  \um  Januar  1699  suspendierte.  Vergebens  bemühten 
sich  die  Vertreter  Leopolds  L  in  London  und  im  Haag  offi- 
:(ielle  Kunde  von  dem  Vertrage  ^u  erhalteti,  vergebens  forderte 
der  Kaiser  die  Erneuerung  der  Allianz  von  1689.  Die  allge- 
meinen Redensarten  des  staatischen  Gesandten  in  Wien  ufid 
das  zögernde  Benehmen  Wilhelms  IIL  Hessen  keinen  Zweifel 
darüber,  dass  der  Kaiser  vorerst  auf  eine  ernste  Vertretung 
seiner  Interessen  seitens  der  Seemächte  nicht  ^u  rechnen  habe. 

Allein  das  Bemühen  der  ß  Mächte,  die  den  Haager  Tei- 
lungsvertrag unterzeichnet  hatten,  den  Inhalt  desselben  geheim 
^u  halten,  blieb  erfolglos  und  Karl  H.  beantwortete  diese  eigen- 
mächtige Einmischung  in  seine  Angelegenheiten,  indem  er  am 
14.  Nov.  1698  seinen  Grossneßen,  den  Kurprinzen  Josef  Fer- 
dinand von  Baiern,  feierlich  pcm  Erben  seines  gesamten  Be- 
sitzes einsetzte.  Das  Vorgehen  Karls  II  fand  bei  den  beteiligten 
Mächten  verschiedenartige  Beurteilung.  Die  Engländer  und 
die  Generalstaaten  waren  mit  dieser  friedlichen  und  ihreti  In- 
teressen vorteilhaften  Lösung  der  Frage  einverstanden;  dagegen 
begannen  der  Kaiser  und  der  König  von  Frankreich,  über 
ihren  Ausschluss  von  der  Erbschaft  entsetzt,  vofi  neuem  das 
Spiel  der  Intriguen  und  geheimen  Verhandlungen,  dessen 
sie  sich  schon  so  oft  —  jeder  in  seinem  Interesse  —  bedient 
hatten. 

Mitten  in  diese  Bemühungen  der  österreichischen  und 
französischen  Regierung,  eine  Änderung  der  Entschlüsse  am 
Madrider  Hofe  durchzusetzen ,  fiel  die  Nachricht,  dass  der  junge 
Prinz,  an  dessen  Dasein  sich  so  stolze  Hoffnungen  knüpften, 
gestorben  sei.  Die  Wirkung  dieses  Ereignisses  war  eine  weittra- 
gende; alle  Vereinbarungen,  die  bisher  getroffen  wordett  waren, 
der  Teilungsvertrag  vom  11.  Okt.,  wie  das  Testament  Karls  II. 
vom  14.  Nov.  1698,  verloren  ihre  Geltung,  und  die  grosse  Frage, 
deren  Lösung  so  viele  Köpfe  beschäftigt  hatte,  rief  vofi  neuem 
eine  Fülle  offener  und  geheimer  Verhandlungen  hervor,  die 
keiner  der  beteiligten  Fürsten  besser  f«  benützen  xvusste,  als 
Ludwig  XIV  Er  trat  mit  neuen  Vorschlägen  an  Wilhelm  III. 
und  die  Generalstaaten  heran,  verhandelte  aber  z^  gleicher 
Zeit  mit  Leopold  I.  und  verstand  es  voi'trefflich,  die  Bemühungen 


Einleitung.  203 

der  Seemächte  \u  durchkreti^efi,  die  ununterbrochen  nach  einer 
Lösung  suchten,  die  auch  dem  Wiener  Hofe  genügen  kimnte. 
Wir  können  in  diesem  Zusammenhange  den  Verhandlungen 
nicht  folgefi ,  die  während  des  Jahres  1699  in  diesem  Sinne 
^wischen  dem  englischen  und  dem  österreichischen  Hofe  ge- 
führt worden  sind.  Das  Ergebnis  derselbett  war,  dass  Leo- 
pold I,,  obgleich  er  dem  Projekte  einer  Teilung  des  spanischen 
Erbes  nicht  prinzipiell  abgeneigt  war,  die  Entwürfe  auf  das 
cfitschiedenste  ^(urückwies,  die  ihm  seitens  der  Seemächte  im 
Sommer  des  Jahres  1699  vorgelegt  wurden.  Er  betonte  in  der 
feierlichen  Erklärung,  mit  der  er  die  Vorschläge  der  Seemächte 
beantwortete,  dass  er  die  Annahme  derselben  für  unvereinbar 
mit  seiner  Ehre  halte,  und  dass  er  fest  entschlossen  sei,  falls 
die  Seemächte  auf  der  Durchführung  ihres  ungerechten  Be- 
schlusses beharren  sollten,  „^u  tragen,  was  er  nicht  ju  hindern 
vermöge  und  mit  ruhigem  Sinne  ^u  erwarten,  was  der  Lenker 
der  irdischen  Geschicke  über  den  König  von  Spanien  und  dessen 
Monarchie  verfügen  werde ;  in  dem  festen  Vertrauen  jedoch, 
dass  eben  derselbe  gerechte  Gott  die  Anschläge  derer  verwirren 
wird,  die  wider  göttliches  und  menschliches  Recht  fremde 
Königreiche  ^erteileft,  wegnehmen,  an  Andere  vergeben''.'^)  Aber- 
mals aber  und  endgültig  erklärte  der  Kaiser  inbetreff  der  ge- 
samten spanischen  Monarchie  nicht  ^u  gestatten,  dass  durch 
Verträge  ihm  und  seinen  Erben  auch  nur  ein  Fussbreit  Landes 
strittig  gemacht  werde.  Der  Protest  des  Kaisers  blieb  er- 
folglos: die  Verhandlungen  der  Seemächte  mit  Ludwig  XIV 
wurden  fortgesetzt  und  führten,  nachdem  neuerliche  Versuche 
Wilhelms  HL  den  Kaiser  umzustimmen  gescheitert  waren,  im 
März  ^7^^  T^  ^^^^  fa'^//^«  Teilungsvertrage  z^l^^hen  Frank- 
reich und  den  Seemächten.^)  In  demselben  wurden  dem  z^uoeit- 
geborenen  Sohne  Leopolds  I,  Erzherzog  Karl,  Spanien,  die  Nie- 
derlande und  die  Kolonien,  dem  Dauphin  aber  die  gesamten 
italienischen  Besitzungen,  auch  Mailand,  z^^g^^P^ochen ;  doch 
sollte  letzteres  dem  Herzoge  von  Lothringen  gegen  Abtretung 
seines  Besitzes  an  Frankreich  übergeben  werden.  Sogleich  nach 
dem   Austausche  der  Ratifikationen  sollte  der    Vertrag   dem 


')  Vgl.  Wagner  Hist  Leop,  Magni  IL  339  ff,,  Klopp  l.  c.  VIIL  ßSg. 
•)  Abgedruckt  u,  a,  nach  dem   in  Paris  bfindlichcn  Original  der  fran^ 
\ösisch'hoUändischcn  Ausfertigung  bei  Legrelle  l.  c,  UL  50*»  /f. 


304  Einleitung. 

Kaiser  mitgeteilt  und  derselbe  ^um  Beitritte  aufgefordert  wer- 
den. Erfolgte  dieser  innerhalb  dreier  Monate  nicht,  dann  sollten 
die  ß  Mächte  den  Anteil  Karls  einem  anderen  Fürsten  über- 
geben und  jeden  Versuch  dieses  Er^her^ogs,  sich  in  den  Besitj 
irgend  eines  Teiles  des  spanischen  Erbes  ^u  setzen,  mit  allen 
Kräften  abwehren.  In  einem  geheimen  Artikel,  der  seinen  Ur- 
sprung dem  Wunsche  Wilhelms  III.  verdankte,  alles  mögliche 
vorzukehren,  um  eine  Aktion  der  Vertragschliessendeti  gegen 
Leopold  I,  ^u  verhinderet,  wurde  bestimmt,  dass  dem  Kaiser 
der  Beitritt  ^u  diesem  Bündnisse  —  falls  derselbe  innerhalb 
der  festgesetzten  Frist  von  j  Monaten  nicht  erfolgen  sollte  — 
auch  2  Monate  nach  dem  Tage  freistehen  sollte,  an  detn  die 
}  Mächte  ihm  den  Tod  Karls  IL  notifiziert  haben  würden.  In  der 

Tat  lehnte  Leopold  I  seinen  Eintritt  in  das  zwischeti  Frankreich 
und  den  Seemächten  geschlossene  Bürdnis  entschieden  ab  und 
blieb  bei  diesem  Vorsätze  auch  dann,  als  Wilhelm  IIL  immer 
dringender  in  seiner  Aufforderung  wurde  und  dem  Kaiser  die 
üblen  Folgen,  die  sich  aus  einer  Weigerung  ergeben  könnten, 
immer  nachdrücklicher  vorhielt. 

Ganz  unzweifelhafl  haben  die  Nachrichten,  die  Leopold  I. 
in  diesen  Monaten  aus  Madrid  erhielt,  mit  in  erster  Linie  fw 
seinem  Entschlüsse  beigetragen,  dem  ihm  ungünstig  scheinen- 
den Teilungsvertrage  seine  Zustimmung  fw  versagen.  Er  er- 
fuhr, dass  die  Spanier  über  die  Einmischung  der  fremden 
Mächte  entrüstet  und  entschlossen  seien  die  Einheit  der  Mo- 
narchie z^^  wahren;  dass  Karl  IL  in  London  und  Versailles 
gegen  das  Vorgehen  der  Seemächte  und  Frankreichs  protestiert, 
dass  die  Stimmung  in  Madrid  sichtbar  znm  Vorteile  Österreichs 
gewechselt  habe.  Und  bald  darauf  erhielt  er  ein  Schreiben  Karls  II., 
in  dem  dieser  seinen  Entschluss  mitteilte,  die  Monarchie  dem 
habsburgischen    Hause    ungeteilt   f«    hinterlassen,    und   dem 

Wunsche  Ausdruck  verlieh,  den  Erben,  Erzherzog  Karl,  bald 
in  seinem  Lande  begrüssen  f//  können.  Man  wird  es  unter 
diesen  Umständen  begreiflich  fimlen,  dass  Leopold  I.  die  jmo- 
natliche  Frist,  die  ihm  f«;;/  Beitritte  f«/^?  Teilungsvertrage 
gewährt  worden  war,  unbenutzt  vorübergehen  Hess  und 
bei  seiner  Weigerung  atuh  dann  blieb,  als  die  Seemächte 
im  Herbste  1699  immer  von  neuem  in  ihn  drangen,  dem  sonst 
unausweichlichen  Kriege  durch  seinen  Beitritt  zu  den  Bestim- 
mungen des  Teilungsvertrages  vorztibeugen.    Ganz  Ausdruck- 


Einleitung.  ^ÖS 

lieh  xjourde  in  der  entscheidenden  Konferenz  der  Wiener  Re- 
gierung am  20,  Okt  als  Hauptgrund  für  diese  Ablehnung 
das  Versprechen  bezeichnet,  das  Leopold  L  dem  Könige  von 
Spanien  gegeben  habe,  nicht  bei  dessen  Lebzeiten  über  das  spa- 
nische Erbe  ^u  verfügen,^)  Man  glaubte  eben  am  Wiener  Hofe 
mit  voller  Sicherheit  auf  ein  ^u  Gunsten  der  Er^her^ogs  Karl 
lautendes  Testament  Karls  IL  rechnen  ^u  dürfen  und  fürchtete- 
durch  das  Eingehen  auf  einen  Teilungsplan ,  der  leicht  ^ur 
ICenntnis  Kirls  LL.  gelangen  kcmnte,  diesen  ^u  verletzen. 

Man  täuschte  sich,     Wohl  hatte  Karl  LL  an  seiner  Ent- 
scheidung \u  Gunsten  des  Kaiserhauses  lange  festgehalten  und 
die  Königin  alles  getan,  um  ihn  in  dieser  Absicht  ^i  bestärken, 
ciUein   Kardinal  Porto   Carrero,   der    Vorkämpfer  der  fran- 
^ösischen  Partei,  erzwang  am  j.  Okt  von  dem  auf  den  Tod 
erkrankten  Könige,  den  er  geschickt  von  jedem  kaiserfreund- 
lichen   Einflüsse  \u  isolieren    verstamU    die    Unterzeichnung 
eines    Testamentes,    in  dem   die  Unteilbarkeit  der  spanischen 
Monarchie  ausgesprochen  und  Philipp  von  Anj'ou,  der  ^weit- 
jyeborene  Sohn  des  französischen  Dauphins,  z^im  Nachfolger 
Karls  LL  bestimmt  wurde.     Wenige    Wochen  später  verschied 
dieser,   ohne  seine  Absicht,    das  ihm    abgepresste    Testament 
um^tistossen,  durchgeführt  f //  haben.  Der  letzte  Wille  Karls  LL 
fand  die    volle   Zustimmung   der    Spanier;    der  neue  König, 
Philipp    V.,    wurde    ohne     Widerstand   anerkannt      Eilboten 
trugen  die  grosse  Botschaft  nach  allen   Windrichtungen.    Sie 
fanden  die  massgebenden  Personen  nicht  unvorbereitet.    Die 
Nachricht  von  der  Unterzeichnung  des  für  Frankreich  gün- 
stigen Testamentes  war  im  Laufe  des  Monates  Oktober  nicht 
nur  in  Paris,  sondern  auch  in  London,  im  LLaag  und  in  Wien 
eingetroffen.    Sie  hatte  \ur  Folge,  dass  WiUielm  LLL.  und  die 
Generalstaaten  heftiger  als  je  den  Beitritt  Leopolds  L  ^um  Tei- 
lungsvertrage  forderten.  Allein  auch  diesmal  lehnte  der  Kaiser 
es  ab,  einer  Teilung  des  spanischen  Besitzes  durch  fremde  Für- 
sten bei  Lebzeiten  Karls  LL.  seine  Zustimmung  ^^u  geben.    Die 
Nachricht  von  einer  Wendung  ^^um  besseren  im  Befinden  des 
schwerkranken  Königs  und  die  LLoffnung,  dass  der  Königin 
die  Umstossung  des  Testamentes  vom  j.  Okt.  gelingen  werde, 


*)  Vgl.  den  Abdruck  in  den  Fe1d\iigen  des  Pr in \cn  Eugen  III.  ^71;  Klopp 
l  c.  VIII.  ^86  /: 


^o6  fiinieitung. 

trugen  da^u  bei,  Leopold  L  in  seiner  Ansicht  ^  bestärken,  von 
der  er  dem  Oranier  in  entschiedener,  aber  überaus  freund- 
licher Weise  Kunde  gab.  „Dass  \ur  Ernennung  eines  dritten 
—  an  Stelle  des  ErTjher^ogs  Karl  —  noch  nicht  geschritten 
wurde  —  schrieb  er  —  vernehme  ich  gern  und  betrachte  es 
als  ein  Zeichen  der  Gerechtigkeit  und  Besonnenheit  E,  Z). 
Denn  Sie  werden  erkennen,  wie  viel  weiter  man  sich  von  dem 
Ziele  der  Erhaltung  des  allgemeinen  Friedens  entfernt^  wenn 
man  durch  gewaltsame  Massregeln  eine  so  überaus  wichtige 
Angelegenheit  in  eine  Extremität  stürjt,  aus  der  sie  nachhei' 
auf  keine  Weise  ^u  retten  sein  dürfte,  Sie  werden  ferner  auch 
erkennen,  wie  wenig  es  jum  wahren  Ruhme  der  an  dem  Ver- 
trage  beteiligten  Mächte  gereichen  kann,  wenn  diese  mithelfen 
wollen  eitlen  alten  Freuml  und  um  sie  nicht  unverdienten  Bun- 
desgenossen aus  seinem  angestammten  Rechte  ^u  setzen,  und 
:(war  deshalb,  weil  er  sich  weigert,  und  nach  seiner  Ansicht 
mit  Recht  weigert,  einen  ohne  sein  Zutun  geschlossenen 
Vertrag  gut\ulieissen.  Und  darum  vertraue  ich,  E.  D.  werden 
nicht  gestatten,  dass  diese  Angelegenlwit,  insoweit  sie  bisher 
noch  unversehrt  ist,  fernerhin  unrettbar  verschlimmert  werde. 
Was  im  übrigen  E,  D.  für  geeignet  halten  vorTjiischlagen^  um 
den  Frieden  und  das  Gemeinwohl  \u  schütten  und  \u  kräftigen 
und  was  ferner  Ihtien  zweckmässig  erscJieint,  die  unlängst  bei- 
derseits gegebenen  Erklärungen  fesler  \u  begründen,  wird  mir 
immer  höchst  willkommen  seiny^) 

Wir  sehen,  Leopold  L  hält  an  seinen  Entschlüssen  fest, 
aber  er  bricht  die  Beziehungen  fw  Wilhelm  IIL,  dessen  hohe 
geistige  und  moralisclw  Kraft  er  immer  geschätzt  hat,  nicht 
ab.  Noch  lebte,  als  Leopold  diese  Zeilen  schrieb,  Karl  IL  und 
es  war  nicht  ausgeschlossen^  dass  dieser  das  ihm  abgepresste  Te- 
stament widerrief  und  seiner  Her^ensneigung  folgend,  dem 
deutschen  Vetter  das  gesamte  Erbe  vermachter  Leopold  L  wollte 
für  diesen  Fall  durch  keift  n  Vertrag  gebunden  sein,  der  die 
Interessen  seines  Hauses  schmälerte.  Starb  aber  Karl  IL,  ohne 
seinen  letzten  Willen  geändert  ^u  haben,  dann  blieb  Leopold  /. 
ja  noch  immer  die  Möglichkeit ,  sich  ^  den  Bestitnmungen  des 
Teilungsvertrages  ^^u  fügen,  falls  Ludwig  XIV.  der  Durch- 
führung desselben  beipflichten  sollte.    Und  wenn  dies  nicht  ge- 


»)  Vgl.  Klopp  /.  c,   VIIL  602. 


Einieitung.  •  ^07 

Schah?  Wenfi  Ludwig  XIV  sich  allen  Teilungsverträgen  ^um 
Trotte  ^ur  Annahme  des  gesamten  spanischen  Besitzes  für  sein 
Haus  entschied?  Hatten  in  diesem  Balle  England  und  Holland 
nicht  mindestens  ebenso  viel  von  dem  gewaltigen  Machtju- 
zcachse  des  bourbonisches  Hauses  \u  fürchten  als  der  Kaiser? 
Musste  ihnen  dann  an  der  Einigung  mit  Leopold  L  nicht 
ebenso  viel  gelegen  sein ,  als  diesem  an  dem  Anschlüsse  an 
die  Seemächte?  Von  welcher  Seite  auch  Leopold  L  die  schwe- 
bende  Frage  betrachtete^  Pßicht  und  Vorteil  schienen  ihm  in 
gleich  hohem  Masse  ^m  Ausharren  auj  dem  Wege  f «  raten, 
den  er  betreten  hatte.  Er  wollte  sich  die  Hände  nicht  binden, 
bevor  die  Entscheidung  in  Madrid  und  in  Paris  gefallen  war. 
Wie  sie  erfolgte,  wissen  wir  bereits.  Karl  H.  starb,  ohne  seinen 
letzten  Willen,  der  ^u  Gunsten  der  Franzosen  lautete,  wider- 
rufen fw  haben. 

Die  Nachricht  von  seinem  Tode  traf  am  7.  Nov.  in  Paris 
ein;  2  Tage  später  die  genaue  Kunde  von  dem  Inhalte  des 
Testamentes.  Nur  wenige  Tage  erwog  Ludwig  XIV  die  Frage, 
ob  er  im  Namen  seines  Enkelkindes  annehmen,  oder  dem  Pro- 
gramme treu  bleiben  solle,  |«  dem  er  sich  den  Seemächten 
gegenüber  so  feierlich  verpflichtet  hatte.  Er  entschied  für  das 
erstere;  am  16.  Nov.  wurde  Philipp  von  Anjou  in  Versailles 
^^um  König  von  Spanien  proklamiert.  Die  grosse  Frage,  die 
fahrjehnte  Fürsten  und  Diplomaten  beschäßigt  hatte,  war 
damit  vorläufig  erledigt.  Was  England  und  die  General- 
Staaten  nicht  minder  fürchteten  als  der  Kaiser  war  geschehen. 
Die  2  grossen  Reiche,  die  lange  miteinander  um  die  Vorherr- 
schaft in  Europa  gekämpft  hatten,  waren  jet\t  durch  eine  ge- 
meinsame Dynastie  miteinander  verbunden;  das  europäische 
Gleichgewicht,  für  dessen  Erhaltung  so  viele  geblutet  hatten, 
"ijüar  von  neuem  erschüttert  und  bedroht. 


^o8  Einleitung. 

Beilage. 

Erneuerung  der  Allianz  vom  12.  Mai  1689;  d,  d.  Haag  169^ 
Aug.  8,  (Or,  St-A,)^) 

Quamquam  foedus  inter  sacram  C®*'"  M*«™  et  celsos  ac 
praepotentes  dominos  ordines  generales  foederati  Belgii  12  Mali 
1689  contra  Galliam  conclusum  et  per  accessionem  aliarum 
potentiarum  universale  ac  generale  factum  in  suo  vigore  per 
omnia  firmum  subsistat  clarisque  terminis  contineat,  qualiter 
quivis  confoederatorum  durante  hoc  bello  contra  commiinem 
hostem  agere,  et  quae  circumspectio  ac  modus  in  tractanda 
pace  aut  armistitio  cum  Gallia  reciproce  adhiberi,  necnon  quod 
moderna  unio  etiam  conclusa  tandem  dicta  pace  in  terminis 
foederis  defensivi  persistere  ac  durare  debeat ;  nihilominus  tamen 
Sacra  O»  M^%  laudabili  zelo  conservandae  semper  huius  arc- 
tae,  constantis  ac  inviolabilis  unionis  alte  dictarum  potentiarum 
confoederatarum  mota,  earumdem  ad  congressum  hie  Hagae 
Comitum  institutum  plenipotentiariis  proponi  curavit,  non  abs  re 
et  communi  emolumento  futurum,  si  obligationes  quae  per  prae- 
mentionatum  foedus  generale  reciproce  contractae  fuerunt  reno- 
varentur;  quam  renovationem  modo  dicti  plenipotentiarii  tanto 
magis  proficuam  ac  necessariam  existimarunt  quanto  vel  ma- 
xime  interest  hunc  communem  hostem  non  solum  omni  spe 
assequendae  intentionis  suae  per  consuetas  perniciosas  machi- 
nationes  aut  oblationes  et  per  divisionem  confoederatorum  pe- 
nitus  exuere,  verum  etiam  omnem  diffidentiam  ac  formidinem 
tractatuum  separatorum  e  mediis  tollere. 

Ea  propter  saepedicti  foederatarum  potentiarum  plenipoten- 
tiarii vigore  mandatorum  suorum  et  unanimi  consensu,  salva  ta- 
men principalium  suorum  ratificatione,  inter  se  convenerunt  ante- 
memoratum  generale  foedus  die  12  Maii  1689  initum  renovare, 
recognoscere  ac  confirmare,  prouti  hisce  renovant,  recognoscunt 
et  confirmant,  principales  suos  ad  inviolabilem  observationem 
universi  tenoris  ac  omnium  punctorum,  clausularum  et  obli- 
gationum  in  modo  dicto  foedere  contentarum  obligando,  non 
secus  quam  si  illud  foedus  huic  instrumento  de  verbo  ab  ver- 


')  Ich  tinukt'  diese  Hnieucrung  nach  dem  im  St-A  befituiUchen  Or,  der 
cngUscJten  Ausfertigung  ab.  Die  Rat.  Wilhelms  III.  erfolgte  d.  d.  Burford 
j6()y  Ndv,  6,1 16.,  die  Leopolds  I.  d»  d,  Ehersdorf  j6p5  Sept.  12. 


\ 


Einleitung.  ^Oö 

bum  insertum  et  noviter  inter  partes   stipulatum  foret;    quod 

tarnen  etiam  intelligi  debet  ad  mentem  et  normam  tractatuum, 

conventionum  aut  actuum  separatorum,   quibus  multi  principes 

ad  primigenium  ülum  tractatum  accesserunt  et  quibus  dicti  pleni- 

potentiarii  nihil   quicquam  vel  detractum  vel  additum  volunt, 

quin  imo  omnes  et  singulae  eiusmodi  accessiones  hie  renovantur 

et  confirmantur  cum  omnibus  stipulationibus  et  promissis  inter 

confoederatos  invicem  contractis.  Praeterea  etiam  necessarium 

iudicatum  fuit  sacram  C®*'"M*®™  ex  parte  huius  congressus  requi- 

rere,  prouti  eadem  praesentibus  humillime  requiritur,  quatenus 

iiignaretur  omnes  electores,  principes  ac  status  imperii  adhortari, 

ut  se  huic  renovationi   foederis  generalis  agregent,  et  illi   qui 

liucusque  in  eo  comprehensi  non  erant  eidem  quantocius  acce- 

dant,  si  quidem  haec  renovatio  et  confirmatio  declarationi  belli 

ex   parte  imperii  Ratisbonae    die   4./14.  Februarii    1689   contra 

Galiiam  factae  plenarie  conformis  est,  nuUum  alium  prae  se 

ferens  scopum  quam  honestae,  generalis  ac  securae  pacis  con- 

iunctim  adpiscendae  eiusque  pro  cuiusvis  foederatorum  ac  totius 

Europae  constanti  tranquillitate  in  futurum  conservandae.   Obli- 

gant  se  quoque  supramemorati  plenipotentiarii,  quod  super  hac 

renovatione  dicti    foederis    ratificationem   a   suis    principalibus 

quantocius  et  ad  plurimum   respectu   illorum   qui  longius  ab- 

sunt  intra  duos  menses  procurare  velint.    In  cuius  fidem  unus- 

quisque  modo  dictorum  plenipotentiariorum  simile  instrumen- 

tum  saepementionatae  renovationis  propriae  manus   subscrip- 

tione  et  sigilli  sui  appressione  signavit.  Actum  Hagae  Comitum 

die   octavo   Augusti    anni    millesimi    sexcentesimi    nonagesimi 

quinti. 

Pro  rege  Magnae-Brittanniae. 
L.  S.  Villiers. 


österreichisch-englische  Staatsverträge.  Bd»  I 


210  i7o>  Sept.  7. 


1. 

Bündnis  ifwi sehen  Leopold  L,  Wilhelm  IIL  und  den  General- 
Staaten,  die  spanische  Erbfolge  betreffend;  d,  d,  Haag  1701 
Sept.  7,  samt  einem  Separatartikel  d.  d.  Haag  iyo2  April  12, 
betreffend  die  Anerkennung  Jakob  Stuarts  als  König  von  Eng- 
land durch  Ludwig  XIV. 

Rat.  des  Haupivertrages  durch  Wilhelm  lU.  d.  d.  Loa  1701  Sept.  21, 
Okt.  2 ;  durch  Leopold  I.  d.  d.  Ebersdorf  ijoi  Sept.  i^;  durch  die 
Generalstaaten  d.  d,  Haag  lyoi  Okt.  $. 

Rat.  des  Separatartikels  durch  Anna  d.  d.  St.  James  IJ02  April ip.l^o.  : 
durch  Leopold  L  d.  d.    Wien  iyo2  Mär^  22,^) 

Die  Originale  des  Hauptvertrages  und  des  Separatartikels  im  St.-A.  und 
im  R.O.;  dieOr.  der  englischen  Ratifikationen  im  St,'A.;  die  Leopolds  im  R.  O.; 
das  Or.  der  Rat.  des  Hauptcertrages  durch  die  Generalstaaten  im  St.-A.  — 
Drucke  bei  Bittner  Nr.  616. 

Es  war  für  Leopold  L.  nicht  leicht  eine  Entscheidung  ^n  treffen, 
als  er  die  Nachricht  erhielt,  dass  Ludwig  XIV.  sich  ßir  die  Annahme 
der  spanischen  Krone  seitens  Philipps  von  Anjou  ausgesprochen  habe. 
Dass  er  am  liebsten  sogleich  die  Waffen  ^nr  Wahrung  seiner  Ansprüche 
ergriffen  hätte,  steht  fest.  Seinem  Zorne  über  die  List,  durch  die  er 
um  das  grosse  Erbe  betrogen  worden  war ,  das  seinem  Hause  sicher 
schien,  würde  die  sofortige  Eröffnung  der  Feindseligkeiten  am  besten 
entsprochen  haben.  Allein  mehr  als  ein  Grund  widerriet  jede  Über- 
eilung: der  üble  Zustand  der  österreichischen  Finanzen,  die  der  jahre- 
lang geführte  Doppelkrieg  erschöpft  hatte ,  das  Friedensbedürfnis  der 
Brcölherung,  die  beginnende  Krise  in  Schweden  und  Polen,  die  be- 
sorgniserregende Haltung  der  kaum  beruhigten  Ungarn,  wie  die  Un- 
sicherheit über    die    voraussichtliche  Haltung    der  europäischen  Gross- 


')  Die  Wiener  Re^rierung  vollio^  schon  am  22.  Mär^  iyo2  die  Ratifikation 
des  Separatartikels ;  Hess  aber  die  Frage  offen,  ob  Jakob  IIL  in  der  Urkunde  als 
praetensus  Walliae  princeps  bezeichnet  uerdeii  sollte^  {Akten  im  St.-A.)  Als  dann 
die  Bevollmächtigten  am  12.  April  1702  den  Separatartikel  in  der  von  England 
gewünschten  Form  unter:[eichneten,  blieb  die  mit  dem  früheren  Datum  versehene 
kaiserliche  Ratifikation  in  Geltung. 


ijroi  Sept.  7.  2it 

mächte.  Alt  dies  hat  der  Kaiser  von  vielen  erprobten  Männern 
hören  müssen,  die  dem  Frieden  das  Wort  redeten  und  ihrem  Herrn 
den  Rat  gaben^  sich  in  das  ufwermeidliche  {u  fügen.  Leopold  I.  hat 
sich  dem  Gewichte  dieser  Meinungen  keineswegs  verschlossen.  Auch 
er  war  der  Ansicht^  dass  er  ungeheueres  wagte y  wenn  er  sich  im  An- 
blicke der  Gefahren,  die  seinem  Reiche  von  allen  Seiten  drohten,  in 
einen  weitaussehenden  Krieg  mit  dem  übermächtigen  Gegner  einliess, 
und  auch  er  wusste,  dass  an  eine  erfolgreiche  Führung  dieses  Kamp/es 
ohne  die  Hilfe  des  Reiches,  vor  allem  ohne  eine  entsprechende  Unter- 
Stützung  der  reichen  Seemächte  nicht  ^u  denken  war.  Aber  im  Gegen- 
sat:{e  ^u  diesen  Männern,  denen  die  Erhaltung  des  Friedens  auch  mit 
dem  Ver:{ichte  auf  jeden  Vorteil  aus  der  spanischen  Erbschaft  nicht 
{M  teuer  erkauft  schien,  teilte  Leopold  L  die  Anschauung  jener,  die 
ihn  auf  seine  moralische  Verpflichtung  aufmerksam  machten  j  für  die 
gute  Sache  einzutreten  und  die  Aussichten  auf  einen  erfolgreichen 
Waffengang  nicht  so  niedrig  schätzten,  als  die  entschiedenen  Friedens- 
freunde. Leichtsinnig  wollte  der  Kaiser  gewiss  nicht  ^u  den  Waffen 
greifen,'  er  war  vielmehr  bereit,  das  ^um  Kampfe  erhobene  Schwert 
fallen  ^u  lassen,  wenn  er  eine  entsprechende  Entschädigung  auf  fried- 
lichem Wege  erlangen  konnte;  aber  er  war  entschlossen,  allen  Gefahren 
{M  trotten  und  den  ihm  aufgedrungenen  Krieg  ^u  führen,  wenn  dies 
missglücken  sollte.  Und  er  war  fest  überzeugt  davon,  dass  es  ihm  in 
diesem  Falle  gelingen  werde  für  die  gute  Sache,  die  er  vertrat,  Bun- 
desgenossen ^u  werben,  die  Mehrzahl  der  Reichsfürsten,  vor  allem 
aber  die  Seemächte,  ^ur  Teilnahme  an  dem  Kriege  gegen  den  Störer 
der  öffentlichen  Ruhe  j^u  bewegen.  Es  entsprach  diesefi  Erwägungen, 
dass  Leopold  L  die  Bemühungen  jener  Fürsten  billigte,  die  nach  einem 
Mittel  suchten,  die  ^^ischen  Österreich  und  Frankreich  bestehenden 
Differenzen  auf  gütlichem  Wege  beizulegen,  ^//^/^r/VÄ  aber  alle  mög- 
lichen Kriegsvorbereitungen  traf  und  mit  dem  grössten  Eifer  die  Un- 
ierhandlungen mit  jenen  Mächten  aufnahm,  deren  Unterstützung  er  sich 
für  einen  eventuellen  Krieg  sichern  wollte.  Unter  diesen  standen  die 
Seemächte  in  erster  Linie.  Sie  waren  durch  das  Vot gehen  Ludwigs  XIV. 
nicht  minder  hart  getroffen  als  der  Kaiser.  Handelte  es  sich  für 
diesefi  bei  der  Verteidigung  seiner  Ansprüche  auf  das  spanische  Erbe 
um  eine  Besitzerweiterung  für  sein  Haus,  so  mussten  die  Seemächte 
von  der  Vereinigung  der  französischen  und  spanischen  Flotten  für  ihre 
Existenz  als  Handelsmächte  fürchten.  Um  dieser  Gefahr  vorzubeugen, 
hatten  sie  ja  den  Teilungsvertrag  vom  März  1700  geschlossen,  der 
Spanien  und  die  Kolonien  dem  Kaisersohne  .(«i£;/>5  und  sich  im  Laufe 

■4* 


4l«i  1701  Öept  ^. 

des  Jahres  i^oo   so  sehr,   wenn  auch   erfolglos,   bemüht y   den  Beitritt 
Leopolds  L  ^«  demselben  ^u  erwirken. 

Indem  nun  Ludwig  XIV.  die  Krone  Spaniens  für  seineti  Enkel 
annahm  und  sich  damit  die  freie  Verfügung  über  die  Häfen  und  Schiffe 
der  gesamten  alten  spanischen  und  der  französischen  Monarchie  sicherte, 
wurde  die  Gefahr  für  den  Handel  Englands  und  Hollands  eine  immi- 
nente.  Niemand  hat  dies  klarer  erkannt,  als  Wilhelm  IIL  Auf  die 
Nachricht  von  dem  Entschlüsse  des  französischen  Königs,  den  mit  den 
Seemächten  geschlossenen  Vertrag  j[«  brechen  und  die  spanische  Erb- 
Schaft  für  Philipp  anzunehmen,  schrieb  er  an  Heinsius:  ,Jch  bin  fest 
überzeugt,  dass,  wenn  dies  Testament  ausgeführt  würde,  England  und 
die  Republik  sich  in  der  äusscrsten  Gefahr  befinden  würden,  unter- 
zugehen/^ Das  einzige  Mittel  aber,  die  Durchführung  des  Testamentes 
ZU  hindern,  war  der  Krieg.  In  der  Tat  war  Wilhelm  IIL  von  allem 
Anfange  an  entschlossen^  ihn  z^f  führen.  Dass  es  trotzdem  lange  ge- 
dauert hat,  bis  der  entscheidende  Vertrag  zynischen  den  Seemächten 
und  dem  Kaiser  unterzeichnet  werden  konnte,  hatte  seinen  Grund  in 
der  Schwierigkeit,  die  Engländer  und  die  Niederländer  von  der  Not- 
wendigkeit des  Krieges  ^7/  überzeugen.  Weder  das  englische  Parlament 
noch  die  holländischen  Kauflcute  waren  von  vorneherein  für  eine  ge- 
waltsame Austragung  der  schwebenden  Frage.  Beide  Nationen  fürch- 
teten von  dem  Abbruche  der  freundschaftlichen  Beziehungen  ^m  den 
Spaniern  und  deren  Kolonien  eine  wesentliche  Minderung  ihrer  Ein- 
nahmen und  waren  durchaus  nicht  einsichtig  genug,  -^//  erkennen^  dass 
das  einzige  Mittel,  dauernde,  einträgliche  Handelsbeziehungen  z^ 
Spanien  herzustellen,  der  Krieg  gegen  Ludwig  XIV.  war.  In  den  Ver- 
handlungen, die  Wilhelm  III.  mit  dem  Grafen  Johann  Wenzel  Wratis- 
law,  dem  Vertreter  des  Kaisers  am  englischen  Hofe,  seit  dem  Beginne 
des  Jahres  lyoi  führte y  trat  dieser  Gesichtspunkt  immer  wieder  hervor. 
,Jch  sehe  die  Gefahr  für  Europa  —  meinte  Wilhelm  im  Januar 
lyoi  — für  jeden  Einzelnen  und  für  Alle.  Ich  weiss,  dass  dieses 
Königreich  und  die  Republik  nicht  blos  für  ihren  Handel  z^f  fürchten 
haben,  sondern  auch  für  ihre  Freiheit.  Ich  bin  endlich  völlig  über- 
Z^itgt,  dass  ich  persönlich  so  sehr  exponiert  bin,  wie  irgend  einer.  So 
gut  daher  mein  Wille  ist,  mit  dem  Kaiser  ^«  gehen,  ihm  beizustehen, 
so  ist  ihm  doch  auch  bekannt ,  dass  ich,  obwohl  König  hier,  ohne  die 
Zustimmung  des  Parlamentes  dem  Kaiser  eine  sichere  Hilfe  nicht  ver- 
sprechen kann.  .  .  .  Ich  muss  aber  offen  sagen,  dass  hier  in  England 
die  Gefahr  bisher  nicht  genügend  begriffen  wird.  Der  Reichtum,  den 
das  Land  aus  dem  Handel  mit  Spanien  zi^ht,  hat  die  Engländer  derart 


170 1  Sept.  7.  213 

verblendet y  Jass  sie  den  Verlust,  den  der  Krieg  ihnen  bringen  würde, 
über  alle  Massen  fürchtend  ^)  Und  ähnlich  musste  er  sich  noch  im 
April  ijoi  äussern.  Nur  allmälig  und  nach  Überwindung  wahlloser 
Schwierigkeiten  gelang  es  dem  Oranier  und  seinen  Freunden  die  mass- 
gebenden Persönlichheiten  für  seine  Anschauung  {u  gewinnen  und  eine 
Äusserung  des  Parlamentes  ^u  bewirken,  die  ihn  j(ur  Kriegserklärung 
an  Frankreich  für  den  Fall  ermächtigte,  dass  die  Friedensbemühungen 
sich  als  vergebliche  erweisen  sollten.  So  erklärt  es  sich,  dass  die 
Verhandlungen  mit  dem  Wiener  Hofe,  die  dieser  mit  möglichster  Eile 
^u  Ende  geführt  wissen  wollte^  nur  langsam  fortschritten,  dass  Wil- 
helm IIL  immer  von  9ieuem  genötigt  war,  den  ungeduldigen,  drän- 
genden kaiserlichen  Gesandten  j^u  beschwichtigen,  bis  er  —  //;/  Juli 
lyoi  —  seine  Einwilligung  {ur  Aufnahme  der  entscheidenden  Bera- 
tungen im  Haag  geben  konnte.  Aber  auch  dort  noch  betonte  Heinsius 
im  Namen  der  Republik  und  des  englischen  Königs  die  Notwendigkeit, 
alles  :{jn  vermeiden,  was  einer  Offensive  gegen  Frankreich  ähnlich  sehen 
würde  und  sprach  weiteren  Unterhandlungen  mit  Ludwig  XIV,  das 
Wort,  „damit  Jedermann  nach  aussen,  insbesondere  aber  die  Unter- 
tanen der  Republik  erkenneien,  dass  nach  dem  Fehlschlagen  aller  güt- 
lichen Mittel  der  Krieg  ^um  Zwecke  der  Selbsterhaltung  durchaus  un- 
vermeidlich und  notwendig  sei^  Und  in  gleichem  Sinne  äusserte  sich 
Wilhelm  IIL,  als  die  kaiserlichen  Gesandten  —  neben  Wratislaw  Graj 
Goess,  der  Vertreter  Leopolds  /.  /;;/  Haag  —  energisch  gegen  jede 
weitere  Verzögerung  mit  der  Begründung  protestierten,  dass  sonst  an 
eine  Unterstützung  des  Kaisers  seitens  der  Seemächte  in  dem  laufenden 
Jahre  nicht  ^^t  denken  sei.  Auch  er  betonte,  wie  wichtig  es  sei,  dem 
englischen  Parlamente  die  Überzeugung  beizubringen,  dass  man  alles  im 
Interesse  des  Friedens  aufgewendet  und  sich  nur  der  Not  gehorchend  für 
eine  blutige  Austragung  der  schwebenden  Streitfragen  entschlossen  habe. 
Alle  Bemühungen  der  Wiener  Regierung  und  ihrer  Vertreter, 
Wilhelm  IIL  und  Heinsius  umzustimmen,  blieben  erfolglos.  Die  See- 
mächte forderten  „ein  terminum  von  4  Monaten  -(//r  Fortsetzung  der 
Negociationen  mit  dem  d*  Avaux!^'  und  die  kaiserlichen  Gesandten 
mussten  sich  schliesslich  -{/^r  Aufnahme  eines  Artikels  bereit  erklären, 
durch  den  eine  Frist  von  2  Monaten  nach  vollzogener  Ratifikation  der 
Allianz^)  festgesetzt  wurde,  innerhalb  der  sich  Ludwig  XIV,  bezüglich 


0  Vgl,  Klopp  l,  c,  IX  g^,  nach  Wrattslaws  Bericht  vom  u,  lan,  1701  St,-A, 

*)  Die  kaiserlichen  Gesandten   liatten  den    Tag   der   Unterzeichnung  des 

Vertrages  als  dies  a  quo  verlangt;   dies  aber  nicht  durchsetzen  können,  da  die 


214  "70'  Sept-  7- 

der  Satisfaktion   für  den  Kaiser   und  der  Sicherheit  für   die  Republik 
der  Niederlande  ^u  erklären  habe. 

Eine  andere  Frage,  die  seif  dem  Beginne  der  Verhandlungen 
die  grössten  Schwierigkeiten  verursacht  hatte  und  noch  ungelöst  war, 
als  die  Beratungen  im  Haag  begannen,  betraf  das  Ziel  des  ab:^uschlies- 
senden  Bündnisses,  Leopold  I.  hatte  vorerst  die  Erneuerung  der  Allian:^ 
von  j68p  vorgeschlagen,  deren  Geheimartikel  die  Seemächte  verpflichtete y 
dem  Kaiser  bei  der  Erwerbung  des  gesamten  spanischen  Erbes  Hilfe 
lu  leisten  und  sein  Begehren  in  erster  Linie  mit  dem  Hinweis  darauf 
begründet,  dass  jede  andere  Bestimmung,  ähnlich  wie  der  Teilung  s- 
vertrag  von  ijoo,  eine  Stärkung  der  französischen  Partei  am  Madrider 
Hofe  lur  Folge  haben  würde.  ^)  Da  er  aber  wusste,  dass  die  Seemächte 
eine  derartige  Vermehrung  der  kaiserlichen  Macht  nicht  wünschten,  hatte 
er  gleich  Anfangs  dem  Grafen  Wratislaw  seine  Absicht  kundgetan, 
sich  mit  einer  Entschädigung  {u  begnügen,  „bei  der  das  Gleichgewicht 
von  Europa  einigermassen  bestehen  könnte'^  Er  dachte  dabei  an  die 
Erwerbung  der  italienischen  Besitzungen  der  spanischen  Krone,  an 
Neapel,  Sizilien  und  Mailand,  fürchtete  sich  aber  von  diesem  Vor- 
schlage den  Seemächten  Mitteilung  ^.u  machen,  „denn,  wenn  wir 
die  uns  ehemals  in  dem  Teilungsvertrage  angebotene  Portion,  Spa- 
nien und  Westindien,  völlig  verwürfen  und  statt  dessen  eine  Allianz 
inbetreff  Italiens  beantragten,  so  würde  damit  das  für  England  und 
Holland  wichtigste  Interesse^  das  für  sie  durchschlagende  Motiv  ^ur 
Ergreifung  der  Waffen  aufgehoben.  Dieses  besteht  darin,  das  Frank- 
reich sich  nicht  zum  Meister  von  Spanien  und  Westindien  mache  und 


Vertreter  der  Seemä  htc,  inshesonJcrc  Marlboroughy  mit  Zäingkeit  an  dem  Ter- 
mine „2  Monate  nach  erfolgter  Ratifikation**  festhielten.  Vgl.  die  Schreiben 
Wratislaws  und  Goess  vom  25.  /////  //.   5.  Sept.  lyoi  St.-A. 

*)  In  den  Weisungen  an  Wratislaw  und  Goess  wird  dieser  Gesiehtspunkt 
immer  wieder  betont.  So  lieisst  es  {.  B.  in  der  Weisung  an  Goess  (St-A.)  vom 
j6.  Juli:  ,,Du  hast  unterdessen  gan{  vernünftig  remonstrirt,  worumb  die  Allianz 
auf  keine  gewisse  Pnrcincien  oder  Länder  \u  limitiren  seie,  dann  neben  dem, 
dass  man  dadurch  die  Cron  Portugal  völlig  aus  der  Partei  schliessen  titäte, 
würde  man  auch  \ugleich  die  gan\c  spanische  Nation,  welche  fürnehmlich  durch 
die  schädliche  Repartition  \ut  Berufung  eines  französischen  Prinzen  bewogen 
worden  und  worunter  noch  viele  begriffen,  welche  eine  merkliche  Verwirrung  oder 
Diversion  {u  der  gemeinen  Sach  Besten  anrichten  könnest,  auf  einmal  völlig  aus 
der  Waag  werfen  und  in  die  Desperat ion  sfiir;en,  der  Cron  Frankreich  fester 
als  bisher 0  an\uhangen  und  ihr  ausser stes  daran  {//  strecken,  damit  die  völlige 
Monarchie  nicht  nur  unter  dem  Duc  d'Anjou ,  sondern  auch  unter  der  Cron 
Frankreich  unzertrennlich  beisammen  bleibe.** 


1701  Sept.  7.  2J5 

dadurch  ihren  Handel  beherrsche.  An  der  Erhaltung  von  Neapel  und 
Si{ilten  liegt  diesen  Mächten  nicht  so  viel,  dass  sie  sich  deshalb  in 
einen  langwierigen  und  kostspieligen  Krieg  stürben  würden/^ 

Das  Verhalten  Wilhelms  /IL  entsprach  nicht  garn^  der  Annahme 
Leopolds  /.  Von  der  Erneuerung  der  Allian[  von  i68p  wollte  er  frei- 
lich nichts  wissen ;  einmal  weil  er  iiber^eugt  war,  dass  weder  England 
noch  die  Vereinigten  Niederlande  ihre  Einwilligung  da{ii  geben  wür- 
den, dass  ihre  Kräfte  j^ur  Erwerbung  des  gesamten  spanischen  Erbes 
für  das  Haus  Habsburg  verwendet  werden  sollten;  dann  aber  auch, 
-weil  das  Parlament  von  dem  Vertrage  von  1689  noch  immer  keine 
offizielle  Kenntnis  besass  und  an  eine  Gutheissung  seines  Inhaltes  durch 
dasselbe  nicht  ^//  denkai  war.^)  Dagegen  geigte  er  sich  nicht  abgeneigt 
in  eine  Änderung  der  Bestimmungen  des  Teilungsvertrages  vom  Mär:( 
jyoo  einzuwilligen. 

Schon  im  Februar  lyoi  stellte  in  seinem  Auftrage  Albemarle, 
sein  vertrauter  Rat,  an  den  kaiserlichen  Gesandten  die  Frage,  ob  der 
Kaiser  sich  mit  Mailand  und  Belgien  begnügen  würde^),  und  im  April 
forderte  Wilhelm  IIL  Heinsius  auf,  unter  diesen  Bedingungen  mit  dem 
Kaiser  ab^uschliessen,^)  Allein  die  Wiener  Regierung  zeigte  durchaus  keine 
Neigung  auf  den  Besit{  Neapels  und  Si^^iliens  {u  vernichten,  Ln  ihrem  Auf- 
frage musste  Wratislaw  in  London^)  und  Goess  im  Haag  erklären,  dass 
Belgien  für  die  Seemächte  wohl  eine  Barriere  gegen  Frankreich,  für  den 
Kaiser  aber  ein  Besit:^  sei,  dessen  Lasten  den  Vorteil  fast  völlig  aufwiegen, 
während  Neapel  und  Sii^ilien  in  den  Händen  des  Hauses  Bourbon  eine 
stete   Bedrohung   der   kaiserlichen   Er  blande   bedeuten    würden,^)    Und 


»)  Der  Vertrag  wurde  erst  im  April  ijoi  auf  das  Drängen  des  Unter- 
hauses diesem  vorgelegt  und  erfuhr  eine  scharfe  Kritik  seitens  der  Opposition, 
Vgl,  Klopp  /.  c,  IX,  216  ff. 

")  Berichs  Wratislaws  vom  18,  Febr.  jyoi  St-A. 

»)  Vgl.  Klopp  l,  c.  IX.  203. 

*)  Die  Vollmacht  für  Wratislato  ist  datiert  Wieng.Mär\  1701  St,-A,Angl. 
Am  selben  Tage  ergietig  an  Wratislaw  eine  ausfüJtrliche  Weisung,  in  der  des 
Kaisers  Standpunkt  in  allen  Fragen  eingehend  erörtert  wurde.  Er  erhielt  in 
derselben  die  Erlaubnis,  f,wann  hieran  der  Sc/tluss  der  Allianz  haftet,  die  Er- 
klärung {u  thun,  dass  wir  {ufrieden  sein  würden,  wann  Engeland  und  die  General- 
Staaten  sich  ^ur  Recuperation  der  Niederlanden  und  der  in  Italien  \ur  Krön 
Spanien  gehörig  gewesener  Länder^  nemlich  Neapel,  Sicilien  und  Mailand  sammt 
denen  an  der  toskanischen  Grenzen  gelegenen  Orten  verbindlih  einlassen  wollen.** 

*)  ///  der  Weisung  vom  q,  Mär{  heisst  es  :{.  B,:  „Die  Niederlanden  kann 
mm  uns  {//  keinetn  grossen  Vorteil  {u rechnen ,  lumalen  dieselbe  mehr  denen 
Generalstaaten   als  uns  s^ur  Sicherheit  dienen  und  mehr  Kosten   \u   ihrer  Con- 


2i6  170'  Sept.  7. 

ähnlich  lauteten  die  Erklärungen  der  Wiener  Regierung,  als  George 
Stepney  und  Hamel  Bruynincx  —  die  Vertreter  Englands  und  Hol- 
lands am  Kaiserhofe  —  eine  genaue  Bezeichnung  der  fiir  den  Kaiser 
wiederzugewinnenden  Länder  forderten.  Dass  die  staatische  Regierung 
trotzdem  ^«  Beginn  des  Monates  Juni  lyoi  als  Ultimatum ,  ja  als 
yyUltimatissimum^^  einer  Entschädigung  blos  Belgien  und  Mailand  anbot ^ 
wurde  in  Wien  selbst  von  den  entschiedensten  Vertretern  der  Kriegspartei 
bitter  empfunden  und  veranlasste  sogar  Stepney  -f«  dem  bezeichnenden 
Ausspruche,  das  Vorgehen  der  Seemächte  müsse  den  Eindruck  hervor- 
rufen, als  ob  es  sich  in  der  Erbfolgefrage  lediglich  um  die  hollän- 
dischen und  englischen  Interessen,  in  keiner  Weise  aber  um  Rechts- 
ansprüche des  Kaisers  handle ^^  Dieser  aber  war  entschlossen,  an 
seiner  Forderung  bezüglich  Süditaliens  festzuhalten  und  glaubte  den 
Wünschen  der  Seemächte  schon  entgegenzukommen ,  wenn  er  dem  Grafen 
Goess  am  j6.  Juli  die  Weisung  z^tkonifnen  Hess,  „allen  Fleisses  daran 
ZU  sein^  dass  bezüglich  der  Satisfaktion  der  Allianz  vom  Jahr  i68p 
inhaerirt  werden  möge,  unter  der  mündlich  oder  auch  per  artictüum 
secretum  (wann  es  nicht  anders  sein  kann)  schriftlich  gebender  Ver- 
sicherung, dass  wir  -{///>/></<';/  sein  und  die  Seepotenzien  weiter  nicht 
adstringircn  wollen,  als  dass  uns  dasjenige  von  der  Krön  Frankreich 
abgetreten  werde,  wessen  wir  uns  durch  den  Grafen  von  Wratislaw 
gegen  des  Königs  von  Engeland  Ldtn  erklärt  haben  und  dieses  umso  viel 
mehr,  als  uns  allzu  bedenklich  sein  würde,  auf  alle  übrige  spanische 
Königreiche  und  Lande  tacite  oder  cxpresse  ^//  renunciiren,  ehe  wir 
einmal  versichert  seind,  oh  wir  davon  etwas  und  wie  viel  behaupten 
werden :'^^)  Eine  Einigung  in  dieser  Frage  war  also,  wie  wir  sehen, 
noch  nicht  erzielt,  als  im  Juli  die  Verhandlungen  im  Haag  begannen; 
doch  hatten  sich  die  Aussichten  -{«  Gwisten  des  Kaisers  in  der  letzten 
Zeit  dadurch  wesentlich  gebessert,  dass  die  ersten  Operationen  der 
kaiserlichen  Armee  in  Italien  erfolgreich  verliefen  y  während  die  Hal- 
tung Ludwigs  XIV.  auch  den  Kriegsgegnern  in  Eßigland  und  Holland 
die  Überzeugung  aufnötigte^  dass  die  Hoffnung  auf  eine  friedliche  Lö- 
sung der  Konflikte  eine  überaus  geringe  sei. 


servafion  erfordern,  als  sich  deren  Erträgniissrii  nicht  erstrecken.  ,  .  .  Du  solltest 
jedoch  gedachter  Niederlande  nicht  all{u  gering  achten  und  dadurch  Anlass 
geben,  dass  selbige  etwa  einem  Dritten  mögten  ungeteilt  xoerden  wollen'* 

»)  Noorden  /.  c.  I.  161  f. 

*)  Leopold  an  Goess  16,  Juli  lyoi  St.-A.  Holt, 


170 1  Sept.  7.  21  «7 

Immerhin  bereitete  die  Ordnung  dieser  Frage  auch  den  im  Haag 
versammelten  Ministern  grosse  Schwierigkeiten,  Denn  auch  jet^t  he- 
tonten  die  kaiserlichen  Gesandten,  däss  die  Rücksicht  auf  die  Stirn- 
mung  der  Spanier  es  am  j^weck massigsten  erscheinen  fassen  würde, 
von  der  Benennung  der  einzelnen  für  den  Kaiser  ^//  gewinnenden 
Länder  Abstand  j(u  nehmen,  dass  aber,  falls  die  Seemächte  auf  der- 
selben bestünden,  ausser  der  Erwerbung  Belgiens  auch  die  der  gesamten 
alten  Besitzungen  der  spanischen  Krone  in  Italien  für  die  deutsche 
Linie  des  Hauses  Habsburg  in  Aussicht  genommen  werden  müsste. 
Wilhelm  IIL  und  Heinsins  aber  hielten  noch  immer  an  dem  Gedanken 
fest,  dass  man  versuchen  müsse,  den  Krieg  in  den  Augen  aller ^  auch 
der  entschiedenst eti  Friedensfreunde  ^  als  einen  unvermeidlichen  er- 
scheinen ^w  lassen,  und  sie  hofften  dieses  Ziel  umso  eher  ^//  erreichen, 
je  massiger  die  Forderungen  waren,  die  seitens  der  Verbündeten  dem 
{um  Kriege  entschlossenen  Könige  von  Frankreich  gestellt  würden.  Aus 
diesem  Grunde  /orderten  sie,  dass  in  dem  Vertrage  blos  von  dem 
Wiedergewinne  Mailands  und  Belgiens  gesprochen  werde,  und  betonten 
{ugleich,  dass  die  unzweifelhafte  Weigerung  Ludwigs  XIV,  auf  diese 
Bedingungen  einzugehen,  die  Möglichkeit  bieten  werde,  des  Kaisers 
Wünschen  in  vollem  Masse  z^i  entsprechen.  Allein  die  kaiserlichen 
Gesandten  -{^'/j^/^w  durchaus  keine  Neigung,  sich  in  diesem  Punkte  mit 
unverbindlichen  Versprechungen  ^w  begnügen;  sie  machten  nochmals  auj 
die  Bedeutung  aufmerksam,  die  der  Kaiser  dem  Besitze  Neapels  und  Sizi- 
liens beimass  und  betonten,  dass  die  Nicht-Erwähnung  dieser  Gebiete  in 
einer  z"  Gunsten  des  Kaisers  abgeschlossenen  Allianz  den  Papst,  der 
bisher  dem  Herzoge  von  Anjou  die  Belehnung  mit  diesen  2  König- 
reichen verweigert  habe^  ^//r  Erteilung  derselben  vermögen  könnte. 

Aber  noch  immer  weigerte  sich  Heinsius,  der  bei  diesen  Ver- 
handlungen das  Wort  im  Namen  der  Seemächte  führte,  nachzugeben. 
Erst  das  Eingreifen  des  englischen  Bevollmächtigten ,  des  Grafen  Marl- 
borough,  der  sich  für  die  Forderungen  des  Kaisers  aussprach,  übte 
eine  entscheidende  Wirkung  auf  den  holländischen  Staatsmann  aus.  Er 
erklärte  seine  Bereitwilligkeit,  auch  den  Wiedergewinn  der  Königreiche 
Neapel   und  Sizilien    als   Ziele    der  Allianz    {«    bezeichnen,^)  freilich 


*)  Heinsius  machte  im  Laufe  der  Verhandlungen  auch  den  Vorschlag,  die 
Vereinbarungen  über  die  \u  erobernden  Gebiete  in  Europa  und  in  Indien  in 
einen  Separatartikel  :[u  setzen,  „weil  sich  andere  Potentiell  vielleicht  wohl  ge- 
neraditer,  nicht  aber  ein  jeder  auf  ein-  oder  anderes  in  specie  würde  verbinden 
wollen*' ;  doch  wiesen  die  Vertreter  Leopolds  diesen   Vorschlag  z^ff^k. 


2i6  1701  Sept.  7. 

nicht,  ohne  als  Ersat:^  dafür  vom  Kaiser  die  Aufnahme  eines  Artikels 
in  den  Vertrag  :(u  fordern,  kraft  dessen  etwaige  Eroberungen  in  Indien 
den  Engländern  und  Holländern  verbleiben  sollten.^)  Die  kaiserlichen 
Gesandten  gaben  sich  ^war  alle  Mühe  die  Seemächte  :(um  Fallenlassen 
dieser  neuen  Forderung  -f//  bestimmen,  allein  Heinsius  wie  Marlborough 
blieben  dabei,  „dass  die  nationes  einzig  und  allein  spe  praemii  vel  Incri 
{u  disponiren  seien^^  und  setzten  ihren  Willen  durch.  Es  gelang  den 
kaiserlichen  Bevollmächtigten  nur  ^u  bewirken,  dass  jede  Bestimmung 
„welcher  gestalt  und  wie  lang  die  occnpanda  in  Indien  den  Engländern 
und  Holländern  verbleiben  solltm^\  vermieden  wurde.  Dagegen  schei- 
terten ihre  Bemühungen,  eine  ausdrückliche  Sicherung  der  katholischen 
Religion  für  diese  Länder  ^u  erlangen,  vornehmlich  an  dem  Wider- 
stände Marlboroughs,  der  in  seinem  und  im  Namen  Wilhelms  HL  es 
ablehnte,  die  Vertretung  einer  derartigen  Forderung  vor  dem  Parlamente 
^u  übernehmen.  Goess  und  Wratislaw  mussten  sich  schliesslich  damit 
begnügen,  dass  eine  Vereinbarung  über  diese  Frage  künftigen  Zeiten 
vorbehalten  wurde,^) 


*)  ///  dem  in  fran\ösischrr  Sprache  abgefassten  Projekte,  das  Heinsius 
vorlegte,  war  verfügt  worden,  dass  die  von  den  Seemächten  in  Westindien  ero- 
berten  Gebiete  diesen  „rn  propre'*,  d,  //.  eigentümlich  gehören  sollten ;  durch 
die  Streichung  dieser  Worte  erhielten  die  kaiserlichen  Minister  einen  wenn  auch 
nicht  sehr  bedeutenden  Erfolg.  Ihre  Bemühungen  mehr  durchzusetzen,  die  im  Au- 
gust und  Sept.  1/1)1  erfolgten,  waren  resultatlos.  Vgl.  insbesondere  ihre  Berichte 
vom  12.  Aug.  und  />.  Sept.  St.-A. 

s)  Vgl.  Art.  IX.  des  Vertrages.  Diesen  Ausweg  schlug  Heinsius  vor.  Be- 
richt der  Gesandten  vom  5.  Sept.  lyoi  St.-A»  Holl.  Die  entsclieidenden  Stellen 
des Konferen{protokolles vom S.  Aug.  lyoi  lauten:  „Der  0** Articul,  die  Indien  be- 
treffend, ist  der  geh.  Deputation  fast  bedenklich  vorgekommen.  Zwar  hat  man 
sich  erinnert,  dass  E.  K.  M.  die  gan\e  InJum  vor  diesem  haben  an  Frankreich 
abtreten  wollen.  Man  hat  auch  erkennet,  was  grosse  Reichtümer  der  Krön 
Frankreich  \uwachsen  würden,  wann  sie  das  indianische  Cotnmercium,  mithin 
das  alldasige  Gold  und  Silber,  wie  es  ohne  Zweifel  geschehen  würde,  an  sich 
brachte;  nicht  weniger,  dass  den  Engeländern  und  Holländern  nicht  wohl  ver- 
Wihrt  werden  kann,  ihren  Vorteil  gegen  ihren  Feind  auf  gtm)isse  Weise  :{u  suclwn, 
wann  sie  den  Krieg  declariren.  Item,  dass  E.  K.  M.,  wann  sie  nicht  Spanien  selbst 
recuperiren,  diese  Indien  nicht  haben  noch  sich  deren  bedienen  können,  und  dass 
endlich  Enjirrland Holland,  und  wann  sie  nicht  spe  lucri  dar\u  bewegt  werden,  den 
Krieg  so  weit  und  in  der  Ferne,  wodurch  sie  gleichwohl  dem  Feind  eine  grosse 
Diversion  verursachen  könnten,  nicht  werden  führen  wollen.  Man  hat  aber  ver- 
meint, dass  es  li.  K.  M.  bei  dem  Päpsten  und  anderen,  auch  den  Spaniern  selbst,, 
gar  {//  odios  sein  würde,  wann  diese  Länder,  welche  mit  so  grosser  Müßte 
und  vielem  Blutvergiessen  ^ur  catholischen  Religion  gebracht  worden,  denen 
heterodoxis  sollten  abgetreten   und  in  Händen  gelassen   werden,    ohne  dass  pro 


1701  Sept.  7.  21^ 

Auch  sonst  gab  es  noch  Differenzen  genug ,  deren  Beilegung 
erst  nach  längeren  Beratungen  und  auch  dann  nicht  ohne  Vorbehalte 
von  beiden  Seiten  gelang.  Am  27.  Juli  legte  Heinsius  den  Vertretern 
des  Kaisers  seinen  Entwurf  vor,  Sie  fanden  so  manches  an  demselben 
auszusetzen  ;  einige  ihrer  Forderungen  fanden  Berücksichtigung,  andere 
wurden  verworfen.  Schliesslich  einigte  man  sich  dahin ^  den  Entwurf 
an  die  beteiligten  Höfe  ^«  senden  und  deren  Zustimmung  ^tt  verlangen. 
Zu  Beginn  des  Monates  August  war  das  betreffende  Schriftstück  in 
den  Händen  Leopolds  I.  Er  war  von  dem  Ergebnisse  der  Haager 
Verhandlungen  nicht  befriedigt.  Es  verdross  ihn,  dass  die  Seemächte 
noch  immer  auf  dem  Versuche  beharrten ,  eine  friedliche  Vereinbarung 
mit  Ludwig  XIV,  zustande  -f«  bringen;  dass  sie  für  den  allerdings 
sehr  unwahrscheinlichen  Fall,  dass  dies  glücken  sollte,  dem  Kaiser 
überhaupt  eine  bestimmte  Entschädigung  nicht  gewährleisteten;  dass 
sie  dem  französischen  Könige  eine  z'^^^^onatliche  Frist  nach  erfolgter 
Unterzeichnung  des  Vertrages  z^r  Entschliessung  gewähren  wollten  und 
mittlerweile  dem  Kaiser  allein  die  schwere  Last  des  Krieges  gegen  Lud- 
wig XIV,  aufbürdeten;  dass  man  in  unzweideutiger  Weise  von  der  Ver- 
wendung der  spanischen  Niederlande  als  einer  holländischen  Barriere  gegen 

religione  catholica  etwas  stiptdirt  uDÜrde,  Und  ist  derhalben  geschlossen  worden, 
dass  die  kais,  Abgesandte  hier  einige  Wortc^  wodurch  die  Religion  wenigstens 
tacite  salvirt  würde,  als  nemlich,  dass  dasjenige,  was  obg,  heedc  Potcniien  in 
Indien  occupiren  mögten,  ihnen  in  statu  quo  verbleiben  solle,  hin{us't{en  oder 
aber  den  Articnl  dahin  cin\uriihtcn  suchen  sollten,  dass  ihnen  das  dominium 
nicht  absolute  angelegt,  sondern  die  occupanda  nur  ad  tempus  oder  bis  (//  Ver- 
gütung üirer  atigewandten  Spesen  in  Händen  gelassen  werden  sollten ;  oder  aber, 
welches  das  beste  wäre,  von  diesem  Articul  ganf  abstrahirt  würde,  mit  dem  Be- 
deuten, dass  dieses  sii:h  von  selbsten  verstehe  und  I,  K,  M,,  wann  sie  Spanien 
nicht  hätten,  sich  der  Indien  wenig  annehmen,  noch  den  Engeländern  und  Hollän- 
dern verwehren  könnten,  sich  deren  \u  bemächtigen,  jedo.h  auch  pro  nunc  darauf 
\u  renunciiren  defn  publico  nicht  vorträglich  achteten,  All.'nfalls  und  wjnn  obiges 
nicht  {//  erlangen,  müsste  man  davon,  in  Hoffnung  dass  bei  künftigen  Frieden 
auch  mit  Hilf  der  Spanier  und  Franzosen  selbst  der  Religion  füglich  werde  zu 
prospiciiren  sein,  einen  Secret-  und  separaten  Articul  machen;  wie  wohl  auch 
nicht  \u  :^^eifeln,  dass  derselbe  dem  Parlament  in  Engeland  bald  xoerde  müsse 
communicirt  werden  und  dabei  gleichwohl  in  omnem  eventum  E,  K,  M,  jetzigen 
und  künftig  recuperirenden  Provincien  das  freie  commercium  in  den  Indien  vor- 
behalten.'^  Wie  aus  den  Berichten  der  kaiserlichen  Gesandten  im  Haag  vom 
August  und  September  1701  {//  ersehen  ist,  war  es  insbesondere  Marlborough, 
der  von  einer  Änderung  dieses  Artikels  nichts  wissen  wollte  und  nur  mit  Mühe 
\u  bewegen  war,  dass  die  von  den  Seemächten  geforderte  Bemerkung,  dass  der 
Kaiser  diese  Eroberungen  „pour  Ics  y  animcr  d*  avantage  consent  et  accorde'*, 
gestrichen  werde. 


230  I/O'  Sept.  7. 

Frankreich  sprach  ^  dagegen  dem  Kaiser  nicht  einmal  die  künftige 
Territorialsouveränitäi  in  Belgiai  verbürgtet)  Dass  es  Wratislaw  und 
Goess  gelungen  war^  den  Seemächten  das  Versprechen  ab^ugewintun, 
j(ur  Eroberung  Neapels  und  Siziliens  das  äusserste  auf^ubieteny  konnte 
wohl  als  ein  Erfolg  von  weittragender  Bedeutung  aufgefasst  werden, 
aber  Leopold  L  vermisste  schmerzlich  die  Verpflichtung  der  Seemächte, 
die  Waffen  nicht  niederzulegen ,  bis  dieses  Ziel  erreicht  war,'^  Und 
nur  ungern  sah  der  Kaiser  die  Aufnahme  jenes  Artikels  in  den  Ver- 
trag, nach  welchem  den  Seemächten  die  von  ihnen  im  Laufe  des  Krieges 
eroberten  spanischen  Kolonien  in  Westindien  verbleiben  sollten.  Sah 
CS  nicht  aus,  als  ob  das  Projekt  —  wie  die  kaiserlichen  Minister 
Bruyninci  gegenüber  meinten  —  lediglich  der  Sicherung  der  Seemächte 
durch  die  belgische  Barriere  und  der  Wahrung  ihrer  Handelsinteressen 
dienen  sollte?    Auf  alle  diese   und  auf  so   manches   andere  Bedenken 


*)  Die  geheimen  Räte  Harrach,  WaUstein,  Mansfeld,  Kaunit\  und  Bu- 
cdini  betonten  in  den  entscheidenden  Konfcrcnien ,  es  wäre  das  beste,  von  den 
Motiven  {//  schweigen,  aus  Jenen  dieses  oder  jenes  Land  rekuperirt  werden  sollte, 
„dann  Theils  Niederlanden  seien  ebensowohl  Reichslehen  als  Mailand  und  müsse 
in  deren  Eroberung  nicht  nur  die  Sicherheit  der  Engeländer  und  Holländer,  welche 
sonsten  pro  sua  parte  darauf  renunciiren  könnten,  sondern  auch  E,  K.  M,  Ge^ 
rechtsame  beobachtet  und  {u  dem  Emle  hin^ugeset^et  werden,  dass  man  solche 
Niederlanden  für  E,  K.  M,  und  Dero  durchlauchtigstes  Er^haus  \u  recuperiren 
suchen  soll.  Gleiche  Bewantnus  hat  es  mit  dem  Königreich  Neapel  und  Sicilien ; 
derhalben  auch  dabei,  wann  E.  K,  M.  Gerechtsame  nicht  exprimirt  werden  sollen, 
von  anderen  motivis  oder  Ursachen  vielmehr  \u  abstrahiren  wäre.  Bei  Mailand 
aber  wäre  hingegen  nicht  eben  namentlich  aller  und  jeder  Lehen  insbesondere, 
wohl  aber  in  genere  mit  \u  gedenken,  dass  nemlich  nicht  allein  Mailand  mit 
seinen  Zugehörungen,  sondern  auch  alle  und  jedi^  Reichslehen,  welche  die  letzten 
Könige  in  Spanien  innengehabt ,  wieder  herbeigebracht  werden  sollen,  worunter 
auch  die  porti  di  Toscana,  welche  man  sonsten  expresse  mit  benennen  könnte, 
begriffen  seind.  Es  ist  auch  hiebci  in  einem  oder  andern  voto  erinnert  worden, 
dass  man  die  Insul  oder  das  Königreich  Sardinien  ebenfalls  für  E,  K,  M,  bc' 
dingen  sollte/'  Conf  Prot,  vom  S.  Aug,  Von  diestn  Plänen  ist  aber  keiner 
durchgedrungen  ;  die  Seemächte  blieben  bei  der  von  ihnen  entworfenen  Fassung 
des  Artikels  5,  wiesen  die  Versuche  der  kaiserlichen  Gesandten  eine  Änderung 
liesselben  \u  bewirken,  entschieden  {urück  und  wollten  nicht  einmal  da\u  ihre 
Einwilligung  geben,  dass  bei  Erwähnung  der  spanischen  Niederlande  als  \u  er- 
oberndes  Gebiet  der  Zusat\  aufgenommen  werde  „tant  pour  conserver  les  droits 
de  S.  M.  L  et  les  flefs  de  l' empire^' ;  es  sollte  lediglich  der  Bedeutung  Bel- 
giens als  Barriire  gegen  Frankreich  gedacht  werden.  Vgl.  die  Berichte  des  Goess 
und  Wratislaws  vom  Aug.  ufid  Stpt.  1701  St.-A. 

*)  Die  Konferen^räte  forderten  eine  darauf  bezügliche  ausdrückliche  Be- 
stimmung, die  aber  seitens  der  kaiserlichen  Gesandten  bei  den  Seemächten  nicht 
durch\uset{en  war. 


i^i  Sept.  7.  f^^t 

ist  in  den  Konferenzen  aufmerksam  gemacht  worden,  die  im  Laufe  des 
Monates  August  am  Wiener  Hofe  gehalten  wurden  und  manche  Stimme 
"iCurde  laut ,  die  den  Wert  dieses  Bündnisses  überaus  niedrig  ein- 
schätzte.  Aber  schliesslich  überwog  die  Einsicht^  dass  ohne  die  Mit- 
xcirkung  der  Seemächte  an  eine  Fortführung  des  erfolgreich  begonnenen 
Krieges  gegen  Ludwig  XLV.  nicht  ^u  denken  sei  und  die  LLoffnung,  im 
Laufe  der  Begebenheiten  grössere  Zugeständnisse  von  den  Verbündeten 
{u  erlangen.  Aus  diesen  Gründen  enfschloss  sich  L^eopold  /.  seine 
Einwilligung  {ur  Unterj^eichnung  des  Haager  Vertrasres  ^u  geben,  nicht 
ohne  den  Gesandten  auf  das  wärmste  die  Vertretung  jener  Änderungen 
an  dem  Allian^rojekte  ^u  empfehlen,  die  er  in  seinem  Lnteresse  für 
dringend  geboten  hielt.  Lhr  Erfolg  war  auch  jet^t  ein  minimaler ;  nur 
in  wenigen  Artikeln  gelangten  die  vom  Kaiser  vorgeschlagenen  Ab- 
änderungen  ^ur  Annahme ;  sein  grösster  Erfolg  bestand  darin,  dass 
der  katholischen  Niederlande  in  der  Vorrede  als  eines  Lehens  des  Reiches 
gedacht  wurde.  ^) 

Eine  besondere  Schwierigkeit,  der  in  diesem  Zusammenhange  ge- 
dacht werden  muss,  ergab  sich,  als  die  Vertreter  der  Alliierten,  nach- 
dem  eine  Einigung  über  Inhalt  und  Form  der  einj^elnen  Artikel  erhielt 
worden  war,  an  die  Unterzeichnung  des  Vertrages  schreiten  wollten. 
Marlborough  verlangte  als  Botschafter  den  Vorrang  vor  den  kaiser- 
lichen Gesandten  Goess  und  Wratislaw ,  während  diese  den  höheren 
Rang  des  Kaisers  betonten.     Die  Sache  rief,  dem  Brauche  jener  Zeit 


*)  In  einem  ausführlichen  Schreiben  aus  dem  Haag  d.  d,  5.  Sept,  lyoi 
berichten  Goess  und  Wratishiw  über  ihre  Verhandlungen  mit  Heinsius  und  Marl- 
borough und  von  ihren  VersucJten  Abänd^^rungen  der  einzelnen  Paragraphe  durch- 
\uset\en.  Man  ersieht  aus  ihrem  Berichte,  zcie  schwer  ihnen  jeder  Hrfolg  ge^ 
macht  wurde  und  wie  geschickt  Marlborough  und  Heinsius  die  Interessen  der 
Seemächte  \u  vertreten  wussten.  Neben  der  im  Text  erwähnten  Bezeichnung  der 
spanischen  Niederlande  als  Reichslelien  wurde  auf  Wunsch  der  kaiserlichen  Ver- 
treter in  die  Hinleitung  d  r  Zusat^  aufgenommen,  dass  Leopold  I.  seine  Armee 
nach  Italien  auch  „ad  conservanda  iura  sua  privata**  geschickt  habe  und  im 
>  Artikel  wurden  unter  den  {//  erobernden  Gebieten  in  Italien  auch  besonders  ge- 
nannt „terras  atque  insulas  circa  ora  Hetruriae*\  Dagegen  scheiterten  ihre 
BemüJmngen,  einen  Zusat\  {um  4.  Artikel  in  dem  Sinne  {//  erzielen,  dass  die 
Seemächte  sich  verpflichten  sollten ,  nach  Ablauf  der  2  Monate  „de  rompre  toute 
la  negociation  avec  la  France,  de  congedier  sans  delay  ses  ministres  et  ceux 
X  Espagne  en  Angleterre  et  en  Hollande^* ;  und  ebensowenig  wollten  sich  die  See- 
mächte bereit  erklären,  dm  8.  Artikel,  der  die  Bedingungen  enthielt,  unter  denen 
der  Friede  mit  Frankreich  geschlossen  werden  sollte,  Worte  voran siuschicken, 
die  lauten  sollten  „Et  si  a  la  fin  on  voit  que  par  les  armes  ou  par  une  autre 
Jisposition  divine  on  ne  peut  ^  emparer  de  toute  la  monarchie  d'  Espagne,'^ 


2^2  '?ö'  äept  7. 

entsprechend,  grössere  Aufregung  hervor  und  führte  j^u  längerefi  Ver- 
handlungen, als  uns  Nachgeborenen  begreiflich  erscheint.  Es  wurden 
die  verschiedensten  Auswege  von  allen  Seiten  vorgeschlagen,  aber  nur 
sehr  schwer  gelang  es  schliesslich  eine  Einigung  j(u  erzielen.  Die  kai- 
serlichen Gesandten  unterzeichneten  einen  Revers,  ^)  durch  den  sie  sich 
verpflichteten,  vor  Auswechslung  der  Ratifikationen  eine  besondere  für 
diesen  Fall  bestimmte  Vollmacht  des  Kaisers  vorT^uweisen,  in  der  sie 
als  „ambassadeurs  extraordinaires  et  plenipotentiaires^^  qualifiziert  sein 
sollten.  Bis  dahin  sollten  die  Originale  der  Verträge  im  staatischen 
Archive  aufbewahrt,  den  Vertretern  der  verschiedenen  Mächte  aber  au- 
tcntische  Kopien  übergeben  werden.  Da  aber  Marlborough  trotzdem 
nicht  neben  den  kaiserlichen  Gesandten  unterzeichnen  wollte ,  musstc 
schliesslich  der  Ausweg  gewählt  werden,  dass  die  Vertreter  jeder  Macht 
besonders  zeichneten.  Es  wurden  daher  im  ganzen  6  Exemplare  des 
Vertrages  ausgefertigt,  von  denen  je  2  von  Marlborough,  2  von  Goess 


*)  Die  HrkLirujig  der  kaiserlichen  Gesandten  vom  7.  Aug.  1701  laufet: 
Nous  suusignes  ministres  de  sa  M^^  imperiale  estant  presents  icy  a  Ja  Haye 
pmir  traitter  avec  le  ministre  du  roy  d'Angleterre  et  /es  deptitei  des  estats  ge- 
neraux  des  provinres  unies  des  Pais-Bas,  a  fin  de  procurer  une  paix  generale 
dans  V  Europe,  et  ä  cette  fin  faire  avoir  a  sa  dite  M^^  imperiale  une  satisfac- 
tion  raisonnable  sur  ses  pretensions  de  la  suceession  d*  Espagne  et  des  seuretes 
Partien  Her  es  taut  a  l'  esgnard  dn  commerce  et  traficq  des  snjets  du  dit  roy 
d'  Angleterre  et  des  dits  estats  generaux  qne  de  leurs  royautnes,  provinces,  pais 
et  terres,  nous  nous  trouvons  ä  eet  effet  munis  et  pourveus  d*  un  plein  pouvoir 
de  l*  empereur  nostre  maistre  en  date  du  17«  juillet  dernier  avec  la  qualification 
et  titre  de  ses  ambassadeurs  extraordinaires  et  plenipotentiaires.  Mais  comme 
le  ministre  du  dit  roy  d*  Angleterre  et  les  dits  depiitt^s  des  estats  generaux  ont 
eu  quelque  scrupule  au  sujet  de  cette  qualification^  d  cause  que  le  dit  pouvoir 
ne  paroissoit  pas  asse^  special  pour  la  presente  negociation,  si  est  ce  que  pourvü 
que  le  projet  traitte  au  sujet  de  la  dite  affaire  fait  ce  jour  d'  huy  entre  nous, 
r  ambassadeur  d'  Angleterre  et  les  dits  depute\  des  estats  generaux  soit  signe, 
nous  promettons  de  produire  et  de  delivrer  devant  V  eschange  des  ratifications 
du  dit  traitte  un  plein  pouvoir  de  sa  M\^  imperiale,  qui  aura  raport  et  une  re- 
Lition  speciale  d  la  negociation  du  dit  traitte  sur  nous  sousignes  avec  la  quali- 
fication d'  ambassadeurs  extraordinaires  et  plenipotentiaires ^  et  consentons  que 
les  exemplaires  du  dit  traitte  qui  nous  devroient  estre  delivres  resteront  au  greffe 
de  r  estat  jusques  d  ce  que  nous  auroiis  drlivre  le  dit  plein  pouvoir.  En  foy  de 
quoy  nous  avons  signe  la  presente  et  y  mis  les  cacliets  de  nos  armes  d  la  Haye 
le  y^  Aoust  ijoi. 

Pierre  cowte  de  Goessen.  Jeann  Wenceslas  comte  \Vratislau.\ 

L.  5.  /..  .V. 


i^oF  Sept.  7.  ^^3 

und    Wratislaw  y    2    von    den    staatischen    Deputierten    unterzeichnet 
wurden.^) 


In  dem  dritten  Artikel  des  Vertrages  vom  7.  Sept.  ijoi  hatten 
die  Verbündeten  eine  zweimonatliche  Frist  festgesetzt^  innerhalb  der  der 
Versuch  unternommen  werden  sollte y  das  Ziel  ihrer  Einigung  bei  Lud- 
wig  XIV,  auf  friedlichem  Wege  ^«  erreichen.  Nur  widerwillig  und 
{ögernd  hatte  Leopold  I,  seine  Einwilligung  ^//  diesem  Artikel  gegeben y 
jn  dessen  Aufnahme  die  Seemächte  —  insbesondere  England  — 
mit  unerbittlicher  Zähigkeit  festgehalten  hatten.  Diese  Verhandlungen 
haben  nun  niemals  stattgefunden.  Der  Zweck,  dem  sie  dienen  sollten 
—  dem  englischen  Volke  die  Unabwendbarkcit  einer  gewaltsamen  Aus- 
tragung der  bestehenden  Differenzen  ;{«  beweisen  —  war  auf  andere 
Weise  erfüllt  worden,  ehe  die  friedlichen  Eröffnungen  der  Seemächte 
in  Paris  erfolgen  konnten.  Am  16,  Sept,  ijoi  hatte  Jakob  IL,  der 
Gast  Ludwigs  XIV,,  in  St,  Germain  die  müden  Augen  geschlossen  / 
bereits  am  20,  Sept.  wusste  man  in  London,  dass  der  französische 
Herrscher  den  i  jjähr,  Jakob:,  ^^^^  ^^l^'  Mehrzahl  des  englischen  Volkes 
für  ein  unterschobenes  Kind  des  verstorbenen  Königs  hielt,  als  König 
von  England  anerkannt  habe.  Die  Wirkung  dieser  Tat  war  eine  un- 
geheuere, Wilhelm  III,  sah  sich  persönlich  in  seiner  Stellung  bedroht, 
die  Mehrzahl  des  englischen  Volkes  fürchtete  die  Restauration  der 
Stuart,^)  Aber  nicht  nur  Wilhelm  IIL  und  die  Engländer,  auch  die 
Niederländer  gaben  ihrer  Entrüstung  über  das  Vorgehen  Ludwigs  XIV, 
unverholen  Ausdruck.  Es  bedurfte  jetyt  auch  keiner  neuen  Beweise 
dafür,  dass  an  eine  friedliche  Beilegung  der  mit  Frankreich  bestehen- 
den Differenzen  nicht  z^i  denken  sei;  die  im  Vertrage  vom  7.  Sept. 
vor  altsgesehenen  Eröffnungen  an  Ludwig  XIV.  unterblieben ,-  der  diplo- 
matische Verkehr  mit  Frankreich  wurde  abgebrochen ;  die  Kriegsvor- 
bereitungen schneller  als  bisher  getroffen.  Das  englische  Parlament, 
das  im  Januar  IJ02  ^//5t7/;/;;/r;//n7/,  sprach  sich  mit  seltener  Einmütig- 
keit Jür  den  Krieg  aus  und  erklärte  sich  bereit  dem  Könige  die  Mittel 
zur  Verfügung  -{w  stellen,  „um  den  Verpflichtungen  aller  Allianzen  ge- 
recht z^i  werden,  die  er  geschlossen  habe  oder  noch  schliessen  werde:' 
Zu  gleicher  Zeit  richtete  man  an  Wilhelm  IIL  eine  Adresse,  die  ihn  auf- 


*)  Wratislaw  berichtet  in  seinem  Schreiben  d,  d,  Q,  Sept.  jyoi  ausführlich 
über  diese  Frage. 

')  Der  erwähnte  anonyme  Verfasser  der  Schrift  „Österreich  und  England*' 
hebt  diese  Seite  der  Frage  besonders  hervor;  wird  aber  der  Persönlichkeit  Wil- 
helms IIL  durchaus  nicht  gerecht. 


424  '70'  Sept.  % 

forderte,  dafür  Sorge  ^u  tragen,  dass  den  verschiedenen  Allianzen  ein 
Zusatj^artihel  beigefügt  werde,  durch  den  bestimmt  werden  sollte,  dass 
der  Friede  mit  Frankreich  nicht  geschlossen  werden  dürfe,  bis  Wilhelm  IIL 
und  die  englische  Nation  Genugtuung  für  die  grosse  Kränkung  er- 
halten hätten,  die  ihnen  durch  die  Anerkennung  des  angeblichen  Prin- 
;(en  von  Wales  als  König  von  England,  Schottland  und  Irland  zuge- 
fügt worden  sei. 

Wilhelm  III.  erklärte  sich  mit  Freuden  bereit ,  dem  Wunsche 
der  Nation  Rechnung  {u  tragen.  Er  Hess  dem  Grafen  Wratislaw  als- 
bald die  Beschlüsse  des  englischen  Parlamentes  mitteilen.  Dieser  war 
schon  vorher  von  dem  Vorhaben  des  Parlamentes  in  Kenntnis  gesetzt 
worden  und  hatte,  von  der  Überzeugung  durchdrungen,  dass  eine  feier- 
liche Erklärung  gegen  die  Erbfolge  des  katholischen  Stuart  in  Eng- 
land seinem  Herrn  überaus  schwer  fallen  müsste,  eifrig  aber  vergebens 
sich  bemüht,  einflussreiche  Parlamentarier  von  der  Über  flu  ssigkeit  dieser 
Massregel  {u  über^eugen,^)  Jet^t  suchte  er  mit  denselben  Argumenten 
auf  Wilhelm  III,  und  dessen  leitende  Minister  einzuwirken.  Auch 
ihnen  gegenüber  betonte  er,  dass  es  eines  besonderen  Artikels  nicht 
bedürfe ;  dass  Ludwig  XIV,  eine  solche  ausdrückliche  Erklärung 
Leopolds  I,  benutzen  würde ,  //;«  diesen  beim  päpstlichen  Stuhle  und 
allen  katholischen  Mächten  anzuklagen.  Allein  Marlborough  und 
Vernon  antworteten  auf  diese  Erklärungen,  wie  die  Vertreter  des  eng- 
lichen Parlamentes,  Sie  stellten  den  Zusatzartikel  als  notwendig  hin, 
damit  England,  das  bisher  Jiur  als  Hilfsmacht  in  den  Krieg  habe  ein- 
treten wollen,  als  Prinzipalmacht  in  demselben  erscheine ;  sprachen  von 
den  Vorteilen,  die  für  Leopold  I,  aus  einem  solchen  offenen  Eintreten 
für  die  Wünsche  der  englischen  Nation  erwachsen  müssten;  verpflichteten 


')  Über  seine  Verhandlungen  'mit  den  englischen  Parlamentariern  berichtet 
Wratishiw  ausführlich  in  dem  umfingreichcn  Schreiben  vom  24,  Jan.  jyo2 
St.-A,  Angli.a,  Er  fuhr  am  Abend  vorder  entscheidenden  Debatte  \u  einigen  der 
einflussreichsten  Parlamentsmitglieder  um  sie  umzustimmen ,  erfuhr  aber  von 
allen,  „dass  in  dieser  Sacli  kein  Remcäium  seie,  da  einesteils  die  gan\e  Nation 
diesen  articulum  {u  ihrer  vermeintlicher  Sicherheit  verlanget ,  andertheils  wird 
Engelland  in  hoc  passu  als  principalis  considrriret,  wodurch  E,  M,  Interesse  con- 
solidiret  werde  und  wäre  nicht  billig y  dass  E,  M,  ein  Bedenken  tragen,  sich  vor 
ihre  innerliche  Ruhe  {u  engagiren,  nachdeme  sie  alles  anzuwenden  willig  seien, 
was  da  E,  K,  M.  Interesse  in  der  spanischen  Monarchie  befördern  kann;  umso 
vielmehr  weilen  das  Successionswesen  allhier  schon  vor  einem  Jahr  stabiliret  ist 
und  dieser  articulus  als  ein  nachfolgendes  Werk  weder  \u  Stabilirung  der  Suc- 
cession  Ursach  geben ,  viel  weniger  aber  die  Ausbleibung  dessen  in  denen  allbereits 
genommenen  Resolutionen  das  geringste  ändern  würde»** 


1701  Sept.  7.  225 

sich y  bei  der  Abfassung  des  Artikels  jedes  Wort  :{H  vermeiden,  das  Leopolds 
religiöse  Empfindungen  verletzen  könnte  und  unterliessen  nicht  j^u 
betonen,  dass  eine  Weigerung  des  Kaisers,  die  Forderung  Englands  {u 
erfüllen,  die  weitverbreitete  Ansicht  von  einer  nach  dem  Tode  Wil- 
helms IIL  beabsichtigten  Erhebung  der  Katholiken  verstärken  würde,  ^) 
Das  Gutachten  der  Räte,  das  Leopold  nach  dem  Einlangen  der 
Berichte  Wratislaws  forderte,  lautete  im  Sinne  der  Annahme  des  Ar- 
tikels, wenn  seine  Ablehnung  sich  als  undurchführbar  erweisen  sollte,'^) 
Man  hob  die  Gründe  hervor,  die  gegen  die  Gutheissung  des  englischen 
Begehrens  sprachen,  betonte  aber,  dass  der  Nachteil,  der  aus  der  Wei- 
gerung das  Begehren  Wilhelms  IIL  und  der  englischen  Nation  {u 
erfüllen  erwachsen  könnte,  jedes  Bedenken  überwiegen  müsse.  Im 
Sinne  dieser  Meinung  wurde  Wratislaw  beauftragt,  alles  ^u  tun,  um 
die  Engländer  von  ihrem  Plane  ab:{ubringen,  aber  seine  Zustimmung 
nicht  {//  verweigern,  wenn  von  dieser  die  Kriegserklärung  an  Frankreich 
seitens  der  Engländer  abhängen  sollte.  Zu  gleicher  Zeit  erhielt  er 
jedoch  die  Weisung,  in  letzterem  Falle  eine  Änderung  des  von  Eng- 
land verfassten  Entwurfes  dieses  Znsat:^artikels  durch{uset:^en,  da  der 
Kaiser  es  mit  seinem  Gewissen  nicht  vereinbaren  könne,  die  eheliche 
Geburt  Jakobs  IIL  durch  die  Bcj^eichnung  desselben  als  praetensus 
Walliac  princeps  in  Frage  j(u  stellen.^)  Wratislaw  sah  alsbald  die 
Unmöglichkeit  ein,  die  Engländer  ^um  Aufgeben  ihrer  Forderungen 
{u  bestimmen  und  beschränkte  seine  Opposition  darauf,  die  Streichung 
der  vom  Kaiser  beanständeten  Worte  ^u  verlangen.  Aber  auch  in 
diesem  Punkte  stiess  er  auf  unüberwindliche  Schwierigkeiten.  Die 
Engländer  blieben  dabei,  dass  der  Titel  eines  Prinzen  von  Wales  sich 
nicht  auf  die  Geburt  beziehe,  sondern  durch  Ernennung  erfolge,  dass 
nur  der  rechtmässige  nächste  Erbe  der  Krone  diesen  Namen  führen 
könne,  und  dass  die  Beieichnung  Jakobs  als  ,,Prin{  von  Wales'^  ohne 
den  von  ihnen  geforderten  Zusat^  der  Anerkennung  seines  Thronrech' es 
in  England  gleichkommen  würde.  Eine  Einigung  war  vorerst  nicht 
\u  erzielen.  Erst  nach  dem  Tode  Wilhelms  IIL  entschloss  sich  Leo- 
pold nach  eingeholtem  zustimmenden  Gutachten  des  Beichtvaters  Mene- 
gatti,*')  seine  Zustimmung  {u  dem  von  den  Engländern  verfassten  Ent- 


»)  Berichte  Wratislaws  vom  i^.  und  14.  Januar,  sowie  vom  Februar  und 
Mär{  170a;  vgl.  auch  Klopp  IX  l.  c.  4^7  f. 

•)  Den  Inhalt  dieses  Gutachtens  gibt  Klopp  l.  c.  IX.  4^9  ff.  wörtlich  wieder. 

«)  Weisung  an  Wratislaw  d,  d,  16.  Mär\  1702  St.-A.  (Angl.)  Eingehend 
handelt  über  diese  Frage  Klopp  l.  c.  IX,  460  f. 

*)  Klopp  l.  c.  X.  ^o  f.  druckt  die  sophistis  hen  Deduktionen  Menegattis  ab. 
Österreichisch-englische  Staatsverträge.  Bd.  I.  '5 


22()  17^1  Sept.  7. 

Ztv/r/^'  i/rs  ZHsat:{artikcls  ^//  gehen ,  dessen  Unterzeichnung  dann  am 
12,  April  iyo2  int  Haag  staltfand,  nachdem  alle  Versuche  der  kai- 
serlichen Gesandten,  eine  Änderung  des  Wortlautes  durchzusetzen,  an 
dem  Widerstände  Marlboroughs  gescheitert  waren?)  Zu  gleicher  Zeit 
wurde  auch  die  Vereinbarung  über  die  Kriegserklärung  an  Frankreich 
von  den  im  Haag  versammelten  Bevollmächtigten  fertig  gestellt,'^) 

Quandoquidem  mortuo  sine  liberis  non  ita  pridem  glorio- 
sissimae  memoriae  Carolo  secundo  Hispanianim  rege  sacra  sua 
Cea  ]^\A%  successionem  in  regna  et  provincias  regis  defuncti  do- 
mui  suae  augustae  legitime  deberi  asseruerit,  rex  autem  chri- 
stianissimus  pro  nepote  suo,  duce  Andegavensi,  eandem  succes- 
sionem ambiens  et  ius  illi  ex  testamento  quodam  regis  defuncti 
natum  esse  praeferens  pro  modo-dicto  duce  Andegavensi  pos- 
sessionem  universae  haereditatis  sive  monarchiae  hispanicae  arri- 
puerit,  provincias  Hispano-belgicas  ducatumque  Mediolanensem 
armis  occupaverit,  classem  in  portu  Gaditano  paratam  teneat, 
naves  plures  bellicas  ad  Indias  Hispano  parentes  miserit,  atque 
hoc  modo  aliisque  plurimis  regna  Galliarum  et  Hispaniarum 
tam  arcte  inter  se  uniantur  et  coalescant,  ut  posthac  non  aliter 
quam  pro  uno  eodemque  regno  consideranda  esse  videantur, 
adeo  ut  nisi  prospectum  fuerit  satis  appareat  C®*«  suae  M*^  abii- 
ciendam  esse  omnem  spem  unquam  sibi  de  praetensione  sua 
satisfactum  iri;  sacrum  Romanum  Imperium  iura  sua  in  feuda 
quae  sunt  in  Italia  et  in  Belgio-hispanico  perditurum;  Britannis 
et  Belgis  Foederatis  liberum  navigationis  et  commerciorum  usum 
in  mare  mediterraneum,  in  Indias  et  alibi  funditus  periturum; 
Unitumque  Belgium  destitutum  iri  securitate,  quam  ex  inter- 
positis  inter  se  et  Gallos  provinciis  Hispano-belgicis,  vulgo  bar- 
riere,  tenebat;  denique  Gallos  et  Hispanos  ita  coniunctos  adeo 
Omnibus  formidandos  brevi  evasuros,  ut  totius  Europae  Im- 
perium facile  sibi  vindicaturi  sint.  Quum  autem  ob  hunc  proce- 
dendi  modum  regis  christianissimi  O»®  suae  M*»  necessitas  im- 
posita  fuerit  exercitum  in  Italiam  mittendi  ad  conserv^anda  tam 
iura  sua  privata  quam  feuda  imperii,  rex  Magnae-Brittanniae 
necessarium  existimaverit  copias  suas  auxiliares  mittendi  Belgio 
Foederato,  cuius  res  eo  loco  sunt,  ac  si  re  ipsa  iam  aggressum 


*)   ^^g^*  fi^f    die    lct\ten    Verhandlungen    WmtisLiws    und   Goess    Klopp 
X  ^iff,;für  das  Datum  der  kaiserlichen  Ratifikation  p.  210  Anm, 
*)  ^^g^'  den  Abdruck  p.  2^2/. 


I70I  Sept.  ;.  227 

foret,  et  domini  ordines  generales  Uniti  Belgii,  quorum  fines 
undique  fere  patent,  effracto  et  remoto  obice,  vulgo  barriere, 
qui  Gallorum  vicinitatem  arcebat,  coacti  sint  ea  cuncta  pro  se- 
curitate  et  salute  reipublicae  suae  facere,  quae  bello  impetiti  fa- 
cere  debuissent  vel  potuissent ;  quumque  tarn  anceps  rerum  con- 
stitutio  ipso  bello  periculosior  sit  et  hoc  rerum  statu  Gallia  et 
Hispania  abutantur,  ut  se  magis  et  magis  inter  se  devinciant 
ad  opprimendam  Europae  libertatem  et  tollendum.  commercio- 
nim  usum;  bis  rationibus  adducti  sacra  sua  C®*  M",  sacra  sua 
regia  M**«  Magnae-Brittanniae  et  celsi  et  praepotentes  domini  or- 
dines generales  Uniti  Belgii  tantis  malis  hinc  surrecturis  obviam 
tendentes  et  pro  viribus  remedia  afferre  cupientes  arctam  inter  se 
coniunctionem  et  confoederationem  pro  depellenda  communis 
periculi  magnitudine  necessariam  esse  existimaverunt  et  hunc 
in  finem  mandatis  suis  instruxerunt:  Scilicet  sacra  sua  O*  M^^ 
nobilissimos,  illustrissimos  et  excellentissimos  dominos.  domi- 
num Petrum  sacri  Romani  imperii  comitem  a  Goessen,  domi- 
num de  Carelsberg,  sacrae  O^®  m*'»«  camerarium,  consiliarium 
imperialem  aulicum  et  ad  celsos  et  praepotentes  dominos  or- 
dines generales  Uniti  Belgii  ablegatum  extraordinarium,  et  do- 
minum Joannem  Wenceslaum,  sacri  Romani  imperii  comitem 
Wratislau  a  Mitrowitz,  dominum  de  Ginetz  et  Malleschitz,  sa- 
crae Romanae  et  Hungariae  regiae  M*»^  camerarium,  intimae 
cancellariae  aulico-bohemicae  consiliarium  et  asse^^sorem  nec- 
non  sacrae  C®^®  M***  ad  serenissimum  Magnae-Brittanniae  regem 
ablegatum  extraordinarium,  legatos  suos  extraordinarios  et  ple- 
nipotentiarios;  sacra  sua  regia  M^^^  Magnae-Brittanniae  nobilissi- 
mum,  illustrissimum  atque  excellentissimum  dominum,  dominum 
Joannem,  comitem  de  Marlborough,  baronem  Churchil  de  San- 
dridge,  sacrae  regiae  M*^  a  consiliis  intimis,  copiarum  pedes- 
Jrium  ducem,  vulgo  generalem  et  summum  exercitus  memo- 
ratae  sacrae  regiae  suae  M**^  in  Belgio  praefectum,  legatum 
eius  extraordinarium,  commissarium,  procuratorem  et  pleni- 
potentiarium,  et  domini  ordines  generales,  dominos  Didericum 
Eck  de  Pantaleon,  dominum  de  Gent  et  Erlekum;  Fredericum 
baronem  de  Rheede,  dominum  de  Lier,  agri  sancti  Antonii  et  de 
Ter  Lee,  commendatorem  Burae,  unum  nobilium  et  in  ordine 
equestri  HoUandiae  et  Westfrisiae  conscriptum ;  Antonium  Hein- 
sium,  dominorum  ordinum  HoUandiae  et  Westfrisiae  consilia- 
rium et  syndicum,  eorundem  magni  sigilli  custodem  ac  feudo- 

'3* 


228  I7Ö»  Sept.  7. 

rum  praesidem;  Wilhelmum  de  Nassau,  dominum  de  Odijk 
Cortgiene  etc.,  primum  nobilem  et  repraesentantem  ordinem 
nobilium  in  dominorum  ordinum  Zelandiae  et  eorundem  de- 
putatorum  consessu;  Everhardum  de  Weede,  dominum  de 
Weede,  Dykvelt,  Rateies  etc.,  fundi  civitatis  Oudewater  domi- 
num, capituli  sanctae  Mariae  quod  Trajecti  ad  Rhenum  est  de- 
canum,  consiliarium  primarium  et  praesidem  consessus  provinciae 
Ultraiectinae,  aggerum  fluminis  Leccae  praefectum  et  praetorem; 
Wilhelmum  van  Haren ,  agri  Biltani  in  Frisia  grictmannum, 
universitatis  Franequeranae  curatorem,  a  parte  nobilium  in  con- 
sessu dominorum  ordinum  Frisiae  deputatum ;  Burchardum  Jus- 
tum  a  Welvelde  in  Buckhorst  et  Molekate,  toparcham  in  Zal- 
lick  et  Vekate,  Ysselmudani  agri  satrapam  et  Wicherum  Wichers, 
civitatis  Groningensis  senatorem,  respective  dominorum  ordinum 
Gelriae,  HoUandiae  et  Westfrisiae,  Zelandiae,  Ultraiecti  ad  Rhe- 
num, Frisiae,  Transysulaniae  et  Groninghae  ac  Omlandorum 
ad  conventum  dominorum  ordinum  generalium  Uniti  Belgii  de- 
putatos,  qui  vi  mandatorum  suorum  in  sequentes  foederis  leges 
convenerunt. 

1.  Sit  maneatque  inter  sacram  C®*™  M*®"*,  sacram  regiam 
^tem  Magnae-Brittanniae  et  dominos  ordines  generales  Uniti 
Belgii  constans,  perpetua  et  inviolabilis  amicitia  et  correspon- 
dentia  teneaturque  alter  alterius  commoda  promovere,  damna 
vero  et  incommoda  pro  posse  avertere. 

2.  Sacra  sua  C®*  M*^^  sacra  regia  M**^  Magnae-Brittanniae 
et  domini  ordines  generales,  cum  nuUa  res  ipsis  magis  cordi 
sit  quam  pax  et  tranquillitas  generalis  totius  Europae,  iudica- 
verunt  ad  eam  stabiliendam  nihil  efficacius  futurum,  quam  pro- 
curando  C®*^®  suae  M*'  ratione  praetentionis  suae  in  successio- 
nem  hispanicam  satisfactionem  aequam  et  rationi  convenientem^) 
et  ut  rex  Magnae-Brittanniae  et  domini  ordines  generales  securi- 
tatem  particularem  et  sufficientem  pro  regnis,  provinciis,  di- 
tionibus  suis  et  pro  navigatione  et  commerciis  subditorum  suo- 
rum adipiscantur. 

3.  Propterea  foederati  ante  omnia  operam  dabunt  quantam 
possunt  maximam  ad  obtinendam  via  amicabili  et  per  trans- 
actionem  solidam  et  firmam  O^«  suae  M*^  satisfactionem  aequam 
et  rationi   convenientem   in  causa   memoratae   successionis   et 


*)  Der  Kaiser  hätte  die  Worte  .Justa  et  aequa  satisfacti&'  gewünscht. 


170 1  Sept.  7.  229 

securitatem  modo  indigitatam  regiae  suae  M*^  Magnae-Brittanniae 
et  dominis  ordinibus  generalibus  Uniti  Belgii,  impendentque  foe- 
derati  in  hunc  fmem  omni  studio  et  absque  uUa  intermissione 
spatium  duorum  mensium  a  die  quo  ratificationum  tabulae  com- 
mutabuntur  numerandum. 

4.  Quod  si  praeter  spem  et  vota  intra  tempus  praefinitum 
res  eo  quo  dictum  est  modo  transigi  nequeat,  foederati  sibi  in- 
vicem  spondent  et  promittunt,  se  alter  alterum  omnibus  viri- 
bus adiuturos  idque  iuxta  specificationem  peculiari  in  conven- 
tione  determinandam^),  ut  ita  acquirant  satisfactionem  et  securi- 
tatem antememoratas. 

5.  Foederati  ad  procurandam  satisfactionem  et  securitatem 
antedictas  inter  alia^)  omnes  nervös  intendent,  ut  recuperent 
provincias  Hispano-belgicas,  ut  sint  obex  et  repagulum,  vulgo 
barriere,  Galliam  a  Belgio  Foederato  removens  et  separans  pro 
securitate  dominorum  ordinum  generalium,  quemadmodum  ab 
omni  tempore  inservjerunt,  donec  rex  christianissimus  nuper  eas 
milite  suo  occupavit ;  ut  et  ducatum  Mediolanensem  cum  depen- 
dentiis')  eins,  tanquam  feudum  imperii  atque  securitati  provincia- 
rum  haereditariarum  C®*«  suae  M*^«  inserviens;  praeterea  regna 
Neapolis  et  Siciliae  et  terras  atque  insulas  circa  ora  Hetruriae 
in  man  mediterraneo,  quae  sunt  ditionis  hispanicae  et  eiusdem 
usus  esse  possunt,  ut  et  prodesse  navigationi  et  commerciis 
subditorum  regis  Magnae-Brittanniae  et  Belgii  Uniti. 

6.  Licitum  sit  regiae  suae  M*^  Magnae-Brittanniae  et  do- 
minis ordinibus  generalibus  communi  consilio  pro  utilitate  et 
commodo  navigationis  et  commercii  subditorum   suorum  quas 


*)  Heiiisius  betonte,  dass  dies  mit  Rücksicht  auf  England  geschehen  müsse. 

«)  Wie  Wratislaw  in  seinem  Berichte  vom  18,  Okt.  ijoi  St-A.  meldet, 
fand  er  bei  der  gelegentlich  der  Auswechslung  der  Ratifikationen  vorgenommenen 
Lesung  und  Kollationirung  des  Vertrages,  dass  sich  bei  der  Translation  aus 
dem  fran\ösischcn  ins  lateinis  he  ein  Fehler  eingeschlichen  habe,  den  Niemand 
bemerkte,  indem  in  der  französischen  Punktation  beschlossen  worden  war,  dass  die 
Verbündeten  „employeront  entre  autres  leurs  forces^* ,  im  lateinischen  aber  die 
Worte  inter  alia  ausgeblieben  seien.  Da  aber  diese  Worte  ihm  unerlässlich 
schienen,  um  die  Ansprüche  des  Kaisers  auf  die  gesamte  spanische  Monarchie 
in  salvo  {u  erhalten,  bestand  er  energisch  auf  der  Verbesserung  der  Stelle  und 
setzte  sie  auch,  trot{  manc/ier  Einwendungen,  durch.  In  der  englischen  Original- 
ausfertigung erscheinen  diese  2  Worte  nachgetragen, 

•)  Die  kaiserlichen  Bevollmächtigten  wollten  eine  genauere  Bezeichnung 
dieser  Dependen^ien,  standen  aber  davon  ab,  als  sich  Schwierigkeiten  ^f^igten. 


230  «701  Sept.  7. 

poterunt  in  Indiis  hispanicae  ditionis  terras  et  urbes  armis  oc- 
cupare,  quicquid  autem  occupaverint  ipsorum  manebit. 

7.  Necessitate  exigente  ut  foederati  ad  obtinendam  ante- 
dictam  suae  O*®  M^*«  satisfactionem  et  regis  Magnae-Brittanniae 
ac  dominorum  ordinum  generalium  securitatem  bellum  subire 
adigantur,  fideliter  inter  se  consilia  communicabunt  de  opera- 
tionibus  bellicis  et  de  Omnibus  rebus  ad  causam  hanc  com- 
munem  spectantibus. 

8.  Neutri  partium  fas  sit  bello  semel  suscepto  de  pace  cum 
hoste  ^ractare,  nisi  coniunctim  et  communicatis  consiliis  cum 
altera  parte ;  nee  pax  ineatur  nisi  adepta  prius  pro  O^  sua  M^ 
satisfactione  aequa  et  rationi  conveniente  et  pro  regia  sua  M*^ 
Magnae-Brittanniae  et  dominis  ordinibus  generalibus  securitate 
particulari  regnorum,  provinciarum,  ditionum,  navigationis  et 
commerciorum  suorum,  et  nisi  iustis  cautelis  antea  provisum  sit 
ne  regna  Galliae  et  Hispaniae  unquam  sub  idem  Imperium 
veniant  et  uniantur,  nee  unquam  unus  et  idem  utriusque  regni 
rex  fiat,  et  speciatim  ne  Galli  unquam  in  possessionem  India- 
rum  iuris  hispanici  veniant  neque  ipsis  ibidem  navigatio  mer- 
caturae  exercendae  causa  sub  quocunque  praetextu  directe  vel 
indirecte  permittatur,  et  denique  nisi  pacta  pro  subditis  regis 
Magnae-Brittanniae  et  Foederati  Belgii  facultate  plena  utendi  et 
fruendi  omnibus  iisdem  privilegiis,  iuribus,  immunitatibus  et 
libertatibus  commerciorum  terra  marique  in  Hispania,  man  me- 
diterraneo  et  in  omnibus  terris  et  locis,  quae  rex  Hispaniarum 
postremo  defunctus  tempore  mortis  tam  in  Europa  quam  alibi 
possedit,  quibus  tunc  utebantur  et  fruebantur,  vel  quibus  am- 
borum  vel  singulorum  subditi  iure  ante  obitum  dicti  regis  Hi- 
spaniarum quaesito  per  tractatus,  per  pacta  conventa,  per  con- 
suetudines  vel  per  alium  quemcunque  modum  uti  et  frui  po- 
terant. 

9.  Tempore,  quo  dicta  transactio  vel  pax  liet,  foederati 
inter  se  convenient  de  omnibus  iis,  quae  ad  stabiliendam  navi- 
gationem  et  commercia  subditorum  regis  Magnae-Brittanniae  et 
dominorum  ordinum  generalium  in  terris  et  ditionibus  acqui- 
rendis  et  a  postremo  defuncto  Hispaniarum  rege  possessis  ne- 
cessaria  erjnt,  quemadmodum  etiam  de  modo  quo  domini  or- 
dines  generales  per  obicem  antedictum,  vulgo  barriere,  securi 
reddentur. 


I70I  Sept.  7.  231 

10.  Et  quoniam  controversiae  quaedam  religionis  ergo 
exoriri  possent  in  locis  a  foederatis  uti  sperant  armis  occu- 
pandis,  de  exercitio  eius  inter  se  etiam  eodem  quo  supradictum 
est  tempore  convenient. 

11.  Foederati  se  invicem  omnibus  viribus  iuvare  et  opem 
ferre  contra  aggressorem  teneantur,  si  rex  christianissimus  vel 
quisquam  alius  aliquem  foederatorum  ex  causa  huius  foederis 
aggredi  sustineat. 

12.  Quod  si  vel  nunc  super  saepe  indigitata  satisfactione 
et  securitate  transigi  queat  vel  post  susceptum  necessario  bel- 
lum pax  iterum  coalescat,  post  talem  vel  transactionem  vel 
pacem  conclusam  sit  et  maneat  semper  inter  partes  contrahen- 
tes  foedus  defensivum  pro  guarantia  eiusdem  vel  transactionis 
vel  pacis. 

13.  Ad  huius  foederis  societatem  admittentur  cuncti  reges, 
principes  et  status,  qui  volent  et  quibus  pax  generalis  cordi  est. 
Quoniam  autem  sacri  Romani  imperii  peculiariter  interest  pa- 
cem publicam  servari  et  hie  inter  alia  agatur  de  recuperandis 
imperii  feudis,  ad  huius  foederis  societatem  dictum  imperium 
speciatim  invitabitur.  Praeterea  foederatis  coniunctim  vel  sin- 
gulis  seorsim  licitum  sit  accessionem  ad  hoc  foedus  requirere, 
eorum  quos  requirere  ipsis  visum  fuerit. 

14.  Ratihabebitur  hoc  foedus  ab  omnibus  foederatis  intra 
spatium  sex  septimanarum  vel  citius  si  fieri  poterit. 

In  quorum  fidem  nos  supra  memorati  plenipotentiarii 
praesens  foedus  subscriptionibus  et  sigillis  nostris  munivimus. 
Hagae  Comitum  die  septimo  Septembris  anni  millesimi  septin- 
gentesimi  primi. 

Marlborough. 


Quandoquidem  post  foedus  inter  sacram  suam  O""  M^'", 
suam  sacram  regiam  M**^"*  Magnae-Brittanniae  regem  nuper  de- 
functum  et  celsos  ac  praepotentes  dominos  ordines  generales 
Uniti  Belgii  Hagae  Comitum  die  septimo  mensis  Septembris  anni 
millesimi  septingentesimi  primi  confectum  signatumque  rex  chri- 
stianissimus sibi  tantum  arrogaverit,  ut  praetensum  Walliae  prin- 
cipem  agnosceret  declararetque  regem  Angliae,  Scotiae  et  Hi- 
bemiae,  atque  eo  facto  dicto  regi  defuncto,  reginae  Magnae- 
Brittanniae  et  universae  nationi  brittannicae  gravem  admodum 
et  indignam  iniuriam  intulerit,  conventum  igitur  conclusumque 


232  '7^2  April  18. 

est  intei  praedictos  dominos  confoederatos,  suam  sacram  C«"™ 
M*«°S  sacram  suam  regiam  M^^  reginam  Magnae-Brittanniaa  et 
celsos  ac  praepotentes  dominos  ordines  generales  Uniti  Belgii 
per  praesentem  hunc  articulum  (qui  parem  et  eandem  prorsus 
vim,  virtutem  et  vigorem  obtinebit  ac  si  supradicto  foederi  ab 
initio  insertus  fuerit),  quod  nuUa  omnino  pax  cum  Gallia  ini- 
bitur,  priusquam  antememoratae  sacrae  suae  M*^  reginae  Ma- 
gnae-Brittanniae  pro  eadem  atroci  iniuria  reparatio  facta  sit. 

Ad  praesentis  foederis  societatem  invitabuntur  reges  et 
principes,  qui  ad  foedus  ipsum  iam  accesserunt  vel  in  posterum 
accedent. 

Ratihabebitur  hie  articulus  intra  spatium  unius  mensis  vel 
citius  si  fieri  poterit 

In  quorum  fidem  eodem  modo  ut  in  supradicto  foedere 
sex  huius  articuli  instiiimenta  facta  sunt,  quorum  duo  pleni- 
potentiarii  sacrae  suae  O*®  M*^^  alter  Londini,  alter  Hagae  Co- 
mitum,  altera  duo  infrascriptus  plenipotentiarius  sacrae  suae 
regiae  M*»^  reginae  Magnae-Brittanniae  et  reliqua  duo  deputati 
dominorum  ordinum  generalium  subscripserunt  et  sigillis  suis 
muniverunt.  Hagae  Comitum  die  duodecimo  Aprilis  anni  mil- 
lesimi  septingentesimi  secundi. 

Marlborough.1) 


Konvention  fischen  Leopold  /.,  Anna  von  England  und  den 
Generalstaaten  über  die  an  Frankreich  am  75.  Mai  n.  st,  ^u 
veröffentlichende  Kriegserklärung,  d.  d.  Haag  iyo2  April  18.^) 

Nach  der  im  St-A.  im  Or,  hcfindlichcn  von  MarJborough  </.  t/.  London 
iyo2  April  i^l^y  unter{richncti'n  Urkunde;  ebendaselbst  auch  die  Originalaus- 
fertigung  der  General  Staaten. 

Comme  dans  V  article  troisieme  de  V  alliance  entre  sa  Mi«-' 
imperiale,  sa  Mt^'  brittannique  et  les  seigneurs  estatz  generaux 
des  provinces  unies  des  Pa'is-Bas,  concliie  le  septieme  Septem- 
bre  de  Tannee  mille  sept  cent  et  un,  il  a  este  stipulö  qu'on 
employera  deux  mois  pour  tascher  d*  obtenir  par  voye  amiable 

*)  Das  holländische  völlig  gleichlautende  Instrument  befindet  sich  gleich^ 
falls  im  Or.  im  St.-A. 

')  Für  die  informirende  Einleitung  v^l.  p.  226, 


1702  April  i8.  2^2 

une  satisfaction  raisonnable  ä  sa  Mt^  imperiale  touchant  la  suc- 
cession  d'Espagne,  et  ä  sa  Mt^  brittannique  et  aux  dits  seigneurs 
estatz  generaux  une  seuret^  particuliere  et  süffisante  pour  leurs 
royaumes,  estatz  et  provinces;  que  ces  deux  mois  sont  passez 
depuis  long  temps  sans  qu'on  ait  veu  la  moindre  apparence 
d'un  accommodement;  qu' au  contraire  le  roy  tres-chretien  de- 
meure  resolu  de  maintenir  la  monarchie  d'Espagne  en  son  en- 
tier  pour  son  petit  fils  et  de  Tunir  estroitement  avec  celle  de 
France;  que  ces  deux  puissances  joignent  pour  cet  effet  leurs 
armes  en  Italie  et  aux  Pais-Bas;  que  les  troupes  de  France 
ont  du  depuis  envahy  et  occupö  tout  le  pa'is  de  Cologne  et  de 
Liege,  et  qu'elles  s'y  fortifient  aussy  bien  que  par  tout  les  Pais- 
Bas  Espagnolz ;  que  par  Id  elles  tiennent  bloquöes  les  Provinces 
Unies;  et  que  de  plus  la  France  menafe  de  les  attaquer  par  ses 
nombreuses  armöes,  si  les  dits  seigneurs  estatz  generaux  ne 
fönt  ce  qu'elle  desire;  les  dits  hauts  alliez,  ne  jugeant  pas  ä 
propos  de  se  laisser  prevenir  d'avantage,  sont  convenus  suivant 
l'article  quatriöme  de  la  dite  alliance  de  joindre  leurs  forces  et 
de  declarer  la  guerre  par  mer  et  par  terre  au  roy  tres-chretien 
et  ä  son  petit  fils,  et  cette  declaration  se  fera  en  mesme  temps 
le  quatrieme/quinzieme  de  May  de  cette  ann6e  mille  sept  cent 
et  deux  de  la  part  de  sa  M^e  Imple  dans  tous  ses  pa'is  haeredi- 
taires,  de  la  part  de  sa  Mte  brittannique  dans  tous  ses  royaumes, 
estatz  et  pais,  et  de  la  part  des  dits  seigneurs  estatz  generaux 
dans  toute  Testendüe  de  leur  estat.  En  foy  de  quoy  on  a  fait 
six  exemplaires  de  cette  Convention,  dont  deux  ont  este  signes 
par  les  plenipotentiaires  de  sa  Mte  Imple ,  r  un  ä  Londres,  V  au- 
tre  h  laHaye,  deux  autres  par  le  soussignö  plenipotentiaire  de 
sa  Mte  ig(  reyne  de  la  Grande-Bretagne  ä  Londres,  et  les  deux 
qui  restent  par  les  deputez  des  seigneurs  estatz  generaux  k  la 
Haye,  et  les  dits  plenipotentiaires  et  deputez  y  ont  apposö  les 
cachets  de  leurs  armes.  Fait  ä  la  Haye  le  dixhuitieme  d'Avril 
mille  sept  cent  et  deux;  et  a  Londres  le  14/25. 

L.  S.       Marlborough. 


234  '7^3  April  II. 

3. 

Konvention  iwischen  Leopold  L,  Anna  und  den  Generalstaatcn, 
betreffend  den  Zeitpunkt  des  Verbotes  des  Handelsverkehrs  und 
der  Korrespondenz  ihrer  Untertanen  mit  Frankreich  und  Spanien, 
d,  d,  Haag  ijo^  April  ii. 

Das  Original  dieser  Konvention  im  R,  O.,  Kopien  derselben  im  St.-A, 
und  im  R,  A.  im  Haag. 

Zu  Beginn  des  Jahres  ijoß  verhandelte  das  englische  Parlament 
aber  die  von  den  Niederländern  geforderte  Verstärkung  der  Truppen 
für  den  bevorstehenden  Feld^ug,  Bei  dieser  Gelegenheit  wurde  von 
verschiedenen  Seiten  Klage  darüber  geßdirt ,  dass  die  französischen 
Armeen  in  Italien^  am  Rhein  und  in  Flandern  durch  holländische  und 
englische  Wechsel  befahlt  würden,  ja  dass  die  Kaufleute,  durch  die 
von  Frankreich  gewährten  hohen  Zinsen  gewonnen ,  gewöhnlich  die 
Beiahlung  der  Armeen  für  ß  Monate  anticipirten,  wodurch  den  Fran- 
:{osen  wesentliche  Vorteile  im  Felde  erwnchstn.  Es  wurde  ferner  dar- 
auf  aufmerksam  gemacht,  dass  die  Vertreter  der  Generalstaaten  statt 
sich  mit  England  über  ein  Verbot  des  Handels  mit  den  feindlichen  Mäch- 
ten ^u  einigen,  der  Neutralität  in  diesem  Punkte  das  Wort  spra- 
chen und  dadurch  die  Interessen  der  Engländer  merklich  schä- 
digten.^) Nach  einer  längeren  Debatte  wurde  mit  einer  beträchtlichen 
Stimmenmehrheit  der  Beschlnss  gefasst ,  der  Königin  {u  raten,  die 
Verhandlungen  mit  den  Generalstaaten  ^u  beginnen,  zugleich  aber  von 
ihnen  das  Verbot  des  Handels-,  Geld-  und  Briefverkehres  mit  Frank- 
reich und  Spanien  ^u  fordern.  Königin  Anna  sollte  überdies  erklären y 
dass  England  sich  ^ur  Bej^ahlung  der  geforderten  Verstärkungstruppen 
erst  von  dem  Tage  für  gebunden  erachten  könne,  an  dem  das  gefor- 
derte Edikt  gegen  den  Verkehr  mit  den  feindlichen  Mächten  seitens 
der  Generalstaaten  publiziert  werden  würde.  In  der  Tat  übergab  der 
englische  Bevollmächtigte  im  Haag,  Stanhope,  im  Laufe  des  Monates 
Januar  den  General  Staaten  mehrere  Denkschriften,  in  denen  er  bittere 
Klage  über  ihr  Verhalten  führte  und  im  Sinne  der  Parlamentsbeschlüsse 
von  der  Publi^ierung  des  von  England  geforderten  Verkehrsverbotes 
die  Bewilligung  der  j(ur  Verstärkung  der  Truppen  notwendigen  Gelder 
abhängig  machte.  ^) 

')  BrriJitc'  des  kaiserlichen  Risidentrn  Hof  mann  vom  i6.  und  uj.  Jan. 
i/O^.  St.-A.  Angl. 

»)  Denkschriften  Stanhopes  vmn  5.  nnd  2;^.  Jan.  jyoy.  Vgl.  die  Schreiben 
des  Gocss  vom  Jan.  lyo).  St.-A, 


1703  April  II.  235 

Das  entschiedene  Auftreten  Stanhopes  hatte  den  gewünschten  Er- 
folg. Mit  einer  bei  dem  komplis^ierten  Geschäftsgange  der  Republik 
erstaunlichen  Eile  wurde  seitens  der  einzelnen  Provinzen  die  Einwilli- 
gung erteilt  und  bereits  Mitte  Februar  konnte  Stanhope  seinem  Hofe 
die  Mitteilung  von  seinem  Erfolge  machen.  Nun  traten  aber  die  Ge- 
neralstaaten und  Stanhope  an  den  kaiserlichen  Gesandten  im  Haag 
tnit  der  Forderung  heran^  sich  über  den  Termin  ^u  äussern,  an  dem 
dieses  Verbot  in  den  sämtlichen  Ländern  der  Verbündeten  und  im 
Reiche  Geltung  erlangen  sollte.  Goess,  der  keine  Weisung  in  dieser 
Angelegenheit  besass,  betonte  die  Schwierigkeit,  vom  Reiche,  Journal 
von  den  Handelsstädten,  die  Einwilligung  {u  erhalten  und  bat  um  eine 
längere  Frist.^)  Als  sich  aber  Stanhope  auf  das  entschiedenste  dagegen 
aussprach ;  Schreiben  Stepneys  —  des  englischen  Gesandten  am  Wiener 
Hofe  —  vorwies,  aus  denen  ^«  ersehen  war,  dass  Kaiser  Leopold  I. 
seine  EntSchliessung  von  jener  der  Seemächte  abhängig  machte^)  und 
die  Drohung  aussprach,  England  werde  nicht  einen  Pfennig  von  den 
{ur  Verstärkung  der  Truppen  bewilligten  Geldern  hergeben^  bis 
diese  Frage  endgiltig  erledigt  sei,  entschloss  sich  Goess  seine  Zustim- 
mung ^u  geben,  dass  der  /.  Juni  als  Beginn  des  Verbotes  festgesetzt 
werde.^)  Die  Engländer  waren  mit  dem  Erfolge  ihres  Gesandten  nicht 
{ufrieden,  weil  das  Verbot  nur  auf  ein  Jahr  erßossen  war,  während 
sie  eine  für  die  Dauer  des  Krieges  berechnete  Vereinbarung  in  dieser 
Frage  gewünscht  hätten.  In  der  Tat  ergaben  sich  im  Laufe  des  Jahres 
1704  heftige  Konflikte  {wischen  den  Seemächten  und  die  Verhand- 
lungen,  die  im  Haag  bezüglich  der  Erneuerung  dieser  Konvention  ge- 
führt wurden,  verliefen  resultatlosS) 

Comme  sa  Mte  imperiale,  sa  M^e  la  reine  de  la  Grande- 
Bretagne  et  leurs  hautes  puissances  les  seigneurs  estatz  generaux 
des  Provinces  Unies  ont  resolu  de  defendre  le  commerce  ou 
traficq  comme  aussy  la  correspondence  de  lettres  et  le  change 
avec  les  sujets  de  la  France  et  d'Espagne  et  qu'il  est  necessaire 
qu'on  convienile  d'un  jour  ou  terme  au  quel  la  dite  defence 
commencera  ä  s'executer  egalement  par  tout;  ainsy  les  sous- 
signez  envoyez  extraordinaires,   plenipotentiaires  et  deputez  de 


*)   Vgl.  die  Schreiben  des  Goess  aus  dem  Haag  Febr.  bis  April  lyoj.  St.-A. 
*)  Goess  an  den  Kaiser  Jo.  April  170^.  Sf.'A.  Moll. 
')  Goess  an  den  Kaiser,  d.  ä.  ly.  April  lyo}  Holt.  Sf.-A.    Stanhope  for- 
derte den  75.  Mai  als  Anfangstermin. 

*)   Vgl.  dafür  Feld^üge  des  Prinzen  Engen,  I.  Ser.  Bd,  VI,  p.  jp  f. 


236  1703- 

leurs  dites  Mtez  et  des  dits  seigneuis  estatz  generaux  sont  con- 
venus  ensemble  que  la  dite  defence  sera  publice  et  commencera 
dans  les  terres  hereditaires  de  sa  Mte  imperiale,  dans  tout  Tem- 
pire,  dans  les  terres  de  la  domination  de  sa  Mte  de  la  Grande- 
Bretagne  et  dans  Celles  des  dits  seigneurs  estatz  generaux  le 
Premier  jour  du  mois  de  Juin  de  la  presente  ann^e  1703,  dont 
on  pourra  avertir  les  sujets  quelque  tems  auparavant  comme 
chacun  le  trouvera  necessaire,  et  cette  defence  durera  pro- 
visionellement  le  terme  d'un  an.  Ainsy  fait  ä  la  Haye  le 
ii.e  d'Avril  1702. 

L.  S.  Pierre  comte  de  Goessen. 
L.  S.  Alexandre  Stanhope. 
L.  S.  D.  V.  Eck  V.  Panthaleon,  Hr.  v.  Gent. 
L.  S.  H.  V.  Bleyswyck. 
L.  S.  A.  Heinsius. 
L.  S.  W.  V.  Nassau.  1) 
L.  S.  D.  V.  Veldhuysen. 
L.  S.  C.  V.  Scheltinga. 
L.  S.  A.  V.  Lemker. 
L.  S.  G.  V.  Drews. 


4. 

Projekt  einer  Konvention  fischen  Leopold  L,  Anna  und  den 
Generalstaaten,  die  spanische  Erbfolge  betreffend;  verfasst  ijo^^. 

Ein  Kon\ept  dieser  projektierten  Konvention  befindet  sich  im  St,-A.  als 
Beilage  {um  Berichte  des  Goess  d.  d.  i/oß  Aug.  28. 

Bei  den  Verhandlungen,  die  dem  Abschlüsse  der  Allianz  vom 
7.  September  ijoi  vorangegangen  waren,  hatte  Wilhelm  IIL  die  For- 
derung Kaiser  Leopolds  L,  die  Seemächte  möchten  sich  :{iir  Eroberung 
der  spanischen  Gesamtmonarchie  für  die  deutsche  Linie  des  Hauses 
Habsburg  verpflichten,  auf  das  energischeste  :^u rückgewiesen  und  nach- 
drücklichst betont,  dass  das  englische  Parlament  ^ur  Annahme  eines 
solchen  Vorschlages  nicht  ^u  bewegen  sein  würde.  Allein  noch  im 
Laufe  des  Jahres  IJ02  hatten  sich  die  Verhältnisse  derart  geändert, 
dass  die  englische  Regierung  mit  Plänen  an  den  Wiener  Hof  heran- 
trat,  deren  Durchführung  eben  diesem  Zwecke  galten.  Das  Programm 
der  Allianj(  vom  7.  Sept.  lyoi  hatte  die   Kriegsführung  der   Verbün- 


*)  Dieser  Name  fehlt  in  dem  im  R,  O.  befindlichen  Or. 


1703.  237 

detni  auf  Belgien ^  Italien  und  den  Oberrhein  beschränkt  und  damit 
die  Hoffnung  auf  die  Wiedereröffnung  der  für  England  ergiebigsten 
Absatzgebiete  in  weite  Ferne  gerückt ,  während  die  Aussichten  auf  einen 
direkten  Verkehr  mit  dem  spanischen  Amerika,  der  für  die  Verluste 
in  Europa  entschädigen  sollte,  sich  nicht  erfüllten.  Immer  lebhafter 
wurden  die  Klagen  der  englischen  Kaufleute  über  den  Schaden,  den 
sie  durch  die  Schliessung  der  spanischen  Häfen  erlitten;  immer  ent- 
schiedener die  Forderung  des  Parlamentes,  dem  Kriege  durch  ein  ener- 
gisches Vorgehen  auf  der  pyrenäischen  Halbinsel  eine  den  englischen 
Handelsinteressen  förderliche  Wendung  ^m  geben.  In  diesem  Sinne 
war  der  Abschluss  eines  Bündnisses  mit  dem  Könige  von  Portugal  ge- 
meint,  mit  dessen  Hilfe  der  Kampf  gegen  Philipp  V,  in  Spanien  ge- 
führt werden  sollte.  Die  englische  Regierung  trat  nun  wie  an  die 
Generalstaaten,  so  auch  an  Kaiser  Leopold  L  mit  der  Forderung  heran, 
sich  an  den  Verhandlungen  ^u  beteiligen,  die  ^um  Abschlüsse  eines 
Bundes  mit  Portugal  führen  sollten. 

Allein  der  Wiener  Hof  geigte  geringe  Neigung,  auf  diese  Pläne 
einzugehen.  Er  stellte  den  Kampf  in  Italien  in  den  Vordergrund  und 
betonte,  dass  der  Wiedergewinn  der  spanischen  Besitzungen  in  Italien 
bei  der  Abneigung  der  Spanier  gegen  eine  Zersplitterung  ihres  früheren 
Besitzes  den  Sieg  der  Verbündeten  auch  in  Spanien  nach  sich  führen 
müsste.  Dass  die  englische  Regierung  die  Absendung  des  Erzherzogs  Karl 
nach  Portugal  forderte  und  sich  verpflichten  wollte,  den  Krieg  gegen  Lud- 
wig XIV.  und  Philipp  V.  so  lange  ^w  führen^  bis  Karl  III.,  der  un- 
mittelbar nach  seiner  Landung  auf  der  pyrenäischen  Halbinsel  als  König 
Spaniens  ausgerufen  werden  sollte,  als  Herrscher  der  spanischen  Gesamt- 
monarchie anerkannt  sei^  wirkte  auf  die  Entscheidungen  der  Wiener 
Regierung  nicht  in  dem  Masse,  als  die  Seemächte  erwartet  hatten.  Die 
Mehrzahl  der  kaiserlichen  Minister  wünschte  eben  wenn  irgend  mög- 
lich die  Erwerbung  der  spanischen  Gesamtmonarchie  <{«  persönlichem 
Besitze  Leopolds  I.  und  seines  erstgeborenen  Sohnes  und  zog  selbst  den 
Gewinn  der  spanisch-italienischen  Besitzungen  für  das  deutsche  Haus 
Habsburg,  der  Besitzergreifung  des  gesamten  spanischen  Erbes  durch 
einen  Habsburger  vor,  der  nicht  ;f«  gleicher  Zeit  Herrscher  in  Oster- 
reich war.  Erst  tiach  langem  Sträuben  fügte  sich  Leopold  der  mit 
seltener  Zähigkeit  festgehaltenen  Forderung  der  Seemächte  und  erklärte 
sich  bereit,  die  spanische  Gesamtmonarchie  als  ungeteiltes  Erbe  für 
seinen  z'^'^^lg^^orenen  Sohn  Karl  anzunehmen.  Aber  auch  dann  noch 
legte  er  dem  Abschlüsse  des  Bündnisses  mit  Portugal  Schwierigkeiten 
in  den    Weg,   weigerte   sich    seine    Einwilligung   {w    den  Gebictsabtre- 


238  '703- 

hingen  j^h  geben,  die  der  portugiesische  König  für  die  Teilnahme  nw 
Kampfe  gegen  Philipp  V.  forderte  und  entschloss  sich  erst  nach  neuen 
energischen  Mahnungen  der  Engländer y  die  Ordnung  dieser  Angelegen- 
heit der  englischen  Königin  anhe im :{ust eilen,  nicht  ohne  nochmals  der 
Hoffnung  Ausdruck  j^u  gehen,  dass  dem  Königreiche  Spanien  möglichst 
geringe  Opfer  j^ugemutet  werden  würden.  Am  16,  Mai  wurde  :^u  Lissabon 
der  Bundesvertrag  mite rj^^c lehnet.  Als  Zweck  desselben  wurde  die  Erhe- 
bitng  Karls  IIL  ^um  Könige  der  spanischen  Gesamtmonarchie  angegeben. 
Der  Herrscher  Portugals  verpflichtete  sich  :{ur  Teilnahme  an  dem 
Kampfe  in  Spanien  gegen  Philipp  V,,  erhielt  den  Oberbefehl  über  die 
Flotte  und  die  Landarmee  der  Verbündeten,  die  Zusage  der  Seemächte, 
einen  grossen  Teil  der  portugiesischen  Armee  ^u  erhalten.  Überdies 
sicherte  ihm  ein  geheimer  Zusat{artikel  beim  Friedensschlüsse  einige 
Plätze  in  Estremadura  und  Galicia  als  Kriegsentschädigung,^)  Als 
Vertreter  Leopolds  L  hatte  Graf  Waldstein  dieses  Dokument  unter- 
:^eichnet,  doch  hatte  man  dem  Kaiser  ^ur  Ratifikation  und  ^ur  Aner- 
kennung seines  Sohnes  als  König  von  Spanien  eine  Frist  von  ß  Mo- 
naten brwilligt,^)  Es  wurde  den  Engländern  nicht  leicht,  die  Wiener 
Regierung  ^^ur  Gutheissung  des  Geschehenen  ^u  bestimmen.  Dieselbe 
stellte  neuerdings  die  Forderung,  dass  die  Eroberung  Süditaliens  dem 
Angriffe  auf  Spanien  vorangehen  solle  und  es  dauerte  lange,  bis  der 
Kaiser  sich  entschloss,  diesen  Plan  fallen  {u  lassen  und  seine  Ein- 
willigung ^ur  Reise  Karls  nach  Spanien  j(u  geben.  Noch  schwieriger 
war  es,  eine  Entscheidung  Leopolds  L  in  der  Cessionsfrage  herbeizu- 
führen. Insbesondere  Mailand  bildete  das  Streitobjekt  parier  Parteien 
am  Wiener  Hofe^  von  denen  die  eine  dieses  Herzogtum  als  ein  Stück 
der  Gesamtmonarchie  ansah,  y,welches  der  Krone  Spanien  folgen  müsse^^, 
während  die  andere  es  als  verfallenes  Reichslehen  für  die  deutsche 
Linie  in  Anspruch  nahm.  Für  die  Bedeutung,  die  man  in  London  der 
raschen  Erledigung  dieser  Cessionsfrage  beimass,  ist  es  bej^eichnend, 
dass  Königin  Anna  ihre  Zustimmung  j^u  einer  Fassung  geben  wollte, 
die   dem    Kaiser   oder   seinem    Nachfolger   in   Österreich   die   künftige 


*)  Dir  Abdruck  dieses  am  16,  Mai  i'jo^  \u  Lissabon  abgeschlossenen 
Vertrages,  den  England,  die  Generalstaaten  und  der  Kaiser  mit  den  Portugiesen 
eingiengen,  erfolgt,  da  Portugal  und  nicht  England  der  Vertragsgegner  Öster- 
reichs ist,  nicht  hier,  sondern  in  dem  Bande  ,yPortugaV*  der  österreichischen 
Staatsverträge,  Für  die  Rat,  und  Drucke  (u,  a,  Dumont  /.  c,  VIIIli  i2y,  Jen- 
kinson  l,  c.  I,  ^^7  0  '^gi'  Bittner  l.  c.  Nr,  642. 

•)  Die  kaiserliche  Ratifikation  erfolgte  am  ^,  Juli  170^,  Vgl,  Bittner 
l,  c,  Nr,  642. 


1703-  •  239 

Abfrennunfr  Mailands  vom  spanischen  Gesamfcrhe  ermöglichen  sollie^^ 
Und  ^//  gleicher  Zeit  schlug  die  englische  Regierung  den  General- 
Staaten  vor,  der  Allianz  vom  7.  Sept,  ijoi  einen  Artikel  hiniu^U' 
fügen,  durch  den  die  völlige  Ausschliessung  der  Bourbonen  von  dem 
spanischen  Erbe  und  die  Erwerbung  desselben  für  die  deutsche  Linie 
des  Hauses  Habsburg  festgeset:^t  werden  sollte. 

Der  Wiener  Hof  gieng  mit  Freuden  auf  die  Anregung  der  Eng- 
länder ein.  Im  Juli  und  August  ijo)  wurden  eifrige  Beratungen  in 
dieser  Angelegenheit  gepflogen  und  verschiedene  Entwürfe  von  den  be- 
teiligten Mächten  vorgelegt.^)  Allein  je  weiter  die  Verhandlungen  ge^ 
diehen,  desto  klarer  wurde  es,  dass  die  Seemächte  ihr  Zugeständnis 
an  den  Kaiser  von  einer  Gegenerklärung  desselben  abhängig  machen 
wollten,  die  auszustellen  dieser  sich  entschieden  weigerte.  Der  sechste 
Artikel  der  Allianz  vom  7.  Sept.  besagte,  dass  die  von  den  Seemächten 
im  Laufe  des  Krieges  in  Westindien  eroberten  Gebiete  ihnen  verbleiben 
sollten.  Wir  wissen,  wie  ungern  und  gej(wungen  damals  Leopold  L 
seine  Einwilligung  {u  diesem  Zugeständnisse  gegeben  hatte,  das  er  mit 
Seinern  Gewissen  als  Katholik  nicht  recht  vereinbar  fand.  Seitdem  nun 
die  Erhebung  eines  österreichischen  Prinzen  auf  den  spanischen  Lhron 
in  Aussicht  genommen  war,  traten  ^//  den  religiösen  auch  dynastische 
Bedenken  und  die  Wiener  Regierung  wurde  nicht  müde  die  Forderung 
{u  stellen,  dass  Eroberungen  der  Seemächte  in  Westindien  nur  im 
Namen  des  Hauses  Habsburg  erfolgen  und  dass  katholische  Priester 
nach  Westindien  gebracht  werdest  sollten,  um  der  Bevölkerung  jener 
Länder  Sicherheit  dafür  ^u  bieten,  dass  niemand  etwas  feindseliges 
gegen  ihre  Religion  beabsichtige.  Eine  bestimmte,  rechtsverbindliche 
Zusage  der  Engländer  war  {war  nicht  erfolgt,  aber  Wilhelm  IIL  hatte 
weitgehende  Zugeständnisse  gemacht  und  Königin  Anna  hatte  sich  an- 
fangs geneigt  gezeigt,  die  Pläne  ihres    Vorgängers  gui^uheissen.^)  Als 


»)  Vgl,  Noorden  l.  c.  I.  ^q6. 

*)  Vgl.  die  darauf  bezüglichen  Mitteilungen  bei  Klopp  l,  c.  X,  ß8^  u.  pas- 
sim,  sowie  die  im  Anhange  ;{//  diesem  Bande  40()f.  abgedruckten  Auszüge  aus 
den  Berichten  Hofmanns  und  Goess.  Noorden  L  c.  ^g6  spricht  von  Entwürfen 
der  kaiserlichrn  Gesandten  im  Heiusiusarchive  im  Haag,  die  der  Ausschlies- 
sung der  bairischen  Ansprüchr  gedachten.  Davon  ist  auch  in  dem  von  Stan- 
hope  vorgelegten  Entwürfe  die  Rede,  den  wir  abdrucken. 

«)  Vgl.  dafür  die  durchaus  nicht  übereinstimmenden  Mitteilungen  bei 
Klopp  l.  i.  X.  246  ff.  und  ^92  ff.  und  Noorden  l.  c.  L  ^9^  f.  Die  Berichte  Wra- 
tislaws  aus  London  und  die  Weisungen  Leopolds  L  an  Um  im  St-A,  enthalten 
viele  auf  diese  Frage  bezugnehmende  Stellen. 


240  I703- 

aber  Graf  Wraiislaw  im  Auftrage  des  Kaisers  die  Einhaltung  der 
gegebenen  Versprechen  forderte,  geigte  es  sich,  dass  die  Seemächte  an 
die  Aufhebung  des  sechsten  Artikels  nicht  dachten,  vielmehr  entschlos- 
sen waren  ihren  Anteil  an  eventuellen  Eroberungen  in  Westindien  {u 
fordern.  *) 

Und  je  deutlicher  das  Bestreben  des  Kaisers  wurde,  die  Unteil- 
barkeit des  gesamten  spanischen  Erbes  auch  im  Hinblicke  auf  West- 
Indien  ^u  betonen,  desto  notwendiger  schien  es  den  Seemächten  ihren 
entgegengeset:{ten  Standpunkt  in  nicht  missiuverstehender  Weise  {um 
Ausdrucke  ^u  bringen.  In  diesem  Sinne  fügte  Stanhope ,  Englands 
Vertreter  im  Haag,  dem  Entwürfe  des  Zusatiartikels,  der  die  Erwer- 
bung der  spanischen  Gesamtmonarchie  für  die  deutsche  Linie  des 
Hauses  Habsburg  feststellen  sollte,  die  Bemerkung  bei,  dass  dcmun- 
geachtet  die  von  den  Seemächten  in  Westindien  eroberten  Gebiete  — 
dem  6»  Artikel  der  Allianz  vom  7.  Sept.  ijoi  entsprechend  —  diesen 
verbleiben  sollten.  ^)  Da  aber  Leopold  I.  die  Einwilligung  j{u  dieser  Aji- 
derung  des  Entwurfes  nicht  geben  wollte,  von  der  die  englische  Re- 
gierung ihrerseits  „um  der  englischen  Nation  willen*^  nicht  lassen 
wollte,  und  da  anch  der  holländische  Ratspensionär  Schwierigkeiten 
machte, ^^  wurde  j(um  gross ten  Schaden  für  das  Haus  Habsburg  von 
der  Unter ^{eichnung  des  Entwurfes  Abstand  genommen. 

Quandoquidem  ex  foedere  inter  sacram  C«*™  M*«™,  Ser"*™ 
reginam  Magnae-Britanniae,  ordines  generales  Uniti  Belgii  et 
Ser™**"'  Portugalliae  regem  nuper  concluso*)  loca  quaedam  ad 
monarchiam  hispanicam  pertinentia  a  sacra  C«^  M*«  sacrae  regiae 
M*^  Lusitaniae  cessa  sint,  cumque  eiusdem  foederis  articulo  21'"^ 
conventum  sit,  ne  pax  aut  induciae  cum  rege  christianissimo  fiant 
quamdiu  eiusdem  ex  delphino  nepos  aut  alius  quispiam  ex  familia 
borbonica   princeps   in   Hispania    remanebit^)   et   cum  foedere 


0  Vgl.  die  Berichte  WratisLms  St.-A. 

')   Vgl'  den  Entwurf  des  Zusatiartikcls  \urAUian\  vom  7.  Sept.  lyoi. 

")  Die  Behauptung  Noordens  l.  c.  I  ^g6,  dass  die  Unterzeichnung  ledig- 
lich an  dem  Widerstände  des  holländischen  Ratspensionärs  gescheitert  sei,  dürfte 
gegenüber  den  Beweisen,  die  Klopp  erbracht  hat,  nicht  aufrecht  \u  erhalten  sein. 

*)  Vgl.  Anm.  p.  2^8. 

*)  Der  Artikel  XXI.  lautet  nach  dem  St.-A.  befindlichen  Originale  des 
Vertrages  vom  16,  Mai  lyo^.  Neque  pax  neque  induciae  fieri  poterunt  nisi  mutuo 
consensu  omniunt  foederatorum  neque  ullo  tempore  fient  manente  in  Hispania 
secundogenito   regis   christianissimi  ex   delfino   nepote,    quolibetve  alio  principe 


>703-  241 

amicitiae  Hagae  Comitum  die  7°^^  mensis  Septembris  anno  1701 
inter  imperatorem,  Guilielmum  tertium  regem  et  ordines  ge- 
nerales  Uniti  Belgii*)  inito  conventum  sit,  ne  de  pace  ullatenus 
agatur  donec  sufficienter  cautum  sit,  ne  regna  Galliae  et  Hi- 
spaniae  unquam  uniantur  aut  sub  idem  imperium  veniant  et  ne 
una  eademque  persona  regnorum  amborum  rex  sit,  sacrae  C®*« 
M*»,  regiae  M*^  Magnae-Britanniae  et  ordinibus  generalibus  Uniti 
Belgii  Visum  est  hisce  apertius  declarare,  quae  ipsonim  Concors 
et  constans  de  reliqua  omni  monarchia  hispanica  mens  sit,  sese 
arctissimo  modo  ad  inviolabilem  eiusdem  executionem  adstrin- 
gentes:  Declarant  igitur,  statuunt  sancteque  promittunt,  se  nuUam 
ullo  unquam  tempore  pacem  cum  rege  christanissimo,  qui  nunc 
est  aut  imposterum  futurus  est,  aut  cum  duce  Andegavensi  aut 
alio  quovis  e  familia  borbonica  principe  eorumque  adhaeren- 
tibus  aut  vicem  gerentibus  causamque  inde  habentibus  facturos, 
quovis  e  familia  borbonica  principe  in  possessione  partis  cuius- 
vis  regnorum,  provinciarum,  regionum  et  locorum  ubicumque 
sitorum  manente,  quae  potentissimus  nuper  princeps  Carolus 
2°»  Hispaniarum  rex  pientissimae  memoriae  habuit  et  possedit 
aut  habere  et  possidere  potuisset.  Verum  imprimis  provisum 
erit,  quod  omnia  et  singula  regna,  provinciae,  regiones  et  loca 
ubicunque  sita  et  Universum  ius,  quod  praefatus  potentissimus 
princeps  Carolus  2°»  Hispaniarum  rex  habuit  aut  possedit  aut  ha- 
bere et  possidere  potuisset,  foederatorum  armis  a  domo  borbo- 
nica, eorum  adhaerentibus,  vicem  gerentibus  aut  causam  inde  ha- 
bentibus recuperata,  inclitae  domui  austriacae  reddentur  aut  eidem 
per  pacem  absque  ulla  mora  aut  quovis  retentionis  vel  tergi- 
versationis  praetextu  restituentur  iisque  deinceps  libere  relin- 
quentur,  familia  borbonica,  eorum  adhaerentibus,  vicem  geren- 
tibus aut  causam  inde  habentibus  perpetuo  et  ubique  exclusis. 
Nominatim  autem  omnes  omni  tempore  electoris  Bavariae  prae- 
tensiones  excludentur,  si  quidem  ille  iniusti  belli  praetextu,  quo 
non  solum  foederatorum  progressus  tardare  verum  et  destruere 
inique  conatur,  partem  aliquam  monarchiae  hispanicae  obtinere 
praesumat,  sanctionibus,  dispositionibus  aut  contractibus  quibus- 


ex  stirpe  gallica  et  quin  Lusitathi  corona   integre  possiäeat  et  dominetur  Omni- 
bus tcrris,  regnis,  insuJis,  statibus,  ditionibus,  arcibus,  urbibus,  opidis,  pagis  eorum- 
que territoriis  et  annexis,  quae  nunc  tarn  in  Hispania  quam  extra  ipsam  habet. 
»)  In  der  Abschrift  steht  Unito  BeJgio. 
Österreichisch-englische  Staatsverträge,  ßd.  I.  l6 


vis  in  contrarium  non  obstantibus,  quae  omnibus  hisce  cassa 
et  nulla  declarantur.  Excipientur^)  autem  ab  hac  restitutione 
illae  terrae  et  urbes  ditionis  hispanicae  in  Indiis  occidentalibus, 
quae  armis  reginae  et  ordinum  generalium  aut  opibus*)  al- 
terius  eorum  durante  hoc  bello  occupabuntur,  quae  terrae  et 
loca  ita  capta  poenes  captores  remanebunt  secundum  articulum 
gtum  foederis  praefati  Hagae  Comitis  conclusi.  Excipientur  pa- 
riter  ab  hac  restitutione  omnia  illa  oppida,  urbes  et  castella 
cum  eorum  dependentiis  et  omnes  illae  regiones,  quae  Lusi- 
taniae  regi  vi  secretorum  articulorum  foederis  supradicti  cum 
illo  conchisi  conceduntur,  quae  quidem  oppida,  urbes,  castella 
et  regiones  regi  Lusitaniae  secundum  praefatos  articulos  secretos 
in  perpetuum  manebunt.  Foedus  autem  supradictum  intersa- 
cram  O^"*  M^",  Ser™«™  suam  regiam  M*®^  et  ordines  generales 
Hagae  Comitum  conclusum  in  aliis  omnibus  suis  articnlis  et  clau- 
sulis  integrum  et  illibatum  semper  manebit,  atque  haec  expli- 
catio  seu  nova  conventio  pro  eiusdem  parte  et  ampliori  acces- 
sione  reputabitur  et  eandem  vim  obtinebit,  ac  si  ab  initio  ibi- 
dem his  ipsis  verbis  inserta  fuisset.^)  Reservabitur  etiam  Ser°»°® 
domui  Sabaudiae  ius,  quod  in  successionem  hispanicam  post 
augustissimam  domum  austriacam,  exclusa  familia  borbonica, 
eidem  competit,  dummodo  ad  eum  tinem  facilius  assequendum 
arma  et  consilia  sua  confoederatis  sine  mora  iungat ,  reservato^) 
illi  ulterius,  modo  hoc  fiat,  omni  alio  iure  in  terras,  regiones 
et  loca  illa,  quae  ab  imperatore  vi  foederis  inter  sacram  Q^^  M^"^ 
et  ducem  praefatum  initi  ipsi  concedentur.  Ministri  imperatoris, 
reginae  Magnae-Britanniae  et  ordinum  generalium  sufficienti  ad 
id  facultate  instructi  spondent  declarationem  hanc  seu  novam 
conventionem  solemniter  ratam  habituram  iri  a  sacra  C®*  M*«, 
Ser»"'^  regina  Magnae-Britanniae  et  ordinibus  generalibus  intra 
spatium  quatuor  septimanarum  etc. 


•)  In  der  Abschrift  incipienttir* 
*)  In  der  Abschrift  fehlt  das  opibus, 
3)  Abschrift  =^  fuissent. 
*)  Abschrift  =  reservatur. 


1708  April  14.  ^43 

5. 

Konvention  bezüglich  der  Überführung  eines  Korps  von  4000 
Mann  kaiserlicher  Truppen  aus  Italien  nach  Spanien;  d,  d,  Haag 
1708  April  14. 

Das  Original  dieser  Konvention  im  R,  O.  —  Druck  in  dem  Werke  „Feld- 
{üge  des  Prinzen  Eugen''  X,  Anhang  68  f.  nach  der  im  Kriegsarchive  in  Wien 
Span,  Fase.  IVjg  befindlichen  Vorlage, 

Unter  den  Verträgen,  die  von  Osterreich  und  England  im  Laufe 
des  spanischen  Erhfolgekrieges  geschlossen  worden  sind,  können  einige 
nicht  in  diese  Publikation  au/genommen  werden,  da  die  genannten  beiden 
Mächte  in  denselben  nicht  als  Vertragsgegner  erscheinen,  sondern  ge- 
meinsam mit  einem  dritten  Staate  rechtsgiltige  Vereinbarungen  trafen. 
Zu  diesen  {ählt  der  im  Jahre  lyoj  mit  den  Schweizern  geschlossene 
Vertrag,  der  den  Durchiug  der  Truppen  der  Alliierten  durch  Grau- 
banden  betraf;^)  die  im  Jahre  ijop  im  Vereine  mit  den  Generalstaaten 
entworfenen  Friedenspräliminarien,  ^)  die  von  Frankreich  nicht  angenommen 
wurden  und  einige  Militärkonventionen,  die  von  dem  Prinzen  Eugen  von 
Savoyen  und  dem  Herzoge  von  Marlborough  gemeinsam  mit  den  Ver- 
tretern der  General  Staaten  geschlossen  worden  sind,^)   Erwähnung  ver- 


*)  Der  Abdruck  dieses  Bündnisses,  das  Josef  I.  am  p.  April  lyoy  rati- 
fizierte^ erfolgt  im  Bande  „Schweiz"  der  österreichischen  Staatsverträge,  Vgl, 
den  Abdruck  desselben  bei  Dumont-Rousset  Suppi,  Ilji  55. 

V  Dieser  Vertragsentwurf  d,  d,  Haag  lyop  Mai  28  ist  u.  a,  abgedruckt 
bei  Dumont  l.  c,  VIUji  2;; 4  ff,;  General  Coli,  of  treaties  etc,  I,  446  ff, ;  et  wird 
im  Bande  „Frankreich**  der  Staatsvsrfräge  publiziert  werden, 

')  Diese  Militikonventionen  werden  in  den  österreichisch-staatischen  Ver- 
trägen \um  Abdrucke  gelangen  ;  da  sie  aber  ^um  grösseren  Teile  bisher  unbekannt 
sind,  S€*i  ihr  Inhalt  hier  kurz  angegeben.  Die  Konvention  d,  d,  22.  Dez.  1708 
fOr.  im  niederlän. tischen  Reichsarchiv  im  Haag)  bestimmt,  dass  di  •  kaiserlichen 
Truppt'n,  die  im  Feldzuge  1708  in  den  Niederlanden  gekämpft  —  24  Eskadronen 
und  8  Bataillone,  sowie  2  Regimenter  Husaren  —  daselbst  überwintern  dürfen 
und  entsprechende  Verpflegung  erhalten  sollen  unter  der  Bedingung,  dem  kom- 
mandirenden  General  der  vereinigten  Truppen  Gehorsam  {//  leisten  und  im  fol- 
genden Feldzuge  ebensolche  Dienste  z"  leisten,  wie  im  vergangenen.  Ein  geheimer 
Artikel  d,  d,  /.  Jan.  170p  (Or,  R.-A.J  bestimmt  dann^  dass  für  Lebensmittel, 
die  nicht  in  natura  geliefert  werden  können,  eine  entsprechende  Geldsumme  — 
chaque  place  et  Portion  de  fourage  et  pain  sera  payi  sur  le  pied  de  neufs  sols 
monnoye  de  Brabant  —  am  Ende  eines  jeden  Monates  dem  kaiserliclten  Kom- 
missär gezahlt  werden  solle. 

Am  I,  Nov,  lyog  wurde  ;{«  Brüssel  und  am  i.  Nov.  ijio  im  Lager  vor 

i6* 


^44  '7o8  April  14. 

dienen  ferner  die  beiden  Deklarationen  Kaiser  Leopolds  L  und  Josefs  /., 
durch  die  sie  gewisse  Bestimmungen  der  j^wischen  England  und  Preussen 
in  den  Jahren  1704  und  iyo8  geiroffetien  Vereinharungen  bestätigten 
und  erläuterten.  ^)  Es  handelte  sich  dabei  in  erster  Linie  um  den  Durch- 

Aire  je  eine  der  Konvention  vom  22,  De{.  jyo8  äUnliche  Abmachung  bezüglich 
der  )o  Esciidronen,  8  Bataillone  und  2  Reg,  Husaren  getroffen,  die  im  Jahre 
170g,  resp.  i/io  in  den  Niederlanden  gedient  hatten.  Die  Or,  dieser  Konven- 
tionen erliegen  gleichfalls  im  R.-A,,  jene  vom  i.  Nov,  1710  ist  u,  a,  gedruckt 
bei  Dumont  /.  c,  VII [\i  2^7  f. 

0  Der  den  Kaiser  betreffende  Artikel  IV  des  englisch-preussischen  Ver- 
trages vom  28,  Nov,  1704  lautet  nach  Solar  de  la  Marguerite:  Traites  publics 
de  la  royale  maison  de  Savoic  avec  les  puissances  etrang^res,  Tom,  IL  241  f. 
Comnie  il  est  impossible  de  faire  subsister  un  nombre  si  consid^rable  de  troupes 
par  la  somme  d^  argent  stipulcc  dans  V  article  pnWdent,  (Art,  III,  bestimmte, 
dass  die  Seemächte  dem  Könige  von  Preussen  jährlich  ^00000  Thaler  fahlen 
sollten,)  sa  M*^  Imp^*  s'  engagera  qu*  outre  la  somme  susdite  qui  doit  Hre  payc 
par  V  Angleterre  et  la  Hollande  eile  fera  fournir  et  livrer  par  des  voitures  en- 
tretenues  ä  si^s  depens  au  corps  de  huit  mille  hommes  susdit  les  rations  du 
pain  ordinaires  durant  le  temps  qu'  ils  seront  en  campagne. 

In  der  Deklaration  Leopolds  L  d,  d,  Wien  22,  Jan,  170^  (Kop.  St.-AJ 
heisst  es:  Da  man  von  Leopold  eine  Erklärung  einiger  Punkte  des  von  Marl- 
borough  mit  Preussen  in  Berlin  geschlossenen  Vertrages  fordert,  erteilt  er  diese 
in  folgender  Weise,  I,  Er  acceptirt  alles,  was  in  seinem  Namen  im  Vertrage 
versprochen  worden  ist;  „wollen  auch  solches  sambt  und  sonders  eben  also  erfüllen^ 
als  wan  mit  Uns  gleich  Anfangs  absonderlich  darüber  paciscirt  wereJ*  II,  Er 
verschafft  den  8000  Mann  preussischer  Truppen,  die  dem  Herzoge  von  Savoyen 
:^  Hilfe  geschickt  werden  sollen,  freien  Durchzug  aus  den  preussisdien  Landen 
bis  nach  Safoyen,  III,  Er  wird  diesen  8000  Mann  wie  den  eigenen  Völkern  wäh- 
rend des  Feld\uges  unentgeltlich  Brod  reichen  lassen,  auch  für  die  Zufuhr  des" 
selben  Sorge  tragen ;  dagegen  soll  es  einem  kaiserliclien  Kommissär  freistehen 
die  Truppen  wegen  ihrer  Zahl  beim  Aufbruch,  beim  Eintreffen  in  Italien  und 
bei  Ende  der  Campagne  \u  mustern,  IV,  In  den  Quartieren  sollen  die  preussi- 
sdien Truppen  dieselben  Vorteile  gemessen,  wie  jene  Soldaten,  die  der  König  von 
Preussen  im  vorigen  Kriege  dem  Herzoge  von  Savoyen  {u  Hilfe  gesendet  hat; 
ebenso  soll  der  König  von  Preussen  seinen  entsprechenden  Anteil  an  den  dem  Feinde 
abgenommenen  Kanonen,  auferlegten  Kontributionen  und  eroberten  Ländern  haben, 
mit  Ein rechnung  dessen,  was  den  Soldaten  in  den  Winterquartieren  gereicht  wird, 
V,  Wegen  der  Rekrutirung  der  Truppen  verpflichtet  sich  Leopold,  falls  in  einer 
Schlacht  oder  Belagerung  über  1000  Mann  verloren  gelten  sollten,  die  Halbscheid 
solchen  Abgangs  durch  .^reichende  Werbgelder'*  {u  ersetzen,  VI.  Er  approbirt  alles, 
was  im  Art,  X  des  preussisch-englischen  Vertrages  „w.gen  Beförderung  des  Königs 
in  Preussen  Z.dcn  juf  den  italienischen  Gränt\en  habenden  Angelegenheiten  \U' 
gesaget  worden**  und  wird  während  des  Krieges  und  beim  Friedensschlüsse  dar- 
auf achten^  dass  der  König  von  Preussen  das  seinige  erhält,  VII,  Der  Kaiser 
wird  bei  der  Abrechnung  be\üglich  der  in  baierischen  Quartieren  befindliclum 
Truppen  des  Königs  von  Preussen  sich  billig  erweisen  und  falls  der  König  von 


1708  April  14.  245 

:{ug  und  die  Verpflegung  der  8000  Mann,  die  Friedrich  L  gegen  ent- 
sprechende Geldentschädigting  ^ir  Armee  des  Herzogs  von  Savoycn 
stosscn  lassen  sollte.  Der  Abdruck  dieser  Deklarationen  und  die  Dar- 
legung der  Verhandlungen,  die  der  Ausstellung  derselben  vorange- 
gangen sind,  müssen  dem  Herausgeber  der  Österreich isch-preussi sehen 
Staatsverträge  vorbehalten  bleiben;  in  diesem  Zusammenhange  möge  es 
genügen,  darauf  aufmerksam  {u  machen,  dass  die  englische  Regierung 
sehr  energisch  am  Wiener  Hofe  für  die  ungesäumte  Ausstellung  der 
kaiserlichen  Deklarationen  tätig  war  und  die  Einwände  der  kaiserlichen 
Minister  gegen  einige  Forderungen  des  Preussenkönigs  mit  dem  Hin- 
weise auf  die  Not  der  Verhältnisse  ^u  widerlegen  suchte,^) 


Preiissen  einen  Teil  dieser  Truppen  nach  Italien  senden  und  die  entstandenen 
Dicken  nicht  gleich  ausfüllen  sollte,  diejenigen  Portionen,  die  die  dortigen 
preussischen  Truppen  nicht  in  natura  erhalten,  in  Geld  erset\en.  VIIL  Er  wird 
Vorsorge  treffen,  dass  die  dem  Könige  von  Preussen  nach  den  Bestimmungen 
des  österreichisch'preussi sehen  Vertrages  von  lyoo  gebührenden  Summen,  sowohl 
was  die  Rückstände  als  die  laufenden  Subsidien  betrifft,  befahlt  werden. 

Die  Deklaration  Josefs  I.  d,  d.  Wien  jyo8  Sept  12  (Konzept  St.-A.J 
hat  folgenden  Inhalt:  Da  der  englisch-preussischc  Vertrag  vom  Nov.  1704,  der 
seither  Jahr  für  Jahr  prorogirt  wurde,  am  ig,  April  lyoS  im  Haag  wieder  auf 
ein  Jahr  erstreckt  wurde,  und  in  dieser  Erneuerung  einige  Punkte  enthalten  sind^ 
bezüglich  deren  des  Kaisers  Bestätigung  gefordert  wird,  ertheilt  er  diese  hiemit 

I)  Josef  I.  verpflichtet  sich,  diesen  1704  geschlossenen  und  seitdem  jährlich  erneuer- 
ten Vertrag,  soweit  derselbe  ihn  betrifft,  nach  Inhalt  „unserer  den  22,  Januarii 
170^,  26.  Januarii  1706  und  wiederumb  den  ^o.  Januarii  1707  darüber  ertheyl- 
ter  Erleutherung  und  Ratijicationsinstrumenten   vest  und  genau  \u  observieren** 

II)  Er  verpflichtet  sich  dem  Könige  von  Preussen  statt  der  mit  1^00  Mann  fest- 
gesetzten Rekrutierung  das  entsprechende  Geld  —  für  den  Mann  20  Titaler  oder 
ß(»  Gulden  —  sowohl  de  praeter ito,  was  noch  ausständig,  als  auch  für  das  laufende 
Jahr,  ^u  \ahlen.  III)  Die  dem  Könige  von  Preussr'n  im  J.  170^  für  den  Fall  zuge- 
sagten 200.000  Gulden,  dass  dieser  die  Truppen  den  Winter  hindurch  im  Elsass 
stelwn  lass  n  sollte,  ^ahlt  der  Kaiser  nicht,  da  Friedrich  L  im  J,  170^  die  Truppen 
aus  dem  Elsass  abführen  Hess,  IV)  Eine  gleiche  Bi^andtnis  hat  es  mit  den 
100.000  Thalern  Subsiaiengeldern,  die  Preussen  fordert,  V)  Belangend  die  Erhal- 
tung des  preussischen  Königs  beim  Possess  Neufchätels  wird  Josef  I.  mit  seinen  Al- 
liierten jet{t  und  in  künftigen  Zeiten  gerne  alles  beitragen,  damit  der  preussische 
Herrscher  dabei  geschützt  werde.  VI)  Die  von  den  Alliirten  für  die  preussischen 
Truppen  im  Falle  ilirer  Rückkehr  nach  Deutschland  übernommenem  „Douceurs 
ausser  unseres  Entgelt^*,  mögen  geleistet  werden.  Quartiere  in  den  Erb-  und  den 
anderen  inhabenden  Ländern  kann  der  Kaiser  den  preussischen  Truppen  nicht 
gewähren,  dagegen  bei  den  Schweizern  für  den  Dttrch\ug  derselben  eintreten  und 
in  Tirol  für  die  Beförderung  des  schweren  Gepäckes  gegen  entsprechende  Be- 
zahlung sorgen. 

*)  Im  R,  O.  befindet  sich  als  Beilage  z^tni  Berichte  Meadows  vom  26.  Sept, 


246  i/oS  April  14. 

Zum  Abdrucke  gelangen  dagegen  einige  Militärkonveniionen,  die 
von  den  Feldherren  der  österreich.-englichen  Armee  im  Auftrage  ihrer 
Herrscher  abgeschlossen  worden  sind.  Dieselben  betreffen  die  kaiser- 
lichen Truppen,  die  im  englischen  Solde  in  Catalonien  kämpften,^)  Ein 
näheres  Eingehen  auf  die  Verhältnisse,  unier  denen  der  Abschluss  dieser 
Konventionen  erfolgte,  durfte  wohl  in  diesem  Zusammenhange  über- 
flüssig sein;  es  möge  nur  erwähnt  werden,  dass  sich  im  Laufe 
der  recht  lange  dauernden  Verhandlungen,  die  dem  Abschlüsse  der 
ersten  ß  Verträge  vorangiengen ,  Differenzen  bezüglich  der  Erhaltung 
und  Ersetzung  der  vom  Kaiser  {u  stellenden  Truppen  ergaben,  deren 
Beilegung  schliesslich  im  Sinne  des  Kaisers  erfolgte.^) 

Comme  le  malheur  de  la  bataille  donne  ä  Almanza  a  re- 
duit  les  affaires  en  Espagne  ä  un  tel  point,  que  sans  un  prompt 
secours  de  troupes  S.  Mte  catholique  pouroit  se  voir  reduite  a 
la  fatale  necessite  de  quitter  la  Catalogne,  et  ce  secours  ne  pou- 
vant  se  trouver  si  facilement  que  par  un  prompt  transport  d'une 
partie  des  celles  de  S.  Mte  Imple  en  Italie,  il  est  convenu  pour 
ce  sujet  par  les  soussignez  autorises  a  cet  effet  des  conditions 
suivantes : 

I. 

Que  S.  Mte  Imple  donnera  un  corps  de  quatre  mille 
fantassins  de  ses  troupes  a  present  en  Italie  bien  armes  et  ha- 
billes  qui  seront  transport^s  au  plutost  du  port  de  Vado  ou 
du  voisinage  en  Catalogne  aux  frais  de  S.  Mte'  la  reine  de  la 
Grande-Bretagne. 


J/08  ein  Untwiirf  der  kaisrrliihcn  DekJaratiou  vom  12.  Sept,  1708;  daselbst  auch 
Bemerkungen  über  die  Stellung  der  Wiener  Regierung  \u  dieser  Frage, 

')   ^'gt'  den  Abdruck  p.  246—2^2. 

*)  Vgl.  für  die  Verhandlungen,  die  dem  Abschlüsse  der  ersten  Konvention 
—  vom  14.  April  ly 08 — vorangiengen^  die  Briefe  Eugens  in  ,fFeld{üge  iles  Prin- 
:(en  Eugen  von  Savoy.'n*'  X  6ß  ff.  Dem  Berichte  des  Grafen  Gallas  d,  d.  4,  De^. 
Jy08  St.'A.  (Angl.J  liegt  ein  Memoire  bei,  in  dem  rs  heisst:  Da  die  im  April 
1708  im  Haag  ^wischen  Eugen  und  Marlborough  geschlossene  Konvention  nur 
allgemein  abgefasst  werden  konnte  infolge  mangelnder  Information  be\ü^lich  der 
Lage  tn  Qitalnnien,  wird  es  notwaidig  sein,  um  die  im  Jahre  iyo8  begangenen 
fehler  -{//  vermeiden,  die  erwähnt'  Konvention  etwas  \u  ändern.  Es  werden  dann 
21  Artikel  von  englischer  Seite  aufgestellt  und  dieselben  wurden  voti  österreichi- 
scher Seite  begutachtet  Ei/r  die  beiden  folgenden  Konventionen  vgl.  die  Be- 
richte von  Heems  und  Sin^endorf  aus  dem  Haag  St.-A,  (HolL) 


1708  April  14.  247 

n. 

Que  le  dit  corps  de  troupes  sera  entretenu  au  depends 
de  la  ditte  Mte  du  jour  de  leur  embarquement  (moiennant  un 
rabbat  raisonnable  pour  les  provisions  qui  leur  seront  fournies 
pendant  qu'ils  seront  abord)  de  la  meme  maniere  que  sont 
payes  les  troupes  de  Testat  en  Espagne,  et  jouiront  pareille- 
ment  des  memes  douceurs. 

in. 

Que  S.  Mte  la  reine  aura  soin  que  le  dit  corps  d' Infan- 
terie recoive  leur  paye  regulierement  tous  les  mois  selon  les 
effectifs. 

IV. 

La  reine  s'oblige  de  fournir  ä  l'empereur,  des  que  T  em- 
barquement sera  faite,  pour  le  remplacement  de  ce  corps  en 
Italic  la  somme  de  vingt  escus  par  homme  pour  tous  les  fac- 
tionnaires  effectifs  qui  auront  este  mis  abord,  moiennant  la- 
quelle  somme  S.  Mte  Impie  s'engage  de  lever  un  nouveau^) 
corps  de  quatre  mille  fantassins,  et  de  les  avoir  complets,  ha- 
billez,  arm^s  et  en  estat  de  Service  au  bout  de  quatre  mois 
apres  la  recepte  de  la  ditte  somme  ou  argent  de  levee. 

En  dernier  lieu,  en  cas  que  le  dit  corps  de  quatre  mille 
factionnaires  ne  fut  pas  complet  au  premier  embarquement,  ä 
mesure  qu'il  arrivera  en  Catalogne  des  recrües  pour  completter 
le  dit  corps,  S.  Mte  la  reine  s'engage  aussi  de  payer  les  vingt 
escus  pour  les  dits  recrües  jusques  ä  la  concurrence  des  qua- 
tre mille  eflfectifs. 

Ainsi  accorde  de  part  et  d'autre  ä  la  Haye  ce  quator- 
zieme  jour  du  mois  d'Avril  1708. 

Le  prince  et  duc  de  Marlborough. 

L.  S. 

Eugene  de  Savoye. 

L.  S. 


*)  Ursprünglich  stand  nouvel. 


248  ^7^  J^"-  20. 

6—10. 

Konventionen  bezüglich  der  Rekrutierung  der  in  Catalonien  im 
englischen  Solde  stehenden  kaiserlichen  Truppen;  d.  d.  Haag 
1709  Jan.  20;  d.  d,  H.uig  17 10  April  14;  d.  d,  Lager  vor  Aire 
IT  10  Okt  29;  d.  d,  Haag  lyio  De{.  7;  d.  d.  Lager  von  Lewarde 
lyii  Mai  27, 

Dir  Originale  der  drei  Konventionen  vom  2(j,  Okt  1710,  7.  De\.  jyio 
und  27.  Mai  lyii  befinden  sich  im  R,  O. ;  von  den  übrigen  \wei  Konventionen 
(vom  20,  Jan.  170p  und  14.  April  lyio)  nur  Kopien  im  St-A.  und  /?.  O. 

6. 

Convention  faite  entre  les  soussignes  pour  recruter  le 
Corps  d'infanterie  imperiale  qui  se  trouve  a  la  solde  de  S.  Mtc 
britannique  en  Catalogne,  estants  authoris^s  pour  cet  effet  de 
la  part  de  S.  Mte  Imple  et  de  sa  ditte  Mte  britannique. 

I. 
Que  S.  Mte  impJe  fera  lever  et  marcher  incessament  pour 
le  port  de  Final  le  nombre  de  deux  mille  quatre  cent  soixante 
et  sept  hommes  qu'on  assure  manquer  pour  recruter  le  dit 
Corps  d'infanterie,  lesquels  doivent  tous  estre  tres  bien  habillös 
et  arm^s. 

n. 

Que  tous  les  dits  recrües  seront  conduits  aux  depends 
de  S.  Mte  Imple  jusques  au  port  de  Final,  une  moitie  avant  la 
fin  du  mois  de  Mars  et  Tautre  avant  la  fin  du  mois  de  May 
prochain. 

m. 

Que  les  commissaires  ou  autres  nommös  de  la  part  de 
S.  Mte  Imple  seront  obliges  de  donner  avis  au  ministre  de  S.  Mte 
la  reine  ä  Turin  ou  ä  son  resident  ä  Genes  trois  semaines  pour 
le  moins  avant  Tarrivee  des  dits  recrües,  afin  que  les  vaisseaux 
de  transport  soient  prests  au  dit  port  de  Final  pour  les  recevoir. 

IV. 
Que  tous  les  recrües  seront  k  la  solde  de  S.  Mte  britan- 
nique du  jour  de  leur  arrivöe  et  reveue  au  dit  port  de  Final 
ou  ailleurs  selon  les  nombres  specifics,  et  le  transport  se  fera 
de  meme  aux  frais  de  sa  ditte  Mte,  moiennant  un  rabat  rai- 
sonable  pour  les  provisions  dans  leur  passage  selon  le  traitte 
du  14  Avril  passe. 


1710  April  14.  249 

V. 

Que  pour  la  levee  des  dits  recrües,  armes  et  habilles 
comme  cy  dessus,  et  en  consideration  des  grandes  difficultös  ä 
mener  un  tel  nombre  des  pa'is  hereditaires  de  S.  Mt^  Imple 
jusqu'^)  au  bord  de  la  mer,  S.  Mte  la  reine  fera  payer  aux  ordres 
de  Mr  le  prince  de  Savoye  dans  la  ville  d'Anvers  la  somme 
de  vingt  escus  par  homme. 

VI. 

Que  pour  commen9er  la  levöe  des  dits  recrües  une  moitie 
de  l'argent  de  levee  pour  les  deux  mille  quatre  cent  soixante 
et  sept  hommes  sera  payee  incessament,  une  moitiö  du  restant 
des  qu'il  sera  certifi^  par  le  commissaire  de  S.  Mt^  la  reine 
ordonn^  pour  cet  effet  au  port  de  Final  que  la  moitiö  des  dits 
recrües  sera  arriv^,  et  le  restant  quand  le  nombre  complet  des 
recrües  y  sera  venu. 

Ainsi  fait  et  conclu  de  part  et  d'autre  ä  la  Haye  ce  ving- 
tieme  jour  du  mois  de  Janvier  1708/09. 

Le  prince  et  duc  de  Marlborough.  Eugene  de  Savoye. 

7- 
Sa  Mte  Imple  fera  lever  et  marcher  pour  le  port  de  Final 

d'Espagne  le  nombre  de  mille  sept  cent  hommes  qu'on  croit 
manquer  au  corps  d'infanterie  imperiale  qui  se  trouve  ä  la  solde 
de  S.  Mte  britannique  en  Catalogne  tous  tres  bien  habillös  et 
armes.  Toutes  les  dits  recrües  seront  conduits  aux  depens  de 
S.  Mte  Imple  jusques  au  port  de  Final  avant  la  fm  du  mois  de 
May  prochain,  et  Mr  le  colonel  commissaire  Baron  de  Martins- 
berg donnera  avis  au  ministre  de  S.  Mte'  britannique  ä  Turin 
ou  k  son  resident  ä  Genes  trois  semaines  avant  Tarriv^e  des 
dites  recrües,  afm  que  les  vaisseaux  de  transport  soient  prSts 
au  dit  port  de  Final  pour  les  recevoir. 

Toutes  les  recrües  seront  ä  la  solde  de  S.  Mte'  britannique 
du  jour  de  leur  arrivöe  et  reveüe  au  dit  port  de  Final  ou  ail- 
leurs  Selon  les  nombres  specifies,  et  le  transport  avec  les  pro- 
visions  necessaires  se  fera  de  mgme  aux  frais  de   sa  ditte  Mt<^. 

Pour  la  lev(5e  des  dites  recrües  arm^s  et  habilles  comme 
cy  dessus,  S.  Mte  la  reine  fera  payer  ä  Amsterdam  la  somme 
de  vingt  escus  par  homme  a  Vordre  de  Mr  le  prince  Eugene 
de  Savoye. 


*)  In  der  Kopie  der  /?.  O.  jusques  au. 


250  '7'o  Okt.  29. 

Pour  commenfer  la  lev^e  des  dites  recrües  une  moitie  de 
Targent  de  lev^e  pour  les  mille  sept  cent  hommes  sera  payee 
incessament,  et  le  restant  des  qu'  il  sera  certifiö  par  le  commis- 
saire  de  S.  Mtc  la  reine  britannique  pour  cet  effet  au  port  de 
Final  que  les  dites  recrües  y  soient  arrivees,  Fait  k  la  Haye 
ce  14*  Avril  17 10. 
Eugene  de  Savoye.         Le  prince  et  duc  de  Marlborough. 

8. 

Convention  faite  entre  les  souissignez  pour  recruter  le 
Corps  d'infanterie  imperiale  qui  se  trouve  ä  la  solde  de  S.  Mte 
britannique  en  Espagne,  ^tants  authorises  pour  cet  effet  de  la 
part  de  S.  Mte  Imple  et  de  sa  ditte  Mte  britannique. 

N'estants  par  informös  au  juste  du  nombre  de  recrües 
qu'il  sera  necessaire  de  foumir  pour  completter  le  dit  corps 
d'infanterie  pour  la  campagne  prochaine  on  est  provisionelle- 
ment  convenu: 

I. 

Que  S.  Mte'  Imple  fera  lever  et  marcher  incessamment 
pour  le  port  de  Final  le  nombre  de  deux  mille  hommes  pour 
recruter  le  dit  corps,  lesquels  doivent  tous  dtre  tres  bien  ha- 
billes  et  arm^s. 

n. 

Que  tous  les  dits  recrües  seront  conduits  aux  depends 
de  S.  Mte  Imple  jusques  au  dit  port  de  Final,  une  moitie  avant 
la  fm  du  mois  de  Mars  et  Tautre  moitie  avant  la  fin  du  mois 
de  May  prochain,  ou  plütöt  s'il  se  pourra. 

m. 

Que  les  commissaires  ou  autres  nommes  de  la  part  de 
S.  Mte'  Imple  seront  Obligos  de  donner  avis  au  ministre  de  S. 
Mte  la  reine  ä  Turin  ou  ä  son  resident  ä  Genes  trois  semaines 
pour  le  moins  avant  Tarrivee  des  dits  recrües,  afin  que  les 
vaisseaux  de  transport  soient  prests  au  dit  port  de  Final  pour 
les  recevoir. 

IV. 

Que  tous  les  recrües  seront  ä  la  solde  de  S.  Mte'  bri- 
tannique des  leur  arriv(!^e  et  reveüe  au  port  de  Final  ou  autre 
lieu  d*  embarquement  selon  les  nombres  specities,  et  le  trans- 
port se  fera  de  meme  aux  frais  de  sa  ditte  Mte',  moiennant  un 
rabat  raisonnable  pour  les  provisions  dans  leur  passage  selon 
le  traitte  du  146  Avril  1708  ä  proportion  de  la  paie  du  soldat. 


171  o  Dez.  7.  251 

V. 
Que  pour  la  levee  des  dits  recrües  armes  et  habillös 
comme  cy  dessus,  et  en  consideration  des  grands  difficultez  a 
mener  un  tel  nombre  des  pais  hereditaires  de  S.  Mtt'  Imple  jus- 
ques  au  bord  de  la  mer,  S.  Mte  la  reine  fera  payer  aux  ordres 
de  Mr  le  prince  de  Savoye  dans  la  ville  d*  Amsterdam  la 
somme  de  vingt  escus  par  homme. 

VI. 
Que  pour  commencer  la  lev6e  des  dits  recrües  une  moitiö 
de  Targent  de  levee  pour  les  deux  mille  hommes  sera  payö 
incessamment  aux  ordres  du  soussignö  prince  de  Savoye  k 
Amsterdam,  et  Tautre  moitie  restant  des  qu'il  sera  certifie  par 
le  commissaire  de  S.  Mtc  la  reine  ordonnd  pour  cet  effet  au 
port  de  Final,  que  le  nombre  complet  de  dits  recrües  aura  est6 
receu  et  embarque  selon  ce  traitte. 

Ainsi  fait  et  conclu  de  part  et  d'autre  au  camp  devant 
Aire  ce  vingt  neufieme  d'Octobre  17 10. 

Eugene  de  Savoye.  Le  prince  et  duc  de  Marlborough. 

L.  S.  L.  S. 

9- 

Les  soussignes  authorisös  pour  cet  effet,  ayants  sign^  un 
traitte  provisionel  le  29^  du  mois  d'octobre  passö  pour  la  lev^e 
et  marche  de  deux  mille  hommes  au  port  de  Final  pour  recru- 
ter  le  corps  d*  Infanterie  imperiale  a  la  solde  de  S.  Mte  brittani- 
que  en  Espagne,  et  ayant  este  represente  depuis  que  le  dit 
Corps  pouroit  bien  manquer  encore  cinq  cents  hommes  de  plus 
pour  le  rendre  complet: 

On  est  convenu  de  part  et  d'autre  de  la  ditte  augmen- 
tation  de  cinq  cents  hommes,  lesquels  seront  transportös  aux 
fraix  de  sa  ditte  Mte  dans  le  terme  et  aux  conditions  stipul^es 
dans  le  traitte  susmentionne. 

Ainsi  fait  et  conclu  k  la  Haye  ce  septieme  jour  du  mois 
de  Decembre  17 10. 
Eugene  de  Savoye.         Le  prince  et  duc  de  Marlborough. 
L.  S.  L.  S. 

10. 

Les  soussignöz  authorizes  pour  cet  eflet,  ayants  signe  un 
traitte  provisionel  le  296  du  mois  d'  octobre  passe  pour  la  levee 
et  marche  de  deux  mille  hommes  au  port  de  Final  pour  re- 


252  I7'0  MVltz  31. 

cruter  le  corps  d'infanterie  imperiale  ä  la  solde  de  S.  Mte 
brittanique  en  Espagne,  comme  aussi  un  autre  traitt^  le  ye  de 
Decembre  pour  cinq  cents  recrues  de  plus,  et  ayants  estö  re- 
presentö  depuis  que  le  dit  corps  pourroit  bien  manquer  encore 
cinq  cent  hommes,  c'est  a  dire  trois  mille  en  tout  pour  le 
rendre  complet,  on  est  convenu  de  part  et  d' autre  de  la  ditte 
seconde  augmentation  de  cinq  cents  hommes,  lesquels  seront 
de  meme  transportös  au  plustot  aux  frais  de  sa  ditte  Mte  selon 
les  conditions  mentionnös  dans  les  precedentes  traittes. 

Ainsi  fait  et  conclu  au  camp  de  Warde  ce  vingt  septieme 
jour  du  mois  de  May  1711. 

Eugene  de  Savoye.         Le  prince  et  duc  de  Marlborough. 
L.  S.  L.  S. 

11. 

Erstes  „Kon^eri''  fischen  Josef  L,  Anna  und  den  Generalstaaten, 
die  Neutralität  des  deutschen  Reiches  im  nordischen  Kriege  be- 
treffend; d.  d,  Haag  17 10  Mär:^  ^/. 

Originale  dieses  Vertrages  im  St-A,,  R.-A.;  Kopie  im  R,  O.  —  Drucke  bei 
Bittner  Nr.  676. 

Von  wesentlich  grösserer  Bedeutung  als  die  erwähnten  Militär- 
konventionen sind  die  beiden  Verträge ,  die  am  ßi,  Mär^  und  4,  Au- 
gust 1710  von  den  Verbündeten  der  „Grossen  Alliauj^^  im  Haag  ge- 
schlossen wurden  und  die  Neutralität  des  deutschen  Reiches  im  nor- 
dischen Kriege  :{um  Ziele,  hatten.  Die  leitenden  Persönlichkeiten  der 
gegen  Frankreich  koalierten  Mächte  hatten  es  immer  als  eine  ihrer 
Hauptaufgaben  angesehen,  den  Krieg,  der  um  die  Wende  des  Jahr- 
hunderts im  Norden  Europas  ^{wischen  Karl  XH,  von  Schweden  und 
den  Herrschern  von  Russland,  Polen  und  Dänemark  ausgebrochen  war 
und  immer  weiter  um  sich  griffe  {u  lokalisieren,  um  ^u  verhindern, 
dass  die  ihnen  {ur  Verfügung  stehenden  Streiimitiel  durch  die  Er- 
eignisse im  Norden  und  Osten  Europas  vermindert  würden.  Es  war 
auch  ihren  Bemühungen,  insbesondere  dem  Eingreifen  der  englischen 
und  holländischen  Diplomaten,  gelungen,  die  Herrscher  Preussens  und 
Hannovers,  deren  Truppen  der  gemeinsamen  Sache  unschätzbare  Dienste 
leisteten  und  deren  Interessen  am  meisten  durch  den  im  Norden  ge- 
führten Krieg  berührt  wurden,  von  jeder  Einmischung  in  denselben 
ab{uhali<;n,   und  auch   die   Gefahr   einer  Einigung  {wischen  Schweden 


1710  MUrz  31.  253 

und  Frankreich,  die  nach  dem  kühnen  Marsche  Karls  XIL  nach  Kur- 
Sachsen  im  J.  IJ06  drohte  y  war  —  nicht  luletit  durch  die  diplomatische 
Kunst  des  Her:{ogs  von  Marlhorough  — glücklich  vorübergegangen.  Allein 
der  Zusammenbruch  der  schwedischen  Macht  bei  Pultawa,  Juli  ijopy 
veranlasste  die  einst  gegen  Karl  XIL  verbündet  gewesenen  Fürsten 
;{//  neuen  Vereinbarungen,  und  sie  unterliessen  es  auch  jet^t  nicht  die 
Herrscher  Preussens  und  Hannovers  unter  lockenden  Bedingungen  {ur 
Teilnahme  an  dem  Kriege  gegen  Schweden  aufzufordern.  Dies  sowohl, 
als  die  Eroberungen  der  Russen  in  den  Ostseeprovin{en,  die  Besiti- 
er greif  ung  Schönens  durch  die  Dänen,  das  Vordringen  Augusts  //.  in  Polen 
und  das  Zurückdrängen  der  schwedischen  Truppen  unter  General  Kras- 
sow  flach  Schwedisch-Pommern  nötigte  den  Kaiser  und  die  Seemächte 
ihre  Aufmerksamkeit  von  neuem  den  nordischen  Verhältnissen  und  der 
bedrohten  Neutralität  des  deutschen  Reiches  {U{uwenden,  Denn  wenn 
auch  die  gegen  Karl  XH.  verbündeten  nordischen  Fürsten  in  Wien  die 
Erklärung  abgaben,  dass  sie  das  Reich  nicht  beunruhigen,  den  Krieg 
der  Alliierten  gegen  Ludwig  XLV.  nicht  stören,  dem  nach  Pommern 
entwichenen  General  Krassow  nicht  folgen  wollten,  so  geschah  dies 
nur  unter  der  Bedingung,  dass  die  Seemächte  und  der  Kaiser  die  Gar 
rantie  dafür  übernehmen  würden,  dass  den  Nordmächten  aus  den 
schwedischen  Provinzen  im  Reiche  kein  Nachteil  erwachsen  und  der 
Schwede  sich  nicht  durch  Werbungen  im  Reiche  verstärken  werde. 
Und  in  gleichem  Sinne  äusserte  sich  der  Preussenkönig  Friedrich  I.^) 
Die  Wiener  Regierung ,  die  der  Aufrechthaltung  freundschaftlicher 
Beziehungen  {u  all  diesen  Mächten,  insbesondere  aber  j^u  Russland 
grosse  Bedeutung  beimass,  gab  beruhigende  Versprechen  und  entschloss 
sich  alsbald  mit  den  Seemächten  und  den  übrigen  beteiligten  Staaten 
die  angeregte  Frage  der  Garantie  der  Reichsneutralität  beraten  ^u  lassen. 
Die  ersten  Besprechungen  der  beteiligten  Mächte  —  auch  Preussen 
und  Hannover  waren  vertreten  — fanden  im  Spätherbst  170p  im  Haag 
statt  und  führten  >{//  dem  von  den  übrigen  Mächten  gebilligten  Be- 
schlüsse der  Generalstaaten  vom  24.  Dezember,  jedwede  Feindseligkeit 
in  Norddeutschland ,  Schleswig  und  Jütland  {u  verhindern  und  dis  Neu- 
tralität dieser  Gebiete  ^u  verbürgen.^)  Zu  gleicher  Zeit  wurden  die  Be- 
mühungen fortgeset:{t,  König  Friedrich  /.  von  Preussen,  der  so  manche 
Beschwerde  gegen  die  Seemächte  erhob  und  durch  die  immer  grösseren 
Versprechungen  des  Clären  Peter  in  der  Ansicht  bestärkt  wurde ^  dass 


»)  VgJ.  u.  a.  Klopp  l.  c.  X.  )2if 
«)  Vgl.  Umberty  l.  c  V.  441  ff. 


^54  '7'o  ^^rz  31. 

für  ihn  die  Verwendung  seiner  Truppen  im  nordischen  Kriege  vorfeil- 
haffer  wäre  als  der  Kampf  an  der  Seife  der  eigenniif{igen  Seemächfe, 
yit  beruhigen  und  von  dem  Anschlüsse  an  Russland  und  dessen  Ver- 
bünde fe  ab{uhalfen.  Zu  Beginn  des  Jahres  i/io  legfe  dann  der  kai- 
serliche Kommissär  dem  deufschen  Reichsfage  den  im  Einvernehmen 
mif  den  im  Haag  verfrefenen  Mächfen  entworfenen  Plan  einer  Neutra- 
litäf  des  Reiches  vor,  der  in  ersfer  Linie  auf  die  vollsfändige  Neufrali- 
sierung  des  in  Schwedisch-Pommern  sfehenden  Kr assow' sehen  Korps 
hinauslieft)  Man  hofffe  auf  diesem  Wege  den  Wünschen  der  Nord- 
mächfe  —  von  denen  insbesondere  Dänemark  und  Sachsen-Polen  grosses 
Gewichf  darauf  legfen,  in  ihren  Operafionen  nichf  durch  eine  Diver- 
sion Krassows  gesförf  yti  werden  und  die  aus  diesem  Grunde  die 
Sicherung  der  Reichsneufralifäf  vom  Kaiser  und  den  Seemächfen  ge- 
fordert haffen,  —  zugleich  aber  auch  den  Bedürfnissen  der  Schwe- 
den Rechnung  ^u  fragen.  Denn  wenn  die  von  den  alliierfen  Mäch 
fen  j{u  garanfirende  Neufralifäf  des  Reiches  die  in  Schwedisch-Pom- 
mern sfehenden  Truppen  hindern  sollfe  nach  Polen  {urück^'^kehren, 
oder  durch  ein  Vorgehen  gegen  Schleswig  und  Jüfland  die  Feindselig- 
keifen auf  den  Reichsboden  ^u  überfragen,  so  sollten  doch  auch  durch 
dieselbe  Garantie  die  schwedischen  Besif{ungen  in  Deutschland  vor 
Einfällen  der  Feinde  Karls  XIL  geschützt  werden.  Auf  dieser  Grund- 
lage wurde  dann  am  ßi,  Mär{  lyio  im  Haag  nach  längeren  Ver- 
handlungen *)  der  Neufralifä fsver  trag  von  dem  Kaiser  und  den  Seemäch- 
fen geschlossen,  nachdem  auch  der  schwedische  Vertreter  im  Haag  die 
Bestimmungen  desselben  im  Namen  der  für  die  Dauer  der  Abwesenheit 
Karls  Xn,  eingesef^fen  Regentschaft  gutgeheissen  haffe,^)  Die  deutsch- 
schwedischen  Gebiete  und  die  Dänemark  gehörenden  Besitzungen 
Schleswig  und  Jüfland  wurden  für  neutral  erklärt.  Allein  alsbald  geigte 
es  sich,  dass  der  im  Süden  Europas  weilende  Schwedenkönig  durchaus 
nichf  gewillt  war,  das  Vorgehen  der  Regentschaff  ^u  billigen.  Schon 
im  Juni  erfuhr   man   im  Haag ,   dass   Karl  XH,   mit   der  Neutralität 


>)  Feld\üge  des  Prinzen  Eugen  X,  ßS.f, 

*)  Ziihireiche  Mitteilungen  über  die  im  ILiag  gepflogenen  Beratungen  in 
dieser  Frage  enthalten  die  Berichte  von  Sin^endorf  und  Heems  aus  dem  Haag, 
St,'A.  (Holt.)  Man  ersieht  aus  denselben,  dass  es  insbesondere  das  Verhalten  des 
Dänenkönigs  war,  das  den  Alliierten  Besorgnisse  einflösste.  Vgl.  {,  B.  das 
Schreiben  Sinienäorfs  d.  d.  i.  Mär^  lyjo, 

8)  Der  König  von  Preussen,  die  Kurfürsten  von  der  Pfal\  und  Hannover 
und  der  Bisclwf  von  Münster  traten  demselben  bei. 


1710  Mürz  31.  255 

nicht  einverstanden  sei,^)  dass  Krassow  in  Pommern  werbe,  dass  eine 
Diversion  dieser  Truppen  bevorstehe^),  und  obgleich  der  schwedische  Ge- 
sandte im  Haag  das  möglichste  tat.  um  die  Besorgnisse  der  Alliierten 
yii  {erstreuen y  konnten  Einsichtige  in  dieser  Zeit  nicht  mehr  daran 
;^wei/eln,  dass  man  schwedischerseits  nur  Zeit  ^u  gewinnen  suche,  die 
beschlossene  Neutralität  aber  auf  die  Dauer  nicht  \u  halten  denke.  Als 
daher  Vertreter  Russlands  und  Sachsen-Polens  an  die  anlässlich  der 
Gertruydenberger  Verhandlungen  im  Haag  versammelten  Vertreter  der 
Unter  {eichner  des  ersten  Haager  Konzertes  mit  der  Forderung  herantraten, 
ein  Truppenkorps  aufzustellen,  das  dem  Schutze  der  beschlossenen  Reichs- 
neutralilät  dienen  sollte,  und  sich  {u  verpflichten,  „demjenigen  Teil  beizu- 
stehen und  sich  mit  ihm  {u  conjungiren,  der  wider  die  Neutralität  ange- 
griffen werden  sollte^^ ,^)  glaubten  diese  im  eigenen  Interesse  eine  derartige 
Sicherung  des  erwünschten  Reichsfriedens  nicht  {uriickweisen  {u  dürfen. 
So  wurde  in  dem  {weiten  Haager  Kon{erte  vom  4,  August  die  Aufstel- 
lung einer  Neutralitätsarmee  von  iß  oder  16000  Mann  an  der  Elbe 
und  Oder  beschlossen ;  die  Hälfte  der  Truppen  sollten  die  Seemächte, 
die  andere  der  Kaiser  und  die  norddeutschen  Reichsfürsten  stellen.^) 

Allein  ^ur  Durchführung  der  gefassten  Beschlüsse  kam  es  nicht. 
Zwar  der  Kaiser  und  die  kleineren  deutschen  Fürsten  hielten  ihre 
Truppenkontingente  {u  Beginn  des  Monates  September  marschbereit 
dagegen  {eigten  sich  die  Seemächte  je  geringer  die  Gefahr  der  Rück- 
kehr Karls  XH.  wurde  umso  lässiger  in  der  Erfüllung  der  über- 
nommenen Verpflichtungen.  Alle  Mahnungen  der  kaiserlichen  Bevoll- 
mächtigten blieben  erfolglos.  Ende  Oktober  schrieb  Prin{  Eugen,  der 
unermüdlich  im  Sinne  der  Zusammen {iehung  des  Allian{korps  wirkte: 
,Jch  fürchte,  nachdem  ratione  Schweden  für  den  gegenwärtigen  Winter 
die  Gefahr  in  etwas  erloschen,  dass  man  eher  nichts  thun  werde,  bis 
nicht  der  Feind  vor  der  Thür  sei/"^    Er  täuschte  sich  nicht.   Das  Jahr 

*)  /;;/  Juli  jyjo  konnte  Sinicndorf  dem  Grosspensionär  mitteilen ,  dass 
Karl  XII.  in  Wien  ofß{iell  habe  erklären  lassen,  er  könne  die  Neutralität  für 
das  Königreich  Polen  nicht  annehmen.  Der  Grosspensionär  sah  gerade  darin 
eine  Mahnung,  an  der  Neutralität  festzuhalten  und  deren  Durchführung  \u 
sichern,  Sin{endorf  an  den  Kaiser  16.  Juli  lyio.  St.-A.  (Holl.) 

*)  Feld{üge  des  l^rin^en  Eugen  X,  60. 

')  Ebenda. 

*)  Das  {weite  Haager  Konzert  wurde  nach  Beratung  und  im  Einverständ- 
nisse mit  den  Bevollmächtigten  des  Königs  von  Preussen,  der  Kurfürsten  von  der 
Pfal{  und  Hannover,  des  Bischofs  vofi  Münster,  des  Kurfürsten  von  Main^,  des 
Herzogs  von  Braunschweig -Wolfenbüttel  und  des  Landgrafen  von  Hessen  ge- 
schlossen. 


2^6  >7'0  MSrz  31. 

/7/0  gietig  {//  Etidc,  ohne  dass  die  Neutra Ittätsarmee  sich  versammelt 
hätte,  Karl  XI L  aber  er  Hess  von  Bender  ans  am  ßo,  November  lyio 
einen  Protest  gegen  die  Verfügungen  des  Haager  Konzertes  und  erklärte, 
sich  die  freie   Verfügung  über  seine  Kräfte  vorzubehalten,  ^) 

Quum  sacrae  C®*®  M*S  sacrae  regiae  M*^  reginae  Magnae- 
Brittanniae  et  celsis  et  praepotentibus  dominis  ordinibus  generali- 
bus  Uniti  Belgii  maxime  semper  cordi  fuerit  et  etiamnum  sit, 
ut  quies  et  tranquillitas  in  imperio  conservetur,  et  ideo  com- 
municatis  cum  quibusdam  foederatorum  suorum  consiliis  ab 
aliquo  iam  tempore  ad  conservandam  eandem  quietem  et  tran- 
quillitatem  principes  in  septentrione  inter  se  belligerantes  se- 
dulo  et  serio  exhortati  sint  atque  officia  sua  interposuerint,  ne 
occasione  belli,  quod  in  oris  septentrionalibus  gerituf;  turbare- 
tur  vel  qnicquam  agatur,  sive  revocando  copias  sive  alio  quo- 
cunque  modo,  quod  rationibus  et  commodis  foederatorum  con- 
tra Galliam  belligerantium  noxium  sit  vel  praeiudicium  aflferre 
queat;  quumque  sua  czarea  M*^«  eiusque  foederati,  Poloniae  et 
Daniae  reges,  mox  nequaquam  haesitantes  declaraverint,  firmam 
sibi  Stare  sententiam  nihil  quidquam  facere,  quod  ad  turbandam 
tranquillitatem  in  imperio  ansam  praebere  possit  et  ex  quo  res 
foederatorum  bello  gallico  implicitorum  sive  revocando  copias 
aut  alio  quocumque  modo  detrimentum  vel  praeiudicium  pati- 
atur;  et  cum  simul  etiam  postulaverint  ut  securi  reddantur,  co- 
pias regis  Sueciae,  quae  iam  in  Pomerania  sunt,  in  Poloniam 
non  redituras  nee  actus  uUos  hostiles  in  terris  imperii  commis- 
suras,  idcirco  etiam  illorum  ministri  saepius  instanter  flagita- 
rint,  ut  alte  memorati  foederati  illos  hac  de  re  certos  et  se- 
curos  reddere  velint,  quorum  petitiones  sua  regia  M***  Borussiae 
officiis  suis  suffulsit;  quum  etiam  post  communicata  haec  des- 


*)  Die  Erklärung  Karls  XII.  ist  gedruckt  //.  a,  bei  Lamherty  VI.  ^20.  Die 
Berichte  Sin\endorfs  aus  den  letzten  Monaten  des  Jahres  lyio  und  den  ersten 
des  Jahres  lyii  {eigen,  wie  schwer  es  war,  die  Seemächte  in  dieser  Frage  \u 
entscheidenden  Massregeln  \ii  bestimmen.  Am  6.  Jan.  ijii  übtYsendet  Sin^ett- 
dorf  (St.'A.  Hall.)  ein  neues  Schema  der  einzelnen  Kontingente  der  Neutralitäts- 
armee, die  im  ganzen  ^^00  Reiter  und  16.100  Mann  \u  Fuss  umfassen  sollte, 
berichtet  aber  {ugleich,  dass  sowohl  der  Pensionär  von  Holland  als  Towfishend 
der  Ansicht  seien,  dass  Russland  allein  mächtig  genug  sein  würde,  die  Neutralität 
des  Reiches  Schweden  gegenüber  \u  sichern,  wenn  es  einen  Teil  seiner  Truppen 
aus  Livland  abziehen  würde.  Um  dies  \u  erreichen,  rieten  sie  mit  weiteren  Ver- 
fügungen über  das  Neutralitätskorps  \u  warten. 


1710  März  31.  257 

deria  cum  regimine  pro  administratione  regni  Sueciae  in  ab- 
sentia  regis  constituto  regiae  suae  M*^^  Sueciae  ablegatus  extra- 
ordinarius  de  Palmquist  acceptis  hac  de  re  illius  mandatis  de- 
claraverit,  per  Sueciam  minime  staturum  quominus  constans 
neutralitas  in  imperio  servetur,  eumque  in  finem  se  paratum  fore 
nomine  Sueciae  spondere,  copias  suecicas  quae  in  imperio  sunt 
ibidem  uti  etiam  nee  in  Polonia  nee  in  ducatu  Schlesvicensi 
nee  in  Jutlandia  nihil  hostile  tentaturas,  hac  tamen  sub  con- 
ditione,  Sueciam  vicissim  securam  redditum  iri,  copias  regis  Da- 
niae,  quae  sunt  ex  hac  parte  maris  baltici  vel  quae  sunt  in 
Jutlandia,  in  ducatu  Sleswicensi,  in  terris  imperii  ad  haue  coro- 
nam  speetantibus,  et  quae  foederatis  militant,  nee  intra  nee  extra 
limites  imperii  nihil  quoque  hostile  tentaturas;  quumque  com- 
municata  postmodum  regi  Daniae  conditione  sub  qua  regnum 
Sueciae  neutralitati  in  imperio  adstipulatur,  supra  nominati  foe- 
derati  quoque  ad  conservandam  in  imperio  tranquillitatem  et 
neutralitatem  proposuerint,  ut  ab  una  parte  rex  Daniae  spon- 
deat  et  consensum  praebeat,  copias  suas  in  Jutlandia,  in  ducatu 
Sleswicensi  et  in  imperio  degentes  nihil  hostile  contra  uUum, 
quisquis  ille  fuerit,  nee  intra  nee  extra  limites  imperii,  toto  du- 
catu Schleswicensi  et  Jutlandia  una  cum  comprehensis,  tentaturas 
vel  faeturas  esse,  utque  pari  modo  ab  altera  parte  regimen  in 
Suecia  constitutum  vicissim  spondeat  et  consensum  praebeat, 
copias  regis  Sueciae  in  Pomerania  et  aliis  imperii  terris  et  pro- 
vineiis  existentes  in  Poloniam  non  redituras  nee  quiequam 
hostile  contra  ullum,  quisquis  ille  fuerit,  nee  intra  nee  extra 
limites  imperii,  toto  ducatu  Schleswicensi  et  Jutlandia  una  cum 
comprehensis,  tentaturas  vel  faeturas  esse,  addita  quoque  ul- 
teriori  declaratione  a  supra  memoratis  foederatis,  se  propensos 
et  paratos  fore  aliquas  copias  utriusque  partis  ad  usum  suum 
condueere  et  de  iis  quantocius  transigere.  Super  quibus,  cum 
hie  degens  de  Stöcken,  regis  Daniae  secretarius,  renovatis  modo 
dietae  suae  regiae  M^^  obtestationibus,  nullum  se  vel  revoeatione 
copiarum  vel  alio  modo  foederatis  ineommodum  vel  praeiudieium 
allaturam,  praterea  nomine  eiusdem  regiae  suae  M^^«  declara- 
verit,  illam,  ut  novo  doeumento  ostendat  quam  prono  erga  foe- 
deratos  feratur  aflfectu  utque  ad  illorum  petita  respondeat,  con- 
sensum praebere,  si  ex  parte  Sueciae  positive  affirmetur,  copias 
eiusdem  nunc  in  Pomerania  degentes  sub  duetu  Crassavii  alias- 
que  omnes  in  provineiis  Sueciae  in  imperio  sitis  existentes  nihil 

österreichisch-englische  Staatsverträge.  Bd.  I.  17 


1258  I7'0  MUrz  31. 

hostile  contra  ditiones  regi  Daniae  vel  eius  foederatis  tarn  inträ 
quam  extra  limites  imperii  subditas  tentaturas  esse,  tunc  quoque 
regiam  suam  M*«™  Daniae  nullas  ex  ducatibus  Holsatiae-Schleswici 
vel  ex  Jutlandia  copias  avocaturam  nee  trans  mare  balticum 
transportaturam,  quin  et  copias  a  czarea  sua  M.^  auxilio  mit- 
tendas  per  Germaniam  uUasve  imperii  ditiones  vel  terras  mi- 
nime  transituras,  in  his  Omnibus  confidens  absque  ulteriori  mora 
foederatos  sponsionem  sive  guarantiam  suam  pro  stabilienda 
in  imperio,  ducatu  Schleswicensi  et  Jutlandia  neutralitate  inter- 
posituros  esse. 

Itaque  infrascripti  plenipotentiarii  et  deputati  sacrae  O*« 
M**»,  sacrae  regiae  M**^  Magnae-Britanniae  et  dominorum  ordi- 
num  generalium  Uniti  Belgii  rite  perpensis  czareae  suae  M^*  re- 
gumque  Poloniae,  Daniae  et  Bonissiae,  iterato  expositis  desideriis 
pro  tuenda  et  sponsione  sive  guarantia  confirmanda  neutralitate 
intra  limites  imperii  acceptisque  super  his  ab  imperatore,  regina 
ordinibusque  generalibus  mandatis,  illorum  vi  tenore  praesen- 
tium  notum  testatumque  faciunt  nomine  sacrae  C«»®  M**^  sacrae 
regiae  M*^«  Magnae-Britanniae  et  dominorum  ordinum  generalium 
Uniti  Belgii,  se  grato  atque  lubenti  animo  accipere  supra  memora- 
torum  principum  in  septentrione  belligerantium  mentis  et  volun- 
tatis  declarationem  pro  conservanda  in  imperio  tranquillitate  et 
quiete  et  illaesa  neutralitate  tam  in  Omnibus  imperii  provinciis  et 
ditionibus  quam  toto  ducatu  Schleswicensi  et  Jutlandia,  promit- 
tentes  sacram  O^™,  suam  M*®™  regiam  suam  M^™  Magnae-Britan- 
niae et  dominos  ordines  generales  coniunctim  allaboraturos,  ne 
ullo  modo  neutralitas  in  terris  imperii  infringatur,  sed  ut  ab  ut- 
raque  partium  rite  servetur,  eumque  in  fmem  operam  daturos,  ne 
copiae  regis  Sueciae  in  Pomerania  aliisque  ditionibus  imperii  de- 
gentes  in  Poloniam  redeant  nee  actus  ullos  hostiles  contra  uUum, 
quisquis  ille  fuerit,  nee  intra  nee  extra  limites  imperii,  toto  ducatu 
Schleswicensi  et  Jutlandia  in  illo  comprehensis,  committant,  et 
ne  pari  quoque  modo  copiae  regis  Daniae  in  Jutlandia,  ducatu 
Schleswicensi  et  ditionibus  imperii  degentes  actus  ullos  hostiles 
contra  ullum,  quisquis  ille  fuerit,  intra  vel  extra  limites  imperii 
ducatu  Schleswicensi  in  illo  comprehenso  committant;  quem- 
admodum  etiam  ne  copiae  czareae  suae  M*^«  regi  Daniae  in  au- 
xilium  forsan  mittendae  per  terras  imperii  transeant,  verum  ut 
omnes  et  singulae  imperii  ditiones  respectu  partium  in  septen- 
trione belligerantium  ab  omni  transitu  copiarum  immunes  ma- 


1710  März  3t.  2^g 

neant  et  perfecta  neutralitate  gaudeant.  Praeterea  infrascripti  no- 
mine ut  supra  declarant  sacrae  O»«  M*^,  sacrae  regiae  M*^  Magnae- 
Britanniae  et  dominis  ordinibus  generalibus  statutum  esse,  eo 
quo  dictum  est  modo  quietem  et  tranquillitatem  in  imperio  tueri. 
Et  quamvis  post  declarationes  supra  memoratas  minime 
exspectandum  sit  neutram  belligerantium  partem  illam  infrin- 
gere  vel  quicquam  quod  illi  contrarium  sit  facere  velle,  si  ta- 
rnen praeter  omnem  spem  et  exspectationem  quisquam  neutra- 
litatem  hanc  violaverit,  in  hoc  inopinato  casu  modo  nominati 
foederati  simul  omnes  se  cum  illo,  qui  neutralitatem  observa- 
verit  et  factae  violationis  refectionem  petierit,  coniungent,  quo 
casu  si  opus  fuerit  communibus  viribus  ad  conservandam  neu- 
tralitatem eo  quo  dictum  est  modo  utentur.  Ut  autem  haec  de- 
claratio  promptiorem  effectum  sortiri  possit,  sacra  O*  M*^  ope- 
ram  dabit,  ut  imperium  huic  declarationi  quantocius  accedat, 
sicut  et  regina  Magnae-Britanniae  et  domini  ordines  generales 
imperium  ad  hoc  invitabunt. 

Principes  pariter  et  Status,  quibus  conservatio  neutralitatis 
et  quietis  in  imperio  cordi  est,  ^d  corroborandam  accessione 
sua  hanc  declarationem,  quae  partibus  quarum  interest  hinc 
inde  loco  guarantiae  erit,  invitabuntur. 

Praesentis  declarationis  exemplaria  dabuntur  ministris 
suae  czareae  M*"  et  regiarum  M^"^  Poloniae  et  Daniae  ab  una 
et  suae  regiae  M*»^  Sueciae  ab  altera  parte,  requirunturque  ut 
officia  sua  adhibeant,  quo  czarea  et  regiae  M*®^  supradictae  de- 
clarationem hanc  gratam  habere  nee  quicquam  quod  illi  con- 
trarium sit  facere  velint. 

Actum  et  signatum  Hagae  Comitum  die  trigesimo  primo 
Martii  anni  millesimi  septingentesimi  decimi. 

L.  S.  Philippus  Lud.  C  a  Sinzendorff. 

L.  S.  Le  prince  et  duc  de  Marlborough. 

L.  S.  Townshend. 

L.  S.  W.  Randwyck. 

L.  S.  Allard  Merens. 

L.  S.  A.  Heinsius. 

L.  S.  C.  van  Gheel  van  Spanbroeck. 

L.  S.  F.  A.  Baron  de  Reede  de  Renswoude. 

L.  S.    S.  V.  Goslinga. 

L.  S.    W.  Ittersum. 

L.  S.  W.  Pott 

'7* 


260  J7>ö  Aug.  4. 

12. 

Zweites  „Kon^cH"'  fischen  Josef  I.,  Anna  und  den  General- 
staaten die  Neutralität  des  deutschen  Reiches  im  nordischen 
Kriege  betreffend;  d,  d,  Haag  17 10  Aug.  4.^) 

Originale  dieses   \weiten   Kon\crtcs  im  R.  O,   und  B.A.   —   Drucke  bei 
Bittner  Nr,  678. 

Quandoquidem  sacra  sua  C®*  M**^  sacra  sua  regia  M**^  re- 
gina  Magnae-Brittanniae  et  celsi  et  praepotentes  domini  ordines 
generales  Uniti  Belgii  scripto  per  plenipotentiarios  et  deputatos 
suos  die  trigesimo  primo  mensis  Martii  anni  currentis  millesimi 
septingentesimi  decimi  hie  Hagae  Comitum  signato  testati  sunt 
et  declaraverunt,  quantopere  ipsis  quietis  et  tranquillitatis  in 
tems  imperii  consei-vatio  respectu  belli  quod  in  septentrione 
geritur  cordi  sit,  qua  in  re  sacra  sua  regia  M***  rex  Borussiae, 
Ser*«8  suae  electorales  Palatina  et  Brunsvico-Luneburgensis  et 
celsitudo  sua  episcopus  et  princeps  Monasteriensis  accedeiltes 
ad  dictam  declarationem  sese  cum  illis  coniunxerunt ;  cumque 
Sacra  O*  sua  M^^  regia  sua  M*»^  Magnae-Britanniae  et  domini 
ordines  generales  Uniti  Belgii  non  tantum  hanc  declarationem 
tuendam  esse  persuasissimum  habeant,  sed  et  praeterea  non 
in  hoc  acquiescendum  esse,  quod  haec  declaratio  facta  sit, 
verum  ineundas  esse  vias  et  media,  quibus  finis  propter  quem 
haec  declaratio  facta  est  assequi  queat,  summopere  necessarium 
ducant;  itaque  plenipotentiarii  et  deputati  altememoratae  O^® 
suae  M*^^  regiae  suae  M*'^  Magnae-Brittanniae  et  dominorum  or- 
dinum  generalium  communicatis  cum  ministris  et  plenipoten- 
tiariis  regis  Borussiae,  electorum  Palatini  et  Brunsvico-Lune- 
burgensis et  episcopi  ac  principis  Monasteriensis,  quemadmodum 
etiam  cum  ministris  et  plenipotentiariis  electoris  Moguntini  et 
ducum  Brunsvici  et  Luneburgi  in  Wolffenbuttel,  Megalopolis 
et  Landgravii  Hassiae-Cassellanae,  qui  se  quoque  in  hac  causa 
cum  illis  coniunxerunt,  statuerunt  et  decreverunt,  quantocyus  fieri 
poterit  exercitum  quindecim  vel  sexdecim  mille  militum  certo 
in  loco  congregandum  esse  pro  tuenda  declaratione  de  die  tri- 
gesimo primo  Martii  huius  anni  et  pro  conservanda  quiete  et 
tranquillitate  imperii  modo  in  eadem  declaratione  explicato. 

»)  Für  die  informierende  Einleitung  vgl.  p.  2^4. 


I7IO  Aug.  4.  261 

Ad  coadunandum  et  constituendum  modo  indigitatum  exer* 
citum  contribuent:  Sacra  sua  O*  M***  binas  equitum  turmas 
(regimens),  singulas  mille  equitum,  i)  regina  Magnae-Brittanniae 
et  domini  ordines  generales  duodecim  cohortes  (bataillons), 
quarum  singulae  erunt  septingentorum  peditum. 

Coeterum  certa  spes  concipitur,^)  coeteros  quoque  prin- 
cipes,  qui  declarationi  antedictae  acceserunt  vel  neutralitatem 
imperii  sibi  cordi  esse  ostenderunt,  ad  componendum  eundem 
exercitum  copias  collaturos  modo  sequenti: 

Rex  Borussiae  turmam  quingentorum  equitum  et  tres  co- 
hortes septingentorum  peditum  singulas. 

Elector  Moguntinus  cohortem  unam. 

Elector  Palatinus  turmam  (esquadron)  equitum  unam  et 
cohortes  binas. 

Elector  Brunsvico  -  Luneburgensis  turmam  quingentorum 
equitum  et  cohortes  septingentorum  peditum  tres. 

Episcopus  et  princeps  Monasteriensis  cohortem  pari  nu- 
mero  septingentorum  peditum. 

Dux  Brunsvico-Luneburgensis  in  Wolffenbuttel  cohortem 
peditum  septingentorum. 

Dux  Megalopohtanus  itidem  cohortem  singulam. 

Princeps  Hesso-Cassellanus  cohortem  unam. 

Hunc  in  fmem  ulterior  haec  declaratio  cum  iUis  communi- 
cabitur  requirenturque,  ut  eidem  accedere  velint,  quemadmodum 
et  ad  accessionem  parem  certo  cum  militum  numero  invita- 
buntur  alii  quoque  principes,  quorum  neutralitatem  in  imperio 
servari  aeque  interest 

Omnes  hae  turmae  et  legiones  in  locis  proximis  et  idoneis 
constitutae  paratae  teneantur  ita,  ut  absque  mora  se  versus 
Oderam  vel  Albim  vel  aliam  in  regionem  prout  res  exiget 
movere  et  in  unum  corpus  coalescere  queant. 

Unusquisque  copias  suas  propriis  sumptibus  et  impensis 
mittet  et  alet,  cohortesque  quas  quihbet  mittet  tormentis  mino- 
ribus  cum  omnibus  eo  requisitis  munitae  erunt. 

Quoniam  electores,  principes  et  Status  imperii  in  comitiis 
Ratisbonensibus  conclusis  et  decretis  suis  a  C®^  sua  M*®  con- 


»)  In  dein  Or.    ist  hier   und  an  anderen  Stellen   die  An^M  der  Truppen 
in  Zahlen  am  Rande  nochmals  angegeben, 
•)  Erst  stand  concipiatur. 


202  i7»o  Aug.  4. 

firmatis  etiam  pro  conservanda  quiete  et  neutralitate  in  terris 
imperii  relative  ad  bellum,  quod  in  septentrione  geritur,  mentem 
suam  explicaverunt  et  se  ad  eandem  tuendam  paratos  fore  de- 
claraverunt,  sacra  O»  sua  M*»»  eosdem  electores,  principes  et  Sta- 
tus coniunctim,  atque  directores  et  Status  circulorum  in  specie, 
modo  quem  efficacissimum  fore  iudicaverit,  ad  augendum  si  opus 
fuerit  antedictum  copianim  numerum  et  ad  suppeditanda  quaevis 
necessaria,  quibus  ad  rem  bene  agendam  exercitus  instructus 
esse  debet,  admonebit  et  exhortabitur. 

O»  sua  M*^  civitates  imperiales  Lubecum,  Bremam,  Ham- 
burgum  aliasque  quibus  aequum  ipsi  videbitur  itidem  exhor- 
tabitur et  impellet,  ut  tormenta  cum  munitionibus  aliisque  re- 
quisitis  hominibusque  ad  illa  dirigenda  aptis  conferant 

Coeterum  principes,  quibus  quies  et  tranquillitas  imperii 
curae  cordique  est,  successu  temporis  et  quavis  data  occasione 
consilia  inter  se  conferent,  ut  una  porro  statuant  atque  decer- 
nant  quaecumque  ad  conservandam  tuendamque  eandem  quietem 
et  tranquillitatem  in  terris  imperii  ad  normam  in  declaratione 
antememorata  enunciatam  utilia  vel  necessaria  erunt. 

In  horum  omnium  fidem  nos  infrascripti  sacrae  C®*®  M***, 
sacrae  regiae  M*^^  reginae  Magnae-Brittanniae  et  celsorum  et 
praepotentium  dominorum  ordinum  generalium  Uniti  Belgii  ple- 
nipotentiarii  et  deputati  ulteriorem  hanc  declarationem  manu 
nostra  subscripsimus  et  sigilla  nostra  illi  apposuimus.  Hagae 
Comitum  die  quarto  Augusti  anni  millesimi  septingentesimi 
decimi. 

L.  S.  Philippus  Lud.  C.  a  Sinzendorff. 

L.  S.  Townshend. 

L.  S.  J.  V.  Randwyck. 

L.  S.  Allard  Merens. 

L.  S.  A.  Heinsius. 

L.  S.  S.  Goslinga. 

L.  S.  W.  Ittersum. 

L.  S.  J.  van  Nyevelt. 


171 1  Aug.  263 

13. 

Entwurf  eines  Bündnisses  fischen  dem  österreichischen,  frän- 
kischen, schwäbischen,  kur-  und  oberrheinischen  Kreise  einer-, 
Anna  und  den  Generalstaaten  anderseits,  samt  einem  Separat- 
artikel d.  d.  Frankfurt  a,  M.  171 1  Aug.^) 

Eine  Kopie  des  Entwurfes  im  St-A,  —  Drucke  bei  Bittner  Nr.  682. 

Je  länger  der  Krieg  dauerte,  den  die  Verbündeten  in  den  Jahren 
1689 — 1697  gegen  Ludwig  XIV,  führten,  desto  deutlicher  geigte  es 
sich,  dass  für  den  Kampf  am  Mittel-  und  Oberrhein  an  eine  entspre- 
chende Hilfeleistung  seitens  des  Kaisers  oder  der  mächtigen  Reichs- 
fürsten  nicht  \u  denken  war.  Die  bedrohten  Kreise  erkannten,  dass 
sie  selbst  die  Verteidigung  ihres  Besit:{es  übernehmen  müssien.  Beraten 
und  geleitet  von  dem  Markgrafen  Ludwig  Wilhelm  von  Baden  be- 
schlossen vorerst  die  Fürsten  und  Stände  des  schwäbischen  und  frän- 
kischen Kreises  eine  Association  ^u  gründen,  deren  Zweck  die  Auf- 
stellung und  Erhaltung  von  Truppen  war,  mit  denen  der  Krieg  gegen 
die  Feinde  geführt  werden  sollte.  Der  Plan  gelang,  die  geworbenen 
Soldaten  bewährten  sich.  Im  Jahre  1694  f^ssfen  die  beiden  verbün- 
deten Kreise  den  Beschluss,  dem  Beispiele  der  grösseren  Mächte  fol- 
gend, ein  stehendes  Heer  auch  in  Friedens^eiten  \u  halten  und  suchten 
alsbald  die  benachbarten  Kreise  {u  einem  gleichen  Vorgehen  :{u  be- 
stimmen. In  der  Tat  gelang  es  ihnen  den  kur-  und  oberrheinischen 
und  den  westphälischen  Kreis  für  ihre  Ideen  ^u  gewinnen.  In  dem 
Frankfurier  Asso^iationsreiess  vom  2^,  Jan.  st,  n,  16(^7  einigten  sich  die 
5  Kreise  ein  stehendes  Heer  ^u  schaffen,  das  in  Kriegs{eiten  60000,  in 
Friedens^ciien  40000  Mann  stark  sein  sollte.  In  eingehendster  Weise 
wurde  die  Organisation  dieses  Truppenkörpers  festgesetzt.  Dem  Be- 
dürfnisse entsprungen  für  die  Sicherheit  der  Kreise  ^u  sorgen,  hatte  diese 
Einigung  ^u  gleicher  Zeit  unzweifelhaft  eine  föderalistische  Tendenz» 
Sie  war  mit  Umgehung  des  Kaisers  und  des  Reichstages  ins  Leben  ge- 
rufen worden,  und  wenn  auch  der  erstere  ihr,  um  ihre  antikaiserliche 
Spitze  abzubrechen,  beitrat,  so  konnte  er  doch  nicht  hindern,  dass  der 
Kurerzkaniler   die   Führung  an   sich    riss,    dass   die    Assoziation    als 


')  I)it'  Aufnahme  dieses  Vcrfrjgsrntwurfrs  erfolgte  nach  den  Bestimmungen 
der  Kommission,  denen  Bittner  I.  e,  IX.  Ausdruck  verliehen  Ihat,  Die  Angabe  des 
^i.  Aug,  als  Datum  desselben  bei  Bittner  l,  c,  p,  I2(j  beruht  auf  einem  Irrthum  ; 
am  ji,  Aug,  wurde  ein  Asso\iationsrecess  der  5  Kreise  unterzeichnet. 


264  '7>«  Aug. 

solche  mit  den  Ansprüchen  einer  selbständigen  Macht  auftrat,  mit  den 
Seemächten  Verhandlungen  begann,  in  die  grosse  Allianz  eintrat  und 
auf  dem  Ryswicker  Kongresse  ihre  Interessen  ^u  vertreten  suchte.  Er- 
folgreich war  dieses  Auftreten  freilich  nicht;  es  förderte  nur  das  Be- 
streben Ludwigs  XIV.  sich  auf  Kosten  des  Reiches  für  die  Opfer 
schadlos  {u  halten,  die  er  den  Seemächten  bringen  musste.  In  der  Tat 
musste  der  Ryswicker  Friede,  der  Strassburg  und  das  Elsass  in  den 
Händen  Frankreichs  Hess,  gerade  den  vorderen  Reichskreisen  beson- 
ders nachteilig  erscheinen,  da  er  ihnen  die  erwünschte  Barriere  gegen 
Frankreich  nicht  brachte,  vielmehr  ihren  Besit^  dem  französischen 
Übermute  schutzlos  preisgab.  Es  war  daher  begreiflich,  dass  die  vor- 
deren Reichskreise  nach  dem  Tode  Karls  II.  ihre  Association  im  Hin- 
blicke auf  die  dem  Reiche  beim  Ausbruche  eines  deutsch-französischen 
Krieges  drohende  Gefahr  erneuerten.  Auch  diesmal  giengen  der  frän- 
kische und  der  schwäbische  Kreis  voran.  Ihre  Einigung  z}i  Heiden- 
heim im  November  lyoo  bezweckte  die  Wahrung  der  Neutralität  ihrer 
Länder;  an  dem  ^J^ischen  den  Grossmächten  ausgebrochenen  Streite 
aktiv  teilzunehmen,  dachten  sie  damals  nicht.  Und  ebensowenig  war 
dies  in  der  nächsten  Zeit  der  Fall.  Sie  suchten  den  Bund  ^u  erweitem, 
andere  Kreise  ^u  einem  gleichen  Vorgehen  ^u  vermögen,  verhielten  sich 
aber  ablehnend,  als  der  Kaiser  sie  für  eine  aggressive  Politik  ^«  ge- 
winnen trachtete. 

Auch  der  Heilbronner  Assoziationsrezess  vom  ji.  August  ijoi 
beschränkte  sich  auf  die  Wahrung  der  Neutralität  der  vertrag schlies-  • 
senden  Teile.  Aber  bald  darauf  nötigte  das  Vorgehen  Frankreichs  und 
die  Rücksicht  auf  das  eigene  Interesse  die  vorderen  Reichskreise  z^im 
Anschlüsse  an  die  Feinde  Ludwigs  XIV.  und  z'tr  Teilnahme  an  dem 
Kriege.  In  dem  Assoziaiionsrecesse ,  den  am  20.  März  I/02  ß  Reichs- 
kreise —  der  schwäbische,  fränkische,  kur-  und  oberreinische  und  der 
österreichische  —  ^//  Nördlingen  schlössen,  wurde  z'^^^  nochmals  der 
defensive  Charakter  der  Einigung  betont,^)  allein  die  einzelnen  Kreise 
hatten  sich  unterdess  mit  dem  Gedanken  des  Beitrittes  -{//r  grossen 
Allianz  vom  7.  Sept.  lyoi  so  weit  vertraut  gemacht,  dass  bereits  am 
22.  März  '^^^  Bedingungen  unterzeichnet  werden  konnten,  unter  denen 

•)  Der  Nvrdlinger  Tr.iktat  ist  u.  j.  gedntkt  bri  Kopp  /.  c.  Aiih.  88 ff. 
Baicniy  das  die  Heilbronner  Asso{iiition  —  an  welcher  der  österreichische  Kreis 
flicht  teilhatte  —  unterzeichnet  und  sich  an  den  Verhandlungen  des  Nördlinger 
Rezesses  beteiligt  hatte,  trat  aus  der  Reihe  der  veriragschliessenden  Kreise  aus, 
als  die  Haltung  der  vorderen  Kreise  ihre  Frankreich  feindliche  Gesinnung  er- 
kennen Hess, 


171 1  Aug.  265 

5/V  an  dem  Kampfe  gegen  Frankreich  teilnehmen  wollten,^)  Ausdrück- 
lich erscheint  unter  diesen  die  Verpflichtimg  der  alliierten  Mächte,  ,yauf 
die  Redintegration  der  oberen  Reichskreise  und  Widerherbeibringimg 
der  denenselben  entflogener  ansehnlicher  Mitglieder,  Stätten  und  Lan- 
den, mithin  deren  Restitution  in  vorigen  statum'^^)  j(u  achten  und  sie 
für  die  Verluste  ^//  entschädigen,  die  sie  im  Laufe  des  Krieges  erleiden 
sollten.  Die  Seemächte  und  der  Kaiser  hiessen  diese  Forderungen  gut 
und  so  traten  die  Mitglieder  des  Nördlinger  Traktates  im  Laufe  des 
Jahres  iyo2  einzeln  der  Haager  AllianT^  vom  7.   Sept.  ijoi   bei.^) 

Sie  haben  ihr  Kontingent  ;[//  den  Reichsarmeen  gestellt,  soweit 
ihfien  dies  bei  der  mangelhaften  Organisation  möglich  war,  an  den 
Kämpfen  gegen  Frankreich  einen  durchaus  nicht  unrühmlichen  Anteil 
genommen  und  j^um  Vorteile  der  allgemeinen  Interessen  viel  Unbill  er- 
duldet. Umso  sicherer  hofften  sie  auf  die  ihnen  verbürgte  Berück- 
sichtigung ihrer  Forderungen  beim  Friedensschlüsse.  Als  daher  die 
Kunde  von  den  Verhandlungen^  die  seit  Beginn  des  JaJires  Ijop  im 
Haag  ^wischen  Fratikreich  und  den  Alliierten  geführt  wurden,  sich  im 
Reiche  verbreitete,  traten  die  4  Reichskreise  —  der  schwäbische,  frän- 
kische, ober-  und  kurrheinische  —  im  Mai  ijop  in  Heilbronn  zu- 
sammen und  beschlossen  vom  Kaiser  und  von  den  Seemächten  in  ener- 
gischer Weise  die  Einhaltung  der  im  Jahre  IJ02  gegebenen  Verspre- 
chen ^u  fordern.  In  diesem  Sinne  wurden  die  mit  der  Vertretung 
ihrer  Interessen  im  Haag  beauftragten  Gesandten  angewiesen,  „die 
völlige  Restitution  dessen  anzutragen,  was  Frankreich  vor,  durch  und 
nach  dem  münsterischen  Friedensschlüsse  dem  römischen  Reich  ent- 
zogen habe^\  sich  aber  endlich  auch  ^,mit  der  Restitution  des  Ober- 
und  Unterelsass  sammt  Breis-  und  Sundgau^  wie  nicht  weniger  des 
Bistums  und  der  Stadt  Strassburg,  auch  Demolirung  aller  deren  auf 
Reichs  Grund  und  Boden  vom  Feind  aufgebauter  und  von  ihm  etwan 
behaltender  Fortressen^^  z^i  begnügen^) 


')  ,,Punkten,  deren  würckUche  Praestation  man  sich  von  Seiten  der  {um 
Beytritt  {u  der  {wischen  I.  K.  M.,  I.  K.  M.  in  Engellandt  und  denen  /^  General- 
Staaden  der  vereinigten  Niederlanden  den  7.  Sept.  neckst  vorigen  Jahrs  errich- 
teter Alliiin{  invitirter  und  mit  einander  associirter  löblichen  Crayssen  quoad 
quaestionem  quomodo  anforderist  bedinget*^.  Abg.  u.  a.  Kopp  l.  c.  Anh.  gSff. 

')  §  8  des  Vertrages. 

*)  Der  fränkische  Kreis  am  24.  Juni,  der  schwäbische  am  4.  Aug.,  der 
kurrheinische  am  21,  Aug.,  der  oberrheinische  am  7.  Okt.  iyo2. 

*)  Das  und  das  Nachfolgende  nach  den  im  St.-A.  (Holt,  und  Main{ische 
Akten)  befindlichen  Dokumenten, 


266  17«'  Aug. 

Allein  ehe  sich  die  Bevollmächtigten  der  Kreise  ihrer  Aufgabe 
entledigen  konnten,  wurden  die  im  Haag  geführten  Friedensverhand- 
lungen abgebrochen,  da  eine  Einigung  mit  Frankreich  nicht  ^u  erzielen 
war»  Doch  sandten  bald  darauf  die  Generalstaaten y  denen  an  der  Fort- 
dauer des  Bündnisses  mit  den  4  Kreisen  sehr  gelegen  war,  den  Grafen 
Rechtern  mit  dem  Auftrage  nach  Deutschland,  den  4  Kreisen  mitzu- 
teilen, dass  die  Seemächte  mit  ihnen  nicht  nur  solange  der  gegenwär- 
tige Krieg  dauere,  „in  einer  engen  und  aufrichtig  guten  Verständnis 
leben,  sondern  mit  ihnen  auch  solche  Massregeln  nehmen  wollten, 
welche  nach  wiedererlangtem  Frieden  sowohl  yti  allseitiger  Sicherheit 
als  Nut:{en  der  Untertanen  convenabel  erscheinen  würden/^  Zu  gleicher 
Zeit  sollte  Rechtern  sich  bemühen,  die  4  Reichskreise  für  eine  Herab- 
minderung der  Forderungen  :(u  gewinnen,  die  sie  als  Vorbedingung 
des  mit  Frankreich  ^u  schliessenden  Friedens  im  Haag  gestellt  hatten. 
Der  staatische  Gesandte  erhielte  nur  einen  halben  Erfolg,  Die  :(u 
Frankfurt  versammelten  Vertreter  der  4  Kreise  erklärten  sich  in  der 
quaestio  an?  bereit  den  Wünschen  der  Seemächte  ^u  entsprechen  und 
„nicht  nur  diesen  noch  wehrenden  Krieg  über  und  bis  -{«  erfolgenden 
lieben  Frieden  auch  dessen  gänzlich  vollbrachter  Execution  in  deren 
bisherigen  Kriegsverfassung  stehen  ^u  bleiben,  sondern  auch  post  exc- 
cutam  pacem  und  :{ii  Friedens^eiten  mit  einer  denen  alsdann  befindlichen 
Kräften  nach  Proportion irtcn  Armatur  auf  das  Fundament  der  Nörd- 
linger  Allianitractaten  ^«  continuiren^^ ,  und  verpflichteten  sich  den 
österreichischen  und  den  westphälischen  Kreis  {um  Beitritte  einzuladen. 
Dagegen  weigerten  sie  sich  in  der  quaestio  quomodo  eine  bestimmte  Er- 
klärung abzugeben  und  versprachen  nur,  „wann  die  Gott  gebe  bald 
widerum  {u  reassumirende  Friedenspraeliminarien  unterschrieben  sein 
sollten^^ ,   wieder  zusammen {utrete?i   und  ihre  Entscheidung   ^.u    treffen. 

Auch  in  der  Entschädigungsfrage  kam  es  {u  keiner  Einigung, 
Graf  Rechtern  erklärte,  die  Äusserungen  der  Kreise  in  diesem  Punkte 
nur  ad  referendum  annehtnen  ^u  können,  und  diese  wiederum  hielten 
es  unter  solchen  Umständen  für  un:{weckmässig,  sich  in  weitere  Ver- 
handlungen einzulassen.  Als  dann  im  Jahre  i/io  j^u  Gertruydenberg 
die  Friedensverhandlungen  der  Alliierten  mit  Frankreich  von  neuem 
aufgenommen  wurden,  betonten  die  Abgesandten  der  Kreise  wie  im 
Vorjahre,  es  müsse  für  Deutschland  eine  Barriere  gegen  Frankreich 
errichtet,  Elsass  und  Strassburg  dem  Reiche  wiedergegeben  werden,,  die 
'Wiederherstellung  Lothringens  und  die  Rückgabe  der  Bistümer  Met^^ 
loul  und  Verdun  erfolgen.  Allein  die  das  deutsche  Interesse  betreffen- 
den Fragen   wurden    in  den    Verhandlungen   mit  Frankreich    kaum  be- 


171 1  Aug.  267 

rührt  und  eine  bindende  Erklärung  im  Sinne  der  deutschen  Forde- 
rungen  war  von  den  Seemächten  nicht  ^u  erlangen;  doch  steht  es 
nach  den  Zugeständnissen  Ludwigs  XIV.  ausser  Zweifel,  dass  das 
deutsche  Reich  wenigstens  inbe^ug  auf  Strassburg  und  Elsass  eine 
entsprechende  Genugtuung  erlangt  hätte,  falls  es  damals  ^um  Frieden 
gekommen  wäre. 

Da  aber  die  Gertruydenbergcr  Verhandlungen  ^um  grössten  Scha- 
den für  das  deutsche  Reich  scheiterten,  sahen  sich  die  4  Kreise  ge- 
nötigt, neuerdings  Stellung  :{u  dem  Antrage  ^u  nehmen,  den  Graf 
Rechtern  im  Jahre  ijop  vorgebracht  hatte  und  nun  wiederholte.  Seit 
dem  Herbste  lyio  wurde  an  vielen  Orten  ^u  gleicher  Zeit  und  mit 
gleichem  Eifer  die  Frage  erwogen,  unter  welchen  Bedingungen  man 
sich  ^ur  Erneuerung  des  Bündnisses  mit  den  Seemächten  und  ^ur  Ver- 
längerung desselben  über  den  eventuellen  Fricdensschluss  hinaus  ver- 
stehen solle.  Liest  man  die  wahllosen  Schriftstücke,  die  fischen  den 
einzelnen  Kreisen,  wie  ^wischen  diesen  und  dem  Bevollmächtigten  der 
Seemächte  gewechselt  worden  sind,  so  erkennt  man  leicht,  dass  es  den 
letzteren  in  erster  Linie  um  die  Teilnahme  der  Kreistruppen  am  Kriege, 
den  Kreisen  um  die  Berücksichtigung  ihrer  Forderungen  beim  Friedens- 
schlüsse :{u  tun  war.  ^)  Es  kann  nicht  unsere  Aufgabe  sein,  dem  Gange 
der  Verhandlungen  ^u  folgen,  der  durch  diesen  verschiedenen  Stand- 
punkt der  beiden  Parteien  bedingt  wurde.  Die  Kreise  selbst  :^e igten 
in  den  meisten  Fragen  eine  rühmenswerte  Übereinstimmung.  Trotzdem 
dauerte  es  lange,  bis  eine  den  Wünschen  sämtlicher  Beteiligten  ent- 
sprechende Verabredung  getroffen  war  und  der  Mainzer  Kurfürst  — 
Januar  17  ii  —  {ur  Ausschreibung  des  nach  Frankfürt  einitiberuf en- 
den Kongresses  schreiten  konnte.  Unzweifelhaft  hat  j(u  dieser  bekla- 
genswerten Verzögerung  das  Verhalten  der  Wiener  Regierung  sein 
gut  Teil  beigetragen.  Wir  wissen,  dass  Leopold  I.  die  Entwicke- 
lung    der   Kreisasso^iationen,    die,    obgleich    unter    den    Auspizien    des 


')  Eine  Fülle  diese  Verhandlungen  betreffenden  Materials  enthalten  die 
Main\ischen  Akten  des  Wiener  Staatsar chives.  Graf  Rechtern  war  über  das 
säumige  Verhalten  der  Kreise  empört  und  machte  seinem  Unwillen  in  verschie- 
denen Schreiben  Luft,  In  einem  derselben  d,  d,  Frankfurt  y.  Jan.  lyii  heisst 
es  //.  a,  er  begreife  das  Zögern  der  Kreise  nicht;  il  s'  agit  icy  que  les  dittes 
ptiissanccs  souhaitent  de  continuer  avec  vous  une  alUance  dont  par  le  passe  sa 
majeste  Imp^^  et  V  empire  t'/i  gener al  et  les  louables  cerclcs  en  partic ulier  ont 
eu  seuls  le  fruit  et  sans  laquelle  peut  etre  il  y  a  long  temps  qu  ih  auruient  perdu 
leur  etre,  et  en  veue  afin  que  pour  l'  avenir  vous  puisst^es  etre  garantis  d  n'  etre 
envahis  par  la  force  superieure  et  voisine  dr  la  France  etc. 


2ö8  •  i7n  Aug. 

Kaisers  imstande  gekommen^  förderalistische  Tmde/i^en  verfolgen ^  nicht 
mif  frciidiichvn  Augen  angesehen  mtd  es  bitter  empfunden  hatte ^  dass 
der  Kiirer^kan{ler  die  Führung  derselben  an  sich  riss^  dass  die  Kreise 
als  selbständige  Macht  auf  trafen  und  auch  in  Fragen  der  auswärtigen 
Politik  ein  entscheidendes   Wort  mitsprechen  woliteu. 

Um  diesen  antiktiiseriichen  Bestrebtingen  die  Spitze  abzubrechen^ 
war  er  ja  der  Nördlinger  Atiian^  beigetreten  und  hatte  es  durch- 
gesef{tj  dass  die  Kreise  einzeln  der  Allianz  beitraten^  die  er  am  7.  Sept 
lyoi  mit  den  Seemächten  geschlossen  hatte.  Die  föderalistischen  Ten- 
denken  der  Reichsslände  dauerten  aber  fort  und  Kaiser  Josef  empfand 
dies  umso  bitterer,  als  er  von  seiner  Stellung  als  Reichsoberhaupt  eine 
ungemein  hohe  Außasstmg  hatte  und  entschlossen  war,,  sein  Ansehen  {« 
wahren,  Dass  die  Seemächte^  ^umal  die  General  Staaten ,  im  J*  1  yö^  mit 
Umgehung  seiner  Person  direkt  mit  den  4  vorderen  Reichskreisen  Ver- 
tragsver handln ngen  ankniipftetij  erregte  seinen  heftigen  Unwillen  /  dass 
sie  dieselben  im  folgenden  Jahre  trot^  der  vielfachen  Proteste  der  im 
Haag  weilenden  kaiserlichen  Gesandten  erneuerten^  bewog  ihn^  nicht 
nur  heftige  Klage  im  Haag  ^h  führen  und  dort  vorstellen  {H  lassen, 
^jOb  es  nicht  besser  für  des  Kaisers  Alliierte  wäre^  die  Aittorität  des 
Kaisers  ^u  stärken ^  mithin  das  Bündnis  mit  den  Kreisen  lieber  durch 
uns  und  unsere  Direction  vermitteln  ^h  lassen^  als  darüber  mit  den- 
selben immediate  ^u  verhandelnd"^ f^)  sondern  auch  direkt  den  Mainier 
Fr^kan^ler  der  Überschreitung  seiner  Machtbefugnisse  {u  beschuldigen 
und  die  Berücksichtigung  der  kaiserlichen  Praerogativen  in  entschie- 
denster Weise  ^n  fordern.^)  Es  sah  lange  Zeit  darnach  auSj  als  würde 
an  dem  Widerstände  des  Kaisers  das  gan^e  Werk  scheitern  und  erst 
nach  schwierigen  Verhandlungen^  bei  denen  sich  insbesondere  der  Pfäl- 
^er  als    Vermittler    bewährte,^)  gelang  es^    eine  Einigung  j^u   erzielen ^ 


^)  Aus  versckiedenen  Äusserungen  der  kaiserlichen  Minister  ist  {u  ent- 
nehme n^  dass  Josef  I.  verlangte^  f^dass  die  Gesandten  der  Seentäckte  die  Sac/te 
beim  Kaiser ^  als  des  Ftickes  Oberhaupt^  anbringen  sollten t  lon  dem  es  alsdann 
dem  Mjin{er  Kurfürsten  nnd  sodann  sub  anspicHs  caesareis  von  detn  Mainzer 
den  assöcitrten  Kreisen  J[n  c&mmnnciren  wJre**^  Sehreihen  Josefs  I.  an  den  Reichs - 
vi\ekanihT  d*  d^  ^.  De^.  lyto  u  id  Schreiben  des  V/indisehgräf^  d.  d,  ^,  De^,  lyia* 
St-Ä.  (Mainzer  Akten),  tibenso  berichtet  der  Pfäl^cr  Kurfürst  an  den  Main  {er 
d,  d.   Wien  qH.  Febr.  ijii  St.-A.  f Mainzer  Akten,) 

*)  Sin^endorf  berichtet  oft  über  seine  in  dieser  Frage  mit  dem  Pensionär 
gt führten  Verhandtungen. 

^>  Viele  diese  Tätigkeit  des  Pf  alters  betreffende  Akten  im  St'A*  (Main  {er 
AJtt.n^  Der  Ffäl^ir  Kurfürst  war  ^  Beginn  des  Jahres  lyji  'f*  Wien  und 
führte  hier  die  Verhandlungen.    Er  trat  für  das   mi}gtichste  Entgegenkommen 


17»  I  Aug.  269 

die  beiden  Parteien  die  AufrechihaUung  ihres  prinzipiellen  Stand- 
punktes, dem  Kaiser  aber  die  Teilnahme  am  Frankfurter  Kongresse  als 
Haupt  des  österreichischen  Kreises  ermöglichte.  Unterdessen  aber  war 
Graf  Rechtern y  der  im  Dey:mber  lyio  und  im  Januar  lyii  vergebens 
auf  den  Abschluss  der  Verhandlungen  gedrungen  hatte,  Ende  Januar 
ijii  nach  dem  Haag  ^urückberujen  worden  und  trat  erst  im  Juni 
von  neuem  an  den  Mainzer  Er^bischof  mit  der  Bitte  heran,  den  so 
oft  versprochenen  Kongress  nach  Frankfurt  ein:{uberufen.  Die  Ein- 
ladung des  Mai:^ers  ergieng  am  7.  //////  Anfang  August  begannen  die 
Verhandlungen,  Sie  führten  nach  langen  Beratungen  ^wischen  dem 
Grafen  Rechtern,  als  Vertreter  der  Seemächte,  und  den  ß  Reichskr eisen 
j^ur  Feststellung  des  im  nachfolgenden  abgedruckten  Vertragstextes,  Die 
Giltigkeit  des  geplanten  Bündnisses  wurde  von  dem  binnen  2  Monaten 
^n  erfolgenden  Austausche  der  Ratifikationen  abhängig  gemacht.  Die 
früheren  Vereinbarungen  der  Vertragschliessenden  wurden  erneuert,  ^/z- 
gleich  aber  beschlossen,  dass  diese  Allia7iJ{  auch  nach  erfolgtem  Frieden 
und  {ur  Garantie  desselben  als  Defensivbündnis  fortbestehen  solle.  Die 
Seemächte  verpflichteten  sich  in  Friedens^eit  50000  Mann,  im  Falle 
eines  Krieges  aber  noch  mehr  Truppen  bereitiuhalten  und  den  Kreisen, 
falls  sie  wegen  dieses  Vertrages  in  einen  Krieg  verwickelt  werden  soll- 
ten, 20000  Mann  auf  eigene  Kosten  ^u  Hilfe  ^u  senden/  die  ß  Kreise 
gelobten  in  Friedensj^eiten  ungefähr  22000,  im  Notfalle  die  doppelte 
Zahl  auf  dem  Fusse  {u  haben  und  den  Seemächten,  falls  diese  ange- 
griffen werden  sollten,  8000  Mann  ^u  überlassen.  Beiden  Teilen  sollte 
die  Musterung  der  {ur  Hilfeleistung  bestimmten  Truppen  vorbehalten 
sein,  diese  aber  innerhalb  dreier  Monate  dem  angegriffenen  Bundes- 
genosseti  :^ur  Verfügung  gestellt  werden. 

Weitaus  die  grösste  Bedeutung  für  die  asso^^iirten  Kreise  und 
das  Reich  überhaupt  besass  aber  der  dem  Vertrage  beigefügte  Separat- 
artikel,^)  In  demselben  wurde  der  Meinung  Ausdruck  gegeben,  dass 
Deutschland  eine  Barriere  gegen  Frankreich  besitzen  müsse  und  dass 
volle  Sicherheit  gegen  räuberische  Überfälle  seitens  dieser  Macht  nur 
nach  Wiedergewinn  der  dem  deutschen  Reiche  entrissenen  Gebiete  ^u 
erhoffen  sei.  Diese  werden  namentlich  angeführt:  das  gan^e  Elsass, 
der  Sund-  und  Breisgau,  die  Bistümer  Met^,   Toul,    Verdun  und  Loth- 


dem  Kaiser  gegenüber  ein,  hielt  aber  an  dem  durch  den  xiestphälischen  Frieden 
und  die  Wahlkapitulation  festgestellten  jus  foederis  et  armorum  der  Reiclts- 
fürsten  fest.  Vgl,  ^,  B.  sein  Schreiben  an  Kurmain\  d,  d.  Wien  11,  Febr,  ijii 
St,'A,  (Mainzer  Akten,) 

0  Vgl.  den  Abdruck  p,  276, 


270  17«  f  Aug. 

ringen.  Die  Verbündeten  verpflichteten  sich  während  des  Krieges  und 
hei  den  Friedensverhandlungen  alles  aiifyubieten,  um  diese  Gebiete  dem 
Reiche  wieder:^ugewinnen,  und  trafen  Verfügungen,  die  des  Her:{ogs 
von  Lothringen  Beitragsleistungen  ^ur  Truppenstcllung  in  dem  Falle 
betrafen,  dass  er  durch  die  Bemühungen  der  Alliierten  eine  billige  und 
entsprechende  Satisfaktion  erlangen  sollte.  Der  Vertragsentwurf  wurde 
dem  Grafen  Rechtern  am  2ß.,  dem  Vertreter  der  Engländer,  Davenant,  am 
26,  August  ijii  übergeben;  wenige  Tage  später  —  ßi.  August  — 
schlössen  die  5  Kreise  untereinander  einen  Asso^iationsrej^ess,  in  dem 
sie  neuerdings  das  Inkrafttreten  der  Vertragsbestimmungen  von  dem 
Austausche  der  Ratifikationen  abhängig  machten  und  der  Verpflichtung 
der  Seemächte  gedachten,  von  der  Krone  Frankreich  beim  Friedens- 
Schlüsse  alles  ^urückiuf ordern,  was  diese  seit  dem  Jahre  1648  den 
asso^iirten  Reichskr eisen  weggenommen  hatte S) 

Allein  die  erhoffte  Ratifikation  der  Seemächte  erfolgte  nicht ;  sie 
hätte  auch  der  Haltung  nicht  entsprochen,  die  diese  —  insbesondere 
England  —  seit  längerer  Zeit  Frankreich  gegenüber  beobachteten.  Schon 
lange,  ehe  die  entscheidenden  Beratungen  in  Frankfurt  stattfanden, 
lange  auch  vor  dem  Tode  Josef  L,  der  dann  den  Vorwand  für  das 
Aufgeben  des  bisherigen  Progr anwies  bildete ,  hatte  das  neue  Tory- 
ministerium  die  baldige  Herbeiführung  des  Friedens  beschlossen  und 
sich  in  Unterhandlungen  mit  der  französischen  Regierung  eingelassen, 
bei  denen  die  Wünsche  der  Reichsfürsten  nur  geringe  Berücksichtigung 
fanden,  während  man  offiziell  noch  von  der  Fortsetzung  des  Krieges 
gegen  Ludwig  XIV,  und  von  der  Befriedigung  aller  Verbündeten  sprach. 
Und  eben  in  den  Tagen,  da  die  ß  Reichskreisc  die  Ratifikation  des 
Frankfurter  Allianzvertrages  erwarteten,  einigten  sich  Frankreich  und 
England  über  einen  Entwurf  von  Friedenspräliminarien,  in  dem  die 
erstere  Macht  inbetreff  der  Forderungen  der  Alliierten  Englands  nur 
allgemein  gehaltene  Zusagen  gab.  Noch  einmal  versuchten  die  Kreise 
auf  dem  Utrecht  er  Friedenskongresse  ihre  Sache  z}i  vertreten;^)  doch 
blieben  ihre  Bemühungen  ebenso  wirkungslos,  als  ihr  Protestschreiben 
an  das  englische  Ministerium,  in  dem  sie  die  Engländer  des  Treu- 
bruches ziehen  und  in  energischester  Weise  ^//r  Erfüllung  der  feierlich 


*)  Der  Asso\iationsrc\css  vom  ^i,  August  lyii  ist  u.  a.  abgedruckt  bei 
Kopp  l,  c,  12g  ff, 

*)  Die  asso\iirten  Kreise  übergaben  am  5.  Mär\  1712  ihre  Forderungen  ; 
sie  verlangten  auch  ji't{t  die  Rückgabe  aller  seit  1648  von  Frankreich  weggenom- 
menen deutschen  Gebiete,  Lothringen  und  Bar  mit  eingeschlossen.  Für  den  Wort- 
laut ihrer  Forderung  vgl,  Kopp  l,  c,  188  Anm, 


1711  Aug.  271 

gegebenen  Versprechen  aufforderten.^)  Die  Antwort  lautete  ablehnend; 
man  warf  ihnen  vor,  sich  nicht  j^u  rechter  Zeit  an  England  ange- 
schlossen -{K  haben  und  behauptete^  in  diesem  Falle  hätte  man  ihnen 
Strassburg  als  deutsche  Barriere  gegen  Frankreich  verschafft;  nun  sei 
es  lu  spät.  Mit  der  letzteren  Behauptung  hatten  die  Engländer  Recht ; 
es  war  ^u  spät  und  blieb  f «  spät.  Weder  der  Utrecht^r  Vertrag  noch  die 
Friedensschlüsse  von  Rastatt  und  Baden  brachten  den  vorderen  Reichs- 
kreisen eine  Verbesserung  ihrer  Lage,  Die  Holländer  gewannen  ihre 
yyBarriere^" ,  den  Oberdeutschen  wurde  sie  vorenthalten ;  Strassburg  und 
das  Elsas s  blieben  franiösisch  und  die  vorderen  Reichskreise  dem  An- 
griffe vom    Westen  her  ebenso  ausgesetzt  wie  vorher. 

Cum  dubiis  ac  difficillimis  nuper  temporibus,  quae  bellum 
quod  etiamnum  geritur  proxime  praecesserunt ,  principes  et 
Status  inclytorum  Franconiae  et  Sueviae  circulorum  rite  per- 
pendentes,  quantum  ex  coniunctione  animorum  et  virium  ad 
tuendam  et  conservandam  communem  libertatem  et  salutem 
roboris  et  emolumenti  accedat,  communicatis  inter  se  consiliis 
pro  sua  incolumitate  et  commodis  societatem  inter  se  inierunt 
in  pacto  sive  conventione  die  16.  Mart.  1702  Nordlingae  asso- 
ciationis  nomine  conclusa  comprehensam ,  cui  statim  sequenti 
die  circulus  austriacus  et  post  quatuor  dies  vicesimo  scilicet 
Martii  eiusdem  anni  1702  circuli  Rhenani  electoralis  et  supe- 
rioris  Rheni  accesserunt,  quod  et  aliquo  post  tempore  fecit  cir- 
culus Rhenanus  westphalicus  inferior;  cumque  eodem  fere  tem- 
pore principes  et  Status  inclytorum  circulorum  Rhenani  electo- 
ralis, franconici,  suevici  et  Rhenani  superioris  a  serenissimo  et 
potentissimo^)  Magnae-Britanniae  rege  Gulielmo  III.  et  a  celsis 
et  praepotentibus  dominis  ordinibus  Uniti  Belgii  ad  societatem 
foederis  inter  sacram  C«*»*  M*«'",  sacram  regiam  M*«'"  Magnae- 
Britanniae  regem  modo  nominatum  et  dominos  ordines  generales 
die  7™**  Sept.  anno  1701  Hagae  Comitum  conclusi  literis  invi- 
tati  huic  foederi  accesserint,  stipulatis  quibusdam  conditionibus 
die  22^**  Martii  anno  1702  in  congressu  Nordlingensi  exhibitis, 
quarum  conditionum  praestationem  post  mortem  praefati  regis 
Gulielmi  III.  serenissima  et  potentissima  Magnae-Britanniae  re- 
gina  nunc  feliciter  regnans  et  domini  ordines  generales  Uniti 


*)  D,  d,  ßo.  De{,  1712;  abgedruckt  u,  a.  bei  Lamberty  l,  c,   VllL  ^, 
»)  Bei  Märten s  folgt  hier  nuper. 


272  '7»'  Aug. 

Belgii  certo  modo  spoponderunt  et  accessionem  eorundem  cir- 
culorum  ad  praedictum  foedus  gratam  et  acceptam  habuerunt, 
unde  postea  durante  hoc  hello  re  ipsa  compertum  est,  maximam 
utilitatem  tarn  puhlicis  quam  mutuis  commodis  ex  hoc  socie- 
tatis  et  foederis  vinculo  accessise;  quapropter  etiam  optandum 
est,  ut  non  tantum  quamdiu  hoc  bellum  duraverit  sed  etiam 
ut  post  reductam  favore  numinis  pacem  continuetur  et  pro  pa- 
ciscentium  mutua  defensione  et  incolumitate  novo  nexu  ad- 
stringatur,  quemadmodum  et  articulus  XII.  foederis  indigitati 
post  pacem  conclusam  inter  partes  contrahentes  foedus  defen- 
sivum  pro  eiusdem  pacis  guarantia  mansunim  esse  declarat. 

His  itaque  rationibus  adducti  Ser°^*  et  Pot™*  Magnae-Bri- 
tanniae  regina,  celsi  et  praepotentes  domini  ordines  generales 
Uniti  Belgii  ex  una  et  ex  altera  parte  principes  et  Status  incly- 
torum  circulorum,  nempe  circuli  Rhenani  electoralis,  austriaci, 
franconici,  suevici  et  Rhenani  superioris  e  re  publica  et  sua 
fore  existimarunt  inter  se  mature  consilia  conferre,  ne  praesen- 
tis  societatis  et  foederis  nexus,  quo  nunc  invicem  inter  se  ad- 
stringuntur,  post  pacem  factam  dissolvatur,  sed  ut  pro  mutua 
securitate  et  uniuscuiusque  contrahentium  defensione  magis  etiam 
contrahatur;  quem  in  fmem  partes  contrahentes  modo  nomi- 
natae  in  articulos  sequentes  consenserunt: 

L 

Ne  per  hunc  tractatum  quicquam  pacto  sive  conventioni 
Nordlingensi  derogetur,  verum  et  haec  una  cum  conditionibus, 
quas  associati  circuU  accedentes  ad  foedus  anni  1701  quod  mag- 
num  vocatur  stipulati  sunt  quasque  regina  Magnae-Britanniae 
et  domini  ordines  generales  promiserunt,  in  omni  suo  vigore 
maneant,  quatenus  cum  ratione  temporis  post  factam  pacem 
convenire  queant,  ut  illarum  in  hoc  tractatu  nihil  innovatum 
vel  mutatum  fiierit.  Sit  praeterea  inter  partes  contrahentes  post 
pacem  conclusam  foedus  defensivum  pro  eiusdem  pacis  gua- 
rantia sub  auspiciis  caesareis,  si  bellum  in  imperio  contra  cir- 
culos  ex  causa  huius  foederis  exoriatur,  salvis  imibus  circulo- 
rum et  statuum;  atque  hoc  posito  fundamento  sit  et  maneat 
inter  partes  contrahentes  vera,  constans  et  perpetua  amicitia 
adeo,  ut  alter  alterius  commoda  promovere,  incommoda  aver- 
tere  omni  studio  teneatur,  quemadmodum  et  se  invicem  cer- 
tiores  reddere,  si  quid  in  imius  vel  alterius  pemiciem  vel  dam- 


171 1  Aug.  2-73 

num  a  quoquam  moliri  contingerit  idque  ad  cuiusquam  notitiam 
perv'enerit. 

n. 

Quo  autem  magis  amicitiae  et  coniunctionis  huius  rationes 
inter  partes  contrahentes  constent  et  quaelibet  illarum  de  mu- 
tuis  auxiliis  certam  spem  concipere  queat,  promittunt  et  spon- 
dent  regia  sua  M*^  Magnae-Britanniae  et  domini  ordines  ge- 
nerales  Uniti  Belgii  sese  tempore  pacis  ad  50.000  militum  simul, 
tempore  autem  belli  necessitate  exigente  adhuc  ultra  habituros, 
ultimo  vero  casu,  nempe  periculo  belli  aut  ipso  bello  emer- 
gente,  numerum  copiarum  infra  stipulatum  et  promissum  in  au- 
xilium  missuros  parti  aggressae. 

m. 

Spondent  et  promittunt  vicissim  electores,  principes  et 
Status  praedictorum  inclytorum  circulorum  sese  tempore  pacis 
numerum  perpetui  militis  circiter  ad  22000  habituros,  atque  se 
hunc  numerum  iuxta  proportionem  statuum  ab  hoste  favente 
numine  recuperandorum  aucturos,  periculo  autem  belli  pro  re 
nata  aut  ipso  bello  existente  se  in  illum  armaturae  statum  con- 
stituturos  in  quo  praesenti  tempore  sunt,  exceptis  illis  copiis 
quae  hactenus  ultra  debitum  et  extra  obligationem  respectu 
imperii  a  quibusdam  circulis  gravibus^)  expensis  supeniumerarie 
sive  supererogatorie  sustentatae  sunt. 

IV. 

Liberum  esse  dominis  confoederatis  ingruente  bello,  ubi 
alter  alten  suppetias  tulerit,  copias  in  auxilium  missas  itidem 
lustrare  et  recensere  cuilibet  compaciscentium,  quotiens  e  re 
Visum  fuerit 

V. 

Si  terras  aut  ditiones  cuiusquam  compaciscentium  vel  illas, 
quas  loco  obicis  vulgo  Barriere  cum  futura  pace  quisquam 
eorum  stipulabitur,  hostiliter  aggredi  praeter  spem  contigerit, 
vel  aUo  modo  ex  causa  huius  foederis  cuiquam  compaciscen- 
tium bellum  illatum  fuerit  vel  belli  periculum  intendetur,  is  qui 
vel  armis  impeditus  fuerit  vel  cui  tale  periculum  imminet  ce- 
teros  compaciscentes  de  facta  aggresione  vel  periculo  certiores 


')  In  der  Abschrift  gravis. 
Österreichisch-englische  SUatsverträge.  Bd.  I.  lo 


^T4  '7"  Aug. 

reddet,  qui  statim  amicabilibus  quibuscunque  officiis  operam 
dabunt,  ut  periculum  avertatur  et  damna  parti  laesae  illata  re- 
parentur,  nihilominus  tarnen  intra  trium  mensium  spatium  sup- 
petias  ferre  parti  laesae  adstricti  erunt  a  die  requisitionis  ad 
hoc  factae  numerandorum. 

VL 

Casu  existente  ut  circuli  supra  nominati  auxilio  indigeant, 
regina  Magnae-Britanniae  et  domini  ordines  generales  Ulis  ope- 
ram ferent  intra  tempus  in  praecedenti  articulo  detemiinatum, 
et  in  illorum  auxilium  nfiittent  regina  Magnae-Brittaniae  loooo 
et  domini  ordines  generales  loooo  propriis  sumptibus  alenda 
ita,  ut  militi  auxiliari  bene  vestito  et  armato  consueta  stipendia 
solvant,  cetera  necessaria,  gramen  scilicet  et  foenum  pro  equis, 
intra  spatium  sex  mensium  a  primo  nempe  Maii  usque  ad  finem 
mensis  Octobris  gratis  praestentur  ab  iis  qui  eorum  opera 
utentur. 

\1L 

Quod  si  vel  regina  Magnae-Britanniae  vel  domini  ordines 
generales  auxilio  opus  habuerint,  principes  et  Status  inclytorum 
circulorum  supra  memoratorum  iis  in  auxilium  mittent  octo 
millia  etiam  probe  vestita  et  armata,^)  quae  si  ex  illo  numero  mi- 
litum  venient,  quem  circuli  secundum  art.  3  perpetuum  vel 
tempore  belli  alere  adstricti  sunt,  iis  principes  et  Status  circu- 
lorum etiam  consueta  stipendia  solvent,  loco  autem  augmenti, 
quod  „Aggii"^)  nomine  venit,  panem  et  pabulum  suis  sumptibus 
dabunt,  qui  eorum  opera  utentur;  si  autem  praeter  has  alias  tur- 
mas  vel  legiones  circuli  in  auxilium  mittant,  illae  in  totum  sti- 
pendiis  reginae  vel  ordinum  merebuntur  et  eorum  ducibus  et 
praefectis  obedient  ab  eo  tempore,  quo  terras  illorum  attigerint, 
et  illius  vel  illorum  quibus  merebuntur  propriae  esse  cense- 
buntur  iuxta  modum  super  quo  eveniente  casu  convenietur, 
qui  et  iis  tanquam  propriis  utentur,  quapropter  et  pretium 
conscriptionis  vulgo  „Antrittsgelder**  pro  illis  solvent 

vm. 

Auxilia  eo  quo  dictum  est  modo  mittenda  pro  rerum  et 
temporum  constitutione  si  necesse  fuerit  augeantur,  ita  tamen 

')  Bei  Martens  vestitos  et  armalos, 
•)  Soviel  wie  Agio, 


171 1  Aug.  ^75 

ut  is  qui  suppetias  feret  non  propterea  in  societatem  belli  venire 
teneatur,  nisi  communicatis  casu  existente  consiliis  hoc  e  re  com- 
muni  esse  partes  contrahentes  cx)nsenserint;  quod  si  pars  con- 
trahens  a  qua  anxilia  petuntur  ipsa  quoque  aggressa  aut  bello 
implicita  sit,  eo  casu  ad  auxilia  mittenda  obligata  non  erit,  et  si 
in  societatem  belli  veniat,  hoc  casu  inter  se  consilia  conferent 
compaciscentes,  quibus  modis  commune  bellum  quam  maxime 
promoveri  queat. 

IX. 

Quaelibet  legio  auxiliaris  munita  erit  duobus  tormentis  bel- 
licis  vibrantibus  singulis  globum  ponderis  6  vel  4  librarum,  et 
munitionibus  belli  secundum  proportionem. 

X. 

Casu  foederis  existente  si  quisquam  compaciscentium  in 
terris  ac  regionibus  alterius  militem  conscribere  cupiat,  haec 
militum  conscriptio  praevia  requisitione  non  impedietur  sed 
adiuvabitur  quantum  locorum  et  temporum  constitutiones^)  hoc 
sinent,  nee  per  illam  proprii  militis  conscriptio  difficilior  reddatur. 

XL 

Fas  non  sit  sub  uUo  praetextu  transitum  negare  suppetiis 
aut  aliis  necessitatibus  bellicis,  quarum  pars  aggressa  egere 
potest 

xn. 

Bello  semel  suscepto  neutri  partium  fas  sit  de  pace  trac- 
tare  nisi  coniunctim  et  communibus  consiliis  secundum  formu- 
lam  et  tenorem  magni  foederis. 

xm. 

Quandoquidem  scopus  huius  continuationis  pacti  sive  con- 
ventionis  Nordlingensis  solummodo  tendit  in  publicum  et  com- 
mune bonum  omnium  foederatorum  in  hoc  praesenti  bello  com- 
prehensorum  et  in  mutuam  defensionem,  itaque  secundum  prae- 
fatum  tractatum  Nordlingensem  electores,  principes  et  Status 
sacri  imperii  Romani  ut  et  caeteri  foederati  ad  huius  tractatus 
accessionem  invitabuntur. 


')  Bei  Martens  folgt  et  mtiones. 


i8» 


276  t7ii  Aug. 

XIV. 

Tractatus  hie  confirmabitur  et  ratihabebitur  et  tabulae  rati- 
habitionis  extradentiir  et  permutabuntur  intra  spatium  duonim 
mensium  a  die  conclusi  tractatus  vel  etiam  citius  si  fieri  poterit. 
In  quorum  fidem  etc. 

Articulus  separatus. 

Quandoquidem  potissimum  associatorum  circulorum  belli 
scopus  fuerit,  ut  pro  maiori  securitate  divino  favente  numine 
vi  armorum  associatorum  aui  futura  pace  contra  continuas  co- 
ronae  gallicae  pacis  transgressiones  meliorem  obicem  et  repa- 
gulum  obtinerent,  hucusque  ab  una  quidem  parte  compertum 
Sit,  a  serenissima  et  potentissima  Magnae-Britanniae  regina  et 
dominis  Uniti  Belgii  ordinibus  generalibus  nihil  neglectum  fuisse, 
quod  ad  ohtinendum  finem  tarn  salutarem  inservire  potuerit, 
ab  altera  tarnen  parte  videatur  vix  talem  securitatem  obtineri, 
nisi  recuperandi  avulsa  imperii  (scilicet  universae  Alsatiae,  Sunt- 
goviae  et  Brisgoviae  nee  non  trium  episcopatuum  Metensis, 
Tulonensis  et  Verodunensis,  ducatus  quoque  Lotharingiae)  ratio 
habeatur;  spondent  itaque  domini  foederati  sese  tarn  vi  armo- 
rum quam  futura  pace  pro  virili  omni  cura  et  opera  conaturos, 
ut  praedicti  Status  avulsi  si  possibile  erit  imperio  reuniantur  et 
Serenissimus  quoque  Lotharingiae  dux  aequam  et  convenientem 
satisfactionem  obtineat.  Erga  quam  satisfactionem^)  altefatus  dux 
ratione  ditionum,  quae  ipsi  ope  dominorum  foederatorum  in  fu- 
turis  pacis  tractationibus  contingent,  non  modo  congruam  con- 
tributionem  in  circulo,  ad  quem  ditiones  et  terras  eiusmodi  per- 
tinere  dignoscetur,  in  se  reeipere  obstrietus  erit,  sed  et  si  adhue 
res  eo  communi  consilio  dirigi  posset,  ut  idem  Serenissimus 
dux  ratione  earundem  ut  et  pro  ea  provincia  aut  terris,  quas 
in  vicem  et  compensationem  ducatus  Montisferatensis  conse- 
quetur,  huie  foederi  (prout  recessus  de  anno  1709  die  15  Maii 
inter  superiores  imperii  circulos  eonfectus  id  ipsum  innuit)  cum 
adaequato  militum  numero  aliisque  praestationibus  iuxta  pro- 
portionem  deinceps  determinandis  accedet.  Habebitque  arti- 
culus hie  separatus  tantum  vigorem  ac  si  verbotenus  traetatui 
de  ....  Augusti  anno  171 1  insertus  fuisset 


')  Bei  Martens  folgt  et  restitutionem. 


17*3  Marz  3./14.  277 

14. 

Zwei  Konventionen  ^wischen  Österreich  und  England,  betreffend 
die  Räumung  Catalofiiens,  die  Neutralität  Italiens  und  die  da- 
selbst ^u  beobachtende  Haltung  der  kaiserlichen  Truppen;  d.  d. 
Utrecht  17 iß  Mär^  J.I14. 

Bat.  Annas  d.  d.  St,  James  lyij  24.  Mär;{  st  v, ;  Rat.  Karls  VI. 
d.  d.    Wien  i/iß  Mär^  ji. 

Die  Originale  der  Konventionen  und  der  Ratifikation  Karls  im  R.  O., 
das  der  englischen  Ratifikation  im  St.-A.  —  Drucke  bei  Bitttier  Nr.  686. 

Die  in  diesem  Zusammenhange  abgedruckten  2  Verträge  vom 
J^ji4.  Mä'rjl  i/ij  sind  ihrem  Inhalte  nach  unter  englischer  Vermute- 
hing  ^{wischen  Karl  VI.  und  Frankreich  getroffene  Vereinbarungen  über 
die  Bedingungen,  unter  denen  der  Kaiser  die  Räumung  Cataloniens 
und  der  Inseln  Majorka  und  Ivi^a  {u  vollziehen  und  eine  ß'ir  gan{ 
Italien  und  die  benachbarten  Inseln  geltende  Neutralität  einzugehen  sich 
bereit  erklärte.  Wenn  dieselben  in  dieser  Sammlung  der  österreichisch- 
englischen  Staaisver träge  ;(um  Abdrucke  gelangen,  so  liegt  der  Grund 
dafür  darin,  dass  England  bei  dieser  Gelegenheit  flicht  nur  als  Ver- 
tragsteilnehmer, sondern  auch  als  Vertragsgegner  sowohl  Frankreichs 
als  auch  Österreichs  erscheint.^)  Jede  dieser  beiden  Mächte  verpflichtete 
sich  England  gegenüber  die  dem  Gegner  gegebenen  Versprechen  \u 
haltfn,  wogegen  der  englische  König  die  Garantie  dafür  übernahm, 
dass  der  andere  Teil  seinerseits  die  übernommenen  Verpflichtungen  er- 
füllen werde.  Der  von  den  österreichischen  und  englischen  Bevoll- 
mächtigten unterzeichnete  Vertrag,  den  wir  abdrucken,  enthält  im 
Iß.   Artikel  das   Versprechen  Karls   VI,  die  den  Franj^osen  gemachten 


V)  In  der  im  R.  O.  befindliclten  Ratifikation  dieser  Konvention  durch 
Karl  VI.  heisst  es  ausdrücklich  „Cum  die  XIV  huius  mensis  inter  nostros  et 
Ser*»<**  ac  Pot^^'  Magnae-Brittaniae  reginae  tum  eiusdein  atque  etiam  Ser**** 
ac  PoP***  regis  Christ^*  ex  altera  parte  ad  praesentes  qui  Ultrajecti  instituti  sunt 
pacis  tractatus  plena  potcstate  instructos  ministros  super  educendo  ex  Catälaunia 
seu  Yvica  nostro  confoederatorumque  nostrorum  mtlite  uti  et  super  Italiae  neu- 
tralitate  observanJoque  in  ea  annistitio  duae  conventioncs  initae  fuerint  etc.**  .  . 
///  der  im  S^-A,  befindlichen  Rat.  Annas  heisst  es  „Quandoquidem  conventiones 
duae,  una  de  evacuando  Catalauniae  principatu  insulisque  Majorcae  et  Ivicae  ui 
et  de  armistitio  per  totam  Italiam  instituendo,  altera  de  neutralitate  et  securitate 
Italiae  durantc  armistitio  praedicto  per  plenipotentiarios  tum  nostros,  tum  Cae- 
sareos  etc.  .  /* 


278  i7»3  MÄrz  3./14. 

Zugeständnisse  {«  halten,  und  die  Erklärung  der  Königin  Anna,  dass 
Frankreich  seinerseits  die  gegebenen  Versprechen  erfüllen  werde.  Ein 
entsprechendes  Dokument  wurde  am  selben  Tage  von  den  Vertretern 
Englands  und  Frankreichs  unter i{e lehnet ,^') 

Eine  eingehende  Erörterung  der  Umstände,  unter  denen  dieses 
Abkommen  getroffen  wurde,  muss  dem  Herausgeber  der  österreichisch- 
französischen  Staatsverträge  vorbehalten  werden,  der  im  Zusammen- 
hange der  gesamten  österreichisch-französischen  Friedensverhandlungen 
auch  die  Frage  der  Räumung  Cataloniens  und  des  Waffenstillstandes 
für  Italien  -f//  erörtern  haben  wird.  Für  unsere  Zwecke  wird  es 
wohl  genügen,  darauf  aufmerksam  ^//  machen,  dass  Karl  VI,  erst  in 
dem  Augenblicke,  da  er  jede  Hoffnung  aufgeben  musste,  auf  anderem 
Wege  seine  in  Catalonien  weilende  Gattin  und  die  dort  für  seine 
Sache  kämpfenden  Truppen  -f«  retten,^)  sich  bereit  erklärte,  die  vom 
Gegner  geforderte  Neutralität  für  gan^  Italien  {u  Gunsten  des  nun- 
mehr offen  bundbrüchigen  Herzogs  von  Savoyen^)  z'^^uge stehen,  nicht 
ohne  volle  Afunestiefür  die  ihm  treugebliebenen  Catalonier  au sj(ff bedingen.*) 
Sein  Wunsch  den  Privilegirten  dieses  Landes,  die  seine  Sache  vertreten 
hatten,  die  Bestätigung  ihrer  Vorrechte  -f«  erwirken,  woj^u  beizutragen 
sich  die  Engländer  wiederholt  verpflichtet  hatten,  blieb  dagegen  unerjüllt. 


*)  Dieses  englisch-frjn\ösiche  Dokument  ist  u,  a,  abgedruckt  bei  Dumont 
l  c.  Vlllfi  327, 

•)  Die  Engländer  hatten  im  Laufe  des  Jahres  1712  versprochen,  die  Ge- 
mahlin Karls  VI.  nach  Italien  ^m  überführen,  knüpften  aber  im  Herbst  1712  die 
Erfüllung  dieses  Versprechens  an  die  Neutralitätserklärung  Italiens,  die  \U\U' 
gestehen  dem  Kaiser  sehr  schwer  fiel.  Vgl,  Weber,  Der  Friede  von  Utrecht  ß^p, 

*)  Vgl.  für  die  Verhandlungen  über  diese  Frage  die  Berichte  Sin\endorfs 
vom  Jan,  und  Febr,  171^,  St-A,  und  Weber  l.  c,  ^67.  Die  österreichiscJie  Re- 
gierung wollte  ursprünglich  nur  einen  Waffenstillstand  und  keine  Neutralität 
{ugestehen,  und  entschloss  sich  erst  alhnälig  \ur  Neutralität  sowie  :^ir  Ausdeh^ 
nung  derselben  auf  Commachio  und  Mantua  und  ^ur  Reduktion  des  Armerstandes 
in  gan\  Italien  auf  20000  Mann, 

*)  Die  entsclieidende  Weisung  Karls  VI,  an  seinen  Residenten  in  England, 
Hofmann,  ist  datiert  35.  De\,  1712,  St,-A,  Der  Kaiser  betont  in  derselben  aus- 
drücklich,  dass  die  Unmöglichkeit  bei  England  seine  Wünsche  durch\uset\en, 
ihn  :{u  dem  Schritte  bewege,  seine  Gemahlin  und  seine  Truppen  aus  Spanien 
ahiuberufen  und  betont  \u  gleicher  Zeit^  dass  vorher  allen  treugebliebenen  Spa- 
niern und  Catalancn  „durch  eine  Genrralamnestie  für  ihre  Güter,  Freifieiten^ 
Uhren,  Ämter,  auch  jenen,  die  mit  herüber  gehen  wollen,  genugsam  vorgesehen 
werde,**  Auch  forderte  er,  dass  die  Überfahrt  aus  Spanien  nach  Italien  auf 
englischen  Schiffen  und  auf  englische  Kosten  geschehen  solle.  Vgl,  auch  Weber 
l.  c.  s6y 


171 3  Mttrz  3./14.  279 

da  die  in  England  herrschende  Partei,  von  dem  Bestreben  beseelt  den 
ihren  Interessen  günstigen  Frieden  mit  Frankreich  ^um  Abschlüsse  ^u 
bringen,  vor  dem  heßigen  Widerstände  der  Franzosen  :{tirückwich  und 
nicht  eher  ruhte,  bis  Karl  VI.  seine  Einwilligung  da^u  gab,  dass  die 
Ordnung  dieser  und  einiger  anderer  Angelegenheiten  dem  Friedens- 
kongresse ^^ugewiesen  wurdeS)  Die  Engländer  gaben  ^war  das  Ver- 
sprechen, die  Interessen  des  Kaisers  in  dieser  Frage  daselbst  ^«  ver- 
treten, hielten  es  aber  nicht,  Karl  VI  aber  wurde  nicht  müde,  auch 
nach  erfolgtem  Friedensschlüsse  mit  Frankreich  für  die  ihm  Treuge- 
bliebenen einzutreten  und  die  Wiedereinsetzung  derselben  in  ihre  frü- 
heren Privilegien  j[u  fordern. 

Quo  citius  bella  et  quae  exinde  oboriri  solent  mala  finian- 
tur,  Visum  et  ad  pacis  negotium  maturandum  utile  iudicatum 
fuit  super  evacuando  Interim  Catalauniae  principatu  insulisque 
Majorca  et  Yvica  nee  non  armistitio  per  totam  Italiam  insulas- 
que  adiacentes  ac  in  mari  mediterraneo  sitas  ut  et  suae  regiae 
celsitutinis  ducis  Sabaudiae  ditiones  ineundo  convenire,  id  quod 
etiam  post  varia  colloquia  inter  sacrae  C®*«  et  catholicae  regiae 
M^*  et  Ser"'  regis  christianissimi  eiusque  foederatorum  mini- 
stros  plenipotentiarios  habita  per  indefessam  praeprimis  operam 
ministrorum  plenipotentiariorum  sacrae  regiae  M*^^  Magnae-Brit- 
tanniae  hinc  inde  collatam  sequentem  in  modum  effectum  est 

I. 

Abducentur  ex  principatu  Catalauniae  ut  et  insulis  Majorca 
et  Yvica  copiae  omnes  caesareae  et  foederatorum;  quo  vero 
id  eo  promptius  et  cum  omni  securitate  fieri  possit,  erit  in  locis 


*)  Vgl,  die  Weisungen  Karls  VI.  an  Hof  mann,  wie  an  die  kaiserlichen 
Gesandten  in  Utrecht  d,  d,  25.  Febr,  171^  St-A.  und  Weber  L  c.  sS}  f.,  insb, 
die  Anm,  p.  ^84  und  Klopp  l.  c.  XIV  444  f  Wenn  Weber  1,  c.  ^8^  meint,  es 
sei  Karl  VI,  nicht  möglich  gewesen  „Vorsorge  :^  treffen  für  die  Amnestie  und 
Privilegien  der  treuen  Catalonier^' ,  so  ist  dies  bezüglich  der  Amnestie  nicht  richtig, 
da  §  8  des  im  nachfolgenden  abgedruckten  Vertrages  eine  volle  Amnestie  für 
dieselben  entliält.  Nur  die  Privilegienfrage  der  Catalonier  und  die  Amnestie  aller 
anderen  spanischen  Untertanen  wurde  der  späteren  Entscheidung  anheimgestellt. 
Aus  den  Berichten  Hofmanns  vom  ij;  20,,  27.  Jan.  und  ij,  Febr,  171^  St-A» 
geht  heroor,  dass  nebst  der  Frage  der  Privilegien  für  die  Spanier,  die  der  Trans- 
portkosten beim  Abzüge  der  kaiserliehen  Truppen  aus  Spanien  Anlass  ^u  lebhaften 
Verhandlungen  :^'ischen  dem  englischen  und  kaiserlichen  Gesandten  im  Haag, 
wie  \wisclien   Hofmann   und  den  englischen   Ministern  gegeben  hat. 


28o  »7 «3  März  3./14. 

Omnibus  supra  memoratis  inter  partes  belligerantes  earumque 
exercitus,  milites  et  subditos  terra  marique  plena  et  integra  ar- 
morum  et  omnis  hostilitatis  suspensio  a  die  decimo  quinto,  ex 
quo  haec  conventio  in  Catalauniae  principatu  innotescet,  in- 
choanda.  Quo  ipso  etiam  armistitii  inchoandi  die  potentia  Ca- 
talauniam  evacuatura  tradet  alteri  potentiae  belligeranti  sive 
Barcinonam  sive  Tarragonam,  electione  penes  cedentem  rema- 
nente,  quam  ex  nominatis  urbibus  usque  ad  peractam  evacua- 
tionem  retinere  velit.  Durabit  vero  dicta  armorum  suspensio 
usque  dum  aula  O*,  eins  comitatus  et  quidquid  adhuc  perso- 
narum,  rerum  bonorumve  cuiusvis  generis  ad  illam  spectat  una 
cum  Omnibus  O»^  et  foederatorum  copiis  personisque  etiam  non 
militaribus  sive  Hispanis  sive  aliis  aulam  sequi  volentibus  exi- 
verint  et  in  Italiam  pervenerint.  Cum  autem  haec  abductio  non 
aliter  ac  per  mare  fieri  queat,  hinc  ulterius  conventum  est,  quod 
in  casu  eiusdem  per  partes  faciendae  primis  evectis,  qui  post 
hos  usque  dum  sufficiens  navium  numerus  in  promptu  sit  re- 
manebunt,  in  locis  commodis  tutisque  coUocari  debeant,  in  con- 
formitate  eorum  quae  articulo  septimo  continentur,  ita  tamen 
ut  loca  interim  occupata  ab  exeuntibus  alteri  parti  in  eodem 
statu  protinus  extradantur. 

IL 
Praedictae  aulae  copiarumque  transfretatio  absque  omni 
mora  inchoabitur  et  finietur,  quae  vero  ad  illam  accelerandam 
et  perficiendam  spectant  classis  britannicae  in  istis  maribus 
praefectus  praevia  cum  utriusque  partis  belligerantis  supfemis 
militiae  ductoribus  sive  commissariis  ex  utraque  parte  desuper 
nominandis  communicatione  determinabit. 

IIL 
Saepe  memoratae  aulae  O*«  omnique  eins  comitatui  ac 
aliis  sequi  cupientibus  inprimis  copiis  universis  pateat  plenaria 
cum  securitate  ac  sine  uUo  Galliae  eiusque  foederatorum  earumve 
classium  exercituumque  aut  subditorum  impedimento  et  periculo 
transitus  ex  Catalaunia  insulisque  supradictis  in  Italiam  sub 
praesidio  classis  sacraeregiae  M*'^  Magnae-Brittanniae,  respective 
cum  sarcinis,  armis  rebusque  omnibus  suis,  tormentis  insuper 
bellicis  et  reliquis  instrumentis  militaribus  caeterisque  eo  spec- 
tantibus,  ita  tamen,  ut  tormenta  et  instrumenta  bellica,  quae 
tempore   occupationis  in   locis  evacuandis  fuerunt  ut  et  quae 


1713  März  3./14.  281 

gallicis  scutis  impressa  inibi  reperiuntur,  parti  alteri  relinquan- 
tur;  quod  si  ex  navibus  transvectioni  inservientibus  aliquae  ad 
littora  vel  portus  Galliae  aut  foederatorum  tempestate  vel  alio 
casu  appulsae  fuerint,  non  erit  licitum  illas  vel  personas  aut 
res  transvehendas  retinere,  sed  omni  potius  modo  adiuvabuntur. 

IV. 

Debiti  causa  abituros  retinere  fas  non  esto;  quo  autem 
creditorum  nominibus  cautum  sit,  placuit  utrinque  commissarios 
constituendos  esse,  qui  tam  de  debitis  quam  de  obsidibus  dan- 
dis  statuant. 

V. 

Aegrotis  vulneratisque  tam  militaribus  quam  civilibus  in- 
terque  hos  etiam  ecclesiasticis  liceat  cum  omnimoda  securitate 
usque  ad  valetudinem  recuperatam  propriis  tarnen  illorum  sump- 
tibus  in  Catalaunia  et  dictis  insulis  permanere,  postmodum 
vero  exinde,  sive  id  mari  per  Italiam  sive  terra  per  Galliam 
fiat,  ad  suos  se  recipere,  ad  quem  fmem  illis  petentibus  literae 
securi  transitus  ab  altera  belligerantium  parte  concedendae  erunt 

VI. 

Captivi  omnes  in  bello  hoc  hispanico  facti  relaxabuntur 
utrinque. 

vn. 

Quae  vero  ulterius  ad  accelerandum  et  cum  omnimoda 
securitate  perficiendum  hoc  negotium  pertinere  videbuntur,  in- 
primis  vero  de  locis  per  copias  utriusque  partis  interea  et  usque 
ad  plenariam  Catalauniae  insularumque  evacuationem  occupan- 
dis,  ut  et  de  aulae  eiusque  comitatus  perinde  ac  copiarum  com- 
moda  et  quieta  permansione  et  contra  quoscunque  insultus  se- 
curitate, super  his  convenient  copiarum  utrinque  supremi  duc- 
tores,  et  quae  inter  eos  conventa  sunt  pari  cum  caeteris  huius 
conventionis  contentis  firmitate  gaudebunt. 

vm. 

Concedatur  praeterea  et  statim  a  tempore  inchoandae  eva- 
cuationis  in  nmplissima  forma  publicetur  pro  Omnibus  Cata- 
launiae dictarumque  insularum  subditis  ac  incolis  cuiuscunque 
conditionis,  saecularibus  et  ecclesiasticis,  amnestia  generalis  et 
perpetua  oblivio  omnium  eorum,  quae  ab  illis  in  hoc  bello  vel 
occasione  eiusdem  contra  partes  ex  adverso  belligerantes  quo- 


282  '7>3  Mätz  3./14. 

cunque  demum  loco  modove  facta  sunt,  ita  ut  nee  eorum  nee 
uUius  similis  rei  causa  vel  praetextu  illis  omnibus  aut  singulis 
posthac  quidquam  hostilitatis  aut  inimicitiae,  molestiae  ac  im- 
pedimenti  quoad  personas,  exstimationem,  bona  et  securitatem, 
clam  aut  palam,  directo  aut  indirecto,  sub  specie  iuris  aut  via 
facti,  inferri  nequaquam  fas  sit,  sed  omnes  ac  singulae  tarn  occa- 
sione  huius  belli  quam  eo  durante  verbis,  scriptis  aut  factis  illa- 
tae  iniuriae,  violentiae,  hostilitates,  damna  etc.  absque  omni  per- 
sonarum  rerumve  respectu  ita  penitus  aboleantur,  ut  quidquid 
eo  nomine  contra  illos  forsitan  praetendi  potuisset  aeterna  ob- 
livione  sepultum  maneat. 

IX. 
Cum  vero  ministri  plenipotentiarii  sacrae  O"®  M*^*  pro  fruitione 
privilegiorum  Catalauniensium  ut  et  Majorcae  et  Yvicae  sub- 
ditorum  et  incolarum  adhuc  ante  evacuationem  institerint,  ex 
parte  vero  Galliae  et  foederatorum  eins  hoc  quidquid  est  ne- 
gotii ad  pacis  futurae  conclusionem  remissum  sit,  sacra  regia 
^tas  Magnae-Brittanniae  iterato  declaravit,  se  officia  sua  quam 
efficacissima  ubicunque  opus  fuerit  interposituram  esse,  ut  et 
in  posterum  Catalauniae  et  Majorcae  Yvicaeque  incolae  suis 
privilegiis  gaudere  possint;  in  quo  praedicti  ministri  plenipo- 
tentiarii caesarei  tandem  acquievere,  cum  ipsemet  etiam  rex 
christianissimus  se  ad  eundem  finem  allaboraturum  fore  per 
ministros  suos  plenipotentiarios  declarari  fecerit 

X. 

Cum  vero  in  conventionis  huius  serie  de  quibusdam  aliis 
negotiis  tractatum  sit,  scilicet  de  amnestia  universali  ut  et  de 
conservatione  bonorum,  beneficiorum ,  officiorum,  pensionum 
aliorumque  huius  generis  commodorum  tam  pro  subditis  Hispa- 
nis  quam  Italis  Belgisque  alterutras  partes  secutis  aut  sequi  vo- 
lentibus,  neque  e  re  iudicatum  fuerit  de  iis  quidquam  statuendi 
hac  in  conventione  de  evacuanda  Catalaunia  principaliter  in- 
stituta,  ad  futuros  pacis  tractatus  eadem  quoque  remittere  pla- 
cuit,  sua  regia  M.^  Magnae-Brittanniae  declarante  se  officia  sua 
efficacissima  adhibituram,  ut  et  de  iis  omnibus  reciproce  circa 
dictae  pacis  conclusionem  statuatur. 

XL 

Conventum  praeterea  et  concordatum  est  inter  suam  C®*"» 
jvitem  et  suam  M^"»  regem  christianissimum  accedente  insuper 


171 3  MUrz  3./I4-  283 

sua  regia  celsitudine  duce  Sabaudiae,  quod  usque  ad  futuram 
pacem  cum  Gallia  pangendam  in  universa  Italia  et  insulis  in 
man  mediterraneo  sitis  ac  respective  per  partes  belligerantes 
possessis,  ut  et  in  omnibus  terris,  provinciis  ac  statibus  suae  re- 
giae  celsitudinis  ducis  Sabaudiae  tarn  citra  quam  ultra  Alpes 
intra  quatuor  hebdomadas  a  subscriptione  praesentis  conven- 
tionis  numerandas  plena  ac  integra  esse  debeat  cessatio  omnium 
cuiuscunque  generis  hostilitatum ,  quocunque  nomine  veniant 
aut  quacunque  occasione  aut  praetextu  terra  marive  exerceri 
possint,  absque  ulla  reservatione  aut  exceptione  locorum  quorum- 
cunque,  qui  Itaüae  insulisque  supradictis  et  duci  Sabaudiae  sub- 
iacent,  inter  exercitus,  milites  et  subditos  altememoratorum  con- 
trahentium,  qui  sine  dilatione  mandata  necessaria  mittent  su- 
premis  illorum  militiae  praefectis  aliisque,  quo  haec  conventio 
promptius  executioni  detur,  adeo  ut  quidquid  quocunque  de- 
mum  modo  aut  loco  contra  fiat  aut  ab  inito  armistitio  eoque 
durante  factum  sit,  tam  ex  una  quam  altera  parte  incontinenter 
restituatur,  annulletur  et  optima  fide  reparetur.  Expresse  prae- 
terea  cautum  et  declaratum  est,  quod  durante  armistitio  in  re- 
giae  suae  celsitudinis  ducis  Sabaudiae  a  Gallia  nunc  possessis 
ditionibus  cessabunt  omnes  contributiones  militares  ita,  ut  nihil 
omnino  ultra  reditus  ordinarios  et  consuetos  ibidem  exigetur. 
Quae  dicti  armistitii  conditiones  observabuntur  etiam  respectu 
provinciarum  gallicarum  ditionibus  ducis  Sabaudiae  circum  vici- 
narum,  et  subditis  interea  licebit  invicem  commerciari. 

xn. 

Res  in  Italia  durante  hoc  armistitio  in  statu  quo  nunc 
sunt  permanebunt,  earum  compositio  ad  pacis  negotium  remit- 
tatur. 

xm. 

Cum  igitur  ad  hanc  conventionem  ineundam  contulere 
plurimum  amicissimae  suae  regiae  M**^  Magnae-Brittanniae  hor- 
tationes,  atque  ad  eandem  porro  debitae  executioni  mandandam 
opus  omnino  esse  visum  sit,  ut  et  ipsa  in  partes  huius  pactionis 
veniat,  proinde  spondente  ex  parte  sua  et  foederatorum  suorum 
sua  O*  M^  et  suae  regiae  M*^  Magnae-Brittanniae  fide  data  per 
praesens  instrumentum  vim  pacti  inter  suas  maiestates  solem- 
niter  initi  habiturum,  C«*™  suam  M*«"»  foederatosque  suos  omnes 
et  singulos  huius  conventionis  articulos  bona  fide  observaturos 


2S4  '7«3  MUrz  3./14. 

et  integerrime  adimpleturos  esse,  ipsa  quoque  sacra  regia  M*** 
Magnae-Brittanniae  praesenti  Convention!  sponsorio  nomine  ac- 
cedere  voluit,  in  se  recipiendo  et  promittendo,  quod  ab  altera 
supra  memoratonim  contrahentium  parte  omnes  et  singuli  huius 
conventionis  articuli  bona  fide  observabuntur  et  integerrime 
adimpleti  erunt. 

Ratihabebitur  praesens  conventio  a  sacra  C®*  et  regia  M*« 
eiüsdemque  ratihabitionis  tabulae  intra  quatuor  septimanas  aut 
si  citius  fieri  potest  Ultrajecti  invicem  commutabuntur. 

In  quoram  fidem  nos  sacrae  C®*®  et  catholicae  M*^*'  et  sa- 
crae  regiae  M*^«  Magnae-Brittanniae  ministri  plenipotentiarii  prae- 
sentes  tabulas  manibus  nostris  subscriptas  sigillis  nostris  muni- 
vimus.  Trajecti  ad  Rhenum  die  decimo  quarto/tertio  Martii, 
anno  millesimo  septingentesimo  decimo  tertio/duodecimo. 

L.  S.  Philippus  Lud.  C  a.  Sinzendorff.  L.  S.  Job.  Bristol. 

L  S.  Michael  Achatz  L.  B.  de  Kirchner.  L.  S.  Strafford. 


Ex  occasione  conventionis  super  evacuanda  Catalaunia  ut 
et  insulis  Majoricae  et  Yvicae  et  armistitio  in  Italia  hodie  initae 
plurimum  idque  gravissimis  rationum  momentis  sua  regia  M*** 
Magnae-Brittanniae  institit,  ut  omni  suspicionis  materiae  ex  in- 
troducendis  in  praedictam  Italiam  copiis  adeo  numerosis  ori- 
turae  forsitan  uti  solet  obviam  eatur;  ideo  infrascripti  alteme- 
moratae  suae  C^®  et  catholicae  regiae  M*^»  ministri  plenipoten- 
tiarii de  studio  domini  sui  clementissimi  ad  opus  tam  salutare 
prono  certiores  spondent  solenniter  et  promittunt,  sacram  O*'" 
M*®'"  curaturam  eumque  in  flnem  talia  supremis  suae  militiae 
praefectis,  generalibus,  officialibus,  locumtenentibusaliisque  man- 
data  daturam,  ut  copiae  omnes  ex  Catalaunia  et  insuHs  prae- 
dictis  transvehendae  aliaeque  tam  caesareae  quam  foederatae  sine 
omni  mora  brevissimaque  ac  commodiore  qua  fieri  potest  via 
transitu  innoxio  ubique  observato  ex  Itaha  in  Germaniam  ab- 
ducantur,  ita  ut  in  Italia  praedicta  durante  armistitio  hodie  inito 
tantum  solummodo  caesareanorum  et  foederatorum  militum  re- 
linquatur,  quantum  ad  praesidia  munimentorum  tutamenque  pro- 
vinciarum  ibi  locorum  requiritur,  idque  ita  ut  eorum  numerus 
in  universa  Itaha  viginti  miUia  militum  non  excedat.  Cumque 
exinde  ratio  hyberna  et  contributiones  in  reliqua  Italia  exigendi 
sua  sponte  cesset,  et  ipsimet  C®*®  M*^  grave  videretur  Itahae 


171 3  März  3./I4-  285 

tranquillitati  eo  potissimum  tempore  deesse,  quo  se  nihil  magis 
quam  universi  christiani  orbis  pacem  et  quietem  cordi  habere 
undequaque  non  exiguis  documentis  testatum  facit;  promittit 
idcirco  sua  O*  M*^«  nuUa  quocunque  titulo  vel  hyberna  coUo- 
canda  vel  contributiones  quascunque  exigendas  esse  durante 
praedicto  armistitio  in  Italia  uUis  in  locis  principum  aliorumve, 
ubi  eiusmodi  hyberna  coUocata  et  contributiones  durante  hoc 
hello  collectae  sunt. 

Cum  igitur  ad  conventionem  supradictam  ineundam  omni- 
busque  in  contrarium  euntibus  moHminibus  obviandis  plurimum 
amicissimae  suae  regiae  M*»^  Magnae-Brittanniae  hortationes  con- 
tulerint  atque  ad  eandem  porro  debitae  executioni  mandandam 
opus  omnino  esse  visum  sit,  ut  et  ipsa  in  partes  huius  pactionis 
veniat,  proinde  spondente  ex  parte  sua  sacra  O*  M*«  et  sacrae 
regiae  M*»  Magnae-Brittanniae  fide  data  per  praesens  instrumen- 
tum  vim  pacti  solenniter  cum  sua  regia  M*«  Magnae-Brittanniae 
initi  habiturum,  O^™  suam  M*®™  omnia  et  singula  superius  pro- 
missa  bona  fide  observaturam  et  adimpleturam,  quinetiam  man- 
data  ministris  suis  tam  civilibus  quam  militaribus,  quorum  opera 
hac  in  parte  usura  sit,  quam  expressissima  daturam,  ne  quid  ipsi 
aut  eorum  aliquis  facere  aut  attentare  praesumant,  quominus 
eadem  omnia  debitum  plenarie  sortiantur  effectum,  ipsa  quoque 
sua  regia  M**«  Magnae-Brittanniae  in  se  recipit  et  promittit,  quod 
ab  altera  supramemoratorum  contrahentium  parte  omnes  et 
singuli  huius  conventionis  articuli  bona  fide  observabuntur  et 
integerrime  adimpleti  erunt. 

Ratihabebitur  praesens  conventio  a  sua  O»  et  regia  M*« 
eiusdemque  ratihabitionis  tabulae  intra  quatuor  septimanas  aut 
citius  si  fieri  potest  Traiecti  invicem  commutabuntur. 

In  quorum  fidem  nos  sacrae  O*®  et  catholicae  M*^^  et  sa- 
crae regiae  M*'»  Magnae-Brittanniae  ministri  plenipotentiarii  prae- 
sentes  tabulas  manibus  nostris  subscriptas  sigillis  nostris  muni- 
vimus.  Traiecti  ad  Rhenum  die  decimoquarto/tertio  mensis  Martii 
anno  millesimo  septingentesimo  decimotertio/duodecimo. 

L.  S.  Philippus  Lud.  C.  a.  Sinzendorff.  L.  S.  Joh.  Bristol. 

L.  S.  Michael  Achatz  L.  B.  de  Kirchner.  L.  S.  Strafford. 


286  »715  Nov.  15. 

15. 

Barrieretractat  fischen  Karl  VI,,  Georg  I.  und  den  General- 
Staaten  samt  einem  Separatartikel  und  2  Declarationen ;  d,  d, 
Antwerpen  171$  Nov.  1$  n.  st, 

Rat.  des  Vertrages  und  des  Separatartikels  seitens  Georgs  L  St.  James 
171$  Nov.  jolDej(.  11/  seitens  Karls  VI.  Wien  lyi^  De^.  21;^)  sei- 
tens der  Generalstaaten  d.  d  Haag  1716  Jan.  14. 

Die  Originale  des  Traktates  und  Separatartikels  im  St-A.,  R.  O.  undR,  A. ; 
die  Originale  ihrer  Ratifikationen  durch  Georg  im  St.-A,,  durJi  Karl  im  R.  O., 
seitens  der  Generalstaaten  im  St-A.  —  Drucke  bei  Bittner  Nr,  6py, 

Da  der  Barrierevertrag  vom  ly  Nov,  171$  eine  Frage  ^u  lösen 
hatte,  die  in  erster  Linie  die  Vereinigten  Niederlande  und  Österreich 
berührte,  während  England  mehr  die  Rolle  des  Vermittlers  fischen 
den  beiden  hauptsächlich  beteiligten  Mächten  spielte,  muss  eine  ein- 
gehefidere  Erörterung  der  Umstände^  unter  denen  diese  für  die  Ge- 
schichte des  18.  Jahrh.  so  bedeutungsvolle  Abmachung  zustande  ge- 
kommen ist,  dem  Herausgeber  der  österreichisch-niederländischen  Staats- 
verträge vorbehalten  bleiben.  Für  unsere  Zwecke  genügt  es  wohl,  in 
Kür:{e  die  Stellung  ^//  charakterisieren,  die  England  und  Österreich 
im  Laufe  der  bis  ^um  Abschlüsse  dieses  Vertrages  geführten  langwieri- 
gen Verhandlungen  eingenommen  haben,  und  nur  jene  Angelegenheiten 
etwas  eingehender  ^u  erörtern,  durch  welche  die  Interessen  beider 
Staaten  direkt  berührt  wurden.  Schon  ^ur  Zeit,  da  die  Spanier  in  den 
katholischen  Niederlanden  herrschten,  hatten  die  Vereinigten  Niederlande 
das  Recht  erworben,  eine  Reihe  von  belgischen  Festungen  an  der  fran- 
:(ösischen  Grenze  mit  ihren  Truppen  {u  besetzen,  um  durch  diese  Fe- 
stungen „wie  durch  einen  Damm  oder  eine  Barriere'^  die  Franzosen  in 
Schranken  j^u  halten.  Wie  wenig  das  aber  gelang,  geigte  sich,  als  im 
Februar  ijoi  eine  fran:^ösische  Armee  unvermutet  im  Lande  erschien. 
Die  holländischen  Garnisonen  wurden  überrumpelt,  gefangen  genommen 
und  erst  nach  Anerkennung  der  bourbonischeu  Erbfolge  in  Spanien 
freigegeben. 

Allein  noch  im  selben  Jahre  kam  es  ^um  Abschlüsse  der  Haager 
Allianz  vom  7.  Sept,  1701^  und  in  dem  ß.  Artikel  derselben  verpflich- 
teten sich  die  Verbündeten^  mit  aller  Kraft  die  Eroberung  der  spani- 
schen Niederlande  anzustreben,  „damit  dieselben  als  ein  Damm  und 
ein  Siegel  oder   als  Barriere   dienen    möchten,    durch   die  Frankreich 


^)  Be{üglich  dieser  Rat,  vgl,  die  Anm.  \um  Artikel  27  dieses  Vertrages, 


I7I5  Nov.  15.  287 

von  den  Vereinigten  Niederlanden  entfernt  und  getrennt  gehalten 
werdet  Es  wurde  bereits  in  anderem  Zusammenhange  erwähnt y^) 
welche  Schwierigkeiten  sich  bei  der  Formulierung  dieses  Artikels  er- 
gaben, und  wie  wenig  der  Kaiser  mit  der  Ausdrucksweise  einverstanden 
war,  die  schliesslich  gewählt  wurde.  Im  Jahre  I/06  fiel  der  gros  sie 
Teil  der  katholischen  Niederlande  in  die  Hände  der  Verbündeten, 
Karl  IIL  wurde  als  Herrscher  derselbeji  ausgerufen ;  doch  traten  die 
Seemächte,  allen  Protesten  Österreichs  ^um  Trotte,  als  Pfandinhaber 
des  später  an  die  deutschen  Habsburger  abzutretenden  Gebietes  auf  Aber 
auch  ^wischen  ihnen  kam  es  ^m  Konflikten,  Die  Holländer  rissen  die 
gesamte  Verwaltung  an  sich  und  verlangten  von  England  die  Garantie 
ihrer  Barriererechte,  Eine  Einigung  wurde  damals  nicht  erhielt;  erst 
im  Jahre  Jjop  kam  es  —  veranlasst  durch  die  vorteilhaften  Aner- 
bietungeti,  die  Ludwig  XIV,  den  Generalstaaten  machte  —  :{um  Ab- 
schlüsse eines  für  die  Vereinigten  Niederlande  ungemein  günstigen 
Vertrages,^)  Für  die  Garantie  der  protestantischen  Tlironfolge  in  Eng- 
land wurden  ihnen  nicht  nur  die  Barrierefestungen  und  alle  künftig 
den  Franzosen  abzunehmenden  Plätze,  sowie  das  Oberquartier  von  Gel- 
dern zugewiesen,  sondern  auch  das  Recht  erteilt,  in  Lüttich  wie  in 
Huy  und  Bonn  holländische  Besatzungen  ^//  legen  und  eine  beträcht- 
liche Summe  aus  den  Einkünften  des  Landes  ^«r  Erhaltung  der  Gar- 
nisonen z^  fordern.  Ferner  wurde  ihnen  die  Fortdauer  das  Verschlusses 
der  Scheide  und  der  anderen  Wasser  Strassen  in  der  im  Friedensschlüsse 
von  1648  festgesetzten  Form  und  die  Unterwerfung  aller  Waren,  die 
flandrische  Häfeyi  passieren  wollten,  unter  die  holländischen  Tarife  z^i- 
gesagt.  Auf  das  lebhafteste  haben  die  Vertreter  der  kaiserlichen  Po- 
litik vor  und  nach  dem  Abschlüsse  dieses  Vertrages  gegen  eine  der- 
artige Missachtung  der  österreichischen  Rechte  protestiert.  A)ifangs 
vergebetis;  erst  der  Wechsel  im  englischen  Ministerium  bewirkte  eine 
Änderung  in  der  Haltung  Englands,  die  in  dem  z'^^H^^  Barrierever- 
trage vom  ip.  Jan,  ijiß  z^on  Ausdruck  kam.^)  Die  Niederländer 
mussten  ihre  Ansprüche  wesentlich  herabsetzen  und  auf  manche  For- 
derung Verzicht  leisten^  die  ihnen  im  Jahre  lyop  bewilligt  worden 
war.  Immerhin  wurde  ihnen  flicht  nur   der  Besit{  von  Fürnes,    Ypres, 


0  Vgl.  p.  219  f 

')  Gedruckt  u.  a,  bei  Dumont  Corps  diph  VIII/i  24^ff,;  Jenkinson  L  c, 
l'  3^4  ff'  ^g^'  Noordtm  l,  c,  IIL  59^  ff- ;  Gacharä  Histoirc  de  la  Belgique  au 
commencement  du  XVIII^  siede  II,  310  ff, 

8)  Abgedruckt  u.  a,  Dumont  L  c.  Villi ^.  322  ff. 


288  17«  5  Nov.  15. 

Menin ,  Mons ,  Cluirleroi ,  Natmir  ^  der  CitadcUe  von  Namtir  snwie 
Tournays  zugesichert^  sondern  auch  ihre  handelspolitische  Stellung  durch 
die  Abtretung  einiger  wichtiger  Forts  und  Schlösser  —  der  Scheide- 
verschluss  wurde  freilich  nicht  im  Vertrage  genannt  —  befestigt.  Da- 
für bedang  sich  die  Königin  von  England  nicht  nur  die  Garantie  der 
hannover  sehen  Succession,  sondern  auch  für  ihre  Untertanen  die  Fort- 
dauer aller  Rechte  und  Begünstigungen  aus,  die  sie  beim  Handel  mit 
den  spanischen  Niederlanden  bisher  besessen  hatten.  Durch  einen  be- 
sonderen Artikel  verpflichtete  sie  sich  die  Zustimmung  des  Kaisers  — 
als  des  künftigen  Besitzers  der  katholischen  Niederlande  —  {u  diesem 
Vertrage  :(u  erwirken. 

Allein  es  dauerte  lange,  ehe  England  daran  dachte,  das  gegebene 
Versprechen  {u  erfüllen,  ^umal  die  Beziehungen  des  Inselvolkes  ^u  den 
Generalstaaten  sich  in  den  letzten  Tagen  der  Königin  Anna  immer  un- 
freundlicher gestalteten.  Erst  die  Thronbesteigung  Georgs  I.  uyid  der  Stur^ 
des  Tor y minister iums  führten  die  Annäherung  der  beiden  Seemächte  her- 
be i!^^  Georg  I.  nahm  die  von  Wilhelm  III.  vertretene  Politik  wieder  auf; 
er  wünschte  die  Erneuerung  des  Bündnisses  vom  Jahre  ijoi  und  den  Zu- 
sammenschluss  der  Feinde  Frankreichs.  Einer  solchen  Einigung  stand  vor^ 
erst  die  noch  ungelöste  Barriere  frage  entgegen.  Sie  mussie  geordnet  sein, 
wenn  an  ein  gemeinschaftliches  Bündnis  der  Niederländer  und  des  Kai- 
sers mit  England  gedacht  werden  sollte.  Schon  auf  seiner  Reise  nach 
England  hatte  Georg  I.  —  Sept.  17 14  —  im  Haag  den  holländischen  wie 
den  kaiserlichen  Diplom atm  von  der  Notwendigkeit  eines  Ausgleiches 
gesprochen  und  seine  Bereitwilligkeit  kundgetan,  denselben  ^//  vermit- 
teln. Sein  Anerbieten  wurde  von  beiden  Seiten  angenommen.  Im  Ok- 
tober 1714  erschien  William  Cadogan  im  Hciag,  im  November  des- 
selben Jahres  General  Stanhope  in  Wien^).  Beide  hatten  den  Auftrag, 
die  Barriereangelegenheit  möglichst  rasch  ^u  ordnen.  Allein  die  Ver- 
handlungen geigten,  wie  weit  man  noch  von  einer  Einigung  entfernt  war. 
Die  Forderungen  der  Generalstaaten  erschienen  dem  Kaiser  unerfüllbar. 
Es  gab  eine  Partei  an  seinem  Hofe,  die  für  den  sofortigen  Einmarsch 
der  kaiserlichen  Truppen  in  Belgien  war;  eine  andere  —  an  ihrer 
Spitze  Prin^  Eugen  —  erklärte  den  Besitz  Belgiens  im  Hinblicke  auf 
die  Fordertingen    der   Generalstaaten    als    unvorteilhaft  für    Osterreich 


*)  liir  die  Haltung  Georgs  I.  in   dieser  Zeit,   Michael,   Gesch.  Eiigh   im 
18.  Jahrh.  I.  40^  ff. 

*)  Ausführlich  handelt  darüber  Michael  l.  c.  6^4  ff. 


171 5  Nov.  15.  289 

und  sprach  dem  Austausche  Belgiens  gegen  Bayern  das  Wort.^)  Stan- 
hope  taty  was  er  konnte,  um  die  Durchßihrung  beider  Pläne  j(u  ver- 
hindern und  bemühte  sich  ^u  gleicher  Zeit  die  Verhandlungen  über  den 
Barrierevertrag  -f  m  Ende  j(u  führen.  Allein  alles  was  er  in  diesem 
Punkte  erreichte,  war  die  Ausfertigung  eines  österreichischen  Projektes 
des  Barrierevertrages,  das  von  den  kaiserlichen  Ministern  als  Ulti- 
matum bei^eichnet,  von  den  Generalstaaten  aber  sofort  als  unannehmbar 
erklärt  wurde.^)  Die  im  Haag  gefiihrten  Verhandlungen  waren  durch 
diese  Reise  Stanhopes  nach  Wien  eher  gehemmt  als  gefördert  worden. 
Die  Österreicher  set:{ten,  aufmerksam  gemacht  auf  die  Bedeutung,  die 
Georg  L  ihrem  Anschlüsse  an  die  Seemächte  beimass,  den  ungebühr- 
lichen Forderungen  der  Generalstaatefi,  auf  denen  diese  nach  wie  vor 
bestanden,  energischeren  Widerstand  entgegen.  Die  Bemühungen  der 
vermittelnden  Engländer  blieben  erfolglos.  Da  entschloss  sich  Georg  /., 
Cadogan  nach  Wien  ^u  senden,  um  beim  Kaiser  weitere  Zugeständnisse 
durch:{uset^en.  In  der  Tat  gelang  es  dem  englischen  Minister  den 
Wiener  Hof  in  einigen  wichtigen  Fragen  —  Gren^^er Schiebung  in 
Flandern,  Be:{ahlung  der  holländischen  Garnisonen  und  Besit^  der 
Gebiete  um  Venlo  und  Stevensweert  —  ^ur  Nachgiebigkeit  ^u  bewegen,^) 
Der  Wttnsch,  den  Verdacht  eines  geheimen  Einverständnisses  mit 
Frankreich  von  sich  ab^uwäl^en  und  die  Versicherung  Cadogans, 
Georg  I,  werde  die  Holländer  {ur  Annahme  des  auf  diese  Weise 
verbesserten  österreichischen  Vertragsentwurfes  {u  bewegen  wissen, 
haben  Karl  VI,  -{//  diesen  weitgehenden  Kon^essioften  bestimmt.  Der 
erwartete  Erfolg  aber  blieb  aus.  Wohl  bemühten  sich  die  Engländer  auf 
Grund  der  neuen  kaiserlichen  Zugeständnisse  die  Zustimmung  der 
Generalstaaten  ^um  Abschlüsse  des  Barrierevertrages  ^u  gewinnen  und 
geigten  sich  Anfangs  auch  entschlossen,  neue  Ansprüche  der  Holländer 
zurückzuweisen/  allein  allmälig  gelang  es  den  staatischen  Diplomaten 


*)  In  England  erregte  die  Nachricht  von  diesem  Plane  des  Kaisers  grosse 
Bestür:{ung.  In  der  Instruktion,  die  Lord  Richard  Cobham,  der  als  ausseror- 
dentlicher Gesandter  Englands  nach  Wien  gieng^  mitgegeben  wurde,  (18.  Ok- 
tober 17 14  R'  O.)  heisst  es,  Cobham  möge  im  Namen  Englands  entschieden 
gegen  dieses  Projekt  protestiren,  das  grosses  Unglück  herbeiführen  würde,  „that 
we  look  upon  tßie  spanish  low  countrys  to  be  by  thcir  Situation  the  iruest  and 
surest  pledge  of  a  firm  and  per^etual  friendship  between  us,  the  emperor  and 
the  States  generali. 

')  Stanhope  erhielt  dieses  Projekt  um  Weihnachten  1714.  Vgl.  Michael 
l.  c.  640. 

»)  Für  Cadogans  Sendung,  Michael  l.  c.  64^  f. 
Osten eichiAch-engliAclio  StaatsvertiÜge.  Hd.  I.  '9 


dQO 


1715  Nov.  IS. 


König  Georg  L  und  Cadogan  um {rt stimmen  und  {ur  Gutheissung  eines 
Teiles  ihrer  tieuen  Fordertmgen  fii  hewegen.     Dass  Karl  VL  dügegeft 

energisch  protestierte,  half  wenig.  Graf  Königseggj  der  in  besonderer 
Mission  nach  London  geschickt  wurde ^  bekam  freundliche  aber  aus- 
weichende Worte  ^u  hören^  Und  ebenso  geringen  Eindruck  machte 
ein  neues  Ultimatum  des  Wiener  Hqfes^  das  dieser  Mitte  August  nach 
dem  Haag  mit  dem  Betnerken  sandte^  dasselbe  müsse  innerhalb  6  Wo^ 
chen  angenommen  werden.  Auch  in  diesem  Falte  stellte  sich  die  eng- 
lische Regierung  &uf  die  Seite  der  Generalstaaten  und  nötigte  den 
Kaiser  nach  langen  erregten  Verhandlungen  ^n  weiteren  Konzessionen^ 
Es  kann  kein  Zweifel  darüber  bestehen ^  dass  in  erster  Linie  Rück^ 
sieht  auf  den  gefährlichen  Aufstand  in  Schottland^  der  ^u  Gunsten 
des  stuartischen  Prätendenten  erfolgte^  und  der  Wunsch,  sich  für  diesen 
Kampf  die  von  den  General  Staaten  zugesagte  Hilfe  ^u  sichern  j  Georg  L 
^u  dieser  mit  den  in  Wien  gegebenen  Versprechen  nicht  in  Einklang 
^w  bringenden  Haltung  veranlasst  hat.  Er  hat  es  selbst  dem  kaiser- 
lichen Residenten  in  London  gesagt^  dass  ^r  die  militärische  Unter- 
Stützung  der  Niederländer  nicht  entbehren  könne  und  deshalb  den  Kaiser 
bitten  müsse,  nachzugeben^  um  den  Abschluss  des  Vertrages  j^n  ermög" 
liehen.  Derselbe  wurde  in  der  Tat  am  iß.  Nov,  IJ13  {u  Antwerpen 
von  den  Bevollmächtigten  der  j  Mächte  unterzeichnet.  Der  englisch- 
staatischeu  Barriereverträge  von  lyop  und  ijiß  geschah  in  defnseiben 
keine  Erwähnung,  dagegen  wurde  der  Haager  AllianJ^  von  ijoi  ge- 
dacht und  betont,  dass  man  bereits  damals  beschlossen  habe,  die  spa- 
nischen Niederlande  so  in  Sicherheit  ^u  setzen  y  ,_.dass  sie  f//  einer 
Barriere  fUr  Grossbritannien  und  die  Vereinigten  Provin^en^^  dienen 
könnten.  *)  Der  Kaiser  gelaugte  endlich  in  den  Besit:^  Belgiens,  aber 
die  Verteidigung  des  Landes  wurde  {um  guten  Teil  den  Niederländern 
überlassen ;  {Wei  Fünftel  der  diesem  Zwecke  dienenden  Truppen  sollten 
von  ihnen  gestellt  werden.  Dafür  räumte  Karl  VL  den  holländischen 
Garnisonen  eine  Reihe  von  Festungen  längs  der  franko sisctien  Grenze 
ein  —  nicht  so  viele :,  wie  den  Generalstaaten  in  den  Verträgen  von 
iyo9  und  ij  i  }  von  den  auf  fremde  Kosteft  freigebigen  Engländern  ange- 
standen worden  waren  —  und  verpßichieie  sich,  jährlich  ß 00. 000  Thaler 
^ur  Erhaltung  dieser  Truppen  {«  fahlen.  Ans  drücklich  war  im  ersten 
Artikel  bemerkt  worden,  dass  die  katholischen  Niederlande  niemals  von 
den  übrigen  Besitzungen  des  deutschen  Hauses  Habsburg  getreftnt  wer* 


•)  Auf  die  Bcdeuhtng  dieser  Formeln   hat  Michael  /,  c,  6^g    mit  Reetit 
aufmerksam  gemacht. 


1715  Nov.  15.  291 

den  ilurfteiu  Durch  diese  Bestimmung  wünschten  die  Seemächte  —  Eng- 
land war  dabei  nicht  minder  interessiert  als  die  Vereinigten  Niederlande 
—  den  Austauschplänen  eines  grossen  Teiles  der  massgebenden  Wiener 
Minister  einen  Riegel  vorzuschieben.  Im  übrigen  enthielt  der  im  fol- 
gendcn  abgedruckte  Vertrag  eine  Reihe  von  Artikeln ^ '  die  den  Interessen 
der  Generalstaaten  mehr  entsprachen  als  denen  der  Wiener  Regierung, 
Sie  im  einzelnen  aufzuzählen,  kann  in  diesem  Zusammenhange  wohl 
unterlassen  werden ;  es  genüge  die  Bemerkung,  dass  die  Generalstaaten 
es  vortrefflich  verstanden,  ihre  Handelsintcressen  -f«  wahrest,  indem  sie 
durch  die  Übernahme  einiger  flandrischer  Landesteile ,  die  ^w/5rÄ^« 
dem  Meere  und  der  Scheide  lagen,  die  Absperrung  der  Scheide  —  die 
nicht  offiziell  ausgesprochen  wurde  —  ^//  ihren  Gunsten  durchsetzten, 
und  dass  sie  durch  den  Gewinn  einiger  an  der  Maas  gelegener  Ge- 
biete des  Oberquartiers  von  Geldern  die  militärisch  so  wichtige  Be- 
herrschung des  gesamten  unteren  Laufes  der  Maas  erzielten. 

Dagegen  mag  es  gestattet  sein  mit  einigen  Worten  derjenigen 
Verfügimgen  des  Barrieretractates  z^*  gedenken,  die  auf  England  Bezug 
haben.  Dieselben  betrafen  deti  Handel  der  Engländer  nach  den  'spa- 
nischen Niederlanden,  Wir  wissen,  welche  Bedeutung  im  Laufe  der 
Zeiten  der  belgische  Markt  für  deti  Absatz  der  groben  englischen 
Wollstoffe  gewonnen  und  wie  eifrig  sich  die  englische  Regierung 
bemüht  hatte,  die  Abgaben,  mit  denen  die  Einführung  dieser  Waren  be- 
legt wurde,  herabzudrücken.  In  diesem  Sinne  hatten  im  17,  fahrh, 
zwischen  den  Höfen  von  Madrid  und  London  oft  wiederkehrende  Ver- 
handlungen stattgefunden^  und  es  war  den  Engländern  gelungen,  so 
manchen  Vorteil  für  ihren  Handel  mit  den  spanischen  Niederlanden 
ZU  erzielen, ')  Insbesondere  der  Tarif  von  1680  erleichterte  ihnen  die 
Einfuhr  ihrer  Waren  in  Ostende,  während  sie  an  ihren  Prohibitiv- 
massregeln  der  belgischen  Industrie  gegenüber  festhielten.  Allein  in  den 
letzten  Jahren  des  17,  Jahrh,  machte  sich  auch  in  Belgien  eine  starke 
protektionistische  Strömung  bemerkbar,  die  sich  nicht  in  letzter  Linie 
gegen^ England  richtete  und  z^r  Veröffentlichung  mehrerer  Dekrete 
führte,  durch  die  der  Einfuhr  englischer  Waren  z^  Gunsten  der  hei- 
mischen Industrie  gesteuert  werden  sollte.  Bald  darauf  führte  \ier  Tod 
Karls  II,  und  der  Übergang  der  spanischen  Niederlande  in  den  fran- 
zösischen Besitz  den  Abbruch  der  englisch-belgischen  Handelsbezieh- 
ungen herbei.     Kaum  aber  waren  die  Seemächte  nach  dem  glänzenden 

*)  ^S^'  f^^  ^^ese  Fragen  die  eingeJumdcn  Darlegungen  von  Michel  Huis- 
man  in  seinefn  Werke  La  Belgique  commerciaJe  saus  V  empereur  Charles  VI 
ipo2  p,  1  ff,  und  die  daselbst  \itierte  Literatur, 

■  9» 


392  '7 '5  Nov.  15. 

Siege  Marlboroughs  bei  Ratnillies  —  JJ06  —  wieder  in  den  Besif^ 
des  Landes  gelangt,  so  suchten  sie  ihre  ehedent  so  vorteilhaften  Han- 
delsbeziehungen ^u  den  belgischen  Provin:{en  wieder  herzustellen.  Es 
entsprach  der  günstigen  Lage,  in  der  sich  die  Vereinigten  Niederlande 
als  wirkliche  Verwalter  des  Landes  befanden,  dass  dieser  Wechsel  zu- 
nächst ihnen  und  nicht  den  Engländern  die  erhofften  Vorteile  brachte. 
Ja  die  letzteren  mnssten  sich,  so  bitter  sie  das  Vorgehen  der  General- 
Staaten  empfanden,  im  Jahre  170p  ^«  neuen  Konzessionen  bereitfinden. 
Der  erste  Barrieretraktat ,  der  den  Engländern  die  weitere  Unter- 
stützung der  Niederländer  gegen  Frankreich  und  deren  Hilfeleistung  z'* 
Gunsten  der  protestantischen  Tlironfolge  nach  dem  Tode  Annas  sichern 
sollte,  ist  nicht  ohne  schwere  Opfer  der  englischen  Handelsinteressen 
zustande  gekommen.  Die  Vorteile,  die  den  holländischen  Kaufleuten 
bei  ihrem  Handel  mit  den  spanischen  Niederlanden  eingeräumt  wurden, 
blieben' den  englischen  versagt.  Die  Habgier  der  Holländer  war  bei 
diesen  Verhandlungen  deutlich  ^w/ä^^  getreten;  nicht  nur  die  Nächst- 
beteiligten., auch  Ferner  stehende  und  Weiterblickende  verurteilten  das 
engherzige  Vorgehen  der  Generalstaaten.  Es  ist  daher  begreiflich, 
dass  die  gewonneften  Vorteile  sofort  in  Frage  gestellt  wurden,  als  die 
allgemeine  politische  Lage  sich  änderte. 

Das  Toryniinisterium ,  das  im  Jahre  17 10  ans  Ruder  kam, 
legte  den  für  England  so  ungünstigen  Vertrag,  den  die  WJiigs  abge- 
schlossen hatten,  dem  Unterhause  vor  und  dieses  sprach  ein  vernich- 
tendes Verdikt  über  die  Urheber  desselben  aus.  Und  je  deutlicher  es 
sich  z^^^^^y  ^^^^^  Ludwig  XIV.  auf  die  Entscheidung  der  Engländer  in 
der  Friedensfrage  das  Hauptgewicht  legte.,  je  führender  die  Rolle  der 
englischen  Staatsmänner  bei  den  Unterhandlungen  der  Verbündeten  mit 
Frankreich  wurde.,  desto  entschiedener  äusserte  sich  das  Begehren  der 
englischen  Kaufleute,  mit  ihren  niederländischen  Konkurrenten  auf  dem 
belgischen  Markte  gleichgestellt  {u  werden.  In  der  Tat  enthielt  der 
zweite  Barrieretraktat  von  171 3  die  Bestimmung ,  „dass  die  Unter- 
thanen  der  Königin  von  Grossbritannien  in  allen  Orten  des  spanischen 
Flandern  und  der  Barriere,  alle  Privilegien,  Exemptionen,  Freiheiten 
und  Vorteile  des  Handels  gemessen  sollten,  die  sie  bisher  genossen 
haben  oder  hätten  gemessen  sollen,  sowohl  bei  der  Ein-  als  bei  der 
Ausfuhr  der  Waren,  so  dass  sie  derselben  Vorteile  teilhaft  werden, 
wie  die  Untertanen  der  Gcneralstaatenf'  Die  österreichischen  Bevoll- 
mächtigten waren  beim  Abschlüsse  dieses  Vertrages  nicht  gefragt  wor- 
den;  die  Seemächte  wünschten  eben  die  Handelsfrage  in  ihrem  In- 
teresse z'f  ordnen,    bevor  das  Land  definitiv  in    die  Hände  Karls   VL 


1715  Nov.  15.  293 

nbergieng.  Vergebens  suchten  die  Stände  Brabants  und  Flanderns  beim 
Wiener  Hofe  Hilfe  gegen  die  ihnen  von  den  Seemächten  —  insbe- 
sondere von  den  Holländern  —  drohende  Übervorteilung ;  ihre  Aus- 
einandersetzungen machten  ^ar  Eindruck  auf  den  Kaiser,  doch  wei- 
gerte er  sich  an  den  ^«  Utrecht  stattfindenden  Verhandlungen  direkt 
teil:{unehmen.  So  geschah  es,  dass  der  daselbst  geschlossene  Friede 
den  Vereinigten  Niederlanden  neue  Vorteile  brachte,  und  dass  Frank- 
reich sich  mit  den  Seemächten  ^ur  Ausbeutung  der  belgischen  Pro- 
vin^eti  verband. 

Fünfzehn  Tage  nach  der  Ratifikation  des  Friedens  traten,  wie 
die  englisch-staatische  Konvention  vom  ip.  Jan,  i^ij  bestimmte,  die 
Kommissäre  der  Seemächte  zusammen,  um  die  Handelsfragen  im  Ein- 
vernehmen mit  den  Vertretern  der  katholischen  Niederlande  ^u  ordnen. 
Das  letztere  misslang,  doch  schlössen  die  Seemächte  unter  einander  im 
Juli  171  ß  eine  provisorische  Konvention,  die  im  wesentlichen  an  dem 
Tarife  von  1680  festhielt.  Auch  jet^t  protestierten  die  Vertreter  der 
belgischen  Interessen  lebhaft  gegen  diese  Vergewaltigung  und  hoben 
neuerlich  das  Recht  ihres  Herrschers  hervor,  diesen  Tarif  ^u  ändern, 
Karl  VI,  schwieg  auch  jet^t.  Die  Konvention  trat  „provisorisch^^ 
in  Kraft,  So  war  die  Lage,  als  im  Oktober  J714  im  Haag  die  Ver- 
handlungen über  die  Ordnung  der  Barrierefrage  begannen,  Dass 
bei  dieser  Gelegenheit  die  Handelsfrage  eine  entscheidende  Rolle 
spielen  werde^  war  klar,  Graf  Königsegg,  des  Kaisers  Bevollmäch- 
tigter, erhielt  den  Auftrag,  die  Einsetzung  von  Spe^ialkommissären  ^u 
fordern,  die  neue  Tarife  entwerfen  sollten;  bis  dahin  sollte  die  Er- 
hebung der  Abgaben  in  der  bisher  gebräuchlichen  Weise  stattfinden, 
Ueber  die  Bestimmungen  des  Utrechter  Friedens,  soweit  diese  die  Han- 
delsbeziehungen der  Generalstaaten  {u  den  spanischen  Niederlanden 
betrafen,  gieng  der  Kaiser  ^um  grössten  Kummer  der  belgischen  Di- 
plomaten stillschweigend  hinweg  und  ermunterte  dadurch  die  staatischen 
Vertreter,  auf  der  Aufnahme  der  ihnen  vorteilhaften  Abmachung  in 
den  ab^uschliessenden  Barrierevertrag  ^«  beharren.  Im  Januar  iyi$ 
wurden  dem  kaiserlichen  Bevollmächtigten  zy^ei  Vertragsprojekte  von 
den  Seemächten  übergeben.  Das  eine  betraf  die  Handelsbeziehungen 
der  Engländer,  das  andere  die  der  Vereinigten  Niederlande  ^/  Belgien, 

Das  erstere  —  das  uns  in  diesem  Zusammenhange  allein  interes- 
siert —  suchte  in  ip  Artikeln  die  strittigen  Fragen  in  einer  lediglich 
Englands  Interessen   berücksichtigenden    Weise   ;{«    lösen,^)    Der  Tarif 

»)  Eine  ausführliche  Analyse  dieses  Projektes  gibt  Huisnum  l,  c,  6^  f 


394  *7»5  Nov*  IS- 

von  i6So  und  die  BesHfmHungen  des  Madrider  Vertrages  vom  2  h  Mai 
t66j  —  obgleich  dieser  niemals  in  den  spanischen  Niederlanden  pub- 
liziert worden  war  —  so  Uten  fortan  Geltung  haben  ,  die  engl isc heu 
Uniertanen  jede  mögliche  Freiheit  fiir  ihren  Handel  üi  Belgien  ge^ 
niessen.  Zahlreiche  Waren,  deren  Export  nach  Belgien  von  besonderer 
Bedefttung  für  die  englischen  Kanßeute  war,  sollten  keiner  Zollrevision 
unterliegen ,  eine  gan^e  Reihe  van  Abgaben  ^  die  bisher  hatten  geleistet 
werden  müssen^  weg/allen,  andere  bedeutend  ermässigt  werden^  Auch 
an  die  Erwerbung  des  Bürgerrechtes  in  Briigge  oder  anderen  Ories 
durch  englische  Untertanen  und  an  den  Genuss  der  damit  verbundenen 
Rechte  dachten  die  Engländer  bei  der  Abfassung  ihres  Entwurfes.  Von 
Gegenleistungen  aber  war  nicht  die  Rede.  Und  nickt  minder  eigen - 
nütj(ig  lautete  das  Projekt  der  Geticrahtaaieth  *)  König segg  übergab  die 
beiden  Schriftstücke  einer  besonderen  Kommission  ^ur  Prüfung  und 
übersandte  Abschriften  derselben  den  Provin^ialständen.  Diese  un- 
ferliessen  nicht  j  in  der  schärfsten  Weise  gegen  das  rücksichtslose 
Vorgehen  der  Seemächte  ^n  protestieren^  während  die  Kommission  im 
Hinblicke  auf  die  gegebenen  Verhältnisse  die  Ordnung  dieser  Frage 
bis  nach  Abschluss  des  Barrierevertrages  ^u  verschieben  empfahl,^) 
Die  Wiener  Regierung  gieng  auf  diesen  Vorschlag  ein.  Allein  die 
englischen  Minister  forderten^  durch  die  Klagen  der  englischen  Kauf- 
leuie  gedrängt,  im  Laufe  der  Verhandlungen  immer  energischer  eine 
Ordnung  der  Frage,  wenigstens  soweit  diese  die  Eiptfuhr  der  briti- 
schen IVotlfihher  nach  Belgien  betraf  und  setzten  es  auch  durchs  dass 
Kon  ig  segg  im  Auftrage  des  Kaisers  am  26^  Juli  a,  St.  l^iß  in  London 
eine  Konvention  unterzeichnete,  durch  die  den  Engländern  eine  wesent- 
liche Herabsetzung  der  bis  dahin  auf  Wolltücher  verschiedener  Qua- 
lität gelegten  Abgaben  zugestanden  wurde^^) 


^)  Huts  man  L  c.  6^  f. 

")  Huisman  L  c.  6yff* 

")  Die  Erklärung  des  Grafen  Königsegg  lautet  nach  dem  im  R.  O.  lü'* 
genJen  Or. :  Les  ministres  de  sa  M^  brittdnique  s'  etmt  ptt^ints  que  Ic  nomnitTce 
Je  Sil  ditie  M^  ^"^  tiiec  fes  Pais-Bus  Äutriduens  est  fort  pftjudicie  par  les 
gratfds  droits  d*  entree  imposes  sur  les  äraps  gros  envoyt^s  de  la  Orande-Bret- 
tagfie  ijux  dits  Pais-Bas  Autriclnen^j  le  soussigut^  ministre  et  plenipotentiaire  de 
sa  M^  Imp**  et  cathoUque  pour  le  traitt**  de  la  barriere  d*  Ativers  deHare  par 
la  presente,  que  sa  M^  Imp^*  et  catkolique  consentira  a  faire  reduire  incessa- 
ment  les  droits  sur  les  dits  Jraps  gros  selon  la  spi-itfication  ey-jüinte^  et  qu'au 
resteye  commerce  des  sujets  de  sa  M*  brittaniqur  ^nw-  les  Pais-Brns  Autrickiens 
rester a^  trontinuera  et  subsistera  en  lout  sur  le  meme  pifd  qu' tl  se  fait presente- 
ment,  Sans  qu*  on  y  paisse  faire   aucun  changementf   innovatiimy  diminution  ou 


I7I5  Nov.  15.  295 

////  Sinne  dieser  Vereinbarung  stellten  die  Engländer^  denen  sich 
nun  auch  die  Generalstaaten  mit  der  gleichen  Forderung  anschlössen, 
am  6,  Nov.  j^u  Brüssel  an  den  dortigen  Staatsrat  das  Begehren,  die  ;[ur 
Durchßihrung  dieses  Beschlusses  nötigen  Weisungen  an  die  betreffen- 
den Zollstationen  ergehen  ^u  lassen  und  sprachen  zugleich  den  Wunsch 
aus,  die  belgische  Regierung  möge  auch  die  auf  den  Import  von  Korn- 
branntwein  aus  beiden  Staaten  gelegten  Abgaben  auf  ein  bestimmtes 
von  ihtien  fixiertes  Mass  reduzieren,  *)  Vergebens  protestierten  die  mass- 
gebenden belgischen  Körperschaften  gegen  das  schamlose  Vorgehen  der 
Seemächte,  die  am  Vorabend  der  Unterzeichnung  des  Barrieretraktates 
diese  Forderungen  stellten,  „um  behaupten  j^u  können,  dass  der  Bar- 
rieretraktat inbe^ug  auf  den  Handel  keine  neue  Bestimmung  enthalte'^ 
Sie  mussten  sich  dem  Befehle  Cadogans  fügen.  Am  12.  Nov,  er- 
giengen  die  entsprechenden  Weisungen  an  die  Steuereinnehmer  der  bel- 
gischen  Häfen,^)    Drei  Tage   später   unterzeichnete  Königscgg   in    des 


augmentation  sous  quel  pretexte  que  ce  puisse  etre,  jusques  ä  cc  qtie  tous  les 
pariys  interesses  conoiendront  d'un  traitt^  de  commerce. 

Draps  teints. 
Uiic  piece  de  la  valeur  de  60  flor.  et  au  dessus  jusques  a  (jo     . 

>9  y>        >f     >f  ff         ff     4^      ff        rt     ff  ff  ff  f*   ^^ 

„        „      „   „       „      „   40    „      „    „   dessous 

Draps  meles, 
Une  piece  de  la  valeur  de  60  flor.  et  au  dessus  jusques  a  (^ 

ff  9>         ff      ff  »  ff     4^         ff       ff      ff  ff  ff  »>    '^^       ' 

,.       „      ,y    „       „      „   40      y,    „    „   dessous 

Draps  blancs. 
Une  piece  de  la  valeur  de  60  flor.  et  au  dessus  jusques  a  po    . 

„  60    . 


ff 

ff 

f» 

ff  40 

ff 

ff 

ff          ff 

ff 

»f 

ff 

ff  40 

ff 

ff 

„   dessous 

flor. 

sols. 

S 

10 

2 

— 

I 

— 

2 

lO 

j 

10 

I 

— 

2 

10 

2 

— 

1 

— 

Draps  de  pic  de  touttes  sortes  la  piece 08 

Fait  ä  Londres  ce  26  Juillet  v.  st  171^. 

L.  S.    J.  L.  de  Kinigsegg. 

*)  ygt.  die  ausführliclten  Erörterungen  bei  Huisman  l.  c.  6g ff. 

•)  Abgedruckt  u.  a.  bei  Jenkinson  l.  c.  II.  146  f.  Da  sich  Differenzen  in 
der  Auslegung  der  Requisition  vom  6.  Nov.  171^  ergaben ^  wurde  am  14,  Nov. 
am  Tage  vor  Unterzeichnung  des  Barrieretracfates  folgende  Erklärung  abgegeben: 
A  difficulty  having  arisen  about  t/te  intention  of  the  requisition  of  the  6^  of  No- 
vember 171^,  of  which  mention  is  made  in  the  26^  article  of  the  treaty  of 
barrier,  it  is  agreed  provisionally  to  cause  the  duties  of  importation  on  all  the 
different  sorts  comprehended  in  the  above  tariff  under  the  denomination  of 
iDOollen  cloths,  to  be  collected  according  to  the  tenor  of  the  said  requisition  of  the 


296  '715  Nov.  15. 

Kaisers  Namen  den  Barricreiraktat  Der  26.  Artikel  desselben  betraf 
die  Handelsfrage.  Er  lautet:  ,,Was  den  Handel  betrifft,  ist  man 
über e ingekommen y  dass  die  Schiffe,  Waaren  und  Lebensmittel,  die  von 
Grossbritannien  und  den  Vereinigten  Niederlanden  nach  den  spanischen 
Niederlanden  kommest  und  ebenso  die  aus  diesem  Lande  nach  Gross- 
britannien  und  den  Vereinigten  Niederlatiden  gebrachten  Schiffe,  Waa- 
ren und  Lebensmittel,  Einfuhr-  und  Ausfuhrabgaben  nur  in  derselben 
Höhe  ^{ahlen  sollen  wie  bisher,^)  ^umal  jene,  über  die  man  sich  vor 
Unterzeichnung  des  vorliegenden  Vertrages  gemäss  der  von  den  Mini- 
stern der  beiden  Mächte  beim  Staatsrat  in  Brüssel  erhobenen  For- 
derung vom  6.  Nov.  geeinigt  hat ;^)  und  das  alles   soll  allgemein  auj 


6^  of  November .  tili  Ins  imperial  and  catholic  majesty  and  his  majesty  the 
hing  of  Greift  Britain  shall  agrec  upon  it  othendse ,  and  in  the  meanwhile 
the  kings  collectors  and  officers  shall  permit  the  said  manufactures  to  be  im- 
ported,  giving  notice  and  taking  securiiy  for  the  payment  of  the  operplus  dutics 
of  importation  on  tlie  foot  the  same  shall  be  settled,    Jenkinson  /.  c,  147, 

^)  Es  ist  dies  die  umfangreiche  Declaration  des  droits  d*  entree  et  sortie 
qui  se  levent  aux  Pays-Bas  Autrichiens  ä  V  esgard  de  la  Grande-Bretagne  et 
des  ProvinceS'Unies  d.  d.  jyj^  Nov.  14  (R.  O.J  und  /?./!.  (Barriere  Bd,  IV 
Nr.  yjs.J 

»)  Der  Wortlaut  dieser  Requisition  d.  d.  Brüssel  6,  Nov.  lyj^  lautet  in 
englischer  Spracite :  It  being  absohitely  necessary  for  the  service  of  his  imperial 
and  catholic  majesty  to  lessen  immediately  the  duties  of  importation  on  coarse 
xDOollen  cloths  coming  front  Great  Britain  and  from  t/ie  United  Provinces,  on 
t/te  following  foot: 

Woollen  cloths  dyed. 

flor,  sols 
.  1  piece  of  the  value  above  60  florins  up  to  po  florins       .        .         .      j      10 

from  40  to  60 20 

of  40  and  under 10 

Mix  ed. 
A  piece  of  the  value  of  60  florins  and  so  up  to  Qu  .        .        .      2     10 

from  40—60 I      Jo 

of  40  and  under i      10 

White. 
A  piece  of  the  value  of  60  florins  and  so  up  to  qü    ,         .         .        .2      10 

from  40 — 60 20 

of  40  and  under 10 

Draps  de  pic  (cloths  to  lic  upon  floors)  of  all  sorts  the  piece   .         .08 

and  to  reduce  the  duties  of  importation  on  brandies  distilled  from  com 
Coming  from  Great  Britain  and  from  the  United  Provinces  to  three  florins 
the  awm  instead  of  eight  which  is  now  paid ;  you  are  requircd  to  give  forthwith 
the  necessary  directions  in  tlie  finances,  tliat  the  proper  Orders  may  be  imme- 
diately issued  for  this  purposc   and  that  ihr  collectors  of  the  duties   of  impor- 


1715  Nov.  15.  397 

diesem  Fnss  bleiben,  fortdauern  und  bestehen,  ohne  dass  eine  Verän- 
derung, Neuerung,  Verminderung  oder  Erhöhung,  unter  welchem  Vor- 
wand  auch  es  geschehen  möge,  eintreten  darf,  bis  der  Kaiser,  der 
König  von  England  und  die  General  Staaten  durch  eineti  Handelsver- 
trag, der  sobald  als  möglich  geschlossen  werden  soll,  anderweitig  über- 
eingekommen  sein  werdend  Den  Generalstaaten  wurden  überdies  auf 
ihren  Wunsch  die  auf  den  Handel  bezüglichen  Artikel  des  Münsterer 
Friedens  von  1648  bestätigt  und  erneuert.  Man  erkennt  leicht,  wie 
gross  der  Vorteil  der  Seemächte  war,  der  in  diesen  Bestimmungeft 
{um  Ausdruck  gelangte.  Die  ihnen  günstigen  Tarife  blieben  vorläufig 
aufrecht,  und  da  die  Abänderung  derselben  von  ihrem  Belieben  abhängig 
gemacht  wurde,  war  vorauszusehen,  dass  sie  nicht  leichten  Kaufes  für 
eine  solche  s{,u  haben  sein  würden.  In  der  Tat  hat  die  Regelung  der 
Handelsbeziehungen  Belgiens  ^k  den  Seemächten  Jahrzehnte  hindurch 
die  Regierungen  der  ß  beteiligten  Staaten  beschäftigt  und  Atilass  -f// 
lebhaften  Kontroversen  gegeben,  die  uns  noch  im  Verlauje  unserer  Dar- 
stellung beschäftigen  werden.  An  diesem  Orte  aber  mag  darauf  hingewie- 
sen werden,  dass  Meinungsdifferenzen ,  die  noch  im  Jahre  17  iß  bei  der 
Auslegung  der  Londoner  Konvention  vom  Juli  ijiß  und  der  Erklärung 
vom  6.  Nov.  desselben  Jahres  entstanden,  eine  wesentliche  Verzögerung 
bei  der  Auswechslung  der  Ratifikationen  des  Barrieretraktates  hervor- 
gerufen haben.  Es  bedurfte  heftiger  Klagen  und  ernster  Drohungen 
der  kaiserlichen  Gesandten,^)  um  die  Londoner  Regierung  -{//»i  Aus- 
tausche der  Ratifikationen  {u  bestimmen,  noch  ehe  die  von  ihnen  ge- 
forderte Aujklärung  z^  Gunsten  ihrer  Wollmanufaktur  vom  Kaiser  ge- 


tation  and  exportation   may  conform   themsehes  accordingly  tJtereto,    Dane  at 
thc  Conference  at  Brüssels  this  6*^  of  Nov.  171  $» 

Signed.  William  Cadogan. 

John  xfan  der  Bergk. 
P.  W.  Francquen. 
Gedruckt  ist  diese  Erklärung  u.  a.  bei  Jenkinson  l.  c.  II.  14^  f 
»)   Vgl.   Michael  l.  c.  6^2  f.    Wie  bedeutend  der  Wiener  Regierung  die 
Sache  schien y  \eigt  die  Weisung  d,  d.  12.  Febr.  1716  an  Volckra,  in- der  es  u.  a. 
iieisst:  „Dass  von  Seiten  Engelland  aus  dem  26^*»  Art.  ersagten  Tractats  erzwun- 
gen teer  den  toill,   dass  unter  der  darinnen   einsmalens   und  bis  auf  künftig  er^ 
folgende  Einrichtung  eines  beständigen  Commerciitractats  gestatteten  Tarife  des 
groben  englischen  Tuechs,  auch  die  kleine  Tuechsorten  mit  begriffen   seien, .... 
set^  uns   in  einige  Unruhe,    \umalen   das  gan{e  commercium   unserer  Nieder- 
landen in   ausser ste  Gefahr  geset^et  wird;  .  .  .  wie  dann  das  Contoir  ^u  Bruges 
seit  der  erlaubten  Einführung  der  engl,  grobem  Tücher en  allein  bei  150000  Gul- 
ilen  discapitiert  \u  haben  versicheret  wird.*' 


^9S 


t7r5  Nov,  15» 


gehen  war^)  Diese  erfolgte  erst  EuJe  Angusi  Iji6j  |«  eifter  Zeit  aho^ 
da  England  durch  ein  neues  Defensivbündnis  in  engere  FreunJselhr/ts^ 
be^iehmigen  ^u  Österreich  getreten  war* 


Comme  il  a  plö  ou  tout  puissant  de  rendre  depuis  quelque 
t^ms  la  paix  ä  TEurope;  et  que  rien  n'est  plus  desirable  et  ne- 
cessaire  que  de  retablir  et  asseurer  par  tout,  autant  que  se  peut, 
la  seurete  et  la  tranquÜite  commune  et  publique,  et  que  les  sei- 
gneurs  etats  generaux  des  Provinces-Unies  se  sont  engages  de 
remettre  les  Pays-Bas  ä  sa  Mte  Imp'^  et  catholique  Charles  VL, 
Selon  qu'il  at  ete  stipulc  et  arrett^  par  le  traite  fait  ä  la  Haye  le 
sept  de  Septembre  miUe  sept  cent  et  un  entre  sa  Mtc  Imple  Leo- 
pold de  glorieuse  memoirej  saMte  brittaniqueGuillnumelTL  aussi 
de  glorieuse  memoire  et  les  dits  etats  generaux,  que  les  dittes 
puissances  conviendroient  ensemble  sur  ce  qui  regarderoit  leurs 
interets  reciproques,  particulierement  par  rapport  ä  la  maniere 
dont  on  pourroit  etablir  la  seurete  des  Pays-Bas  pour  servir 
de  barriere  h  la  Grande* Bretagne  et  aux  Provinces-Unies*  et 
par  rapport  au  commerce  des  habitans  des  dits  Pays-Bas,  de 
la  Grande- Bretagne  et  de  ceux  des  Provinces-Unies,  et  qu'ä 
present  sa  M^e  Imple  et  catholique  Charles  VL  k  qui  les  dits 
Pays-Bas  seront  remis  par  ce  present  trait^p  sa  Mte  brittanique 
George,  tous  deux  aujourdhuy  regnants  et  tous  deux  heretiers 
et  successeurs   legitimes  de  dits   empereurs  et  rois,  et  les  sei- 


*)  Diese  Erklärung^  J.  J*  London  üo^p.  Aug.  lyiö,   von  dem   österrei' 
chischen   Bn'oUmächtigttm   Grafen   Votckra   unter iftchndf   lautet  nacti   dem    im 
R.  O.  liegende  ti  Original  schreiben : 
My  Lard! 

Vmts  m*avt^s  t^hnoigfu^  qu*mt  se  piaint  i£y  des  contreventions  d  l*  arttcle 
26  du  traitt^  de  fa  barriere,  et  f  ai  eu  l'honneur  de  Vou&  conummiqner  ce  que 
M.  le  O*  de  Kintgsegg  a  repondu  ia  dessits.  Je  puis  Vmis  dtdarer  outre  t-ela 
qu*  on  se  tieiidra  a  l*  ax^enir  exacietneut  ä  V  öbsrniititm  du  sudit  Art.  36  da 
traite  de  la  barriJ^e  du  ip  Nov.  17x5  et  ä  la  t-onventiou  de  Londres  du  ^6  Juli' 
let  i^iy,  comme  encws  ä  la  declariitimi  du  14  Nov,  17 1^,  ä  Sfovüfr  qu*  an  lever^ 
les  droits  sut*  la  peüte  dfiipperie  J*  Afigltterte  sur  le  pieJ  des  gros  draps  suivant 
Ai  diminution  expnmee  dans  la  sudittt*  comeution  de  Londres  s^ns  'ttuun^  al- 
ter tiUon  jusques  j  ce  qu' ou  eii  Jiera  conventi  imtrentettt  entre  r empereur  ei  le 
roy  HOS  ffmitres^  mais  que  pour  tan  t  les  marckau  Js  donneront  caution  de  pa^r 
le  sur  plus,  si  /*  affaire  sera  alnst  determinee  entre  les  deux  respertives  cours  ^  .  . 

O   Volckra. 

In  engliscfter  Übertragung  ist  diese  Erklärung  u,  a*  gedruckt  bei  Jen' 
kiäson  L  c,  14&. 


1715  Nov.  15.  299 

gneurs  etats  generaux  des  Provinces-Unies,  agissans  en  cela  par 
les^memes  principes  d'  amitie  et  dans  la  meme  Intention  de  pro- 
curer  et  d'etablir  la  ditte  seurete  mutuelle  et  d'affermir  de  plus 
en  plus  une  etroite  union,  ont  nommö,  commis  et  etabli  pour 
cette  fin  pour  leurs  ministres  plenipotentiaires  s^avoir: 

Sa  Mte  Imple  et  catholique  le  sieur  Joseph  Lothaire  comte 
de  Königseck,  son  chambellan,  conseiller  de  guerre  et  lieute- 
nant  general  de  ses  armöes;  sa  Mte  brittanique  le  sieur  Guil- 
laume  Cadogan,  ecuyer,  son  envoyö  extraordinaire  auprfes  de 
leurs  hautes  puissances  les  seigneurs  etats  generaux  des  Pro- 
vinces-Unies, deputö  au  parlement  de  la  Grande-Bretagne,  mai- 
tie  de  la  garderobbe,  lieutenant  general  de  ses  armöes  et  co- 
lonel  du  second  regiment  de  ses  gardes;  et  les  etats  generaux 
les  sieurs  Bruno  van  der  Dussen,  ancien  bourguemaitre,  senateur 
et  conseiller  pensionaire  de  la  ville  de  Gouda,  assesseur  du 
conseil  des  heemsrades  de  Schieland,  dykgraaf  du  Crimpener- 
waerde,  Adolph  Henry  comte  de  Rechtem,  seigneur  d'Almelo 
et  de  Vrieseveen  etc.,  president  des  seigneurs  etats  de  la  province 
d'  Overyssel,  drossard  du  quartier  de  Zalland,  Scato  de  Gokinga, 
senateur  de  la  ville  de  Groningue  et  Adrien  de  Borsselle,  sei- 
gneur de  Geldermalsen  etc.,  senateur  de  la  ville  Flissingue;  les 
trois  Premiers  deputes  k  Tassemblöe  des  seigneurs  etats  gener- 
aux de  la  part  des  provinces  d' Hollande  et  Weestfrise,  d' Over- 
yssel et  de  Groningue  et  Omelanden,  et  le  quatrieme  deputö 
au  conseil  d'etat  des  Provinces-Unies. 

Lesquels  etans  assembles  dans  la  ville  d'Anvers  qui  d'un 
commun  consentement  avait  ete  nommöe  pour  Je  lieu  du  con- 
gr6s,  et  ayans  echangös  leurs  pleinepouvoirs  dont  lesicopies 
sont  inseröes  ä  la  fin  de  ce  traitt^,i)  aprte  plusieurs  Conferences 
sont  convenus  pour  et  au  nom  de  sa  Mt^  Impie  et  catholique, 
de  sa  Mte  brittanique  et  des  seigneurs  etats  generaux  de  la 
maniere  comme  il  s'ensuit 

I. 

Les  etats  generaux  des  Provinces-Unies  remettront  ä  sa 
Mte  Imple  et  catholique,  en  vertu  de  la  grande  alliance  de  l'an- 
nee  mille  sept  cent  et  un  et  des  engagemens  dans  lesquels  ils 
sont  entr^s  du  depuis,  immediatement  aprfes  Techange  des  rati- 
fications  du  present  traitte  touttes  les  provinces  et  villes  des 


«)  Abgedruckt  //.  a.  bei  Domont  l.  c.  Villi i  464  ff. 


300  '7»5  Nov.  15. 

Pays-Bas  et  dependances,  tant  celles  qui  ont  et6  possedees  par 
le  feu  roy  d'Espagne  Charles  11.  de  glorieuse  memoire,  que 
Celles  qui  viennent  d'etre  cedöes  par  feu  sa  Mt^  le  roy  tres 
chrStien  aussy  de  glorieuse  memoire;  lesquelles  provinces  et 
villes  ensemble,  tant  Celles  qu'on  remettra  par  ce  present 
traitö  que  Celles  qui  ont  deja  et6  remises,  ne  seront  desor- 
mais  et  ne  composeront  en  tout  ou  en  partie  qu'  un  seul 
et  indivisible,  inalienable  et  incommutable  domaine  qui  sera 
inseparable  des  etats  de  la  maison  d'Autriche  en  AUemagne, 
pour  en  jouir  sa  Mt^  Imple  et  catholique,  ses  successeurs  et 
heretiers  en  pleine  irrevocable  souverainetö  et  propriet^;  sja- 
voir  ä  l'egard  des  premieres  provinces  comme  en  a  jouy  ou 
du  jouir  le  feu  roy  Charles  IL  de  glorieuse  memoire  confor- 
mement  au  trait^  de  Ryswick,  et  ä  l'egard  des  autres  pro- 
vinces de  la  maniere  et  aux  conditions  qu'elles  ont  et6  cedees 
et  remises  aux  dits  seigneurs  etats  generaux  par  le  feu  roy 
tr^s  chrßtien  de  glorieuse  memoire  en  faveur  de  la  tres  au- 
guste  maison  d'Autriche  et  sans  autres  charges  ou  hyppote- 
cations  constituöes  de  la  part  des  etats  generaux  et  ä  leur  profit. 

n. 

Sa  Mt^  Imple  et  catholique  promet  et  s'engage  qu'aucune 
province,  viUe,  place,  forteresse  ou  territoire  des  dits  Pays- 
Bas  ne  pourra  etre  ced6,  transferö,  donne  ou  echoir  ä  la  cou- 
ronne  de  France,  ny  ä  aucun  prince  ou  princesse  de  la  mai- 
son et  lign^e  de  France,  ny  h  autre  qui  ne  sera  pas  successeur, 
heretier  et  possesseur  des  etats  de  la  maison  d'Autriche  en 
Allemagne,  soit  par  donation,  vente,  echange,  contract  de  ma- 
riage,  heredite,  succession  testamentaire  ou  ab  intestato,  ny  sous 
quelque  autre  titre  ou  pretexte  que  ce  puisse  etre,  de  sorte 
qu'aucune  province,  ville,  place,  forteresse,  ny  territoire  des  dits 
Pays-Bas  ne  pourra  jamais  Stre  soummis  ä  aucun  autre  prince 
qu'aux  seuls  successeurs  de  dits  etats  de  la  maison  d'Autriche, 
ä  la  reserve  de  ce  qui  deja  a  et6  cede  au  roy  de  Prusse  et  de 
ce  qui  sera  cede  par  le  present  traite  aux  dits  seigneurs  etats 
generaux. 

m. 

Comme  la  seurete  des  Pays-Bas  Autrichiens  dependra  prin- 
cipalement  du  nombre  des  trouppes  qu'on  pourra  avoir  dans 
les  dits  pays  et  dans  les  places  qui  formeront  la  barriere  qui 
at  et^  promise  aux  seigneurs  etats  generaux  par  la  grande  al- 


1715  Nov.  15.  3ÖI 

liance,  sa  M^e  Imple  et  catholique  et  leurs  hautes  puissances  sont 
convenus  d'y  entretenir,  chacunä  leurs  propres  fraix,  toujoürsun 
Corps  de  trente  k  trente  cinq  mille  hommes  desquels  saMt^Impie 
et  catholique  donnera  trois  cinquiemes  et  les  etats  generaux 
deux  cinquiemes;  bien  entendu  que  si  sa  W^  Imple  et  catholi- 
que diminue  son  contingent  il  serat  au  pouvoir  des  dits  etats 
generaux  de  diminuer  le  leur  ä  proportion;  et  lorsqu'il  y  aura 
apparance  de  guerre  ou  d'attaque  on  augmentera  le  dit  corps 
jusques  ä  quarante  mille  hommes  suivant  la  mßme  proportion; 
et  en  cas  de  guerre  effective  on  conviendra  ulterieurement  des 
forces  qui  se  trouveront  necessaires.  La  repartition  des  dittes 
trouppes  en  tßms  de  paix  pour  autant  qu'elle  concerne  les 
places  commises  ä  la  garde  des  trouppes  de  leurs  hautes  puis- 
sances sera  faite  par  elles  seules,  et  la  repartition  du  reste  par 
le  gouverneur  general  des  Pays-Bas,  en  se  donnant  part  reci- 
proquement  des  dispositions  qu'ils  auront  fait. 

IV. 

Sa  Mt^  Imple  et  catholique  accorde  aux  etats  generaux  gar- 
nison  privative  de  leurs  trouppes  dans  les  villes  et  chateaux  de 
Namur  et  Toumay  et  dans  les  villes  de  Menin,  Fumes,  War- 
neton, Ypres  et  le  fort  de  Knoque,  et  s'engagent  les  etats  ge- 
neraux de  ne  pas  employer  dans  les  dittes  places  des  trouppes 
qui  bien  qu'ä  leur  solde  pourroient  etre  d'un  prince  ou  d'une 
nation  qui  soit  en  guerre  ou  suspecte  d'etre  dans  des  engage- 
mens  contraires  aux  interets  de  sa  Mt^  Imple  et  catholique. 

V. 

On  est  convenu  qu'il  y  aura  dans  la  ville  de  Dendre- 
monde  gamison  commune  qui  sera  composöe  pour  le  present 
d'un  battaillon  des  trouppes  imperiales  et  d'un  battaillon  de  celles 
des  etats  generaux,  et  que  si  dans  la  suite  il  pourroit  etre  neces- 
saire  d' augmenter  la  ditte  gamison  cette  augmentation  se  ferat 
Sgalement  des  trouppes  de  part  et  d'autre  et  de  commun  concert. 

Le  gouverneur  sera  mis  de  la  part  de  sa  Mt^  Imp^e  et 
catholique,  lequel  aussi  bien  que  les  subalternes  pretteront  ser- 
ment  aux  etats  generaux  de  ne  jamais  rien  faire  ny  permettre 
dans  la  ditte  ville  qui  puisse  etre  prejudiciable  ä  leur  Service  par 
rapport  k  la  conservation  de  la  ville  et  de  la  gamison ;  et  il  serat 
Obligo  par  le  dit  serment  de  donner  libre  passage  ä  leurs  troup- 
pes touttes  et  quante^)  fois  ils  le  souhaiteront,  pourvü  qu'il  en 

')  So  im  Or. 


30!£ 


171J  Not.  15. 


soit  requis  prealablement;  et  que  ce  ne  soit  que  pour  im  nom- 
bre  modique  ä  la  fois;  le  tout  selon  le  formulaire  dont  on 
est  convenu  et  qui  serat  insere  ä  la  ün  de  ce  traite.^) 

VI. 
Sa  Mte  Iniple  et  catholique  consent  aussy  que  dans  les 
places  ci-dessus,  accordees  aux  etats  generaux  pour  y  tenir  leurs 
garnisons  privatives,  ils  y  puissent  mettre  tels  gouverneurs, 
commendants  et  autres  officiers  qui  composent  Fetat  major 
qu'ils  jugeront  ä  propos,  k  condition  qu'ils  ne  seront  pas  ä 
Charge  de  sa  Mte  Imp^e  et  catholique  ny  aux  villes  et  provin- 
ces,  si  ce  n'est  pour  le  logement  convenable  et  les  emolumens 
provenants  des  fortifications,  et  que  ce  ne  soient  pas  des  per- 
sonnes  qni  pourroient  etre  desagreables  ou  suspectes  ä  sa  ditte 
Mf^  pour  des  raisons  particulieres  ä  alleguer 

vn. 

Lesquels  gouverneurs,  commandans  et  officiers  seront  en- 

tiereraent  et  privativement  dependans  et  soummis  aux  seuls  or- 
dres  et  k  la  seule  judicature  des  etats  generaux  pour  tout  ce 
qui  regarde  la  defense,  garde,  seurete  et  toutte  autre  affaire 
militaire  de  leurs  places;  mais  seront  obliges  les  dits  gouver- 
neurs  aussi  bien  que  leurs  subalternes  k  pretter  serment  k  sa  W^ 
Imple  et  catholique  de  garder  les  dittes  places  fidelement  k  la 
souverainet^  de  la  maison  d'Autriche,  et  de  nese  point  ingerer 
dans  une  aucune  autre  affaire,  selon  le  formulaire  dont  on  est 
convenu  et  qui  est  insere  ä  la  fin  de  ce  traite.') 

VlIL 
Les  generaux  se  rendront  reciproquement,  taut  dans  les 
villes  oü  U  yaura  garnisonde  saMt«^  Imple  et  catholique  que  dans 
Celles  qui  sont  confiees  k  la  garde  des  trouppes  de  leurs  ha  Utes 
puissances,  les  honneurs  accoutumes  selon  leurs  caracteres  et  la 
maniere  de  chaque  service;  et  au  cas  que  le  gouverneur  general 
desPays-Bas  vintdans  les  places  commises  k  la  garde  des  troup- 
pes des  etats  generaux  on  luy  rendra  les  honneurs  qu'  il  est  ac- 
coutume  de  recevoir  dans  les  places  des  garnisons  de  sa  Mtc 
Imple  et  catholique,  et  pourra  m^me  y  dünner  la  parole;  le  tout 
Sans  prejudice  de  Tarticle  six.  Et  les  gouvemeurs  et  eu  leur  ab- 
sence  les  commendants  donneront  part  au  dit  gouverneur  ge- 
neral des  dispositions  par  eux  faites  pour  la  seorete  et  garde 

')  Abgedru  kt  fts  il*  Dmnont  A  r*   Villi  1  ^./. 


L 


171 5  Nov.  15.  303 

des  places  confiöes  k  leurs  soins,  et  ils  auront  des  egards  con- 
venables  pour  les  changemens  que  le  dit  gouverneur  general 
pourroit  juger  y  devoir  etre  faits. 

EX. 

Sa  Mte  Imple  et  catholique  accorde  V  exercice  de  la  religion 
aux  trouppes  des  etats  generaux  partout  oü  elles  se  trouveront 
en  gamison;  mais  cela  dans  des  endroits  particuliers,  convenab- 
les  et  proportionös  au  nombre  de  la  garnison  que  les  magi- 
strats  assigneront  et  entretiendront  dans  chaque  ville  et  place, 
oü  il  n'y  en  a  pas  deja  d'assignös  et  auxquels  endroits  on 
ne  pourra  donner  aucune  marque  exterieure  d'eglise.  Et  on 
enjoindra  severement  de  part  et  d'autre  aux  officiers  politiques 
et  militairs  comme  aussy  aux  ecclesiastiques  et  ä  tous  autres 
qu'il  appartient  d'empecher  toutte  occasion  de  scandale  et  de 
contestations  qui  pourroient  naitre  sur  le  sujßt  de  la  religion. 
Et  quand  il  naiträ  quelque  dispute  ou  difficulte  on  les  applanirät 
ä  r  amiable  de  part  et  d'  autre.  Et  quant  ä  la  religion  par  rap- 
port  aux  habitans  des  Pays-Bas  Autrichiens  touttes  choses  re- 
steront  et  demeureront  sur  le  mSme  pied  qu' elles  etoient  pan- 
dant^)  le  regne  de  Charles  IL  de  glorieuse  memoire. 

X. 

Touttes  les  munitions  de  guerre,  artilleries,  armes  des  etats 
generaux,  comme  aussy  les  materiaux  pour  les  fortifications, 
les  grains  en  temps  de  disette,  les  vivres  pour  mettre  en  ma- 
gacins  lorsqu'il  y  aurat  apparance  de  guerre,  et  de  plus  les 
draps  et  fournitures  pour  Thabillement  des  soldats  que  Ton 
verifierä  devoir  etre  employös  ä  cet  usage,  passeront  librement 
et  Sans  payer  aucuns  droits  ou  pöages  aux  moyens  des  passe- 
ports  qui  seront  demandös  et  accordez  sur  la  specificaton  signöe; 
a  condition  neantmoins  qu'au  premier  bureau  de  sa  Mt^  Imp^e 
et  catholique  oü  les  dittes  provisions,  materiaux,  armes  et  mon- 
tures  entreront,  qu'ä  l'endroit  oü  elles  devront  ßtre  dechargees, 
les  bateaux  et  autres  voitures  pourront  etre  düement  visit^es, 
pour  empecher  qu'on  n'y  mele  d' autres  marchandises,  et  pour 
eviter  toutte  fraude  et  abus,  contre  lesquels  il  sera  toujoürs 
libre  de  prendre  telles  precautions  que  la  suite  du  temps  et 
Texperience  feront  juger  necessaires,  sans  qu'il  sera  permis  aux 
gouvemeurs  et  leurs  subalternes  d'empecher  en  quoique  ce  soit 
l'effet  de  cet  article. 

•)  So  im  Or. 


304  »715  Nov.  15. 


XI. 


Les  etats  generaux  pourront  changer  leiirs  gamisons  et 
les  dispositions  des  trouppes  dans  les  villes  et  places  commises 
ä  leur  garde  privative  selon  qu'  ils  le  trouveront  k  propos,  sans 
qu'on  puisse  empecher  ou  arreter  le  passage  des  frouppes  qu'- 
ils  enverront  de  tSms  k  autre  ou  celles  qu'ils  en  tireront,  sous 
quelque  pretexte  que  ce  puisse  etre.  Pourront  meme  les  dittes 
trouppes,  quand  le  cas  le  requereroit,  passer  par  touttes  les 
villes  de  Brabant  et  de  Flandre  et  par  tout  le  plat  pays,  faire 
des  ponts,  tant  sur  le  canal  entre  Brügges  et  Gand  que  sur  tous 
les  autres  canaux  et  sur  touttes  les  rivieres  qu'elles  trouveront 
dans  leurs  routes;  k  condition  neantmoins  que  ce  seront  des 
trouppes  d'un  prince  oud'une  nation  non  en  guerre  avec  sa  Mte 
Imple  et  catholique  ny  suspectes  d'aucun  engagement  ou  liai- 
son  contraire  ä  ses  interets,  comme  il  est  dit  ci-dessus  en  Tar- 
ticle  quatrieme,  et  que  prealablement  il  en  sera  donnö  connois- 
sance  et  requisition  feite  au  gouvemeur  general  des  Pays-Bas, 
avec  lequel  on  reglera  les  routes  et  les  autres  besoins  par  quel-. 
qu'un  qui  en  aura  la  commission  de  leurs  hautes  puissances. 
On  observera  le  reglement  feit  par  les  etats  generaux  sur  le 
passage  des  trouppes,  comme  il  est  observö  dans  leur  propre 
pays;  et  les  etats  generaux  tacheront  de  faire  les  dits  chan- 
gemens  des  gamisons  ainsy  que  les  dispositions  necessaires 
pour  cela  de  la  maniere  qu'  elles  soient  le  moins  qu'il  se  pourra 
h  Charge  et  incommodit^  des  habitans. 

xn. 

Comme  la  seuretö  commune  demande  en  tgms  de  guerre 
ou  dans  un  imminent  danger  de  guerre,  que  les  etats  generaux 
envoyent  leurs  trouppes  dans  les  places  qui  se  trouveront  les 
plus  exposöes  au  peril  d'etre  attaqu^es  ou  d'etre  surprises,  il 
est  convenu  entre  sa  Mte  Imp^e  et  catholique  et  les  etats  ge- 
neraux, que  leurs  trouppes  seront  receües  dans  les  dittes  places 
autant  qu*il  sera  necessaire  pour  leur  defense,  quand  le  cas 
viendrat  evidemment  ä  exister,  bien  entendu  que  cela  se  fasse 
d'accord  et  de  concert  avec  le  gouvemeur  general  des  Pays-Bas. 

XIII. 

Les  etats  generaux  pourront  ä  leurs  fraix  et  depens  faire 
fortifier  les   sudittes  villes  et  places,    soit   par    de  nouveaux 


1715  Nov.  15.  305 

ouvrages  ou  en  fesant  reparer  les  vieux,  les  entretenir  et  ge- 
neralement  pourvoir  k  tout  ce  qu'ils  trouveront  necessaire  pour 
la  seurete  et  defense  de  dittes  villes  et  places,  ä  la  reserve 
qu'ils  ne  pourront  pas  faire  construire  de  nouvelles  fortifica- 
tions  Sans  en  avoir  donne  connoisance  pröalable  au  gouver- 
neur  general  des  Pays-Bas  et  avoir  entendu  son  avis  et  ses 
considerations  lä-dessus,  et  sans  qu'on  pourra  les  porter  k  la 
Charge  de  sa  Mte  Imple  et  catholique  ou  du  pays  qu'avec  le 
consentement  de  sa  ditte  Mt<^. 

XIV. 
Pour  la  seuretö  de  la  communication  entre  les  Provinces- 
Unies  et  les  villes  et  places  de  la  barriere,  sa  Mt^  Imple  et  ca^ 
tholique  aura  sein  de  faire  en  sorte  que  les  lettres  et  messagers 
tant  ordinairs  qu'  extraordinairs  pourront  passer  librement  pour 
aller  et  venir  dans  les  villes  et  places  de  la  barriere  et  par 
Celles  des  autres  pays,  ä  condition  que  les  dits  messagers  ne  se 
chargeront  pas  de  lettres  ou  de  paquets  des  marchands  ou  au- 
tres particuliers,  lesquels  tant  pour  les  places  de  la  barriere 
que  pour  tout  autre  pays  devront  etre  remis  aux  bureaux  des 
postes  de  sa  Mt^  Imple  et  catholique. 

XV. 
Pour  ce  qui  regarde  Tartillerie,  magacins  et  provisions  de 
guerre  que  L.  H.  P.  ont  dans  les  villes  et  places  qu'elles  remet- 
tent  ä  sa  Mte  Imple  et  catholique,  il  leur  sera  permis  de  les 
faire  transporter  sans  aucun  empechement  et  sans  payer  au- 
cuns  droits  ou  pöages,  tant  Celles  qu'elles  y  ont  fait  conduire 
elles-memes  que  Tartillerie  marquee  de  leurs  armes  perdue 
dans  la  derniere  guerre  et  leur  appartenant,  d'ailleurs  qu'elles 
auront  trouvö  dans  les  dittes  places,  ä  moins  que  sa  Mte  Imple 
et  catholique  ne  souhaite  de  prendre  la  ditte  artillerie  et  mu- 
nitions  de  guerre  pour  son  compte  et  ne  convienne  du  prix 
avec  L.  H.  P.  avant  la  reddition  des  places.  Et  quant  h  V  ar- 
tillerie et  munitions  qui  sont  presentement  dans  les  places  com- 
mises  ä  la  garde  des  trouppes  des  etats  generaux,  elles  seront 
laissöes  h  leur  garde  et  direction  suivant  les  inventaires  qui  en 
seront  dressös  et  signös  de  part  et  d' autre  avant  l'öchange  des 
ratifications  du  present  traitö,  sans  qu'il  sera  permis  de  les  faire 
transporter  ailleurs  que  d'un  commun  consentement,  et  restera 
la  propriete  ä  sa  Mte'  Impie  et  catholique  pour  autant  qu'  il  s'en 

Österrdehisch-englische  Suat» vertrage.  Bd.  I.  20 


3o6  i7>5  Nov.  15. 

est  trouv6  dans  les  dittes  places  au  temps   de  leur  cession  ou 
reddition, 

XVI. 
En  cas  que  les  provinces  des  Pays-Bas  Autrichiens  fussent 
attaquöes,  et  qu'il  arrivät  (ce  qu'ä  dieu  ne  plaise)  que  les  ar- 
möes  des  ennemis  entrassent  dans  le  Brabant  pour  y  agir  et 
faire  le  siege  de  quelque  place  dans  la  ditte  province  ou  de  quelq- 
une  de  Celles  qui  en  fönt  la  barriere,  il  sera  permis  k  L,  H.  P. 
de  faire  occuper  et  prendre  poste  par  leurs  trouppes  dans  les 
villes  et  endroits  sur  le  Demmer  depuis  l'Escaut  jusques  k  la 
Meuse,  comme  aussy  d'y  faire  des  retranchements,  des  lignes  et 
des  inondations  pour  empecher  les  progrös  ulterieurs  des  enne- 
mis, autant  que  la  raison  de  guerre  le  pourra  demander,  pourvü 
que  le  tout  se  fasse  de  concert  avec  le  gouvemeur  general 
des  Pays-Bas. 

xvn. 

Comme  il  conste  par  V  experience  de  la  guerre  passee  que 
pour  mettre  en  seuret^  les  frontieres  des  etats  generaux  en 
Flandre  il  falloit  y  laisser  plusieurs  corps  des  trouppes  si 
considerables  que  V  armöe  se  trouvoit  beaucoup  affoiblie  par  lä, 
pour  prevenir  cet  inconvenient  et  pour  mieux  asseurer  les  dit- 
tes frontieres  ä  l'avenir,  sa  Mt^  Imple  et  catholique  c6de  aux 
etats  generaux  tels  forts  et  autant  de  territoire  de  la  Flandre 
Autrichienne  limitrofe  de  leurs  dittes  frontieres  qu'  on  aura  be- 
soin  pour  faire  les  inondations  necessaires  et  pour  les  bien 
couvrir  depuis  l'Escaut  jusques  ä  la  mer  dans  les  endroits,  oü 
elles  ne  sont  pas  deja  suffisament  asseurees  et  oü  elles  ne  s^au- 
ront  l'etre  par  des  inondations  sur  les  seules  terres  deja  ap- 
partenantes^)  aux  etats  generaux. 

Pour  cette  fm  sa  Mte  Imple  et  catholique  agree  et  ap- 
prouve  que  pour  Tavenir  les  limites  des  etats  generaux  en 
Flandre  commenceront  ä  la  mer  entre  Blanchenberg  et  Heyste, 
ä  Tendroit  oü  il  n'y  a  point  des  dunes,  moy ennant  qu' ils  n'y 
feront  pas  batir  ny  ne  permettront  pas  qu'on  batisse  des  vil- 
lages  ou  des  maisons  auprfes  du  dit  poste,  ny  ne  soufriront*) 
point  aucun  etablissement  des  pecheurs  ou  d'y  faire  des  ecluses 
ä  la  mer. 


»)  A  ^=  appartenaiite. 
•)  So  im  Or. 


1715  Nov.  15.  507 

Et  promettent  de  plus  L.  H.  P.  que,  si  elles  trouvent  bon 
de  faire  construire  quelques  fortifications  k  la  tete  de  leurs  nou- 
velles  limites,  elles  auront  soin  de  ne  pas  diminuer  la  force  de 
la  digue,  et  non  seulement  se  chargeront  des  fraix  extraordi- 
nairs  qui  pourroient  etre  causes  ä  roccasion  de  dittes  forti- 
fications, mais  mßme  dedommageront  les  habitants  de  la  Flan- 
dre  Autrichienne  de  touttes  pertes  qu'  ils  pourroient  souffrir  au 
cas  que  la  mer  vint  ä  faire  des  inondations  par  les  fortifica- 
tions sudittes. 

On  tirera  du  poste  susnommö  une  ügne  droite  sur  le  Gote- 
weegie,  d'oü  la  ligne  continuera  vers  Heyste;  de  Heyste  eile  ira 
sur  le  Drie-hoek  et  Swarte  Sluys ;  de  lä  sur  le  fort  de  St  Donas, 
lequel  sa  Mt^  Imple  et  catholique  c^de  en  propriet6  et  sou- 
verainet^  k  L.  H.  P.,  (moyennant  que  les  portes  des  ecluses  au 
dit  fort  seront  et  resteront  ot^es  en  tßms  de  paix)  et  c^de  pa- 
reillement  le  terrain  situ6  au  nord  de  la  ligne  ci-dessus  marquee. 

Du  fort  St  Donas  les  nouvelles  limites  des  etats  generaux 
s*ötendront  jusques  au  fort  de  St.  Job,  d'oü  on  regagnera  les 
anciennes  prfes  de  la  ville  de  Middelbourg,  lesquelles  limites  on 
suivra  le  long  du  Zydelingsdyk  jusques  ä  V  endroit  oü  le  Eeche- 
loose  watergang  et  le  waterloop  se  rencontrent  ä  une  ecluse ; 
ensuite  de  quoy  on  suivra  le  Graaf-Jaansdykh  jusques  au  village 
de  Bouchout  (aux  interess^s  des  ecluses  duquel  on  permet  de 
les  remettre  oü  elles  ont  ete  ci-devant),  et  du  dit  Bouchout 
on  continuera  la  ligne  droite  pour  regagner  les  anciennes  limi- 
tes des  etats  generaux. 

Sa  Mt^  Imple  et  catholique  cede  aussi  en  pleine  et  entiere 
souverainete  aux  etats  generaux  le  territore  situö  au  nord  de 
la  ditte  ligne. 

Et  comme  pour  leur  entiere  seuret^  il  est  necessaire  que 
rinondation  soit  continuöe  de  Bouchoute  jusques  au  canal  du 
Sas  de  Gand  de  long  du  Graaf-Jansdykh,  il  sera  permis  en 
tSms  de  guerre  ä  L.  H.  P.  d'  occuper  et  faire  fortifier  touttes  les 
ecluses  qui  se  trouveront  dans  le  Graaf-Jaansdykh  et  Zyde- 
lingsdykh. 

A  Tegard  de  la  ville  du  Sas  de  Gand  les  limites  seront  eten- 
dues  jusques  ä  la  distance  de  deux  mille  pas  geometriques,  pour- 
vü  qu'il  n'y  aye  point  des  villages  compris  dans  cette  etendue. 

Et  pour  la  conservation  du  bas  Escaut  et  la  communication 
entre  le  Brabant  et  la  Flandre  des  etats  generaux^  sa  Mte  Imple 


3o8  >7«5  Nov.  15. 

et  catholique  cede  en  pleine  et  entiere  propriet6  et  souverainet^ 
aux  etats  generaux  le  village  et  polder  de  Doel  comme  aiissy 
les  polders  de  St  Anne  et  Ketenisse. 

Et  comme  en  tems  de  guerre  il  sera  besoin  pour  plus  de 
seuretö  de  former  des  inondations  par  les  eclüses  entre  les  forts  de 
la  Marie  et  de  la  Perle,  sa  Mt^.Imple  et  catholique  remettrat,  aus- 
sitot  que  la  barriere  sera  attaquöe  ou  la  guerre  commencöe,  la 
gard  du  fort  de  la  Perle  k  L.  H.  P.  et  celle  des  ecluses,  bien 
entendü  que,  la  guerre  venant  ä  cesser,  elles  remettront  ces 
ecluses  et  le  dit  fort  de  Perle  k  sa  Mte  Imple  et  catholique, 
comme  aussy  celles  qu' elles  auront  occupöes  dans  le  Graaf- 
Jaansdykh  et  Zydelingsdykh. 

Les  etats  generaux  ne  pourront  faire  aucune  inondation 
en  temps  de  paix,  et  se  croyant  Obligos  d'en  former  en  tfims 
de  guerre,  ils  en  donneront  connoissance  pr^alable  au  gou- 
verneur  general  des  Pays-Bas,  et  en  concerteront  avec  les  ge- 
neraux commandans  les  armöes  aux  Pays-Bas;  promettant  de 
plus  que  si  k  V  occassion  de  la  cession  de  quelques  ecluses  (dont 
les  habitans  de  la  Flandre  Autrichienne  conserveront  le  libre 
usage  en  tßms  de  paix)  ils  vinssent  k  souffrir  quelque  donraiage 
ou  prejudice,  tant  par  les  commandants  que  par  d'autres  officiers 
militairs,  que  non  seulement  les  etats  generaux  y  remedieront 
incessament,  mais  aussy  qu'ils  dedommageront  les  interessös. 

Et  puisque  par  cette  nouvelle  Situation  des  limites  il  fau- 
dra  changer  les  bureaux  pour  prevenir  les  fraudes,  en  quoy 
sa  Mte  Imple  et  catholique  et  L.  H.  P.  sont  egalement  interessös, 
on  conviendra  des  lieux  pour  T  etablissement  de  dits  bureaux 
et  des  precautions  ulterieures  qu'on  jugera  convenir  de  prendre. 

II  est  de  plus  stipulö  par  cet  article  qu'une  juste  evalua- 
tion  sera  faite  avant  la  ratification  du  present  traite  des  revenus 
que  le  souverain  tire  des  terres  qui  se  trouveront  cedees  k  L. 
H.  P.  par  cet  article,  comme  aussy  de  ce  que  le  souverain  a 
profite  par  le  renouvellement  des  octroys  sur  le  pied  qu'ils 
ont  etö  accordös  depuis  trente  ans  en  de^ä,  k  etre  deduits  et 
defalques  sur  le  subside  annuel  de  cinq  cent  mille  ecus. 

Et  la  religion  catholique  romaine  sera  conservöe  et  main- 
tenue  dans  les  lieux  ci-dessus  cedez  en  tout  sur  le  pied  qu'  eile 
y  est  exercee  actuellement,  et  qu'elle  Ta  etö  du  temps  du  roy 
Charles  11.  de  glorieuse  memoire,  et  seront  de  meme  conservös 
et  maintenüs  tous  les  privilöges  des  habitans. 


1715  Nov.  15.  309 

Le  fort  de  Rodenhuysen  sera  rasö  et  les  differens  touchant 
le  canal  de  Brügges  seront  remis  ä  la  decision  d'arbitres  neu- 
tres  ä  choisir  de  part  et  d'autre,  bien  entendu  que  par  la  cession 
du  fort  de  St.  Donas  ceux  de  la  ville  de  Y  Ecluse  n'  auront  pas 
plus  de  droit  sur  le  dit  canal  qu'avant  cette  cession. 

xvm. 

Sa  Mt^  Imple  et  catholique  cede  ä  L.  H.  P.  les  etats  ge- 
neraux  ä  perpetuite  en  pleine  souverainetö  et  propriet^  dans 
le  haut  quartier  de  Gueldre  la  ville  de  Venlo  avec  sa  banlieüe 
et  le  fort  de  St  Michel;  de  plus  le  fort  de  Stevensverth  avec 
son  territoire  ou  banlieüe,  comme  aussy  autant  de  terrain  qu'  il 
faudra  pour  augmenter  leurs  fortifications  en  dega  de  la  Meuse; 
et  promet  sa  ditte  Mte  de  ne  faire  jamais  batir  ou  permettre 
qu'  un  autre  batisse  aucune  fortification  de  quelque  nom  que  ce 
soit  ä  la  distance  d'une  demie  lieu  de  la  ditte  forteresse. 

Sa  Mte  Imple  et  catholique  cede  de  plus  aux  etats  ge- 
neraux  Tammanie  de  Montfort  consistant  (ä  Texception  des 
villages  de  Swalmt  et  Elmt  qu'elle  se  reserve)  dans  les  petites 
villes  de  Neustadt  et  d'Echt  avec  les  villages  suivants:  s^avoir 
Ohe  et  Laek,  Roosteren,  Braght,  Beesel,  Belfen,  Vlodorp,^)  Po- 
stert,  Berg,  Lin  et  Montfort,  pour  etre  possedez  par  les  dits  etats 
generaux  de  la  maniere  que  les  a  possed^  et  en  a  jouy  sa  Mt^ 
le  roy  Charles  11.  de  glorieuse  memoire,  avec  les  prefectures, 
bourgs,  fiefs,  terres,  fonds,  cens,  rentes,  revenus,  peages,  de 
quelque  nature  qu'  ils  soient,  subsides,  contributions  et  coUectes, 
droits  feodaux,  domaniaux  et  autres  quelconques  appartenants  aux 
dits  lieux  ced6s  ci-dessus,  le  tout  pourtant  sans  prejudice  et  sauf 
tous  les  droits  qui  pourront  competer  ä  sa  Mt^  le  roy  de  Prusse, 
etcenon  obstant  touttes  exceptions,  pretensions  ou  contradictions 
faites  ou  ä  faire  pour  troubler  les  etats  generaux  dans  la  paisible 
possession  des  Heux  cedös  par  le  present  article,  touts  pactes, 
Conventions  ou  dispositions  contraires  au  present  article  etant 
censees  nuUes  et  de  nulle  valeur;  bien  entendu  que  cette  cession 
se  fait  avec  cette  clause  expresse,  que  les  Statuts,  anciennes 
coutumes  et  generalement  touts  les  privilöges  civils  et  eccle- 
siastiques,  tant  ä  V  egard  des  magistrats  et  des  particuliers  que 


^)  So  im  Or,;  heute  Vlodrop;  ähnliche  von  der  Jteutigen  Schreibweise 
abweichende  Formen  auch'  bei  einigen  anderen  Namen,  ^.  B.  Swalmen,  Bracht 
tu  a.  m. 


3IO  ^7^5  Nov.  15. 

des  eglises,  convents,  monasteres,  ecoles,  seminaires,  hospitaux 
et  autres  lieux  publics  avec  touttes  leurs  appartenances  et  de- 
pendances,  de  meme  qua  le  droit  diocesain  de  Tev^que  de 
Ruremonde,  et  generalement  tout  ce  qui  regarde  les  droits, 
libertes,  immunit^s,  fonctions,  usages,  ceremonies  et  Texercice 
de  la  religion  catholique,  seront  conservös  et  subsisteront,  sans 
y  apporter  changement  ou  Innovation  ny  directement  ny  in- 
directement,  dans  tous  les  lieux  ci-dessus  cedez  de  la  maniere 
que  du  temps  du  roy  Charles  IL  de  glorieuse  memoire,  et  Se- 
lon qu'on  Texpliquera  de  part  et  d'autre  plus  amplement  en 
cas  qu'il  arrive  quelque  dispute  sur  ce  sujSt.  Et  ne  pourront 
etre  donnöes  les  charges  des  magistratures  et  telles  autres  de 
police  qu'ä  des  personnes  qui  soient  de  la  religion  catholique. 
Le  droit  de  coUation  des  benefices  qui  a  et6  jusques  icy  au 
souverain  appartiendra  d'  oresnavant  h  V  eveque  de  Ruremonde, 
ä  condition  que  les  dits  benefices  ne  pourront  etre  donnes  qu'ä 
des  personnes  qui  ne  seront  pas  desagreables  aux  etats  ge- 
neraux  pour  des  raisons  particulieres  ä  alleguer. 

II  est  aussy  stipuld  que  les  etats  generaux  ne  pretendront 
pas  d'  avoir  acquis  par  la  cession  de  la  ville  d'  Echt  aucun  droit 
de  judicature  ou  d'appel  par  rapport  au  chapitre  de  Thom  ou 
autres  terres  de  l'empire,  et  il  sera  libre  ä  sa  Mte  Imple  et 
catholique  de  nommer  tel  endroit  qu'il  conviendra  pour  la  ditte 
judicature  ou  appel. 

Et  puisque  les  habitans  de  la  partie  du  haut  quartier  qui 
vient  d'  etre  cedee  ne  pourront  plus  porter  leurs  proces  en  cas 
d' appel  ä  la  cour  de  Ruremonde,  il  sera  libre  ä  L.  H.  P.  d'ö- 
tablir  une  cour  d'  appel  pour  leurs  sujets  dans  un  tel  lieu  de  la 
province  qu'elles  trouveront  convenir. 

On  est  convenu  de  plus,  que  les  droits  d'entröe  et  de 
sortie  qui  se  levent  tout  le  long  de  la  Meuse  ne  pourront  etre 
hausses  ny  baisses  en  tout  ou  en  partie  que  d'un  commun 
consentement,  des  quels  droits  sa  Mte  Imple  et  catholique  tirera 
ä  son  profit  ceux  qui  se  levent  ä  Ruremonde  et  ä  Navagne, 
et  les  seigneurs  etats  generaux  ceux  qui  se  levent  ä  Venlo. 
Et  comme  les  dits  droits  sur  la  Meuse  en  general  comme  aussy 
ceux  sur  Y  Escaut  subsidiairement  sont  aflfect^s  au  payement  de 
deux  rentes  distinctes,  scavoir  une  de  quatre  vingt  mille  et  une 
de  vingt  mille  florins  par  an,  en  vertu  de  la  transaction  pas- 
s6e  et  conclue  le  vingt  six  de  Decembre  mille  six  cent  quatre 


1715  Nov.  15.  311 

vingt  et  sept  avec  feu  sa  Mte  de  la  Grande-Bretagne,  Quil- 
laume  III.,  on  est  convenu,  que  L.  H.  P.  k  cause  de  k  cession 
susmentionnöe  subviendront  ä  sa  Mte  Imple  et  catholique  dans 
le  payement  de  dittes  rentes  et  autres  debtes  qui  pourront  y 
etre  hyppotequ^es  annuellement  et  ä  proportion  du  produit  des 
droits  d'entröe  et  de  sortie  qu'elles  recevront,  le  tout  suivant 
les  constitutions  memes  des  dites  rentes. 

Et  quant  aux  dSttes  et  charges  contractöes  et  constituees 
sur  la  generalitö  du  haut  quartier  de  Gueldre,  les  etats  gener- 
aux  concurreront  dans  le  payement  d'iceux  pour  leur  quote 
part,  Selon  la  proportion  portee  par  la  matricule  de  tout  le  dit 
haut  quartier.  Tous  les  documens  et  papiers  qui  concement 
le  haut  quartier  de  Gueldres  resteront  cx)mme  cy-devant  dans 
les  archives  ä  Ruremonde.  Mais  on  est  convenu  qu'il  en  sera 
form^  un  inventaire  ou  registre  ä  T  intervention  des  commis- 
saires  de  sa  Mt^  Imple  et  catholique,  de  sa  Mte  de  Prusse  et 
des  seigneurs  etats  generaux,  et  copie  authentique  sera  donnöe 
du  dit  inventaire  ä  chacune  des  trois  puissances,  pour  avoir 
toujours  hbre  acces  ä  tous  les  papiers  et  documens  dont  elles 
pourroient  avoir  besoin  pour  la  partie  qu*  elles  possedent  dans 
le  dit  haut  quartier  de  Gueldres  et  donc  copie  authentique 
leur  sera  delivröe  ä  la  premiere  requisition. 

XIX. 

En  consideration  de  grands  fraix  et  depences  extraordi- 
naires  aux  quelles  les  etats  generaux  sont  indispensablement 
Obligos,  tant  pour  entretenir  le  grand  nombre  de  trouppes  qu'ils 
se  sont  engages  par  le  present  traitte  de  tenir  dans  les  villes 
ci-dessus  nommees,  que  pour  subvenir  aux  grosses  charges  ab- 
solument  necessaires  pour  Tentretien  et  reparation  des  forti- 
fications  des  dittes  places  et  pour  les  pourvoir  des  munitions 
de  guerre  et  de  bouche,  sa  Mte  Imple  et  catholique  s'engage 
et  promet  de  faire  payer  annuellement  aux  etats  generaux  la 
somme  de  cinq  cent  mille  ecus  ou  douze  cent  cinquante  mille 
florins  monnoye  d' Hollande  par  dessus  le  revenu  de  la  partie 
du  haut  quartier  de  Gueldre,  cede  en  propriet6  par  sa  Mt^  Imple 
et  catholique  aux  etats  generaux  par  le  dix  huit  article  du  pre- 
sent traitte,  comme  aussy  par  dessus  les  fraix  pour  le  logement 
des  trouppes  selon  le  reglement  fait  en  l'annöe  mille  six  cent 
quatre  vingt  dix  huit,  de  la  maniere  que  Ton  en  conviendra 


313  '7'5  Nov.  15. 

en  detail.  Laquelle  somme  de  dnq  cent  miUe  ecus  ou  douze 
Cent  cinquante  mille  florins  monnoye  d' Hollande  sera  asseuröe 
et  hyppotequöe,  comme  eile  est  assuröe  et  hyppotequöe  par 
cet  article,  generalement  sur  tous  les  revenus  des  Pays-Bas  Au- 
trichiens  y  compris  les  pays  cedös  de  la  France  et  specialement 
sur  les  revenus  les  plus  clairs  et  liquides  des  provinces  de  Bra- 
bant  et  de  Flandre  et  sur  ceux  du  pays,  villes,  chatelenies  et 
dependances  cedöes  par  la  France,  selon  qu'on  est  convenu 
plus  specifiquement  par  un  article  separö,  tant  pour  Thyppo- 
teque  que  pour  les  moyens  et  termes  de  les  percevoir.  Et 
commencera  le  dit  payement  du  subside  des  cinq  cent  mille 
ecus  ou  douze  cent  cinquante  mille  florins  monnoye  d' Hollande 
du  joür  de  la  signature  du  present  trait^,  sur  quoy  seront  de- 
duits  au  pro  rata  du  tßms  les  revenus  des  villes,  chatelenies  et 
dependances  cedöes  par  la  France,  echuz  depuis  le  dit  joür  jus- 
ques  au  joür  que  les  dits  pays  seront  remis  ä  sa  Mt<5  Imple  et 
catholique,  pour  autant  que  les  etats  generaux  les  auront  receü. 

XX. 

Sa  Mt^  Imple  et  catholique  confirme  et  ratifie  par  cet  ar- 
ticle les  capitulations  accordöes  aux  provinces  et  villes  des  Pays- 
Bas  ci-devant  apellez  Espagnols  du  temps  de  leur  reduction 
sous  Tob^issance  de  sa  ditte  Mt^,  ainsy  que  T  administration  ge- 
nerale du  dit  pays  y  exercöe  par  la  Grande-Bretagne  et  les 
etats  generaux  des  Provinces-Unies,  ayans  represente  le  legi- 
time souverain  par  leurs  ministres  qui  ont  resid^  ä  Bruxelles  et 
par  le  conseil  d'  etat  commis  au  gouvemement  general  de  dits 
Pays-Bas,  ensuite  du  pouvoir  et  des  instructions  qui  luy  ont 
et6  donn^es,  et  des  requisitions  faites  de  la  part  des  deux  puis- 
sances  tant  en  matiere  de  regale,  de  justice,  de  pohce  que  des 
finances,  comme  aussy  T  administration  particuliere  des  etats, 
des  provinces,  des  Colleges,  des  villes  et  des  communautez  au 
plat  pays,  de  memo  que  des  cours  souveraines  de  justice  et 
d'autres  cours  et  juges  subalternes. 

Lesquels  acts  de  police,  regale,  justice  et  finances  subsi- 
steront  et  sortiront  leur  plein  et  entier  eflfet  selon  la  teneur  de 
dits  actes  et  des  sentences  rendues,  le  tout  de  la  mßme  maniere 
comme  s'  ils  avoient  et6  faits  par  le  souverain  legitime  du  pays 
et  sous  son  gouvernement. 


1715  Nov.  15.  313 

XXI. 

Tout  ce  qui  est  compris  dans  rarticle  precedent  sera  aussy 
observö,  ratifiö  et  maintenu  de  la  part  de  sa  Mte  Impie  et  ca- 
tholique  ä  Tögard  du  haut  quartier  de  Gueldre  et  des  pays 
conquis  sur  la  France  (dont  le  roy  Charles  ü.  de  glorieuse 
memoire  n'etöit  pas  en  possession  h  son  dec6s)  pour  touttes 
les  dispositions  faites  au  nom  et  de  la  part  des  etats  generaux 
des  Provinces-Unies. 

Et  pour  ce  qui  est  des  benefices  et  dignitez  ecclesiastiques, 
ceux  qui  en  ont  et6  pourvüs  et  qui  se  trouvent  en  possession 
ne  pourront  etre  depossedez;  et  ceux  qui  ne  sont  pas  encore 
en  possession  y  seront  admis,  sans  qu'on  puisse  s'y  opposer 
que  par  les  voyes  et  dans  T  ordre  de  la  justice,  selon  les  lois 
et  coutumes  du  pays. 

xxn. 

Sa  Mte  Imple  et  catholique  reconnoit  et  promet  de  satis- 
faire  les  obligations  qui  ont  et^  passöes  de  la  part  de  sa  Mt^ 
catholique  Charles  11.  de  glorieuse  memoire  pour  les  levöes 
d'argent  que  L.  H.  P.  ont  fait  negocier  pour  sa  ditte  Mt^,  dont 
la  liste  est  jointe  au  bas  de  cet  article.  Et  comme  on  na  point 
encore  remis  aux  etats  generaux  les  obligations  des  etats  des 
Pays-Bas  Espagnols  pour  la  somme  de  deux  cent  mille  florins 
par  an  h  foumir  par  eux  pour  le  payement  des  interets  et  pour 
remboursement  d'  un  capital  de  quatorze  cent  mille  florins,  levös 
ä  intgret  en  Tan  mille  six  cent  quatre  vingt  et  dix  huit  pour 
etre  employe  aux  necessitez  des  frontieres  des  dits  Pays-Bas 
Espagnols  et  de  quatre  annöes  d'interet,  portant  la  somme  de 
deux  cent  vingt  quatre  mille- florins,  dont  le  dit  capital  de  qua- 
torze cent  mille  florins  est  augmentö,  lesquelles  obligations  le 
dit  roy  Charles  11.  de  glorieuse  memoire  avoit  promis'de  faire 
tenir  sans  que  cela  s'est  fait;  sa  Mi^  Imple  et  catholique  promet 
par  cette  de  faire  passer  les  obügations  par  les  etats  des  pro- 
vinces  de  dits  Pays-Bas  et  de  les  faire  delivrer  incessament 
apres  aux  dits  etats  generaux,  conformement  ä  la  teneur  de  la 
ditte  Obligation  de  sa  Mte'  catholique  du  trente  de  May  mille 
six  cent  quatre  vingt  et  dix  huit  ä  la  premiere  convocation  des 
etats  ou  au  plus  tard  dans  le  terme  de  deux  mois  apr^s  Te- 
change  des  ratifications  de  ce  traitö.  • 


314  ^7^5  Nov.  15. 

Memoire  des  negociations  faites  ä  la  requisition  de  sa  Mt^ 
catholique  Charles  n.  de  glorieuse  memoire. 

La  premiere  negociation  a  et6  d!  un  million  cinq  cent  soi- 
xante  quinze  mille  florins  sur  les  droits  d'entröe  et  de  sortie 
de  la  Marie  ä  cinq  pour  cent,  faite  par  acte  du  treize  de  Decem- 
bre  de  Tan  mille  six  cent  quatre  vingt  dix         .     1.575,000  — 

La  seconde  at  et6  de  cinq  cent  vingt  cinq 
mille  florins  ä  cinq  pour  cent  sur  le  möme  fonds, 
levös  par  acte  du  vingt-un  de  Mars  V  an  mille  six 
cent  quatre  vingt  et  un 525.000  — 

La  troisieme  a  et6  de  cinq  cent  soixante  et 
sept  mille  florins  ä  cinq  pour  cent  sur  les  revenus 
du  haut  quartier  de  Gueldre,  faite  par  acte  du 
quinze  de  Janvier  Y  an  mille  six  cent  quatre  vingt 
et  douze 567.000  — 

La  quatrieme  et  cinquieme  negociation  de 
cinq  cent  mille  florins  et  de  deux  cent  mille  flo- 
rins ont  etö  faites  conformement  k  deux  actes  du 
quatrieme  et  vingt  deuxieme  de  May  mille  six  cent 
quatre  vingt  et  treize  sur  les  droits  d'  entree  et  de 
sortie  de  la  Marie  a  six  pour  cent        .        .        .       700.000  — 

La  sixieme  at  etö  de  six  cent  soixante  et  cinq 
mille  florins  sur  le  meme  fonds  et  k  cinq  pour 
cent,  lev6e  de  V  onze  d'  Avril  mille  six  cent  quatre 
vingt  et  quinze 665.000  — 

La  septieme  a  ete  de  quatorze  cent  quarante 
mille  florins  sur  le  meme  fonds  k  cinq  pour  cent, 
levöe  par  acte  du  vingt  quatre  de  Novembre  mille 
six  cent  quatre  vingt  et  quinze      ....     1,44.0000  — 

La  huitieme,  neufieme  et  dixieme  sommes  de 
quatre  cent  mille,  cent  mille  et  trois  cent  mille 
florins  ont  et6  levöes  par  acte  du  dix  de  Decem- 
bre  mille  six  cent  quatre  vingt  et  quinze,  du  douze 
de  Septembre  mille  six  cent  quatre  vingt  et  seize, 
et  du  sixieme  de  Mars  mille  six  cent  quatre  vingt 
et  dix  sept  ä  cinq  pour  cent  sur  les  revenus  de 
la  province  de  Namur  et  subsidiairement  sur  les 
revenus  de  la  Marie  et  les  domaines  de  la  pro- 
vince de  Luxembourg,  portant  ensemble  800.000  — 


1715  Nov.  15.  315 

L*  onzieme  somme  de  cinq  cent  mille  florins 
at  et6  lev6e  par  acte  du  trente  d'  Avril  mille  six 
cent  quatre  vingt  et  seize  ä  six  pour  cent  sur  les 
revenus  de  la  provostö  de  Mons  .        .        .  500.000  — 

La  douxieme  somme  de  quatorze  cent  mille 
florins  ä  quatre  pour  cent  at  ete  levee  sur  les 
subsides  des  provinces  desPays-Bas  sur  lesremises 
d'Espagne  et  subsidiairement  sur  les  revenus  de 
la  Marie.  Item  deux  cent  et  vingt  quatre  mille 
florins  pour  quatre  annees  d'interet  du  capital 
conformement  k  la  teneur  de  Tobligation  du  trente 
du  May  mille  six  cent  quatre  vingt  et  dix  hui- 
tieme  annee;  portant  ainsy  la  somme  totale  1,624.000  — 

xxm. 

Pareillement  sa  Mte  Imple  et  catholique  reconnoit,  ap- 
prouve  et  confirme  touttes  les  levees  d'argent,  dont  la  liste 
est  jointe  au  bas  de  cet  article,  qu'on  a  et6  Obligo  de  faire 
pour  le  payement  de  plusieurs  necessitös  indispensables  pour 
la  conservation  des  Pays-Bas  Espagnols  et  pour  Y  entretien  des 
trouppes  de  sa  Mt^  Imple  et  catholique  pendant  le  gouveme- 
ment  provisionel  de  la  Grande-Bretagne  et  des  etats  gener- 
aux  des  Provinces-Unies  et  faites  par  L.  H.  P.  de  concert  avec 
sa  Mte  brittanique,  promettant  sa  Mte  Imple  et  catholique  d'y 
satisfaire  et  de  faire  düement  enregistrer  les  dittes  negociations 
dans  les  chambres  des  fmances  et  des  comptes,  et  d'  en  faire 
delivrer  acte  en  forme  ä  L.  H.  P.  et  de  faire  payer  le  capital 
et  les  interets  hors  des  fonds  et  hyppotöques  tant  principales 
que  subsidiaires  aflfectöes  pour  cette  fin,  sans  que  sa  Mte'  Imple 
et  catholique  pourrat  apporter,  si  ce  n'est  de  Taveü  des  etats 
generaux,  aucun  changement  ä  la  direction  ou  ä  Tadministra- 
tion  des  hyppoteques  sur  lesquelles  les  negociations  ont  etö 
faites,  mais  qu'elle  les  laisserat  ä  L.  H.  P.  conformement  h  la 
teneur  des  obligations,et  si  ces  fonds  n'etoient  point  suffisants, 
ce  qu'il  y  manquera  sera  suppige  par  les  etats  des  provinces 
des  dits  Pay-Bas  Autrichiens. 

Memoire  des  negociations  faites  pandant  le  gouvernement 
provisionel  de  sa  Mt^  brittanique  et  de  L.  H.  P.  aux  Pays-Bas. 


3i6  i7'5  Nov  15. 

Dans  rannte  mille  sept  cent  et  sept  ont  et6  lev6s  trois 
Cent  mille  florins  ä  cinq  pour  cent  sur  la  posterie  et  destinez 
ä  etre  envoyös  au  roy  ä  Barcelone;  encore  quatre  cent  mille 
florins  ä  cinq  pour  cent  sur  les  droits  d'  entr^e  et  de  sortie  en 
Flandre  ;destinös  ä  des  necessitös  aux  Pays-Bas.  Les  interets 
des  dits  quatre  cent  mille  florins  ont  etö  assign^s  sur  la  po- 
sterie          700.000  — 

Au  mois  de  Fevrier  de  Tannee  mille  sept 
cent  et  neuf  ont  6t6  levis  deux  cent  cinquante 
mille  florins  k  cinq  pour  cent  sur  les  droits  de 
la  Marie  pour  T  entrieten  des  trouppes  imperiales 
et  palatines .       ^250.000  — 

Au  mois  de  May  mille  sept  cent  neuf  a  et^ 
levöe  ime  somme  de  cinq  cent  mille  florins  ä  cinq 
pour  cent  aux  memes  conditions,  sur  les  memes 
fonds  et  au  meme  usage 300.000  — 

Au  mois  d'Aoust  at  etö  encore  levöe  une 
somme  de  dix  cent  mille  florins  aux  mSmes  condi- 
tions, sur  les  mßmes  fonds  et  au  meme  usage  1,000.000  — 

Dans  Tannöe  mille  sept  cent  et  dix  at  eU 
negoci^e  une  somme  de  trois  cent  mille  florins 
k  six  pour  cent  sur  le  revenu  de  la  posterie  pour 
subvenir  aux  fraix  des  trouppes  imperiales  et  pa- 
latines au  Service  de  sa  Mt^  Imple  et  catholique       300.000  — 

Item  sur  les  droits  d'entree  et  de  sortie  en 
Flandre  une  somme  de  quatre  cent  mille  florins 
pour  subvenir  aux  fraix  des  trouppes  imperiales 
ä  six  pour  cent,  sfavoir  cinq  pour  cent  ä  trouver 
sur  les  droits  en  Flandres  et  un  pour  cent  sur  les 
revenus  de  la  Marie 400.  x>o  — 

Item  sur  les  memes  fonds  et  ä  six  pour  cent, 
s^avoir  cinq  pour  cent  ä  trouver  sur  les  droits 
d'entree  et  de  sortie  en  Flandre  et  un  pour  cent 
sur  les  revenus  de  la  Marie,  une  somme  de  trois 
cent  mille  florins  pour  subvenir  aux  fraix  des 
trouppes  imperiales 300.000  — 

Item  sur  les  mßmes  fonds  et  ä  six  pour  cent, 
savoir  cinq  pour  cent  ä  trouver  sur  les  droits 
d'  entr^e  et  de  sortie  en  Flandres  et  un  pour  cent 


171 5  Nov.  15.  31^ 

sur  les  revenus  de  la  Marie,  une  somme  de  trois 
Cent  quarante  mille  six  cent  vingt  cinq  florins 
pour  subvenir  aux  fraix  des  trouppes  imperiales       340.625  — 

Item  sur  les  revenus  de  la  Marie  ä  cinq  pour 
cent  une  somme  de  trois  cent  mille  florins  pour 
subvenir  aux  fraix  des  trouppes  imperiales         .       300.000  — 

Au  mois  de  Mars  mille  sept  cent  et  onze  a 
et6  lev6e  une  somme  de  trois  cent  mille  florins 
ä  six  pour  cent  sur  le  revenu  de  la  posterie  pour 
subvenir  aux  fraix  des  trouppes  imperiales  .       300.000  — 

En  Decembre  de  Tann^e  mille  sept  cent  et 
douze  ont  et6  negociös  sur  la  Marie  deux  cent 
vingt  huit  mille  trois  cent  et  trente  florins  ä  cinq 
pour  cent  pour  pourvoir  aux  necessitös  et  aux 
fortifications  de  Mons,  St.  Ghilain  et  Ath    .        .       228.330  — 

Fesant  les  susdittes  levöes  ensemble  la  somme  de  quatre 
million  six  cent  dix  huit  mille  neuf  cent  cinquante  et  cinq  flo- 
rins; Temploy  de  laquelle  aussy  bien  que  de  la  somme  de  cinq 
cent  cinquante  mille  florins  que  les  receveurs  des  droits  d'en- 
tr6e  et  de  sortie  en  Flandre  ont  foumis  en  lettres  de  change 
aux  etats  generaux  en  Y  an  mille  sept  cent  et  dix,  de  cent  mille 
florins  qu'ils  ont  receu  du  receveur  des  medianates,  et  de  cent 
cinq  mille  florins  salvo  errore  calculi  qu'ils  ont  receu  de  la  tyoi- 
sieme  chambre  du  conseil  de  Flandre,  at  et^  verifiö  au  ministre 
plenipotentiaire  de  sa  Mt<^  Imple  et  catholique,  de  la  maniere  que 
cela  est  expliquö  plus  particulierement  par  la^)  declaration  mise 
au  bas  de  Y  etat  des  negociations,  et  argent  foumy  et  de  Y  em- 
ploy  des  dits  deniers  signö  ce  mfime  joür. 

XXIV. 

On  procedera  aussitot  que  faire  se  pourra  k  la  liqui- 
dation  du  payement  fait  des  interets  et  du  capital  des  emprunts 
mentionn^s  dans  les  deux  articles  precedents,  dans  laquelle  liqui- 
dation  ne  sera  port^e  ä  la  charge  de  L.  H.  P.  que  tout  ce  qui 
se  trouvera  pay^  effectivement  et  röelement  en  vertu  de  dittes 
Obligations,  et  sans  que  de  la  part  de  sa  Mt^  Imple  et  catholi- 
que on  pourra  faire  contre  le  payement  de  dits  intSrets  quel- 
que  difficultö  ou  pretensions  de  rabbat  ou  diminution  ä  cause 


*)  Du  engliscJu'  und  die  s^niitische  Ausfertigung  habtm  sa. 


3i8  J715  Nov.  15. 

de  non  possession  des  hyppoteques,  confiscation  en  t^ms  de 
guerre,  depravation  des  hyppoteques  ä  cause  de^)  diminution 
des  droits  d'entr^e  et  de  sortie  ou  autre  cause  ou  pretexte 
quelconque,  et  sans  qu'ä  cause  de  cette  liquidation  on  pourra 
de  la  part  de  sa  Mt^  Imple  et  catholique  discontinuer  le  paye- 
ment  poor  le  recouvrement  des  interets  et  termes  de  rembour- 
sement,  dans  lequel  il  sera  continuö  conformement  aux  con- 
ditions  port^es  par  les  obligations,  jusques  ä  ce  qui  constera 
que  tous  les  emprunts  et  interets  d'iceux  seront  entierement 
acquitös  et  rembours^s,  apr^s  quoy  les  hyppoteques  seront  due- 
ment  decharg^es  et  restituöes. 

XXV. 

De  plus  sont  ratifiös  et  confirmös  par  le  present  article 
tous  les  contracts  pour  le  pain,  chariots  et  fourrages  des  troup- 
pes  imperiales  et  palatines  faits  par  les  ministres  de  deux  puis- 
sances  ä  Bnixelles  ou  par  le  conseil  d'etat  commis  au  gou- 
vemement  des  Pays-Bas  sur  la  requisition  des  dits  ministres, 
et  sont  pareillement  confirm^s  et  ratifiös  tous  les  payemens 
deja  faits  ä  ce  sujet  par  le  conseil  des  finances,  et  les  ordres 
donnös  par  le  dit  conseil  pour  assigner  le  restant  de  ce  qui 
est  du  pour  le  dit  pain,  fourrages  et  charriots  sur  les  droits 
d' excrescence  de  quatre  especes  ensuite  des  requisitions  du 
conseil  d'etat,  sans  que  les  dits  droits  d' excrescence  puissent 
etre  divertis  k  d'autres  usages  sous  quelque  pretexte  que  ce 
puisse  etre,  avant  que  les  entreprenneurs  qui  ont  livrö  le  dit 
pain,  fourrages  et  chariots  soient  entierement  satisfaits,  selon 
la  teneur  de  leurs  contracts  ensuite  des  requisitions  des  mi- 
nistres de  deux  puissances  et  des  ordres  du  conseil  d'etat  et 
de  celuy  des  finances. 

XXVI. 

Pour  ce  qui  regarde  le  commerce,  on  est  convenu  que  les 
navires,  marchandises  et  denrees  venant  de  la  Grande-Bretagne 
et  des  Provinces-Unies  et  entrans  dans  les  Pays-Bas  Autrichiens, 
de  meme  que  les  navires,  marchandises  et  denröes  sortant  des 
dits  Pays-Bas  vers  la  Grande-Bretagne  et  les  Provinces-Unies 
ne  payeront  les  droits  d'entree  et  de  sortie  que  sur  le  meme 

«)  i4  =  Jes. 


1715  Nov.  15.  319 

pied  qu*on  les  leve  ä  present^),  et  particulierement  tels  qu'ils 
ont  et6  reglös  avant  la  Signatare  du  present  traitö,  selon  la 
requisition  faite  au  conseil  d'etat  ä  Bnixelles  par  les  ministres 
de  deux  puissances  en  datte  du  six  de  Novembre,*)  et  qu'ainsy 
le  tout  restera,  continuera  et  subsistera  generalement  sur  le  dit 
pied,  Sans  qu'on  y  puisse  faire  aucun  changement,  innovation, 
diminution  ou  augmentation  sous  quelque  pretexte  que  ce  puisse 
etre,  jusques  ä  ce  que  sa  Mt^  Imple  et  catholique,  sa  Mt^  bri- 
tanique  et  les  seigneurs  etats  generaux  en  conviendront  autre- 
ment  par  un  traite  de  commerce  ä  faire  le  plutot  qu'il  se 
pourra,  demeurant  au  reste  le  commerce  et  tout  ce  qui  en  de- 
pend  entre  les  sujets  de  sa  Mt^  Imple  et  catholique  dans  les 
Pays-Bas  Autrichiens  et  ceux  des  Provinces-Unies  en  tout  et 
en  partie  sur  le  pied  etably  et  de  la  maniere  portöe  par  les 
articles  du  traitö  fait  ä  Munster  le  trente  de  Janvier  mille  six 
Cent  quarante  huit  entre  sa  Mte  le  roy  Philippe  IV.  de  glo- 
rieuse  memoire  et  les  dits  seigneurs  etats  generaux  des  Pro- 
vinces-Unies concernant  le  commerce ,  lesquels  articles  viennent 
d'etre  confirmös  par  le  present  article. 

xxvn. 

Que  les  fortifications  et  tous  les  ouvrages  de  la  citadelle 
de  Liege  de  mSme  que  Celles  du  chateau  de  Huy  aussy  avec 
tous  les  forts  et  ouvrages  seront  rasez  et  demolis,  sans  qu'ils 
puissent  etre  jamais  rebatis  ou  retablis,  bien  entendu  que  la 
ditte  demolition  se  ferat  aux  depens  des  etats  du  pays  de  Liöge 
ä  qui  les  materiaux  resteront  pour  etre  vendüs  et  transportes 
ailleurs;  le  tout  aux  ordres  et  sous  la  direction  des  etats  ge- 
neraux qui  enverront  pour  cette  fin  des  personnes  capables 
pour  avoir  la  direction  de  dites  demolitions,  aux  quelles  on 
commencera  de  travailler  immediatement  aprfes  la  signature  du 
present  traittö,  et  que  Ton  acheverat  en  dedans  trois  mois  ou 
plutot  s'il  se  peut,  'et  que  cependant  les  gamisons  des  etats 
generaux  des  Provinces-Unies  ne  sortiront  de  dittes  places 
avant  que  la  demolition  ne  seit  achevöe.®) 

»)  Gemäss  der  ,,Declaration  des  droits  d'  enMe  et  sortie  qui  se  levent 
aux  Pays-Bas  Autrichiens  ä  V  esgard  de  la  Grande-Bretagne  et  des  Provinces- 
Unies",  Dieselbe  liegt  dem  Vertrage  vom  15.  Nov.  171 ",  bei, 

')  ygi'  P*  2g6  Anm,  2, 

«)  In  der  Ratifikation  des  Kaisers  d,  d.  Wien  17 1^^  De^.  21  fOr,  R.  O.) 
ist  der  gewöhnlichen   Beeidigungsformel  —  Karl  VL   werde  alles,    was   ihn  be- 


3^0  i7'5  Nov.  !<;. 

xxvm. 

Et  pour  plus  grande  seuretö  et  execution  du  present  traitte 
promet  et  s'engage  sa  Mt^  brittanique  de  le  confirmer  et  de 
le  garantir  dans  tous  ses  points  et  articles,  comme  eile  le  con- 
firme  et  le  garantis*)  par  celuy-cy. 

XXIX. 

Le  present  traitö  sera  ratifiö  et  approuvö  par  sa  Mt^  Imp'e 
et  catholique,  par  sa  Mt^  brittannique  et  par  les  seigneurs  etats 
generaux  des  Provinces-Unies,  et  les  lettres  de  ratification  se- 
ront  delivröes  dans  le  terrae  de  six  semaines  ou  plutot  si  faire 
se  peut  ä  compter  du  joür  de  la  signature. 

En  foy  de  quoy  nous  ministres  plenipotentiaires  de  sa 
Mt^  Imple  et  catholique,  de  sa  M^^  britannique  et  des  seignetu^s 
etats  generaux  en  vertu  de  nos  pouvoirs  respectifs  avons  esdits 
noms  sign^s  ces  presentes  de  nos  seings  ordinaires  et  ä  icelies 
fait  apposer  ces  cachets  de  nos  armes. 

Fait  ä  Anvers  ce  quinze  du  mois  de  Novembre  de  Y  annee 
mille  sept  cent  et  quinze.«) 

L.  S.  J.  L  de  Kinigsegg.  L.  S.  W.  Cadogan.  L.  S.  B.  v.  Dussen. 

L.  S.  Le  comte  de  Rechteren.        L.  S.  Sc.  Gockinga. 

L.  S.   Adr.  van  Borssele  tot  Geldermalsen. 

Article  separö. 

Comme  dans  T  article  dix  neuf  du  traitte  de  la  barriere  pour 
les  etats  generaux  des  Provinces-Unies  dans  les  Pays-Bas  Au- 


treffe,  halten  und  nicht  gestatten,  dass  etwas  dagegen  gescJiehe  —  heigefügt,  ^^erto 
confisos  sacri  Romani  imperii  electores,  principes  ac  status  perpensis  rite  rerum 
motncntis  iis,  quae  supra  art  2y  super  aequatione  munimentorum  arcis  Leo- 
dinensis  prout  et  casteUorum  ac  munimentorum  urbisque  Huyensis  concedi  prae- 
sens temporum  ratio  coegit,  consensu  suo  haud  gravatim  accessuros  esse,*' 

*)  So  im  Or.;  in  den  Rat  garantit 

*)  Daran  sind  angeschlossen  : 

1.  Formulaire  du  serment  pour  le  gouverneur  de  Dendremonde, 

2.  Formulaire  du  serment  pour  les  gouvemeurs  des  places, 

^.  Pl'inpouvoir  du  ministre  plenipotentiaire  de  sa  M^*  Impß*  et  catholique 
(lateinisch,) 

4,  Pleinpouvoir  du  ministre  plenipotentiaire  de  sa  M^^  brittaniqw  (la- 
teinisch,) 

tI.  Pleinepouioirs  des  ministres  plenipotentiairs  des  seigneurs  etats  generaux 
des  Provinces-Unies  (lateinisch) ;  sämtlich  u,  a,  gedruckt  Du mont  /.  c.  Villi i  464  ff. 


»715  Nov.  15.  321 

trichiens,  conclu  ce  jourdhuy  quinze  de  Novembre  raille  sept 
Cent  et  quinze  entre  sa  Mte  Imple  et  catholique,  sa  Mte  britani- 
que  et  les  dits  seigneurs  etats  generaux,  on  est  convenu  de 
s'expliquer  plus  specifiquement  par  un  article  separe  au  sujSt 
des  hyppoteques  et  des  moyens  de  percevoir  le  subside  y  men- 
tionne,  sa  Mte  Imple  et  catholique  pour  assurer  et  faciliter  d'au- 
tant  plus  le  payement  du  dit  subside  de  cinq  cent  mille  ecus 
ou  douze  cent  cinquante  mille  florins  monnoye  d'  Hollande  par 
an,  accorde  et  stipule  par  le  dit  article,  assigne  specialement 
sur  les  pays,  villes,  chatelenies  et  dependances,  ced^es  par  la 
France,  annuellement  la  somme  de  six  cents  et  dix  mille  florins 
monnoye  d' Hollande  selon  la  repartition  suivante;  ä  sfavoir: 
sur  la  ville  de  Toumay  cinquante  et  cinq  mille  flor.,  sur  la 
chatelenie  de  Toumay,  dit  le  Tournesis,  vingt  et  cinq  mille  flor., 
sur  la  ville  et  verge  de  Menin  quatre  vingt  dix  mille  flor.,  et  sur  la 
partie  de  la  Flandre  occidentale  qui  at  ete  ced6e  par  la  France, 
h  repartir  sur  les  villes,  chatelenies  et  dependances  suivant  le 
transport  de  Flandre,  quatre  cent  quarante  mille  flor.,  et  le  restant, 
sur  les  subsides  de  la  province  de  Brabant  un  tiers,  fesant  la 
somme  de  deux  cent  treize  mille  trois  cent  trente  et  trois  et 
un  tiers  de  florin,  et  sur  ceux  de  la  province  de  Flandre  deux 
tiers,  fesant  la  somme  de  quatre  cent  vingt  et  six  mille  six  cent 
soixante  six  et  deux  tiers  de  florin;  fesant  les  dittes  sommes 
respectives  ensemble  la  suditte  somme  totale  de  cinq  cents  mille 
§cus  ou  douze  cent  cinquante  mille  florins  monnoye  d'  Hollande. 

La  portion  de  la  province  de  Brabant  est  assignee  sur  le 
contingent  des  sept  quartiers  d'Anvers  et  des  autres  districts 
de  Brabant  dans  les  subsides  de  cette  province  et  la  portion 
de  la  province  de  Flandre  sur  le  contingent  du  pays  de  Waes 
y  compris  Beveren,  du  pays  d'Oudenbourg,  du  francq  de  Brüg- 
ges, du  pays  d'Alost  et  de  la  ville  et  pays  de  Dendremonde 
dans  les  subsides  de  cette  province. 

Et  pour  asseurer  d'autant  plus  le  payement  regulier  des 
susdites  sommes  respectives,  sa  Mte  Impie  et  catholique  promet 
et  s'engage  que  le  payement  se  fera  de  trois  en  trois  mois,  ä 
commencer  du  joür  de  la  signature  du  present  trait6,  k  payer 
ä  Techeance  du  terme  et  au  defaut  du  dit  payement  ä  la  fin 
des  dits  trois  mois.  Ordonne  sa  Mte  Imple  et  catholique  d^s 
ä  present  et  par  ce  traitö  aux  etats  des  provinces  et  departe- 
mens  et  les  receveurs   des  subsides  tant  ordinairs  qu'extraor- 

()steiTeichisch-englische  Staatsverträge.  Bd.  f.  2  ( 


322  '7' 5  Nov.  15. 

dinairs,  de  mSme  que  ceux  de  ses  droits  et  domaines,  hors  des 
quels  le  payement  se  doit  faire  conformement  ä  la  repartition 
ci-dessus,  qu'en  vertu  de  cet  article  et  sur  une  copie  d'icelui 
ils  auront  ä  payer  incessament  ä  chaque  echeance  et  sans  delay 
au  receveur  general  des  dits  etats  generaux  ou  k  ses  ordres 
les  sommes  ci-dessus  marquöes  et  sans  attendre  autre  ordre 
ou  assignation,  ce  present  article  leur  devant  servir  d' ordre 
et  d' assignation  dfes  ä  present  et  pour  lors;  et  le  dit  payement 
leur  sera  pass6  en  compte  ä  la  Charge  de  sa  Mt^  Imple  et  ca- 
tholique,  comme  s'il  avoit  et6  fait  k  elle-mSme. 

Faute  de  quoy  ou  bien  en  cas  que  les  dits  etats  n'  accor- 
dassent  pas  avec  la  promtitude*)  necessaire  les  subsides,  pour- 
ront  les  etats  generaux  proceder  aux  moyens  de  contrainte  et 
d'execution  et  mSme  par  voye  de  fait  contre  les  receveurs, 
etats  et  domaines  de  dittes  provinces  et  departemens,  lesquels 
sa  Mte  Imple  et  catholique  y  soumet  en  vertu  de  cet  article, 
le  tout  sans  prejudice  du  droit  de  L.  H.  P.  sur  les  autres  reve- 
nus  du  souverain  par  dessus  le  subside  des  provinces,  comme 
sont  les  droits  d'entröe  et  de  sortie,  impots,  tailles,  pöages  et 
autres  domaines. 

De  plus  on  est  convenu  que  le  payement  du  dit  subside 
ne  pourra  etre  retard^  moins  refusö  sous  pretexte  de  compen- 
sation,  liquidation  ou  autres  pretensions  de  quelque  nom  ou 
nature  qu'elles  puissent  etre. 

Et  aura  cet  article  separ^  la  meme  force  que  le  dit  traittJ 
de  la  barriere,  et  tout  comme  s'  il  y  etoit  inser^  de  mot  ä  mot 
et  sera  ratifi^  dans  le  mSme  temps  que  ce  traitö. 

En  foy  de  quoy  nous  ministres  plenipotentiaires  de  sa 
Mt^  Imple  et  catholique,  de  sa  Mte  britanique  et  des  seigneurs 
etats  generaux  avons  sign^  le  present  article  et  y  avons  fait 
apposer  le  cachet  de  nos  armes. 

Fait  ä  An\^ers  ce  quinze  de  Novembre  mille  sept  cent 
quinze.2) 


Addition  au  traite  de  barriere. ^j 

Etat  de  Temploy  des  deniers  provenus  des  negotiations 
faittes  sur  divers  fonds  des  Pays-Bas  durant  le  gouvemement 

0  So  im  On 

*)  Diesel brn  Unterschriften  wie  im  Hauptvertragc* 

3)  Nach   dem    im  R,  A.  Barriere    1714—1716,    Bd.  IIL    Nr.  -/J7   befind- 


1715  Nov.  15.  323 

provisionel  des  deux  puissances  maritimes,  distinctement  men- 
tionees  dans  la  liste  jointe  au  bas  de  rarticle  23  du  traitö  de 
la  barriere,  signö  le  15  de  Novembre  17 15,  montans  ä  une 
somme  de  4,618.955  florins,  comme  aussi  des  550.000  florins 
fournis  en  lettre  de  change  par  les  receveurs  des  droits  d'en- 
tröe  et  sortie  de  Flandre,  de  plus  100.000  flor.  fournis  par  le 
receveur  de  medianants,  et  finalement  de  105.000  florins  fournis 
par  le  troisiöme  membre  du  conseil  de  Flandre,  faisant  en  tout 
ensemble  une  somme  de  savoir  monnoye  de  Hollande: 

Remise  par  L.  H.  P.  Tannöe  1708  au  roy  catholique  Char- 
les in.  hors  les  deniers  levös  sur  la  posterie  des  Pays-Bas 
Espagnols  la  somme  de  trois  cent  mille  florins         300.000 

Pour  la  livraison  du  fourage  faite  aux 
troupes  de  sa  dite  Mt^  selon  le  compte  deux 
millions  septante  huit  mille  neuf  cents  et  seize 
florins,  six  sous,  six  deniers       ....       2,078.916.  6.6 

La  livraison  de  pain,  compris  les  chariots 
de  vivres,  selon  le  compte  deux  millions  deux 
Cents  quatre  vingt  sept  mille  sept  cents  septante 
six  florins,  quatorze  sous,  six  deniers  2,287.776.  14.6 

Item  des  autres  payemens  extraordinaires 
mis  en  compte  par  Mrs  les  etats  generaux  soi- 
xante  neuf  mille  cinq  cent  quatre  vingt  trois 
florins,  quinze  sous 69.583.  15.0 

Argent  pay^  ä  la  caisse  de  guerre  pour 
les  portions  de  pains  et  fourages  pendant  le 
quatier  d' hiver,  depuis  le  i.  Janvier  1709  jus- 
ques  au  mois  d' Avril  171 1,  selon  le  compte  six 
cent  cinquante  sept  mille  huit  cent  quatre  vingt 
neuf  florins,  seize  sous 657.889.  16.0 

Des  fraix  pour  les  hospitaux  et  autres  de- 
pences  extraordinaires  selon  le  compte  trente 
deux  mille  trois  cents  trente  six  florins,  un  sou, 
six  deniers 32.336.    i-6 

Depences  pour  les  munitions  et  fortifica- 
tions  dans  les  villes  de  Mons,  St.  Guisslain  et 


liehen  Or.  Gedruckt  ist  die  Urkunde  u.  a.  bei  Zinck  Ruhe  des  jet{tlebenden  Eu- 
ropa I.  5/?/. 


324  ^7^5  Nov.  15. 

autres  cent  cinquante  huit  mille  six  cents  trente 
neuf  florins,  six  sous,  six  deniers      .  138.639.  6.6 

Somme       5,585.142. 0.0 

Le  soubsignd  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Mte  ImpJe  et 
catholique  declare  d'  avoir  vu  et  examin^  V  etat  cy-dessus  et  de 
Taccepter  et  de  Taprouver,  comme  je  Taccepte  et  aprouve  pour 
et  au  nom  de  sa  dite  Mte,  avec  les  conditions  suivantes. 

Que  premierement  serat  defalqu^e  de  rimpöt*)  total  une 
somme  de  24.485  florins  payös  pour  des  chariots,  dont  les  cha- 
tellenies  enemies  ont  et6  en  defaut  et  qui  par  ainsi  ne  viemient 
point  ä^)  Charge  de  sa  Mt^  Imple  et  catholique. 

Que  secundo  on  produirat  les  quittances  Originals  de  7373 
florins  qui  manquent  sur  une  somme  totale  de  21.535  fl.  12  s. 
10  d.^)  ou  au  defaut  d' icelies  d' autres  pieces  justificatives. 

Que  tertio  on  produirat  de  mßme  les  quittances  Originals*) 
ou  ä  leurs  defaut  des  justifications  sur  une  somme  de  37.927  fl. 
16  s.  sur  la  quelle  Castiglio  at  donn^  une  copie  de  quittance 
suspecte. 

Que  quarto  on  produirat  encore  les  quittances  Originals 
ou  h  leurs  defaut  des  justifications  authentiques  sur  une  somme 
de  14.636  fl.  14  s.  sur  lesquelles  le  susdit  CastigHo  n'at  pro- 
duit  pour  preuve  de  Hvraison  qu'une  attestation  de  Mr  Arm- 
strom. 

Que  quinto  on  produirat  de  meme  les  quittances  Originals 
ou  ä  leurs  defaut  la  justification  qui  manque  pour  une  somme 
de  2818  fl.  14  s.  et  demi  sur  une  somme  totale  de  17.237  fl.  6  d. 

Que  sexto  on  eclaircirat  mieux  les  deux  comptes  pour 
Ostende,  portant  la  somme  de  16.425  fl.  j  s.  3  d.,  pour  averer 
ce  qui  en  doit  rester  ä  la  charge  de  sa  Mte  Imple  et  catholique. 

Et  qu'  enfin  on  renseignerat  les  munitions  de  guerre  selon 
le  compte  specific^)  qu'on  at  presente.  Anvers^)  ce  15.  Nov.  17 15. 

L.  C.  de  Koenigsegg. 


J)  Or,  =  import, 

*)  Ziiick  hat  ä  Ja  charge, 

3)  Zinck  hat  6  d, 

*)  Dieses  Wort  fehlt  in  dem  Or.  des  R,  A. 

^)  Ursprünglich  stand  la  specification. 

")  Ursprünglich  stand  Dans  la  ville  d' Anvers. 


17*5  Nov.  15.  325 

CommeO  en  ajustant  Tarticle  pour  la  d^molition  des  forti- 
fications  de  la  citadelle  de  Liege  et  du  chateau  de  Huy  les 
sousignez  ministres  plenipotentiaires  des  seigneurs  etats  ge- 
neraux  ont  insiste,  que  de  la  part  de  Tempereur  on  voulut 
donner  les  assurances  que  le  prince  et  etats  de  Liege  se  desi- 
steroient  de  la  pretension  qu'ils  ont  portö  ä  la  diete  de  rem- 
pire  contre  le  fort  que  les  etats  generaux  ont  fait  construire 
sur  le  Petersberg  devant  Maastright,  et  aussi  que  Ton  puisse 
convenir  sur  leurs  pretensions  au  sujet  de  Bonn,  soit  en  fai- 
sant  demolir  les  fortifications  ou  bien  en  s'accordant  sur  la 
garnison  que  Y  on  y  pourroit  mettre  pour  la  seuretö  commune, 
Mr  le  comte  de  Kinigsegg,  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Mte 
Imple  et  catholique,  s'etant  excuse  d'y  entrer  des  ä  preselit 
faute  d' ordre  pour  le  quel  il  auroit  ecrit  en  la  cour,  et  que 
d'ailleurs  ces  deux  points  aient  tant  de  rapport  avec  le  susdit 
article  et  soient  de  tant  d'importance  pour  les  interets  des 
etats  generaux  que  lesdits  plenipotentiaires  ne  sauroient  s*en 
desister,  aiant  des  ordres  expres  lä  dessus,  ils  se  trouvent  obli- 
gez  de  declarer  comme  ils  declarent  par  cette,  qu'ils  n'ont  con- 
senti  au  contenu  du  dit  article  que  dans  la^)  persuasion  et 
dans  r  attente,  qu'  a vant  Y  echange  des  ratifications  il  sera  donne 
de  la  part  de  sa  Mte  Imple  et  catholique  pleine  et  entiere  assu- 
rance  q'il  sera  satisfait  aux  pretensions  de  L.  H.  L.  sur  ces 
deux  points.  Fait  et  delivre  a  Mr  le  comte  de  Kinigsegg  ä 
Anvers  ce  quinze  de  Novembre  mille  sept  cens  quinze. 

L.  S.    B.  V.  Dussen.*) 

L.  S.    Le  comte  de  Rechteren. 

L.  S.    Sc.  Gockinga. 

L.  S.    Adr.  Borssele  tot  Geldermalsen.*) 


*)  Nach  dem  im  /?.  A.  befindUchen  Entwürfe, 

*)  Ursprünglich  stand  qu' ä  condition, 

5)  Di^  Unterschrift  fehlt  in  diesem  Entwurf, 

*)  Da  die  in  dieser  Deklaration  von  den  Generalstaaten  gestellten  Bedin- 
gungen bis  \um  Tage  des  Austausches  des  Rat,  vorn  Kaiser  nicht  erfüllt  wurden, 
der  Kurfürst  von  Köln  vielmehr  Truppen  ohne  Wissen  und  Teilnahme  der  Ge- 
neralstaaten in  Bonn  einführte,  erklärten  die  staatischen  Deputierten  gelegentlich 
der  Auswechslung  der  Bat,  des  Barrierevertrages  in  einer  Deklaration  d,  d,  Ant- 
werpen iyi6  Jan.  ßi  ihre  Verpflichtungen  be\ügluh  Lüttichs  und  Huys  nicht  er- 
füllen \u  können,  bis  ihnen  bezüglich  der  Bonner  und  Petersberg  er  Affairen  Ge- 


^26  >7i6  ^l^i  25./Juni  5. 


16. 

Defensivbündnis  ^ischeft  Karl  VI.  wid  Georg  L,  samt  cuiem 

Separatartikel  d.  d.  Westminster  1716  Mai  2$  st  v. 

« 
Rat.  Georgs  I.   d.  d.   St.  James    17 16  6.1  ly.  Jnli^);  Karls   VI.   d.  d. 
Wien  ßo.  Junfi)  iyi6. 

Geheimer y  separater  Zusatiariikel  {ti  diesem  Vertrage  d.  d.  Wien  i'jij 
Sept  I,  betreffend  die  gegen  die  grossbritannischen  Rebellen  ^u  ergrei- 
fenden Massregeln.^) 

Rat.  Georgs  I.  d.  d.  St.  James  lyiy  De;^.  ij\iTi8  Jan.  y ;  Karls  VI. 
d.  d.    Wieti   IJ17  Sept.  10. 

Die  Originale  des  Bündnisses,  des  Separatartikels  und  des  geheimen  Zu- 
sat\artikels  im  St-A.  und  /?.  O. ;  die  Originale  der  Ratifikationen  Georgs  im 
St.-A.,  die  Karls  im  R.  O,  —  Drucke  bei  Bittner  N.  yoo. 

Eine  der  selbstverständlichen  Folgen  des  englischen  Minister- 
wechsels vom  Jahre  lyio  und  der  mit  demselben  :{usammenhängenden 
Wendung  in  der  auswärtigen  Politik  der  Königin  Anna,  war  der  Ab- 
bruch  der  freundschaftlichen  Beziehungen,  die  seit  ihrem  Regierungs- 
antritte ^wischen  England  und  Österreich  geherrscht  hatten.  Je  eif- 
riger das  Toryministerium  für  den  Frieden  mit  Ludwig  XIV.  ein- 
trat und  je  selbstsüchtiger  es  dabei  die  besonderen  Interessen  des  Insel- 
Volkes  in  den  Vordergrund  rückte,  desto  verletzter  fühlte  sich  der  Wie- 


nugtuung  worden  sei.  Der  kaiserliclie  Gesandte  stellte  darauf  am  selben  Tage 
eine  Gegenerklärung  aus,  in  der  er  das  Versprechen  gab,  dem  Kaiser  von  den 
Gründen  dieser  Aufschiebung  bei  der  Erfüllung .  der  eingegangenen  Verpflich- 
tungen seitens  der  Generalstaaten  Mitteilung  \u  machen.  Die  Or.  beider  Er- 
klärungen im  R.  A.  (Barriere  1714 — 1716.)  Eben  daselbst  auch  die  Kopie  der 
Erklärung  König seggs  d.  d.  ^/.  Jan,  17 16,  in  der  er  betont,  dass  der  Kaiser 
die  Auswechslung  der  Rat.  befohlen  und  dass  er  sie  vollzogen  habe,  dass  er  aber 
im  Namen  des  Kaisers  und  um  Dispute  {u  vermeiden  erklären  müsse,  dass  der 
Kaiser,  wie  er  einer  bescheidenen  Anzahl  staatischer  Truppen  den  Durchzug  durch 
sein  Land  gestatten  wolle,  von  den  Generalstaaten  erwarte,  dass  der  Art.  14,  die 
Post  betreffend,  strictissimo  modo  eingehalten  werden  würde.  Bezüglich  des  von 
den  Gouverneuren  der  Barrierefestungen  \u  leistenden  Eides  soll  die  bezügliche 
Verfügung  des  Vertrages  ergän^^t  werden. 

*)  Bittner  set^t  irrtümlich  lö-lay,  Juli. 

•)  Bittner  set\t  irrtümlich  16.  Juni. 

•)  Bittner  be\eichnet  /.  c.  i^^  irrtümlich  als  Inhalt  dieses  Zusat\artikels 
die  Einladung  der  Generalstaaten  \ur  Accession, 


171  ö  Mai  25./Juni  5.  ^21 

ner  Hof.  Als  der  Inhalt  der  Friedensprälimmaricfty  die  England  ohne 
Wissen  des  Kaisers  mit  Frankreich  entworfen  hatte  und  auf  einem 
Friedenskongresse  seinem  Verbündeten  aufnötigen  wollte,  dem  kaiser- 
lichen Gesandten  am  Londoner  Hofe,  Grafen  Gallas,  mitgeteilt  wurde, 
—  Okt.  ijii  —  gab  dieser  seinem  Unwillen  über  das  seinem  Herrn  zu- 
gefügte Unrecht  in  so  heftiger  Form  Ausdruck,  dass  ihm^der  Zutritt  j(u 
Hof  verweigert,  den  Ministern  der  Verkehr  mit  ihm  untersagt  wurde.  ^) 
Die  Angelegenheit  wurde  dann  notdürftig  geordnet.  Gallas  verliess 
den  englischen  Hof  und  Königin  Anna  erklärte  sich  bereit,  jeden  an- 
deren kaiserlichen  Gesandten  ^u  empfangen.  Allein  der  Unmut  der 
Wiener  Regierung  über  den  Verrat  Englands  und  über  den  Öster- 
reich {ugemuteten  Verzicht  auf  Spanien  blieb  bestehen.  Sie  weigerte 
sich  den  Friedenskongrcss  ^n  beschicken,  falls  auf  dieser  Grundlage 
verhandelt  werden  sollte  und  enischloss  sich,  auch  in  London  gegen  das 
treulose  Vorgehen  des  Bundesgenossen  nachdrücklichst  {u  protestieren. 
Niemand  geringerer  als  Eugen  von  Savoyen,  der  grosse  Kriegs- 
held, sollte  dort  die  Interessen  der  kaiserlichen  Politik  vertreten,  Eng- 
land {u  neuerlicher  Umkehr  und  ^um  Einlenken  in  die  ehemals  be- 
tretenen Pfade  bewegen.  Mitte  Januar  IJ12  erschien  er  in  London;^) 
er  erfuhr,  dass  wenige  Tage  vorher  Marlborongh's  Stur{  erfolgt  sei. 
Damit  war  auch  das  Schicksal  seiner  Mission  besiegelt.  Er  erkannte 
alsbald,  dass  seine  Bemühungen  erfolglos  bleibest  würden.  Um  eine 
Enttäuschung  reicher^  kehrte  er  ins  Lager  {urück.  Was  folgte,  ist 
bekannt.  Während  der  Kaiser  sein  gutes  Recht  mit  den  Waffen  in 
der  Hand  vertrat,  schritt  das  Toryministerinm  auf  der  eingeschla- 
genen Bahn  fort  und  schloss  am  11.  April  17  iß  ^u  Utrecht  einen 
Frieden  mit  Frankreich.  Derselbe  bedeutete  einen  glänzenden  Erfolg 
der  englischen  Politik.  Die  für  die  Entfaltung  der  englischen  Han- 
delsmacht im  südlichen  Europa  wichtigen  Stationen  Gibraltar  und 
Port  Mahon  blieben  im  Besitze  Grossbritanniens ;  die  Zerstörung 
Dünkirchens  befestigste  die  Herrschaft  Englands  im  nördlichen 
Meere ;  sein  Kolonialbesitz  in  Amerika  wurde  auf  Kosten  seines 
gefährlichsten  Rivalen,  auf  Kosten  Frankreichs,  ansehnlich  vergrössert, 
und  die  günstigen  Handelsverträge,  die  es  mit  Holland,  Spanien  und 
Frankreich  schloss,  sicherten  den  englischen  Kaufleuten  grossen  Ge- 
winn.    Je   berechtigter    aber   die   Freude    des    englischen    Volkes    über 


*)  Für  dies  und  das  folgende  vgl.  Weher  „Der  Friede  von  Utrechts*  I49ff» 
•)  Vgl.  Weber  l.  c,  2^4  ff» :  Arneih  Eugen  IL  i^.,  Feld\üge  desPrin\en 
Eugen;  XIV.  Suppl. 


3a8 


1716'  Mai  25. /Juni  5. 


diesen  günstigen  Ausgang  des  langjährigen  Krieges  war^  der  mt  die 
Opferwiiiigkeit  der  Nütion  so  grosse  Anforde rnngm  gesielii  hatte ^  desto 
biUerer  empfand  der  Österreichische  Herrscher  das  Vorgehen  seines  ehe" 
maligen  Kamp/genossen.  Ihm  in  erster  Linie  mass  er  die  Schuld  daran 
beif  dass  nicht  alle  seine  Blittenträume  reifen  durften,  dass  er  seh  im 
Jahre  i/i^f  nach  vergeblichen  Versuchen  den  Kamp/  gegen  Ludwig  XIV. 
ohne  Mithilfe  der  Seemächte  er/olgreich  /ürtiusef{^enj  {um  Frieden  von 
Rastatt  her  eil  /In  den  nmsste,  der,  obgleich  g/instig  genüge  seinen  hoch- 
gestelltai  Erwartungen  nicht  entsprach.  Karl  VI  gab  seiner  Entrnstimg 
über  dieses  Vorgehen  Annas  und  aller  Leiter  der  englischen  Politik  un- 
verholen Ausdruck f  und  wenn  er  auch  die  Beziehungen  j^um  englischen 
Hofe  nicht  gänzlich  abbrach,  so  bewies  doch  die  Tatsache^  dass  er  die 
Vertretung  seiner  Interessen  in  London  seit  dem  Abgange  des  Grafen 
Gallas  seinem  Residenten  Ho  ff  mann  überliesSj  und  die  ^rückkalfende 
Art^  mit  der  dirst^r  die  Eröffnungen  der  englischen  Minister  entgegen^ 
nahm,  wie  gering  die  Neigung  des  Kaisers  war ^  die  alten  freund- 
schaftlichen Beziehungen  ^^m  etiglischen  Hofe  wieder  auJiunehmen. 

Da  führte  der  Tod  Annas  und  die  Thronbesteigmig  Georgs  I 
eiften  entscheidenden  Wechsel  herbei^)  Die  Partei^  die  mit  Georg  I 
in  England  ^^tr  Herrschaft  gelangte^  kehrte  sogleich  in  die  Bahnen 
zurück  j  die  Wilhelm  HL  eingeschlagen  hatte  upid  denen  Anna  so 
lange  ge folgt  war^  als  Marlborough  und  seine  Anhänger  an  der  Spitze 
der  Geschäfte  gestanden  tiaften.  Feindschaft  ^  wenn  möglich  oßeuer 
Krieg  mit  Frankreich  wurde  die  Losung  des  neuen  Whigministeriums 
und  als  natürliche  Folge  davon  die  Neigung  mit  den  alten  Verbün- 
deten^ mit  Holland  und  dem  Kaiser j  das  freundschaftliche  Verhältnis 
wiederzugewinnen,  das  durch  die  Franzosenfreundliche  Politik  des 
Toryminisieriums  verloren  gegangen  wan  In  unzweideutiger  Weise 
gab  Georg  /.,  dem  schon  als  Kurfürsten  von  Hannover  an  der  Au/^ 
rechihaltung  guter  Beziehungen  {ati/  Re ichsober haupte  gelegen  sein 
musste^  diesem  Wunsche  Ausdruck  und  die  österreichische  Regierung 
glaubte  die  Werbungm  des  netten  Herrschers  nicht  rundweg  {;/r//£*^- 
weiscn  ^7/  dürfen.  Doch  verhielt  sich  Karl  VI  au /fallend  kuhlj  als 
Graf  Stanhopf  f  sein  Freund  vom  spanischen  Kriege  her  und  nun 
einer  der  leitenden  Minister  des   neuen  Frankreich  feindlich  gesinnten 


')  Für  die  auswärtige  Politik  George  L  vertmse  ich  ein*  für  allemal  auf 
die  älteren  Darstellungen  bei  Caxe  „  Wiiipoie'',  Mahon  Hisiofy  of  England*  VoL  L 
und  IL ;  Lecky  Hist.  of  England  Vol  L  und  auf  die  neueren  bei  W,  Mickaeh 
Engl  Gesek.  im  iS.  Jaliflh  L  40}  jf,  Basti  Williams  j^Tke  foreign  policy  tjf 
ßngland  under  Walpole  Engl.  Hist  Rev^  i^oo  und  ipoß. 


17  f  6  Mai  257Juiii  j* 


329 


englischen  KahmefUs^  im  Nov.  IJ14  in  Wim  (Tsckitftj  von  der  Nöi- 
weHdigkfit  sprach,  deti  Bund  des  Kaisers  mit  deti  Seemächten  ^n  er- 
ftmeru  mid  dem  Kaiser  ein  Defensivhundnis  aitbot^  dem  dann  auch  die 
Gencraistaateti  beitreten  soitten.'^)  Auch  iegte  die  geheime  Kon/eren^^ 
dir  über  Stanhope^s  Anträge  teriet,  Wert  tfarmif^  dem  Vertreter  Georgs  L 
bei  dieser  Geiegettheit  vorzuhalten ^  wie  übet  England  dem  Kaiser  in 
den  ietj^ten  Jahren  mitgespielt  habe  und  wie  berechtigt  dessen  Miss^ 
trauen  in  die  Aufrichtigkeit  der  engtischen  Erklärungen  sei  Je  mehr 
sich  aber  die  Stelinng  Georgs  L  in  England  befestigte,  und  je  weiter- 
gehender  die  Eröffnungen  Stanhope's  wurden^  der  als  Führer  der  Kriegs- 
partei in  England  nur  all^u  geneigt  war  die  Revanchepläne  der  Öster- 
reicher gegcft  Frankreich  ^  nähren^  desto  mehr  traten  die  Bedenken 
in  tien  Hintergrund^  die  Anfangs  von  einem  Teile  der  massgebenden 
Räte  Karls  VI.  gegen  den  Anschluss  an  England  geäussert  worden 
war^n,^)  Ais  Stanbope  Ende  des  Jahres  IJ14  den  Wiener  Hof  ver- 
lies s^  nahm  er  nebst  einem  Entwürfe  des  Barrierevertrages  auch  den 
eines  Bnndnisses  ^wischen  dem  Kaiser  und  den  Seemächten  mit^  das 
dem  Namen  nach  einen  defensiven^  dem  Inttaite  nach  einett  gan^  aus- 
gesprochen offensiven  Charakter  trug.  Denn  Karl  VL  forderte  n,  a, 
die  Verpjl ichtung  der  Seemächte^  ihn  bei  der  Behauptung  der  Insel 
Majorka,  die  noch  von  österreichischen  Truppen  besetzt  gehalten  wurde ^ 
^  unterstützen f  nie  ^^nlassen^  dass  nach  dem  Aussterben  des  medi- 
ceischen  Mannsstammes  in  Toscana  dieses  Land  an  einen  Prinzen  ans 
dem  Hause  Bourbon  falle ^  und  ihn  überdies  bei  seinem  Bestreben  verloren 
gegangene  Teile  der  spanischen  Monarchie  wieder  ^//  gewinnen  nach 
Kräften  ^n  fördern,^)  Stanhope  toussie^  dass  der  Kaiser  damit  in  erster 


»>  Die  Instruktion  für  ihn  (RM^  ist  datiert  18,  Okt  1^14.  VgL  Michael 
Le.öß^ff. 

*)  Konferen\'Ref  vom  2^,  Nov*  St.-A.  Vgl  Weö^r,  Die  Quadrupelallian^ 
mm  Jahre  iji8  p*  ^, 

•)  Beilage  lum  Rt^kripf  Karts  VL  an  Hqffmann  d,  d.  26,  Juni  IJ15  S/.-A. 
Im  Hinbikke  auf  die  Bedeutung  dieses  ProjMes  sei  der  tnhait  der  10  Artikel 
und  der  j  Geheimartikel  liier  mitgeitilt,  Art,  L  bestimmte  fortdauernde  Freund- 
se/taft  ^wisL-hen  den  j  Mä'chUfU  Art,  IL  tautet:  Foederis  Imiu^  caput  et  finis  esi, 
non  ut  quisquam  a  foederatis  invadatitr  auf  oß^enddtur,  sed  nt  eorunt  honor^  di- 
gnitas^  reg  na j  proiitmae  et  iura,  qthte  tetnpore  iondnsi  foederi^i  in  Eitropae  par^ 
tibus  pössiJent  aut  durante  foedere  acquirentf  contra  quositbet  tiggressores  qui 
exsitrgere  possent  communi  ope  Utaesa  eonserventur,  äefenJaniar  et  propognentur 
simtd  et  ob  iniuriam,  quje  ipsis  a  quopiam  inferri  vetlet,  iust*i  satisf actio  pro* 
curetur.  Art.  ///.  Der  Angegriffene  gibt  den  Verbünde tea  Kunde ^  und  diese  su- 
^tten  den  Angreifer  von  weiteren  Angriffen  at\nßtaiten  und  \t4r  Sctiadioshattung 
(II  bezeegefu  Art.  /V.  Gelingt  die^   innerhalb  j^  Monate  nichts  dann  Itaben  die 


Link  Sizilien  im  Auge  ^mtie^  das  im  Üir echter  Frieden  dem  Herrscher 

von  SiWOfen  zugewiesen  worden  war  ttitd  dessen  BrsitJ(  dem  Kaiser 
schon  um  Neapels  willen  unenthehrlich  schien;  er  wussfc  audh  dass 
Frankreich  seine  Zusfimmnng  ^t  einer  derart  igen  Verletzung  des  ge- 
schlossenen Friedens  nie  hl  geben  werde ^  und  konnte  daher  nicht  ^ei/eln, 
dass  der  Al^schlnss  des  Binidnisses  unter  den  von  Osterreich  gestellten  Be- 
dingungen den  Krieg  nach  sich  ^ietten  würde.  Wenn  er  trotzdem  gegen 
solche  Forderungen  der  Wiener  Regle rnng  nicht  e^ffen  protestierte^  so  ge- 
schah dieSf  weil  er  seihst  hei  dieser  durch  seine  Erklärungen  die  Hoff- 


^  Hitfc  gerufenen  Mächte  Hilfe  \u  hisfen  und  nur  gemeinsam  mit  d^m  Feinde 
Frieden  ^u  sMies&en.  Art  K  Die  Zahl  der  Truppen  ist  nicht  atigegebefU  Art  VI. 
enthält  Bestimmungen  iiber  Erhaltung  und  Verpfleguug  dieser  Truppen^  Art.  VtL 
enthält  Bestimmuftgen  übt^r  den  Kriegsbefehl  und  Kriegsrat ^  Art.  VIIL  enthält 
Bestimmungen  iiber  friedliche  Beilegung  euentuelkr  Differenzen  im  Heere.  Art*  /X 
Per  foedtts  hoc  meram  defensionem  speetans  eorum  quae  foederati  tenipore  ton- 
ciusi  foederis  in  Buropa  posMtut  auf  durante  faedere  iuquirent^  nou  tantum 
niinl  derogatum  censehitur  amp/ioribus  iuribus,  qitae  singuÜs  foedcratis  t  antra 
irlios  eompetuntf  sed  nee  iis  quicqitAm  praeiudicii  inferetur,  quae  se  invieefn  suos- 
que  tangunt,  muÜo  minus  caesarei  muneris  admimstratteni  uUum  impedimentum 
adferetur.  Art.  X,  Die  Dauer  des  Bundes  soll  10  Jahre  betragen  und  die  Möglich- 
keit gegeben  sein^  ihn  vor  Ablauf  dieser  Frist  ^u  erneuern ;  der  Beitritt  anderer 
Fürsten  ist  nach  Übereinkunft  der  j  Mächte  gestattet.  Sccretatiikel  L  betrifft 
Mdjorka;  die  Seemäcttte  erklären^  eam  insu/am  cum  omnibus  eo  spectitntibus 
lociSf  personiSf  rebus  ac  iutibuSf.  nön  secus  ac  alia  quat-vis  foederatorum  regna^ 
provincias  et  iura  prassen  ti  foedere  comprehensam  dtque  ad  eam  pro  sacra  C*» 
et  catholica  M'*  augusta^^ue  domo  austriaca  defendendam  et  conservandam  obli' 
gatas  se  esse  teile  ac  debere.  Der  2^'  Art.  enthält  die  Verpflichtung  der  See* 
mächte f  quod  non  tantum  nihil  unquam  impedinienli  allatitri  sint  sacrae  C**»*  et 
eatholicae  Af' * ,  quominus  nliquam  monarchiae  hispantcae  partem  acqutratt  sed 
uti  accasia  tulerit  uttro  operam  dare  velint  et  ofuni  ope  conniti,  ut  uniütrsmn 
in  eam  ius  et  quaevis  quocunque  tempore  adepta  possessio  penes  sacram  C"*  et 
cathoticam  A/*™  et  Ser****"**  domum  austriaca m  setnper  permaneat  et  perpetuo 
canservetur ;  a  qua  obÜgatione  uti  nuUa  alüi  monarchiae  Hispanicae  Portio  ex- 
cepta  hattet  debet,  ita  nontinatim  id  de  SLtlia  a  duce Sabaudiae  nunc  detenta 
alitsque  eins  praesenttbus  aut  futttris  Usurpationibm  ac  molitionibus  Intel ligitur. 
Art.  ilL  Cum  et  sacri  Romani  imperii  utilitas  et  publica  Eurapae  tranquillita^ 
ac  securitas  postulet^  ut  superstite  aeque  ac  extincta  stirpe  Medicaea  mascwlina 
eiusdem  imperii  in  magnum  Hetruriae  ducatum  aliasque  iib  ea  familia  possessas 
ditiones  et  feuda  ius  ülaesum  conservetur^  inprimis  vero  impediaturf  ne  ex  iis 
quicquam  a^i  Borboniam  domum  transferatur  aut  ab  hac  quavis  ratione  aut 
quoiibet  praetextu  occupetur  vel  nsurpetur*^,  verpflichten  sich  die  j  Mäehte  steh 
darüber  immer  ^n  einigen  und  nickt  ^w  gestatten,  dass  darwider  gehandelt  werde; 
iJem  etiam  de  aliis  ftaliae  partihus  doniui  Borboniae  n unquam  permittendis  a 
faederatis  observabitur. 


1716  Mai  25./Juni  5.  ^^I 

nung  erweckt  hatte,  für  solche  Bestrebungen  die  Unterstützung  der 
Seemächte  {u  gewinnen.  Allein  so  sehr  er  für  seine  Person  die  baldige 
Aufnahme  des  Krieges  gegen  Frankreich  und  dessen  Verbündete  wünschte, 
so  wenig  glaubte  er  in  diesem  Augenblicke  an  die  Möglichkeit  eines 
Erfolges,  Er  hielt  es  daher  für  angezeigt,  von  dem  Entwürfe  des 
Wiefier  Hofes  vorerst  seiner  Regierung  keine  Mitteilung  {u  machen, 
diese  vielmehr  auf  elften  geeigneteren  Moment  {«  verschieben,  was 
ihm  um  so  leichter  wurde,  als  allerseits  die  Anschauung  vorherrschte, 
dass  die  Ordnung  der  Barricrefrage  dem  Abschlüsse  eines  Defensiv- 
bündnisses fischen  den  Seemächten  und  Österreich  vorangehen  müsse. 
In  diesem  Sinne  vertröstete  Stanhope  den  kaiserlichen  Residenten  Hoff- 
mann, als  dieser  im  Frühjahr  iji}  {u  seiner  grössten  Überraschung 
erfuhr,  dass  die  meisten  englischen  Minister  von  dem  österreichischen 
Vertragsentwurfe  überhaupt  keine  Kunde  erhalten  hatten,  mit  der  Be- 
merkung, es  sei  noch  nicht  die  rechte  Zeit  da^  gekommefi.^)  Und  als 
Hoffmann  im  Sommer  17 15  dem  englischen  Hofe  von  dem  Anerbieten 
des  Papstes  lnnocen{  XH.  sprach,  :[wischen  Karl  VI.  und  Philipp  V. 
von  Spanien  den  Frieden  :(u  vermitteln,  rieten  die  englischen  Minister 
nicht  nur  ab,  sondern  Stanhope  betonte,  dass  Ludwig  XTV.  dem  Tode 
nahe  sei  „und  dass  innerhalb  6  Monaten  die  Sachen  dahier  dahin  ge- 
ändert sein  werden,  dass  diese  Nation  mehr  für  den  Krieg  als  den 
Frieden  sein  wer  de, ^^^^^  In  der  Tat  war  die  herrschende  Partei  in  jener 
Zeit  fest  entschlossen,  den  Kampf  mit  Frankreich  nach  dem  Tode  Lud' 
wigs  XIV.  anf^unehmen.  Allein  bevor  noch  dieses  Ereignis  eintrat, 
und  lange  bevor  die  Lösung  der  Barriereangelegenheit  gefunden  war, 
die  dem  Abschlüsse  der  gegen  Frankreich  gerichteten  Allianz  voran- 
gehen sollte,  hatten  sich  die  Verhältnisse  Grossbritanniens  derart  ge- 
ändert, dass  an  eine  Durchführung  der  Offensivpläne  Stanhope' s  nicht 
{u  denken  war.  Die  schwere  Gefahr,  in  die  Georg  I.  durch  den  Auf- 
stand der  Jakobiten  geriet,  nötigte  die  englische  Regierung  ihre  gan^e 
Aufmerksamkeit  den  inneren  Wirren  ^^i^uwenden ,^)  und  so  wünschens- 
wert ihr  gerade  im  Hinblicke  auf  diese  neuen  Konflikte  ein  freund- 
schaftliches Verhälhiis  {um  Kaiserhofe  war,  so  wenig  glaubte  sie  jet^t 
Verpflichtungen  übernehmen  ^u  dürfen,  die  ihren  Feinden  Gelegenheit 


')  Für  dies  und  das  Folgende  vgL  die  Berichte  Hoffmanns  St.-A.  und  die 
Darstellung  bei  Michael  641  ff,  und  Weber  p.  4  ff. 

»)  Bericht  Hoffmanns  d.  d.  55.  Juni  171$  St,»A. 

•)  Über  den  Au/stand  der  Jakobiten  vgl.  Michael  l.  c,  48^  ff,  und  die  dort 
verzeichnete  Literatur. 


533  '7'ö  Msi  25-/Jum  5, 

bieten   kounien  ^    England  in    dem    Momeni^    aH^grei/cPi ,   wa    es    alle 
Kräfte  aufbieten  musste^  den  inneren  Feind  {U  besiegen. 

Unterdessen  hatte  der  Wiener  Hof  an  dem  seit  einiger  Zeit 
Lord  Cöhkam  die  Qeschäfte  der  englischen  Regierung  fuhric^  den  Eni' 
schluss  gefasst,  die  Ältian^frage  in  Lmidon  durch  einen  nmen  Boi- 
se hafter  in  Gang  ^n  bringen*  Graf  Voikra^  der  für  diese  Mission 
ausersehen  wurde ^  erhielt  die  Weisung ^  kein  Mitte/  unversucht  ^u  lassen^ 
um  den  Abschluss  des  geplanten  Bnnduisses  {n  beschletmigen,  ^u  glei- 
cher Zeit  aber  alles  {u  vermeiden^  was  von  England  als  eine  Aner- 
kennung  des  Utrechter  Friedens  gedeutet  werden  konnte,^)  Der  kaiser~ 
liehe  Gesandte  langte  in  London  in  eben  der  Zeit  an^  da  im  Haag 
die  Ufiter:{ei€hnuitg  des  Sßrrierever träges  erfolgte.  *)  Er  konnte  darauf 
hinweisen^  dass  dieses  Hindernis  beseitigt  sei.  Seine  Aufnahme  war 
eine  gute.  Dort  ergaben  sich^  kaum  dass  die  Frage  des  Bündnisses 
erörtert  wurde  ^  Differenzen  ^  deren  Ausgleichung  nicht  leicht  war. 
England  wünschte  eine  Tripleiiga ;  der  Kaiser  im  Hinblicke  auf  ftcue 
Streitigkeiten ,  in  die  er  mit  den  Generaistaaten  geraten  war  ^  ein 
Bnndnis  Englands  mit  Österreich,  dem  beizutreten  den  J^iederldndern 
freigestellt  werden  sollte.  Da  eine  Einigung  über  diesen  sowie  über 
andere  Punkte  nicht  ^n  erzielen  war  ^  entsckloss  sich  die  englische 
Regierung j  der  an  der  Unterstnt^nng  durch  die  Niederlande  in  diesem 
Augenblicke  sehr  viel  gelegen  war^  mit  diesen  vorerst  ab{usckliessen. 
Am  6.  Febr.  iji6  sL  v.  wurde  diJS  englisch-staatisehe  Bündnis  unter- 
zeichnet*  Die  beiden  Mächte  bestätigten  dnrch  dasselbe  alle  Verträge, 
die  sie  seit  dem  Frieden  von  Breda  miteinander  geschlossen  hatten  und 
verpflichteten  sich  ^u  gemeinsamer  Verteidigung  gegen  jeden  Angriff. 
Graf  Völkra  hatte  von  diesen  Entschlüssen  der  Engländer  Kenninis 
erhalten;  sie  von  denselben  ab{uhalfen^  war  ihm  aber  nicht  gelungen. 
Doch  weigerte  er  sich  hartnäckige  auf  das  Anerbieten  der  Engländer 
einzugehen,  die  Österreich  nun  ^um  Beitritte  {ii  der  staatisch-englischen 
A/lian{  aufforderten.  Seine  Auffassung  stimmte  in  diesem  Punkte  mit 
der  des  Kaisers  übe  rein.  Karl  VI.  war  über  den  Abschluss  des  eng-- 
iisch-staatischen  Bündnisses   entrüstet   und  gab    seiner  Unzufriedenheit 


0  Voikrj  erhielt  ^  tnstrutäiömn,  eine  aus  der  Meichskan^lei  «/.  */,  j.  Atig. 
ift^,  in  welcher  utich  die  Titel-  und  Zerefnonienfragen  eingehend  erörtert  wur- 
den ^  und  eine  d.  d*  s8.  Aug.,  die  das  Er {k jus  betraf;  letztere  ist  die  wiärktigere, 
Karl  VI.  erklärt  gan^  au&drückliehy  dass  er  die  Tripleiiga  Mos  als  König  und 
Er^her^og  sefdiessen  umlief  ntihi  tils  KiiJiser,  St.-A. 

')  Die  Ankunft  Volke a's  in  L&mitm  erfolgte  am  lo*  Nou.  n.  st.  VgL 
sein  Sekreiben  an  den  Kaiser  d.  d.  London  i./!^.  NiA\  ^7^5* 


iyi6  Mai  25./Juni  5.  i^j 

üSer  das  Vorgehen  der  englischen  Regierung  um  so  lebhafteren  Aus- 
druck, als  ihn  der  im  Dezember  1715  geschlossene  englisch-spanische 
Handelsvertrag  der  Hoffnung  {u  berauben  schien,  die  Hilfe  Englands 
für  seine  gegen  den  spanischen  Herrscher  gerichteten  Pläne  ^u  ge- 
winnen, Volkra  erhielt  Auftrag,  sich  über  die  von  England  dem  Kai- 
ser gegenüber  beobachtete  Haltung  {u  beschweren  und  den  Beitritt 
Österreichs  {u  der  bereits  unterzeichneten  Liga  abzulehnen.  Die  englische 
Regierung  rechtfertigte  sich  und  betonte  ihre  Neigung,  einen  neuen 
Vertrag  ^u  schliessen.  Die  darauf  bezüglichen  Verhandlungen  wurden 
sowohl  in  Wien  als  auch  in  London  gepflogen.  Man  dachte  an  beiden 
Orten  vorerst  an  eine  Tripleliga.  Februar  IJ16  übersandte  die  Wiener 
Regierung  ihrem  Vertreter  in  London  ß  Entwürfe  einer  solchen,^) 
Allein  {ur  Verhandlung  darüber  kam  es  nicht.  Die  englischen  Mini- 
ster hatten  unterdes  Gelegenheit  gehabt  sich  {u  überzeugen,  dass  die 
gereifte  Stimmung,  die  zynischen  dem  Kaiser  und  den  Generalstaaten 
vor  dem  Abschlüsse  des  Barrierevertrages  geherrscht  hätte,  seit  der 
Unterzeichnung  desselben  eher  zu  als  abgenommen  hatte,  und  da  es  ihnen 
im  eigenen  Interesse  wünschenswert  schien,  mit  Österreich  sobald  als 
möglich  abzuschliessen ,  trat  Townshend  Ende  Februar  iyi6  mit  dem 
Vorschlage  an  Volkra  heran,  der  Kaiser  möge  sich  mit  England  ver- 
binden und  die  Generalstaaten  durch  einen  besonderen  Artikel  des 
Vertrages  z^m  Beitritte  eingeladen  werden, 

Karl  VI,  z^^S^^  ^^^^  gerne  bereit,  auf  diese  Pläne  einzugehen,^) 
zumal  die  Gefahr  eines  Krieges  gegen  die  Türken  nahe  lag,  während 
ZU  gleicher  Zeit  Nachrichten  einlangten,  die  auf  feindliche  Absichten 
Philipps  V.  von  Spanien  gegen  die  kaiserlichen  Besitzungen  in  Italien 
hinwiesen,^)    In    verhältnismässig   kurzer  Zeit  führten    die  Beratungen 


>)  Weisung  d,  d.  Wien  12.  Febr.  lyiö  an  Volkra;  P,  S,  vom  ig.Febr,  St-A, 
(AngL)  Zwei  dieser  Entwürfe  waren  in  die  Form  von  Zusätzen  \um  Barriere- 
traktat  gekleidet;  nach  dem  ersten  sollte  ein  Separatartikel  mit  demselben  Datum 
wie  der  Barrierevertrag,  nach  dem  ^fo^iten  mit  neuerem  Datum  aber  gleichfalls 
als  Anhang  :[um  Barrierevertrag  unterzeichnet  werden.  Der  dritte  Entwurf  war 
ein  selbständiger  Traktat  der  ^  Mächte, 

*)  Schaub,  der  in  jener  Zeit  die  Interessen  Englands  am  Wiener  Hofe 
vertrat,  verhandelte  eifrig  mit  den  österreichischen  Ministem,  insbesondere  mit 
dem  Prinzen  Eugen  und  dem  Gragen  Sin\endorff^  die  nicht  müde  wurden  z^ 
betonen,  wie  weit  der  Kaiser  den  Engländern  entgegenkomme.  Berichte  Schaubs  R,  O. 

*)  Wie  wesentlich  diese  Dinge  auf  die  Entschliessungen  des  Wiener  Hofes 
eingewirkt  haben,  ^eigt  die  Weisung  Karls  VI,  d.  d,  4.  April  1716.  Es  Iteisst 
da:  „Indem,  aber  die  Bewegungs-Ursach^  die  uns  \um  Schluss  dieser  Allianz 
veranlasset,  unter   anderen  nicht  die  letzte  ist ,    dass  unsere  italienische  König- 


IJ4  17^^  Mai  357Jud  5* 

der  geheimai  Kanfereni  in  dem  Ehtschiussc,  ohne  Rücksicht  auf  die 
früher  verfassUn  Projfkie ,  ein  österreichhch  -  cngÜsches  Defensiv- 
bündnis  ^  entwerfen  und  die  Aniuihme  desseihen  ohne  jede  Änderung 
{H  forderu,^}  Der  hiha/f  des5eihen  entsprach  gan{  den  augeHbiicküchen 
Bedürfnissen  des  Wiener  Hofes  und  dem  Wunsche^  ohne  all^tt  schwere 
Verpßiihtttngat  für  den  Kaiser  diesem  die  Hiife  Englands  für  den 
Fall  eines  Konfliktes  in  Itaiicn  {fi  sichern.  AusdrütkUch  genannt  wur- 
den die  iiaiienischen  Besitzungen  niclit ;  man  fnrclitefe  am  Wiener  Hofe 
in  diesem  Faile  auch  j^ur  Aufnaltme  der  kontinentalen  Gebiete 
Georgs  /.  und  seiner  neuen  Erwerbungen  —  Bremen  und  Verdun  — 
genötigt  ^u  werden,  was  man  verhindern  wollte  und  begnügte  sich  daher 
mit  der  Erklärung^  dass  die  beiden  Mächte  sieh  gegen seiHg  im  Falle 
eines  feindlichen  Angriffes  unterstützen  sollten*  Aliein  indem  der  Ent- 
wurf hei  dieser  Gelegenheit  nicht  nur  der  Länder  und  Hechte,  sondern 
auch  der  Ehren  und  Würden  der  vcriragsch liessenden  Mächte  gedachte j 
hoffte  der  Wiener  Hof  seine  Anrechte  auf  Spanien  genügend  betont 
^  haben.  Der  Kaiser  sollte  dem  englischen  Könige  mit  12000  Mann^ 
dieser  jenem  mit  roooo  Mann  und  20  Kriegsschiffen  3'"-  und  ß**-  Ord- 
nung lu  Hilfe  kommen.  Von  einer  Garantie  der  hannoverischen  Thron- 
folge, die  seitens  der  englischen  Minister  dringend  gefordert  worden 
war^  stand   in    dem  Entwürfe    nichts.^)    Dagegen   wurde    der  Gedanke 


reich  und  Lande  unter  wehrendem  Türkenkrieg  mittelst  einer  engiisc/ten  Flotta 
oder  HsqUiidra  von  alter  äussert  icher  gefäitriictier  Anfechtung  sieher  ges  feitet 
werden^  dessen  en  der  Zeit  desto  mehr  er  {u  bedörfen  scheinet  ^  it/s  vom  Due  von 
Anjou  eine  ^iemlicke  Aniahl  der  Schiffen  und  Völker  naeher  Italien  {u  über' 
s  kicke fi  ^ivar  unterm  yorwanä  einer  gegen  den  Türken  abschickenden  Hilf  an~ 
getragen  wird;  also  werdet  ihr  bei  Schi fessung  der  Allinn{  vor  allem  auf  Ab^ 
Hiiinehung  einer  iuelängli.hen  Squadra  in  das  Mediterratumm  |w  Sitherstellung 
er  sagt  unserer  italienischen  Prmin{ert  aniutringen  Itaben/' 

* )  VgL  die  Instruktian  d.  d.  4,  April  iji6  St*-At  ,Jngestalten  dann  auch 
ihr  nicht  einen  Bu<^hstahen  weder  davon  norh  dar^  ^n  thuen/*^ 

*)  Dem  Grafen  Volkra  wurde  überdies  in  der  Weisung  d.  d,  4.  April 
iyi6  mitgeteilt.'  t^Wir  /letten  icimscfien  mögen,  dass  Du  Dich  habender  Instriutian 
grmä'ss  über  diese  a  Punkten  —  Qaranfie  der  hannover's^ken  Sueeessi^n  in  Eng' 
laitd  und  dessen  was  Gearg  L  derzeit  van  Schweden  hesass  —  in  die  von  Dir 
ersagten  ministris  gethane  Vorschlag  nickt  ein,  noch  auch  mit  Deiner  Rede  und 
Gegensatz  so  weit  herausgelassen  /leitest;  allcrmassen  künftighin  all  dergleichen 
hilcfist  verfhtgliche  Discurs  und  gegenseits  gejUssentlich  gebende  Anlass  vorsieh- 
tiglich  abzuweichen  seirrd.'^  Wegen  der  Garantie  der  im  Besitze  Georgs  L  be-- 
findUehen  schwedischen  Gebiete  erklärte  Karl  VL  ferner ,  nur  bei  einetn  mit  den 
übrigen  nordischen  Alliierten  -^w  schUessenden  Vertrage  sich  hegiuslassen  ^u 
können  und  betonte ^  dass  diese  Frage  mit  dem  Defensivbändnisse  in  keiner  Ver^ 


171 6  Mai  25./Ji;tni  5.  ^15 

die  Generalstaaten  :{um  Beitritte  einzuladen  in  einem  besonderen  Artikel 
ausgedrückt  Man  siehty  der  Entwurf  war  recht  geschickt  gemacht ;  wurde 
er  von  den  Engländern  angenommen,  dann  hatte  sich  der  Kaiser  ohne 
grosse  Opfer  die  Hilfe  des  Inselreiches  gesichert,  ohne  dessen  Unter- 
stützung an  einen  erfolgreichen  Kampf  in  Italien  nicht  ^w  denken  war. 
Deshalb  wohl  erhielten  die  in  London  weilenden  Vertreter  des  Kaisers 
den  Auftrag,  an  dem  Wortlaute  des  Entwurfes  keinen  Buchstaben  -{w 
ändern.  Allein  die  kaiserlichen  Minister  täuschten  sich,  wenn  sie 
glaubten,  ihre  englischen  Kollegen  würden  den  Sinn  der  einzelnen  Ar- 
tikel  nicht  ^^  deuten  verstehen.  Dieselben  durchschauten  vielmehr  die 
Plätu  des  Kaisers  vollkommen.  Wenn  sie  trotzdem  vorerst  von  jedem 
Eingehen  auf  die  Einzelheiten  des  Entwurfes  absahen,  so  geschah  dies, 
weil  ihnen  das  erneuerte  Bestreben  Frankreichs,  die  Getteralstaaten  ^w 
gewinnen,  den  Gedanken  nahe  legte,  das  vorhin  fallen  gelassene  Projekt 
einer  Tripleliga  wieder  aufzunehmen.  Erst  als  die  Nachricht  kam,  dass 
die  Generalstaaten  fest  entschlossen  seien,  nur  dann  mit  dem  Kaiser 
und  England  abzuschliessen,  wenn  z^  gleicher  Zeit  auch  das  staatisch- 
englisch-französische  Übereinkommen  durchgeführt  werde,  entschieden 
sich  die  englischen  Minister  für  das  englisch^österreichische  Separat- 
bündnis. 

Jetzt  traten  sie  aber  auch  mit  ihrer  Kritik  des  österreichischen 
Entwurfes  hervor.  Sie  forderten  die  Auslassung  der  Worte  „honor^^ 
und  „dignitas^^,  und  volle  Gleichheit  der  Verpflichtungen  beider  Mächte 
bei  der  Hilfeleistung.  Die  Situation  der  Vertreter  Karls  VI.  war  eine 
schwierige.  Wie  viel  ihrer  Regierung  an  dem  Abschlüsse  des  Vertrages 
lag,  wussten  sie;  andererseits  lautete  der  Befehl,  auch  nicht  einen  Buch- 
staben an  dem  Wortlaute  des  österreichischen  Entwurfes  ;[«  ändern,  so 
präzise,  dass  ein  Nachgeben  den  Engländern  gegenüber  ausgeschlossen 
scheinen  musste.  In  der  Tat  vertrat  der  erfahrene,  vorsichtige  Hoff- 
mann den  Standpunkt,  dass  man  nicht  um  Haaresbreite  von  den  auf- 
gestellten Bedingungen  weichen  dürfe.  Graf  Volkra  aber ,  dessen 
hefligc,  anmassende  Art  z^  manchen  Konflikten  am  englischen  Hofe 
geführt  und  ihm  zahlreiche  Verweise  seiner  Regierung  eingetragen  hatte, 
war  in  diesem  Falle  für  ein  Entgegenkommen,  Nach  langen  Verhand- 
lungen, die  von  beiden  Seiten  mit  bemerkenswerter  Hartnäckigkeit  ge- 
führt wurden,  einigten  sich  die  kämpfenden  Parteien.  Die  kaiserlichen 
Gesandten  setzten  es  durch,  dass  die    Worte  „honor^^  und  „dignitas^^. 


bindung  stehe.    Zu  einer  Garantie  der  protestantisclien  Succession  könne  er  sich 
aus  Gründen,  dir  er  oft  geäussert  liabe^  nicht  verstehen. 


%%£  iji6  Mai  25*/iuni  y 

sowir  das,  von  Townshefhi  gicichfaih  befehdete  Wort  ijnra'*  tu  dem 
iweiten  Ariik^i  beibehalten  wurden^  wogegen  sie  ihre  EmwiUtgung  gaben ^ 
äass  der  defensive  Charakier  des  Bündnisses  in  den  ersten  Worten 
dieses  Artikels  noch  besonders  betont  werde.  Die  Hilfeleistung^  die  den 
Gegenstand  des  vierten  Paragraplten  bildete y  wurde  dem  Begehren  der 
Engländer  entsprechend '  beiderseits  in  gleicher  Höhe  —  8000  Mann  ^n 
Fiiss  und  4OQ0  Reiter  —  festgeset{t ;  doch  wurde  den  I  Vitnschen  des 
Kaisers  dunh  den  Zusat^  Reehnung  getragen,  dass  England  sich  ver~ 
pflichtete^  falls  der  Krieg  es  erfordern  sollte^  an  Stelle  der  Landlrnp- 
Pen  yjof  naves  bellicaSj  quamm  sumptu^  praefahun  mime r um  armato^ 
ntm  adaequarent^'^  ^u  liefern.  Gegen  die  Zufügung  eines  Separatar* 
tikelsy  durch  den  England  sich  dagegen  sichern  wollte  im  Falle  eines 
Österreichisch-türkischen  Krieges  {ur  Unter stiit{ung  des  Kaisers  heran- 
gezogen {H  werden,  hatten  die  Österreich  sehen  Gesandten  nichts  ein- 
anwenden.  Im  übrigen  wttrde  der  Wortlaut  des  kaiserlichen  Entwnrfes 
beibehalten  und  im  siebenten  Artikel  von  neuem  der  Beschluss  der  Ver- 
bündeten betont  y  die  Genera/staaten  ^um  Eintritte  in  dieses  Bündnis 
au fj^iif ordern,  ^) 

Die  Wiener  Regierung  erwartete  mit  Spannung  die  Mitteilungen 
ihrer  Vertreter  in  London  und  enfschloss  sich^  als  Volkra  berichtete, 
dass  die  Engländer  die  Worte  ,Jwnor^^  und  y^ügnitas^^'  in  den  Ver- 
trag nicht  auf\unehmeny  dagegen  vom  Kaiser  eine  grössere  Anzahl  Sol- 
daten^ sowis  die  Garantie  der  hannoverischen  Succession  und  der  im 
Besitze  Georgs  L  befindlichen  schwedischen  Gebiete  ^m  fordern  willens 
seien  und  in  diesem  Sinne  ein  neues  Vertragsprojekf  entworfen  hätten^ 
^u  weitgehenden  Konzessionen.  Die  Weisung  vom  6,  Juni  JJ16  er- 
mächtigte Volkra^  wenn  es  nötig  sein  sollte ^  von  der  Aufnahme  der  Worte 
yjionor^^  und  .Jignitas'^  abiustehen^  die  vom  Kaiser  -(«  leistende  Hilfe 
auf  ißooo  Mann  ^u  erhöhen  und  im  äussersten  Falle  die  Garantie 
der  hannoverischen  SuccessioHy  wenn  auch  nur  in  allgemein  gehaltener 
Form^  in  den  Vertrag  auf{tmehmen.  Über  diese  Zugeständnisse  hin- 
auszugehen weigerte  sich  Karl  VL  auf  das  entschiedenste,  und  befahl 
seinen  Gesandten  in  diesem  Falle  von  jeder  weiteren  Verhandlung  ab- 
zustehen.^) Allein  einen  Tag  vor  Absendung  dieser  Weisung  hatten  — 
wie  aus  der  vorangehenden  Darstellung  ^u  ersehen  ist  —  die  Vertreter 


')  In  diesem  Sinne  ist  die  Bemerkimg  Michaels  L  c,  67^,  iils  ob  erst  da* 
maJs  der  auf  die  ßeitrittseiniadung  der  Gimeralstaateit  be^iigticlie  Aräkel  hin\u- 
gefügt  worden  wäre^  ^u  rectifi\inm, 

')  Weisung  Kmi  VL  an  Valttra  und  Hoffman  d.  ./.  Laxemburg  6.  Juni 
iyi6  St'A. 


1^1 6  Mai  2S./iuni  5. 


m 


fCarls  VI.  unter  wesentlich  gimsttgernt  Beifingfingen  mit  den  Engländern 
abgeschlossen.  Als  ihr  Bericht  in  Wien  einlangte,  itherwog  das  Ge/uhi 
der  Befriedigfing j  dass  die  Ahnachung  {ustande  gekommen  war^  den 
Arger  über  die  Änderungen,  die  an  dem  kaiserlichen  Mntwurfe  vor' 
genommen  worden  wäre  iL  *)  Man  darf  sich  in  dieser  Auß'assung  durch 
die  Weisung  nicht  he  irren  lassen^  mit  der  Karl  VL  die  Übersendung 
des  Vertrages  erwiderte,'^)  Denn  wenn  hier  fast  nur  von  den  Nach  teilet/ 
die  Rede  ist,  die  dem  Kaiser  aus  dem  abgeschlossenen  Vertrage  erwachsen 
könnten  f  die  Gefahr  betont  wird^  nach  dem  Wortlaute  des  Vertrages 
{ur  Garantie  der  hannoverischen  Succession  itnd  des  Besitzes  Georgs  L 
an  schwedischen  Gebieten  genötigt  ^n  werden^)  tmd  die  ungünstige  Form 
hermrgehohen  wirdy  in  der  sich  England  ^ur  See  hilf e  verj^ichtete^*)  so 
^eigt  die  rasche  Erledigung  der  Ratifikation^  dass  der  Wiener  Hof  im 
wesentlichen  mit  dem  Vorgehen  seiner  Vertreter  einverstanden  war.  In 
der  Tat  war  durch  dasselbe  die  Grundlage  für  weitere  Abmachungen 
geschaffen j  falls  die  Ereignisse^    die  sich  nicht   voraussehen  Hessen^  -[« 


*J  VgL  den  Bericht  ScttauH  d,  d.  37,  Juni  i^i4  i?.  O.  Prin^  Eugen  aus- 
arte si^h  ihm  g^genüber^  dem  Kaiser  liege  nichts  mehr  am  Herren ,  ais  stets  in 
engster  Verbindung  mit  dem  Könige  van  EnghnJ  ^u  leben  ;  die  ÄHian^f  die  jet^t 
geschlossen  iei^  nhi^he  dem  Kaiser  viel  Freude. 

*j   Weisung  an  Volkrj  und  Hoff  mann  d.  d.  Lixenburg  ^u.  Juni  iji6.  St^^A, 

^  Der  Kaiser  bemängt'ite  insbesondere  die  Worte  ^^in  possessione  regnorum, 
proi'inciüfum  et  iurium  eo  quo  sunt  sttitu'*  im  3.  Artikel^  weil  er  fürchtete^ 
ftJer  engUsclte  Hof  dörße  eiu  und  anderes  und  namenttkh  die  jet^e  Innkabung 
des  Her{ögfnms  Bmm^n  und  Fürsten  in  ms  Verden  mit  begriffen  und  verstanden 
haben,  .  .  .  wrdiingegen  uns  Engelland  durch  obange{ogene  Clansnt  atlv  Hilf  und 
Assisten{  ^u  künftiger  Widereroberung  der  spanischen  Königreichen,,  worauf  wir 
dock  die  Porten  offen  {«  haltt' n  nnserseitigi.%  Absehen  bei  Erritktung  dieser  Ai^ 
Hanit  wie  billick,  geset^et  hatten^  und  teor^u  uns  dt^r  König  durch  den  Stanhope 
sotiohf  als  den  Ctufogan  auch  Hoffnung  geben  lassen ^  gar  deutlich  absaget  *  .  /* 
VgL  ftbrigens  für  die  Überflüssigkdt  dieser  Besorgniasr  die  Ausführungen  bei 
Michael  l  c,  ^75. 

*)  Es  htnsst  in  der  Weisung  d.  d.  jo.  Juni  iyi6  St.-A,  diesbezüglich  :  ,,Zu  die- 
sem kommet j  dass  lier  König  in  nbang exogenem  i'^**  Ärtitrtd  anstatt  dir  vtm  selbem 
begehrt-  und  ehevor  {ugestandenen  Hilf  ^r  See  und  Land,  jet^t  nur  alternative ^ 
oder  Volk  ohne  Sehiff\  ftder  SM  ff  ohne  Volk  und  dieses  rrst  auf  den  Notfall 
dar  {ligeben  verbunden  ist ;  * .  .  womit  nicht  all*'in  unsere  italienische  Länder,  ab* 
sonderlich  ah-r  unser  Königreich  Neapel  unter  wehrendem  Türgenkrieg  gegen 
unsere  Feimle  und  deren  Anhang  in  sehle.hte  Sicherheit  gesef^et  wird^  sondern 
iiher  das  noch  dieser  üble  Eingang  gegen  Engeiland  gemacht  worden,  dass  selbes 
künftighin  uns  alle  Seehilf  in  denen  Allianien  anrechnen  und  ihre  Schiff  und 
die  daraufgehende  Unkosten  für  das  {u  Land  ^  geben  sctmldige  Confingent 
imputiren  und  abjithen  wird*** 

QnerreichJscb-^ngliacbc  SüAUvcrlrfigc.  Bd,  1.  ^^ 


338 


ifi6  Mai  ij./Jum  5- 


solchen  nätigen  sollten.  Vorerst  aber  benutzte  die  Wiener  Regienmg 
die  Auswechseiung  der  Ratifikationen ^  um  die  Erwartung  ausJ^usprectien , 

dass  England  dir  bereits  begonnenen  Vertragsx^erhandhmgen  mit  Frank- 
reich entweder  abbrechen  oder  wenigstens  ohne  Schaden  Karls  VI.  — 
^mal  seiner  belgischen  BeSit{Ungen  —  führen  werde*  Die  englische 
Regiemng  j^Ögerte  nichts  das  verlangte  Versprechen  in  dem  letzteren 
Sinne  {w  geben ^  Die  Niederländer  geigten  sich  Anfangs  über  das  Zu^ 
Standekommen  dieses  englisch-österreichischen  Separatbundnisses  tmge- 
halten j  dock  milderte  sich  ihr  Zorn,  als  sie  wah mahnen  ^  dass  Georg  /- 
nicht  abgeneigt  war^  das  von  ihnen  vorgeschlagene  Bitndnis  mit  Frank- 
reich IN  sch Hessen.  Vau  der  Hinladnng,  dem  englisch-österreichischen 
Bunde  beizutreten^  haben  sie  keinen  Gebrauch  gemachte  Die  Ereignisse 
der  folgenden  Jahre  Hessen  dies  überffussig  erscheinen^ 

Längere  Zeit  nach  erjnlgter  Ratifikation  dieses  Vertrages  wurde 
demselben  ein  geheimer  Separafartikel  hin{Hgjf/iigtj  durch  den  sich 
Karl  VL  verpflichtete^  grossbritannische  Rebellen ^  unter  anderen  auch 
den  Prätendenten  Ja^ob  Stuart,  an/  Heqnisition  der  Engländer  inner- 
halb S  lagen  aus  seinen  Er  blanden  und  aus  den  spanisctien  Nieder- 
landen auszuweisen.  Veranlassnng  ^u  dieser  Abmachung  hatten  die  Kon- 
spirationen gegeben  f  die  auch  nach  der  Niederlage  der  Stuartisriten  An- 
hänger in  Schüttland  von  verschiedenen  Selten  gegen  die  hannoverische 
Dpiastie  stattgefunden  tiattenj  namentlich  die  Aufsehen  erregende  Ver* 
schwörung j  deren  Mitte tpnuAt  der  in  London  weilende  schwedische  Ge- 
sandte Graf  Gyilenborg  und  der  im  schwedischen  Dienste  wirkende 
Baron  Görti  bildeten  und  die  den  Zweck  verfolgte^  Georg  L^  der  als 
Kurfürst  von  Hannover  gegen  Karl  XI L  focht  und  auf  die  Herzog- 
tümer Bremen  nnd  Verden  Ansprnehe  erhob,  durch  eine  Verschwörung 
im  Innern  von  der  Teilnahme  am  Kriege  gegen  Schweden  ab^nhalten.^) 
Gyilenborg  ttaffe  mit  den  Anhängern  der  Stuarts  in  Grossbritannien 
die  Verhandinngen  geführt  und  die  Vereinbarung  getroffen ^  äass  schwe- 
dische Truppen  —  es  war  von  12000  Mann  die  Rede  —  in  England 
einfallen  und  dass  in  diesem  Momente  die  Jakobiten  die  Fahne  der  Em^ 
pörung  aufrollen  sollten.  Zu  gleicher  Zeit  hatte  Gört^  in  verschiedenen  Ge~ 
bieten  des  uvsf Heben  Europa  Stimmung  für  die  Sache  der  Stuarts  {u  ma- 
chen gesucht  und  namentlich  bei  den  Vertretern  Spaniens  frcnndliches  Ent- 
gegenkommen gefunden.  Alber am\  der  damals  die  Geschicke  Spaniens 
bestimm te^  sendete  reichliche  Snbsidien  und  fakob  Stuart^  der  Präten- 


*)   VglMichad  L  c.  7^7  ff.    und  OianceTki^  Swedhh  Plot  of  1716^1717. 
Bnglrsk  ffi'if,  R^ieu'  t^j  p.  87  ff. 


t7i6  Mai  25./Juni  5.  ^^q 

dent,  dessen  Ausweisung  aus  Avignon  gerade  in  dieser  Zeit  Gegenstand 
lebhafter  Kontroversen  [wischen  dem  englischen  und  dem  französischen 
Hofe  bildete,  stellte  nicht  nur  eine  für  seine  Verhältnisse  grosse  Summe 
:{ur  Verfügung,  sondern  stand  auf  dem  Sprunge  nach  Stockholm  :(u 
reisen,  um  bei  geeigneter  Gelegenheit  seine  Sache  persönlich  ^u  unter- 
stützen.  Auch  mit  dem  Zaren  Peter  waren  Verhandlungen  angeknüpft 
worden  und  es  lag  nicht  ausserhalb  dem  Bereiche  der  Möglichkeit, 
dass  Gört:{ens  Plan,  Russland  und  Schweden  auszusöhnen  und  -{//  einem 
gemeinsamen  Vorgehen  gegen  Georg  L  \u  bewegen,  sich  realisieren 
werde.  Dass  diesmal  der  protestantische  Schwedenkönig  die  Sache  der 
katholischen  Stuarts  unterstützten  sollte,  schien  den  Verschwörern  eine 
wirksame  Förderung  ihrer  Sache,  Allein  noch  ehe  die  Dinge  spruch- 
reif waren,  hatte  die  englische  Regierung  Kunde  von  den  verräterischen 
Absichten  Gyllenborgs  erlangt,  diesen  verhaftet,  seine  Papiere  mit  Be- 
schlag belegt  und  die  notwendigen  Vorbereitungen  getroffen,  um  einem 
schwedischen  Einfalle  [u  begegnen.  Dem  Ende  Januar  1717  zu- 
sammentretenden Parlamente  wurden  Dokumente  vorgelegt,  die  den 
Umfang  und  die  Verwegenheit  der  Verschwörung  deutlich  erkennen 
Hessen  und  ^u  entschiedenen  Protesten  der  beiden  Häuser  führten.  Die 
Gefahr  war  damit  für  den  Augenblick  abgewendet.  Immerhin  lag 
aber  die  Möglichkeit  der  Wiederholung  derartiger  Verschwörungen 
nahe,  und  Georg  I,  glaubte  kein  Mittel  unversucht  lassen  j^u  dürfen, 
um  sich  gegen  solche  ^u  schütten.  In  diesem  Sinne  hatte  er  bei  seinen 
Verhandlungett  mit  den  Fran:{osen  auf  der  Ausweisung  Jakob  Stuarts 
aus  Avignon  \ähe  bestanden  und  auch  durchgeset:i;t,  dass  sie  ausdrück- 
lich in  dem  Vertrage  ausgesprochen  wurde ,  den  die  Seemächte  mit 
Frankreich  in  den  ersten  Tagen  des  Jahres  17 17  schlössen;  in  diesem 
Sinne  wünschte  er  nun  auch  eine  besondere  Erklärung  des  Kaisers, 
dem  aus  Frankreich  ausgewiesenen  Prätendenten,  sowie  jenen  Jakobiten, 
die  seit  der  Unterdrückung  des  stuartischen  Aufstandes  in  Schottland 
und  seit  der  Gyllenborg* sehen  Verschwörung  nach  den  österreichischen 
Erb-  und  den  spanischen  Niederlanden  geflohen  waren,  ^)  weder  Unter- 
stützung noch  Schut^  ^«  gewähren,  dieselben  vielmehr  auf  Verlangen  der 
englischen  Regierung  aus  seinen  Bestimmungen  auszuweisen.  Die  Gelegen- 
heit, eine  solche  Forderung  ^u  stellen,  ergab  sich,  als  der  Kaiser  immer 
dringender  die  Begleichung  der  Suhsidienrückstände  verlangte,  auf  die 
er  für  die  während  des  Erbfolgekrieges  in  Spanien  geleisteten  Dienste 


»)  Vgl,   die  darauf  bezüglichen  Mitteilungen  bei  R,   Pauli,  Stuart  und 
Sübieski,  Hist,  Gesch.  XLVL  2ypff, 


^^0  <7i^  ^^i  25./<'uni  5. 

Anspruch  erhob.  Die  englischen  Minister  machten  grosse  Schwierig- 
keiten und  beantworteten  die  hohen  Forderungen  der  kaiserlichen  Ver- 
treter mit  gan\  ungenügenden  Anerbietungen ,  indem  sie  immer  deut- 
licher auf  die  jedem  Zugeständnisse  abgeneigte  Stimmung  des  Unter- 
hauses hinwiesen,  ohne  dessen  Genehmigung  eine  Entschädigung  nicht 
geleistet  werden  konnte,  ^)  Schliesslich  erklärten  sie  sich  -{//  einer  Zah- 
lung von  120-  bis  ijo.ooo  Pfund  Sterling  —  die  Österreicher  ver- 
langten 8 — 900,000  —  bereit,  stellten  jedoch  die  Bedingung,  dass  der 
Kaiser  diese  Summe  als  Gesamtentschädigung  acceptire  und  sich  ver- 
pflichte, dem  Prätendefiten  im  römischen  Reiche  und  in  den  Erblanden 
kein  Asyl  ^u  gewähren.^) 

Volkra  und  Hoffmann,  denen  die  Abneigung  Karls  VI.  gegen 
eine  derartige  Erklärung  nicht  unbekannt  war,  sprachen  ihr  Befremden 
über  diese  neue  Zumutung  aus,  die  mit  der  Angelegenheit,  über  die  sie 
verhandelten,  in  keinem  Zusammenhange  stehe, ^)  Allein  Stanhope  wie 
Sunderland  bliebest  dabei,  dass  sich  viele  dem  Könige  und  der  jct^^igen 
Regierung  verdächtige  Engländer  in  den  österreichischen  Niederlanden 
eingefunden  hätten;  betonten^  dass  der  Prätendent  sich  ebenfalls  dahin 
begeben  könnte^),  und  erklärten  trot^  ihres  Vertrauens  in  den  Kaiser, 
im  Hinblicke  auf  den  Argwohn  der  englischen  Nation,  auf  dieser  For- 


>)  Die  Erörterung  dieser  Frage  nahm  lange  Zeit  in  Anspruch  und  führte 
\u  sehr  erregten  Verhandlungen.  Der  Kaiser  hatte  Ende  1716  eine  eigene  Kom- 
mission nach  London  geschickt,  die  gemeinsam  mit  den  kaiser Hellen  Gesandten 
die  Forderungen  des  Wiener  Hofes  mit  gyy.128  Pfund  Sterling  bezifferte.  (Be- 
richt Volkra* s  und  Hoffmanns  d.  d.  5.  Mär\  1717.)  Stanhope,  der  in  erster 
Linie  die  Verhandlungen  mit  ihnen  führte  —  neben  ihm  waren  Sunderland  und 
der  gewesene  Kriigskommissa'r  Carnaroon  tätig,  der  seinerseits  Forderungen  an 
den  Wiener  Hof  stellte  (Bericht  Hoff ma uns  an  Sin\endorff  d.  d.  9.  Okt.  17 16)  — 
erklärte  alsbald,  dass  nun  eine  Billigung  dieser  Ansprüche  seitens  des  Parlamentes 
nicht  lu  hoffen  habe,  da  dieses  behaupte,  an  Österreich  wegen  der  von  dieser  Macht 
im  Vertrage  mit  Portugal  1703  übernommenen  und  nitht  eingehaltenen  Verpflichtung, 
ein  Drittel  der  Subsidien  {//  \ahlen,  Forderungen  in  der  Höhe  von  mehreren 
Millionen  Thalern  \u  haben.  (Bericht  Volkra's  und  Hoffmanns  d.  d.  6,  April.) 
Doch  versprach  Stanhope  eine  besclit*idene  Entschädigung  —  etwa  100.000  Ifund 
—  bei  Georg  L  ^u  befürworten.  Bald  darauf  wurden  dem  Residente  Hoffmann 
insgeheim  noch  weitergehende  Anerbietungen  gemacht  (vgl.  dessen  Beruht  vom 
6.  April  und  die  Weisung  vom  27.  April  1717),  doch  erklärte  Stanhope  \u  Be- 
ginn des  Monates  Mai  nunmehr  im  Hinblicke  auf  die  Opposition  —  \umal 
Townshends  und  Walpole's  —  diese  Versprechen  nicht  einhalten  \u  könmn. 

')  Bericht  Volkra's  und  Hoffmanns  d.  d.  ^.114.  Mai  1717  St.-A.  (Angl.J 

')  Ebenda;  vgl.  Pauli  l.  c.  s6o. 

*)  Er  befand  sich  damals  in  Italien, 


1716  Mai  25./Juni  5.  34 1 

derung  bestehen  j{u  müssen.  Der  Wiener  Hof  war  über  das  Vorgehen 
der  englischen  Regierung  sehr  ungehalten,  behauptete  durch  die  im  Ver- 
trage vom  Jahre  ijjö  eingegangene  Verpflichtung,  den  englischen  König 
gegen  jeden  Angriff  j^u  schütj^en,  g^f^^^g  gethan  {u  haben  und  verwies 
darauf,  dass  man  schon  im  Jahre  1714  dem  Prinzen  Jakob  den  Auf- 
t'uthalt  in  den  Erblanden  untersagt  habe ;  ^)  eine  ausdrückliche  Verpflich- 
tung in  so  bestimmter  Form  einzugehen ,  Verstösse  aber  gegen  die  kaiser- 
liche Würde.^)  In  diese/n  Sinne  erhielten  die  kaiserlichen  Vertreter  in 
England  den  Auftrag,  Georg  I.  und  seinen  Ministern  vorzuhalten,  dass 
von  den  katholischen  Mächten  nur  Frankreich  eine  derartige  Erklärung 
abgegeben  habe,  jenes  Frankreich,  dessen  Fürsten  dem  Prätendenten  aus 
dem  Hause  Stuart  Aufnahme  in  ihr  Reich  und  Unterstützung  daselbst 
gewährt  und  wiederholt  versucht  hätten,  dem  befreundeten  Herrscher- 
geschlechte  die  Krone  in  England  wiederzugewinnen.  Der  Kaiser  aber 
habe  ähnliches  nie  gethan  und  werde  es  auch  in  Zukunft  nicht  tun; 
dafür  gebe  er  sein  Wort,  und  dieses  sollte  doch  nicht  weniger  Gewicht 
haben  als  irgend  eine  schriftliche  Erklärung,  die  der  Kaiser  mit  Rück- 
sicht auf  seine  Stellung  >{//  den  katholischen  Fürsten  vermeiden  wolle.^) 
Allein  Volkra  und  Hoffmann  predigten  tauben  Ohren,  Die  englischen 
Minister  blieben  dabei,  eine  derartige  Erklärung  z^t  ihrer  eigenen  Si- 
cherheit gegenüber  etwaigen  Anklagen  der  Opposition  nicht  entbehren 
ZU  können,  entwarfen  einen  darauf  bezüglichen  Vertrag  und  sandten 
diesen,  da  die  kaiserlichen  Minister  die  Befürwortung  desselben  bei 
Karl  VI.  ablehnten,  an  ihren  Vertreter  am  Wiener  Hofe,  Stanyan, 
mit  der  Weisung,  die  bezüglich  der  kaiserlichen  Entschädigungsan- 
sprüche bereitgehaltenen  Wechsel  nur  dann  auszufolgen,  wenn  der 
Wiener  Hof  den  ihm  vorgelegten  Vertrag  unterzeichne.^")  Dazu  kam 
es  aber  vorerst  nicht.  Auch  Stanyan  gegenüber  beharrte  der  Wiener 
Hof  auj  seiner  Meinung'^)  und  gab  z^  gleicher  Zeit  seinem  neuen  Ver- 
treter  in  London,  Penterriedter,  Befehl,   daselbst  nochmals  z^  betonen. 


»)  Protokoll  der  Konf.  d.  d.  5.  Sept.  1714  St-A. 

')  Referat  d.  d.  7.  Juni  lyiy  über  die  Konferenz  vom  j.  Juni  St-A. 

•*»)  Weisung  an  Volkra  und  Hoffmann  d.  d.  12.  Juni  1717  St-A.  (Angl.) 
Vom  ja.  Juni  1717  sind  auch  die  Vollmachten  für  die  beiden  Vertreter  des  Kai- 
sers in  diesen  Fragen  datirt.  St-A. 

♦)  Bericht  Volkra's  und  Hoffmanns  d.  d.  ^.jiö.  Juli  1717  St-A.  (Angl.) 
Diesem  Berichte  liegen  auch  di:  Entwürfe  bei,  welclte  die  Engländer  für  die  Be- 
gleichung der  Schuld  und  wegen  des  Prätendenten  entworfen  haben, 

*)  Am  Iß,  Juli  1717  Übergab  Stanyan  ein  ausführliches  Memoire  über 
diese  Frage.  R.  O, 


5^a  1716  Mai  25./Juni  5. 

dass  man  sich  auf  das  Wort  des  Kaisers  auch  so  verlassen  könne. 
Stanhope  geigte  sich,  als  der  kaiserliche  Gesandte  mit  diesen  Erklä- 
rungen an  ihn  herantrat,  entrüstet;  wies  darauf  hin,  dass  er  dieser 
Geldforderung  halber  in  der  letzten  Parlamentssession  fast  die  gan^e 
Nation  gegen  sich  aufgebracht  und  die  empfindlichsten  Vorwürfe  habe 
ertragen  müssen,  und  betonte,  dass  er,  falls  eine  Einigung  vor  Beginn 
der  neuen  Session  nicht  erfolgt  sein  sollte,  die  Garantie  dafür  nicht 
mehr  übernehmen  könne,  dass  das  Haus  die  mit  wenigen  Stimmen  Mehr- 
heit beschlossene  Entschädigung  von  ißo.ooo  Ptiind  Sterling  9ieuerdings 
gutheissen  wer  de, ^) 

Das  {ähe  Festhalten  der  Engländer  an  ihrer  Forderung  hatte  den 
Wiener  Hof  unterdess  {ti  einem  weiteren  Schritte  des  Entgegenkom- 
mens bewogen.  Man  etitschloss  sich,  die  verlangte  specielle  Abmachung 
wegen  der  grossbritannischen  Rebellen  {u ^uge stehen ;  nur  wünschte 
man  deti  Namen  des  Prätendenten  nicht  direkt  {//  tief  inen*)  und  über- 
gab einen  in  diesem  Sinne  verfassten  Entwurf  des  Separatartikels,  der 
dem  Allian^rtrage  vom  Jahre  iji6  angehängt  werden  sollte.  Allein 
auch  darauf  ein^^ugehen  weigerte  sich  die  englische  Regierung  und 
setzte  es  schliesslich  durch,  dass  Karl  VI.  Ende  des  Jahres  lyiy  den 
von  England  entworfenen  Separatartikel  guthiess ,  in  dem  das  Wort 
„Prätendent^  gebraucht  und  dem  Kaiser  die  Verpflichtung  auferlegt 
wurde,  ihn  wie  jeden  anderen  Rebellen  acht  Tage  nach  erfolgter  Ver- 
ständigung seitens  der  englischen  Regierung  aus  den  Erblanden  aus- 
.(uweisen.^)  Nur  eine  Bedingung  stellte  der  Kaiser/  der  dem   Vertrage 

>)  Am  35.  Aug.  1717  berichtet  Stinyan  (R.  O,)  über  seine  Verhandlungen 
mit  Sin{endorff,  der  die  besten  Versprechen  gebe^  aber  hervorhebe,  dass  man  den 
Prätendenten  nicht  spe\iell  nennen  könne,  da  dieser  stets  so  viel  Rücksicht  auf 
die  kaiserliche  Regierung  genommen.  Deren  Vorgehen  bezwecke  „that  they  might 
not  make  themseives  odious  to  othcr  catholik  states.*'  Stanyan  erhält  auch  einen 
HnfvDurf,  in  dem  nach  den  Worttm  „rebellibns  subditis**  statl  „nee  non  personae 
vulgo  Pretandant  nominato**  ges  t\t  ist  .^aut  a  parlamento  A/»*  Brit*'^  proscriptis 
lUiuscunque  gradus,  statns,  conditiouis  aitt  qu.ilitatis  existmt.**  Vgl.  auch  den 
Bericht  Saphorins  an  Robethon  J.  d.  1.  St^t.  1717,  \itiert  bei  Weher  Quadrupel- 
Allianz  p.  7^. 

*)  Vgl.  die  Berichte  Stanyans  vom  Okt.  umi  Nov.  1717  R.  O.  Im  Oktober 
ist  noch  keine  Aussicht  auf  Erfolg,  (Berichte  vom  6.  und  10.  Oktober,)  Erst  am 
jj.  Nov,  berichtet  Stanyan,  dass  Sin^endorff  Hoffnung  mache,  und  zugleich  be- 
tone, dass  es  nicht  der  GeLifrage  wegen  geschehe.  Stanyan  gibt  den  Rat,  Pen- 
terriedter  gegenüber  sehr  vorsichtig  f«  sein  '(17.  Nov,  R.  O.J 

•)  Schon  im  Jahre  1718  fand  sich  Gelegenheit  {uni  Einschreiten  gegen 
die  Braut  Jakob  Stuarts  und  deren  Mutter,  die  tatsächlich  in  Innsbruck  ver- 
haftet xvurden.  Vgl.  R.  Pauli,  Stuart  und  Sobieski,  Hist.  Zeits  h.  XLVL  764$. 


17 16  Mai  25./Junt  5.  ^^1 

vom  Jahre  17 16  angehängte  geheime  ZusaU^paragraph  wurde  auf  den 
/.  Sept  1J17  zurückdatiert^  obgleich  er  erst  in  den  letzten  Tagen  des 
Jahres  1717  seine  definitive  Form  erhielt.  Karl  VI.  tat  dies,  weil  er 
den  Schein  :[u  vermeiden  wünschte,  als  ob  ihm  dieses  Zugeständnis 
durch  die  Ordnung  der  Entschädigungsfrage,  die  tatsächlich  damit  in 
Verbiptdung  stand  und  ^u  eben  dieser  Zeit  erfolgte,  abgekauft  worden 
wärc.^)  Penterriedter  erhielt  den  Befehl,  von  den  englischen  Ministem 
das  Versprechen  j(u  fordern,  voeder  direkt  noch  indirekt  in  diesem 
Sinne  Erklärungen  vor  dem  Parlamente  abj^ugeben.^)  Georg  I.  erklärte 
sich  mit  dem  Vorgehen  der  Wiener  Regierung  einverstanden  und  gab 
seine  Einwilligung  \Hr  Rückdatierung  des  Separatartikels.^)  Bald  dar- 
auf —  /o.  Jan.  17 18  —  unterfertigte  Penterriedter  die  Erklärung, 
durch  die  sich  Karl  VL  nach  erfolgter  Auspfählung  von  ißo.ooo  Ifund 
Sterling  verpflichtete,  keine  weiteren  Ansprüche  auf  die  Rückstände  \u 
erheben,  die  ihm  fiir  die  im  Erbfolgekriege  in  Spanien  geleisteten 
Dienste  gebührten.*') 


•)   VgU  den  Bericht  Schaubs  d.  d.  17.  De{.  1717  R.  O. 

•)  Vgl.  die  Weisung  an  Penterriedter  d.  d.  14.  De\.  17 ly  St.-A.  (Angl.) 

')  Bericht  Penterriedter s  d.  d.  7.  Jan,  1718  St.-A.  Stanßiope  machte  An- 
fangs Schwierigkeiten  und  behauptete,  es  sei  jet{t,  wo  das  Parlament  wieder  tage, 
sehr  schwer,  die  Wechsel  auszuzahlen;  doch  gelang  es  dem  kaiserlichen  Ge- 
sandten allmälig  die  Opposition  Stanhope's,  die  in  dessen  Furcht  vor  Angriffen 
seiner  Gegner  im  Parlament  begründet  war,  ^^  überwinden,  ^umal  der  König 
sich  für  die  Ordnung  der  Angelegenheit  aussprach. 

*)  Diese  Erklärung  lautet  nach  dem  im  R.  O.  aufbewahrten  Or. :  Postea- 
quam  s.%cra  C««  regiaque  catkolica  AP^  dominus  noster  clementissimus  ob  re- 
stantia  subsidiorum  ex  hello  novissime  in  Hispania  et  Catalaunia  gesto  derivan- 
tes  non  exiguae  summae  praetensiones  (uti  ex  rationibus  praesentatis  uberius 
constat)  ad  regium  Magnae-Britanniae  aerarium  formasset,  intuitu  tamen  mo- 
dernae  inter  sacram  C««^  et  Magnae-Britanniae  regiam  M*^^  unionis  et  ad 
contestandam  erga  hanc  nationem  siticeri  affectus  sui  propensionem  eo  se  de^ 
clarasset,  ut  pro  totali  summa  antefatae  praetensionis  centum  et  triginta  miBia 
librarum  Sterling  dictarum  absque  mora  solvantur ;  quapropter  vigore  ab  ante- 
fata  sa.ra  sua  C*«  et  cathölica  M^  nobis  infrasignatis  impertitae  plenipotentiae 
et  transmissi  mandati  supradictum  regium  Magnae-Britanniae  aerarium  pro 
reali  nobis  praefatae  summae  librarum  Sterling  dictarum  ctmtum  et  triginta 
miüium  facta  parata  solutione  ac  proinde  totali  extinctione  huiusce  et  omnis 
ulterioris  praetensionis  ratione  debitorum  ex  ultimo  bello  provenientium  omni 
meliori  modo  ac  solenni  iuris  forma  quietamus  et  absolvimus. 

In  quorum  fidem  praesentes  has  proprüi  manus  subscriptione  et  sigillo 
appresso  nostro  corroboravimus.  Actum  Londini  die  decima  tertia  mensis  Januaris 
anni  miliesimi  septitigentesimi  decimi  octavi. 

L.  5.    C.  B.  J.  Penterriedter.  L.  S   Jean  Philippe  Hqffman. 


^44  17^6  Mai25*A'"ni  5- 

In  nomine  sacrosanctae  et  individuae  trinitatis. 

Manifestum  "sit  Omnibus  quibus  expedit  universis.  Post- 
eaquam  augustus  Romanorum  imperator  Carolus  sextus,  Hi- 
spantarum,  Hungariae  et  Bohemiae  rex,  archidux  Austriae,  dux 
Burgundiae  etc.,  nee  non  Ser^'^**'*  ac  Pot^"^  princeps  Georgius, 
dei  gratia  Magnae-Britanniae,  Franciae  et  Hibemiae  rex,  dux 
Brunsvici  et  Lunebürgi,  sacri  Romani  imperii  elector  etc,  in 
memoriam  revocassent  insignia  emolumenta,  quae  ex  sincera 
et  constanti  antecessorum  suorum  unione  promanarunt,  ideoque 
praesentis  temporis  circunistantiis  accuratius  perpensis  ad  ean- 
dem  pro  communi  bono  redintegrandam  auimum  admovissent; 
tnde  deo  propitio  factum,  ut  communicatis  consiliis  in  sequen- 
tium  articulorum  tractatum  et  mutuum  foedus  rite  convenerint 

L 

Sit  inter  altefatam  sacram  C**"^  et  regiam  catholicam  M**™ 
et  sacram  regiam  Magnae-Britanniae  M**"'  sincera  amicitia  et 
consiliorum  coniunctio  atque  perfecta  confoederatio,  eorumque 
quisque  alterius  commoda  pro  suis  reputet  ac  serio  promovere 
studeat,  damna  vero  qua  potest  optima  ratione  avertat 

IL 

Foederis  huius  defensivi  intentio  et  flnis  aliud  non  sit, 
quam  mutuo  se  invicem  tuen  ac  in  possessione  regnorum,  pro- 
vinciarum  et  iurium,  eo  quo  sunt  statu  et  quibus  unusquisque 
actualiter  gaudet  et  fruit ur,  conservare  i)  Quod  si  igitur  conti- 
gerit,  ut  unus  vel  alter  confoederatorum  ab  aliis  potentiis  ho- 
stiliter  invadatur  aut  offendatur,  conventum  est,  ut  eiusdem 
honor,  dignitas  necnon  regna,  provinciae  ac  supradicta  iura, 
quae  tempore  huius  foederis  in  Europae  partibus  possidet  aut 
eo  durante  mutuo  consensu  acquirent,  contra  quoscunque  ag- 
gressores  communi  ope  et  auxilio  terra  marique  illaesa  conser- 
ventur,  defendantur  et  propugnentur,  nee  non  ob  iniuriam  for- 
sitan  illatam  iosta  satisfactio  procuretur. 


0  In  dem  Enhintrfi  dt*s  Kaisers,  den  er  Anfang  April  n&ck  London 
Si  kickte,  laiitetefi  die  Eingangsu^orte  dieses  Artikels:  Fot'äeris  Imius  intentio  et 
finis  sitf  tte  quisquam  foedemtorunt  ab  aliis  potentiis  hostiliter  invadatur  aut 
offendatufj  sed  ut  eorum  konor,  dignitas  nee  non  regna^  prminciae  ac  iura,  quae 
tempore  eonelusi  huius  foederis  in  Europae  partibus  possident^  attt  eo  durante  ete* 
Man  sieht ^  dass  im  eingeschlossenen  Vertrage  die  defensive  Richtung  stärker  Iter* 
tiorgehoben  -u^urde* 


1716  Mai  25./Juni  5.  215 

m. 

Ad  hunc  salutarem  scopum  assequendum  casu  praeme- 
morato  alicuius  hostilis  invasionis  impetitus  eandem  confoede- 
rato  notificet,  qui  omnem  apud  aggressorem  operam  impendet, 
quo  sine  mora  ab  ulteriori  hostilitate  abstineat,  de  illatis  damnis 
iuste  satisfaciat  ac  de  futura  securitate  confoederato  caveat. 

IV. 
Blandiore  hac  via  intra  bimestre  spatium  non  succedente, 
impetito  a  foederato  illico  auxilia  submittantur  nee  ante  revo- 
centur,  quam  id  obtentum  fuerit,  quod  articulo  praecedente  se- 
cundo  expressum  est. 

V. 
Auxilia  vero   quae   emergente  hoc  casu  a  confoederatis 
mittenda  sunt  erunt  sequentia. 

Pro  parte  sacrae  C^^  et  catholicae  M*^*^  armatorum  duo- 
decim  millia;  scilicet 

pedites,  octo  millia, 
equites,  quatuor  millia. 
Pro  parte  vero  sacrae  regiae  M*»*  Magnae-Britanniae  toti- 
dem  armatorum  millia;  scilicet 

pedites,  octo  millia, 
equites,  quatuor  millia.  ^ 
Quod  si  vero  ratio  belli  in  totum  vel  in  partem  suppetias 
maritimas  potius  postularet,  loco  supradictarum  terrestrium  co- 
piarum  tot  naves  bellicas,  quarum  sumptus  praefatum  numerum 
armatorum  adaequarent,  praestare  teneatur,  uti  et  in  casu,  ubi 
maiores  etiam  tam  terrestres  quam  maritimae  suppetiae  neces- 
sariae  forent,  de  iis  absque  mora  inter  foederatos  conveniatur 
et  ab  utrinque  amicabilis  propensio  exhibeatur. 

VI. 
Conventum  est,  nullum  alium  principem  aut   potentiam 
ad  praememoratum  foedus  invitandum  esse  aut  admittendum, 
nisi  unanimi  ac  mutuo  foederatorum  consensu  et  hoc  prorsus 
modo  quo  inter  eosdem  pactum  fuerit  et  conventum. 


>)  Hier  hatte  der  österreichische  Entwurf  loooo  Mann  für  England,  und 
{xcar  2  Drittel  \u  Fuss  und  ein  Drittel  ^u  Pferd  und  „naves  bellicae  secundi  et 
tertii  ordinis  viginti. 


^l6  1716  Mai  i5./Juni  5. 

vn. 

Cum  vero  nihil  magis  utrique  foederatorum  in  votis  sit, 
quam  tractatu  hoc  inito  salutem  communem  ope  mutua  tutam 
reddere  pacemque  pubhcam  illaesam  conservare,  nuUique  du- 
bium  sit,  quin  praepotentes  unitarum  Belgii  provinciarum  ge- 
nerales  ordines  admodum  lubenter  opus  tarn  utile  tamque  ne- 
cessarium  societate  sua  adiuvare  atque  promovere  velint,  ea- 
propter  ex  nunc  placuit  eosdem  generales  ordines  ad  praesens 
foedus  non  modo  lubenter  admittere,  sed  et  eos  ad  illius  acces- 
sionem  sine  mora  amice  invitare. 

VUI. 

Ratificatio  huius  tractatus  intra  spatium  sex  septimanarum 
aut  citius  si  potest  fiat. 

In  quorum  fidem  tum  sacrae  suae  O*«  et  catholicae  M*»*, 
tum  sacrae  suae  regiae  M*^"  Magnae-Britanniae  plenipotentiarii 
hasce  praesentes  manibus  suis  subscripsenint  iisdemque  sigilla 
sua  apposuerunt.  Actum  Westmonasterii  die  vicesimo  quinto 
mensis  Maii,  anno  domini  millesimo  septingentesimo  decimo 
sexto.i) 

L  S.  Otto  Christophorus  comes  Volkra.     L.  S.    W.  Cant. 
L.  S.    Joannes  Philippus  Hoffman.        L.  S.    Cowper  C 

L.  S.    Sunderland  C.  P.  S. 

L.  S.    Devonshire. 

L.  S.    Marlborough. 

L.  S.    Roxburghe. 

L.  S.    Orford. 
L.  S.    Townshend. 
L.  S.    James  Stanhope. 
L.  S.    R.  Walpole. 

»j  Das  ist  alter  Stil.  Der  Kaiser  u\irf  in  seiner  Weisung  d.  d.  ^o.  Juni 
iyi6  seinen  Gesandten  vor,  dass  sie  verabsäumt  hatten,  deti  am  Kaiserhof  übli- 
chen Heuen  Stil,  also  in  diesem  Falle  5.  Juni  entweder  ausschliesslich  oder  doch 
wenigstens  neben  dem  alten  Stil  anzuwenden. 


17 16  Mai  25./Juni  5.  y^n 

Articulus  separatus. 

Conventum  praeterea  est,  quod  si  tractu  temporis  inter 
sacram  C^^  et  catholicam  M*«"»  et  Ottomannum  imperium  bel- 
lum oriretur,  tractatus  foederis  hodierno  die  cum  sacra  regia 
M^  Magnae-Britanniae  conclusus  nullatenus  eo  pertinere  vel 
extendi  censeatur,  nee  bellum  cum  Turcis  pro  casu  foederis 
(ratione  Status  ita  exigente)  reputari  poterit.  In  cuius  fidem 
sacrae  C«»«  et  catholicae  M*^»  et  sacrae  regiae  M**^  Magnae-Bri- 
tanniae plenipotentiarii  hunc  articulum  separatum  manibus  suis 
subscripserunt  et  eidem  sigilla  sua  apposuerunt.  Actum  West- 
monasterii  die  vicesimo  quinto  mensis  Maii,  anno  domini  mil- 
lesimo  septingentesimo   decimo  sexto. 

L.  S.  Otto  Christophorus  comes  V'olkra.      L.  S.  W.  Cant. 
L.  S.  Joannes  Philippus  Hoflman.        L.  S.    Cowper  C. 

L.  S.   Sunderland  C.  P.  S. 
L.  S.    Devonshire. 
L.  S.    Marlborough. 
L.  S.    Roxburghe. 

L.  S.    Orford. 
L  S.    Towsnhend. 
L.  S.    James  Stanhope. 
L.  S.    R.  Walpole. 

Articulus  additionalis  separatus  et  secretus. 

Postquam  tractatus  foederis  sacram  C«*™  regio-catholicam 
^tem  inter  nee  non  Magnae-Britanniae  regiam  M*«'"  anno  pro- 
xime  elapso  conclusi  principalis  scopus  et  intentio  sit,  ut  unio 
et  amicitia  inter  praedictas  M*^«^  semper  magis  arctissimis  quo 
fieri  potest  vinculis  adstringantur  et  qualibet  data  occasione 
commoda  sua  invicem  promoveant  ac  contra  quoscunque  ini- 
micos  fideliter  et  sincere  sese  tueantur;  cum  autem  post  supra- 
dictum  conclusum  foedus  multi  suae  M**»  Magnae-Britanniae 
rebelles  subditi  in  varias  suae  C«*®  et  catholicae  M*^»  haeredi- 
tarias  provincias  sese  receperint,  unde  modum  et  opportunita- 
tem  nacti  sunt  pernitiosam  correspondentiam  cum  aliis  male- 
volis  et  seditiosis  Magnae-Britanniae  incolis  fovendi  atque  in 
praefato  regno  novam  rebellionem  excitare  omni  conatu  enitan- 
tur,   exinde  vero  tam  gubemium  M**^  suae  britannicae  quam 


^48  '7'ö  W*i  25./Juni  5. 

tranquiUitas  et  quies  fidelium  suorum  subditorum  secretis  hisce 
factionibus  et  conspirationibus  in  maximum  eorum  detrimentum 
continuo  perturbentur,  itaque  per  praesentes  ex  parte  suae 
\jti8  ceae  regio-catholicae  declaratiir,  sese  nuUum  hospitium, 
refugium  vel  transitum  sub  quocunque  praetextu  intra  haere- 
ditarias  suas  in  Germania  sitas  provincias  et  Belgium  austria- 
cum  suae  britannicae  M^^  rebellibus  subditis,  qui  tales  declarati 
vel  declarandi  fuerint,  nee  non  personae  vulgo  „Pretendant" 
nominatae  concessuram,  uti  et  pariter  sua  regia  Magnae-Bri- 
tanniae  M**^  spondet,  sese  nuUum  unquam  transitum,  hospitium 
et  refugium  rebellibus  subditis  suae  M**^  O»®  regio-catholicae, 
qui  tales  declarati  vel  declarandi  fuerint,  intra  sua  Magnae-Bri- 
tanniae  regna  nee  non  Romani  imperii  provincias  concessuram. 
Qua  propter  ab  utrinque  provisum  est,  praefatos  rebelles  sub- 
ditos  ad  exeundum  intra  octo  dierum  spatium  e  dictis  regnis 
et  provinciis  sese  mutuo  coacturos,  ex  quo  minister  illius,  cuius 
subditi  isti  rebelles  habentur,  apud  praedictam  C*^™  M*®™  seu 
regiam  M*«™  eiusmodi  requisitionem  domini  sui  nomine  fecerit. 
In  quorum  fidem  nos  sacrae  C«*«  et  regio-catholicae  M**^ 
et  sacrae  regiae  M*^^  Magnae-Britanniae  commissarii  et  pleni- 
potentiarii  vigore  plenipotentiarum  respective  nostrarum,  (qua- 
rum  copiae  ad  fmem  huius  articuli  adiunguntur)\),  praesens  in- 
strumentum  manibus  nostris  subscriptum  sigillis  nostris  munivi- 
mus.  Actum  Viennae,  die  prima  mensis  Septembris^),  anno 
millesimo  septingentesimo  decimo  septimo. 

L.  S.    Philippus  Lud.  C  a.  Sinzendorff. 
L.  S.    A.  Stanyan. 


*)  Liegen  bei, 

•)  Die  Worte  die  prima  und  die  Buchstaben  Sep  mit  anderer  Tinte  ein- 
getragen  ;  vgl  p,  ^^j. 


1718  Juli  22/Aug.  2.  ^^^ 

17. 

QuadrupelaWan^  ^wischen  Karl  VL,  Georg  /.,  Ludwig  XV. 
von  Frankreich  und  den  Generalstaaten  samt  4  Separatartikeln, 
12  geheimen  Separatartikeln,  einer  grossbritannischen  und  einer 
kaiserlichen  Deklaration  d.  d.  London  iyi8  22,  Julil2.  Aug. 

Rat,    Georgs  /.    i1,   iL   Kensington   1718  August  yjiS,    Karls    VL  d,  d, 
Wien   T/18  Sept.   14,  Ludwigs  XV.  d.  d.  Paris  IJ18  Aug.  ßi. 

Die  Origiiuile  aller  Haupt-  und  Nebenverträge  mit  Ausnahme  der 
briden  Dekhiraf tonen  *)  im  St.-A,  und  R.  O. ;  die  Originale  der  beiden  Rati- 
Jikationen  seitens  Georgs  und  Ludwigs  im  St.-A. ,  die  Karls  im  R.  O.  — 
Druikt^  bei  Rittner  Nr.  70p. 

Die  Friedensschlüsse  der  Jahre  171  ß  und  17 14  hatten  dem  Kampfe 
um  das  spanische  Erbe  ein  Ende  gemacht ;  eine  Aussöhnung  ^wischtn 
Österreich  und  Spanien,  den  beiden  Hauptbeieiligten,  war  aber  nicht 
erfolgt.  Philipp  V.  wie  Karl  VL.  hatten  die  Waffen  aus  der  Hand 
legen  und  sich  den  EntSchliessungen  der  vermittelnden  Mächte  fügen 
müssen,  aber  beiderseits  blieb  ein  Gefühl  der  Enttäuschung  und  der 
Unzufriedenheit  und  zugleich  die  Hoffnung  ^urück,  dass  sich  in  nicht 
all^u  ferner  Zeit  die  Möglichkeit  eines  neuen  Kampfes  ergeben  werde. 
Wie  entscheidend  die  Rücksicht  auf  die  spanische  Frage  auf  die  Ent- 
Schliessungen  der  Wiener  Regierung  eingewirkt  hat,  konnten  wir  im 
Laufe  unserer  Untersuchungefi  ^u  wiederholtenmalen  beobachten.  Wir 
erinnern  hier  nochmals  daran^  dass  in  jenem  Vertragsentwürfe ,  der  um 
Weihnachten  17 14  dem  in  Wien  weilenden  Stanhope  übergeben  wurde, 
Österreich  die  Unterstützung  der  Seemächte  nicht  nur  für  die  Behaup- 
tung Majorkas,  sondern  auch  bei  der  Wiedereroberung  eines  beliebigen 
Teiles  der  spanischen  Monarchie  und  überdies  die  Zusicherung  forderte, 
dass  Toscana  nach  dem  Aussterben  des  Mediceischen  Mannsstammes 
nicht  an  einen  Prinzen  aus  dem  Hause  Bourbon  fallen  werde,^)  Und 
wie  läh  der  Wiener  Hof  an  der  Hoffnung  festhielt ,  Sizilien  -f«  ge- 
winnen, lehrt  ein  Blick  auf  die  uns  bekannten  Verhandlungen,  die  ^^m 
Abschlüsse  des  englisch- österreichischen  Vertrages  vom  Jahre  17 16 
geführt   haben.     Der   Kaiser   war   auf  die   weitgehenden    Forderungen 

M  Die  beiden  Deklarationen  liegen  nicht  im  Or.  vor;  die  kaiserliche  ist 
hier  nach  einer  im  St.-A.  (Angl.)  vorhandenen  Kopie,  die  grossbritannische  nach 
Dumont  l.  c.  VIU\i  ^36  f  abgedruckt. 

-)  Referat  vom  2(^.  Nov.  1714  St.-A. 


^^ö  171^  ^^  32./Aug.  2. 

d^  Engländer  nur  eingegangen,  weil  er  die  Unmöglichkeit  einsah, 
ohne  ihre  Flotte  seine  gegen  Spanieti  gerichteten  Pläne  durch^^uset^en, 
und  er  hatte,  wie  wir  wissen,  an  die  englische  Regierung,  wie  an 
die  in  Wien  weilenden  Vertreter  Georgs  L  immer  wieder  die  Bitte 
gerichtet^  eine  englische  Flotte  ins  Mittelmeer  -{«  senden  und  mit 
Frankreich  keine  Verbindung  einzugehen,  die  seinen  Plänen,  vor- 
nehmlich seinem  Wunsche  Sizilien  wieder  ^u  gewinnen,  hinderlich 
werden  konnten.  Die  englische  Regierung  hatte  ein  derartiges  Ver- 
sprechen gegeben,  setzte  aber  trotzdem  die  Verhandlungen  mit  Frank- 
reich, dessen  Regent  einem  Ausgleiche  mit  England  sehr  gewogen  war 
und  mit  den  Generalstaaten  seit  langem  in  diesem  Sinne  unterhandelte^ 
fort.  Dieselben  führten  nach  Überwindung  mancher  Schwierigkeiten  im 
Herbste  iyi6  ^u  einem  Abkommen,  das  am  4,  Jan,  17  JJ  durch  den 
Beitritt  der  Generalstaaten  seine  bindende  Form  erhielt  und  die  macht- 
volle Stellung,  die  England  bereits  besass,  noch  befestigte,^) 

Dieses  nahm  nun  die  schwierige  Aufgabe  des  Ausgleiches  fi- 
schen Osterreich  und  Spanien  in  dir  Hand,  von  deren  Lösung  der 
Friede  Europas  abhieng.  Leicht  wurde  dem  Vermittler  sein  Amt  nicht. 
Denn  es  war  klar,  dass  ohne  V er  Nichtleistung  Karls  VL  auf  die  ge- 
samte spanische  Monarchie,  wie  sie  in  diesem  Augenblicke  in  den  Hän- 
den Philipps  V,  war,  eine  Aussöhnung  unmöglich  war,  und  alles  was 
der  Kaiser  seit  dem  Jahre  17 14  getan  und  geäussert  hatte,  Hess  dar- 
auf schliessen,  dass  er  nur  der  äussersten  Not  gehorchend  sich  ^u 
einer  Erklärung  verstehen  werde,  die  er  noch  immer  als  eine  Schmach 
für  sein  Haus  bezeichnete,  Da^u  kam,  dass  das  Misstrauen  der  Wiener 
Regierung  in  die  ehrlichen  Absichten  Georgs  L  und  seiner  Ratgeber 
durch  die  Haltung  Englands  in  der  feiten  Hälfte  des  Jahres  1716, 
lumal  durch  die  geringe  Rücksichtnahme  auf  die  von  Osterreich  be- 
züglich des  englisch -fran:{ösischefi  Vertrages  geäusserten  Wünsche, 
merklich  gestiegen  w.ir.  Man  wird  daher  begreifen,,  dass  die  Vertreter 
Englands,  die  im  Herbste  1716  in  Wien  weilten^)  und  dem  Ausgleiche 
mit  Spanien  das  Wort  redeten,  einen  schweren  Stand  hatten,  Sie 
mussten   manches   bittere    Wort   über   sich    ergehen    lassen    und  hatten 

')  Ührr  dirse  euglisch-friin^ösischen  Vertu ndluriirrn  vgl.  Weber  l,  c,  jq  ff», 
Michael  l  c.  7'y8  f.,  Baudrillart  l.  c.  IL  2^8  ff, 

*>  Na.h  ilnti  Abgant^c  Lord  (lobltams  hattr  Lukjs  Schaub  die  Geschäfte 
Englands  in  Wien  vertreten.  Oktober  17 16  kam  St.  Sapkorin  de  Pesmes,  ein 
gebürtiger  Schweizer,  als  englischer  Gesjndter  nach  Wien;  Nov,  lyiö  Abrnhani 
Stanyan,  St.  Saphorin,  der  noch  im  Jahre  1716  Wien  verlicss,  kehrte  17 17  dort- 
hin \urück  und  vertrat  daselbst  dann  längere  Zeit  die  Interessen  Englands. 


171S   Juli  22./Aug.  1.  ^^f 

reichlich  Gelegenheit,  sich  davon  ^u  überT^eugen,  wie  ferne  dem  Kaiser 
der  Gedanke  lag,  von  seinen  Ansprüchen  auf  Spanien  abzulassen.  Unter 
diesen  Umständen  war  es  ein  Glück  für  alle  Freunde  des  Friedens, 
dass  der  kluge  Herzog  von  Savoyen,  Viktor  Amadeus,  dem  im  Utrechter 
Frieden  die  Insel  Sizilien  zugesprochen  worden  war,  der  sich  aber 
alsbald  von  der  Unmöglichkeit  überzeugte,  diesen  Besitz  dauernd  {// 
erhalten,  an  die  englische  Regierung  mit  dem  Vorschlage  herantrat, 
auf  Sizilien  gegen  eine  entsprechende  Entschädigung  z^  verzichten»  Mit 
Freuden  griff  Lord  Stanhope  diesen  Gedanken  auf  und  machte  ihn 
zum  Ausgangspunkte  für  die  umfassenden  Verhandlungen^  als  deren 
Ergebnis  die  Quadrupelallianz  von   IJ18  anzusehen  ist, 

Abraham  Stanyan,  der  im  Nov.  IJ16  als  neuer  Vertreter  Georgs  L 
in  Wien  erschien,  sprach  den  kaiserlichen  Ministern  von  dem  Plane 
einer  Aussöhnung  der  Wiener  Regierung  mit  dem  Hause  Savoyen  und 
Karl  VI.  z^^^l^  ^'^^'  prinzipiell  nicht  abgeneigt,  darauf  einzugehen. 
Der  Reichshofrat  von  Penterriedter  erschien  bald  darauf  in  Hannover, 
wo  Stanhope  weilte,  um  die  Verhandlungen  ^«  führen.  Als  Voraus- 
Setzung  einer  gedeihlichen  Entwickelung  derselben  bezeichnete  dieser 
sogleich  den  Verzicht  Karls  VI.  auf  alle  Länder,  die  sich  im  Besitze 
Philipps  he  fanden,  für  alle  Zeiten.  Er  forderte  ferner  die  Aussöhnung 
des  Kaisers  mit  Viktor  Amadeus  von  Savoyen  und  die  Befriedigung 
der  Wünsche  der  ehrgeizigen  Königin  von  Spanien,  Elisabeth  Farnese. 
Als  Ersatz  dafür  bot  Stanhope  die  Garantie  des  kaiserlichen  Besitzes 
durch  Frankreich  und  Spanien;  den  Verzicht  der  letzteren  Macht  auj 
alle  Gebiete^  die  Eigentum  des  Kaisers  waren;  Sizilien ;  die  Verfügung 
über  Toscana,  falls  die  Mediceer  aussterben  sollten.  *)  Parma  und  Pia- 
renza  sollten  beim  voraussichtlichen  Erlöschen  des  Mannesstammes  der 
herrschenden  Linie  an  einen  der  Söhne  Elisabeth  Farnese* s  fallen.^) 
Der  kaiserliche  Gesandte  hatte  gegen  diesen  Plan  des  englischen  Staats- 
mannes  so  manches  einzuwenden,  entschloss  sich  aber  doch  einen  von 
St.  Saphorin  verfasstcn  Entwurf  nach  Wien  z^  senden.  Zu  Beginn  des 
fahr  es  j/i/  fanden  hier  entscheidende  Beratungen  über  denselben  statt. 
Gegen  den  definitiven    Verzicht  auf  Spanien  protestierten  die  Minister 

')  Cosmus  in.  hiittr  nur  einen  Sohn,  Johann  Gaston,  bereits  bejahrt^  von 
Seiner  Frau  getrennt  lebend  und  kinderlos.  Als  Erben  kamen  in  Betracht  die 
mit  dem  Pfi/^er  verheiratete  Schuester  Johann  Gastons  und  Elisabeth,  die 
spanische  Königin. 

-)  Fran:(,  Herzog  von  Parma,  hatte  als  Erben  nur  seinen  Bruder  Anton, 
einen  4 'y  jährigen  kranken  Mann  und  eine  Tochter  Elisabeth  ^  die  Königin  von 
Spanien, 


554 


lyifi  Juli  37*/Au^,  ± 


wie  Karl  VI.  in  gleich  enfschiedcfur  Weise.  Während  aber  die  er- 
sieren  sich  für  die  Anerkenmmg  Philipps  V,  ah  König  von  Spanien 
aussprachen^  wailte  Kar!  VL  sich  iedigiich  verpßichien,  Philipp  K 
tmd  seine  ehelichen  Nachkommen  im  ruhigen  Besitze  Spaniens  und  In~ 
diens^)  nicht  ^n  st&ren.  Im  übrigen  geigte  die  Wiener  Regierung  grös^ 
seres  En^egenkömmen  als  {«  erwarten  war  und  Penierriedter  erhofft 
hafte.  Gegen  die  Abtretung  Sardiniens  an  Viktor  Amadeus,  dem  dieser 
Besit{  auch  den  König stitet  sicherte ,  hatte  Karl  V7.  nichts  einzuwenden ; 
doch  forderte  er  dafür  nebst  Siiilien  anch  Man  ff  er  rat  und  die  ijoß 
an  den  Savofer  abgetretenen  Teile  des  Her^ygtnms  Mailand.  Auf  das 
entschiedenste  förderte  die  Künfercn:^  die  Tilgung  des  Artikels  VA  des 
Utrechter  Friedens^  der  bestimmte^  dass  nach  dem  Aussterben  der  hour- 
bonischen  Linie  in  Spanien  dem  Hause  Savoyen  vor  den  Habshurgern 
die  Nachfolge  :i;fifallen  sollte.  Dagegen  wurde  es  nur  als  ein  Wnnsch 
ausgesprochen f  dass  den  kaiserlichen  Untertanen  günstige  Bedingungen 
für  den  Handel  mit  Indien  gestellt  ^  den  Catalanen  und  Aragonesen 
Bestätigung  ihrer  Privilegien  gewährt  werden  solle. 

Doch  kam  es  vorerst  nickt  {u  weiteren  Verhandlungen  ^  da  Georg  I 
und  seine  Minister  Hannover  verlassen  hatten^  ehe  die  entscheidendett 
Weisungen  in  die  Hände  Penierriedters  gelangt  waren ^  und  in  denfol~ 
genden  Monaten  in  erster  Linie  darauf  ans  wareft,  die  EinwilHgmig 
Frankreichs  und  Spaniens  in  die  von  England  geplante  Ausgleichung 
der  österreichisch'^spanischen  Differenzen  ^u  erhalten,^)  Aliein  dieser 
Plan  scheiterte  vornehmlich  an  dem  Widerstände  Alber oniSy  der  unter- 
stützt  durch  die  Königin  Elisabeth  die  Eroberungspolitik  der  spanischen 
Habsburger  wieder  aufnahm^  int  Sommer  ijij  eine  ansehnliche  spa~ 
nische  Flotte  ins  Mittelmeer  dirigierte^  Sardinien  eroberte  und  die  sp-v 
nische  Herrschaft  daselbst  wieder  aufrichtete*  Unter  dem  Eindrucke 
dieser  Ereignisse  wurden  im  Herbste  ijiy  die  unter  des  s  in  Wien  nur 
mühsam  fortgesetzten  Verhandlungen^)  {wischen  England  und  Öster- 
reich wieder  energischer  aufgenommen  und  die  Versöhnung  Karls  VI, 
mit  dem  Regenten  Philipp  von  Orleans  in  den  Vordergrund  gerückt. 
Anfangs  Nov.  traf  Penterrieäter  In  London  ein.  Er  brachte  ß  Ver~ 
tragsenfwürfe  mif^  von  denen  einer ,  der  {^nlet^^t  vertassfe^  auf  die  durch 


*)  Diese  heiden  Reiche  waren  iibsi^hUich  genannt i  da  man  noch  immer 
daran  dachte ^  Mexico  und  Prru  für  Karl  ^it  gewin tu^n.  Ref  vom  l6.  Jan^  ijij 
SL~A.  Die  Konfereni  fand  am  i.  Jan.  statt*   Vgt*  attth  Weber  /*  c*  J3  f. 

>>  Vgl  Weber  L  c.  ßsff^ 

")  ^gl*  ß^^  diese  Verhiindlungtm  Michael  /.  c.  jB^  0\;  Baudrillart  L  e^ 
26^ ff*;  Bourgeois  E.^  Lettres  intimes  de  J,  M.Älberoni  Introduktion  XÄXIX ff<. 


17 lÖ  Jüii  22./Aug.  1.  ^55 

die  Eroberung  Sardiniens  veränderte  Situation  Rücksicht  nahm,  wäh- 
rend die  beiden  anderen  sich  nur  dadurch  von  einander  unterschie- 
den, dass  bei  dem  einen  auf  eine  Allianz  mit,  beim  anderen  ohne 
Spanien  gerechnet  wurde.  Die  Instruktion  aber  Hess  keinen  Zweifel 
darüber  auj kommen,  dass  Karl  VL  auf  die  Erwerbung  Siziliens  das 
grösste  Gewicht  legte,  Penterriedter  hatte  die  Unterstützung  der  Ver- 
tragsmächte auch  für  den  Fall  {u  fordern,  dass  der  Savoyer  infolge  der 
veränderten  Verhältnisse  gegen  die  Überlassung  Siziliens  an  den  Kaiser 
protestieren  sollte,  und  er  hatte  ^u  erklären,  dass  Karl  VL  den  Besiti  dieses 
Landes  als  conditio  sine  qua  non  ansehe.  Dagegen  erhielt  er  die  Erlaubnis, 
von  der  Abtretung  Montferrats  und  der  mailändischen  Gebiete  seitens  des 
Savoyer s  an  den  Kaiser  gegen  Überlassung  Sardiniens  abzustehen,  falls 
sich  Schwierigkeiten  ergeben  sollten.  Die  Ihronfolge  in  England  wollte 
der  Kaiser  garantieren  —  nur  nicht  ausdrücklich  die  protestantische 
Thronfolge  —  und  dem  Könige  Philipp  und  seinen  ehelichen  Nach- 
kommen versprechen,  sie  in  ihrem  Besitze  nicht  j(u  stören.  Zu  einer 
unbedingten  Verzichtleistung  auf  Spanien  war  er  aber  keineswegs  ge- 
willt seine  Zustimmung  {u  geben,  vielmehr  sollte  Pendler riedter  wenn 
irgend  möglich  die  Anerkennung  des  Erbrechtes  der  deutschen  Linie 
des  Hauses  Habsburg  für  den  Fall  fordern,  dass  die  Linie  Anjou  aus- 
sterben oder  Spanien  verlassen  würde.  Es  ist  für  die  Auffassung  Karls  VL 
charakteristisch,  dass  er  in  eine  tu  eigenhändigen  Zusätze  Pendler  riedter 
auftrug,  in  London  {«  betonen,  dass  die  Spanier  durch  ihr  rücksichts- 
loses Vorgehen  das  Recht  auf  nachsichtige  Behandlung  verwirkt  hätten 
und  {ur  Abtretung  Majorka's  oder  Porto  Longone's  an  den  Kaiser  ver- 
pflichtet werden   müssten. 

Allein  schon  die  ersten  Unterredungen  nötigten  Pendterriedter  die 
Überzeugung  auf,  dass  die  Engländer  durchaus  keine  Neigung  besassen, 
auf  die  Forderungen  des  Kaisers  einzugehen,  Sie  erklärten  rundweg, 
unter  den  gegebenen  Verhältnissen  die  vertragsmässige  Unterstützung 
Karls  VI,  gegen  Spanien  nicht  bewilligen  z^i  können,  da  ein  Krieg 
gegen  diese  Macht,  ohne  Teilnahme  Frankreichs  und  der  Generalstaaten, 
den  Ruin  des  englischen  Handels  z^i  Gunsten  dieser  beiden  Mächte  her- 
beiführen würde,  und  forderten  die  Verzichtleistung  Karls  VL  auf  den 
gesamten  spanischen  Besitz,  um  Frankreich,  sowie  ein  Entgegenkommen 
in  der  strittigen  Barrierefrage,  um  die  Generalstaaten  z^  gewinnen. 
Pendterriedter  ^^/]^/^  sich  über  das  Benehmen  der  englischen  Minister 
entrüstet,  konnte  sich  jedoch  bald  überzeugen,  dass  ihre  Äusserungen 
mit  durch  die  Haltung  bedingt  waren,  die  der  Regent  Frankreichs  da- 

Ostcneichisch-englischc  Staatsverträge.  Bd.  I.  23 


^54  '7'^  «^"^  22./Aug.  2. 

mah  in  dieser  Frage  beobachtete,^)  Der  Abbe  Dubais ,  der  in  jener 
Zeit  die  Interessen  Frankreichs  am  englischen  Hofe  vertrat  und  der 
Hauptförderer  einer  gütlichen  Beilegung  der  T^ischen  Österreich  und 
Frankreich  schwebenden  Differenzen  war,  erklärte  auf  das  entschie- 
denste ,  der  Regent  werde  einen  Vertrag  mit  dem  Kaiser  ohne 
dessen  ausdrücklichen  Verzicht  auf  Spanien  :{u  Gunsten  Philipps  V. 
nicht  schliessen  und  betonte  überdies,  dass  der  Herzog  von  Orleans 
seine  Zustimmung  {ur  Abtretung  Siiiliens  an  Karl  VI.  nicht  geben 
könne,  da  dies  dem  Utrechter  Frieden  widerspreche,  auf  dem  des  Re- 
genten Stellung  ja  beruhe,*) 

Bald  darauf  übergab  Stanhope  dem  kaiserlichen  Gesandten  ein 
neues  Projekt  des  ab{uschliessenden  Vertrages.  Von  einer  ausdrück- 
lichen V er  Nichtleistung  des  Kaisers  auf  Spanien  war  in  demselben  nicht 
die  Rede;  England  glaubte  diese  Forderung  ruhig  den  Franzosen  über- 
lassen ^u  dürfen  und  beschränkte  sich  darauf  von  Karl  VI  ^u  ver- 
langen, dass  er  Philipp  V.  den  ruhigen  Besit^  der  Krone  lassen  und 
ihm  den  Königstitel  geben  solle.  Auch  von  der  Aussicht  auf  Toscana 
für  den  Sohn  der  spanischen  Königin  war  in  dem  Vertrage  nicht  die 
Rede,  obgleich  die  Engländer  dieses  Zugeständnis  den  Franzosen  bereits 
gemacht  hatten.  Sie  begnügten  sich  auch  hier^  um  Österreich  vorerst 
:iu  schonen,  mit  der  allgemeinen  Bemerkung,  dass  Parma,  Piacen^a  und 
Toscana  Reichslehen  werden  sollten,  über  deren  Verwendung  sich  die 
Mächte  schon  einigen  würden;  der  Kaiser  sollte  in  diesem  Falle  dem 
erwählten  Prinzen  in  der  Zeit  j^wi sehen  der  Luter^eichnung  und  der 
Ratifikation  des  Vertrages  die  Investitur  und  die  Expectativcn  erteilen, 
Spanien  falls  es  dem  Vertrage  beitreten  sollte,  auf  die  im  BesityC  des 
Kaisers  befindlichen  ehemals  ^u  Spanien  gehörigen  ländcr  vernichten, 
wogegen  einem  Sohne  der  Königin  von  Spanien  Parma  ^uge sprachen  wer- 
den sollte.  Sardinien  war  als  Tauschobjekt  gegen  Sizilien  für  den  Sa- 
voyer  ausersehen,  der,  falls  Spanien  dem  Vertrage  nicht  beitreten  würde, 
für  Sardinien  mit  Parma  entschädigt  werden  sollte.^)  Pendler ri edier 
geigte  sich  über  den  Inhalt  des  ihm  übergebencn  Projektes  entrüstet, 
T^umal  ihm  nicht  verborgen  bliebe  dass  dir  Massigung  der  Engländer 
in  ihren  Forderungen  bezüglich  der  Ver^ichtle istung  Karls  VI.  auf  den 
spanischen  Besii{  und  der  Zukunft  Toscanas  lediglich  in  ihrem  Wunsche 
begründet  war,  die   weitgehenden    Ansprüche   der  Franzosen    in    diesen 


V)  Vgl.  Weber  l.  c.  46 f.,  Baudrillart  l.  c.  IL  281  [f. 
»)  Bericht  Pendterriedters  <).  Nac.  lyiy  St.-A.  (AngL) 
•'»)  Bericht  Pendterriedters  d.  d.  23.  Nov.  ijiy  St.-A.  (Angl) 


1718  Juli  22./Aug.  2.  ^55 

Fragen  von  diesen  selbst  vertreten  {u  lassen.  Nur  widerwillig  über- 
nahm  der  kaiserliche  Gesandte  die  Verpflichtung,  seiner  Regierung 
Mitteilung  von  dem  neuen  Projekte  ^u  machen  und  betonte  dieser  ge- 
genüber seine  Zweifel  an  der  erfolgreichen  Fortführung  der  Verhand- 
lungen in  der  deutlichsten    Weise. 

Allein  die  kaiserlichen  Minister  sprachen  sich,  als  sie  über  Pend- 
terriedttrrs  Berichte  berieten,  für  die  Fortsetzung  der  Verhandlungen 
aus,  da  der  König  von  Spanien  an  der  Spitze  einer  grossen  Truppen- 
macht  ^u  neuem  Einfalle  in  Italien  bereit  stehe,  Frankreich  und  Hol- 
land unzuverlässig  seien,  im  deutschen  Reiche  das  nordische  Feuer 
fortglimme,  ein  Vergleich  epischen  Russland  und  Schweden  ^u  fürchten 
stehe,  die  Fortsetzung  des  Türkenkrieges  nicht  ausserhalb  dem  Bereiche 
der  Möglichkeit  liege.  Man  fürchtete,  im  Falle  der  Vertrag,  über  den 
man  so  lange  mit  der  englischen  Regierung  verhandelte,  nicht  ^ustandl 
kommen  sollte,  eine  Aussöhnung  des  Regenten  mit  Philipp  V  von 
Spanien  auf  Kosten  des  Kaisers,  und  hielt  es  für  notwendig,  weit- 
geheftde  Konzessionen  {//  machen,  um  dieser  Gefahr  vorzubeugen.  In 
diesem  Sinne  erhielt  Pendterriedter  Vollmacht,  im  Notfalle  die  form- 
liche Verzichtleistung  des  Kaisers  auf  Spanien  y  aber  nur  -{«  Gunsten 
Philipps  V.  und  dessen  Nachkommen,  auszusprechen  und  die  Abtretung 
Sardiniens  ^//<{i/^^5/^//^«.  Dagegen  sollte  er  Montferrat  oder  die  mai- 
ländischen  Besitzungen  z^i  erhalten  Stichen  und  entschieden  dagegen 
protestieren ,  dass  Parma  je  dem  Hause  Savoyen ,  Toscana  je  dem 
Hause  Bourbon  {ufalle,  Toscana  sollte  als  Entschädigung  für  Lo- 
thringen verwendet  werden  und  den  Aragonesen  und  den  Catalanen 
die  Restitution  ihrer  Privilegien  für  den  Fall  {ugesagt  werden,  als 
Spanien  dem  Vertrage  nicht  beitreten  sollte.  Überdies  erhielt  der 
kaiserliche  Gesandte  BefehL  von  der  englischen  Regierung  den  Ab- 
schluss  einer  gegen  Spanien  gerichteten  Offensivallianz  oder,  wenn  dies 
nicht  z'f  erreichen  wäre,  die  ungesäumte  Entsendung  einer  britischen 
Flotte  ins  Mittel meer  >{w  fordern.^) 

Allein  auch  diesmal  kam  die  Weisung  der  Wiener  Regierung  z^ 
spät  in  die  Hände  ihres  Vertreters.  Stanhope  hatte  unterdess,  besorgt 
ob  der  schwankenden  Haltung  des  Regenten,  an  dessen  Hofe  noch 
immer  eine  starke  spanische  Partei  gegen  eine  Einigung  mit  England 
und  für  den  Anschluss  an  Philipp  V.  arbeitete,  sich  entschlossen,  einen 
Frankreich  günstigeren  Entwurf  der  abzuschliessenden  Allianz  Z"  ^^^' 

>)  Referat  d.  d.  11.  Jan.  17 18  über  die  Konferefi{sit{ung  d.  d.  ^1.  De^. 
17 17.  St.'A.   Vgl.  Weber  l.  c,  ^5  #. 

23* 


356  l?!^   •'uli  22./Aug.  2. 

fassen^)  und  dessen  Genehmigung  erst  bei  Frankreich  und  dann  beim 
Kaiser  ^u  versuchen,  Lukas  Schaut,  der  sich  als  Unterhändler  in  dieser 
Angelegenheit  schon  oft  bewährt  hatte,  erhielt  den  Auftrag,  mit  diesem 
neuen  Vertragsentwurfe  nach  Paris  ^u  eilen,  mit  dem  Regenten  ^u  ver- 
handeln  und,  falls  er  sich  mit  diesem  sollte  verständigen  können^  von 
dort  nach  Wien  ^u  reisen,  um  auch  hier  die  Einwilligung  j^w  den  Ab- 
machungen {u  erlangen,  die  nach  Stanhope's  Meinung  die  Herstellung 
der  Ordnung  ermöglichten,  Pendterriedter  erhielt  daher,  als  er  mit  den 
neuen  Erklärungen  Karls  VL  an  die  englischen  Minister  herantrat, 
nur  ausweichende  Antworten,  Der  Plan  einer  Offensivall ian^  wurde 
entschieden  verworfen  und  auf  die  Forderung,  eine  Flotte  ins  Mittel- 
meer  ^u  senden,  mit  allgemein  gehaltenen  Worten  erwidert.  Pendterriedter 
hielt  sich  für  verpflichtet,  seine  Regierung  darauf  aufmerksam  ;(u 
machen,  dass  die  Entscheidung  in  dieser  Angelegenheit  in  Paris  und 
Wien  fallen  werde.  In  der  Tat  erschien  Schaub,  dem  es  in  wenigen 
Tagen  gelungen  war,  die  Zustimmung  des  Regenten  ^m  dem  neuen 
Stanhope' sehen  Vertragsentwurfe  {u  erhalten,^)  j(u  Beginn  des  Monates 
Mär{  iyi8  am  Wiener  Hofe  und  suchte,  unterstütz  durch  St,  Saphorin, 
der  jet^t  als  Gesandter  Englands  in  Wien  akkreditirt  war,  den  Kaiser 
und  dessen  Räte  für  die  Annahme  des  vom  Regeuten  genehmigten  Ent- 
wurfes {u  gewinnen,^)  Karl  VI.  geigte  sich  im  Principe  geneigt ,  auf 
die  Forderungen  Englands  einzugehen ;  doch  erhob  er  gegen  eine  gan^e 
Reihe  von  Verfügungen  des  Vertragsentwurfes  mehr  oder  minder  hef- 
tigen Einspruch,  Er  wollte  eine  allgemeine  Verj^ichtle istung  auf  Spanien 
nicht  aussprechen,  protestierte  gegen  die   Überlassung  Tnscaua's  an  den 


0  Dieser  Entwurf  enthielt  die  völlige  V er \ichtlc istung  des  Kaisers  auf 
Spanien  ohne  die  Beschränkung  auf  die  Familie  Philipps  V  und  die  Verfügung, 
dass  Toscana  einem  Sohne  der  Konigin  von  Spanien  \ttf allen  sollte;  dagegen 
war  in  demselben  nicht  mehr  die  Rede  davon,  dass  Parma  rcentuell  an  Savoyen 
fallen  sollte.  Auch  suchte  Stanhope  die  Bestimmung  bezüglich  Toscanas  ab\U' 
schwächen,  in  dem  er  vorschlug,  das  am  Meere  gelegene  Gebiet  mit  Livorno  und 
Pisa  \u  einem  Freistaate  \u  machen.  Doch  gelang  es  Schaub  nicht,  diese  letztere 
Bedingung  in  Paris  dusch{uset{en.  Vgl,  dafür  Weber  l,  c,  ^8  und  den  Bericht 
Bothmers  mitgeteilt  von  Doebner  Forsch,  d.  d.  Gesch.  XXVI  2ßy  ff. 

•)  Der  Regent  verlangte  blos  die  Tilgung  des  Artikels  über  die  Los- 
trennung Pisa's  und  Livorno's  von  Toscana,  strich  dafür  die  dem  Kaiser  pein- 
lichen Worte  „in  Perpetuum**  bei  der  Ver^ichtleistung  auf  den  genannten  Besit{ 
der  spanischen  Krone  und  gestattete,  dass,  im  Falle  Spanien  nicht  beitrete,  die 
kaiserliche  Renun^iation  geheim  bleiben  sollte, 

^)  Dieses  Projekt  ist  nach   seinem   Inhalte  wiedergegeben   bei  Weber  l,  c. 


1718   Juli  22./Aug    2.  ^feT 

Sohu  Philipps  V.,  wie  gegen  die  neuauf genommene  Bestimmung y  dass 
Sardinien  nach  dem  Aussterben  der  jetzigen  savoyischen  Dynastie  an 
Spanien  fallen  sollte ;  forderte  die  Amnestie  der  österreichischen  und 
spanischen  Untertanen,  die  beim  Kriege  und  Aufstande  in  Italien  und 
Spanien  beteiligt  gewesen  waren  und  die  Aufnahme  eines  Zu sat Partikels y 
durch  den  verhindert  werden  sollte y  dass  bei  Lebzeiten  der  regierenden 
Herrscher  spanische  oder  französische  Besatzungen  in  Parma,  Piacen^a 
und  Toscana  einquartiert  würden ;  weigerte  sich  dem  Herrscher  Spaniens 
den  Königstitel  ^u  geben,  da  dieser  ihn  nur  als  ,Mr^er:{0^^  ^u  be- 
zeichnen pflegte  und  forderte  auch  sonst  manche  Änderung  an  dem 
Entwürfe,  ^)  der  ihm  überreicht  worden  war.  Zu  gleicher  Zeit  erfuhren 
die  englischen  Gesandten,  dass  Karl  VL  sich  direkt  mit  Viktor  Ama- 
deas ^u  einigen  suche  und  dass  dieser  seine  Bereitwilligkeit  geäussert 
habe,  die  Verhandlmigen  {u  beginnen.  Um  so  dringender  schien  es 
ihnen,  ^u  einem  Abschlüsse  mit  dem  Kaiser  ^«  gelangen,  Sie  :{eigten 
sich  entgegenkommend,  wo  es  tunlich  wary  und  drohteny  wo  ihnen  eine 
Nachgiebigkeit  unmöglich  schien,  Ihre  Bemühungen  hatten  Erfolg. 
Nach  langen  Erwägungen  cntschloss  sich  die  Konferenz  dem  Kaiser 
die  Annahme  des  englischen  Vertragsentwurfes  ^u  empfehleny  und  Graf 
Sin^endorff  konnte  am  4.  April  den  englischen  Gesandten  die  Mittei- 
lung machen,  dass  der  Kaiser  j^um  Abschlüsse  des  Bündnisses  bereit 
sei  und  die  2  wichtigsten  Forderungen  Englands,  den  Verzicht  auf 
Spanien  itnd  die  Überlassung  Toscattas  an  einen  Sohn  der  spanischen 
Königin,  gutheisse,  Pendterriedter ,  der  von  dieser  Entscheidung  in 
Kenntnis  gesetzt  wurdcy  erhielt  {ugleich  den  Befehly  die  sofortige  Ent- 
sendung einer  englischen  Flotte  ins  Mittelmeer  {u  forderny  und  da  auch 
Schaub  und  Saphorin  sich  in  diesem  Sinne  äusserten,  erhielt  der  kai- 
serliche Gesandte  in  London  die  feierliche  Zusage y  dass  dem  Willen 
Karls    VI  in  diesem  Punkte  entsprochen  werden  solle, 

Uuterdess  wurden  die  Verhandlungen  über  den  Wortlaut  der  ein- 
{chieu  Artikel  des  englischen  Vertragsentwurfes  fortgeführt  Es  {eigte 
sich,  dass  die  beiden  Parteien  in  wichtigen  Fragen  noch  weit  von  einer 
Einigung  entfernt  waren.  Es  kam  {u  lebhaften  Kontroversen,  die  sich 
erneuerten,  als  die  Übersetzung  des  Entwurfes  in  die  lateinische  Sprache 
erfolgt  war.  Von  einer  Umstossung  des  Artikels,  der  das  Erbrecht  auf 
Spanien    nächst   der   Linie  Philipps    V,   dem  Hause   Savoyen   ^usprach. 


')  So  u,  a.  auch,  Jdss  übern II,  wo  von  der  savoyischen  regierenden  Fa- 
milie gesprochen  wurde,  der  Nebenlinien  gedacht  werden  sollte ;  es  war  dies  ein 
Zugeständnis  tin  den  Prinzen  Eugen, 


ac8  171S  •'uli  22.|Aug.  2. 

wollten  die  Vertreter  Georgs  L  ebensowenig  wissen,  wie  von  der  Aus- 
scheidung der  deutschen  Besitzungen  Georgs  L  aus  der  Garantie,  die 
Österreich  ebenso  wie  Frankreich  und  die  General  Staaten  leisten  sollte,  und 
sie  setzten  ihren  Willen  in  diesen  Punkten  durch.  Dagegen  strichen  sie 
auf  Verlangen  der  Österreicher  die  Einleitung  des  Vertrages,  in  der 
verkündet  wurde,  dass  die  grossen  Mächte  das  Recht  haben  sollten,  aus 
eigener  Machtvollkommenheit  die  {wischeti  anderen  Staaten  schwebenden 
Streitfragen  ^u  entscheidest;  gestattetest,  dass  blos  von  einer  ernstlichen 
Bemühung  des  Kaisers  gesprochen  wurde,  die  Zustimmung  des  Reiches 
^ur  Nachfolge  des  spanischen  Infanten  in  Parma,  Piacen^a  und  Toscana 
{u  gewinnen  und  mussten,  wenn  auch  widerstrebend ,  die  Aufnahme 
eines  geheimen  Artikels  {ulassen,  durch  den  ausdrücklich  gegen  die 
Einquartierung  spanischer  Besatzungen  in  die  wichtigsten  Plätze  dieser 
ß  Länder,  noch  ehe  der  Erbfall  einträte,  protestiert  wurde. 

Es  dauerte  über  6  Wochen  bis  eine  Einigung  in  allen  diesen 
Fragen  erfolgte.  Am  22,  Mai  konnten  St,  Saphorin  und  Schaub  von 
dem,  Resultate  ihrer  Bemühungen  nach  London  berichten,  Sie  suchten 
die  Änderungen,  die  an  dem  von  Schaub  überbrachten  Entwürfe  vor- 
genommen worden  waren,  als  bedeutungslos  hinzustellen  und  empfahlen 
:(umal  im  Hinblicke  auf  die  günstige  Position  des  Kaisers  —  der  Friede 
mit  den  Türken  stand  bevor,  die  Gefahr  im  Norden  war  geringer  ge- 
worden und  Viktor  Amadeus  geigte  die  grösste  Geneigtheit  gegen  ent- 
sprechende Zugeständnisse  mit  dem  Kaiser  ab^uschliessen  —  die  An- 
nahme des  jet^^t  vorliegenden  Vertragsentwurfes.  In  der  Tat  geigte  die 
englische  Regierung  die  grösste  Geneigtheit,  das  schwierige  Werk  ^// 
Ende  ^u  führen  und  übersendete  das  neue  Schriftstück  mit  Anmer- 
kungen versehen,  die  im  wesentlichen  {ti  Gunsteti  der  kaiserlichen  For- 
derungen lauteten,  nach  Paris,  Allein  nochmals  erlangte  hier  die  spa- 
nische Partei  das  Übergewicht ;  es  wurden  „Gegenbemerkungen^^  ver- 
fasst,  in  denen  Frankreich  neue  Forderungen  an  den  Kaiser  stellte, 
an  deren  Gutheissting  nicht  :{ii  denken  war.  Da  entschloss  sich  Stan- 
hope  auf  die  Bitten  Dubois'  nach  Paris  ^n  eilen,,  und  seinem  persön- 
lichen Eingreifen  gelang  es,  den  Regenten  ^iim  Abschlüsse  einer 
Konvention  {u  bestimmen,  durch  die  er  sich  bereit  erklärte,  die  Al- 
lian:^  ^u  unter ^eichneti,  sobald  die  Zustimmung  des  Kaisers  erfolgt  sei. 
Die  Versuche  der  Gegenpartei,  noch  in  letzter  Stunde  das  Zustande- 
kommen dieser  Konvention  j(n  verhindern,  scheiterten.  Der  Regentschafts- 
rat billigte  in  seiner  Sitzung  vom  17.  Juli  fast  einstimmig  die  ge- 
plante Allian:^  und  am  folgenden  Tage  unterzeichneten  die  englischen 
und  französischen    Bevollmächtigten    das    Schriftstück ,    durch  das   die 


1718   Juli  22./Aug.  2.  ^CQ 

beiden  Mächte  sich  verpflichteten,  die  Allianz ,  die  sie  dem  Kaiser 
als  Ultimatum  mitteilen  wollten,  {u  unterschreiben,  sobald  die  entspre- 
chende Vollmacht  für  den  Vertreter  Karls  VI,  eingelangt  sein  werde, 
unterdess  aber  sich  um  den  Beitritt  Spaniens,  Siziliens  und  anderer 
Mächte  bemühen  :{ii  wollen.  Die  Ratifikation  dieser  Konvention  sollte 
innerhalb  iß  Tagen  erfolgen.  In  einer  besonderen  Erklärung  wurde 
festgesetzt,  dass  Frankreich  an  diese  Konvention  nicht  gebunden  sein 
sollte,  falls  der  Kaiser  sich  nicht  innerhalb  yr  Monate  ^itr  Unter- 
{eichnimg  des   Vertrages  bereit  erklärt  haben  würdet) 

Allein  so  lange  dauerte  es  nicht,  Pendterriedter  hatte  unterdess 
die  kaiserlichen  Entschlüsse  betreffs  der  let:{ten  französischen  Forderungen 
erhalten;  sie  ermächtigten  ihn  ^ur  Einquartierung  Schweizer  Garni- 
sonen in  die  wichtigsten  Städte  Parma* s,  Piacen^as  und  Toscanas  seine 
Zustimmung  ^;/  geben,  ebenso  ^^r  Renunciation  der  Collateralen  und 
{ur  sofortigen  Bestimmung  eines  ErbpriuT^en  für  Parma  und  Toscana  an 
Stelle  des  Don  Carlos,  Um  so  grössere  Freude  empfand  Pendterriedter, 
dass  in  der  neuen  Fassung  des  Vertrages  der  beiden  letzten  Punkte 
keine  Erwähnung  geschah.  So  entschloss  er  sich,  gedrängt  durch  die 
englischen  Minister,  ohne  die  neue  Instruktion  seines  Herrn  abzuwarten, 
{ur  Unterzeichnung  der  Allianz*  -^'^  ^-  August  ijiS  n,St,  wurde  dieselbe 
von  den  kaiserlichen,  französischen  und  englischen  Bevollmächtigtal 
unterfertigt.  Die  Generalstaaten,  deren  Hinzutreten  erst  die  Vereini- 
gung ^//  einer  Qjuadriipelallianz  machte ,  f Sitten  bei  der  Unterzeich- 
nung, Sie  traten  aus  Gründen,  die  wir  noch  kennen  lernen  werden, 
derselben  erst  anderthalb  Jahre  später  bei. 

In  nomine  sanctissimae  et  inviduae  trinitatis. 

Notum  perspectumque  sit  omnibus  quorum  interest  aut  In- 
teresse quomodocunque  potest.  Postquam  Ser™'^'  etPot'^'^^princeps 
Georgias  Magnae-Britanniae ,  Franciae  et  Hibemiae  rex,  dux 
Brunsviccnsis  et  Luneburgensis,  sacri  Romani  imperii'elector  etc., 
et  Ser°*"^  et  Pot™"«  princeps  Ludovicus  decimus  quintusrex  chri 
stianissimus  etc.,  nee  non  celsi  et  potentes  Status  generales  uni- 
tarum  foederati  Belgii  provinciarum  conservandae  almae  paci  ju- 


')  Das  Or.  dieses  englisch'fran\ösischeu  Vorvertrages  liegt  im  R,  O.  Der 
fi\m\ösischc  Bevollmächtigte  unterfertigte  bei  dieser  Gelegenheit  eine  Schrift,  in 
der  er  erklärte,  aus  dem  Umstände,  dass  die  beiden  an  diesem  Tage  —  18,  Juli 
1718  —  ausgestellten  Originalkonventionen  in  fran\ösischer  Sprache  abgefassi 
uordi-n  seien,  kein  Präjudi\  für  künftige  Fälle  schaffen  ^u  wollen. 


171  S  lull  23./Aug,  1, 

giter  intenti  probe  aniinadverterunt,  per  foedus  Ulud  triplex  sub 
4.  Januarii  anno  17 17  inter  se  ictum  regnisquidem  suis  atque  pro- 
vinciis  utcunque»  non  tarnen  undequaque  neque  tarn  solide  prospec- 
tum  esse  ut,  nist  ima  et  gliscentes  adhuc  inter  nonnuIlosEuropae 
principes  simultates  ceu  perpetua  dissidioruni  fomenta  e  niedio 
tollerentur,  tranquillitas  publica  vigere  diu  aut  constare  posset, 
edocti  videlicet  experimento  belli  anno  supenori  in  Italia  exorti, 
ad  quod  proinde  tempestive  sopiendum  per  tractatum  die*) .  * ,  - 
anni  17 18  initum  de  cerüs  inter  se  pacificationis  articulis  con- 
venernnt,  luxta  quos  pax  quoque  inter  sacram  C^°^  M**'!'  et 
Hispaniarum  regem,  nee  non  inter  eandem  regem  que  Siciliae 
condliari  stabilirique  posset,  facta  desuper  amica  invitatione,  ut 
sua  M^^  O*  amore  pacis  ac  quietis  publicae  istos  conventionum 
articulos  suo  qnoque  nomine  amplecti  ac  probare  adeoque  trac- 
tatu!  inter  se  inito  et  ipsa  accedere  quoque  vellef ;  quorum  qui- 
dem  tenor  sequens  est. 

Conditionum  pacis  inter  suam  M^™  C«*'"  et  regiam  catho- 
licam  M*«*«  articulus 

I, 

Ad  reparanda  ea,  quae  contra  pacem  Badensem  die  sep- 
tima  Septembris  17 14  conclusam  prout  et  contra  neutralitatem 
per  tractatum  die  14**»  Martii  1713  pro  Italia  stabilitam  novissime 
turbata  fuerunt,  Ser^^^'^et  Pot"'**  Hispaniarum  rex  obligat  se  ad 
restituendam  suae  M*'^  C^\  prout  et  eidem  mox  vel  ad  sum- 
mum  duos  post  manses  a  commutatione  ratificationum  prae- 
sentis  tractatus  actu  restituet,  insulam  et  regnum  Sardiniae  in 
eo  statu,  quo  erat  tunc  cum  illud  occupavit,  renuntiabitque  suae 
j^ti  Qoatj  omnia  iura,  praetensiones,  rationes  et  actiones  in  dic- 
tum regnum,  ita  ut  sua  M**«  C^  de  illo  ceu  de  re  sua  plene  li- 
bereque  atque  ad  eum  modum,  iuxta  quem  amore  boni  publici 
facere  statuit,  disponere  possit. 

IL 

Quandoquidem  unica  quae  excogitari  potuit  ratio  ad  con- 
stttuendum  duraturum  in  Europa  aequilibrium  ea  visa  fuerit,  ut 
pro  regula  statuatur,  ne  regna  Galliae  et  Hispaniae  uUo  un- 
quam  tempore  in  unam  eandemque  personam  nee  in  unam  ean- 
demque  lineam  coalescere  unirique  possent,  istaeque  duae  mo- 


*)  In  allen  Originalamfcr Hg ungett  fehlt  d^i  Datum;  getnaint  ist  dit  Aih 
machung  vom  iS.  Juli  ijiS;  vgl.  p.  ß^^  Anm, 


ijiB  JuU  i2./Aug.  3* 


361 


narchiae  perpetius  retro  temponbus  separatae  remanerent,  atque 
ad  obfirmandam  hanc  regulam  tranquillitati  publicae  adeo  ne- 
cessariam  ii  principes,  quibus  nativitatis  praerogativa  ius  in  utro- 
que  regno  succedendi  tribuere  poterat,  oni  e  duobus  pro  se 
totaque  sua  posteritate  soleimiter  renuntiaverint,  adeo  ut  ista 
utriusque  monarchiae  separatio  in  legem  fundamentalem  abierit 
in  comitiis  generalibus  vulgo  las  cortes  Madriti  die  nona  men- 
sis  Novembris  1712  receptam  et  per  tractatus  Traiectenses  die 
n*  Aprilis  17 13  consolidatam,  sua  M*^*  O"*  legi  adeo  neces- 
sariae  et  salutari  ultimum  complementum  datura  atque  omnem 
sinistrae  suspidonis  ansam  tollere  tranquillitatique  publicae  con- 
sulere  volens  acceptat  et  consentit  in  ea,  quae  in  tractatu  Tra- 
iectensi  super  iure  et  ordine  successionis  in  regna  Franciae  et 
Hispaniae  acta,  sancita  et  transacta  fuerunt,  renuntiatque  tarn 
pro  se  quam  pro  suis  haeredibus,  descendentibus  et  successori- 
bus,  maribus  et  foeminis,  omnibus  iuribus  omnibusque  in  Uni- 
versum praetensionibus  quibuscunque  nuUa  penttus  excepta»  in 
quaecunque  regna,  ditiones  et  provincias  monarchiae  hispanicae, 
quarum  rex  catholicus  per  tractatus  Traiectenses  agnitus  fuit 
legitimus  possessor,  solennesque  desuper  renunciationis  actus  in 
omni  meliore  forma  expediri  eosque  publicari  et  in  acta  loco 
congruo  referri  curabit,  ac  super  his  instrumenta  solita  suae  M^^ 
catholicae  partibusque  compaciscentibus  exhibituram  sepromittit. 

in. 

In  vim  dictae  renuntiationis,  quam  sua  M***  O*  amore 
universae  Europae  securitatis  habita  quoque  ea  ratione  fecit, 
quod  dominus  dux  Aurelianensis  iuribus  et  nitionibus  suis  in 
regnum  Hispaniae  pro  se  et  pro  suis  descendentibus  sub  ea  con- 
ditione  renuntiaverit,  ne  imperator  aut  uUus  eiusdem  descen- 
dentium  in  dicto  regno  succedere  unquam  posset,  sua  M^^  C«^ 
agnoscit  regem  Philippum  quintum  legitim  um  Hispaniarum  et 
Indiarum  regem  eidemque  tribuere  promittit  titulos  et  praero- 
gativas  dignitati  suae  regnisque  suis  debitas,  sinet  praeterea 
eundem  eiusque  descendentes,  haeredes  et  successores,  mascu- 
los  et  foeminas,  pacifice  frui  cunctis  iis  ditionibus  monarchiae 
hispanicae  in  Europa,  in  Indiis  et  alibi,  quarum  possessio  ipsi 
per  tractatus  Traiectenses  asserta  fuit,  neque  eum  in  dicta  pos- 
sessione  directe  vel  indirecte  turbabit  unquum,  aut  ullum  ius 
in  dicta  regna  et  provincias  sibi  sumet. 


1 

n 


362  '7'^  ^^^  22.|Aug.  2. 

IV. 

Pro  renuntiatione  atque  agnitione  a  sua  M*®  C«*  in  prae- 
cedentibus  duobus  articulis  facta,  rex  catholicus  vicissim  re- 
nuntiat  tarn  suo  quam  suorum  haeredum,  descendentium  et  suc- 
cessorum,  marium  et  foeminarum,  nomine,  suae  M**  C**«  eiusque 
successoribus,  haeredibus  et  descendentibus,  masculis  et  foemi- 
nis,  cuncta  iura  ac  rationes  quascunque  nulla  penitus  excepta  in 
omnia  et  quaelibet  regna,  provincias  et  ditiones,  quae  vel  quas 
sua  M**8  o*  in  Italia  vel  in  Belgio  possidet  aut  ei  vigore  praesen- 
tis  tractatus  obvenient,  abdicatque  se  universim  omnibus  iuribus, 
regnis  et  provinciis  in  Italia,  quae  olim  ad  monarchiam  hispani- 
cam  pertinuerunt,  quas  intermarchionatusFinaliensis  a  suaM*«C«* 
reipublicae  Genuensi  anno  17 13  cessus  diserte  quoque  compre- 
hensus  intelligatur,  solennesque  desuper  renunciationis  actus  in 
omni  meliore  forma  expediri  eosque  publicari  et  loco  congruo  in 
acta  referri  curabit  ac  super  his  instrumenta  consueta  suae  M*» 
O*«  et  partibus  compaciscentibus  exhibituram  se  promittit.  Sua 
M*"  catholica  renuntiat  pariter  iuri  reversionis  ad  coronam  Hi- 
spaniae  sibi  super  regne  Siciliae  reservato  omnibusque  aliis  actio- 
nibus  et  praetensionibus,  quarum  praetextu  suam  M*«°^  O^^,  eins 
heredes  et  successores,  directe  vel  indirecte,  tam  in  supradictis 
regnis  et  provinciis  quam  in  cunctis  aliis  ditionibus,  quas  actu 
in  Belgio  vel  ubicunque  alibi  possidet,  turbare  posset. 


Quia  vero  eo  casu,  quo  magnum  Hetruriae  ducem  prout 
etiam  ducem  Parmae  Placentiaeque  eorumque  successores  abs- 
que  liberis  masculis  decedere  contingeret,  ipsa  ratio  successionis 
in  ditiones  ab  iis  possessas  novum  facile  bellum  in  Italia  ex- 
citare  posset,  ob  diversa  videlicet  successionis  iura,  quae  prae- 
sens Hispaniarum  regina,  nata  ducissa  Parmensis,  post  decessum 
propiorum  ante  se  haeredum  ex  una,  ex  altera  vero  parte  im- 
perator  et  Imperium  in  dictos  ducatus  sibi  competere  utrinque 
obtendunt;  quo  itaque  gravibus  eiusmodi  contentionibus  et  iis 
quae  inde  nascerentur  malis  tempestive  obvietur,  conventum 
fuit,  ut  Status  seu  ducatus  a  praefatis  magno  duce  Hetruriae 
Parmaeque  et  Placentiae  duce  modo  possessi  futuris  in  perpe- 
tuum  retro  temporibus  ab  omnibus  partibus  contractantibus 
agnoscantur  et  habeantur  pro  indubitatis  sacri  Romani  imperii 
feudis  masculinis.  Vicissim  sua  M**«  C®*  per  se  ceu  caput  imperii 


17 18  Juli  a2./Aug.  2.  ^6^ 

consentit  ut,  si  quando  casus  aperturae  dictorum  ducatuum  ob 
deficientiam  haeredum  masculorum  contingat,  filius  dictae  Hi- 
spaniarum  reginae  primogenitus  huiusque  descendentes  mas- 
culi  ex  legitimo  matrimonio  nati  iisque  deficientibus  secundo- 
aut  alii  postgeniti  eiusdem  reginae  filii,  si  qui  nascentur,  pariter 
una  cum  eorum  posteris  masculis  ex  legitimo  matrimonio  natis 
in  Omnibus  dictis  provinciis  succedant.  Quem  in  finem,  cum 
et  imperii  consensu  opus  sit,  sua  M**»  C®*  pro  eo  obtinendo 
omnem  operam  impendet,  eoque  obtento  literas  expectativae 
investituram  eventualem  continentes  pro  dictae  reginae  filio  vel 
filiis  eorumque  descendentibus  masculis  legitimis  in  debita  forma 
expediri  easque  regi  catholico  mox  vel  saltem  post  duos  men- 
ses  a  commutatis  ratificationum  tabulis  tradi  curabit  absque 
ullo  tamen  damno  aut  praeiudicio  salvaque  per  omnia  princi- 
pum,  qui  dictos  ducatus  in  praesens  obtinent,  possessione. 

Conventum  praeterea  inter  sacram  C^^  M*«™  regemque 
catholicum  fuit,  quod  oppidum  Liburni  in  perpetuum  sit  et  per- 
manere  debeat  portus  liber,  eo  plane  modo  quo  nunc  est. 

Virtute  renunciationis  ab  Hispaniarum  rege  in  universas 
Italiae  ditiones,  regna  ac  provincias,  quae  olim  ad  reges  Hi- 
spaniae  pertinebant,  factae,  ipse  rex  praefato  principi  suo  filio 
urbem  Portus  Longi  una  cum  ea  parte  insulae  Ilicae  quam  in 
illa  actutum  tenet,  cedet  tradetque,  quam  primum  dictus  prin- 
ceps  extincta  magni  Hetruriae  ducis  posteritate  masculina  in 
actualem  eiusdem  ditionum  possessionem  immissus  fuerit. 

Transactum  insuper  ac  solenni  stipulatione  cautum  fuit, 
quod  nuUus  praedictorum  ducatuum  ac  ditionum  ullo  unquam 
tempore  aut  casu  possideri  possit  aut  debeat  a  principe,  qui 
uno  tempore  regnum  Hispaniae  obtinet,  et  quod  nuUus  unquam 
Hispaniarum  rex  tutelam  eiusmodi  principis  assumere  possit 
aut  gerere  valeat 

Denique  conventum  est,  et  in  id  omnes  singulaeque  par- 
tes contrahentes  pariter  sese  obligarunt,  nunquam  iri  admissum, 
ut  viventibus  adhuc  praesentibus  ducatuum  Hetruriae  Parmaeque 
possessoribus  aut  eorum  successoribus  masculis  uUus  unquam 
miles  cuiuscunque  nationis,  sive  proprius  sive  conductitius,  ab 
imperatore  et  regibus  Hispaniae  ac  Galliae  aut  etiam  a  principe 
ad  eam  successionem  supra  designato  in  dictorum  ducatuum 
provincias  et  terras  induci  aut  uUum  ab  iis  praesidium  urbibus, 
portubus,  oppidis  et  fortalitiis  in  iis  sitis  imponi  possit 


364  '7'^  ■'i^^i  23-/Aüg.  3. 

Ut  vero  dictus  reginae  Hispaniae  filius  ad  magni  ducis 
Hetruriae  Parmaeque  et  Placentiae  ducis  successionem  per  hunc 
tractatum  designatus  contra  omnes  casus  uberiore  securitate 
fruatur  certiorque  de  executione  promissae  sibi  successionis  red- 
datur,  iiec  non  imperatori  et  imperio  feudum  desuper  constitu- 
tum illibatum  maneat,  utrinque  placuit,  ut  miles  praesidiarius, 
numerum  tarnen  sex  millium  non  excedens,  in  praecipua  eius- 
dem  oppida,  Liburnum  scilicet,  Partum  Ferraium,  Parmam  Pla- 
centiarnque  imponatur  ab  Helvetiae  pagis  vel  ut  vocant  canto- 
nibus,  quibus  cantonibus  hunc  in  linem  subsidium  solvent  tres 
partes  contrahentes  mediatoris  vices  gereutes,  ac  miles  ille  ibi- 
dem continuetur  usque  dum  casus  dictae  successionis,  quo  op- 
pida  sibi  commissa  dicto  principi  ad  eandem  designato  tradere 
tenebitur,  existat;  absque  ulla  tamen  molestia  aut  sumptu  prae- 
sentium  possessorum  eorumque  successorum  masculorum,  qui- 
bus etiam  dicti  milites  praesidiarii  iuramentum  fidelitatis  sunt 
praestituri,  nee  aliam  ullani  sibi  assument  authoritatem  praeter 
solam  urbium  tuitionem  custodiae  suae  commissarum. 

Cum  autem,  donec  de  numero  et  stipendio  et  modo  talis 
militjs  instituendi  cum  Helvetiorum  pagis  conveniatur,  longior 
forte  quam  operi  tam  salutari  expediat  mora  eftlagitari  posset, 
Sacra  regia  M*^  britannica  pro  singulari  suo  in  id  tranquillita- 
temque  publicam  studio  et  scopo  citius  assequendo  interim,  si 
reliquis  contra hentibus  ita  e  re  visum  fuerit,  proprium  suum 
militem  ad  supramemoratum  usum  praebere  haud  denegabit, 
donec  miles  in  Helvetiorum  pagis  conscribendus  tuitionem  et 
custodiam  dictarum  urbium  assumere  possit, 

VI. 

Sua  M**'  catholica  ad  testificandam  sinceram  suam  in  tran- 
quillitatem  publicam  voluntatem  consentit  iis,  quae  infra  de 
regno  Siciliae  in  commodum  suae  M^*®  C^*  disponuntur»  renun- 
ciatque  pro  se  suisque  haeredJbus  et  successoribus^  maribus  et 
foeminis,  iuri  reversionis  dicti  regni  ad  coronam  Hispaniae  per 
instrumentum  cessionis  die  lo«  Junii  1713  diserte  eidem  reser- 
vato;  amoreque  boni  public!  dicto  actui  10'"*  Junii  17 13,  in  quan- 
tum  opus  est,  item  et  articulo  sexto  tractatus  se  inter  regiam- 
que  suam  celsitudinem  ducem  Sabaudiae  Trajecti  initi,  prout  et 
generaliter  omni  ei  derogat,  quod  retrocessioni,  dispositioni  et 
permutationi  memorati  regni  Siciliae  per  praesentia  pacta  sta- 


1718  Juli  22./Aug.  2.  ^ßt 

bilitae  adversari  posset;  ea  tarnen  conditione,  ut  ius  reversionis 
insulae  et  regni  Sardiniae  ad  eandem  coronam  eidem  vicissim 
cedatur  et  asseratur,  prout  infra  articiüo  2^^  conventionum  inter 
sacrani  M*«"'  C®«"»  et  regem  Siciliae  magis  explicatur. 

vn. 

Imperator  et  rex  catholicus  spondent  mutuo  seseque  ob- 
stringunt  ad  defensionem  seu  guarantiam  reciprocam  omnium 
regnorum  et  provinciarum,  quae  vel  quas  actu  possident  aut 
quorum  possessio  ad  illos  vigore  huius  tractatus  pervenire  debet. 

vm. 

Sua  M*^^  O^  suaque  regia  catholica  M**«  executioni  man- 
dabunt  statim  a  commutatione  ratificationum  praesentium  con- 
ventionum omnes  et  singulas  conditiones  in  iis  comprehensas 
idque  intra  spatium  ad  summum  duonim  mensium,  instrumen- 
taque  ratificationum  dictarum  conventionum  commutabuntur 
Londini  intra  terminum  duorum  mensium  a  die  subscriptionis 
computandorum  aut  citius  si  fieri  potest;  qua  conditionum  exe- 
cutione  praevie  facta  eorum  ministri  plenipotentiarii  ab  iis  no- 
minandi  in  loco  congressus,  de  quo  inter  5e  convenerint,  quan- 
tocyus  caetera  pacis  suae  particularis  puncta  singillatim  sub  me- 
diatione  trium  partium  compaciscentium  component  atque  de- 
tinient. 

Conventum  praeterea  fuit,  quod  in  tractatu  pacis  inter  im- 
peratorem  et  regem  Hispaniarum  peculiariter  ineundae  conce- 
detur  amnestia  generalis  pro  omnibus  personis  cuiuscunque  Sta- 
tus, dignitatis,  gradus  aut  sexus  sint,  tam  ecclesiasticis  quam 
militaribus,  politicis  et  civilibus,  quae  durante  ultimo  bello  par- 
tes unius  aut  alterius  principis  secutae  sunt,  vigore  cuius  uni- 
versis  et  singulis  dictis  personis  permittetur  licebitque  recipere 
plenariam  possessionem  et  usum  fructum  suorum  bonorum,  iu- 
rium,  privilegiorum,  bonorum,  dignitatum  et  immunitatum,  iis- 
que  utentur  fruenturque  aeque  libere  ac  iis  sub  initium  Ultimi 
belli  vel  quo  tempore  uni  alterive  parti  coeperunt  adhaerere 
gavisae  et  fruitae  fuerunt,  non  obstantibus  confiscationibus,  ar- 
restis  et  sententiis  sub  bello  factis,  latis  aut  pronunciatis,  quae 
pro  nuUis  et  ceu  non  factis  habebuntur.  Insuper  virtute  eius- 
dem  amnestiae  omnibus  et  singulis  dictis  personis,  quae  unam 
alteramve  partem  secutae  sunt,  fas  liberumque  erit  repetere  pa- 


^66  i7>^  «'uli  32./Aug.  2. 

triam  suam  bonisque  suis  uti,  frui  plane  ac  si  bellum  nuUum 
intervenisset,  data  iis  omnimoda  facuttate  dicta  bona  sua  sive 
per  se,  si  praesentes  sint,  sive  per  procuratores,  si  abesse  a 
patria  maluerint,  administrandi  eaque  vendendi  aut  de  illis  quo- 
cunque  alio  modo  pro  libitu  suo  disponendi,  ad  eum  omnino 
modum,  quo  ante  coeptum  bellum  de  iis  disponere  valuere. 

Conditionum  tractatus  concludendi  inter  suam  M*«'"  C«*"' 
et  regem  Siciliae  articulus 

I. 
Postquam  cessio  Siciliae  domui  Sabaudicae  per  tractatus 
Traiectenses  unica  consolidandae  pacis  causa  nuUoque  regis  Si- 
ciliae in  eam  habito  iure  facta  teste  universa  Europa  ad  sco- 
pum  illum  assequendum  adeo  nihil  contulerit,  ut  magnum  po- 
tius  obstaculum  effecerit,  quominus  imperator  eisdem  tractatibus 
accesserit,  eo  quod  separatio  regnorum  Neapolis  et  Siciliae  sub 
uno  eodemque  dominatu  vulgarique  utriusque  Siciliae  appella- 
tione  tam  diu  stare  solitae  non  modo  communibus  utriusque 
regni  rationibus  mutuaeque  conservationi  verum  etiam  reliquae 
Italiae  quieti  adversetur,  novas  in  dies  turbas  paritura,  dum 
vetus  illa  necessitudo  et  commercia  inter  utrumque  populum 
neque  tolli  neque  diversorum  principum  rationes  tam  facile  con- 
ciliari  se  sinant;  hinc  est  quod  principes,  qui  tractatibus  Tra- 
iectensibus  primam  manum  admovere,  licere  sibi  etiam  citra 
assensum  eonim  quorum  interest  existimarint,  unum  illum  trac- 
tatus Traiectensis  articulum,  qui  regnum  Siciliae  spectat  neque 
aliquam  eins  adeo  praecipuam  partem  facit,  abrogare,  iis  potis- 
simum  rationibus  nixi,  quod  praesens  tractatus  ab  renunciatione 
caesaris  incrementum  complementumque  suum  recipiat,  et  quod 
per  commutationem  regni  Siciliae  cum  regno  Sardiniae  impen- 
dentia  Italiae  bella  praeverterentur,  quando  imperator  Siciliam, 
cui  nunquam  renunciavit,  armis,  quod  post  fractam  occupata 
Sardinia  Italiae  neutralitatem  iure  potest,  repeteret;  praeterea 
quod  regi  Siciliae  beneficio  tractatus  adeo  solennis  cum  sua 
j^te  qq&  Qi  g  primis  Europae  principibus  guarantigiati  certus 
permansurusque  Status  obtingeret;  his  tantis  igitur  rationibus 
permoti  convenerunt,  quod  rex  Siciliae  insulam  regnumque  Si- 
ciliae cum  Omnibus  suis  dependentiis  et  annexis  suae  M*^  C**<*  in 
eo  quo  nunc  sunt  statu  mox  vel  ad  summum  duos  post  menses 
a  commutatione    ratificationum    praesentis    tractatus    restituet, 


1718  Juli  22./Aug.  2.  iöy 

renuntiatis  caesari  eiusque  haeredibus  et  successoribus  utriusque 
sexus  in  dictum  regnum  iuribus  et  actionibus  quibuscunque, 
tarn  pro  se  quam  pro  suis  haeredibus  et  successoribus,  mas- 
culis  et  foeminis,  sublata  penitus  eins  ad  coronam  Hispaniae 
reversione. 

n. 

Vicissim  sua  M**^  O»  cedet  regi  Siciliae  insulam  regnum- 
que  Sardinine  in  eo  quo  illud  a  rege  catholico  receperit  statu, 
renunciabitque  omnibus  iuribus  et  actionibus  in  dictum  regnum 
pro  se,  suis  haeredibus  et  successoribus  utriusque  sexus,  in 
favorem  regis  Siciliae  eiusque  haeredum  et  successorum,  ad 
illud  deinceps  cum  titulo  regni  cunctisque  regio  axiomati  an- 
nexis  honoribus  perpetuo  possidendum,  prout  regnum  Siciliae 
possederat,  salva  tamen  uti  supra  dicti  regni  Sardiniae  ad  co- 
ronam Hispaniae  reversione,  quando  regem  Siciliae  absque  po- 
steris  masculis  et  totam  domum  Sabaudicam  successoribus  mas- 
culis  destitui  contingeret,  caeterum  ad  eum  plane  modum  quo 
dicta  reversio  per  tractatus  Traiectenses  et  per  actum  cessionis 
consequenter  a  rege  Hispaniae  factae  pro  Siciliae  regno  pacta 
et  ordinata  fuit. 

ni. 

Sua  M^as  cea  confirmabit  regi  Siciliae  omnes  per  tractatum 
signatum  Taurini  8"  Novembris  1703®  eidem  factas  cessiones, 
tarn  illius  partis  ducatus  Montisferrati  quam  provinciarum,  ur- 
bium,  oppidorum,  castellorum,  terrarum,  locorum,  iurium  et 
reddituum  de  statu  Mediolanensi  quae  possidet,  eo  modo  quo 
ea  actu  possidet,  spondebitque  pro  se,  suis  descendentibus  et 
successoribus,  nunquam  se  neque  illum  nee  eins  haeredes  et  suc- 
cessores  in  dicta  possessione  esse  turbaturam,  ea  tamen  lege, 
quod  omnes  caeterae  actiones  seu  praetensiones,  quae  dicto  regi 
Siciliae  virtute  memorati  tractatus  competere  forte  possent,  per- 
petuo peremptae  sint  et  maneant. 

IV. 

Sua  M*»^  O*  agnoscet  ins  regis  Siciliae  eiusque  domus  suc- 
cedendi  immediate  in  regno  Hispaniae  et  Indiarum,  in  casum 
quando  rex  Philippus  quintus  eiusque  posteri  deficient,  eo  modo 
ac  per  renunciationes  regis  cathoüci,  ducis  Biturigum,  ducis  Au- 
relianensis  et  tractatus  Traiectenses  stabilitum  fuit,  promittetque 


^6S  1718  iuli  22./Aug.  1. 

sua  M*"  O*  tarn  pro  se  quam  pro  suis  successoribus  et  des- 
cendentibus,  quod  nuUo  unquam  tempore  eidem  se  directe  vel 
indirecte  opponere  aut  quidquam  in  contrarium  obmovere  velit; 
hac  tarnen  declaratione  adiecta,  quod  nullus  princeps  e  domo 
Sabaudica,  qui  in  regno  Hispaniae  succedet,  uUam  unquam  pro- 
vinciam  seu  ditionem  uno  tempore  possidere  in  continente  Ita- 
liae  possit  et  quod  in  eum  casum  istae  provinciae  devolventur 
ad  principes  collaterales  istius  domus,  quorum  unus  post  alium 
secundum  proximitatem  sanguinis  in  iis  succedet. 

V. 

Sua  M^s  O*  et  rex  Siciliae  mutuam  lutelam  seu  guaran- 
tiam  sibi  praestabunt  pro  regnis  et  provinciis  universis  quas 
actu  in  Italia  possident  aut  vigore  buius  tractatus  eis  obvenient. 

VI. 

Sua  M***  O*  et  rex  Siciliae  statim  a  commutatione  rati- 
ficationum  istarum  conventionum  executioni  dabunt  omnes  et 
singulas  conditiones  in  iis  contentas  idque  intra  spatium  ad 
summum  duorum  mensium,  ratificationumque  instrumenta  dic- 
tarum  conventionum  commutabuntur  Londini  in  termino  duo- 
rum mensium  a  die  subscriptionis  aut  citius  si  fieri  potest,  et 
mox  ab  executione  praevia  dictarum  conditionum  eorum  mi- 
nistri  plenipotentiarii  ab  iis  nominandi  in  loco  congressus,  de 
quo  ipsi  mutuo  convenerint,  sub  mediatione  trium  partium  con- 
tractantium  caetera  singillatim  puncta  pacis  suae  particularis 
component 

Quod  altefata  sua  M^«  Q*  catholica  ad  promovendum 
eiusmodi  pacis  propositum  et  ad  averruncanda  dira  bellorum 
mala  suapte  pronissima  praeinsertas  conventiones  omnesque  et 
singulos  earundem  articulos  ex  sincero  consolidandae  univer- 
salis pacificationis  desiderio  acceptaverit,  prout  hisce  acceptat, 
ac  proinde  cum  praememoratis  tribus  potentiis  foedus  peculiare 
in  sequentes  conditiones  pepigerit. 

I. 

Sit  maneatque  inter  sacram  O*^™  catholicam  M^^\  sacram 
regiam  M*^"^  Magnae-Britanniae,  sacram  regiam  M*«™  christianis- 
simam  celsosque  ac  potentes  dominos  Status  generales  foederati 
Belgii  eorumque  haeredes  et  successores  foedus  arctissimum, 
vigore  cuius  singuli  ditiones  et  subditos  aliorum  tueri  necnon 


17 j8  Juli  22./Aug^  2.  ^^9 

pacem  manutenere  propriaque  ipsorum  commoda  ceu  sua  mu- 
tuo  promovere,  damna  vero  et  iniurias  cuiuscunque  generis 
praevenire  avertereque  teneantur. 

n. 

Tractatus  Traiecti  Badaeque  Helvetiorum  initi  in  suo  vigore 
et  robore  firmi  pemianeant  partemque  istius  efficiant,  exceptis 
tarnen  iis  articulis,  quibus  per  praesentem  tractatum  expresse 
derogare  e  re  publica  visum  est,  ut  et  iis  tractatuum  Traiec- 
tensium  articulis,  quibus  per  tractatum  Badensem  derogatum 
fuit.  Attamen  tractatus  foederis  Westmonasterii  sub  25**  men- 
sis  Maii  anno  17 16®  inter  sacram  O*™  catholicam  M*®"»  nee- 
non  inter  sacram  regiam  Magnae-Britanniae  M*«°^  celebratus, 
prout  et  alter  ille  die  quarta  Januarii  anno  17 17  Hagae  Comitis 
inter  Magnae-Britanniae  et  christianissimum  reges  statusque  ge- 
nerales  foederati  Belgii  initus,  plenum  suum  per  omnia  robur 
ac  vim  obtineant 

m. 

Sacra  M**^  britannica  prout  et  sacra  M**»  christianissima 
dominique  Status  generales  foederati  Belgii  pro  se  suisque  bae- 
redibus  et  successoribus  spondent,  quod  sacram  M*®"^  C®»"  ca- 
tholicam eiusque  haeredes  et  successores  in  nullo  penitus  suo- 
rum  regnorum,  ditionum  et  provinciarum,  quae  vel  quas  nunc 
possidet  vigore  Traiecti  Badaeque  tractatuum  aut  quorum  qua- 
rumve  possessionem  vigore  huius  tractatus  obtinebit,  nee  directe 
nee  indireete  turbare  unquam,  quin  potius  eiusdem  provineias, 
regna  et  iura,  quae  modo  possidet  aut  vi  huius  tractatus  eidem 
obvenient,  tarn  in  Germania  quam  in  Belgio  et  Italia,  tutari  et 
ut  aiunt  guarantigiare  velint  ac  debeant,  expromittentes  sese 
dieta  sacrae  C®*®  eatholicaeque  M**»  regna  et  provineias  contra 
omnes  et  singulos  qui  eas  hostiliter  invadere  tentarent  defendere 
eique  eveniente  casu  submittere  velle  et  debere  auxilia  quibus 
opus  habebit,  iuxta  conditiones  et  partitionem  de  quibus  infra 
inter  eos  convenit;  pariter  utraque  praefata  britannica  et  chri- 
stianissima M**''  regia  ac  Status  generales  diserte  se  obstringunt, 
quod  nullam  unquam  proteetionem  aut  azylum  in  ullo  suarum 
ditionum  loco  dare  concedereve  subditis  sacrae  M**"  C^^  catho- 
licae  vehnt,  qui  actutum  sunt  aut  in  futurum  ab  ea  declarati 
fuerint  rebelles,  et  casu  quo  eiusmodi  forte  in  eorum  regnis, 
provinciis  et  dominus  existerent,  ii  ut  a  fmibus  suis  intra  octo 

Österreichisch-«nglische  Staatsvertrfige.  Bd.  I.  24 


dies  a  facta  interpellatione  O^  expellantur  serio  se  curaturos 
sincere  pollicentur. 

rv. 

Vicissim  Sacra  M**^  O*  catholica,  sacra  regia  M**^  britan- 
nica  foederatique  Belgii  Status  generales  pro  se  suisque  haere- 
dibus  et  successoribus  promittunt,  quod  sacram  M**^  christianis* 
simam  in  nuUa  penitus  suarum  ditionum  ad  coronam  Galliae 
nunc  spectantium  nee  dtrecte  nee  indirecte  turbare  unquam, 
quin  potius  easdem  contra  omnes  et  singulos  qui  illas  hosti- 
liter  invadere  tentarent  tuen  ac  defendere  eidemque  in  eum 
casum  auxilia  submittere  velint  et  debeant,  quibus  rex  chri- 
stianissmus  opus  habebit  iuxta  ac  infra  transactum  est. 

Pariter  sacra  M^®  O*^  catholica,  sacra  M*^^  regia  britannica 
et  domiixi  stattis  generales  promittunt  seseque  obligant,  quod 
manutenere,  guarantigiare  et  defendere  velint  ac  debeant  ius 
successionis  in  regno  Franciae  iuxta  tenorem  tractatuum  Tra- 
iecti  Ji*  Aprilis  anno  17 13  initorumj  obstringentes  se  ad  tutan- 
dam  dictam  successionem  plane  ad  normam  renunciationis,  quae 
a  rege  Hispaniarum  5**  Novembris  anno  1712  facta  et  nona 
eiusdem  raensis  et  anni  in  comitiis  generalibus  Hispaniae  per 
solennem  actum  acceptata  fuit,  quae  subinde  die  18^  Martii  anni 
1713  in  legem  abiit  et  postremo  per  dictos  tractatus  Traiecti 
stabilita  et  ordinata  fuit;  idque  contra  oranes  quoscunque,  qui 
ordinem  dictae  successionis  contra  praemissos  actus  et  subse- 
cutivos  tractatus  turbare  praesumerent,  quem  in  finem  auxilia 
iuxta  partitionem  infra  conventam  suppeditabunt,  quin  ubi  res 
postularet  omnibus  viribus  dictum  successionis  ordinem  pro- 
pugnabunt  denunciato  etiam  belle  ei  qui  eundem  infringere 
aut  impugnare  tentaret. 

Insuper  sua  M*^^  O*  regio-catholica  et  M^^  regia  britannica 
statusque  generales  pariter  se  obstringunt,  quod  nuUum  unquam 
tutamen  aut  azylum  in  suis  ditionibus  dabunt  aut  concedent  sub- 
ditis  M^^  regiae  christianissimae,  qui  actutum  sunt  aut  olim  fuerint 
declarati  rebelies,  et  casu  quo  eiusmodi  forte  in  eorum  regnis, 
provinciis  et  dominus  existerent»  eos  e  finibus  suis  intra  octo 
dierum  spatium  a  facta  interpellatione  regia  exire  iubebunt. 

V. 
Sacra  M*^^  O*^  regio-catholica  necnon  regia  M**^  christia* 
nissima  statusque  generales  foederati  Belgii  obligant  se  pro  se, 


suis  haeredibus  et  successoribus  ad  manutenendam  et  guaranti- 
giandam  successionem  in  regno  Magnae-Britanniaej  quemad- 
modum  ea  per  leges  regni  stabilita  est  in  domo  suae  M*^*  bri- 
tannicae  modo  regnantis,  prout  etiam  ad  defendendas  universas 
ditiones  et  provincias  a  sua  M*^  possessas,  nullumque  azylum 
aut  refugimn  in  ullo  suorum  dominiorum  loco  dabunt  aut  con- 
cedent  personae  eiusve  descendentibus,  si  qui  ei  obtingant,  quae 
vivente  Jacobo  2*^"^  principis  Walliae  et  post  eius  excessum  re- 
gium  Magnae-Britanniae  titulum  assumpsit,  promittentes  pariter 
pro  se  ipsis,  suis  haeredibus  et  successoribus,  nullum  se  dictae  per- 
sonae eiusve  descendentibus  directe  vel  indirecte,  terra  marive 
praebituros  esse  auxilium,  consilium  aut  opem  quamcunque, 
sive  in  aere,  armiSj  apparatu  militari,  navibus,  milite,  nautis  sive 
alio  quocunque  demum  modo,  idem  obsei-vaturos  intuitu  eorura^ 
quibus  a  dicta  persona  eiusve  descendentibus  forte  mandatum 
aut  commissum  foret  regimen  suae  M*^^  Britanniae  aut  tran- 
quillitatem  regni  sui,  sive  bello  aperto  sive  clandestinis  con- 
spirationibus,  suscitandove  seditiones  et  rebelliones  aut  pirati- 
cam  contra  subditos  suae  M*^^  britannicae  exercendo  turbare: 
quo  postremo  casu  sacra  M^*^  O*^  regio-catholica  promittit,  se 
minime  permissuram,  ut  eiusmodi  piratis  ullum  in  portubus 
Belgii  sui  detur  receptaculum.  Tantundem  spondent  sacra  M*»* 
christianissima  statusque  generales  foederati  Belgii  pro  portubus 
sui  dominii,  prout  vicissim  sua  M^^  regia  britannica,  refugium 
omne  in  portubus  regni  sui  denegaturam  promittit  piratis  sub- 
ditos sacrae  C«**  M**^  regio-catholicae,  sacrae  regiae  M*^**  chri- 
stianissimae  aut  dominorum  statuum  generalium  infestantibus;  de- 
nique  sua  M***  C^^  regio-catbolica,  sacra  regia  M*"*^  christianissima 
dominique  Status  generales  obstringunt  sese,  quod  nuUam  unquam 
protectionem  vel  azylum  in  uUo  suorum  dominiorum  loco  illis  re- 
giae Magnae-Britanniae  M*^^  subditis  dabunt  qui  actutum  sunt  vel 
aliquando  fuerint  declarati  rebelles,  et  casu  quo  eiusmodi  forte  in 
eorum  regnis,  provinciis  et  ditionibus  existerent,  eos  e  finibus  suis 
intra  octo  dierum  spatium  ab  interpellatione  regia  exire  iubebunt. 
Quod  si  etiam  sacram  regiam  M*^"^  britannicam  in  aliqua 
parte  hostiliter  invadi  accideret,  sua  M^*  C^  regio-catholica,  ut 
et  regia  M*»^  christianissima  foederatique  Belgii  Status  generales 
in  eum  casum  obstringunt  sese  ad  submittenda  auxüia  infra 
determinata,  idem  facturi  eius  descendentibus,  si  quando  eos 
in  successione  regni  Magnae- Britanniae  turbari  contingeret 

24* 


mn%  ^^^^B  171S  Juli  33./Aug«  1* 

VL 

Sua  M**^  O»  regio-catholica,  regia  britannica  et  christianis* 
sima  obligant  se  pro  se  ipsis,  suis  haeredibus  et  successoribus 
ad  guarantiam  et  tuitionem  omnium  ditioniim,  iurium  et  pro- 
vinciarum,  quas  domini  Status  generales  foederati  Belgii  acta 
possident,  contra  quoslibet  qui  eas  turbarent  aut  invaderentj 
promittentes  eis  existente  casu  auxilia  infra  enunciata.  Sua  M*** 
qk&  regio-catholica  utraque  quoque  M*»^  regia  britannica  et  chri- 
stianissima  aeque  se  obstringunt,  quod  nullum  unquam  refugium 
vel  azylum  in  ullo  regnonim  suonim  ÜHs  statnum  generalium 
subditis  concedent,  qui  sunt  vel  in  futurum  fuerint  denunciati 
rebelles,  et  si  forte  eiusmodi  in  eorum  regnis,  ditionibus  et  pro- 
vinciis  existerent,  eos  e  finibus  suis  intra  octo  dierum  spatium 
a  facta  reipublicae  interpellatione  exire  curabunt. 

VIL 

Ubi  alterutram  ex  praedictis  quatuor  partibus  contractan- 
tibus  a  quocunque  alio  principe  aut  statu  invadi  aut  etiam  in 
possessione  regnorum  ditionumque  suarum  per  violentam  de- 
tentionem  subditorum,  na\num,  rerum  aut  mercium,  terra  mari- 
que  turbari  contingeret,  tunc  superstites  tres  officia  sua,  mox 
ac  de  eo  requisiti  fuerint,  impendent,  quo  offenso  super  illato 
damno  et  iniuria  satisfiat  aggressorque  a  prosecutione  hostili- 
tatis  abstineat.  Ast  ubi  amica  haec  officia  reconciliandis  parti- 
bus atque  ad  procurandam  debitam  parti  laesae  satisfactionem 
reparationemque  haud  sufficerent^  eo  casu  alti  contractantes 
Submittent  invaso  intra  bimestre  spatium  a  facta  requisitione 
auxilia  sequentia  unitim  vel  separatim;  videlicet  sua  M**^  C** 
regio-aitholica  octo  millia  peditum  et  quatuor  miUia  equitum; 
sua  M**^  britannica  octo  millia  peditum  et  quatuor  miUia  equitum; 
sua  M^^®  christianissima  octo  millia  peditum  et  quatuor  millia 
equitum  et  domini  Status  generales  quatuor  millia  peditum  et 
duo  millia  equitum. 

Quod  si  princeps  aut  pars  laesa  pro  milite  naves  bellicas 
aut  onerarias  vel  etiam  subsidia  pecuniaria  submitti  sibi  mallet, 
quod  in  eius  arbitrium  reponitur,  eo  casu  petitae  naves  pecu- 
niaeve  ei  subministrabuntur  ad  mensuram  sumptuum  in  militem 
impendendorum ;  et  ut  omnis  ambiguitas  circa  calculum  seu  aesti- 
mationem  dictorum  sumptuum  tollatur,  placuit  mille  peditesmen- 
struatim  ad  valorem  decem  millium  florenorum  hollandicorum, 


17 18  Juli  22. /Aug.  2.  ijj 

mille  vero  equites  ad  triginta  mille  florenos  hoUandicos  men- 
struatim  aestimari,  eadem  intuitu  navium  proportione  observata. 
Ubi  auxilia  supra  enumerata  impendenti  necessitati  im- 
paria  forent,  partes  contractantes  de  ferendis  amplioribus  sup- 
petiis  indilatim  cx)nvenient,  quin  exigente  casu  socium  laesum 
Omnibus  suis  viribus  adiuvabunt  bellumque  aggressori  denun- 
tiabunt. 

vin. 

Principes  et  Status  de  quibus  partes  contractantes  unani- 
miter  convenient  isti  tractatui  accedere  poterunt,  nominatim 
vero  rex  Lusitaniae. 

Tractatus  iste  approbabitur  et  ratihabebitur  a  sua  M*«  C«*, 
regia  britannica  et  christianissima  atque  a  celsis  et  potentibus 
dominis  statibus  generalibus  uniti  Belgii  tabulaeque  ratificatio- 
num  commutabuntur  Londini  extradenturque  reciproce  intra 
spatium  duorum  mensium  aut  citius  si  fieri  potest. 

In  cuius  rei  fidem  nos  infrascripti  plenipotentiarum  tabulis 
muniti  iisdemque  invicem  communicatis,  quarum  apographa  cum 
archetypis  rite  a  nobis  coUata  et  recognita  sub  finem  huius  in- 
strumenti  verbotenus  inserta  sunt^),  praesentem  hunc  tractatum 
subscripsimus  et  sigillis  nostris  conmiunivimus.  Actum  Londini 
die  vicesimo  secundo  mensis  Julii  s.  v./secundo  Augusti  s.  n., 
anno  domini  millesimo  septingentesimo  decimo  octavo. 

L.  S.  Ch.  Penterridter  ab  Adelshausen.  L.  S.  W.  Canf.  L.  S.  Dubois. 
L.  S.    Joannes  Ph.  HoflEman.        L.  S.    Parker.  C. 

L.  S.    Simderland.  P. 
L.  S.    Kingston.  C  P.  S. 

L.  S.    Kent 

L.  S.    Holles  Newcastle. 

LS.    Bolton. 

L.  S.    Roxburghe. 

L.  S.    Berkeley. 

L.  S.    J.  Craggs. 


*)  Abgedruckt  u.  a,  Dutnont  l.  c.  VIII\j  ^J7/* 


^>f^  1718  Juli  227Aug.  2. 

Articuli  separat!  et  secreti. 

I. 

Postquam  Ser""*  et  Pot"*"*  rex  Magnae-Britanniae  et  Ser""* 
et  Pot*"""  rex  christianissimus  nee  non  celsi  et  potentes  domini 
Status  generales  foederati  Belgii  vigore  tractatus  inter  eos  ho- 
dierna  die  conclusi  et  subscripti  super  certis  conditionibus  con- 
venerunt,  secundum  quas  pax  inter  Ser"«»™  et  Pot™°'"  Romano- 
rum imperatorem  atque  Ser™""»  et  Pot™""  regem  Hispaniarum, 
item  inter  eandem  sacram  M*«™  C®*™  regemque  Siciliae  (quem 
deinceps  regem  Sardiniae  nominare  visum  est)  conciliari  posset, 
quarum  quidem  conditionum  copiam  praefatis  tribus  principibus 
fecere,  ut  loco  basis  fixae  stabiliendae  inter  eos  pads  forent, 
sua  M*"  C®*  ex  gravissimis  rationibus,  ob  quas  rex  Magnae- 
Britanniae  et  rex  christianissimus  et  supradicti  Status  generales 
hoc  tantum  tamque  salutare  opus  susceperunt,  permota  defe- 
rensque  circumspectis  urgentibusque  eorum  consiliis  et  suasioni- 
bus  acceptare  se  declarat  dictas  conditiones  seu  articulos,  nullo 
penitus  eorum  excepto,  ceu  conditiones  fixas  et  immutabiles, 
iuxta  quas  pacem  perpetuam  cum  rege  Hispaniarum  atque  cum 
rege  Sardiniae  concludere  consentit 

n. 

Quia  vero  rex  Hispaniarum  et  rex  Sardiniae  dictis  con- 
ditionibus necdum  adhuc  sunt  assentiti,  sua  M^«  O*  prout  et 
suae  M*^  regiae  britannica  et  christianissima  praefatique  Status 
generales  convenerunt  de  admittendo  iis  ad  consentiendum 
spatio  trium  mensium,  a  die  subscriptionis  praesentis  tractatus 
computandorum,  sufficere  existimantes  hoc  temporis  intervallum, 
ut  dictas  conditiones  rite  perpendere  possint,  iique  demum  se 
determinent  atque  declarent,  num  conditiones  fixas  et  immuta- 
biles pacificationis  suae  cum  sua  M*«  C®*  acceptare  ipsi  quo- 
que  velint,  prout  eos  esse  facturos  ab  eorum  pietate  et  pru- 
dentia  sperare  licet;  fore  scilicet,  ut  exemplum  suae  M*^^  C»« 
secuti  animi  motibus  moderari  habitaque  humanitatis  ratione 
tranquillitatem  publicam  privatis  suis  sensibus  praehabere  una- 
que  effusioni  sanguinis  subditorum  suorum  parcere  atque  cala- 
mitates  belli  a  rehquis  Europae  nationibus  avertere  velint.  In 
quem  finem  suae  M*^  britannica  et  christianissima  statusque 
generales   foederati  Belgii    officia  sua  quam  eflicacissima  una 


1718  JlUi  «7Aug-  2.  jtig 

simul  et  seorsim  impendent,   quo  dictos  principes  ad  eiusmodi 
acceptationem  permoveant 

in. 

Verum  si  contra  omnetn  expectationem  alte  contractan- 
tium  v^otaque  universae  Europae  rex  Hispaniamm  et  rex  Sar- 
diniae  post  elapsum  trium  mensium  terminum  dictas  conditiones, 
pro  eorum  pacificatione  cum  sua  M**  O^  propositas,  acceptare 
abnuerent  cam  tranquilUtatem  Europae  a  renitentia  vel  moli- 
minibus  clandestinis  dictorum  duorum  principum  dependere 
aequum  non  sit,  suae  M*^*  britannica  et  christianissima  nee  non 
Status  generales  suas  cum  viribus  suae  M*^^  C"*  lungere  pro- 
mittunt,  quo  illi  ad  acceptationem  et  executionem  praefatarum 
conditionum  adigantur.  Quem  in  finem  C***  suae  M^*  praebe- 
bunt  unitim  et  separatim  eadem  ipsa  auxilia,  de  quibus  pro 
reciproca  defensione  mutua  articulo  septimo  tractatus  foederis 
sub  hodierno  die  subscripti  convenere,  unanimiter  consentientes^ 
ut  sua  M***  christianissima  subsidia  loco  militis  praestet  in  aere, 
Quod  si  auxilia  in  dicto  articulo  septimo  enuntiata  assequendo 
proposito  scopo  imparia  forent,  tum  quatuor  partes  contractan- 
tes  de  amplioribus  auxiliis  suae  M*^  O***  submittendis  absque 
mora  convenient  eaque  continuabunt  quousque  sua  M*"»  C^  re- 
gnum  Siciliae  subegerit  eiusque  regna  et  provinciae  in  Italia 
plena  sectiritate  gaudeant.  Conventum  insuper  et  quidem  di- 
sertis  verbis  tuit,  quod  si  ob  causam  auxiliorum,  quae  suae  M*«» 
britannica  et  christianissima  dominique  Status  generales  suae  M** 
Qa-i  vi  et  in  executionem  praesentis  tractatus  suppeditabunt, 
reges  Hispaniae  et  Sardiniae  vel  unus  illorum  bellum  alterutri 
dictorum  contractantium  declararet  aut  inferret,  sive  eum  in 
suis  ditionibus  aggrediendo  sive  eorum  subditos  aut  naves^ 
res  et  merces,  terra  marive  violenter  retinendo,  in  eum  casum 
duae  aliae  potentiae  contractantes  illico  bellum  praefatis  regi- 
bus  Hispaniae  et  Sardiniae  vel  Uli  binorum  eorum  regum,  qui 
id  alterutri  dictarum  potentianim  contractantium  denuntiaverit 
aut  intuleritj  declarabunt,  neque  arma  ante  deponent  quam  im- 
perator  in  possessione  Siciliae  et  securus  ratione  suorum  regno- 
rum  et  provinciarum  in  ItaHa  sit,  sattsfactumque  pro  iustitia 
fuerit  illi  ex  tribus  partibus  contractantibus,  quae  occasione 
praesentis  tractatus  armis  impetita  aut  damnificata  fuerit. 


n 


a>T6  171^  ^^^  22./Aug.  2. 

IV. 

Ubi  unus  duntaxat  praefatorum  binorum  regum,  qui  pacis 
conditionibus  cum  sua  M*®  O^  faciendae  necdum  assentiti  sunt, 
eas  acceptaret,  is  quoque  quatuor  partibus  contractantibus  ad 
compellendum  eum  qui  eas  recusaverit  se  coniunget  submittet- 
que  suam  partem  subsidiorum  iuxta  distributionem  desuper 
faciendam. 

V. 

Si  rex  catholicus  ainore  boni  public!  et  quod  commutatio 
regnorum  Siciliae  et  Sardiniae  pro  manutentione  pacis  univer- 
salis necessaria  sit  persuasus  in  eam  consentiat  conditionesque 
pacis  cum  imperatore  ineundae  ut  supra  amplectatur,  e  contra 
vero  rex  Sardiniae  ex  permutatione  reiecta  Siciliam  retinere 
persistat,  in  eo  casu  rex  Hispaniae  Sardiniam  imperatori  resti- 
tuet,  qui  istius  regni  custodiam  (salvo  supremo  suo  in  illud  do- 
minio)  serenissimo  regi  britannico  et  dominis  statibus  generali- 
bus  tam  diu  committet,  donec  subacta  Sicilia  Sardiniae  rex 
supra  recensitis  conditionibus  tractatus  cum  imperatore  ineundi 
subscribat  atque  in  acceptationem  regni  Sardiniae  loco  aequi- 
valentis  pro  regno  Siciliae  consentiat,  quo  facto  in  eins  pos- 
sessionem  a  rege  Magnae-Britanniae  statibusque  generalibus 
mittetur;  si  vero  sua  M**»  C«*  expugnare  Siciliam  atque  in  suam 
potestatem  redigere  nequiret,  in  eum  casum  Magnae-Britanniae 
rex  statusque  generales  regnum  Sardiniae  eidem  restituent, 
frueturque  interim  sua  M**^  O*  dicti  regni  redditibus,  qui  sump- 
tus  in  custodiam  factos  excedent 

VI. 

Ast  ubi  regem  Sardiniae  in  dictam  permutationem  con- 
sentire  regem  vero  Hispaniarum  eandem  recusare  contingeret, 
in  hoc  casu  imperator  adiutus  reliquorum  compaciscentium  au- 
xiliis  Sardiniam  oppugnabit,  quae  .tamdiu  ei  submittere  spon- 
dent,  aeque  ac  sua  M^  O*  arma  minime  deponere  promittit, 
donec  Universum  Sardiniae  regnum  occupaverit,  quod  mox  ab 
occupatione  regi  Sardiniae  cedet 

vn. 

Quod  si  uterque  et  Hispaniae  et  Sardiniae  rex  permuta- 
tioni  Siciliae  et  Sardiniae  sese  opponerent,  imperator  una  cum 
sociorum  auxiliis  primo   loco  regnum  Siciliae  adorietur,   quo 


t^iS  Juli  %%IAug,  2. 


377 


occupato  arma  contra  Sardiniam  vertet  et  copiarum  numero, 
quo  praeter  auxilia  sociorum  ad  utramque  expeditionem  opus 
esse  existtmabit;  subacta  quoque  Sardinia  eins  custodiam  sua 
^tas  Qm  fegi  britannico  dominisque  statibus  generalibus  eo  us- 
que  committet,  donec  Sardiniae  rex  conditionibos  pacis  cum 
imperatore  ineundae  subscripserit  atque  regnum  Sardiniae  pro 
aequivalente  regni  Siciliae  acceptare  consentiat,  sibi  tunc  a  sua 
M**  britannica  statibusque  generalibus  tradendum,  frueturque 
Interim  sua  M*^*'  O^  redditibus  isttus  regni,  qui  sumptus  in  cu- 
stodiam factos  superabunt 

VUI. 

Casu  quo  rex  catholicus  Sardiniaeque  rex  vel  alteruter 

illonim  dictas  conditiones  pacis  Ulis  propositas  acceptare  et 
exequi  renuerent,  ob  eamque  causam  quatuor  partes  compa- 
ciscentes  via  facti  contra  eos  vel  alterutrum  eorum  procedere 
compellerentur,  conventum  diserte  fuit,  imperatorem  (qualem- 
cunqua  eius  arma  progressum  contra  dictos  binos  reges  aut 
eorum  alterutrum  habere  possent)  contentum  esse  et  acquiescere 
debere  emolumentis  sibi  in  dictis  conditionibus  mutuo  consensu 
designatis^  reservata  tarnen  suae  M*^  C***  potestate,  iura  sua, 
quae  adversus  regem  Sardiniae  super  ea  parte  Status  Medio- 
lanensis  quam  iste  nunc  possidet  habere  praetendit,  armis  vel 
etiam  per  tractatum  pacis  tale  bellum  subsecuturum  revindi- 
candi,  salva  quoque  aliis  tribus  compadscentibus,  in  casum  übt 
eiusmodi  bellum  contra  regem  Hispaniae  et  regem  Sardiniae 
suscipiendum  foret,  facultate  cum  sua  M^  O*  conveniendi  et  de- 
signandi  aüumquendam  principem,  in  cuiusfavorem  tunc  sua  M**^ 
C»*  de  parte  ducatus  Montisferratensis  a  rege  Sardiniae  modo  pos- 
sessa  ad  eiusdem  exclusionem  disponere  et  quali  alteri  piincipi 
velqualibus  aliis  principibus  literas  expectativae  investituram  con- 
tinentes  eventualem  statuum  nunc  a  magno  duce  Hetruriae  et 
a  duce  Parmae  Placentiaeque  possassorum  in  exclusionem  fiUo- 
rum  praesentis  reginae  Hispaniae  accedente  consensu  imperii 
concedere  debeat,  hac  declaratione  adiecta,  quod  nullo  unquam 
tempore  aut  casu  neque  sua  M***  C^  neque  ullus  princeps  e 
domo  austriaca,  qui  regna,  ditiones  et  provincias  Italiae  possi- 
debit,  dictos  ducatus  Hetruriae  et  Parmae  asserere  sibi  aut  at- 
tribuere  valeat. 


jjg  1718  Juli  iiVAug.  2. 

IX 

Verum  ubi  sua  M**^  C^  Siciliam  adhibito  sufficienti  co- 
piarum  numero  sociorumque  auxiliis  et  mediis  impensa  quoque 
congma  diligentia  armis  subigere  aut  in  possessione  istius  regni 
Stabilire  se  nequiretp  partes  compaciscentes  conveniunt  decla- 
rantque,  suam  M*^"'  C^*"  esse  et  fore  in  eum  casum  omnino 
liberam  et  solutam  ab  omni  obligatione  per  hunc  tractatum  as- 
sumpta  consentiendo  in  supradictas  conditiones  pacis  se  inter 
regesque  Hispaniae  et  Sardiniae  ineundae,  salvis  tarnen  reliquis 
praesentis  tractatus  ardculis»  qui  suam  M.^^'^  C^^'  suasque  M**^« 
regias  Magnae-Britanniae  et  christianissimam  et  dominos  Status 
generales  uniti  Belgii  mutuo  spectant- 


Attamen  cum  securitas  et  tranquillitas  Europae  finis  sco- 
pusque  sit  renantiationum  a  sua  M**'  O*  et  sua  M*^  cathoüca 
pro  se,  suis  descendentibus  et  successoribus  omni  um  praeten- 
sionum  super  regno  Hispaniae  et  Indiis  ex  una»  ex  altera  parte 
vero  super  regnis,  ditionibus  et  provinciis  Itaüae  et  Belgico- 
austriacis  faciendarum,  memoratae  renuntiationes  fient  ab  una 
et  altera  parte  eo  modo  et  forma»  uti  articulo  secundo  et 
quarto  conditionum  pacis  inter  suam  M**"^  O*"*  et  regiem  ca- 
tholicam  M*®"^  pangendae  conventum  fuit;  et  quamvis  rex  ca- 
tholicus  praememoratas  conditiones  acceptare  recusaret,  impe- 
rator  nihilominus  instrumenta  suae  renuntiationis  expediri  faciet, 
cuius  tamen  publicatio  in  diem  subscriptionis  pacis  suae  cum 
rege  catholico  differetur;  et  si  rex  catholicus  in  reiicienda  dicta 
pace  constanter  perseveraret,  sua  M^^  C^  nihilo  secius  regi 
britaantco  eo  tempore,  quo  ratificationes  istius  tractatus  com- 
mutabuntur,  actum  solennem  dictarum  renunciationum  extradet, 
quem  sua  M**^  britannica  iuxta  commune  contractantium  pac- 
tum regi  christianissimo  ante  non  exhibendum  promittit,  quam 
sua  M**^^  C*^  in  possessionem  Siciliae  pervenerit,  qua  adepta 
tunc  tarn  exhibitio  quam  publicatio  dicti  actus  renuntiationum 
caesarearum  ad  primam  regis  christianissimi  requisitionem  fiet 
istaeque  renuntiationes  locum  habebunt,  sive  rex  catholicus  paci 
cum  imperatore  subscripserit  sive  non,  eo  quod  in  hoc  ultimo 
casu  guarantia  partium  compaciscentium  caesari  esse  debeat 
locD  securitatis,   quam   alioquin  ipsae  renuntiationes  regis  ca- 


171 8  Juli  22./Aug.  2.  ^y^ 

tholici  suae  M*^  C®*«  pro  Sicilia  et  caeteris  Italiae  statibus  Bel- 
giique  provinciis  praestitissent. 

XI. 

Sua  M***  C«*  promittit  nihil  se  moliri  aut  movere  nee 
contra  regem  catholicum  nee  contra  regem  Sardiniae  et  ge- 
neraliter  contra  neutralitatem  Italiae  velle  in  termino  illo  tri- 
mestri,  qui  iis  pro  aceeptandis  conditionibus  paeis  suae  cum 
imperatore  concessus  est;  ast  si  intra  dictum  tempus  trium  men- 
sium  rex  catholicus  loeo  dictas  conditiones  acceptandi  suas  po- 
tius  hostilitates  contra  suam  M*®™  C«*™  prosequi  pergeret,  vel 
si  rex  Sardiniae  provincias,  quas  Imperator  in  Italia  possidet, 
armis  aggrederetur,  in  eum  casum  suae  M*«»  britannica  et  chri- 
stianissima  nee  non  domini  Status  generales  obstringunt  sese 
ad  submittenda  illico  suae  M*^  O»«  in  sui  tutelam  auxilia,  quae 
vi  foederis  hodie  subscripti  pro  reeiproca  suorum  statuum  de- 
fensione  invicem  sibi  praestare  convenenmt,  idque  eoniunctim 
vel  separatim  neque  etiam  expectato  duorum  mensium  lapsu 
amicis  officiis  adhibendis  alias  in  dicto  foedere  praefixorum;  et 
ubi  auxiüa  in  dicto  tractatu  determinata  fini  proposito  haud 
sufficerent,  quatuor  partes  compaciscentes  mox  inter  se  de 
validiore  ope  suae  M**  C«*«  ferenda  convenient. 

xn. 

Praemissi  undecim  artieuli  apud  suam  M^™  O*"^,  suas  M*«« 
britannicam  et  christianissimam  statusque  generales  per  spatium 
trium  mensium  a  die  subscriptionis  secreti  manento,  nisi  ab- 
breviare  terminum  illum  aut  producere  de  communi  eorum  pla- 
cito  videretur;  et  quamvis  praefati  undecim  artieuli  sint  a  trac- 
tatu foederis  hodiema  die  a  quatuor  dictis  partibus  compacis- 
centibus  subseripto  separati,  eandem  tamen  vim  ac  robur  ha- 
bebunt ac  si  illi  de  verbo  in  verbum  inserti  essent,  cum  eius 
partem  essentialem  efficere  censeantur. 

Porro  ratihabitiones  eorum  uno  tempore  cum  alteris  illius 
tractatus  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipötentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hos  articulos  separatos  et  secretos 
subscripsimus  et  sigillis  nostris  communivimus. 


igo  '7^^  ^^  a2./Aug.  2. 

Actum  Londini  die  vicesimo  secimdo  mensis  Julii  s.  v./se- 
cundo  Augusti  s.  n.,  anno  domini  millesimo  septingentesimo  de- 
cimo  octavo.*) 

Articulus  separatus. 

Quum  tractatus  hodierao  die  inter  M*^  suam  C«"\  M*«™ 
suam  britannicam  et  M*«™  suam  christianissimam  initus  signatus- 
que  ac  in  se  complectens  tam  conditiones,  quae  aequissimae 
summeque  aptae  iudicatae  sunt  ad  pacem  stabiliendam  inter 
imperatorem  et  regem  catholicum  atque  inter  dictum  impera- 
torem  regemque  Siciliae,  quam  conditiones  foederis  ad  pacem 
publicam  conservandam  inter  praedictas  potentias  contrahentes 
sanciti,  celsis  et  praepotentibus  dominis  ordinibus  generalibus 
unitarum  Belgii  provinciarum  communicatus  fuerit;  cumque  ar- 
ticuli  separati  et  secreti  hodie  itidem  signati  continentesque  ra- 
tiones,  quas  ad  tractatum  supradictum  executioni  mandandum 
inire  visum  est,  iisdem  ordinibus  generalibus  mox  proponendi 
sint,  Studium,  quod  iUa  respublica  testatur  ad  restituendam  fir- 
mandamque  tranquillitatem  publicam,  nuUum  dubitandi  locum 
relinquit,  quin  ipsa  eidem  animo  perlubenti  accedere  velit;  ideo- 
que  dicti  ordines  generales  tanquam  partes  contrahentes  in  ipso 
tractatu  nominatim  inseruntur  sub  spe  scilicet  fidentissima,  illos 
eidem  sese  tam  cito  adiuncturos  ac  usitatae  in  statu  suo  for- 
mulae  id  pati  possint 

Sin  vero  praeter  spem  et  vota  partium  contrahentium 
(quod  tamen  omnino  non  suspicandum  est)  praefati  domini  or- 
dines generales  tractatui  supradicto  accedendi  consilium  haud 
ceperint,  expresse  conventum  concordatumque  est  inter  dictas 
partes  contrahentes,  quod  tractatus  saepe  nominatus  hodiemo- 
que  die  signatus  eflfectum  suum  inter  ipsas  nihilominus  sortietur 
et  in  Omnibus  eins  clausuiis  et  articulis  executioni  mandabitur 
eodem  modo,  quo  ibidem  constitutum  est,  eiusdemque  rati- 
ficationes  temporibus  praefinitis  exhibebuntur. 

Aiticulus  iste  separatus  eandem  vim  obtinebit  ac  si  ipsi- 
met  tractatui  hodie  concluso  signatoque  verbotenus  insertus 
fuerit  ratihabebiturque  eodem  modo  atque  ratihabitionum  ta- 
bulae  intra  idem  tempus  cum  ipso  tractatu  extradentur. 


*)  Dtf  Unterschriften  sind  die  gleichen  wie  im  Hauptvertrage. 


1718   Juli  22./Aug.  2.  ^81 

In  quonim  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentianim 
hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  separatum  subscrip- 
simus  et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Londini  die 
vicesimo  secundo  mensis  Jiüii  s,  v./secundo  Augusti  s.  n.,  anno 
domini  millesimo  septingentesimo  decimo  octavo.^) 

Articulus  separatus. 

Quod  si  forte  dominis  generalibus  uniti  Belgii  ordinibus 
grave  nimis  foret  conferre  ratam  suam  partem  stipendii  Hel- 
vetiorum  cantonibus  pro  Libumi,  Portus  Feraii,  Parmae  et  Plan- 
centiae  praesidiis  solvendi  iuxta  conclusi  hodie  tractatus  foe- 
deris tenorem,  articulo  isto  separato  expresse  cautum  et  inter 
quatuor  partes  contrahentes  conventum  est,  quod  eo  casu  rex 
catholicus  dictam  dominorum  statuum  generalium  ratam  in  se 
recipere  possit. 

Articulus  iste  separatus  eandem  vim  obtinebit  ac  si  ipsi- 
met  tractatui  hodie  concluso  signatoque  verbotenus  insertus 
fuerit  ratihabebiturque  eodem  modo  atque  ratihabitionum  ta- 
bulae  intra  idem  tempus  cum  ipso  tractatu  extradentiu*. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentianim 
hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  separatum  subscrip- 
simus  et  sigillis  nostris  communivimus.  Actmn  Londini  die 
vicesimo  secundo  mensis  JuUi  s.  v./secundo  Augusti  s.  n.,  anno 
domini  millesimo  septingentesimo  decimo  octavo.*) 

Articulus  separatus. 

Quum  in  tractatu  foederis  cum  sacra  C«*  catholica  M*«  ho- 
die subscribendo,  ut  et  conditionibus  pacis  in  eo  insertis,  sacrae 
regiae  M*«*  britannica  et  christianissima  et  domini  Status  ge- 
nerales  Belgii  uniti  praesentem  Hispaniarum  et  Indiarum  pos- 
sessorem  regem  catholiciun,  et  ducem  Sabaudiae  regem  Siciliae 
vel  etiam  Sardiniae  appellent,  et  vero  sacra  M*"  C^  catholica 
binos  hos  principes  pro  regibus  agnoscere  haud  possit  ante- 
quam  et  ii  ad  hunc  tractatum  accesserint;  proinde  sacra  C^  ca- 
tholica M^s  per  articulum  ipsum  separatum  et  ante  tractatum 


')   Di>  Unterschriften  wie  im  Hauptvertrage, 
■)  Die  Unterschriften  wie  im  Hauptvertrage, 


^02  1718  Juli  22./Aug.  2. 

foederis  subscriptum  declarat  et  protestatur,  quod  per  titulos 
ibi  adhibitos  vel  etiam  omissos  sibi  minime  praeiudicare  neque 
dictis  binis  principibus  titulos  regios  concedere  aut  adiicere  in- 
tendat,  nisi  in  eum  duntaxat  casum,  ubi  et  illi  tractatui  hodie 
subscribendo  accesserint  atque  placitis  in  eo  conditionibus  pacis 
pariter  consenserint 

Articulus  iste  separatus  eandem  vim  obtinebit  ac  si  ipsi- 
met  tractatui  hodie  concluso  signatoque  verbotenus  insertus 
fuerit,  ratihabebiturque  eodem  modo  atque  ratihabitionum  ta- 
bulae  intra  idem  tempus  cum  ipso  tractatu  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  separatum  subscrip- 
simus  et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Londini  die 
vicesimo  secundo  mensis  Julii  s.  v./secundo  Augusti  s,  n.,  anno 
domini  millesimo  septingentesimo  decimo  octavo.^) 


Articulus  separatus. 

Quum  titulorum  aliqui,  quibus  sacra  O*  M*"  sive  in  pleni- 
potentiis  sive  in  tractatu  foederis  hodie  secum  subscribendo  uti- 
tur,  per  sacram  regiam  M*®™  christianissimam  agnosci  haud  pos- 
sint,  per  hunc  articulum  separatum  et  ante  tractatum  foederis 
subscriptum  declarat  et  protestatur,  quod  per  dictos  hoc  trac- 
tatu adhibitos  titulos,  aut  sibi  alterive  praeiudicare  aut  sacrae 
Qae  ^ti  jus  ullum  adücere  minime  intendat 

Articulus  iste  separatus  eandem  vim  obtinebit  ac  si  ipsi- 
met  tractatui  hodie  concluso  signatoque  verbotenus  insertus 
fuerit,  ratihabebiturque  eodem  modo  atque  ratihabitionum  ta- 
bulae  intra  idem  tempus  cum  ipso  tractatu  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  separatum  subscrip- 
simus  et  sigillis  nostris  conmiunivimus.  Actum  Londini  die 
vicesimo  secundo  mensis  Juli  s.  v./secundo  Augusti  s.  n.,  anno 
domini  millesimo  septingentesimo  decimo  octavo.^) 


»)  Die  Unterschrifttm  wie  im  Hauptvertrage, 
*)  Die  Unterschriften  wie  im  Hauptvertrage, 


171S   Juli  22./Aug.  2.  183 

Declaratio  a  plenipotentiariis  regis  Britanniae  subscripta. 

(Ex  Dumont  VIIIji  ^36 f.) 

Quandoquidem  secundum  usum,  quem  utrinque  convenit 
receptum  fuisse  tractatibus  inter  W^  suas  britannicam  et  chri- 
stianissimam  Ryswyci,  Traiecti  ad  Rhenum  et  Hagae  Comitis 
pro  triplici  foedere  initi,  instrumenta  pro  rege  Magnae-Britanniae 
lingua  latina,  pro  rege  vero  christianissimo  lingua  gallica  con- 
fecta  sint,  adiecta  tamen  declaratione,  quod  si  alius  antea  usus 
obtinuerit,  eidem  se  rex  christianissimus  in  posterum  accomo- 
daret;  cumque  in  tractatu  hodierno  die  inter  imperatorem  Ro- 
manorum, regem  Magnae-Britanniae,  regem  christianissimum  et 
Status  generales  foederati  Belgii  signato  usus  supra  memoratus 
observari  haud  potuit  sine  incommodo  plurium  adhuc  instru- 
mentorum  faciendorum,  quo  tractatus  huius  subscriptio  in  lon- 
gius  differri  necesse  foret;  cumque  insuper  aliqui  e  plenipo- 
tentiariis enixe  postulaverint,  ut  nullum  tractatus  hodiemi  in- 
strumentum  fieret,  quod  omnium  simul  partiimi  contrahentium 
subscriptionibus  munitum  non  fiierit,  quo  pacto  factum  est,  ut 
omnia  dicti  tractatus  instrumenta  lingua  latina  conscripta  sint; 
cum  igitur  in  fmem,  ne  hoc  exemplum  in  usum  trahatur  inter 
regem  christianissimum,  nos  plenipotentiarii  M*^^  suae  britan- 
nicae  rogatu  plenipotentiarii  M*^^  suae  christianissimae  declara- 
mus,  quod  id  omne  idioma  sive  linguam  tractatus  hodiemi  spec- 
tans  in  exemplum  trahi  aut  proferri  non  poterit  in  posterum, 
verum  usus  antea  receptus  inter  utramque  coronam  obtinebit, 
ita  ut  quod  hodie  factum  est  eidem  nuUo  modo  derogabit  ne- 
que  ius  aliquod  novum  in  contrarium  adiiciet 

In  quorum  fidem  nos  plenipotentiarii  M*^^  suae  britannicae. 
hanc  declarationem  subscripsimus  et  sigillis  nostris  communi- 
vimus.  Londini  die  vicesimo  secundo  mensis  Julii,  anno  domini 
millesimo  septingentesimo  decimo  octavo. 

L.  S.    Sunderland.      L.  S.    Roxburghe.      L.  S.    J.  Craggs. 

Declaratio  a  plenipotentiariis  sacrae  O*®  et  catholicae  M^» 

subscripta. 

(SU-A.  Angl.  Cop.) 

Quum  plenipotentiarii  M**«  suae  O»«  et  catholicae  et  regum 
tarn  Franciae  quam  Magnae-Britanniae  plenipotentiarum  suarum 


^34  '7'^  ^"^^  22./Aug.  2. 

tabulas  sibi  mutuo  communicarent,  plenipotentiarius  M*^**  suae 
christianissimae  nobis  declaravit,  se  non  posse  M**«  suae  O*« 
plenipotentiarum  tabulas  admittere,  quoniam  regis  Franciae  titu- 
lus  ibidem  M**  suae  britannicae  tributus  sit  et  dicta  sua  M^« 
ante  M*®™  suam  christianissimam  posita  fuerit,  neque  etiam  trac- 
tatum  cum  M^  sua  C®*  et  catholica  signare  posse,  nisi  nos  aliis 
plenipotentiarum  tabulis  muniti  essemus,  ubi  rex  Magnae-Bri- 
tanniae  titulo  regis  Franciae  haud  donatus  sit  atque  ubi  M*" 
suae  christianissimae  nomen  M*>«  suae  Britannicae  titulo  prae- 
positum  fuerit,  aut  nisi  eiusmodi  plenipotentias  debita  forma 
conceptas  nos  exhibituros  poUiceremur  ante  ratificationum  com- 
mutationem ;  hisce  de  causis  nos  M**^  suae  C«*«  et  catholicae  ple- 
nipotentiarii,  negotio  huic  concludendo,  quod  tanti  momenti  sit  ad 
tranquillitatem  publicam  firmandam,  moram  iniicere  nolentes, 
promisimus  et  per  hasce  praesentes  promittimus  nosque  obli- 
gamus  ad  exhibendas  spatio  duorum  mensium  atque  ante 
commutationem  tractatus  hodie  subscribendi  plenipotentiarum 
tabulas  ex  parte  M*'*  suae  0*%  in  quibus  regis  Franciae  titulus 
regi  Magnae-Britanniae  tributus  haud  sit  atque  ubi  nomen  regis 
Franciae  primum  locum  habeat  ante  M^^  suam  britannicam 
secundum  formam  hisce  adiectam^)  quamque  nos  manibus  nos- 
tris  attestamur  ut  apographa  dictae  plenipotentiae  ratificationi, 
quam  imperator  regi  Franciae  daturus  est  atque  ei,  quam  rex 
Franciae  M*»  suae  O*®  extraditurus  est,  inserantur  atque  ut  fmi 
supra  memorato  uti  rationi  consentaneum  est  inservire  possint- 
In  quorum  fidem  nos  hoc  instrumentum  manibus  nostris  sub- 
scripsimus  et  eidem  sigilla  nostra  apposuimus.  Londini  se- 
cundo  die  mensis  Augusti,  anno  millesimo  septingentesimo  de- 
cimo  octavo. 


*)  Liegt  nicht  bei. 


1718  Dez.  22.  ^5 


18. 

Vertrag  :{wischen  Karl  VI.,  Georg  I.  und  den  Generalstaaten, 
betreffend  die  Exekution  des  Barrieretraktates  von  171$  Nov.  75; 
d.  d.  Haag  17 18  De^.  22. 

Rat.  Georgs  I.  d.  d.  St,  James  1719  Jan,   13.124,,  Karls  VI.  d,  d.  Wien 
17 19  Jan,  21  y  der  Generalstaaten  d,  d,  Haag  1719  Febr.   i. 

Die  Originale  dieses  Vertrages  im  St.-A,,  R,  O.,  u,  R,  A, ;  die  Originale  der 
Ratifikationen  durch  Karl  und  durch  die  Generalstaaten  im  R.  O.,  die  Georgs 
im  St'A.  —  Drucke  bei  Bittner  Nr,  yiy. 

Eine  Erörterung  der  Umstände,  unier  denen  der  nachfolgende 
Vertrag  zustande  gekommen  ist,  und  eine  Würdigung  seines  Inhaltes 
muss  dem  Herausgeber  der  staatischen  Verträge  vorbehalten  bleiben, 
denn  wie  der  Barrierevertrag  vom  Nov.  1715,  ja  noch  in  höherem 
Masse  als  dieser,  belogen  sich  die  einzelnen  Bestimmungen  des  am 
21.  De;^,  17 18  im  Haag  unterzeichneten  Abkommens  auf  die  Regelung 
von  Fragen,  die  England  nur  indirekt  berührten.  Wir  dürfen  uns 
daher  wohl  in  diesem  Zusammenhange  darauf  beschränken,  -jw  betonen, 
dass  die  Engländer  während  der  ganj^en  Dauer  der  Verhandlungen, 
die  unmittelbar  nach  der  Unterzeichnung  des  Barrierevertrages  be- 
gannen^ kein  Mittel  unversucht  Hessen,  um  Karl  VI,  z^r  Herabmin- 
derung  seiner  Ansprüche  und  {um  Eingehen  auf  die  Begehren  der 
Generalstaaten  <{//  bewegen,  zj^mal  die  letzteren  von  einer  günstigen 
Erledigung  dieser  Angelegenheit  ihr  Verhalten  in  allen  wichtigen 
Fragen  der  auswärtigen  Politik  abhängig  machten  und  sich  wei- 
gerten, vor  Unterzeichnung  dieses  neuen  Barrierevertrages  dem  -f« 
London  am  2.  August  17 18  geschlossenen  Bündnisse  beizutreten.  In 
der  Tat  hat  das  eindringliche  Ermahnen  der  am  Wiener  Hofe  wei- 
lenden Vertreter  Georgs  I.  nicht  wenig  dazu  beigetragen,  dass  Karl  VI, 
sich  Ende  des  Jahres  17 18  -[«r  Unterzeichnung  eines  Abkommens  ent- 
schloss,  das  seinen  und  den  Wünschen  der  belgischen  Bevölkerung  nur 
wenig  entsprach  und  die  ohnehin  günstige  Position  der  Niederländer 
den  Belgiern  gegenüber  von  neuem  stärkte.  Der  den  Engländern  vor- 
teilhafte Artikel  XXVI.  des  Barrierevertrages,  durch  den  die  Fortdauer 
der  besiehenden  Einfuhr-  und  Ausfuhr  abgaben  bis  ^mw  Abschlüsse 
eines  neuen  Handelsvertrages  festgesetzt  worden  war,,  blieb  in  Kraft, 
und  Georg  I.  übernahm  wie  vor  Jahren  die  Garantie  dafür,  dass  die 
beiden  Kontrahenten  die  eingegangenen  Verpflichtungen  erfüllen  würden, 

Österreichisch-cngUsche  Staatsverträge.  Bd.  I.  25 


386  i7'8  ^«2   *2- 

Le  traitö  de  barriere  conclu  le  quinze  de  Novembre  mil 
sept  Cents  quinze  entre  sa  Mt^  Imple  et  catholique,  sa  Mt^  le 
roy  de  la  Grande-Bretagne  et  les  seigneurs  estats  generaux  des 
Provinces-Unies  n'ayant  pü  avoir  son  execution  ä  Tegard  de 
quelques  articles,  ä  cause  des  difficultös  qu'on  y  a  rencontröes, 
et  sa  Mt^  Imple  et  catholique,  sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bre- 
tagne et  L.  H.  P.  estant  egalement  portöes  ä  lever  ces  difficul- 
tös  par  les  moyens  les  plus  convenables,  ä  fin  de  parvenir  au 
büt  qu'on  s'est  proposö  par  le  dit  trait^  et  pour  etablir  d'au- 
tant  mieux  les  fondemens  d'  une  solide  amitiö  et  bonne  intelli- 
gence  ä  laquelle  on  est  portö  de  part  et  d'autre,  sa  Mt^  Impl« 
et  catholique,  sa  Mt^  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  et  L.  H.  P. 
ont  nommö  et  commis  pour  en  traiter  et  en  convenir;  ä  Sfavoir 
sa  Mt^  Imple  et  catholique  le  sieur  Hercule  Joseph  Louis  Turi- 
netti,  marquis  de  Priö  et  de  Pancalier,  comte  de  Mitterbourg 
et  de  Castillon,  seigneur  de  Saint  Servolo  et  Castelnovo  en 
Carniole,  de  Fridaw  et  Rabenstein  en  Aütriche,  de  Schiurgo, 
Belvar  et  Saint  Miclos  en  Hongrie,  grand  d'Espagne,  Che- 
valier de  r  ordre  de  l'Annonciade,  conseiller  intime  d'etat  de 
sa  Mte  Imple  et  catholique,  son  ministre  plenipotentiaire  pour 
le  gouvemement  des  Pais-Bas  et  son  ambassadeur  plenipoten- 
tiaire pour  la  conclusion  et  signature  du  present  traitö  pour 
r execution  de  celuy  de  la  barriere;  sa  Mt^  brittannique  le  sieur 
Guillaume  comte  de  Cadogan,  vicomte  de  Cauversham,  baron 
deReding*)  et  d'Oakley,  general  de  Tinfanterie,  colonel  du  se- 
cond  regiment  des  gardesä  pied,  gouvemeurde  Tisle  de  Weicht,*) 
maitre  de  la  garderobe,  conseiller  d'  estat,  Chevalier  du  tres  noble 
et  tres  ancien  ordre  de  St.  Andre  et  son  ambassadeur  extra- 
ordinaire  et  plenipotentiaire  auprös  des  seigneurs  estats  gener- 
aux des  Provinces-Unies ;  et  L.  H.  P.  les  sieurs  Jean  van  Wyn- 
bergen,  seigneur  de  Glinthorst,  du  corps  de  la  noblesse  du 
quartier  de  Veluwe  en  la  province  de  Gueldre,  Wigbold  van 
der  Does,  seigneur  de  Noortwyck,  de  T  ordre  de  la  noblesse 
de  Hollande  et  Westfrise,  grand  baillif  et  dyckgrave  de  Rhyn- 
land,  Antoine  Heinsius,  conseiller  pensionaire,  garde  du  grand 
sceau  et  surintendant  des  fiefs  de  la  province  de  Hollande  et 
Westfrise,  Adrien  Veiters,  cy-devant  echevin,  senateur  et  pen- 


')  So  im  Or,  für  Reading, 
»)  So  im  Or,  für  Wight. 


17 18  Dez.  22.  ^Qiy 

sionaire  de  la  viUe  de  Middelbourg  en  Zelande,  Gerard  Godart 
Taets  van  Amerongen,  chanoine  du  chapitre  de  St  Jean  ä  Ut- 
recht, assesseur  dans  le  conseil  des  eins  composant  le  premief 
membre  des  estats  de  la  province  d' Utrecht,  grand-veneur  de 
la  meme  province  et  assesseur  au  conseil  des  heenirades  de 
la  riviere  la  Lecq,  Dancker  de  Kempenaar,  senateur  de  la  ville 
de  Harlingen  en  Frise,  Everhard  Rouse,  bourguemaitre  de  la 
ville  de  Deventer  en  Overyssel  et  Eger  Tamminga,  Sr  en  Zeeryp, 
Eenum,  Lerumes  et't  Zand;  tous  respectivement  deputez  en 
nostre  assemblöe  de  la  part  des  estats  de  Gueldre,  de  Hollande 
et  Westfrise,  de  Zelande,  d' Utrecht,  de  Frise,  d' Overyssel  et 
de  Groningue  et  Ommelandes,  lesquels  en  vertu  de  leurs  pleins 
pouvoirs  respectifs  apres  avoir  conferö  plusieurs  fois  ensemble 
sont  convenus  de  la  maniere  suivante. 

I. 

Comme  il  est  survenu  des  difficultez  au  sujet  de  Tarticle 
dix  sept  du  dit  traitö  de  la  barriere  qui  regarde  la  seuret^  des 
frontieres  et  l'extension  des  limites  de  L.  H.  P.  en  Flandre, 
dont  il  pourroit  resulter  des  inconveniens  qu'on  souhaite  de 
part  et  d'autre  de  prevenir,  on  est  convenu  de  substituer  le 
present  article  au  lieu  du  dit  article  dix  sept 

Sa  Mt^  Imple  et  catholique  agröe  et  approuve  que  pour 
Tavenir  les  limites  des  estats  generaux  en  Flandre  commen- 
ceront  ä  la  mer  au  nord-oüest  du  fort  de  St.  Paul  ä  present 
demoli,  lequel  sa  Mt^  leur  cede  avec  dix  verges  de  terrain  de 
quatorze  pieds  la  verge  autour  de  l'avant  foss^  du  c6t6  oüest 
et  au  zud;  et  Ton  tirera  une  ligne  droite  depuis  la  digue  qui 
est  au  zud  du  dit  fort,  marqu^e  par  la  lettre  A  sur  la  carte 
figurative  qui  en  a  est6  formee  et  signöe  de  part  et  d'autre, 
a  travers  le  polder  nommö  Hasegras  jusques  ä  la  jonction  de 
la  digue  de  Crommendyck  marqu^e  B,  en  allant  le  long  d'un 
fosse  qui  se  trouve  ä  T  oüest  de  la  dite  digue  demolie  et  en- 
suite  au  canal  nomme  Neeuw  Ghedelft  marquö  C,  lequel  on 
suivra  jusques  k  Neeuw  Ghedelft  dryhoek  marquö  D;  de  lä 
les  nouvelles  limites  iront  le  long  d'un  watergang  et  fossö 
marquez  E  jusques  k  la  ligne  marquöe  F,  lesquels  waterganck 
et  fosse  demeureront  h  sa  Mt^.  De  la  lettre  F  Ton  continuera 
le  long  de  la  dite  ligne  jusques  au  delä  du  bureau  de  sa  Mt^ 
Imple  et  catholique  marqu^  G  dans  un  angle  rentrant  de  la 
digue   duquel  on  traversera   le  petit  polder   sur  l'alignement 

25* 


388  i7>8  Dez.  22. 

d'un  fossö  jusques  au  coulant  d'eau  de  TEcluse  Noire  en  le  con- 
tinuant  sur  la  pointe  d'une  redoute  ou  traverse  qui  est  sur  la 
digue  au  delä  des  deux  canaux  de  Saute  et  de  Soute  marquöe 
H  pres  du  fort  de  St  Donas,  lequel  sa  Mte  Imple  et  catholique 
cede  en  pleine  souverainetö  et  propriöt^  aux  estats  generaux, 
de  mSme  que  la  souverainetö  de  tout  le  terrain  situö  au  nord 
de  la  ligne  marquöe  cy-dessus,  moyennant  que  les  portes  des 
ecluses  au  dit  fort  seront  et  resteront  ot^es  en  tems  de  paix, 
et  qu'il  sera  permis  aux  interessez  d'en  baisser  les  seuils  au 
niveau  de  celuy  de  V  Ecluse  Noire  et  d'  en  faire  la  visite  quand 
ils  le  trouveront  necessaire,  ä  fm  qu'  en  tems  de  paix  V  eau  alt 
toujours  son  libre  coulant  ä  la  mer. 

Du  dit  poste  les  nouvelles  limites  retoumeront  le  long  du 
pied  exterieur  de  la  digue  vers  le  polder  noramö  le  „Beut  du 
monde",  de  lä  le  long  de  la  digue  de  mer,  comme  il  est  marquö 
sur  la  carte,  jusques  aux  anciennes  limites  ä  la  coupure  d'une 
digue  qui  ferme  la  creque  de  Lapschure  marquöe  J,  et  appar- 
tiendra  ä  L.  H.  P.  en  souverainet^  le  terrain  situö  au  nord  de 
cette  ligne.  V  on  suivra  de  lä  les  anciennes  limites  jusques  au 
Barbarapolder  auquel  les  nouvelles  limites  entreront  et  com- 
menceront  au  pied  de  la  digue  en  allant  le  long  de  ce  polder 
et  de  Laurainepolder  jusques  ä  la  longue  rue  marquöe  K,  en 
les  continuant  ä  la  ligne  droite  le  long  de  la  mSme  rue  jus- 
ques ä  la  digue  qui  va  de  Bouckhoute  au  havre  de  Bouck- 
houte  marqu^e  L,  et  de  lä  elles  entreront  dans  le  Capellepol- 
der  et  continueront  en  ligne  droite  jusques  ä  un  angle  ren- 
trant  du  Grave-Jansdyck  marquöe  M,  et  iront  de  lä  le  long  de 
la  digue  jusques  au  Polder  Rouge. 

Sa  Mte  Imple  et  catholique  cede  en  pleine  souverainet^  ä 
L.  H.  P.  les  Barbarapolder,  Laurainepolder,  Capellepolder  et 
le  Polder  Rouge,  excepte  ce  qui  est  reserve  par  la  ligne  mar- 
quee  cy-dessus  dans  les  Capelle  et  Lauraine  polders  qui  re- 
stera  ä  sa  Mte  Imple  et  catholique.  L.  H.  P.  permettent  aux  in- 
teressez des  ecluses  de  Bouckhoute  de  les  remettre  oü  elles  ont 
Ste  cy-devant,  et  que  les  dites  ecluses  ayent  les  coulans  d'  eau  di- 
rectement  ä  la  mer,  comme  ils  V  avoient  avant  la  derniere  guerre. 

II  sera  permis  ä  L.  H.  P.  en  tems  de  guerre,  lorsque  la 
riecessitö  de  la  defense  et  seurete  de  leurs  frontieres  V  exigera, 
d'occuper  et  faire  fortifier  les  postes  necessaires  dans  le  Graef 
Jansdyck  et  Zydlingsdyck. 


1718  Dez.  22.  189 

A  Tegard  de  la  ville  de  Zas  de  Gand  les  limites  seront 
etendues  jusques  ä  la  distance  de  deux  tiers  de  deux  miUe  pas 
geometriques  autour  de  la  ville,  en  commen^ant  aux  angles  des 
bastions  lesquels  finiront  du  cöt^  de  Zelsate  sur  le  point  de 
leurs  anciennes  limites  au  bord  du  canal  du  Zas.  Et  pour  la 
conservation  du  bas  Escaut  et  la  communication  entre  le  Bra- 
bant  et  la  Flandre  des  estats  generaux,  sa  Mte  Imple  et  catho- 
lique  cede  en  pleine  et  entiere  souverainetö  aux  estats  gener- 
aux le  village  et  polder  de  Doel  comme  aussi  les  polders  de 
St.  Anne  et  Ketenisse,  bien  entendu  que  le  territoire  de  L.  H.  P. 
ne  s'etendra  entre  les  forts  de  la  Perle  et  de  Liefkenshoeck 
qu'ä  michemin  ou  ä  distance  egale  des  deux  forts. 

Sa  Mte  Imple  et  catholique  remettra  aussitöt  que  la  bar- 
riere  sera  attaquee  ou  la  guerre  commenc^e  la  garde  de  fort 
de  la  Perle  ä  L.  H.  P.,  ä  condition  neanmoins  que  la  guerre 
venant  ä  cesser  elles  remettront  le  dit  fort  de  la  Perle  ä  sa  Mt^ 
Imple  et  catholique,  comme  aussi  les  postes  qu' elles  auront  oc- 
cupös  dans  le  Graef  Jansdyck  et  Zydlingsdyck. 

L.  H.  P.  promettent  de  plus  que  si  ä  V  occasion  de  la  ces- 
sion  de  quelques  ecluses  (dont  les  habitans  de  la  Flandre  Aü- 
trichienne  conserveront  le  libre  usage  en  tems  de  paix)  ils  vins- 
sent  k  souffrir  quelque  dommage  ou  prejudice,  tant  par  les  com- 
mandans  que  par  d'autres  officiers  militaires,  que  non  seulement 
les  estats  generaux  y  remedieront  incessamment,  mais  aussy 
qu'ils  dedommageront  les  interessös. 

Et  puisque  par  cette  nouvelle  Situation  des  limites  il  fau- 
dra  changer  les  bureaux  pour  prevenir  les  fraudes  ä  quoy/sa 
Mte  Imple  et  catholique  et  L.  H.  P.  sont  egalement  interess6es, 
on  conviendra  des  lieux  pour  T  etablissement  des  dits  bureaux 
et  des  precautions  ulterieures  qu'on  jugera  convenir  de  prendre. 

II  est  de  plus  stipul^  qu'une  juste  evaluation  sera  faite 
dans  le  terme  de  trois  mois  des  revenus  que  le  souverain  tire 
des  terres  qui  se  trouveront  ced^es  ä  L.  H.  P.  par  cet  article, 
comme  aussi  de  ce  que  le  souverain  a  profitö  par  le  renou- 
veUement  des  octroys  sur  le  pied  qu'ils  ont  6tö  accordös  de- 
puis  trente  ans  en  defa,  k  estre  deduits  et  defalquez  sur  le  sub- 
side  annuel  de  cinq  cens  mille  ecus,  sans  que  pour  cette  Eva- 
luation on  pourra  retarder  le  payement  du  dit  subside.  Les- 
quelles terres  ne  pourront  estre  chargöes  d'impositions  xii  d'au- 


200  '7'^  ^®**  ^^• 

tres  taxes  au  delä  de  ce  qu'elles  contribuent  ä  present  dans 
les  charges  publiques  suivant  la  dite  evaluation  qui  en  sera  faite. 

La  religion  catholique  Romaine  sera  conservee  et  main- 
tenue  aux  lieux  cedez  cy-dessus  comme  h  present  et  avec  la 
m^me  libert^  d'exercice  publiq  et  dans  la  meme  etendue  qu'on 
a  stipule  cette  libertö  par  Tarticle  dix  huit  du  traite  de  barriere. 

Les  proprietaires  des  terres  et  autres  biens  situez  dans 
r  etendue  des  dites  cessions  en  retiendront  la  pleine  proprietö 
et  jouissance  avec  toutes  les  prerogatives  et  droits  y  attachez, 
nuls  reservez,  nuls  exceptes,  et  seiont  de  plus  les  seigneurs 
particuliers  des  mßmes  terres  et  biens  continuez  et  maintenus 
dans  la  proprietö  et  possession  paisible  des  jurisdictions  qui 
leur  y  appartiennent  en  tous  degrez  de  justice,  haute,  moyenne 
et  basse,  comme  les  uns  et  les  autres  en  ont  joui  jusques  k 
present. 

Le  fort  de  Rodenhuysen  sera  rase,  et  les  differens  touchant 
le  canal  de  Bruges  seront  remis  ä  la  decision  d'arbitres  neutres 
k  choisir  de  part  et  d'autre,  bien  entendu  que  par  la  cession 
du  fort  de  St  Donas  ceux  de  la  ville  de  TEcluse  n'auront  pas 
plus  de  droit  sur  le  dit  canal  qu'avant  cette  cession. 

Au  moyen  des  cessions  comprises  en  cet  article  L.  H.  P. 
se  desistent  de  toutes  les  autres  terres  et  lieux  qui  leur  ont 
est^  cedez  par  T  article  dix  sept  du  traitö  de  la  barriere  lesquels 
demeureront  comme  auparavant  sous  la  domination  de  sa  Mte' 
Imple  et  catholique. 

n. 

Comme  sa  Mt^  Imple  et  catholique  a  promis  par  T  article 
dix  neuf  du  traite  de  la  barriere  de  faire  payer  annuellement 
h  L.  H.  P.  les  seigneurs  estats  generaux  des  Provinces-Unies 
la  somme  de  cinq  cents  mille  ecus,  faisant  un  million  deux  cens 
cinquante  mille  florins  de  Hollande,  aux  termes  marqufe  par 
le  dit  traitö,  en  consideration  des  grands  frais  et  depenses  ex- 
traordinaires  auxquelles  les  seigneurs  estats  generaux  sont  in- 
dispensablement  obliges,  tant  pour  entretenir  le  grand  nombre 
de  troupes  qu'ils  se  sont  engages  par  le  dit  traitö  de  tenir  dans 
les  villes  et  places  de  la  barriere  que  pour  subvenir  aux  grosses 
charges  absolument  necessaires  pour  Tentretien  et  reparation 
des  fortifications  des  dites  places  et  pour  les  pourvoir  de  mu- 
nitions  de  guerre  et  de  bouche ;  et  sa  Mt^  voulant  que  sa  pro- 


1718  Dez.  22  aoi 

messe  soit  executöe  ponctuellement  selon  la  teneur  du  dit  article 
dix  neuf,  ayant  pour  cet  effet  fait  connoitre  ä  L.  H.  P.  les  difficultös 
et  les  inconveniens  qui  pourroient  se  rencontrer  dans  rexecution 
du  dit  article  comm*  aussy  de  V  article  separe  du  dit  traitö  par 
raport  aux  assignations  donnees  sur  les  subsides  des  provinces 
de  Brabant  et  de  Flandres  et  les  quartiers,  districts  et  chate- 
lenies  y  enoncees  pour  la  somme  de  six  cens  quarante  mille 
florins  de  Hollande,  sa  Mte  Imple  et  catholique  et  les  seigneurs 
estats  generaux  sont  convenus  d'  une  autre  forme  de  repartition 
et  d'  une  autre  hypotheque  speciale  qui  sera  surrog^e  ä  la  place 
des  susdites  hypotheques  et  assignations  sur  le  subside  des  pro- 
vinces de  Brabant  et  de  Flandres  par  dessus  T  hypotheque  ge- 
nerale sur  tous  les  revenus  des  Pais-Bas  Aütricliiens  stipul^e 
par  le  dit  trait^: 

S^avoir  que  sa  Mte  Imple  et  catholique,  pour  assurer  et 
faciliter  d'  autant  plus  le  payement  du  dit  subside  de  cinq  cens 
mille  ecus  ou  un  million  deux  cens  cinquante  mille  florins  mon- 
noye  de  Hollande  par  an,  assigne  une  sonmie  de  sept  cent  mille 
florins  de  HoUande  ou  deux  cens  quatre  vingt  mille  ecus  au 
lieu  de  celle  de  six  cens  dix  mille  florins  repartie  sur  les  pais, 
les  villes  et  chätelenies  et  dependances  retrocedöes  par  la  France, 
dont  les  revenus  consistent  dans  les  aides  et  subsides  des  dites 
villes  et  chätelenies,  les  moyens  courants,  communement  appel- 
les  les  droits  de  quatre  membres  de  Flandre,  et  autres  droits 
domaniaux,  les  quatre  patars  par  bonnier  et  autres  impositions 
pour  les  fortifications,  le  rachat  des  cantines  militaires,  les  emo- 
lumens,  ustencils  et  autres  gratifications  qui  se  payoient  du 
tems  que  les  dites  villes  et  chätelenies  Stoient  au  pouvoir  de  la 
France  aux  intendants,  gouverneurs  et  autres  officiers  de  Tetat 
major  des  places,  et  generalement  tous  les  droits  et  impositions 
dont  L.  P.  H.  ont  joui  jusques  k  present  en  tout  ou  en  partie 
Sans  exception  quelconque;  ä  concütion  qu'on  n'y  pourra  faire 
aucune  diminution  ni  changement  qui  puisse  porter  du  pre- 
judice  ä  la  dite  hypotheque. 

L'adjudication  de  la  ferme  des  dits  droits  des  quatre  mem- 
bres de  Flandre  se  fera  en  pubhcq  et  au  plus  oflfrant,  bien  en- 
tendu  qu'en  cas  d'insolvabilitö  des  fermiers  et  de  leurs  cau- 
tions  sa  Mte  Jmpie  et  cathoüque  supplöera  des  autres  branches 
et  revenus  des  villes  et  chätelenies  susmentionnöes  ou  de  ses 


2ü2  '7'^   ö®^'   22. 

revenus  domaniaux  dans  les  autres  Pais-Bas  Aütrichiens  ce  qui 
pourroit  manquer  par  lä  k  la  somme  de  sept  cens  mille  flo- 
rins  par  an. 

Et  lorsqu'il  s'agira  de  quelque  moderation,  par  laquelle 
les  revenus  de  la  dite  ferme  ou  des  aides  et  autres  droits  et 
impositions  cy-dessus  specifiöes  seroient  hors  d'estat  de  pro- 
duire  la  somme  entiere  de  sept  cens  mille  florins,  on  ne  pourra 
l'accorder  qu'aprfes  qu'on  aura  pourvu  h  cette  moderation  par 
quelqu'autre  moyen  süffisant  ä  leur  contentement 

Assigne  et  aflfecte  sa  Mte  Imple  et  catholique  les  cinq  cens 
cinquante  mille  florins  de  Hollande  ou  deux  cens  vingt  mille 
ecus  restans  sur  tous  les  revenus  des  bureaux  sousmentionnös 
des  droits  d'entr^e  et  de  sortie  des  Pais-Bas  Aütrichiens  qui  ne 
sont  engagös  que  subsidiairement  ä  L.  H.  P.  pour  des  lev^es 
d'argent  faites  par  elles  en  plusieurs  rencontres  ou  pour  des 
rentes  constituöes  dans  les  pais  et  autres  pareilles  charges  fixes ; 
sfavoir  les  bureaux  de  Bruxelles,  de  Burgerhout,  de  Tirlemont, 
de  Turnhout,  de  Charleroy,  de  Mons,  d'Ath,  de  Beaumont,  de 
Courtray,  d'Ipres,  de  Tournay,  de  Nieuport,  de  la  province  de 
Luxembourg  et  de  celle  de  Malines,  lesquels  tous  ensemble  et 
chacun  en  particulier  serviront  d'hypotheque  speciale  pour  la 
dite  somme  de  cinq  cens  cinquante  mille  florins  de  Hollande. 

Et  pour  plus  grande  seuretö  du  payement  de  la  dite  somme 
engage  sa  Mte  sur  le  pied  d'un  fonds  subsidiaire  et  suppletoire 
la  somme  de  deux  cents  cinquante  mille  florins  de  Hollande 
par  an  du  premier  et  du  plus  clair  revenu  des  bureaux  des 
droits  d'entröe  et  de  sortie  de  Gand,  Bruges  et  Ostende,  pro- 
mettant  de  les  faire  dßcharger  entierement  dans  cinq  annees 
de  ce  qui  reste  ä  payer  pour  le  remboursement  et  interets 
d'  un  million  quarante  mille  six  cents  vingt  cinq  florins  qui  ont 
este  levös  en  mille  sept  cents  dix  sur  ces  trois  bureaux. 

Promet  aussy  sa  Mte  qu'on  ne  fera  aucun  changement  dans 
les  droits  d'entröe  et  de  sortie  qui  pourroit  en  diminuer  le  re- 
venu au  prejudice  de  Thypotheque. 

Et  si  sa  Mt^  dans  la  suite  du  tems  jugeoit  necessaire  de 
faire  quelque  changement  ä  la  levöe  des  dits  droits  par  lequel 
ils  seroient  diminu^s,  on  ne  pourra  etablir  ce  changement  qu'- 
aprfes  qu'on  aura  assignö  un  fonds  süffisant  pour  suppleer  ä 
cette  diminution. 


r7iS  Dez.  33- 


3Q3 


Ordonne  sa  M^^  Impl^  et  catholique  des  ä  present  et  par 
cette  Convention  au  receveur  general  des  fmances  de  sa  Mte 
et  k  celuy  qui  sera  etabli  en  chefT  pour  les  snsdits  pais  retro- 
cedes,  qu'en  vertu  de  la  presente  et  sur  une  copie  d'icelle  ils 
ayent  ä  payer  de  trois  en  trois  mois,  k  commencer  au  premier 
de  ce  mois  de  Decembre  de  Tann^e  mille  sept  cents  dix  huit,  au 
receveur  general  des  estats  generaux,  si^avoir  celuy  des  dits  pais 
retroced&,  eu  telles  especes  d'argent  ou  teile  monnoye  qu'on  re- 
foit  aux  bureaux  et  ä  la  recette  generale  de  sa  M»«^'  un  juste  quar- 
tal  de  la  somme  de  deux  cents  quatre  vmgt  mille  ecus  ou  de  sept 
cents  mille  florins  deHoUande,  et  le  receveur  general  des  fmances 
de  sa  M^e  dans  la  ville  d'Anvers  aussy  un  juste  quartal  de  la 
somme  restante  de  cinq  cents  cinquante  mille  florins  ou  deux 
cents  vingt  mille  ecus,  sans  attendre  autre  ordre  ou  assignation, 
la  presente  leur  devant  servir  d*  ordre  ou  d' assignation  des  h 
present  pour  lors,  et  les  dits  payemens  leur  seront  passes  en 
compte  ä  la  Charge  de  sa  Mte  Imp^e  et  catholique,  comme  s'üs 
les  avoient  faits  ä  eile  mßme, 

Quant  aux  arrerages  du  dit  subside  de  cinq  cents  mille 
ecus  ou  un  miUion  deux  cents  cinquante  mille  florins  de  Hol- 
lande par  an,  echuz  depuis  le  15^  du  mois  de  Novembre  17 15, 
jour  de  la  Signatare  du  trait^  de  la  barriere,  jusqu*au  demier 
du  mois  de  Novembre  pass6,  on  est  convenu  pour  eviter  toute 
discussion  touchant  le  raport  pendant  le  dit  terme  des  revenus 
des  villes  et  chatelenies  retrocedees  par  la  France  qui  n'ont 
pas  exced^  trois  cents  mille  ecus  par  an,  toutes  charges  de- 
düites,  comme  L.  H.  P,  V  ont  fait  voir  par  les  estats  qu  elles  en 
ont  fait  dresser  et  communiquer  et  qui  ont  ßte  examines  par 
un  des  commis  des  fmances  de  sa  M^^'  Impi*^  et  catholique,  et 
pour  ftnir  de  meme  les  contestations  survenues  k  cause  de  T  in- 
execution  de  quelques  articles  du  dit  traite  au  sujet  du  paye- 
ment  des  dits  arrerages  depuis  le  15  de  Novembre  1715  jus- 
ques  au  premier  de  Janvier  17 18  que  de  la  part  des  estats  ge- 
neraux  on  a  fait  monter  au  delä  de  quatre  cents  mUle  ecus, 
L  H-  R  se  contenteront  pour  tous  ces  arrerages  depuis  le  15 
de  Novembre  17 15  jusqu*au  dit  premier  Janvier  17 18  de  deux 
cents  mille  ecus  ou  de  cinq  cents  mille  florins  de  HoUande,  pay- 
ables  par  vingt  mille  ecus  par  an,  jusques  ä  Textinction  de 
cette  somme  totale^  pourveu  que   le  subside  entier    leur  soit 


39^  rj'S  Dez.  22, 

paye  depuis  le  commencement  de  la  presente  annee  de  la  ma- 
niere  suivante: 

Sjavoir  que  les  arrerages  des  huit  premiers  mois  de  la 
presente  annöe,  faisans  la  somme  de  trois  cents  trente  trois  mille 
trois  Cents  trente  trois  florins,  six  sols,  huit  deniers  de  Hollande, 
seront  payös  de  la  mßme  maniere  par  portions  de  vingt  mille 
ecus  par  an,  comme  dit  est,  immediatement  aprfes  le  payement 
des  dits  arrerages  des  ann^es  precedentes.  Pour  seuret^  du 
payement  des  uns  et  des  autres  sa  Mt^  Imple  et  catholique  en- 
gage  et  aflfecte  par  forme  d'hypotheque  speciale  les  droits  d'en- 
tr6e  et  de  sortie  des  bureaux  de  Gand,  Bruges  et  Ostende  par 
dessus  et  sans  prejudice  de  Tengagement  subsidiaire  des  dits 
bureaux  pour  la  somme  de  deux  cents  cinquante  mille  florins 
de  Hollande  par  an  stipulöe  par  la  presente  Convention.  Pour 
plus  grande  seuretö  de  quoy  les  administrateurs  generaux  des 
droits  d'entr^e  et  de  sortie  se  chargeront  par  Tacte  de  sou- 
mission  qu'  ils  pdsseront  pour  le  payement  annuel  de  cinq  cents 
cinquante  mille  florins  de  Hollande  pendant  les  six  annees  de 
leur  administration  de  celuy  des  six  premieres  portions  ou  ter- 
mes  des  dits  arrerages,  et  aprfes  Texpiration  du  tems  de  leur 
contract  et  recette  le  reste  sera  pay^  par  quartal  par  les  nou- 
veaux  administrateurs  ou  par  ceux  qui  auront  alors  la  regie  et 
recette  des  dits  droits  ä  Gand,  Bruges  et  Ostende,  de  la  ma- 
niere et  sous  les  engagemens  stipulös  pour  F  assurance  du  pay- 
ement des  cinq  cents  cinquante  mille  florins. 

Le  surplus  ou  les  trois  mois  restants  des  arrerages  de  la 
presente  ann^e,  faisant  la  somme  de  cent  vingt  cinq  mille  flo- 
rins de  Hollande,  sera  payd  en  17 19  et  1720,  sa  Mte  Imple  et 
catholique  affectant  specialement  ä  ce  payement  le  revenu  des 
villes  et  chatelenies  retrocedöes  par  la  France  par  dessus  et 
sans  prejudice  de  Taffectation  des  septs  cents  mille  florins  par 
an  faite  par  cette  Convention. 

L.  H.  P.  jouiront  des  revenus  des  pais  retrocedes  jusques 
au  dernier  du  mois  de  Novembre  passe,  et  elles  pourront  pro- 
ceder  par  voye  d'execution  au  recouvrement  des  arrerages  des 
revenus  des  dites  villes  et  chatelenies,  echuz  et  ä  echeoir  jus- 
ques au  demier  du  mois  de  Novembre  passö,  et  se  servir  poiu" 
cet  effet  des  memes  moyens  d'execution  contre  les  etats  (ä  la 
reserve  des  ecclesiastiques),  magistrats,  villes  et  chatelenies,  fer- 
miers  et  autres  qu'  elles  cnit  stipulez  pour  le  recouvrement  de 


171^  Dez.  22.  ^^c 

sept  Cents  mille  florins  par  an  assignez  sur  les  dits  revenus,  et 
se  pourront  servir  aussy  des  memes  moyens  ä  V  egard  de  cent 
vingt  cinq  mille  florins  qui  leur  sont  assignös  conformement  ä 
Tarticle  precedent 

Et  comme  sa  Mte  a  donne  ses  droits  d*  entree  et  de  sortie 
en  administration  et  direction  avec  Obligation  aux  administra- 
teurs  generaux  ou  directeurs  des  dits  droits  de  payer  annuelle- 
ment  une  somme  fixe  au  plus  grand  profit  des  finances  de  sa 
Mte,  les  administrateurs  generaux  ou  directeurs  des  susdits  droits 
passeront  un  acte  par  leguel  ils  s'  obligeront  sous  condamnation 
volontaire,  laquelle  sera  decretee  par  le  grand  conseil  de  Ma- 
lines et  par  ceux  de  Brabant  et  de  Flandre,  de  payer  de  trois 
en  trois  mois  pendant  tout  le  tems  de  leur  administration  le 
dit  quartal  de  la  somme  de  cinq  cents  cinquante  mille  florins 
de  Hollande  au  receveur  general  des  Provinces-Unies  ou  k  ses 
ordres,  comme  dit  est,  et  le  present  article  suffira  pour  la  de- 
charge  des  dits  administrateurs  ou  directeurs  avec  la  quitance 
du  dit  receveur  general  des  Provinces-Unies.  Les  dits  admini- 
strateurs generaux  ou  directeurs  s'  obligeront  par  le  mßme  acte 
de  rembourser  dans  cinq  annöes  en  payemens  egaux  ce  qui 
reste  ä  payer  aux  estats  generaux  en  remboursement  des  sus- 
dits un  million  quarante  mille  six  cents  vingt  cinq  florins  lev6s 
en  17 10  sur  les  bureaux  de  Gand,  Bruges  et  Ostende  avec  les 
interets  qui  echerront  chaque  ann^e,  ä  fin  qu'au  bout  de^cinq 
ans  ces  bureaux  soient  entierement  decharges  de  la  dite  levöe. 

Et  au  defaut  du  payement  de  la  maniere  regime  cy-dessus, 
tant  des  sommes  du  subside  de  cinq  cents  mille  ecus  ou  un 
million  deux  cents  cinquante  mille  florins  monnoye  de  Hollande 
qua  du  dit  remboursement,  pourront  les  seigneurs  estats  ge- 
neraux proceder  aux  moyens  de  contrainte  et  d'execution,  mßme 
par  voye  de  fait,  contre  le  receveur  general  des  finances  de  sa 
Mt<^  et  contre  celuy  des  pais  retroced^s  qui  seront  Tun  et  Tau- 
tre  responsables  et  pourront  Stre  execut^s  pour  les  receveurs 
particuliers  et  subalternes  des  fonds  assignös  dans  leur  depar- 
temens,  s'ils  venoient  tant  les  susdits  premiers  que  les  autres 
ä  detourner  quelque  chose  de  leur  recette  generale  ou  parti- 
culiere  au  prejudice  de  ce  qui  est  portö  par  la  presente  Conven- 
tion, bien  entendu  que  cet  article  n'  aura  lieu  contre  le  receveur 
general  des  finances  qu'en  cas  de  regie  des  droits  d'entröe  et 
de  sortie. 


396 


171^  Öe£,  32. 


Sa  M'*^  accorde  le  möme  droit  d'  execution  tant  contre  les 
bureaux  engages  cy-dessus  par  hypotheque  speciale  que  con- 
tre les  bureaux  engages  subsidiairement  au  defaut  des  premiers 
et  contre  les  fonds  meme  du  dit  pais  retrocede,  comm*  aussi 
contre  les  estats  (excepte  les  ecclesiastiques)  et  contre  les  magi- 
strats  des  villes  et  chatalenies  du  dit  pais  retrocedö,  s'ils  ve- 
noient  ä  faire  difficulte  ou  ä  porter  de  trop  longs  delais  ä  re- 
partir  et  fournir  les  impositions  qu  ils  doivent  ä  sa  Mie  Impl^ 
et  catholique. 

Et  cette  execution  contre  les  dits  estats,  excapte  les  eccle- 
siastiques, et  contre  les  dits  magistrats  se  fera  au  nom  et  de 
la  part  de  sa  Mt<^  et  de  la  maniere  accoutumee,  sa  Mte  authori- 
sant  ä  cet  effet  les  gouvemeurs  des  places  de  la  barriere  qui 
luy  ont  prete  serment  et  y  soumettant  les  dits  estats,  excepte 
les  ecclesiastiques,  et  les  dits  magistrats  en  vertu  de  la  presente 
Convention  aussi  bien  que  les  dits  fonds,  comme  y  ^toieot  sou- 
mis  ceux  qui  estoient  hypotheques  specialenient  et  assignes  pour 
les  sommes  respectives  du  susdit  subside  par  les  articles  dix 
neuf  et  separ^  du  traite  de  la  barriere.  Les  officiers  de  justice 
ä  qui  il  appartiendra  seront  obliges  de  donner  Tassistance  ne- 
cessaire  de  leur  office,  lorsque  ceux  qui  seront  porteurs  des 
condamnations  volontaires  qui  seront  decretees  et  expediees  en 
faveur  de  L.  H.  R  contre  les  administrateurs  des  droits  d*en- 
tree  et  de  sortie  de  sa  Mtc  de  meme  qu'ä  la  Charge  de  leurs 
associes  auront  recours  h  eux,  ä  fin  de  proceder  ä  T  execution 
des  dites  condamnations  volontaires,  suivant  V  usage  receu  aux 
tribunaux  oü  elles  auront  Bt6  expediees,  de  la  meme  maniere 
qu'on  est  accoutume  d'y  executer  les  sentences  que  les  natifs 
et  autres  habitans  des  Pais-Bas  Aütrichiens  y  obtiennent.  Et 
quant  aux  estats  des  pais  retrocedez  (ä  la  reserve  des  eccle- 
siastiques) magistrats,  bureaux  et  fonds,  on  pourra  les  executer 
de  la  maniere  qu'on  en  est  convenu  par  le  traite  de  barriere. 

Et  fmalement  outre  T  ordre  que  sa  Mte  donnera  au  gou- 
vemeur  general  des  Pais-Bas  Aütrichiens  la  presente  Conven- 
tion servira  d' ordre  et  d' Instruction  speciale  et  irrevocable  pour 
luy  et  ses  successeurs  ä  venir^  en  vertu  de  laquelle  ils  seront 
obliges  d*  executer  et  de  faire  executer  ce  qui  est  porte  par  la 
presente  Convention,  avec  defense  expresse  de  ne  divertir  ni 
permettre  que  par  .  le  conseil  d'  estat  et  des  finances,  directeur 
general  des  finances  ou   tei  autre  que  ce  puisse  estre  soit  di- 


1718  Dez.  22.  l^gn 

vertie  aucune  somme  des  revenus  susmentionnös  des  dites 
villes  et  chätelenies  ni  de  la  dite  administration,  regie  et  recette 
des  droits  d'entröe  et  de  sortie  pour  quelque  besoin  que  ce 
puisse  6tre,  mSme  le  plus  essentiel  et  le  plus  pressant  du  Ser- 
vice, si  ce  n'est  de  ce  qui  restera  aprfes  le  payement  des  sus- 
dits  quartaux,  lequel  payement  ne  pourra  estre  letardö  moins 
refus^  sous  pretexte  de  compensations,  liquidations  ou  autres 
pretensions  de  quelque  nom  ou  nature  qu'eUes  puissent  estre; 
au  moyen  de  quoy  L.  H.  P.  les  seigneurs  estats  generaux  re- 
noncent  et  se  departent  entierement  en  vertu  de  la  presente 
Convention  de  toute  action  et  hypotheque  qui  avoient  &t6  sti- 
pulöes  par  les  articles  dix  neuf  et  separö  du  traitö  de  barriere 
ä  la  Charge  des  provinces  de  Brabant  et  de  Flandres,  leurs  de- 
partemens,  chätelenies,  les  sept  quartiers  d'Anvers  et  contre  les 
estats  et  receveurs  des  dites  provinces. 

m. 

Le  payement  des  interets  des  sommes  levöes  sur  le  re- 
venu  des  postes  aux  Pais-Bas  Austrichiens  estant  fort  arrier^  sa 
Mte  Imple  et  catholique  promet  et  s'engage  d'y  remedier,  en 
faisant  le  plütöt  qu'il  sera  possible  le  remboursement  entier  de 
ce  qui  est  du  des  interSts  et  du  capital,  et  en  attendant  que 
cela  soit  executö  sa  Mt^  Imple  et  catholique  donnera  des  or- 
dres  tres  precis,  pour  que  le  revenu  des  postes  soit  employö 
conformement  aux  obligations  et  qu'il  n'en  soit  rien  detoumö 
au  prejudice  de  leur  contenu. 

IV. 

Les  seigneurs  estats  generaux  ayant  fait  des  avances  con- 
siderables  pour  le  payement  des  interets  des  levöes  d'argent, 
specifi^es  au  traitö  de  la  barriere,  il  a  et6  convenu  et  accordö; 
que  la  somme  de  sept  cens  cinq  mille  onze  florins,  18  sols, 
10  deniers  que  sa  Mte  Imple  et  catholique  doit  ä  L.  H.  P.  sui- 
vant  la  hquidation  arret^e  ce  jourd'huy,  22  Decembre  17 18, 
sera  rembours^  en  portions  egales  de  vingt  mille  ecus  ou  cin- 
quante  mille  florins  de  Hollande  par  an,  ä  commencer  imme- 
diatement  apr^s  les  six  ans  de  la  presente  administration  ge- 
nerale des  droits  d'entröe  et  de  sortie,  sa  Mt^  Imple  et  catho- 
lique engageant  les  dits  droits  en  Flandre,  tels  qu'on  les  leve 
a  present  et  qu*on   continuera  de  les  lever  aprte  la  fin  de  la 


398  '7>^  I^z.  22. 

dite  administration  generale,  pour  le  remboursement  de  la  dite 
somme  de  sept  cens  cinq  mille  onze  ilorins,  18  sols,  10  deniers, 
par  forme  d'hypotheque  speciale,  et  en  attendant  et  jusqu'au 
remboursement  eflfectif  eile  fera  payer  les  interöts  ä  raison  de 
deux  et  demi  pour  cent  par  an  de  la  dite  somme  ou  de  la 
partie  qui  n'en  anra  pas  estö  remboursöe. 

Pour  fiaciliter  le  payement  des  dits  interets  de  deux  et 
demi  pour  cent  par  an,  L.  H.  P.  consentent  qu'ils  soient  pris 
sur  le  double  canon  par  an  des  huit  cents  mille  florins,  lev^s 
sur  les  revenus  de  la  province  de  Namur  et  subsidiairement 
sur  ceux  de  la  Marie  et  de  la  province  de  Luxembourg,  ä  con- 
dition  que  le  dit  double  canon  sera  continu^  ä  proportion  du 
temps  que  le  remboursement  des  dits  huit  cents  mille  florins 
sera  retard^  par  cette  diminution. 

V. 
Pour  terminer  les  diflferens  touchant  Tartillerie  et  les  ma- 
gasins  de  guerre  et  specialement  touchant  la  propriet^  de  ceux 
de  Venlo,  St.  Michel  et  Stevenswaert,  places  cedöes  aux  estats 
generaux  par  le  trait^  de  barriere,  sa  Mt^  Imple  et  catholique 
renonce  ä  cette  artillerie  et  k  ses  magasins,  moyennant  que  L. 
P.  H.  se  desistent,  comme  elles  fönt  par  la  presente  Convention, 
du  payement  qui  leur  est  du  en  vertu  de  l'acte  pass^  k  An- 
vers  le  30  du  mois  de  Janvier  17 16  par  le  sieur  comte  de 
Kinigseg,  plenipotentiaire  de  sa  Mt^  ImpJe  et  catholique,  des 
poudres,  plomb  et  quelques  autres  munitions  de  guerre  que 
les  commissaires  de  sa  Mte  Imp^e  et  catholique  ont  prises  pour 
son  compte,  conformement  au  dit  acte  et  aux  listes  sign^es  par 
les  dits  commissaires,  dont  la  valeur  est  au  delk  de  cent  mille 
florins.  Au  reste  sa  M^^  Imple  et  catholique  ne  pretend  rien 
h  titre  des  poudres  et  autres  munitions  qui  furent  trouvöes,  ap- 
partenantes  h  la  France  ä  la  reduction  d' Anvers,  Malines,  Gand 
et  autres  places  des  Pais-Bas  Aütrichiens. 

VI. 
Les  estats  generaux  remettront  incessamment  aprfes  Te- 
change  des  ratifications  de  la  presente  Convention  ä  sa  Mte 
Imple  et  catholique  la  possession  et  jouissance  de  toutes  les 
villes,  chastelenies,  districts  et  departemens  retrocedez  par  la 
France,  suivant  la  teneur  du  premier  article  du  traite  de  bar- 
riere.   Et  sa  Mte  Imple  et  catholique  remettra  pareillement  in- 


17 18  Nov.  21.  5^0 

cessamment  apr^s  le  dit  echange  des  ratifications  ä  L.  H.  P.  la 
possession  du  terrain  et  des  polders  qu'elle  leur  a  cedes  en 
Flandre  par  Tarticle  premier  de  cette  Convention. 

vn. 

Au  reste  le  traitö  de  barriere  et  Tarticle  separ^  du  15  de 
Novembre  171 5  seront  confirmös,  comme  ils  sont  confinn^s 
par  ces  presentes  en  tout  et  en  chacun  de  leurs  articles,  en 
tant  qu'il  n'y  a  rien  de  changö  par  les  articles  de  cette  Con- 
vention. 

vm. 

Comme  pour  plus  grande  seuret^  et  execution  du  traitö 
de  la  barriere  sa  Mt^  brittannique  a  confirmö  et  garanti  le  dit 
traite,  ainsi  sa  dite  Mte  promet  et  s'  engage  de  mesme  de  con- 
firmer  et  de  garantir  la  presente  Convention,  comme  eile  la 
confirme  et  garantit  par  cet  article. 

IX. 

Le  present  traitö  sera  ratifi^  et  approuvö  par  sa  Mt^  Imple 
et  catholique,  par  sa  Mt^  brittannique  et  par  les  seigneurs  estats 
generaux  des  Provinpes-Unies,  et  les  lettres  de  ratification  seront 
delivr^es  dans  le  terme  de  six  semaines  ou  plustost  si  faire  se 
peut,  ä  compter  du  jour  de  la  signature. 

En  foy  de  quoy  nous  ambassadeurs  et  plenipotentiaires  de 
sa  Mt^  Imple  et  catholique  et  de  sa  Mt^  brittannique  et  depu- 
tez  et  plenipotentiaires  des  seigneurs  estats  generaux  en  vertu 
de  nos  pouvoirs  respectifs  avons  esdits  noms  signö  ces  pre- 
sentes de  nos  seings  ordinaires  et  ä  icelies  fait  apposer  les  ca- 
chets  de  nos  armes.  Fait  ä  la  Haye,  le  vingt  deuxi^me  De- 
cembre  mil  sept  cens  dix  huict.i) 

L.  S.   Le  M«  de  Priö.    L.  S.  Cadogan.     L.  S.  J.  v.  Wynbergen. 

L.  S.    W.  van  der  Does. 

L.  S.    A.  Heinsius. 

L.  S.    G.  G.  Taets  van  Amerongen, 

L.  S.    D.  d.  Kempenaer. 

L.  S.    Everhard  Rouse. 

L.  S.    E.  Tamminga. 


')  Am  Tilge,  da  die  Unter^euhnunfr  dieses  Vertrages  stattfand,    22,  De\. 
1718,  stellte  der  A/'*  de  Prie  im  Haag  eine  Declaration  folgenden  Inhaltes  aus: 


'400  '7>9  Nov.  i8. 

19. 

Konvention  fischen  Karl  VI„  Georg  L  und  Lndwig  XV,  von 
Frankreich,  betreffend  die  Accession  Spaniens  \ur  Quadrupel- 
allian^  und  die  Succession  in  Toscana,  Parma  und  Piacen^a, 
samt  ^ei  Separatartikeln  d,  d,  Haag  171p  Nov.  18. 

Rat.  Georgs  L  d,  d.  St.  James  ijip  Nov.  ßo.\Dei.  11 ;  Karls  VI. 
d.  d.Wien  ijip  De^.  p;  Ludwig  XV.  d.  d.  Paris  1719  De^.  iß. 

Die  Originale  des  Haupivertrages  und  der  Separatartikel  im  St-A.  und 
R.  O.,  die  Originale  der  Ratifikationen  seitens  Karls  im  R.  O.,  jene  Georgs 
und  Ludwigs  im  St-A.  —  Drucke  bei  Bittner  N.  726. 

Liest  man  die  einzelnen  Bestimmungen  der  Quadrupelalliani, 
so  merkt  man  alsbald,  wie  kompliziert  die  Verhältnisse  waren,  deren 
Ordnung  seitens  der  interessierten  Mächte  versucht  wurde,  wie  sehr 
diese  aber  auch  darauf  aus  waren,  sich  gegen  jeden  möglichen  Schaden 
^«  sichern,  der  sich  ans  der  Auslegung  des  vereinbarten  Vertrages  für 
sie  ergehen  konnte.  Die  Abmachungen  waren  getroffen,  aber  niemand 
wusste,    ob  sich   die   beteiligten  Mächte   den  Entscheidungen   der  Ver- 


Der  Kaiser  hat  sich  im  Barrierevertrag  d.  d.  Antwerpen  171^  Nov.  75  \ur  Zah- 
lung der  Anleihen,  die  der  verstorbene  Karl  IL  von  Spanien  unter  der  Garantie 
der  Generalstaaten  aufgenommen  hat  und  der  SooiX) ,  resp,  20000  Gulden^ 
die  Karl  IL  an  Wilhelm  von  Oranien  fahlen  sollte  —  von  denen  im  18.  Artikel 
des  Barrierevertrages  weitläufig  die  Rede  ist  —  nur  auf  Bitten  der  General  stauten 
und  des  englischen  Königs  und  in  der  Absicht  entschlossen,  Jen  Abschluss  des 
Barrierevertrages  nicht  {ii  hindern,  //.  ^.  mehr  als  Nachfolger  in  den  spanischen 
Königreichen  als  in  den  spanischen  Niederlanden.  Karl  VI.  protestiert  nun  bei  dem 
Abschlüsse  des  neuen  Vertrages,  der  die  Durchführung  des  Barrierevertrages 
bezwecke,  diese  Erklärung  anders  als  im  obgedachten  Sinne  abgegeben  \u  haben 
und  behält  sich  das  Recht  vor,  sich  bei  dem  Besitzer  Spaniens  schadlos  ^u  halten ; 
^  gleicher  Zeit  wird  erklärt  „que  V  intention  de  sa  M*^  Impf*  et  catholique  n'  est 
pas  de  deroger  par  cette  protestation  aux  engagemens  dans  lesquels  eile  est  en- 
tr^e  envers  les  etats  generaux  par  le  traite  de  barriere  pour  le  payement  des 
dites  pretensions,  ni  de  prejudicier  directement  ni  indirectement  au  droit  que 
L.  H.  P.  ont  acquis  anterieurement  au  traite  de  barriere  et  ä  la  nouvelle  Con- 
vention tant  sur  les  hypotheques  ^comprises  dans  les  obligations  pass^es  par  le 
dit  feu  roy  Charles  II  de  glorieuse  memoire  qu*  a  V  cgard  de  sa  M*^  Imp^  et 
catholique  comme  prince  souverain  des  Pats-Bas  Auirichiens,  puisque  la  presente 
protestation  ne  sr  fait  que  dans  la  veue  de  donner  a  connoitre  et  de  reserver  le 
droit  qu*  a  sa  M^  de  se  faire  desinteresser  par  la  cour  de  Madrid  ou  par  celui 
qui  possede  l*  Espagne  des  dt^tes  et  sommes  mentionees  cy-dessus.**  Der  Kaiser 
spricht  die  Erwartung  aus,  dass  die  Generalstaaten  wie  England  dafür  Sorge 
tragen  werden^  dass  dem  Kaiser  die  erwartete  EntscJtädigung  \u  Teil  werde. 


1719  '^ov-  '^-  40t 

mittler  fügen  würden.  Deshalb  die  zahlreichen  Beschränkungen  und 
Klauseln y  die  dem  Vertrage  einverleibt  wurden^  deshalb  die  Verwah- 
rungen gegen  die  Giltigkeit  einzelner  Zugeständnisse,  falls  nicht  die 
entsprechenden  Gegenforderungen  erfiilli  werden  sollten,  deshalb  auch  die 
ins  einzelnste  gehenden  Verfügungen  für  alle  möglichen  Eventualitäten, 
Die  Ratifikationen  wurden  seitens  der  Herrscher  Englands,  Frankreichs 
und  Österreichs  vor  Ende  des  festgesetzten  Termines  vollzogen.  Auch 
gieng  der  Wiener  Hof  daran,  den  Wortlaut  des  Aktenstückes  festzu- 
stellen,  diis  des  Kaisers  Renunziation  auf  die  spanische  Monarchie 
zum  Ausdrucke  bringen  sollte.  Man  verfasste  mehrere  Projekte ;  in 
dem  einen  wurde  Philipp  V.  als  König  von  Spanien  bezeichnet,  in  dem 
anderen  lediglich  als  Herzog  von  Anjou ;  sich  selbst  legte  Karl  VI,  in 
beiden  Aktenstücken  den  Titel  eines  Königs  von  Spanien  bei;  auch  ge- 
schah bei  Aufzählung  der  verzichtleistenden  Personen  der  josefmischen 
Töchter  keine  Erwähnung ,  dagegen  wurde  ausdrücklich  erwähnt,  dass 
nebst  dem  in  Frankreich  regierenden  Hause  auch  die  Familien  Condd 
und  Conti  vom  spanischen  Throne  ausgeschlossen  sein  sollten,^)  Allein 
die  französische  Regierung  weigerte  sich  auf  das  entschiedenste,  diese 
Erklärung  z^i  akzeptieren,  Hess  den  2,  Oktober,  den  Tag  des  Rati- 
fikation saustausche  s,  vorübergehen  und  ruhte  nicht,  bis  durch  Stanhope' s 
Vermittelung  der  Wiener  Hof  sich  ^«r  Ausfertigung  einer  Verzicht- 
leistung surkunde  bereit  erklärte,  die  den  Wünschen  der  Franzosen 
entsprach.^) 

')  Im  St.-A.  liegen  als  Beilage  yur  Weisung  Karls  VI,  an  Penterriedter 
iL  d,  14.  Sept.  lyiS  verschiedene  Entwürfe  der  Renunziation,  Dieser  Weisung 
ist  auch  {u  entnehmen,  diiss  St.  Saphorin  das  Modell  für  diese  Renunziations- 
erhlärung  entwarf  Dasselbe  befindet  sich  gleichfalls  als  Beilage  der  oben  er- 
wähnten   Weisung  im  St,-A, 

»)  Dieselbe  wurde  auf  den  i6,  Sept.  {urückdatiert  und  lautet  nach  dem 
im  R.  O,  befindlichen  Gr.: 

Nos  Carolus  etc,  notum  facimus  omnibus  praesentibus  et  futuris ,  post- 
quam  post  immatura  fifa  Ser^*  olim  et  Pot^^  principis  Caroli  II  Hispaniarum 
et  Indiarum  regis  recol,  mem.  ob  causam  successionis  in  sua  regna  durum  diu- 
turnumque  bellum  ortum  sit,  quod  universam  pene  Europam  diu  foedeque  afflixit, 
neque  componendis  litigiis  ii  qui  Traiecti  ad  Rhenum  Badaeque  Helvetiorum 
celebrati  fuere  conventus  adeo  ex  integro  suffecerinty  quin  recens  in  Italia  bel- 
lum rruperit,  divina  bonitatc  factum  esse,  ut  collatis  amicis  consiliis  reque  ma- 
ture  deliberata  ac  discussa,  die  2^<^  mensis  Augusti  huius  anni  iyi8  Londini  nos 
inter  et  Ser»***»^  ac  PoP*^^»^  Galliae  regem  Ludovicum  XV  sub  tutela  Ser^^  prin- 
cipis Philippi,  ducis  Aurelianensis,  regni  Galliae  pro  tempore  regentis  agentem, 
nee  non  Ser*******  ac  Rof^****^  Magnae-Britanniae  regem  Georgium,  ducetn  Bruns- 
viiO-Luneburgensem,  sacri  Rom*  imperii  electorent,  certi  pacificationis  foederumque 
articuli  conclusi  signatique  fuerint,  eo  unice  collimantes,  quo  alma  pax  inter 
Österreichisch-englische  Staats  vertrage.  Bd.  I  26 


4oÖ  iy'9  ^^ov.  18. 

Auch  die   Verhandlungen    mit  dem   neuen  Könige   von  Sardinien 
verliefen   verhältnismässig  glatt,    nachdem   Viktor  Amadeus   die  Hoff- 


principes  quibuB  ea  tarn  constat  magis  semperque  magis  firmetur,  inter  eos  vero 
qui  adhuc  dissident  quantocyus  revocetur  ac  reflorescat  atque  iideo  hoc  tantum 
pacis  beneficium  sublatis  e  medio  simultatibus  universae  Europae  commune  tan- 
dem  reddatur,  ad  assequendum  vero  tarn  salutarem  sco/um  haud  alia  certior 
via  Visa  sit,  quam  per  ipsos  hosce  tractattis  ad  mentcm  et  normam  praecedentium 
separationem  perpetitam  coronarum  Galliae  et  Hispani.ii\  itidem  scparationem 
perpetuam  Hispaniarum  et  Indiarum  a  statibus,  quos  nunc  possidemus  et  vi  trac- 
tatus  possidere  debemus,  denuo  imnmtabili  lege  (cui  salus  totius  Europae  innixa 
est)  stabilirc,  atque  ut  stato  inter  Europae  principes  virium  aequilibrio  iustaque 
commensuratione  unio  plurium  coronarum  in  unum  idcmqiw  caput  ac  lineam 
avertatur  providere  aliaque  commoda  et  emolumenta  nobis  ac  iis  principibus,  qui 
istius  pacificationis  foederumque  socii  sunt  aut  iis  a.  cedere  vellent  asserere,  prout 
latius  in  dictis  conventionum  articulis  continetur. 

Cum  vero  istorum  tractatuum  partem  constituat  renuntiatio  in  regna  Hi- 
spaniarum et  Indiarum  a  nobis  facienda,  quod  nos  ob  insitum  nobis  pacis  Stu- 
dium atque  in  salutem  trauquillitatemque  pubJicam  amorem  omni  alia  rationr 
potentiorem  utque  otnnem  a  nobis  sinistrae  suspicionis  ansam  removerrmus,  iuri- 
bus  nostris  in  dicta  Hispaniarum  ac  Indiarum  regna  cedere  decreverimus  die 
tumque  tractatum  Londini  per  plenipotentiarios  nostros  subscribi  mandaverimus, 
scilicet  statum  Europae  luctuosissimum  impendentemque  tot  poptdis  et  nationibus, 
ni  votis  amicorum  principum  cederemus,  stragem  commiscrati,  commoti  quoque 
iis  quae  in  praefato  tractatu  confinentur  emolumentis  in  hanc  regnorum  Hi- 
spaniarum et  Indiarum  cessionem  et  abdicationcm  devcnimus,  praesertim  quoii 
per  illam  ea  quoque  renuntiatio,  quam  Ser^*^  et  Pof»***»  princeps  Philippus  quin- 
tus  Hispaniarum  et  Indiarum  rex  in  regnum  et  coronam  Galliae  pro  se  suisque 
posteris  sub  5^  Novembris  anno  171 2  in  favorem  Ser****  ducis  Aureli<inensis  fecit 
atque  in  Hispania  in  leqem  abiit  nostraeque  ceu  conäitioni  innixa  est,  plenum 
suum  vigorem  et  effectum  sortiatur,  pariterque  per  eam  illae  renunciationes,  quas 
Ser^***  dux  Bituricensis  24*^  die  mensis  Novembris  anno  I/12  Marlii  et  prae- 
fatus  Ser******  dux  Aurelianensis  die  ig»  eiusdem  mensis  et  anni  Parisiis  fecerunt 
et  per  tractatus  Traiectenscs  //"•«  die  mensis  Aprilis  anno  iji^  eonfirmatae 
fuere,  convalidentur  atque  adeo  perpetua  et  immiitabili  iam  lege  statutum  sami- 
tumque  permaneat,  quod  nullo  unquam  tempore  monarchiae  Galliae  et  Hispa- 
niae  in  unam  eandemque  personam  nee  in  unam  eandemque  lineam  coalescere 
valeant 

His  igitur  tantis  rationum  momentis  indu  ti,  nrce  optatissimam  pacnn 
universalem  quietemque  Europae^  quae  in  bina  isla  renuntiatione  consistere  cen- 
setur,  diutius  remoraremur,  animo  deliberato  ac  maturo  consilio  vigore  praesentium 
i  edimus,  abdicamus  et  renuntiamus  pro  nobis,  heredihus,  descendentihus  et  suc- 
cessoribus  nostris,  maribus  et  foeminis,  omnibits  rationibus,  iuribus^  actionibus 
et  praetensionibus,  quae  nobis  in  regna  Hispaniarum  et  Indiarum  ditionesque 
coronae  hispanicae  per  tractatus  Traiectenses  et  per  hos  praefato  Hispaniarum 
et  Imiiarum  regi  con  essas  competunt  aut  competere  possent  idque  omne  ius  nos- 
trum  in  modo  dictum  Ser**^**»^  principem   Philippum   Hispaniarum    ac   Indiarum 


1^19  Nov.  i8.  ^03 

nungslosigkeit  schier  Bemühungen    erkannt  hatte,    sei  es   durch  Abma- 
chungen  mit  dem  Kaiser,  sei  es  durch  den  Anschluss  an  Spanien  gün- 


regem  eiusque  posteros,  heredes  ac  successores,  mares  et  foeminas,  his  vero  quo- 
modocunqiii'  deficientibus  in  domum  Sabaudicam  iuxta  praefati  tractatus  tenorem 
ac  in  eo  stattitiim  siiccedendi  ordinem,  videlicet  in  Ser*****"^  modernum  Sardiniae 
regem,  dncem  Sabaiidiae,  Pedemontii  principe m,  Victor em  Amadeum  eiusque ßJios 
rt  i/rscendentes  mascidos  ex  legitimo  matrimonio  natos,  et  deficiente  eins  progenie 
masatlina  in  principem  Amadeum  a  Carignano  eiusque  filios  et  descendentes 
masculos  ex  legitimo  matrimonio  procreatos,  et  deficiente  quoque  huius  progenie 
masculina  in  principem  Emanuelem  de  Sabaudia  eiusque  filios  et  descendentes 
masculos  ex  legitimo  matrimonio  natos,  iisque  deficientibus  in  principem  Eu- 
genium  a  Sabaudia  eiusque  filios  et  descendentes  masculos  ex  legitimo  matri- 
monio natos,  ceu  ab  infante  Catharina  regis  Philippi  II  filia  oriundos,  ex  certa 
scientia,  sponte  libereque  harum  vigore  transferimus  et  abdicamus,  renuntiantes 
pro  nobis,  nostris  heredibus,  descendentibus  et  successoribus  nostris  omnibus  ra- 
tionibus  et  iurihus,  quae  nobis  aut  ipsis  in  dicta  regna  quomodocunque  sive  iure 
sanguinis  sive  ex  pactis  antiquis  et  legibus  regni  competunt  aut  competere  qua- 
cunqiw  rattone  possent 

Confirmamus  approbamusque  istam  a  nobis  factam  renuntiationem  regno- 
rum  Hispaniarum  ac  Indiarum,  volentes  ac  statuentes  eam  habere  vim  legis 
publicae  et  sanctionis  pragmaticae,  et  ut  ita  ab  omnibus  regnorum  nostrorum  et 
provinciarum  subditis  recipiatur  executionique  mandetur,  non  obstantibus  quibus- 
cunque  legibus,  sanctionibus,  pactis  et  consuetudinibus  in  contrarium  facientibus, 
quibus  omnibus  quantum  ad  hunc  actum  expresse  derogamus,  suppientes  omnes  si 
qui  forent  defe.tus  iuris  et  facti,  styli  et  observantiae ;  renuntiantes  quoque  om- 
nibus benefi^iis  iuris  in  specie  restitutionis  in  integrum,  prout  et  exceptionibus 
quibuscunque  excogitahilibus  etiam  laesionis  enormis  et  enormissimae ,  cui  et 
quibus  omnibus  deliberate,  sponte  et  ex  certa  scientia  renuntiamus  easque  pro 
reiectis,  nullis  renuntiatisque  haberi  volumus,  serio  sancteque  spondentes,  nos 
saepefatum  principem  modernum  Hispaniarum  et  Indiarum  regem  eiusque  po- 
steros, heredes  et  successores  in  tranquilla  et  pacifica  possessione  dictorum  re- 
gnorum esse  permissuros  neque  eos  vi  huius  renuntiationis  ullo  unquam  tempore 
sive  armis  sive  alio  quocunque  modo  esse  turbaturos  aut  tnolestaturos,  quin  bel- 
lum, quod  ipsis  pro  revindicandis  dictis  regnis  a  nobis  aut  successoribus  nostris 
inferretur,  vel  ex  nunc  illicitum  ei  iniustum,  bellum  e  contra  quod  nobis  ab  ipsis 
aut  ipsis  deficientibus  ab  iis,  qui  in  istam  regnorum  successionem  vocati  sunt, 
defendcndi  sui  causa  inferretur,  licitum  ac  iustum  pronuntiamus. 

Quod  si  forte  ad  hunc  renuntiationis  nostrae  actum  aliquid  amplius  de- 
sideraretur,  id  omne  ex  praecitato  tractatu  Londini  novissime  inito,  qui  unica 
basis,  regula  ac  norma  huius  nostrae  renuntiationis  est  ac  per  omnia  esse  debet, 
supplcri  ac  pro  suppieto  haberi  volumus  ;  verbo  nostro  caesareo-regio  atque  archi- 
ducali  promittentcs  ea  omnia,  quae  in  hocce  successionis,  abdicationis  et  renun- 
tiationis instrumenta  continentur,  sancte  religioseque  observaturos  cum  nos  tum 
a  nostris  posteris  et  successoribus  subditisque  nostris  esse  curaturos  observari. 
In  cuius  rei  fidem,  vim  maiusque  robur  hunc  cessionis,  abdicationis  et  renuntia  - 
tionis  actum  iuramento  corporali,  a  quo  absolutionem  nee  petemus  nos  unquam 

26* 


404  *7'9  Nov.  i8. 

siigere  Bedingungen  {U  erhalten.^)  Am  8,  Nov,  unter  zeichneten  seine 
Vertreter,  wie  jene  Englands  und  Österreichs  —  die  französischen  erst 
lo  Tage  später  —  ^m  London  jene  Vereinbarung,  durch  die  der  Sa- 
voyer  den  Bestimmungen  der  Quadrupelallianz  seine  Zustimmung  gab^), 
und  noch  vor  Schluss  des  Jahres  iji8  war  auch  über  die  Räumung 
Siziliens  und  die  Besitznahme  Sardiniens  eine  Einigung  zwischen  Karl  VI, 
und  Viktor  Amadeus  erfolgt,^)  Dagegen  weigerte  sich  die  spanische  Re- 
gierung vorerst  auf  das  entschiedenste,  die  Verfügungen  der  Quadrupel- 
allianz anzuerkennen,  obgleich  die  spanische  Flotte  wenige  Tage  nach  er- 
folgter Unterzeichnung  dieses  Vertrages  beim  Cap  Passaro  eine  furchtbare 
Niederlage  erlitt  und  obgleich  Stanhope  persönlich  in  Madrid  erschien, 
um  sein  grosses  Werk  auch  hier  ^«w  Sieg  ^«  führen,  Alberoni,  der 
noch  immer  die  ausschlaggebende  Stimme  am  Madrider  Hofe  besass, 
wollte  seine  ehrgeizigen  Pläne  nicht  aufgeben  und  hoffte,  dass  ein  Ein- 
greifen der  Russen  und  Schweden  oder  Unruhen  in  Frankreich  und 
England,  oder  Differenzen  unter  den  Unterfertigern  der  Allianz,   ihm 


nee  ab  alio  forte  petitam  auf  etiam  ultra  oblatam  admittemus,  tactis  sacrosanctis 
evangeUis  in  praesentia  tesfiuw  infrascriptorum  firmavinius  praesensque  renun- 
tiationis  ittstrumentum  manu  propria  subscriptum  caesarro-regio  et  archiducali 
sigillo  munitum  ad  manus  prarfati  Ser****  et  Pot»*^  Magnae-Britanniae  regis  de^ 
posuimus,  Ser^<*  ac  PoP^  Hispaniarum  regt  tempore  et  modo  ipso  tructatu  prae^ 
scriptis  extradendum. 

Acta  haec  sunt  Viennae  die  decima  sexta  mensis  Septembris,  anno  domini 
miUesimo  septingentesimo  decimo  octavOj  regnomm  nostrorum  Romani  septimo, 
Hispaniarum  decimo  sexto,  Hungarici  vero  et  Bohemici  oetavo.  Carolus  ni.  p. 

Praesentes  fuere  Cel^**«  dominus  Joannes  LeopoUus  sacri  Romani  imperii 
princeps  Trautson  etc. ;  Exccll****^  et  lUust»^**«  dominus  Vhilippus  LuJovicus  sacri 
Romani  imperii  hereditarius  ihesaurarius  comes  a  Sin\endorff  etc;  /Txt •.'*"«  et 
Ill,mu»  dominus  Gundaccarus  T/iomas  sacri  Romani  imperii  comes  de  Stahren- 
berg  etc.;  Rev,*****f  don  Fr,  Antonius  Folch  de  Cardona  etc.;  Exe."****'  item  et 
J/imus  dominus  Rochus  comes  Stella  etc. 

Et  quia  ego  infrascriptus  sacrae  C'"*"  regiaeque  catholicac  A/'"'  consiliarius 
aulicus ,  secretarius  status  et  referendarius  auihoritate  C^»  atque  archiducali 
ad  hunc  actum  creatus  notarius  publicus  omnia  haec  fieri  praesens  audivi  et 
vidi ,  ideo  in  fidem  veritatis  nomen  nieum  subscripsi  et  sigillum  nieum  apposui. 
Anno  et  die  ut  supra. 

L.  S.  Joannes  Georgius  de  Hnof,  sacri  Romani  imperii  eques. 

')  Weber  l.  c.  79,  87  f 

»)  Dieser  Vertrag  ist  u.  a.  abgedruckt  hei  Dumont  /.  c.  VIIIji  5^p ;  Jen- 
kinson  /.  c.  II  226;  vgl.  überdies  Bittner  l.  c.  Nr.  712. 

^)  Dieser  Vertrag  d.  d.  Wien  2p.  De{,  1718  ist  gedruckt  bei  Solar  de  la 
Marguerite ,  Traites  puNics  de  la  royale  maison  de  Savoie  etc.  IL  ;8q;  vgl. 
Bittner  /.  c.  Nr.  719, 


I7I9  ^OV'  »8.  405 

Gelegenheit  bieten  würdefi ,  sein  Ziel  ^m  erreichen,  Stanhope  kehrte 
unverrichteter  Dinge  nach  England  {uriick  und  der  TenniUy  bis  j{U 
welchem  Spanien  der  Allian^  beitreten  oder  {ur  Annahme  derselben  ge- 
lungen werden  sollte,  gieng  vorüber y  ohne  dass  die  Beitrittserklärung 
des  Madrider  Hofes  erfolgt  wäre.  Die  Wiener  Regierung  empfand 
aufrichtige  Freude  darüber :  sie  traf  bereits  Verfiigungen  über  die 
italienischen  Besitzungen,  die  sie  so  ufigern  in  die  Hände  der  bour- 
bonischen  Familie  gelangen  lassen  wollte,  hoffte  den  Hauptteil  Toscanas 
an  Lothringen  als  Entschädigung  für  Montf errat,  den  kleineren  mit 
Pisa  an  Modena  übertragen  ^u  können. 

Allein  weder  Frankreich  noch  England  waren  gewillt ,  die  Pläne 
des  Kaisers  {u  fördern,  Wohl  sahen  sich  diese  Mächte  kraft  der 
dem  Kaiser  gegenüber  eingegangenen  Verpflichtungen  genötigt,  den 
Krieg  an  Spanien  ^u  erklären;  allein  sie  wurden  nicht  müde  j(u  be- 
tonen, dass  sie  nur  gegen  Alberoni  und  dessen  ehrgeizige  Pläne  und 
nicht  gegen  das  spanische  Volk  kämpfen  wollten  und  pflichteten  mit 
Eifer  der  Forderung  der  Generalstaaten  bei,  die  eine  neue  dreimonatliche 
Frist  für  den  Beitritt  Spanien  ^.ur  Allianz  verlangten.  Vergebens 
protestierte  des  Kaisers  Gesandter  in  London  und  Paris;  vergebens 
bestürmten  die  kaiserlichen  Minister  in  Wien  die  Vertreter  Englands. 
Stanhope  und  Dubois  blieben  fest  und  Karl  VI,  musste  seine  Einwilli- 
gung z}i  einer  neuen  dreimonatlichen  Frist  geben,^)  Um  gegen  eine  noch- 
malige  Fr  ister  Streckung  gesichert  {u  sein,  verlangte  er  von  Frankreich 
und  England  ein  schriftliches  Versprechen,  dass  dies  die  letzte  dem  spa- 
nischen Könige  j^u  gewährende  Frist  sein  werde,  überdies  aber  die  An- 
nahme der  Geheimartikel  und  die  Unter ^eichnmig  der  Alliani  in  ihrem 
vollen  Umfange  durch  die  Generalstaaten  innerhalb  dreier  Wochen J^^  Das 
letztere  ^u  erreichen  gelang  nicht ;  dagegen  stellte  England,  das  gerade 
damals  Beweise  der  aufrichtigen  Freundschaft  des  Kaisers  durch  die  gegen 
die  neuen  Pläne  der  Jakobiten  gewährte  Unterstützung  erhielt,  den  ver- 
langten Revers  aus,  nach  welchem  die  Spanien  neuerdings  gewährte 
dreimonatliche  Frist  die  letzte  sein  und  die  Mächte  sich  sogleich  mit  der 
neuen  Vergebung  von  Parma  und  Toscana  befassen  sollten,^)  Auch  der 
Regent  unterzeichnete  bald  darauf  diese  Erklärung,  die  nach  dem  Bei- 
tritte der  Generalstaaten  ihre  Geltung  erlangen  sollte.  Zu  gleicher  Zeit 

')  Dies  und  das  folgende  nach  den  Akten  des  St-A,  Vgl,  auch  Weber 
/.  c.  Sc^ff. 

«)   Vgl.   Weber  l,  c,  92. 

•)  Vgl.  die  Berichte  Penterriedters  vom  Mai  1719 ,  insbesondere  votn  22,  Mai 
St.'A. ;  Weber  l,  c.  pj/. 


4o6  i7»9  Nov.  i8. 

set:{te  Pendterriedter  es  durch,  dass  Georg  L  ein  schriftliches  Ver-- 
sprechen  gab,  sich  im  Frieden  von  Österreich  und  Frankreich  nicht 
lu  trennen,^)  Man  sieht,  wie  sehr  die  üblen  Erfahrungen  der  Jahre 
iyi2  und  171 )  nachwirkten.  Das  Misstrauen  der  Wiener  Regierung 
war  übrigens  nicht  unbegründet,  Pendterriedter  konnte  sich  während 
seines  Aufenthaltes  in  den  Niederlanden  davon  überzeugen,  dass  die 
Engländer  nicht  weniger  eifrig  als  die  Franzosen  die  Bemühungen  der 
Generalstaaten  unter stüt:^ten,  die  sich  Ende  Mai  wohl  j^nr  Annahme 
der  Geheimartikel  bereit  erklärten,  aber  die  Kriegserklärung  an  Spanien 
weigerten  und  alles  mögliche  taten,  um  die  oberitalienischen  Besitzun- 
gen für  einen  'bourbonischen  Prinj^en  ^u  retten,  indem  sie  die  Unterferti- 
gung des  bewussten  Reverses  und  damit  die  Philipp  V»  yt  gewährende 
Frist  —  die  ja  vom  Zeitpunkte  ihres  Beitrittes  )  Monate  währen  sollte 
—  hinausschoben.  Der  Wiener  Hof  war  über  das  Vorgehen  der  Ge- 
neralstaaten  empört,  ^ürnte  aber  nicht  minder  den  Engländern,  deren 
Pläne  man  durchschaute.  St.  Saphorin  bekam  bittere  Worte  ^u  hören 
und  glaubte  sich  nur  dadurch  retten  ^u  können,  dass  er  nun  seinerseits 
den  Vorschlag  machte,  man  möge  einen  Zeitpunkt  fixiren,  von  dem  an, 
atich  bei  Weigerung  der  Generalstaaten,  jener  dreimonatliche  Termin  ^u 
rechnen  sei.  Der  Kaiser  war  ^ar  mit  dieser  Lösung  der  Frage,  die 
einer  neuen  Verschleppung  gleichkam,  nicht  eiyiver standen,  glaubte  aber 
im  Hinblicke  auf  den  ungünstigen  Feld^ug  in  Si{ilien,  der  ihm  die 
Notwendigkeit  der  Unterstützung  durch  die  englische  Flotte  deutlich 
bewies,  neue  Opfer  bringen  ^u  müssen.  Er  forderte  vorerst  den  /. 
oder  i^.  Oktober  als  Ausgangstermin  und  schickte,  um  diesen  Termin 
und  eine  bindende  Erklärung  Englands  und  Frankreichs  durch{usetie7i, 
dass  diese  Frist  die  letzte  sein  werde,  den  Grafen  Windischgrät^  in 
besonderer  Mission  nach  London,^)  Doch  blieb  diese  erfolglos;  erst  am 
18.  Nov.  i/lp  wurde  im  Haag  die  Erklärung  von  den  Vertretern  Eng- 
lands, Frankreichs  und  Österreichs  unterzeichnet,  in  der  als  Ausgangs- 
punkt für  die  Spanien  -{//  gewährende  Frist  der  18.  Nov.,  {//  gleicher 
Zeit  aber  bestimmt  wurde,  dass  nach  Ablauf  dieses  Termines  die  Söhne 
der  Königin  von  Spanien  von  der  Erbfolge  in  Parma,  Piacen^a  und 
Toscana  ausgeschlossen  sein  sollten.  Eine  weitere  Verlängerung  des 
Termines  wurde  als  unstatthaft  beieichnei  und  der  Beschluss  gefasst, 
sogleich  die  Frage  ^w  erörtern,  wem  in  diesem  Falle  der  Besit{ 
jener  italienischen  Gebiete  ^if allen  sollte.'^). 

')  Ebenda, 

*)  Instruktion  im  St.-A. 

")  Dem    Vertrage    wurden    2   Separatartikd     beigefügt;     der    erste   be- 


r7i9  Nov.  i8.  407 

Der  Wiener  Hof  begann  in  der  Tat  sofort  die  Erörterung  dieser 
Frage  und  bestimmte  Toscana  dem  Lothringer ^  Piacen^a  dem  Herzoge 
von  Modena;  doch  erklärte  man  sich  bereit,  auch  da;(u  die  Einwilli" 
gujig  {N  geben,  dass  dem  letzteren  die  Anwartschaft  auf  Toscana  unter 
der  Bedingung  zugesprochen  werde,  dass  er  beim  Antritte  dieser  Erb- 
schaft, Modena  und  Reggio  dem  Lothringer  überlasse ;  Parma  sollte  an 
Guastalla  fallen.  Allein  ^ur  Ausführung  dieser  Beschlüsse  kam  es 
nicht.  Ende  des  Jahres  17 19  fiel  Alberoni,  der  Urheber  und  Förderer 
aller  ehrgeizigen,  kriegerischen  Ideen  am  spanischen  Hofe,  der  ent- 
schiedene Gegner  des  Friedens  und  der  Unterwerfung  unter  die  Macht- 
sprüche der  vermittelnden  Fürsten.  Das  grösste  Hindernis  einer  fried- 
lichen Vereinbarung  war  damit  aus  dem  Wege  geräumt.  Freilich  fehlte 
noch  viel  {ur  Verständigung.  Spanien  stellte  Forderungen,  auf  die  der 
Kaiser  niemals  eingehen  konnte  und  die  Hartnäckigkeit,  mit  der  Phi- 
lipp V.  auf  seinen  Ansprüchen  bestand,  Hess  beim  Wiener  Hofe  noch-- 
mals  die  Hojfnung  rege  werden,  dass  Spanien  auch  diesen  letzten  Ter- 
min —  den  man  übrigens  auf  Bitten  der  vermittelnden  Mächte  erst 
vom  Tage  der  Unterzeichnung  des  Reverses  durch  die  Generalstaaten, 
vom  16.  De^'  an  rechnete  —  unbenutzt  werde  vor  überstreichen  lassen. 
Allein  neue,  höchst  energisch  abgefasste  Erklärungen  der  vermittelnden 
Mächte  überzeugten  Philipp  V.,  dass  seine  Hoffnung  durch  Benützung 
der  Rivalität  der  einzelnen  Fürsten  etwas  ^//  erreichen  eine  eitle  ge- 
wesen;  er  musste  erkennen,  dass  eine  weitere  Verzögerung  ihm  nur 
schaden,  nicht  nützen  würde.  Ende  Januar  1^20  gab  er  seinem  Ge- 
sandten im  Haag  den  Befehl,  die  Beitrittserklärung  ^«r  Allianz  in 
seinem  Namen  auszustellen.  Das  darauf  bezügliche  Dokument  wurde 
am   ly.  Februar    unterzeichnet.^)    Dem  Beispiele   Spaniens  folgten  die 

tonte,  dass  Karl  VI.  sich  nur  unter  der  Bedingung  entschlossen  habe  dem 
jet{igen  Besitzer  Spaniens  den  königlichen  Titel  zi^ZUgestehen^  falls  dieser  innet' 
halb  dreier  Monate  dem  jet{t  geschlossenen  Vertrage  beitrete;  der  zpeite  Artikel 
enthielt  die  Verwahrung  des  französischen  Königs  gegen  gewisse  Titel ,  deren 
sich  Karl  VI.  in  der  Konvention  und  bei  der  Ausstellung  der  Vollmachten  bediente. 
')  Der  Vertrag  über  die  Access ion  Philipps  V,  von  Spanien  zur  Quadrupel- 
allian^  d.  d.  Haag  lyao  Februar  ij  wird  im  Bande  Spanien  der  Staatsverträge 
{um  Abdrucke  gelangen;  er  ist  u.a.  gedruckt  bei Lünig  Cod.  Germ.  dipl.  1 881 ; 
Coleccion  de  los  fr  atados  de  pa{  etc.  II.  j;  vgl.  Bittner  l.  c.  Nr.  yjp.  Da 
in  der  spanischen  Ratifikation  dieses  Vertrages  Karl  dem  sechsten  der  ihm 
gebührende  kaiserliche  Titel  nicht  gegeben  wurde,  erklärte*  Windischgrätz  ^^ 
Ausioechslung  der  Ratifikationen  nicht  vornehmen  \u  können.  Es  wurde  daher 
am  IQ.  April  eine  neue  Vi^einbarung  z^isclten  England,  Frankreich,  Spanien 
und  Österreich  unter\euhnet,  in  welcher  der  spanische  Vertreter  die  Erklärung 


4o8  »7'9  Nov.  i8. 

Generalstaaten,  Damit  war  officiell  der  Friede  ^{wischen  Spanien  und 
dem  Kaiser  hergestellt,  das  Ziel  der  Allianz  erreicht.  In  der  Tat 
dauerte  es  aber  noch  ^  Jahre,  bis  auf  gän:{lich  veränderter  Grundlage  eine 
wirkliche  Aussöhnung  der  Herrscher  von  Spanien  und  Österreich  stattfand. 


abgab,  djss  Philipp  V,  dem  Kaiser  d*m  ihm  gebührenden  kaiserlichen  Titel  durch- 
aus nicht  vorenthalten  wolle  und  sich  verpflichtete,  eine  neue  Ratifikationsurkunde 
sobald  als  möglich  \u  beschaffen.  Bei  dieser  Gelegenheit  legten  die  Vertreter 
Frankreichs  und  Englands  dagegen  Venvahrung  ein,  dass  die  Spanier  die  beiden  der 
Ratifikation  inserirten  Verträge  aus  dem  lateinischen  und  französischen  itis  spa- 
nische übersetzt  hatten.  Diese  Abmachung  lautet  nach  dem  im  R,  O,  vorliegenden  Or. 

Postguam  nobis,  suae  Af'««  C^*^,  suae  M^*'  britannicae,  suae  Af'*»  christianis- 
simae  et  suae  Af' •»  catholicae  ministris  plenipotentiariis  apud  dominum  comüem 
a  Windischgrat\,  suae  M**«  C*'«''  ministrum  plrnipoft*ntiarium,  die  i^  Aprilis 
iy2o  congregatis,  dominus  marchio  de  Heretti  Landi,  Af'»*  suae  catholicae  mini- 
ster plenipotentiarius,  declaravit,  se  ratificationes  tractatuum  Hagae  Comitum  die 
16^  et  77»  Februarii  eiusdem  anni  conclusorum  a  rege  domino  suo  obtinuisse, 
ut  more  solito  invicem  commutarentur,  ideoque  tenor  dictarum  ratificationum 
tabularum  a  nobis  mox  dictis  ministris  reeognitus  et  perpensus  est,  printo  quae- 
dam  occurrit  difficultas,  quae  summi  momenti  iudicata  est,  quod  videlicet  in  in- 
strumentis  ratificationum  per  dominum  eomitem  a  Windischgrat\  exhibitis  sua 
M*<^  Qa  nunc  iam  regis  Hispaniarum  titulum  suae  M**  catholicae  tribucret;  e 
contra  vero  in  tabulis  ratificationum,  quas  dominus  marchio  de  Beretti  Landi 
protulit,  nulla  imperatorii  tituli  C*«*  suae  A/<«  competentis  facta  esset  mentio. 
Et  licet  marchio  de  Beretti  asseruerit,  talem  omissionem  nullatenus  animo  con- 
tendendi  vel  quod  Af'«*  sua  catholica  imperatorium  titulum  suae  M**  C*^  tri- 
buere  aut  ut  talem  agnoscere  haesitaret  processisse,  insuper  offerendo  scriptam 
se  declarationem  extraditurum  esse,  vigore  cuius  alia  ratificationum  instrumenta 
imperatorium  titulum  pro  sua  M**  Cj<*  eontinenfia  defectuosisque  praesentibus 
substituenda  absque  mora  allaturus  esset ;  nihilominus  dominus  cotnes  a  Win- 
dischgrat{  inhaesit,  se  his  circumstantiis  praefatarum  ratificationum  comuta- 
tionem  nunc  peragere  absolute  non  valere,  cum  praecipue  hie  de  actu  sacrata  et 
imperatoria  manu  iam  signato  ageretur,  cui  nulla  unquani  deciaratio  aequi- 
pollere  posset,  tametsi  caeterum  minister  caesareus  et  sinceram  regis  catholici  in- 
tentionem  et  ministri  eiusdem  affirmationem  nullo  modo  in  dubium  traheret, 

Secundo  observatum  fuit  in  instrumentis  a  domino  marchione  de  Beretti 
Landi  exhibitis,  non  tantum  praeambulum  et  finem  hispanice  scriptum^  verum 
etiam  ambos  actus  accessionis  suae  Af'*«  catholicae  ad  conventionem  Parisiis  fac- 
tam  et  ad  tractatum  Londini  conclusum,  quibus  modo  dictus  tractatus  de  verbo 
ad  verbum  insertus  est,  ex  latino  et  gallico  in  hispanicum  idioma  fuisse  trans- 
latos,  quod  nos  ministri  suae  M'**  C>«*,  suae  M*^«  britannicae  et  suae  Af'»*  chri- 
stianissimae  usui  contrarium  fore  existimavimus  in  quantum  eoncernit  traduc- 
tionem  insertorum  actuum  primitus  aliis  in  Unguis  conceptorum ,  marchio  vero 
de  Beretti  Landi  tanquam  stylo  curiae  et  praxi  in  eiusdem  aula  receptae  con- 
fortne  defendit;  has  ob  causas  nos  infrasignati  plenipotentiarii  ministri  cupientes 
unanimiter  exoptato  fine  praesentes  negociationes  corotiare  convenimus^  ut  domi- 
nus marchio   de  Beretti  aulam   suam   de  prima   difficultate   respectu   titulorum 


I719  Nov.   18.  j^QQ 

Tametsi  rex  Hispaniarum  protrahendo  bellum,  quod  tarn 
iniuste  movit,  se  privaverit  a  die  2^  Novembris  expectativis 
in  ditiones  a  magno  duce  Hetruriae  et  duce  Parmae  Pia- 
centiaeque  possessas,  quae  deficientibus  successoribus  masculis 
per  articulum  quintum  tractatus  foederis  inter  suam  M^^^  O*™, 
^t6m  britannicam  et  regiam  christianissimam  M*«"*  2^  Augusti 
1718  Londini  initi  in  favorem  filii  primogeniti  regis  Hispaniarum 
ex  thoro  secundo  nati  destinatae  erant,  octavo  vero  articulörum 
secretorum  diserte  cautum  sit,  quod  si  rex  Hispaniarum  post 
terminum  trium  mensium  a  die  subscriptionis  computandorum 
conditiones  pacis  illi  propositas  acceptare  renueret  et  principes 
confoederati  eundem  per  anna  eo  compellere  tenerentur,  tunc 
nova  conventione  inter  eos  stabiliendum  esset,  cui  principi  vel 
quibus  aliis  principibus  sua  M****  O*  dictas  expectativas  in  ex- 
clusionem  filii  modernae  Hispaniarum  reginae  ex  consensu  im- 
perii  conferre  deberet;  hac  dispositione  tarnen  non  obstante  sua 
Mtas  cea  cathoüca  ad  manifestandum  sincerum  suum  in  tranquilli- 


absque  mora  certioreftt  redderet,  uti  ex  nunc  tarn  spondet,  imperatorium  tiiulum 
sitae  C«»*  Af'«  a  rege  catholico  conferendum,  quemadmodum  etiam  sua  Af*«*  C*« 
catholici  regis  titulo  M^*^  suam  catholicam  compellat 

Quod  secundam  vero  concemit  difficultatem  'traductionis  nimirum  in  ki- 
spanicam  linguam  tractatuum  primitus  et  originaliter  in  latino  et  gaUico  idio- 
mate  conceptorttm  pariter  convenimus,  ut  unusquisque  de  hac  difficultate  aulam 
suam  informaret  instructionesque  illinc  et  mandata  desuper  expectaret,  Nihilo- 
minus  declaramus  lianc  moram,  quam  praedictae  duae  difficultates  produxerunt, 
ratificationum  commutationes  convento  tempore  peragendas  nunc  impendientem 
nulli  partium  contractantium  praeiudicium  afferc  debere  vel  posse,  et  quod  ubi 
primum  dominus  marchio  de  Beretti  Landi  novas  debito  pro  sua  M^  imperatoria 
titulo  ornatas  ratificationum  tabulas  acceperit,  nosque  omnes  ministri  plenipo- 
tentiarii  super  difficultate  traductionis  tractatuum  in  hispanicum  idioma  (uti 
supradictum  est)  ab  aulis  nostris  explicationes  et  mandata  obtinuerimus,  ad  com- 
mutationem  dictarum  ratificationum  indilate  procedemus,  et  illa  extraditio  in- 
vicem  peragenda  censebitur  ac  si  convento  tempore  contigisset  In  quorum  fidem 
HOS  ministri  plenipotentiarii  suae  Af'*»  C'«*,  suae  Af'»»  britannicae,  suae  Afi**  chri- 
stianissimae  et  suae  A/'«*  catholicae  praeseiitem  declarationem  manibus  nostris 
subscripsimus  sigillisque  nostris  cofnmunivimus. 

Actum  Hagae  Comitum  die  dedma  nona  Aprilis  anni  millesimi  sepUn- 
gentesimi  vigesimi, 

L,  S,    L,  com  es  a  Windischgrät:{, 
L  S.    /.  Dayrolle. 
L,  5.    Fleurau  de  Morville, 
Marques  Beretti  Landi,^) 

')  Die  Namen  stehen  im  Or,  in  gleicher  Linie, 


^10  '7'9  Nov.  i8. 

tatem  publicam  Studium,  et  ad  promovenda  ea  quae  pacem  resti- 
tuere  possent,  et  ut  urgentibus  foederatorum  suorum  votis  non 
desit,  consentit,  ut  ea,  quae  in  dicto  articulo  quinto  tractatus  Lon- 
dini  initi  ratione  spatii  trium  mensium  continentur,  intia  quod  fas 
fuit  regi  Hispanianim  praefato  tractatui  accedere,  vi  praesentis 
conventionis  iidem  liberum  sit  intra  spatium  aliorum  trium  men- 
sium a  die  decima  octava  Novembris  anno  17 19  computandoram 
dicto  tractatui  accedere  eundemque  acceptare,  addita  vero  hac 
expressa  conditione,  ut  vicissim  suae  M*®*  regiae  britannica  et  chri- 
stianissima  spondeant  et  per  hanc  conventionem  solennem  se  ob- 
stringant,  quod  post  elapsum  hunc  terminum  trimestrem  a  die  ho- 
diema  computandum  et  si  rex  Hispaniarum  interea  temporis  con- 
ditionibus  pacis  in  dicto  tractatu  expressis  non  accesserit,  filius  vel 
filii  modernae  Hispaniarum  reginae  ex  tunc  pro  exclusis  ac  non 
admissis  a  successione  ditionum  Hetruriae,  Parmae  et  Placentiae 
ipso  facto  habeantur.  Ut  autem  eo  minus  nova  haec  termini 
prolongatio,  in  quam  sua  M*»»  O*  nunc  consentit  in  posterum 
in  exemplum  adduci  possit,  dictae  regiae  M*^  promittunt,  se 
nuUam  aliam  unquam  termini  prolongationem  in  favorem  filii 
modernae  Hispaniarum  reginae  ab  imperatore  petituras  esse  et 
ex  nunc  cum  sua  M^  O*  convenient,  cui  alten  vel  quibus  aliis 
principibus  expectativas  dictarum  ditionum  in  exclusionem  filii 
aut  filiorum  modernae  Hispaniarum  reginae  secundum  dispo- 
sitionem  octavi  articulorum  secretorum  concedere  debeat. 

Has  ob  causas  et  cum  suae  M*«^  britannica  et  christianis- 
sima  expertae  sint,  quod  aula  hispanica  a  turbulento  ministro 
seducta  abusa  hucusque  fuerit  indulgentiis  in  illius  favorem  ha- 
bitis  et  inde  occasionem  potius  sumpserit  obstinate  et  pertina- 
cius  resistendi,  consentiunt  per  hanc  conventionem  solennem 
conditioni,  quam  imperator  apponit  prolongationi  novi  termini 
trimestris,  promittentes  altefatae  suae  M*®^  et  sese  obstringentes 
eandem  se  sincere  adimpleturas  ita  ut,  si  rex  Hispaniarum  post 
elapsum  novum  hunc  terminum  trimestrem  a  die  hodierna  com- 
putandum conditionibus  pacis  in  dicto  tractatu  expressis  non 
accesserit,  nee  expectativas  nee  ulteriorem  termini  prolongatio- 
nem a  sua  M*«  O*  in  favorem  filii  modernae  Hispaniarum  re- 
ginae petent,  ut  qui  per  lapsum  trium  mensium  ipso  facto  pro 
excluso  habebitur,  et  ex  nunc  convenient  cum  sua  M*«  O*^  ca- 
tholica,  cui  alteri  vel  quibus  aliis  principibus  expectativae  in 
exclusionem  dicti  principis  eo  casu  conferendae  forent. 


17 ig  Nov.  i8.  4t I 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  suae  M*^«  O**,  M**«  bri- 
tannicae  et  regiae  christianissimae  M^^  ministri  plenipotentiarii 
mandatis  necessariis  et  plenipotentiarum  tabulis  invicem  exhi- 
bitarum  muniti  praesentem  hanc  conventionem  subscripsimus  et 
sigillis  nostris  communivimus,  quae  eandem  vim  obtinebit  ac 
si  tractatui  foederis  quadruplicis  verbotenus  inserta  fuisset,  et 
ratificationum  tabulae  a  sua  M*«  O*,  M^  britannica  et  regia  chri- 
stianissima  M*«  extradentur  et  commutabuntur  intra  spatium 
sex  septimanarum  aut  citius  si  fieri  possit.  Actum  Hagae  Co- 
mitis,  die  decima  octava  Novembris,  anni  millesimi  septingen- 
tesimi  decimi  noni. 

L  S.   Leopoldus  Victorinus  comes  a  Windischgrätz. 
L.  S.    Cadogan. 
L.  S.    Fleuriau  de  Morville.^) 

Articulus  separatus. 

Quamvis  iam  articulo  separate  quadruplicis  foederis  Lon- 
dini  22.  Julii  v.  st./2.  Augusti  n.  st.  elapsi  anni  conclusi  cautum 
sit,  sacram  O»™  regio-catholicam  M*®»"  moderno  Hispaniarum 
possessori  regium  titulum  haud  concedere,  nisi  in  eum  duntaxat 
casum  ubi  et  ille  huic  tractatui  accesserit;  cum  tamen  hodie 
conventionem  super  novo  termino  trimestri,  in  qua  dictus  mo- 
dernus Hispaniarum  possessor  rex  Hispaniarum  et  Indiarum  per 
totum  compellatur,  inter  sacrae  O*®  regio-catholicae,  sacrae  re- 
giae britannicae  et  sacrae  regiae  christianissimae  M*"'"  pleni- 
potentiarios  subscribi  contingat,  e  re  esse  iudicatum  est  reser- 
vationis  huius  denuo  mentionem  fieri. 

Articulus  iste  separatus  eandem  vim  obtinebit  ac  si  de 
verbo  ad  verbum  ipsimet  tractatui  insertus  foret  ratihabebitur- 
que  eodem  modo  atque  ratihabitionum  tabulae  intra  idem  tem- 
pus  cum  ipsa  conventione  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  separatum  subscrip- 
simus et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Hagae  Comitis, 
die  decima  octava  Novembris,  anni  millesimi  septingentesimi 
decimi  noni.^) 


')  Du  Namen  stehen  im  Or.  in  gleicher  Linie, 
*)  Dieselben  Unterschriften  wie  im  Hauptvertrage, 


412  »7^0  April  2. 

Articulus  separatus. 

Quum  titulorum  aliqui,  quibus  sacra  C«»  M**«  sive  in  ple- 
nipotentiis  sive  in  conventione  et  articulis  separatis  hodie  sub- 
scribendis  utitur,  per  sacram  regiam  M*«™  christianissimam 
agnosci  haud  possint,  per  hunc  articulum  separatum  et  ante 
conventionem  subscriptum  declarat  et  protestatur,  quod  per 
dictos  hac  conventione  et  articulis  separatis  adhibitos  titulos 
aut  sibi  alterive  praeiudicare  aut  sacrae  C®*®  M**  ius  uUum  ad- 
iicere  minime  intendat. 

Articulus  iste  separatus  eandem  vim  obtinebit  ac  si  ipsi- 
met  conventioni  hodie  subscriptae  verbotenus  insertus  foret 
ratihabebiturque  eodem  modo  atque  ratihabitionum  tabulae  in- 
tra  idem  tempus  cum  ipsa  conventione  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  separatum  subscrip- 
simus  et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Hagae  Comitis, 
die  decima  octava  Novembris,  anni  millesimi  septingentesimi 
decimi  noni. ') 


20. 

Konvention  ^^wischen  Karl  VI.,  Georg  L,  Ltidicig  XV,  von 
Frankreich^  Victor  Amocleus  IL  von  Sardinien  und  Philipp  V. 
von  Spanien,  betreffend  den  Waffenstillstand  :{ur  See  d.  d, 
Haag  1720  April  2. 

Rat,  Philipps   V.  d.  d,    Aranjiie:^   i/20  Mai  20. 

Dil-  Originale  der  Konvention  im  .SY.-.-l.  und  R.  ().,  die  der  Ratifikation 
derselben  durch  Philipp  im  St.-A.  und  R.-O,  —  Drtieke  bei  Hittner  Nr.  yji. 

Als  eine  naiiir liehe  Konsequenz  des  Beitrittes  Spaniens  {ur  Qna- 
drHpelallian{  ergab  sich  die  Räumung  Siziliens  seitens  der  Spanier  und 
die  Übergabe  dieser  Insel  an  den  Kaiser.  Allein  auch  in  dieser  Frage 
ergaben  sich  Schwierigkeiten,  deren  Überwindung  nicht  (dtne  grosse  Mühe 
gelang.  Philipp  V.  hatte  am  selben  Tage,  da  er  die  Bef etile  yur  Unter {cicJi- 
nung  der  Quadrupelallian^  gab,  den  Abschluss  eines  Waffenstillstandes 
für  Sis^ilien  verlangt;  Osterreich  aber  erklärte,  die  Waffenruhe  könne  nur 


')  Dieselben  Unterschriften  wie  im  Hauptvertrage. 


1720  April  2.  413 

dann  bewilligt  werden^  wenn  ^gleich  die  Räumung  der  Insel  von  den 
Spaniern  :{ugesianden  werde.  Dagegen  protestierte  ntm  Philipp  V.  auf 
das  nachdrücklichste  und  forderte  von  den  vermittelnden  Mächten  für 
die  Räumung  Siziliens  neue  Konj^essionen ;  unter  anderen  von  England 
die  Übergabe  Gibraltars,  Aber  auch  diesmal  war  er  nicht  in  der  Lage 
seine  Ansprüche  durchiuset^en ;  es  gelang  dem  englischen  Vertreter  in 
Madrid  die  Einwilligung  Philipps  V.  dafür  ^u  gewinnen,  dass  die  Rege- 
lung der  Gibraltar  frage  einem  künftigen  Kongresse  überlassen  werden  y  die 
Räumung  Sardiniens  und  Siziliens  dagegen  gleich  erfolgen  sollte.  Frei-- 
lieh  nahmen  die  Spanier  diese  Erklärung  nicht  ernst  und  suchten  nach 
neuen  Vora^änden,  um  die  Durchführung  des  gefassten  Beschlusses  ^// 
ver:{Ögern,  In  diesem  Sinne  stellten  sie  an  Penterriedter  das  Ansinnen, 
von  den  Bevollmächtigten  der  kriegführenden  Mächte  die  Bedingungen 
feststellen  {u  lassen,  unter  denen  der  Waffenstillstand  und  die  Räu- 
mung der  beiden  Inseln  erfolgen  sollte.  Allein  Penterriedter  wies  dieses 
Begehren  entschieden  ^urück,  betonte,  dass  darüber  nur  die  an  Ort  und 
Stelle  befindlichen  Generäle  die  richtigen  Beschlüsse  ^u  fassen  in  der 
Lage  wären  y  und  gab  seine  Einwilligung  nur  :{ur  Unterzeichnung  eines 
Waffenstillstandes  {ur  See,  der  am  2,  April  1J20  im  Haag  von  den 
Vertretern  Englands,  Frankreichs,  Österreichs,  Spaniens  und  Sardiniens 
unterfertigt  wurde,^)  Gan^  ausdrücklich  wurde  aber  in  demselben  die 
definitive  Ordnung  der  Waffenstillstands-  und  Räumungsfrage  den  in 
Sizilien  anwesenden  englischen,  spanischen  und  kaiserlichen  Generälen 
überlassen,  die  dann  am  6,  und  8,  Mai  1720  vor  Palermo  {wei  dar- 
auf bezügliche  Konventionen  unterzeichneten,'^) 

Cum  sua  M**^  catholica  tractatum  Londini  2"  Augusti  17 18 
signatum  per  omnia  pure  ac  simpliciter  et  absque  ulla  reser- 
vatione  vel  restrictione  acceptaverit  et  ministri  plenipotentiarii 
britannicae,  christianissimae  et  catholicae  M***"*  vi  mandatorum 
ipsis  impertitorum  29»  Februarii  armistitium  per  mare  signa- 
verint,  quod  armistitium  minister  plenipotentiarius  M*»**  suae  C«*« 
deficientibus  ad  id  plenipotentiarum  tabulis  una  cum  illis  non 
subscripsit,  ideoque  supradicti  ministri  scripto  declaraverint,  sese 


')  Die  Generalstaaten  fehlten,  da  sie  an  dem  Kriege  gegen  Spanien  nicht 
teilgenommen  hatten, 

')  Vgl.  den  Abdruck  weiter  unten  p.  416 ff,;  der  Vertrag  Karls  VI,  mit  Vic- 
tor Amadens  IL  d.  d,  Genua  1720  Juli  /;  und  die  Konvention  Karls  VI.  mit  Phi- 
lipp V.,  die  Übergabe  und  Räumung  Sardiniens  betreffend,  sind  gedruckt  bei 
Solar  de  la  Marguerite  l.  c,  IL  40g,  411,   Vgl.  Bittner  l,  c,  Nr.  y^6  u,  7^7, 


414  ^7^0  April  1. 

cum  nominato  caesareo  ministro  eiusmodi  armistitium  per  mare 
absque  mora,  quam  primum  ipse  tale  mandatum  receperit,  pa- 
riter  subscripturos  esse;  quandoquidem  autem  has  plenipoten- 
tiarum  tabulas  dominus  comes  a  Windischgräz  modo  obtinuit 
et  dominus  marchio  de  Beretti  Landi  pari  mandato  munitus  et 
de  intentione  regis  sui  satis  instructus  est,   uti  et  pariter  mini- 
ster plenipotentiarius  suae  M*>^  regis  Sardiniae  interea  plenipo- 
tentiarum  tabulas  ad  signandum  armistitium  per  mare  accepit, 
nos  infrascripti  suae  C^«,  britannicae^  christianissimae,  catholicae 
et  regis  Sardiniae  M*^™  ministri  plenipotentiarii  conclusimus,  prout 
hisce  concludimus,  armistitium  per  mare  inter  altefatas  M*^  et 
nominatim  quod  concernit  portus  suae  M*^  O*^  tam  in  adriatico 
(qui  communiter  litoralia  austriaca  vocantur)  quam  in  medi- 
terraneo  et  oceano;  quae  mox  dicta  suspensio  armörum  quam 
primum  fieri  poterit  in  iis  locis,  ubi  id  e  re  esse  iudicabitur, 
publicanda  erit  atque  subditorum  vicissim  navigationes  et  com- 
mercia  absque  omni  interruptione  vel  molestia  eundem  in  mo- 
dum,  quo  ante  belli  huius  initium  exercebantur,  penitus  resti- 
tuentur.   Ad  evitandam  autem  omnem  controvertendi  aut  con- 
tendendi  rationem,   quae  ob  restitutionem  navium,  mercium  et 
reliquorum  bonorum  mobilium  ab  una  parte  alteri  post  signa- 
tam  iam  hanc  conventionem  abreptorum  forsitan  exoriri  valeret, 
nos   infrascripti  suarum  altefatarum   M*«»'"   ministri  plenipoten- 
tiarii declaramus,  omnes  naves,  merces  et  reliqua  bona  mobilia, 
quae  una  pars  alteri  auferre  posset  in  mari  britannico,   baltico 
et  boreali,  post  duodecim  dierum  terminum,  qui  a  die  signatae 
praesentis  conventionis  currere   incipiet,   post  sex  septimanas 
vero  a  mari  britannico,   baltico  et  boreali  usque   ad  Promon- 
torium S^  Vincentii,   post   decem   hebdomadum  spatium  inter 
dictum  Promontorium  et  lineam  aequinoctialem,  vulgo  aequa- 
torem,  tam  in  mari  oceano  quam  in  mediterranen  et  adriatico; 
fmaliter  demum  post  sex  menses  in  qualicunque  mari  ultra  dic- 
tam  lineam  aequinoctialem,  absque  ulla  exceptione  vel  ulteriori 
distinctione  temporum  locorumque  ab  una  et  altera  parte  re- 
stituenda  esse,  eo  semper  sensu,   quod  recensiti  modo  termini 
a  dato  huius  conventionis  tantummodo  inter  suam  M^^  C®*^°^  et 
suam  M*®"^  catholicam  atque  inter  suam  M*^'"  catholicam  et  re- 
gem Sardiniae  initium  sumerc  debeant,  ex  eo  quod  conclusum 
inter  suam  M*«'"  britannicam,  christianissimam  et  catholicam  ar- 


1^20  April  2.  ^15 

mistitium  a  die  29**  Februarii  utpote  die  subscriptionis  iam  in- 
ceperit. 

Quandoquidem  vero  sua  M*"  C**  supremo  exercitus  sui 
in  Sicilia  praefecto,  comiti  a  Mercy,  ad  tractandam  cum  mar- 
chione  de  Leede  suae  M*^^  catholicae  ibidem  belli  duce  armorum 
suspensionem  uti  et  ad  transingendum  super  omnimoda  regno- 
riim  Siciliae  et  Sardiniae  evacuatione  facultatem  concessit,  et 
sua  M^**  britannica  pariter  classis  suae  praefecto,  equiti  de  Byngh, 
mandavit,  ut  cum  suae  M**«  catholicae  ministris,  militum  prae- 
sidibus  et  rei  mai  itimae  praefectis  suspensionem  armorum  con- 
cludat,  expresse  declaramus,  quod  praesens  conventio  omnino 
nihil  poterit  mutare,  diminuere  aut  derogare  illis  conditionibus 
et  articulis  cuiuscunque  naturae  sint,  quos  dictus  comes  a  Mercy 
aut  nominatus  eques  de  Byngh  per  aliquam  forsan  conventionem 
cum  marchione  de  Leede,  ministris,  militum  praesidibus  et  rei 
maritimae  praefectis  M*^^  suae  catholicae  concluserint,  quae  dicta 
conventio  comitis  a  Mercy  aut  dicti  equitis  de  Byngh  per  totum 
in  suo  vigore  ex  integro  conservabitur. 

In  quorum  fidem  nos  C^  britannicae,  christianissimae, 
catholicae  et  regis  Sardiniae  M*"™  ministri  plenipotentiarii 
vigore  mandatorum  hinc  inde  exhibitorum  praesentem  con- 
ventionem manibus  nostris  subscripsimus  sigillisque  nostris 
communivimus;  promittentes  quod  ratificationum  tabulae  alte- 
fatarum  M*"'"  debita  forma  confectae  intra  spatium  duorum 
mensium  aut  citius  si  fieri  poterit  commutabuntur.  Actum 
Hagae  Comitum,  die  secunda  Aprilis,  anni  millesimi  septingen- 
tesimi  vigesimi. 

L.  S.    Leop.  comes  a  Windischgrätz. 

L.  S.    Ja.  DayroUe. 

L.  S.    Fleuriau  de  Morville. 

L.  S.    El  marques  Beretti  Landi. 

L.  S.    J.  B.  Despiene.*) 


')  Du  Xjmrn  stehen  im  Or.  in  gleicher  Linie. 


4i6  1720  Mai  6. 

21—22. 

2  Konventionen  ^(wischen  den  englischen,  österreichischen  und 
spanischen  Generälen  über  den  Waffenstillstand  und  die  Räu- 
mung Si^iliefis  und  Sardiniens  d.  d,  Lager  vor  Palermo  ij2o 
Mai  6  u.  8,') 

fOn  St.'Ä.)    Drucke  Bittner  Nr.  7^^. 

21. 

En  vertu  des  pleins  pouvoirs  qua  nous,  les  generaux  com- 
mandants  les  arm^es  faisants  la  guerre  en  Sicile  tant  par  mer 
que  par  terre,  avons  receus  de  nos  souverains  pour  y  traitter 
d'une  Suspension  d' armes  et  de  Tevacuation  des  royaumes  de 
Sicile  et  de  Sardaigne,  nous  avons  convenu  apres  plusieurs 
Conferences  des  articles  suivants. 

L 
Qu'il  y  aura  une  Suspension  d' armes  et  de  tous  actes 
d'hostilitös  entre  les  armöes,  troupes,  flottes,  escadres  et  wais- 
saux  des  puissances  engagöes  dans  la  guerre  presente,  jusques 
ä  rentiere  evacuation  des  royaumes  de  Sicile  et  de  Sardaigne 
et  le  retour  en  Espagne  des  troupes  Espagnoles  qui  sont  dans 
Tun  et  dans  Tautre  des  d*«  royaumes,  et  entre  les  guamisons 
et  troupes,  aussi  bien  par  terre  que  par  mer  ou  sur  les  autres 
eaux,  au  dedans  de  la  mer  mediterranee  ou  costes  voisines; 
tellement  que  s*il  arrive  que  pendant  la  Suspension  on  y  con- 
trevienne  d'aucunes  des  parties,  en  prenant  une  place  ou  par 
attaque,  surprise  ou  intelligence  au  de^a  de  l'etendue  marque 
dans  ce  traittö,  ou  qu'  on  fasse  des  prisonniers,  ou  qu'  on  com- 
mette  d' autres  actes  d*hostilitcs  par  aucun  accident  non  prevü, 
cette  contravention  sera  bonifiee  de  chaque  partie  de  bonne 
foy  Sans  deley  ou  sans  difficulte,  en  rendant  sans  aucune  di- 
minution  ce  qui  aura  ete  pris  et  en  donnnnt  la  libertö  aux  pri- 
sonniers sans  payer  des  rentions^)  ou  fraits.  Ht  pour  prevenir 
toutes  les  occasions  de  plaintes  qui  pourroient  survenir  ä  Te- 
gard  des  waissaux,  marchandises  et  effets  qui  pourroient  estre 

')  Für  liic  informierende  liinleifung  v^/.  />.  -//^ ;  das  eigentümliche  der 
Schreibweise  ist  darauf  \uriick\u rühren,  dass  der  Schreiber  dieses  Vertrages  ein 
Spanier  war. 

*)  So  im  Or,  wohl  für  rations. 


1720  Mai  6.  ^jiy 

prises  en  mer,  on  convient  reciproquement  que  tels  waissaux, 
marchandises  et  effets  qui  seront  pris  dans  la  mer  mediteranöe 
ou  au  levant  du  cap  Saint  Vincent  vers  ou  dans  la  mer  medi- 
teranöe  apres  la  datte  de  la  signature  de  la  Suspension  d'  armes 
seront  rendus  de  part  et  d'autre  sans  aucune  exception. 

n. 

Les  troupes  Espagnoles  ^vacueront  Palerme  cinq  jours  apres 
la  signature,  et  on  rcmettra  Castelamare,  le  mole  et  tous  les 
forts  avec  V  artillerie  et  munitions  de  guerre  que  T  on  y  a  trouv^ 
et  qui  existent  actuellement,  et  Tarraöe  Espagnole  marchera  le 
jour  auparavant  ä  marche  reglee  d'armöe  k  Termini  et  dans 
les  villages  suivants:  Baucina,  Bentemilia,  Gimina,  Montemajor, 
Caltabuturo,  Petralia,  Vicary,  Polici,  la  Rochela,  Rocapalamo, 
Cacamo,  \)  qui  se  trouvent  tous  aux  environs  de  d*  Terminy,  et 
ä  mesure  que  les  dites  troupes  s' embarqueront  Ton  ^vacuera 
les  villages  les  plus  eloignös  et  on  donnera  les  ordres  les  plus 
rigoureux  pour  empecher  qu'  on  ne  couppe  les  arbres  fruittiers 
et  les  grains  et  qu'on  ne  fasse  aucun  desordre. 

m. 

Que  les  malades  et  blesses  des  troupes  d'Espagne  reste- 
ront  dans  le  mesme  hopital  ou  elles  sont  ä  Palerme  avec  tous 
les  medecins,  chirurgiens  et  autres  employ^s  au 2)  d*  hopital  pour 
r  assistance,  Service  et  direction  du  d*  hopital,  oü  il  y  aura  une 
garde  d'un  lieutenant  et  vingt  hommes  des  troupes  d'Espagne 
pour  contenir  les  malades  dans  T  hopital,  et  on  foumira  pour 
le  d*  hopital  tout  ce  qu'  ils  auront  besoin  pour  leur  subsistence 
au  directeur  pour  son  argent,  et  d'  abord  qu'  il  y  aura  des  con- 
valescens  en  etat  de  marcher  on  leurs  foumira  des  bagages  ou 
barques  pour  les  transporter  ä  Termini,  en  payant;  ceux  qui 
auront  des  armes  pourront  les  transporter  avec  eux. 

IV. 

11  sera  permis  que  les  ministres  de  Tintendence  et  com- 
missaires  de  guerre,  commis  du  contadore  et  du  tresorier,  tant 
de  terre  que  de  mer,  restent  ä  Palerme,  tant  pour  rajustement 


')  Ventimiglia,    Ciminna,   Montemaggiore,    Caltavulturo,  Poli\\i,  Rocella, 
Roccapalumba. 

*)  Im  Or,  aux. 
Österreichisch-englische  Staatsverträge.  Bd.  L  27 


4l8  »?20  Mai  6. 

des  comtes  comme  des  dispositions  necessaires  pour  Tembar- 
quement,  jusques  a  ce  qu'ils  soyoient  effectu^s  on  donnera 
im  etat  des  noms  de  ceux  qui  resteront. 


II  sera  permis  aux  officiers  et  ministres  de  Tarmöe  Espa- 
gnole  et  quelqu'autre  qui  se  puisse  estre  employe  a  Tarni^e 
de  retirer  du  d*  Palerme  leur  famille,  effets  et  equipages,  soit 
par  mer  ou  par  terre,  et  de  quel  autre  endroit  du  royaumes 
qu'ils  ayent,  pour  lequel  il  leurs  sera  donn^  des  passeports, 
leurs  facillitant  les  bagages  ou  barques  qu'ils  auront  besoin 
pour  leur  transport,  en  payant.  II  sera  permis  aussi  aux  offi- 
ciers, ministres  et  domestiques  de  Tarm^e  Espagnole  d'entrer 
ä  Palerme  pour  les  affaires  particulieres  ou  celles  de  leurs  re- 
giments,  moyennant  qu'ils  ayent  passeport  de  Monsieur  le  M'^ 
de  Lede,  leur  general. 

VI. 

Que  tous  les  magazins  de  munitions  de  guerre  et  vivres 
de  quelle  espece  qui  se  puisse  estre,  y  compris  Torge  et  la 
paille,  appartenant  aux  troupes  d'Espagne  dans  le  d*  Palerme 
ou  ses  faubourgs,  y  resteront  en  toute  seuret^,  et  il  sera  per- 
mis aux  d*«»  troupes  de  les  entirer  pour  leur  service,  soit  par 
mer  ou  par  terre,  k  mesure  qu'ils  en  auront  besoins,  et  quand 
on  le  jugera  convenir,  on  laissera  des  commissaires  pour  en 
avoir  soin,  et  Monsieur  le  comte  de  Mercy  ordonnera  d'v 
mettre  des  gardes  de  ses  troupes  pour  leur  scurete. 

vn. 

Les  troupes  d'Espagne  qui  se  trouveront  dans  les  villes 
et  villages  surnomm^s  vivront  pour  leur  argent  h  l'exception 
du  fourrage  vert,  paille  et  bois,  et  on  nommera  des  officiers 
commis  pour  faire  fournir  aux  d^^  troupes  fourage  vert,  la  paille 
et  bois  dans  les  villes  et  villages  oü  sont  les  troupes,  aux- 
quels  on  donnera  les  troupes  qu'ils  demanderont  pour  se  faire 
obeir,  sans  qu'il  soit  permis  aux  troupes  Espagnoles  d'envoyer 
des  troupes  en  execution. 

VIII. 

Aussitot  apres  Tevacuation  de  Palerme  Ton  envoyera 
ordre  pour  faire  retirer  les  troupes  qui  sont  a  Girgenti. 


1^20  Mai  6.  ^iq 

IX. 

L'evucuation  d' Auguste  se  fera  d'abord  que  Ton  aura 
fourni  les  embarquations  necessaires  pour  T  embarquement  de 
Tartillerie,  munitions  de  guerre,  vivres,  de  quelle  qualitö  que 
ce  soit,  et  autres  attirails  de  guerre,  et  generalement  tout  ce  qui 
y  est  dans  les  magazins  lesquels  seront  transportes  ä  Terminy 
ou  ä  Palerme,  comme  Ton  trouvera  convenir,  apres  quoy  les 
troupes  d'Espagne  remettront  la  place  aux  troupes  Allemandes 
sans  toucher  aux  fortifications,  et  la  guarnison  Espagnole  se 
mettra  en  chemin  pour  revenir  a  Terminy  ou  aux  villages  mar- 
ques  par  le  chemin  le  plus  court,  faisant  une  marche  reglee 
d'  infanterie.  Ä  1'  egard  des  troupes  d'  Espagne  qui  se  trouvent 
au  blocus  de  Siracuse  et  ä  Jacyreale*)  ou  autres  endroits  du 
royaume,  on  leur  envoyera  ordre  aussitot  apres  Tevacuation 
de  Palerme  de  se  mettre  en  marche  et  de  venir  joindre  Y  armöe 
ä  Terminy,  leurs  ordonnants  de  ne  commettre  aucun  desordre 
dans  la  route;  il  sera  nomme  de  la  part  de  M^  le  comte  de 
Mercy  des  officiers  commis  pour  marcher  avec  les  dites  trou- 
pes pour  leur  faire  livrer  paille,  orge  et  pain  et  ce  qu'ils  au- 
ront  besoin  pour  leur  subsistence  que  Ton  payera  apres. 

X. 

Que  toutes  les  troupes  tant  de  terre  que  Celles  de  mer 
et  les  gens  de  mer  dans  Tetat  ou  elles  se  trouvent  ä  present 
dans  ce  royaume,  tous  les  generaux,  officiers,  ministres  et  quel- 
ques autres  qui  se  puissent  estre  employ^s  dans  Tarmee,  ils 
leurs  sera  permis  de  s'embarquer  pour  passer  en  Espagne  en 
toute  seurete,  aussi  bien  que  d* 'autres  sujets  Espagnols  qui  vou- 
dront  y  passer,  sans  qu'on  puisse  les  en  empecher. 

XL 
Que  toutes  les  troupes  Espagnoles,  tant  infanterie  que  ca- 
vallerie  et  dragons,  devront  estre  conduites  en  Espagne  avec 
leurs  armes,  drapeaux,  etendarts,  chevaux,  habits  et  bagages 
en  toute  seuretö,  sans  qu'il  leur  puisse  estre  mis  aucun  ob- 
stacle,  et  estre  d^barques  ä  la  coste  de  Catalogne  ou  Valence, 
tant  dans  des  embarquations  qu'  on  pourra  fournir  promptement 
que  dans  celles  qui  pourront  venir  d' Espagne  ou  d' autres  ap- 
partenantes  k  d' autres  puissances,  par  la  voye  la  plus  courte. 

')  Aci  Reale. 


430  «7^0  ^ai  <^« 

xn. 

Que  Ton  sera  oblige  de  foumir  tous  les  waisseaux  et 
autres  embarquations  necessaires  pour  T  embarquement  des 
troupes  Espagnoles,  tant  infanterie  que  cavalerie,  artillerie, 
munitions  de  guerre  et  equipages,  bien  entendu  ä  leurs  frais, 
leurs  donnants  des  waisseaux  de  guerre  de  sa  Mt^  britanique 
pour  les  escorter  et  pour  leur  seuretö  jusqu'  ä  ce  qu'  ils  soyent 
arrives  en  Espagne,  dont  Ton  conviendra  du  nombre  avec  M"* 
Tamiral  Bings. 

xin. 

L'  embarquement  des  troupes  se  fera  en  deux  ou  trois  fois 
et  plutot  si  faire  se  peut,  elles  s'embarqueront  d'abord  que  les 
embarquations  seront  prettes  et  qu'il  y  ait  tous  les  vivres  ne- 
cessaires dans  les  waisseaux  et  barques  pour  quarante  jours, 
tant  pour  les  hommes  que  pour  les  chevaux,  sur  le  pied  de  la 
ration  ordinaire,  et  on  ne  pourra  point  obliger  d'embarquer 
plus  de  monde  dans  les  dites  barques  que  ce  qu'  elles  peuvent 
contenir  selon  les  regles  ordinaires,  pour  quelles  y  puissent 
estre  ä  leur  aise  dans  la  chaleur  oü  on  va  entrer. 

XIV. 

II  sera  permis  d'embarquer  et  de  conduire  en  Espagne 
en  toute  seurete  toute  T  artillerie,  mortiers  tant  de  bronze  que 
de  fer  qui  existe  dans  les  places  qu  on  evacuc  dans  ce  roy- 
aume  et  qu  1'  ona  apporte  d'  Espagne,  aussi  bien  que  celle  que 
r  on  a  fondu  ä  Palerme  du  metail  que  1'  on  a  apporte  d'  Espagne, 
aussi  bien  que  Celles  qu'on  a  apportces  d' autres  endroits  de- 
puis  que  les  troupes  d'  Espagne  sont  dans  le  ro vaume,  laissant 
dans  les  places  celles  qui  existent  et  qu'on  y  a  trouve.  L'on 
remettra  aussi  de  bonne  foy  toutcs  les  munitions  de  guerre 
qu'on  a  trouve  dans  Castelamare  et  les  forts  de  Palerme,  Ter- 
mini et  autres  endroits,  oü  il  y  en  avoit,  quand  les  troupes 
d'  Espagne  sont  arrivees  ou  les  ont  occupes  et  qui  existent.  Et 
il  sera  permis  de  rembarquer  pour  porter  en  Kspagne  toutes 
Celles  qu'on  a  apportees  d' Espagne  ou  fait  venir  d' Italic 

XV. 
Que  tous  les  waisseaux,  galeres  et  autres  embarquations 
appartenants  a  T  Espagne  ou  h  ses  sujets  qui  se  trouveront  dans 
ce  royaume  pourront  librement  passer  en  Espagne  avec  leur 


1720  Mai  6.  42  j 

artillerie  tous  leurs  equipages  et  tous  leurs  effets  qu'ils  pour- 
ront  y  avoir;  il  sera  permis  aussi  de  rembarquer  toute  T  ar- 
tillerie, armes,  ancres,  cordages,  voiles  et  quelquonques  autres 
effets  appartenantes  aux  galeres  d'Espagne  ou  d' autres  embar- 
quations  qu'on  a  desarmees  ou  qui  ont  faits  nauffrage  qui  se 
trouvent  dans  les  places  ou  endroits  qu'occupent  les  troupes 
Espagnoles  aujourd'huy. 

XVI. 

Qu'il  sera  permis  aux  commissaires  qui  seront  nommes 
de  rester  dans  ce  royaume  pour  y  vendre  les  eflfets  qui  exi- 
steront  dans  les  magazins  et  en  quelqu'  autres  endroits  que 
se  puisse  estre,  aussi  bien  que  pour  avoir  soin  des  malades  qui 
ne  seront  point  en  etats  de  s'  embarquer  avec  le  reste  des  trou- 
pes, aux  quels  on  sera  Obligo,  d'abord  qu'ils  seront  en  etats  de 
s'  embarquer,  de  leurs  fournir  des  embarquations  pour  les  trans- 
porter  en  Espagne,  en  payant. 

xvn. 

L*  artillerie  et  la  cavallerie  d' Espagne  s'embarquera  au 
molle  de  Palerme  et  l'infanterie  a  Terminy  ou  Solando. 

xvm. 

Que  dans  le  tems  de  Tembarquement  ou  devant  n'y  apres 
Ton  ne  pourra  retenir  n'y  reclamer  aucun  deserteur  de  part  et 
d'autre   n'y  retenir  aucun  soldat  sous  pretexte  de  nation. 

XIX. 

Que  tous  les  ofiiciers  et  soldats  de  terre  prisonniers  de 
guerrc,  comme  aussi  les  officiers  et  soldats  de  marine  et  mat- 
telots, faits  pendant  la  guerre  de  Sicile  et  dans  ces  mers  seront 
rcstitues  de  part  et  d'autre. 

XX. 

Que  Ton  donnera  des  passeports  a  tous  les  waissaux, 
galeres,  felouques  et  autres  embarquations  pour  aller  en  Espagne 
ou  pour  autres  endroits  d'ltalie  pour  le  service  de  Tarm^e 
Espagnole,  et  Ton  consent  que  les  six  felouques  de  la  depeche 
passe  a  Terminy  pour  y  porter  les  depeches  oü  on  leurs  or- 
donnera. 

XXI. 

Pour  ce  qui  regarde  les  fraits  des  waissaux  et  toutes  au- 
tres embarquations  qui  serviront  pour  le  transport  des  troupes 


Espagnoles,  ils  se  payeront  aux  pris  accoutumös  et  dont  Ton 
conviendra  pour  le  payement  soit  en  argent  content  soit  en 
lettres  de  change. 

XX. 

L'on  accordera  six  mois  de  tems  aux  officiers  Espagnols 
ou  naturels  du  pays  ou  autres  qui  auront  du  bien  ou  eflFets 
dans  ce  royaume,  pour  que  dans  le  dit  terme  ils  le  puissent 
vendre  ou  alliöner,  apres  quoy  il  leur  sera  accordö  des  passe- 
ports  pour  passer  en  Espagne. 

XXIII. 

I/on  nommera  un  commissaire  de  guerre  pour  examiner 
les  dettes  et  verifier  celles  que  pourront  avoir  contract^es  les 
officiers  de  V  armöe  Espagnole  comme  aussi  celles  qui  pourroient 
y  avoir  pour  le  conte  de  leurs  souverains,  lesquels  se  trouvant 
justes  et  verifiös  seront  pay^s,  bien  entendu  que  dans  ces  det- 
tes ne  devra  pas  estre  compris  la  paille,  les  fourages  et  le  bois 
que  r  armöe  peut  avoir  consumö,  oü  eile  a  estö  campie,  ou  bien 
oü  ont  etös  les  detachements;  et  on  laissera  pour  ottages  un 
collonel  avec  un  commissaire  ordonnateur  et  un  de  guerre 
pour  les  dettes  du  souverain  et  des  officiers  jusqu'ä  rentiere 
satisfaction. 

XXIV. 

11  sera  permis  et  on  donnera  des  passeports  pour  envoyer 
prendre  soit  par  mar  ou  par  terre  en  quel  endroit  du  royaume 
que  ce  soit  tous  les  vivres  de  quelle  qualite  qu'ils  soyent  et 
autres  choses,  dont  on  aura  besoin  pour  la  subsistence  et  em- 
barquations  des  troupes  Espagnoles. 

XXV. 

La  ville  et  chatteau  de  Termini  sera  evacue  de  mesme 
que  les  autres  places  et  remis  aux  troupes  Allemandes  aussitot 
que  les  dernieres  troupes  Espagnoles  seront  embarquees,  et  du 
jour  de  Tevacuation  de  Palerme  il  ne  leur  sera  pas  permis  de 
se  mesler  du  gouvernement  politique  du  royaume. 

XXVI. 

On  reglera  le  nombre  des  troupes  qui  devront  s'embar- 
quer  seien  celuy  qu'on  aura  des  batiments  et  vivres,  et  Ton 
avertira  quelques  jours  auparavant  pour  que  les  troupes  puis- 
sent se  preparer  ä  s'embarquer  et  arriver.    II  sera  permis  de 


1720  Mai  8.  42^ 

laisser  des  commissaires  k  Palerme  pour  rögler  les  vivres  et 
reconnt^tre  ceux  qui  sont  dans  les  magazins.  Apres  le  premier 
embarquement  fait,  on  donnera  un  etat  de  ce  qui  restera  ä 
s'  embarquer  tant  en  chevaux  qu'  en  hommes  et  d'  equipages  ou 
autres  effets  qui  doivent  estre  transport^s  pour  pouvoir  chercher 
les  embarquations. 

xxvn. 

Dfes  que  Palerme  et  le  chatteau  de  Castelamare  avec  ses  forts 
seront  evacues,  les  waisseaux,  galeres  ou  quelqu' autres  embar- 
quations que  se  soit  qui  arriveront  pour  M^  le  M}^  de  Lede  y 
pourrpnt  entrer  et  y  rester  librement  et  luy  sera  remis  de 
bonne  foy  Targent  et  toute  autre  chose  qu'on  luy  apportera. 

xxvni. 

Pour  Texecution  de  ces  articles  on  donnera  en  ottage  de 
part  et  d' autre  un  marechal  de  camp  et  un  collonel. 

Nous  les  souissign^s  generaux,  faisants  la  guerre  tant  par 
mer  que  par  terre  en  Sicile,  en  vertu  des  pleins  pouvoirs  que 
nous  avons  de  nos  souverains  promettons  de  part  et  d' autre 
de  faire  executer  de  bonne  foy  les  articles  cy-dessus  men- 
tionnes.  Fait  aux  camps  pr6s  de  Palerme  le  sixieme  jour  de 
May,  Tan  mille  sept  cents  et  vingt. 

Le  comte  de  Mercy.  G.  Byng.  Le  Marq.  de  Lede. 

L.  S.  L.  S.  L.  S. 

22. 

En  vertu  des  pleins  pouvoirs  que  nous,  les  generaux  com- 
mendants  les  arm^es  faisants  la  guerre  en  Sicile  tant  par  mer 
que  par  terre,  avons  recus  de  nos  souverains  pour  y  traiter 
d'une  Suspension  d' armes  et  de  Tevacuation  du  royaume  de 
Sardaigne  nous  sommes  convenus  apres  plusieurs  Conferences 
des  articles  suivants. 

I. 

La  meme  Suspension  d'  armes,  dont  V  on  est  convenu  pour 
le  royaume  de  Sicile  et  la  Mediterranee,  subsistera  dans  tous 
ces  points  pour  celui  de  Sardaigne. 

U. 

Les  trouppes  Espagnoles  evacueront  le  roiaume  de  Sar- 
daigne aussitot  que  les  trouppes  Allemands  ou  autres  qui  sont 


destines  pour  en  prendre  possession  y  seront  arrives;  Ton  re- 
mettra  toutes  les  places  fortes  avec  rartillerie,  munitions  de 
guerre  qu'on  y  a  trouves  quand  les  trouppes  d'Espagne  Tont 
occup^s. 

m. 

Les  malades  et  blessös  des  trouppes  d'Espagne  resteront 
dans  les  memes  hopitaux  ou  ils  se  trouvent  dans  les  places 
avec  tous  les  medecins,  chirurgiens  et  autres  emploi^s  aux  dits 
hopitaux  pour  leur  assistence  et  service.  Et  il  sera  pennis  d'y 
laisser  des  officiers  pour  en  avoir  soin;  Ton  fournira  pour  les 
dits  hopitaux  tout  ce  qu'ils  auront  besoing  pour  leur  subsi- 
stence  au  directeur  pour  son  argent,  et  d'abord  qu'il  y  aura 
des  convalescents  en  etat  de  marcher,  il  leur  sera  foumi  des 
bagages  et  barques  avec  des  passeports  pour  passer  en  Es- 
pagne,  en  paiant,  et  ceux  qui  auront  des  armes  les  pourront 
porter  avec  eux. 

IV. 

II  sera  permis  que  les  ministres  de  Tintendance,  commis- 
saires  de  guerre,  commis  du  contador  et  du  tresorier,  tant  de 
terre  que  de  mer,  restent  dans  les  places  du  dit  roiaume,  tant 
pour  Tajustement  du  conte  que  pour  les  dispositions  neces- 
saires  pour  T  embarquement  des  trouppes,  jusqu'a  cequ'il  soit 
effectuö  Ton  donnera  un  etat  des  noms  des  ceux  qui  y  re- 
steront. 

V. 

II  sera  permis  aux  ministres  de  Sardaigne  et  autres  sans 
exception  et  aux  officiers  des  trouppes  d'Espagne  et  quelque 
autres  que  ce  puisse  etre  emploies  au  service  des  dites  trouppes 
de  retirer  du  dit  roiaume  leurs  familles,  effets  et  equipages,  pour 
les  transporter  en  Espagne^  leur  donnant  les  passeports  neces- 
saires,  bagages  et  barques  qu'ils  demanderont,  en  paiant. 

VI. 
Tous  les  magazins  de  munitions  de  guerre  et  des  vivres 
et  de  quelques  autres  especes  que  ce  puissent  etre,  y  compris 
r  orge,  paille,  apartenant  aux  trouppes  d'  Espagne  dans  les  places 
ou  autres  endroits,  y  resteront  en  toutte  seurete,  et  il  sera  per- 
mis aux  dites  trouppes  de  les  embarquer  ou  de  s'en  servir, 
comme  elles  le  trouveront  convenir,  et  V  on  nommera  des  com- 


1720  Mai  8.  ^25 

missaires  pour  en  avoir  soin,  y  faisant  mettre  une  guarde  des 
trouppes  Alemandes  ou  autres  qui  prendront  possession  pour 
la  seurßt^  des  dits  magazins. 

vn. 

L'evacuation  d'Algeri*)  et  du  chateau  Arragonese  se  faira 
dans  le  tems  marque,  pourvu  que  les  embarquations  necessaires 
soient  preis  a  Algeri  pour  recevoir  les  trouppes  et  qu'il  y  ait 
tous  les  vivres  necessaires  pour  quarantes  jours,  oü  s'embar- 
quera  pareillement  la  guamison  du  chateau  Arragonese  sans 
que  Ton  puisse  obliger  les  deux  guarnisons  de  marcher  par 
terre  a  Cagliari  pour  s'embarquer,  et  celle  de  Cagliari  s'embar- 
quera  au  dit  Cagliari,  la  cavallerie  dans  une  de  ces  deux  pla- 
ces,  dont  conviendra  le  capitaine  general  qui  commande  dans  ce 
roiaume,  aussi  bien  que  toute  rartillerie,  magazins,  munitions  de 
guerre  et  de  bouche  qui  se  pourront  trouver  dans  les  dites  places 
apartenants  aux  trouppes  d' Espagne,  et  Ton  remettra  les  places 
aux  trouppes  Alemandes  ou  autres  qui  prendront  possession  dans 
leur  nom,  sans  toucher  aux  fortifications,  le  meme  jour  que  les 
trouppes  Espagnoles  s' embarqueront  pour  passer  en  Espagne. 

vm. 

Touttes  les  trouppes  d' Espagne  tant  infanterie,  cavallerie 
que  dragons  devront  etre  transport^s  en  Espagne  avec  leurs 
armes,  drappeaux,  etendarts,  chevaux,  habits,  bagages,  en  toute 
seurete,  sans  qu'ils  puissent  leur  etre  mis  aucun  obstacle,  pour 
etre  debarques  ä  la  cote  de  Catalogne  ou  de  Valenze,  tant  dans 
les  embarquations  que  Ton  pourra  fournir  promptement  que 
dans  ceux  qui  pourront  venir  d' Espagne  ou  d' autres  aparte- 
nants h  d' autres  puissances,  par  la  voye  la  plus  courte. 

EX. 

Touttes  les  trouppes  tant  de  terre  que  de  mer  dans  V  etat 
qu'  elles  se  trouvent  presentement  dans  le  roiaume  de  Sardaigne, 
tous  les  generaux,  officiers,  ministres  et  autres  personnes  qui 
se  puissent  etre  emploies  aux  Services  des  trouppes  d'  Espagne, 
ils  leur  sera  permis  de  s'embarquer  pour  passer  en  Espagne, 
aussi  bien  que  d'  autres  naturels  du  pais  de  Sardaigne  qui  vou- 
dront  aussi  y  passer,  sans  qu'on  puisse  les  en  empecher. 

V)  Algher o. 


426  '720  Mai  8. 

X. 

On  sera  oblige  de  fournir  tous  les  vaisseaux  et  autres 
embarquations  necessaires  pour  T  embarquement  des  trouppes 
d'Espagne  tant  infanterie,  cavallerie  et  dragons,  artillerie,  mu- 
nitions  de  guerre  et  d'equipages,  bien  entendu  a  leurs  frais, 
leur  donnant  de  vaisseaux  de  guerre  de  sa  Mte  brittanique  pour 
les  escorter  en  toutte  seurete  jusqu'en  Espagne. 

XI. 

L' embarquement  des  trouppes  se  fera  dans  les  deux  pla- 
ces  nommöes  et  dans  le  tems  marque,  les  embarquations  etant 
pröts  ä  les  recevoir  et  munis  de  vivres  pour  quarantes  jours, 
tant  pour  les  hommes  que  pour  les  chevaux,  sur  le  pied  de 
la  ration  ordinaire;  et  on  ne  pourra  pas  obliger  d'embarquer 
plus  de  monde  dans  les  barques  ou  vaisseaux  que  ceux  qu'ils 
pourront  contenir  selon  le  regle  ordinaire,  pour  qu'  elles  puissent 
etre  ä  leurs  aises  dans  le  tems  des  chaleurs  oü  on  va  entrer. 

xn. 

II  sera  permis  d'embarquer  et  transporter  en  Espagne  en 
toutte  seurete  toutte  V  aitillerie,  mortiers  tant  de  bronze  que  de 
fer  qui  existent  dans  les  places  du  roiaume  de  Sardaigne  et 
qu'on  y  a  apport^  d'Espagne  ou  d' autres  endroits  depuis  que 
les  trouppes  d'Espagne  y  sont,  laissant  dans  les  places  du  dit 
roiaume  Celles  qu'on  y  a  trouvö  et  qui  existent.  Et  on  remet- 
tra  aussi  de  bonne  foy  touttes  les  munitions  de  guerre  qu'on 
y  a  trouves  lorsque  les  trouppes  d'Espagne  les  ont  occupes 
et  qui  existent  encor,  etant  permis  d'embarquer  toutte  cellc 
qu'on  a  apporte  d'Espagne  ou  fait  venir  d'ailleurs. 

XIII. 
Tous  les  vaisseaux,  galeres  et  autres  embarquations  apar- 
tenants  ä  T  Espagne  ou  ä  ses  sujets  qui  se  trouveront  dans  ce 
roiaume  pourront  librement  passer  en  Espagne  avec  leur  ar- 
tillerie, equipages  et  tous  leurs  effets  qui  pourront  y  avoir.  II 
sera  permis  aussi  de  rembarquer  toutte  1' artillerie,  armes,  an- 
cres,  cordages,  voiles  et  quelques  autres  elTets  que  ce  soient, 
apartenants  aux  galeres  d'Espagne  (Hi  autres  embarquations 
que  l'on  a  desarmes  ou  qui  ont  fait  naufrage  qui  se  trouvent 
dans  les  places  ou  endroits  qui  occupent  les  trouppes  Espagno- 
les  aujourdhuy. 


1720  Mai  8.  ^2*] 

XIV. 

II  sera  permis  aux  commissaires  qui  seront  nommes  de 
rester  dans  ce  roiaume,  pour  y  vendre  les  eflföts  qui  existeront 
dans  les  magazins  ou  en  quelque  autre  endroit  que  ce  puisse  etre, 
aussi  bien  que  pour  avoir  soin  des  malades  qui  ne  seront  point 
en  etat  de  s'  embarquer  avec  le  reste  des  trouppes,  aux  quelles 
on  sera  obligö,  d'abord  qu'ils  seront  en  etat  de  s' embarquer, 
de  leur  foumir  des  embarquations  pour  les  transporter  en 
Espagne,  en  paiant. 

XV. 

Dans  le  tems  de  V  embarquement  ou  devant  ni  apres  V  on 
ne  pourra  retenir  ni  reclamer  aucun  deserteur  de  part  et  d'  au- 
tre ni  retenir  aucun  soldat  sous  pretexte  de  nation. 

*  XVL 

Tous  les  officiers  et  soldats  des  trouppes  qui  sont  en  Sar- 
daigne,  tant  de  mer  que  de  terre,  qui  auront  et6  faits  prison- 
niers  dans  cette  guerre  de  Sicile  et  celle  de  Sardaigne  seront 
restituös,  tant  des  AUemands  que  des  autres  nations,  ä  leurs 
Services  ou  ä  celle  de  leurs  alli^s  pendant  cette  guerre. 

xvn. 

L'on  donnera  des  passeports  ä  tous  les  vaissaux,  galeres, 
felouques  et  autres  embarquations  qui  sont  en  Sardaigne  pour 
aller  en  Espagne  ou  autres  endroits  d*  Italic  pour  le  service  de 
Tarmee  d' Espagne. 

xvm. 

Pour  ce  qui  regarde  les  flets  des  vaissaux  et  de  tous  au- 
tres embarquations  qui  serviront  pour  le  transport  des  troup- 
pes Espagnoles,  elles  se  paieront  au  prix  accoutumö  dont  Ton 
conviendra  pour  le  paiement  soit  en  argent  comptant  ou  soit 
en  lettre  de  change. 

XIX. 

L'on  accordera  six  mois  de  tems  aux  officiers  Espagnols 
ou  autres  naturels  du  pais  ou  autres  qui  auront  des  biens  ou 
eflfets  dans  ce  roiaume,  pour  que  dans  le  dit  terme  ils  puissent 
les  vendre  ou  aliener,  apres  quoy  il  leur  sera  accordö  des 
passeports  pour  passer  en  Espagne. 

XX. 

IJ  on  nommera  un  commissaire  de  guerre  pour  examiner 
les  dettes  et  verifier  celles  que  pourroient  avoir  contract^s  les 


428  1720  Mai  8. 

qfficiers  des  trouppes  d'Espagne,  comme  aussi  Celles  qu'il  pour- 
roit  y  avoir  pour  le  compte  de  leur  sou verain;  lesquelies  se 
trouvant  justes  et  verifiös  seront  paiös,  et  jusqu'  a  leur  paiement 
on  laissera  en  otage  un  commissaire  de  guerre. 

XXI. 

D  sera  permis  et  on  donnera  des  passeports  pour  envoier 
prendre  soit  par  mer  ou  par  terre  en  quelque  endroit  du 
ro'iaume  que  ce  soit  tous  les  vivres  de  quelle  qualite  qua  ce 
soit  et  autre  chose,  dont  on  aura  besoin  pour  la  subsistance 
et  embarquations  pour  les  trouppes  Espagnoles,  en  paiant. 

XXII. 

Les  officiers,  tant  generaux  que  particuliers,  qui  sont  en 
otage  de  part  et  d' autre  pourla  seurete  du  traitte  de  la  Suspen- 
sion et  de  Tevacuation  du  roiaume  de  Sicile  serviront  de%neme 
pour  ötage  de  la  seurete  de  l'evacuation  de  celui  de  Sardaigne. 

XXffl. 

Quand  les  transports  qui  porteront  les  trouppes  destinöes 
pour  prendre  possession  de  la  Sardaigne  ne  suffiront  pas  pour 
transporter  touttes  les  trouppes  d'Espagne  k  la  fois,  cellescy 
s'embarqueront  ä  mesure  que  les  premiers  arriveront. 

XXIV. 

Lorsque  Ton  a  pris  la  possession  de  Cagliari,  les  troup- 
pes d'Espagne  qui  resteront  jusqu'ä  un  autre  embarquement 
seront  rassembles  dans  les  villages  autour  de  Cagliari,  dont 
conviendra  le  capitaine  general  qui  y  commande  avec  le  mini- 
stre  qui  sera  authorise  de  prendre  possession  du  roiaume,  oii 
y  vivrons^)  ä  leurs  frais  et  leurs  depens  ä  la  reserve  de  la 
paille,  du  bois  et  du  fourage  verd  qu'  on  leurs  fera  fournir  par 
les  endroits  le  plus  ä  portes,  et  lorsqu'  on  aura  pris  possession 
de  Cagliari  les  Espagnols  ne  pourront  plus  se  meler  du  gou- 
vernement  politique  de  Sardaigne. 

Nous  les  sousignes  generaux,  faisants  la  guerre  tant  par 
mer  que  par  terre  en  Sicile,  en  vertu  des  pleins  pouvoirs  que 
nous  avons  de  nos  souverains  promettons  de  part  et  d'autres 
de  faire  executer  de  bonne  foy  les  articles  cy-dessus  mention- 
nes.  Fait  aux  camps  pres  de  Palermo  le  huitieme  jour  de  May, 
Tan  mille  sept  cent  et  vingt. 
L.  S.  Le  comte  de  Mercy.  L.  S.  G.  Byng.  L.  S.  Le  Marq.  de  Lede. 

')  So  im  Or. 


1721  Sept.  27.  429 

23. 

Garantie  der  d.  d,  Wien  1718  Sept.  16  von  Karl  VI,  und  San 
Loren {o  1720  Juni  22  von  Philipp  V.  beurkundeten  gegenseitigen 
Renunciationen  seitens  Georgs  1,  und  Ludwigs  XV,  d.  d.  Paris 
Sept.  2y ;  sowie  :^wei  Erklärungen  Österreichs  und  Spaniens, 
die  beiderseitigen  Titel  und  den  Zeitpunkt  der  Übergabe  der 
Renunciationen  betreffend;  d.  d.  LoMon  1721  November  81  ip. 

Rat.  Georgs  /.  iL  cL  St  James  1^21  Nov.  y//^,*  Ludwigs  XV.  d.  d. 
Paris   iy22  Jan.   10. 

Die  Originale  der  Garantie  (in  lateinisclwr  Sprache)  R.  O, ,  (in  fran- 
{ösischer  Sprache)  St.-A.;  die  Or.  der  Ratifikationen  St.-A.  und  R,0.;  die  Or, 
der  ersten  Erklärung  St.-A.  u,  R.  O.  ;  das  Or.  der  {weäen  im  R.  O. ;  Kopie  im  St.-A. 

Eine  Schwierig  keif,  die  sich  nach  dem  Beitritte  Philipps  V.  j(Nr 
Qni7dr/fpe/a//ianj(  ergab,  betraf  die  Renunciationserklärung  dieses  Für- 
sten auf  die  nun  im  Besitze  Österreichs  befindlichen  ehe fn als  spani- 
schen Besit{ungen  in  Italien  und  in  den  Niederlanden,^)  Österreich 
forderte  die  Bestätigung  dieser  Ver:{ichtleistung  durch  die  Corte s.^)  Die 
Spanier  aber  verweigerten  diese  und  stellten  sie  auf  weiteres  Drängen 
der  kaiserlichen  Minister  nur  für  den  Fall  in  Aussicht,  dass  auch 
Karl  VL  die  seine  durch  alle  österreichischen  Landtage  gutheissett  lasse. 
Vergebens  wies  der  Wiener  Hof  auf  den  Unterschied  in  der  Macht- 
befugnis der  beiden  Körperschaften  hin,  vergebens  suchte  er  die  Re- 
gierungen von  England  und  Frankreich  ^u  energischen  Massregeln 
gegen  Spanien  auf\ureiien.^)  Die  massgebenden  Minister  der  beiden 
Mächte  hielten  die  Befürchtung  des  Kaisers,  dass  sich  aus  dieser  Wei- 
gerung der  Spanier  in  späterer  Zeit  ein    Vorwand  ergeben  könnte,  die 

•)  Die  Renunciationserklärung  Philipps  V.  ist  datiert  San  Loren\o  1720 
Juni  22;  abgedrt4ckt  u.  a.  bei  Dumont  VIII j 2,  10g  ff, 

-)  Der  Weisung  Karls  VI.  d.  d.  1720  Mär{  27  liegt  das  Projekt  der  kai- 
serliihen  Ratifikation  des  Beitrittes  Spaniens  \ur  Quadrupel allian\  bei.  Der 
Kaiser  betonte  in  der  Weisung  an  Hoffmann ^  er  bestehe  darauf,  dass  diese  Re- 
nn nciation  in  der  von  ihm  vorgeschlagenen  Form  erfolge, 

^)  Die  englische  Regierung  entwarf  Anfang  Mai  1721  eine  Garantieer- 
klärung an  Österreich y  die  sehr  kur\  gefasst  war  und  sich  auf  die  Garantie  Eng- 
lands dafür  beschränkte,  dass  weder  der  gegenwärtige  König  von  Spanien  noch  seine 
Nachfolger  jemals  die  Nullität  dieser  Renunciation  aus  fier  Tatsache  herleiten 
würden,  dass  die<ielbc  von  den  Cortes  nicht  bestätigt  worden  sei.  Beilage  {um 
Berichte  Ho  ff  man  ns  d.  d,  Mai  1721.  Hin  \weites  Konzept  der  englischen  Ga- 
rantie,  schon  etwas  weitläufiger,  übersendet  Hoffmann  am  28,  Juni  172 1.  St.-A, 


43Ö  >72>  ^ep^-  2^- 

Renunciation  Philipps  V,  für  ungiltig  {u  erklären,  für  unbegründef 
und  es  bedurfte  langer  Verhandlungen  bis  sie  sich  am  57.  Sept,  IJ2I 
\ur  Ausstellung  einer  Urkunde  bereit  fanden ,  durch  die  sie  die  Ga- 
rantie dafür  übernahmen,  dass  jene  V er  Nichtleistung  auch  ohne  feier- 
liche Genehmigung  derselben  durch  die  Cortes  nie  gebrochen  werden 
würde.  Allein  auch  jetyt  konnten  die  Refiunciationsurkunden  noch  nicht 
ausgewechselt  werden;  ein  neues  Hindernis  war  aufgetaucht.  Die  bei- 
den Fürsten  hatten  sich  in  den  Renunciationserklärungen  Titel  gegeben, 
die  sie  einander  nicht  mehr  zugestehen  wollten ;  Karl  hatte  sich  König 
von  Spanien,  Philipp  sich  Eriher^og  von  Österreich  genannt.  Man 
einigte  sich  dahin,  eine  Urkunde  auszustellen y  in  der  beide  Fürsten 
gegen  die  unberechtigte  Titelführung  des  anderen  Einsprache  erhobest 
und  gegen  jedes  Präjudi^  protestierten S)  Erst  dann  konnten  die  be- 
treffenden  Erklärungen  ausgewechselt  werden. 

Cum  in  tractatu  quadruplicis  foederis  die  2.  Aug./22.  Julii 
anno  17 18  Londini  conclusi  et  signati  pactum  conventumque 
fuerit,  ut  sua  M**^  O*  ex  una  parte  omnibus  suis  iuribus  et 
praetensionibus  in  coronam  hispanicam,  ex  altera  vero  rex  quoque 
Hispaniarum  iuribus  pariter  et  praetensionibus  quibuscunque  in 
regna,  provincias  et  dominia,  quae  in  Italia  et  Belgio  antehac 
ad  monarchiam  hispanicam  pertinuerunt  nunc  vero  a  M*®  sua 
O*  possidentur,  renunciarent  solennesque  desuper  renuncia- 
tionis  actus  in  omni  meliori  forma  expediri  eosque  in  acta 
loco  congruo  referri  curarent;  instramentum  vero  renunciationis 
ex  parte  M****  suae  catholicae  exhibitum,  enuncians  quidem  ac 
statuens  dictam  suam  renunciationem  vim  legis  publicae  et 
sanctionis  pragmaticae  habituram  et  ita  ab  ordinibus  regni  Hi- 
spaniae,  quos  vulgo  „las  Cortes"  appellant,  receptum  executioni- 
que  mandatum  iri,  in  comitiis  tamen  praefatorum  ordinum  hac- 
tenus  acceptatum  et  confirmatum  non  fuerit,  quod  utique  rite 
et  pro  more  fieri  debere  a  M*^  sua  C«*  firmiter  contenditur;  quo 
minus  igitur  istius  solennitatis  defectus  futuro  quocunque  tem- 


*)  Der  kaiserliche  Rrsident  Hoffniaun  berichtete  uieJerholt  über  diese  An- 
gelegenheit, und  ebenso  oft  be\iehen  sich  auf  dieselbe  die  Weisungen  des  Wiener 
Hofes,  Vfjrl,  überdies  die  eingehende  Instruktion  für  Konrad  Grafen^Starhemberg 
d,  d.  2.  Juli  I/2I.  St.-A.  Dem  Berichte  Hojpuanus  d.  d.  1J21  Nov.  21.  St-A, 
liegen  mehrere  auf  diese  Frage  be:{ughabende  Dokumente  bei.  Dem  Berichte 
Hoffmanns  d,  d,  ly.  Xnv.   i';2J  liegt  ein  Kntwurf  dieser  lirklirungen  bei. 


i?2i  Sept.  :i?.  .     4^^ 

pore  in  praeiudicium  praefatae  M^^  suae  O*®,  pariterque  ne  defec- 
tus  solennitatis  cuiusvis,  quae  ad  renunciationem  M*^^  suae  C®** 
confirmandam  desiderari  posset,  in  praeiudicium  M**^  suae  C®**  in 
posterum  vertatur,  M*®^  suae  britannica  et  christianissima,  quo 
amicorum  communium  munus  adimpleant  scopumque  publicae 
Europae  tranquillitatis  firmandae  continuo  sibi  propositum  adi- 
piscantur,  quoque  difficultates,  quae  praedictorum  renunciationis 
instrumentorum  permutationem  ac  pacem  inter  M*^'"  suam  O*"» 
et  regem  Hispaniarum  obstruere  aut  morari  quacunque  ictione 
possent,  e  medio  toUantur,  per  praesentes  sese  M**^°^  suis  C^'^^ 
et  catholicae  earumque  successoribus  in  regnis  et  provinciis  per 
praedictas  renunciationes  vicissim  cessis  obligant  seque  erga  eas- 
dem  sponsores  ac  fideiussores  vulgo  Garants  constiuunt,  quod 
si  approbatio  et  confirmatio  renunciationis  M^'^  suae  catholicae  a 
dictis  ordinibus  regni  Hispaniae  praestanda,  pariterque  si  solenni- 
tates,  quae  ad  maiorem  renunciationis  C«**  confirmationem  et  auc- 
toritatem  desiderari  possent,  non  subsequantur,  nee  M*»  sua  O* 
nee  rex  Hispaniae  nee  eorundem  haeredes  aut  successores  Ullis 
unquam  futuris  temporibus  obtendent  obiicere  aut  allegare  nulli- 
tatem  utriusvis  dictarum  ex  utraque  parte  renunciationum  ra- 
tione  aut  praetextu  cuiuspiam  formae  defectus,  disertim  autem 
respectu  renunciationis  regis  Hispaniarum  ex  eo,  quod  a  prae- 
dictis  ordinibus  sive  las  Cortes  probata  vel  confirmata  non 
fuerit;  et  si  quando  id  contra  omnem  expectationem  contingeret, 
ad  firmiorem  cautionem  promittunt  suae  M*®"  britannica  et  chri- 
stianissima, quod  tum  praesens  haec  guarantia  erga  Romanorum 
imperatorem  et  regem  Hispaniarum  cuiuscunque  rei,  quae  ad 
perfectionem  dictarum  renunciationum  desiderari  poterit,  et  spe- 
ciatim  delicientis  ordinum  Hispaniae  approbationis  vicem  teuere, 
isteque  et  quilibet  alius  dictarum  ex  utraque  parte  renunciatio- 
num defectus  per  dictam  guarantiam  suppleri  et  pro  suppleto  ha- 
beri  debeat,  obligantes  se  vigore  praesentium  coniunctim  et  se- 
paratim,  prout  etiam  iuxta  tenorem  quadruplicis  foederis  obstrictos 
se  agnoscunt,  quod  in  eum  casum  manutenere,  defendere  et  gua- 
rantigiare  velint  et  debeant  suas  M^««  C®*"^  et  catholicam  earumque 
haeredes  ac  in  regnis  et  dominus  sibi  invicem  cessis  successores 
contra  x^mnem  vim  et  turbationem,  quam  ipsae  earumve  succes- 
sores sub  praefato  nullitatis  aut  alicuius  in  dictis  renunciationibus 
defectus  praetextu  sibi  alter  utrinque  inferre  aut  moliri  futuris 
quandocunque  temporibus  possent  aut  tentarent.   Praesens  hoc 


43  ö  1721  Sept.  27. 

guarantiae  instrumentum  in  maius  robur  a  sua  regia  M*®  Magnae- 
Britanniae  et  a  sua  regia  M^  christianissima  ratihabitionibus 
suis  rite  confumabitur  ratihabitionumque  tabulae  eodem  tem- 
pore, quo  renunciationum  instrumenta  suae  C^^  M*»»  et  suae 
regiae  catholicae  M***  Londini  commutabuntur,  ministris  ibidem 
caesareo  et  regis  catholici  extradentur. 

In  cuius  rei  fidem  nos  infrascripti  suae  regiae  M*^  Ma- 
gnae-Britanniae  et  suae  regiae  M*»»  christianissimae  ministri  suf- 
ficientibus  ad  id  mandatis  muniti  instrumentum  hoc  duplex  sub- 
scripsimus  ac  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Lutetiae 
Parisiorum  die  vigesimo  septimo  mensis  Septembris,  anno  mil- 
lesimo  septingentesimo  vigesimo  primo. 

L.  S.    Rob.  Sutton.  L.  S.    W.  Blanc. 

Quum  titulorum  aliqui,  quibus  sacra  O*  M^^  ^t  sacra  M^» 
catholica  in  renunciationum  suarum  instrumentis  hodie  mutuo 
commutatis  utuntur,  per  partes  paciscentes  agnosci  haud  possint 
et  de  quorum  admissione  aut  ommissione  nondum  inter  easdem 
conventum  sit,  nos  infrascripti  ministri  speciali  dictarum  M*°™ 
mandato  instructi  earundem  nomine  declaramus,  quod  dicti  tituli 
in  renunciationum  instrumentis  utrinque  adhibiti  vim  nullam 
obtinebunt,  qua  uni  alten ve  praeiudicare  aut  ius  uUum  adiicere 
intendatur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  ministri  praesens  hocce 
declarationis  instrumentum  subscripsimus  et  sigillis  nostris  com- 
munivimus. Actum  Londini  die  octavo/decimo  nono  Novembris, 
anno  millesimo  septingentesimo  vicesimo  primo. 

L.  S.  Johannes  Philippus  Hoffman.     L.  S.  Marq.  del  Pozo  Bueno. 

Quum  nos  infrascripti  sacrae  suae  O**^  M****  et  sacrae  suae  M**« 
catholicae  ministri  plenipotentiarii  instrumentum  quoddam  mu- 
tuarum  renunciationum  suarum  M*""*  nomine  hodie  commuta- 
verimus,  cuius  instrumenti  bina  exemplaria,  quae  ab  utroque 
nostrum  uni  alterique  ministrorum  mediatorum  regum  rite  tradi 
debuerant,  ad  manus  nostras  nondum  pervenerunt,  spondemus 
nos  supradicta  renunciationum  exemplaria  alte  memoratis  re- 
gum mediatorum  ministris  exhibituros  ad  summum  intra  du- 
orum  mensium  spatium  a  die  subscriptionis  computandorum, 
aut  citius  si  fieri  potest. 


1724  Jan.  24.  4^3 

In  quonim  fidem  praesens  hocce  instrumentum  subscrip- 
simus   et  sigillis  nostris  communivimus.     Actum  Londini  die 
octavo/decimo  nono  Novembris,  anno  domini  millesimo  septin- 
gentesimo  vicesimo  primo. 
L.  S.  Johannes  Philippus  Hoffman.      L.  S.  Marq.  del  Pozo  Bueno. 

24. 

Englische  und  französische  Garantie  der  von  Karl  VI,  gege- 
benen Erklärungen  bezüglich  der  Succession  in  Parma,  Piacen^a 
und  Tosciina  d.  d,  Cambray  1724  Jan,  24, 

Rat.  Georgs   I.  d,  d.   St  James    IJ24   Jan,  2ß\Febr.  2, 
Rat.  Ludwigs  XV,  d,  d,    Versailles  IJ24  Jan.   28, 

Das  Original  des  englisch-französischen  Vertrages  im  R,  O,   Die  Originale 
der  Ratifikationen  Georgs  I,  und  Ludwigs  XV,  im  St,-A,^) 
Druck'  bei  Bittner  Nr.  74^, 

Die  grössten  Schwierigkeiten  bei  der  Diirchfuhning  der  Bestim- 
mungen der  Quadrupelalliani  bereitete  die  Ordnung  der  Thronfolge  in 
Parma,  Piacen^a  und  Toscana,^),  Nach  den  Verfügungen,  die  in  diesem 
Vertrage  ^um  Ausdrucke  gelangten,  sollten  die  ^u  Gunsten  der  Söhne 
Elisabeth  Farnese's  lautenden  Expectativen  vom  Kaiser  :(wei  Monate 
nach  Auswechslung  der  Ratifikationen  dem  spanischen  Könige  übergeben 
werden.  Da  aber  die  erhoffte  Gutheissung  der  Vertragsbestimmungen 
durch  Philipp  V,  ausblieb,  konnten  die  vermittelnden  Mächte  den  Kaiser 
{ur  Durchführung  des  gegebenen  Versprechens  nicht  nötigen,  und  dieser 
:{eigte  durchaus  keine  Neigung,  eine  seinen  Interessen  widersprechende 
Ordnung  dieser  Frage  ^{u^ulassen,  sondern  suchte  die  ablehnende  Hal- 
tung Spaniens  :{ii  benutzen,  um  die  Verfügungen  der  Quadrupelall ian{ 
^//  seinen  Gunsten  um^ustosscn.  Wir  hatten  bereits  Gelegenheit  ^i 
beobachten,  mit  welchem  Eifer  die  vermittelnden  Mächte   diese  Bestre- 


')  Die  Aufnahme  dieser  von  Frankreich  und  England  an  Österreich  aus- 
gestellten Garantie  in  die  vorliegende  Publikation  erfolgte  im  Hinblicke  auf  den 
Zusammenhang  derselben  mit  der  Quadrupelallian\.  Das  Or,  des  3{wischen  Eng- 
land und  Frankreich  geschlossenen  Vertrages  liegt  u,  a,  im  R,  O,,  doch  rourde 
als  Vorlage  für  den  Abdruck  das  im  St,-A,  befindliclie  Or,  der  Österreich  über- 
gebenen  englischen  Ratifikationsurkunde  gewählt,  weil  diese  die  ^^ischen  Österreich 
und  England  getroffenen  Abmachungen  repräsentiert, 

*)  Vgl,  für  diese  Fragen  und  für  die  Haltung  der  bei  der  Ordnung  der- 
selben beteiligten  Mächte  die  Ausführungen  bei  Baudrillart  Lc.  IL  4^2  ff,  und 
IIL  ^8 ff.;  Weber  l.  c.  118 ff. 

Österreichisch-englische  Staats  vertrage.  Bd.  I.  sS 


434  '7M  -Jan.  24. 

bungen  des  Wiener  Hofes  {u  durchkreuzen  bemüht  waren,  und  wie 
energisch  sie  die  spanischen  Interessen  dem  Kaiser  gegenüber  in  der 
langen  Zeit  ^u  vertreten  verstanden,  die  bis  ^um  Beitritte  Spaniens  i^ur 
Quadrupelallian{  im  Februar  IJ20  verstrich.  Immer  wieder  hatten 
sie  den  Kaiser  j^ur  Prolongation  des  Termines  ge^nngen^  nach  dessen 
Ablau/  die  anderweitige  Verleihung  der  Expectativen  erfolgen  sollte, 
und  es  auf  diese  Weise  ^u  verhindern  gewusst,  dass  die  Söhne  der 
spanischen  Königin  ihres  Anrechtes  auf  diese  Besitzungen  verlustig 
erklärt  wurden.  Aber  auch  nach  erfolgtem  Beitritte  Spaniens  {ur  Qua- 
drupelallianz ergaben  sich  bei  der  Erledigung  der  italienischen  Erbfolge- 
frage  Hindernisse,  die  ^u  überwinden  sehr  schwer  fiel  und  die  j[wr  Folge 
hatten,  dass  man  die  definitive  Ordnung  dieser  Angelegenheit  auf  die  Ta- 
gesordnung des  Kongresses  setzte,  der  im  Okt,  IJ20  in  Cambray  eröffnet 
werden  sollte.  Allein  die  Jahre  1J20  und  IJ21  verflossen,  ohne  dass 
dies  geschehen  wäre  und  unterdess  trat  ein  Wechsel  in  den  Beziehungen 
der  europäischen  Grossmächte  ein,  der  die  Aussichten  des  Kaisers  auf 
eine  entsprechende  Berücksichtigung  seiner  Wünsche  merklich  vermin- 
derte. Ganz  besonders  nachteilig  war  es  für  die  Wiener  Regierung, 
dass  die  Beziehungen  des  englischen  Hofes  z^im  Kaiser  sich  in  diesen 
Jahren  wesentlich  {w  dessen  Ungunsten  verschoben  hatten. 

Es  wurde  in  der  Umgebung  Karls  VI.  bitter  empfunden,  dass 
der  englische  Gesandte  das  dem  Kaiserhofe  genehme  savoyische  Heirats- 
projekt zu  durchkreuzen  wussie,  dass  England  im  Kampfe  ;[zr/5rÄ^« 
dem  Prinzen  Eugen  und  dem  Grafen  Althann  sich  auf  die  Seite  des 
ersteren  stellte,  dass  es  an  den  Repressalien  teilnahm,  die  gegen  die  Ka- 
tholiken im  Reiche  ergriffen  wurden.  Dazu  kam  der  Tod  Stanhope*s 
und  die  Ersetzung  desselben  durch  Männer,  die  auf' die  Erhaltung  guter 
Beziehungen  ^«  Österreich  geringeres  Gewicht  legten.  Dieser  Wechsel 
in  den  Anschauungen,  der  in  Frankreich  nicht  minder  deutlich  hervor- 
trat als  in  England,  führte  im  Juni  IJ2I  ^«/;/  Abschlüsse  einer  englisch- 
französisch-spanischen Allianz,  in  der  sich  Frankreich  und  England  u.  a, 
bereit  erklärten,  die  spanischen  Wünsche  auf  dem  Kongresse  z^i  Cambray 
ZU  unterstützen  und  —  //;/  strikten  Widerspruche  mit  den  Bestimmungen 
der  Quadrupelallian{  —  g^g^n,  eine  Änderung  in  der  Beiehnuug  von 
Parma,  Piacenza  und  loscana  keine  Einsprache  z^i  erheben,  sowie  die 
Einlegung  spanischer  Garnisonen  in  diese  Gebiete  {u  gestatten.  ^)  Welch 
empfindlicher  Schlag    dieses    Bündnis    für    den    Kaiser    war,    ist   klar. 

')  Vgl.  Baudrillart  /.  c.  IL  4^2  ff. ;  der  Vertrag  d.  d.  Madrid  lyai  Juni  i^ 
ist  u.  a.  abgedruckt  hei  Jenkinson  /.  c,  II.  a68  ff. 


i?24  ian.  24.  4^5 

Spayiietiy  das  bisher  isoliert  den  europäischen  Grossmächten  gegenüber- 
gestanden,  war  nun  der  Bundesgenosse  der  beiden  einflussreichsten  eu- 
ropäischen Mächte  und  diese  hatten  sich  ^u  Änderungen  der  Qua- 
drupelallian^  verstanden,  deren  Durchführung  Österreich  aufs  tiefste 
verletzen  inusste.  Der  Kaiser  erfuhr  allerdings  vorerst  von  diesem  Ver- 
trage nichts ;  wohl  aber  von  dem  englisch-spanischen  Vertrage,  durch 
den  die  strittige  Frage  bezüglich  Gibraltars  gelöst  wurde.^)  Und  bald 
darauf  langte  die  Nachricht  von  einer  geplanten  Wechselheirat  :{wischen 
den  beiden  Linien  des  Hauses  Bourbon  ein,  die  deutlich  erkennen  Hess, 
wie  sehr  sich  die  Verhältnisse  ^m  Ungunsten  der  Wiener  Regierung 
geändert  hatten.  Um  sich  Klarheit  ^u  verschaffen,  forderte  Karl  VI. 
den  Beginn  der  Kongressverhandlungen ;  doch  konnte  er  dies  auch  jet^t 
nicht  durchset:{pi.  Das  Jahr  IT 22  verstrich  unter  fortgeset:{ten  Be- 
mühungen der  vermittelnden  Mächte  den  Wiederausbruch  des  österrei- 
chisch-spanischen Krieges  ^u  verhindern.  In  der  Tat  gelang  es  ihnen 
die  beiden  Fürsten  ^u  der  Erklärung  ^u  vermögen,  dass  ihre  Rüstungen 
nicht  gegen  die  Bestimmungen  der  Quadrupelalliani  gerichtet  seien,  und 
der  Wiener  Hof  entschloss  sich  im  Herbste  1J22  auf  vielfaches  Drän- 
gen St.  Saphorins,  der  eine  Erklärung  Philipps  V.  vorwies,  kraft  der 
dieser  auf  den  Aufenthalt  des  Don  Carlos  in  Italien  vorläufig  vernichtete, 
^u  der  schriftlichen  Äusserung,  dass  der  Kaiser  dem  Regierungsantritte 
dieses  Prinzen  für  den  Fall  keine  Schwierigkeit  in  den  Weg  legen 
wolle,  als  während  der  Dauer  des  Kongresses  einet  der  ^m  beerbenden 
italienischen    Fürsten  sterben  sollte.^) 

Bald  darauf  forderte  die  englische  Regierung,  um  sich  vor  un- 
angenehmen Enttäuschungen  ^u  schütten,  dass  Karl  VI.  vor  dem  Zu- 
sammentritte des  Kongresses  die  Expectativen  für  Don  Karlos  ausstelle, 
und  die  Wiener  Regierung  sah  sich  ^ur  Nachgiebigkeit  genötigt,  da 
die  Erklärungen  der  Engländer  und  Franzosen  erkennen  Hessen,  dass 
diese  sich  nur  unier  dieser  Bedingung  ^ur  Garantie  der  italienischen  Be- 
sit:{ungen  als  männlicher  Reichslehen  verpflichten  würden.  Am  ).  Jan. 
172^  setzte  die  geheime  Konferenz  den  Text  der  Expectativen  fest. 
Einige  Stellen  erregten  bei  England  und  Spanien  Anstoss.  Neue  Ver- 
handlungen fanden  statt ;  im  Mai  nahm  Österreich  einen  Teil  der  von 
beiden  Mächten  gewünschten  Änderungen    vor.     Aber  erst  nach  neuen 

')  Der  Vertrag  d.  d.  Madrid  17 21  Juni  i^  n.  st.  ist  u.  a.  abgedruckt  bei 
Jenkinson  /.  <.  //.  264  ff. 

*)  Kopien  dieser  Erklärungen,  jene  Spaniens  von  GrimaUi  am  26 •  Sept. 
1722  ausgestellt,  befinden  sich  im  St.-A.  als  Beilagen  der  Weisung  an  den 
Grafen  Starhemberg  d.  d.  ^o,  Nov.  1722. 

28» 


436  »7«4  Jan.  24. 

langwierigen  Verhandlungen  konnte  im  Nov,  172  j  das  entsprechend  sti- 
lisierte Dokument  übergeben  werden.  Bald  darauf —  am  24.  Januar  1724 
—  unterzeichneten  die  vermittelnden  Mächte  {u  Cambray  den  im  nach' 
folgenden  abgedruckten  Vertrag y  durch  den  sie  die  Garantie  für  die 
Einhaltung  der  von  beiden  Staaten  eingegangenen  Verpflichtungen  über-- 
nahmen. 

Georgius  dei  gratia  Magnae-Britanniae ,  Franciae  et  Hi- 
berniae  rex,  fidei  defensor,  dux  Brunsvicensis  et  Luneburgensis, 
sacri  Romani  imperii  archithesaurarius  et  princeps  elector  etc. 
Omnibus  et  singulis  ad  quos  praesentes  hae  litterae  pervenirent 
salutem.  Quandoquidem  instrumentum  quoddam  guarantiae 
Romanorum  imperatori  praestandae  inter  nos  et  bonum  fratrem 
nostrum  regem  christianissimum  per  ministros  plenipotentiarios 
utrinque  mandatis  et  authoritate  sufficienter  munitos  Cameraco 
die  vigesimo  quarto  mensis  praesentis  Januarii  stili  novi  con- 
clusum  signatumque  fuerit,  forma  et  verbis  quae  sequuntur: 

Postquam  in  tractatu  quadruplicis  foederis  die  secunda  Au- 
gusti  anni  millesimi  septingentesimi  decimi  octavi  Londini  sub- 
scripti  ac  deinde  Hagae  Comitum  die  decimo  sexto  Februarii 
anno  millesimo  septingentesimo  vicesimo  a  rege  catholico  so- 
lemni  ratificatione  sua  acceptati  iuxta  tenorem  articuli  quinti 
conditionum  pacis  inter  imperatorem  et  regem  catholicum  com- 
muni  omnium  paciscentium  consensu  pactum  defmitumque  fuerit, 
ut  Status  ceu  ducatus  a  magno  duce  Hetruriae  Parmaeque  ac 
Placentiae  duce  modo  possessi  futuris  in  perpetuum  tempori- 
bus  ab  Omnibus  partibus  contractantibus  agnoscantur  et  habe- 
antur  pro  indubitatis  sacri  Romani  imperii  feudis  masculinis, 
ac  vicissim  sua  W^^  C^  per  se  ceu  caput  imperii  consenserit 
ut,  si  quando  casus  aperturae  dictorum  ducatuum  ob  deficien- 
tiam  haeredum  masculorum  contingat,  tunc  praesentis  serenis- 
simae  et  potentissimae  Hispaniarum  reginae  natae  ducissae  Par- 
mensis  filius  primogenitus,  Serenissimus  Carolus  Hispaniarum  in- 
fans  huiusque  descendentes  masculi  ex  legitimo  matrimonio  nati 
iisque  deficientibus  secundogenitus  aut  alii  postgeniti  eiusdem 
reginae  filii,  si  qui  nascentur,  pariter  una  cum  eorum  posteris 
masculis  ex  legitimo  matrimonio  natis  in  omnibus  dictis  pro- 
vinciis  succedant,  eumque  in  finem  sua  O*  M**^  obtento  im- 
perii consensu  litteras  expectativae  investituram  eventualem  con- 


1724  Jsn«  24.  ^3y 

tinentes  pro  dictae^)  reginae  filio  vel  filiis  eorumque  descen- 
dentibus  masculis  legitimis  in  debita  forma  expeditas  regi  ca- 
tholico  tradi  curaret;  ita  nunc  in  executionem  et  complementum 
dicti  foederis  a  sua  O*  M*®  realiter  id  praestitum  ac  tale  de- 
super  infeudationis  instrumentum  in  debita  forma  regibus  me- 
diatoribus  hodie  extraditum  ab  iisque  regi  catholico  transmis- 
sum  fuit,  cuiusque  tenor  hie  sequitur: 

Carolus  sextus^)  etc.  Agnoscimus  et  notum  facimus  tenore 
praesentium  universis,  quod  cum  tanto  sollicitudinis  studio  ad 
nunc  promovendum,  qui  Cameraci  pendere  noscitur,  congres- 
sum  festinemus  quanto  amore  pacis  tractatui  quadruplicis  foe- 
deris die  secunda  Augusti  anno  millesimo  septingentesimo  de- 
cimo  octavo  inito  et  subscripto  accessimus,  et  cum  in  eins  ar- 
ticulo  quinto  conventum  fuerit,  quod  ad  pristina  superioritatis 
imperialis  iura  Status  ceu  ducatus  a  duce  Hetruriae  Parmaeque 
ac  Placentiae  duce  modo  possessi  futuris  in  perpetuum  tempo- 
ribus  ab  Omnibus  partibus  contractantibus  agnoscantur  et  ha- 
beantur  pro  indubitatis  sacri  Romani  imperii  feudis  masculinis, 
et  nos  quantum  in  nobis  erat  ceu  caput  imperii  insuper  con- 
senserimus,  ut  si  quando  casus  aperturae  dictorum  ducatuum 
ob  deficientiam  haeredum  masculorum  contingat,  tunc  praesen- 
tis  serenissimae  et  potentissimae  principis  dominae  Elizabethae 
Hispaniarum  reginae  natae  ducissae  Parmae  et  Placentiae  filius 
primogenitus,  Serenissimus  Carolus  Hispaniarum  infans,  consan- 
guineus  et  princeps  noster  charissimus  huiusque  descendentes 
masculi  ex  legitimo  matrimonio  nati  iisque  deficientibus  se- 
cundogenitus  aut  alii  postgeniti  dictae  reginae  filii,  si  qui  nas- 
centur,  pariter  una  cum  eorum  posteris  masculis  ex  legitimo 
matrimonio  natis  in  Omnibus  dictis  provinciis  succedant,  et  quod 
nos  solitum  Romani  imperii  consensum  desuper  requisituri  eo 
obtento  litteras  expectativae  investituram  eventualem  continen- 
tes  pro  dictae  reginae  filio  vel  filiis  eorumque  descendentibus 
masculis  legitimis  in  debita  forma  expediri  easque  regi  catholico 
tradi  curabimus  absque  ullo  tamen  damno  aut  praeiudicio  sal- 
vaque  per  omnia  principum,  qui  dictos  ducatus  in  praesens  ob- 
tinent,  possessione.  Et  post  nunc  exhibitum  nobis  sacri  imperii 
Romano-germanici  consensum,   cum  res  in  eo  sit,  ut  si  nobis 


*)  Der  im  R.  O.  befindlicJte  Originalvertrag  hat  dicto. 
•)  Im  Or.  der  grosse  litel. 


438  17*4  Jan*  24. 

nostrisque  successoribus  Romanorum  imperatoribus  ac  legibus 
legitime  intrantibus  dictoque  Romano  imperio  praefatus  prin- 
ceps  Carolus  caeterique  eins  descendentes  aut  ipsius  fratres  et 
eorum  masculi  antedicti  omnia  et  singula  debite  faciant  et  prae- 
stent,  quaecumque  fideles  obedientesque  principes  et  vassallos 
italicos  de  iure  aut  consuetudine  ex  antiquis  feudonim  rationi- 
bus  sub  throno  imperiali  constanter  et  per  omnia  praestare  et 
fecere  decet,  nos  in  conformitate  praenominati  integri  articuli 
quinti  et  non  aliter  atque  in  sinceram  eiusdem  executionem 
gratiae  expectativae  investituram  eventualem  continentis  iuxta 
rithum  ac  stilum  caesareum  solitum  diploma  imperiale  ea  qua 
conventum  est  lege,  modo  ac  forma  eidem  principi  Carolo 
concedere  et  elargiri  possimus  ac  debeamus;  proinde  ex  certa 
nostra  scientia,  animo  bene  deliberato  ac  sano  accedente 
consilio  deque  C«*«  nostrae  M*"  potestate,  nostro  nostroruni- 
que  in  diademate  imperiali  legitimorum  successorum  Ro- 
manorum imperatorum  ac  regum  nomine  praefato  principi 
Carolo  eiusque  descendentibus  necnon  ex  dicta  Hispaniarum 
regina  fratribus  eorumque  posteris  uti  supra  legitime  natis 
aut  nascituris  masculis  harum  vigore  litterarum  benigne  con- 
cesserimus  et  hoc  decreto  ac  diplomate  imperiali  expectati- 
vam  vim  ac  robur  eventualis  investiturae  continentem  clemen- 
ter elargiti  simus,  eundemque  principem  Carolum  pro  se  suis- 
que  successoribus  masculis  legitimo  ex  matrimonio  descenden- 
tibus necnon  pro  omnibus  et  singulis  supra  recensitis  ipsius 
fratribus  et  eorum  masculis  ex  legitimo  matrimonio  natis  aut 
nascituris  praetactis  de  ducatibus  aut  statibus  tanquam  veris 
feudis  imperialibus  italicis  masculinis  memoratum  in  eventum 
aperturae  et  caducitatis,  quo  scilicet  praesentes  ex  domo  Medicea 
ac  Farnesia  possessores  sine  prole  legitima  naturali  mascula  suc- 
cessionis  capace  vivere  desierint,  de  caesareae  nostrae  potestatis 
plenitudine  iuxta  expressum  legeque  imperiali  receptum  ordinem 
primogeniturae  eventualiter  infeudaverimus  atque  investiverimus, 
quemadmodum  tenore  praesentium  hocce  decreto  et  diplomate 
nostro  imperiali  vim  eventualis  investiturae  habente  de  iure,  lege 
aut  consuetudine  imperiali  eundem  principem  Carolum  de  prae- 
dictis  Hetruriae,  Parmae  Placentiaeque  ducatibus  ceu  statibus 
omnibusque  ipsis  competentibus  iuribus  et  pentinentiis  ab  ho- 
rum  ducatuum  dominis  tempore  praefati  foederis  Londini  sub- 
scripti  realiter  possessis  infeudamus  ac  investimus.  Cuius  infeu- 


1724  Jan.  24.  439 

dationis  virtute  idem  hie  princeps  Carolus  in  casu  ut  supra 
aperturae  dictorum  ducatuum  ceu  statuum  immediate  posses- 
sionem  omnimodam  et  administrationem  asserere  sibi  et  con- 
sequi  poterit,  nempe  ducatuum  ceu  statuum  nunc  a  magno  He- 
truriae  duce  possessorum  statim  ac  proles  dicti  ducis  mascula 
legitima,  et  ducatuum  ceu  statuum  a  Pannae  Placentiaeque  duce 
nunc  possessorum  statim  ac  proles  Famesia  mascula  legitima 
defecerint,  nostris  caeteroqui  et  sacri  imperii  necnon  alionim 
quibuscunque  iuribus  semper  salvis,  ac  nominatim  hac  diserta 
sub  conditione,  ut  in  casu  existentis  realiter  aperturae  et  quo- 
ties  deinceps  ille  casus  evenerit  actualem  et  proprie  sie  dictam 
investituram  a  nobis  nostrisque  successoribus  Romanorum  im- 
peratoribus  et  regibus  memoratus  princeps  caeterique  ut  supra 
ipsimet  aut  per  legitimos  post  dispensationem  imperialem  va- 
lidos  et  sufticientes  mandatarios  tempore,  loco  stiloque  consuetis 
requirere,  debitum  homagium  facere  ac  praestitis  quibuscunque 
penes  consilium  ac  cancellariam  nostram  imperialem  aulicam 
praestandis  coram  throno  nostro  caesareo  recipere  et  solitum 
desuper  fidelitatis  iusiurandum  praestare  teneatur  teneanturque, 
prout  in  feudis  ac  homagiis  italicis  recepti  caesarii  Romano- 
germanici  iuris  et  moris  est,  secus  vero  in  conformitate  eius- 
dem  totius  articuli  quinti  foederis  Londinensis  hisce  disertim  et 
sub  conditione  sine  qua  non  declarantes,  nos  et  sacrum  im- 
perium  ad  permittendam  continuationem  possessionis  nomina- 
torum  ducatuum  seu  statuum  teneri  nee  velle  nee  posse,  salvo 
porro,  ut  praefertur  et  dieto  in  foedere  cavetur,  principum  prae- 
sentium  ac  ducatuum  Hetruriae,  Parmae  ac  Placentiae  posses- 
sorum omnimodo  iure  insuper  et  reliqua  huiusdem  articuli  quinti 
stipulatione  per  omnia  et  semper  salva,  quod  nempe  nullus 
praedictorum  ducatuum  ceu  statuum  uUo  unquam  tempore  aut 
casu  a  principe,  qui  regnum  Hispaniarum  obtinet,  possideri  pos- 
sit  aut  debeat,  et  quod  nullus  unquam  Hispaniarum  rex  tutelam 
eiusmodi  principis  assumere  possit  aut  gerere  valeat 

Ac  propterea  mandamus  et  praecipimus  omnibus  et  sin- 
gulis  nostris  et  imperii  sacri  electoribus  ac  principibus  tam  ec- 
clesiasticis  quam  saecularibus,  archiepiscopis,  episcopis,  abbati- 
bus,  ducibus,  marchionibus,  comitibus,  baronibus,  militibus,  no- 
bilibus,  clientibus,  capitaneis,  vicedominis,  locumtenentibus,  gu- 
bematoribus,  praesidentibus,  praefectis,  castellanis,  rectoribus, 
magistratibus,  antianis,  vexilliferis ,  potestatibus,  civium  magi- 


440  '724  Jan.  24. 

stris,  consulibus,  iudicibus  ac  generaliter  omnibus  nostris  ac  sacri 
Romani  imperii  regnorum  ac  provinciarum  nostrarum  haere- 
ditariarum  subditis  et  fidelibus  dilectis  cuiuscunque  Status,  gra- 
dus,  ordinis,  dignitatis  aut  praeeminentiae  fuerint,  ut  saepe  no- 
minatum  principem  Carolum  vel  eius  successores  et  haeredes 
aut  ex  praedicta  regina  fratres  ut  supra  quoad  hanc  conces- 
sionem  et  gratiam  nostram  imperialem  nullatenus  impediant  vel 
turbent,  sed  potius  defendant  ac  manuteneant,  idque  etiam  ab 
aliis  quantum  in  ipsis  erit  fieri  studeant  ac  curent,  nee  turbari 
aut  impediri  sinant 

Si  quis  vero  praesens  edictum  hoc  nostrum  ac  diploma 
imperiale  ausu  quodam  temerario  transgredi  vel  violare  prae- 
sumpserit,  is  praeter  gravissimam  nostram  et  sacri  Romani  im- 
perii indignationem  mulctam  quoque  quadragintarum  marcarum 
auri  puri  pro  dimidio  fisco  ceu  aerario  nostro  imperiali  et  pro 
altero  dimidio  iniuriam  vel  damnum  passi  usibus^),  toties  quoties 
in  contrarium  quidquam  attentatum  factumque  fuerit,  irremissi- 
biliter  pendendam  noverit  harum  testimonio  litterarum  manu 
nostra  subscriptarum  et  sigilli  nostri  caesarei  appensione  muni- 
tarum,  quae  dabantur  in  civitate  nostra  Viennae  nona  Decem- 
bris,  anno  millesimo  septingentesimo  vigesimo  tertio,  regnorum 
nostrorum  Romani  decimo  tertio,  hispanicorum  vigesimo  primo, 
hungarici  et  bohemici  pariter  decimo  tertio. 

Carolus. 

Ad  mandatum  sacrae  O*«  M*^«  proprium  Philippus 

Wildericus  N.  D.  de  Georgenthal. 
Agnoscentes  igitur  reges  mediatores  imperatorem  praefato 
quadruplicis  foederis  tractatui  sua  ex  parte  quoad  expeditionem 
exhibitionemque  praeinsertarum  expectativae  litterarum  satis- 
fecisse,  ita  vicissim  erga  suam  O^'"  M^^m  ^q^q  h^^  speciali  sua 
guarantia  obstringunt,  omnes  et  singulas  in  praeinsertis  litteris 
infeudationis  expressas  conditiones  a  serenissimo  Hispaniarum 
principe  Carolo  saepefatae  reginae  filio  eiusque  in  feuda  prae- 
dicta nominatis  successoribus  rehgiose  adimpleri  debere,  ac 
praesertim  quod  in  casu  existentis  realiter  aperturae  et  quoties 
deinceps  ille  casus  evenerit  ad  summum  intra  annum  et  diem 
ab  adepta  possessione  actualem  ac  proprie  sie  dictam  investi- 
turam  a  sua  O*  M**  eiusque  in  imperio  successoribus  memo- 


*)  So  in  den  Or,  der  engl,  und  fran\,  Garantie,  wohl  für  patientibus. 


1724  Jan-  24-  441 

ratus  princeps  caeterique  ut  supra  ipsimet  aut  per  sufficientes 
post  imperialem  dispensationem  mandatarios  coram  throno  im- 
periali  praestitis  praestandis  recipere  ac  solitum  -desuper  fideli- 
tatis  iusiurandum  praestare  teneatur  teneanturque. 

Proinde  sua  regia  M***  britamiica  et  sua  regia  M***  chri- 
stianissima  coniunctim  et  separatim  pro  se  suisque  in  regijo 
successoribus  particulari  hac  guarantia  et  sponsione  promittunt, 
prout  iuxta  tenorem  supramemorati  quadruplicis  foederis  sese 
iam  obligatas  agnoscunt,  se  impletionem  omnium  singularum- 
que  praeinsertae  infeudationis  conditionum,  dum  casus  evenerit, 
serio  manutenere  et  feudum  caesari  et  imperio  supra  praefatos 
ducatus  constitutum  illibatum  conservare  et  deflfendere  velle 
ac  debere. 

Praesens  hoc  guarantiae  instrumentum  in  maius  robur  a 
sua  regia  M*«  britannica  et  a  sua  regia  M*«  christianissima  rati- 
habitionibus  suis  rite  confirmabitur  ratihabitionumque  tabulae 
intra  spatium  quatuor  septimanarum  a  die  subscriptionis  aut 
citius  si  fieri  possit  suae  C«*®  M*^»  ministris  plenipotentiarüs  Ca- 
meraci  extradentur. 

In  cuius  rei  fidem  nos  infrascripti  suae  regiae  M*^  Ma- 
gnae-Britaniae  ministri  plenipotentiarii  et  suae  regiae  M*^«  chri- 
stianissimae  ministri  plenipotentiarii  sufficientibus  ad  id  man- 
datis  muniti  instrumentum  hoc  duplex  subscripsimus  ac  sigillis 
nostris  communivimus. 

Actum  Cameraco,  die  vigesima  quarta  mensis  Januarii  s.n.,^) 
anno  millesimo  septingentesimo  vigesimo  quarto. 

L.  S.    Polwarth.  L.  S.    De  Barberie  de  Saint  Contesf 

L.  S.    Whitworth.  L.  S.   Rottembourg. 

Nos  viso  et  perpenso  instrumento  guarantiae  suprascripto 
idem  in  omnibus  et  singulis  eins  articulis  et  clausulis  appro- 
bavimus  et  ratum  firmumque  habuimus,  sicut  per  praesentes 
pro  nobis,  haeredibus  et  successoribus  nostris  idem  approba- 
mus  et  ratum  firmumque  habemus,  spondentes  et  in  verbo  regio 
promittentes,  nos  praedictum  instrumentum  guarantiae  omnia- 
que  et  singula,  quae  in  eo  continentur,  sancte  atque  inviola- 
biliter  praestituros  et  observaturos  neque  passuros  unquanii 
quantum  in  nobis  est,  ut  a  quopiam  violetur  aut  ut  eidem  quo- 
cunque  modo  in  contrarium  eatur.    In  quorum  .maiorem  fidem 

>)  5.  N,  nachgetragen. 


442  ^Ti'7  Mai  31. 

ac  robur  hisce  praesentibus  manu  nostra  regia  signatis  magnum 
nostrum  Magnae-Britanniae  sigilliim  appendi  iussimus.  Daban- 
tur  in  palatio  nostro  divi  Jakobi  die  vicesimo  tertio  s.  v.  men- 
sis  Januariii  anno  domini  millesimo  septingentesimo  vigesimo 
tertio/quarto,  regni  nostri  decimo. 

Georgias  R. 


25. 

Friedenspräliminarien  i(wischen  Karl  VI,,  Georg  IL,  Lud- 
wig XV  von  Frankreich  und  den  Generalstaaten  der  Ver- 
einigten Niederlande  d,  d,  Paris  172^  Mai  ji. 

Rat.  Georgs  IL  St.  James  ijay  Juni  jo.lJuli  11 ;  Karls  VI.  Wien  ijij 
Juli  12. 

ferner  26. 

Erklärung  Bournonville's  d.  d.  Wien  Juni  ij. 

und  27. 

Konvention  {wischen  Karl  VI,  Georg  IL,  Ludwig  XV  von 
Frankreich,  Philipp  V  von  Spanien  und  den  Generalstaaten, 
betreffend  die  Auswechslung  der  Ratifikationen  über  die  Fric- 
de}ispräliminarien  d.  d.  Paris  iy2y  Mai  }i  und  Wien  Juni  /j 
d.  d.  Prado  iy28  Mär^  6. 

Die  Originale  der  Urkunden  2y  und  27  im  St.-A.  u.  R.  O.  Das  Or.  der 
Ratifikation  der  Friedenspräliminarien  durch  Georg  IL  im  Sf.-A. ;  durch  Karl  VI. 
im  R.  O. 

Drucke  bei  Hittner  Nr.  yyö  und    780, 

Wir  kennen  die  überaus  drückenden  Bedingungen,  unter  denen  die 
Seemächte  dem  Kaiser  Karl  VI.  den  Besit{  der  spanischen  Niederlande 
überlassen  haben.  Wir  wissen,  dass  die  Bewohner  dieses  Landes  einen 
guten  Teil  der  Kosten  tragen  mussten,  die  ^ur  Erhaltung  der  in  bel- 
gische Festungen  gelegten  holländischen  Garnisonen  notwendig  waren, 
dass  sie  für  die  vom  Kaiser  übernommene  grosse  Staatsschuld  aufytkom- 
men  hatten.  Wir  haben  auch  vernommen,  dass  Karl  VI,  den  Seemächten 
die  wichtigen  Handelsvorteile  bestätigen  musste,  die  diese  in  früheren 
Zeiten  errungen  hatten  und  konnten  beobachten,  wie  konsequent  ins- 
besondere die  Holländer  die  belgischen  Städte  durch  eine  feindselige 
Zollpolitik  ^u  schädigen    suchten.     Kein    \\under ,    dass  unter   solchen 


1727  Mai  31.  443 

Ufnständen  die  Stimmung  der  neuen  kaiserlichen  Untertanen  eine  ge- 
drückte   war.     Karl    VL    begriff  dies    und   hatte    keinen   sehnlicheren 

Wunsch  als  den,  die  fleissigen  und  unternehmungslustigen  Bewohner  der 
belgischen  Städte  für  die  grossen  Opfer  ^u  entschädigen,  die  ihnen  auf- 
erlegt worden  waren.  Eine  Gelegenheit  da^u  bot  sich  bald.  Einige  in  Bei- 
gien  ansässige  englische  Kapitalisten,  denen  sich  brabantische  und  flan- 
drische Kaufleute  anschlössen,  fassten  die  Idee,  von  Ostende  aus,  dessen 
Hafen  da^u  besonders  geeignet  schien,  selbständige  Handelsbeziehungen 
mit  Ostindien  anzuknüpfen,  und  suchten  die  Genehmigung  Karls  VL 
für  dieses  weitausschauende  Unternehmen  z^i  erlangen.  Mit  Freuden 
gieng  der  Kaiser  auf  ihren  Plan  ein.  Wie  die  meisten  seiner  Zeit- 
genossen hatte  auch  er  eine  ungemein  hohe  Meinung  von  dem  Werte 
des  Handels,  und  das  Beispiel  des  Kurfürsten  Friedrich  Wilhelm  von 
Brandenburg,  das  näher  liegende  Peters  des  Grossen  von  Russland,  vor 
allem  aber  das  Englands  und  Hollands,  reifte  ^^r  Nachahmung,  Auch 
waren  in  Wien  die  Ratschläge  nicht  vergessen,  die  vor  mehr  als  einem 
halben  Jahrhunderte  Johann  Joachim  Becher  und  etwas  später  Homigk 
gegeben  hatten  und  die  seitdem  ununterbrochen  wiederholt  worden  waren, 
dass  es  kein  geeigneteres  Mitte  gebe,  die  Völker  reicher  und  dadurch 
fähiger  T^ur  Leistung  hoher  Abgaben  !{u  machen,  als  die  Hebung  der 
Lndustrie  und  des  Handels.  Diese  aber  hoffte  man  durch  sirenge 
Ausfuhrverbote  für  Naturprodukte ,  die  im  Lnland  verarbeitet  werden 
konnten    und  durch   strenge  Einfuhrverbote  für   im  Ausland  erzeugte 

Waren,  deren  Herstellung  auch  im  Lnlande  möglich  war,  sowie  durch 
Erleichterung  der  Ausfuhr  der  im  Lnlande  erzeugten  Waren  und  der 
Einfuhr  hier  {u  verarbeitender  Naturprodukte  {u  erreichen.  Es  war 
nur  eine  notwendige  Folge  dieser  Erkenntnis,  dass  man  ^ur  Errichtung 
von  Handelskompagnien  schritt,  die  den  direkten  Verkehr  mit  den  aus- 
sereuropäischen  Gebieten,  den  günstigen  Absat:^  der  inländischen  Er- 
zeugnisse und  den  billigen  Einkauf  der  fremdländischen  Naturprodukte 
übernehmen  sollten.  Ln  diesem  Sinne  war  in  Österreich  die  orientalische 
Kompagnie  gegründet  worden,  hatte  Karl  VL,  Trlest  j^um  Freihafen 
gemacht  und  für  dessen  Aufschwung  keine  Mühe  und  keine  Kosten 
gescheut ;  in  diesem  Sinne  griff  er  nun  den  Plan  der  belgischen  Kauf- 
leute, von  Ostende  aus  einen  mit  England  und  Holland  konkurrenz- 
fähigen Handel  ^u  schaff en^  mit  Freuden  auf.  Er  gab  nicht  nur  seine 
Einwilligung  ^//  dem  geplanten  Unternehmen,  er  wies  auch  die  Be- 
hörden an,  dasselbe  in  jeder  möglichen  Weise  ^«  fördern  und  ge^ 
stattete  den  belgischen  Schiffen  die  Fahrt  nach  dem  fernen  Osten  unter 


444  ^T^*^  ^^^  3'- 

kaiserlicher  Flagge  an:{utretenS)  Der  Erfolg  der  ersten  Expedition  über- 
traf bereits  alle  Erwartungen;  begreiflich  daher,  dass  sich  alsbald  die 
Feindseligkeit  der  Seemächte  einstellte.  Die  ostendischen  Kanffahrer 
wurden  gekapert,  den  in  der  Ferne  weilenden  Händlern  jede  mögliche 
Lnbill  zugefügt.  Zu  gleicher  Zeit  erhoben  die  Seemächte  beim  Kaiser 
Protest  gegen  sein  Vorgehen,  Speziell  die  englische  Regierung  antwortete 
auf  die  Beschwerden  der  belgischen  Kanfleute  über  das  ihnen  angetane 
Leid  mit  Klagen  über  die  von  der  belgischen  Regierung  befolgte  Politik 
und  protestierte  energisch  gegen  das  Engagement  englischer  Kapitäne, 
wie  gegen  die  Verleihung  von  Patenten  an  in  Belgien  lebende  englische 
Kaufleute,  die  den  Engländern  unerlaubte  Konkurrent  machten. 
Karl  VI,,  dem  in  jener  Zeit,  Ende  1718,  aus  Gründen  die  wir  bereits 
kennen,  sehr  viel  an  der  Anfrechthaltung  guter  Be^^iehungen  {u  Eng- 
land  gelegen  war,  gab  in  London  beruhigende  Erklärungen  ab  und  der 
Marquis  de  Priel,  des  Kaisers  bevollmächtigter  Minister  in  Brüssel, 
verbot  auf  wiederholtes  Ansuchen  des  daselbst  weilenden  englischen  Ge- 
sandtest  jenen  Schiffen  Ostende  j(u  verlassen,  durch  deren  Ausfahrt  die 
Engländer  sich  besonders  geschädigt  hielten.  Bald  darauf  gieng  er 
einen  Schritt  weiter ;  er  weigerte,  nach  erfolgter  Einigung  mit  dem 
Vertreter  Englands,  englischen  Kaufleuten,  die  um  ihre  Naturalisation 
in  Belgien  einkamen,  die  Aufnahme  in  den  Staatsverband,  wogegen 
England  sich  verpflichtete,  den  bereits  Naturalisierten  keine  Unbill  yju- 
^ifügen.  Vergebens  erhoben  die  Belgier  gegen  das  Vorgehen  des  kai- 
serlichen Ministers  Einsprache  bei  Karl  VL;  vergebens  unterstützte 
Prin^  Eugen  ihre  Bitten  um  Wahrung  ihrer  Interessen ;  de  Pric  be- 
hielt  vorerst  Recht, 

Allein  nun  traf  ein,  was  Prin{  Eugen  und  mit  ihm  alle  weit- 
sichtigeren Ratgeber  Karls  VI,  vorausgesagt  hatten.  Die  Nachgiebig- 
keit des  Kaisers  und  seines  Statthalters  in  Belgien  ermutigte  die  Eng- 
länder neue  Forderungen  ^u  stellen.  In  ihrem  Namen  überreichte  F. 
de  Pesmes  de  Saint  Sciphorin,  der  geschickte  Vertreter  der  englischen 
Interessen  am  Wiener  Hofe,  im  Februar  i/i<)  dem  Kaiser  ein  Me- 
morandum, nach  dem  dieser  das  bestimmte  Versprechen  geben  sollte, 
in  Zukunft  keine  Patente  {u  erteilen,  die  Englands  Handel  in  Ost- 
indien   schädigen    könnten.^)     Und  auch    diesmal   wies    der   Kaiser   die 

')  Vgl,  für  diese  Frage  Iluisman  M.  La  Belfriquc  commcrcialc  saus 
V  empertur  Charles  VI.  La  cumpaguie  d' Ostende  und  die  dort  \itierte  Li- 
teratur. 

»)  Für  Saphorins  Verhandlungen  in  Wien  liegen  mir  dessen  Berichte 
vor ;  vgl,  auch  Huisman  l,  c,  121  ff. 


1727  Mai  31.  4^5 

unsfebührliche  Forderung  nicht  zurück,  suchte  vielmehr  auch  jet^t  die 
englische  Regierung  {ufriedenj^ustellen.  Neue  Wünsche  der  Seemächte 
und  verstärkte  Quälereien  der  belgische^i  Kaufleute  durch  englische  und 
holländische  Schiffe  waren  die  Folge.  Erst  jet^t  begann  Karl  VI,  eintau- 
schen, wie  verfehlt  seine  Politik  gewesen  war ;  denn  die  politischen  Be- 
ziehungen {u  England  gestalteten  sich  trot^  der  Nachgiebigkeit,  die  er 
in  der  Handelsfrage  gezeigt  hatte,  nicht  günstiger,  Englands  Vorgehen 
bewies  vielmehr  immer  deutlicher,  dass  es  für  eine  selbstlose  Unterstüt- 
zung der  kaiserlichen  Wünsche  nicht  ^u  gewinnen  war,  Karl  VI,  bekam 
immer  deutlichere  Beweise  der  egoistischen  Motive,  von  denen  sich  die 
leitenden  Minister  des  Inselvolkes  bestimmen  Hessen,  Er  entschloss  sich 
daher,  gegen  die  immer  erneuerten  und  verstärkten  Angriffe  der  See- 
mächte auf  die  belgischen  Schiffe  ^u  protestieren  und  Hess  es,  als  diese 
Proteste  erfolglos  blieben,  an  Repressalien  nicht  fehlen,^)  Bald  darauf 
gieng  er  einen  Schritt  weiter ;  er  entschloss  sich  die  ostendische  Handels- 
compagnie  unter  seinen  direkten  Schut^  {u  stellen.  Im  Nov.  1^22  wurden 
die  Statuten  der  neuen  ostendischen  Handelsgesellschaft  vom  Kaiser  ge- 
nehmigt, und  im  August  172^  war  das  Werk  nach  Überwindung  mancher 
Schwierigkeit  vollendet.^)  Die  Gesellschaft  erhielt  für  ßo  Jahre  das  aus- 
schliessliche Recht  des  Handels  nach  Ost-  und  Westindien  und  nach  den 
afrikanischen  Küsten  diesseits  und  jenseits  des  Kaps  der  guten  Hoffnung, 
hatte  volle  Freiheit  der  Verwaltung  und  das  Recht  des  Vertragsschlusses 
in  den  überseeischen  Ländern  ;  ihre  Schiffe  sollten  Flagge  und  Wappen 
des  Kaisers  führen,  der  gegen  eine  bescheidene  Abgabe  die  Gesellschaft 
formell  in  seinen  Sehnt {  nahm.  Die  Aktien  waren  rasch  gezeichnet; 
sie  stiegen  innerhalb  weniger  Tage  um  12^%,  Die  Käufer  derselben 
sahen  sich  nicht  betrogen.  Das  Unternehmen  hatte  einen  ungeheueren 
Erfolg ;  man  legte  Faktoreien  an,  unter  denen  sich  insbesondere  die  in 
Sadatpainam  an  der  Küste  Corotnandel  als  erfolgreich  erwies,  verkaufte 
die  nach  dem  Orient  gebrachten  Produkte  daselbst  mit  grossem  Nut:^en, 
mit  noch  grösserem  aber  nach  erfolgter  Rückkehr  die  dort  in  Tausch 
genommenen  Rohprodukte,  Die  ersten  Dividenden  waren  schon  so  gross, 
dass   der  Kurs  der  Aktien    auf  das   doppelte   des  Nominale   stieg.    Je 


')  Saphorins  Berichte  enthalten  zahlreiche  Bemerkungen  über  seine  Ver- 
handlungen mit  den  kaiserlichen  Ministem  in  dieser  Frage  R,  O,  Vgl.  auch  die 
im  R,  O,  (Empire  Fase,  ^g)  liegende  Relation  „De  la  Situation  interne  de  la 
cour  de  Vienne*'  d,  d,  12,  Sept.  1719,  von  Schaub  verfasst. 

*)  ^S^'  ^^^^  Gründung  und  Wesen  dieser  Compagnie  die  eingehende  Dar- 
stellung bei  Huisman  l,  c.  2^^  ff. 


446  >^7  Mai  31. 

grösser  aber  der  Erfolg,  desto  stärker  der  Hass  der  Konkurrenten.  Wf- 
mitielbar  nach  der  Publikation  des  Privilegs  für  die  ostendische  Com- 
pagnie  hatte  England,  von  den  Generalstaaten  da^u  aufgefordert,  gegen 
das  Vorgehen  Karls  VI.  energisch  protestiert  und  von  der  Möglichkeit 
einer  kriegerischen  Aktion  gesprochen.^)  Allein  die  Wiener  Regierung 
Hess  sich  durch  diese  Drohung  ebensowenig  einschüchtern,  als  durch 
die  bald  darauf  folgenden  Klagen  der  Holländer. 

Die  Forderung  der  Seemächte,  die  Compagnie  j(u  unterdrücken, 
wurde  ^zurückgewiesen ,  das  Unternehmen  neuerdings  gefördert.  Be- 
greiflich daher,  dass  die  Österreich  ohnehin  nicht  günstige  Stimmung 
der  Seemächte  eine  immer  feindseligere  wurde.  In  den  Debatten  des 
englischen  Parlamentes,  wie  in  den  Verhandlungen  der  leitenden  Mini- 
ster dieses  Staates  mit  denen  des  Kaisers,  fand  der  Unwille  immer 
deutlicheren  Ausdruck.  Und  ebensowenig  Hessen  die  Beratungen,  die 
seit  Ende  Januar  1724  ^«  Cambray  stattfanden,  einen  Zweifel  daran 
aufkommen,  dass  die  antikaiserliche  Partei  am  englischen  Hofe  das 
Übergewicht  besass.  Für  Karl  VI.  war  aber  dieser  Wechsel  in  der 
Haltung  des  Inselvolkes  umso  gefährlicher,  als  er  :{iemlich  isoliert  da 
stand  und  sich  sagen  musste,  dass  er  einem  Angriffe  seiner  Feinde, 
der  jeden  Tag  in  Italien  oder  in  Belgien  erfolgen  konnte,  keinen  ge- 
nügenden Widerstand  würde  leisten  können.  Umso  bereitwilliger  er- 
griff er  daher  die  Hand,  die  ihm  in  diesem  Augenblicke  unerwartet 
von  seinem  bisherigen  Feinde,  dem  Könige  von  Spanien,  entgegenge- 
streckt wurde.      Verletzt  durch   die    Weigerung   der   Seemächte,    seine 


»)  Vgl.  die  Berichte  Saphorins  vom  Jahre  ij2}  R.  O.  Am  5.  Mai  172^ 
berichtet  er  von  einer  erregten  Debatte  mit  Sin\endorf,  der  Jiervorhob,  dass  des 
Kaisers  Handlungsweise  weder  dem  Frieden  von  Münster  noch  dem  Barrierevertrage 
widerspreche.  Saphorin  meinte  es  wäre  leicht  gewesen  dies  \u  widerlegen ^  mais  pour- 
tant  quand  nUme  ils  renonceroient  ä  V  Etablissement  de  cctte  compagnie ^  toujours 
ils  persisteront  ä  soutenir  que  les  Pais-Bas  sont  en  droit  de  faire  un  commerce 
aux  Indes.  R.  O.  Prin{  Eugen,  mit  dem  Saphorin  gleichfalls  oft  über  diese 
Frage  sprach,  betonte  immer  wieder  (Bericht  vom  ly.  Mai  172^  R.  O.)  „pour- 
quoi  si  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  vouloit  s*opposcr  a  cc  commerce  ne  c' est-il 
pas  explique  piustot  de  la  mdme  maniere  qu  il  fait  a  prcsent  et  pourquoi  ne  se 
dJclarer  que  lors  que  nous  ne  pouvons  plus  retrograder  sans  la  plus  grande 
Prostitution.*'  Als  Ergänzung  {u  den  Berichten  Saphorins  dienen  jene,  die  Col- 
man,  der  gleichfalls  172^  in  Wien  weilte,  nach  London  schrieb.  Er  hebt  besonders 
den  Anteil  Karls  VI.  an  den  Handels  fragen  hervor  und  meint  einmal  (P.  5.  ^w 
Berichte  vom  5.  Mai  172})  „I  believe  P.  Eugene  and  some  of  the  first  ministers 
here  will  be  very  reasonable  about  this  commerce,  but  it  is  certain,  the  emperor 
has  it  intirely  at  heart  as  much  as  it  is  possibU  io  imagine.** 


\^7f  Mai  31.  ^47 

Wiinsche  betreffs  Gibraltars  und  Port  Mahons  ^u  erfüllen  und  von 
der  Hoffnung  getragen,  durch  direkte  Verhandlung  mit  Karl  VL  nicht 
nur  in  den  friedlichen  Besit:^  der  seinem  Sohne  Don  Carlos  in  Aus- 
sicht gestellten  italienischen  Fürstentümer  ^u  gelangen,  sondern  auch 
durch  eine  geplante  Heirat  den  Gesamtbesit:^  der  deutschen  Habsburger 
seinem  Hause  ^u  sichern,  hatte  Philipp  V,,  von  seiner  ehrgeij^igen 
Gattin  Elisabeth  bestimmt^  seinen  Ratgeber  Ripperda  nach  Wien  ge- 
sendet, und  es  gelang  in  der  That  dem  geschickten  Verhalten  dieses 
klugen  Diplomaten  den  von  allen  Seiten  bedrohten  und  hilfebedürftigen 
Kaiser  durch  ein  weitgehendes  Entgegenkommen  ^um  Abschlüsse  von  Ver- 
trägen j(u  bestimmen,  die  einen  völligen  Wechsel  der  bisherigen  österrei- 
chischen Politik  bedeuteten,^)  In  den  Abmachungen,  die  am  letzten  April 
und  am  ersten  Mai  172$  ^n  Wien  getroffen  wurden,^)  ver:{ichtete  Phi- 
lipp V.  auf  die  Niederlande,  Mailand  und  das  Königreich  beider  Sizilien, 
garantierte  dem  Kaiser  die  pragmatische  Sanktion^  erkannte  Parma,  Pia- 
cen^a  und  Toscana  als  Reichslehen  an  und  gab  sich  damit  zufrieden, 
dass  sein  Sohn  erst  nach  dem  Aussterben  der  herrschenden  Familien  in 
den  Besit:^  dieser  Länder  treten  sollte.  Überdies  aber  sprach  er  die 
formelle  Anerkennung  der  neuen  ostendischen  Compagnie  aus,  öffnete 
dieser  Gesellschaft  und  allen  Untertanen  des  Kaisers  die  spanischen 
Häfen,  gewährte  ihnen  in  Spanien  und  in  den  spanischen  Colonien 
weithehende  Privilegien  und  dieselbe  Handelsfreiheit ,  die  Holländer 
\nd  Engländer  seit  längerer  Zeit  dortselbst  besassen.  Als  Gegenlei- 
stung für  diese  ungemein  wichtigen  Konzessionen  des  spanischen  Hofes 
vernichtete  Karl  VL  auf  jeden  Anspruch  auf  Spanien,  verpflichtete  sich 
der  von  Philipp  V.  geplanten  Rückeroberung  Gibraltars  nicht  ^u  wider- 
sprechen, vielmehr  seine  Vermittlung  in  dieser  Frage  ^u  versuchen  und 
stellte  —  was  wohl  am  schwersten  ins  Gewicht  fiel  —  die  Vermählung 
seiner  Töchter  —  der  Erben  des  gesamten  Reiches  —  mit  den  spani- 
schen Infanten  in  Aussicht,  Fürs  erste  konnten  die  Bestimmungen  dieser 
Verträge  als  ein  Sieg  der  kaiserlichen  Regierung  erscheinen;  selbst 
die  Gegner  einer  spanisch-österreichischen  Allians^  konnten  dies  nicht  be- 
streiten, vorausgesetzt,  dass  Spanien  an  dem  neuen  Bündnisse  festhielt. 


')  Für  die  österreichisch-spanischen  Beziehungen  dieser  Zeit  vgl,  Syveton 
Une  cour  et  un  aventiirier  au  XVIII  sih-le ;  Baudrilhirt  Philipp  V.  et  la  cour  de 
France  III  2-jiff,;  Arneih  Prin\  Eugen  III  224  f,;  A,  Beer,  Zur  Geschichte  der 
Politik  Karls  VI,  in  Sybels  Hist,  Zeitschr.  LV,  26ff, 

*)  Für  die  Drucke  u,  a,  Dumont  Villi 2  Joöff,;  vgl,  Bittner  L  c,  Nr,  7^0 


448  ^'7'^7  Mai  31. 

Denn  es  gab  am  Wiener  Hofe  eine  recht  bedeutende  Partei,  die  an  der 
Aufrichtigkeit  der  spanisch-bourbonischen  Politik  T^weifelte  und  sie  sollte 
nur  ^u  bald  Recht  behalten,  Karl  VI.  aber  vertraute  vorerst  den  ge- 
troffenen Abmachungen  und  freute  sich  insbesondere  für  seine  handels- 
politischen Pläne  die  Unterstützung  der  spanischen  Flotte  gewonnen 
:(u  haben. 

Die  Kunde  von  dem  unerwarteten  Entschlüsse  Karls  VI.  erregte 
an  den  Höfen  von  London  und  Paris  das  grösstc  Aufsehen.  Mit  den 
heftigsten  Worten  protestierte  Saphorin  gegen  das  Vorgehen  des  Kai- 
sers,  den  er  des  Undankes  ^ieh  ;  auch  betonte  er,  dass  England  eine  der- 
artige Beeinträchtigung  seiner  Handclsinteressen  in  Spanien  niemals 
{Ugeben  werde.^)  In  der  Tat  einigten  sich  sogleich  die  Höfe  von 
London  und  Paris  über  Massregeln,  die  :(ur  Abwehr  der  von  Öster- 
reich und  Spanien  drohenden  Gefahr  dienen  konnten,  und  es  gelang 
ihnen  unschwer,  den  König  von  Preussen,  der  aus  mehr  als  einem 
Grunde  Missiimmung  gegen  Karl  VI.  hegte,  für  ein  gemeinsames  Vorgehen 
j(u  gewinnen.  In  dem  ^u  Herrenhausen  am  2J.  Sept.  I72ß  abgeschlos- 
senen Bündnisse  war  u.  a.  gan^  ausdrücklich  gegenseitiger  Schut^  der 
bestehenden  Handelsvorteile  vorgesehen.^)  Der  Kaiser,  erschreckt  über 
das  entschiedene  Vorgehen  seiner  Feinde,  suchte  seinr  Stellung  j(u  be- 
festigen, und  da  er  noch  immer  an  die  Aufrichtigkeit  der  spanischen 
Erklärungen  glaubte,  hielt  er  einen  neuen  Vertrag  mit  Philipp  V.für  das 
sicherste  Mittel,  der  drohenden  Gefahr  {u  begegnen.  Am  2ß.  Nov. 
I72ß  wurde  der  neue  geheime  Vertrag  unter  zeichnet.  Karl  VI.  ver- 
sprach ^ei  seiner  j  Töchter,  so  bald  sie  heiratsfähig  sein  würden, 
den  spanischen  Infanten  Don  Carlos  und  Don  Philipp  >{//  vermählen  ; 
er  verpflichtete  sich  aber  auch  seine  Einwilligung  {ur  Ehe  seiner  äl- 
testen Tochter  —  Maria  Theresia  —  ;;//'/  Do7i  Carlos  für  den  Fall 
^^u  erteilen,  als  er  vor  ihrer  Mannbarkeit  sterben  sollte ;  dagegen  behielt 
er  sich  die  Wahl  des  Bräutigams  für  diese  zunächst  erbberechtigte 
Tochter  für  den  Fall  vor,  als  er  {ur  Zeit  ihrer  Vermählung  am  Leben 
sein  sollte.  Im  übrigen  sicherten  sich  beide  Fürsten  gegenseitige  Unter- 
stützung für  alle  Eventualitäten  ^u ;  falls  der  Krieg  {ur  See  geführt 
werden  sollte  —  und  das  war  das  wahrscheinlichste  —  hatte  Karl  VI. 


')  Vgl.  die  Weisungen  Toxvtishetids  an  Sciphorin  vom  Mai—Sept,  172^, 
R.  O.  Sie  beweisen  die  Entrüstung  der  englischen  Regierung,  aber  auch  das  Be- 
wusstsein  derselben^  im  Bunde  mit  Frankreich  und  den  Niederlanden  den  Spa- 
niern und  Österreichern  überlegen  {u  sein. 

*)  Gedruckt  u.  a.  bei  Dumont  /.  c.   Villi 2  127. 


1727  Mai  3».  449 

dem  Bunde sgenossefi  bei  der  Rückeroberung  Gibraltars  und  Port  Mahons 
behilflich  ^u  sein,  während  Philipp  V,  den  Seehandel  und  die  Schiff- 
fahrt  der  kaiserlichen  Untertanen  gegen  jedermann  :{u  schüt:^en,  gan{ 
besonders  aber  die  Bestrebungen  der  ostendischen  Compagnte  ^u  fördern 
versprach  und  grosse  Subsidien  für  den  Fall  der  Kriegsdrohung,  noch 
grössere  für  den  Fall  des  wirklich  beginnenden  Krieges  in  Aussicht 
stellte,^) 

Auch  an  anderen  Orten  waren  die  Bemühungen  der  Wiener  Re- 
gierung Bundesgenossen  ^u  werben  erfolgreich.  Die  russische  d^arin, 
Katharina  L,  schloss  mit  Karl  VI,  1^26  ein  Bündnis,^)  desgleichen 
mehrere  Fürsten  des  Witteisbacher  Hauses;^)  Friedrich  Wilhelm  I, 
kehrte  den  neuen  Verbündeten  den  Rücken y  sobald  er  sich  davon  über- 
zeugt hatte,  da  SS  sie  ihn  :{u  übervorteilen  strebten  und  schloss  mit  dem 
Kaiser  den  Vertrag  von  Wusterhausen,  Okt.  ijaö,^)  Unterdess  war  es 
aber  auch  den  Feinden  Österreichs  gelungen,^ Bundesgenossen  ^u  werben. 
Die  Holländer,  die  Karl  VI,  vergebens  -{«  gewinnen  versucht  hatte, 
traten  dem  englisch-franiösi sehen  Bündnisse  bei,  ihnen  folgten  die  Dänen 
und  Schweden ;  auch  ein  Teil  der  deutschen  Fürsten  einigte  sich  mit 
den  Feinden  des  Reichsoberhauptes,  Inzwischen  trug  das  Handels- 
unternehmen, das  mit  in  erster  Linie  den  Anlass  ^  diesem  System- 
wechsel gegeben,  reichliche  Früchte.  Die  Faktoreien  im  Osten  nahmen 
einen  ungeheueren  Aufschwung,  die  von  Ostende  auslaufenden  Schiffe 
kehrten  mit  Schätzen  reich  beladen  von  Indien  und  China  :(urück ;  die 
Aktionäre  freuten  sich  über  die  hohen  Dividenden,  die  ihnen  ausge- 
zahlt wurden  und  suchten  ihre  einflussreichen  Verbindungen  {u  Gunsten 
des  Unternehmens  auszunutzen,^)  Je  grösser  aber  der  Erfolg  der  Osten- 
der  Compagnie  war,  desto  leidenschaftlicher  wurde  der  Kampf  der 
Gegner,  Namentlich  die  englischen  Kaufleute,  die  ihren  bedeutenden 
und  einträglichen  Handel  mit  Spanien    und   dessen  Colonien   bedroht 


')  Das  Biinäniss  vom  <y.Nov,  172^  ist  u,  a,  gedruckt  bei  Cantillo  AI.  del, 
Tr atados  ctc,  de  pa^  etc,  Madrid  184^  p.  ^41 ;  vgl,  für  den  Gang  der  Verhand- 
lungen insbesondere  Baudrillart  l.  c,  III,  217  ff, 

*)  Am  6.  Aug,  1726.  Für  die  Drucke  —  u,  a,  Martens  {RussieJ  I,  ß2  — 
vgl,  Bittner  l,  c.  Nr.  yö'y, 

3)  Am  16,  Aug,  1726  Karl  Philipp  von  der  Pfal\;  Bittner  Nr,  767; 
am  I,  Sept,  Karl  Albrecht  von  Bayern  und  Clemens  August  von  Köln;  Bittner 
l.  c,  Nr^  76g. 

*)  Am  12,  Okt,  1726,  Für  die  Drucke  —  u,  a,  Dumont  VIIII2  ißg  — 
Bittner  l.  c.  Nr.  772, 

*)  Vgl.  Huisman  l.  c.  3^^  ff» 
Österreichisch-«nglische  Staatsverträge.  Bd.  L  29 


450  17*7  Mai  3«- 

sahen,  forderten  von  ihrer  Regierung  energische  Massregeln  ^um  Schut:{e 
ihrer  gefährdeten  Interessen,  In  der  Tat  wurden  in  England  Kriegs- 
vorbereitungen getroffen,  die  aus  Amerika  kommende  Silherflotte  Spa- 
niens bedroht  y  während  Spanien  und  der  Kaiser  den  Plan  einer  Lan- 
dung des  Prätendenten  Stuart  in  Schottland ,  die  :{ur  Revolution  in 
England  fuhren  sollte,  ernstlich  erwogen. 

Ein  weitanssehender ,  europäischer  Krieg  schien  unvermeidlich. 
Da  brachte  der  Stur^  Ripperdas  und  die  Erset:{iing  des  bis  dahin  ein- 
flussreichsten  französischen  Staatsmannes,  des  Herzogs  von  Bourbon, 
durch  den  schlauen,  friedliebenden  Kardinal  Fleury  eitle  Wendung 
lum  besseren.  Es  gelang  dem  letzteren  den  Wiener  Hof,  der  sich  als- 
bald über^^eugen  musste,  dass  Spanien  nicht  alliuschwer  auf  die  Seite 
der  Gegner  Österreichs  hinüberzuziehen  sein  werde,  {ur  Nach- 
giebigkeit in  der  entscheidenden  handelspolitischen  Frage  .{«  vermögen, 
Karl  VI  erklärte  sich  im*  Verlaufe  der  in  Paris  und  in  Wien  ge- 
führten Verhandlungen  ^u  einer  Herabminderung  des  belgischen  Han- 
dels bereit,  vermochte  aber  seinen  Plan,  Frankreich  auf  diese  Weise 
von  den  Seemächten  {u  trenne?i,  flicht  durchzusetzen.  Vergebens  suchte 
sein  Vertreter  in  Paris,  Fonseca,  den  Nachweis  -(//  erbringen,  dass  es 
den  Interessen  Frankreichs  widerspreche,  die  Haftdeismacht  Englafids  j{'i/ 
fördern,  vergebens  bot  er  Herab fnin de rufig  der  Tätigkeit  der  Ostendcr 
Compagnie  afi,  vergebefis  schlug  er  die  Ernennufig  einer  Kommission  vor, 
die  über  die  strittigen  Punkte  zu  entscheiden  haben  sollte,  Fleury  wies  eine 
einseitige  Verhandlufig  mit  detn  Kaiser  auf  das  entschiede fiste  {«rw^Jt, 
suchte  aber  z^i  gleicher  Zeit,  überzeugt^  dass  die  Scetfiächtc  im  Falle 
ei  fies  Krieges  lediglich  ihre  Interessen  ifn  Auge  behalten  würden,  den 
Ausbruch  der  Feifidseligkeiten,  der  durch  das  Verhalten  der  Engläfider 
und  Spafiier  drohend  schien,  {w  verhifiderfi,  und  strebte  ufiterdess  un- 
außiörlich  einefi  Ausgleich  zpischefi  den  beiden  Parteien  afi.  In  diesem 
Zusaffimefihatige  ist  die  Idee  aufgetaucht,  durch  die  Unterdrückung  der 
ostendischen  Cofnpagnic  für  eine  bestifnmtc  Zeit,  innerhalb  der  die 
Frage  der  Berechtigung  dieses  Handels  erörtert  werden  sollte,  die 
strittige  Af igele gefiheit  einer  die  Ehre  des  Kaisers  und  die  fnateriellen 
Ifiteressen  der  Seemächte  berücksichtigefiden  Lösimg  ^«^///////r^;/.  Durch 
Verffiittlung  der  päpstlichen  Diplotfiatie  gelang  es  dir  prifizipielle  Eifi- 
willigufig  Karls  VI,  .^«r  Ahfassufig  eines  in  diesem  Sinne  lautefiden 
Vertrages  {w  erhalfen  und  bereits  ifn  Dezember  lyaö  konnte  Gritnaldi, 
der  päpstliche  Nuntius  am  Wiener  Hofe,  den  Vertretern  Frankreichs 
und  der  Generalstaaten  eitlen  mit  Genehmigung  des  Kaisers  verjassten 


1727  Mai  31.  451 

Vertragsentwurf  vorlegen,^)  Dir  Frage  der  Berechtigung  der  ostendi- 
dischen  Handelscompagnie  sollte  nach  demselben  von  einer  eigens  dafür 
ein^uset^t enden  Kommission  erörtert  werden,  der  belgische  Handel  nach 
Ostindien  bis  nach  erfolgter  Entscheidung  unterbleiben ;  doch  wurde  den 
bereits  a\is gelaufenen  Schiffen  die  Rückhehr  mit    Waren  gestattet.    Fiel 

innerhalb  der  festgeset:[ten  Zeit  —  ein  bestimmtes  Datum  war  vorerst 
nicht  angegeben,  doch  rechnete  die  Wiener  Regierung  mit  2 — )  Jahren 
—  die  erhoffte  Entscheidung  nicht ,  dann  sollte  es  den  beteiligten 
Mächten  frei  stehen,  in  eine  längere  Frist  {u  willigen,  oder  aber  ihre 
früheren  Rechte  wieder  geltend  ^u  machen,  Gan^  ausdrücklich  ver- 
pflichtete  sich  Karl  VI,  {ur  Unterwerfung  auch  unter  ein  gegen  ihn 
ausfallendes  Uritil  der  aus  unparteiischen  Richtern  ein^uset^^enden 
Kommission ;  ein  weitgehendes  Versprechen,  das  deutlich  erkennen  Idsst, 
dass  Karl  VI.  an  der  Möglichkeit  ver:{weifelte,  mit  den  Waffen  in  der 
Hand  die  Rechte  seiner  Untertanen  erfolgreich  ^n  vertreten.  Die  V5?r- 
handlungen,  die  er  unierdess  mit  Spanien  geführt,  hatten  ihm  die  Über- 
zeugung aufgenötigt,  dass  er  von  dieser  Macht,  auch  wenn  sie  es  —  woran 
{u  {weifeln  mehr  als  ein  Grund  vorlag  —  aufrichtig  meinte,  keines- 
wegs auf  eine  Unterstütj^ung  rechnen  durfte,  die  ihm  Hoffnung  au/ 
einen  aussichtsreichen  Kampf  gegen  die  Seemächte  und  Frankreich  ge- 
boten hätte,^)  Und  wenn  sich  Karl  VI,  sonst  umsah,  im  Reiche  und 
bei  den  Nachbarstaaten,  wo  bot  sich  ihm  ein  genügender  Schut^,  falls 
die  Holländer  und  Engländer  beim  ersten  Schusse  der  fiel  Belgien 
besetzen  sollten,  falls  seine  italienischen  Besitzungen  von  Franzosen 
und  Engländern  bedroht  wurden  ?  Prin^  Eugen  und  Graf  Starhemberg 
wurden  nicht  müde  dem  Kaiser  vorzuhalten,  dass  ein  ungünstiger  Aus- 
gang eines  Krieges  vorauszusehen  sei,  dieser  aber  das  dynastische  Interesse 
der  Habsburger  ernstlich  gefährden  könnte.  Und  selbst  Graf  Sin^en- 
dorf,  der  eifrigste  Vertreter  der  Wirtschaftspolitik  Karls  VI,  und 
Gegner  Eugens,  widersprach  den  friedliebenden  Erklärungen  seiner 
Kollegen  nicht,  ^mwj/  er  sich  durch  die  Hoffnung  täuschen  Hess,  es 
werde  eine  2 — ^jährige  Suspension  der  Ostender  Compagnie  genügen 
und  schlimmsten  Falles  die  Übertragung  des  Sitzes  dieser  Gesellschaft 
nach  Triest  ein  einfaches  und  den  Interessen  des  Kaisers  unschädliches 
Mittel  bieten,  die  Eifersucht  der  Seemächte  z^  beschwichtigen.  Allein 
alsbald  Z'^^S^^  ^^  ^^^^y   ^^^^  ^/V5^   es  auf  den  völligen  Untergang  der 


«)  Vgl.  den  Abdruck  hei  Rousset  Recucil  hist.  l,  c,  111.  ^86;  für  den  Zu- 
sammenhang Baudrillart  l,  c  III.  ^75. 

«)   Vgl,  Syveton,  Le  baron  de  Ripperda  24)  ff- 

»9* 


45*  '72?  Mai  31. 

Ostender  Handelscompagnie  abgesehen  hatten.     Die  im  Haag   versam- 
melten  Vertreter  der  Seemächte  wiesen  den  von  Grimaldi  entworfenen 
Vertrag  als  ungenügend  {urück  und  in  den  Beratungskörpern  der  bei- 
den Nationen  machte  sich  die  gereifte  Stimmung  gegen  die  verbündeten 
Höfe  von    Wien    und  Madrid  in    lauten  Klagen    und  Drohungen  LufL 
Insbesondere  im  englischen  Parlamente  führte  die  Erregung  der  Kanf- 
mannswelty   die  ihre  Existcn{   bedroht  sah,   und  der  Regierungskreise, 
die  eine  neue  Erhebung  der  Stuartfreunde  fürchtete^    {«   bedeutsamen 
Kundgebungen,^)  Der  König  eröffnete  im  Januar  7727  das  Parlament 
mit  einer  Rede,   die  in  dem  Sat{e  gipfelte,   dass  die  j^nschen  Spanien 
und  dem  Kaiser  geschlossenen   Verträge  „direkt  unseren  teuersten  und 
wertvollsten  Privilegien  feindlich  sind  und  uns  ^ur  Entscheidung  nöti- 
gen, ob  wir  uns  widerstandslos  der  entschiedenen  und  ungerechten  For- 
derung des  spanischen   Königs,    ihm    Gibraltar   ^nrück{ugeben,    unter- 
werfen und  es  ruhig  dulden  wollen,  dass  der  Kaiser  die  Vorteile  eines 
ausgedehnten  Handels  geniesst,  den  er  usurpiert  hat ,   oder  ob  wir  uns 
in  die  Lage  setzen  wollen,  uns  Gerechtigkeit  {u  verschaffen  und  unsere 
Rechte   {;//   verteidigen  gegen   die    Vereinbarungen    unserer  Feinde,    die 
sie  in  Missachtung  und  Verletzung  des  öffentlichen  Glaubens  und  der 
feierlichsten    Verträge    eingegangen    sind^)f^      Die    Rede    des    Königs 
fand  den  ungefeilten  Beifall  des  Hauses,    das  reiche  Mittel  bewilligte, 
um  Englands  Heer  und  Flotte  für  den  bevorstehenden  Krieg  ^n  stärken ; 
auch  wurden  im  Laufe  der  Debatte  die  schwersten  Vorwürfe  gegen  das 
Reichsoberhaupt  erhoben.     Auch   am   englischen  Hofe   kam    es   {u  er- 
regten   Auseinanderset;{ungcn   ^wischen    den    englischen    Minisfern    und 
dem    Vertreter  Karls  VL     Dieser  profesficrfe  mündlich  und  schriftlich 
gegen  die  nnber  echt  igten  Angriffe  der  Engländer  und  Graf  Siniendorf 
forderte   in  einem    offenen   Briefe    Genugtuung  für   die   seinem  Herrn 
durch     Verbreitung  falscher    Behauptungen    angetane    Schnhich.^)     Als 
Antwort  hierauf  erhielt    des  Kaisers   Vertreter    in  London    den  Befehl, 
England  {u  verlassen.   Unter  diesen   Umständen  konnte  Karl    VL  nicht 
anders,  als  Saphorin  aus    Wien  ausweisen.^) 


')   Vgl.  Mahoii  Hist  of  Engl,  Taucini.  Ed.  iS'^r^  IL  108 ff. 

*)  Abgedruckt  u.  a.  Rousset  l.  c.  III.  ^2j  jf. 

•)   Vgl.  Rousset  Rec.  hist.  III,   ?^f?,   75?;  Miihon  /.  c.  ioq  f. 

*)  Vgl  die  Errichte  Saphorins  und  seines  Sekretärs  Woodivcird  vom  Febr.- 
April  i'/27  R.  O.  Saphorin  klagt  wiederholt  iib.'r  Richelieu,  der,  obgleich  Frank- 
reich mit  England  verbündet  sei,  gegen  letzteres  intrigniere.  Am  16.  April  1727 
berichten  Saphorin  und  Woodward  über  die  Pahnajfaire  und  über  ihre  Landes- 
verweisung.    Sie  halten  die  Situation  für  sehr  bedrohlich. 


1727  Mai  31.  453 

Der  Krieg  schien  unvermeidlich  Allein  wieder  war  es  Fleury,  der 
im  wohlverstandenen  französischen  Interesse  die  Unterhandlungen  nicht 
fallen  gelassen  hatte,  der  rettend  eingriff.  In  langwierigen  Verhandlun- 
gen, die  ^//  schildern  nicht  unsere  Aufgabe  sein  kann,  *)  suchte  er  dem 
Wiener  Hofe  die  Über:{eugung  beizubringen,  dass  die  Lage  der  Dinge 
ein  weiteres  Entgegenkommen  des  Kaisers  erheische,  und  er  verstand 
es  vortrefflich  die  bittere  Pille,  die  er  dem  Kaiser  in  der  Form  einer 
mindestens  j jährigen  Suspendierung  der  Ostender  Compagnie  reichte, 
durch  die  Versicherung  ^u  versüssen,  dass  innerhalb  dieser  Frist  nebst 
der  Ordnung  dieser  Angelegenheit  ein  Handelsvertrag  ^(wischen  den 
Seemächten  und  dem  Kaiser  geschlossen  werden  sollte ,  der  die  von 
diesem  so  oft  geforderte  Erläuterung  des  26,  Artikels  des  Barriere- 
vertrages enthalten  würde.  Ende  Märj(  172^  übergab  der  Herzog  von 
Richelieu,  FrankreicJis  Vertreter  am  Wiener  Hofe,  das  erste  Ultima- 
tum,^) Nach  demselben  hatte  Karl  VI.  die  Unterdrückung  des  osten- 
dischen  Handels  nach  dem  Orient  für  eine  bestimmte  Zeit  —  das  Ulti- 
matum sprach  von  10  Jahren,  Richelieu  hatte  aber  Vollmacht,  sich 
mit  7  Jahren  ^u  begnügen  —  auszusprechen.  Die  Handelsprivilegien 
aller  Mächte  in  Europa  und  Indien  sollten  in  dem  Stande  bleiben,  wie 
sie  vor  dem  Jahre  172^  gewesen,  alle  übrigen  Rechte  und  Besitzungen 
der  Vertragschliessenden^  wie  sie  durch  die  Verträge  von  Utrecht, 
Baden  und  durch  die  Quadrupelallian^  geordnet  worden  waren.  Beide 
Parteien  sollten  sich  der  Einmischung  in  die  Wirren  des  Nordens  und 
Niederdeutschlands  enthalten  und  nach  erfolgter  Einigung  die  Feind- 
seligkeiten aufhören  ;  die  von  Ostende  nach  Indien  abgegangenen  Schiffe, 
deren  Namen  anzugeben  der  Wiener  Hof  verpflichtet  werden  sollte, 
und  die  spanischen  Galeonen  sollten  das  Recht  ^ur  Rückkehr  erhalten. 
Über  den  Ausgang  der  Beratungen,  die  im  Anschlüsse  an  dieses  Ulti- 
matum am  Wiener  Hofe,  ^umal  im  Schoosse  der  geheimen  Konferenz, 
gepflogen  wurden.,  konnte  eigentlich  kein  Zweifel  bestehen,^)  Mochte 
der  Kaiser  noch  so  bitter  das  Scheitern  seiner  handelspolitischen  Pläne 
empfinden,  mochten  die  leitenden  Minister  noch  so  lebhaft  das  Schicksal 
der  neuen  Untertanen  bedauern,  der  Krieg  mit  den  Seemächten  und 
Frankreich  bot  keine  Aussicht  auf  Erfolg.  In  unzweideutiger  Weise 
haben  dies  Prin^  E'gen  und  Graf  Starhemberg  betont,  und  wenn  sie' 
schliesslich  ihre  Einwilligung  ^u  neuerlichen  Verhandlungen  und  damit 


•)   Vgl.  Baiidrillart  l.  c.  III.  ^14  ff, 

^)   Vgl,  Rousset  l.  c,  III.  ß88, 

*)  Vgl,  Huisman  l.  c.  416  ff „  Arneth  l.  c.  III,  22^, 


454  '7^7  Mai  31. 

^M  einer  weiteren  Verzögerung  der  Entscheidung  gaben,  für  die  S/m- 
^endorf  eifrigst  eintrat,  so  geschah  dies  einerseits,  um  den  Wünschen 
ihres  Herrn  Rechnung  j{u  tragen,  andererseits  aber  in  der  sicheren  Er- 
wartung, dass'die  aus  Deutschland  und  Spanien  einlangenden  Berichte, 
von  deren  Inhalt  Karl  VI,  seine  Entscheidung  abhängen  lassen  wollte, 
ihre  pessitn istische  Auffassung  bestätigen  würden, 

Unterdess  wurden  die  Verhandlungen  in  Paris  und  in  Wien 
wieder  aufgenommen.  Die  kaiserlichen  Minister  versuchten  den  Handel 
der  Belgier  nach  China  {u  retten,  und  als  dies  an  der  entschiedenen 
Weigerung  der  Seemächte  scheiterte,  forderte  man  für  die  Dauer  der 
Suspension  des  belgischen  Handels  nach  dem  Orient  deti  Nachlass  der 
jährlich  an  die  Vereinigten  Niederlande  {u  entrichtettden  ^00,000  Thl. 
und  dte  Verbesserung  des  Zollsystems  in  Holland,  erreichte  aber  nicht 
mehr,  als  dass  Fleury  die  Erledigung  dieser  Fragen  auf  dem  künftig 
{u  eröffnenden  Kongresse  versprach.  Mehr  um  eine  weitere  Verj^ö- 
gerung  :(U  bewirken,  als  in  der  Erwartung  eines  Erfolges,  überreichten 
die  kaiserlichen  Minister  ein  12  Artikel  umfassendes  Gegenprojekt,  in 
dem  die  Suspendierung  der  ostendischen  Handelscompagnie  auf  7  Jahre 
im  Prinj^ipe  angenommen,  die  Entscheidung  über  die  Bedingungen  aber, 
unter  deften  sie  erfolgen  sollte,  dem  Kongresse  vorbehalten  tvurde.^) 
Allein  Fleury,  gedrängt  von  den  Vertretern  der  Seemächte  und  von 
der  Furcht  beseelt,  bei  längerem  Zögern  seinen  Einßuss  ein^ubüssen, 
beantwortete  die  kaiserliche  Erklärung  mit  der  Übersendung  eines  neuen 
8  Artikel  umfassenden  Ultimatums,  das  sich  von  dem  früheren  in  erster 
Linie  durch  genaue  Bestimmungen  für  den  möglichst  bald  {u  berufenden 
Kongress  unterschied,"^)  Zu  gleicher  Zeit  aber  wurde  dem  Kaiser  mitge- 
teilt, dass  Frankreich  und  dessen  Verbündete  die  Nichtannahme  des  Ulti- 
matums innerhalb  eines  Monates  —  es  war  vom  2.  Mai  1/2/  datiert 
—  als  Kriegserklärung  auffassen  würden,  Karl  VI,  hat  den  ihm  ge- 
setj^ten  Termin  nicht  abgewartet.  Die  drohende  Stellung  der  Seemächte, 
die  ungünstigen  Nachrichten,  dir  er  über  dir  Haltung  der  spanischen 
Armee  vor  Gibraltar  erhielt,  das  Ausbleiben  der  spanischen  Subsidien, 
die  Nachricht  vom  Tode  Katharina' s  I,  von  Russland  und  die  Wei- 
gerung   der  Mehrj^ahl   der   am  Reichstage   vertretenen  Fürsten    sich  in 


•)  Vgl,  Rousset  l,  c,  III,  ;}Qo ;  für  den  Gang  der  Vrrhandlinigen,  Bau- 
drillart l,  c.  III,  S2yff,  Im  R,  O,  (Mise.  Treat,  Pap.  \u  1727)  liegt  ein  Akt,  in 
dem  das  erste  und  {weite  Ultimatum  und  das  Gegenprojekt  des  Kaisers  neben 
einander  ver{eiehnet  sind, 

*)  Vgl,  Rousset  l,  c,  III,  J97;  für  die  Verhandlungen  Huisman  L  c* 
426 ff,;  Baudrillart  l,  c,  III,  327 ff. 


172/  Mai  31.  455 

diese  Angelegenheit  ein:{u mischen,  sprachen  {u  deutlich  für  den  Ab- 
schlitss,  als  dass  sich  Karl  VI.  noch  länger  den  Mahnungen  Eugens 
und  dessen  Anhänger  hätte  widersetzten  können,  Baron  Fonseca,  des 
Kaisers  Vertreter  in  Paris ^  erhielt  die  Weisung,  unter  möglichster 
Wahrung  der  kaiserlichen  Interessen  die  Verhandlungen  z^um  Abschlüsse 
^u  bringen. 

Am  ßi,  Mai  erfolgte  {u  Paris  die  Unter^eichyiung  der  Frie- 
denspräliminarien, Dieselben  umfassten  12  Artikel,  Der  Kaiser  ver- 
pflichtete sich  :^ur  Unterdrückung  des  ostendischen  Handels  für  die 
Dauer  von  7  Jahren,  die  Verbündeten  garantierten  den  von  Ostende 
bereits  ausgelaufenen  Schiffen,  deren  Namen  vom  Wiener  Hofe  angegeben 
werden  solltefi,  ebenso  wie  den  spanischen  Galeonen,  die  freie  Rück- 
kehr. Die  englische  Flotte  sollte  die  spanischen  Häfen  in  Amerika  ver- 
lassen, die  Schiffe  der  Seemächte  und  jene  Frankreichs  sich  von  den 
Küsten  Spaniens  und  von  jenen  der  kaiserlichen  Besitzungen  in  Italien 
j^urückj^iehen.  Durch  einen  besonderen  Artikel  verpflichteten  sich  beide 
Parteien,  die  nordischen  Mächte  {ur  friedlichen  Beilegung  der  beste- 
henden Differenzen  aufzufordern  und  bis  {ur  Verhandlung  über  diese 
Frage  auf  dem  Kongresse  ihrerseits  nichts  gewalttätiges  z^  ^^*^-  -ö/> 
weiteren  Punkte  betrafen  die  Berufung  und  Organisation  des  geplanten 
Kongresses,  Durch  eine  besondere  Verfügung  wurden  aber  schon  jetzt 
den  Seemächten  und  Frankreich  die  Handelsprivilegien  wiedergegeben, 
die  sie  vor  dem  Abschlüsse  der  Wiener  Verträge  von  172$  in  Spanien 
und  in  Indien  genossen  hatten.  Übersieht  man  den  Inhalt  dieses  Ver- 
trages, so  kann  über  die  verhängnisvolle  Tragweite  desselben  für  den 
Kaiser  kein  Zweifel  bestehen.  Die  Suspension  des  belgischen  Handels 
nach  dem  Orient  für  7  Jahre  kam  einer  gänzlichen  Vernichtung  des- 
selben gleich,  und  die  Wiedereinsetzung  der  Seemächte  und  Frankreichs 
in  die  bevorzugte  Stellung,  die  sie  vor  iy2ß  beim  Handel  nach  Spanien 
und  Westindien  innegehabt,  brachte  den  Kaiser  um  den  einzigen  grossen 
Vorteil,  der  ihm  aus  der  so  kostspieligen  Allianz  mit  Spanien  hätte 
erwachsen  können,  und  bedeutete  einen  grossen  Triwnpf  für  das  eng- 
lische Volk,  das  seinen  ertragreichen  Handel  mit  Spanien  in  vollem 
Umfange  wieder  aufnehmen  konnte.  Die  Hoffnung  der  Wiener  Re- 
gierung aber ,  den  asiatischen  Handel,  den  bisher  die  Belgier  ge- 
trieben, nach  Triest  <{«  übertragen  und  so  von  einer  anderen  Stelle 
aus  den  Seemächten  erfolgreiche  Konkurrenz  Z"  ffiachen,  erwies  sich 
in  der  Folge  nicht  minder  trügerisch,  als  die  Erwartung  eines  raschen 
Abschlusses   des  Handelsvertrages   mit  den   Seemächten,    den   diese   im 


456  ^T^7  Mai  31. 

Jahre  IJJ^  versprochen,   seitdem   aber   immer    wieder  unter   mannig-- 
faltigen  Ausreden  ver:(6gert  liatten,^) 


Bei  der  Unter ^{eichnung  der  Friedenspräliminarien  ergab  sich  eine 
Schwierigkeit,  Spanien  hatte  damals  infolge  der  gespannten  Beiiehungen, 
die  {wischen  den  beiden  Linien  des  Hauses  Bourbon  herrschten,  in  Paris 
keinen  Vertreter,  England  keinen  in  Wien,  Da  aber  der  Inhalt  des  Ver- 
trages die  Teilnahme  der  spanischen  Regierung  unerlässlich  machte,  ent- 
schloss  sich  der  damals  in  Wien  anwesende  ausserordentliche  spanische 
Botschafter,  Herzog  von  Bournonville,  im  Einverständnisse  mit  den  kom- 
petenten Regierungen  am  iß,  Juni  1J2J  eine  besondere  Erklärung  abzuge- 
ben, die,  wörtlich  mit  den  ^u  Paris  am  ji,  Mai  abgeschlossenen  Präli- 
minarien übereinstimmend,  Spaniens  Beitritten  diesem  Vertrage  festset:{ie,^) 
Allein  nun  weigerte  sich  der  spanische  Hof,  der  noch  immer  die  Fortset- 
zung des  Krieges  wünschte,  den  unterzeichneten  Vertrag  {u  ratifizieren, 
begann  an  einzelnen  Artikeln  desselben  {«  mäkeln  und  erklärte  von  der 
Belagerung  Gibraltars  erst  dann  ablassen  {u  wollen,  wenn  die  englische 
Flotte,  die  längs  der  spanischen  Küste  und  Westindien  kreuzte,  ^«ri/cil- 
berufen  sein  werde,  König  Georg  IL  aber,  der  mittlerweile  Englands 
Thron  bestiegen  hatte,  weigerte  sich,  die  Forderungen  der  Spanier  z^ 
erfüllen  und  verlangte  überdies  die  Herausgabe  des  der  Südsee compagtiie 
gehörigen  von  den  Spaniern  gekaperten  Schiffes  „Prinz  Friedrich,*^  Wie- 
derum schien  es  z^ir  Entscheidung  durch  die  Waffen  kommen  ^«  müs- 
sen,'^) aber  es  gelang  auch  diesmal  der  geschickten  Intervention  Fleury^s 
dem  Konflikte  die  Spitze  abzubrechen.  Die  Abmachungen  von  Prado 
vom  4.  und  ß.  März  I/28  führten  den  erwünschten  Ausgleich  ^U'/5^Ä^/ 
England  und  Spanien  herbei,  und  am  6.  Mär^  unterzeichneten  die  Ver- 
treter der  an  den  Friedenspräliminarien  beteiligten  Mächte  das  Schrift- 
stück, durch  das  die  letzten  Schwierigkeiten  hinweggeräumt  wurden, 
die  der  Geltung  dieser  Abmachungen  im    Wege  gestanden  hatten,^) 


')  Saphorin  meldete  nach  dem  Abschlüsse  der  Präliniiiiarien  nach  London, 
dieselben  hätten  z'd\ir  den  Krieg  verhindert,  nicht  jber  die  ehrgei\igen  Pläne  der 
Höfe  von  Wien  und  Madrid  vernichtet ;  Österreich  wolle  noch  immer  mit  Spanien 
und  den  übrigen  Verbündeten  ge^en  Frankreich  und  England  kämpfen.  Saphorin 
schlägt  vor,  Verbindungen  in  Deutschland  gegen  den  Kaiser  anzuknüpfen,  da 
dieser  in  Deutsshland  unbeliebt  sei.  R.  O. 

')  Vgl.  den  Abdruck  Nr.  57. 

8)   Vgl,  Baudrillart  L  c.  III.  ^99  ff, 

<)  Abdruck  Nr.  28,  Vgl,  Baudrillart  l.  c.  403  ff- 


1727  Mai  31.  457 

26. 

Notum  Sit  Omnibus  et  singulis  quod,  cum  a  nonnuUo  tem- 
pore plura  successissent,  quae  paci  Europae  disturbandae  locum 
dare  potuissent  nisi  quam  citius  medela  allata  fuisset,  sua  sacra 
C«^  regio-catholica  M^»^  sua  sacra  M**»  britannica,  sua  sacra  M**« 
christianissima  et  celsi  ac  potentes  domini  Status  generales  uni- 
tarum  foederati  Belgii  provinciarum  sese  invicem  quam  maxime 
pronos  exhibuerint  ad  omnia  ea  inquirenda,  quae  has  omnes 
simultates  componere  possent  et  ad  hunc  scopum  attingendum 
plenipotentiarum  tabulis  muniverint;  nempe  sua  sacra  O*  regio- 
catholica  M**8  dominum  baronem  d'Effonseca,  sua  sacra  M***  bri- 
tannica dominum  Horatium  Walpole,  sua  sacra  M^  christianis- 
sima dominum  comitem  a  Morville,  suum  ministrium  ac  Status 
secretarium  et  aurei  velleris  equitem,  itidem  celsi  et  potentes 
domini  Status  generales  foederati  Belgii  dominum  Guillelmum 
Boreel,  qui  omnes  post  maturam  inter  se  disquisitionem  et  com- 
municatis  invicem  plenipotentiarum  tabulis,  quarum  copiae  in- 
fra  transcriptae  reperientur  *),  vigore  earumdem  plenipotentiarum 
super  subsequentibus  articulis  praeliminaribus  convenerunt. 

I. 

Cum  sua  sacra  O*  regio-catholica  M**^  commercium  Osten- 
danum  apud  nonnuUos  finitimos  aemulationem  atque  etiam  sol- 
licitudinem  excitasse  animadvertat,  publicae  Europae  tranquili- 
tatis  causa  consentit,  ut  Privilegium,  vulgo  octroy,  societati 
Ostendanae  concessum  omneque  ex  Belgio  austriaco  in  Indias 
commercium  per  spatium  Septem  annorum  suspendatur. 

n. 

Iura  aut  ea,  quae  vi  tractatus  Traiectensis,  Badensis,  qua- 
druplicis  foederis  atque  etiam  eorum  tractatuum  et  conven- 
tionum,  quae  annum  1725  praecesserunt  et  imperatorem  ac  Sta- 
tus generales  foederati  Belgii  non  tangunt,  a  quocunque  con- 
tractantium  possessa  fuere,  intacta  remanebunt;  si  quid  vero 
super  iis  immutatum  vel  executioni  mandatum  non  fuisse  com- 
periretur  iuxta  tenorem  eorumdem  tractatuum  et  conventionum, 
Status  immutatus  aut  executioni  non  datus  in  futuro  congressu 
discutietur  et  decidetur. 


»)  Abgedruckt  //.  a.  bei  Dumont  /.  c.  VIIII2  147  f* 


458  ^T^7  Mai  31. 

III. 
Consequenter  cuncta  commerciorum  privilegia,  quibus  natio 
anglica  et  gallica  et  subditi  statuum  generalium  foederati  Belgii 
antehac  vigore  tractatuum  cum  in  Europa  tum  in  Hispania  prout 
et  in  Indiis  gavisi  sunt,  ad  eum  usum  et  normam  revocentun 
secundum  quam  per  tractatus  anno  millesimo  septingentesimo 
vigesimo  quinto  anteriores  cum  singulis  conventum  fuit. 

IV. 

Principes  septentrionis  ab  eorum  respective  confoederatis 
invitabuntur  requirenturque,  ut  ab  omni  via  facti  mutuo  absti- 
neant,  quin  potius  omnia  media  aequabilia  conciliandae  mutuo 
inter  se  pacificationis  amplectantur.  Partes  vero  contractantes 
spondent  usque  dum  congressus  inchoetur  (de  quo  infra),  in 
quo  partium  intervenientium  dissidia  amicabiliter  discutientur, 
nee  dii'ecte  nee  indirecte  quocunque  sub  colore  aut  praetextu 
ad  uUam  viam  facti  processuros,  quo  praesens  septentrionis  ac 
inferioris  Germaniae  Status  turbari  possit,  quin  serio  promittent 
omnia  se  consilia  inire  velle,  quo  hostilitates,  si  quae  forte  in- 
tercederent,  sopiantur. 


Mox  a  subscriptis  praesentibus  articulis  hostilitates  quae- 
cunqufc,  si  forte  quaepiam  inchoatae  fuissent,  cessabunt  et  re- 
spectu  Hispaniae  octiduum,  postquam  sua  M**^  catholica  hos  ar- 
ticulos  subscriptos  receperit,  navibus  illis,  quae  ante  praefatam 
cessationem  Ostenda  in  Indias  vela  fecerunt  et  quorum  nomina 
in  tabella  quadam  nomine  suae  M*^^  O*®  regio-catholicae  con- 
ficienda  declarabuntur,  über  tutusque  ex  Indiis  Ostendam  con- 
cedetur  reditus,  et  si  quae  forte  naves  interceptae  fuissent,  eae 
una  cum  bonis  ac  mercibus  eisdem  impositis  bona  fide  resti- 
tuentur.  Par  aeque  tutus  navibus  illis  maioribus  onerariis  (vulgo 
galliones  dictis)  admittetur  reditus  in  ea  firma  fiducia,  regem 
catholicum  intuitu  oneris  seu  rerum  ac  mercium  tam  in  maiori 
quam  minori  illa  classe  Hispana,  galliones  et  flotilla^  conten- 
tarum  eum  ipsum,  quo  liberioribus  antea  semper  temporibus 
usus  est  ,  modum  esse  adhibiturum.  Cui  consequens  est,  quod 
classis  anglica  non  solum  a  Portu-Bello  omnibusque  in  America 
ad  regem  Hispaniarum  pertinentibus  portubus  abscedet  quam 
primum  fieri  poterit,  verum  et  eiusdem  classis  praefectus  Hozier 


1727  Mai  31.  459 

una  cum  illa  in  Eufopam  revertetur,  quo  subditi  suae  M*»"  ca- 
tholicae  in  Indiis  ab  omni  ulteriori  molestia  et  soUicitudine  li- 
berentur.  Commercium  ab  Anglis  in  Americam  uti  de  prae- 
terito  iuxta  tractatus  exercebitur.  Pariter  classes  Anglorum, 
Gallorum  aut  Batavorum,  quae  forte  circum  littora  hispanica 
vel  etiam  circa  illa  ad  imperatorem  pertinentia  sese  detinere 
possent,  inde  omni  qua  fieri  potest  maiori  celeritate  mox  a 
tempore,  quo  isthaec  cessatio  hostiütatum  inchoabit,  sese  reci- 
pient,  ut  accolae  dictorum  littorum  ac  orarum  ab  omni  deinceps 
soUicitudine  ac  metu  tuti  ac  liberi  sint  nihilque  dictis  navibus 
contra  modo  memoratos  portus  sive  directe  sive  indirecte  moliri 
licitum  esto. 

VI. 

Isthaec  hostilitatum  cessatio  tamdiu  quamdiu  suspensio 
privilegii  societati  Ostendanae  concessi,  nimirum  per  Septem 
annos  durabit,  ut  intra  hoc  temporis  spatium  iura  rationesque 
reciprocae  commode  conciliari  generalisque  pacificatio  eo  soli- 
dius  stabiliri  possit. 

vn. 

Si  forte  post  subscriptionem  istorum  praeliminarium  inter 
principum  contractantium  subditos  sive  in  Europa  sive  in  Indiis 
turbas  sub  qualicunque  praetextu  moveri  aut  hostilitatis  actus 
exerceri  contingeret,  ii  damna  a  suis  respective  subditis  per- 
pessa  communi  ope  reparabunt. 

vm. 

Secuta  praecedentium  articulorum  acceptatione  et  sub- 
scriptione  congressus  intra  spatium  quatuor  mensium  a  die  sub- 
scriptionis  computandorum  Aquisgrani  instituetur,  intra  quorum 
decursum  iura  et  praetentiones  principum  contractantium  eorum- 
que,  qui  ad  dictum  congressum  invitati  fuerint,  examinabuntur, 
discutientur  ac  terminabuntur. 

IX. 

Plenipotentiarii  nominandi  non  poterunt  nisi  solos  duos 
nobiles,  duos  ephebos  et  sex  famulos  seu  pedissequos  in  comi- 
tatu  suo  habere,  quo  promptius  se  ad  iter  parare  possint  et  ut 
omnis  aemulatio,  luxus  ac  sumptus  evitentur. 


46o  ^7'^7  Mai  31. 

X. 

Ceremoniale  nuUum  observabunt  eamque  normam  tene- 
bunt,  quae  in  nupero  congressu  Cameracensi  observata  fuit 
idque  ad  declinandas  eas  difficultates,  quae  circa  praecedentiam 
oriri  possent,  facultate  tarnen  protestandi  cuique  pro  arbitrio 
relicta. 

XL 

Principes  suis  respective  plenipotentiariis  serio  demanda- 
bunt,  ut  omnia  impedimenta  seu  tricas  evitent,  quae  protrahere 
vel  turbare  congressum  ullo  modo  possent. 

XII. 

Ratificatio  horum  articulorum  intra  spatium  duorum  men- 
sium  aut  citius  si  fieri  poterit  a  die  subscriptionis  erga  se  in- 
vicem  extradetur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  ministri  plenipotentiarii 
suae  sacrae  O*^*  regio-catholicae  M*»^  suae  sacrae  regiae  M*'» 
britannicae  et  suae  sacrae  regiae  M^'^  christianissimae  et  celso- 
rum  ac  potentium^)  statuum  generalium  unitarum  foederati 
Belgii  provinciarum  hosce  articulos  manu  nostra  subscripsimus 
et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Parisiis  die  ultima 
mensis  Maii,  anno  domini  millesimo  septingentesimo  vigesimo 
septimo. 

L.  S.    Marcus  baro  Deffonseca.  L.  S.    H.  Walpole. ^) 

27.») 

Comme  les  ministres  qui  ont  signe  ä  Paris  les  articles 
preliminaires  ont  considere  que,  ny  ayant  pas  dans  cette  cour 
des  ministres  de  sa  Mte  catholique  ny  ä  Vienne  des  ministres 
de  sa  Mte  britannique,  il  estoit  impossible  en  suivant  les  formes 
ordinaires  de  donner  aussytöt  qu'  il  seroit  ä  desirer  la  derniere 
main  aux  actes  qui  seroient  obligatoires  entre  sa  Mte  catholique 

')  ///  </t'//  Jtuieren  Au s/crti Illingen  folgt  juf  potentinni  Jas  Wort  äonii- 
noruni. 

2)  Gleichartige  Ausfertigungen  erfolgten  seitens  Frankreichs  und  der  Ge- 
neralstaaten. 

^)  Nach  der  im  St.-A.  befindlichen  für  Hnghinä  bestimmten  kaiserlichen 
Ratifikation  dieser  Urkunde  d,  d,  Wien  iy2j  Juli  12, 


1727  Mai  31.  46t 

et  sa  Mte  britannique,  je  sousignö  pour  remedier  ä  cet  incon- 
venient  ay  en  vertu  de  mes  pleinpouvoirs  sign^  seul  un  acte 
pareil  h  ceux  qui  ont  ete  signes  h  Paris  le  31  du  mois  de  May 
dernier  le  quel  est  compris  cy-dessous. 

Sequuntur  articuli  praeliminares  et  plenipotentiarum  ta- 
bulae  suae  sacrae  M**^  catholicae  d.  d.  Buen  Retiro  a  veinte  y 
seis  de  Febrero  de  mil  setezientos  y  veinte  y  siete. 

En  vertu  de  mon  Pleinpouvoir  susdit  je  declare  que  cet 
acte  ainsy  signö  par  moy  seul  sera  obligatoire  pour  le  roy  ca- 
tholique  mon  maitre  envers  sa  Mt^  britannique  comme  sMl 
avoit  ete  signö  avec  un  ministre  de  sa  Mte  britannique,  bien 
entendu  que  cette  mienne  signature  se  fait  en  consequence  d'  un 
sign^  pareil  au  present  acte  que  son  excellence  le  duc  de  Ri- 
chelieu, ambassadeur  extraordinaire  de  sa  Mte  tres-chretienne 
ä  ]a  cour  imperiale,  m*a  remis  cejourdhuy  de  son  excellence 
M""  de  Walpole,  ambassadeur  extraordinaire  de  sa  Mte  bri- 
tannique en  France,  le  quel  sera  pareillement  obligatoire  envers 
le  roy  mon  maitre;  promettant  qu*il  sera  remis  dans  le  tems 
marque  par  le  douziöme  des  articles  preliminaires  une  ratifi- 
cation  du  roy  catholique  pour  etre  echangee  contre  celle  de 
sa  Mte'  britannique.  En  foy  de  quoy  j'ay  sign^  la  presente  de- 
claration  et  y  fait  apposer  le  cachet  ^e  mes  armes.  Donn^  ä 
Vienne  le  13  de  Juin  Tan  de  grace  1727. 

Le  duc  de  Boumonville. 

Nos  infrascripti  ministri  ac  legati  plenipotentiarii  suae  sa- 
crae C«*<^  regiaeque  catholicae  M*^^  suae  sacrae  M*^^  christianis- 
simae  et  celsorum  ac  potentium  statuum  generalium  foederati 
Belgii  testatum  facimus,  verum  esse  quod  supra  suae  sacrae  re- 
giae  catholicae  M^^  legati  plenipotentiarii  extraordinarii  domini 
ducis  de  Bournonville  sigillum  et  signaturam,  cuius  omnes  una 
fuimus  testes,  in  cuius  fidem  hocce  testimonium  manibus  nostris 
subscripsimus  et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Viennae 
die  13  Junii  1727. 

Eugenius  a  Sabaudia.   Philippus  Ludovicus  comes  a  Sinzendorff. 

Gundaccarus  comes  a  Starhemberg.  Le  duc  de  Richelieu. 

D'Hamel  Bruinincz. 


46ö  1727  Mai  31. 

28. 1) 

Quandoquidem  difficultates  quaedam  subortae  sint  sui>er 
articulis  exequendis  qui  „Praeliminares"  vocantur,  quique  Lu- 
tetiae Parisiorum  die  ultima  mensis  Maii  deindeque  Viennae  die 
decima  tertia  Junii  anni  millesimi  septingentesimi  vigesimi  sep- 
timi  a  ministris  hinc  inde  potestate  sufficienti  communitis  si- 
gnati  fuere,  cumque  per  declarationem  quandam  a  domino  co- 
mite  de  Rottembourg  partium  omnium  consensu  factam  atque 
comprobatam  antedictae  difficultates  feliciter  compositae  fue- 
rint,  cuius  declarationis  eiusdemque  a  sua  M**  catholica  accep- 
tionis,  prout  ipsiusmet  nomine  et  mandato  a  domino  marchione 
de  la  Paz  exhibita  et  subscripta  fuit,  tenor  hie  sequitur. 

D'autant  que  depuis  la  signature  des  preliminaires  il.s'est 
elev^  certaines  difficultös  entre  les  parties  contractantes  par  ra- 
port  ä  la  restitution  des  prises  qui  ont  estö  faites  de  part  et 
d'autre  et  nommement  celle  du  „Prince  Frederick"  et  sa  car- 
gaisson  apartenant  ä  la  compagnie  du  Sud,  saisi  et  arrest^  par 
les  Espagnols  h  la  Vera  Crux,  les  quelles  difficultez  ont  retardö 
Texecution  des  preliminaires,  Techange  des  ratifications  avec 
TEspagne  et  1' Ouvertüre  du  congrez,  sa  Mte  britannique  pour 
faciliter  autant  qu*il  luy  est  possible  les  choses  et  pour  lever 
tous  les  obstacles  qui  s'oposent  ä  une  pacification  generalle  a 
declare  et  donne  sa  parole  royalle  au  roy  tr6s  chrestien  qu'  eile 
envoyeroit  sans  delay  des  ordres  ä  ses  amirnux  Wager  et  Ho- 
zier  ou  celuy  qui  commanderoit  ä  sa  place  de  se  retirer  des 
mers  des  Indes  et  d'Espagne  et  qu'elle  consent  que  Ton  dis- 
cuteroit  et  decideroit  dans  le  congres  les  contrebandes  et  autres 
sujets  de  plaintes  que  les  Espagnols  peuvent  avoir  par  rap- 
port  au  vaisseau  „le  Prince  Frederick";  que  toutes  les  preten- 
tions  respectives  de  part  et  d'autre  seront  produites,  debatües 
et  decidees  au  meme  congrez,  que  V  on  y  discutera  et  decidera 
pareillement  si  les  prises  qui  ont  este  faites  de  part  et  d'autre 
en  mer  devront  estre  restituees,  et  que  sa  Mte  britannique  se 
tiendra  a  ce  qui  sera  regle  sur  tout  cela. 


*)  Als  Vorlage  für  Jen  Druck  dient  das  im  St-A.  vorhandene  Or.  lier 
englischen  Ausfertigung ;  von  Frankreich ^  Spanien  und  den  Generalstaaten  liegen 
gleichlautende  Ausfertigungen  vor. 


1727  Mai  31.  463 

De  mon  costö  je  donne  parole  au  nom  du  roy  mon  mai- 
tre  en  vertu  des  ordres  et  des  pleinspouvoirs  que  j'ay  receus 
pour  cet  effet,  que  cette  discution  ä  faire  au  congrez  s'  executera 
fidellement,  que  Techange  des  ratifications  se  fera  sans  delay, 
et  que  le  congrez  s'asserablera  infailliblement  et  le  plustost 
qu'il  sera  possible,  selon  que  les  ministres  des  parties  contrac- 
tantes  qui  se  trouveront  ä  Paris  en  conviendront,  si  sa  Mt^  ca- 
tholique  veut  donner  sa  parole  royalle;  i<*de  lever  incessamment 
le  blocus  de  Gibraltar  en  renvoyant  les  troupes  dans  leurs 
quartiers,  en  faisant  retirer  le  canon,  combler  les  tranchees  et 
detruire  les  ouvrages  faits  ä  Toccasion  de  ce  siege,  en  remet- 
tant  le  tout  de  part  et  d'autre  conformement  au  traite  de  Ut- 
recht; 2^  d'envoyer  sans  retard  ses  ordres  clairs  et  precis  pour 
remettre  aussytost  le  vaisseau  „le  Prince  Frederick"  et  sa  car- 
gaisson  aux  agens  de  la  compagnie  du  Sud  qui  sont  ä  la  Vera 
Crux,  pour  qu'ä  leur  volonte  ils  le  fassent  passer  en  Europe 
et  pour  remettre  le  commerce  de  la  nation  angloise  aux  Indes, 
Selon  ce  qui  est  stipule  par  le  traite  de  TAssiento  et  convenu 
par  les  articles  deux  et  trois  des  preliminaires ;  3°  de  faire  remet- 
tre incessamment  les  effets  de  la  flotille  aux  interessez  et  ceux 
des  gallions  quand  ils  reviendront,  comme  en  tems  libre  et  de 
pleine  paix,  conformement  ä  l'article  cinquieme  des  preliminai- 
res; 40  que  sa  Mte  catholique  s'engage  de  la  meme  maniere 
que  sa  Mt^  britannique  s'y  est  engagöe  cy-dessus  a  se  tenir 
ä  tout  ce  qui  sera  regle  par  la  susdite  discution  et  decision  du 
congres.  Donne  au  Pardo  ce  quatrieme  Mars  mil  sept  cent 
vingt  huit. 

L.  S     Rottembourg. 

lo  el  infrascripto  marques  de  la  Paz  declaro  de  expresa 
orden  en  el  real  nombre  del  rey  catholico  mi  amo  y  en  con- 
secuencia  de  su  plenopoder  que  su  Mag^,  por  su  siempre  con- 
stante  deseo  de  facilitar  las  negociaciones  para  una  paz  uni- 
bersal  y  permanente,  hä  venido  en  aceptar  y  efectivamente  ad- 
mite  y  acepta  la  proposicion  ultimamte  echa  por  el  Sr  conde 
de  Rottembourg  ministro  plenipotenciario  de  su  Mag^  Chri- 
sti anissima  segun  queda  immediatamente  aqui  arriva  inserta. 
En  fee  de  lo  quäl  firmo  la  presente  declaration  y  la  pongo  el 
sello  de  mis  armas.  En  el  Pardo  ä  cinco  de  Marzo  de  mil  se- 
tezientos  y  veinte  y  ocho. 

L.  S.    El  Marq.  de  la  Paz. 


464  '73'  Mttra  i6. 

Nos  infrascripti  ministri  plenipotentiarii  debita  authoritate 
sufficienter  instructi,  quo  declaratio  acceptioque  suprascriptae 
vim  vigoremque  amplissimum  obtinere  possint,  hoc  accensus 
confinnationisque  speciale  instrumentum  nomine  et  mandato 
dominorum  nostrorum  respective  signavimus  eidemque  sigilla 
nostra  apposuimus.  Datum  hac  regia  dicta  el  Pardo  die  sexta 
mensis  Martii,  anni  millesimi  septingentesimi  vigesimi  octavi. 

L.  S.    H.  comes  a  Kinigsegg.  L.  S.  B.  Keene.  L.  S.  Rottembourg. 
L.  S.EI  Marq.  de  la  Paz.      L.  S.    F.  van  der  Meer.') 

28. 

Bündnis  fischen  Karl  VI.  wid  Georg  IL  samt  2  Separat- 
arlikeln,  j  Deklarationen,  2  Spe^^ißkationen  und  2  Geheim- 
artikeln;  d,  d.   Wien  17^1  Mär^  16, 

Rat  GeorgsIL  d.  d.  St,  James  lyßi  Märj{2p\Aprii p ;  Karls  VI  April 21, 

Die  Originale  des  Haupivertrages,  der  Separatartikel,  Deklarationen,  Spe- 
zifikationen und  Geheimartikel  im  St,-A,  und  R,  O. ;  die  Originale  der  Rati- 
fikation VI  Georgs  im  St,-A,f  jene  Karls  im  R.  O. 

Drucke  bei  Bittner  Nr.  788, 

Der  Tod  König  Georgs  L,  der  wenige  Wochen  nach  der  Unter- 
zeichnung des  Präliminarienvertrages  vom  ßi.  Mai  ijaj  erfolgte, 
führte  fürs  erste  keinen  Wechsel  in  den  gespannten  Beziehungen  herbei, 
die  ^wischen  der  österreichischen  und  der  englischen  Regierung  be- 
standen. Der  direkte  Verkehr,  der  seit  der  Ausweisung  der  beider- 
seitigen Vertreter  unterbrochen  war,  wurde  aich  nach  der  Thronbe- 
steigung Georgs  IL  nicht  aufgenommen  und  die  Verhandlungen ,  die 
vornehmlich  durch  Frankreichs  Vermittlung  ^^'ischen  den  beiden  Höfen 
geführt  wurden f  Hessen  die  Hoffnung  auf  eine  baldige  Besserung  als 
eine  sehr  geringe  erscheinen.  Trotzdem  erfolgte  diese  früher,  als  man 
hätte  vermuten  können.^)  Eine  ruhige  Erwägung  der  Lage  führte  die 
massgebenden  Faktoren  beider  Regierungen  ^ur  Erkenntnis,  dass  die 
Wiederherstellung  des  früher  bestandenen  guten  Einvernehmens  im  bei- 
derseitigen Interesse  dringend  {u  wünschen  sei.  Für  Georg  IL, 
der  Glicht  nur  König   von  England,    sondern    auch  Kurfürst  von  Han- 


^)  Die  Siegel  in  gleicher  Linie. 

*)  Für  die  österreichisch-englischen  Beziehungen  in  den  ersten  Regierungs- 
Jahren  Georgs  IL  vgl.  Arneth  Prin^  Eugen  III.  278  ff. ;  Coxe  Wal  pole  R.  IL 
^16 ff,;  Beer  L  c.  41  ff.,  Mahon  /.  c.  II.  passim. 


173«  M^rz  »^.  465 

nover  war,  konnte  die  Fortdauer  gespannter  Beiiehungen  :(wn  Reichs- 
oberhaupte verhängnisvoll  werden.  Gegenüber  der  rivalisierenden  Macht 
Preussens ,  der  drohenden  Haltung  der  nordischen  Mächte  und  der 
Scheelsucht  seiner  deutschen  Nachbarn  ersch  en  der  Rückhalt  an  dem 
Kaiser  als  ein  grosser  Vorteily  der  auch  mit  einigen  Opfern  nicht  ^u 
teuer  erkauft  war,  Dass  das  Inselvolk  und  seine  Vertreter  sich  durch 
die  besonderen  Interessen  ihres  Herrschers  nicht  bestimmen  lassen 
würden,  wusste  Georg  IL,  und  er  dachte  auch  keineswegs  daran,  die 
Anbahnung  besserer  Be{iehungen  {um  Kaiserhofe  mit  Zugeständnissen 
^N  erkaufen,  die  der  englischen  Nation  {u  wertvoll  erschienen  wären. 
In  diesem  Sinne  war  er  fest  entschlossen,  an  der  Politik  festzuhalten, 
die  J(i4r  Unterfertigung  der  für  England  so  günstigen  Präliminarien 
geführt  hatten.  An  der  Begünstigung  des  englischen  Handels  in  Spa- 
nien durfte  nicht  gerüttelt,  von  dem  Kampfe  gegen  die  ostendische  Com- 
pagnie  nicht  abgelassen  werden.  Gelang  es  aber  in  diesen  Fragen  das 
Interesse  der  englischen  Nation  ^u  wahren,  dann  durfte  Georg  IL 
hoffen,  dass  die  heftigen  Ausfälle  des  Volksunwillens  gegen  das  Haus 
Habsburg  sich  nicht  wiederholen,  dass  das  Parlament  der  Aussöhnung 
des  englischen  Hofes  mit  dem  Wiener  kein  Hindernis  in  den  Weg 
legen  werde.  Es  entsprach  seinem  Wunsche,  diesen  Wechsel  unter 
möglichst  günstigen  Bedingungen  {u  vollziehen,  dass  er  von  seiner  Nei- 
gung mit  dem  Wiener  Hofe  Freundschaft,  eventuell  auch  ein  Bündnis 
{u  schliessen,  möglichst  wenig  merken  Hess.  Allein  die  Tatsache,  dass 
im  Frühjahr  1728  Lord  James  Waldegrave  als  Vertreter  Englands 
am  Wiener  Hofe  erschien  und  sich  {u  freundschaftlicher  Erörterung 
politischer  Fragen  bereit  erklärte,  bewies  doch  ein  Entgegenkommen, 
das,  richtig  gewürdigt,  ^ur  Anbahnung  besserer  Beziehungen  fuhren 
konnte.  \)  /;/  diesem  Sinne  fasste  denn  auch  der  eifrigste  Fürsprecher 
der  englischen  Bundesgenossenschaft  am  Wiener  Hofe,  Prinz  ^^g^^y 
die  Sendung  Waldegrave' s  auf  Durchdrungen  von  der  Überzeugung, 
dass  nur  von  den  Seemächten  die  dauernde  Förderung  der  auf  die  Er- 
haltung des  Gesamtsiaates  gerichteten  Pläne  Karls  VL  Z"  erwarten 
stand,  hatte  Eugen  niemals  davon  abgelassen,  der  Verbindung  mit  dm 
Seemächten    das    Wort  {//    reden.     Dass   dies  nicht    in  einer   die  Ehre 


>)  linde  April  1728  kam  Waldegrave  nach  Wien.  In  einer  Weisung 
Townshends  an  ihn  d.  d.  26.  Okt.  1727  R.  O.  wird  bemerkt^  man  sende  ihn  nach 
Wien,  weil  man  aus  Frankreich  Nachricht  erhalten  habe,  dass  Österreich  es 
wünsche.  In  einer  Privatinstruktion  vom  selben  Datum  erhält  er  Weisung  be- 
züglich der  pragmatischen  Sanktion. 

Österreichisch-englische  Staatsverträge.  Bd.  I  3^ 


466  1^3'  M'ärz  i6. 

des  Kaisers  verletzenden  Weise  geschehen  sollte,  dafür  bürgte  der  htame 
und  die   Vergangenheit  des  Prinzen, 

Allein  es  wurde  ihm  und  seinen  Anhängern  nicht  leicht,  Karl  VI. 
von  der  Richtigkeit  ihrer  Meinung  ^u  überzeugen.  Das  eigennützige 
Vorgehen  der  englischen  Nation^  der  Karl  VI.  den  ausschlaggebenden  An-- 
teil  an  dem  ungünstigen  Ausgange  der  Verhandlungen  beimass,  die  er  im 
Interesse  seines  Besitzes  und  seiner  internationalen  Stellung  seit  Jahren 
geführt  hatte,  erfüllte  die  Brust  des  Herrschers  mit  tiefem  Grolle  und 
Hess  ihm  die  Ansicht  der  mächtigen,  einßussr eichen  Partei  als  die 
richtige  erscheinen,  die  für  die  Fortsetzung  jener  Politik  eintrat,  die 
durch  die  mit  Spanien  abgeschlossenen  Ver  rage  inauguriert  worden 
war  und  deren  Ziel  eine  innige  Verbindung  mit  den  katholischen  bour- 
bonischen  Höfen  und  energischer  Widerstand  gegen  die  egoistischen 
Pläne  der  Seemächte  war.  Je  klarer  sich  aber  die  Selbstsucht  des 
spanischen  Hofes  enthüllte,  je  lebhafter  der  Widerstand  massgebender 
Fürsten  des  deutschen  Reiches  gegen  die  geplante  Verbindung  der  öster- 
reichischen Erbin  mit  dem  spanischen  Königssohne  und  je  berechtigter 
die  Zweifel  in  die  Aufrichtigkeit  und  Selbstlosigkeit  des  französischen 
Hofes  wurden,  desto  geneigter  z^^i^^  ^'^^'  Karl  VI,  den  Versuch  eitler 
Annäherung  an  die  Seemächte  {u  wagen. 

Die  Absendung  des  Grafen  Philipp  Kinsky  an  den  Londoner  Hof 
die  Mitte  Juni  ijiS  erfolgte,  konnte  als  ein  erster  Schritt  in  diesem 
Sinne  gedeutet  werden,  *)  Freilich  sprach  die  Wahl  des  erst  24jährigen, 
unerfahrenen,  unbedeutenden  Mannes,  der  nicht  einmal  der  englischen 
Sprache  mächtig  war,  nicht  sehr  dafür,  dass  Karl  VI.  diesen  Verhand- 
lungen ausschlaggebende  Bedeutung  beimass.  Ganz  ausdrücklich  wurde 
überdies  in  der  für  Kinsky  bestimmten  Instruktion  betont,  dass  die  Ent- 
Wickelung  der  österreichisch-englischen  Beziehungen  von  dem  Gange 
der  Beratungen  abhängen  werde,  die  eben  damals  —  Mitte  Juni  IJ28 
—  in  Soissons  begannen.^)  Es  kann  nicht  unsere  Aufgabe  sein,  diese 
ausführlich  -{?/  schildern,^)  Es  genüge  die  Bemerkung,  dass  im  Ver- 
laufe derselben  jede  einzelne  Macht  ihre  besonderen  Interessen  in  den 
Vordergrund  rückte  und  dass  der  Kaiser  auf  eine  nachdrückliche 
Förderung  seiner  Interessen  bei  keiner  der  daselbst  vertretenen  Re- 
gierungen,   auch    nicht   bei    der  Frankreichs ,    rechnen  durfte.     Fleury 

')  England  hatte  die  Absenäung  eines  österreichischen  Ministers  direkt 
gefordert.     Vgl.   Tounshends  Weisung  an   Waldegrave  d.  d.  26.  Okt.  1727  /?,  O. 

*)  Instruktion  für  Kinsky  d.  d.  12.  Juni  1728  St.-A. 

^)  Vgl.  Höfler  C.  Der  Kongress  von  Soissons,  Fontes  rerum  Austr.  Bde, 
?5.  ^8;  Baudrillart  l.  c,  II I.  419  ff. 


173»  ^^^  '^-  467 

weigerte  sich  auf  das  entschiedenste ,  an  dem  von  ihm  vorgelegten 
Vertragsentwürfe  die  von  Österreichs  Vertretern  geforderte  Änderung 
des  Artikels  vorzunehmen,  der  den  Besit^  der  Vertrag schliessenden 
garantierte  und  protestierte  auf  das  lebhafteste  gegen  die  Aufnahme 
des  von  Karl  VI,  verlangten  Zusatzes,  nach  dem  die  Garantie  auch 
yyjenen  Erben  ^n  Gute  kommen  sollte,  die  durch  die  Erbfolgeordnung 
hie{u  berufen  seiend  Die  Seemächte  wider  um  waren  unaufhörlich  be- 
strebt, den  Wiederbeginn  des  ostendischen  Handels  ^u  verhindern, 
während  die  Spanier,  ungewiss  über  den  Ausgang  der  mit  dem  Wiener 
Hofe  geführten  Verhandlungen,  sich  von  den  Westmächten  die  mög- 
lichste Sicherung  des  in  Aussicht  stehenden  Heimfalles  Toscanas^  Par- 
ma's  und  Piacen:{as  ^u  verschaffen  suchten. 

Als  Graf  Sim^endorf  Ende  des  Jahres  1^28  die  Resultate  der 
Kongressberatungen  seinem  Herrn  übermittelte,  geigte  sich  dieser  über 
die  Massen  ungehalten.  Er  grollte  dem  Pariser  Hofe,  der  unter  dem 
Deckmantel  einer  unparteiischen  Vermittelung  selbstsüchtige  Interessen 
verfolgte,  j^ürnte  den  Seemächten,  die  mit  unerbittlicher  Strenge  die  Un- 
terdrückung des  ostendischen  Handels  forderten ,  aber  er  fand  ebenso 
heftige  Worte  für  den  Undank  der  spanischen  Regierung,  die  uneinge- 
denk  der  mit  dem  Kaiser  abgeschlossenen  Verträge  sich  dem  Meistbieten- 
den lur  Verfügung  stellte.  Allein  was  halfen  die  Klagen,  Immer  klarer 
musste  Karl  VI.  erkennen,  dass  er  ohne  schwere  Opfer  sich  aus  der 
schwierigen  Lage,  in  die  er  geraten,  nicht  werde  befreien  können.  Aber 
wem  sollte  er  sie  bringen?  Es  gab  an  seinem  Hofe  noch  in  diesem 
Augenblicke  Stimmen,  die  Uch  für  den  Anschluss  an  die  bourbonischen 
Mächte  aussprachen,  die  insbesondere  für  die  Aufrechthaltung  guter 
Beziehungen  {u  dem  französischen  Hofe  eintraten.  Die  Mehrzahl  der 
massgebenden  Räte  jedoch  vertrat  die  Ansicht,  dass  man  im  Interesse 
der  Durchführung  der  pragmatischen  Sanktion  alles  aufbietest  müsse, 
die  Zustimmung  der  Seemächte  >{«  gewinnen.  Und  je  fester  der  Eni- 
schluss  des  Kaisers  wurde,  in  die  von  Spanien  geforderte  Heirat  der 
Erzherzogin  Maria  Tlieresia  mit  Don  Carlos  nicht  j^u  willigen,  desto 
mehr  neigte  er  der  Ansicht  der  letzteren  Partei  ^//.  Doch  war  er  noch 
weit  davon  entfernt,  alle  Forderungen  der  Seemächte  gutzuheissen.  Nur 
ungern  gab  er  seine  prinzipielle  Einwilligung  ^«r  Unterdrückung  des 
ostendischen  Seehandels  und  knüpfte  diese  an  Bedingungen,  deren  An- 
nahme seitens  der  Engländer  und  Niederländer  nicht  ^u  erwarten  war. 
Immerhin  aber  war  mit  den  Beschlüssen  des  Wiener  Hofes,  die  \u 
Beginn  des  Jahres  lyap  gefasst  wurden,  die  Möglichkeit  gegeben,  mit 
den  Seemächten  in  Unterhandlungen  z^  treten.  Dieselben  :{eigten  sofort 

30* 


468  >73'  MSrz  i6. 

die  Schwierigkeiten^  von  deren  Behebung  die  glückliche  Lösung  abhieng. 
Als  Graf  Kinsky  im  Februar  172p  an  die  leitenden  englischen  Staats- 
männer mit  der  Frage  herantrat,  oh  England  dir  Heirat  Maria  The- 
resia's  mit  Fran^  von  Lothringen  billigen  würde,  wurde  diese  Frage 
entschieden  bejaht ;  dagegen  weigerten  sich  die  englischen  Minister  die 
vom  Kaiser  geforderten  Zusicherungen  {u  geben,  vor  deren  Festsetzung 
dieser  den  Bruch  mit  Spanien  nicht  wagen  {u  können  erklärte,  und 
stellteti  überdies  die  Forderung,  dass  bei  dem  geplanten  Ausgleiche  der 
fischen  beiden  Höfen  bestehenden  Differenien  auch  die  Ansprüche 
Georgs  //.  in  seiner  Eigenschaft  als  Kurfürst  von  Hannover  ihre  Berück- 
sichtigung finden  sollten,  *)  Wie  gross  noch  das  Misstrauen  -in  die  Auf- 
richtigkeit der  englischen  Erklärungen  am  Wiener  Hofe  war,  beweist  die 
Tatsache,  dass  die  geheime  Konferenz  bei  ihrer  Beratung  über  die  Kinsky 
^u  erteilende  Instruktion  den  Entschluss  fasste,  diese  so  einzurichten,  dass 
ein  eventueller  Missbrauch  derselben  durch  die  Engländer,  dem  Kaiser 
weder  bei  Spanien,  noch  bei  Frankreich,  noch  bei  Preussen  oder  Russ- 
land schaden  könne.  Im  übrigen  betonte  man  die  Geneigtheit,  mit  Eng- 
land einen  Vertrag  -{«  schliessen,  erklärte  aber  ^//  gleicher  Zeit,  sich 
von  Spanien  nicht  trennen  \u  wollen  und  ebensowenig  die  Trennung 
Englands  von  seinen  bisherigen  Verbündeten  -{«  fordern.^)  Kinsky  sollte 
ferner  hervorheben,  dass  Karl  VI  die  Hände  bei  der  Wahl  des  Mannes 
für  seine  Tochter  frei  ^^i  haben  wünsche,  dass  er  die  Forderungen  der 
Spanier  bezüglich  der  italienischen  Herzogtümer  soweit  berücksichtigen 
wolle,  als  dies  in  der  Quadrupelallianz  vorgesehen  sei  und  des  Kurfürsten 
von  Hannover  Wünsche,  soweit  dies  im  Rahmen  der  Reichskonstitution 
möglich  sei,  erfüllen  wolle.  Wie  man  sieht,  Äusserungen,  die  erkennen 
lassen,  wie  zögernd  die  Wiener  Regierung  sich  {ur  Fortsetzung  der 
Verhandlungen  mit  England  entschloss.  Allein  die  Ereignisse,  die  nun 
folgten,  drängten  Karl  VI.  und  seine  Räte  immer  mehr  in  diese  Rich- 
tung. Ende  April  langten  Nachrichten  aus  Madrid  ein,  die  keinen 
Zweifel  mehr  daran  aufkommen  Hessen,  dass  ohne  Zugeständnis  in  der 
Heiratsfrage  der  Bruch  alsbald  erfolgen  werde,  und  kurz  darauf  be- 
richtete der  kaiserliche  Gesandte  in  Paris,  dass  der  französische  Hof 
daran  sei,  mit  Spanien  ab{uschliessen.  Unter  diesen  Umständen  hielt 
es  die  geheime  Konferenz  für  unerlässlich,  die  Verhandlungen  mit  den 


')  Dies  und  das  folgende  nach  den  Berichten  Kinsky' s  und  den  Weisungen 
Karls   VI.  St.-A.    Virl.  auch  Beer  l.  c.  47  ff. 

*)  Die  wichtigsten  Weisun^^en  an  Kinsky  aus  dieser  Zeit  vom  20.  Mär\, 
11.  Mai  und  26.  Juni  jjao  St.-A. 


173'  März  i6.  ^6^ 

Seemächten,  vor  allem  mit  England,  so  rasch  als  möglich  {u  Ende  ^u 
führen  und  Karl  VL  gab  durch  die  Verhältnisse  bestimmt  seine  Ein- 
willigung, Im  Juni  1729  ergieng  an  Kinsky  die  Weisung,  am  eng- 
tischen  Hofe  anzufragen,  unter  welchen  Bedingungen  England  die  Ga- 
rantie für  die  vom  Kaiser  festgeset:^te  Erbfolgeordnung  übernehmen 
wollet) 

Je  entgegenkommender  aber  die  österreichische  Regierung  wurde, 
desto  ^zurückhaltender  geigte  sich  der  Londoner  Hof  Kinsky  erhielt 
sich  widersprechende  Antworten,  denen  nur  eines  mit  Sicherheit  :(u 
entnehmen  war,  dass  England  mit  Spanien  nicht  brechen  und  seine 
Garantie  der  österreichischen  Successionsordnung  teuer  verkaufen  wolle. 
Da  aber  die  ^u  Paris  geführten  Verhandlungen  erkennen  Hessen,  dass  der 
Kongress  {u  einem  erspriesslichen  Resultate  nicht  Jühren  werde  und  da 
Karl  VI,  auf  die  Forderung  der  Spanier,  Parma  und  Toscana  mit  spani- 
schen Truppen  j{u  besetzen,  unter  keinerlei  Bedingung  eingehen  wollte,'*) 
gewann  die  englische  Partei  am  Wiener  Hofe  immer  mehr  an  Boden, 
In  eingehenden  Unterredungen  suchte  insbesondere  Prin^  Eugen  dem 
englischen  Vertreter  in  Wien,  Waldegrave,  nachzuweisen,  dass  eine 
Aussöhnung  ^wischen  England  und  Österreich  ohne  ein  entschiedenes 
Eintreten  der  ersteren  Macht  für  die  von  Karl  VL  festgesetzte  Thron- 
folge unmöglich  sei,  dass  der  Kaiser  lieber  gegen  die  gan^e  Welt 
Krieg  führen,  als  einen  Vertrag  unterzeichnen  werde,  der  ihm  nicht 
die  Garantie  für  eine  gesicherte  Thronfolge  nach  seinem  Tode  biete, ^) 
Allein  noch  immer  weigerte  sich  die  englische  Regierung  auf  die  For- 
derung des  Kaisers  einzugehen.  Ende  Oktober  schrieb  Townshend  an 
Waldegrave.  ,,  Was  die  Frage  der  Garantie  betrifft,  ist  der  König  von 
England  der  Meinung,  dass  obgleich  die  Seemächte  dazu  beitragen 
wollen,  dass  keine  Trennung  der  österreichischen  Besitzungen  statt- 
finde, dies  nicht  der  geeignete  Zeitpunkt  sei,  England  und  Frankreich 
einen  Garantievertrag  vorzuschlagen.  Das  Argument,  das  immer  vor- 
gebracht wird,  dass  Frankreich  und  England  dieselbe  Rücksicht  auf 
die  Erhaltung  der  österreichischen  Länder  ^^/^^  sollten,  die  Öster- 
reich ihnen  gegenüber  bei  der  Nachfolge  bewiesen,  hat  kein  Gewicht 
beim  französischen  Hof^'^)  Townshend  suchte  den  Nachweis  z^  erbringen, 


*)   Weisung  d.  d.  26.  Juni  jy2g  St,-A.   Vgl.  auch  Beer  l.  c.  ^^f. 

*)  Für  die  österreichisch-spanischen  Beziehungen  in  dieser  Zeit  Baudrillart 
/.  c.  III.  505  ff. ;  Syveton  l.  c.  264  ff. 

«)  Berichte  Waldegrave' s  d.  d.  22.  Okt.  jy2p  R.O,;  vgl.  auch  Arneth 
l.  c.  III.  282  f.;  Coxc  R.  Wal  pole  IL  6^6  ff, 

*)  Townshend  an  Waldegrave  ßi,  Okt.  i'j2g  R.  O. 


^•yO  «73'  M'arz  i6. 

rfj55  die  kaiserliche  Garantie  der  Thronfolgeordnung  in  Frankreich 
dieser  Nation  aufgezwungen  wurde  im  Interesse  des  europäischen  Gleich- 
gewichtes und  schloss  mit  der  Bemerkungy  England  könne  Frankreich 
lur  Anerkennung  der  von  Karl  VL  festgeseilten  Erbfolge  nicht  zwingen, 
auch  nicht  dieser  Ursache  halber  mit  Frankreich  brechen.  Er  rate  der 
Wiener  Regierung,  die  guten  Beziehungen  {u  Frankreich  und  England 
wieder  heriustellen ;  in  diesem  Falle  werde  Karl  VL  durch  die  Be- 
stimmungen der  Quadrupelallianz  allein  eine  genügende  Garantie 
seines  Besitzes  erreichen.  Und  bevor  noch  dieses  Schreiben  in  die 
Hände  Waldegrave's  gelangt  war,  unterzeichneten  die  Vertreter  Eng- 
lands und  Frankreichs  ^u  Sevilla  den  Vertrag,  durch  den  Philipp  V, 
gegen  das  Zugeständnis  des  sofortigen  Eiufnarsches  von  6000  Spaniern 
in  bestimmte  Plätze  Toscana's  und  Parmas  von  der  mit  Karl  VL  ge- 
schlossenen Verbindung  -{wr//rit/rÄ/  und  alle  Verfügtingen  ^fff^cknahm, 
durch  die  er  des  Kaisers  und  dessen  Untertanen  Hand  eis  Interessen  ^u 
fördern  gelobt  hatte,  ^) 

Anfang  Dezember  iJ29  war  die  sichere  Kunde  von  dem  -ff/  Sevilla 
abgeschlossenen  Vertrage  in  Wien  eingelangt.  Die  Empörung  der  lei- 
tenden Kreise  über  das  Vorgehen  der  beiden  bourbonischen  und  des 
englischen  Hofes  war  gross.  Aber  die  Not  der  Zeit  forderte  Ruhe 
und  Überlegung,  Prinz  Eugen  betonte  in  der  Konferenz  vom  20,  Dez,, 
dass  hier  ein  Fall  vorliege^  wie  er  wohl  selten  in  den  „Historien'^  ^« 
ßnden  sei;  er  riet  auf  das  entschiedenste,  sofort  mit  aller  Kraft  j{« 
rüsteti ;  nur  mit  den  Waffen  in  der  Hand  könne  man  auf  eine  erfolg- 
reiche diplomatische  Aktion  rechnen.  Er  verkannte  die  schwierige  Lage 
nicht y  in  der  sich  der  Kaiser  befand;  er  betonte,  dass  Österreich 
ausser  Preussen  und  Russland  lauter  Gegner  habe,  vertrat  aber  die 
Ansicht,  dass  es  der  Ehre  des  Kaisers  widersprechen  würde,  sich  von 
fremden  Mächten  Gesetze  vorschreiben  {//  lassen.  Und  ähnlich,  wenn 
auch  minder  energisch,  äusserten  sich  die  übrigen  Mitglieder  der  Kon- 
ferenz-^) Mitte  Januar  I/30  wurde  in  neuerlicher  Beratung  der  Be- 
schluss  gefasst,  eher  die  Entscheidung  durch  die  Waffen  anzurufen , 
als  die  Einführung  spanischer  Besatzungen  in  Tose  au  a  und  Parma  z't 
dulden.^)  Der  Kaiser  schloss  sich  dem  Gutachten  seiner  Räte  rückhalts- 
los an.  Dass  gerade  damals  durch  ein  Edikt  der  englischen  Regierung 


•)  Der  Vertrag  ist  ahgrdruckt  u.  a.    bei  Dunioiit  l.  c.   \lll\2  i^S  f.    Vgl. 
Baudrillart  III,  ^27  ff, 

«>   Vgl.  Beer  l,  c.  59/. 
3)   Vgl,  Beer  l  c,  6a, 


173*  März   i6.  ahi 

den  Untertanen  verboten  wurde  ohne  ausdrückliche  Bewilligung  des 
Königs  fremden  Staaten  Geld  {u  leihen ,  wodurch  die  Durchführung 
eines  grossen  Anlehens  vereitelt  wurde,  das  der  Kaiser  unter  günstigen 
Bedingungen  in  England  abwuscht iessen  im  Begriffe  war,  konnte  nur 
da^u  beitragen,  die  Abneigung  Karls  VI,  gegen  die  Engländer  ^u  stärken. 
Es  wehte  kriegerische  Luft  am  Wiener  Hofe ;  man  trieb  die  Vorberei- 
tungen j(um  Beginne  des  Kampfes  mit  allem  Eifer,  verhandelte  mit 
Preusseti  und  Russland ,  legte  die  Frage  der  Einführung  spanischer 
Besatzungen  in  Toscana  und  Parma  dem  Reichstage  vor,  versuchte  auch 
mit  der  Opposition  in  England  anT^uknüpfen,  Bis  ^um  Beginne  des 
Sommers  lyjo  sah  es  aus,  als  sei  der  Waffengang  unvermeidlich.  So 
scharf  als  nur  irgend  möglich  betonte  Karl  VI,,  dass  er  in  die  Auf- 
nahme der  spanischen  Garnisonen  nicht  willigen  werde,  und  da  die 
Verbündeten  von  Sevilla  auf  der  Erfüllung  dieser  Bedingung  bestehen 
^u  müssen  erklärten,  schien  eine  friedliche  Lösung  des  Streites  aus- 
geschlossen, Lord  Waldegrave,  der  von  der  kriegerischen  Stimmung 
des  Wiener  Hofes  nach  London  berichtete  und  die  Antwort  erhalten 
hatte,  man  bedauere  in  England  das  Vorgehen  des  Kaisers,  müsse  sich 
aber  an  die  Vertragsbestimmungen  halten  und  es  der  Welt  überlassen 
{u  urteilen,  ob  eine  so  unbedeutende  Abweichung  von  den  Verfügungen 
der  Quadrupelallianz  Grund  genug  sei  einen  Krieg  {u  beginnen,^) 
erklärte  unter  diesen  Umständen  an  einer  erfolgreichen  Verhandlung  -fw 
verzweifeln  und  verliess  im  Mai  ijßo    Wien.^) 

Allein  gerade  in  dem  Augenblick,  da  es  den  Anschein  hatte,  als 
werde  es  >(//r  Entscheidung  mit  den  Waffen  kommen  müssen,  trat  eine 
Wendung  {um  besseren  ein.  Die  Umfrage  bei  den  deutschen  und  aus- 
wärtigtn  Mächten  hatte  ein  für  den  Kaiser  keineswegs  befriedigendes 
Resultat  ergeben.  Die  meisten  Reichsfürsten  zeigten  nicht  die  geringste 
Neigung,  sich  der  österreichischen*  Interessen  halber  in  einen  weitaus- 
sehenden Krieg  -{«  stürzen,  einige  nahmen  sogar  eine  dem  Reichsober- 
haupte feindselige  Stellung  an.  Unter  den  Grossmächten  aber  war  es 
Preussen  allein  auf  dessen  Unterstützung  Karl  VI,  hätte  zählen  können ; 
selbst  Rus stand,  auf  dessen  Mitwirkung  man  in  erster  Linie  gerechnet 


•)  Townshend  an  Waldegrave  24,  Febr,  ly^o.  R.  O, 

*)  Wenn  Waldegrave  in  seinem  Berichte  vom  2^,  Mal  lyjo  R,  O,  darauf 
hinweist f  d  iss  am  Wiener  Hofe  blas  selbstsüchtige  Motive  herrscJien,  dass  Privat- 
interessen den  Hof  bestimmen,  und  dass  es  den  leitenden  Ministem  gleichgiliig 
sei  mit  wem  sie  verhantieln,  wenn  sie  nur  Ihren  Nutzen  dabei  finden,  so  ist  gegen 
die  Richtigkeit  namentlich  der  letzteren  Bemerkung  nichts  einzuwenden.  Nur  hätte 
sich  dasselbe  mit  noch  grösserer  Berechtigung  von  der  engllsclien  Regierung  sagen 
lassen. 


in  2  1731  März  16. 

hatte,  riet  ^ur  gütlichen  Beilegung  der  schwebenden  Differeuj^en,  Muss- 
ten  nun  schon  diese   Tatsachen    den  Kriegseifer   am    Wiener  Hofe  we- 
sentlich herabsetzen,  so  kam  noch  hinj^a,  dass  die  Rüstungen  im  eigenen 
Lande  hinter  den  Erwartungen  ^{xirückblieben.    Es  geigte  sich,  dass  des 
Kaisers  Streitkräfte  höchstens  {ur  Sicherung  Italiens^  keineswegs  aber 
lum  Schutze  der  deutschen  Erblande   und  Belgiens  ausreichten,    wäh- 
rend nach  allen  Äusserungen,   die  gefallen  waren,   hier  der  Hauptan- 
griff  der  Feinde  erfolgen  sollte.   Trotzdem  ist  es  ^zweifelhaft,  ob  Karl  VI* 
den   Versuch    der   Entscheidung   mit   den    Waffen    nicht  gewagt  hätte, 
wenn  ihm  nicht  eben   ^u  der  Zeit,    da  Prin:{  Eugen   die  Schwierigkeit 
der  Situation  von  neuem  erörterte  und  für  ein   möglichst  weitgehendes 
nur  der  Ehre  nicht  widersprechendes  Entgegenkommen  eintrat,  von  Seite 
der  Seemächte  die  Hand  {ur   Versöhnung  gereicht  worden  wäre.     Das 
gute  Einvernehmen  der   Verbündeten    von  Sevilla  —  die  erste   Voraus- 
set{U7ig  für  einen  erfolgreichen  Krieg  gegen  den  Habsburger  —  dauerte 
nicht  lange.    Es  s^eigtc  sich  alsbald,  dass  England  mit  dem  errungenen 
Erfolge  zufrieden,   nur  die  Aufrechthaltung   des  st.itus   quo  be:^eckte, 
während   die   bourboni sehen    Höfe    die   günstige    Gelegenheit    benutzen 
wollten,    um  entscheidende  Schläge  gegen  die   habsburgische  Macht  f« 
führen.     Je  weniger  dies  aber  den  Plänen  des  englischen  Königs  ent- 
sprach^ desto  stärker  wurde  sein    Verlangen,  den  Kaiser  von  dem  Be- 
ginne der  Feindseligkeiten    abzuhalten,    die  weiter  führen    konnten,    als 
den  Interessen  Englands  förderlich  war.      Der   Rücktritt    lownshends, 
dessen  Abneigung  gegen    den  Kaiser   ^ur   Verschärfung   der    {wischen 
diesem    und  den    Engländern    bestehenden    Konflikte   mitgewirkt   hatte, 
konnte  nur  da{u  beitragen,  die  einem  Ausgleiche  mit  dem  Wiener  Hofe 
günstige  Stimmung  {u  stärken.     Und  das  Mittel  dieses  Ziel  {u  errei- 
chen, erblickten  die  leitenden  englischen  Staatsmänner  in  der  Garantie 
der  pragmatischen  Sanktion. 

In  der  ausgesprochenen  Absicht  durch  ein  Entgegenkommen  in 
dieser  Frage  des  Kaisers  Billigung  der  {u  Sevilla  getroffenen  Verein- 
barungen {u  erhalten,  wurde  Thomas  Robinson,  ein  überaus  kluger, 
in  diplomatischen  Verhandlungen  erfahrener ,  durch  langjährige  Betäti- 
gung am  Pariser  Hofe  mit  den  entscheidenden  Fragen  wohl  vertrauter 
Mann,  an  den  Kaiserhof  geschickt.  Schon  die  ersten  Unterredungen, 
die  er  seit  der  {weiten  Hälfte  des  Monates  funi  i/ßo  mit  den  mass- 
geboiden  Ministern  pflog,  Hessen  ihn  erkennen,  dass  Prin{  Eugen  der 
entschiedenste  Vertreter  eines  auf  die  Ehre  und  die  Interessen  des  Kai- 
sers Rücksicht  nehmenden  Ausgleiches  mit  den  Seemächten  war,  gaben 
ihm  aber   auch    den  Mut   {ur  Behauptung,    dass  eine  Einigung,   wenn 


173'  März  i6.  4y3 

auch  nicht  bald  und  nicht  ohne  ein  weitergehendes  Entgegenkommen 
Englands,  >(//  cr:{ielen  sein  werde,  ^)  Denn  dass  der  beschränkte  Garantie- 
vorschlag, dm  ^u  übermitteln  er  beauftragt  war,  den  Wiener  Hof 
nicht  befriedigen,  noch  weniger  ;(ur  bedingungslosen  Anerkennung  der 
{u  Sevilla  beschlossenen  Einführung  spanischer  Garnisonen  in  Toscana 
und  Parma  hinreichen  werde,  daran  konnte  Robinson  nach  den  ersten 
Auseinandersetzungen,  die  er  mit  dem  Reichsvi:{ekan:{ler  Schönborn  und 
dem  Grafen  Sin^endorf  hatte,  nicht  :^eifeln.^)  Von  dem  let:{teren 
gieng  der  Vorschlag  aus,  an  Stelle  der  spanischen,  englische  Truppen 
nach  Toscana  und  Parma  j(u  senden,  während  Prin{  Eugen  und  Starhem- 
berg  die  Garantie  Englands  für  den  Gesamtbesit:^  Karls  VI.  als  die 
unerlässliche  Vorbedingung  für  eine  gütliche  Beilegung  der  bestehen- 
den Differenzen  bezeichneten. 

Diesen  Fordemngen  zuzustimmen,  fehlten  Robinson  Auftrag  und 
Neigung,  Er  sprach  daher  seine  Zweifel  darüber  aus,  ob  der  Plan 
einer  englischen  Besatzung  für  die  toscanischen  und  parmesaner  Plätze 
sich  werde  realisieren  lassen  und  hob  die  Schwierigkeiten  hervor,  die 
der  Garantie  der  Erbfolgeordnung  für  alle  Länder  Karls  VI,  im  Wege 
standen.  ^)  Aber  er  fügte  diesen  wenig  erfreulichen  Worten  die  er- 
munternde Bemerkung  bei,  Englands  Interesse  erheische,  das  Erzhaus 
nicht  fallen  ^«  lassen;  wenn  man  sich  einmal  über  die  schwebenden 
Streitfragen  geeinigt ,  werde  man  sich  englischerseits  auch  mit  der 
allgemeinen  Garantie  befreunden.  Seiner  Regierung  aber  schrieb  er 
unter  dem  Eindrucke  dieser  Beratung,  er  hoffe  unter  anständigen  Be- 
dingungen eine  Einigung  mit  dem  Kaiser  ^m  erzielen,^)  Während  nun 
am  englischen  Hofe  Beratungen  darüber  gepflogen  wurden,  ob  und  wie 
weit  man    den    Wünschen    des  Kaisers   entgegenkommen   sollte,^)   hatte 

')  Berichte  Robinsons  d,  d,  ai,  Juni  und  26,  August  ly^o  n,  st.  R,  O, 

*)  Vgl.  neben  dem  Berichte  vom  21,  Juni  auch  den  vom  5.  /////  und 
2ö.  August  ly^o  st,  n,  R,  O, 

^)  Konferen\protokoU  vom  21.  Aug,  ij^o,  St,-A. 

*)  Über  die  mit  Robinson  in  jenen  Tagen  gepflogenen  Beratungen  sind 
neben  dessen  Berichten  auch  die  Konferen^protokclle,  namentlich  das  vom  21,  Aug, 
(St,-A.)  \u  vergleichen.     Der  Inhalt  beider  stimmt  nicht  imtner  überein, 

^)  Vgl,  über  dieselben  die  Berichte  Kinsky's  vom  Juli  und  Aug,  17^0,  St-A, 
Kinsky  berichtete  u,  a,  schon  am  i,  Juli,  „dass  man  in  England  nicht  ungeneigt 
wäre,  gegen  Einlassung  spanischer  Guarnisonen  und  Ausmachung  der  mecklen- 
burgischen Sache  E,  K,  M,  allerhöchste  Successionsordnung  in  omnibus  et  per 
omnia  ^u  guarantiren:*  Die  Konferen\räte  machten  auf  die  Differenzen  ^wi- 
sehen  den  Berichten  Kinskv's  umi  den  Äusserungen  Robinsons  wiederholt  auf- 
merksam. 


474  '73'  ^'^^^  iß- 

die  Wiener  Regierung  ein  Veriragsprojekt  ausgearbeitet  und  Robinson 
übermittelt,  das  im  Hinblicke  auf  das  noch  herrschende  Missirauen 
vorsichtig  abgefasst,  i)  die  Grundlage  für  die  künftigen  Verhandlungen 
bilden  sollte.  Der  Kaiser  sprach  in  demselben  seine  Geneigtheit  aus, 
die  ehemals  bestandenen  freundschaftlichen  Bea^iehungen  ^nm  englischen 
Hofe  wieder  herzustellen  und  an  der  Herbeiführung  geordneter y  fried- 
licher Zustände  in  Europa  mitzuwirken.  Er  forderte  die  Garantie  der 
Erbfolgeordnung  für  den  Gesamtbcsit^  des  Hauses  Habsburg ,  erklärte 
sich  aber  dafür  bereit,  wenn  es  sein  müsse,  den  ostendischen  Handel 
definitiv  ^m  unterdrücken,  vorausgesetzt ,  dass  als  Äquivalent  dafür  sei- 
tens der  Seemächte  in  eine  Änderung  der  bestehenden  Tarife  gewilligt 
werden  sollte,^)  Die  Einführung  spanischer  Garnisonen  in  loscana  und 
Parma  gestand  der  Entwurf  nicht  ^«,  doch  betonte  der  Kaiser  seine 
Absicht,  diese  Angelegenheit  ^//  ordnen,  ohne  den  Verbündeten  Eng- 
lands  weh^utun  und  wies  auf  den  Vorschlag  des  Grossher^ogs  von 
Toscana  hin,  Don  Carlos  als  Nachfolger  anzuerkennen,  der  seinen 
Wohnsitz  sogleich  in  Florenz  aufschlagen  solltet) 

Die  Antwort  der  englischen  Regierung  auf  diese  Erklärungen 
Hess  nicht  lange  auf  sich  warten  /  denn  je  genauer  die  leitenden  Mi- 
nister sich  über  die  Pläne  des  Englapid  verbündeten  französischen  Hofes 
ZU  unterrichten  in  die  Lage  kamen,  desto  wünschenswerter  schien  ihnen 
der  Ausgleich    mit    dem    Kaiser.      Voraussetzung  für   denselben    blieb 


•)  ///  dt^m  Konfcnni^protokoll  vom  21.  Aug.  heisst  es,  man  möge  die  Ver- 
hijiiälufig-rn  mit  Jen  Srrmächtcn  so  leiten,  ,,dass  darcon  -dcedcr  bei  dcro  Bunds- 
<renosst:n,  noch  andcrs'do  ein  übler  Gebrauch  gonjcht  urrUen  konnte.*'  St.-A, 

*)  ///  einer  wcitläußiren  Martina Inote  \um  Konferen\protokoll  vom  21.  Aug. 
iy;o  Sf.-A.  äussert  sieh  Karl  VI.  dahin:  ,,Der  Punct  wegen  Gnarantie  meiner 
lirbfolgrrordnung  ist  iilso  jngefiihrt  \ii  berühren,  d^iss  derselbe  nach  gehobt^nen  in- 
cidente  der  sp.misehen  Gnarnisonen  nnib  so  mehrers  siehergestellt  werden  müsstr, 
als  der  Ruhstand  Europae,  das  eigen  Interesse  beeder  Seemächten  und  ex  reci- 
proco  entspringende  Billichkeit  es  erheischte.  Ich  hette  meine  Minister  lengst 
hierüber  instrnirty  dass  die  bey  dem  at\juilibro  Huropae  meist  interessirte  Mäcitten 
sich  allerdings  damit  {u  befridigen  Ursacli  haben  würden  und  were  icli  nicht 
entgegen  auch  in  diesen  wichtigen  Punct  wie  ein  als  anderm  mich  also  billicli 
finden  {u  lassen,  dass  mit  Fug  ein  mehrers  mir  nicht  werd  {ugemuth  werden 
können.  Auf  solche  Weis  vergibt  man  nichts  in  voraus,  halt  die  Handlung  offen 
und  probirt  die  Engeländer,  ob  sie  es  aufrichtig  meinen  oder  nicht;  wo  inzwischen, 
wan  sie  auf  die  Guarantie  nur  wegen  Wall  schland  bestünden,  die  Conferen\  wey- 
ters  reyfli  h  überlegen  und  mir  werd  einrathen  können,  ob  mit  einer  limitirten  Gua- 
rantie sich  \u  vergnügen  thunlich  und  rathsamb  were,    welches  wohl  \u  bedenken* 

^)  Das  in  französischer  Sprache  abifefasste  Projekt  umfasste  8  Artikel.  Es 
liegt  bei  dem  Berichte  Robinsons  d.  d.  lol^o»  Aug.  i/ßo.  R.  O. 


173'  März   lö.  ^n^ 

freilich  die  Durchführung  des  Spanien  im  Vertrage  von  Sevilla  ge- 
gebenen Versprechens  bezüglich  der  spanischen  Garnisonen  in  Toscana 
und  Parma  /  in  diesem  Punkte  blieben  die  Engländer  umso  fester,  als 
erneuerte  Verhandlungen  mit  den  Spaniern  keinen  Zweifel  daran  Hessen, 
dass  diese  nur  unter  dieser  Bedingung  ihre  England  gewährten  Kon- 
Zessionen  aufrechthalten  würden,  William  Stanhope  ^  der  ^um  Lord 
Har rington  erhoben,  als  Staatssekretär  die  Verhandlungen  mit  Kinsky 
führte,  lagerte  denn  auch  nicht,  in  unzweideutiger  Weise  ^u  erklären, 
dass  er  in  dieser  Frage  keinen  Schritt  entgegenkommen  könne,  und- 
weder  auf  den  Plan  der  Einführung  englischer  oder  holländischer, 
noch  auf  den  vom  Kaiser  in  dessen  Projekte  vorgeschlagenen  Ausweg, 
der  sofortigen  Anerkennung  der  Nachfolge  des  Don  Carlos  seitens  des 
jet^t  regierenden  Grossher^ogs  von  Toscana,  eingehen  könne,^)  Und 
genau  in  diesem  Sinne  lautete  auch  die  Weisung,  die  Robinson  erhielt,^) 
Harrington  betonte,  dass  die  Garantie  der  Thronfolgeordnung  Karls  VI, 
nicht  nur  wegen  der  Franzosen  und  Spanier,  sondern  auch  wegen  der 
Reichsfürsten ,  {umal  Sachsens  und  Baierns,  eine  gefährliche  Sache 
wäre ,  dass  Georg  IL  aber  bereit  sei  in  dieselbe  ^u  willigen,  falls  der 
Kaiser  betreffs  der  Vermählung  seiner  Töchter  den  Verbündeten  von 
Sevilla  und  gan^  Europa  beruhigende  Erklärungen  abgeben  und  sich  ver- 
pflichten wolle,  die  Wünsche  des  englischen  Herrschers  bezüglich  des 
ostendischen  Handels  und  der  spanischen  ^Besatzungen  in  Toscana  und 
Parma,  sowie  jene  des  Kurfürsten  von  Hannover  bezüglich  der  ost- 
friesischen, mecklenburgischen  und  anderer  Streitfragen  ^u  erfüllen,^) 
Ganz  ausdrücklich  wurde  das  Erkalten  der  französisch  -  englischen 
Freundschaft  als  Grund  dieses  Entgegenkommens  der  englischen  Re- 
gierung bezeichnet,  zu  gleicher  Zeit  aber  Robinson  auf  das  strengste 
eingeschärft,  mit  keinem  Worte  dieses  Beweggrundes  Erwähnung  z^ 
tun.  Robinson  zög^^te  nicht  von  der  ihm  -{^//^^/^^wwi/w^m  Weisung  Ge- 
brauch z^i  machen.  Seine  Eröffnungen,  die  im  Laufe  des  Monates  Ok- 
tober erfolgten,  fanden  bei  den  Konferenzräten  keine  unfreundliche 
Aufnahme.^  wenngleich  di^se  die  Notwendigkeit  betonten,  in  neuerlichen 
Verhandlungen  weitere  Zugeständnisse  von  der  englischen  Regierung  z^ 
erzwingen.     In  der  Hauptsache,  der  Zulassung  spanischer  Garnisonen 


' )  Antwort  Harriugtons  an  Kinsky  Sept.  1730,  /?.  O, 

*)  Harrington  an  Robinson  j^.  Srpt  17^0.  R.  O. 

^)  ^S^'  für  die  Forderungen  Georgs  IL  in  seiner  Eigenschaft  als  Kurfürst 
von  Hannover ,  die  er  durch  einen  eigenen  Gesandten  —  Dieden  —  vertreten 
Hess,    die  weiteren  Ausführungen  im   Texte  sowie  Coxe  R,   Walpole  HI.  passim. 


476  »73*  ^^^2,  i6. 

in   Toscana  und   in  Parma,    T^eigten  sie   sich  geneigt,    die , Forderung 
der  Engländer  \u  crfülle^i,^) 

Im  Gegensätze  da^u  wollte  Karl  VL  noch  immer  nichts  von 
Nachgiebigkeit  in  diesem  Punkte  wissen,  Dass  die  Holländer  den 
Ausweg  vorschlugen,  die  Besetzung  :{ur  Hälfte  durch  neutrale  Trup- 
pen vollziehen  -{«  lassen,  bestärkte  Karl  VL  in  seiner  Meinung,  dass 
seine  Räte  sich  ^^t  leicht  der  Forderung  des  englischen  Gesandten 
gefügt  hätten.  In  einer  besonderen  Weisung  vom  letzten  Oktober 
ijßo  befahl  er  ihnen,  in  neuerlicher  Verhandlung  mit  Robinson  dem 
Vorschlage  der  Holländer  das  Wort  ^tt  reden,^)  Dies  geschah;  beson-- 
ders  energisch  von  Sin^endorf,  der  in  wiederholten  erregten  Debatten 
Robinson  von  der  Notwendigkeit  -{«  überzeugen  suchte,  die  ausgespro- 
chene Abneigung  des  Kaisers  {//  berücksichtigen,  und  die  schon  früher 
von  England  abgewiesenen  Vorschläge  der  sofortigen  Anerkennung  des 
Don  Carlos  als  Nachfolger  des  jetzt  regierenden  Grossherzogs  durch 
diesen  selbst  oder  der  Belegung  der  Plätze  in  Toscana  und  Parma 
durch  ^«w  Teil  wenigstens  neutrale  Truppen  von  neuem  vorbrachte. 
Robinson  beharrte  aber  auf  seiner  früheren  Meinung  und  suchte  dem 
kaiserlichen  Minister  den  Beweis  dafür  -{«  erbringen,  dass  Georg  II, 
im  Hinblicke  auf  das  materielle  Interesse,  das  alle  englischen  Kauf- 
leute  an  der  Aufrechthaltung  der  Handelsbeziehungen  -^//  Spanien  hät- 
ten, in  diesem  Punkte  auch  nicht  einen  Schritt  entgegenkommen  könne.^) 
Da  aber  Karl  VI,  von  einer  rückhaltslosen  Billigung  der  englischen 
Forderung  in  dieser  Frage  trotz  neuerlicher  Bemühungen  des  Prinzen 
Eugen  nichts  wissen  wollte,  sahen  sich  die  kaiserlichen  Minister  ge- 
nötigt, in  dem  Projekte,  das  Mitte  November^)  Robinson  übergeben 
wurde,  neue  Vermittlungsvorschläge  zu  machen,  ob^^leich  sie  von  der 
Undurchführ barkeit  derselben  überzeugt  waren.  Es  entsprach  ihrem 
Wunsche,  den  Abbruch  der  Verhandlungen  ^w  verhindern,  dass  Prinz 
Eugen  nach  Überreichung  des  neuen  Projektes  dem  englischen  Ge- 
sandten die  Versicherung  gab,  der  Kaiser  wolle  unter  allen  Um- 
ständen mit  England  Freundschaft  und  Bündnis  schliessen,  und  er  und 


•)   Vgl.  Beer  l.  c.  68. 

•)  Ebenda  />.  6(). 

^)  Robinson  an  Harrington  d.  d.  iS.  Nov.  17^0.  R.  O.  Die  rnts  heidcnden 
Worte  lauten:  yyin  which  (Verbindung  mit  Spanien)  cvery  trading  snbject  in  Eng- 
land was  more  or  less  interested,  whose  just  coniplaints  mi^ht  raise  such  un 
uneasiness  in  tlic  nafion,  as  would  make  the  emperor  Utile  the  better  for  the 
fricndship  of  a  discontented  people. 

*)  77.  Nov.  ly^o. 


173'  März  i6.  ^y«^ 

seine  Kollegen  würden  alles  aufbieien,  dieses  Ziel  {u  erreichen.  Ro- 
binson empfieng  aus  dieser  Unterredung  den  Eindruck,  dass  Eugen 
und  dessen  Anhänger  ^ur  Gutheissung  der  englischen  Forderung  bereit 
seien  und  nur  aus  Furcht  zögerten,  dies  schriftlich  :(U^ugestehen^) 

In  auffallender  Eile  erfolgte  die  Antwort  der  englischen  Regie- 
rung auf  das  neue  Projekt  des  Kaisers»  Bereits  am  4,  De^,  ijßo 
war  die  Weisung  an  Robinson  und  das  englische  Gegenprojekt  fertig- 
gestellt. Der  Vertreter  Englands  am  Wiener  Hofe  erhielt  die  Vollmacht,  in 
die  entscheidenden  Verhandlungen  einzutreten  und  auf  den  raschen  Ab- 
schluss  derselben  ^u  dringen.  Als  unerlässliche  Voraus seti^ung  für  die 
von  den  Seemächten  j^u  leistende  Garantie  der  Erbfolgeordnung  des 
Gesamtbcsit^es  des  Habsburger  wurde  auch  jet\t  neben  beruhigenden 
Erklärungen  über  die  Heirat  der  kaiserlichen  Töchter ,  die  Unter- 
drückung des  ostendischen  Handels  und  die  Einführung  der  6000  Mann 
Spanier  in  Toscana  und  Parma  gefordert,  und  gan{  ausdrücklich  die 
Unmöglichkeit  betont,  in  dem  letzteren  Punkte  irgend  welche  Konzes- 
sionen {u  machen.  Im  übrigen  wurde  auch  diesmal  die  günstige  Er- 
ledigung der  Forderungen  Georgs  IL  in  seiner  Eigenschaft  als  Kur- 
fürst von  Hannover,^)  die  von  einem  besonderen  Abgesandten  desselben 
—  Dicden  —  in  Wien  seit  längerem  vertreten  wurden,  als  Vorausset- 
zung für  die  definitive  Unterzeichnung  des  Hauptvertrages  bezeichnet. 
Allein  gerade  diese  Forderungen  z^*  erfüllen  Z'^^S^^  ^'^^  Karl  VI, 
immer  weniger  geneigt.  Wiederholt  hatten  schon  in  seinem  Auftrage 
die  kaiserlichen  Minister,  ;f7/»i<2/  der  Reichsvizekanzler ,  auf  die  Un- 
gebührlichkeit derselben  hingewiesen  und  betont,  dass  Karl  VI,  keine 
Verpflichtungen  einzugehen  gedenke,  die  mit  seiner  Stellung  als  Reichs- 
oberhaupt nicht  vereinbar  wären  oder  ihn  in  Konflikte  mit  seinen  Bundes- 
genossen bringen  könnten.  In  diesem  Sinne  war  denn  auch  die  Deklaration 
gehalten,  die  Dicden  Ende  N(  vrmber  übergeben  wurde.  Einzelne  Forde^ 
rungcn  Georgs  IL  fanden  volle,  andere  nur  teilweise  Billigung  der  kaiser- 
lichen Regierung,  doch  suchte  diese  jedes  Wort  zu  vermeiden,  das  ihre 
Verbündeten,  Preussen  und  RussLind,  verletzen  konnte.  Die  Erregung  der 
kaiserlichen  Minister  war  daher  eine  sehr  grosse,  als  Dieden  am  letzten 
Tage  des  Jahres  17 jo  z^^g^^l^h  mit  der  Antwort  der  kurfürstlichen  Regie- 
rung die  Erklärung  abgab,  dass  Georg  IL  die  Einwilligung  ^//r  Unter- 
zeichnung des  Hauptvertrages  von  der  endgiltigen  Feststellung  der  Dekla- 
ration  über  die  hannoverischen  Forderungen  abhängig  mache,    und  diese 

')  Rohinson  an  Harrington  28,  Nov.  17 }o.  R,  O, 
^)  Harrington  an  Rohinson  4,  De\,  17^0.  /?.  O. 


478  »73'  ^^'^  '^• 

Erregung  wuchs,  als  man  aus  der  Lektüre  dieses  Schriftstückes  ersah, 
dass  Georg  IL  seine  Forderungen  nicht  herabgemindert  hatte,  dieselben 
aber  in  ungleich  schärferer  Form  vorbrachte  als  ^{Uüor,  Mit  seltener 
Einmütigkeit  erklärten  die  kaiserlichen  Minister,  dass  man  in  ent- 
schiedenster Weise  das  Vorgehen  Georgs  II,  verurteilen,  die  gestellten 
Forderungen  zurückweisen  und  selbst  die  Last  eines  Krieges  eher  auf 
sich  nehmen  müsse,  als  derartige  Anmassungen  duldeti.  In  diesem 
Sinne  wurde  Die  den  in  den  zahlreichen,  überaus  erregten  Debatten,  die 
in  den  ersten  Tagen  des  Jahres  ijßi  stattfanden,^)  vorgehalten,  dass 
die  Form  der  Deklaration  eine  unpassende  sei,  der  Inhalt  aber  dem 
Kaiser  Dinge  ^umute,  die  der  letztverstorbene  englische  König  z^  be- 
gehren sich  nimmer  habe  einfallen  lassen  und  die  der  vom  Kaiser 
beschworenen  Wahlkapitulation^  den  Reichsgrundsätzen,  auch  dem  Rechte 
Dritter  z^uwider  liefen.  Sinzendorf  erklärte ,  sein  Herr  werde  eine 
solche  Deklaration  nicht  unterschreiben  und  wenn  auch  100,000  Mann 
vor  den  Toren  Wiens  stünden,  und  nicht  minder  energisch  wiesen  die 
übrigen  Mitglieder  der  Konferenz  die  Idee  z^^ück,  als  könnte  ihr  Herr 
jemals  seine  Einwilligung  zu  dieser  Erklärung  geben. 

In  der  Tat  blieben  alle  Bitten  und  Drohungen  der  Vertreter 
Georgs  IL  vergebens.  In  den  entscheidenden  Beratungen  vom  11,  und 
12.  Januar  17 ßi  wurde  der  Beschluss  gefasst,  die  Antwort  des  Kai- 
sers auf  die  letztest  Erklärungen  Georgs  IL  Dieden  mit  der  Bemer- 
kung zukommen  zu  lassen,  dass  an  weitere  Konzessionen  nicht  z^  ^^w- 
ke7i  sei.  Auf  das  entschiedenste  weigerte  man  sich  auch  jetzt,  das  von 
Georg  IL  für  die  weiblichen  Mitglieder  seiner  Familie  geforderte  Erb- 
recht auf  Bremen  und  Verden  gutzuheissen,  und  ebenso  bestimmt  ver- 
langte man,  dass  es  in  der  Mecklenburger  Frage  bei  dem  auf  Preussen 
extendirten  Konservatorium  bleiben  und  nichts  geschehen  sollte^  was  den 
Ausschluss  Preussens  bedeuten  könnte.  Überdies  aber  wurde  von  der 
Gutheissung  dieser  neuen  kaiserlichen  Erklärung  seitens  Diedens  die 
Fortsetzung  der  mit  Robinson  geführten  Verhandlungen  abhängig  ge- 
macht.^) Und  um  ja  keinen  Zwei  fei  darüber  aufkommen  -{//  lassen, 
dass  diesen  kurfürstlichen  Interessen  die  Schuld  an  dem  eventuellen 
Scheitern  der  englisch-österreichischen  Einigung  beigemessen  werden 
müsste,  entschloss  sich  Karl  VI,  den  Widerstand,  den  er  solange  der  For- 
derung auf  Einführung  spanischer  Besatzungen  in  Toscana  und  Parma 
entgegengesetzt  hatte,  fallen  zu  lassen.    Während  er  noch  am  4,  Januar 


0  Akten  im  St.-A, 

•)  Konfereniprotokoll  vom  11,  und  12,  Jan.  ly^i  St.-A. 


173»  März  i6.  ^-^Q 

ijßi  sich  geweigert  hatte ^  in  diesem  Punkte  dem  befürwortenden  Gut- 
achten seiner  Räte  j^u^ustimmen^^)  erklärte  er  in  der  Sitzung  vom 
J2,  Januar  ijßj  dem  Wunsche  Englands  willfahren  ^«  wollen.  Frei- 
lich geschah  dies  nicht,  ohne  dass  Karl  VI.  nochmals  hervorhob,  wie 
gefährlich  dies  sei,  „nicht  so  viel  wegen  derer  spanischen  Besatzungen, 
als  dass  einem  Prinzen  vom  Haus  Bourbon  so  ansehnliche  Länder  in  Ita- 
lien andurch  versichert  würden^^.  Und  er  fügte  hin^u,  es  „würde  vielleicht 
gut  gewesen  sein,  wann  die  Königin  von  Spanien  ^u  Folge  ihrer  be- 
kannten Gachheit  sich  in  denen  feindlichen  Unternehmungen  übereilet  und 
andurch  Gelegenheit  an  Hand  gegeben  hätte,  aus  besagten  Übel  her- 
aus {ukommen''^)  Auch  wollte  Karl  VI  dieses  Zugeständnis  von  der 
Bedingung  abhängig  machen,  dass  im  Augenblicke,  da  Don  Carlos  in 
den  ruhigen  Besit^  Toscana's  und  Parma  s  gelangt  sei,  die  spanischen 
Garnisonen  herausgeflogen  werden  müssten,  und  dass  die  Zulassung  der- 
selben von  der  Zustimmung  Spaniens  ^u  der  getroffenen  Vereinbarung 
abhängen  sollte.  Im  übrigen  wurde  bei  der  Fassung  dieses  Artikels 
die  grösste  Mühe  darauf  verwendet,  alles  ^u  vermeiden,  was  den  Wi- 
derspruch der  jet{t  gemachten  Zugeständnisse  mit  den  früher  betonten 
Rücksichten  auf  das  Reich  beweisen  konnte. 

Unterdes  war  es  auch  bezüglich  der  übrigen  Artikel  des  Haupt- 
vertrages ^u  lebhaften  Verhandlungen  :^ischen  Robinson  und  den  kai- 
serlichen Ministern  gekommen.  Was  den  letzteren  sofort  unangenehm 
an  dem  neuen  Entwürfe  auffiel,  war  eine  auf  Wunsch  des  staatischen 
Pensionärs  von  Robinson  vorgenommene  Änderung  des  auf  die  Auf- 
hebung des  ostendischen  Handels  bezugnehmenden  Artikels,  Während 
nämlich  früher  der  Kaiser  nur  verpflichtet  worden  war,  seinen  belgischen 
Untertanen  Handel  und  Schiffahrt  nach  Ostindien  :(u  untersagen, 
sollte  jet{t  dieses  Verbot  auch  auf  die  übrigen  Gebiete  des  Kaisers 
ausgedehnt  werden,  die  früher  der  Krone  Spaniens  unterworfen  wa- 
ren. Gegen  diese  Beeinträchtigung  der  italienischen  Besatzungen  des 
Kaisers  erhoben  dessen  Minister  entschiedenen  Protest,  ebenso  gegen  die 
Weigerung  der  Seemächte  die  einmalige  Absendung  von  ^wei  belgi- 
schen Schiffen  nach  Ostindien  ^u  gestatten  und  einen  festen  Termin  ^u 
bestimmen,  bis  ^u  dem  der  vom  Kaiser  verlangte,  von  ihnen  zugesagte 
Handesvertrag  abgeschlossen  sein  müsse,  Robinson  suchte  sie  ^u  beruhi- 
gen, da  er  aber  entscheidende  Zugeständnisse  nicht  machte,  sahen  sich  die 
kaiserlichen  Minister  genötigt,  ihre  Forderungen  in  ihrem  neuen    Ver- 


')   Vgl.  Beer  l,  c,  6(j, 

*)  Konferen\protokoU  vom  12,  Jan.  lyji  St,-A, 


480  <73'  ^*^"  'ö. 

tragsenfwurfe  ^u  formulieren,  Sie  bestanden  auf  der  Beschränkung  des 
Verbotes  des  ostendischen  Handels  auf  Belgien  und  auf  der  einmaligen 
Absendung  von  2  Schiffen  nach  Indien;   dagegen  Hessen  sie   die  For- 
derung eines  bestimmten   Termines  für  den  Abschluss  des  Handelsver- 
trages fallen.  Eine  weitere  Schwierigkeit  ergab  sich  beiüglich  der  Fas- 
sung des  Artikels,   der  die  von  den  Seemächten   {u  leistende  Garantie 
der  österreichischen  Successionsordnung  betraf    Man  war  ^ar  Kaiser- 
licherseits  bereit^  den  Besorgnissen   dieser  Mächte   be:^glich  der    Ver- 
mählung  der   kaiserlichen    Töchter    Rechnung   \u   tragen    und   billigte 
prinzipiell  den  für  diesen  Zweck  bestimmten  „articulum  secretissimum^^ , 
allein  man  war  mit  der  {u  allgemein  gefassten  Einschränkung,  die  der 
englische  Entwurf  enthielt,  nicht  einverstanden,  „welche  mit  der  Zeit,  um 
sich  jeder  auch  noch  so  unnachteiliger  Vorfallenheit  der  vorhin  ausge- 
drückten Zusage  ^H  entliehen,  missbraucht  werden  dürftet    Es  geschah 
gelegentlich  der  Beratungen  über  die  diesem  Artikel  ^u  gebenden  Form, 
dass  Robinson  des  preussischen  Kronprinzen  als  Heiratskandidaten  Er- 
wähnung tat.    Die  kaiserlichen  Minister  beeilten  sich,  die  Versicherung 
ZU  geben,  dass  an  der  Sache  nichts  sei,  auch  nie  daran  gedacht  wor- 
den, betonten  aber  die  Unmöglichkeit^    eine  darauf  bezügliche  Bemer- 
kung in    den  betreffenden  Artikel  aufzunehmen.  Dagegen  forderten  sie 
auf  das  entschiedenste  dir  Aufnahme    eines  Scparatartikels,    durch  den 
sich  Georg  IL  als  Kur-  und  Fürst  des  Reiches  verpflichten  sollte,  seine 
Stimmen  in  beiden  Reiqhskollegien    im  Sinne    der  Garantie    der  öster- 
reichischen Successionsordnung  durch  das  Reich  abzugeben.    Der  Kaiser 
billigte  nicht  nur  dieses    Vorgehen  seiner  RäiCy  sondern  bemerkte  gan^z 
ausdrücklich,    man  müsse  auf  der  Aufnahme  dieses  Artikels  umsomehr 
bestehen,    weil   ßuan  sonst  auch    keine  Sicherheit  habe,    dass  Georg  //. 
als  englischer  König    sein    Versprechen    erfüllen  werde.     In  einem  be- 
sonderen von  den    österreichischen  Ministem    entworfenen  Artikel  for- 
derten diese  überdies  die  Bestätigung  der  vom  Kaiser  mit  des  englischen 
Königs    Vorfahren    errichteten    Traktate,    iushesouderc    des    Kurtraktates 
von   16 p2,  sowie  den  Beitritt  der  Geucralstaatcn  ^wr  Qjtadrupelallianz, 
letzteres  vornehmlich  in  der  Absicht,  die  Geucralstaaten  z^ir  Garantie 
der  kaiserlichen  Gebiete  schon  ^w  Lebzeiten  Kir/s  VI.  >{//  {uj/«^<?//.  Auch 
wurden  spezielle  Verfügungen  z^^  Gunsten  der  russischen  Garantie  und 
der  holsteinischen  Interessen  dem   neuen  Vertragsentwürfe  einverleibt. 

Es  braucht  wohl  nicht  erst  bemerkt  z'i  werden,  dass  die  bisher 
erwähnten  Differenzen  nicht  die  ein  {igen  waren,  die  sich  im  Verlaufe 
einer  eingehenden  Prüfung  des  englischen  Entwurfes  ergaben.  Es  gab 
ihrer  noch  eine  Menge ;  teils  sachlicher.,  teils  formeller  Natur,  boten  sie 


173»  März  i6.  4Ö1 

Anlass  ^u  langdauernden  Erörterungen  und  bewiesen,  wie  stark  das 
Misstrauen  der  beiden  Regierungen  gegeneinander  war,  die  sich  hier 
{ur  alten  „Freundschaff^  zusammenfinden  sollten.  Das  entscheidende 
aber  war  doch,  dass  Karl  VI.  in  der  Sitzung  vom  12.  Januar  lyji 
seinen  festen  Entschluss  kundtat ,  unter  den  von  ihm  vorgeschlagenen 
Bedingungen  den  Vertrag  ^ti  unterzeichnen.  Die  kaiserlichen  Entwürfe 
wurden  noch  an  diesem  Tage  Robinson  und  Dieden  überreicht.  Der 
letztere  erklärte,  unter  diesen  Umständen  nicht  abschliessen  {u  können 
und  Robinson  :(ögerte  nicht,  ihn  in  seiner  Opposition  j{u  unterstützen. 
Beide  drohten  die  Verhandlungen  abzubrechen.  Aber  diesmal  blieben 
ihre  Erklärungen  wirkungslos.  Man  gab  ihnen  ^7/  verstehen,  dass  man 
im  Falle  des  Abbruches  der  Verhandlungen  der  ganzen  Welt  die 
Gründe  dafür  darlegen  werde.  Die  Energie  der  kaiserlichen  Minister 
hatte  Erfolg,  Als  sie  am  iß,  Januar  von  Robinson  eine  bestimmte 
Erklärung  forderten,  ob  er  das  Zustandekommen  des  Hauptvertrages 
wegen  der  deutschen  Angelegenheiten  verhindern  wolle,  erwiderte  er', 
gewiss  nicht;  und  am  folgenden  Tage  entschloss  er  sich,  als  der  von 
ihm  vorgeschlagene  Ausweg,  die  beiden  Verträge  durch  Kinsky  in 
London  fertig  stellen  -{//  lassen,  von  den  kaiserlichen  Ministern  z^^^ück- 
gewiesen  wurde,  einer  Anregung  dieser  folgend,  die  schriftliche  Er- 
klärung abzugeben,  dass  er  den  Hauptvertrag  soweit  fertig  stellen  wolle, 
dass  derselbe,  sobald  betreffs  der  deutschen  Fragen  eine  Einigung  er- 
zielt sei^  unterschrieben  werden  könnte,^)  Daraufhin  wurde  ihm  das 
neue  Vertragsprojekt  der  Österreicher  übermittelt.  Schon  eine  flüchtige 
Leetüre  desselben  bewies  ihm,  wie  wesentliche  Änderungen  die  kaiser- 
lichen Minister  an  dem  von  ihm  überreichten  Schriftstücke  vorge- 
nommen hatten.  Er  erklärte  rundweg,  Bestimmungen,  die  Georg  IL 
als  deutschen  Kurfürsten  betrafen,  nicht  unterfertigen,  die  kaiserlichen 
Forderungen  bezüglich  Russlands  und  Holsteins  seiner  Regierung  gar 
nicht  übermitteln  <{«  können;  hob  nochmals  die  Notwendigkeit  hervor, 
die  Seemächte  auch  bezüglich  einer  geplanten  Heirat  einer  Kaisers- 
iochter  mit  dem  preussischen  Kronprinzen  durch  eine  dem  Vertrage  ein- 
zuverleibende Erklärung  ;[«  beruhigen  und  betonte  die  Schwierigkeit, 
des  Kaisers  Forderungen  bezüglich  der  spanischen  Besatzungen  in  Ita- 
lien und  des  belgischen  Handels  bei  seinem  Hofe  durchzusetzen.  Trotz- 
dem bezeichneten  des  Kaisers  Räte  das  Ergebnis  der  Beratungen  als 
ein  günstiges^  vorausgesetzt ,  dass  man  den  Äusserungen  Robinsons  trauen 
dürfe.     Dieser  hatte  am  16,  Januar  eingehend   seinem  Hofe  berichtet. 


')   Vorträge  an  den  Kaiser  d.  d,  75.  und  16,  Jan,  ij^i»  SU-A, 
Östcncicliisch-engllsclic  Staalsvctiräße.  Bd.  I.  3 ' 


48a  t73i  Mttra  16* 

das  neue    Vertragsprojekt  des  Kaisers   überschickt  und   um    schleunige 
Instruktion  gebeten. 

Am  8.  Februar   cr/otgte   die  Antwort.     Die  englische  Regierung 
übermittelte   ihrem   Vertreter   ein  neues  Vertragsprojekt,    das   mit  Aus- 
nahme einer    des  Kaisers   Wünscheti    entgegenkommenden  Formulirung 
des  Garantieartikels  dem  früheren,  englischen  Entwürfe  inhaltlich  voll- 
kommen entsprach,  als  Ultimatum  und  bezeichnete  jedes  Entgegenkommen 
speziell  in  der  Besat^ungsfrage  als  unmöglich.  Doch  erhielt  Robinson  die 
Ermächtigung,  in  den  anderen  Punkten  den  kaiserlichen  Wünschen  soweit 
entgegenzukommen,  als  sich  dies  als  unerlässlich  erweisen  sollte.^)  Har- 
rington  aber,  der  Staatssekretär,  fügte  diesen    Weisungen  an  Robinson 
noch  die  Bemerkung  bei:  „Ich  kann  diesen  Brief  nicht  schliessen,  ohne 
Ihnen  mitzuteilen,   dass  der  König   es  für  absolut  notwendig  hält,    die 
Angelegenheit  -{«/«  Abschlüsse  ^w  bringen,  so  oder  so^   Derselbe  Bote 
aber,   der  dieses   offizielle   Aktenstück    Robinson   ^m   überreichen    hatte, 
brachte  ein  >{w^//«  privates  Schreiben  Harringtons,  in  dem  dieser  den 
englischen  Gesandten   am    Wiener  Hofe   nochmals   beschwor ,   den  Ab- 
schluss  des  Vertrages  wenn  irgend  möglich  z^  erzwingen,  und  das  mit 
folgender,  höchst  bedeutungsvoller   Wendung  schloss:  „Es  ist  ernstlich 
ZU  wünschen,  dass  der  Kaiser  bewogen  werden  könnte,  in  allen  Fragen, 
die  Dieden  -f w  verhandeln  beauftragt  ist,  volle  Satisfaktion  z^  gewähren  ; 
wenn  aber  alles,  was  -(//  erreichen  möglich,  durchgesetzt  ist^  werden  Sie, 
wie  ich  überzeugt  bin,    Ihrer  Instruktion   entsprechend,   den  (englisch- 
österreichischen)  Vertrag   unterzeichnen    und  ^//  gleicher   Zeit   darauf 
bestehen,  dass  alles,    was  in    der  deutschen  Frage    nicht  hat   beglichen 
werden  können,  später  in  freundschaftlicher  Abmachung  geordnet  wirdf*^.^) 
Ein  weitgehendes  Zugeständnis  Georgs  IL  war  in  diesen    Worten  ent- 
halten;    er  war    bereit,    auf  die  Erfüllung   seiner   kurfürstlichen  For- 
derungen eher  ^«  verzichten,    als  den  für  England  so  günstigen    Ver- 
trag scheitern  z^t  lassen. 

Gegen  den  20.  Februar  waren  die  iieuen  Weisungen  in  den  Hän- 
den Robinsons.  Am  22,  Februar  übergab  er  das  neue  englische  Ver- 
tragspro jeki ;  die  kaiserlichen  Minister  erkannten  sogleich  die  Überein- 
stimmung desselben  mit  dem  Ende  Dezember  vorgelegten  englischen 
Entwürfe  und  begannen  von  neuem  die  Verhandlungen  in  der  ausge- 
sprochenen Absicht,    den  Abbruch    derselben    u\nn    irgend   möglich    ^// 


*)  Weisung   Harringtons   d.   d.    2S.   Jan.jS.   Fcbr,    17^1.     Vgl.   Coxe  l.  c. 
IILS^ff, 

*)  Harrington  an  Robinson  2S.    Jiin.jS.  Febr.   17]  i ;  Coxe  /.  c,  III.  87. 


1^31  MUrz  i6.  483 

vermeiden y  unter  allen  Umständen  aber  so  j^u  führen,  dass  ihren  Herrn  im 
Falle  der  Erfolglosigkeit  derselben  kein  Vorwurf  treffen  könne.  Daher  ihr 
Entgegenkommen  in  allen  Punkten,  die  sie  mit  der  Ehre  Karls  VI,  ver- 
einbar und  seinem  Interesse  nicht  all:^n  schädlich  hielten.  Sie  vernich- 
teten, wenn  auch  ^ögernd,  auf  die  Aufnahme  jener  Artikel,  kraft  deren 
die  mit  Hannover  geschlossenen  Verträge,  s^umal  der  Kurvertrag  vom 
fahre  1692,  im  Hauptvertrage  bestätigt  und  Georg  IL  verpflichtet  wer" 
den  sollte,'  als  Kurfürst  von  Hannover  auf  dem  Reichstage  seine  Stim- 
men im  Sinne  der  Garantie  der  österreichischen  Erbfolgeordnung  sei- 
tens des  Reiches  ab:{ugeben.  Sie  standen  von  der  ausdrücklichen  Er^ 
wähnung  Russlands  und  Holsteins  in  dem  Artikel  ab ,  der  die  Be^ 
^iehungen  der  Vertragschliessenden  ^u  deren  Verbündeten  betraf  und 
Hessen  auch  die  Klausel  fallen,  deren  Aufnahme  der  König  von  Preus- 
sen    in    seinem    Interesse  gefordert   hatte.      Sie    stimmten  ferner    dem 

Wunsche  der  Seemächte  bei,  dass  die  gegenseitige  Garantie  sich  auch 
auf  die  „Rechte  und  Immunitäten'^  der  Vertragschliessenden  erstrecken 
sollte,  obgleich  sie  wohl  wussten,  dass  die  Engländer  es  damit  auf  die 
Garantie  der  ihrem  Handel  gewonnenen  Vorteile  abgesehen  hatten. 
Auch  gegen  die  Aufnahme  eines  Separatartikels,  durch  den  die  See- 
mächte sich  dagegen  sicherten,  an  einem  Kriege  Österreichs  gegen  die 

Türken  ^u  Gunsten  der  ersteren  Macht  teilnehmen  ^u  müssjen,  erhoben  sie 
keine  Widerrede  und  gestanden  den  Engländern  und  Niederländern  ohne 
weiters  das  Recht  ^u,  in  Sizilien  bei  allen  Handelsfragen  als  „meistbe^ 
günstigte  Nationen'^'  behandelt  {u  werden.  Etwas  schwerer  gelang  es, 
in  der  spanischen  Besatj{ungsfrage  eine  Einigung  ^u  erzielen,  da  die 
Räte  Karls  VI.  für  eine  unbedingte  Billigung  des  englischen  Entwurfes 
nicht  ^u  gewinfien  waren  und  überdies  durch  den  im  Januar  ijßl  er- 
folgten Tod  des  Herzogs  Anton  von  Parma  und  Piacen^a,  sowie  durch 
die  nach  Wien  gemeldete  Schwangerschaft  der  Witwe  desselben  eine 
neue  Komplikation  in  der  schon  ohnehin  verwickelten  Frage  eintrat. 
Aber  auch  hier  fand  sich  schliesslich  eine  Form,  die  beiden  Teilen 
genügte.  Die  Engländer  vernichteten  auf  die  Be;(eichnung  der  Garantie 
der  österreichischen  Erbfolgeordnung  als  Recompens  für  die  Zulassung 
der  spanischen  Garnisonen  seitens  des  Kaisers  —  worauf  dieser  Ehren- 
halber nicht  eingehen  wollte  —  und  auf  die  ausdrückliche  Benennung 
des  Vertrages  von  Sevilla  in  dem  ß.  Artikel ,  der  Kaiser  auf  die 
Erwähnung  der  Quadrupelall ian^  und  auf  die  Aufnahme  der  Be^ 
dingung,  dass  die  Zulassung  der  spanischen  Garnisonen  vom  Bei- 
tritte Spaniens  {ur  Pacifikation  abhängig  gemacht  werden  sollte.  Zu 
gleicher  Zeit  aber  wurden  {ur    Vermeidung  weiterer  Missverständnisse 

3'* 


484  «73«  Mttrz  16. 

ß  Deklarationen  ausgearbeitet.  In  der  ersten  gaben  die  Seemächte  die 
bindende  Erklärung  ab,  die  Bestimmungen  des  5.  Artikels  der  Quadrupel- 
allian^y  welche  die  Rechte  des  Kaisers  und  des  Reiches  in  Italien  betrafen, 
genau  einhalten  {u  wollen,  und  auf  unaufhörliches  Drängen  der  kai- 
serlichen Minister  vernichteten  die  Seemächte  auf  die  ursprünglich  ge- 
plante Geheimhaltung  dieser  Deklaration.  Durch  die  ^eite  gleichfalls 
für  die  Öffentlichkeit  bestimmte  Deklaration  wurde  die  Frage  der  Suc- 
cession  in  Parma  und  Piacenyi  in  der  Weise  geordnet,  dass  im  Falle 
die  Witwe  des  verstorbenen  Herj(ogs  einen  Sohn  gebären  sollte,  die 
Einführung  der  spanischen  Garnisonen  in  die  festgesetzten  Plätze  des 
Landes  stattfinden^  sonst  aber  Don  Carlos  sogleich  ^ur  Thronfolge  in 
beiden  Gebieten  zugelassen ,  in  jedem  Falle  aber  die  kaiserlichen  Trup- 
pen, die  beim  Tode  Antons  in  Parma  und  Piacen\a  eingezogen  waren, 
dieses  Gebiet  verlassen  sollten.  In  einer  dritten  geheim  ^u  haltenden 
Deklaration  endlich  erklärten  die  Seemächte  —  auf  wiederholtes  stür- 
misches Begehren  des  Kaisers  —  es  sei  auch  jetzt  wie  beim  Ab- 
schlüsse des  Vertrages  von  Sevilla  ihre  Meinung,  dass  Spanien, 
den  dort  getroffenen  Verabredungen  entsprechend,  die  spanischen  Gar- 
nisonen aus  Toscana,  Parma  und  Piacenza  abführen  lassen  sollte,  so- 
bald Don  Carlos  in  den  ruhigen  Besitz  dieser  Länder  gelangt  sei. 

Grösser  waren  schon  die  Schwierigkeiten,  die  sich  der  Ordnung 
der  Ostender  Handelsfrage  in  den  Weg  stellten.  Über  die  definitive 
Unterdrückung  der  ostendischen  Compagnie  bestand  zpar  keine  Mei- 
nungsverschiedenheit. Auch  gelang  es  den  Vertretern  Karls  VI.  nicht 
allzitschwer,  die  Einwilligung  der  Seemächte  z^tr  einmaligen  Absendung 
zweier  Handelsschiffe  von  Ostende  nach  Indien  z^i  erwirken.  Dagegen 
weigerten  sich  diese  ebenso  bestimmt ,  einen  Termin  für  den  Abschluss 
eines  Handelsvertrages  ^u'/5r//^rw  den  Seemächten  und  Belgien  festzu- 
setzen, als  die  kaiserlichen  Minister,  die  Bestimmungen  des  Artikels  26 
des  Barrierevertrages  als  noch  >{//  Recht  bestehend  anzuerkennen.  Erst 
nach  langen  ernsten  Beratungen  -{U^/W/r//  Robinson  und  den  kaiser- 
lichen Ministern,  die  oft  -{//  heftigen  Debatten  führten,  gelang  es  eine 
Einigung  dahin  >{//  treffen,  dass  der  Kaiser,  grgen  die  Zusicherung  der 
Seemächte  den  Handelsvertrag  längstens  innerhalb  {wcier  fahre  vom 
Beginne  der  Verhandlungen  —  der  2  Monate  nach  Unterzeichnung  des 
vorliegenden  Vertrages  erfolgen  sollte  —  ab{uschliessen,  in  die  Auf- 
nahme  des    Artikels    26    des    Barricrevertrages    willigte.^)    Aber    auch 

*)  ///  dem  Vortrage  vom  S.  Mär^  ly^j  Sf.-A.,  in  dem  die  Konferenzräte 
dem  Kaiser  die  Gut//eissung  dieser  emrlischeii  Forderung  empfahlen,  betonten  sie 


173'  Miirz   i6.  485 

dann  waren  die  Schwierigkeiten,  die  sich  der  definitiven  Ordnung  dieser 
Frage  in  den  Weg  stellten,  nicht  gan{  behohen.  Denn  da  die  Nieder- 
länder an  den  j^u  Wien  gepflogenen  Beratungen  keinen  direkten  Anteil 
hatten  und  ihr  in  Wien  weilender  Vertreter  —  offiziell  aus  formalen 
Gründen  —  die  gleichzeitige  Unterfertigung  des  Vertrages  ablehnte, 
wünschte  die  Wiener  Regierung  sich  gegen  neue  Chicanen  der  Ge- 
neralstaaten -{«  sichern  und  verlangte  deshalb  die  Aufnahme  eines  Ar- 
tikels,  durch  den  diese  ^ur  bedingtingslosen  Annahme  der  in  dem 
Vertrage  festgesetzten  sie  betreffenden  Verfügungen  innerhalb  einer  be- 
stimmten Frist  unter  der  Drohung  verpflichtet  werden  sollten,  widrigen- 
falls alle  Vorteile  -{«  verlieren^  die  ihnen  zugewiesen  worden  seien, 
Robinson  aber,  der  von  dem  Vertreter  der  Niederländer  ununterbrochen 
bestürmt  wurde,  weigerte  sich  eine  solche  Erklärung  ^//  billigen,  und 
willigte  erst  spät  in  die  Aufnahme  eines  Separatartikels,  der  den  Nie- 
derländern eine  dreimonatliche  Frist  >{//r  Unterzeichnung  gewährte,  da- 
mit sie  der  Dinge  teilhaftig  würden,  die  z^  ihren  Gunsten  in  dem  vor- 
erwähnten Vertrage  ausbedungen  worden  seien.  Zu  gleicher  Zeit  aber 
musste  die  Wiener  Regierung  in  die  Aufnahme  eines  geheimen  Artikels 
willigen,  durch  den  sich  der  Kaiser  verpflichtete,  gleich  jetzt ,  bevor 
noch  die  Generalstaaten  dem  Vertrage  beigetreten  seien,  seinen  bel- 
gischen Untertanen  jeden  Handel  nach  Indien  .{//  untersagen. 

Ausdrücklich  aber  hatten  des  Kaisers  Räte  in  ihren  wiederholten 
Vorträgen  an  Karl  VI,  betont,  dass  sie  -{f/r  Nachgiebigkeit  in  allen 
diesen  Punkten  nur  für  den  Fall  raten  könnten,  als  es  gelingen  sollte, 
die  Wünsche  der  kaiserlichen  Regierung  in  der  Garantiefrage  durch- 
zusetzen. ^)  Diese  aber  giengen  dahin^  die  Garantie  der  Seemächte  für 
die  gesamten  Besitzungen  Karls  VI  ohne  jene  entwürdigenden  und 
zweideutigen  Zusätze  ^w  erlangen,  die  sich  in  dem  Vertragsentwurfe 
fanden,  den  Robinson  Ende  Dezember  übergeben  hatte  und  die  auch 
durch  die  Korrektur  desselben  seitens  Harringtons  im  Februar  ijßi 
nicht  beseitigt  worden  waren.  Es  war  der  feste.,  unwiderrufliche  Ent- 
schluss  des  Kaisers,  eher  von  dem  Abschlüsse  des  Vertrages  abzustehen, 
als  in  diesem  Punkte  nachzugeben.  Allein  auch  die  ausdrücklichsten 
Erklärungen  der  kaiserlichen  Räte  vermochten  Robinson,  der  in  dieser 


wiederum,  wie  bedenklich  dieselbe  sei  und  wie  bedauerlich  es  sei,  dass  man  sich 
habe  fügen  müssen.  Sie  erklärten  aber,  sie  keiften  sich  dadurch  nicht  also  prä- 
judiziert  „dass  um  dessentwillen  £•*.  M.  die  Hände  gebunden  sein  sollten  nach 
fruchtloser  Verßiessitng  \weier  Jahre  sich  dero  Gerechtsame  als  Souverain  nicht 
bedienen  {u  können.** 

')  Vortrag  d.  d,  4.  Mär\  ly^i.  St-A, 


486  '73»  MUrz  i6. 

Frage  strikte  Weisungen  \u  haben  behauptete y  von  seiner  Ansicht  nicht 
abzubringen,  dass  das  Verbot  der  Vermählung  der  Thronerbin  mit 
einem  bourbonischcn  Prinzen  nicht  genüge,  dass  auch  die  Heirat  der- 
selben mit  irgend  einem  Fürsten  ausgeschlossen  werden  müsse,  „cuius 
potentia  et  Status  iustas  et  legitimas  formidinum  causas  quoad  aequi- 
librum  Europae  suppeditare  possenty  Vergebens  wendeten  die  Ver- 
treter der  kaiserlichen  Interessen  ein,  dass  bei  Zulassung  dieser  Be- 
stimmung die  Seemächte  auch  dann  die  Garantie  \u  leisten  weigern 
könnten,  wenn  der  Prin^,  dem  die  Erbin  Karls  VI,  die  Hand  reiche, 
auch  nur  „eine  Handbreit  Erde^^  besitze.  Robinson  blieb  dabei,  dass  die 
Seemächte  sich  gegen  eine  das  Gleichgewicht  Europa* s  bedrohende  Macht 
Österreichs  schütj^en  müssten  und  ihre  Garantie  ^ur  Unterstützung  einer 
solchen  nicht  ^usagen  könnten.  Es  muss  unter  diesen  Umständen  ah 
ein  Glück  beieichnet  werden,  dass  im  Schoosse  der  kaiserlichen  Kon- 
ferenz die  Idee  auftauchte,  den  bestehenden  Konflikt  durch  die  Ver- 
fassung {weier  neuer  Artikel  bei^^ulegen,  von  denen  der  erste  die  See- 
mächte von  der  Verpflichtung  der  Garantie  für  den  Fall  entband,  als 
die  österreichische  Thronerbin  einem  männlichen  Sprossen  des  Hauses 
Bourbon  angetraut  werden  sollte,  während  im  ^^eiten  festgesetzt  wurde, 
dass  es  dem  Prin{en,  der  die  Thronerb  in  heirate  — falls  seine  Macht 
wirklich  eine  so  grosse  sein  sollte,  dass  durch  die  Vereinigung  seines  Be- 
sitzes mit  dem  der  Erbin  Karls  VL  dem  europäischen  Gleichgewichte 
augenscheinliche  Gefahr  drohe  — freigestellt  werden  sollte,  auf  seine  Ge- 
biete z}i  Gunsten  seiner  nächsten  Verwandten,  oder  aber  im  Falle  der 
Vereinigung  seiner  und  der  Thronerbin  Länder  auf  die  Garantie  der 
Seemächte  {u  verzichtend)  Auf  dieser  Grundlage  erfolgte  nicht  ohne 
neuerliche  weitläufige  Verhandlungen,  die  das  gegenseitige  Misstrauen 
erkennen  Hessen,  der  Abschluss,  Kar!  VI.  gab  seine  Einwilligung  z^ 
der  von  Robinson  gegebenen  Fassung  dieser  Artikel,  in  der  Hoffnung, 
dass  man  genügende  Vorsorge  getroffen  habe,  „wenn  man  (England 
und  Holland)  nicht  absolute  mala  ßdc  gehen   wilW^) 

Während  so  durch  beiderseitige  Nachgiebigkeit  die  erwünschte 
Einigung  in  allen  Fragen  erfolgte,  die  Englands  Beziehungen  zum  Kai- 
serhofe betrafen,  konnten  die  noch  bestehenden  Differenzen  bei  den  zu 
gleicher  Zeit  geführten  Verhandlungen  z}^'i sehen  den  Minisie rn  Karls  VL 
und  Dieden  —  dem  Vertreter  Georgs  IL  als  Kurfürsien  von  Hannover  — 
vorerst  nicht   behoben  werden.  Da  aber  der  Kaiser  drängte  und  Georg  IL 


^)  Vortrag  d.  d.  4.  Mär^  17p »  St-A. 
*}   Vortrag  d.  d.  12.  Mär:^  17 ji,  St.-A, 


173»  März  i6.  487 

alles  vermeiden  wollte,  was  den  Anschein  erwecken  konnte,  als  wolle 
er  auf  Kosten  der  Engländer  seine  deutschen  Interessen  fördern,  ent- 
schloss  sich  Robinson,  wenn  auch  erst  nach  wiederholten  vergeblichen 
Versuchen  die  Kaiserlichen  ^«r  Nachgiebigkeit  {u  bewegen,  von  der 
ihm  gewordenen  Erlaubnis  Gebrauch  {«  machen,  und  unter ^{eichnete  am 
16,  Märi  lyßi  den  Wiener  Vertrag,  die  Ordnung  der  deutschen 
Fragen  einer  späteren  Vereinbarung  überlassend^)  Dieselbe  erfolgte 
früher,  als  man  erwartet  hatte.  Am  10.  April  n.  St  übergab  der 
Kaiser  dem  kurfürstlichen  Gesandten  das  Dekret  be:{üglich  der  hanno- 
ver'' sehen  Forderungen,^)  wogegen  Die  den  dem  Kaiser  die  vom  selben 
Tage  datierte  Deklaration  Georgs  IL  überreichte,  krajt  der  dieser  auch 
^Is  Kurfürst  von  Hannover  die  Garantie  der  pragmatischen  Sanktion 
übernahm  und  sich  verpflichtete,  für  die  Annahme  derselben  auf  dem 
Reichstage  nicht  nur  jeine  Stimmen  abzugeben,  sondern  auch  in  diesem 
Sinne  bei  den  ihm  befreundeten  Fürsten  j(u  wirken.^) 


*)  Wie  schwer  ihm  dies  wurde,  beweisen  seine  an  Harrington  und  Horacc 
Willpole  gerichteten  Schreiben  aus  dieser  Zeit  Vgl,  Coxe  L  c,  IIL  p^ff» 

*)  Eim^  Ratifikation  dieses  Dekretes  und  der  gleichzeitigen  Deklaration 
Georgs  IL  erfolgte  nicht,  weil,  wie  Karl  VI.  bei  ähnliclier  Gelegenheit  den  Ge- 
neralstaaten  erklärte,  der  Kaiser  derartige  oberstrichterliche  Erklärungen  wohl 
abgeben,  aber  keine  Verträge  darüber  schliessen  könne. 

3)  Da  in  dieser  Erklärung  des  Vertrages  vom  j6.  Mär{  gedacht  wird,  sei 
sie  hier  widergegeben:  Demnach  ^wischen  seiner  KayserL  Majestät  an  einem 
und  seiner  KönigL  Map-  von  Großbritannien  am  andern  Tlieil  unterm  16,  Martii 
ly^i  ein  gewißer  Tractat  geschloßen  worden,  und  höchstgedachte  seine  KönigL 
Maß  darin  unter  andern  die  Guarantie  wegen  der  künfftigen  Succession  in  seiner 
KayserL  Map  sämtlichen  Erbkönigreichen  und  Landen  \u  leisten  versprochen 
haben;  so  dcclariren  seine  KönigL  Majestät  hiemit,  daß  Sie  sowohl  jet\tbesag- 
ten  Tractat  überhaupt,  alß  auch  insonderheit  die  darinnen  außgedruckte  Gua- 
rantie auff  Maaße  und  Weise  und  unter  eben  denen  Conditionen,  wie  in  vorer- 
wehntem  Tractat  und  deßen  Nebenarticuln  in  mehrern  angeführet  ist,  auch  alß 
Churfürst  {u  Braunschweig  und  Lüneburg  übernehmen  und  selbige  casu  eveniente 
obver  st  andener  maßen  würcklich  ;[w  praestiren  sich  verbündten  erachten.  Seine 
KönigL  Map  von  Großbritannien  versprechen  ferner,  mit  dero  votis  bey  der 
Reichsversamlung  \u  Regensburg  dahin  ^u  concurriren,  daß  erwehnte  Guarantie 
von  des  gesambten  Reichs  wegen  auff  gleiche  Weise  übernommen  werde^  wie  dann 
5e  Königl,  Maj^  alle  diensahme  gute  officia  bey  dero  Reichs- Mitständen,  mit 
welchen  Sie  in  gutem  Vernehmen  stehen,  dahin  anwenden  wollen,  daß  selbige  ;{W 
gleichmäßigen  Setitimentcn  bewogen  werden  mögen,  Uhrkundlich  seiner  KönigL 
Maj^  eigenhändigen  Unterschrifft  und  nebengedrückten  Insiegels,  St  James  den 
ßo,  Martiijio,  April  Anno  17^1* 

George  R, 


488  !73«  MUrz  i6. 

Der   8.  Artikel  des   Bündnisses   vom    i6,    Mär^    verfugte  ^    dass 
alle  von    einem   der  Kontrahenten    längstens  6  Monate   nach    erfolgter 
Ratifikation  genannten   Mächte   hei  allgemeiner   Zustimmung    in    diese 
Vereinbarung   eingeschlossen  werden    sollten.     Die  Form,    in  der  diese 
Aufnahme   erfolgen   sollte,    war    nicht   näher   bestimmt   worden,      An- 
fang  August    lyßi    trat   nun    der    kaiserliche    Gesandte    in    London, 
Graf  Kinsky ,    an   die   englischen    Minister   mit  einem    Access ionser- 
suchen    heran.     Es   handelte   sich    dem     Wiener   Hofe   dabei  in  erster 
Linie   um    Ru%sland   und   Preussen,    doch    wurden,    schon    im    Hin- 
blicke  auf  England,   auch  Dänemark   und  Schweden  für   den    Beitritt 
vorgeschlagen.     Die  englische  Regierung  betonte  in    ihrer  Antwort  die 
Schwierigkeit  der  Sache,  bezeichnete  insbesondere  die  Aufnahme  Prcus-- 
sens  als  bedenklich,  entschloss  sich  aber  doch  ein  in  allgemeinen  Aus- 
drücken  abgefasstes  Accessionsprojekt  dem    kaiserlichen  Gesandten    ^u 
überreichen,^)  Als  dieser  aber,  den  ihm  lugekommenen  Weisungen  ent- 
sprechend,  j^um  Abschlüsse   drängte,    erhob  Georg  IL   neue  Einwände, 
die  deutlich  geigten,  dass  er  das  im  August  gegebene  Versprechen  flicht 
erfüllen  wollte.     Je  zurückhaltender  aber  die  Engländer  wurden,  desto 
eifriger  der  Wiener  Hof    In  einer  Weisung  vom   i6,  Nov,   ly^i  wurde 
Kinsky  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  das  Vorgehen  Englands  beim 
Abschlüsse  eines  Freundschaftsvertrages  mit  dem  Österreich  feindlichen 
sächsischen  Fürsten,  und  die  Versuche  Georgs  II ,  den  schwedischen  König 
in  dessen  Eigenschaft  als  Landgraf  von  Hessen-Kassel  :{um  Beitritte  ^n 
diesem  Sonderbündnisse  {u  bewegen,  dem  Kaiser  dir  Übcr{eugung  aufge- 
nötigt hätten,  dass  die  Durchführung   der  geplanten  Accession    einiger 
Mächte  ^iim  Bündnisse  vom  i6.Mär^  J/ji  dringend  geboten  sei.  Matt  be- 
tonte, dass  man  bereit  sei,  dem  Dänenkönige  den  Besit^  von  Schleswig  ^u 
garanfiren  und  dafür  Russlands  Zustimmung  j(u  gewinnen,  falls  durch 
Englands   Vermitfelung   der    Holsteiner   eine    entsprechende    Entschädi- 
gung erlangen  sollte ;  man  \eigic  Geneigtheit,  die  mit  Schweden  herr- 
schenden Konflikte  unter  Mitwirkung  Englands  {ii  beseitigen  und  sprach 
sich  für  die  Aufnahme  der  beiden  nordischen  Mächte  in  das  Bündnis  vom 
i6.  Märi  aus,  forderte  aber  dafür  die  Zustimmung  Englands  {ur  Ac- 
cession  Russlands  und  Preussens,  2)   /;/  gleicher  Weise  wurde  auch  Ro- 
binson angegangen  und  ihm  gegenüber  darauf  hingewiesen,  dass  auch  Eng- 
lands Interresse  schwer  geschädigt  werden  würde,  falls  diese  beiden  letzteren 
Mächte,  vom  Kaiser  und  von  England  zurückgewiesen,  sich  der  Gegenpartei 


')  Bericht  Kinsky  s  d,  d.  i^.  August  ij^i.  St.-A. 
*)  Weisung  an  Kinsky  d.  d.  i6,  Nov.  lyßJ.  St.-A, 


173«  MUrz  16.  489 

—  Frankreich  und  Polen  —  anschliessen  sollten.  Allein  auch  jet:{t 
{eigten  weder  die  englischen  Minister  noch  Robinson  besondere  Geneigt- 
heit ^  des  Kaisers  Wünschen  ^//  entsprechen.  Man  hob  in  London  neuer- 
dings die  Schwierigkeit  hervor ^  Preussens  Besit^  {u  garantieren,^)  wäh- 
rend Robinson  behauptete,  Russland  lege  auf  Eyiglands  Garantie  keinen 
besonderen  Wert.^)  Diese  let:(tere  Ansicht  ^u  widerlegen,  wurde  dem 
Wiener  Hofe  nicht  schwer ;  der  in  Wien  weilende  russische  Gesandte 
fand  sich  bereit,  Robinson  über  den  Irrtum  aufzuklären,  in  dem  er 
sich  befand,  oder  ^u  befinden  vorgab.  Aber  auch  der  Angst  Georgs  IL 
vor  j^u  weitgehenden  Verpflichtungen  bei  der  Ausarbeitung  eines  neuen 
Accessionsprojektes^)  trug  die  Wiener  Regierung  Rechnung,  Immerhin 
enthielt  dasselbe  die  Bestimmung,  dass  die  Herrscher  Schwedens,  Däne- 
marks, Russlands,  Preussens  und  Holsteins  mit  allen  Ländern,  die  sie 
in  Europa  besassen,  in  den  Vertrag  eingeschlossen  sein,  Österreich  und 
England  aber  sich  überdies  verpflichten  sollten,  die  nordischen  Ange- 
legenheiten {u  ordnen.  Als  Kinsky  diesen  neuen  Entwurf  des  Acces- 
sionsartikels in  London  vorlegte,  erklärten  Georg  IL  und  seine  Minister, 


')  Berichte  Kinsky' s  vom  Nov.^und  De^,  1731,  St-A. 

*)  Weisung  an  Kinsky  d,  d,  16,  Nov.  lyji  St-A,  und  Berichte  Robinsons 
vom  Nov,  und  De{,  17 ji,  R.  O. 

■)  Das  kaiserliche  Projekt  wurde  Anfang  Januar  17^2  nach  England  ge- 
schickt. Vgl,  Weisung  an  Kinsky  d.  d,  a.  Jan,  17^2,  St-A,  Dasselbe  lautet: 
Cum  articulo  octavo  tractatus  die  decima  sexta  Martii  praesentis  anni  inter  sa- 
cram  C*«"»  catholicam  A/"»»  et  aacram  regiam  M^****  Magnae-Britanniae  Viennae 
Austriac  conclnsi  disposituni  sit,  includendos  huic  ipsi  tr  acta  tut  omncs  illos  esse, 
qui  post  pernmtationem  tabularum  ratiliabitionis  intra  sex  menses  ab  una  vel 
altera  parte  ex  communi  consensu  nominabuntur,  variis  autem  de  causis  solennis 
includendorum  denominitio  dilata  hucusque  fuerit;  hinc  est,  quod  nos  infrascripti 
altefafarum  M'«"»  suarum  ministri  pienipotentiarü  praesenti  instrumento  nomine 
earundem  declaramus,  pro  inclusis  ac  comprehensis  sub  antedicto  tractatu  ha- 
ben Jos  esse  Ser"***»*  ac  Po^w«»«  principem  \ :  inserantur  hie  rex  Daniae,  rex  Sueciae, 
autocratrix  tot  ins  Russiae,  rex  Borussia  Cf  dux  HoUatiae  observando  alternativam 
inter  quatuor  priores:]  cum  omnibus  regnis,  prooinciis  ac  terris,  quas  unusquis- 
que  eorundem  in  Europa  actu  possid-t,  ita  ut  omnes  et  singuli  ex  hucusque  no- 
minatis  principibus  omni  beneficio,  plrna  securitate  cunctisque  saepedicti  tractatus 
commodis  liaud  secus  frui  possint  et  debeant  acsi  ipsimd  tractatui  nominatim 
forent  inserti,  Atquc  ut  septentrionis  quies  eo  magis  firme tur,  sintul  mutuo  spon- 
demits  ac  promiitimus,  altefatas  M*^*  suas  eo  communi  consilio  ac  Opera  alla- 
boraturas  esse,  quo  controversiae  seu  iam  enatae  seu  in  posterum  inter  quoslibei 
ex  antememoratis  principibus  enascendae  amice  et  aequa  ratione  quam  primum 
dirimantur,  Interea  vcro  nemo  ex  iis,  quorum  res  in  controvervia  sunt,  pro  iis 
vindicandis  vi  uti  possit  atque  hostilitatcs,  si  quae  praeter  spem  exsurgerent^ 
quantocYus  sopiantur.     In  quorum  etc. 


^00  173'  März  i6. 

eine  so  weitgehende  Garantie  nicht  j^ulassen  {ti  können.  Georg  IL  ver^ 
wies  auf  seine  in  Wien  und  in  Petersburg  abgegebenen  Erklärungen 
und  forderte  vom  Kaiser  die  Billigung  der  von  den  englischen  Mini- 
stem vorgenommenen  Änderungen  an  dem  kaiserlichen  Entwürfe.  Die- 
selben bestanden  darin,  dass  die  vom  Kaiser  bezüglich  der  Beilegung 
der  nordischen  Konflikte  gewünschte  Klausel  yyinterea  vero  nemo  ex  iis, 
quorum  res  in  controversia  sunt,  pro  iis  vindicandis  vi  uti  possit  aique 
hostilitates y  si  quae  praeter  spem  exsnrgerenf,  quantocius  sopiantur^^  ge- 
strichen,  dagegen  der  Garantieverpflichtung  die  Worte  hin:{ugefugi 
werden  sollten,  y^ea  tamen  mente,  ut  partes  principales  contrahentes  ad 
guarantiam  suam  principibus  inclusis  eornmque  regnis,  provinciis  ac 
terris  ullo  modo  praestandam  vi  huius  instrumenti  teneri  haudquaquam 
censeantur/^^) 

Man  erkannte  am  Wiener  Hofe  sofort,  dass  die  von  England  vor- 
geschlagene Form  eher  als  Beweis  der  Feindschaft  als  der  Freundschaft 
für  die  in  den  Vertrag  auf^^unehmenden  Mächte  gelten  musste  ;  erhielt  aber 
auf  alle  Einwendungen  von  Robinson  die  Antwort,  sein  Herr  seifest  ent- 
schlossen neue  Garantien  nicht  mehr  ^u  übernehmen.  Des  Kaisers  Ver- 
bündete hdtteti  sich  um  so  weniger  {u  beschweren,  da  England  auch  für 
seine  Alliierten  nicht  mehr  fordere,  als  er  jeyien  gewähren  wolle  ;  übri- 


*)  Weisung  an  Robinson  d,  d,  i,  Februar  1732,  R.  O,  und  Weisung  an 
Kinsky  d,  d,  16,  Mär\  17^2,  St.-A.  Die  dem  Berichte  Kinsky's  d.  d.  17^2  Fe- 
bruar 12  beiliegende  Kopie  des  englischen  Entwurfes  lautet:  Cum  articulo  octavo 
tractatus  j6^<^  Martii  praesentis  anni  intcr  sacrani  C^<"»  catholicam  M^"*  et  sa- 
cram  regiam  M^^^  Magnae-Britanniae  Viennae  Austriae  conclusi  dispositum  sit, 
includendos  huic  ipsi  tractatui  omnes  illos  esse^  qui  post  permutationem  tabu- 
larum  ratihabitionis  intra  sex  menses  ab  una  vel  altera  parte  ex  communi  con- 
sensu  nominabuntur,  variis  autem  de  causis  solennis  ineludenJorum  Jenominatio 
hucusque  Jilata  fuerit;  hinc  est,  quod  nos  infrascripti  altefatarum  A/'»*"»  suarum 
ministri  plenipotentiarii  praescnti  instrumenta  nomine  earundem  declaramus,  pro 
inclusis  ac  comprehensis  sub  antedicto  tractatu  habendos  esse  Ser'^o^  ac  Pot'**^*  prin- 

cipes  et  dominos cum  omnibus  regnis,  provintiis  ac  terris,  quas  unusquisque 

eorundem  in  Europa  actu  possidet,  ita  ut  omnes  et  singuli  ex  hucusque  nominatis 
principibus  omni  beneßcio,  plena  secui  itate  cunctisque  saepedicti  tractatus  commodis 
haud  secus  frui  possint  ac  debeant  acsi  ipsimet  tractatui  nominatim  forcnt  in- 
serti;  ea  tamen  mente,  ut  partes  principales  contrahentes  ad  guarantiam  suam 
principibus  inclusis  eorumve  regnis,  provin  iis  ac  terris  ullo  modo  praestandam 
vi  huius  instrumenti  tenrri  haudquaquam  censeantur,  Atque  ut  septemtrionis 
quies  eo  magis  firmetur,  simul  mutuo  spondemus  ac  promittimus,  altefatas  M*** 
suas  eo  communi  consilio  ac  opera  allaboraturas  esse,  quo  controversiae  sive  iam 
enatae  seu  in  posterum  inter  quoslibet  ex  antememoratis  principibus  enasciturae 
amicc  et  aequa  ratione  quam  primum  dirimantur.    In  quorum  ctc^ 


173'  M^rz  16.  4^1 

gens  habe  die  C{arin  neuerdings  erklärt,  mit  einer  derartigen  Ausse^ 
rnng  {ufrieden  ^u  sein;  dem  Könige  von  Preiissen  aber  Zeichen  einer 
engeren  Freundschaft  ^u  geben,  könne  seinem  Herrn  nicht  {tigemutet 
werden.  ^)  Vergebens  war  es,  dass  die  kaiserlichen  Minister  darauf  hin- 
wiesen, dass  es  sich  um  die  Leistung  einer  Garantie  gar  nicht  handeln 
könne,  da  eine  solche  „aus  einem  blossen  Inclusionsakt  de  sui  natura 
nicht  fliessf* ,  vergebens  auch,  dass  sie  nachwiesen,  dass  die  von  Ro- 
binson beanständeten  Schlussworte  dem  6.  Artikel  des  Vertrages  vom 
16,  Märj(  lyji  und  dem  4,  der  Präliminarien  vom  ji.  Mai  iy2y  ent- 
nommen seien.  Robinson  fand  gerade  in  dieser  Tatsache  einen  neuen 
Beweis  für  die  Überflüssigkeit  der  vom  Kaiser  geforderten  Erklärung, 
betonte^  dass  die  in  dem  Vertrage  gebrauchten  Worte  „quod  plena  se- 
curiiate  principes  inclusi  gaudere  debeanf^  hinreichend  seien,  und  sprach 
die  Befürchtung  aus,  dass  die  Hin:{ufügüng  der  von  Karl  VI,  vorge- 
schlagenen Klausel  den  Schein  erwecken  könnte,  als  habe  sich  England 
in  eine  förmliche  Garantie  eingelassen.^)  Das  Ergebnis  neuer  lange 
dauernder  Verhandlungen  war,  dass  die  kaiserlichen  Minister  im  Ein- 
verständnisse mit  Robinson  ein  neues  Projekt  verfassten,  das  die  vom 
Kaiser  geforderte  Klausel  „interea  vero  nemo  ex  iis,  quorum  res  in 
controversia  sunt,  pro  iis  vindicandis  vi  uti  possit  atque  hostilitates,  si 
quae  praeter  spem  exsurgerent,  quantocius  sopiantur^' ,  aber  auch  den  von 
England  verlangten  Zusat^  enthalten  sollte,  nach  dem  die  Garanten  den 
eingeschlossenen  Mächten  „non  nisi  ad  illud  praestandum  teneantur^  quod 
natura  amicae  eiusmodi  inclusionis  ex  recepto  inter  gentes  more  secum- 
fertj^  Allein  auch  in  dieser  Fassung  schien  den  Engländern  jet^t  das 
kaiserliche  Projekt  {u  gefährlich,  und  da  auch  die  Niederländer  von 
der  Ausfertigung  einer  derartigen  Accessionserklärung  nichts  wissen 
wollten,^)  blieben  die  Bemühungen  des  Kaisers  und  seiner  Vertreter 
ohne  Erfolg. 

In  nomine  sanctissimae  ac  individuae  trinitatis  amen. 

Notum  Sit  Omnibus  ac  singulis  quorum  interest  aut  quo- 
modocunque  interesse  potest. 

Postquam  Ser™"^  et  Pot'""^  princeps  et  dominus  Carolus 
sextus  Romanorum  imperator,  Hispaniarum,  utriusque  Siciliae, 


*)  Weisung  an  Kinsky  d.  d.  16.  Mär\  17 ^a.  St-A.  und  Bericht  Robinsons 
d.  d.  II.  Mär\  17^2.  R.  O. 

*)   Weisung  an  Kinsky  d.  d.  17.  Mär\  17^2.  St.-A. 
^)  Weisung  an  Robinson  d.  d.  j8.  April  17^2.  R.  O. 


Hungariae  et  Bohemiae  rex,  archidux  Austriae  etc.,  tum  Ser"'" 
ac  Pot'»'>s  princeps  ac  dominus  Georgius  secundus,  Magnae-Bri- 
tanniae,  Franciae  et  Hyberniae  rex,  nee  non  celsi  et  potentes 
domini  Status  generales  unitarum  foederati  Belgii  provinciarum 
considerato  incerto  turbidoque  rerum,  qui  nunc  est  in  Europa, 
statu  mature  perpenderunt  media,  quibus  non  modo  mala  ex 
gliscentibus  in  dies  magis  magisque  simultatibus  iamiam  enip- 
tura  anteverterentur,  sed  et  publica  tranquillitas  modo  quantum 
fieri  potest  stabili  ac  perennaturo  facilique  una  ac  prompta  ra- 
tione  firmaretur,  praefatae  suae  M*«^  ac  praefati  ordines  ge- 
nerales propenso  penitus  studio  ducti  opus  tam  salutare  promo- 
vendi  perficiendique  e  re  esse  iudicaverunt,  de  certis  quibusdam 
conditionibus  generalibus  inter  se  convenire,   quae  basis   loco 
inservirent,^)  iuxta  quam  dissentientium  praecipuorum  in  Europa 
principum  animi  conciliandi  et  controversiae,  quae  inter  eosdem 
non  absque  publicae  tranquillitatis  periculo  quam  maxime  iam 
vigent,  componendae  forent.^)    Hunc  itaque  in  fmem  sacra  sua 
O*  et  catholica  M^^  celsissimum  principem  ac  dominum  Eu- 
genium  Sabaudiae  et  Pedemontium  principem,  altefatae  suae  M*^* 
O^®  catholicae  consiliarium  actualem  intimum,  consilii  aulico 
bellici  praesidem  suumque  locumtenentem  generalem,  sacri  Ro- 
mani  imperii  campi  mareschallum  ac  eiusdem  regnorum  ac  sta- 
tuum  per  Italiam  vicarium  generalem  et  unius  desultoriorum 
legionis  praefectum,  aurei  velleris  equitem,  nee  non  illustrissi- 
mum  et  excellentissimum  dominum  Philippum  Ludovicum  sacri 
Romani  imperii  thesaurarium  haereditarium,  comitem  a  Sinzen- 
dorff,  liberum  baronem   in  Ernstbrunn,   dominum   dynastiarum 
Gföll,  superioris  Selowiz,  Porliz,  Sabor,  Mülzig,  Loos,  Zaan  et 
Droskau,   burggravium  in   Reineck,    supremum  haereditarium 
scutiferum  ac  praecisorcm  in  superiori  et  inferiori  Austria   ad 
Anasum,  aurei  velleris  equitem,  sacrae  O^^  catholicae  M^^^  ca- 
merarium,  actualem  consiliarium  intimum  ae  primum  aulae  can- 
eellarium,  ae  illustrissimum  et  excellentissimum  dominum  Gun- 
daecarum  Thomam  sacri  Romani  imperii  comitem  de  Starhen- 
berg,  in  Schaumburg  et  Waxenberg,  dominum  ditionum  Eschel- 

')  Die'  Worte  quae  bis  inservirent  warcu  auf  Wunsch  des  Kaisers  beige- 
fügt worden. 

*)  Österreich  hatte  eine  eticas  deutlichere  Fassung  gewiin'icht ;  insbesondere 
im  Hinblicke  auf  seine  Alliierten  ;  war  aber  davon  abgestanden,  als  England  auf 
dieser  Fassung  bestand. 


1^31  MUrz  lö.  ^g^ 

berg,  Liechtenhaag,  Rottenegg,  Freystatt,  Haus,  Oberwalsee, 
Senfiftenberg,  Bodendorff,  Hatwan,  aurei  velleris  equitem,  sacrae 
O*®  catholicae  M*»^  consiliarium  intimum  actualem,  arcbiduca- 
tus  Austriae  superioiis  et  inferioris  mareschallum  baereditarium ; 
Sacra  vero  regia  M^^  britannica  dominum  Thomam  Robinson, 
armigerum,  in  comitiis  parlamenti  Magnae-Britanniae  senatorem 
et  ministrum  suum  apud  praedictam  M*®™  suam  C®*™  et  catho- 
licam,  tum  celsi  et  potentes  status  unitarum  foederati  Belgii 
provinciarum  ....  plena  potestate  muniverunt,  qui  coUatis  inter 
se  consiliis  et  commutatis  prius  plenipotentiarum  tabulis  in  se- 
quentes  articulos  et  conditiones  convenerunt 

I. 

Sit  maneatque  inter  sacram  O*™  catholicam  M*«"*,  sacram 
regiam  M*«™  Magnae-Britanniae')  ac  utriusque  heredes  et  suc- 
cessores  nee  non  celsos  et  potentes  dominos  status  generales 
foederati  Belgii  firma,  sincera  et  inviolabilis  amicitia  pro  mutuis 
commodis  provinciarum  ac  subditorum  ad  unumquemque  ex 
principibus  contrahentibus  spectantium  ita  stabilita,  ut  singuli 
contrahentes  ditiones  et  subditos  aliorum  tueri  nee  non  pacem 
manutenere  atque  reliquorum  contrahentium  commoda  ceu  sua 
promovere,  damna  vero  et  iniurias  cuiuscunque  generis  prae- 
venire  et  avertere  teneantur,  idque  iuxta  tenorem  praecedentium 
pacis,  amicitiae  ac  foederis  tractatuum  ac  conventionum,  qui 
omnes  et  singuli  tractatus  et  conventiones  exceptis  solummodo 
iis  articulis,  clausulis  aut  conditionibus,  quibus  per  praesentem 
tractatum  derogare  e  re  visum  est,  plenum  suum  in  Omnibus 
ac  per  omnia  robur  ac  vim  obtineant,  censeanturque  vigore 
praesentis  tractatus  renovati  ac  confirmati.  Atque  insuper  par- 
tes contrahentes  ad  mutuam  tuitionem  seu  uti  vocant  guaran- 
tiam  omnium  regnorum,  ditionum  ac  terrarum  ab  unaquaque 
earundem  possessaiiim,  tum  etiam  iurium  ac  immunitatum,  qui- 
bus unaquaeque  gaudet  aut  gaudere  debet,^)  disertim  sese  vigore 
huius  articuli   obstrinxerunt;  ita  quidem,  ut  mutuo  declararint 


*)  Österreich  wollte  hier  auch  die  Qualifikation  Georgs  IL  als  Herzog 
von  Braunschweig-Lüneburg  und  Kurßirst  des  Reiches  einschalten,  stand  jedoch 
davon  ab,  als  Hngland  es  nicht  wollte, 

*)  Die  Worte  von  terrarum  bis  gaudere  debet  wurden  österreichischerseits 
auf  das  Verlangen  der  Engländer  hin,  die  dadurch  einen  Schut\  ihrer  Handels- 
Privilegien  bezweckten,  zugestanden.     Vortrag  d,  d.  4,  Mär\  z/?/  St-A, 


^^4  ^73'  M^rz  i6. 

ac  sibimet  invicem  spoponderint,  quod  omnibus  viribus  sese 
sint  oppositurae  conatibus  omnium  ac  singulorum,  qui  forsan 
praeter  spem  vel  uUum  ex  contrahentibus  vel  eorundem  suc- 
cessores  ac  haeredes  in  quieta  possessione  iUorum  regnorum, 
ditionum,  provinciarum,  terrarum,  iurium  aut  immunitatum  tur- 
bare  vellent,  quibus  unaquaeque  contrahentium  pars  tempore 
conclusi  praesentis  tractatus  gaudet  vel  gaudere  deberet 

n. 

Quandoquidem  nomine  sacrae  O*®  catholicae  M*>"  saepius 
expositum  fuit,  haud  diu  publicam  tranquillitatem  vigere  ac  con- 
stare  nee  securam  pro  conservando  duraturo  in  Europa  aequi- 
librio  rationem  excogitari  posse,  nisi  sibi  generalis  tuitio,  sponsio 
ac  evictio  seu  uti  vulgo  vocant  guarantia  illius  succedendi  or- 
dinis  praestetur,  qui  iuxta  declarationem  anno  millesimo  sep- 
tingentesimo  decimo  tertio  emanatam  in  serenissima  domo  au- 
striaca obtinet;  sacra  regia  M**«  britannica  et  celsi  ac  potentes 
ordines  generales  unitarum  foederati  Belgii  provinciarum  tam 
eo  studio  ducti,  quo  in  tranquillitatem  publicam  tuendam  et 
aequilibrium  in  Europa  conservandum  feruntur,  quam  intuitu 
conditionum,  quae  utrique  huic  scopo  maxime  inservientes  in 
subsequentibus  articulis  dispositae  reperiuntur,^)  vigore  prae- 
sentis articuli  guarantiam  mododicti  succedendi  ordinis  genera- 
lem  in  se  suscipiunt  ac  quoties  opus  fuerit  contra  quoscunque 
praestandam  spondent,  promittentes  proinde  quo  fieri  potest 
meliore  ac  firmiore  modo,  quod  omnibus  viribus  suis  tueri, 
manutenere  ac  uti  vocant  guarantigiare  velint  ac  debeant  contra 
quoscunque  quoties  opus  fuerit  illum  succedendi  ordinem,  quem 
sua  M**^  O^  in  forma  perpetui,  indivisibilis  ac  inseparabilis  fidei- 
commissi  primogenitura  affecti  pro  universis  suae  M*'^  utriusque 
sexus  heredibus  instrumento  solenni  die  decima  nona  Aprilis 
anno  millesimo  septingentesimo  decimo  tertio,  prouti  huius  instru- 
menti  copia  ad  fmem  tractatus  adiuncta  reperitur,^)  declaravit  et 
stabilivit,  quique  subinde  ab  ordinibus  et  statibus  universorum  re- 
gnorum, archiducatuum,  ducatuum,  principatuum,  provinciarum 
ac  ditionum  ad  serenissimam  domum  austriacam  iure  haereditario 


')  Die  Worte  quam   intuitu   bis  reperiuntur  wurden  auf  die   Forderung 
des  englischen  Gesandten  hin  von  den  kaiserlichen  Ministern  \ugestanden. 
*)   ^gi'  ^^"  Abdruck  weiter  unten  p.  4^9  ff- 


173 1  ^^'*2  >6-  495 

spectantium  communi  omnium  voto  susceptus  ac  grato  submisso- 
que  animo  agnitus  atque  in  vim  legis  sanctionisque  pragmaticae 
perpetuo  valiturae  in  publica  monumenta  relatus  fuit  Et  quem- 
admodum  iuxta  hanc  succedendi  normam  et  ordinem  eum  in 
casum,  ubi  annuente  divina  misericordia  mascula  proles  a  sua 
y[te  Qeo.  catholica  descendens  extabit,  primogenitus  filiorum  suo- 
rum  aut  hoc  praemortuo  huius  primogeniti  primogenitus,  nulla 
autem  de  sua  O*  catholica  M*®  prole  masculina  extante,  pri- 
mogenita  filiarum  suarum  serenissimarum  Austriae  archiducum, 
ordine  ac  iure  primogeniturae  indivisibilis  nunquam  non  obser- 
vato,  succedere  eidem  debet  in  Omnibus  regnis,  provinciis  ac  di- 
tionibus,  quas  actu  sua  O*  M**«  possidet  absque  eo,  quod  unquam 
seu  favore  illorum  aut  illarum,  qui  vel  quae  de  secunda,  tertia,  aut 
ulteriore  Unea  aut  gradu  sunt,  aut  alias  quacunque  dem  um  de  causa 
divisioni  ulli  aut  separationi  locus  sit,  hoc  ipso  quoque  ordine  aut 
iure  primogeniturae  indivisibilis  in  omnibus  reliquis  casibus  pari- 
ter  obtinente  ac  perpetuis  in  omne  aevum  temporibus  obser- 
vando,  qui  vel  in  linea  masculina  suae  C®*«  M*^^  si  divinum  numen 
mascula  prole  eandem  bearet,  vel  extincta  linea  masculina  in 
linea  eiusdem  foeminina  evenire,  vel  denique  alias,  quoties  de 
successione  in  regna,  provincias  ac  ditiones  haereditarias  sere- 
nissimae  domus  austriacae  quaestio  enasceretur,  obtingere  pos- 
sent.  Ita  sua  sacra  regia  britannica  M**«  et  celsi  ac  praepoten- 
tes  domini  Status  generales  foederati  Belgii  promittunt  ac  sese 
obstringunt,  quod  illum  vel  illam,  qui  vel  quae  iuxta  normam 
et  ordinem  hactenus  recensitum  in  regna,  provincias  ac  ditiones, 
quas  sua  M**^  O*  actu  possidet,  succedere  debet,  in  iisdem  ma- 
nutenere  ac  contra  quoscunque,  qui  forsan  turbare  hanc  posses- 
sionem  ullatenus  praesumerent,  perpetuo  tutari  vehnt  ac  tene- 
antur. 

m. 

Cumque  sacrae  O*®  catholicae  M**  nomine  sacrae  regiae 
M*»»  britannicae  et  celsorum  ac  potentium  ordinum  generalium 
foederati  Belgii  amicissimis  verbis  expositum  saepius  fuerit,  non 
esse  certius  medium  exoptatam  tarn  diu  publicam  tranquillita- 
tem  quo  fieri  potest  promptiore  modo  stabiliendi,  quam  si  per 
immediatam  introductionem  sex  millium  Hispanorum  militum 
in  munita  Hetruriae,  Parmae  et  Placentiae  loca  destinata  sere- 
nissimo  infanti  Don  Carlos  in  mododictos  ducatus   successio 


496  «73«  W^rz  lö. 

magis  adhuc  firmetur;i)  praefata  sua  M*^»  O*  catholica,  quo  et 
ipsa  pacifica  suae  M*»*  britannicae  et  celsorum  ac  potentium  or- 
dinum  generalium  foederati  Belgii  consilia  ac  vota  promoveret, 
sua  ex  parte  nuUa  prorsus  ratione  obsistet  praedictorum  sex 
millium  Hispanorum  militum  pacatae  introductioni  in  munita 
Hetruriae,  Parmae  et  Placentiae  ducatuum  loca  iuxta  sponsiones 
a  dicta  sua  M*®  britannica  atque  ordinibus  generalibus  desuper 
initas.*)  Cum  vero  hunc  in  finem  sua  M^^  C^  catholica  im- 
perii  quoque  consensum  necessarium  censeat,  simul  eadem 
promittit,  quod  omnem  operam  adhibere  velit,  quo  consensus 
iste  intra  duorum  mensium  spatium  aut  citius  si  fieri  poterit 
obtineatur.  Atque  ut  promptius  obviam  eatur  malis  publicae 
quieti  imminentibus,  spondet  praeterea  sua  M**«  O*  catholica, 
quod  statim  post  commutatas  invicem  ratihabitionum  tabulas 
consensum  a  se  qua  imperii  capite  praefatae  pacatae  introduc- 
tioni praebitum  tum  magni  Hetruriae  ducis  tum  Parmensi  mi- 
nistro  in  aula  sua  commorantibus  alibive,  ubi  conveniens  visum 
fuerit,  notum  factura  sit.^)  Nee  minus  saepefata  sua  M*^*  C** 
catholica  promittit  ac  spondet,  tam  longe  a  se  abesse  mentem 
vel  directe  vel  indirecte  admissioni  praesidiarii  Hispani  militis 
in  antedicta  loca  impedimentum  ullum  suscitandi  aut  aflferendi, 
ut  potius  officia  et  auctoritatem  suam  interpositura  sit,  quo 
enascente  praeter  spem  obstaculo  aut  contradictione  quicquid 
antememoratae  admissioni  obesse  potest  amoveatur  atque  adeo 
sex  millia  Hispanorum  militum  tranquille  et  sine  mora  in  mu- 
nita magni  Hetruriae  ducatus  tum  Parmae  Placentiaeque  duca- 
tuum loca  quo  antea  dictum  est  modo  introduci  queant.*) 


')  Urspriniglich  hatten  die  Seemächte  gewünscht ,  Jass  die  Einwilligung 
in  die  spanischen  Besatzungen  als  Reconipens  für  die  Garantie  der  österrei- 
chischen Successionsordnung  bezeichnet  werde,  standen  aber  auf  eindringliches 
Bitten  der  kaiserlichen  Räte  davon  ab  und  begnügten  sich  mit  der  im  Texte 
angegebenen  Form, 

*)  Auf  wiederholtes  hartnäckiges  Begehren  der  kaiserlichen  Gesandten,  die 
von  Karl  VI,  besondere  Vorschrift  erhalten  hatten,  wurde  hier  die  von  den  See- 
mächten ursprünglich  geforderte  direkte  Bezeichnung  der  {u  Sevilla  am  p.  und 
12.  Nov,  i/2()  unterzeichneten   Verträge  ausgelassen. 

3)  Dieser  Zusatz  wurde  von  England  f^e fordert  und  vom  Kaiser  concedirt. 

*)  Die  Kaiserlischen  hatten  ursprünglich  hier  gefordert,  dass  der  Qua- 
drupelallianz  gedacht  und  die  Zulassung  der  spanischen  Garnisonen  von  dem 
Beitritt  Spaniens  :znr  Pazißkation  abhängig  gemacht  werdtm  sollte.  Nach  langen 
Beratungen   standen  sie  gegen    anderweitige  Zusicherungen  Robinsons   davon  ab. 


173'  März  i6.  40*? 

IV. 

Sint  proinde  maneantquc  articuli,  de  quibus  irrevocabili 
partium  contrahentium  consensu  hoc  modo  conventum  est,  ita 
firmiter  et  reciproce  stabiliti  penitiisque  decisi,  ut  neque  in  iis 
quae  absque  mora  et  statim  post  ratihabitionum  tabulas  invi- 
cem  commutatas  effectui  danda  sunt,  neque  in  iis  quae  in  omne 
aevum  inconcussa  permanere  debent,  partibus  contrahentibus 
Ulla  in  re  recedere  ab  iisdem  liceat. 

V. 

Cum  pro  assequendo  scopo,  quem  partes  praesentem  trac- 
tatum  contrahentes  attingere  intendunt,  necessarium  visum  sit, 
ut  cuncta  dissidiorum  ac  dissensionum  semina  radicitus  evellan- 
tur  atque  adeo  pristinus  ille  amicitiae  nexus,  qui  modo  memo- 
ratas  partes  contrahentes  invicem  ligaverat,  non  tantum  reno- 
vetur  sed  et  in  dies  arctius  stringatur;  hinc  est,  quod  M**»  sua 
C®^  catholica  promittit  ac  sese  vigore  praesentis  articuli  ob- 
stringit,  quod  cessare  illico  penitus  et  in  perpetuum  debeat 
omne  ex  Belgio  austriaco  ac  ex  aliis  ditionibus,  quae  tempore 
Caroli  secundi  Hispaniarum  regis  catholici  sub  Hispana  domi- 
natione  erant,^  in  Indias  orientales  commercium  et  navigatio, 
et  quod  bona  fide  effectui  sit  datura,  ne  vel  Ostendana  societas 
vel  quivis  alius  seu  in  Belgio  austriaco  seu  in  ditionibus,  quae 
uti  dictum  est  tempore  Caroli  secundi  regis  quondam  catholici 
sub  Hispana  dominatione  erant,  existens  huic  in  perpetuum  sta- 
bilitae  normae  flirecte  vel  indirecte  unquam  contraveniat,  dua- 
bus  tantum  navibus  exceptis,^)  quae  non  nisi  unica  adhuc  vice 
ex  Ostendano  portu  cursum  suum  in  Indias  orientales  dirigere 
et  inde  Ostendam  mercibus  onustae  revertere  ibidemque  pro 
lubitu  asportatas  ex  Indiis  merces  venales  exponere  poterunt. 
Et  sua  regia  M*^^  Magnae-Britanniae  celsique  ac  potentes  Status 
generales  foederati  Belgii  sua  quoque  ex  parte  promittunt  sese- 
que  obstringunt,  quod  nuUa  interposita  mora  super  commercio 
et  modo  vectigalium,  vulgo  Tariff  nuncupato,  novum  tractatum, 


')  Die  Aufnahme  dieser  Bestimmung  bedeutete  ein  Entgegenkommen  des 
Kaisers,  der  sich  lange  geweigert  hatte,  ausser  Belgien  auch  die  andern  einst 
^u  Spanien  gehörigen  Länder  seines  Besitzes  vom  ostindischen  Handel  aus\U' 
seh  Hessen. 

')  Diese  Konzession  erfolgte  als  Recompens  für  den  Ausschluss  aller  ehe- 
mals ^u  Spanien  gehörigen  Länder  vom  Handel  nach  Ostindien, 

Osten  eicliisch-englisclic  Staatsverträge.  Bd.  I.  32 


498  73«  Mürz  16. 

in  quantum  ad  Belgium  austriacum  attinet,  ad  mentem  articuli 
vigesimi  sexti  tractatus,  cui  a  limitibus  nomen  inditum  fuit,  vulgo 
Barriere,  cum  sua  sacra  C«*  catholica  M^  inire  velint.  Quem 
quidem  in  finem  nominandi  statim  erunt  a  partibus  contrahen- 
tibus  commissarii,  qui  intra  spatium  duorum  mensium  a  die  sub- 
scripti  tractatus  computandum  Antverpiae  sese  congregare  ac 
tum  super  iis,  quae  plenariam  executionem  antememorati  trac- 
tatus, cui  a  limitibus  nomen  inditum  quique  Antverpiae  die 
6.i)/i5.  Novembris  anno  17 15  conclusus  fuit,  tum  conventionis 
posterioris  Hagae  Comitum  die  11. /22.  Decembris  anno  17 18 
subscriptae  concernunt,  convenire,  tum  vero  speciatim  novum 
uti  dictum  est  super  commercio  et  modo  vectigalium,  in  quan- 
tum ad  Belgium  austriacum  attinet,  tractatum  ad  mentem  ante- 
memorati articuli  vigesimi  sexti  inire  debebunt.  Conventumque 
insuper  ac  solenni  stipulatione  cautum  est,  quod  cuncta  ea, 
quae  commissariis  Antverpiae  congregandis  demandare  e  re  Vi- 
sum fuit,  quam  citissime  fieri  poterit,  ex  aequo  et  bono  ad 
finem  penitus  perducenda  sint  ita  quidem,  ut  non  tardius  quam 
ad  summum  intra  duorum  annorum  spatium  ultima  operi  ma- 
nus  admovenda  veniat. 

VI. 
Cum  reliquorum  capitum  examen  ac  discussio,  quae  seu 
inter  ipsas  partes  paciscentes  seu  aliquem  ex  earundem  foede- 
ratis  dirimenda  restant,  plus  temporis  consumptura  sit,  quam 
ancipiti  hoc  rerum  statu  expediat;  quo  morae  omnes,  quae  bono 
communi  detrimenti  nimium  allaturae  forent,  praecidantur,  con- 
ventum  concordatumque  est,  ut  invicem  declaretur,  quod  trac- 
tatus omnes  conventionesque  ab  unaquaque  partium  dictarum 
paciscentium  cum  principibus  aliis  statibusque  initae  uti  sunt 
subsistere  possint,  in  quantum  scilicet  rei  alicui  haud  adver- 
santur,  quae  per  praesentem  hunc  tractatum  constituta  est; 
quodque  controversiae  seu  inter  dictas  partes  paciscentes  seu 
quemlibet  ex  earum  foederatis  amice  quam  primum  dirimendae, 
atque  interea  a  partibus  contrahentibus  eo  allaborandum  sit,  ut 
nemo  ex  iis,  quorum  res  in  controversia  sunt,  pro  iis  vindi- 
candis  vi  uti  possit. 

vn. 

Sua  autem  M*»^  O^  et  catholica,  quo  subditis  regis  Magnae- 
Britanniae  et  dominorum  ordinum  generalium  de  ipsorum  com- 

')  So  im  Or.  statt  4  In. 


731  Mürä  i6.  49C) 

mercio  in  regno  Siciliae  exercendo  nuUus  dubio  locus  supersit, 
iam  nunc  declarare  voluit,  illos  eodem  modo  et  ad  eandem 
normam  habitum  iri  uti  habiti  sunt  aut  haberi  debuerant  tem- 
pore Hispaniarum  regis  Caroli  secundi  inclytae  memoriae  ac 
prouti  gens  amicissima  haberi  consuevit. 

vni. 

Includentur  huic  tractatui  patificationis  omnes  Uli,  qui  post 
permutationem  tabularum  ratihabitionis  intra  sex  menses  ab 
una  vel  altera  parte  ex  communi  consensu  nominabuntur. 

XL 

Approbabitur  et  ratihabebitur  praesens  tractatus  a  sua 
Sacra  C®*  catholica  M*«,  a  sua  sacra  regia  M^  Magnae-Britanniae 
et  a  celsis  et  potentibus  dominis  statibus  generalibus  uniti  Belgii, 
et  ratihabitionum  tabulae  intra  spatium  sex  septimanarum  a  die 
subscriptionis  computandarum  Viennae  invicem  extradentur  et 
commutabuntur. 

In  quorum  fidem  roburque  tarn  caesarei  commissarii,  tan- 
quam  legati  plenipotentiarii  extraordinarii,  quam  regis  Magnae- 
Britanniae  minister  plena  pariter  facultate  munitus  tabulas  has 
propriis  manibus  subscripserunt  et  sigillis  suis  muniverunt. 
Acta  haec  sunt  Viennae  Austriae  decima  sexta  die  mensis  Martii, 
anno  domini  millesimo  septingentesimo  tricesimo  primo. 

L.  S.    Eugenius  a  Sabaudia.         L.  S.    Thomas  Robinson. 
L.  S.    Philippus  Lud.  C.  a  Sinzendorff. 
L.  S.    Gundaccarus  C  a  Starhenberg. 

Hie  sequitur  sanctio  pragmatica,  cuius  articulo  secundo  tractatus 
fit  mentio  et  qua  ordo  succedendi,  qui  in  serenissima  domo  au- 
striaca obtinet,  die  19*"^  Aprilis  anno  1713  a  sua  M^  O*  decla- 

ratus  fuit. 

L  K.  M*  haben  auf  den  19*«"  Aprilis  17 13  umb  10  Uhr  allen 
dero  allhier  in  Wienn  anwesenden  geheimen  Räthen  an  dem 
gewöhnlichen  Orth  zu  erscheinen  ansagen  lassen. 

Als  nun  die  bestimbte  Stund  herbeykommen,  haben  sich 
L  K.  M*  in  dero  geheimen  Rathsstuben  unter  den  Baltachin 
begeben  und  vor  den  gewöhnliche.n  kayserlichen  Tisch  gestel- 
let, darauff  auch  dero  geheime  Räthe    und  Ministros  hinein- 

3a* 


^OO  '>3i  Mttrz  i6. 

beruffen.  Diese  seind  in  ihrer  Ordnung  eingetretten  und  jeder 
an  seinem  Orth  stehend  geblieben:  Alß  (Tit.)  Printz  Eugenius 
von  Savoyen,  Fürst  von  Trautsohn,  Fürst  von  Schvsrarzenberg, 
Graff  von  Traun  Landmarschall,  Graff  von  Thum  I*^  K.  M* 
Eleonorae  Obristhoffmeister,  Graff  von  Dietrichstein  Obriststall- 
meister,  Graff  von  Seileren  Hoffcantzler,  Graff  von  Starhenberg 
Cammerpraesident,  Graff  von  Martiniz  junior,  Graff  von  Her- 
berstein Kriegsvicepraesident,  Graff  von  Schlick  böheimischer 
obrister  Hoffcantzler,  Graff  von  Schönbom  Reichsvicecantzler, 
Ertzbischoff  von  Valentia,  Graff  von  Sinzendorff  Obristcam- 
merer,  Graff  von  Paar  F  K.  M*  Amaliae  Obristhoffmeister,  Graff 
von  Sinzendorff  Reichshoffrathsvicepraesident ,  Graff  Nicolaus 
Palffy  königl.  hungarischer  judex  curiae,  Graff  lUieshasi  hun- 
garischer  Cantzler,  Graff  Khevenhiller  N.  Ö.  Statthallter,  Graff 
Gallas,  Graff  von  Salm  F  K.  M*  Amaliae  obrister  Stallmeister,  Mar- 
ches  Romeo  königl.  spanischer  geheimer  Staatssecretarius,  Graff 
Kornis  Sibenbürg.  Vicecantzler,  Referendarius  von  Schickh. 

Nachdem  nun  alle  gemeldte  geheime  Räthe  und  Ministri 
beysamen  waren,  haben  I.  K.  M*  vermeldet,  daß  die  Ursach 
und  Zweck  solcher  Beruffung  ihrer  dero  geheimen  Räthen  und 
Ministrorum  wäre,  ihnen  zu  erkennen  zu  geben,  daß  von  und 
zwischen  weyland  ihres  in  Gott  ruhenden  gnädig-  und  höchst - 
geehrtesten  Herrn  Vatters  Kaysers  Leopoldi  und  geliebtesten 
Herrn  Bruders,  damahls  römischen  Königs,  nachgehends  auch 
römischen  Kaysers  Josephi  M^"  und  Liebden  glorwürdigster  Ge- 
dächtnus  und  dann  F  K.  M*  als  damahlig  declarirten  König 
in  Hispanien  gewisse  Disposition,  Ordnung  und  Pacta  succes- 
soria  errichtet  und  in  Gegenwarth  verschiedener  kayserlicher 
geheimer  Räthen  und  Ministrorum  allerseits  beschworen  wor- 
den; weilen  aber  von  denenselben  Räthen  und  Ministris  wenig 
mehr  beym  Leben  sich  befindeten,  so  hätten  I.  K.  M*  der  Noth- 
durfft  erachtet,  ihnen  anwesenden  geheimen  Räthen  und  Mini- 
stris nicht  allein  obige  Anzeige  zu  thun,  sondern  auch  gemeldte  ■ 
Satzung  und  Pacta  selbstcn  kund  zu  machen  und  vorlesen  zu 
lassen.  Wie  dann  I.  K.  M*  solche  Ablesung  ihrem  HolTcantzlern, 
Graffen  von  Seilern,  stracks  allergnädigst  anbefohlen  haben. 
Solchemnach  hat  derselbe  aus  dem  bey  Händen  gehabten  kö- 
niglich spanischen  von  damahls  königlicher  nunmehr o  auch  kay- 
serl.  M*  unterschriebenem  und  mit  ihrem  anhangenden  königl. 
Insiegl  bekrälTtigteüi  Original-Acceptations-Instrument  den  spa- 


173  J  März  i6.  50 1 

nischen  Eingang,  folglich  aus  Kaysers  Leopoldi  und  römischen 
Königs  Josephi  unterschriebenem  und  mit  anhangenden  zwey- 
fachen  kayserl.  und  königl.  Insieglen'  bestättigtem  Successions- 
Instrument  den  vöUigen  Innhallt  von  Anfang  bis  zum  Ende  sambt 
dem  beygefügten  notariatischen  Anhang,  endlich  wiederumb  aus 
dem  königlich  spanischen  Instrument  die  Annehm-  und  ihrer- 
seitige  Verbindung  bis  zum  Ende  ebenmässig  mit  dem  nota- 
riatischen Anhang  laut  und  deutlich  abgelesen,  welche  Instru- 
menta datirt  seind:  Wienn  den  12*«°  Septembris  1703. 

Nachdeme  dieses  also  geschehen,  haben  I.  K.  M.  haubt- 
sächhchen  Innhallts  weiters  vermeldet:  Es  seye  aus  denen  ab- 
gelesenen Instrumentis  die  errichtete  und  beschwohrne  Dispo- 
sition und  das  ewige  Pactum  mutuae  successionis  zwischen 
beyden  Joseph-  und  Carolinischen  Linien  zu  vernehmen  ge- 
wesen :  Daß  dahero  nebenst  und  zu  denen  von  weyland  ihren 
K".  W^^  Leopoldo  und  Josepho  höchstseeligster  Gedächtnuss  P 
K.  M*  übertragenen  spanischen  Erb-Königreichen  und  Landen 
nunmehr  nach  Absterben  weyland  ihres  Herrn  Bruders  M*  und 
Liebden  ohne  männliche  Erben  auf  L  K.  M*  auch  alle  dessen 
hinterlassene  Erb-Königreiche  und  Landen  gefallen  und  sambt- 
lich  bey  ihren  ehelichen  männlichen  Leibserben  nach  dem  iure 
primogeniturae,  so  lang  solche  vorhanden,  ohnzertheilt  zu  ver- 
bleiben haben;  auf  ihres  männlichen  Stammens  Abgang  aber 
(so  Gott  gnädiglich  abwenden  wolle)  auf  die  eheliche  hinter- 
lassende Töchter  allzeit  nach  Ordnung  und  Recht  der  Primo- 
genitur gleichmässig  ohnzertheilt  kommen;  ferners  in  Ermang- 
lung oder  Abgang  der  von  P  K.  M*  herstammender  aller  ehe- 
lichen Descendenten  mann-  und  weiblichen  Geschlechts  dieses 
Erbrecht  aller  Erb-Königreich  und  Landen  ohnzertheilter  auf 
V  M*  Herrn  Bruders  Josephi  K.  M*  und  Liebden  seeligster  Ge- 
dächtnuss nachgelassene  Frauen  Töchter  und  deren  eheliche 
Descendenten  wiederumb  auf  obige  Weise  nach  dem  iure  pri- 
mogeniturae fallen;  eben  nach  diesem  Recht  und  Ordnung  auch 
ihnen  Frauen  Ertzherzoginen  all  andere  Vorzüge  und  Vorgänge 
gegenwertig  zustehen  und  gedeyhen  müsten ;  alles  in  dem  Ver- 
stand, daß  nach  beyden  der  jetzt  regierenden  Carolinischen 
und  nachfolgender  in  dem  weiblichen  Geschlecht  hinterlassenen 
Josephinischen  Linien  F  K.  M*  Frauen  Schwesteren  und  allen 
übrigen  Linien  des  durchleuchtigisten  Ertzhauses  nach  dem  Recht 
der  Erstgeburth  in  ihrer  daher  entspringenden  Ordnung  jedes 


ty02  1731   MUrz  lö. 

Erbrecht  und  was  deme  anklebet  gebühre,  allerdings  bevor- 
bleibe  und  vorbehallten  seye.  Umb  willen  nun  diese  immerweh- 
rende Satzung,  Ordnung  und  Pacta  zu  Ehre  Gottes  und  Con- 
servation  aller  Erblanden  angesehen,  errichtet,  auch  nächst  und 
sambt  weyland  ihres  Herrn  Vatters  und  Herrn  Bruders  M*«"  und 
Liebden  von  P  K.  M*  durch  leiblichen  Eydschwur  bekräfftiget 
worden,  so  würden  sowohl  I.  K.  M*  darob  beständig  hallten, 
alß  I.  M.  zu  ihnen  geheimen  Käthen  und  Ministris  sich  mildest 
vcrseheten,  dieselbe  auch  gnädigst  ermahneten  und  ihnen  be- 
fehleten,  daß  nicht  minder  sie  solche  Pacta  und  Verordnung 
voUkommentlich  zu  beobachten,  zu  erhallten  und  zu  verthädigen 
gedacht  und  beflissen  seyn  sollten  und  werden.  Wie  dann  L 
K.  M*  zu  diesem  Ende  sie  geheime  Räthe  und  Ministros  in 
diesem  Fall  ferners  des  vinculi  silentii  entlassen  haben  wollten. 
Wornach  I.  K.  M**  und  folgends  die  Herren  geheime  Räthe 
und  Ministri  abgetretten  seind. 

Daß  obiges  alles  also  vorgangen  und  verhandlet  worden,  be- 
zeuge mit  meiner  eygnen  Handt  UnterschrilTt  und  gewöhnlichen 
Pettschafft.  Wienn  den  neunzehenden  Monathstag  Aprilis  anno 
1713. 

L.  S.    Jch  Georg  Friederich  von  Schickh 
der  Rom.  K.M.  Hoffrath^  geheimer  N.-ö.  Secretarius  und  Referendarius, 
dann  zu  diesem  actu  auth.  C*^»  et  archiducali  creirter  Notarius  publicus. 

Nos  infrascripti  ministri  et  plenipotentiarii  declaramus  prae- 
sens apographum  archetypo  suo  collatum  et  de  verbo  ad  ver- 
bum  consimile  esse.     Actum  V^iennac  16**  Martii  anno  1731. 

L.  S.    Eugenius  a  Sabaudia. 
L.  S.    Philippus  Lud.  C.  a  SintzendorlT. 
L.  S.    Gundaccnrus  C  a  Starhenberg. 


Articulus  separatus. 

Quamvis  articulo  primo  tractatus  inter  sacram  O*^"*  catho- 
licam  M**"",  sacram  regiam  Magnae-Britanniae  M^^"'  et  dominos 
Status  generales  unitarum  foederati  Belgii  provinciarum  hodierna 
die  conclusi  partes  contrahentes  inter  alia  sibimet  invicem  spo- 
ponderint,  quod  omnibus  viribus  sese  sint  oppositurae  conati- 
bus  oiTinium  ac  singulorum,  qui  forsan  praeter  spem  vel  uUum 
ex  contrahentibus  vel  eorundem  successores  ac  haeredes  in 
quicta  possessione   illorum  regnorum,  ditionuni,  provinciarum, 


173»  MUrz   i6.  503 

terrarum,  iurium  aut  immunitatum  turbare  vellent,  quibus  una- 
quaeque  contrahentium  pars  tempore  conclusi  praesentis  trac- 
tatus  gaudet  aut  gaudere  deberet,  conventum  tarnen  inter  eas- 
dem  partes  paciscentes  vigore  praesentis  articuli  separat!  est, 
quod  si  forsan  tractu  temporis  contingeret,  ut  sacram  C®^™  ca- 
tholicam  M*«™  aut  eius  haeredes  ac  successores  Turcae  in  quieta 
possessione  regnorum,  ditionum,  provinciarum,  terrarum,  iurium 
aut  immunitatum,  quibus  sua  O*  M**^  actu  gaudet  aut  gaudere 
deberet,  turbare  vellent,  ad  hunc  solum  qui  modo  memoratus 
est  casum  guarantia  in  dicto  articulo  primo  sancita  extendi  haud 
debeat.  Articulus  hie  separatus  eandem  vim  obtinebit,  ac  si 
ipsimet  tractatui  hodie  concluso  signatoque  verbotenus  esset 
insertus,  ratihabebiturque  eodem  modo  atque  ratihabitionum  ta- 
bulae  intra  idem  tempus  cum  ipso  tractatu  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  separatum  subscrip- 
simus  et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Viennae  die 
decima  sexta  Martii,  anno  domini  millesimo  septingentesimo 
trigesimo  primo. 

L  S.    Eugenius  a  Sabaudia.         L.  S.    Thomas  Robinson. 

L.  S.    Philippus  Lud.  C.  a  Sinzendorff. 

L.  S.    Gundaccarus  C.  a  Starhenberg. 


Declaratio  super  praesidiis  Hispanis  in  munita  Hetruriae,  Parmae 
et  Placentiae  loca  introducendis. 

Cum  sua  sacra  O^  catholica  M***^  antequam  sua  ex  parte 
consensum  praeberet  iis,  quae  articulo  tertio  tractatus  hodierna 
die  conclusi  de  immediata  introductione  praesidiarii  Hispani  mi- 
litis  in  munita  Hetruriae,  Parmae  et  Placentiae  loca  disposita 
sunt,  super  vero  scopo  et  obiecto  sponsionum,  quae  desuper  in 
tractatu  Hispalensi  partim  nona  partim  vigesima  prima  No- 
vembris  die  anno  millesimo  septingentesimo  vigesimo  nono  sub- 
scripto  continentur,  secura  omnino  reddi  voluerit,  sacra  sua  regia 
Magnae-Britanniae  M*»«  et  celsi  ac  potentes  domini  Status  ge- 
nerales  foederati  Belgii  non  tantum  sponsiones  istas  prouti  hie 
annexae  reperiuntur  suae  sacrae  O*®  cathoUcae  M*>  bona  fide 
exhibuerunt,  verum  etiam  firmissime  asseverare  haud  dubita- 
runt,  non  fuisse  sibi,  cum  de  introducendo  in  munita  Hetruriae, 
Parmae  et  Placentiae  loca  Hispano  praesidiario  milite  conveni- 


504  '73*  Würz  16. 

rent,  mentem  uUa  in  re  ab  iis  recedere,  quae  articulo  quinto 
foederis  quadruplicis  Londini  die  22.  Julii/2.  Augusti  anno  17 18 
conclusi,  tum  de  caesareis  ac  imperii  iuribus  tum  pro  securitate 
regnorum  ac  ditionum,  quas  sua  M.^  O*  in  Italia  actu  possidet, 
tum  denique  pro  conservanda  quiete  ac  dignitate  eoram,  qui 
tunc  erant  praedictorum  ducatuum  legitimorum  possessorum, 
sancita  reperiuntur.  Quapropter  sua  regia  Magnae-Britanniae 
M*^8  et  celsi  et  potentes  domini  Status  generales  foederati  Belgii 
declararunt,  prouti  declarant  et  prompt!  paratique  sunt  ad  dan- 
das,  prouti  vigore  praesentis  instrumenti  dant,  suae  C«*®  catho- 
licae  M*^  tam  super  rerum  capitibus  superius  recensitis  quam 
super  Omnibus  iis,  quae  ulterius  adhuc  praedicto  articulo  quinto 
foederis  quadruplicis  nuncupati  continentur,  sponsiones,  evic- 
tiones  seu  uti  vulgo  vocant  guarantias  quantum  desiderari  po- 
terunt  validas  et  solennes. 

Praesens  declaratio  eandem  vim  et  robur  habeat,  ac  si  in 
forma  articuli  tractatui  hodierna  die  concluso  verbotenus  esset 
inserta,  atque  eodem  modo  et  intra  idem  temporis  spatium  quo 
ipse  tractatus  ratihabebitur  et  ratihabitionum  tabulae  invicem 
extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenitotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hanc  declarationem  subscripsimus 
et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Viennae  die  decima 
sexta  Martii,  anno  domini  miliesimo  septingentesimo  trigesimo 
primo. 

L.  S.    Eugenius  a  Sabaudia.  L.  S.    Thomas  Robinson. 

L.  S.    Philippus  Lud.  C.  a  Sinzendorff. 
L.  S.    Gundaccarus  C.  a  Starhenberg. 


Specification  des  engagemens  du  traitc  signc  a  Seville  le  tf  et 

le  21^  1729. 

Qu'on  effectuera  des  a  present  Tintroduction  des  garni- 
sons  dans  les  places  de  Livourne,  Porto  Ferrajo,  Parme  et  Plai- 
sance,  au  nombre  de  six  mille  hommes  des  troupes  de  sa  Mte 
catholique  et  a  sa  solde,  lesquels  serviront  pour  la  plus  grande 
assurance  et  conser\'ation  de  la  succession  immediate  des  dits 
etats  en  faveur  du  serenissime  infant  don  Carlos  et  pour  etre 
en  etat  de  resister  a  toute  entreprise   et  Opposition  qui  pour- 


1731  MUrz  16.  505 

roit  etre  suscitee  au  pröjudice  de  ce  qui  a  ete  regio  sur  la  dite 
succession. 

Que  les  puissances  contractantes  feront  dös  ä  present  toutes 
les  diligences  qu'elles  croiront  convenables  ä  la  dignitö  et  au 
repos  des  serenissimes  grand  duc  de  Toscane  et  duc  de  Parme, 
afin  que  les  garnisons  soient  re9Ües  avec  la  plus  grande  tran- 
quilite  et  sans  oposition,  des  qu'  elles  se  presenteront  ä  la  vüe 
des  places  oü  elles  devront  etre  introduites. 

Que  les  dites  garnisons  feront  aux  presens  possesseurs  le 
serment  de  defendre  leurs  personnes,  souverainetös,  biens  et 
etats  et  sujets  en  tout  ce  qui  ne  sera  point  contraire  au  droit 
de  succession  reserve  au  serenissime  infant  don  Carlos,  et  les 
presens  possesseurs  ne  pourront  rien  demander  ou  exiger  qui 
y  soit  contraire. 

Que  les  dites  garnisons  ne  se  meleront  directement  ni  in- 
directement  sous  aucun  pretexte  que  ce  puisse  ßtre  des  affaires 
du  gouvernement  politique,  economique  ni  civil,  et  auront  ordre 
tres  expres  de  rendre  aux  serenissimes  grand  duc  de  Toscane 
et  duc  de  Parme  tous  les  respects  et  honeurs  militaires  qui 
sont  düs  h  des  souverains  dans  leurs  etats. 

Que  Tobjet  de  T  introduction  des  dits  six  mille  hommes 
des  troupes  de  sa  Mte  catholique  et  ä  sa  solde  etant  d'  assurer 
au  serenissime  infant  don  Carlos  la  succession  immediate  des 
etats  de  Toscane,  de  Parme  et  de  Plaisance,  sa  Mte  catholique 
promet  tant  pour  eile  que  pour  ses  successeurs  qu'aussitöt,  que 
le  serenissime  infant  don  Carlos  son  fils  ou  tel  autre  qui  sera 
ä  ses  droits  sera  possesseur  tranquile  de  dits  etats  et  en  sürete 
contre  toute  invasion  et  autres  justes  motifs  de  crainte,  eile 
fera  retirer  des  places  de  ces  etats  les  troupes  qui  seront  siennes 
et  non  pas  propres  ä  T  infant  don  Carlos  ou  ä  celuy  qui  sera  ä 
ses  droits,  en  sorte  que  par  lä  la  dite  succession  et  possession 
reste  assuree  et  exempte  de  tous  evenemens. 

Que  les  puissances  contractantes  s'  engagent  d'  etablir  selon 
les  droits  de  succession  qui  ont  et6  stipul^s  et  de  maintenir  le 
serenissime  infant  don  Carlos  ou  celui  ä  qui  passeront  ses 
droits  dans  la  possession  et  jouissance  des  etats  de  Toscane, 
Parme  et  Plaisance,  lors  qu'il  y  sera  une  fois  etabli;  de  le  de- 
fendre de  toute  insulte  contre  quelque  puissance  que  ce  soit 
qui  penseroit  h  Tinquieter,  se   declarant  garantes  ä  perpetuite 


5o6  173 »  MUrz  16. 

du  droit,  possession,  tranquilite  et  repos  du  serenissime  Infant 
et  de  ses  successeurs  aux  dits  etats. 

Qu'ä  r^gard  des  autres  details  ou  reglemens,  concemant 
la  manutention  des  dites  garnisons  une  fois  etablies  dans  les 
etats  de  Toscane,  de  Parme  et  de  Plaisance,  comme  il  est  ä 
pr^sumer  que  sa  Mte  catholique  et  les  serenissimes  grand  duc^) 
et  duc  de  Parme  en  conviendront  par  un  accord  particulier, 
les  autres  puissances  contractantes  promettent  que,  dfes  que  cet 
accord  sera  fait,  elles  le  ratifieront  et  guarantiront  tant  envers 
sa  Mte  catholique  qu' envers  les  serenissimes  grand  duc  et  duc 
de  Parme.») 

Specification  de  tous  les  engagements,  tant  publics  que  secrets, 

toüchant  Tintroduction  des  garnisons  Espagnoles,  selon  le  traiteJ 

signö  ä  Seville  le  9®  et  le  2i<^  Novembre  1729. 

Diese  Spezifikation  stimmt  wörtlich  mit  der  vorhergehenden  Uberein, 
enthalt  aber  überdies  folgende  als  geheim  bezeichnete  Ergänzung: 

Que  les  parties  contractantes  conviendront  non  seulement 
de  requerir  les  presens  possesseurs  de  consentir  ä  la  tranquile 
et  amiable  introduction  des  dites  garnisons,  mais  meme  de  se 
servir  de  toutes  voyes  de  persuasion,  sommations  et  autres  ter- 
mes  les  plus  propres  a  surmonter  la  resistance  des  dits  pos- 
sesseurs et  de  les  amener  ä  un  consentement  exprfes. 

Que  les  puissances  contractantes  se  joindront  pour  obtenir, 
conjointement  avec  sa  Mte'  catholique,  de  quelque  maniere  que 
ce  soit,  des  serenissimes  grand  duc  de  Toscane  et  duc  de  Parme, 
que  les  garnisons  qui  seront  etablies  dans  leurs  etats  pretent 
serment  eventuel  pour  la  süret(5,  la  conservation  et  la  remise 
des  dites  places,  en  la  forme  dont  on  conviendra  entre  les  par- 
ties, pour  que  rien  ne  puisse  prejudicier  aux  droits  du  susdit 
infant  don  Carlos;  qu'en  tontes  les  places  oü  elles  seront  re- 
parties  les  troupes  des  possesseurs  y  soient  des  deux  tiers 
moindres  que  Celles  de  sa  Mte'  catholique ;  que  les  presens  pos- 
sesseurs n'exigeront  des  dites  troupes  aucun  service  contraire 
aux  droits  acquis  ä  T infant  don  Carlos;  que  les  commandans, 
officiers  et  soldats  des  dites  garnisons  seront  traites  ainsi  que 


')  Scilicet  y,dc  Toscane.*' 

*)  7:5  folgt  hier  die  Bestätigung,  gleichlautend  der  der  folgenden  Speci- 
fication, nur  mit  Auslassung  der  Worte  „oninium  tarn  publicorum  quatn  secrc- 
toruni  articulorum.*' 


173»  März  i6.  507 

les  troupes  du  pais;  qu'on  leur  distribuera  franchement  des 
logemens  et  quartiers  commodes  selon  leurs  besoins;  qu'on 
leur  fournira  sans  difficultö  et  en  payant  tous  les  vivres  dont 
ils  pourront  avoir  besoin  au  meme  prix  qu'aux  habitans;  que 
le  roy  d'Espagne  aura  toute  libert^  d'introduire  et  remplacer 
jusqu'ä  la  concurrence  des  dits  six  mille  hommes  les  soldats 
qui  manqueront  par  maladie,  mort  ou  desertion  ou  autre  cause; 
que  pourra  pareillement  sa  Mt^  catholique  aprfes  en  avoir  averti 
les  presens  possesseurs  augmenter  ou  diminuer  certaines  gar- 
nisons  selon  le  besoin,  en  diminuant  ou  augmentant  les  autres, 
retirer  certains  corps  et  y  en  substituer  d' autres  k  son  choix; 
que  si  les  places  oii  il  y  aura  gamison  faute  d'artillerie  ou 
autres  munitions  de  guerre  n'  etoient  par  en  6tat  de  defense,  il 
sera  libre  ä  sa  Mte  catholique  d'y  pourvoir  ou  de  ses  propres 
arsenaux  ou  dans  le  pays  mfime  en  payant.  Et,  faute  de  pou- 
voir  obtenir  les  dits  arrangemens  qui  sont  justes  et  necessaires 
ä  la  sürete  des  garnisons,  les  parties  contractantes  s'engagent 
conjointement  de  faire  executer  toutes  les  dites  conditions  et 
arrangemens  meme  par  la  force,  sa  Mte  catholique  s'obligeant 
de  payer  et  entretenir  les  dites  troupes. 

Nos  infrascripti  ministri  plenipotentiarii  suae  sacrae  regiae- 
que  M*'s  britannicae  et  celsorum  ac  potentium  statuum  genera- 
lium  foederati  Belgii  testatum  facimus  bona  fide  designatas  esse 
ut  supra  conditiones  omnium  tarn  publicorum  quam  secreto- 
rum  articulorum  circa  introductionem  sex  millium  mihtum  Hi- 
spanorum  in  oppida  Hetruriae,  Parmae  et  Placentiae  conten- 
torum  in  tractatu  Hispalensi  concluso  nono  et  vicesimo  primo 
diebus  mensis  Novembris,  anno  millesimo  septingentesimo  vice- 
simo nono.  In  cuius  fidem  hoc  testimonium  manu  nostra  sub- 
scripsimus  sigillisque  nostris  communivimus.  Actum  Viennae 
die  decima  sexta  mensis  Martii,  anno  millesimo  septingentesimo 
tricesimo  primo. 

L.  S.    Thomas  Robinson. 


Declaratio  super  Parmensi  successione. 

Ne  inopina  mors  Serenissimi  principis  Antonii  Famesii, 
dum  viveret  Parmae  et  Placentiae  ducis,  quae  in  id  ipsum  tem- 
pus,  quo  de  concludendo  praesenti  tractatu  agebatur,  incidit, 
eiusdem  conclusioni  moram  aut  obstaculum  aflerret,  sua  M^« 


5o8  173 1  MUrz  16. 

C«*  catholica  vigore  huius  instrumenti  declarat  ac  sese  obstrin- 
git,  quod  illo  in  casu,  quo  spes  de  gravidilate  serenissimae  ducis 
viduae  praefati  Serenissimi  ducis  Antonii  dum  viveret  coniugis 
concepta  haud  evanesceret  ac  dicta  dux  vidua  prolem  mascu- 
lam  in  lucem  ederet,  cuncta  ea,  quae  de  introducendo  in  Parmae 
et  Placentiae  munita  loca  praesidiario  Hispano  milite  tum  ar- 
ticulo  tertio  tractatus  hodiema  die  conclusi  tum  declarationis 
instrumento  desuper  dato  sancita  sunt,  aeque  locum  obtinere 
debeant,  ac  si  mors  ista  inopina  haud  contigisset. 

Quod  si  vero  vel  evanesceret  spes  de  graviditate  praedictae 
ducis  viduae  concepta,  vel  posthumam  illa  in  lucem  ederet, 
tum  antefata  sua  M*»»  O*  declarat  ac  sese  obstringit,  quod  loco 
introducendi  in  munita  Parmae  et  Placentiae  loca  praesidiarii 
Hispani  militis  ipse  Serenissimus  Hispaniarum  infans  Carolus 
iuxta  normam,  de  qua  imperii  accedente  consensu  cum  Hispana 
aula  olim  convenerat,  literasque  investiturae  eventualis,  quarum 
tenor  in  omnibus  articulis,  clausulis  ac  conditionibus  pro  repe- 
tito  ac  confirmato  habendus  est,  in  possessionem  praefatorum 
ducatuum  mittendus  sit;  ita  tamen,  ut  prius  tam  dictus  Hispa- 
niarum infans  quam  Hispana  aula  iis  faciat  satis,  quae  tractatus 
anteriores,  quorum  imperator  accedente  imperii  consensu  pars 
contrahens  extitit,  requirunt.  Cumque  post  mortem  anteme- 
morati  ducis  Antonii  Farnesii  miles  caerareus  in  munita  Parmae 
et  Placentiae  loca  introductus  sit  non  ea  mente,  ut  obstaculum 
afferretur  successioni  eventualis  prouti  illa  serenissimo  infanti 
Carolo  per  tractatum  Londinensem  vulgo  foedus  quadruplex 
nuncupatum  destinata  fuerat,  sed  ut  anteverterentur  quaecun- 
que  Italiae  tranquillitatem  turbare  poterant  consilia,  sacra  sua 
jvitas  Qoü  catholica  quietem  publicam  iuxta  pacifica  sua  vota 
tractatu  hodierna  die  concluso  in  quantum  fieri  potuit  stabihtam 
firmatamque  cernens  denuo  declarat,  quod  immittendo  copias 
suas  in  munita  Parmae  et  Placentiae  loca  non  alia  sibi  mens 
fuerit,  quam  ut  quantum  penes  ipsam  erat  successionem  Sere- 
nissimi infantis  Don  Carlos,  prouti  illa  tractatu  Londinensi  eidem 
infanti  destinata  fuit,  magis  suffulciret;  quodque  tantum  absit, 
ut  vel  praedictae  successioni,  si  forsan  proles  mascula  Farnesia 
penitus  foret  extincta,  obsistere  vel  etiam  introductioni  praesi- 
diarii Hispani  militis,  si  forsan  dux  vidua  posthumum  in  lucem 
ederet,  opponere  sese  velit,  quod  potius  declaret  et  promittat, 
proprio  iussu  copias  suas  inde  educendas  fore,  seu  ut  ipse  in- 


1731  März  16.  509 

fans  Carolus  in  possessionem  saepe  memoratorum  ducatuum 
iuxta  tenorem  literarum  investiturae  eventualis  mittatur,  seu  ut 
introduci  ibidem  pacate  et  nemine  obsistente  Hispana  praesidia 
queant;  quae  ipsa  praesidia  non  alii  usui  inservire  debebunt, 
quam  ut  certior  de  executione  promissae  sibi  successionis  in 
eum  casum,  quo  proles  mascula  Farnesia  penitus  erit  extincta, 
infans  Carolus  reddatur. 

Praesens  haec  declaratio  eandem  vim  et  robur  habeat,  ac 
si  tractatui  hodierna  die  concluso  verbotenus  esset  inserta,  at- 
que  eodem  modo  et  intra  idem  temporis  spatium  quo  ipse  trac- 
tatus  ratihabebitur  et  ratihabitionum  tabulae  invicem  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exbibitarum  hanc  declarationem  subscripsimus  et 
sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Viennae  die  decima  sexta 
Martii,  anno  domini  millesimo  septingentesimo  trigesimo  primo.  ^) 


Declaratio  a  ministris  regis   Magnae-Britanniae  et  dominorum 
ordinum  generalium  plena  facultate  munitis  subscripta. 

Quandoquidem  inter  alias  conditiones,  de  quibus  tractatu 
Hispalensi  nona  ac  vigesima  prima  Novembris  die  anno  1729 
subscripto  favore  magni  Hetruriae  ducatüs  tum  Parmae  Placen- 
tiaeque  ducatuum  con venerat,  cautum  quoque  fuit,  ut  quam  pri- 
mum  Serenissimus  Hispaniarum  infans  Carolus  vel  is,  qui  in 
iura  eiusdem  subintrat,  in  quieta  possessione  destinatae  sibi  suc- 
cessionis et  securus  ab  omni  hostili  invasione  ac  contra  iustas 
formidinum  causas  fuerit,  tunc  regia  sua  M***  catholica  protinus 
effectui  sit  datura,  ut  copiae  ad  ipsam  et  non  ad  infantem  Ca- 
rolum  vel  eum,  qui  in  iura  eiusdem  uti  antea  dictum  est  sub- 
intrat, spectantes  ex  antememoratis  ducatibus  educantur,  in- 
frascripti ministri  regis  Magnae-Britanniae  et  dominorum  ordi- 
num generalium  vigore  praesentis  instrumenti  declarant,  quod 
quemadmodum  altefata  regia  sua  M**^  britannica  et  celsi  et  po- 
tentes Status  generales  foederati  Belgii  nunquam  non  promissa 
sua  adimplere  consueverunt,  ita  etiam  constans  illorum  mens 
ac  voluntas  sit,  ut  praedictis  in  casibus  Hispana  praesidia  ex 
Hetruriae,  Parmae  et  Placentiae  ducatibus  protinus  educantur. 

Praesens  haec  declaratio  secreta  maneto,  habeat  tamen 
eandem  vim,  ac  si  tractatui  hodierna  die  concluso  verbotenus 


Dieselben  Unterschriften  wie  im  Hauptvertrage* 


CIO  '73'  März  i6. 

esset  inserta,  atque  eodem  modo  et  intra  idem  temporis  spatium 
quo  ipse  tractatus  ratihabebitur  et  ratihabitionum  tabulae  in- 
vicem  extradentur. 

In  quoram  fidem  nos  infrascripti  Magnae-Britanniae  regis 
et  dominorum  ordinum  generalium  ministri  vigore  plenipoten- 
tiarum  hodie  exhibitarum  hanc  declarationem  subscripsimus  et 
sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Viennae  die  decima  sexta 
Martii,  anno  domini  millesimo  septingentesimo  trigesimo  primo. 

L.  S.    Thomas  Robinson. 


Articulus  separatus. 

Cum  tractatus  hodiema  die  inter  M*«°*  suam  C®*™  et  ca- 
tholicam,  M^^  suam  britannicam  et  celsos  ac  potentes  dominos 
ordines  generales   unitarum  Belgii  provinciarum    conclusus  a 
ministro  dictorum  ordinum  generalium  in  aula  O*  commorante 
ideo  subscribi  et  signari  haud  potuerit,  quod  iuxta  morem  in 
republica  usitatum  eiusque  regiminis  formam  plenipotentianim 
tabulae  pro  dicto  ministro  tam  cito  ac  opus  fuit  expediri  ne- 
quiverunt,   conventum  inter  O*"^   et  regiam  britannicam  M^^ 
est,  ut  praefati  ordines  generales  (quippe  quos  conditiones  in 
hoc  tractatu  sancitae  plurimum  tangunt)   pro  parte  principali 
contractante  habeantur  ac  cenceantur,  sicuti  etiam  in  ipso  trac- 
tatu nominatim  inserti   sunt,  sub  spe  scilicet  fidentissima,  illos 
eidem  tam  cito  accessuros,  ac  consueta  regiminis  ipsorum  forma 
pati  id  poterit    Et  quoniam  Studium,    quod  respublica  illa  pro 
stabilienda  firmandaque  tranquillitate  publica  testatur,  praedictis 
^tibus  nuUum  (iubitandi  locum  relinquit,  quin  et  praefata  res- 
publica, quo  particeps  fiat  eorum  quae  in  ipsius  favorem  ante- 
memorato  tractatu  sancita  reperiuntur,^)  pars  eiusdem  princi- 
palis  contrahens  quantocyus   fieri   cupiat,   eo   communi   opera 
allaborabunt  ambae  M*^^  suae,  ut  intra  tres  menses  a  die  sub- 
scriptionis  praesentis  tractatus  computandos  aut  citius  si  fieri 
poterit  nomine  quoque  dictorum  ordinum  generalium   hie  ipse 
tractatus  Hagae  Comitum   subscribi  et   signari  possit.    Neces- 
sarium  enim  tam  O^«  quam  regiae   britannicae  M*^  pro  asse- 
quendo  scopo  qui   praesente  tractatu  intenditur  perficiendoque 


*)  Die  Worte  quae  bis  reperiuntur  wurden  von  Robinson  auf  eindringliches 
Begehren  der  Kaiserlichen  {ugestanden. 


173'  MUrz  i6.  cji 

communis  tranquillitatis  opere  visum  est,  ut  saepe  memorati 
ordines  generales  in  partem  quoque  ac  societatem  horum  pac- 
torum  veniant. 

Articulus  hie  separatus  eandem  vim  obtinebit,  ac  si  ipsi- 
met  tractatui  hodie  concluso  signatoque  verbotenus  esset  inser- 
tus,  ratihebebiturque  eodem  modo  atque  ratihabitionum  tabulae 
intra  idem  tempus  cum  ipso  tractatu  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  separatum  subscrip- 
simus  et  sigiUis  nostris  communivimus.  Actum  Viennae  die 
decima  sexta  Martii,  anno  domini  millesimo  septingentesimo 
trigesimo  primo. 

L.  S.    Eugenius  a  Sabaudia         L.  S.    Thomas  Robinson. 
L.  S.    Philippus  Lud.  C.  a  Sinzendorff. 
L.  S.    Gundaccarus  C.  Starhenberg. 


Articulus  secretus. 

Quamvis  articulo  separato  hodierna  die  subscripto,  quo 
conventum  est,  ut  celsi  ac  potentes  domini  Status  generales  foe- 
derati  Belgii  pro  parte  principali  contrahente  tractatus  hodierna 
pariter  die  conclusi  censeri  et  haberi  debeant,  inter  alia  dictum 
sit,  quod  suae  M*^  O*®  et  suae  M*^  britannicae  nullus  dubitandi 
locus  supersit,  quin  et  praefati  status  generales  foederati  Belgii, 
quo  participes  fiant  eorum  quae  in  ipsorum  favorem  anteme- 
morato  tractatu  sancita  reperiuntur,  pars  eiusdem  principahs 
contrahens  quantocyus  fieri  cupiant,  sua  tamen  regia  Magnae- 
Britanniae  M**^  non  aliter  insertioni  verborum:  „quo  participes 
fiant  eorum  quae  in  ipsorum  favorem  antememorato  tractatu 
sancita  reperiuntur",  consensit,  quam  ut  hac  ratione  eo  facilius 
permoveantur  praefati  Status  generales,  ut  diutumiore  mora 
haud  interposita  sua  quoque  ex  parte  ad  antedictum  tractatum 
concurrant.  Quoniam  vero  non  minus  subditorum  suae  regiae 
britannicae  M*^^  ac  eorum,  qui  dominationi  praefatorum  statuum 
generahum  subsunt,  interest,  ut  sua  M**^  O*  cessare  penitus 
faciat  omne  ex  Belgio  austriaco  aUisque  ditionibus,  quae  tem- 
pore Caroli  secundi  Hispaniarum  quondam  regis  catholici  sub 
Hispana  dominatione  erant,  in  Indias  orientales  commerciiun, 
id  quod  favore  suae  M*»«  britannicae  executioni  dari  non  potest 
absque  eo,  quod  et  saepefati  status  generales  foederati  Belgii 


tI2  173 1  März  16. 

in  partem  emolumenti  veniant;  ideo  sua  M**«  O*  catholica,  ne 
subditi  regis  Magnae-Britanniae  ob  moram  statuum  generalium 
foederati  Belgii  commodis  ex  tarn  solenni  stipulatione  in  ipsos 
redundantibus  priventur,  consentit  ac  promittit,  quod  suspen- 
sionem  antedicti  in  Indias  orientales  commercii  non  obstante 
mora  ista  per  totum  illud  morae  tempus  continuare  velit,  ip- 
sum  vero  commercium  statim  cessare  penitus  et  in  perpetuum 
debeat,  ac  saepe  memorati  Status  generales  foederati  Belgii  ad 
tractatum  hodierna  die  conclusum  accesserint 

Praesens  articulus  secretus  maneto,  habeat  tarnen  eandem 
vim  ac  robur,  ac  si  ipsimet  tractatui  hodie  concluso  signatoque 
verbotenus  esset  insertus,  ratihabebiturque  eodem  modo  atque 
ratihabitionum  tabulae  intra  idem  tempus  cum  ipso  tractatu 
extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentia- 
rum  hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  secretum  sub- 
scripsimus  et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Viennae 
die  decima  sexta  Martii,  anno  domini  millesimo  septingente- 
simo  trigesimo  primo. 

L.  S.    Eugenius  a  Sabaudia.         L.  S.    Thomas  Robinson. 

L.  S.    Philippus  Lud.  C.  a  Sinzendorff. 

L.  S.    Gundaccarus  C.  a  Starhenberg. 


Articulus  primus  secretissimus. 

Quamvis  articulo  secundo  tractatus  hodierna  die  cum  sacra 
Q*  catholica  M^^  conclusi,  sacra  regia  M^^^  Magnae-Britanniae 
et  celsi  ac  potentes  domini  Status  generales  uniti  Belgii  absque 
ullo  omnino  restrictione  sese  obstrinxerint,  quod  cum  succe- 
dendi  ordinem,  qui  iuxta  sanctionem  pragmaticam  de  anno  17 13 
in  serenissima  domo  austriaca  obtinet,  contra  quoscunque  tueri 
atque  ut  aiunt  guarantigiare  velint  ac  teneantur,  conventum  ta- 
men  simul  inter  partes  eundem  tractatum  contrahentes  est,  quod 
altefata  regia  sua  M*'^^  Magnae-Britanniae  et  antememorati  do- 
mini Status  generales  uniti  Belgii  ad  praestandam  et  explendam 
hanc  guarantiam  toties  haud  teneantur,  quoties  illa  ex  serenis- 
simis  archiducibus  foeminis,  ad  quam  iuxta  praefatum  succe- 
dendi  ordinem  omnia  regna  ac  provinciae  hereditariae,  quas  sua 
sacra  Q^  catholica  M*^^  actu  possidet,  devolventur,  nupta  fuerit 
principi  per  masculos  ex  domo  Borbonia  oriundo. 


173»  März  i6.  ci^ 


Articulus  secundus  secretissimus. 

Cum  vero  per  articulum  secretissimum  praecedentem  so- 
lummodo  prövisum  sit,  quod  sacra  regia  M**^  Magnae-Britan- 
niae  et  celsi  ac  potentes,  domini  Status  generales  uniti  Belgii 
ad  explendam  guarantiam,  quae  in  articulo  secundo  tractatus 
hodierna  die  cum  sacra  O*  catholica  M^  cqnclusi  sancita  est, 
toties  haud  teneantur,  quoties  illa  ex  serenissimis  archiducibus 
foeminis,  ad  quam  iuxta  praefatum  succedendi  ordinem  omnia 
regna  ac  provinciae  hereditariae,  quas  sua  sacra  C«»  catholica 
M*a8  actu  possidet,  devolventur,  nupta  fuerit  principi  per  masculos 
ex  domo  Borbonia  oriundo,  necessarium  simul  visum  fuit  pro 
aliis  quoque  casibus  pariter  providere,  ne  inde,  quod  conser- 
vandum  intenditur,  Europae  aequilibrium  detrimenti  quid  capiat. 
Quapropter  inter  partes  contrahentes  conventum  porro  est,  ut 
quoties  illa  ex  archiducibus  foeminis,  ad  quam  iuxta  ordinem 
succedendi  in  sanctione  pragmatica  de  anno  17 13  expressum 
futuris  temporibus  orfinia  regna  ac  provinciae  hereditariae,  quas 
sua  sacra  C^^  catholica  M^^  modo  possidet,  actu  devolventur, 
nupta  fuerit  principi  tanta  demum  potentia  et  tot  statibus  prae- 
dito  ut,  si  ea  potentia  statusque  ii  regnis  ac  provinciis  heredi- 
tariis,  quas  serenissima  domus  austriaca  iamiam  possidet,  uni- 
rentur,  iustae  inde  et  legitimae  formidinüm  causae  pro  com- 
muni  Europae  tranquillitate  eiusdemque  aequilibrio  enascerentur, 
toties  liberum  sit  ac  esse  debeat  huic  principi  vel  transferendo 
ditiones  antea  ad  ipsum  spectantes  in  proximum  agnatum  iure 
ac  beneficio  guarantiae,  quae  in  articulo  secundo  tractatus  ho- 
dierna die  conclusi  sancita  est,  uti,  vel  si  ditiones  antea  ad  ip- 
sum spectantes  retinere  velit,  huic  guarantiae  iuri  ac  beneficio 
renuntiare;  ita  quidem,  ut  priore  in  casu  sua  sacra  M^^  bri- 
tannica  et  celsi  ac  potentes  ordines  generales  foederati  Belgii 
ad  implendas  guarantiae  leges  aeque  teneantur,  ac  si  praefata 
archidux  foemina  principi  tanta  potentia  praedito  nupta  haud 
fuisset,  posteriore  vero  in  casu  antememorata  sua  M**»  bri- 
tannica  et  celsi  ac  potentes  Status  generales  foederati  Belgii 
liberi  sint  a  guarantia  saepe  citato  articulo  secundo  tractatus 
hodierna  die  conclusi  promissa;  salva  caeteroquin  in  Omnibus 
aliis  casibus  sub  exceptionibus  duabus,  quae  in  praesenti  et  in 
immediate  antecedente  articulo  secreto  continentur,  haud  com- 

Östen  eiclüsch-englische  Staatsverträge.  Bd.  1.  33 


514  >73'  Juli  22. 

prehensis  manente  regula  in  praefato  articulo  secundo  tractatus 
hodierna  die  conclusi  stabilita. 

Praemissi  duo  articuli  secreti  manento,  habeant  tarnen  ean- 
dem  vim  ac  robur,  ac  si  ipsi  tractatui  de  verbo  ad  verbuiii 
essent  inserti,  atque  eodem  modo  et  intra  idem  temporis  spa- 
tium  quo  ipse  tractatus  ratihabebuntur  ac  ratihabitionum  tabulae 
invicem  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hos  duos  articulos  secretissimos  sub- 
scripsimus  et  sigillis  nostris  communivimus.  Actum  Viennae 
Austriae  die  decima  sexta  Martii,  anno  domini  miUessimo  sep- 
tingentesimo  trigesimo  primo.^) 


29. 

Vertrag  \wischcn  Karl  VI.,  Georg  IL  und  Philipp  V.  von 
Spanien  samt  einem  Separat-,  2  geheimen  Separatartikeln  und 
einer  Deklaration  cl.  J,   Wien  ly^i  Juli  22. 

Rat,  Georgs  IL  d,  J.  Hamptoncourt  ijßi  Juli  2 p] August  p;  Karls  VL 
d.  d.    Wien   ijßi  Sept  8;  Philipps  V.  d,  d.  Sevilla  lyji  Aug.  18, 

Die  Originale  des  Hauptvertrages,  der  verschiedenen  Separatartikcl  und 
der  Deklaration  befinden  sich  im  St-A.  und  im  R.  O. ;  das  Original  der  Rati- 
fikation Georgs  im  St.-A,,    Karls  VI.  im  R.  O.  —  Drucke  bei  Bittner  Nr.  ygo. 

Unmittelbar  nach  erfolgter  Unterzeichnung  des  Wiener  Vertrages 
vom  16.  Märj^  17 Ji  begannen  der  Kaiser  und  der  König  von  England 
mit  den  Spaniern  Verhandlungen,  um  diese  ^ur  Gutheissung  und  ytir 
Durchführung  der  sie  beireffenden  Verfügungen  der  erwähnten  Verein- 
barung {u  bewegen.^)  Dieselben  verliefen  nicht  so  glaii^  als  der  Wiener 
Hof  eruhirtet  und  gewünscht  hatte.  Die  Spanier  ^eigten  sich  durchaus 
niclit  geneigt^  die  Bestimmungen  de^  dritten  Artikels  und  der  ß  De- 
klarationen des  Wiener  Vertrages,  die  sie  betrafen,  rückhaltslos  an- 
ytterkennen ;  sie  dachten  vielmehr  einige  ihren  Interessen  förderliche 
Änderungen  an  denselben  vorzunehmen,  und  wurden  in  diesem  Bemühen 


>)  Dieselben  Unterschriften  wie  beim  vorhergehenden  Geheimartikel. 

*)  Dafür  liass  Spanien  bis  Anfing  Mär  {  in  den  Gati^  der  österreichisch- 
englischen  Verhandlungen  nicht  eingeueiht  worden  war  vgl.  Baudrillart  L  c* 
IV.  ^2. 


173»  ^^  22.  tjc 

von  Jen  Franzosen  angeeifert,  die  eifersüchtig  auf  England  und  dessen 
im  Vertrage  von  Sevilla  errungene  Handelsvorteile  die  Seemächte  und 
Spanien  i{ti  veruneinigen  suchten.  Gerade  deshalb  aber  waren  die  Eng- 
länder eifrigst  darauf  aus,  durch  strikte  Erfüllung  der  von  ihnen  Spa- 
nien gegenüber  übcrnommnien  Verpflichtungen,  dieser  Macht  jeden  Vor- 
wand ^um  Widerrufe  der  den  Engländern  im  Jahre  172^  zugesagten 
Handelsvorteile  ^m  nehmen,  Sie  waren  daher  bestrebt,  den  Wiener  Hof 
{ur  Billigung  der  neuen  spanischen  Forderungen  :{u  bewegen,  die  na- 
mentlich die  Succession  in  Parma  betrafen,^)  Es  kann  übrigens  kein 
Zweifel  darüber  bestehen,  dass  sie  {u  dieser  Haltung  auch  mit  durch 
die  Furcht  bestimmt  wurden,  die  Spanier  könnten  über  ihren  Kopf  hin- 
weg direkte  Verhandlungen  mit  dem  Kaiser  beginnen.  Robinson  er- 
fuhr, dass  Liria,  Spaniens  Botschafter  am  Wiener  Hofe,  in  der  Tat 
Vollmachten  dieser  Art  erhalten  hatte^)  und  wurde  nicht  müde,  den 
kaiserlichen  Ministern  von  einseitigen  Verhandlungen  abzuraten  und  j(u 
betonen,  dass  es  Spanien  mit  dem  Kaiserhause  nicht  ehrlich  meine,  dass 
es  lediglich  darauf  aus  sei,  England  und  Österreich  ^u  veruneinigen. 
Die  Befürchtungen  Robinsons  waren  nicht  unbegründet,  Liria  be- 
mühte sich,  die  Frage  der  Vermählung  des  Don  Carlos  mit  einer  der 
Töchter  Karls  VI,  wieder  {ur  Erörterung  ^u  stellen  und  betonte,  dass 
sein  Herr  unter  dieser  Bedingung  ^ur  Erneuerung  der  alten  Verträge 
bereit  sei.^)  Allein  Karl  VI.  war  fest  entschlossen,  an  den  Bestim- 
mungen des  Wiener  Vertrages  fest^uhalten^^  und  misstraute  dem  spa- 
nischen Hofe  überdies  viel  ^u  sehr,  um  sich  auf  gefährliche  Unter- 
handlungen mit  demselben  einzulassen.  Unter  diesen  Umständen  blieb 
Liria  nichts  übrig,  als  die  Forderungen  seines  Herrn  bezüglich  der 
spanischen  Besatzungen  und  der  Thronfolgeordnung  in  Toscana,  Parma 
und  Piacen^a  von  neuem  vorzubringen.  Der  Kaiser  verhandelte  mit  ihm, 
gab  aber  z}^ gleich  Robinson  Kunde  von  dem  Geschehenen  und  forderte 
dessen  Teilnahme  an  der  Beratung  über  die  Antwort ,  die  man  den 
Spaniern  geben  solle.  Dieselbe  fand  am  7.  Juni  ijßi  statt,  Robinson 
sprach  sich  auf  das  entschiedenste  gegen  den  Abschluss  eines  neuen 
Vertrages,  den  Spanien  wünschte^    und  für  die  blosse  Accession  dieser 


»)  Vgl,  Baudrillart  l,  c,  IV,  9^, 

*)  Vgl,  für  die  Liria  \ugekommene  Instruktion  Baudrillart  l,  c,  IV,  94, 

3)  Vgl,  Baudrillart  l  c,  IV,  94, 

*)  Robinson  hatte  in  diesem  Sinne  im  Mai  nach  London  berichtet;  die 
englische  Regierung  betonte  daher  in  ihrer  Antwort  an  Robinson  ihre  Geneigt- 
heit an  den  Österreich  gegenüber  eingegangenen  Verpflichtungen  festzuhalten, 
Weisung  an  Robinson  d,  d,  iß.  Juni  lyji  R.  O, 

33' 


516  '73»  Ju^i  21. 

Macht  j{H  dem  ganzen  Vertrage  vom  i6,  Mär^  oder  blos  {um  j.  Ar- 
tikel desseiden  aus.  Die  Räte  Karls  VI,  schlössen  sich  dieser  Mei- 
nung an;  Liria  wurde  von  dem  Resultate  der  Beratung  verständigt, 
erklärte  aber  auf  der  Abfassung  eines  neuen  Vertrages  bestehen  :{u 
müssen.  Während  nun  die  kaiserlichen  Minister  in  Verhandlungen  mit  Ro- 
binson eintraten,  ^)  die  über  Form  und  Inhalt  der  mit  Spanien  ^u  tref- 
fenden Vereinbarungen  entscheiden  sollten,  erfuhr  man  am  Wiener  Hofe, 
dass  Keene,  der  Vertreter  Englands  in  Madrid,  am  6,  Juni  eine  separate 
Abmachung  mit  der  spanischen  Regierung  unterzeichnet  habe,  nach  der 
Spanien  sich  verpflichtete,  alle  England  betreffenden  günstigen  Bestim- 
mungen des  Vertrages  von  Sevilla  —  ungeachtet  der  widersprechenden 
Verfügungen  der  im  Januar  ij^i  mit  Frankreich  getroffenen  Verein- 
barung —  genau  -{w  beobachten,  vorausgesetzt,  dass  die  im  Wiener 
Vertrage  festgesetzte  Einführung  der  6ooo  Spanier  in  die  Don  Carlos 
zugedachten  Gebiete  innerhalb  einer  Frist  von  ^Monaten  erfolgen  sollte,^) 
Die  Entrüstung  der  W'iener  Regierung  war  gross  und  nur  schwer  gelang 
es  Robinson,  das  durch  dieses  Vorgehen  wieder  wachgerufene  Misstrauen 
%ler  Kaiserlichen  -{«  beseitigen,  indem  er  die  Schuld  an  dem  Gesche- 
henen der  Eigenmächtigkeit  des  englischen  Gesandten  beimass  und  sei- 
nerseits alles  mögliche  tat,  um  den  Abschluss  des  Vertrages  mit  den 
Spaniern  z^^  fördern. 

Derselbe  erfolgte  am  22,  Juli  lyji.  Die  Quadrupelallianz  und 
der  vom  Kaiser  und  dem  Reiche  am  7.  Juni  172$  mit  Spanien  ge- 
schlossene Vertrag  wurden  durch  diese  Abmachung  erneuert  und  genaue 
Verfügungen  über  die  Thronfolge  des  Don  Carlos  in  Toscana,  Parma 
und  Piacenza  getroffen.  Der  Kaiser  verpflichtete  sich  speziell  gegen 
die  friedliche  Einquartierung  der  6000  Spanier  in  die  festen  Plätze 
Toscana' s,  Parma's  und  Piacenza' s  auch  dann  keinen  Einwand  {//  er- 
heben, falls  die  Witwe  des  Herzogs  von  Parma  einem  männlichefi 
Kinde  das  Leben  schenken  sollte,  Falls  die  Hoffnungen  dieser  Fürstin 
sich  überhaupt  nicht  erfüllen,  oder  ein  Mädchen  das  Licht  der  Welt 
erblicken  würde,  dann  sollte  Don  Carlos  sogleich  in  den  Besitz  der 
Herrschaft  gelangen,  Karl  VI  erklärte  überdies,  der  Einmarsch  der 
kaiserlichen  Truppen  in  Parma  und  Piacenza  habe  nur  den  Zweck  ge- 
habt, die  Rechte  des  Don  Carlos,    wie  sie  im  Londoner   Vertrage  vom 


')  Robinson  wurde  am  ly.  Juni  i^ji  bevollmächtigt  mit  Spanien  ab{u- 
schliessen,  Instr.  im  R,  O, 

*)  Vgl.  Baudrillart  l.  c.  IV,  p6 ;  daselbst  —  Anmerkung  I  —  der  Abdruck 
dieser  Deklaration. 


173»  J"l^  **•  517 

2.  August  lyiS  anerkannt  worden  waren,  {ti  sichern.  Zugleich  wurde 
der  Beschltiss  ge/asst,  den  Beitritt  des  Grossher{ogs  Johann  Gaston 
von  Toscana  ^n  diesem  Bündnisse  ^u  erwirken  und  festgesetzt,  dass  die 
Durchführung  der  ihn  betreffenden  Massregeln  auch  dann  erfolgen  sollte, 
falls  er  wider  Erwarten  {ur  Gutheissung  derselben  innerhalb  einer  Frist 
von  2  Monaten  nicht  j(u  bewegen  sein  sollte.  Da  aber  bereits  am  2ß,  Juli 
—  iilso  bevor  der  Vertrag  vom  22,  Juli  in  Floren^  angelangt  sein 
konnte  —  eine  Vereinbarung  ^wischen  Spanien  und  Toscana  getroffen 
worden  war,  so  unterieichneten  die  Vertreter  Englands,  Österreichs  und 
Spaniens  am  p,  Sept,  ijßi  in  Wien  eine  Erklärung,  in  der  Philipp  V, 
betonte,  dass  die  Abmachung  vom  2ß,  Juli  den  Bestimmungen  des 
Vertrages  vofn  22,  Juli  nicht  j^iiwiderlaufe,^)  wogegen  England  und  der 
Kaiser  die  Bestimmungen  des  Vertrages  vom  2ß.  Juli  annahmen.  Kurj{e 
Zeit  darauf — am  21.  Sept,  —  unterzeichneten  die  Vertreter  Englands, 
Österreichs,  Spaniens  und  Toscanas  die  Urkunde,  die  den  Beitritt  des 
Gross  her {ogs  von  Toscana  ^^m  Wiener  Vertrage  vom  22,  Juli  17  ßi 
{um  Inhalte  hatte. 

In  nomine  sanctissimae  ac  individuae  trinitatis  amen. 

Notum  Sit  Omnibus  ac  singulis  quorum  interest  aut  quo- 
modocunque  interesse  postest. 

Postquam  super  introductione  praesidiarii  Hispani  militis, 
cui  loco  militis  neutrarum  partium,  de  quo  quadruplice  foedere 
convenerat,  custodiam  munitorum  Hetruriae,  Parmae  et  Pla- 
centiae  locorum  sua  M**^  catholica  committi  desideraverat,  varii 
motus  non  absque  publicae  tranquillitatis  periculo  exorti  sint, 
sua  M^s  O*^  catholica  et  sua  M**^  regio-britannica  praevertendis 
malis,  quae  inde  eruptura  timebantur,  articulo  tertio  tractatus  die 
decima  sexta  Martii  praesentis  anni  Viennae  conclusi  signatique 
atque  duabus  declarationibus  eo  partinentibus  ita  desuper  con- 
venerunt,  sicuti  ex  tenore  huius  articuli  atque  praedictarum  decla- 
rationum  uberius  elucescit;  qui  quidem  tenor  de  verbo  ad  ver- 
bum  ita  sese  habet 

Insertio  articuli  III  tractatus  die  16»  Martii  1731  conclusi; 
declarationis  super  Parmensi  successione;    declarationis  super 


')  Dies  geschah,  um  die  Opposition  des  Kaisers,  der  ursprünglich  gegen 
die  Giltigkeit  dieses  Vertrages  protestiert  hatte^  7^  beseitigen.  Vgl,  die  Wei- 
sung an  Kinsky  nach  London  d,  d,  26.  Aug,  ly^i,  St.-A. 


jlS  1731  Juli  22. 

praesidiis  Hispanis  in  munita  Hetruriae,  Parmae  et  Placentiae 
loca  introducendis  et  specificationis  „des  engagemens  du  traitö 
de  Seville."!) 

Cum  proinde  regia  sua  M**»  catholica,  facta  sibi  huius  ar- 
ticuli  atque  declarationum  eo  pertinentium  communicatione,  de- 
siderio  suo  non  nisi  ad  firmandam  magis  magisque  serenissimo 
infanti  Carolo  filio  suo  eventualem  in  Hetruriae,  Parmae  et  Pla- 
centiae ducatus  successionem  coilimanti  atque  sponsionibus  in- 
ter  eandem  et  regiam  Magnae-Britanniae  M^°»  initis,  prouti  illae 
suae  M*^  O*«  catholicae  communicatae  atque  praeinsertis  decla- 
rationibus  explanatae  fuerunt,  penitus  satisfactum  cerneret,  sua 
quoque  ex  parte  iis  deesse  noluit,  quae  communi  quieti  firmius 
adhuc  stabiliendae  inservire  poterant. 

Quem  quidem  in  finem  sacra  sua  M^  C^  catholica  cel- 
sissimum  principem  ac  dominum  Eugenium  Sabaudiae  et  Pede- 
montium  principem,  altefatae  suae  M*"  O*®  catholicae  consilia- 
rium  actualem  intimum,  consilii  aulico  bellici  praesidem  suum- 
que  locumtenentem  generalem,  sacri  Romani  imperii  campi  ma- 
reschallum  ac  eiusdem  regnorum  ac  statuum  per  Italiam  vicarium 
generalem  et  unius  desultoriorum  legionis  praefectum,  aurei  vel- 
leris  equitem,  nee  non  illustrissimum  et  excelientissimum  do- 
minum Phiiippum  Ludovicum,  sacri  Romani  imperii  tbesaura- 
rium  haereditarium,  comitem  a  Sinzendorff,  liberum  baronem 
in  Ernstbrunn,  dominum  dynastiarum  GföU,  superioris  Selowiz, 
Porliz,  Sabor,  Mülzig,  Loos,  Zaan  et  Droskau,  burggravium  in 
Rheineck,  supremum  haereditarium  scutiferum  ac  praecisorem  in 
superiori  et  inferiori  Austria  ad  Anasum,  aurei  velleris  equitem, 
sacrae  O^^  catholicae  M*'^  camerarium,  actualem  consiliarium  in- 
timum ac  primum  aulae  cancellarium,  ac  illustrissimum  et  excel- 
ientissimum dominum  Gundaccarum  Thomam  sacri  Romani  im- 
perii comitem  de  Starhenberg,  in  Schaumburg  et  Waxenberg,  do- 
minum ditionum  Eschelberg,  Liechtenhaag,  Rottenegg,  Freystatt, 
Haus,  Oberwalsee,  Senfftenberg,  Bodendorff,  Hattwari,  aurei 
velleris  equitem,  sacrae  O^®  catholicae  M**^  consiliarium  inti- 
mum actualem,  archiducatus  Austriae  superioris  et  inferioris 
mareschallum  haereditarium  et  denique  illustrissimum  et  excel- 
ientissimum dominum  Josephum  Lotharium  sacri  Romani  im- 
perii comitem  a  Koenigsegg  et  Rothenfels,  dominum  in  Aulen- 


*)   Vgi,  lim  Abdruck  p.  4^)^f*;  yo^ff. 


173»  Juli  22.  519 

dorff  et  Stauffen,  sacrae  C«*«  catholicae  M*'^  consiliarium  ac- 
tualem  intimum,  consilii  aulico-bellici  vicepraesidem,  generalem 
campi  mareschallum,  Warasdini  et  confinium  Petriniorum  prae- 
fectum  generalem,  unius  legionis  pedestris  tribunum  et  ordinis 
albae  aquilae  polonicae  equitem;  sacra  vero  regio-britannica 
M*»8  dominum  Thomam  Robinson,  armigerum,  in  comitiis  par- 
lamenti  Magnae-Britanniae  senatorem  et  ministrum  suum  apud 
praedictam  M*®°»  suam  C®*"*  catholicam ;  et  sacra  denique  regio- 
catholica  M^^  illustrissimum  et  excellentissimum  dominum  Ja- 
cobum  Franciscum  Fitzjames,  duca  de  Liria  et  de  Xerica,  ex 
magnatibus  Hispaniae  primae  classis,  aurei  velleris  et  sancto- 
rum  Andreae  et  Alexandri  de  Russia  equitem,  primum  regen- 
tem  perpetuum  civitatis  sancti  Philippi,  sacrae  regiae  catholicae 
M^is  cubicularium,  castrorum  praefectum  suumque  apud  altefa- 
tam  M^^  suam  C^^^  catholicam  ministrum  plenipotentiarium, 
plena  potestate  muniverunt,  qui  collatis  inter  se  consiliis  et 
commutatis  prius  plenipotentiaruni  tabulis  in  sequentes  articulos 
et  conditiones  convenerunt 

I. 

Sacra  sua  regia-catholica  M**^  probe  perpenso  praeinserto 
articulo  tertio  tractatus  die  decima  sexta  Martii  praesentis  anni 
conclusi  et  probe  perpensis  duabus  declarationibus  pariter  prae- 
insertis,  cuius  quidem  articuli  et  quarum  declarationum  tenor 
in  eo  iam  est  ut  efifectui  detur,  nihil  amplius  a  se  desiderari, 
quin  potius  iisdem  se  penitus  acquiescere  protessa  est.  Atque 
ne  uUus  dubio  aut  controversiae  locus  supersit,  promptam  sese 
insuper  paratamque  exhibuit,  ut  tum  tractatus  Londini  die  se- 
cunda  Augusti  anno  17 18  initus  ac  vulgo  foedus  quadruplex 
nuncupatus,  tum  pax  Viennae  Austriae  die  septima  Junii  anno 
1725  inter  sacram  C®^"^  catholicam  M*«™  sacrumque  Romanum 
imperium  ex  una  atque  altefatam  sacram  regiam  catholicam 
j^teni  ex  altera  parte  conclusa  plene  in  Omnibus  articulis,  clau- 
sulis  ac  conditionibus  renoventur  ac  firmentur  iis  tantum  ex- 
ceptis,  quae  de  immutandis  neutrarum  partium  praesidiis  in  Hi- 
spana  praesidia  supracitato  articulo  ac  declarationibus  mutuo 
consensu  placuerunt  atque  presente  tractatu  denuo  corroborata 
sunt.  Hunc  itaque  in  finem  sacra  sua  regia  cathoHca  M**»  de- 
claravit,  sicuti  vigore  huius  articuli  declarat,  quod  praecitati 
tractatus  plene  renovati  ac  denuo  firmati  censendi  sint,  prouti 


520  «73«  J"1I  22. 

etiam  praesente  articulo  renovantur  ac  denuo  firmantur,  pro- 
mittitque  sacra  sua  regia  catholica  M^^  tarn  pro  se  quam  pro 
haeredibus  suis  ac  successoribus  et  speciatim  pro  eo  insuper  ex 
descendentibus  suis  masculis,  cui  iuxta  modo  memoratos  trac- 
tatus  tenoremque  literarum  investiturae  eventualis  die  nona 
Decembris  anno  1723  expeditarum  extincta  penitus  linea  Me- 
dicea  et  Farnesia  mascula  successio  in  antedictos  Hetruriae, 
Parmae  et  Placentiae  ducatus  debetur,  aut  ad  quem  haec  ipsa 
successio  futuris  temporibus  devolvetur,  quod  tam  ipsa  quam 
haeredes  sui  ac  successores  et  speciatim  is  ex  descendentibus 
suis  masculis,  ad  quem  modo  memorata  successio  devoluta 
fuerit,  praestare  atque  adimplere  omnia  ea  ac  singula  velint  ac 
teneantur,  quae  in  praecitatis  duobus  tractatibus  continentur. 

n. 

Vicissim  sacra  O»  catholif  a  M**^  et  sacra  regia  britannica 
Mtas  promittunt  ac  sese  sacrae  regiae  catholicae  M^  ipsiusque 
haeredibus  ac  successoribus  obstringunt,  quod  favore  prolis 
masculae  praesentis  Hispaniarum  reginae,  prout  illa  iuxta  trac- 
tatus  antea  citatos  ac  tenorem  literarum  investiturae  eventualis 
ad  successionem  in  Hetruriae,  Parmae  et  Placentiae  ducatus  vo- 
cata  est,  omnia  ea  ac  singula  adimplere  velint,  quae  in  prae- 
inserto  articulo  tertio  tractatus  die  decima  sexta  Martii  huius 
anni  conclusi  ac  duabus  declarationibus  pariter  praeinsertis  di- 
sposita  reperiuntur.  Nee  minus  sacra  C^^  catholica  M**^  et  sacra 
regia  Magnae-Britanniae  M*»^  acceptando  renovationem  foederis 
quadruplicis  nuncupati,  sacra  autem  O-*^  catholica  M**^  accep- 
tando insuper  renovationem  pacis  die  septima  Junii  anno  1725 
inter  eandem  et  sacrum  Romanum  imperium  ex  una  tum  sa- 
cram  regiam  catholicam  M^^^  ex  altera  parte  conclusae  promit- 
tunt ac  sese  pro  se  ac  suis  haeredibus  et  successoribus  obstrin- 
gunt, quod  sua  quoque  ex  parte,  in  quantum  ad  unamquamque 
earundem  spectat,  erga  sacram  regiam  catholicam  M*«"^  et  ipsius 
haeredes  et  successores  fidehter  sint  adimpleturae,  quaecunque 
vigore  huius  acceptationis  praestanda  veniunt;  nimirum  sacra 
0*a  catholica  M^^^  quaecunque  tum  in  foedere  quadruplice  tum 
in  antememorata  pace  die  7»  Junii  anno  17^25  conclusa  sancita 
sunt,  sacra  vero  regia  britannica  M*^**  quaecunque  iuxta  foedus 
quadruplex  nuncupatum  ab  eadem  adimplenda  veniunt 


1731  Juli  22.  521 

ni. 

Quae  hactenus  mutuo  ac  irrevocabili  partium  contrahen- 
tium  consensu  placuerunt,  normae  loco  inservire  debebunt,  sive 
unice  de  introducendo  prqesidiario  Hispano  milite,  sive  casu 
aperturae  in  quadruplice  foedere  expresso  existente  de  immis- 
sione  quoque  Serenissimi  Hispaniarum  infantis  Caroli  in  Parmae 
Placentiaeque  ducatus  quaestio  sit;  ita  nimirum,  ut  ultimo  hoc 
in  casu  praefatus  Serenissimus  Hispaniarum  infans  Carolus,  aut 
qui  post  eum  articulo  quinto  foederis  quadruplicis  ad  succes- 
sionem  hanc  eventualiter  vocatur,  possessionem  horum  duca- 
tuum  ea  plane  ratione,  quae  in  literis  investiturae  eventualis  de 
die  nona  Decembris  anno  1723  expressa  est,  adipisci  possit 
lac  debeat. 

IV. 
Cum  ea,  quae  favore  serenissimi  Hispaniarum  infantis  Caroli 
aut  eorum,  qui  in  iura  ipsius  iuxta  antememoratos  tractatus  sub- 
intrant,  articulo  quinto  foederis  quadruplicis  disposita  reperiun- 
tur,  tum  etiam  sponsiones  desuper  inter  sacram  regiam  bri- 
tannicam  et  sacram  regiam  catholicam  M*<^  initae,  iam  dudum 
serenissimis,  qui  pro  disparitate  temporis  tunc  in  vivis  erant, 
magnae  Hetruriae,  Parmae  et  Placentiae  ducibus  exhibitae, 
neque  minus  praeinsertus  articulus  tertius  tractatus  die  decima 
sexta  Martii  praesentis  anni  Viennae  conclusi  eoque  pertinen- 
tes  duae  declarationes  pariter  praeinsertae  magni  Hetruriae 
ducis  et  Parmensi^)  in  aula  caesarea  commorantibus  ministris 
communicatae  fuerint,  nihil  autem  pro  corroboranda  publica 
tranquillitate  magis  exoptandum  sit,  quam  ut  omne  obstaculum 
et  contradictio,  unde  remora  forsan  iis,  quae  mutuo  partium 
contrahentium  consensu  hactenus  placuerunt,  afferri  posset,  quan- 
tocyus  amoveatur;  hinc  est,  quod  sacra  C«»  catholica  M**^  sacra 
regia  britannica  M^^  et  sacra  regia  cathohca  M**«  promiserint 
ac  sese  obligarint,  quod  unaquaeque  earundem  statim,  ac  prae- 
sens tractatus  signatus  atque  subscriptus  fuerit,  omnem  operam 
bona  fide  sit  impensura,  quo  Serenissimus  quoque  dux  Hetruriae 
non  tantum  saepefatae  praesidiarii  Hispani  militis  introductioni 
sed  et  Omnibus  iis,  quae  alias  iuxta  antecitatos  tractatus,  con- 
ventiones  et  declarationes  favore  prolis  masculae  praesentis  Hi- 
spaniarum reginae  disposita  reperiuntur,  quantocyus  assentiat, 

')  Scilicet  ministro. 


5 22  173'   J"^  **• 

ita  tarnen,  ut  subsecuto  etiam  praedicti  magni  Hetruriae  ducis 
consensu  cuncta,  quae  hactenus  memorata  sunt,  non  nisi  post 
permutatas  invicem  ratihabitionum  tabulas  locum  habere  queant. 

V. 

Praeterea  sacra  C®*  catholica  M**^  sacra  regia  Magnae- 
Britanniae  M**»  et  sacra  regia  catholica  M**^  declarant,  nihil  sibi 
magis  in  votis  esse,  quam  ut  Serenissimus  magnus  Hetruriae 
dux  iis  acquiescere  velit,  quibus  in  antememoratis  tractatibus 
tum  dignitati  suae  ac  quieti,  tum  etiam  propriae  et  subditorum 
statuum  securitati  consulitur.  Quem  quidem  in  finem  prae- 
fatae  partes  contrahentes  non  tantum  sibimet  invicem  sed  et 
regiae  suae  celsitudini  promittunt  ac  spondent,  quod  ea  omnia 
et  singula,  quae  in  antecitatis  tractatibus  tum  quoad  dignitatem 
suam  tum  quoad  propriam  et  subditorum  statuum  securitatem 
disposita  reperiuntur,  renovata  ac  confirmata  censeri  debeant, 
quodque  ea  tuenda  et  explenda  seu  uti  vulgo  vocant  guaranti- 
gianda  in  se  suscipiant 

VI. 

Et  quoniam  pro  assequendo  perficiendoque  salutari  quem 
partes  contrahentes  intendunt  scopo  communis  nimirum  quietis 
penitus  firmandae  nihil  magis  expedire  visum  est,  quam  si  Sere- 
nissimus magnus  dux  Hetruriae  praesenti  tractatui  accesserit, 
hinc  est,  quod  eaedem  partes  contrahentes  e  re  esse  iudicarunt, 
regiam  suam  celsitudinem  amicissimis  verbis  ad  hanc  quae  modo 
memorata  est  accessionem  invitare,  sicuti  eandem  praesehte  ar- 
ticulo  ad  hoc  ipsum  invitant,  quo  nimirum  regia  sua  celsitudine 
ad  opus  tarn  proficuum  pariter  concurrente  eo  securior  sit  pu- 
blica Europae  tranquillitas. 

VIT. 

Praesens  tractatus  ratihabebitur  et  approbabitur  a  sua  sacra 
O^  catholica  M^,  a  sua  sacra  regia  M*«  Magnae-Britanniae  et 
a  sua  regia  catholica  M^,  et  ratihabitionum  tabulae  intra  spa- 
tium  duorum  mensium  a  die  subscriptionis  computandorum  aut 
citius  si  fieri  poterit  Viennae  Austriae  invicem  extradentur  et 
commutabuntur. 

In  quorum  fidem  roburque  tarn  caesarei  commissarii,  tan- 
quam  legati  plenipotentiarii  extraordinarii,  quam  regis  Magnae- 
Britanniae  et  regis  catholici  ministri  plena  pariter  facultate  mu- 


173«  JuJi  22.  523 

niti  tabulas  has  propriis  manibus  subscripserunt  et  sigillis  suis 
muniverunt. 

Acta  haec  sunt  Viennae  Austriae  die  22^*  mensis  Julii,  anno 
domini  millesimo  septingentesimo  trigesimo  primo. 
L.  S.  E.  a  Sabaudia.  L.  S.  Th.  Robinson.  L.  S.  J.  d.  de  Liria  et  Xerica. 
L.  S.    Philippus  Lud.  comes  a  Sinzendorff. 
L.  S.    Gundaccanis  comes  a  Starhenberg. 
L.  S.    J.  L.  comes  a  Kinigsegg. 


Articulus  separatus. 

Per  articulum  hunc  separatum  placuit  et  conventum  est, 
titulos  hoc  in  tractatu  a  partibus  contrahentibus  assumptos  neu- 
tri  partium  contrahentium  praeiudicio  uUi  haud  fore,  huicque  ar- 
ticulo  separato  eandem  vim  esse,  ac  si  ipsimet  tractatui  insertus 
fuisset,  pari  etiam  modo  ratihabendus. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  praesentem  articulum  subscripsimus 
et  sigillis  nostris  communivimus. 

Actum  Viennae  die  22^*  Julii  anno  173  i-O 


Articulus  separatus  et  secretus. 

Cum  sacrae  O*«  catholicae  M*^,  sacrae  regiae  britannicae 
M*»  et  sacrae  regiae  catholicae  M^  ea,  quae  dignitatem  ac  quie- 
tem  Serenissimi  magni  ducis  Hetruriae  tum  securitatem  sub- 
ditorum  eidem  statuum  concernunt,  praecipuae  curae  cordique 
fuerint,  utque  exoptatus  hicce  finis  obtineatur  tractatu  hodierna 
die  inter  altefatas  M^^  suas  inito  satis  provisum  sit;  spes  qui- 
dem  easdem  firma  tenet,  haud  difficulter  regiam  suam  celsitu- 
dinem  eo  permotam  iri,  ut  iis,  quae  favore  ipsius  renovata, 
firmata,  disposita  atque  uti  vulgo  vocant  guarantigiata  fuerunt, 
acquiescere  velit.  Quod  si  tamen  praeter  spem  ac  communia 
vota  nee  amica  partium  contrahentium  invitatio  nee  sponsiones 
vulgo  guarantiae  praesente  tractatu  favore  regiae  suae  celsi- 
tudinis  sancitae  eidemque  oblatae,  nee  Opera  iuxta  articulum 


')  Es  folgen  die  Unterschriften  der  österr.  und  des  spanischen  Bevollmäch- 
tigten wie  im  Hauptvertrage  von  demselben  Tage ;  der  Vertreter  Englands  unter- 
zeichnete diesen  Artikel  nicht,  da  fleischen  England  und  st  inen  Kontfahenten 
keine  Titeldiffercn\  bestand. 


524  '73'  ^^^^  22. 

tertium  tractatus  die  decima  sexta  Martii  praesentis  anni  con- 
clusi  a  Sacra  O*  catholica  M^  pro  amovendis  obstaculis  ibidem 
expressis  impendenda,  nee  denique  cuncta  ea,  quae  de  propensa 
sua  in  praesentem  serenissimum  magnum  Hetruriae  ducem 
mente  et  enixo  studio  eiusdem  desideriis  quantum  fieri  potest 
satisfaciendi  sacra  regia  catholica  M**»  per  ministros  suosViennae 
et  Florentiae  existentes  saepius  testata  fuit,  pro  obtinendo  intra 
spatium  duorum  mensium  a  die  subscripti  huius  tractatus  com- 
putandorum  regiae  suae  celsitudinis  consensu  sufficerent;  ita 
quidem  ut  bimestri  hoc  temporis  spatio  elapso  dubium  adhuc 
foret,  num  regia  sua  celsitudo  introductioni  praesidiarii  Hispani 
militis  assentiri  vel  ad  minimum  huic  ipsi  introductioni  eo,  quo 
in  tractatu  expositum  est,  modo  acquiescere  velit,  tunc  sacra 
sua  C®*  catholica  M**»  declarat  ac  vigore  praesentis  articuli  pro- 
mittit,  quod  nequaquam  sese  sit  oppositura,  quominus  sponsio- 
nes  desuper  inter  sacram  suam  regiam  britannicam  M*«™  et  sa- 
cram  suam  regiam  M*«"*  catholicam  initae,  prouti  illae  hie  ex- 
hibitae  et  partim  prooemio  huius  tractatus  insertae  partim  vero 
articulo  eiusdem  secreto  annexae  simulque  declaratione  super 
praesidiis  Hispanis  explanatae  fuerunt,  plenarium  in  omnibus 
sortiantur  effectum. 

Praesens  articulus  secretus  maneto,  habeat  tamen  eandem 
vim,  ac  si  tractatui  hodierna  die  concluso  verbotenus  esset  in- 
sertus,  atque  eodem  modo  et  intra  idem  temporis  spatium  quo 
ipse  tractatus  ratihabebitur  et  ratihabitionum  tabulae  invicem 
extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  praesentem  articulum  subscripsimus 
et  sigiilis  nostris  communivimus. 

Actum  Viennae  die  22^  Julii,  anno  domini  miilesimo  sep- 
tingentesimo  trigesimo  primo.^) 


Articulus  separatus  et  secretus. 

Quam  vis  in  prooemio  tractatus  hodierna  die  inter  sacram 
Ceam  catholicam  M*®™,  sacram  regiam  britannicam  M^-"'  et  sacram  re- 
giam catholicam  M.^^^  conclusi  non  nisi  eae  sponsiones  super  in- 
troductione  praesidiarii  Hispani  militis  inter  ambas  regias  Magnae- 


*)  Bs  folgen  die  eigenhändigen  Unterschriften  der  Vertreter  aller  ß  Mächte 
wie   in   dem  Hauptvertrage  vom  gleichen  Tage, 


173 1  ^^^  22-  525 

Britanniae  et  catholicam  M*®^  olim  stabilitae  recensitae  sunt,  quas 
public!  iuris  facere  partibus  contrahentibus  e  re  esse  visum  fuerat,  ^) 
nihilominus  tarnen  inter  partes  praesentem  tractatum  contrahen- 
tes  simul  conventum  est,  quod  etiam  respectu  reliquarum  spon- 
sionum,  quae  sacrae  O*®  catholicae  M*^  separatim  exhibitae  et 
praesenti  articulo  secreto  annexae  sunt,*)  tenor  articuli  tertii 
tractatus  die  decima  sexta  Martii  huius  anni  Viennae  conclusi 
ac  duarum  declarationum  eo  pertinentium  aeque  locum  habere 
debeat,  ac  si  haec  quoque  secreta  sponsionum  pars  prooemio 
praesentis  tractatus  de  verbo  ad  verbum  pariter  foret  inserta. 

Praesens  articulus  secretus  maneto,  habeat  tarnen  eandem 
vim,  ac  si  tractatui  hodierna  die  concluso  verbotenus  esset  in- 
sertus,  atque  eodem  modo  et  intra  idem  temporis  spatium  quo 
ipse  tractatus  ratihabebitur  et  ratihabitionum  tabulae  invicem 
extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  praesentem  articulum  subscripsimus 
et  sigillis  nostris  communivimus. 

Actum  Viennae  die  22**  Julii,  anno  domini  millesimo  sep- 
tingentesimo  trigesimo  primo  ^) 


Declaratio. 


Quamvis  in  fine  articuli  quarti  tractatus  hodierna  die  inter 
sacram  C^^  catholicam  M*®"",  sacram  regiam  britannicam  M*«^  et 
sacram  regiam  catholicam  M^™  conclusi  dictum  sit,  quod  sub- 
secuto  etiam  magni  Hetruriae  ducis  consensu  non  nisi  post  per- 
mutatas  invicem  ratihabitionum  tabulas  ea  locum  habere  queant, 
quae  antea  memorata  fuerunt;  simul  tamen  inter  partes  contra- 
hentes  conventum  est,  quod  durante  hoc  intervallo,  ne  tempus 
navigationi  commodum  firustra  elabatur,  ea  quae  actualem  in- 
troductionem  praesidiarii  Hispani  militis  antecedunt  ita  praepa- 
rari  possint,  ut  Hispanis  navibus  eodem  milite  onustis  in  ea 
insulae  Elvae  parte,  quae  a  sua  M^  catholica  modo  possidetur, 
appellere  et  ibidem  commorari  liceat,  usque  dum  de  permu- 
tatis  invicem  ratihabitionum  tabulis  nuncius  advenerit. 


•)  Vgl.  p.  304  ff. 

*)  Genteint  sind  die  p,  ^06  f,  abgedruckten  Bestimmungen, 
*)  Es  folgen  die  eigenhändigen  Unterschriften  der  Vertreter  aller  ^  Mächte 
wie  im  Hauptertrage  von  demselben  Tage  und  die  p.  ßo6f.  abgedruckte  „sponsio.*' 


526  173«  Sept.  9. 

Praesens  declaratio  secreta  maneto,  habeat  tarnen  eandem 
vim,  ac  si  tractatui  hodierna  die  concluso  verbotenus  esset  in- 
serta,  atque  eodem  modo  et  intra  idem  temporis  spatium  quo 
ipse  tractatus  ratihabebitur  et  ratihabitionum  tabulae  invicem 
extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentiarum 
hodie  invicem  exhibitarum  hanc  declarationem  subscripsimus 
et  sigillis  nostris  communivimus. 

Actum  Viennae  die  22^*  Jiilii,  anno  domini  miilesimo  sep- 
tingentesimo  trigesimo  primo.^) 

30.  und  31. 

Deklaration  der  Vertreter  Spaniens,  Englands  und  ÖstetTeichs 
d.  d,  Wien  Sept.  9,  betreffend  den  ^wischen  Spanien  und  Tos- 
cana  geschlossenen  Vertrag  d.  d.  Floren:^  17^1  Juli  2$, 

und 

Konvention  fischen  Karl  VI.,  Georg  IL,  Philipp  V.  von  Spa- 
nien und  Johann  Gaston  von  Toscana  d.  d.  Wien  17^1  Sept.  21, 
betreffend  des  Letzteren  Accession  ^um  Vertrage  vom  22.  Juli 
17JI ;  nebst  einer  Deklaration  dieses  Fürsten  d.  d.   Wien  17^1 

Nov.  17.'^) 

Die  Originale  der  Konvention  sowie  der  Deklarationen  befinden  sich  im 
St'A.  und  im  R.  O.  —  Drucke  bei  Bittner  Nr.  792  und  jgy. 

30. 

Cum,  priusquam  notitia  de  tractatu  intcr  sacram  O*™  ca- 
tholicam  M*<*^",  sacram  regiam  britannicam  M*®'"  et  sacram  regiam 
catholicam  M^"*  die  vigesima  secunda  Julii  huius  anni  Viennae 
concluso  Florentiam  pervenisset,  certa  quaedam  conventio  die 
vigesima  quinta  eiusdem  mensis  Julii  a  ministris  plenipotentiariis 
regiae  suae  catholicae  M*'^  atque  regiae  suae  celsitudinis  magni 
Hetruriae  ducis  ibidem  subscripta  signataque  sit  non  nisi  eo 
tendens,  ut  privata  regiae  suae  celsitudinis  eiusdemque  sororis 
serenissimae  electricis  Palatinae  viduae  commoda  absque  uUo 
praeiudicio  pactorum  conventorum,  a  praecipuis  Europae  prin- 


')  Es  folgen  die  eigenhändigen  Unterschriften  der  Vertreter  aller  y  Mächte 
wie  im  Hauptvertrage  vom  gleichen  Tage. 

*)  Für  die  informierende  Einleitung  \u  diesen  Akten  vgl.  p.  5/7. 


I73I  Sept.  9.  527 

cipibus  initorum,  foederis  inprimis  quadruplicis,  pacis  Viennae 
die  7«»»  Junii  anno  1725  conclusae,  tum  supradicti  tractatus  de 
die  22*^»  Julii  huius  anni,  pacto  quodam  de  familia  ad  familiam 
atque  adeo  tali  ratione  determinentur,  qnae  intuitu  iurium  ab 
aliis  principibus  ad  praefatam  conventionem  haud  concurrenti- 
bus  assertorum  iisdem  pactis  conventis  haud  contrarietur,  pro 
tollendo  omni  dubio  necessarium  iudicatum  fuit,  sacrae  suae 
regiae  catholicae  M*^«  quoad  antedictam  conventionem  mentem 
solenni  quodam  declarationis  instrumento  explanare. 

Quapropter  ego  infrascriptus  sacrae  regiae  catholicae  M^'»^ 
minister  plenipotentiarius  vigore  plenipotentiae  iam  prius  rite 
exhibitae  atque  recognitae  praesenti  instrumento  nomine  alte- 
fatae  regiae  catholicae  M*»*  testor  atque  spondeo,  conventione  die 
vigesima  quinta  Julii  huius  anni  Florentiae  subscripta  signataque 
nulla  plane  in  re  derogari  iis,  ad  quae  tractatu  die  22^*  eiusdem 
mensis  Viennae  Austriae  concluso  regia  sua  catholica  M**^  erga 
reliquas  partes  eundem  tractatum  contrahentes  sese  obstrinxit, 
neque  antedictam  conventionem  in  praeiudicium  sacrae  suae  O*® 
catholicae  M**»  sacrique  Romani  imperii  et  sacrae  suae  regiae 
britannicae  M*^^  uUatenus  vergere  posse  aut  debere. 

Vicissim  vero  nos  infrascripti  ministri  plenipotentiarii  sa- 
crae O»®  catholicae  M*^^  et  sacrae  regiae  britannicae  M*»*  vigore 
plenipotentiarum  rite  pariter  prius  exhibitarum  et  recognitarum 
praefatam  declarationem  super  conventione  die  25**  Julii  prae- 
sentis  anni  Florentiae  subscripta  nomine  sacrae  regiae  catholicae 
M*^8  factam  quo  fieri  potest  meliore  modo  acceptamus. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  praesens  declarationis  in- 
strumentum,  de  quo  eodem  tempore,  cum  ratihabitionum  ta- 
bulae  invicem  extraderentur,  conventum  fuit,  subscripsimus  et 
sigillis  nostris  communivimus. 

Actum  Viennae  die  9*  Septembris,  anno  millesimo  septin- 
gentesimo  trigesimo  primo.^) 

31- 

Cum  pro  assequendo  perficiendoque  salutari  scopo,  quem 
tractatu  die  22^*  mensis  Julii  praesentis  anni  Viennae  subscripto 
signatoque  sua  sacra  O*  catholica  M**^  sua  sacra  regia  britan- 
nica  M^s  q^  s^q  sacra  regia  catholica  M**»  intenderunt,  publicae 

')  Es  folgen  die  eigenhändigen  Unterschriften  der  Vertreter  aller  7  Mächte 
cbseno  wie  im  Hauptvertrag  vom  22,  Juli  1731* 


5a8  «73«  Sept.  21. 

nimirum  Europae  tranquillitatis  omni  ex  parte  finnandae  nihil 
iisdem  expedire  magis  visum  sit,  quam  si  Serenissimus  magnus 
dux  Hetruriae  ad  hunc  ipsum  tractatum  accesserit,  hinc  est,  quod 
eaedem  partes  contrahentes  articulo  eiusdem  sexto  e  re  esse 
iudicarunt,  regiam  suam  celsitudinem  amicissimis  verbis  invitare, 
quo  et  ipsa  ad  eum,  qui  modo  memoratus  est,  tractatum  con- 
currere  veüt. 

Sicuti  proinde  regia  sua  celsitudo  oblatis  eidem  in  prae- 
dicto  tractatu  sponsionibus,  et  quae  alias  de  propensa  in  eandem 
mente  partes  contrahentes  testatae  sunt,  secura  denuo  reddita 
fuit,  quod  sacrae  O^«  catholicae  W\  sacrae  regiae  britannicae  M*» 
et  sacrae  regiae  catholicae  M**  ea,  quae  dignitatem  ac  quietem 
suam  tum  securitatem  et  emolumentum  subditonun  sibi  statuum 
concernunt,  praecipuae  curae  cordique  sint,  quodque  eaedem 
partes  contrahentes  in  enixo  studio  persistant  desideriis  suis 
quantum  fieri  potest  satisfaciendi,  ita  regia  sua  celsitudo  hoc 
ipsum  grata  mente  recolens  et  honori  sibi  ducens  in  laudabili 
proposito  conservandae  firmandaeque  tranquiUitatis  pubhcae 
tantis  principibus  sociari,  mature  perpensis  omnibus  iis,  quae  in 
praecitato  tractatu  continentur,  in  quantum  regiam  suam  celsi- 
tudinem, dignitatem  ac  quietem  suam  tum  securitatem  et  emo- 
lumentum subditorum  eidem  statuum  concernunt,  ea  omnia  et 
singula  accessione  et  acceptatione  sua  comprobare  decrevit. 

Et  cum,  priusquam  notitia  de  concluso  antedicto  tractatu 
Florentiam  pervenisset,  conventio  die  25^  eiusdem  mensis  Julii 
a  ministris  plenipotentiariis  regiae  suae  catholicae  M*»^  atque 
regiae  suae  celsitudinis  ibidem  subscripta  signataque  ac  dein 
hie  exhibita  sit  non  nisi  eo  tendens,  ut  privata  regiae  suae  cel- 
situdinis eiusdemque  sororis  serenissimae  electricis  Palatinae  vi- 
duae  commoda,  absque  uUo  praeiudicio  pactorum  conventorum, 
a  praecipuis  Europae  principibus  initorum,  pacto  quodam  de 
familia  ad  familiam  atque  adeo  lali  ratione  determinentur,  quae 
intuitu  iurium  ab  aliis  principibus  ad  praefotam  conventionem 
haud  concurrentibus  assertorum  iisdem  pactis  conventis  haud 
contrarietur,  necessarium  simul  iudicatum  est,  hanc  ipsam  par- 
tium antedictam  conventionem  contrahentium  mentem  solenni 
declarationis  instrumento  explanare. 

Quo  itaque  omne  circa  eam,  quae  modo  memorata  est, 
conventionem  dubium  toUatur  atque  regia  sua  celsitudine  ad 
scopum,  quem  partes  tractatum  die  22^*^  Julii  huius  anni  Vien- 


1^3'  Sept.  21.  fe29 

nae  concliisum  contrahentes  propositum  sibi  habuenint,  pariter 
concurrente  eo  securior  sit  communis  quies,  ego  infrascriptus 
regiae  suae  celsitudinis  magni  Hetniriae  ducis  ad  aulam  caesa- 
ream  ablegatus  extraordinarius  plena  facultate  rite  exhibita  at- 
que  recognitä  instructus  nomine  regiae  suae  celsitudinis  declaro 
atque  promitto,  quod  regia  sua  celsitudo  omnibus  et  singulis^ 
quae  in  saepememorato  tractatu  die  22^»  Julii  huius  anni  Vien- 
nae  concluso  continentur,  in  quantum  regiam  suam  celsitudinem, 
dignitatem  ac  quietem  suam  tum  securitatem  et  emolumentum 
subditorum  eidem  statuum  concernunt,  plene  accedat  eademque 
omnia  et  singula  acceptatione  sua  comprobet,  quodque  ante- 
dicta  conventio  de  die  25*»  eiusdem  mensis  Julii  non  alia  mente 
inita  fuerit,  quam  ut  pacto  quodam  de  familia  ad  familiam  pri- 
vata  regiae  suae  celsitudinis  eiusdemque  sororis  serenissimae 
electricis  Palatinae  viduae  commoda  innocua  plane  ac  tali  ra- 
tione  firmentur,  quae  ne  minima  quidem  in  re  in  aliorum  prin- 
cipum  ad  praefatam  conventionem.haud  concurrentium  praeiu- 
dicium  aut  in  detrimentum  iurium,  quae  ab  aliis  vigore  pac- 
torum  conventorum  a  praecipiüs  Europae  principibus  initorum 
asseruntur,  vergere  possit  aut  debeat. 

Vicissim  vero  nos  infrascripti  ministri  plenipotentiarii  sacrae 
C®^®  catholicae  M*^%  sacrae  regiae  britannicae  M*^»  et  sacrae  re- 
giae catholicae  M^»»  vigore  plenipotentiarum  rite  exhibitarum 
ac  recognitarum,  tum  declarationem  nomine  regiae  suae  celsi- 
tudinis magni  ducis  Hetruriae  super  conventione  die  25**  Julii 
Florentiae  subscripta  factam,  tum  etiam  antedictam  accessionem 
regiae  suae  celsitudinis  ad  tractatum  die  22^*  eiusdem  mensis 
Julii  Viennae  Austriae  conclusum  nomine  altefatarum  M*"™  sua- 
rum  acceptamus;  ita  quidem,  ut  altefatae  M*^  suae  ad  adim- 
plenda  ac  praestanda  omnia  ea,  quae  favore  regiae  3uae  celsi- 
tudinis tam  quoad  eiusdem  quietem  et  dignitatem  quam  quoad 
securitatem  ac  emolumentum  subditorum  ipsi  statuum  in  hoc 
qui  modo  memoratus  est  tractatu  disposita  reperiuntur,  se  suos- 
que  haeredes  ac  successores  regiae  suae  celsitudini  obligent  at- 
que obstringant. 

Praesens  instrumentum  accessionis,  declarationis  atque  ac-* 
ceptationis  ab  omnibus  partibus  compaciscentibus  ratihabebitur 
atque  ratihabitionum  tabulae  in  consueta  debitaque  forma  ex- 
peditae   intra   spatium   duorum    mensium   a   die   subscriptionis 

österreichisch-englische  Staatsvertrftge.  Bd.  I.  34 


530  '73'  Ö«P*-  **• 

computandorum  aut  citius  -si  fieri  potent  Viennae  Austriae 
commutabuntur  atque  invicem  extradentur. 

In  quonim  omnium  fidem  nos  infrascripti  praesens  acces- 
sionis,  declarationis  atque  acceptationis  instrumentum  subscrip- 
simus  et  sigillis  nostris  communivimus. 

Actum  Viennae  die  21.  Septembris,  anno  millesimo  sep- 
tingentesimo  trigesimo  primo.*) 


Declaratio  a  ministro  plenipotentiario  regiae  suae  celsitudinis 
magni  ducis  Hetruriae  subscribenda. 

Cum  ratihabitionimi  tabulae  instnmienti  accessionis,  de- 
clarationis et  acceptationis  die  vigesima  prima  Septembris  huius 
anni  a  ministris  plenipotentiaiüs  sacrae  C**®  catholicae  M*^*,  sa- 
crae  regiae  catholicae  M*^"  et  sacrae  regiae  britannicae  MP^ 
Viennae  subscripti  signatique  contra  receptum  hactenus  morem 
ex  parte  regiae  suae  celsitudinis  magni  Hetruriae  ducis  italico 
idiomate  confectae  atque  extraditae  sint,  ne  hoc  exemplum  in 
usum  posthaec  trahatur,  ego  infrascriptus  eiusdem  regiae  suae 
celsitudinis  minister  plenipotentiarius  declaro,  quod  idioma  ita- 
licum  in  confectione  antedictanmi  tabularum  ratihabitionis  ad- 
hibitum  nuUo  unquam  tempore  in  exemplum  trahi  aut  allegari 
queat,  verum  usus  antea  receptus  tabulas  eiusmodi  latino  idio- 
mate conficiendi  et  extradendi  in  simiUbus  casibus  locum  porro 
obtinere  debeat  absque  eo,  quod  huic  ipsi  usui  acceptatione 
praefatarum  ratihabitionis  tabularum  ullo  modo  derogatum  siL 

In  quorum  fidem  ego  infrascriptus  minister  plenipotentiarius 
regiae  suae  celsitudinis  magni  ducis  Hetruriae  praesentem  de- 
clarationem  subscripsi  et  sigillo  meo  communivi.  Viennae  Au- 
striae die  17™*  Novembris,  anno  domini  millesimo  septingente- 
simo  trigesimo  primo. 

L.  S.    Ferdinandus  marchio  de  Bartolomei. 


»)  Es  folgen  die  eigenhändigen  Unterschriften  der  Bevollmächtigten  wie 
im  Vertrag  von  ly^i  Juli  22,  da{u  L.  5.  Ferd,  marchio  de  Bartolomei ;  die  Na- 
men Eugens  und  der  Vertreter  der  }  anderen  Mächte  in  gleicher  Linie. 


t732  t'ebr.  2a  t^t 


82. 

Vertrag  fischen  Karl  VL,  Georg  IL  und  den  Generalstaaten, 
betreffend  die  Accession  der  Generalstaaten  ^um  Bändnisse  vom 
16,  Mär^  17J1,  samt  eitum  Separatartikel;  d.  d,  Haag  17 ^2  Febr.  20. 

Rat.  Georgs  IL  d.  d.  St.  James  17J2  Mär^  io\2i ;  Karls  VL  d,  d, 
Wien   17^2  Mär^  12 ;  der  Generalstaaten  d.  d,  Haag  ijß2  April  10. 

Die  Originale  des  Hauptvertrages  sowie  des  Separatartikels  im  St-A.  und 
R.  O.,  jene  der  Ratifikationen  der  Generalstaaten  und  Georgs  IL  im  St.-A.,  das 
Original  der  Ratifikation  Karls  VI,  im  R.  O, 

Drucke  bei  Bittner  Nr,  795. 

Die  Ordnung  der  handelspolitischen  Beziehungen  ^{wischen  dem 
Kaiser  und  den  Seemächten  bildete  den  Inhalt  des  ß,  Artikels  des  Ver- 
träges  vom  16,  Mä'rj(  lyji-  Der  Kaiser  hatte  die  gänzliche  Unter- 
drückung des  Handels  und  der  Schiffahrt  von  Belgien  und  den  früher 
im  Besitze  Spaniens  befindlichen  nun  österreichischen  Gebieten  Italiens 
ans  nach  Ostindien  zugestanden.  Nur  einmal  noch  sollten  2  Schiffe 
von  Osiende  aus  ihren  Kurs  nach  Ostindien  nehmen  und  die  dort  auf- 
geladenen Waren  nach  glücklicher  Heimkehr  in  Ostende  verkauft  werden 
dürfen.  Dafür  verpflichteten  sich  die  Seemächte  ohne  weiteres  Säumnis 
in  die  Beratungen  über  einen  Handelsvertrag  mit  Belgien  —  gemäss 
den  Bestimmungen  des  söten  Artikels  des  Barrierevertrages  —  einzu- 
treten. Zu  diesem  Behufe  sollten  alsbald  von  allen  Parteien  Kom- 
missäre ernannt  werden,  die  längstens  {wei  Monate  nach  Unterzeichnung 
des  Vertrages  in  Antwerpen  ^usammentr^en  und  längstens  innerhalb 
zweier  Jahre  ihre  Verhandlungen  beenden  sollten.  Wir  haben  bereits 
die  Schwierigkeiten  kennen  gelernt,  die  sich  der  Ordnung  dieser  Fra- 
gen in  den  Weg  stellten.  Wir  wissen,  dass  die  kaiserlichen  Ge- 
sandten lange  auf  der  Aufnahme  eines  besonderen  Artikels  bestanden 
hatten,  nach  dem  die  Generalstaaten,  deren  Gesandter  die  Unterferti- 
gung  des  Vertrages  aus  formalen  Gründen  weigerte,  -fur  bedingungs- 
losen Annahme  desselben  unter  der  Drohung  verpflichtet  werden  sollten, 
dass  der  Kaiser  sonst  an  die  übernommenen  Verpflichtungen  nicht  ge- 
bunden sei.  An  dem  energischen  Widerstände  der  Niederländer  war 
dieser  Plan  gescheitert.  Der  Kaiser  hatte  seine  Zustimmung  {u  einer 
weitaus  zahmeren  Fassung  des  Artikels,  der  die  Folgen  des  verweiger- 
ten Beitrittes  der  Generalstaaten  ^«w  Bündnisse  vom  16.  März  ijßi 
betonte,  geben  müssen,    während  er  sich  durch  eine  besondere,  geheime 

34* 


e  i^  i>32  f  ebr.  2ö. 

Bestimmung  England  gegenüber  verpflichtete,  den  Handel  der  osien- 
dischen  Compagnie  nach  Ostindien  sogleich  nach  erfolgter  Unieri^eich- 
nung  des  Vertrages  durch  die  Engländer  ^u  unterdrücken. 

Wir  wissen  aber  auch  wie  energisch  sich  die  Vertreter  Karls  VL 
gelegentlich  der  Erörterung  der  Tariffrage  und  des  !{ur  Ordnung  der- 
selben geplanten  Kongresses  geweigert  hatten,  die  Bestimmungen  des 
Artikels  XXVI.  des  Barrierevertrages  noch  als  ^u  Recht  bestehend  an- 
zuerkennen,  und  wie  fest  sie  Robinson  gegenüber  bei  der  Ansicht  be- 
harrien,  dass  Karl  VI,  infolge  des  Verhaltens  der  Seemächte  an  die 
im  Barrierevertrage  übernommenen  Pflichten  nicht  mehr  gebunden,  viel- 
mehr berechtigt  sei,  die  Ordnung  der  belgischen  Tariffrage  durch  eigene 
Entscheidung  herbeizuführen.  Erst  spät  und  nur  auf  eindringliches 
Begehren  Robinsons ,  der  die  Versicherung  gab,  dass  die  Seemächte 
der  Ordnung  dieser  Frage  ernstlich  nachzustreben  gesonnen  seien,  hatte 
Karl  VL  —  und  auch  dann  noch  schweren  Hertens  —  seine  Einwilligung 
dazu  erteilt,^  dass  des  Artikels  XXVI,  des  Barrierevertrages  in  dem  ^w 
treffenden  Übereinkommen  gedacht  werden  dürfe.  Die  Frage  aber,  ob  der 
Kaiser  an  die  Bestimmungen  des  Barrierevertrages  noch  gebunden  sei, 
wurde  in  dem  Bündnisse  vom  /6.  März  ^^^kt  weiter  berührt.  Wie  berech- 
tigt nun  das  Misstrauen  des  Wiener  Hofes  in  die  aufrichtige  Gesinnung 
der  Generalstaaten  war,  das  gelegentlich  der  z^  Wien  gepflogenen  Bera- 
tungen lum  Ausdruck  gelangte,  z^igl^  sich  sogleich,  als  der  Kaiser  nach 
erfolgter  Unterzeichnung  des  Vertrages  vom  i6.  März  ^73^  durch  seinen 
Gesandten  —  dasselbe  geschah  seitens  Englands  —  an  die  General- 
staaten mit  der  Aufforderung  herantrat ,  dem  geschlossenen  Bündnisse 
unier  den  festgesetzten  Bedingungen  bei{utreien.  Denn  nun  erklärten 
diese,  sie  seien  ausser  Stande,  ohne  eine  Modifikation  der  im  ß.  Ar- 
tikel des  Wiener  Vertrages  getroffenen  Verfügungen,  demselben  beizu- 
treten ;  und  wenn  sie  auch  die  Änderungen,  die  sie  wünschten,  als  durch- 
aus berechtigte  und  leicht  ^m  gewährende  bezeichneten,  so  waren  die- 
selben in  der  Tat  so  bedeutend,  dass  an  eine  Billigung  derselben  sei- 
tens des  Wiener  Hofes  nicht  z^  denken  war.  Es  kann  nicht  unsere 
Aufgabe  sein,  in  diesem  Zusammenhange  die  weilläufigen  Verhandlungen 
ZU  schildern,  die  seit  dem  April  i/JJ  im  Haag  geführt  wurden  und 
erst  im  Februar  17^2  ein  befriedigendes  Ende  erreichten.  Es  handelte 
sich  bei  denselben  in  erster  Linie  um  Interessen  der  Niederländer ;  daher 
wird  die  eingehende  Schilderung  all  der  Schwierigkeiten,  die  sich  der 
Einigung  in  den  Weg  stellten,  an  anderem  Ort  erfolgen.  Da  aber 
mit  dem  Interesse  der  Niederländer  auch  das  englische  Hand  in  Hand 
gieng,  und  da  Chesterfield  im  Haag  und  Robinson    in    Wien  ununter- 


1732  Febr.  20.  5^2 

brachen  in  den  Gang  der  Verhandlungen  eingriffen  und  das  endgiltige 
Resultat  nicht  in  letzter  Linie  ihren  Bemühungen  ^11  danken  ist,  wird 
auch  hier  eine  kur^e  Erörterung  der  wichtigsten  Differen:{en  ge- 
stattet sein. 

Gleich  die  ersten  Verhandlungen  des  österreichischen  Gesandten, 
des  Grafen  Sin^endorf ,  Hessen  erkennen,  dass  die  Generalstaaten 
sich  des  Vorteils  bewusst  waren,  der  ihnen  daraus  erwuchs,  dass 
der  wichtigste  Zweck  ihres  Kampfes  gegen  den  Kaiser  durch  die 
im'  Vertrage  vom  16,  Mär^  ly^j  ausgesprochene,  an  ihren  Eintritt  in 
denselben  nicht  gebundene  Unterdrückung  des  ostendischeti  Handels  be- 
reits erreicht  war.  Es  war  vorauszusehen,  dass  sie  ohne  weitere 
Vorteile  die  immerhin  gefahrvolle  Garantie  der  österreichischen 
Successionsordnung  nicht  übernehmen  würden.^)  Trot:(dem  überraschte 
die  Höhe  der  Forderungen,  die  sie  stellten  und  die  querst  deutlich  in 
den  „Remarquen^^  ^um  Ausdruck  kam,  die  im  Monate  Mai  Namens 
der  holländischen  Provin^  dem  kaiserlichen  Gesandten  übergeben  wurden. 
Der  erste  Einwand,  der  gegen  die  Bestimmungen  des  Vertrages  vom 
16.  Mär:^  erhoben  wurde,  be:{pg  sich  auf  die  unbeschränkte  Garantie, 
die  man  dem  Kaiser  für  seine  Besit:^ungen  leisten  sollte ;  die  Holländer 
forderten  die  Aufnahme  einer  beschränkenden  Klausel,  nach  der  diese 
Garantie  weder  früher  eingegangenen  Abmachungen  widersprechen,  noch 
sich  auf  Verträge  des  Kaisers  beliehen  sollte,  von  denen  die  General- 
Staaten  keine  Kunde  hatten.  Auch  ^ur  Garantie  der  Sucessionsordnung 
wollten  sie  sich  —  die  geheimsten  Artikel  des  Vertrages  vom  16.  Mär^ 
waren  ihnen  nicht  mitgeteilt  worden  —  nur  verstehen,  falls  durch  eine 
ausdrückliche  Bestimmung  diese  Verpflichtung  dann  als  aufgehoben  gelten 
sollte,  wenn  die  ^ur  Thronfolge  bestimmte  Er:{her:{Ogin  eine  Heirat  ein- 
gehen würde,  welche  die  begründete  Furcht  einer  Störung  des  euro- 
päischen Gleichgewichtes  hervorrufen  könnte.  Auch  forderten  sie,  dass 
die  Truppen^ahl  genau  fixiert  werde,  mit  der  gegebenenfalls  der  an- 
gegriffene Teil  unterstütj^t  werden  sollte.  Sie  schlugen  vor,  die  Be- 
stimmungen des  7.  Artikels  der  Quadrupelalliani  auf  diesen  Fall  an- 
zuwenden, bemerkten  aber  ^u  gleicher  Zeit,  dass  sie  j(ur  Sendung  von 
Truppen  nach  Italien  oder  in  andere  weit  entfernte  Länder  nicht  ver- 
halten, ihnen  vielmehr  gestattet  werden  sollte,  einen  entsprechenden  Er- 


•)  /;/  diesem  Sinne  hatte  sich  Graf  Sin\endorf  schon  am  22.  Fe- 
bfuar  17^ J,  also  vor  der  Unterzeichnung  des  Vertrages  vom  16.  Mär{  geäussert 
und  dringend  vom  Kaiser  gefordert,  den  staatischen  Vertreter  :{uf.  Mitunter- 
fertigung  \u  zwingen.   Schreiben  Sin^endorfs  d.  d.  22.  Febr.  17)1.  St^^A»  (Hoü.) 


534 


rjyj  Febr,  30. 


sat{  in  Geld  ^u  UisUfh    Das  entscheidende  aber  waren  die  Änderungen^ 
die  sie  an  dem  5.  Artikel  des  Vertrages  xrom  16.  Mär^  ^73^  vor ^ti nehmen 
wünschten.    Hier  offenbarte  sich  am  dcutiichsten  ihre  Absicht ^  aus  der 
günstigen  Situation,  in  der  sie  sich  dem  Kaiser  gegenüber  befanden^  den 
gr assimögt ichsten   Vorteil  |«  {iehen.    Sie  forderten  die  Aftsdehnung  des 
Handelsverbotes  für  die  Untertanen  des  Kaisers  in  Belgien  und  in  den 
übrigen  früher  {«  Spanien  gehörigen  italienischen  B  Sitzungen  auf  West- 
indien,  überdies  aber  eine  ausdrückliche  Erklärung  Karls   VL,  dass  er 
diesen  Untertanen  nicht  nur  den  direkten  Handelsverkehr  nach  und  von 
Indien  untersagen,  sondern  auch  den  in  anderen  Gebieten  für  den  Orient 
ausgerüsteten  Schiff ai  die  Rückkehr  nach  flandrischen  oder  solchen  Hä- 
fen,  die  im  Gebiete  der  früher  ^u  Spanien  gehörigen  italienischen  ße^ 
Sitzungen  lägen ^   sowie  den  Verkauf  der  Waren  daselbst  verbietet  wolle* 
Den  beiden  Schiffen  aber^  deren  einmalige  Fahrt  nach  Ostindien  der  hel~ 
gischen  Compagnie  im  Vertrage  vom  t6,  Mär^  ^tgesagt  worden  war^  Söliie 
nicht  mehr  als  höchstens  5^/2  Jahre  für  die  Hin-  und  Rückfahrt  naeh 
Ostindien  —  samt  dem  Aufenthalte  daselbst  —  gewährt  und  den  belgi~ 
sehen  Kaufleuten ^  die  sich  an  diesem  Unternehmen  beteiligten ^  der  Verkauf 
von  Waren  an  jenen  Orten,  wo  den  Holländern  der  anssckliessUcke  Hmn^ 
del  vor  allen  Europäern  lustehe^  verboten  sein,  Gan^  ausdrücklich  wurde 
ferner  betont^  dass  eine  ße^iehung  {wischen  der  Lösung  der  Tariffrage ^ 
die  im  Artikel  XX  VL  des  Barrieretractates  vorgesehen  sei  und  der  Fort- 
dauer der  Giltigkeii  dieses    Vertrages  selbst  nicht  bestehe,  und  an  den 
Kaiser  das  Ansuchen  gestellt ,  dieser  Tatsache  entweder  durch  die  Tren- 
nung des  ß,  Artikels  in  2  von  einander  unabhängige   Teile ^   oder  aber 
durch  eine  besondere  Erklärung  Ausdruck    ^u  geben*     Auch  die  Ord- 
nung der  lange  schwebenden  ostfriesischen  Frage  wurde  von  ihnen  &is 
Vorbedingung  für   ihren  Eintritt   in    das  Bündnis    vom    16.  Mä'r^   be^ 
zeichnet  und  schliesslich  an  den  Kaiser  die  Bitte  gerichtet ^  die  seit  dem 
Jahre  iJ3ß    in.   seinen    Erblanden   ^um    Machte ile   der   englischen    tmd 
niederländischen  Industrie   eingeführten  Zölle  aufiuhebepu^)    Die  Kunde 
von    diesen    ungemein    weitgehenden    Forderungen    der     massgebenden 
Provini    der   vereinigten    Niederlande   erregte    am    Wiener    Hofe    eine 
tiefgehende  Erbitterung ,    und  die   Vertreter   der   belgischen  Interessen^) 
wurden  nicht  müde,  dem  Kaiser  die  Gefahren  ^u  schildern^  die  ihrem 


')  Die  ^,Remarquen"  der  H&Uiinäer  übersandte  Sin^endarf  mit  seinen 
Schreiben  t*om  //.  Mni  17s''  ^t.-A.  (HoiL) 

')  Als  Vertreter  der  Belgier  ersctiienen  in  Wien  Jer  Direktor  Proli  und 
Lonris  Bernaerfj  vgl^  Huisman  L  c.  478^ 


173*  Febr*  ao. 


535 


Lande  drohten,  falls  er  die  rikcksichtsloseu  Forderungen  der  Nieder^ 
länder  billigen  sollte,  ^)  Doch  beschloss  man  im  Interesse  der  Sache 
und  nach  erfolgter  Rücksprache  mit  Robinson  —  der  das  Ungebühr- 
liche der  niederländischen  Forderungen  ^ugestami  und  der  Erwartung 
Ausdruck  verlieh,  dass  diese  einen  Teil  derselben  fallen  lassen  wurdept 
—  die  jjRefnarqtien^*  ^it  prüfen  und  dieselben  durch  ^^Reflexionen* ^  {u 
beantworten^  die  Sin{endürf  den  Vertretern  Hollands  übergeben  sollte. 
Der  Inhalt  dieser  ,, Reflexionen*'  und  die  Sin^endorf  ^ugehcude  Weismig 
lassen  erkennen^  dass  der  Kaiser  geneigt  war,  den  Wünschen  der  Ge- 
neral Staaten  in  einigen  Punkten  entgegenzukommen^  aber  fest  entschlos- 
sen waTf  in  den  meisten  Fragen  seinen  Standpunkt  pi  behaupten. 

Er  erklärte  sich  bereit^  die  General  Staaten  von  der  Furcht  ^u  he^ 
freien j  als  wolle  er  sie  ^ur  Garantie  unbekannter  Verträge  verpflichten 
und  erteilte  seinem  Vertreter  im  Haag  den  Auftrag,  durch  die  Mitteilung 
der  beiden  y^articuli  secretissimif*  an  die  eigentlichen  Unterhändler  der 
Gereralstaaten^  die  Besorgnisse  dieser  ^u  beseitigen^  als  ob  eine  das  Gleich- 
gewicht Europas  bedrohende  Heirat  der  österreichischen  Thronerbin  ^u 
fürchten  stünde.  Aber  er  weigerte  sich  auf  das  entschiedenste,  den 
Garantiebestimmungen  durch  die  von  den  Generalstaaten  geforderten 
Klauseln  jeden  Wert  |ii  nehmen.  Wenn  er  femer  gegen  die  genaue 
Feststellung  der  Hilfeleistung  im  Ernst/alle^  wie  sie  im  7.  Artikel  der 
Qtiadr upela II ian^  fixiert  war  —  8000  Mann  {u  Fuss  und  400Q  {u  Pferd 
für  den  Kaiser  mid  den  König  von  England^  4000  ^u  Fuss  und  saoo 
^u  Pferd  für  die  Generalstaaten  —  nichts  einzuwenden  hatte,  so  sollte 
Sin^endorf  doch  darauf  bestehen^  dass  die  Bestimmung  der  Hilfeleistung 
mit  gesamter  Kraft  im  Notfalle  aufrecht  bleibe  und  ausdrücklich  her- 
vorheben^ dass  der  Kaiser  auf  die  Wahl  von  Kriegs-  oder  Transport- 
schiffen nicht  verlichten  könne,  Karl  VL  {eigte  sich  ferner  bereit, 
den  Seemächten  Jede  mögliche  Sicherheit  dafür  ^u  bieten^  dass  sein 
Zugeständnis  bezüglich  der  Unterdrückung  des  ostendischen  Handels 
nach  Ostindien  nicht  umgangen  werde;  er  weigerte  sich  nicht,  die 
Namen  der  Schiffe  und  der  Kapitäne,  denen  eine  einmalige  Fahrt  nach 
Ostindien  seitens  der  Seemächte  gestattet  worden  war,  diesen  mit  zu- 
teilen und  auf  den  Absat^  in  jenen  Gebieten  ^  vernichten,  in  denen 
die  Niederländer  den  Handel  ausschliesslich  trieben  /  aber  er  verlangte, 
dass  dieser  ausschliessliche  Handel  in  dem  Vertrage  nicht  als  ein  Recht 
der  Niederländer  bezeichnet  werde ;  forderte,  dass  der  für  die  Bück- 
kehr  der  beiden  Schiffe  festgesetzte  Termin  nur  dann  eingehalten  werden 


»)  Für  die  Stellung  der  Belgier  vgL  imbesondere  Haisman  L  e*  4jBff, 


536  '73*  Febr.  20. 

f Nüsse,  wenn  kein  Unfall  die  Schiffe  am  rechtzeitigen  Eintreffen  hin-- 
deriy ')  und  verwahrte  sich  auf  das  energischeste  dagegen,  Bestimmun- 
gen in  den  Vertrag  aufzunehmen^  durch  die  seinen  Untertanen  in  Bel- 
gien und  in  den  übrigen  ehemals  {u  Spanien  gehörigen  italienischen  Be- 
sitzungen jeder  ^,Handel  und  Wandel^^  unmöglich  gemacht  werden  sollte. 
In  eingehendster  Weise  erörterte  Karl  VL  in  der  für  Sinzendorf  bestimm- 
ten Weisung  die  Bedeutung  dieser  Frage ;  er  betonte,  dass  die  Fassung 
der  besagten  Bestimmung  des  Vertrages  vom  16.  März  1731  nicht  von 
den  Österreichern,  sondern  von  Robinson  vorgeschlagen  worden  sei,  der 
^iderum  behauptete,  dass  der  Grosspensionär  und  der  Grefßer  Hol- 
lands diesen  Artikel  aufgesetzt  hätten,  und  gab  seinen  festen  Entschluss 
kund,  lieber  auf  den  Beitritt  der  Generalstaaten  z^  verzichten,  als  in 
die  Aufnahme  der  von  den  letzteren  geforderten  Klausel  z'*  willigen, 
durch  die  den  belgischen  Untertanen  verboten  sein  sollte,  ostindische 
Waren  von  anderen  Nationen  ^w  kaufen  und  dann  wieder  z^  verkaufen. 
Ebensowenig  wollte  der  Kaiser  von  der  Ausdehnung  des  Handelsver- 
botes auf  Westindien  wissen.  Er  betonte  im  Anschlüsse  an  die  Auf- 
klärungen, die  ihm  seitens  der  in  Wien  weilenden  Vertreter  der  Belgier 
gegeben  wtirden,  dass  eine  derartige  Zumutung  den  Spaniern  niemals 
gestellt  worden  sei,  dass  der  Friede  von  Münster  eine  solche  Bestimmung 
nicht  enthalte,^)  Auf  das  allerentschiedenste  aber  wies  er  das  Verlangen 
der  Niederländer  z^f'^^h,  durch  eine  ausdrückliche  Bestimmung  z^  ^^" 
tonen,  dass  die  Fortdauer  der  Giltigkeit  des  Artikels  XX  VL  des  Bar- 
rierevertrages mit  der  Erledigung  der  Tariffrage  innerhalb  z^^i^f"  Jahre 
in  keinem  Zusammenhange  stehe^)  und  würdigte  ihre  Forderung,  die 
seit  172^  in  seinen  Erblanden  erlassenen  Zol her  Ordnungen,  gegen  die 
sich  die  Klagen  der  Seemächte  richteten,  z^^^ückzunehmen,  keiner  Ant- 
wort, Man  wird  begreifen,  dass  im  Hinblicke  auf  die  weite  Kluft,  die 
zwischen  den  beiden  Parteien  gähnte,  die  Annäherung  nur  langsam  er- 
folgen konnte. 

Wir  schildern  die  Verhandlungen,  die  in  diesem  Sinne  geführt  wur- 
den, nicht  im  Detail,  Anfang  Juli  übersandte  Sin{cndorf  das  Projekt,  das 


*)  Darauf  machten  insbesondere  die  Vertreter  Belgiens  aufmerksam^  vgl. 
Huisman  l,  c,  ^g, 

*)  Weisung  an  Sinken Jorf  d.  d,  2^.  Mai  und  Reflexions  sur  les  remarques 
fointes  d  la  relation   du  O«   Wendel  Sin\endorf  du  ii,  Mai  jyji,  St;A.  (Holt.) 

*)  Wie  energisch  in  dieser  Frage  die  belgischen  Vertreter  die  Interessen 
ihres  Landes  {«  vertreten  suchten,  \eigen  die  bei  Huisman  l.  c.  480  f,  mitge- 
teilten Verhandlungen,  ^ 


1732  Febr.  20.  cjy 

ihr  Greffier  Fagcl  entworfen  hatte,^)  Es  enthielt  einige  Zugeständnisse 
in  unwesentlichen  Punkten,  keine  in  den  entscheidenden  Fragen.  Ebenso^ 
wenig  vermochte  die  Antwort  des  Wiener  Hofes  die  Niederländer  ^// 
befriedigen.  Denn  Karl  VL  vertrat  in  derselben  seinen  Standpunkt  mit 
ungewöhnlicher  Heftigkeit  und  geigte  keine  Neigung  in  irgend  einer 
der  wichtigen  Streitfragen  nachzugeben.  Mit  besonderem  Nachdrucke  be- 
tonte er  in  seiner  Weisung  an  Sin^endorf  seine  moralische  Verpflich- 
tung, die  Untertanen  Belgiens  und  der  ehemals  ^u  Spanien  gehörigen  ita- 
lienischen Besit^iungen  gegen  die  Absichten  der  Niederländer  {u  schütten, 
Acren  Durchführung  die  wirtschaßliche  Vernichtung  jener  ^ur  Folge 
haben  niüsste,^)  Sin^endorf  wandte  sich,  sobald  er  im  Besit:{e  der  kai- 
serlichen Weisung  war,  an  Chesterßeld ;  von  diesem  unterstützt,  suchte 
er  die  massgebenden  staatischen  Persönlichkeiten  von  der  Ungebührlich- 
keit ihrer  Forderungen  und  von  der  Notwendigkeit  eines  Entgegen- 
kommens {U  überzeugen.  Nicht  ganz  ohne  Erfolg,^)  Es  gelang  ihm 
in  der  Garantie-  und  Subsidienfrage  eine  Einigung  ^m  erzielen.  Die 
Vertreter  der  Generalstaaten  erklärten  sich  z^^^  Gutheissung  der  Ga- 
rantiebestimmungen im  ersten  Artikel  des  Vertrages  vom  16.  März 
bereit,  in  dem  ihnen  das  Versprechen  gegeben  worden  war,  in  der  Ein- 
leitung des  z^  schliessenden  Accessionsvertrages  ausdrücklich  -{w  be- 
tonen, dass  diese  Garantiebestimmungen  niemals  so  gedeutet  werden 
sollten,  als  ob  eine  der  vertragschliessenden  Mächte  j{;«r  Garantie  von 
Bündnissen  genötigt  werden  dürfte,  die  ihr  unbekannt  gewesen.  Zu 
gleicher  Zeit  teilte  der  Vertreter  Karls  VI.,  um  die  Zustimmung  der 
Niederländer  ^«r  Garantie  der  Erbfolgeordnung  z"  erhalten,  den  mit 
ihm  verhandelnden  Vertretern  der  Generalstaaten  den  Inhalt  der  beiden 
„articuli  secretissimi*^  mit,  und  verpflichtete  sich  ^«r  Abfassung  eines 
in  die  Accessionsurkunde  aufzunehmenden  Separatartikels,  der  ihre  Be- 
fürchtungen z^^^l^^^^^^  y  j^^^  Sicherheit  gegen  eine  das  europäische 
Gleichgewicht  bedrohende  Heirat  der  österreichischen  Ihronerbin  bieten, 
den  direkten  Ausschluss  des  Hauses  Bourbon  aber  vermeiden  sollte. 
Bezüglich  der  dem  angegriffenen  Teile  ^w  gewährenden  Hilfe  wurde 
die  Vereinbarung  getroffen,  dass  der  Kaiser  und  England  je  8000 
Mann  ^//  Fuss  und  4000  Reiter,  die  Generalstaaten  4000  Mann  ^// 
Fiiss  und  1000  Reiter  innerhalb  ZP^^^^  Monate  vom  Tage  des  Be- 
gehrens  an  {ur    Verfügung   .{w   stellen   hätten.     Doch   wurde,    um   den 


*)  Sin\endorf  übersandte  dieses  Projekt  am  7.  Juli  St-A.  (Holt.) 
«)  Weisung  vom  6.  Aug.  ij^i,  St.-A.  (Hall.) 

3)  Vgl.   die  Berichte  Sin\endorfs  d.  d.  2).  28.  Aug.  1.  u.  4.  Sept.   St.-A. 
(Holl.) 


538 


1732  Febr.  ao. 


WimscJirn  der  Niederländer  und  des  Kaisers  Rechnung  ^u  tragen^  be- 
stimmt^ da  SS  die  General  Staaten  {ttr  Truppensendung  nach  Italien,  Un- 
garn und  nach  den  diesem  Königreiche  anliegenden  nicht  ^um  deutscfttn 
Reiche  gehörigen  Ländern  nicht  verpflichtet  sein^  dem  Kaiser  dagegen  das 
Recht  ^ustehen  sol/e,  gegebene n/alts  ^wischen  Kriegs-  oder  Lastschiffen 
oder  einer  etitsprechcnden  Geldsumme —  j  0*000  holländische  Gulden  mo- 
natlich für  iöoo  Mann  ^u  Fuss,  ßo.ooo  für  looo  Reiter  —  ^u  wählen. 
AI/ein  betreffs  der  wichtigsten  Ptmkte^  der  Aufhebung  des  ostendi sehen 
Handels^  der  Tariffrage  und  der  ostfriesischen  Angelegenheit j,  war  man 
Mitte  Sefit^  ^73^  noch  keineswegs  \u  einer  Vereinbarung  gelangte  Stn^ 
^endorf  schlug  seinem  Hofe  vor^  die  Schwierigkeit  bezüglich  der  Aus- 
dehnung des  Handelsverbotes  auf  Westindien  dadurch  ^u  beheben^  dass 
man  ^war  an  der  Bezeichnung  ^^Ostindien^^  festhalte u^  dagegen  durch 
eine  bindende  Klausel  die  Frage  des  Handels  nach  Westindien  in  dem 
Sinne  ordnen  solle ^  d^ss  man  die  darauf  bezüglichen  Verfügungen  des 
Friedens  von  Münster  erneuere.  Zugleich  betonte  er^  dass  nhne  ein 
weitgehendes  Fnfgegen kommen  in  der  Tarif-  und  in  der  ostfritsi- 
schrn  Streitfrage  an  die  glückliche  Beendigung  der  von  ihm  im  Haag 
geßihrten  Verhandlungen  nickt  ^u  denken  sei.  Ab*r  noch  immer  wei~ 
gente  sich  Karl  VL^  wesentliche  Konzessionen  |k  machen.  Wühl  war  er 
bereit f  den  Vorschlag  seines  Vertreters  bezüglich  Westindiens  {«  akzeptier 
reUf  falls  dieser  die  darauf  bezügliche  Fassung  des  Vertrages  vom  16*  März 
nicht  sollte  durchbritigen  können.  Er  wollte  sich  auch  in  der  un^eideu*^ 
tigsten  Weise  verpflichten^  jeden  direkten  und  indirekten  Handel,  soweii 
er  die  ostendische  Conipagnie  betraf  ^«  verbieten ^  und  Bestimmungen  in 
die  Erläuterung  des  ß.  Artikels  aufzunehmen^  durch  die  jede  Umgehung 
dieses  Verbotes  verhindert  werden  sollte.  Er  betonte  aber  ^«  gleicher  Zeit, 
dass  er  sich  niemals  dazu  verstehen  werde^  seinen  Untertanen  in  Belgien 
und  in  den  anderen  ehemals  zn  Spanien  gehörigen  italienischen  Besitzun- 
gen ^«  verbieten  t  mit  indischen  Waren  {«  handeln,  die  auf  fremden  Schif- 
fen und  nach  fremden  Häfen  aus  Indien  gebracht  werden  würden.  Bezüg- 
lich der  Tariffrage  hatte  Sinzendorf  der  Meinung  Ausdruck  verliehen  ^ 
die  Republik  werde  niemals  gutwillig  dem  Kaiser  das  Recht  z^f gestehen, 
diese  Angelegenheit  nach  eigenem  Ermessen  in  ordnen,  falls  dies  auf  dem 
Kongresse  nicht  geschehen  sollte j  und  deshalb  den  Rat  erteilt ^  von  einer 
Erläuterung  dieser  Bestimmungen  des  ß.  Ä'irtikels  in  dem  Accessions- 
vertrage  abzusehen ^  um  auf  diese  Weise  dem  Kaiser  wenigstens  die 
Möglichkeit  ^/^  wahren^  den  Sinn  der  Bestimmung  später  nach  seinem 
Willen  z^  deuten.  Aber  selbst  ^w  dieser  Lösung^  auf  deren  Billigung 
seitens  der  Generalstaaten   kaum  ^w  hoffen  war,   wollte  sich  Karl  VL 


1713  F"^^r'  ao- 


539 


vorerst  nickt  verstehen.  In  eingehenden  Erörterungen  suchten  seine 
Minister  dem  Vertreter  Georgs  IL  in  Wien  die  Berechtigtmg  ihrer 
Auffassung  {h  beweisen  und  ^ur  Förderung  ihres  Begehrens  ^  be- 
stimmen^ erreichten  aber  nur  somel^  dass  RobinsoH  ihnen  empfahiy  den 
Niederländern  die  Annahme  einer  Klausel  vor{uschlageni  in  der  die 
Vertragschi iessenden  ihrer  Überzeugung  Ausdruck  verleihen  sollten,  dass 
man  \ur  Ordnung  dieser  Frage  nicht  mehr  Zeit  brauchen  werde j  als 
in  dem  Vertrage  vorgesehen  sei.  Der  Kaiser  acceptierte  den  Antrag 
Robinsons  —  der  ausdrücklich  forderte^  ihn  nicht  als  Autor  desselben 
^u  nennen  —  beaußragte  Sin^endorf,  die  Genehmigung  desselbeft  bei 
den  Generalstaaten  durch^nset^^en  und  teilte  ihm  ^u  gleicher  Zeit  mit^ 
dass  er  {w  weiteren  Km^essionen  in  der  ost/riesischen  Frage  nicht  ge- 
neigt sei.  Aber  auch  diesmal  vermochte  Sinj^endör/  nicht  durchzudrin- 
gen. Detin  wenn  auch  das  von  den  Vertretern  der  Generaistaaten  ver- 
fasste  neue  Projekt  in  manchcfi  Punkten  den  Wünschen  des  Kaisers 
Rechnung  trug;  in  den  j  entscheidenden  Fragen  wies  es  keine  wesent- 
lichen Änderungen  gegenüber  dem  früheren  auf. 

So  sah  sich  der  Wiener  Hof  Ende  November  ijji  neuerdings 
in  die  Lage  verset^t^  darüber  ^u  beraten^  ob  man  noch  weiter  nach- 
geben,  oder  aber  auf  den  Beitritt  der  Generalstaaten  vernichten  solle. 
Die  Räte  Karls  VI  sprachen  sich  auf  das  lebhafteste  dafür  aus,  den 
Bruch  wenn  irgend  möglich  ^«  vermeiden*  Und  da  Sin^endorf  ununter- 
brochen von  den  Bemühungen  der  Franzosen  berichtete ^  die  Nieder- 
länder von  dem  Beitritte  ^ur  Alliau^  vom  16,  Mär^  ly}!  ab^halten^ 
da  femer  Robinson  :^ur  raschen  Entschliessung  im  Hinblicke  auf  die 
bevorstehende  Eröffnung  des  englischen  Parlamentes  drängte ^^)  entsc bloss 
sich  Kart  VL  auf  den  Rat  seiner  Minister  von  seiner  Forderung  ab- 
lU stehen j  dass  die  Ordnung  der  Tariß'rage  und  ihre  Verbindung  mit 
der  Fortdauer  der  Giitigkeit  des  Artikels  XXV L  des  Barrieretraktates 
in  der  Accessionsurkunde  irgendwie  erläutert  werde*  Dagegen  beharrte  er 
noch  jet{t  darauf  dass  durch  eine  besondere  Klausel  seinen  Untertanen 
in  Belgien  und  in  den  übrigen  ehemals  ^u  Spanien  gehörigen  italienischen 
Besitzungen  das  Recht  gesichert  werde,  Waren^  die  auf  fremden  Schiffen 
und  in  fremde  Häfen  aus  Ostindien  gebracht  werden  würden,  nach 
freiem  Ermessen  ^u  kaufen  und  {u  verkaufen,  und  erklärte  neuerdings^ 


')  Rotinsons  Berichte  vom  4,  Oktober,  17,  Nov.  und  7-  De^.  ijji  R.  O, 
entkaU^n  sehr  eingehende  Mitteilungen  über  die  mit  ihm  gepflogenen  Beratungen, 
Robinson  gibt  \Ui  dass  as  dem  Kaiser  sehr  sekwer  werden  miUse,  die  hohen  For^ 
derungen  der  Niederländer  gut{utteiss€n. 


540  '73*  ^c^^r*  20. 

in  der   ost friesischen  Frage   Zugeständnisse   nicht   machen    yi    können^ 
die  mit  seiner  Pflicht  als  Reichsoberhanpt  unvereinbar  seiend) 

Die  Niederländer  waren  über  die  Hartnäckigkeit  des  Kaisers 
entrüstet.  Sinkender f  bekam  harte  Worte  \n  hören  und  begann  an  dem 
Erfolge  seiner  Mission  {u  {wei/eln,  ^umal  der  französische  Gesandte 
nicht  müde  wurde,  die  Niederländer  vor  dem  Kaiser  f«  warnen.  Noch 
im  Januar  IT }2  fand  er  die  Situation  höchst  prekär.  Die  Vertreter  der 
meisten  Provinzen  gaben  ihm  :^u  verstehen,  dass  der  Abschluss  des  Vertra- 
ges unter  den  vorgeschlagenen  Bedingungen  ihnen  keinen  Nutzen  bringen 
würde,^)  Trotzdem  kam  bald  darauf  die  Einigung^  nicht  in  let:(ter  Linie 
durch  die  Vennittelung  des  englischen  Vertreters  im  Haag,  Chester- 
fieldy  {u  Stande.  Die  Generalstaaten  gaben  ihre  Einwilligung  ^^ur  Auf" 
nähme  der  Klausel,  durch  die  den  kaiserlichen  Untertanen  in  Belgien 
und  in  den  übrigen  ^u  Spanien  ehemals  gehörigen  italienischen  Gebieten 
der  Handel  mit  Waren  gestattet  werden  sollte,  die  auf  fremden  Schiffen 
und  in  fremde  Häfen  aus  Ostindien  gebracht  werden  würden,  und  be- 
gnügten sich  mit  der  von  Karl  VI.  zugestandenen  Deklaration  in  der 
ostfriesischen  Sache,  Die  grössten  Schwierigkeiten  verursachte  bei  den 
einzelnen  provinziellen  Beratungen  die  Furcht,  der  Kaiser  werde  die 
lariffrage,  die  ihre  Interessen  am  meisten  berührte,  willkürlich  ^u 
seinen  Gunsten  ordnen ,  falls ,  wie  sie  voraussahen ,  die  Lösung 
derselben  auf  dem  Kongresse  innerhalb  zweier  Jahre  nicht  erfolgen 
sollte.  Erst  als  Chesterfield  im  Auftrage  seiner  Regierung  das  bin- 
dende Versprechen  gegeben  hatte,  dass  England  eine  eigenmächtige  An- 
derung  der  gegenwärtig  bestehenden  Tarife  durch  den  Kaiser  nicht 
dulden  werde, ^)  wich  die  Besorgnis  der  Generalstaaten,  die  nun  nicht 
mehr  zög^i'teu,  den  mühsam  ^w  Staude  gekommenen  Accessionstraktat 
ZU  unterzeichnen. 

Gelegentlich  der  Ratifikation  desselben  ergab  sich  eine  Schwierig- 
keit, Der  Kaiser  weigerte  sich,  die  in  der  ostfriesischen  Frage  aus- 
gestellte Deklaration  {//  ratifizieren  oder  ihrer  in  dem  Ratifikations- 
akte überhaupt  .^w  gedenken,  weil  diese  Angelegenheit  in  sein  oberstes 
richterliches  Amt  einschlage,  und  über  derlei  Dinge  wohl  Versiche- 
rungen auszustellen,  aber  keine  Konventionen  ab{uschliessen  Brauch  sei,*) 
Man   berief  sich    dabei  auch    darauf,    dass    die  Dieden    am   10,  April 


»)   Weisung  d.  J.  21.  Nov,  1731,  St,-A.  (HollJ 

*)   Vgl,  Sinzendorfs  Berichte  vom  8.,  n).  u.  22,  Januar  17^2  St-A,  (HollJ) 
•)   Vgl.  Sinzendorfs  Berichte  d.  d,  2.  u.  11.  Fehr,  17^2  St,-A,  (Moll.) 
*)  Karl  VI.  an  Sin{endorf  j6.  Mär{  17^2,  St.-A. 


1^3^  Febr.  20.-  5^1 

ausgestellte  Deklaration  gleichfalls  aus  diesem  Grunde  in  den  Vertrag 
keine  Aufnahme  gefunden  habe  und  nicht  ratifiziert  worden  sei.  Doch 
gab  der  Kaiser  die  bindende  Zusage^  die  Bestimmungen  der  Deklaration 
genau  ^u  erfüllen,^) 

Quum  inter  Ser™^»»  et  Pot"*"""  principem  et  dominum  Ca- 
rolum  sextum,  Romanorum  imperatorem,  Hispaniarum,  utriusque 
Siciliae,  Hungariae  et  Bohemiae  regem,  archiducem  Austriae  etc. 
et  Ser"»""»  et  Pot"^"°»  principem  ac  dominum  Georgium  secun- 
dum  Magnae-Britanniae,  Franciae  et  Hyberniae  regem,  consi- 
derato  incerto  turbidoque  rerum  in  Europa  statu  perpensisque 
mature  mediis,  quibus  mala  ex  gliscentibus  in  dies  magis  ma- 
gisque  simultatibus  iamiam  eruptura  anteverterentur  et  publica 
tranquillitas  modo  quantum  fieri  potest  stabili  ac  perennaturo 
facilique  simul  et  prompta  ratione  firmaretur,  die  sexto  decimo 
Martii  anni  millesimi  septingentesimi  trigesimi  primi  Viennae 
Austriae  conventum  sit  de  certis  quibusdam  conditionibus  ge- 
neralibus,  quae  basis  loco  inservirent,  iuxta  quas  dissidentium 
in  Europa  principum  animi  conciliandi  et  controversiae,  quäe. 
inter  eosdem  non  absque  publicae  tranquillitatis  periculo  quam 
maxime  vigent,  componendae  forent,  atque  hunc  in  finem  trac- 
tatum  modo  memoratae  W^^  inierint  et  concluserint,  factoque 
iudicio  de  propenso  penitus  studio  celsorum  et  potentium  do- 
minorum  ordinum  generalium  unitarum  foederati  Belgii  pro- 
vinciarum  opus  tam  salutare  promovendi  eosdem  in  eodem 
tractatu  tanquam  unam  partium  principalium  contrahentium 
comprehenderint,  nuUi  dubitantes,  quin  modo  dicti  domini  or- 
dines  generale?,  quamvis  hie  tractatus  eodem  loco  et  tempore 
ex  parte  illorum,  ob  rationes  in  articulo  separato  indigitatas,  sub- 
scribi  et  signati  nequiverit,  tamen  pro  attingendo  tam  bonö 
scopo  stabiliendaque  quiete  publica  sese  altefatis  O*®  et  cätho- 
licae  ut  et  regiae  britannicae  M*'^"^  adiungere  haud  gravarentur; 
cumque  propterea  eundem  tractatum  die  16  Martii  Viennae  Au- 
striae conclusum,  ut  et  articulos  separatos  et  declarationes  eo- 
dem tempore  factas,  cum  iisdem  communicaverint  eosdemque  in- 
vitaverint,  ut  in  societatem  huius  tractatus  venire  eidemque  tan- 


')  Die  Deklaration  über  Ostfriesland  ist  u,  a.  abgedruckt  bei  Du  Mont 
Villi 2  2j6  ;  sie  gehört  aber  nicht,  wie  sie  dort  erseheint,  \ufn  Wiener  Traktat 
vom  16.  Mär\  17^1,  sondern  \um  Accessionstraktat  vom  20,  Febr.  17^2, 


54a 


173a  Febn  ao. 


quam  partes  principales  contractantes  sese  aggregare  vellent, 
qui  tractatus  ut  et  artictili  separat!  et  declarationes  de  verbo 
ad  verbum  transcripti  hie  sequuntun 

Es  folgt  (Ur  Verffiig  vom  i6.  Mär\;  der  Sepatataf  tÜtel   üörr  den  Atis^ 
sckluss  der  HH/deistung  gegen  die  Türken ;  die  j  Dtklarationtn  beiüglit^k  der 

Succ^ssian  m  Partnä  und  der  spaniichen  Besatiungen  in  Toseana ^  Parma  und 
Piacen^a  ;  der  Separatiirtiiu'l^  den  Einschluss  der  Niederlande  betreffend  und  die 
pragmatische  Stinkttan  vom  ig.  April  /7/|* 

Itaque  celsi  et  potentes  domini  ordines  generales  umtarum 
foederati  Belgii  provinciarum,  C**^  et  regiae  catholicae  suae  M*»» 
et  regiae  britannicae  suae  M***  laudatissimum  pro  bono  piiblico, 
pro  amovendis  dissidiorum  periculis  et  calamitatibus,  et  pro  con- 
servanda  pace  et  tranquillitate  publica  curam  et  soUicitudinem 
assensu  suo  comprobantes  simulque  testatum  facere  cupienteSi 
quanto  et  ipsi  boni  publici  et  pacis  studio  ferantur  quantique 
faciant  atque  honori  sibi  ducant  in  causa  tarn  aequa  et  in  pro- 
posito  tarn  laudabüi  cum  tantis  principibus  concurrere  atque 
O*®  regiaeque  catholicae  suae  M**  et  regiae  suae  M*^  Magnae- 
Britanniae  socios  se  adiungere,  hoc  aninjo  et  mtuitu  examioa- 
verunt  omnia  et  singula  in  dicto  tractatu,  articulis  separatis  et 
deckrationibus  comprehensa;  cumque  persuasissimum  ipsis  sit, 
sensum  et  meutern  minime  esse,  ut  per  verba  generalis  et  reci« 
procae  garantiae  in  articulo  primo  tractatus  expressae  quis- 
quam  contrahentium  censeatur  uUo  modo  obligari  ad  tuitionem 
sive  garantiam  tractatuum  uuüo  modo  notorum,  itaqua  hac 
fiducia  freti  tractatui  suprascripto  et  articulis  separatis  et  de- 
clarationibus  eo  modo  et  forma  qua  conclusi  sunt  tanquam  par- 
tes principales  contractantes  se  adiungere  decreverunt;  quod  ut 
ad  elTectum  perducatur,  plenam  potestatem  dederunt  deputatis 
et  plenipotentiariis  suis  dominis  Friderico  Gulielmo  Torck,  or- 
dinis  teutonici  equiti,  ex  ordine  nobilium  Geldriae  in  tetrar- 
chia  Velaviae»  consiliario  et  assessori  camerae  rationum  ducatus 
Gelriae  et  comitatus  Zutphaniae,  consuli  civitatis  Hattemensis; 
Johanni  Henri  CO  deWassenaer,  toparchae  in  Wassenaer,  Zuyd- 
wyck,  Opdam,  Hensbroeck,  Wogmeer,  Spierdyck,  libero  baroni 
de  Laege  etc,  ex  ordine  equestri  et  nobilium  Hollandiae  et 
Westfrisiae,  universitatis  Lugduno-Batavae  primo  curatori;  Si- 
moni  de  Slingeland,  ordinum  Hollandiae  et  Westfrisiae  con- 
siliario  et  pensionario;  Philippo  Jacobo  de  Borsselen  van  der 


1^2  Febr  20.  cij 

Hooge,  toparchae  in  Voorhoute,  quondam  scabino  et  senatori 
civitatis  Medioburgensis  in  Zeelandia,  consiliario  et  quaestori 
aerarii  in  Brabantia  ditionis  foederati  Belgii;  Joanni  Servasio  de 
Milan  Visconti,  sacri  Romani  imperii  libero  baroni,  domino 
castri  de  Nyeveld,  toparchae  in  Veldhuysen,  Beyleveld,  Ros- 
weyde,  Reyerscoop,  Lichtenberg,  Ouden-Rhyn  et  Heycoop,  ad 
divae  Mariae  Trajecti  canonico,  provinciae  Trajectinae  ordinibus 
primi  loci  adscripto,  aggeribus  Leccae  superiori  adsitis  praefecto 
ut  et  praefecto  aquis  et  silvis  dioceseos  Trajectinae;  Georgio 
Wolfgango  libero  baroni  in  Schwartzenberg  et  Hohenlandsberg, 
ex  parte  nobilium  in  consessu  ordinum  Frisiae  deputato,  ditio- 
nis Menaldumadeel  grietmanno,  Reinhardo  Burchardo  Rutgero 
de  Rechteren  sacri  Romani  imperii  comiti,  toparchae  in  Grams- 
bergen,  ex  ordine  nobilium  provinciae  Transisalaniae  et  Egero 
Tamminga,  toparchae  in  Maren  et  Maersbergen,  praetori  in 
Axel,  Neusen  et  Biervliet,  omnibus  in  consessu  dominorum 
ordinum  generalium  deputatis  ex  provinciis  Gelriae,  HoUandiae 
et  Westfrisiae,  Zeelandiae,  Ultrajecti,  Frisiae,  Transisalaniae  ac 
Groningae  et  Ommelandorum.  Et  quandoquidem  C®*  et  ca- 
tholica  sua  M****  ac  regia  sua  M^**  britannica  itidem  plena  po- 
testate  muniverint:  Sacra  quidem  C^  et  regia  catholica  M**» 
illustrissimum  et  excellentissimum  dominum  Franciscum  Wen- 
ceslaum,  sacri  Romani  imperii  thesaurarium  haereditarium,  co- 
mitem  a  Sintzendorflf,  liberum  baronem  in  Ernstbrunn,  dominum 
dynastiarum  Plana,  Gottschau,  Leiben,  Weiteneck,  Zelcking  et 
Matzlsdorf,  burggravium  in  Rheineck,  sacrae  O*  catholicae  suae 
M*^»  camerarium  et  consiliarium  actualem  intimum  atque  lega- 
tum  eins  extraordinarium  et  plenipotentiarium ;  sacra  autem  sua 
regia  M*»^  Magnae  -  Britanniae  consanguineum  et  consiliarium 
suum  dominum  Philippum  comitem  de  Chesterfield,  hospitii  sui 
regii  praefectum,  nobilissimum  ordinis  periscelidis  equitem  et 
legatum  suum  extraordinarium  et  plenipotentiarium. 

Qua  propter  modo  nominati  plenipotentiarii  una  congressi, 
communicatis  inter  se  consiliis  et  commutatis  plenipotentiarum 
tabulis,  de  modo,  quo  domini  ordines  generales  foederati  Belgii 
se  socios  in  dicto  tractatu  constituerent,  consenserunt  in  articu- 
los  sequentes  eandem  vim  cum  tractatu  habituros,  et  ad  maio- 
rem  quorundam  articulorum  elucidationem  convenerunt  prout 
sequitur : 


544  '^'3^  Febr.  ao. 

I. 

Domini  comites  a  Sintzendorff  et  a  Chesterfield  vi  pleni- 
potentiarum  suarum  et  nomine  tarn  C®*«  regiaeque  catholicae 
suae  M****  quam  regiae  suae  M*^*  Magnae-Britanniae  agnoscentes 
sensum,  quem  domini  ordines  generales  garantiae  generali  et 
reciprocae  in  articulo  primo  tractatus  attribuerunt,  genuinum 
et  verum  illius  esse  sensum,  quibus  ita  positis  cum  deputatis 
et  plenipoteiitiariis  dominorum  ordinum  tanquam  cum  parte 
principali  contractante  tractatum  et  articulos  suprascriptos  in- 
eundum,  subscribendum  et  sigillis  suis  confirmandum  pares- 
que  declarationes  mutuo  extradendas  susceperunt. 

n. 

Cum  articulo  primo  et  secundo  tractatus  die  i6  Martii 
anni  praeteriti  inter  suam  O»*"  et  catholicam  M*«°>  atque  regiam 
suam  M*®°^  britannicam  Viennae  conclusi  sancitum  quidem  sit, 
quod  garantiae,  de  quibus  inibi  sermo  est,  omnibus  viribus  ab 
iis,  qui  ad  easdem  explendas  se  obstrinxerunt,  praestandae  ve- 
nient;  de  modo  autem,  quo  id  fieri  debeat,  speciatim  tunc  pro- 
visiun  haud  fuerit,  necessarium  censuerunt  partes  contrahentes 
ea  quoque  de  re  peculiari  articulo  inter  se  convenire.  Conven- 
tum  proinde  inter  easdem  est,  quod  quotiescunque  casus  ga- 
rantiae, seu  in  articulo  primo  seu  in  articulo  secundo  anteme- 
morati  tractatus  expressae,  existet,  toties  teneantur  parti  laesae 
superstites  contrahentes  ab  initio  statim  et  intra  bimestre  tem- 
poris  spatium  a  facta  requisitione  computandum  submittere  au- 
xilia  sequentia,  unitim  vel  separatim:  Videlicet  sua  M**^  C^ 
catholica  octo  millia  peditum  et  quatuor  millia  equitum;  sua 
regia  M**^  Magnae-Britanniae  tantundem;  domini  autem  Status 
generales  quatuor  millia  peditum  et  mille  equites;  proviso  ta- 
men,  quod  si  auxilia  vel  in  Italiam  vel  in  Hungariam  ditiones- 
que  huic  regno  extra  imperium  adiacentes  requirerentur,  C®*® 
et  catholicae  suae  M*^  facultas  et  optio  relinquetur  ab  ordini- 
bus  generalibus  petendi  vel  naves  bellicas  vel  onerarias,  vel 
pecuniam  ad  valorem  auxilii  ab  ipsis  praestandi,  militem  autem 
ipsum  in  Italiam  vel  in  Hungariam  et  ditiones  huic  regno  extra 
imperium  adiacentes  mittere  ordines  non  teneantur.  Quod  si  sua 
O*  catholica  M**®  aut  eius  haeredes  ac  successores  existente  uti 
supra  dictum  est  uno  alterove  garantiae  casu  aliis  quoque  in 
ditionibus   naves  bellicas  aut  onerarias  vel   etiam  subsidia  pe- 


1732  Febr.  20.  cac 

cuniaria  submitti  sibi  mallet,  quod  in  illius  arbitrium  reponitur, 
eo  casu  petitae  naves  pecuniaeque  altefatae  suae  M*>  C®*«  aut 
eius  haeredibus  ac  successoribus  subministrabuntur  ad  mensu- 
ram  sumptuum  in  militem  impendendorum ;  et  ut  omnis  ambi- 
guitas  circa  calculum  seu  aestimationem  dictorum  sumptuum 
tollatur,  placuit  mille  pedites  menstruatim  ad  valorem  decem 
millium  florenorum  hoUandicorum,  mille  vero  equites  ad  tri- 
ginta  millia  florenos  hoUandicos  menstruatim  aestimari,  eadem 
intuitu  navium  proportione  observata;  ubi  vero  auxilia  supra 
enumerata  impendenti  necessitati  imparia  forent,  partes  contrac- 
tantes  de  ferendis  amplioribus  suppetiis  indilatim  convenient, 
teneanturque  pro  repellenda  vi  hostili  ac  procuranda  parti  laesae 
satisfactione  ac  reparatione  et  plena  securitate  casu  exigente 
socium  Omnibus  viribus  adiuvare  bellumque  aggressori  de- 
nuntiare. 

m. 

Quandoquidem  articulus  quartus,  eo  quo  positus  est  in 
tractatu  loco,  dubium  excitare  posset,  num  aeque  ad  sequentes 
quam  ad  praecedentes  articulos  spectaret  omnesque  articuli  trac- 
tatus  nuUo  excepto  eiusdem  valoris  sint  paremque  obligationem 
inferant,  proinde,  ne  quod  dubium  supersit,  communi  consensu 
declaratur,  articulum  hunc  quartum  ad  omnes  tractatus  articulos 
aequaliter  applicandum  esse  locumque  in  tractatu  illi  assignatum 
nullius  esse  consequentiae.  ^) 

IV. 

Quandoquidem  articulus  quintus  ad  commercium  indicum 
spectans  explanatione  quadam  indigere  videtur,  conventum  est: 

Primo  quod,  quantum  ad  Indias  occidentales  attinet,  partes 
contrahentes  bona  fide  se  conformabunt  ad  normam  tractatus 
Monasteriensis^)  in  omnibus  et  singulis,  quae  de  navigatione  et 
commercio  ad  Indias  occidentales  ibidem  statuta  sunt. 


')  Dieses  Begehren  hatten  die  Niederländer  gleich  \u  Beginn  der  Ver- 
handlungen gestellt  und  Karl  VI.  hatte  sich  sofort  bereit  gezeigt  dasselbe  \u 
befriedigen. 

*)  Sin\endorf  hatte  vorgescJUagen  den  Artikel  VL  des  Vertrages  von 
Münster  \u  nennen,  und  die  Generalstaaten  hatten  sich  damit  einverstanden  er- 
klärt. In  letzter  Stunde  aber  protestierten  die  Vertreter  der  Provin\  Holland 
dagegen,  da  sie  meinten,  die  Erwähnung  des  Artikels  VL  und  die  Nichterwäh- 
nung des  dieselbe  Materie  betreffenden  Artikels  V,  könnte  ^r  Meinung  Anlass 
österreichisch-englische  SUatsrertrSge.  Bd.  I.  35 


5^/^  tfy^  Febr.  la 

Deinde  qucNl,  qaemadmodum  articulo  quinto  tractatos  däe 
decim^  sexta  Martii  anni  praeteriti  Viennae  conclua  statatmn 
Sit,  quod  cessare  iUico  penitus  et  in  perpetuum  debeat  ooine  ex 
Belgio  austriaco  ac  ex  ditionibus,  quae  tempore  Caroli  secundi 
regis  catholici  sub  Hispana  dominatione  erant,  in  Indias  oiien- 
tales  commercium  et  navigatio,  sie  etiam  vice  versa  onme  coni- 
mercium  et  navigatio  ex  Indiis  orientalibus  in  Belgium  austria- 
cum  et  in  ditiones  modo  dictas  eodem  modo  cessare  debeat; 
atque  propterea  sacra  sua  C«*  M*"  promittit  et  se  obstringit, 
quod  bona  fide  efTectui  sit  datura,  ne  vel  Ostendana  societas 
vel  quivis  alius  seu  in  Belgio  austriaco  seu  in  ditionibus,  uti 
dictum  est  quae  tempori  Caroli  secundi  regis  quondam  catho- 
lici sub  Hispana  dominatione  erant,  existens  huic  in  perpetuum 
stabilitae  normae  directe  vel  indirecte  unquam  contraveniat 

Prohibitum  tamen  non  sit  subditis  dictarum  ditionum  C«*« 
catholicae  suae  M*^"  emere  aut  vendere  merces  ex  Indus  orien- 
talibus venientes  aliorum  navibus  alibi  ex  Indiis  istis  advectas 
et  mercaturam  cum  iis  exercere  ubicunque  locorum. 

Excipiuntur  tamen  duae  naves,  quas  Ostendana  societas 
unica  adhuc  vice  ex  Ostendano  portu  vel  alio  loco  ad  monar- 
chiam  hispanicam  quondam  spectante  versus  Indias  orientales 
expedire  poterit,  ut  inde  Ostendam  vel  alium  in  portum  Flan- 
driae  vel  ditionis  quondam  hispanicae  redeant,  quod  licitum  erit. 

Duae  hae  naves  in  Indias  orientales  navigaturae  ibidemque 
commercia  exerciturae  sese  abstinebunt  ab  omnibus  locis,  por- 
tubus  et  oris,  quas  societates  Indiae  orientaüs  Magnae-Britanniae 
et  reipublicae  foederati  Belgii  in  Indiis  possident  et  ab  illis  locis 
ubi  commercio  privative  actualiter  fruuntur;  neque  dictis  dua- 
bus  navibus  fas  erit  iter  suum  extendere  ultra  viginti  novem 
menses  a  die  primo  Octobris  anni  millesimi  septingentesimi  tri- 
gesimi  secundi^)  computandos,  solo  casu  naufragii  excepto.  An- 
tequam  etiam  modo  dictae  duae  naves  e  portu  Ostendano  vela 
faciant,  nomina  illarum  ut  et  praefectorum  sive  capitaneorum, 
simul  etiam  earum  magnitudines  Magnae-Britanniae  et  reipub- 
licae foederati  Belgii  dcclaranda  erunt  iisque  nomine  suae  regiae 

gehen y  als  habe  dieser  Artikel  seine  Geltung  verloren.    Vgl.  Sin\endorfs  Bericht 
ii.  </.  //.  Febr.  17:12  St.-A,  (Holl.) 

')  Die  Festsetzung  des  ersten  Oktober  iy^2  als  Ausgangstermin  für  die 
2Q  Monate,  die  den  beiden  Schiffen  \ugestanden  nur  den,  war  erst  nach  viel- 
fachen  Verhandlungen  der  kaiserlichen  und  staatischen  Deputierten  erfolgt. 


1^32  Febr.  20.  c^»^ 

Magnae-Britanniae  M*^^^  et  celsorum  ac  potentium  ordinum  ge- 
neralium  foederati  Belgii  intra  tres  septimanas  a  facta  declara- 
tione  numerandas  literae  dabuntur  ad  dispositionem  huius  ar- 
ticuli  sese  referentes  atque  serio  iniungentes,  ut  a  subditis  tum 
Magnae-Britanniae  tum  foederati  Belgii  ubicunque  locorum  de- 
gentibus  non  tantum  vis  nulla  navibus  hisce  fiat,  sed  potius, 
casu  quo  vi  tempestatis  vel  alia  necessitate  ad  loca  a  dictis  so- 
cietatibus  possessa  appellere  cogantur,  illis  omnia  officia  prae- 
stabuntur,  quae  amicis  gentibus  exhiberi  consuetum  est 

Praesens  instrumentum  a  sacra  O*  catholica  M*«,  a  sacra 
regia  Magnae-Britanniae  M^  et  a  celsis  ac  potentibus  ordinibus 
foederati  Belgii  ratihabebitur  et  approbabitur  intra  terminum 
sex  septimanarum  a  die  subscriptionis  computandarum  aut  citius 
si  fieri  poterit,  atque  ratihabitionum  tabulae  Hagae  Comitum  in- 
vicem  extradentur  et  commutabuntur. 

In  quorum  fidem  roburque  nos  supranominati  legati  ex- 
traordinarii  et  plenipotentiarii  tam  sacrae  suae  C«*«  et  regiae 
catholicae  M*»^  quam  sacrae  suae  regiae  M*^®  Magnae-Britanniae, 
ut  et  deputati  et  plenipotentiarii  dominorum  ordinum  generalium 
unitarum  Belgii  provinciarum  plena  facultate  omnes  muniti,  trac- 
tatum  hunc  propriis  manibus  subscripsimus  et  sigillis  nostris 
munivimus. 

Acta  haec  sunt  Hagae  Comitum  die  vigesimo  mensis  Fe- 
bruarii,  anno  millessimo  septingentesimo  trigesimo  secundo. 

L.  S.  F.  W.  comes  Sintzendorff.  L.  S.  Chesterfield.  L.  S.  F.  W.  Torck. 

L.  S.    J.  H.  V.  Wassenaer. 

L.  S.    S.  van  Slingelandt. 

L.  S.    P.  J.  van  Borssele  van  der  Hooghe. 

L.  S.    J.  S.  de  Milan- Visconti. 

L.  S.    G.  W.  B.  in  Schwartzenberg  et  Hohenlansberg. 

L.  S.    R.  B.  R.  comes  a  Rechteren. 


Articulus  separatus. 

Ratione  articuli  secundi  tractatus  sexto  decimo  mensis 
Martii  anni  praeteriti  1731  porro  conventum  est  inter  partes 
eundem  tractatum  contrahentes,  quod  quoties  illa  ex  archiduci- 
bus  foeminis,  ad  quam  iuxta  ordinem  succedendi  in  sanctione 
pragmatica  de  anno  17 13  expressum  futuris  temporibus  omnia 
regna  et  provinciae  haereditariae,   quas  sua  sacra  C«*  catholica 

35^ 


548  »732  Febr.  20. 

M**^  modo  possidet,  actu  devolventur,  nupta  fuerit  principi  tanta 
demum  potentia  et  tot  statibus  praedito,   ut  si  ea  potentia  sta- 
tusque  ii  regnis  ac  provinciis  haereditariis,  quas  serenissima  do- 
mus  austriaca  iamiam  possidet,  unirentur,  iustae  inde   et  legiti- 
mae  formidinum  causae  pro  communi  Europae  tranquilütate 
eiusdemque  aequilibrio  nascerentur,  toties  liberum  sit  ac   esse 
debeat  huic  principi,  vel  transferendo  ditiones  antea  ad  ipsum 
spectantes  in   proximum  agnatum  iure  et  beneficio  guarantiae, 
quae  in  articulo  secundo  tractatus  die  16  Martii  anni  praeteriti 
conclusi  sancita  est,  uti,  vel,  si  ditiones  antea  ad  ipsum  spec- 
tantes retinere  velit,  huic  guarantiae  iuri  ac  beneficio  renuntiare; 
ita  quidem  ut  priore  in  casu  sua  sacra  M*^  britannica  et  celsi 
ac   potentes   ordines  foederati  Belgii  ad  implendas  guarantiae 
leges  aeque  teneantur,  ac  si  praefata  archidux  foemina  principi 
tanta  potentia  praedito  nupta  haud  fuisset,  posteriore  vero  in 
casu  antea  memorata  sua  M**^  britannica   et  celsi  ac  potentes 
Status  generales  foederati  Belgii  liberi  sint  a  guarantia   saepe 
citato  articulo  secundo  tractatus  supramemorati  promissa,  salva 
caeteroquin  in  omnibus  aliis  casibus  sub  exceptione  hac,   qnae 
in  praesenti  aiticulo  separato  continetur,   haud  comprehensis 
manente  regula  in  praefato  articulo  secundo  tractatus  die  16 
Martii  anni  praeteriti  1731  stabilita. 

Articulus  hie  separatus  eandem  vim  ac  robur  habeat,  ac 
si  ipsi  tractatui  de  verbo  ad  verbum  esset  insertus,  atque  eodem 
modo  et  intra  idem  temporis  spatium  quo  ipse  tractatus  rati- 
habebitur  et  ratihabitionum  tabulae  invicem  extradentur. 

In  quorum  fidem  nos  infrascripti  vigore  plenipotentianim 
hodie  invicem  exhibitarum  hunc  articulum  separatum  subscrip- 
simus  et  sigillis  nostris  communivimus. 

Actum  Hagae  Comitum  die  vigesimo  mensis  Februarii 
anno  millesimo  septingentesimo  trigesimo  secundo J) 


•)  Dieselben  Unterschriften  wie  im  Hauptvertrage.  Der  Separatartikel, 
der  die  Seemächte  von  der  Verpflichtung  entband^  den  Kaiser  gegen  die  Türken 
\u  unterstützten,  sowie  die  j  Deklarationen  bezüglich  der  Succession  in  Parma 
und  der  Einführung  spanischer  Besatzungen  in  die  festen  Plät\e  Toskana* s,  Par- 
ma*s  und  Piacen^a's  wurden  gleichfalls  erneuert.  Sie  stimmen  wörtlich  mit  den 
p.  y02  ff,  abgedruckten  Akten  über  ein ;  hinzugefügt  ist  nur  die  Bemerkung,  dass 
sie  dieselbe  Geltung  haben  sollten,  als  ob  sie  von  den  staatischen  Vertretern  am 
16.  Mär{  ij^i  unterzeichnet  worden   wären* 


174»  März.  549 

33. 

Projekt  eines  Büminisses  ^Lüischen  Maria  Theresia,  Georg  IL, 
Friedrich  Augtist  IL  von  Sachsen-Polen  und  den  Generalstaaten 
^ur  Äußre hthaltung  der  pragmatischen  Sanktion;  entworfen 
{//   Wien  Anfang  Mär^  ^74^- 

Eine  Kopie  dieses  Projektes  befindet  sich  im  St.-A,  als  Beilage  ^ur  Weisung 
an  Ostein  d,  d.  1^41  Mär\  /^. 

Die  Beziehungen  :^ischen  Karl  VL  und  Georg  IL  waren  in  den 
letiien  Regicrungs jähren  des  Ersteren  nicht  gerade  die  freundschaft- 
lichsten. Man  braucht,  um  sich  von  der  Richtigkeit  dieser  Behauptung 
{u  überzeugen,  nur  die  Instruktion  {u  lesen,  die  Karl  VL  wenige  Mo- 
nate vor  seinem  Tode  dem  Grafen  Johann  Friedrich  Ostein  zukommen 
Hess,  als  er  ihn  an  Stelle  Wasners  z^itn  Botschafter  am  englischen 
Hofe  ernannte,^)  Das  mehr  als  hundert  Seiten  umfassende  Schrift- 
stück ist  eine  überaus  scharfe  Anklageschrift  gegen  Georg  IL  und 
die  englischen  Minister,  und  legt  deutlich  Zeugnis  von  dem  tiefen 
Grolle  ab,  den  der  Kaiser  gegen  sie  empfand,  Selbstsucht  und  Treu- 
losigkeit wirft  er  ihnen  vor  und  ist  bestrebt  den  Nachweis  z}i  erbringen, 
dass  sie  in  keinem  Punkte  die  Verpflichtungen  erfüllt  hätten,  die  sie  im 
Jahre  lyßi  übernommen  hatten.  Er  brandmarkt  ihr  Vorgehen  in  dem 
Momente,  da  Österreich,  in  einen  schweren  Krieg  mit  den  bourbonischen 
Höfen  verwickelt,  ihre  im  Vertrage  von  ijßi  garantierte  Hilfe  in  An- 
spruch nahm,  „Die  Vorteile  im  westindischen  Commercio,  womit  eine 
Nation  vor  der  anderen  von  Spanien  begünstiget  werden  kann,  gaben  eine 
sehr  kräftige  Anlockung  ab,  welcher  sich  die  Königin  von  Spanien 
ZU  Erreichung  ihrer  Absichten  trefflich  wohl  ^u  bedienen  wusste,^' 
Er  zeigt,  wie  England  aus  egoistischen  Gründen  die  verspro- 
chene Hilfeleistung  versagte ;^)  er  weist  nach,  dass  er  in  der  pol- 
nischen Wahlfrage  keinen  Schritt  ohne  Englands  Mitwissen  gethan, 
dass  daher  der  Vorwand ,  unter  dem  die  Engländer  ihre  Unter- 
stützung  verweigert    hatten,    ein    nichtiger    gewesen    sei^) ,    „und   ist 


*)  Instruktion  für  Johann  Friedrich  Graf  Ostein  d,  d,  ly,  Juli  1740  St.- A. 

*)  In  den  Berichten  Kin^ky's  und  in  den  Weisungen  Karls  VI,  an  ihn 
spielen  diese  Angelegenheiten  eine  wichtige  Rolle;  es  liegen  auch  eine  Reihe  Er^ 
klärungen  der  beiden  Regierungen  vor,  die  aber  in  diesem  Zusammenhange  nicht 
\um  Abdruck  gelangen  können.  Die  wichtigsten  dieser  Erklärungen  sind  datirt 
75.  Aug,y  6.  Okty  p.  und  26.  Nov.  77?^.  St,-A, 

3)  In  der  —  Anm,  2  —  erwähnten  und  in  späteren  Erklärungen  hatte  England 
diese  Ansicht  vertreten.  Ich  möchte  in  diesem  Zusamenhange  darauf  aufmerksam 


ccQ  1741  März. 

durch  die  gan^e  Zeit  des  fürgedauerten  Kriegs  von  beeden  Seemächten 
nichts  anders  beschehen,  als  dass  sie  sich  einander  den  Ballen  ^ge- 
warfen  und  von  England  der  Republik  Holland,  von  dieser  aber  jener 
Krofi  die  Schuld  der  Untreue  beigemessen  worden  ist^  Den  Gipfel 
der  Treulosigkeit  aber  habe  Georg  IL  erreicht,  als  er  mit  den  Nieder- 
Idndern  gemeinsam  „auf  eine  so  unfreundliche  Art,  dass  schwerlich  ein 
in  etwas  nur  beikommendes  Beispiel  in  detien  Geschichten  {ti  finden 
sein  wird,  unsere  Einwilligung  ^u  noch  schädlicheren  Friedensbeding- 
nussen  als  die  nachhero  geschlossenen  Praeliminarien  (mit  Frankreich) 
in  sich  enthalten'^,  habe  er:^ingen  wollen,  ^)  Die  Erklärung  Robinsons, 
der  Kaiser  habe  keine  Hilfe  von  den  Seemächten  {u  erwarten,  „wenn 
auch  gar  der  Feind  in  dieses  unser  Eriher^ogtum  eindringen  würdet ^ , 
habe  Karl  VI.  am  ),  Okt.  ijßß  ;ium  Abschlüsse  der  Wiener  Präli- 
minarien unter  Bedingungen  genötigt,  die  ihm  gegen  den  Erwerb  Tos- 
cancCs,  Parma  s  und  Piacen^a's  den  Besit^  Lothringens,  Neapels  und 
Siiiliens  und  einzelner  Gebiete  der  Lombardei  gekostet  hätten.  Aber 
auch  nach  dem  Abschlüsse  dieses  für  Österreich  so  ungünstigen  Ver- 
trages, an  dem  die  Engländer  mit  in  erster  Linie  die  Schuld  trugen, 
hätten  sie  ihr  Benehmen  nicht  geändert^  die  Bitten  des  Kaisers  wegen 
Aufnahme  Toscanas  unter  die  ihm  ^u  garantierenden  Besitj(ungen  :^ur 
^selben  Zeit  abgelehnt^  da  sie  Don  Carlos  die  Garantie  des  Königreiches 
beider  Siiilien  aus  freien  Stücken  anboten. 

Und  in  gleich  heftiger  Weise  warf  Karl  VI.  den  Engländern  ihr 
uniiemliches  Vorgehen  in  der  belgischen  Handels-  und  lariffrage  x)or  ; 
dass  sie  in  Gemeinschaft  mit  den  Niederländern  allen  gegebenen 
Zusicherungen  {um  Trotte  des  Kaisers  wiederholtes  Begehren  nach 
Abschluss  eines  neuen  Handelsvertrages  unberücksichtigt  gelassen,  dass 
sie  die  durch  hohe  Abgaben  gedrückten,  durch  den  Verlust  des  osten- 
dischen  Handels    schwer  geschädigten   belglischen   Untertanen  gän:{lich 


machen,  dass  Georg  IL  als  Kurfürst  von  Hannover  Jem  Kaiser  ein  Hilfskorps 
{ur  Verfügung  stellte.  Der  darauf  bezügliche  Vertrag  wurde  am  g^oo.  April 
ij^4  in  London  unterzeichnet,     VgL  Bittner  Nr,  821. 

»)  Im  St.-A.  und  im  R.  O.  liegen  eine  gan\e  Reihe  von  Projekten,  die  sich 
auf  die  Vermittlung  des  Friedens  {wischen  Österreich  und  Frankreich  beliehen 
und  von  den  Seemächten  oder  von  England  allein  verfasst  worden  sind;  die- 
selben können  aber  in  diesem  Zusammenhange  keine  weitere  Berücksichtigung 
finden ;  ebensowenig  die  verschiedenen  „Memoires  coneernant  les  affaires  de 
Bergues  et  de  Juliers**,  die  gelegentlich  der  {wischen  England  und  Österreich 
viel  erörterten  Frage  der  Ordnung  der  jülich-bergischen  Erbschaft  entworfen 
worden  sind. 


171 1   Marz.  ccj 

{w  vernichten  gesucht  hätten,  jooo  Häuser  stehen  in  Antwerpen  leer 
und  das  verdanken  wir  den  Seemächten ,  ruft  der  Kaiser  erbittert  aus, 
vor  allem  Georg  IL,  der  durch  seine  Haltung  die  Niederländer  er- 
mutigt hat ,  des  Kaisers  Forderungen  gering  ^//  achten  und  die  ver- 
sprochene Ordnung  der  Tariffrage  unter  leeren  Ausflüchten  ^u  verei- 
teln. Und  wie  erregt  spricht  der  Kaiser  von  dem  Undanke  Georgs  //., 
als  Kurfürsten  von  Hannover ;  wie  bitter  beklagt  er  sich  über  die  :(wei- 
de-  tige  Haltung,  die  dieser  Fürst  in  allen  Reichsfragen  beobachtet, 
über  die  Ränke,  die  er  gesponnen  habe,  um  die  dem  Kaiser  so  wichtige 
Ordnung  der  jülich-bergischen  Streitfrage  {u  verschleppen.^)  „Mit 
einem  Wort,  man  wusste  jeder  Sach  eine  solche  Gestalt  ^//  geben,  dass 
es  einerseits  nie  an  Entschuldigungen,  andererseits  nie  an  Ausstellungen 
ermanglen  konnte,  der  Sachen  wahrer  Grund  möchte  gleich  noch  so  hell 
in  die  Augen  leuchtend 

Freilich  konnte  sich  Karl  VI.  nicht  verhehlen,  dass  seit  einiger 
Zeit  eine  Wetidung  in  der  Haltung  der  Engländer  und  ihres  Herr- 
schers eingetreten  war ,  dass  sie  sich  dem  Wiener  Hofe  ^i  nähern 
suchten  und  Geneigtheit  geigten,  die  Be:^iehungen  ^  demselben 
freundschaftlicher  ^u  gestalten.  Aber  weniger  als  je  konnte  sich  Karl  VI. 
darüber  täuschen,  dass  es  nur  egoistische  Motive  waren,  die  ^u  diesem 
Wechsel  der  Politik  Anlass  gaben.  Die  Bemühungen  der  Engländer, 
durch  ein  weitreichendes  Entgegenkommen  die  ihnen  so  wertvolle  Freund- 
schaft Spaniens  \u  erhalten,  hatten  nur  vorübergehenden  Erfolg  gehabt. 
Allmählig  enthüllte  sich  den  englischen  Ministern  der  End^^eck  de^ 
französisch- spanischen  Verbindung ;  sie  mussten  erkennest,  dass  diese 
Mächte  sich  nicht  allein  gegen  Österreich,  sondern  auch  gegen  Englands 
immer  drohendere  maritime  Gewalt  geeinigt  hatten,  dass  sie  fest  ent- 
schlossen waren,  sich  der  ihnen  beiden  gleich  schädlichen  Ausdehnung 
des  englischen  Handels  in  den  südamerikanisch-spanischen  Colonien  ^u 
widersetzen.  Jet^t  begann  \\<alpole  —  der  leitende  englische  Minister  — 
einzusehen^  dass  er  einen  Fehler  begangen,  als  er  stille  gesessen  und 
ruhig  zugesehen  hatte,  wie  die  bourbonischen  Höfe  dem  Kaiser  Neapel 
und  Sizilien  entrissen  ;  dass  sich  die  englischen  Kaufleute  geirrt  hatten, 
als  sie  annahmen,  dass  es  ihren  Interessen  nur  förderlich  sein  könne, 
wenn  die  süditalienischen  Häfen  statt  im  Besitze  des  Kaisers  z^  bleiben, 
„der  den  Engländern  das  Commercium  in  Neapolis  und  Sizilien  vsr^ 
darben  habe^' ,  in  den  der  Spanier  gelangen  würden.  Und  da  alle  Be-' 
mühungen^  den  Konflikt  gütlich  beizulegen,  scheiterten,  da  im  Jahre 
ijjp  England  den  Krieg  gegen  Spanien  eröffnen  musste  und  voraus- 
zusehen war,   dass  der  offene  Kampf  gegen  Frankreich    alsbald  werde 


CC2  174'  M'ärz. 

aufgenommen  werden  müssen,  schien  es  der  englischen  Regierung  j^wrck- 
mässig,  sich  die  Unterstützung  jener  Macht  ^u  sichern,   die  einst  ^m 
Kampfe  gegen  die  Bourbonen    die  Hand  entgegengestreckt  hatte.      Und 
noch    einen  Grund  hatten    die   leitenden   Staatsmänner   Englands ,    die 
Freundschaft  Österreichs    {u  suchen.     Seit   dem  Jahre  171p  hatte    die 
Wiener  Regierung,    dem  allgemeinen  Zuge   der  Zeit  folgend,    strenge 
Massregeln  ^um  Schutze  der  aufblühenden  heimischen  Industrie  ergriffen 
und  eine  gan^e  Reihe  von  Verordnungen  erlassen,  durch  die  der  eng- 
lische Handel  in  den  österreichischen  Ländern  schwer  getroffen  wurde.  ^) 
Alle  Bemühungen  der   englischen  Regierung,  dieser  Bewegung  Einhalt 
^u  gebieten,  waren  vergebene  geblieben;   auch  die  Androhung   entspre- 
chender Gegenmassregeln  hatte  nicht  den  gewünschten  Erfolg  gehabt; 
immer  wieder  hatten  die  kaiserlichen  Minister  betont,  dass  die  feind- 
selige Haltung  der  Engländer  in    allen  Fragen    der  europäischen    und 
deutschen    Politik    ein  Entgegenkommen   in  Handelsangelegenheiten  er- 
schwere.    Je  mehr   aber  gerade   der  Kaufmannswelt  im  Hinblicke  auf 
die  immer  bedroht  icher eyi  Konflikte  mit  Spanien  an  der  Herstellung  guter 
Handelslbe{iehungen  j[«  Österreich  lag,  desto  dringender  schien  es  dem 
englischen  Ministerium  den   Wünschen  dieses   ausschlaggebenden   Teiles 
der  Bevölkerung  entgegenzukommen.     In  diesem  Sinne  waren  seit  dem 
Jahre  1738  von  Robinson   Versuche  unternommen  worden,    den  Kaiser 
lum  Abschlüsse  eines  österreichisch-englischen  Handelsvertrages  ^u  ver- 
mögen, und  {ur  Förderung  dieses  Planes  hatte  der  englische  Gesandte 
*' alles  mögliche  getan,    um  das  Misstrauen    des  Kaisers  und  der  öster- 
reichischen  Minister  -^u  fje  seit  igen.     Das  war  ihm  nun  nicht  gelungen^ 
Wohl  Hess    sich  Karl  VI.  in   Unterhandlungen  ein.,    wohl  wurden  sei- 
tens der  kaiserlichen  Deputierten  mit  dem  eigens  {u  diesem  Zwecke  aus 
England   nach    Wien  berufenen   Fachmanne    Verhandlungen    begonnen; 
allein    die  Differenzen    waren    viel  ^n  gross,    als    dass  die  gewünschte 
Einigung  alsbald  hätte  erfolgen  können.     Und  an  demselben  Umstände 
scheiterten    auch    die  Bemühungen    Robinsons ,    den    Kaiser   j^u    Abma- 
chungen gegen  die  honrhonischen  Höfe  {u  vermögen. 

„Solange  Walpole  am  Ruder  ist,  lautet  die  betreffende  Stelle  der 
für  Ostein  bestimmten  Instruktion ,  ist  kein  Wechsel  der  englischen 
Politik  {u  erwarten ;  die  Nation  ist  allerdings  mehr  für  uns,'^  Ostein 
sollte  die  bestimmte  Erklärung  abgeben,  dass  Karl  VI  die  mit  Frank- 


>)   VgL  die  Einleitung  \u  dem  weiter  unten  jbgedruckten  Handelsvertrags- 
entwürfe  vom  Jahre  174^. 


174'  März.  cc^ 

reich  eitigegan}ycncn  V er pfl ichhingen  halten  und  nichts  unternehmen 
werde,  was  dieser  Macht  einen  berechtigten  Grund  geben  könnte,  die 
übernommene  Garantie  der  Erbfolgeordnung  {it  verweigern.  Der  Kaiser, 
sollte  Ostein  den  englischen  Ministern  sagen,  wolle  die  Verträge  von 
i/ßi  und  I7ß2  halten,  fordere  aber  ein  gleiches  von  den  Engländern; 
er  sei  bereit,  mit  den  Seemächten  gemeinsam  eine  in  diesem  Sinne  lau- 
tende  Erklärung  abj{ugeben,  weigere  sich  aber  auf  das  bestimmteste,  in 
den  gegenwärtigen  Krieg  :{wischen  England  und  Spanien  einzutreten. 
Man  sieht,  wie  sich  im  Laufe  der  Jahre  die  Verhältnisse  geändert 
hatten ;  lange  Zeit  hatte  Karl  VI.  um  die  Freundschaft  der  Engländer 
geworben,  jet^t  ^ögerte  er  die  ihm  entgegengestreckte  Hand  Georgs  II. 
{u  ergreifen. 

Mit  dem  Tode  Karls  VI.  aber  trat  von  neuem  ein  Wechsel  ein. 
Denn  nun  war  die  neue  Herrscherin  Österreichs  ihrerseits  genötigt, 
die  Hilfe  Englands  gegen  jene  Fürsten  an:^urufen,  die  ihr  den  ruhigen 
BesitT^  der  ererbten  Länder  nicht  gönnen  wollten,  Dass  Georg  IL  in 
seiner  Thronrede  am  2p.  Nov.  1740  die  Erklärung  abgab,  er  wolle  die 
Osterreich  gegenüber  übernommenen  Verpflichtungen  im  Einverständnisse 
mit  den  übrigen  durch  ähnliche  Verträge  gebundenen  Mächten  erfüllen, 
bereitete  der  jungen  Herrscherin  grosse  Freude ;  noch  grössere  die  Ein- 
mütigkeit, mit  der  Anhänger  und  Gegner  des  Ministeriums  Walpole 
der  königlichen  Erklärung  beigestimmt  und  ihre  Unterstützung  bei  der 
Verwirklichung  derselben  angesagt  hatten.  Freilich  handelte  es  sich 
damals  nur  um  die  Ansprüche,  die  der  von  Frankreich  unterstüt^^ie 
Kurfürst  von  Baiern  erhob,  und  Maria  Theresia  wusste,  dass  England 
im  eigenen  Interesse  dem  Zerfalle  Österreichs  oder  der  Schwächung 
dieser  Macht  ^u  Gunsten  Frankreichs  vorzubeugen  wünsche  und  dar- 
auf rechne ,  sie  auf  diesem  Wege  -[«r  Teilnahme  am  Kriege  gegen 
Spanien  und  gegebenen  Falles  auch  gegen  Frankreich  ^tt  vermögen, 
wenn  dieses  {u  Gunsten  des  verwandten  Herrscherhauses  eingreifen 
sollte.  Allein  was  giengen  die  Beweggründe  des  Inselvolkes  die  junge 
Königin  an.  Sie  kannte  nur  ein  Ziel,  die  ungeschmälerte  Behauptung 
des  ihr  vom  Vater  hinter lassenen  Besitzes  gegen  jeden  Angriff.  Des- 
halb zögerte  sie  auch  keinen  Augenblick  die  Hilfe  Englands,  wie  gegen 
den  Kurfürsten  von  Baiern,  so  auch  gegen  den  Preussenkönig  in  An- 
spruch z^  nehmen,  als  dieser  schnell  und  unerwartet  in  Schlesien  ein- 
fiel und  seine  Rechte  auf  Teile  ihres  Besitzes  geltend  machte.  Und  da 
König  Georg  IL  von  Hass,  Eifersucht,  Furcht  und  Abneigung  gegen 
seinen    Neffen    erfüllt,    ihr   abriet   die   Forderungen   Friedrichs  IL   zu 


cc^  1741  MUrz. 

erfüllen,  da  er  ihr  das  Versprechen  gab,  mit  seinen  hannoverani sehen 
und  mit  den  in  Englands  Solde  siehenden  hessischen  und  dänischen 
Truppen  wider  Preussen  ins  Feld  j[u  j(iehen  und  dringend  die  Ab  Sen- 
dung einer  eigenen  Vollmacht  für  Ostein  forderte,  damit  dieser  ein 
enges  Bündnis  {wischen  Österreich  und  England  schliessen  könne, 
gieng  Maria  Theresia  mit  Eifer  auf  die  Pläne  des  englischen  Königs 
ein.  Sie  hatte  damals  noch  keine  Kenntnis  davon,  dass  Georg  IL  nur 
in  seinem  Namen  sprach,  wenn  er  einen  energischen  Vorstoss  gegen 
den  Preussenkönig  als  notwendig  b e:{c lehnet e ,  während  der  grösste  Teil 
der  englischen  Nation  einen  Kampf  gegen  Friedrich  IL  nicht  wünschte, 
vielmehr  der  Ansicht  war,  Maria  Iheresia  möge  den  Frieden  mit 
Preussen  durch  eine  entsprechende  Gebietsabtretung  erkaufen  und  auf 
diesem  Wege  Preussen  ^um  Verbündeten  gegen  die  von  Baiem  und 
Frankreich  drohende  Gefahr  gewinnen.  Und  wenn  auch  Robinson  als- 
bald :{ur  Nachgiebigkeit  gegen  Preussen  riet  und  Erklärungen  abgab, 
die  deutlich  erkennen  Hessen,  dass  die  Anschauungen  Georgs  IL  nicht 
mit  denen  seines  Volkes  übereinstimmten,^^  wenn  auch  Osteins  Berichte 
auf  den  Gegensat:^  :(wischen  dem  Könige  und  detn  Parlamente  hin- 
wiesen, so  war  es  begreiflich,  das  sich  Maria  Iheresia  an  die  ihr  ge- 
nehmen Erklärungen  des  Königs  hielt  und  der  Hoffnung  lebte,  es  werde 
diesem  gelingen  seine  Pläne  durchzusetzen.  In  der  Tat  schien  es  einige 
Zeit,  als  werde  das  kontinentale  Interesse  des  Herrschers  das  Schicksal 
des  englischen  Volkes  bestimmen.  Der  Eifer,  mit  dem  Georg  IL  für 
den  Krieg  gegen  Preussen  eintrat,  bewog  wenigstens  den  um  sein  Porte- 
feuille besorgten,  von  der  Opposition  hart  bedrängten  Walpole  sich  der 
königlichen  Auffassung  der  Dinge  z}i  nähern  und  eine  Politik  gntz}i- 
heissen,  die  den  wahren  Interessen  Englands  und  der  Meinung  der 
meisten  Parlamentarier  widersprach.  So  geschah  es,  dass  in  den  ersten 
Monaten  des  Jahres  I/41  Gesandte  Georgs  IL  im  Haag,  in  Peters- 
burg und  in  Dresden  Verhandlungen  begannen,  die  den  Abschlnss  eines 
gegen  Friedrich  //.  gerichteten  Offensivbiuidnisses  be {weckten.^) 

Und   in   gleichem  Sinne  äusserte  sich   Georg  IL  {n  dem    kaiser- 
lichen Gesandten  Ostein.      Hatte  er  schon    im    Januar.,     wie   erwähnt. 


*)  Für  Robinsons  Verhandlungen  vgl.  insbesondere  Grünhjfren  Geschichte 
des  ersten  schlesisclien  Krieges  /.  )^6  jf.  und  Arneth  Maria  Theresia  I,  200  f.; 
für  die  Strllung  der  verschiedenen  englischen  Parteien  \ur  auswärtigen  Politik 
in  den  Jahren  1740—1744  auch  E.  v.  Wiese  Die  engl,  parlamentarische  Oppo- 
sition und  ihre  Stellung  \ur  auswärtigen  Politik  des  britischen  Cabinets  1740 — 
1744  (1883). 

»)  Vgl.  d.  Grünhag^n  l  c.  I.  271  ff. 


174'   März.  55 c 

seine  Bereitwilligkeit  kundgetan,  die  im  Solde  Englands  siehenden  hes- 
sischen und  dänischen  Truppen  der  jungen  Herrscherin  ^ur  Verfügung 
{N  stellen  *)  und  die  Absendung  einer  Vollmacht  ßir  Ostein  {^um  Ab- 
schlüsse eines  Bündnisses  empfohlen,  so  gieng  er  im  Februar  einen 
Schritt  weiter ;  er  riet  der  Königin  sich  nicht  mit  Preussen  ^u  ver- 
gleichen, yyMan  werde  schon  Mittel  finden,  den  König  von  Preussen 
in  solche  Enge  {u  treiben,  dass  Allerhöchstder selben  der  Schaden 
würde  ersetzt  werden,  andere  auch  dabei  des  ihrigen  sich  erholen  kön- 
nend ^^  Ostein  griff  die  letitcn  Worte  des  Königs  auf  Er  betonte, 
„dass  die  Königin  froh  sein  würde,  dem  Kurhaus  bei  dieser  Gelegen- 
heit einige  Vorteile  j^u^uwenden.  Der  König  erwiderte:  Gut,  aber  man 
muss  es  schriftlich  habend  Er  riet  Ostein,  sich  schleunigst  eine  ent- 
sprechende Vollmacht  ^u  verschaffen.  Dieser  berichtete  sofort  seiner 
Regierung  über  den  Inhalt  seiner  Unterredung  mit  Georg  IL,  erbat 
sich  eingehende  Instruktionen;  betonte  aber  zugleich,  es  würde  sich 
empfehlen,  in  London  und  in  Dresden  getrennt  j(u  verhandeln,  um  jede 
Eifersucht  der  beiden  Fürsten  bezüglich  der  Verteilung  eventueller  Er- 
oberungen j[«  vermeiden.^) 

Ende  Februar  war  der  Bericht  Osteins  in  den  Händen  der  öster- 
reichischen Regierung,^)  Sein  Vorschlag  fiel  auf  fruchtbaren  Boden, 
Denn  je  unzweideutiger  Georg  IL  von  der  Notwendigkeit  sprach,  ihn  für 
seine  Hilfe  durch  Land  und  Leute  ^u  entschädigen,  und  je  deutlicher  die 
seit  längerer  Zeit  am  sächsischen  Hofe  geführten  Verhandlungen  er- 
kennen Hessen,  dass  auch  Friedrich  August  IL  nur  durch  beträchtliche 
territoriale  Zugeständnisse  werde  bewogen  werden  können  auf  seine  An- 
sprüche an  Maria  Theresia  j^u  ver:^ichten  und  an  dem  Kampfe  gegen 
Preussen  teil{unehmen,^)  desto  wünschenswerter  schien  es  lien  öster- 
reichischen Ministern,  die  beutelustigen  Fürsten  auf  Preussen  anj^u- 
weisen.  Ln  diesem  Sinne  war  schon  vor  dem  Eintreffen  d  s  Osteini- 
schen Berichtes  an  die  in  Dresden  weilenden  Vertreter  Maria  Theresias 
der  Befehl  ergangen,   bei  den   Verhandlungen,    die   daselbst  über   den 


')  ^gl'  Osteins  Berichte  vom  ^,,  16,,  ly,  und  20,  Januar  und  das  Kon- 
feren^protokoll  d,  d,  4.  Februar  1741  St.-A,  Vgl,  auch  das  Schreiben  Georgs  II, 
iin  Maria  Theresia  d,  d,  29,  Jan,  1741.  St,-A, 

•)  Osteins  Bericht  d,  d.  jß,  Febr.  1741  St-A, 

•)  Ebenda, 

*)  Über  die  ungefähr  \u  gleicher  Zeit  erfolgende  Weisung  Haningtons 
an  Robinson  vgl,  Grünhagen  l,  c*  /.  3^9  ff» 

*)  Für  die  in  Dresden  geführten  Verhandlungen  vgl,  u,  a,  Grünkagen 
l,  c,  I.  247  ff,  und  Arneth  l.  c,  I.  196  ff. 


556  »74»   MUrz. 

Abschluss  eines  sächsisch-österreichischen  Bündnisses  geführt  wurden, 
jede  Gebietsabtretung  auf  Kosten  Maria  Theresia' s  auf  das  entschie- 
denste abzulehnend  dagegen  die  Aussicht  auf  preussische  Besit:{iingen 
in  den  Vordergrund  {u  rücken/  in  diesem  Sinne  wurde  er  jet:{t 
wiederholt.  Da  aber  die  sächsischen  Minister  neuerdings  für  ihre 
Einigung  mit  der  österreichischen  Herrscherin  u,  a.  auch  die  Ab- 
tretung dreier  böhmischer  Kreise  forderten  und  trot^  eindringlicher 
Mahnungen  der  österreichischen  Gesandten  von  ihrem  Begehren  nicht 
abliessen,  entschloss  sich  die  Wiener  Regierung  den  von  Georg  IL 
angeregten  und  an  verschiedenen  Höfen  erörterten  Gedanken  eines 
gegen  Friedrich  //.  gerichteten  Offensivbündnisses  aufT^unehmen,  um 
sich  auf  diesem  Wege  und  auf  Kosten  dieses  Fürsten  die  so  not- 
wendige Unterstützung  möglichst  bald  ^//  sichern  und  den  zögern- 
den Sachsenfürsten  durch  das  Vorgehen  anderer  Herrscher  ^«  einem 
energischen  Entschlüsse  j{«  bewegen.  In  der  Konferenz  am  i,  März 
1741^)  wurde  die  Ansicht  geäussert,  dass  es  besser  sei  in  England, 
als  in  Dresden  oder  in  Holland  abzuschliessen,  und  der  Vorschlag  ge- 
macht. Ostein  die  nötigen  Vollmachten  und  das  Projekt  eines  Bünd- 
nisses >{«  übersenden,  dasselbe  aber  so  .{w.  verfassen,  dass  die  Ver- 
bündeten für  ihre  Entschädigung  auf  die  im  Kriege  -{//  machenden  Er- 
oberungen angewiesen  würden,  ohne  dass  Maria  Tlieresia  eine  Garantie 
ZU  übernehmen  hätte.  In  verhältnismässig  kurzer  Zeit  war  der  Ver- 
tragsentwurf fertig.  Schon  am  i}.  März  wurde  derselbe  z'ugl^ich  mit 
den  entsprechenden  Vollmachten  z^*^  Unterzeichnung  an  Ostein  ge- 
schickt.^) Eine  ausführliche  Erläuterung  sollte  diesen  über  die  Ge- 
sichtspunkte aufklären,  von  denen  man  sich  bei  der  Abfassung  des 
Entwurfes  hafte  leiten  lassen. 

Zur  Rechtfertigung  des  lateinischen  Textes  wurde  der  das  Reich  be- 
treffende Inhalt  des  Vertrages  herangezogen  ;  doch  erhielt  Ostein  die  Er- 
mächtigung, nötigenfalls  die  Übertragung  ins  französische  {uzugeben. 
Man  betonte  ferner,  dass  man  {war  neben  den  Seemächten  auch  die  Herr - 


■)  Konfcren {Protokoll  d.  d.  1.  Mär\  17 41  St.-A. 

*)  Als  Beilage  \ur  Weisung  vom  /;.  Mdr\  1741.  St.-A.  Das  Projekt  war 
in  lateinischer  Sprache  abgefisst  und  umfasste  iß  Artikel ;  vgl.  den  Abdruck 
weifer  unten.  Die  in  den  y^Beihigen*'  \um  2.  Teile  des  ß.  Bandes  von  J.  Ch. 
Adelungs  „Priignutischer  Staiitsgeschiehte  Iinrop^'s^'  Gotha  176-;  p,  10 — 18 
abgedruekten  Projekte  in  englischer  und  deutscher  Sprache  sind  Übersetzungen 
aus  dem  lateinischen  Entwürfe,  doch  fehlt  in  denselben  der  Art,  XII.  des  latei- 
nischen Entwurfes,  der  das  Verbot  für  jeden  der  Vertragsteilnehnier  enthält,  einen 
Separatfrieden  mit  den  Feinden  \u  schliessen. 


174'  März.  ttn 

scher  von  Russland  und  Sachsen- Polen  als  Vertragsschliessende  ausdrück- 
lich beieichnei  habcy  dass  man  jedoch,  um  weitere  Verzögerungen  {u  ver- 
meiden, bereit  sei,  die  Allianz  vorerst  in  London  :(wischen  den  Seemächten 
und  Osterreich  :^um  Abschlüsse  {u  bringen.  Der  Russen  sei  matt  ^war 
nach  ihren  in  Wien  und  in  Petersburg  abgegebenen  Erklärungen  sicher, 
doch  sei  es  zweifelhaft,  ob  der  russische  Gesandte  in  London  die  ent- 
sprechende  Vollmacht  {ur  Unterzeichnung  besitze/  sei  dies  nicht  der 
Fall,  dann  wäre  es  besser,  Riisslands  im  Vertrage  als  Kontrahenten  ^// 
gedenken  und  die  Unterzeichnung  des  Bündnisses  durch  diese  Macht  später 
in  Petersburg  vornehmen  .{«  lassen.  Weniger  sicher  sei  man  des  säch- 
sischen Herrschers  ;  man  überlasse  es  Georg  IL  -^w  entscheiden,  ob  dieser 
Fürst  unter  die  Vertragschliessenden  aufzunehmen  oder  ihm  blos  der  Bei- 
tritt durch  die  allgemein  gehaltenen  Bestimmungen  des  ß,  Artikels  freizu- 
stellen sei.  Auf  das  materielle  des  Vertragsentwurfes  übergehend,  betonte 
die  Wiener  Regierung ,  dass  man  in  den  einleitenden  Worten  die  Gerechtig- 
keit und  Gemeinnützigkeit  der  Verbindung  so  begründet  habe,  dass  Frank- 
reich  keinen  Anlass  ^//r  Klage  werde  finden  können.  Überdies  habe  man 
im  ersten  Artikel  z^r  Beruhigung  Frankreichs  ausdrücklich  hervorge- 
hoben, dass  es  sich  nur  um  Erneuerung  und  Erfüllung  früherer  Verträge 
handle ,  dass  diese  Einigung  speziell  nichts  dem  zwischen  Österreich  und 
Frankreich  am  i8,  Nov,  ijßS  geschlossenen  Vertrage  präjudizierliches 
enthalte.  Zur  Erläuterung  des  z^'eiten  Artikels  wurde  darauf  hinge^ 
wiesen,  dass  man  bei  der  Abfassung  desselben  darauf  Bedacht  ge- 
nommen habe,  die  Verbündeten  daran  z^  erinnern,  dass  sie  die"* früher 
übernommenen  Verbindlichkeiten  in  vollem  Umfange,  nicht  nur  für 
Deutschland,  aufrechtzuhalten  verpflichtet  seien,  im  übrigen  aber  diesen 
Artikel  so  abgefasst  habe,  „dass  er  nicht  minder  gegen  Kurbaiern,  wenn 
von  diesem  Kurfürsten  etwas  widriges  sollte  unternommen,  denn  gegen 
Frankreich,  wenn  von  jetzterwähnter  Krön  die  freie  Kaiserwahl  sollte 
gestört  werden  wollen,  gerichtet  ist.'^  Den  dritten  Artikel,  der  die 
Aufnahme  anderer  Mächte  in  dieses  Bündnis  betreffe,  habe  man,  um 
jede  Klage  ^«  vermeiden ,  allgemein  gehalten ,  und  überlasse  die 
Durchführung  desselben  weiteren  Beratungen;  auch  sei  die  österrei- 
chische Regierung  nicht  darauf  erpicht,  alles,  was  ihr  förderlich  sein 
könnte,  durchzusetzen ;  doch  müsse  man  dafür  halten,  dass  z^r  Durch- 
führung der  Wahl  des  Grossher{Ogs  von  Toscana  z^m  Kaiser  die  Un- 
terstützung der  Kurfürsten  von  Pfalz  "''^  Köln  unerlässlich  sei.  Die 
im  4,  Artikel  ausgesprochene  Absicht  der  ß  mit  Österreich  verbündeten 
Mächte,  von  z'^ei  Seiten  her  in  preussisches  Gebiet  einzufallen,  sei  von 
England  ausgegangen  und  nach  dessen  Vorschlag  stilisiert;  die  Truppen- 


55Ö  »74»  ^i^«- 

lahly  mit  der  Maria  Theresia  an  dem  Unternehmen  teilnehmen  solle, 
im  5.  Artikel  nach  den  Ostein  früher  zugekommenen  Mitteilungen  auf 
14  Regimenter  ^u  Fuss,  12  j^u  Pßrd  und  4  Regimenter  Husaren  fest- 
gesetzt  worden.  Auch  der  6.  Artikel,  der  jeden  der  verbündeten  Staa- 
ten verpflichtete  dem  von  Friedrich  angegriffenen  Bundesgenossen  wenn 
nötig  mit  gesammter  Macht  :(U  Hilfe  j(u  eilen,  sei  in  einer  England 
genehmen    Weise  ahgefasst  worden. 

Grössere  Schwierigkeiten  habe  die  Stilisierung  des  7.  Artikels  ge- 
boten, der  den  sächsischen  Kurfürsten  betreffe  und  verjüge,  dass  diesem 
die    Wahl  freigelassen  werden   solle,    Maria  Theresia  mit  6000  Mann 
oder  mit  gesamter  Macht  ^u  Hilfe  j^u  eilen.    Im  ersteren  Falle  sollten 
die   Bestimmungen    des   am    16,  Juli   ijßß   {wischen    Österreich    und 
Sachsen  geschlossenen    Vertrages  in  Geltung  treten;  im  letzteren  Falle 
dagegen   dem   Kurfürsten   ein    entsprechender   Anteil  an   den   :(u    ma- 
chenden Eroberungen  ^zugestanden  werden.  Ostein  wurde  nun  beauftragt 
dem  englischen  Könige  mitzuteilen,  dass  bei  längerem  Zögern  des  kur säch- 
sischen Hofes  dieser  Artikel  auch  gan{  ausgelassen  und  des  Herrschers 
von   Sachsen- Polen   auch   im    Eingange   nicht  als   Vertragschliessendcn 
gedacht  werden  müssfe.     Ausserordentlich  wichtig  schien   den  österrei- 
chischen Ministern  die  strikte  Einhaltung  des  im  8,  Artikel  festgeset:{ten 
Termines  —  längstens  Ende  April  —  für  den  Beginn  der  Operationen, 
Ein  besonderes  Gewicht  legte  das  österreichische  Projekt  auch  auf  die 
Festsetzung  dessen,  was  Maria   Theresia  und  was  ihre   Verbündeten  :[// 
fordern  berechtigt  sein  sollten.  Das  gan^e  im  Laufe  des  Krieges  von  den 
Feinden  okkupierte  Gebiet  —    so  lautete  Artikel  p,  —  solle  dem  recht- 
mässigen Besitzer  zurückgegeben  werden ,    Maria   Theresia    ihr  jeti^iger 
Besit^   —    Schlesien    inbegriffen    —    erhalten    bleiben.     Dagegen    ver- 
pflichtete  sich   die   österreichische  Herrscherin,    alles   was   sie  erobern 
sollte,  nach  erfolgter  vollkommener  Befriedigung  ihrer  oberwähnten  For- 
derungen, den    Verbündeten  \u  überlassen.    Die   Vereinbarung  über  die 
Teilung  der  ^w  machenden  Eroberungen    sollte   nach  Artikel  10  durch 
einen    besonderen    Vertrag   erfolgen.     Doch  fügten    die  Minister  Maria 
Theresia' s  :{Hr    Vermeidung  eines  Missverständnisses  dieser  Bestimmung 
die  Bemerkung  bei,    dass,  im  Falle  keine  Eroberung  preussischen  Ge- 
bietes erfolgen  sollte,  Maria  Theresia  keineswegs  verhalten  werde  sollte, 
etwas   von    ihren   Erbländern    den    Verbündeten    abzutreten.     Die    drei 
letzten  Artikel  enthielten  die  Verpflichtung  der  Verbündeten  nur  gemein- 
sam mit  dem  Feinde  Frieden  .{//  schliessen  und  diesen  Frieden  j(u  garan- 
tieren, sowie  die  Bestimmung,  dass  der    Vertrag  längstens  sechs    Wo- 
chen nach  erfolgter  Unterzeichnung  ratifiziert  werden,  die  geplante  Aktion 


1^4'  März.  ^cg 

aber  schon  früher  erfolgen  sollte.  Schliesslich  wurde  Ostein  auf  das 
bestimmteste  angewiesen^  sich  in  sachliche  Änderungen  der  einzelnen 
Artikel  nicht  einzulassen,  *)  Am  selben  Tage  noch  wurde  den  Vertretern 
Maria  Theresia' s  in  Dresden  ein  Exemplar  des  Ostein  gesandten  Projektes 
übermittelt  und  ihnen  gegenüber  betont,  dass  der  Kaiser,  um  den  Ab- 
schluss  des  gemeinsamen  Konzertes  nicht  j^u  hindern,  geneigt  sei,  die 
mit  Sachsen  begonnenen  Verhandlungen  über  den  Separatvertrag  :(u 
gleicher  Zeit  fortzuführen,^)  Auch  dem  in  Petersburg  weilenden  Ver- 
treter Maria  Theresia' s  gieng  eine  Abschrift  des  Projektes  und  der  Be- 
fehl zu,  sich  darüber  Gewissheit  ^//  verschaffen,  ob  die  C{arin  in  Lon- 
don oder  in  Petersburg  die  Unterzeichnung  des  Vertrages  wünsche.  Die 
grosse  Sicherheit,  mit  der  die  Wiener  Regierung  von  dem  Gelingen 
des  Werkes  sprach,  muss  Wunder  nehmen;  aber  unzweifelhaft  grün- 
dete sich  die  Hoffnung  derselben  in  erster  Linie  auf  die  bestimmten 
Versicherungen,  die  Georg  IL  Ostein,^)  sowie  dem  in  London  weilen- 


')  Weisung  vom  ij,  Mär\  1741»  St,-A,  Dieser  Weisung  liegt  eine  Kopie  des 
Projektes  der  Konvention  bei;  2  anärre  Exemplare  tourJen  dem  M**  de  Botta  am 
16.  Mär\  nach  Petersburg  geschickt  und  liegen  dieser  Weisung  St.-A,  (Russl.)  bei. 
Aus  der  im  Texte  gegebenen  Darstellung  geht  \weifcllos  hervor,  dass  der  hier  erör- 
terte und  abgedruckte  Vertragsentwurf  nicht  wie  allgemein  —  auch  von  R,  Koser 
Friedrich  der  Grosse  p,  p/  und  Griinhagen  Gesch,  des  ersten  sclüesisclien  Krie- 
ges L  ^og  f  und  Anm.  —  angenommen  wird,  von  England,  sondern  von  Öster- 
reich herrührt.  Ich  bemerke  Übrigens,  dass  Villiers  selbst  in  seinem  Berichte  an 
Harrington  d,  d,  Dresden  1741  Mär{  19  n,  st  (R,  0,J  folgende  Bemerkung 
macht:  The  courier,  dispatchgd  with  the  news  of  the  queen  of  Hungarfs  being 
safely  delivered  of  a  prince,  arrived  Iure  the  z/'*  instant  n»  s,  and  brought  to 
Her  Majesty's  min  isters  a  copy  of  a  project  of  an  alliance,  which  count 
d*  Ostein  will  probably  receive  and  communicate  before  your  Lordship  has  the 
trouble  of  this  dispatch.  Durch  diese  Tatsache  werden  auch  die  Schwierigkeiten 
beseitigt,  die  bisher  der  Deutung  des  Inhaltes  dieser  Vereinbarung  im  Wege 
standen,  (Grünhagen  l.  c,  p.  yop  f.  Anm,) 

2)  Weisung  an  Wratislaw  und  Khevenhiller  d.  d,  1^.  Mär{  17 41,  St,-A,  (Sax.J 
Der  Inhalt  dieser  Weisung  ist  ein  weiterer  Beweis  für  die  Tatsache,  dass  das  uns 
vorliegende  Projekt  am  Wiener  Hofe  verfasst  wurde.  Eine  Stelle  lautet:  „Euch  ist 
bereits  \u  wessen  gethan  worden,  dass  des  Königs  von  Grossbritannien  Majestät  dar- 
aufgedrungen, den  Grafen  Ostein  mit  einer  Vollmacht,  um  desto  geschwinder  und 
geheimer  die  Einverständnus  gegen  Preussen  -ff/  Stande  {u  bringen,  \u  versehen. 
Ingleichen  haben  wir  Euch  \um  voraus  verständigt,  wohin  dies  Orts  bei  dem  Auf- 
satz sotaner  Einverständnus  das  Augenmerk  würde  gerichtet  werden,*'  Jet\t  über^ 
sende  ihnen  Maria  Theresia  das  davon  handelnde  Projekt, 

«)  Noch  am  y,  Mär:^  berichtete  Ostein  (St-A,),  dass  Georg  II,  bei  seinem 
Vorhaben  beharre. 


^6o  1741  Mllrz. 

den    sächsischen    Gesandten    gegeben    hatie,^)     Allein    alsbald    sollte 
Maria  Theresia  Gelegenheit  haben ,    sich    -^ «   überzeugen ,   dass  auf  die 
Worte   des    englischen   Königs    kein    Verlass   sei.      In   Angst   verset:{t 
durch   die  entschlossene   Haltung  Friedrichs  IL,    der   ein   Armeekorps 
bei  Magdeburg  aufstellte ,    durch  die  Nachricht  von   dem  verdächtigen 
Verhalten  der  Franzosen    und  von  der  geringen  Neigung  der  Nieder- 
länder  an    dem   Kampfe   gegen    Friedrich    teilzunehmen,    und   beein- 
flusst  durch   die   einem    Kriege  gegen  Friedrich  II    abgeneigte  Stim- 
mung seiner  englischen  Untertanen,    begann  Georg  IL    dem  Gedanken 
Raum  ^w  geben,  dass  ein  Ausgleich  mit  dem  Preussenkönige  auf  Kosten 
der  bedrohten   österreichischen  Herrscherin   einem    ungewissen   Kampfe 
gegen  denselben  vorzuziehen  sei,  und  sprach  von  dem  Vorteile,  der  den 
Verbündeten  aus  der  Anteilnahme  des  preussischen  Herrschers  an  dem  vor- 
aussichtlichen Kampfe  gegen  Frankreich  erwachsen  würde.  Schon  Mitte 
März  hatte  er  sich  in  diesem  Sinne  geäussert ;^)  und  im  Laufe  der  zp^iten 
Hälfte  dieses  Monates  hatte  die  dem  Versuche  eines  Vergleiches  günstige 
Stimmung  am  Hofe  Georgs  IL  derartig  z^^g^f^ommen,  dass  Ostein  es  nicht 
für  zweckmässig  hielt,  das  ihm  in  den  letzten  Tagen  des  Monates  Märj^ 
zugekommene  Konventionsprojekt  dem  englischen  Könige  zu  überreichen.  ®) 
Er  erfuhr  dafür  den  herbsten   Tadel  seiner  Regierung ;  man  warf  ihm 
vor,  dem  Interesse  seiner  Herrin  direkt  zuwidergehandelt  zu  haben,  und 
trug  ihm  auf  das  entschiedenste   auf,   seinen  Fehler  gutzumachen,  für 
den  Abschluss  des  Konveniionsprojektes  einzutreten.^^  Allein  bevor  noch 
Ost  ein  in  die  Lage  kam,  von  der  ihn  zugekommenen  Weisung  Gebrauch 
ZU  machen,    hatte  sich  das  Schicksal  des    österreichischen    Vertragsent- 
wurfes entschieden. 

Der  in  Dresden  weilende  Vertreter  Englands,  dessen  Vermitt- 
lung es  mit  in  erster  Linie  z^i  danken  war,  dass  der  so  lange  ver- 
handelte Separatvertrag  zpischen  Osterreich  und  Sachsen  durch  beider- 


')  Unter  dem  18.  Februar  wird  dem  Ostein  ein  Schreiben  der  in  Dresden 
weilenden  Vertreter  Maria  Theresia*s  übermittelt,  in  dem  von  einer  Äusserung 
Georgs  II.  an  den  in  London  wirkenden  Vertreter  Sachsens  berichtet  wird.  Georg  IL 
habe  diesem  in's  Gesicht  gesagt ,  er  wolle  gemeinschaftlich  mit  Holland  dem 
Könige  von  Preussen  den  Krieg  erklären;  auch  müsse  man,  wofern  dieser  seine 
Truppen  nicht  aus  Schlesien  herausziehe,  ein  gemeinsames  Concert  mit  anderen 
gutgesinnten  Höfen  machen.     Weisung  an  Ostein  d.  d.  18.  Febr.  1741.  St.-A, 

')  Schreiben  Osteins  d.  d.  17.  Mär\  1741  St.-A. ;  vgl.  auch  Hnrringtons 
Weisung  an  Robinson  d.  d.  16,  Mär\  1741  bei  Grünhagen  l.  c.  I.  ^44. 

^)  Schreiben  Osteins  d.  d.  yi.  Mär\  1741-  St.-A. 

*)  Weisung  d.  d.  16.  April  1741.  St.-A. :  ähnlich  auch  in  der  Weisung 
d.  d.  24.  April  1741.  St.-A. 


1741  März.  561 

seifiges  Entgegenkommen  fertiggestellt  werden  konnte,  erhob  sich  in  der 
Sitzung  am  10.  April,  in  der  die  Verlesung  dieses  Dokumentes  statt- 
fand und  betonte,  dass  sein  Herr  sich  im  Hinblicke  auf  Frankreichs 
Stellung  entschlossen  habe,  dem  dringend  geäusserten  Wunsche  Fried- 
richs //.  entsprechend,  die  Vermittlung  ^wischen  Preussen  und  Öster- 
reich {u  versuchen.^)  Das  Erstaunen  war  ein  allgemeines ;  die  Erbit- 
terung der  österreichischen  Regierung,  als  sie  davon  erfuhr,  eine  grosse. 
Aber  an  der  Tatsache  war  nichts  {u  ändern,  Englands  Entschluss  war 
eine  furchtbare  Enttäuschung  und  eine  schwere  Schädigung  für  Maria 
Theresia.  Sie  hatte  gehofft,  im  April  an  der  Seite  der  Seemächte,  Russ- 
lands, eventuell  auch  Polens  den  Kampf  gegen  Friedrich  //.  >{«  beginnen; 
nun  sollte  sie  nochmals  sich  einer  Vermittlung  ^w  erwehren  haben,  die 
ihr  den  Verlust  eines  grossen  Teiles  des  übernommenen  Erbes  ^umutete. 

In  nomine  sacrosanctae  et  individuae  trinitatis  amen. 

Notum  Sit  Omnibus  et  singulis  quorum  interest  aut  quo- 
modocunque  interesse  potest. 

Cum  paulo  post  funestum  et  immaturum  sacrae  quondam 
Ceae  regiaeque  catholicae  M*^^  obitum  hostilis  Silesiae  ducatus  in- 
vasio  a  Borussiae  rege  subsecuta  sit,  sacra  regia  Hungariae  et  Bo- 
hemiae  W^^  scriptis  ad  praecipuos  Europae  principes,  illos  inpri- 
mis,  qui  eiusdem  in  regna  et  ditiones  paternas  immediatum  suc- 
cedendi  ius  evincendum  susceperunt,  tum  ad  legatos  electorum, 
principum  et  caeterorum  imperii  statuum  Ratisbonae  congrega- 
tos  literis,  eosdem  omnes  ac  singulos  de  ferendis  suppetiis  et  tuenda 
Omnibus  viribus  communi  causa  quam  amicissime  interpellavit, 
amicam  hancce  requisitionem  suam  partim  pactis  conventis,  quae 
ei  cum  unoquoque  horum  principum  intercedunt,  partim  intuitu 
imperii  statuum  sanctioni  legum  eiusdem  fundamentalium,  aureae 
inprimis  bullae  pacisque  publicae,  tum  praestitae  totius  imperii 
nomine  sponsioni,  seu  uti  vulgo  nuncupare  solent  guarantiae 
sanctionis  pragmaticae,  atque  contracto  disertim  —  cum  anno  1708 
Bohemiae  regnum  ad  imperii  comitia  readmitteretur — mutuo  tu- 
telae  vinculo  superstruens.  Causae  et  desiderii  iustitiam  haud 
haesitanter  agnoverunt  Serenissimus  et  potentissimus  princeps 
dominus  Georgius  secundus  Magnae-Britanniae  rex,  dux  Bruns- 
vicensis  et  Luneburgensis,  sacri  Romani  imperii  elector ;  serenis- 


•)  Vgl.  für  diese  S^ene  Grünhagen  /.  c»  /.  ^/7/. 
Österreichisch-englische  StaatsvertrSge.  Bd.  I.  3" 


§62  '^41  Mttrz. 

simus  et  potentissimus  princeps  dominus  Johannes  tertius,  to- 
tius  Russiae  autocrator;  tum  Serenissimus  et  potentissimus  prin- 
ceps dominus  Fridericus  Augustus,  Polonianmi  rex,  magnus 
dux  Lithvaniae,  dux  Saxoniae  pariterque  sacri  Romani  imperii 
elector;  nee  non  celsi  et  potentes  domini  Status  generales  uni- 
tarum  foederati  Belgii  provinciarum.  Quo  proinde  illi  pro- 
vidam  suam  de  restauranda  quantocyus  ac  exin  manutenenda 
publica  tranquillitate ,  tum  de  explenda  sponsione  seu  vulgo 
guarantia  sanctionis  ut  vocant  pragmaticae,  quae  die  19*^*  Aprilis 
anno  17 13  solenni  ritu  declarata  fuit,  curam  tanto  impensius 
testarentur,  cum  antememorata  sacra  regia  Hungariae  et  Bo- 
hemiae  M*«  super  mediis  pro  assequendo  quo  dtius  eo  melius 
tam  salutari  scopo  quam  maxime  opportunis  per  denomina- 
tos  ad  id  ipsum  ministros  plena  facultate  munitos  in  commune 
consulere  constituerunt.  Qui  quidem  ministri  habitis  inter  se 
colloquiis  et  permutatis  invicem  plenipotentiarum  tabulis,  in 
calce  praesentis  conventionis  adiectis,  de  sequentibus  articulis 
convenerunt. 

I. 

Amicitiae,  unionis  ac  foederis  vinculum,  quod  sacrae  regiae 
Hungariae  et  Bohemiae  M**  vigore  tractatus  die  decima  sexta 
Martii  anno  17  31  conclusi  tum  editae  decima  Aprilis  die  eiusdem 
anni  declarationis  cum  sacra  regia  Magnae-Britanniae  M^  tam 
qua  rege  quam  qua  sacri  Romani  imperii  electore,  nee  minus 
cum  sacra  totius  Russiae  M^  vigore  initi  die  6^  Augusti  anno 
1726  foederis,  cum  sacra  regia  Poloniarum  M*®  autem  qua  Sa- 
xoniae electore  vigore  signatae  die  16.  Julii  anno  1733  con- 
ventionis, ac  denique  iuxta  accessionis  instrumentum,  quod  Ha- 
gae  comitum  20"^  Februarii  die  anno  1732  subscriptum  fuit, 
cum  celsis  et  potentibus  dominis  statibus  generalibus  foederati 
Belgii  intercedit,  ita  renovatum  censeatur,  ac  si  verbotenus  om- 
nes  et  singuli  praecitati  tractatus  praesenti  conventioni  forent 
inserti,  partesque  contrahentes  sese  ad  explendas  inibi  contentas 
conditiones  denuo  quam  efficacissime  obstrinxerint,  ea  tamen  di- 
sertim  addita  lege,  quod  renovatum  hocce  foedus  nulla  prorsus 
ratione  vel  minimum  praeiudicium  afferre  queat  aut  debeat  pa- 
cis  tractatui  inter  caesarem  quondam  et  imperium  ex  una,  tum 
christianissimum  regem  ex  altera  parte  Viennae  die  18.  No- 
vembris  anno  1738  concluso. 


1^4»  Wärz.  563 

IL 

Sicuti  ad  explendas  contentas  in  praecitatis  tractatibus  con- 
ditiones  partes  contrahentes  in  genere  sese  et  absque  ulla  ex- 
ceptione  obstrictas  agnoscunt,  ita  pro  praesente  rerum  statu 
praecipuus  et  specialis  renovati  inter  easdem  amicitiae,  unionis  ac 
foederis  vinculi  scopus  est,  turbatam  in  imperio  a  Borussiae  rege 
quietem  quantocyus  restaurare,  restauratam  manutenere  aut,  si  a 
quocunque  alio  turbabitur,  contra  aggressorem  consilia  et  arma 
sociare  atque  uno  verbo  omnibus  viribus  id  satagere,  quo  regnis 
et  ditionibus  ad  sacram  regiam  Hungariae  et  Bohemiae  M*«°'  per 
obitum  divi  genitoris  sui  haereditario  iure  devolutis  nihil  quic- 
quam  decedat,  enatae  turbae  sopiantur,  quae  vero  ulterius  per- 
timescendae  sunt  praecaveantur,  suaque  imperio  libertas  et  se- 
curitas  constet  et  eiusdem  compages,  prouti  illa  legibus  eiusdem 
fundamentalibus  innititur,  sarta,  tecta  servetur. 

m. 

Pro  obtinendo  tarn  salutari  scopo  promittunt  sibi' invicem 
partes  contrahentes,  quod  non  solum  velint  optima  fide  in  com- 
mune consulere,  sed  et  concorde  opera  eo  allaborare,  quo  com- 
plures  alii  principes  in  foederis  huius  societatem  tendentis  quippe 
ad  commune  imperii  bonum  et  publicae  tranquillitatis  maius 
firmamentum  pertrahantur.     . 

IV. 

Cum  Sacra  regia  Hungariae  et  Bohemiae  M^»,  utpote  quae 
iniusto  a  Borussiae  rege  hello  fuit  impetita,  a  principibus,  qui 
sanctionem  uti  vocant  pragmaticam  tuendam  susceperunt,  iuxta 
normam  tractatuum,  qui  ei  cum  unoquoque  intercedunt,  expe- 
tierit,  ut  vel  suppetias  sibi  ferre,  vel  bellum  aggressori  indicere 
velint,  optionem  iisdem  inter  utramque,  qua  praestita  evictio  expleri 
potest,  viam  relinquens ;  sacra  regia  Magnae-Britanniae  M**"  sa- 
craque  totius  Russiae  M**«,  nee  non  celsi  et  potentes  domini 
Status  generales  unitarum  foederati  Belgii  provinciarum  se  ulti- 
mam  viam  praeprima  eligere,  ac  proinde  una  ex  parte  coadu- 
natis  sacrae  regiae  Magnae-Britanniae  M*"  et  celsorum  et  po- 
tentium  statuum  generalium  foederati  Belgii  viribus,  altera  vero 
ex  parte  iusto  russico  exercitu  pro  divertendis  iniusti  aggres- 
soris  armis  in  adiacentes  eiusdem  ditiones  irrumpere  velle  de- 
clararunt  seseque  obstrinxerunt.  Qua  facta  optione  sacra  regia 
Hungariae  et  Bohemiae  M**»  se  penitus  contentam  testatur. 

36- 


564  <94>  Mttrz. 

V. 

Vicissim  sacra  regia  Hungariae  et  Bohemiae  M*"  spondet 
quod  ad  minimum  integras  quatordecim  legiones  pedestres  tum 
duodecim  equestres  ac  quatuor  hussarorum  legiones  communi 
inimico  velit  opponere. 

VI. 

Cumque  ita  diversis  in  locis  arma  contra  Borussiae  regem 
quo  fieri  potest  efficaciore  modo  sint  vertenda,  promittunt  sibi 
invicem  partes  contrahentes,  quod  eum  in  casum,  ubi  praefatiis 
rex  omnes  vires  suas  contra  unum  ex  foederatis  colligere  in- 
tenderet,  unusquisque  alteri  omni  possibili  modo  suppetias  ferre 
eundemque  ab  imminente  eidem  soli  periculo  eliberare  velit  ac 
teneatur. 

vn. 

Cumque  sacra  regia  Poloniarum  M**»  qua  Saxoniae  elector 
necdum  mentem  suam  explanarit,  quamnam  ex  memoratis  articulo 
quarto  duabus  viis  velit  eligere,  conventum  inter  reliquos  socios 
est,  quod  eum  in  casum,  ubi  ab  eadem  non  nisi  sex  militum 
millia  sacrae  regiae  Hungariae  et  Bohemiae  M**  in  auxilium  mit- 
tentur,  normae  tractatus  die  16**  Julii  anno  1733  conclusi  unice 
standum  sit;  ubi  vero  altefata  süa  M**«  sua  quoque  ex  parte 
omnes  vires  suas  contra  communem  hostem  vertere  malit,  quod 
tunc  quoque  in  partem  iustis  armis  ab  eodem  acquirendarum 
ditionum  venire  debeat 

vni. 

Quoad  tempus,  quo  executioni  danda  sunt  quae  supra  arti- 
culo quarto  de  divertendis  communis  hostis  armis  ac  facienda  in 
eiusdem  ditiones  bina  irruptione  disposita  reperiuntur,  conven- 
tum est,  quam  citissime  id  fieri  potest  et  haud  tardius  quam 
proxime  imminente  mense  Aprilis  a  sacrae  regiae  Hungariae 
et  Bohemiae  M*^^^  sociis  eo  esse  procedendum;  tum  quia  modo 
fata  Sacra  regia  M**^  in  casu  articuli  sexti  iamiam  versatur,  ma- 
xima  virium  regis  Borussiae  parte  actu  contra  eandem  collecta, 
tum  quia  timendum  foret,  ne  intercedente  diuturniore  mora  in- 
testinae  in  imperio  turbae  ulterius  adhuc  sese  possent  dilatare, 
quod  quovis  modo  praecavere  communi  consensu  e  re  visum  fuit. 


I74I    MUrz.  565 

IX. 

Cum  sociata  pro  tuenda  iustissima  causa  tot  principum  arma 
de  felici  eorum  successu  dubitare  haud  sinant,  nee  qui  pacem 
imperii  publicam  caeterasque  eius  leges  fundamentales,  auream 
inprimis  bullam  pacemque  westphalicam,  tam  aperte  violavit 
imperii  princeps,  ad  earundem  legimi  beneficium  provocare  ul- 
latenus  queat;  hinc  aequum  et  iustum  visimi  fuit  atque  de  eo 
partes  contrahentes  expresse  convenerunt,  quod  iuxta  naturam 
uniuscuiusque  foederis  nee  minus  iuxta  dispositionem  tractatuum 
supra  articulo  primo  citatorum  ante  omnia  quaeeunque  hosti- 
libus  armis  occupata  sunt  nulla  ne  minima  quidem  parte  inde 
dempta  in  legitimae  dominae  potestatem  redigenda  et  sub  ea- 
dem  manutenenda,  tum  vero  parti  laesae,  id  est  sacrae  regiae 
Hungariae  et  Bohemiae  M**  tum  subditis  suis  atque  Ulis,  qui 
Silesiae  statuum  fidem  secuti  sunt,  de  plena  indemnitate  sit 
prospiciendum.  Quo  fine  obtento  sacra  regia  Hungariae  et  Bo- 
hemiae M*»8  in  antecessum  declarat  seque  obstringit,  quod  nihil 
de  locis  ac  ditionibus,  quae  ante  enatum  bellum  ad  Borussiae 
regem  spectabant,  pro  se  domoque  sua  velit  praetendere,  sed 
si  quae  loca  et  ditiones  armis  suis  fuerint  oecupata  aliis  ea  re- 
linquere,  non  prius  tamen  quam  redintegratae  omni  ex  parte 
devolutae  ad  eandem  a  divo  genitore  haereditariae  possessiones 
plenaque  uti  supradictum  est  indemnitas  subsecuta  fuerit. 

X. 

Quaeeunque  ergo  divisionem  locorum  ae  ditionum,  quae 
ante  enatum  bellum  ad  Borrussiae  regem  spectabant  ac  durante 
hello  soeiorum  armis  oecupabuntur,  concernunt,  ad  peculiarem 
inter  sacrae  regiae  Hungariae  et  Bohemiae  M*>»  foederatos  prin- 
cipes  eonventionem  fuerunt  remissa;  hac  una  sua  ex  parte 
adieeta  cautela,  quod  cum  non  nisi  de  vitando  damno  certet, 
nee  emolumentorum,  quae  ex  prospero  armorum  successu  omni 
fiducia  speranda  simt,  partem  ambiat,  altefata  M^^  sua  ad  nul- 
lum  ne  minimum  quidem  de  suis  regnis  et  ditionibus  haere- 
ditariis  foederatis  suis  aut  ulli  ex  illis  teneatur  aequivalens,  si 
forsan  praeter  omnem  expectationem  quae  sperabantur  emo- 
lumenta  ex  suscepto  hello  in  illos  haud  redundarent. 


566  »74»  Juni  24. 

XL         . 
Quicquid  vero  concludenda  posthac   communi   pace  sta- 
bilietur,  mutua  omnium  foederatorum  principum  sponsione  ac 
evictione  vulgo  guarantia  corroborare  placuit. 

xn. 

Non  liceat  uUi  ex  foederatis  separatam  cum  hoste  pacem 
inire. 

xm. 

Ratihabebitur  praesens  conventio  intra  spatium  sex  septi- 
manarum  a  die  subscriptionis  computandarum  aut  citius  si  fieri 
potest,  et  ratihabitionum  tabulae  Londini  invicem  permutabim- 
tur;  hac  tarnen  disertim  adiecta  declaratione,  quod  ob  prae- 
fixum  huic  ratihabitioni  et  permutationi  terminum  baud  liceat 
protrahere  ea,  quae  de  vertendis  ante  finem  proximi  mensis 
Aprilis  contra  Borussiae  regem  armis  articulo  huius  conven- 
tionis  octavo  disposita  reperiuntur. 

In  quorum  omnium  fidem  roburque  etc. 


Geheimer  Subsidienverirag  ^fwischen  Maria  Theresia  und  Georg  IL 
d.  d,  Hannover  1741  Juni  1^124. 

Rat.  Georgs  II.  li.  d.  Herrenhausen    1741  Juni  ijliS  ;  Maria  Theresia' s 
d,  d.   Pressburg  Juli  }. 

Die  Originale  des  Vertrages  im  St.-A.  und  R.  O.,  das  Or.  der  Ratifikation 
Maria  Theresia's  im  R-  O,,  Georgs  im  S\-A, 
Drucke  bei  Bit  tu  er  Nr.  8(j2. 

Maria  Theresia  lehnte  die  Forderung  Englands,  sich  mit  Preussen 
unter  Preisgabe  eines  Teiles  der  ererbten  Länder  auszugleichen  und  auj 
diesem  Wege  die  Bildung  einer  grossen  gegen  die  Bourbonen  gerich- 
teten Allianz  {u  ermöglichen,  auf  das  entschiedenste  ab,  Sie  blieb  den 
Auseinandersetzungen  Robinsons,  wie  den  Äusserungen  Walpole^s  ge- 
genüber,  die  von  der  Notwendigkeit  sprachen  den  Übergang  Fried- 
richs IL  ins  französische  Lager  ^/^  verhindern,  dabei,  dass  man  von 
ihr  neue  Opfer  nicht  fordern  dürfe,  und  dass  das  sicherste  Mittel,  die 
auch  von  ihr  gewünschte  Verständigung  mit  Preussen  -fw  erreichen,  ein 
energisches   Vorgehen   aller  Garanten    der  pragmatischen  Sanktion  sei. 


174»  Juni  24.  c6y 

/«  diesem  Sinne  befahl  sie,  wie  bereits  erwähnt  wurde,  dem  Grafen 
Ostein  in  der  feiten  Hälfte  des  April  1741  —  also  nachdem  Villiers  in 
Dresden  und  Robinson  in  Wien  den  festen  Entschluss  ihres  Herrn  kund- 
getan hatten,  die  Verständigung  mit  Preussen  {u  versuchen  —  dem 
englischen  Hofe  neuerdings  den '  baldigen  Abschluss  eines  Offensivbünd- 
nisses  gegen  Friedrich  //.  vorzuschlagen  und  das  in  seinen  Händen 
befindliche  Projekt  ^ur  Annahme  ^u  empfehlen.  Da^u  kam  es  nun 
allerdings  nicht ;  der  von  Maria  Theresia  vorgelegte  fiir  sie  so  günstig 
lautende  Entwurf  wurde  in  London  nicht  weiter  erörtert;  aber  die  Hoff- 
nung der  jungen  Herrscherin,  den  Weifen  ^um  Kampf e  gegen  den  Hohen- 
\ollcrn  iit  bestimmen,  schien  trotzdem  eine  ^eitlang  der  Verwirklichung 
nahe.  Am  ip,  April  hielt  Georg  //.  an  die  beiden  Häuser  des  Par- 
lamentes eine  Anrede,  in  der  er,  an  seine  früheren  Erklärungen  in  der 
Frage  der  Garantie  der  pragmatischen  Sanktion  anknüpfend,  hervorhob, 
dass  er  auf  Verlangen  der  österreichischen  Herrscherin  die  verträgs- 
mässig  festgesetzten  12000  Mann  marschbereit  halte  und  in  Beratungen 
über  Massregeln  eingetreten  sei,  die  der  Bekämpfung  aller  ungerechten 
Ansprüche  auf  die  Besitzungen  der  jungen  Fürstin  dienen  sollten.  Er 
erbat  sich  ^ur  Einhaltung  der  vertrag smässigen  und  eventueller  neuer 
Leistungen  die  materielle  Unterstützung  seines  Volkes,  Das  Parlament 
bewilligte  mit  grosser  Majorität  200,000  Pfund  Sterling  für  die  Er- 
haltung der  12000  Mann  englischer  Soldtruppen  und  stellte  dem  Könige 
eine  weitere  Summe  von  joo,ooo  Pfund  St,  j[«r  Verfügung,  über  die 
er  z^i  Gunsten  der  bedrohten  österreichischen  Herrscherin  sotlie  be- 
stimmen können.  Die  Debatte,  die  der  Abstimmung  vorausgieng,  Hess 
erkennen,  dass  die  englische  Nation  an  ihrer  Ansicht  festhielt,  dass 
Österreich  als  Gegengewicht  gegen  Frankreich  auf  dem  Kontinente  un- 
entbehrlich sei.  Einer  der  Führer  der  Opposition,  Lord  Carteret, 
gab  der  Überzeugung  der  meisten  seiner  Kollegen  Ausdruck,  als  er 
bei  dieser  Gelegenheit  die  Meinung  äusserte :  „  Wenn  das  Haus  Öster- 
reich sinkt,  werden  wir  genötigt  sein  in  Friedenszeiten  so  viel  Truppen 
ZU  halten,  dass  wir  daran  {«  Grunde  gehen,'^  Den  Ausgleich  Öster- 
reichs mit  Preussen  wünschte  das  Parlament ;  allein  es  fiel  keine  Be- 
merkung, der  zu  entnehmen  gewesen  wäre,  dass  man  die  Österreich  zu 
gewährende  Hilfe  von  der  Befriedigung  Preussens  abhängig  machen 
wolle.  Es  ist  daher  begreiflich,  dass  die  leitenden  österreichischen 
Minister  die  Zumutung  Robinsons,  der  -{«  Beginn  des  Monates  Mai 
im  Auftrage  seiner  Regierung  den  Ausgleich  mit  Preussen  unter  Opfern 
für  Maria  Theresia  forderte,  mit  Entrüstting  zurückwiesen  und  von  der 
Überzeugung  durchdrungen,   dass  das   englische    Volk    die  Ansicht  des 


568  '74»  Juni  24. 

Ministeriums  nicht  teile,  neuerdings  die  Notwendigkeit  eines  energischen 
Vorgehens  gegen  Friedrich  IL    betonten.     Und  die  Berichte^    die  bald 
darauf  von  Ostein  einliefen,  konnten  die  Wiener  Regierung  nur  in  der 
Meinung  bestärken,  dass  wenigstens  der  englische  König  durchaus  nicht 
so  abgeneigt  sei,  die    Waffen  gegen  Friedrich  IL  ^u  ergreifen,  als  Ro- 
binsons Erklärungen  glauben  machen  sollten.    Denn  unmittelbar  nach- 
dem das  Parlament  dem  Könige  die  erwähnten  Summen  :{ur  Unterstüt- 
zung Maria  Theresia  s  {ur  Verfügung  gestellt  hatte,  erschien  bei  Ostein 
ein  Abgesandter  Georgs  II,  und  teilte   ihm  mit,   sein  Herr   sei  bereit 
nebst  den  jooo  Mann,  die  er  vertragsmässig  als  Kurfürst  von  Hannover 
{u  stellen  habe,  eine  grössere  Zahl  seiner  hannoveranischen  Truppen  der 
jungen  Herrscherin  j(ur  Verfügung  {u  stellen.     Als  Entschädigung  für 
diese  Leistung   möge  Maria   Theresia  den  grösseren  Teil  der  vom  eng- 
lischen   Ministeritim   bewilligten   Subsidien  Georg  IL  überlassen.     Alle 
Einwendungen  Osteins  gegen  diese  letztere  Forderung  —  der  Hinweis 
auf  das  Interesse  Hannovers,  auf  die  in  Aussicht  stehenden  Eroberungen 
—  blieben  erfolglos.  Als  er  bei  den  Verhandlungen,  in  die  er  im  Hin- 
blicke auf  den  ihm  wohlbekannten  Wunsch  Maria  Theresia' s  Georg  IL 
j(um  Losschlagen  ^u  bewegen  ohne  vorherige  Weisung  seiner  Regierung 
eingetreten  war,   hervorhob,  dass  beim  Abschlüsse  der  von  ihm  vordem 
vorgeschlagenen  Generalkonvention  sich  die  Möglichkeit  ergeben  würde,, 
derartige  Begehren  Georgs  IL  ^u  befriedigen,  fuhren  ihn  dessen  Ver- 
treter scharf  an ;    Russland  wolle   von  Eroberungen   nichts  wissen  und 
ebenso  wenig  die  englischen  Minister ;  die  Generalkonvention  {u  unter- 
leichnen  sei  jet^t  unmöglich.     Und  je  länger  Ostein  verhandelte,,  desto 
mehr  befestigte  sich  bei  ihm  die  Überzeugung,  dass  es  ohne  die  Billi- 
gung dieser  Forderung  unmöglich  sein  werde,  die  Verwendung  der  vom 
englischen  Parlamente  bewilligten  ßoo.ooo  Pfund  St.  ^u  Gunsten  Maria 
Theresia  s  durch{uset:^en.     So  entschloss  er  sich    in  die    Verhandlungen 
einzutreten,  eifrig  bemüht,  seiner  Herrscherin  von  dem  Gelde  {u  retten, 
was  ^u  retten  war.     Er  bot  den    Vertretern  Georgs  IL  für  die  loooo 
Mann,  die  dieser   als  Kurfürst   von  Hannover    über  das    von  ihm  ver- 
tragsmässig  übernommene  Quantum    von  ^000  Mann    der   österreichi- 
schen Herrscherin    {ur    Verfügung   stellen  wollte,    ißo.ooo  Pfund  an  ; 
fand   aber    für    seine    Vorstellungen    nicht    das   geringste    Verständptis. 
Seine  Gegner  blieben  bei  ihren  Forderungen,  drängten  {um  Abschlüsse 
und  legten  ihm  j   Vertragsprojekte  ^itr  Ordnung  der  ganzen  englisch- 
hannover  sehen  Frage   mit    dem  Ersuchen    vor,    sich    ohne  Säumnis    :^u 
entscheiden,    da    Georg  IL    noch    vor    der   demnächst   erfolgenden    Ab- 
reise   nach    Hannover    über    diese   Dinge    klar    sehen    wolle.      Ostein 


174'  Juni  24.  56g 

geriet  in  eine  schwierige  Lage;  er  besass  keine  Vollmacht,  die  ihm 
vorgelegten  Verträge  j^n  unter:{eichnen ;  auch  war  er  mit  mancher  Be- 
stimmung derselben  nicht  einverstanden  und  hielt  einige  wesentliche 
Zusätze  für  dringend  geboten.  Allein  die  Not  der  Zeit  und  die  Über- 
zeugung, dass  es  seiner  Herrin  in  erster  Linie  auf  ein  möglichst  ra- 
sches Eingreifen  Georgs  IL  ankam,  Hessen  es  ihm  rätlich  erscheinen, 
seine  Zustimmung  {ur  Fortführung  der  Verhandlungen  ^u  geben  und 
seine  Forderungen  auf  das  ausser ste  ^u  beschränken,^)  Das  erste  der 
}  Projekte  betraf  die  von  England  {u  leistende  Unterstützung,  Georg  IL 
erklärte  sich  als  König  von  England  bereit,  im  Sinne  der  Verträge  von 
i/ßi  und  17 )2  12000  Mann  der  österreichischen  Herrscherin  z}ir  Ver- 
fügung {u  stellen,  überdies  derselben  joo,ooo  Pfund  St,  inner  Jahresfrist 
{u  überweisen.  Als  Voraussetj^ung  dieser  Unterstützung  galt ^  dass  Maria 
Theresia  die  Truppen  lediglich  {ur  Aufrechthaltung  der  pragmatischen 
Sanktion  verwenden  werde.  Ostein  war  mit  den  Hauptpunkten  dieses  Pro- 
jektes, wie  nicht  anders  ^u  erwarten,  einverstanden  ;  doch  forderte  er  bes- 
sere Zahlungstermine  und  vor  allem  die  Hin^ufügung  eines  Artikels,  durch 
den  ganz  ausdrücklich  die  im  Jahre  iyj8  von  Österreich  abgetretenen 
Gebiete  von  der  Garantie  und  jede  Beeinträchtigung  des  von  Karl  VI, 
mit  Frankreich  in  diesem  Jahre  e ingegang enefi  Friedens  ausgeschlossen 
werden  sollten.  Kein  Zweifel,  dass  Ostein  in  Erinnerung  an  den  ersten 
Artikel  des  ihm  von  Wien  zugeschickten  Entwurfes  der  Generalkon- 
vention, der  dieselbe  Bestimmung  enthielt,  ^«r  Stellung  dieses  ZusatZ" 
artikels  bewogen  wurde.  Allein  in  beiden  Punkten  fand  er  entschie- 
denen Widerstand  bei  den  englischen  Ministern,  Wir  wissen  ja,  dass 
diese  gerade  in  der  Teilnahme  der  österreichischen  Herrscherin  an  dem 
vermutlich  unvermeidlichen  Kampfe  gegen  Frankreich  den  wesentlichsten 
Vorteil  der  geplanten  Verbindung  erblickten  und  dem  Ausgleiche  Öster- 
reichs mit  Preussen  ununterbrochen  das  Wort  redeten.  Begreiflich  da- 
her,   dass  sie  Osteins  Forderung  entschieden  ^ttrwr/lwi>5^/i. 

Aber  auch  bezüglich  des  zweiten  Vertrages,  den  Georg  IL  als  Herr- 
scher von  Hannover  mit  Maria  Theresia  schliessen  wollte  und  dessen  Er- 
ledigung als  notwendige  Voraussetzung  für  den  Abschluss  des  erster en  be- 
zeichnet wurde,  ergaben  sich  wesentliche  Differenzen,  Ostein  suchte  neuer- 
dings die  Summe,  die  Georg  IL  für  die  Überlassung  der  loooo  Mann 
forderte,  her  abzudrücken,  und  bestand  darauf,  dass  die  Truppen  Anfang 


»)  Berichte  vom  16,  und  16.  Mai  1741.  St-A.    Dem   letzteren  liegen  die 
^  Vertragsprojekte  bei. 


cyo  1741  Juni  24. 

Juni  marschbereit  sein  sollten,  fand  aber  auch  bei  diesen  Fragen  kein  Ent- 
gegenkommen, Selbst  bezüglich  des  dritten  Vertrages,  obgleich  derselbe 
nur  die  Verwendung  und  deti  Unterhalt  der  gesamten  Hilfstruppen  regeln 
sollte,  war  eine  volle  Einigung  vorerst  nicht  :(ii  erzielen.  So  kam  es,  dass 
Georg  IL  nach  Hannover  reiste,  bevor  noch  die  Verträge  unterzeichnet 
waren.  Ostein  war  ihm  dahin  gefolgt,  um  die  Verhandlungen  ^n  Ende 
^u  führen,  sobald  ihn  die  entsprechende  Weisung  seiner  Regierung 
^kommen  würde.  Gegen  Mitte  des  Monates  Juni  war  sie  in  seinen 
Händen,  Sie  enthielt  die  Mitteilung,  dass  man  ihm  schon  am  p,  Mai, 
also  lange  vor  dem  Einlangen  der  Projekte  Georgs  U,,  die  Ermächtig 
gung  erteilt  habe ,  den  grössten  Teil  der  vom  englischen  Parlamente 
bewilligten  Subsidien  „in  die  hannover  sehen  Kassen  einfliessen  ^  las- 
scn^%  wenn  nur  dadurch  die  wirkliche  Hilfeleistung  wider  Preussen  ge- 
sichert und  gefördert  werde,  „dann  ja  ohnmöglich  an  uns  verlangt  wer- 
den kann,  dass  uns  zugleich  die  Hülfe  ermanglen  und  dann  och  unter  deren 
scheinbaren  Vorwand  das  Geld  entgehen  solle,'^  In  diesem  Sinne  habe  man 
schon  im  Mai  die  Befugnis  für  Maria  Theresia  gefordert,  die  Truppen 
nach  Umständen  {u  ihrem  Dienst  und  f//r  Verteidigung  ihrer  Erbländer 
frei  3{U  gebrauchen.  Mit  Befremden  habe  man  nun  bemerkt,  dass  „ob- 
gleich sowohl  die  französische  Convention  als  deutsche  Nebenconvention 
nach  der  Sachen  selbstredender  Natur  eine  Folge  derer  Massnehmungen 
wider  Preussen  sein  sollten,  dannoch  dieser  Massnehmungen  specißce  nicht 
gedacht,  vielmehr  das,  was  erst  nach  derer  Festsetzung  ^u  verabreden 
wäre,  andererseits  vorausgesetzt  werden  wolle. ^'^)  Ostein  erhielt  nunmehr 
die  strikte  Weisung,  z}i  betonen.^  dass  Maria  Tlieresia  den  Marsch  der 
hannover anischen  Truppen  gegen  Preussen  >{w  beschleunigen  wünsche 
und  nur  um  dieses  Zweckes  willen  bereit  sei  so  beträchtliche  Summen 
—  Ostein  hatte  die  Ermächtigung,  wenn  es  nicht  möglich  sein  sollte 
die  Forderung  der  Hannoveraner  auf  jßo.ooo  Pfund  herab{udrücken , 
auch  200,000  Pfund  {U  bieten  —  ^u  opfern.  Im  übrigen  erhielt  er 
den  Befehl,  auf  der  Aufnahme  des  von  ihm  vorgeschlagenen  Zusatz- 
artikels >{//w  englisch-österreichischen  Vertrage,  der  ^wr  Vermeidung 
eines  Konfliktes  mit  Frankreich  dienen  sollte,  z^^  bestehen,  die  Zahlungs- 
termine  so  eng  als  möglich  festzusetzen  und  die  Unterzeichnung  dieses 
Vertrages  nur  -{«  gleicher  Zeit  oder  nach  erfolgter  Unterfertigung  der 
österreich-hannover  scheu  Konvention  vorzunehmen. 

Es  wurde  Ostein  nicht  leicht  den  Befehlen  seiner  Regierung  nach- 
zukommen.    Erst  nach  langen  Bemühungen  gelang  es  ihm  und  seinem 


')   Weisung  ä,  d.  5.  ///;;/  1741  an  Ostein  St.-A. 


1741  Juni  24.  cji 

für  die  Ordnung  der  deutschen  Angelegenheiten  mitbeglaubigten  Kol- 
legen, Jaxheim,  Georg  IL  ^w  dem  Versprechen  :{U  vermögen,  dass  die 
Operationen  einen  Monat  nach  erfolgter  Unterzeichnung  des  Vertrages 
heginnen  sollten.  Die  grössten  Schwierigkeiten  ergaben  sich  aber,  als 
die  Vertreter  Maria  Theresia' s  die  von  Ostein  schon  in  London  ge- 
stellte  Forderung  erneuerten,  es  möge  in  dem  deutschen  Vertrage  aus- 
drücklich die  Verwendung  der  hannoveranischen  Truppen  gegen  Preussen 
hervorgehoben  werden.  Denn  da^u  wollte  sich  Georg  IL,  nicht  ver- 
stehen; einerseits  weil  er  noch  immer  mit  Friedrich  LL.  verhandelte 
und  denselben  hindern  wollte,  sich  in  die  Arme  der  Franzosen  {u 
werfen ;  anderseits  aber  weil  er  die  Empörung  seiner  englischen  Unter- 
tanen fürchtete,  deren  Abneigung  gegen  einen  j^u  Gnnsten  Hannovers 
geführten  Krieg  mit  Preussen  er  ^ur  Genüge  kannte.  Erst  im  letzten 
Momente  einigte  man  sich  über  eine  Fassung,  die  in  ihrer  Unbestimmt- 
heit ,ydas  Hilfscorps  solle  verwendet  werden,  wo  es  am  passendsten 
sein  werde'' ,  den  Wünschen  beider  Parteien  wenigstens  halbwegs  ent- 
sprach. 

Zu  gleicher  Zeit,  da  Ostein  im  Vereine  mit  seinem  Kollegen 
Jaxheim  diese  heftigen  Kämpfe  mit  den  deutschen  Vertretern  Georgs  IL 
bestand,  hatte  er  mit  dessen  englischem  Minister,  Lord  Harrington,  rege 
Debatten  über  den  Abschluss  des  englisch-österreichischen  Hauptver- 
trages geführt.  Denn  auch  hier  verlief  die  Sache  nicjft  so  glatt,  wie 
man  gehofft  hatte.  Zwar  stand  Harrington  von  seiner  Forderung 
ab,  dass  Maria  Theresia  die  nach  Befriedigung  Georgs  LL,  als  Kur- 
fürsten erübrigenden  100.000  Pfund  in  England  lassen  möge,  damit 
das  Geld  im  Laufe  des  Jahres  von  dort  aus  im  Dienste  der  gemein- 
samen Sache  verwendet  würde,  als  Ostein  nachwies,  wie  sehr  Maria 
Theresia  dieses  Geld  :{ur  Bestreitung  der  dringendsten  Bedürfnisse  be- 
nötige ;  und  Ostein  gab  sich  seinerseits  damit  \ufrieden,  dass  die  Aus- 
pfählung der  englischen  Subsidien  vierteljährig,  vom  letzten  April  IJ41 
an  gerechnet,  erfolgen  sollte.  Aber  ungemein  erregt  wurden  die  Ver- 
handlungen, als  Ostein  auf  der  Einrückung  des  Artikels  bestand^  wel- 
cher die  Exempiion  der  im  Jahre  ijßS  von  Österreich  abgetretenen 
Gebiete  von  der  Garantie  bestimmen  und  damit  jeden  Verdacht  besei- 
tigen sollte,  als  gebe  Österreich  im  gegenwärtigen  Momente  seine  Ein- 
willigung {ur  Verletzung  seines  im  Jahre  lyjS  mit  Frankreich  ge- 
schlossenen Friedens,  Harrington  weigerte  sich  auf  das  entschiedenste, 
die  von  Ostein  vorgeschlagene  Bestimmung  in  den  Vertrag  aufzunehmen, 
betonte,  dass  die  von  ihm  vorgelegte  Fassung  die  Zustimmung  des  eng- 
lischen Conseils   erhalten  habe,    dass    er  ohne   vorherige  Mitteilung  an 


^'j2  1741  Juni  24. 

dieses  eine  so  wesentliche  Änderung  nicht  vornehmen  könnte  tind  gab 
{u  bedenken,  dass  die  Folgen  der  dadurch  hervorgerufenen  Ver:{ögerung 
für  Osterreich  verhängnisvoll  werden  könnten.  Ostein  aber,  der  sehr 
wohl  wusste ,  wie  viel  Georg  IL  an  den  ihm  durch  den  Nebenver- 
trag {ugewiesenen  200,000  Pfund  lag,  erklärte  noch  am  24.  Juni^  von 
seinem  Vorhaben  nicht  abstehen  j[n  können/  die  Verantwortung  für 
alles,  was  daraus  entstehen  sollte,  werde  Harrington  {7i  tragen  haben. 
Zugleich  verständigte  er  die  deutschen  Minister  Georgs  IL  davon,  dass 
die  für  diesen  Abend  geplante  Un1er:{eichnung  der  Nebenkonvention 
unterbleiben  müsse.  Das  wirkte,  Harrington,  der  Ostein  um  j  Uhr 
Nachmittag  mit  der  Bemerkung  verlassen  hatte,  Maria  Theresia  werde 
auf  die  J00.000  Pfund  St.  vernichten  müssen,  erschien  bald  darauf  fnit 
einem  der  deutschen  Minister  Georgs  IL  bei  Ostein  und  stellte  an  diesen 
die  Frage^  ob  er  dabei  beharre,  nur  bei  Aufnahme  des  erwähnten  Ar- 
tikels alle  )  Verträge  {u  unter :{e lehnen.  Ostein  bejahte  die  Frage.  Dar- 
auf erklärte  Harrington  seinen  Widerstand  auf :{ii geben,  nicht  ohne  j^a 
betonen,  dass  Maria  Theresia  sich  dadurch  die  Hoffnung  verscherzte, 
die  verlorenen  italienischen  Besitiufigen  wiederiugewinnen.  Noch  am 
selben  Abend  :{wischen  p  und  10  Uhr  wurden  die  )  Verträge  unier- 
zeichnet, ^) 


')  Bericht  Osteins  J,  d,  2y,  Juni  1741  *  St,'A.  (Hannover).  Der  Inhalt  der 
Nebenkonvention  d,  d,  Hannover  17 41  Juni  24  ist  folgender:  Es  wurde  beschlos- 
sen,  neben  der  Hauptkonvention  \wischen  Maria  Theresia  und  Georg  IL  als  König 
von  Grossbritannien,  eine  Nebenkonvention  :{wischen  Maria  Theresia  und  Georg  II, 
als  Kurfürsten  von  Braunschxveig-Lüneburg  einnagelten^  wo{u  seitens  der  ersteren 
Heinrich  Karl  Graf  von  Ostein,  seitens  des  letzteren  Wilhelm  Sigmund  Frei- 
Iwrr  von  Jaxheim,  Gerlach  Adolph  von  Miinchhausen,  Ernst  von  Steinberg  und 
Otto  Christian  von  Lentlie  als  Bevollmächtigte  bestimmt  un4rden.  Dieselben  haben 
folgende  Artikel  vereinbart: 

I.  Georg  II.  überlässt  Maria  Theresia  ein  Corps  von  loooo  Mann  — 
6000  Mann  Infanterie  und  4001)  Mann  Cavallerie  —  das  4  Wochen  nach  Un- 
terzeichnung dieser  Konvention  der  Königin  von  Ungarn  und  Böhmen  {ur  Ver- 
fügung stehen  soll,  „um  es  dahin  ^   wo  es    am  nützlichsten  ist,    {u  empiqyiren/* 

II.  Für  die  Unterhaltung  dieses  Corps  bis  letzten  April  1742  z^ihlt  Maria 
Theresia  die  Summe  von  200.000  Pfund  St.  und  vergütet  überdies,  was  an  Mann- 
schaft und  Pferden  vor  dem  Feinde  bleiben  sollte,  nach  dem  Werte,  wie  England 
den  dänischen  und  hessischen   Truppen  dergleichen  Abgang  ersetzt. 

III.  Als  Kurfürst  von  Braunschweig-Lüneburg  stellt  Georg  IL  auf  eigene 
Kosten  überdies  yooo  Mann  Infanterie  \u  gleicher  Zeit  und  {u  gleichem  Zwecke. 

IV.  Der  Nebrnvertrag  soll  gleiche  Verbindlichkeit  haben  wie  der  am  selben 
Tage  geschlossene  Hauptvertrag  und  \u  gleicher  Zeit  ratifi\irt,  die  Ratifikationen 
längstens  innerhalb  14  lagen  ausgewechselt  werden. 


1741  ^uni  24.  c<yä 

Die  Ratifikationen  derselben  sollten  spätestens  innerhalb  dreier 
Wochen  in  Hannover  ausgewechselt  werden;  aber  nur  der  englisch- 
österreichische  Hauptvertrag  wttrde  beiderseits  ratifiziert.  ^)  Als  näm- 
lich die  von  Maria  Theresia  ratifizierten  Nebenkonventionen  in  Hannover 
eintrafen^  hatte  die  kriegslustige  Stimmung,  die  Georg  //.  noch  Ende 
Juni  gezeigt,  anderen  Erwägungen  Plat^  gemacht.  Die  hannoveranischen 
Minister  erklärten  jetzt,  ihr  Herr  werde  im  Hinblicke  auf  Frankreichs 
drohende  Haltung  einen  grossen  Teil  der  Truppen,  die  er  der  öster- 
reichischen Herrscherin  habe  z}ir  Verfügung  stellen  wollen,  -^fiw  Schutze 
seines  eigenen  Landes  verwenden  müssen.  Alle  Bemühungen  der  öster- 
reichischen Gesandten,  Georg  //.  umzustimmen,  blieben  erfolglos ;  er 
Hess  ihnen  vielmehr  am  2).  Juli  eine  Erklärung  -^«5/^//^«,  in  der  er 
den  beiden  von  ihm  als  Kurfürsten  von  Hannover  abgeschlossenen  Ver- 


Der  erste  geheime  Separatartikel  betrifft  die  Art  der  Ausfolgung  der 
200.000  Pfund  St  an  die  da\u  von  Georg  IL  bevollmächtigte  Person ;  der  z^oeite 
lerfügt,  dass  äas  gesamte  Atixiliarcorps  der  deutschen  Truppen  Georgs  IL  nir- 
gends anders  als  in  Deutschland  dienen  soll. 

In  einer  weiteren  von  denselben  Bevollmächtigten  unterzeichneten  Separat- 
konvention  de  eodem  die  wird  bezüglich  dieser  Truppen  verfügt:  I)  Diese  sämt- 
lichen  Truppen  sollen  bei  „Partheyen,  Convoyen  und  Wachten'*  den  Truppen 
Maria  Theresia* s  gleichgehalten y  weder  gan\  noch  zum  Teil  in  Festungen  gelegt 
und  nicht  mehr  exponiri  und  fatigirt  werden  als  die  Truppen  Maria  Theresia* s, 
II)  Die  Justiz  übt  —  gewisse  nach  Kriegsgebrauch  ausgenommene  Fälle  abgerechnet 
—  der  von  Georg  IL  ernannte  commandirende  General  dieses  Corps,  III)  Die- 
ser  wird  allen  Beratungen,  die  sein  Corps  betreffen,  beige\ogen.  Wird  Kriegsrat 
gehalten  y  so  sollen  alle  bei  diesen  Truppen  befindlichen  grossbritannischen  und 
braunschweigischen  Generäle  :[uge\ogen  werden,  wenn  andere  in  gleichem 
Character  dienende  Generäle  da\u  berufen  werden,  IVj  Die  beim  Corps  stehen- 
den Officiere  sollen  nach  ihrer  Anciennetät  dienen  und  dem  gan^^en  Corps  das 
gegeben  werden,  was  anderen  königlichen  Truppen  zugestanden  wird,  V)  Maria 
Theresia  verspricht  dem  Corps  nötigenfalls  Brod  und  Fourage  gegen  billige  und 
bare  Be^^ahlung  auf  Verlangen  \u  reichen.  VI.  Georg  IL  sorgt  für  die  not- 
wendigen Feld-  oder  Regimentsstücke,  VII)  Die  für  den  Marsch  dieses  Corps 
notwendigen  Requisitorialschreiben  besorgt  Maria  Theresia,  VIIL  Sowohl  die  ßooo 
als  die  loooo  Mann,  die  Georg  IL  stellt,  sollen  in  dem  Genuss  der  Winterquar- 
tiere den  Truppen  Maria  Theresia' s  gleichgestellt  sein,  sofern  die  Winterquartiere 
ausserhalb  der  Länder  Maria  Theresia's  genommen  werden.  Findet  dies  aber 
nicht  statt  und  gibt  Maria  Theresia  üinen  nicht  Quartiere  in  Utren  Ländern,  so 
soll  den  Truppen  Georgs  IL  die  Rückkehr  in  ihre  Standquartiere  in  den  deut- 
s.  hen  Ländern  Georgs  IL  \u  einer  entsprechend  frühen  2^it  gestattet  werden, 
IX,  Wird  Georg  IL  in  seinen  eigenen  deutschen  Gebieten  angegriffen,  dann 
kann  er  die  ^000  Mann,  die  er  als  Reichsfürst  stellt,  sofort  zurückfordern, 

0  Von  England  am  ly.jaS,  Juni  ^u  Herrenhausen ;  von  Maria  Theresia 
\u  Pressburg  ),  Juli, 


tnj^  1741  Juni  24. 

trägen  die  Ratifikation  verweigerte;  und  einige  Zeit  später ,  erschreckt 
durch  die  Annäherung  eines  französischen  Armeekorps^  sprach  er  sogar 
Maria  Theresia' s  Gegnern  gegenüber  seine  Geneigtheit  aus,  neutral  jf« 
bleiben,  der  österreichischen  Herrscherin  keine  Hilfe  j^m  leisten  und 
dem  Kurfürsten  von  Baiern  seine  Stimme  bei  der  Kaiserwahl  ^u  geben,  ^) 
Da  die  Nebenkonvention  ihre  Geltung  nicht  erlangte,  hätten  der  öster- 
reichischen Herrscherin  die  ihr  kraft  des  Hauptvertrages  ^zugewiesenen 
ßoo,ooo  Pfund  St  ohne  AS{ug  ausgezahlt  werden  sollen  ;  allein  Georg  //. 
forderte  und  erhielt  als  Entschädigung  für  Auslagen,  die  er  im  In- 
teresse Maria  Theresia" s  in  Deutschland  gehabt,  die  Summe  von  ^oqoo 
Pfund,  und  behielt  überdies  2^000  Pfund  {xir  Begleichung  des  um 
diese  Zeit  fälligen  Teiles  eines  noch  von  Karl  VI.  in  England  kon- 
trahierten Darlehens  auf  die  ungarischen  Kupferbergwerke  ^zurück, 
und  verzögerte  die  Auszahlung  der  übrigbleibenden  Summe  so  lang 
als  möglich.^) 

Soit  notoire  ä  tous  ceux  ä  qui  il  pourra  appartenir.  Comme 
il  a  Stö  convenu  par  1'  article  second  du  trait^  conclu  le  vingt- 
ieme  de  Fevrier  de  Tannee  1732  ä  la  Haye  entre  feue  sa  Mte 
Imple  et  catholique  et  sa  Mte  britannique  et  L.  H.  P.  les  etats 
generaux  des  provinces  unies  des  Pais-Bas  que,  pour  remplir 
les  garanties  reciproques  qui  se  trouvent  stipulöes  par  le  traitö 
anterieur  de  Tann^e  1731  ä  Vienne,  leurs  Mtes  Imple  et  britan- 
nique s'  entre-donneroient,  le  cas  existant,  un  secours  chacun  de 
douze  mille  hommes,  et  comme  apres  la  mort  de  sa  dite  Mt^ 
Imple  et  catholique  de  glorieuse  memoire  sa  Mte  la  reine  d*Hon- 
grie  et  de  Boheme  etc.,  se  trouvant  attaqu^e  dans  la  possession 
de  quelques-uns  de  ses  etats  et  ayant  des  craintes  et  appre- 
hensions  bien  fondees  par  rapport  ä  la  conduite  de  certaines 
autres  puissances,  a  requis  par  la  maniere  preschte  par  les  dits 
traites  le  secours  susmentionne  de  douze  mille  hommes  de  la 


0  Arneth  1.  c.  IL  59,  Grün/tagen  i.  c,  IL  i<)4. 

*)  Vgl.  Arneth  /.  c.  IL  60  und  ^79  (Arneih  erwähnt  l.  e.  60,  dass  über- 
dies 1)000  Pfund  abge\ogen  worden  sind)  und  die  Ausführungen  bei  Grünhagrn 
L  c.  414  //.  Anm,  In  den  letzten  Regierungsjahren  Karls  VI.  —  von  7775  an  — 
sind  mehrere  Anleihen  österreichischerseits  in  England  aufgenommen  worden ; 
die  darauf  be{üglichen  Abmachungen  befinden  sich  im  St,-A,  In  die  vorliegende 
Publikation  konfiten  dieselben  aber  nicht  aufgenommen  werden,  da  die  Verträge 
wohl  mit  Genehmigung  des  englischen  Königs,  aber  nicht  mit  ihm,  sondern  mit 
englischen  Privatpersonen  geschlossen  worden  sind. 


i74i  Juni  14.  tnt 

part  de  sa  Mt^  britannique,  k  quoi  sa  dite  Mt^  a  promis  le  plus 
amiablement  de  vouloir  satisfaire  aussitot  qu'il  seroit  possible, 
en  faisant  marcher  sans  perte  de  tßms  pour  la  defense  de  sa 
dite  M^^  la  reine  un  corps  de  six  mille  hommes  de  troupes 
danoises,  et  un  autre  corps  de  six  mille  hommes  de  troupes 
hessoises  lesquels  sa  Mte  britannique  a  actuellement  pris 
a  sa  paye  pour  cet  effet;  et  comme  il  a  &t6  stipulö  en  outre 
par  le  dit  traitö  de  1732  que  lorsque  les  secours  susmentionn^s 
de  douze  mille  hommes  ne  se  trouveroient  pas  suffisants,  vü 
r  exigence  du  cas,  les  parties  contractantes  convieifdroient  inces- 
samment  d*une  assistance  plus  considerable;  et  le  comte  d'O- 
stein,  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Mt^  la  reine  d'Hongrie, 
ayant  representö  h  sa  Mt^  britannique  que  le  cas,  dont  il  est 
fait  mention  la  dedans,  existoit  actuellement,  et  ayant  en  con- 
sequence  demand^  un  plus  ample  secours  selon  le  trait^,  et 
le  dit  ministre  ayant  en  meme  tdms  representö  que  le  plus  sür 
moyen  de  secourir  ulterieurement  la  reine  sa  maitresse  seroit, 
si  sa  Mt^  britannique  vouloit  bien  foumir  k  sa  dite  Mt^  une 
somme  d'argent  pour  luy  aider  k  augmenter  son  armöe;  et 
comme  il  a  plü  ä  sa  Mt^  britannique  d'ecouter  favorablement 
cette  demande,  on  a  jugö  necessaire  qu'il  fut  fiait  incessamment 
une  Convention  lä  dessus  entre  les  deux  hautes  parties  susdites ; 
et  pour  cet  effet  leurs  dites  Mt^s  ont  trouv^  convenable  de  mu- 
nir  de  leurs  pleinpouvoirs  leurs  ministres  respectifs;  savoir  sa 
Mt^  la  reine  d'Hongrie  et  de  Boheme  a  nomm^  le  dit  comte 
d' Ostein,  son  ministre  plenipotentiaire  aupres  de  sa  Mt^  bri- 
tannique ,  et  sa  Mte  britannique  son  ministre  et  secretaire  d'  etat 
le  baron  de  Harrington,  un  des  seigneurs  justiciers  de  son  roy- 
aume  de  la  Grande-Bretagne  et  son  conseiller  privö  lesquels, 
ayant  conferö  ensemble  sur  cette  affaire,  sont  convenus  en 
vertu  de  leurs  pleinpouvoirs  des  articles  suivans. 

I. 

Sa  Mte  la  reine  d'  Hongrie  et  de  Boheme  et  sa  Mte  le  roy 
de  la  Grande-Bretagne  renouvellent  reciproquement  les  enga- 
gemens  contractös  par  le  traitö  d'alliance  du  seizieme  Mars 
1731   et  de  Tacte  d'accession  du  vingtieme  Fevrier  1732;*)  en 


•)  NiJch  dem  früheren  Entwürfe  Osteins  hatte  es  hier  Jteissen  sollen  „re- 
nonvellent  reciproquement  les  engagements  de  taus  les  tfait^s  anterieurs  et  noinmi* 


576  »741  Juni  24. 

exceptant  neantmoins  des  dits  engagemens  ainsi  renouvell^s  les 
etats  ced^s  ä  d'autres  puissances  par  le  dernier  traitö  de  paix 
conclu  avec  la  France  auquel  leur  intention  n'est  pas  de  don- 
ner  atteinte. 

n. 

Sa  Mt^  le  roy  de  la  Grande-Bretragne  promet  de  payer 
dans  Tespace  d'un  an,  ä  commencer  du  19^/30  du  mois  d'Avril 
1741,  par  quartier  dans  la  ville  de  Londres  ou  dans  celle  d' Am- 
sterdam, au  choix  de  sa  dite  Mte  britannique,  la  somme  de 
trois  cens  mille  livres  Sterling  [le  livre  Sterling  devant  ßtre 
evalu^  dans  ce  demier  cas  ä  dix  florins,  dix  sous  de  la  Hol- 
lande] entre  les  mains  de  la  personne  ou  des  personnes,  au- 
toris^es  par  sa  Mte  la  reine  d'  Hongrie  k  la  recevoir,  sa  Mt^  bri- 
tannique etant  assuröe  authentiquement  de  la  part  de  sa  dite 
Mt^  hongroise  qu'elle  employera  veritablement  cet  argent,  ou 
pour  la  lev6e  de  nouvelles  troupes  pour  T  augmentation  de 
son  arm^e,  ou  bien  pour  la  paye  des  troupes  etrangeres  qu'  eile 
prendra  incessamment  ä  sa  solde. 

m. 

Sa  Mte  la  reine  de  Hongrie,  reconnoissant  le  procedö 
amiable  de  sa  Mte'  britannique  en  ce  qui  est  stipulö  de  sa  part 
par  le  precedent  article,  promet  et  s'  engage  de  la  maniere  la  plus 
religieuse  qu'elle  n' employera  la  dite  somme  de  trois  cens 
mille  livres  Sterling  en  tout  ou  en  partie  qu'ä  Tun  ou  Tautre 
de  ces  deux  usages  dont  il  est  parie  dans  le  dit  article  precedent. 

IV. 

Ce  trait(J  demeurera  secret  jusques  ä  ce  que  les  hautes 
parties  contractantes  en  conviendront  autrement. 

V. 

Ce  traite  sera  ratifiö  et  les  ratifications  en  seront  echan- 
gces  dans  Tespace  de  trois  semaines  ä  Hanovre  ou  plütöt  si 
faire  sc  peut. 

En  foy  de  quoi  nous  soussignes,  munis  des  pleinpouvoirs 
de  sa  Mte  la  reine   de  Hongrie  et  de  Boheme   et  de  sa  Mte'  le 

metit  cchi/*  etc.;   doch  wurde  die  Anfühning   der   vor  ly^i   geschlossenen   Ver- 
träge im  let\ten  Momente  fallen  gelassen. 


1742  Juli  6.  :zn'J 

roy  de  la  Grande-Bretagne,  avons  signe  le  present  es  dits  noms 
et  y  avons  fait  apposer  les  cachets  de  nos  armes.  Fait  ä  Ha- 
novre  le  tresieme/vingtquatrieme  jour  de  Juin,  Tan  de  grace 
mil  sept  Cent  quarante  un. 

L.  S.    Henry  Charles  comte  d' Ostein.         L.  S.    Harrington. 


35. 

Suhsiilicuvcrtrag  ^^wischcn  Maria  Theresia  wid  Georg  II.  J,  J, 
Whitchall  1^42  Juni  2^\Juli  6. 

Rat.    Georgs  IL   d.    d.   Kensington    1^42    Juli   }o\ August  10;    Maria 
Theresia* s  d,  d.    Wien   1742  Juli  ij. 

Die  Originale  des  Vertrages  im  St,-A.  und  R.  O. ,  das  Or.  der  öster- 
reichischen Ratifikation  im  R,  O,,  jenes  der  englischen  Ratifikation  im  St.-A. 

Maria  Theresia  hatte  mehr  als  einen  Grund,  Georg  IL  ob  seines 
Verhaltens  in  der  ^weiten  Hälfte  des  Jahres  1741  {U  {Urnen,  Als 
Kurfürst  von  Hannover,  wie  als  König  von  England  hatte  er  die  Hoff- 
nungen nicht  erjiillt ,  die  {u  hegen  er  der  jungen  Herrscherin  in  der 
ersten  Hälfte  des  Jahres  Anlass  gegeben.  Seine  Weigerung,  die  beiden 
Verträge  vom  24.  Juni  {//  ratifizieren,  die  er  als  Kurfürst  von  Han- 
nover unterzeichnet  hatte,  bedeutete  einen  furchtbaren  Schlag  für  Maria 
Theresia.  An  die  Durchführung  ihrer  gegen  Friedrich  IL  gerichteten 
Pläne  war  ohne  die  Mitwirkung  Georgs  nicht  ^u  denken.  Auch  bot  des- 
sen Vorgehen  dem  sächsischen  Hofe  den  erwünschten  Vorwand,  sich  von 
Osterreich  abzuwenden  und  am  ip.  September  1741  dem  Nymphenburger 
Vertrage,  den  die  Feinde  Maria  Theresia' s  geschlossen  hatten,  beizutreten. 
Wenige  Tage  später  —  2J,  Sept,  IJ41  —  unterzeichneten  die  hanno- 
ve r an i sehen  Minister  Georgs  IL  die  Deklaration,  durch  die  sich  dieser 
—  als  Kurfürst  —  verpflichtete,  der  österreichischen  Herrscherin 
weder  Beistand  z^^  leisten,  noch  sich  den  Unternehmungen  des  Königs 
von  Preussen,  des  Kurfürsten  von  Baiern  und  dessen  Alliierten  j^« 
widersetzen,  sowie  Karl  Albert  seine  Stimme  bei  der  Kaiserwahl  .{w 
geben.  Und  das  geschah  {//r  Zeit,  da  das  bairisch- französische  Heer 
Lin{  einnahm,  da  sich  Karl  Albert  von  den  österreichischen  Ständen 
huldigen  Hess  und  seinen  Zug  gegen    Wien  ankündigte, 

Maria  Theresia  sah  sich  in  die  peinlichste  Situation  versetzt. 
Um  {//  retten,  was  möglich  war,    schloss  sie  unter  Englands   Vermiii- 

österreichisch-englische  Staatsverträge.  Bd.  1.  37 


^yÖ  '74*  J"H  6. 

/w«^  —  p,  Okt.  1741  —  in  dem  Schlosse  Kleinschnellendorf  ein  Ab- 
kommen mit  Friedrich  IL^  demzufolge  dieser  gegen  Abtretung  Nieder- 
Schlesiens  von  weiteren  Angriffen  auf  Osterreich  abzustehen  versprach. 
Während  aber  die  österreichische  Herrscherin  die  dadurch  frei  gewor- 
denen Kräfte   {H/n  Schutze    Wiens   herbeirief,   hatte  sich  das   bairisch- 
französische  Heer  nach  Böhmen  gewendet  und  Prag  eingenommen.  Karl 
Albert  Hess  sich  —  De^,   1741  —  ^«/;/  Könige  von  Böhmen  ausrufen 
und  huldigen ;  am  24.  Januar   1742  erfolgte   seine    Wahl  {um  Kaiser. 
Die  Erfolge  der  Franzosen  und  Baiern  Hessen  Friedrich  IL  nicht  ruhen. 
Ohne  Rücksicht  auf  das  zn  Kleinschnellendorf  unterzeichnete  Abkommen 
trat  er  dem  Teilungsbündnisse  bei,  das  Sachsen  und  Baiem  auf  Kosten 
Österreichs  vereinbart  hatten ^  schloss  mit  Baiern  einen  besonderen  Vertrag y 
und  begann  im  Dez*  ^74^  ^^^^  neuem  den  Kampf  mit  Osterreich.    Ver- 
gebens hatte  Maria  TItcresia  während  dieser  Zeit  die  Hilfe  Georgs  IL  an- 
gerufen.   Er  hatte  auf  all  ihre  Bitten  um  Unterstützung  nur  eine  Ant- 
wort:   sie    möge  sich,   koste  es  was  es  wolle ^    mit  dem  Preussenkönige 
vergleichen.     Aber  nicht   nur   in   seiner  Eigenschaft  als  Kurfürst   von 
Hannover^  auch  als  König  von  England  z^igl^  Georg  IL  geringe  Nei- 
gung,   die  Interessen  Maria   Theresia' s    z^i  fördern.     Es  wurde   bereits 
erwähnt,    dass  er  ihr  unter  eigentümlichen    Vorwänden  ein   Viertel  der 
ihr  vom  Parlamente  bewilligten  Subsidien    entzog  und   in  der  Auszah- 
lung des  Restes   sich  so  säumig   z^^S^^>    ^^^^^  ^^^  kaiserliche  Gesandte 
wiederholt   um    die  Einhaltung  der  festgesetzten   Termine  petitionieren 
musste.     Die  12000  Mann    dänischer  und  hesscn-kasser scher   Truppen, 
die  er  bereits  im  Frühjahre    marschbereit  gehalten    und  -{«  deren   Be- 
soldung das  Parlament  200.000  Pfund  St,    bewilligt   hatte,    waren  nicht 
in  Aktion  getreten.     Und  auch  als  König  von  England  forderte  er  von 
Mitria   Theresia  ununterbrochen  Nachgiebigkeit  und  Opferwilligkeit  im 
Interesse   der    allgemeinen  Sache    und   wurde    nicht   müde   z'i   betonen, 
dass  der  Ausgleich    mit  Friedrich  II,    die    unerlässliche    Voraussetzung 
für  einen  erfolgreichen  Kampf  gegen  die  bourbonischen  Höfe  sei. 

Wie  bitter  die  österreichische  Herrscherin  das  Verhalten  Georgs  II. 
empfand,  beweisen  zahlreiche  Aussprüche ,  die  sie  damals  getan,  die 
Weisungen,  die  Graf  Kinsky ,  ihr  Vertreter  am  englichen  Hofe,  er- 
hielt und  die  Instruktion,  die  sie  Ende  des  fahr  es  IJ41  für  Ignaz  von 
Wasner  ausarbeiten  Hess.  Allein  was  halfen  all  die  Klagen  und  Vor- 
würfe.  Maria  Theresia  konnte  in  diesem  Augenblicke,  wo  sie  ;[///;/  ener- 
gischen Schlage  gegen  ihre  vielen  Feinde  ausholte,  die  Unterstützung 
Georgs  II.  nicht  entbehren;  sie  musste  den  Groll,  den  sie  empfand, 
verhehlen  und  von  neuem  an  ihn  mit  der  Bitte  herantreten,  sie  in  dem 


1742  Juli  6.  5.7g 

schweren  Kampfe^  den  sie  für  ihre  Existen^  und  damit  auch  für  die 
Erhaltung  des  europäischen  Gleichgewichtes  führte,  nicht  :(u  verlassen. 
Zu  Beginn  des  Jahres  1742  erhielt  Wasner  den  Befehl y  als  Entschä- 
digung für  die  nicht  erfolgte  Hilfeleistung  im  Jahre  1741,  {u  der  die 
Engländer  vertragsmässig  verpflichtet  gewesen  wären,  2,800.000  hol- 
ländische Gulden,  überdies  aber  eine  den  Verhältnissen  entsprechende 
Unterstützung  für  das  laufende  Jahr  {u  fordern.  Mit  Recht  betonte 
Maria  Theresia,  dass  der  in  den  Bündnissen  von  lyßl  und  17^2  vor- 
gesehene Fall  ,, entweder  dermalen  vorhanden  sei,  oder  er  kann  in  Ewig- 
keit sich  nicht  ereignen,^'  Wasner  habe  darauf  ^«  beharren,  dass  Eng- 
land den  Österreichern  mit  ganzer  Kraft  beistehe,  oder  den  Krieg  an 
Frankreich  und  dessen  Bundesgenossen  erkläre,  Maria  Theresia  sei 
bereit,  {ur  Ordnung  der  Kriegsvorbereitungen  auf  Wunsch  der  Eng- 
länder einen  erprobten  General  nach  London,  oder  wohin  es  Georg  IL 
zweckmässig  scheinen  sollte,  {u  senden;  im  übrigen  bedürfe  sie,  ,,um 
die  auf  den  Beinen  habende  Kriegsmacht  {u  unterhalten,  {u  recrutiren 
und  -{//  ermuntern*^ ,  eine  ausgiebige  Gddhilfe,  die  jedenfalls  nicht  hin- 
ter der  des  Vorjahres  zurückbleiben  dürfe,^)  Es  ist  nicht  anzunehmen, 
dass  die  österreichische  Regierung  damit  gerechnet  hat,  ihre  Forde- 
rungen in  Gän{e  durchzusetzen.  Man  hatte  j[«  oft  Gelegenheit  gehabt, 
sich  davon  <f//  überzeugen,  dass  von  dem  Ministerium  Walpole  ein  rück- 
haltloses Eintreten  -{//  Gunsten  Maria  Theresid's  nicht  ;f//  erwarten 
sei,  als  dass  man  sich  derartigen  Hoffnungen  hätte  hingeben  können. 
Man  war  daher  auch  nicht  überrascht,  als  die  ersten  Berichte 
Wasner s  nicht  sonderlich  günstig  lauteten,  als  die  englischen  Minister 
geringe  Neigung  z^^^l^^h  '^^'^  Krieg  an  Frankreich  j^«  erklären,  die 
Schuld  an  der  nicht  erfolgten  Teilnahme  der  12000  Mann,  die  Eng- 
land hätte  stellen  sollen,  dem  Wiener  Hofe  beimassen  und  bezüglich 
der  Geldsubsidien  keine  bindenden  Erklärungen  abgeben  wollten,  ^)  Um 
so  freudiger  berührte  daher  die  Mitte  Februar  1742  in  Wien  einge- 
troffene Mitteilung  vom  Sturze  dieses  Ministeriums  und  von  der  Er- 
set{ung  desselben  durch  ein  anderes,  unter  dessen  Mitgliedern  Lord 
Carteret  eine  massgebende  Stellung  bekleidete,  jener  Carteret,  der  so 
oft  im  Parlamente  erklärt  hatte,  dass  Englands  Wohlfahrt  die  Auf- 
rechthaltung des  Hauses  Österreich  fordere.^) 


')   Weisung  d,  d,  10.  Jan,  1742,  St-A, 

*)  Berichte  Wasners  vom  Jan.  1742  und  Weisung  d,  d,  12,  Febr,  1742, 
St.-A, 

^)  Vgl,  Arneth  I,  c,  IL  62  und  neuerdings  Ballantyne  Lord  Carteret  Lon- 
don jS(j7  p,  2ß8  ff, 

37* 


580  »74^  Juli  6. 

In  der  Tai  geigte  sich  alsbald  ein   erfreulicher    Wechsel   in  der 
Haltung  des  englischen  Ministeriums.  Dasselbe  bewies  aufrichtige  Nei- 
gung, Maria  Theresia   {u  Hilfe  {u  eilen,    und  wenn   auch    die    ersten 
Massnahmen,  die  getroffen  wurden,  den  hohen  Erwartungen  nicht  ent- 
sprachen, die  man  in    Wien  hegte,  wenn  auch  die  englische  Regierung 
noch  immer  den  Standpunkt  vertrat,  dass  Österreich  den  Ausgleich  mit 
Preussen,  auch  unter  Opfern,  erstreben  müsse,   wenn  man    somit  nach 
wie  vor    in  England  das  eigene  Interesse   in  den    Vordergrund   stellte, 
so  Hessen    doch   die   Verhandlungen    des   Parlamentes   und  die    Erklä- 
rungen   Carterets   und  seiner  Kollegen    keinen   Zweifel   darüber    auf- 
kommen,    dass  man  Maria   Tfieresia   nicht  fallen    lassen,    sie   vielmehr 
gegen  all^uweitgehende   Verluste   schütten  wolle.     Die  grossen  Erfolge, 
die  seitens   der   im  Interesse  Maria   Theresia' s   kämpfenden    Feldherren 
gerade  ^u   dieser  Zeit  in    Oberösterreich    und  Baiern   erhielt  wurden, 
trugen  da^u  bei,    die  günstige   Stimmung  der   englischen   Bevölkerung 
für  Österreich  und  die  Erbitterung  gegen  das  immer  gewalttätiger  vor- 
gehende  Frankreich  :(u  steig  er  ßi.    Am  2j.  Mär^  1^42  richtete  das  Un- 
terhaus eine  Adresse  an  den  König,  in  der  die  Gefahr  erörtert  wurde, 
die  gan:^  Europa   von    den    Gegnern   Maria   Tfieresia' s   drohe ,    in    der 
aber  auch  auf  die  Erfolge,  die  sie  erreicht  hatte,  hingewiesen  und  dem 
Gedanken  Ausdruck  verliehen  wurde,  dass  durch  eine  rechtzeitige  und 
entsprecheftde  Unterstützung  dieser   Herrscherin    seitens  jener  Mächte, 
die  da^u   durch   Verträge   und  im    eigenen  Interesse   verpflichtet   seien, 
das   Gleichgewicht  und   die   Ruhe  Europa's   wieder   hergestellt  werden 
könnte.   Das  Oberhaus  folgte  mit  einer  ähnlichen  Erklärung,  Bald  dar- 
auf —  am    Iß.  April    IJ42    —    votierte    das    Unterhaus    ^u    Gunsten 
Maria   Theresia's  eine  Subsidie  von  ßoo.ooo  Pfund  St, 

Die  Wiener  Regierung  hatte  mit  grösster  Spannung  der  Entscheidung 
des  englischen  Parlamentes  und  Ministeriums  entgegengesehen.  Schon  yju 
Beginn  des  Monates  Mär^  hatte  sie  Wasner  in  Kenntjiis  gesetzt,  dass 
die  ^ur  Verfügung  stehenden  Mittel  erschöpft,  dass  {ur  Erhaltung  der  in 
Böhmen  s'ehenden  Truppen  eine  schleunige  und  ausgiebige  Unterstützung 
seitens  der  Engländer  dringend  geboten  sei,  ^)  Als  gegen  Ende  des  Monates 
Märi  auf  privatem  Wege  die  Nachricht  in  Wien  eintraf,  das  Parlament 
wolle  600.000  Pfund  St.  bewilligen,  erregte  dies  hier  die  hellste  Freude ; 
doch  wurde  auch  jet^t  betont,  dass  nur  eine  schleunige  Geldsendung 
Rettung  bringen  könnte  und  Wasner  der  strikte  Befehl  erteilt,  in  diesem 


M   Weisung  d,  d,  7.  M:ir\  1742,  St-A. 


1742  Juli  6.  581 

Sinne  {u  wirkend)  Einen  Monat  später  war  der  Wiener  Hof  im  Be- 
sitze der  Mitteilung y  dass  die  vom  englischen  Parlamente  votierte  Sub- 
sidie  ßoo.ooo  P/und  St.  betrage,^)  Zu  gleicher  Zeit  langte  auch  die 
Meldung  ein^  dass  der  Hass  der  Engländer  gegen  Frankreich 
und  ihr  Mitleid  mit  Maria  Theresia  ^u  einem  öffentlichen  Aufrufe 
Veranlassung  gegeben  hätten,  durch  den  alle  Bewohner  des  Landes,  ^u- 
mal  die  Frauen,  aufgefordert  wurden,  der  jungen  Herrscherin  eine  Geld- 
summe {ur  Verteidigung  ihrer  gerechten  Sache  ^^ur  Verfügung  ^u  stellen. 
Der  Wiener  Hof  nahm  dankend  von  beiden  Nachrichten  Kenntnis, 
forderte  aber  Wasner  von  neuem  auf,  die  Übersendung  des  Geldes, 
wenigstens  die  eines  Teiles^  ^i  beschleunigen,^)  Allein  bald  sollte  sich 
{eigen,  dass  die  Gegenströmung,  die  in  früheren  Jahren  jede  energische 
Unterstützung  Maria  Theresia  s  verhindert  hatte,  noch  bestand  und  dass 
Georg  //.  auch  jet^t  nicht  mit  ganzer  Kraft  ^u  Gunsten  Maria  The- 
resia s  eintreten  wollte.  Der  Aufruf  ^u  einer  freiwilligen  Hilfe  für 
die  österreichische  Herrscherin  erregte  das  Missfallen  des  englischen 
Hofes^)  und  führte,  da  die  massgebenden  Kreise  demselben  keine  Folge 
leisteten,  {u  keinem  Ergebnisse,  Statt  einer  weit  höheren  :^uge sagten 
Truppen:{ahl  wurden  Ende  April  nur  16000  Mann  nach  den  Nieder- 
landen dirigiert  und  {u  gleicher  Zeit  erklärte  Carteret,  da  das  Par- 
lament die  ^oojooo  Pfutid  St.  m  dem  Zwecke  bewilligt  habe,  „die  Kö- 
nigin von  Ungarn  ^u  unterstützen  und  Allianzen  ab^uschliessen^^  habe 
sich  Georg  IL  entschlossen,  von  dieser  Summe  dem  Könige  von  Sar- 
dinien für  seine  Hilfeleistung  gegen  die  Bourbonen  200,000,  der  öster- 
reichischen Herrscherin  ßoo.ooo  Pfund  St,  ^ur  Verfügung  {u  stellen,^) 
Vergebens  betonte  Wasner,  dass  eine  derartige  Auslegung  der  parla- 
mentarischen Erklärung  unstatthaft  sei ;  dass  kein  Zweifel  darüber  be- 
stehen könne,  dass  die  Vertreter  des  englischen  Volkes  die  gan{e  Summe 
seiner  Herrscherin  {ugedacht  hätten/  Carteret  blieb  dabei,  dass  man 
nur  unter  der  Voraussetzung  der  gleichzeitigen  Unterstützung  des  Sa- 
voyers  eine  so  hohe  Summe  bewilligt  habe.^)  Und  ebenso  vergebens  war 
es,  dass  die  Wiefter  Regierung,  sobald  sie  von  dieser  Absicht  des  eng- 
lischen Ministeriums  Kenntnis  erhielt,  Robinson  von  der  Notwendigkeit 
ZU  überz^^igcn  suchte,   die  ^m    ihrer  Rettung  festgesetzte  Summe  unge- 


*)  Weisung  d,  J,  ji,  Mär{  1742,  St,-A, 

»)   Weisung  d,  d,  ^o,  April  1742,  St,-A, 

'')  Weisung  d,  d.  p.  und  21,  Mai  1742,  St-A, 

*)  Vgl.  die  Berichte  Wasners  vom  April  und  Mai  1742.  St,-A, 

*)  Bericht  Wasners  d.  d,  20.  April  1742,  St,-A, 

")  Berichte  Wasners  d,  d,  20.  und  ^7.  April  1742,  St.-A. 


582  '742  Juli  6. 

schmälert  ^ti  übersenden,^)  Die  englischen  Minister  blieben  bei  ihrer 
Ansicht ,  übermittelten  liem  finanziell  arg  bedrängten  Wiener  Hofe 
1^0,000  Pfund  St.  als  erste  Hälfte  der  bewilligten  Subsidie  und  /or- 
derten Wasner  {ur  Unterzeichnung  eines  von  ihnen  entworfenen  Ver- 
trages aufy  durch  den  die  Angelegenheit  ihren  definitiven  Abschluss 
finden  und  nach  dessen  Unterzeichnung  die  :;weite  Hälfte  der  Subsidie 
sofort  erlegt  werden  sollte, 

Wasner  entschloss  sich,  obgleich  er  nicht  im  Besitze  einer  Voll- 
macht {ur  Unterzeichnung  eines  Vertrages  war,  auf  den  Vorschlag  der 
Engländer  einzugehen.  Zu  Beginn  des  Monates  Juli  wurde  ihm  der 
Entwurf  überreicht.  Er  fand  den  dritten-  Artikel  desselben  bedenklich, 
Maria  Theresia  sollte  sich  durch  denselben  verpflichten,  mit  ihren 
Feinden  keinen  Vertrag  einzugehen,,  ohne  den  König  von  England  und 
Kurfürsten  von  Hannover,  sowie  Russland  und  die  Generalstaaten  in 
denselben  einznschliessen,  Wasner  machte  Carteret  darauf  atifmerksapn, 
dass  seine  Herrscherin  sich  ^«r  Aufnahme  eines  solchen  Artikels  wohl 
nur  dann  verstehen  werde,  wenn  auch  die  Verbündeten  ^«r  strikten 
Einhaltung  der  übernommenen  Leistungen  im  Vertrage  verpflichtet  wür- 
den. In  diesem  Sinne  verfasste  er  einen  Zusatz  -{"/w  dritten  Artikel.^) 
Lange  sträubten  sich  die  englischen  Minister  ihre  Einwilligung  z'*^ 
Aufnahme  desselben  -f«  geben.  Erst  als  Wasner  betonte,  dass  er 
den  Widerstand  der  Engländer  nur  in  dem  Sinne  deuten  könne,  als 
wollten  sie  den  fortwährenden  Versicherungen  z}^wider  die  übernom- 
menen Verpflichtungen  nicht  erfüllen  und  die  Erklärung  abgab,  ohne 
diesen  Zusatz  den  Vertrag  nicht  unterzeichnen  {u  können,  gaben  seine 
Gegner  nach,'^)  Am  6,  fuli  n,  st.  wurde  der  Vertrag  unterfertigt ,  bald 
darauf  die  rückständige  Hälfte  der  Subsidie  dem  österreichischen  Hof 
übermittelt.  Dieser  erteilte  alsbald  Wasner  die  Indemnität  für  die  ohne 
vorherige  Vollmacht  vollzogene  Unterfertigung  des  Vertrages  und  über- 
sandte die  verlangte  Ratifikation.^) 


';   Weisung  d.  J.  21.  Mai  und  12,  Juni  17^2.  St.-A. 

*)  Dieser  Zusat^  lautete  nach  Wasners  VorscItLur:  bien  eutendu,  que  /es 
liites  puissaneeSf  nommement  le  roy  d*  Angleterre,  remplissent  fidelement  de  Icur 
cote  les  engagements  contractes  par  /es  traites  qui  suhsii>tent  entrc  e//es  et  sa 
M*"  /a  reine  d*  Hongric  et  de  Bo/ieme.  Später  wurden  die  Worte  ,,nommenumt 
/e  roy  d'  Ang/eterre'*  auf  Wunsch  der  /ing/änder  gestric/ien. 

»)  Beric/it  Wasners  d.  d,  (),  Ju/i  17.^2.  St.-A. 

*)   Weisung  d,  d,  2g.  Juli  1742,  Sf.-A, 


1742  Juli  6.  '583 

Soit  notoire  ä  tous  ceiix  ä  qui  il  pourra  appartenir:  Que 
sa  Mte  la  reine  d'Hongrie  et  de  Boheme,  a'iant  avec  instance 
fait  representer  ä  sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  que,  vu 
les  grandes  depenses  dont  eile  se  trouvoit  chargöe  pour  tenir 
en  campagne  tant  et  de  si  nombreuses  armöes  qu'il  luy  etoit 
indispensable  d'opposer  en  plusieurs  endroits  6loign6s  les  uns 
des  autres  aux  invasions  et  attaques  ennemies,  eile  avoit  le  be- 
soin  le  plus  pressant  d'un  secours  immödiat  en  argent;  et  sa 
Mte  britannique  tr^s-disposöe  a  faire  ce  qui  peut  döpendre  d'elle 
pour  le  soütien  de  la  ser^nissime  maison  d'Autriche  et  pour 
contribuer  par  lä  au  maintien  d'un  juste  equilibre  en  Europe, 
aiant  fait  connoitre  k  sa  Mt^  la  reine  d'Hongrie  et  de  Boheme 
rintention  oü  eile  ^toit  de  luy  fournir  sans  dölai  une  somme 
d' argent  pour  cet  effSt  aux  conditions  dont  on  conviendroit; 
et  leurs  dites  Mte's  aiant  trouvö  convenable  qu'il  füt  fait  lä- 
dessus  un  traite  ou  Convention,  ä  cette  fin  elles  ont  muni  de 
leurs  pleinpouvoirs  respectifs :  Savoir  sa  Mt^  la  reine  d'  Hongrie 
et  de  Bohöme  le  sieur  Ignace  Jean  de  Wasner,  son  ministre 
plenipotentiaire  auprfes  de  sa  dite  Mte'  britannique,  et  sa  dite 
M^e'  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  ses  conseillers  privds  Phi- 
lippe Lord  Hardwicke,  son  chancelier  de  la  Grande-Bretagne; 
Thomas  HoUes,  duc  de  Newcastle,  Tun  de  ses  principaux  se- 
cretaires  d'etät;  Spencer  comte  de  Wilmington,  premier  com- 
missaire  de  sa  tresorerie  et  Jean  Lord  Carteret,  baron  de  Haw- 
nes,  un  autre  de  ses  principaux  secretaires  d'etät  lesquels,  aprfes 
avoir  confere  cnsemble  sur  les  objets  ci-dessus  mentionnes  et 
s'  ctre  entre-communiquö  leurs  pleinpouvoirs,  sont  convenus  des 
articics  suivans. 

I. 

Sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  promet  de  faire  paier 
immediatemcnt  dans  la  ville  de  Londres,  entre  les  mains  de  la 
personne  ou  des  personnes  authorisees  par  sa  Mte  la  reine 
d'Hongrie  et  de  Boheme  h  la  recevoir  en  son  nom,  la  somme 
de  trois  cens  mille  livres  sterlin. 

IL 

Sa  Mte'  la  reine  d'  Hongrie  et  de  Boheme,  reconnoissant  le 
procede  amiable  du  roy  de  la  Grande-Bretagne  en  ce  qui  est 
promis  de  sa  part  par  Tarticle  precödent,  promet  et  s'engage 


584  *742  Juli  6. 

d'  emploier  la  dite  somme  de  trois  cens  milles  livres  sterlin,  soit 
pour  la  solde  des  troupes  qu'  eile  a  actüellement  en  campagne, 
soit  pour  se  procurer  des  nouvelles  forces,  et  non  autrement. 

m. 

S'engage  en  outre  sa  dite  Mte  la  reine  d'Hongrie  et  de 
Boheme  de  ne  conclurre^)  aucun  traite  de  paix,  de  treve  ou  de 
neutralite,  ni  teile  autre  Convention  ou  accord  que  ce  soit  avec 
les  puissances  qui  luy  fönt  actüellement  la  guerre  ou  qui  pour- 
roient  la  luy  faire,  ni  avec  aucune  d' icelies,  sans  y  comprendre 
sa  Mte  britannique  nommement,  tant  comme  roy  que  comme 
electeur,  et  pareillement  sa  Mte  de  toutes  les  Russies  et  les 
etäts  generaux  des  Provinces-Unies ;  bien  entendu  que  les  dites 
puissances  remplissent  fidelement  de  leur  cöte  les  engagements 
contract^s  par  les  traites  qui  subsistent  entre  elles  et  sa  Mte  la 
reine  d'Hongrie  et  de  Boheme. 

IV. 

Ce  traite  sera  ratifie  et  les  ratifications  en  seront  echan- 
gees  dans  Tespace  d'un  mois  ou  plutöt  si  faire  se  peut. 

En  foy  de  quoy  nous  les  susdits  plenipotentiaires  avons 
soussignö  le  prdsent  traite  de  nos  propres  mains  et  y  avons 
aposö  les  cachets  de  nos  armes.  Fait  h  Whitehall  ce  25  juin 
1742.2) 

L.  S.    J.  Wasner.         L.  S.    Hardwick  C. 

L.  S.    Helles  Newcastle. 
L.  S.    Wilmington. 
L.  S.    Carteret. 


')  So  im  Or. 

2)  Das  ist  alter  Stil. 


1742  August  lo.  585 


36. 


knglische  Giirantic  der  Brcslauer  Frieclenspräliwinaricn  vorn 
II.  Juni  1742  d.  d,  Kensington  1742  Juli  jojAugust  10  und 
des  Berliner  Friedens  vom  28.  Juli  1742  d,  d.  St  James  174} 
Mär^  iol2i.^) 

Die  Originale  dieser  Garantien  im  SL-A. 
Drucke  bei  Bittner  Nr,  qdo  und  Qi>8. 

Am  II.  Juni  1742  wurden  in  Breslau,  von  Podewils  als  Ver- 
treter Friedrichs  IL  und  von  dem  Engländer  Hyndford  als  Vertreter 
Maria  Tliercsia'sy  die  Friedenspräliminarien  unterzeichnet ,  'die  dem 
Kriege  {wischen  Österreich  und  Preussen  ein  Ende  bereiten  sollten,^) 
Maria  Tlieresia  trat  gan^  Nieder-  und  Oberschlesien  mit  Ausnahme 
von  Teschen,  Troppau  und  einiger  anderer  Gebiete,  überdies  aber  die 
Graf  schalt  Glat^,  mit  allen  Souveränitätsrechten  und  mit  völliger  Unab- 
hängigkeit von  der  Krone  Böhmen  für  ewige  Zeiten  an  Friedrich  IL 
ab.  Dieser  vernichtete  dafür  auf  alle  seine  sonstigen  Ansprüche ;  er- 
klärte sich  bereit,  16  Tage  nach  erfolgter  Unterzeichnung  der  Präli- 
minarien seine  Truppen  aus  dem  österreichischen  Gebiete  zurückzu- 
ziehen ;  verpflichtete  sich  die  katholische  Religion  in  Schlesien  in  ihrem 
gegenwärtigen  Zustande  und  jedermann  im  Genüsse  seiner  Besitzungen, 
Freiheiten  und  Privilegien  {//  belassen.  Die  Regelung  des  Handels- 
verkehres {wischen  den  beiderseitigen  Untertanen  wurde  dem  definitiven 
Frieden  vorbehalten. 

Zwei  Artikel  betrafen  Angelegenheiten,  die  England  direkt  be- 
rührten. Kraft  des  einen  (7.)  übernahm  Friedrich  IL  von  den  auf 
Schlesien  haftenden  Schulden  die  Bezahlung  des  Darlehens,  das  Karl  VL 
im  Jahre  17}^  ^//  London  bei  englischen  Kaufleuten  aufgenomme^i 
hatte, ^)  kraft  des  andern  fii.J  wurde  England-Hannover  in  den  Traktat 
aufgenommen.  Unmittelbar  nach  erfolgter  Unterzeichnung  dieser  Prä- 
liminarien hatte  sich  Friedrich  IL,  von  der  Besorgnis  erfüllt,    Oster- 


')  Von  dem  wörtlichen  Abdrucke  dieser  Garantie  des  Berliner  Friedens 
wurde  abgesehen,  da  sie  jener  der  Breslauer  Präliminarien  bis  auf  wenige  Worte 
(vgl.  die  liitileitung  {u  dieser  letzteren  p.  ^86)  gleichlautend  ist 

*)  Vgl,  den  Druck  bei  F,  A.  W,  Wenck  Cod.  jur,  gent.  rec.  L  7^4. 

'•)  Es  handelte  sich  damals  um  ein  Anlehen  vou  2^0,000  Pfund  St;  die 
Vollmacht  für  Wasner  die  Anleihe  abyuschliessen  d.  d,  ly.  April  lyß'i  und  an- 
ilere  darauf  bezügliche  Akten  im  St-A. 


586  »742  August  10. 

reich  könnte  —  infolge  der  damals  stattgehabten  glücklichen  Kriegs- 
ereignisse —  die  Umwandlung  dieser  provisorischen  Abmachungen  /// 
definitive  ^u  verhindern  trachten  y  und  im  Hinblicke  auf  die  seinen 
westphälischen  Ländern  drohende  Gefahr,  an  seinen  Oheim,  Georg  IL, 
mit  der  Bitte  um  eine  Garantie  der  Präliminarien  gewendet,^)  und 
dieser  hatte y  von  dem  Wunsche  beseelt  den  Preussenkönig  gan\  für  sich 
^u  gewinnen,  dessen  Begehren  so  schnell  als  möglich  erfüllt.  Bereits 
am  ß.  Juli  1742  unterzeichnete  Georg  LI,  {u  Kensington  das  gewünschte 
Dokument,  Von  diesem  Akte  gab  Carteret  dem  Vertreter  Maria  The- 
resia's  in  London  sogleich  Nachricht  und  betonte  die  Geneigtheit  seines 
Herrn,  der  österreichischen  Herrscherin  auf  Wunsch  ein  gleichlautendes 
Aktenstück  auszustellen.^)  Noch  bevor  die  Mitteilung  Wasners  nach  Wien 
gelangt  war,  hatte  übrigens  Robinson  daselbst  die  dem  preussischen 
Herrscher  ausgestellte  Garantie  vorgelegt,  Maria  Theresia  entschloss 
sich  „nicht  nur  um  uns  allenfalls  gegen  deren  über  kur^  oder  lang 
andererseits  erfolgen  mögenden  Unterbruch^  insoweit  sich  auf  Garantien 
{u  verlassen  ist,  ^u  verwahren,  sondern  auch  um  andurch  unseren  Eni- 
schluss,  das  geschlossene  auf  das  heiligste  ^//  halten,  mehrers  an  lag 
ZU  legen'^,  eine  gleiche  Garantieerklärung  von  England  j{^m  fordern,^) 
Dieselbe  wurde  von  Georg  IL  am  jo.  Juli  v,  st,  ausgestellt. 


Der  definitive  Vertrag  zynischen  Österreich  wid  Preussen  wurde 
am  28,  Juli  >{//  Berlin  unterzeichnet,^)  Die  Bestimmung,  durch  die 
Engliind' Hannover  in  denselben  eingeschlossen  wurde  (14.),  war  jener 
der  Präliminarien  gleichlaufend.  Dagegen  hatte  der  die  schlesische 
Schuldfrage  betreffende  Artikel  (9)  eine  Änderung  dahin  erfahren, 
dass  Maria  Theresia  die  auf  Schlesien  hypothezirrte  Brabanter  Anleihe 
übernahm,  während  sich  Friedrich  IL  verpfiichlete,  die  von  den  Englän- 
dern und  Holländern  aufgenommenen  Darlehen  z'f  bezahlen.  Auch  diesen 
Vertrag  -(w  garantieren  übernahm  Georg  LL.  Das  für  Maria  Theresia 
bestimmte  Dokument  wurde  am  jo,  März  174J  st,  n.  in  London  aus- 
gestellt. Es  stimmt  wörtlich  mit  der  Garantie  der  Präliminarien  über- 
ein,  nur  dass  es  überall  statt  ,,articles  prcliminaircs  de  paix  et  de  neu- 
tralite^^  ,,traite  et  articlc  separeV  heisst  und  dass  die  Klausel  „et  que 


'j   Vgl,  Arncth  l,  c.  II,  77  u.  Anm.  ^9  p.  -/^V/. 

2)  Bericht  Wasners  d,  d.  /;.  /////  1742.  St.-A,    Für  die  Haltutig  Cartcrets 
f'n  dieser  Zeit  v^I,  Ballantyne  L  c,  2^0  f 

^)   Weisung  an   Wasner  d,  d.  2S.    /////  1742.  St.-A, 
*)  Vgl.  den  Druck  bei  Wenck  l,  c.  I.  7^9, 


1742  August  10.  587 

sa  ditc  Mt^'  prussiennc  s*  offrc  et  promet  (i*  entrer  dercchef  et  irnrnddia- 
tcmeni  avec  nons  et  avec  Z.  //.  P,  Jans  iine  ^trotte  et  intime  alliance 
pour  la  defense  generale  et  partictiliere  de  tous  nos  royaumes,  electorat, 
etats  ei  päis  respeetifs'^  und  die  darauf  beinghabenden  Worte  „et  nons 
confumt  en  cette  promesse''  ausblieben,  da  unterdess  am  29,  Nov,  n.  st, 
{H  Westminster  [wischen  Preussen  und  England  eine  Defensivallian^ 
geschlossen  worden  war,  die  unter  gegenseitiger  Garantie  aller  Länder 
der  beiden  Nationen  (ausgenommen  waren  die  aussereuropäischen  Ge- 
biete Englands),  eine  Hilfe  von  loooo  Mann  und  die  Einladung  der 
Generalstaaten  {um  Beitritt  festsetzte, 

Nous  George  second,  par  la  grace  de  dieu  roy  de  la 
Grande-Bretagne,  de  France  et  d'Irlande,  d^fenseur  de  la  foy, 
duc  de  Brunswick  et  de  Lüneburg,  archi-tr^sorier  et  prince 
electeur  du  S*.  empire  Romain  etc. :  Savoir  faisons  ä  tous  et  un 
chacun  qui  ces  presentes  verront;  que  comme  par  nos  soins 
et  par  nötre  entremise  et  mödiation  des  articles  prcliminaires 
de  paix  et  de  neutralite  ont  öte  heureusement  röglös,  arrßtes, 
conclus  et  signes  entre  nötre  chere  soeur  la  reine  d'Hongrie 
et  de  Boheme  et  notre  eher  frere  et  neveu  le  roy  de  Prusse 
le  11«  jour  du  mois  de  Juin  dernier  n.  s.  dont  la  teneur  s'en- 
suit  mot  k  mot. 

Insertion  des  Vertrages  vom  //.  Juni  17^2  n.  st. 

Des  queis  articles  preliminaires  leurs  Mtes  la  reine  d'  Hon- 
^rie  et  de  Boheme  et  le  roy  de  Prusse  ont  actuellement  fourni 
et  fait  cchanger  leurs  ratifications.  Et  comme  sa  dite  Mtc  la 
reine  d'  Hongrie  nous  a  requis  que,  pour  la  plus-grande  seuretö 
des  deux  parties  contractantes  et  de  leur  paix  reciproque  si 
necessaire  au  retablissement  du  repos  g^n^ral  de  T  empire,  il 
nous  plüt  de  leur  garantir  sp^cialement  Texten tion  et  Obser- 
vation rdciproque,  exacte,  constante  et  inviolable  des  susmen- 
tionnes  articles  prdliminaires  de  paix  et  de  neutralitö  et  de  tou- 
tes  les  conditions,  obligations  et  stipulations  y  contenuäs,  et  de 
convier  les  seigneurs  etats  g^neraux  des  Provinces-Unies  ä  les 
leur  garantir  de  mßme;  et  que  sa  dite  Mt^  prussienne  s'oflfre 
et  promet  d'entrer  derechef  et  immödiatement  avec  nous  et 
avec  L.  H.  P.  dans  une  ^troite  et  intime  alliance  pour  la  de- 
fense generale  et  particuliere  de  tous  nos  royaumes,  electorat, 


588  »743  Februar  15. 

etats  et  pais  respectifs.  Par  toutes  ces  considerations,  et  nous  con- 
fiant  en  cette  promesse  et  ne  voulant  rien  omettre  de  ce  qui  peut 
döpendre  de  nous  pour  consolider  de  plus  en  plus  une  paix  et 
neutralit^  aussi  salutaire,  nous,  en  vertu  des  präsentes,  garantissons 
en  la  meilleure  forme  que  faire  se  peut  ä  sa  Mte  la  reine  d'  Hon- 
grie  et  de  Bohöme  et  ä  sa  Mte  le  roy  de  Prusse  les  cy-dessus  in- 
seres  articles  pröliminaires,  promettant  et  nous  obligeant  de 
tenir  la  main  et  de  faire  tout  ce  qui  sera  dans  nötre  pouvoir, 
pourque  toutes  les  conditions,  obligations  et  stipulations  y 
contenues  et  ^nonc^es  soient  et  demeurent  pour  toüjours  fidel- 
lement,  ponctuellement  et  religieusement  executees  et  observees 
par  les  deux  parties  contractantes,  et  qu'il  n'y  soit  contrevenu 
en  maniere  quelconque;  et  nous  convierons  incessamment  les 
seigneurs  etats  generaux  des  Provinces-Unies  ä  leur  en  donner 
et  delivrer  un  pareil  acte  de  garantie.  En  foy  de  quoy  nous 
avons  signe  cet  acte  de  nötre  main  royale  et  y  avons  fait  ap- 
poser  nötre  grande  Sfeau  de  la  Grande-Bretagne.  Fait  dans 
nötre  palais  de  Kensington,  le  trentieme  jour  de  Juillet,  Tan 
de  grace  1742  et  de  nötre  regne  le  seizieme. 

George  R. 

37. 

Subsidienvcrtrag  ^züischcfi  Maria  Theresia  uml  Georg  TL  d,  d. 
West m  inster  174J  Febr.  75. 

Rat,  Georgs  IL  d,  cL  St,  James  1743  Februar  2i\Miir^  4;  Maria 
TJieresia's    Wien   174}  Mä'r{    14, 

Völlig  gleichlautend  dem  />.  =>8^f.  abgedruckten  Vertrage  vom  2^,  Juli  17^2. 
Die  Originale   des   Vertrages   im    St.-A,    und   R.  O.,    das    Or,   der   engl, 
Ratifikation  im  St.-A.,  jenes  der  Ratifikation  Maria   Theresia* s  im  R.  O, 

38. 

Entwurf  eines  Bündnisses  ^zvisthen  Georg  IL,  Maria  Theresia 
und  mehreren  deutschen  Fürsten;  verfasst  in  London  \u  Be- 
ginn des  Jahres  1743;  samt  Bemerkungen  Maria  Theresia's. 

Dieser  Bündnisentwurf  befindet  sich  als  Beilage  \ur  Weisung  an  Wasner 
d,  d.  ly^^  Februar  y  im  St.-A. 

Am  24,  Januar   1742  wurde  der  Wittelshacher  Karl  Albert y  vor- 
nehmlich auf  die  Empfehlung  des  Prcnssenkönigs  hin,  ^um  Kaiser  ge- 


1743  s.  d   (Anfang  des  Jahres.)  58Q 

wählt.  Wenige  Wochen  später  befand  sich  München,  seine  Haupt- 
stadt, in  den  Händen  seiner  Feinde.  Ausser  Stande  den  Kampf  gegen 
Maria  Theresia  mit  eigenen  Mitteln  ^u  führen,  suchte  der  neue  Kaiser 
das  Reich  für  seine  Sache  {u  gewinnen.  Allein  der  schwache  von 
dtn  Fran{osen  abhängige  Herrscher  fand  unter  den  Reichsgenossen 
nur  wenige  selbstlose  Freunde.  Wohl  gelang  es  ihm,  allen  Protesten 
Österreichs  ^um  Trot{,  die  Verlegung  des  Reichstages  von  Regensburg 
nach  Frankfurt  und  die  Eröffnung  desselben  in  letiterer  Stadt  im 
Frühjahre  1742  durch^uset^^en ;  j{u  einer  etiergi sehen  Unter stüt:{ung  des 
Reichsoberhauptes  kam  es  aber  nicht.  Denn  wie  verschieden  auch  die 
Gesinnung  der  einzelnen  Stände  sein  mochte,  in  der  Abneigung  gegen 
Frankreich  stimmteft  die  meisten  überein.  Vergebens  war  es  daher, 
dass  Karl  VU.  die  Hilfe  des  Reiches  gegen  Maria  Tlieresia  forderte, 
dass  er  unermüdlich  an  den  Höfen  der  grösseren  und  kleineren  Fürsten 
Verhandlungen  führte,  die  den  Abschluss  von  Bündnissen  be:{weckten^ 
die  gegen  Österreich  gerichtet  sein  sollten. 

Die  Reichsversammlung,  in  der  Österreichs  Herrscher,  obgleich 
der  Kaiserwürde  entkleidet,  noch  immer  einen  überaus  starken  Anhang 
bcsass,  bewilligte  erst  spät  und  :(ögernd  die  dem  Oberhaupte  gebühren- 
den Römermonate,  weigerte  sich  aber  auf  das  entschiedenste,  unmittelbar 
an  dem  Kampfe  gegen  Maria  Tlieresia  teil{unehmen  und  geigte  vorerst 
keine  Neigung,  die  von  Karl  VH.  geforderte  bewaffnete  Mediation 
fischen  dem  Reichsoberhaupte  und  Österreich  ^u  übernehmen.  Noch 
erfolgreicher  als  auf  dem  Reichstage,  an  dessen  Beratungen  die  Ver- 
treter Öterreichs  keinen  direkten  Anteil  nahmen,  war  Maria  Theresia 
in  ihrem  Bemühen,  die  einT^elnen  Reichsstände,  die  Karl  VH.  gegen 
sie  aufiuhet{en  bestrebt  war,  von  jedem  feindlichen  Schritte  ab:{uhalten. 
Sie  verstand  es  vortrefflich  durch  Briefwechsel  und  Gesandtschaften 
das  gute  Einvernehmen  mit  den  ihr  freundlich  gesinnten.  Reichsständen 
aufrecht  ^u  halten,  begegnete  jedem  Fürsten,  dessen  Länder  von  dem 
Krieg  betroffen  werden  mussten,  mit  Massigung  und  Gefälligkeit ,  be- 
tonte unaufhörlich  ihre  Geneigtheit  mit  dem  Reichsoberhaupte  in  Frie- 
den ^u  leben,  Hess  mit  schlauer  Berechnung  den  Kampf  gegen  den 
Reichsfeind,  die  Vertreibung  desselben  von  des  Reiches  Boden,  als  ihr 
Hauptziel  erscheinen  und  forderte  im  Gegetisat^^e  {u  Karl  VH.  blos 
die  strikte  Einhaltung  der  Neutralität,  ^u  der  sich  schon  im  Mär{^  ^74^ 
die  durch  die  Beset{ung  Baierns  seitens  der  Österreicher  zunächst  be- 
drohten Stände,  im  Laufe  des  Jahres  1742  eine  grosse  An^^ahl  ein- 
flussreicher Fürsten  verpflichteten.  Es  kann  nicht  unsere  Aufgabe  sein, 
die  überaus  verwickelten    Verhandlungen  ^u  schildern,  die  im    Verlaufe 


cQo  '743  s.  d.  (^ Anfang  des  Jahres.) 

des  Jahres  1742  an  den  verschiede^ien  Höfen  Detiischlands  von  den 
Vertretern  der  beiden  grossen  Parteien  geführt  wurden^in  die  das  Reich 
damals  gespalten  war.  Es  wird  in  diesem  Zusammenhange  genügen, 
darauf  hinzuweisen,  dass  die  Association  der  vier  vorderen  Reichskreise, 
die  int  Laufe  der  letzten  ßo  Jahre  so  oft  ^u  Gunsten  des  Reichsober- 
hauptes  eingetreten  war,  sich  Karl  VIL  vornehmlich  aus  dem  Grunde 
versagte,  weil  dieser  im  Bunde  mit  Frankreich  stand,  und  dass  unter 
den  weltlichen  Fürsten  des  Reiches  niemand  eifriger  darauf  aus  war, 
Maria  Theresia  fördernd  {ur  Seite  {u  stehen,  als  der  Kurfürst  voti 
Hannover,  hinter  dem  die  grosse  Macht  der  englischen  Nation  stand. 
Wir  wissen,  dass  Georg  IL  der  österreichischen  Herrscherin  eine  ener- 
gische Unterstützung  für  den  Fall  zugesagt  hatte,  dass  sie  den  von  der 
englischen  Nation  so  dringend  geforderten  Frieden  mit  Friedrich  IL 
von  Preussen  seh  Hessen  würde.  In  der  Tai  waren  Georgs  IL  deutsche 
Truppen,  sobald  seine  hannoveranischen  Besitzungen  durch  die  Ent- 
fernung des  französischen  Kriegsheeres  Luft  bekommen  hatten  —  16000 
Hannoveraner  und  6000  Hessen  —  nach  den  Niederlanden  marschiert, 
um  von  hier  aus  mit  englischen  und  niederländischen  Soldaten  gemein- 
sam den  Kampf  {«  Gunsten  Maria  Tlieresia's  aufzunehmen.  Allein  der 
Zug  dieser  Truppen  nach  Deutschland,  den  Maria  Theresia  dringend 
wünschte  und  für  den  sie  unaufhörlich  am  englischen  Hofe  wirken 
Hess,  verzögerte  sich.  Erst  gegen  Ende  des  Jahres  174^  y  als  die 
Franzosen  Böhmeti  aufgegeben,  die  Engländer  mit  Preussen  und  Russ- 
land Bündnisse  geschlossen  hatten  und  die  Niederländer  sich  bereit 
zeigten  dem  Österreichisch-englischen  Kriegsbündnisse  beizutreten,  glaubte 
mau  in  Wien  mit  einiger  Wahrscheinlichkeit  auf  den  baldcn  Marsch 
der  so  sehnlichst  erwarteten  Hilfstrnppen  rechnen  ^m  dürfen. 

Allein  nun  stellte  sich  ein  neues  unerwartetes  Hindernis  der 
Durchführung  des  gefassten  Planes  entgegen.  Der  König  von  Preussen 
protestierte,  vom  Kaiser  {w  energischem  Widerspruch  angespornt,  auf 
das  entschiedenste  gegen  den  Marsch  der  englischen  Hilfsvölker  ins 
Reich,  Und  wenn  es  auch  der  vermittelnden  Tätigkeit  der  englischen 
und  preussischen  Staatsmänner  gelang ,  die  Schärfe  der  Erklärungen 
Friedrichs  IL,  die  den  Ausbruch  des  Krieges  befürchten  Hessen,  z^ 
mildern,  die  Tatsache  blieb  bestehen,  dass  der  preussische  König 
den  Engländern  blos  die  unmittelbare  Verwendung  ihrer  Truppen  gegen 
Frankreich  gestatten,  dagegen  die  Vernichtung  Karls  VII,  —  dessen 
Hauptbesitz  die  Fr  an  {ose  n  im  Herbste  1^42  den  Österreichern  wieder 
abgenommen  hatten  —  und  die  Übertragung  des  Kriegsfeuers  in  die  bis- 
her  neutral  gebliebenen    deutschen    Gebiete    nicht   z^igeben    wollte.     Es 


1743  s-  ^-  (Anfang  des  Jahres.)  cQi 

entsprach  dieser  Auffassung  der  Verhältnisse  ^  dass  Friedrich  IL  {ti 
gleicher  Zeit  beim  Reichstage  den  Antrag  stellte^  das  Reich  möge  in 
dem  Streite  {wischen  Karl  V/I,  und  Maria  Theresia  die  Vermittelung 
übernehmen  und  T^jar  Wahrung  der  eigenen  Interessen  eine  Reichs- 
armce  aufstellen^  und  dass  er  den  englischen  König  aufforderte,  den 
Ausgleich  {wischen  Baiern  und  Österreich  herbeizuführen. 

Die  Erklärungen  des  preussischen  Königs  riefen  am  englischen 
wie  am  österreichischen  Hofe  grosse  Bestürmung  hervor.  Während  aber 
Maria  Theresia,  die  Ungebührlichheit  der  preussischen  Forderunge^i 
betonend,  von  Georg  II,  den  schleunigen  Marsch  der  in  den  Nieder- 
landen einquartierten  Truppen  nach  Deutschland  forderte,  suchte  dieser, 
schon  im  Hinblicke  auf  die  einem  Bruche  mit  Preussen  abgeneigte 
Stimmung  des  Parlamentes,  alles  mögliche  ^ur  Beruhigung  Friedrichs  II, 
bei{utragen.  Sein  am  Berliner  Hofe  weilender  Vertreter  gab  die  Erklä- 
rung ab,  dass  dem  englischen  Könige  nichts  ferner  liege,  als  die  Ver- 
nichtung des  Kaisers  oder  die  Vergewaltigung  neutraler  Reichsstände,  und 
Georg  IL  betonte  seinerseits,  dass  er  dem  Plane  einer  Intervention  ^u 
Gunsten  des  Kaisers  näher  treten  wolle.  An  dem  Marsche  der  in  den 
Niederlanden  einquartierten  Truppen  nach  Deutschland  hielt  er  aber 
fest  und  traf,  von  der  österreichischen  Regierung  gedrängt,  alle  Vor- 
her e  Usingen  für  den  bevorstehenden  Kampf  Zu  diesen  Vorbereitungen 
yählte  auch  sein  Plan,  die  vielen  Stände  des  Reiches,  die  nach  wie 
vor  das  Interesse  des  Hauses  Habsburg  vertraten  und  allen  Bemühungen 
des  neuen  Kaisers  :(um  Trotte  ihre  Einwilligung  {u  feindseligem  Vor- 
gehen gegen  Maria  Theresia  geweigert  hatten,  j(um  Abschlüsse  eines 
Bündnisses  ^u  bewegen,  das,  in  streng  defensive  Formen  gekleidet,  die 
Pläne  Friedrichs  IL,  die  auf  die  Durchführung  einer  bewaffneten  Me- 
diation des  Reiches  und  auf  die  Verhinderung  des  Einmarsches  der  eng- 
lischen Hilfstruppen  in  Reichsgebiet  gerichtet  waren,  durchkreuzen  und 
eine  wesentliche  Stärkung  der  Gegner  Frankreichs  im  Reiche  herbei- 
führen sollte.  Zu  Beginn  des  Monates  Februar  174}  stellte  Villiers 
im  Auftrage  seines  Herrn  das  im  nachfolgenden  ^um  Abdrucke  gelan- 
gende Bündnisprojekt  und  ein  ausführliches  Memoire,  das  die  Moti- 
vierung des  geplanten  Unternehmens  enthielt,  dem  österreichischen  Hof' 
kandier  mit  der  Bitte  um  schleunige  Beschlussfassung  \u.^)     Der  eng- 


')  Hauptquelle  für  diese  bisher  so  gut  wie  unbekannt  gebliebenen  Ver- 
tragsvcrhandlungcn  (eine  Andeutung  findet  sich  bei  Arneth  IL  jap)  sind  die 
Weisungen  Man\i  Theresia' s  tin  Wasner  d.  d.  5.  und  6.  Februat  174);  der 
crsteren  liegen  die  Antwort  der  Wiener  Regierung  auf  das  Memoire  des  Villiers 
und  die  beiden  im  nachfolgenden  abgedruckten  Entwürfe  bei. 


cq2  '743  s.  d.  (Anfang  des  Jahres.) 

liscJie  König  weist  in  dem  letzteren  auf  die  üblen  Folgen  hin,  die  dem 
Reiche  aus  der  Überschwemmung  mit  französischen  Truppen  erwachsen 
seien  ;  auf  die  Ungerechtigkeit,  die  darin  liege,  Truppen,  die  einem  Reichs- 
stande ^u  Hilfe  eilen  wollen  —  dessen  Besitzungen  vom  Reiche  feierlich 
garantiert  worden  seien  —  den  Durchzug  z}i  versagen,  während  vtan 
Soldaten,  die  herbeigeführt  wurden,  um  Unruhe  im  Reiche  hervor:^uru- 
fen,  das  Regierungssystem  ^w  ändern  und  unberechtigte  Forderungen  der 
Reichsfeinde  {u  fördern,  den  Einmarsch  gestattet  habe.  Das  Verhalten 
Karls  VIL  wird  heftig  getadelt;  es  wird  ihm  vorgeworfen  seine  P/lich- 
ten als  Reichsoberhaupt  verletzt  und  die  friedlichen  Anerbietungen  der 
österreichischen  Herrscherin  in  ungebührlicher  Weise  ^zurückgewiesen 
^u  haben.  Indem  endlich  auf  die  Gefahr  aufmerksam  gemacht  wird, 
die  dem  Reiche  in,  der  Zukunft  von  den  Fran{osen  und  ihren  Ver- 
bündeten drohe,  werden  die  einzelnen  Fürsten  aufgefordert,  ihrer  Pflich- 
ten als  Patrioten  eingedenk  ^u  bleiben  und  sich  der  englisch-österrei- 
chischen Allianz  im  Interesse  ihrer  eigenen  Freiheit  und  {um  Schuts^r 
des  bedrohten  Reichsfriedens  an^uschliessen,^) 

Die  Antwort  des  Wiener  Hofes  auf  die  Erklärungen  Villiers 
lautete  nicht  so  unbedingt  :(Nstimmend,  wie  Georg  II.  im  Hinblicke  auf 
den  Zweck  des  Bündnisses  erwartet  hatte.  Zwar  billigte  Maria  Tlie- 
resia  das  Vorgehen  des  englischen  Königs  und  erklärte  sich  auch  :{jum 
Abseht II SS  der  geplanten  Allian:{  bereit,  allein  die  Erwiderung  auf  das 
englische  Memoire  und  der  im  nachfolgenden  abgedruckte  Entwurf 
eines  österreichisch-englischen  Bündnisses  lassen  deutlich  erkennen,  dass 
auch  in  diesem  Falle  dir  Interessen  der  beiden  Mächte  sich  nicht  voll- 
ständ'g  deckten.  Denn  während  England  auf  den  Abschluss  des  De- 
fensivbündnisses mit  den  einzelnen  Rrichsfürsten  das  grösste  Gewicht 
Itgtc  und  sich  durch  dasselbe  eine  namhafte  Unter  stuf :^ung  gegen  den 
Reiihsfeind  ^u  sichern  wünschte,  war  das  Bestreben  der  österreichischen 
Herrscherin  in  erster  Linie  daraif  gerichtet,  die  Pläne  des  preussischen 
Königs  ^u  durchkreuzen  und  das  Zustandekommen  der  von  diesem  vor- 
geschlagenen bewaffneten  Reichsmediation  {u  verhindern.  Aus  diesem 
Grunde  wollte  Maria  Theresia  alles  vermeiden,  was  jenen  Reichsstän- 
den, die  bisher  die  Neutralität  genau  beobachtet  hatten,  Anlass  {ur 
Furcht  geben  und  jene  abschrecken  konnte,  die  aus  persönlichen  Grün- 
den oder  aus  Verehrung  für  das  Reichsoherhaupt^  diesem  {um  Nach- 
teil der  j^e rechten  und  guten  Sache  zuneigten.  In  diesem  Sinne  for- 
derte die  österreichische  Regierung  in  ihrer  Antwort  auf  das  Memoire 


')  Memoire  des   Villiers  und  Antwort  auf  dasselbe,  St.-A, 


1743  s«  ^'  (Anfang  des  Jahres.)  502 

Villiers  Georg  IL  auf,  die  Reichsfürsten  vorerst  für  die  Zurückwei- 
sung der  Mediationspläne  der  französischen  Partei  im  Reiche  ^«  ge- 
winnen ,  die  weiteren  Schritte  aber  erst  dann  ^u  tun,  wenn  die  in  den 
Niederlanden  stehenden  Truppen  den  Rhein  überschritten  hätten.  In 
diesem  Sinne  enthielt  auch  das  von  den  österreichischen  Ministern  dem 
Villiers  übergebene  Allian:{projekt  die  ausdrückliche  Bestimmungy  dass 
dieses  Bündnis  bis  ^um  Übergänge  der  in  den  Niederlanden  stehenden 
Armee  über  den  Rhein  geheim  bleiben^)  und  die  Abmachungen ,  die 
Osterreich  mit  den  einzelnen  Reichsfürsten  bes^üglich  deren  Neutra- 
lität getroffen  habe,  bis  dahin  Geltung  behalten  sollten.^)  Aber  auch 
die  übrigen  Änderungen,  die  seitens  der  Österreicher  an  dem  von 
Villiers  überreichten  Allian:{projehte  gewünscht  wurden,  sprechen  deutlich 
dafür,  dass  Maria  Iheresia  eifrig  darauf  bedacht  war,  die  Empfin- 
dungen jener  Reichsstände,  die  den  Kurfürsten  von  Baiern  als  ihren 
Herrn  betrachteten,  ^u  schonen  und  ihnen  den  Übergang  in  das  öster- 
reichische Lager  {u  erleichtern.^) 

Villiers  war  mit  dem  entworfenen  Projekte  des  österreichisch- 
englischen Defensivbündnisses  nicht  gan^  einverstanden.  Er  er- 
klärte,  neue  Verhaltungsbefehle  von  seiner  Regierung  einholen  -{« 
müssen  und  weigerte  sich  die  von  Maria  Theresia  angetragene  Unter- 
zeichnung des  Allianiprojektes  in  der  österreichischen  Fassung  ^u  voll- 
liehen, obgleich  er  selbst  betont  hatte,  dass  Gefahr  im  Verzuge  sei,^) 
Es  ist  auch  im  weiteren  Verlaufe  der  Begebenheiten  {um  Abschlüsse 
dieses  Defensivbündnisses  nicht  gekommen.  Zwar  erklärte  Lord  Carteret 
dem  Vertreter  Maria  Theresia  s  in  London  -{«  wiederholtenmalen,  dass 
man  nicht  den  geringsten  Anstand  nehme,  die  von  Österreich  vorge- 
schlagene Form  des  Defensivbündnisses  gut^uheissen  und  Villiers  Befehl 
erteilt  habe,  {u  unter :{e lehnen  ;^)  doch  kam  es  da^u  nicht,  Wohl  aber 
wurde  der  Zweck,  den  Maria  Theresia  bei  den  Unterhandlungen  mit 
Villiers  im  Auge  gehabt  hatte,  erreicht.     Das  Gutachten  vom   17.  Mai 


')   Vgl.  Artikel  XII.  des  österreichischen  Entwurfes  p.  5^7. 

')  Vgl.  die  darauf  beiüglichcn  Worte  in  der  Einleitung  {um  österrei- 
chischen Entwürfe  p.  ^gö. 

3)  Sehr  eingehend  beschäftigt  sich  die  Antwort  der  Österreicher  (St.-A.)  auf 
das  Memoire  Villiers  mit  diesem  Gedanken,  Man  ersieht  aus  Jen  Äusserungen 
der  österreichischen  Minister,  dass  es  diesen  in  erster  Linie  auf  den  Prinzen 
Wilhelm  von  Hessen-Cassel  ankam. 

♦)  Weisung  an  Wasner  d.  d.  6.  Februar  174}.  St.-A. 

^)  Berichte  Wasners  d.  d.  2a,  und  26.  Februar  174^.  St.-A. 

Österreichisch-englische  Suatsvertrftge.  Bd.  I.  3^ 


594  '743  s.  d.  (Anfang  des  Jahres.) 

1743)  durch  welches  das  Reich  den  streitenden  Teilen  —  dem  Kaiset 
und  der  österreichischen  Herrscherin  —  seine  Vermittlung  antrug,  ohne 
aber  für  die  von  Preussen  befürwortete  Aufstellung  einer  Neutralitäts- 
armee j(u  stimmen,  bedeutete  einen  grossen  Erfolg  der  Österreichisch- 
hannover sehen  Partei  im  Reiche,  und  der  entscheidende  Sieg,  Jen  die 
pragmatische  Armee  am  27.  Juni  JJ43  bei  Dettingen  erfocht,  war  das 
Werk  jener  Truppen,  deren  Einmarsch  in  deutsches  Gebiet  dem  Preussen- 
könige  ^u  Trotte  erfolgt  war. 


Cette  alliance  ou  association  n' aboutissant  pas  ä  TofiFense 
de  qui  que  ce  soit,  mais  uniquement  au  maintien  de  la  libert^, 
du  repos  et  du  Systeme  de  V  AUemagne  en  general  et  ä  la  seu- 
retö  et  ä  la  defense  mutuelle  des  contractans  en  particulier, 
ceux-ci  s'engagent  Tun  envers  Tautre  et  s' entre-promettent 
d'  employer  leurs  soins  et  leurs  forces  pour  que  d'  un  cot^  le 
Systeme  de  Tempire,  tel  qu'il  est  fondö  dans  ses  loix  et  con- 
stitutions,  soit  conserve  et  T  AUemagne  mise  ä  couvert  contre 
des  troubles  exterieurs  et  interieurs,  et  que  de  Tautre  cot6 
chacun  des  allies  soit  maintenu  dans  ses  possessions  et  droits  et 
secouru  en  cas  d'attaque  ou  d'atteinte. 

IL 

On  nc  souffrira  donc  pas  que  Tun  des  alliös  soit  attaque 
hostilement  dans  ses  terres  et  provinces  ou  moleste  malgre  luy 
par  des  passages  et  des  sejours  de  troupes  etrangeres,  par  des 
quarticrs  d'hyver  et  par  des  exactions  de  contributions  de  fou- 
rages  ou  des  vivres. 

m. 

On  consultera  fidelement  et  en  secret  sur  tous  les  objets 
qui  pourront  etre  relatifs  au  but  de  cette  alliance,  et  les  mini- 
stres  respectifs  qui  se  trouveront  ensemble  dans  les  cours  etran- 
gcres  et  a  la  diete  de  Tempire  entretiendront  bonne  intelligence. 

IV. 

Mais  aussi  pour  donner  du  poids  k  cette  confederation, 
chacun  tiendra  sur  pied  un  nombre  proportionnc  de  troupes, 
savoir  sa  W<^  britannique  ....  hommes  etc.,  afin  d'en  pouvoir 


1743  s.  d.  (Anfang  des  Jahres.)  cqc 

former  une  armöe  et  faire  marcher  celle-ci  d'abord  que  le  cas 
l'exigera;  de  meme  on  fera  provision  de  munitions  de  guerre 
et  de  bouche. 

V. 

S'il  arrivoit  que  Tenipire  füt  attaque  par  une  puissance 
etrangere  ou  qu'on  allät  lui  arracher  des  provinces  et  amoin- 
drir  sa  consistance,  les  alliös  s'y  opposeront  sans  attendre  le 
concours  des  autres  princes  de  Tempire,  en  faisant  marcher 
leur  armee  combinee  lä  oü  besoin  sera  pour  faire  töte  ä  l'ag- 
gresseur;  ils  augmenteront  aussi  le  nombre  susmentionnö  de 
troupes  ä  proportion  du  danger. 

VI. 

Si  quelqu'un  d'eux  etoit  attaque  en  haine  de  cette  alli- 
ance,  on  en  fera  d'  abord  cause  commune  et  on  s'  assistera  reci- 
proquement  de  toutes  ses  forces. 

vn. 

La  marche  de  ces  troupes  ne  doit  pas  etre  differ^e  sous 
pretexte  de  bons  Offices  lesquels  chacun  des  alliez  devra  em- 
ployer  V  un  pour  V  autre,  et  comme  il  depend  du  requerant  de 
demander  au  dessous  du  nombre  ci  exprime  de  troupes,  de 
meme  il  luy  sera  libre  de  demander  le  double  et  le  triple,  ce 
qui  luy  sera  accordö. 

VlIL 
Quond  on  fera  marcher  des  troupes  pour  soutenir  la  cause 
commune,  le  general  de  celui  des   alliez  qui  fournit  le  plus 
grand    nombre   aura    le   commandement   en  chef   de   l'arm^e 
combin(5e. 

DL 
Chacun  des  princes  alliez  fournira  ä  la  paye  et  k  la  sub- 
sistance  de  ses   troupes  comme   aussi  aux   pieces  et  au  train 
d'artillerie  et  aux  munitions  de  guerre. 

X. 

Aucun  des  contractans  ne  pretera  des  troupes  soit  pour 
subsides  ou  autrement  ä  des  puissances  ou  princes  qui  ne  sont 
pas  compris  dans  cette  alliance  sans  un  consentement  commun. 

38* 


c^6  '743  s.  d.  (Anfang  des  Jahres.) 

XI. 

Cette  alliance  subsistera  . . .  ans  et  sera  renouvell^e  suivant 
les  conjonctures  d'un  tems  k  l'autre,  et  on  invitera  d'un  con- 
sentement  commun  les  autres  princes  de  Tempire  d'y  acceder. 


Quoique*)  sa  Mt^  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  et  sa 
Mt^  britannique  soient  deja  etroitement  unies  par  le  traitö  d'  al- 
liance du  i6  Mars  1731  et  Tacte  d'accession  du  20  Fevrier  1732, 
et  qu'en  conformitö  de  Tarticle  second  du  dit  traitö  Tempire 
se  soit  charg(5  de  la  garantie  de  la  sanction  pragmatique  par 
le  resultat  de  la  diete  du  11  Janvier  1732,  leurs  dites  Mt^s  ont 
neantmoins  trouv(5  convenable,  ä  cause  de  la  presente  Situation 
des  affaires  en  Allemagne  qui  semble  demander  tout  leur  soin 
et  attention,  de  conclure  entre  elles  une  confederation  plus  spe- 
cifiquement  adapt^e  ä  ses  besoins  et  d'y  inviter  les  etats  qui 
ont  h  coeur  le  salut  de  leur  patrie,  mais  sans  deroger  par  Ik 
en  fa^on  quelconque  ä  tous  et  un  chacun  des  engagemens  sus- 
dits  lesquels  au  contraire  doivent  rester  dans  leur  pleine  et 
entiere  vigueur,  ä  la  seule  reserve  de  ce  que  sa  Mt^  la  reine 
de  Hongrie  et  de  Boheme  a  fait  declarer  au  sujet  de  la  neu- 
tralit<5  que  dans  les  presents  troubles  la  plüpart  des  etats  de 
Tempire  ont  professö  jusqu'icy,  ce  qui  h  leur  egard  aura  lieu 
pour  tout  le  temps  qu'  on  est  convenu  de  tenir  la  presente  con- 
federation secrete,  mais  pas  plus  outre. 

Dans  Tarticle  ler  \i  paroit  necessaire  d'inserer  aprfes  les 
mots  „possessions  et  droits*'  ceux  qui  suivent  „repare  pleine- 
ment  le  tort  qui  aura  ete  fait  aux  dits  droits." 

Dans  Tarticle  second  il  semble  convenir  d*ajouter  aux 
mots  „de  troupes  etrangeres"  les  suivans  „qui  sont  ou  seront 
introduites  pour  une  fin  contraire  ä  la  presente  alliance.'' 

Pour  la  raison  connue,  la  reine  souhaite  qu'on  subsistue 
h  Tarticle  III.  aux  mots  „ä  la  diete  de  Tempire"  ceux:  „ä  Tas- 
semblee  de  Francfort."  ^)  L'article  IV  pourroit  etre  concjü  en  ces 
termcs.  „L*  assistance  mutuelle  entre  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie 


')  Hirr  bcfrinnt  das  österreichische  Gegenprojekt. 

*)  Osterreich  hatte  gegen  die  TransJocirung  des  Reichstages  von  Regens- 
bürg  nach  Frankfurt,  die  von  Karl  VII.  beantragt  worden  war,  protestiert, 
doch  war  dieselbe  am  77.  Mär{  beschlossen  worden.   Vgl.  Adelung  l.  c.  IL  102  f. 


1743  Sept.  13.  597 

et  de  Boheme  et  sa  Mte  britannique  etant  reglee  par  Tarticle 
second  de  Tacte  d*accession  du  20  Fevrier  1732,  et  sa  dite  Mte 
britannique  faisant  actuellement  marcher  dans  Tempire  une 
armee  de  . . .,  il  a  ete  convenu  en  outre  que,  pour  donner  meme 
a  r  avenir  et  pour  toujours  plus  de  poids  ä  cette  confed^ration, 
chacun  des  allies  tiendra  sur  pied  et  pröt  ä  secourir  les  autres 
pendant  tout  le  tems  qu'elle  durera  un  nombre  proportionne 
de  troupes,  S9avoir  etc.** 

II  n'y  rien  ä  remarquer  sur  le  contenu  des  articles  5.  6. 
et  7,  mais  Tarticle  VIII  pourroit  etre  con^u  en  ces  termes: 

„Quant  au  commandement  en  chef  de  T  armee  combinee 
on  se  reglera  exactement  selon  ce  qui  a  ete  observe  durant  la 
guerre  qui  a  precede  les  traites  de  paix  d'  Utrecht  et  de  Bade." 

Sur  Tarticle  9  et  10  il  n'y  a  pareillement  rien  ä  remarquer, 
mais  on  pourroit  ajouter  ä  la  fin  de  Tarticle  XI  „le  tout  sauf 
le  lien  perpetuel  qui  resulte  des  traites  d'  associations  anterieurs 
a  r  egard  de  ceux  qui  y  sont  compris"  Article  XII.  „La  presente 
alliance  sera  tenue  secrete  jusqu'ä  ce  que  T  armee  combinee 
des  Pais-Bas  aura  passe  le  Rhin." 


Bündnis  ^wischen  Maria  Theresia,  Georg  IL  und  Karl  Emanuel 
von  Savoyen -Sardinien  samt  ß  geheimen  Separataiiikeln  und 
einer  Deklaration  der  österreichischen  und  englischen  Bevoll- 
mächt  igten  betreffend  die  Entschädigung  Maria  Tlwresias  für 
die  erlittenen  Verluste^)  d.  d.   Worms  174^  Sept  2//^. 

Rat,  des  Vertrages  und  der  ß  geheimen  Separatartikel  durch  Georg  IL 
d.  d,  Westminster  iJ4ß  Sept.  2o\Okt,  i ;  durch  Maria  Theresia  d,  d, 
Wien   iy4ß  Sept.  28 ;  durch  Karl  Emanuel  d.  d,  Turin   iJ4ß  Sept.  2ß. 

Die  Ratifikationen  der  oben  erwähnten  Deklaration  J,  d,  Wien  174^  Sept.  28, 
resp,  Westminster  174^  Sept.  2olOkt  i  wurden  nicht  ausgewechselt. 

Die  Originale  des  Bündnisses  samt  Geheimartikeln  und  Deklar atiim  sowie 
die  der  sardinischen  Ratifikation  im  St.-A.  und  R.  O.,  das  Original  der  engli- 
schen Ratifikation  im  St.-A.,  das  der  österreichischen  im  R.  O, 

Drucke  bei  Bittner  Nr.  pjo. 

Von  den  weiten  italienischen  Gebieten,  die  der  deutschen  Linie 
des   Hauses   Habsburg   nach   Beendigung  des    spanischen   Successions- 


»)  Darnach  ist  das  Regest  bei  Bittner  Nr,  pio  \u  korrigieren. 


598  »743  Sept.  13. 

Krieges  angefallen   waren,    besass   dasselbe   beim    Tode   Karls    VI,    nur 
noch  einen  geringen   Teil,     Neapel  und  Sizilien  waren  an  den  Infanten 
Don  Carlos,  wertvolle  Gebiete  des  Herzogtums  Mailand  an  das  Haus 
Savoyen  gefallen.     Die   Erwerbung   Parma  s    und  Piacenj(a's    bot  für 
diese   Verluste  nur  unvollkommenen  Ersat^,    Diese  beiden  Herzogtümer 
mit  denen  von  Mailand  und  Mantua  bildeten  im  Jahre  1740  den  Besitz 
des  Hauses  Habsburg   in  Italien,    der   allerdings   durch   die   Besitzer- 
greifung  Toscanas  seitens  des  Gemals  Maria  Theresias,  Franzens  von 
Lothringen,    eine  wesentliche  Stärkung   erhielt.     Aber  auch   diesem  ge- 
schmälerten Besitze  drohte  unmittelbar  nach  der  Thronbesteigung  Maria 
Thcresia's  Gefahr,     Karl  Emanuel,  König  von  Sardinien,  Herzog  von 
Savoyen ,    hatte    die  pragmatische   Sanktion   niemals  gewährleistet,    und 
wenn  auch  das  enge    verwandtschaftliche   Verhältnis ,   in  das  er   durch 
seine   Vermählung  mit  einer   Schwester  Franzens   von  Lothringen  -^«m 
österreichischen  Herrscherhause  getreten  war,  die  Hoffnung  auf  einen 
gütlichen  Ausgleich    berechtigt  erscheinen    Hess,    so  war  doch    aus  der 
Vergangenheit   dieses    ehrgeizigen    und   klugen    Fürsten    ^   schliesscn, 
dass  Österreich  mit  weitgehenden  Zugeständnissen  die  Freundschaft  des 
Turiner  Hofes  werde  bezahlen  müssen.    Diese  ^«  erreichen,  musste  aber 
der  jungen  Herrscherin  Österreichs  um  so  dringender  erscheinen^  als  un- 
mittelbar nach  ihrer  Thronbesteigung  die  ränkevolle  Königin  von  Spanien, 
Elisabeth,  sich  der  italienischen  Besitzungen  Maria  Theresia' s  {«  Gunsten 
ihres  jüngeren  Sohnes  Don  Philipp  -{«  bemächtigen  und  Karl  Emanuel 
durch    weitgehende    Anerbietungen  für    ihre    Interessen    -{«    gewinnen 
suchte.     Es  kann  nicht  unsere  Aufgabe  sein  dem  Gange  der    Verhand- 
lungen ^M  folgen,  die  nun  jahrelang  au  vielen  Höfen  Europa' s  geführt 
wurden,  um  den  Savoycr  für  eine  der  beiden  Parteien  z^  gewinnen,  in 
die  sich  das  damalige  Europa  schied.    In  diesem  Zusammenhange  muss 
es  genügen^  hervorzuheben,  dass  Karl  Emanuel,  der  ;{«  gleicher  Zeit  mit 
der  österreichisch-englischen  und  mit  der  spanisch- französischen  Partei 
verhandelte,  sich  —  von  der  Erwägung  geleitet,  dass  er  von  der  letz- 
teren Seife  her  für  seine  Interessen  mehr  {u  fürchten  habe  als  von  der 
ersteren  —  Österreich  näherte  und  dass  die  englische  Regierung  ihren 
ganzen    E  nfluss    aufbot,    um    Maria     Tlieresia ,     die    Karl   Emanuels 
Freund-  und  Bundesgenossenschaft  mit  möglichst  geringen  Opfern  er- 
kaufen wollte,   {u  immer  weitergehenderen  Zugeständnissen  {W  vermögen. 
Von  Erfolg  waren  diese  Befnühungen  vorerst  nicht  begleitet.  Die 
Forderungen  Karl  Emanuels  schienen   der  jungen  Herrscherin    viel  zu 
hohe,    als  dass  sie    sich  ytir  Gutheissung    derselben    hätte    entschliessen 


1743  Sept.  13.  599 

körnten.  So  kam  es,  dass  die  provisorische  Konventioti,  die  Karl  Erna- 
nucl  tinter  dem  Eindrucke  der  schroffen  Haltung,  welche  die  spa- 
nische Regierung  nach  der  Landung  ihrer  Truppen  in  Italien  ihm  gc- 
gcnilher  einnahm  und  im  Hinblicke  auf  die  Erfolge  der  österreichischen 
Waffen  in  Baiern  am  /.  Fehr,  1742  mit  Maria  Tlieresia  ahschloss, 
Hos  Abmachungen  über  die  gegenseitigen  militärischen  Leistungen  ent- 
hielt, während  die  Ordnung  der  Gebietsabtretungsfrage  einem  defini- 
tiven Vertrage  vorbehalten  blieb.  Diesen  ^u  Stande  >{/i  bringen  war  die 
englische  Diplomatie  seit  dem  Frühjahre  1742  unablässig  tätig,  und 
es  gelang  ihr  auch  allmählig  den  hartnäckigen  Widerstand  der  Österrei- 
chischen Herrscherin  ^u  überwinden.  Von  England  gedrängt  gieng  sie 
auf  fast  alle  Forderungen  ein,  die  Karl  Emanuel  stellte.  Schon  im 
August  1742  erklärte  sie  sich  bereit,  die  Stadt  und  das  Herzogtum 
Piacen^a ;  die  Stadt  und  die  Provin{  Pavia  an  beiden  Ufern  des  Po; 
die  Grafschaft  Anghiera  bis  {um  Tessin,  dem  Lago  Maggiore  und  den 
schweiycrischen  Gebirgen;  die  Stadt  und  das  Gebiet  von  Vigevano  an 
Karl  Emanuel  abzutreten ;  freilich  nur  dann,  wenn  sie  für  diese  Ver- 
luste sofortigen  Ersat{  erhalte,  Sie  bezeichnete  selbst  Neapel  und 
Sizilien,  das  sich  im  Besitze  Karls  IIL  befand,  als  wünschenswerte 
Kompensation ;  erbot  sich  ^ur  Anspannung  aller  Kräfte,  um  im  Vereine 
mit  Sardinien  und  England  die  Bourbonen  aus  Italien  -{«  vertreiben, 
stellte  aber  {u  gleicher  Zeit  die  Forderung,  dass  ihr,  falls  sie  die 
encähnten  italienischen  Besit{ungen  sofort  an  Sardinien  abtreten 
sollte,  einstweilen  und  bis  {ur  Erwerbung  Neapels  und  Si{iliens  das 
Herzogtum  Modena  eingeräumt  werde.  Aber  auf  diese  Anerbietungen 
giengen  die  Engländer  nicht  ein;  sie  drohten,  Maria  Theresia  im  Stiche 
{u  lassen  und  ihre  Truppen  aus  den  Niederlanden  abzurufen,  falls  die 
österreichische  Herrscherin  nicht  weitere  Konzessionen  machen  sollte 
und  erklärten  das  Zugeständnis,  ^.u  dem  sich  diese  daraufhin  bereit 
fand  —  Sizilien  nach  völliger  Vertreibung  der  Bourbonen  aus  Ita- 
lien dem  Könige  von  Sardinien  ^m  überlassen  —  für  ungenügend,  Sie 
forderten  vielmehr ,  ihrerseits  gedrängt  durch  den  von  Spanien  und 
Frankreich  umworbenen  Karl  Emanuel,  für  diesen  auch  den  am  öst- 
lichen Ufer  des  Tessin  und  des  Lago  Maggiore  gelegenen  Teil  von 
Anghiera,  Maria  Tlieresia  aber  lehnte  dieses  neue  Begehren  schroff 
ab  und  klagte  lebhaft  über  das  Vorgehen  ihres  Verbündeten,  der  nur 
auf  seinen  eigenen  Vorteil  Rücksicht  nehme  und  von  ihr  Opfer  ver- 
lange, die  dem  Verzichte  auf  ihre  Herrschaft  in  Italien  gleichkämen. 
Nicht  mit  Unrecht  betonte  Bartenstein,  die  Abhängigkeit  in  die  Osler- 


6oo  «743  Sept.  13. 

reich  England  gegenüber  gerate,   sei  nicht  minder  drückend,    als  die 
des  Kaisers  Karls    VIL  gegenüber  Frankreich, 

Der  Sieg   bei  Camposanto,    den    die   vereinigten    österreichischen 
und  sardinischen   Truppen  im  Februar   174}   über    die  Spanier  davon- 
trugen, änderte  an  diesem  Verhältnisse  nicht  viel.  Maria  Theresia  blieb 
dabei,    dass   sie   das   östliche  Ufer    des  Lago  Maggiore  Karl  Emantul 
nicht  überlassen  und  in  die  geplante  Gebietsabtretung  nur  dann  willigen 
könnte ,  falls    ihr   eine    entsprechende    Entschädigung   ^u    Teil    werde. 
Da    aber    die    Engländer,    eifrig    darauf  bedacht   sich    die   Hilfe    des 
Savoyers  gegen  Spanien  und  Frankreich  ^u  sichern  und  durch  ein  weit- 
gehendes Entgegenkommen  Karl  Emanuels  in  Handelsfragen  gewonneti, 
immer  energischer  von  Maria  Theresia  die  Erfüllung  aller  Forderungen 
des  Turiner  Hofes  verlangten  und  von  einer  VerT^ögerung  der  Übergabe 
der  dem  Savoyer  bestimmten  Gebiete  bis  nach  erfolgter  Schadloshaltung 
Österreichs    nichts   wissen    wollten,    kam  es    ^u   erregten   Debatten,    in 
deren    Verlauf  mehr  als   einmal  von  beiden  Seiten    mit  dem  Abbruche 
der  Beziehungen  gedroht  wurde,     Maria   Theresia   erklärte,  falls  Sar- 
dinien auf  der  sofortigen  Abtretung  bestehe,  die  früher  gemachten  Kon- 
;^essionen  nicht  einhalten  {u  können^  weigerte  sich  jet:{i  die  Stadt  Pavia 
oder  überhaupt   ein  an   dem  rechten  Po-   oder   linken   Tessinufer  gele- 
genes Gebiet,    sowie   die   Pavia  gegenüberliegende   Insel  und  Piacen^a 
an  Karl  Emanuel  abzutreten ,  lehnte  das  Begehren  ab.  Finale  von  Genua 
einzulösen    und   dann    an    Sardinien    abzutreten    und  forderte   von  den 
Engländern    die  Unterzeichnung  einer  Deklaration,   durch  die  sie  sich 
ZU  einer  entsprechenden  Schadloshaltung  Österreichs  verpflichten  sollten. 
Auf  neuerliche  Einwendungen  des  Turin  er  und  des  Londoner  Hofes  gab 
Maria    Theresia    ihrem    in    London    weilenden     Vertreter     Wasner     am 
ji,  März  den  Auffrag,    sich  bezüglich    der  von  Karl  Emanuel  gefor- 
derten Gebietsabtretungen ,  auch  bezüglich  Finale' s,  entgegenkommend  {// 
erweisen  und  im  äusscrsten  Falle,  aber  nur  dann  —  ,,da  vermeine,  dass 
das  ganze  Heil  meines  Haus  daran  liegt  in  Conscrvirung  dieser  Pro- 
vin{ien ,  das  übrige  nur  {u  Last  ist,  und  lieber  ohne  Cessionen  völlig  es 
abandoniren  mögte^'  —  in  die  Abtretung  der  Stadt  Piacenza  und  eines 
Teiles  des  piacenlischeyi  Gebietes  ^«  willigen  und  den  von  dem  Turiner 
Hofe  vorgeschlagenen  dritten  Separatartikel  gut{uheissen.^)  Doch  stellte 
sie  ihrerseits    einige  Gegenforderungen    und  wies    Wasner  an,   von  der 
Billigung   derselben    durch    die  Engländer    seine    Zusage   abhängig   z'* 
machen.      Und   was    Maria    TIteresia  forderte   war    nicht  wenig.      Das 


')   Weisung  an   Wjsner  d.  J,  ^i,  Mär\  1743,  St.-A. 


1743  Sept.  13.  601 

englische  Minister  um  sollte  nebst  der  bereits  Mitte  Februar  von  der 
WiCncr  Regierung  vorgelegten  Deklaration^  durch  die  der  österreichi- 
schen Herrscherin  eine  entsprechende  Schadloshaltung  gewährleistet 
wurde^  eine  {weite  Deklaration  ausstellen,  durch  die  es  sich  verpflichten 
sollte,  von  Maria  Theresia  keine  weiteren  Zugeständnisse  :{u  fordern, 
dieselbe  vielmehr  gegen  jeden  Angriff  {u  schütten  und  den  unter  dem 
Kommando  Lord  Stairs  dienenden  Truppen  den  Befehl  {«  gemeinsamen 
Operationen  mit  den  bei  Heilbronn  stehenden  Soldaten  Maria  Theresia' s 
{«  geben.^)  Überdies  sollte  England  der  österreichischen  Herrscherin 
für  die  Dauer  des  Krieges  eine  jährliche  Subsidie  von  joo.ooo  Pfund 
Sterling  {^sichern,  diese  aber  von  den  Verflichtungen  entbunden  sein, 
die  sie  im  Provisionaltraktat  bezüglich  der  militärischen  Leistungen  in 
Italien  übernommen  hatte.  Allein  auch  diesmal  gelang  es  Wasner  nicht, 
die  englischen  Minister  {u  einem  Wechsel  ihrer  Haltung  {u  bestimmen, 
Sic  gaben  {u,  dass  Karl  Emanuel  viel  fordere,  blieben  aber  dabei,  dass 
Österreich  sich  dem  Verlangen  des  luriner  Hofes  fügen  müsse  und 
weigerten  sich  die  von  Wasner  gestellten  Begehren  {u  erfüllen.  Verge- 
bens wies  dieser  auf  die  Opfer  hin,  die  Maria  Theresia  im  gemeinsa- 
men Interesse  bereits  gebracht  habe  und  noch  ;[«  bringen  willens  sei ; 
vergebens  betonte  er,  dass  man  der  österreichischen  Herrscherin,  die 
ißo,ooo  Mann  auf  den  Beinen  habe,  doch  wenigstens  joo.ooo  P/und 
als  Subsidie  gewähren  könne^  wenn  man  dem  Savoyer,  der  nicht  mehr 
als  40,000  Mann  {«  erhalten  habe,  200,000  Pfund  St,  bewillige;  ver- 
gebcns  erinnerte  er  Lord  Carter  et  an    die  übernommene   Verpflichtung, 


•)  Second  acte  de  declaration  separ^e,  Comme  sa  M^^  la  reine  de  Hon- 
grie  et  Je  Boheme  s'  est  UiissSc  cngager  par  les  fortes  exhortations  et  persuasions 
de  sa  M*^  britatuiiquc  Je  faire  des  cessions  trcs  cotisiderables  ä  sa  M^^  le  roy 
de  SarJaigne  en  vüe  du  granJ  bien  qui  Joit  en  revenir  a  la  cause  commune^  sa 
M^^  le  roy  Je  Grande-Bretagne ^  inJepenJamment  de  la  promesse  faite  cT  empioyer 
toutes  ses  forces  pour  procurer  ä  sa  M^^  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  un 
juste  lieJommagement,  s*  engage  en  outre  Je  iie  plus  vouloir  iusister  sur  Jes 
cessions  ulterieures  a  faire  par  la  reine  ä  qui  que  ce  soit,  ni  Je  ses  Jroits  ni  de 
ses  possessions,  mais  Je  vouloir  V  assister  au  contraire  Je  toutes  ses  forces  noii 
seulement  contre  ses  ennemis  presents,  mais  encore  contre  teile  autre  puissance 
chretinne  qui  pourroit  V  attaquer  Jans  la  suite,  saus  que  sous  aucun  pretexie 
tel  qu*  il  puisse  Hre  les  secours  rdels  et  efficaces,  stipulis  par  les  trait^s,  luy 
soient  refusi^s.  Et  spccialement  sa  M*^  britannique  pro  tuet  encore  Je  faire  mar- 
eher  incessamment  les  trouppes  sous  les  orJres  Je  mylord  Stairs  taut  Angloises 
qu*  Haunoverienues  conjointement  avec  celles  de  la  reine  vers  Hailbronn,  et  de 
proceder  tout  de  suite  aux  Operations  ulterieures  que  les  mouvemens  des  ennemis 
et  les  autres  circonstances  pourroient  exiger. 


602  »743  Sept.  13. 

der  österreichischen  Herrscherin  eine  entsprechende  Entschädigung  für 
Schlesien  ^u  verschaffen.  Die  englischen  Minister  blieben  dab^i,  dass 
die  Schadloshaltung  von  dem  Ausgange  der  Waffen  abhänge  und  dass 
ein  solches  schriftliches  Versprechen  verschiedenen  Fürsten  unangenehpn 
sein,  den  König  von  Preussen  aber  in  Harnisch  bringen  und  ^^nithin 
E,  M,  und  der  gemeinsamen  Sache  mehr  schädlich  als  nütilich  sein 
witrde^^ y  und  erklärten  eine  dauernde  Subsidie  der  österreichischen 
Herrscherin  nicht  ^nsagen  -(//  können,^) 

Unter  diesen  Umständen  konnte,  iiimal  auch  der  Turiner  Ho/ 
keine  Geneigtheit  ^eigte  dem  Hause  Lothringen  —  wie  von  Wien  aus  ge- 
fordert wurde  —  den  Besit:{  Toscana's  ^//  garantieren,  der  Abschluss  des 
Bündnisses  ^wischen  Österreich,  England  und  Sardinien  nicht  erfolgen. 
Die  Verhandlungen  gerieten  ins  Stocken ;  König  Georg  IL  begab  sich 
ins  Feldlager,  um  die  Operationen  gegen  die  Fran:{psen  ^u  leiten  und 
Wasner  eilte  nach  Wien,  um  sich  neue  Instruktionen  ^u  holen.  Bevor 
er  diese  Stadt  —  Mitte  Juli —  wieder  verliess,  um  im  englischen  Haupt- 
quartiere die  Verhandlungen  von  neuem  >{«  beginnen,  hatte  sich  die 
Situation  vollständig  geändert.  Baiern,  das  die  Franzosen  im  Herbst 
1742  dem  Witteisbacher  wieder  erobert  hatten,  war  durch  die  Waffen- 
taten der  Feldherrn  Maria  Theresia" s  neuerdings  in  den  Besit^  dieser 
Fürstin  gelangt,  und  {u  gleicher  Zeit  hatte  Georg  IL,  der  Führer  der 
pragmatischen  Armee,,  den  Franzosen  bei  Dettingen  eine  empfindliche 
Niederlage  bereitet.  Es  lag  in  der  Hand  der  Verbündeten  über  das 
Schicksal  des  flüchtigen  Kaisers,  der  von  den  Franzosen  das  ^ur  Be- 
streitung seiner  täglichen  Ausgaben  nötige  Geld  erbitten  musste,  ^u 
entscheiden.  Mit  dieser  Tatsache  nun  rechnete  Maria  Tlieresia,  als  sie 
den  wie  es  scheint  {uerst  von  dem  sardiuischen  Minister  d'Ormea  ge- 
äusserten Plan  aufgriff,  das  wittelsbachische  ILius  ^um  Aufgeben  seines 
Stammlandes  gegen  entsprechende  Entschädigungen  in  Italien  Zugewinnen. 
Hatte  sie  bereits  am  8.  Juni  in  einem  für  Georg  II.  bestimmten  Me- 
moire erklärt,  dass  sie  auf  einer  Schadloshaltung  durch  ein  angren- 
zendes Land  bestehen  müsse,  so  wagte  sie  Mitte  Juli  die  Behaup- 
tung dass  „wann  nach  dem  Verlust  von  Schlesien  die  kurbairische 
Lande  an  den  Kurfürsten  dieses  Namens  wieder  zurückgestellet 
werden  sollten,  wir  ebensowenig  für  das  künftige  sicher  sein  wür- 
den, als  der  König  von  Enge  Hand  sicher  wäre,    wann    der  Prätendent 


')  Berichte  Wasner s  vom  April  und  Mdi  i/^y ;  insbcsondtTc  d»  d*  7.  Mai 
174^»  St.'A.  Für  die  englische  Politik  jener  Zeit  vgl.  neben  den  bereits  erwähn- 
ten  Werken  auch  Ballantync  l.  c.  261  f 


1743  Sept.  13.  603 

in  dem  Besiti  derer  Niederlande  sich  befände" ;  und  gab  Wasner 
die  Weisung^  den  Engländern  ^u  erklären,  dass  man  der  öster- 
reichischen Herrscherin  nicht  {u  gleicher  Zeit  die  grossen  Opfer  in 
Italien  und  die  Rückgabe  der  kurbairischen  Länder  an  Karl  VIL  j^u- 
muten,  ihre  Schadloshaltung  aber  auf  ungewisse  Fälle  verweisen  dürfe. 
Denn  obgleich  England  ihr  „das  in  Händen  habende  Heß,  nämlich 
den  Besit^  derer  kurbairischen  Landen*^  mit  Gewalt  ^u  entreissen,  sich 
nicht  getrauen  dürfte,  so  habe  man  doch  Grund  ^//  besorgen,  dass  man 
von  ihr  die  Rückgabe  dieser  Gebiete  durch  die  Drohung,  sie  sonst 
gegen  Preussen  nicht  {u  unterstützten,  ergingen  wolle.  „Gleichwie 
nun,  um  Preussen  im  Zaum  ^u  halten,  kein  ergebigeres  Mittel ,  als 
die  bei  diesem  König  fürdaurende  Beisorge  ist,  dass  wir  uns  in  Pes- 
simum dabilem  casum  mit  Frankreich  setzen  dörften,  also  lässt  sich 
obangedeuteter  Anstössigkeit  ohnmöglich  änderst  ausweichen,  als  wann  die 
deutsche  und  italienische  Anlieg enheiten  miteinander  vereinbaret  und 
beede  :{ugleich  fesi^usetien  angetragen  wird,  bevor  ab  da  man  gegründete 
Ursach  j^u  hoffen  hat,  dass  Sardinien  von  wegen  seines  eigenen  Interesse 
und  Sicherheit  uns  in  denen  ersteren  das  Wort  sprechen  dörfte/^  Ein 
bestimmtes  Projekt  für  diese  Schadloshaltung  wurde  Wasner  nicht  mit- 
gegeben, wohl  aber  2  Gutachten  verfasstß  in  denen  die  Frage  gründlich 
erörtert  wurde.^) 

Die  neuen  Pläne  Maria  Theresia' s,  von  denen  Wasner  den  Eng- 
ländern im  Hauptquartier  {u  Hanau  Mitteilung  machte,  erregten  den 
heftigsten  Unwillen  Georgs  //.  und  seines  mit  den  Verhandlungen  be- 
trauten Ministers  Carteret,  Beide  betonten,  dass  der  Vertrag  mit  Karl 
Emanuel  geschlossen  werden  müsse,  da  man  die  Mitwirkung  dieses 
Fürsten  bei  dem  geplanten  Angriffe  gegen  Frankreich  nicht  entbehren 
könnte^  beide  erklärten  aber  auchy  dass  England  eine  schriftliche  Zu- 
sage, Osterreich  den  Besit^  des  bairischen  Stammlandes  -{«  garantieren, 
nicht  geben  könne.  Doch  fügte  Lord  Carteret  diesem  Refus  die  cha- 
rakteristischen von  ihm  schon  öfters  gebrauchten  Worte  hin:(u :  „comme 
sa  Mti'  la  reyne  etoit  en  possession  de  la  Baviere  qu  eile  la  tienne 
Sans  dire  si  eile  la  veut  garder  ou  non  et  en  agissant  en  meme  tems 
contre  la  France  avec  toute  la  vigueur  possible^  Alle  Bemühungen 
Wasners,  eine  schriftliche  Erklärung  der  Engländer  in  dieser  Frage 
{u  erhalten,  blieben  vergebens  und  ebensowenig  gelang  es  ihm  sie  :{ur 
Bewilligung  der  von  Maria  Theresia  für  die  Dauer  des  Krieges  be- 
gehrten jährlichen  Subsidie  von  joo.ooo  Pfund  St.  ^u  bewegen.     Viel- 


')  Instruktion  für  Wasfter  ä,  d.  18.  Juli  174^.  St-A. 


6o4  '743  Sept.  13. 

mehr  erhielt  RobinsoHy   der  die  Interessen  Englands  am    Wiener  Hofe 
vertrat,  strengen  Befehl,  der  österreichischen  Regierung  in  energische- 
stetn  Tone  die  Notwendigkeit  vorzuhalten,   den    Vertrag   unter  den   von 
Sardinieft   vorgeschlagenen    und  von   England  gebilligten  Bedingungen 
anzunehmen.^)  Zu  Beginn  des  Monates  August  174}  kam  es  in    Wien 
{u  entscheidenden    Beratungen,    deren   Resultat   in   der    Weisung    x>om 
4.  August  an    Wasner  ihren  Atisdruck  fand.     Dieser  erhielt  den  Auf- 
trags   im    Namen   seiner    Herrin    ^u    erklären,    dass    sie    die    For- 
derungen  Sardiniens    bezüglich   Finale's   nur   insoweit  erfüllen    könne, 
als  sie   bereit  sei,    all  ihre  Befugnisse   auf  den  König   von    Sardinien 
:{U  übertragen ;   dass  sie  aber  auf  der  Streichung   des  dritten  Separat- 
artikels   bestehen   müsse,    durch  den   sie  :{tir  Übergabe   dieses   der  Re- 
publik Genua  gehörenden  Gebietes  verpflichtet  werden  sollte.    Da  tum 
Karl    Emanuel    die    Belassung    der    vor    Pavia    liegenden    Insel    im 
österreichischen    Besit^ei     gegen    die    Zusage    der   freien    Schifffahrt 
für    seine   Schiffe    in     diesem    Gebiete    gestatten    wolle,    hoffe   Maria 
Tlieresia ,    dass    dem   Abschlüsse    des   Bündnisses   mit  Sardinien    kein 
Hindernis    mehr   im     Wege    stehen    werde.       Von    der    Abtretung   der 
Stadt  Piaccn:{a   und  des  piacentischen  Gebietes   bis   an   die  Nura,    die 
Karl  Emanuel  gefordert  und  die  Engländer   unterstützt  hatten,    sollte 
Wasner  vorerst  nicht  sprechen.  Falls  sich  aber  die  englischen  und  sar- 
dinischen Minister  entschieden  weigern  sollten  unter  diesen  Bedingtingen 
abwuscht iessen ;   falls  ferner  die   unter   dem  Kommando  Karls  von  Lo- 
thringen   stehende  Armee   weder   den    Rhein    mit   Sicherheit  passieren, 
noch  aus  Mangel  an  Subsisten:{  an    ihrem  jetzigen  Standplätze    bleiben 
könnte,  diinn  sollte    Wasner  erklären,  Maria    Tlieresia  sei  bereit ,  falls 
der  Opcrationsplan   {ur  gän{/ichrn  Zufriedenheit  Karls  von  Lothringen 
festgestellt,  die  beiden  von    Wasner  in  diesem  Falle  voritdegenden  De- 
klarationen betreffs  der  Schadloshaltung  Maria  Theresia' s  von  England 
unterzeichnet y'^)  der  y  und  S.  Artikel  des    ab^uschliessenden    Vertrages 


•)  Bericht  Wasners  d.  d.  Hanau  •2y.  Juli  1743-  St-A. 
*)  Acte  Je  dechiration  separce. 

Comwc  sa  M^^  le  roy  de  la  Grandc-Bretagtw  a  garauti  de  Li  maniere 
la  p/us  solemiielle  non  seulement  toiites  les  possessions  de  la  serenissini '  maison 
d*  Autriche,  mais  encore  l*  ordre  de  succession  y  etahli  en  vertu  de  la  sanction 
pragmatique  par  le  traitte  d' alliance  du  16  Mars  lyfi  la  quelle  garantie  a  ete 
renouvellee  et  expliquee  plus  amplement  par  V  acte  d*  accession  du  20  Febrier 
1732,  eile  s*  est  en  outre  engagee  specialement  a  V  occasion  des  pa'is  ced^s  a 
sa  M^^  le  roy  de  Prusse  par  le  traitc  de  paix  de  Breslau  d'  emploier  toutes  ses 
forces  pour  procurer  a  sa  3/'«'   la   reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  un  juste  de- 


174:^,  Sept    13.  605 

—  sie  betrafen  die  Subsidien^ahlung  Englands  an  Österreich^)  und  die 
Verpflichtung  Österreichs,  seine  Truppen  in  Italien  ^u  vermehren'^)  — 
in  der  von  der  Wiener  Regierung  gewünschten  Form  gebilligt  werden 
sollten,  die  Stadt  Piacen^a  nebst  dem  Teile  des  piacentischen  Gebietes 
bis  an  die  Nura  an  Sardinien  abzutreten. 


dommagement  pour  un  si  grand  sacrificc  qu*  eile  a  fait  au  hien  de  la  lihert'} 
commune  de  taute  V  Europe  qui  se  irouvoit  dans  A'  danger  le  plus  imminent 
d*  etrc  total- ment  opprinu^e  par  la  maison  de  Bourbon,  C'est  pourquoy  sa  dite 
M*^  Ic  roy  de  la  Grande-Bretagne  pour  tranquilliter  enticrement  sa  M*^  la  reine 
de  Hongrie  et  de  Boheme  sur  le  dedomtnagement  ä  eile  promis  renouvelle  par 
le  present  acte  tous  les  engagemens  susdits,  promettant  en  foy  de  roy  d*  assister. 
sa  M^  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  de  toutes  ses  forces,  et  t/  •  ne  pas 
poser  les  armes  jusqu'  a  ce  qu'  eile  alt  obtenü  tant  un  juste  et  proportionm^  de- 
dommagcment  pour  le  passe  aux  depens  de  V  ennemi  commun  qu  une  reparation 
des  torts  soufferts  et  seurett^  süffisante  pour  P  avenir, 

Second  acte  de  declaration  sepan^e  et  secrete, 
En  consequence  de  l'  acte  de  declaration  qui  assüre  a  sa  M^  la  reine  de 
Hongrie  et  de  Boheme  le  dedommagement  qui  luy  est  du  selon  V  article  2  de 
r  acte  d*  accession  du  20  Fevrier  jyy2 ,  sa  M^*  britannique  s*  engage  envers  eile 
et  promet  de  ne  jamais  insister  sur  la  restitution  de  la  Baviere  et  du  Haut-Pa- 
latinat  en  tout  ou  en  partie,  ni  de  luy  refuser  V  assistance  stipuUe  par  les  trat- 
tes  pour  la  porter  par  quel  motif  que  ce  puisse  etre  a  faire  la  dite  restitution 
coutre  son  gre, 

*)  Der  Artikel  8,  sollte  nach  de  tu  österreichischen  Projekte  lauten:  De 
plus  et  pour  subvenir  a  la  depense  extraordinaire  que  tant  sa  M^  la  reine  de 
Hongrie  et  de  Boheme  que  sa  M^^  le  roy  de  Sardaigne  sont  et  seront  obligt^s  de 
supporter  pour  niettre  sur  pied  et  faire  agir  un  nombre  des  troupes  beaucoup 
plus  grand  que  leurs  propres  nvenus  jie  suffisent  a  entretenir,  la  premiere  s' en- 
gageant  sur  tout  de  ne  pas  diminuer  durant  toute  la  guerre  Itf  nombre  des  trou- 
pes qu'  eile  a  actuellement  sur  picd,  sa  Af'^  le  roy  de  la  Grand-Bretagne  s*  oblige 
de  fournir  a  sa  M*^  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  tant  que  la  guerre  du- 
rera  un  subsidc  de  trois  cent  mille  livres  Sterlings  par  an  la  quelle  somtne  luy 
a  deja  ett^  accordee  pour  V  ann^e  militaire  courante,  et  de  fournir  pareillement 
tant  que  la  guerre  durera  d  sa  Af' *•'  le  roy  de  Sardaigne  un  subside  des  deux 
cent  mille  livres  Sterlings  par  an  a  payer  etc, 

*)  Maria  Theresia  wollte  den  5.  Artikel  in  der  von  England  vorgeschla- 
genen Form  (es  ist  die  gleiche,  die  dann  gewählt  wurde,  vgl.  §  5  des  toeiter  unten 
abgedruckten  Vertrages),  mit  der  Verpflichtimg  Österreichs  seine  Truppen  in 
Italien  bis  auf  yotwo  Mann  {«  erhöhen,  nur  dann  annehmen,  falls  die  jährliche 
Subsidie  von  yoo.000  Pfund  St,  für  die  Dauer  des  Krieges  von  England  bewilligt 
werden  sollte ;  im  anderen  Falle  wollte  sich  Maria  Theresia  nur  verpflichten  für 
die  Kosten  des  gegenwärtigen  Krieges  alle  Erträgnisse  ihrer  Staaten  in  Italien 
—  nach  Ab^ug  des  für  die  Justi\  und  die  Regierung  des  Landes  notwendi- 
gen Betrages  —  ^u  verwenden. 


6o6  '743  Sept.  13. 

Aber  auch  diesmal  fanden  die  österreichischen  Anerbietungen 
keinen  Beifall,  Carteret  erklärte,  nachdem  er  die  beiden  umfangrei- 
chen Gutachten  gelesen  hatte  ^  iii  denen  die  Wiener  Regierung  die 
Berechtigung  ihrer  Forderung  auf  Baiern  und  die  Oberpfal^  als  Ent- 
schädigung für  den  Verlust  Schlesiens  ^ti  erweisen  suchte  y  nicht 
nur  Baiern,  das  gan^e  Reich  werde  sich  gegen  einen  derartigen  Plan 
ereifern;  er  müsse  die  Idee  als  eine  undurchführbare  bezeichnen.  Und 
viel  heftiger  noch  äusserte  sich  Georg  II,  über  die  Untunlichkeit  und 
Gefährlichkeit  des  österreichischen  Vorschlages,  Beide  aber  blieben 
dabei,  dass  man  Karl  Emanuel  gewinnen  und  dass  Österreich^  um 
dieses  Ziel  ^u  erreichen,  sich  enischliessen  müsse,  die  Stadt  und  das 
Gebiet  von  Piacen^a  bis  an  die  Nura  an  Sardinien  abzutreten.  Auch 
diesmal  blieben  alle  Bemühungen  Wasners,  die  Gegner  eines  besseren 
{u  belehren,  vergebens.  Die  schriftliche  Antwort  Carterets  auf  die 
österreichischen  Gutachten  lautete  schroff  ablehnend,  und  in  der  De- 
batte mit  [Vasner  meinte  der  englische  Minister,  „ich  weiss  aus  sicherer 
Quelle,  dass  es  Personen  in  Wien  gibt,  welche  sehr  bestrebt  sind,  den 
Geist  der  Königin  gegen  den  englischen  Hof  und  besonders  gegen  mich 
einzunehmen,  um  die  Königin  z^  einer  Vereinbarung  mit  Frankreich 
ZU  bewegen;  aber  das  wird  nach  dem  Urteile  aller  der  Ruin  der  Kö- 
nigin und  des  Hauses  sein;  abgesehen  davon,  dass  ich  vielleicht  die 
Mittel  finde,  ihr  >{//pör^«^oww^«/*^ ')  Da  aber  die  Kriegsoperationen 
ihren  Fortgang  nahmen,  hielt  es  Wasner  nicht  für  angezeigt  mit  seinem 
Ultimatum  herauszurücken;  er  teilte  vielmehr  das  negative  Ergebnis 
seiner  Verhandlungen  dem  Wiener  Hofe  mit  der  Bitte  um  neue  In- 
struktion mit.  Dieselbe  wurde  ihm  alsbald  z^  Teil;  sie  unterschied 
sich  in  den  wichtigsten  Punkten  nicht  von  der  früheren,  Maria  The- 
resia blieb  noch  immer  dabei,  dass  England  ihr  für  das  Zugeständnis 
bezüglich  Piacenza's  die  geforderte  Schadloshaltung  schriftlich  z^^ sichern 
solle,  „Dein  Hauptsystem,  schrieb  sie  Wasner,  hat  jederzeit  z^  sein, 
dass  uns  Baiern  nebst  der  Oberpfal{  verbleibe,^' '^)  Doch  war  sie  bereit 
die  Abmachung  darüber  geheim  ^?^  halten  und  dem  Hause  Witteisbach 
eine  entsprechende  Entschädigung  ^w  geben.  Sie  schlug  Toscana,  even- 
tuell auch  das  Fürstentum  Massa  und  die  Grafschaft  Novellara  vor 
und  erteilte  Wasner  die  Befugnis,  auch  vom  Austausch  der  spanischen 
Niederlande  ^«  sprechen,^)    Im  übrigen  wurde   Wasner  von  neuem  be- 


•)  Bericht  Wasticrs  d,  d,  i().  Äug,  1741.  St.-Ä. ;  Carteret  spmch  französisch, 
»)   Weisung  vom  57.  August  174^,  St.-A. 
^)  Ebenda. 


1743  Sept.  13.  607 

auftragt,  alles  anzubieten,  um  von  England  die  verlangte  Subsidie  für 
die  Dauer  des  Krieges  :{ii  erwirken. 

Als  der  Vertreter  Maria  Theresia  s  —  Anfang  September  1743 
—  /;/  Worms,  wohin  das  Hauptquartier  Georgs  IL  verlegt  worden 
war,  Carteret  aufsuchte,  fand  er  diesen  in  sehr  erregter  Stimmung,  Ro- 
binson hatte  aus  Wien  von  sehr  heftigen  Debatten  mit  dem  Hojkan^ler 
Ulefeld  geschrieben,  in  deren  Verlauf  sich  dieser  bis  :(ur  Äusserung  ver- 
stiegen habe,  „de  cette  fafon  lä  nous  ne  cheminerons  pas  long  tems 
ensembleJ'  Auch  hatte  Robinson  gemeldet,  dass  Maria  Tlieresia  mit 
Sicherheit  auf  die  Erwerbung  Baierns  und  der  Oberpfal^  rechne  und 
nur  unter  dieser  Bedingung  mit  Sardinien  abschliessen  wolle,  Carteret 
erklärte  auf  das  entschiedenste ,  England  könne  auf  diese  Forderung^ 
Maria  Theresia' s  nicht  eingehen.  Er  berichtete  Wasner  {u  gleicher  Zeit 
von  einer  Unterredung,  die  er  in  Main^  mit  Haslang,  dem  Vertreter 
Kaiser  Karls  VII,,  gehabt,  und  in  der  dieser  er:{ählt  habe,  sein  Herr 
habe  :(u  wiederholtenmalen  betont,  wenn  ihm  selbst  das  weit  mehr 
tragende  Königreich  Böhmen  für  Baiern  angeboten  würde,  möchte 
er  dieses  sein  altes  Erbland  gegen  besagtes  Königreich  nicht  vertau- 
schen. Auch  wies  der  englische  Minister  neuerdings  auf  den  Wider- 
stand hin,  den  Maria  Theresia" s  Forderung  bei  den  Fürsten  des  Reiches, 
^itmal  bei  Friedrich  IL,  finden  würde,  Wasner  suchte  ihn  umzustimmen, 
indem  er  mit  seinem  Ultimatum  hervortrat,  die  Bereitwilligkeit  Maria 
Theresia' s  betonte,  in  die  Abtretung  der  Stadt  und  des  Gebietes  von 
Piacen^a  bis  an  die  Nura  ^//  willigen,  falls  England  die  beiden  De- 
klarationen, die  er  f«  gleicher  Zeit  vorwies,  unterzeichnen  und  die 
Subsidie  von  joo.ooo  Pfund  St,  für  die  Dauer  des  Krieges  bewilligen 
wolle.  Kaum  aber  hatte  Carteret  die  von  dem  Wiener  Hofe  entwor- 
fenen Deklarationen  gelesen,  so  erklärte  er,  die  Unterzeichnung  der- 
selben nicht  zugestehen  ^w  können;  -{«  einer  solch  bindenden  Zusage 
werde  Georg  IL  nie  >(«  haben  sein.  Doch  versprach  er,  die  Sache  -{// 
erwägen  und  seine  Entschlüsse  dem  Vertreter  Maria  Theresia' s  mitzu- 
teilen. Es  dauerte  fast  eine  Woche  bis  dies  geschah.  Am  p.  Sept. 
legte  er  Wasner  eine  von  ihm  verfasste  Deklaration  vor.  Dieselbe 
war  weitläufig,  enthielt  aber  nur  das  allgemein  gehaltene  Versprechen 
des  englischen  Königs  „de  procurer  ä  la  reine  d' Hongrie,  sans  pour- 
tant  entrer  dans  aucun  engagement  specifique,  le  meilleur  dddommage- 
ment  qn  il  seroit  possible  suivant  les  conjonctures  et  le  succds  de  la 
guerre,'^  Wasner  erklärte  sich  ausser  Stande  diese  Deklaration  z^ 
acceptieren ,  und  da  es  ihm  nicht  glückte,  Carteret  von  der  Not- 
wendigkeit   weiterer   Zugeständnisse    ^«   überzeugen ,    forderte  er   den 


6o8  »743  ^"^ept.  13. 

Aufschub  der  Verhandhmgeny  um  eine  neue  Instruktion  seines  Hofes 
einzuholen.  Nun  aber  erklärte  Carteret  in  eine  weitere  Verzögerung 
nicht  willigen  ^«  können.  Der  Vertreter  Karl  Emanuel's,  OsoriOy 
habe  ihm  mitgeteilt,  dass  sein  Herr  von  Spanien  und  Frankreich  die 
glänzendsten  Anerbietungen  erhalten  habe  und  entschlossen  sei,  falls 
die  Unterzeichnung  des  Bündnisses  z'^lschen  Österreich,  England  und 
Sardinien  nicht  alsbald  erfolge,  mit  den  oberwähnten  Mächten  ahzu- 
schliessen.  Im  Hinblicke  auf  diese  Gefahr  und  in  der  Erwägung, 
dass  nicht  die  geringste  Hoffnung  vorhanden  sei  eine  andere  Erklärung 
ZU  erhalten,  möge  Wasner  sich  ^//r  Annahme  der  von  England  ver- 
fasstcfi  Deklaration  und  ^«r  Unterzeichnung  des  Bündnisses  entschliessen. 
Aber  noch  immer  z^g^^l^  ^^^^  österreichische  Gesandte  auf  das  Be- 
gehren Carterets  einzugehen  und  suchte  diesen  {//  bestimmten  Verspre- 
chungen  bezüglich  der  Schadloshaltung  Maria  Theresia's  z^'  bewegen. 
Da  aber  Carteret  standhaft  blieb  und  Osorio  wie  die  deutschen  Minister 
Georgs  II,  nicht  müde  wurden,  Wasner  ^m  bestürmen,  gab  dieser  end- 
lich nach  und  erklärte  sich  einverstanden,  mit  Vorbehalt  der  Geneh- 
migung seiner  Regierung,  die  englische  Deklaration  -{«  accepiieren  und 
den,  Vertrag  ^«  unterzeichnen,  falls  die  übrigen  Forderungen  Maria 
Theresia's  gegen  Abtretung  der  Stadt  und  des  Gebietes  von  Piaccnza 
bis  an  die  Nura  gebilligt  werden  sollten. 

Am  10,  September  begannen  die  Ve^^handlungen^)  über  die  ein- 
zelnen Artikel  des  von  England  entworfenen,  von  Maria  Theresia  und 
Karl  Emanuel  begutachteten  Projektes,  Sie  verliefen  ungemein  erregt ; 
in  manchem  Punkte  gab  Wasner,  in  manchem  seine  Gegner  nach.  Der 
erste  Artikel,  durch  den  sich  die  )  Mächte  gegenseitige  Freundschaft 
und  Unterstützung  z?^sicherten  ^  bot  keine  Schwierigkeiten,  Dagegen 
weigerte  sich  Osorio  heftig,  die  Präliminarartikel  vom  ß,  Okt,  17 Jß,  wie 
Wasner  forderte ,  in  die  durch  den  ß.  Artikel  {«  gewährleistenden 
Verträge  auf-  und  damit  die  Garantie  Toscaua's  ^/^  übernehmen,  es 
sei  denn,  dass  der  Grossher{og  sich  seinerseits  >{7<r  Garantie  der  Be- 
sit{ungen  Karl  Emanuels  verstehen  wolle.  Da  aber  Franz  von  Lothringen 
sich  z^  einer  derartigen  Recipro{itäf  nicht  verpflichten  wollte  und  dem 
Vertreter  Maria  Tlicresias  den  Befehl  erteilt  hatte,  in  diesem  Falle 
lieber  von  der  Garantie  des  toscanischen  Besitzes  abzustehen,  verzichtete 
dieser  auf  die  ausdrückliche  Erwähnung  des  Präliminarver träges  vom 
},  Okt.   17 ßß.   Grössere  Schwierigkeiten  verursachte  auch  die  endgiltige 

*)   Vgt.    für   ätis  folgende    Jen    Bericht    Wasner' s   J,   d.    14,   September 
174^,  St-A. 


1743  Sept.  13.  609 

Formulirung  des  dritten  Artikels^  der  die  Renum^iation  Karl  Emanuels 
auf  Mailand  und  die  Anerkennung  der  pragmatischen  Sanktion  durch 
denselben  enthielt.  Man  entschloss  sich  endlich,  die  Forderung  des  Sa- 
voyers,  dass  sein  Verzicht  auf  Mailand  ungültig  sein  sollte  falls  eine  der 
Töchter  des  Hauses  Österreich,  auf  die  die  Nachfolge  fallen  könnte^  mit 
einem  Prinzen  des  Hauses  Bourbon  sich  vermählen  würde,  in  einem  ge- 
hcimen  Separatartikel  :(U  erfüllen  und  dafür  den  Verzicht  auf  Mailand 
{//  Gunsten  Maria  Theresia' s  auch  auf  deren  Erben  und  Nachfolger 
auszudehnen.  Die  Feststellung  der  Artikel  4,  6  und  y,  durch  die 
Karl  Emanuel  {ur  Fortführung  des  Kampfes  an  der  Seite  Maria  The- 
resia's,  England  j(ur  Erhaltung  einer  starken  Flotte  im  Mittelmeer  ver- 
pflichtet und  Karl  Emanuel  :{um  Kommandanten  der  vereinigten  Armee 
bestellt  wurde,  machte  keine  Schwierigkeit,  Umsomehr  die  des  ß,  und 
des  mit  diesem  im  Zusammenhange  stehenden  8,  Artikels,  Österreich 
wollte  sich  fiur  gegen  Gewährung  einer  jährlichen  Subsidie  von  joo.ooo 
Pfund  St,  für  die  Dauer  des  Krieges  {ur  Vermehrung  seiner  in  Italien 
stehenden  Truppen  auf  ßoooo  Mann  verstehen,  Carteret  aber  behauptete, 
er  dürfe  ohne  Einwilligung  des  gesamten  englischen  Cabinettes  eine  solche 
bindende  Zusage  nicht  geben.  Dagegen  bestand  er  auf  der  ursprüng- 
lichen Formulierung  des  ß,  Artikels,  Die  schliessliche  Einigung  be- 
deutete den  Sieg  der  Engländer,  Wasner  gab  sich  mit  der  mündlichen 
Erklärung  Carterets  „Maria  Theresia  könne  versichert  sein,  dass  König 
und  Parlament  nichts  in  der  Geldfrage  ^u  tun  unterlassen  werden^' ,  {u- 
frieden  und  gestand  die  Vermehrung  der  österreichischen  Truppen  in  Ita- 
lien auf  ^0000  Mann  {u,  allerdings  erst  dann,  als  Carteret  und  Osorio 
in  die  Aufnahme  der  beschränkenden  Klausel  gewilligt  hatten,  nach 
der  Maria  Theresia  {u  dieser  Erhöhung  ihrer  italienischen  Truppen 
verpflichtet  sein  solle  „aussitdt  que  la  Situation  des  affaires  en  Alle- 
magne  pourra  le  permettre,^'  Die  Formulierung  des  p,  Artikels,  der 
die  von  Österreich  an  Sardinien  abzutretenden  Gebiete  festsetzte,  bot , 
nachdem  Wasner  seine  Einwilligung  bezüglich  Piacem^cCs  gegeben 
hatte,  keine  wesentliche  Schwierigkeiten,  Um  so  grössere  aber  die  des 
10,  Artikels,  der  die  Verfügungen  Maria  Theresia's  über  Finale  ent- 
hielt. Es  bedurfte  langer  Verhandlungen,  bis  endlich  die  in  dem  Ver- 
trage ^um  Ausdruck  gelangende  Fassung  gefunden  wurde,  die  in  allen 
wesentlichen  Stücken  den  Wünschen  der  österreichischen  Herrscherin 
entsprach.  Die  Festsetzung  des  Wortlautes  der  weiteren  7  Artikel  ge- 
lang leicht,  Sie  enthielten  gegenseitige  Verpflichtungen  beim  Abschlüsse 
von  Friedensverträgen  (11,  12,  14)  und  bei  Fortdauer  des  Krieges 
(Iß)  ;  Bestimmungen  über  die  Aufnahme  anderer  Fürsten  in  das  Bündnis 

i  )sterreic)iiscli-engHsche  Staatsverträ^e.  Bd.  I.  39 


6 10  »743  Sept.  13. 

fi6,    ly)   und   über    die    Ratifikation    des    Vertrages    (i8J.      Für    die 
österreichisch-englischen    Beziehungen    von   besonderer    Bedeutung   war 
der  1$,  Artikel,  durch  den  sich  Maria  Tfieresia  nicht  nur  verpflichtete, 
die    englischen    Untertanen    im     Besitze    aller   Handelsvorteile    j^u    be- 
lassen,   die  sie   in  diesem  Augenblicke    besassen,   sondern    auf  Verlan- 
gen   Englands    einen    besonderen    Handels-  und  Schifffahr  tsver  trag    ^u 
schliessen.     Auch  die  Formulirnng  des  ersten  und  dritten  Geheimarti- 
kels bot  keine  Schwierigkeit,      Maria  Theresia  erklärte  sich  durch  den 
ersteren  bereit,  England  bei  dem  Versuche  :{ii  unter siüt:{en,  die  Schwei:^ 
{ur  Gestattung  des  Durchzuges   von   Soldaten    und  {ur  Stellung   eines 
Truppenkorps  ^u  bewegen,  und  gab  in  dem  letzteren  ihre  Zustimmung, 
dass  der    Verzicht  Karl  Emanuels  auf  seine  Ansprüche  bezüglich  Mai- 
lands für  den  Fäll  keine  Geltung  haben  sollte,  als  eine  der  Succesions- 
berechtigien    Töchter    des   Hauses   Habsburg    sich    mit   einem   Prinj^en 
aus  dem  Hause  Bourbon  vermählen  sollte. 

Grosse  Schwierigkeit  verursachte  dagegen  die  Texiirung  des  :{wei- 
ten  geheimen  Separaiartikels,  Wohl  war  Maria  Theresia  bereit  all  ihre 
Kräfte  mit  denen  der  Verbündeten  j(n  vereinigen,  um  der  spanischen 
Herrschaft  in  Italien  ein  Ende  ^//  machen,  und  es  hielt  auch  nicht 
schwer,  sie  ^u  dem  Versprechen  \u  bewegen,  im  Falle  des  Gelingens 
dieses  Planes  Sizilien  dem  Könige  von  Sardinien  \u  überlassen  und 
sich  mit  Neapel  und  dem  „stato  degli  presidii^^  s^u  begnügen.  Da- 
gegen hatte  Wasner  strengen  Befehl,  die  Sireichung  der  von  Karl 
E mannet  geforderten  Klausel  {u  verlangen,  durch  die  sich  Österreich 
verpflichten  sollte,  die  savoyischcn  Besitzungen  gegen  neue  Einfälle 
Frankreichs  ^n  sichern,  ,,meme  au  moycn  de  quelques  conquetes  sur 
la  France  de  ce  cote  lä  qn  ils  doivent  ceder  au  susdit  royf  Allein 
alle  Bemühungen  Wasner s  scheiterten  an  dem  festen  Widerstände 
Osorio'sy  der  ein  Schreiben  seines  Herrn  verlas,  aus  dem  hervorgieng^ 
dass  derselbe  ohne  dieses  Zugeständnis  an  dem  Kriege  nicht  teilnehmen 
wolle.  Der  Ver  freier  Maria  Theresia  s  mnssie,  {utnal  Carter  et  auch 
in  diesem  Falle  sich  auf  die  Seite  des  Königs  von  Sardinien  stellte, 
nachgehen.  Dagegen  Hess  Osorio  den  geheimen  Separatartikel ,  der 
sich  auf  Finale  be{ngen  hafte,  fallen.  Am  iß,  Sepf,  wurde  der  Haupt- 
verfrag  und  die  7  Separafarfikel  von  Carteref,  Wasner  und  Osorio 
unterzeichnet ;  am  selben  Tage  unterfertigten  die  beiden  ersteren  die 
Deklarationsakte  über  die  Schadloshaltung  Maria  Theresia  s,  Wasner 
war  sich  bewnsst,  dass  er  den  Gegnern  weitgehende  Konzessionen  ge- 
macht hatte ;  er  fürchtete,  seine  Herrin  werde  mit  ihm  unzufrieden  sein. 
Der  Bericht,  mit  dem  er  die  Übersendung  des    Vertrages  einbegleitete. 


»743  Sept.  13.  611 

liest  sich  wie  eine  Rechtfertigiingsschrift.  Man  habe  ihm  das  Messer 
an  die  Kehle  gesetzt,  er  habe  sich  fügen  müssen.  In  der  Tat  ent- 
sprach das  Resultat  seiner  Verhandlungen  den  Hoffnungen  des  Wiener 
Hofes  durchaus  nicht.  Die  Hauptbeschwerden  desselben  richteten  sich 
gegen  die  IVeigenmg  der  Engländer ^  den  Österreichern  für  die  Dauer 
des  Krieges  eine  Subsidie  von  joo.ooo  Pfund  St,  {u  sichern^  g^g^^  ^^l^ 
weitgehende  Verpflichtung,  die  diese  im  Interesse  Sardiniens  bei  einem 
Kriege  gegen  Frankreich  übernehmen  sollten  und  gegen  die  Deklarations- 
akte,  die  in  der  vorliegenden  Form  >  eher  einen  Rück-  als  einen  Fort- 
schritt  gegenüber  den  früheren  Erklärungen  Englands  bedeutete.  Die 
Ratifikation  des  ganzen  Vertrages  aus  diesen  Gründen  ^u  weigern,  oder 
auch  nur  ^«  verzögern,  wagte  man  aber  im  Hinblicke  auf  die  Not  der 
Zeiten  nicht.  Doch  cntschloss  sich  Maria  Theresia  auf  die  Ratifikation 
der  Deklarationsakte ,  deren  Aufnahme  in  den  Vertrag  sie  ja  vorge- 
schlagen hatte,  ^u  veri{ichten^^  und  erteilte  Wasner  den  Auftrag,  die 
von  ihr  am  28.  Sept,  unterfertigten  Ratifikationsurkunden  des  Haupi^ 
Vertrages  und  der  ß  Separatartikel  erst  dann  ^u  überreichen ,  wenn 
Georg  IL  in  irgend  einer  Form  sich  ^ur  Zahlung  der  Subsidie  von 
joo.ooo  Pfund  St,  für  die  Dauer  des  Krieges  verpflichtet  haben  würde. 
Zu  gleicher  Zeit  erhielt  Wasner  den  Befehl,  ^ur  Vermeidung  jedes 
Missverständnisses,  im  Namen  Maria  Theresia  s  \u  erklären,  dass  sie 
durch  die  Ratifikation  des  ^weiten  Sep^iratartikels  Frankreich  nicht  im 
geringsten  verletzen  wolle.  Die  Bemühungen  Wasners  blieben  nicht 
ohne  Erfolg.  Am  14,  Okt,  wurde  in  Worms  eine  neue  Konvention 
geschlossen,,  von  der  im  folgenden  die  Rede  sein  wird.  Erst  nach 
Unterzeichnung  derselben  fand  die  Auswechslung  der  Ratificationen 
des  Hauptvertrages  statt» 

Au  nom  de  la  trfes-sainte  trinitö. 

Soit  notoire  ä  tous  et  chaciin  qu'il  appartient  ou  peut 
appartenir  en  maniere  quelconque. 

D'autant  qua  les  troubles  qui  sur  le  deces  de  Tempereur 
Charles  VI.  de  glorieuse  memoire  sans  lignöe  masculine  se  sont 


•)  Die  englische  Rat.  dies  r  Separatdeklaration  d,  d.  Westminster  77/? 
20,  Sept.ji.  Okt,  (Or,  R,  O.J  ist  unterzeichnet  „maniöus  custodum  et  justiciariorum 
nostrorum  regni  nostri Magnae-Britiinniae  et  locumtenentium  nostrorum  in  eodem,*' 

Bolton ;  Haräwicke, 

Halles  Newciistle,  Montague.  Harringtou, 

Winchelsea,  Txieedal,  Dorset 

H,  Pelham,  Hav,  Grafton, 

39* 


6 12  1743  Sept.  13- 

elev^s  en  Allemagne  non  obstant  Texpresse  teneur  des  trait^ 
de  paix  et  d'  alliance  les  plus  solemnels  et  les  plus  recens,  cor- 
robores  par  la  garantie  autentique  du  corps  de  rempire,  qui 
assurent  h  sa  fille  ainee  et  k  sa  posterit(5  rentiere  et  indivisible 
succession  de  ses  etats  hereditaires,  tendent  manifestement  ä 
renverser  tout  equilibre  en  Europe  et  en  exposent  la  liberte 
et  Celle  du  commerce  au  danger  le  plus  evident  lequel  s'ac- 
croit  encore  par  la  conquete  que  les  rois  d'Espagne  et  de  Na- 
ples  ont  entreprise  ouvertement  des  etats  possedös  par  la  sere- 
nissime  maison  d'  Autriche  en  Italic  contre  la  foi  de  leurs  pro- 
pres engagemens,  aprös  quoi  le  reste  de  V  Italie  ne  pourroit  plus 
leur  resister  et  toutes  les  cötes  de  la  mer  mediterranöe  se  trou- 
veroient  soumises  h  une  meme  maison. 

Pour  obvier  autant  qu'en  eux  est  ä  des  maux  si  imminens 
et  h  une  entreprise  dont  les  consequences  seroient  si  fatales 
ä  tous  les  princes  et  etats  d*  Italie,  h  leur  liberte,  ä  leur  com- 
merce et  a  celuy  des  puissances  maritimes  dans  la  mer  medi- 
terrance,  la  serenissime  et  tres-puissante  prinsesse  Marie  Therese, 
reine  de  Hongrie  et  de  Bohöme,  archiduchesse  d' Autriche  etc, 
le  serenissime  et  trcs-puissant  prince  George  second,  roi  de  la 
Grand- Bretagne,  electeur  de  Brunswic-Lunebourg  etc.,  et  le 
serenissime  et  tres-puissant  prince  Charles  Emanuel,  roi  de  Sar- 
daigne,  duc  de  Savoye  etc.,  se  trouvant  si  essentiellement  in- 
teresscs  a  la  conservation  d'un  juste  equilibre  en  Europe,  d'oü 
depend  la  liberte  de  T  Europe,  et  au  maintien  de  la  liberte  et 
scuretc  de  l'Italie  en  particulier,  d'oü  depend  celle  de  son  com- 
merce et  de  celui  de  la  mediterranee,  ont  resolü  de  s'unir  en- 
semble  plus  etroilement  et  plus  inseparablement  dans  cette  ferme 
intention,  et  de  perseverer  inviolablemcnt  a  joindre  leurs  con- 
seils  et  leurs  forces  pour  en  obtenir  T  eilet  desire  et  speciale- 
ment  pour  repousser  d'un  commun  accord  l'injuste  invasion 
intentee  par  les  rois  d'Espagne  et  de  Naples  et  mettre,  s*il  se 
peut,  ritalie  a  couvert  de  tous  pareils  attentats  ä  l'avenir. 

Dans  cette  xue  et  a  fin  de  prevenir  la  dite  invasion  sans 
perte  de  tems,  sa  M^e  le  roy  de  Sardaigne  est  entre  des  le 
Premier  du  mois  de  Fevrier  1742  avec  sa  Mt^'  la  reine  de  Hon- 
grie dans  une  c()n\ention  provisioneile  dont  la  teneur  estrV) 

•)  Dirser  Vrrfnijir  ist  u.a.  i^u\irUikt :  (A>Ui\tion  0/  all  thc  treaties  II,  ^^ ; 
fr  fi  kill  son  1.  r.  ff.  ;()i :  (^.liaJmcrs  f.  c.  ff.  ;22;  Sofar  Je  fa  Mirgurrite  f,  c.  III  i ; 
W.'tlck  /.   r.   f.  r>y2. 


1743  Sept.  13.  613 

Folgt  der  Wortlaut  des  Vertrages  vom  /.  Februar  1742, 

En  consequence  de  cette  Convention  sa  M^c  le  roi  de  Sar- 
daigne  a  d'abord  Joint  un  corps  considerable  de  ses  trouppes 
a  Celles  de  la  dite  reine,  sa  M^e  le  roi  de  la  Grande-Bretagne 
ayant  envoye  une  puissante  escadre  pour  concourir  au  maintien 
des  libertös  de  l'Italie. 

Ä  fin  de  ne  pas  laisser  'infructueuses  de  si  grandes  de- 
penses  et  d'  assurer  encore  mieux  et  d'  accelerer  pour  le  present 
r  entiere  execution  d'  une  resolution  si  necessaire  et  si  legitime, 
et  ä  fin  aussi  d'  en  perpetuer  V  effet  pour  les  tems  ä  venir,  leurs 
dites  Mtes  ont  autorise  et  autoriscnt  leurs  ministres  plenipoten- 
tiaires  ä  en  regier  incessamment  les  details  et  les  conditions:  Sa- 
voir  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  le  sieur  Ignace 
Jean  de  Wasner,  son  ministre  plenipotentiaire  aupr^s  de  sa  Mte 
britannique;  sa  M^^'  le  roi  de  Sardaigne  le  Chevalier  Ossorio, 
Chevalier  grand-croix  et  grand-conservateur  des  ordres  reli- 
gieux  et  militaire  des  S.  S.  Maurice  et  Lazare,  envoye  extraordi- 
naire  et  ministre  plenipotentiaire  de  sa  dite  M^^'  aupres  de  sa 
Mte  le  roi  de  la  Grande-Bretagne;  et  sa  Mte  le  roi  de  la  Grande- 
Bretagne  son  conseiller  prive  Jean  lord  Carteret,  baron  de 
Hawnes,  un  de  ses  principaux  secretaires  d*etats  etc.,  lesquels 
apres  s'etre  entre-communiques  leurs  pleinspouvoirs  respectifs 
et  avoir  meurement  confere  ensemble  sont  convenüs  des  ar- 
ticles  suivans. 

I. 

II  y  aura  des  a  present  et  pour  tous  les  tems  ä  venir 
entre  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  sa  Mte  le  roy 
de  la  Grande-Bretagne  et  sa  Mte'  le  roy  de  Sardaigne  une  etroite 
amitic  et  alliance  sincere^  perpetuelle  et  inviolable,  en  vertu  de 
laquelle  ils  seront  tenüs  de  se  soutenir,  deffendre  et  secc^urir 
reciproquement  et  constamment,  de  veiller  ä  leur  sürete  mu- 
tucUe  comme  ä  la  leur  propre,  de  procurer  ce  qui  leur  sera 
avantageux,  et  d'  eloigner  autant  qu'  ils  pourront  ce  qui  leur  se- 
roit  nuisible  et  dommageable. 

IL 

Pour  cet  effet  les  alliös  s'  engagent  dercchef  ä  une  garantie 
tres  expresse  de  tous  les  royaumes,  etäts,  pais  et  domaines 
qu'ils  possedent  actuellement  ou  doivent  posseder  en  vertu  du 


6 14  '743  Sept  13. 

traite  d'alliance  fait  ä  Turin  en  1703,  des  traitös  de  paix  d' Ut- 
recht et  de  Bade,  du  traitö  de  paix  et  d'aliiance  communement 
appellö  la  quadruple  alliance,  du  traitö  de  pacification  et  d'al- 
iiance  conclü  ä  Vienne  le  16  mars  1731,  de  Tacte  de  garantie 
donne  en  consequence  et  passe  en  loi  de  Tempire  Vonzieme 
Janvier  1732,  de  Tacte  d'accession  signe  pareillement  en  con- 
sequence ä  la  Haye  le  20  Fevrier  1732,  du  traitö  de  paix  signe 
ä  Vienne  le  18  Novembre  1738  et  de  Taccession  qui  y  a  ete 
faite  et  signee  ä  Versailles  le  3  Fevrier  1739;  tous  lesquels 
traites  sont  pleinement  rapelles  et  confirmös  icy  en  tant  qu'ils 
peuvent  concerner  les  alliös  et  quMls  n'y  ont  pas  deroge  spe- 
cialemcnt  par  le  present  traitö. 

in. 

En  conformitö  de  la  garantie  contenue  dans  le  precedent 
article,  et  pour  qu'  il  ne  reste  aucun  sujet  de  contestation  entre 
les  deux  serenissimes  maisons  d'  Autriche  et  de  Savoye,  sa  Mte 
le  roy  de  Sardaigne  pour  lui,  ses  heritiers  et  successeurs  re- 
nonce  nommement  et  pour  toüjours  mais  uniquement  en  fa- 
vcur  de  sa  Mte  la  reyne  de  Hongrie  et  de  Bohöme  et  de  ses 
heritiers  et  successeurs  ä  ses  droits  pretendus  sur  Tetat  de 
Milan  lesquels,  quoique  jamais  admis  de  la  part  de  la  reine,  il 
s'  etoit  reservö  la  liberte  de  faire  valoir  par  la  Convention  pro- 
visioneile. Et  en  outre  sa  Mte  le  roi  de  Sardaigne  s'engage 
formellement  et  specialement  a  la  garantie  de  T  ordre  de  suc- 
cession  etabli  dans  la  dite  serenissime  maison  par  la  sanction 
pragmatique,  de  la  memo  maniere  qu'elle  est  enoncee  dans  le 
traite  de  pacification  et  d' alliance  fait  ä  Vienne  le  16  Mars 
1731,  Sans  neanmoins  que  sa  dite  Mte  soit  jamais  tenue  d'en- 
voyer  du  secours  hors  d'Italie. 

IV. 

A  cette  fin  sa  Mte  le  roi  de  Sardaigne  qui  a  dejä  Joint 
ses  trouppes  a  Celles  de  la  reine  d' Hongrie  et  qui  les  a  dejä 
augmentees  considerablement  continuera  ä  concerter  et  ä  exe- 
cuter  conjointement  avec  eile  et  ses  generaux  toutes  les  me- 
sures  et  Operations  qui  seront  jugees  les  plus  efficaces  pour 
eloigner  et  repousser  l'iuvasion  actuellement  intentee  ou  ä  in- 
tenter  contre  les  etats  de  la  dite  reine  et  pour  les  mettre  ä 
Y  abri  de  tout  danger  present  et  futur  autant  que  faire  se  pourra. 


1743  Sept.  13.  615 

V. 

Pour  parvenir  ä  ce  but  et  durant  le  cours  de  la  presente 
guerre  sa  Mte  la  reyne  de  Hongrie  s'engage  non  seulemcnt 
d'entretenir  en  Italie  le  nombre  de  trouppes  qu'elle  y  a  ac- 
tuellement,  mais  de  les  augmenter  et  jusqu  au  nombre  de  trente 
milie  hommes  effectifs,  aussitöt  que  la  Situation  des  affaires  en 
Allemagne  pourra  le  permettre.  Et  sa  Mte  le  roi  de  Sardaigne 
s'  engage  a  entretcnir  et  employer  le  nombre  de  quarante  mille 
hommes  d'infanterie  et  de  cinq  mille  hommes  de  cavallerie,  y 
compris  ce  qu'  il  faudra  pour  les  garnisons  et  la  defense  de  ses 
propres  etäts. 

VI. 

Sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  aura  le  commandement  su- 
preme  de  V  armee  allice  lorsqu'  il  s'  y  trouvera  en  personne,  et  il 
en  reglera  les  mouvemens  et  les  Operations  militaires  de  con- 
cert  avec  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  selon  que  l'exigera  l'in- 
teret  et  le  besoin  commun. 

vn. 

Tant  qu*il  en  sera  besoin  pour  favoriser  et  seconder  ces 
Operations  et  que  le  danger  des  allies  et  de  Tltahe  le  deman- 
dera,  sa  M^e  le  roi  de  la  Grande-Bretagne  s' engage  ä  tenir 
dans  la  mer  mediterranee  une  forte  escadre  de  vaisscaux  de 
guerre  et  ä  bombes  et  de  brulöts,  dont  Tamiral  et  les  com- 
mandants  auront  ordre  de  concerter  constamment  et  reguliere- 
ment  avec  sa  Mte'  le  roi  de  Sardaigne  ou  bien  avec  ses  gc- 
neraux  et  ceux  de  sa  Mte'  la  reine  de  Hongrie  qui  seront  les 
plus  ä  portee  les  mesures  les  plus  convenables  pour  le  Service 
de  la  cause  commune. 

vm. 

De  plus,  et  pour  subvenir  ä  la  depense  extraordinaire  que 
sa  Mte  le  roi  de  Sardaigne  est  et  sera  obligöe  de  supporter 
pour  mettre  sur  pied  et  faire  agir  un  nombre  de  trouppes  beau- 
coiip  plus  grand  que  ses  propres  revenus  ne  suffisent  ä  entre- 
tenir,  sa  Mte  le  roi  de  la  Grande-Bretagne  s' engage  k  luy 
fournir,  tant  que  la  guerre  et  le  besoin  durera,  un  subside  de 
deux  cens  mille  livres  Sterlings  par  an,  ä  payer  chaque  trois 
mois  et  ä  commencer  du  premier  de  Fevrier  1742  n.  s.,  jour 
que  la  Convention  provisionelle  füt  signee  entre  le  dit  roi  et 


6l6  »743  Sept.  13. 

sa  Mte  la  reine  de  Hongrie.  Et  le  dit  subside  sera  ponctuelle- 
ment  paye  de  trois  mois  en  trois  mois  d'avance,  bien  entendü 
qu'il  y  soit  impute  ce  qui  aura  et6  avance  ä  sa  Mt^'  le  roy  de 
Sardaigne  avant  la  Signatare  du  present  traite. 

IX. 

En  consideration  du  zele  et  de  la  generositö  avec  lesquels 
sa  Mte  le  roi  de  Sardaigne  s'est  portee  ä  exposer  sa  personne 
et  ses  etäts  pour  la  cause  publique  et  pour  celle  de  sa  Mte  ]a 
reine  d' Hongrie  et  de  Boheme  et  de   la  serenissime   maison 
d'Autriche  en   particulier  et  des  secours  effectifs  qu'elle  en  a 
dejä  re^üs,   en   consideration   aussi   des   engagemens   onereux 
d'assistance  et  du  lien  perpetuel  de  garantie   qu'il   contracte 
avec  eile  par  la  presente  alliance,  sa  dite  Mte  la  reine  de  Hongrie 
et  de  Boheme  pour  eile,  ses  heritiers  et  successeurs   cede  et 
transfere  des  k  present  et  pour  toüjours  ä  sa  dite  Mte  le   roi 
de  Sardaigne,   ses  heritiers  et  successeurs  pour  etre  unis  k  ses 
autres  etats  la  ville  et  district  de  Vigevano  appell^  le  Vige- 
vanasque,  la  partie  du  Pavesan  qui  est  entre  le  Po  et  le  Thesin, 
en  Sorte  quo  le  Thesin  fasse  doresnavant  par  son  milieu   la 
Separation  et  la  bome  entre  les  etats  de  part  et  d'  autre  depuis 
le  Lago  Maggiore  jusqu'ä   l'endroit  oü  il  se  jette  dans  le  Po, 
ä  Texception  seulement  de  l'isle  formt^e  par  le  canal  vis  ä  vis 
de  la  ville  de  Pavie  laquelle  isle  sera  reservce  ä  sa  Mi^  la  reine, 
aux  conditions  quo  le  roi  n'aura  pas  moins  la  libre  communi- 
cation  de   la   riviere  du  Thesin   pour  le  passage  des  barques, 
Sans  qu'elles  puissent  etre  ni   arretces  ni  visitees  ni  assujetties 
au  payement  d'aucun  droit,  et  que  le  dit  canal  ne  soit  jamais 
comblc  et  serve   icy  de   bornc;   de   plus  cette  autre  partie  du 
Pavesan,  nommee  Pavese  oltro  Po,  Bobbio  et  son  territoire  y 
compris,   la  ville  de  Plaisance  avec  la  partie  du  Plaisantin  qui 
est  entre   le  Pavesan  et  jusqu'ä  la  moitio  du  lit  de  la  riviere 
Nura  depuis  sa  source  jusqu'au  Po,   de  maniere  que  le  milieu 
autant  de  la  Nura  que  du  Po  fasse  ici  la  bome  des  deux  etäts, 
et  que  par  conscquent  ce  qui   appartenoit  jusqu'icy  au  Plai- 
santin de  r  autre  cöte   du  Po  en  reste  separe;   enfm  la  partie 
du  comte  d'Anghiera  ou  soit  de  Tetat  de  Milan,  quelque  nom 
particulier   qu'on  puisse  y   donner,   qui  confine   avec  le   Na- 
varois,   la  vallce  de  Sesia,  les  grandes   Alpes  et   le  pays  de 
Vallais    en    tournant   jusqu'aux    prefectures   Suisses    de    Val- 


1743  Sept.  13.  617 

Maggia  et  Locarno  et  au  long  et  dans  le  Lage  Maggiore 
jusqu'a  la  moitic  du  dit  lac,  de  fafon  qu'ä  Tavenir  les  confins 
entre  les  etats  de  sa  Mt^  le  roi  de  Sardaigne  et  ceux  de  sa 
Mte  la  reine  de  Hongrie  seront  continuellement  fixes  par  une 
ligne  tiree  depuis  les  confins  des  Suisses  au  milieu  et  au  long 
du  Lago  Maggiore  jusqu'a  rembouchure  du  Thesin  qui  con- 
tinue  de  lä  au  milieu  du  cours  de  cette  riviere  jusqu'ä  son 
embouchure  dans  le  Po,  ä  Texception  du  front  de  la  susdite 
isle  devant  Pavie,  et  qui  de  lä  poursuit  au  milieu  du  cours  du 
Po  jusqu'ä  rembouchure  de  la  Nura  dans  le  Po  et  remonte 
par  le  milieu  du  lit  de  la  Nura  jusqu'ä  sa  source  qui  est  contre 
le  pays  de  Genes.  La  susdite  division  des  cours  des  rivieres  n'  em- 
pechera  pas  que  la  navigation  ne  reste  libre  ainsi  qu'  eile  doit  le 
rester  aux  sujets  des  deux  souverains  dans  toute  la  largeur  des 
dites  rivieres,  avec  la  liberte  de  passer  sur  les  rivages  de  part  et 
d'  autre  pour  le  tirage  des  batteaux  qu'  on  fait  remonter,  les  dits 
rivages  devant  neanmoins  appartenir  tant  pour  la  propriete 
que  pour  tous  autres  egards  aux  souverains  respectivement 
d'une  part  et  de  T  autre,  lesquels  pourront  y  faire  chacun  de 
leur  cöte  les  reparations  qu' ils  jugeront  ä  propos  pour  les  for- 
tifier,  pourvü  qu'elles  ne  soient  point  saillantes,  c'est  ä  dire 
qu'  elles  ne  puissent  pas  repousser  le  cours  de  la  riviere  contre 
la  partie  opposee  et  que  de  la  part  de  sa  Mte  le  roy  de  Sar- 
daigne on  ne  puisse  jamais  sous  quelque  pretexte  que  ce  soit 
faire  des  ouvrages  qui  empechent  la  Ubre  entröe  des  eaux  dans 
le  canal  ou  navilio  qui  est  du  cöte  de  sa  Mte'  la  reine  de  Hon- 
grie et  qui  conduit  les  dites  eaux  ä  Milan: 

Pour  en  jouir  en  pleine  propriete  et  souverainete,  comme 
sa  Mte'  la  reine  et  ces  predecesseurs  en  ont  joui  jusqu'ä  pre- 
sent;  les  quels  pais  sa  Mt^  la  reine  demembre  ä  perpetuite  de 
ses  etats  hereditaires  et  de  1'  etat  de  Milan,  derogeant  pour  cet 
effet  autant  qu'il  peut  en  etre  besoin  ä  tout  ce  qui  en  aucune 
maniere  pourroit  ä  ce  etre  contraire,  sauf  toujours  le  droit 
direct  de  1'  cmpire. 

X. 

En  outre,  comme  il  importe  ä  la  cause  publique  que  sa 
Mte  le  roi  de  Sardaigne  ait  une  communication  immediate  de 
ses  etats  avec  la  mer  et  avec  les  puissances  maritimes,  sa  Mte' 


6l8  «743  Sept.  13. 

la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  lui  cede  tous  les  droits  qui 
peuvent  lui  competer  en  fa9on  quelconque  et  k  tel   titre   qua 
ce  soit  sur  la  ville  et  marquisat  de  Final,  lesquels  droits   eile 
cede  et  transfere  sans  nulle  restriction  au  dit  roi  de  mßiiie  que 
les  pais  enonc^s  dans  Tarticle  precedent,  dans  la  juste  attente 
que  la  republique  de  Genes  apportera  toutes  les  facilitös  neces- 
saires  ä  un  arrangement  si  indispensable  pour  la  libert^  et  sü- 
ret6  presente  et  future  de  Y  Italie,  moyennant  la  somme  qui  se 
trouvera  lui  etre  due,  sans  que  sa  Mte  le  roi  de  Sardaigne  ni 
sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  soient  obliges  de  concourir  au  paye- 
ment  de  cette  somme,  bien  entendö  que  la  ville  de  Final  soit 
et  demeure  ä  perpetuitö  un  port  franc,   comme  Test  Livoume, 
et  qu'il  soit  libre  k  sa  Mte  le  roi  de  Sardaigne  d'y  retablir  les 
forts  qui  ont  et(5  detruits  ou  d'en  faire  construire  d'autres  Se- 
lon qu'il  le  jugera  convenable. 

XI. 
Sa  Mte'  la  reine  de  Hongrie  et  de  Bohöme,  sa  Mte'  le  roi 
de  Sardaigne  et  sa  Mte  le  roi  de  la  Grande-Bretagne  s'enga- 
gent  h  ne  faire  ni  paix  ni  treve  que  toutes  les  cessions  sus- 
mentionnces  n*y  soient  comprises  expressement  et  qu  aussi  le 
dit  roi  de  Sardaigne  ne  soit  pleinement  restitue  dans  tout  ce 
qui  pourroit  avoir  ett5  saisi  et  occupe  de  ses  autres  etäts  en 
haine  de  son  union  avec  les  allies,  bien  entendü  que  le  roi  de 
Sardaigne  se  tienne  des  ä  present  dedommage  du  revenü  qu'  on 
lui  retiendroit  par  celui  des  pais  ä  lui  cedes  et  transferes  par 
le  present  traite. 

XII. 

En  (ichange,  sa  Mte'  le  roy  de  Sardaigne  demeurera  fer- 
mement  et  inseparahlement  uni  et  attache  aux  interets  et  ä  la 
cause  des  allies,  non  seulement  pendant  que  la  guerre  durera 
en  Italie,  mais  jusqu'a  la  conclusion  de  la  paix  en  Allemagne 
et  de  la  paix  entre  la  Grande-Bretagne  et  l'Espagne,  et  c  est 
icy  la  condition  principale  et  sine  qua  non  des  cessions  ci-des- 
sus  a  luy  Aiites  par  les  articles  9  et  10,  lesquelles  cessions  ne 
recevront  leur  force  complete  et  irrevocable  que  de  son  entier 
accomplissement,  apres  lequel  les  pais  cedes  au  dit  roi  lui 
seront  censes  garantis  par  les  allies  ä  perpetuite  comme  ses 
autres  etats. 


1743  Sept-  13-  619 

xm. 

Et  aussitöt  que  T  Italic,  sera  delivree  d'ennemis  et  hors  de 
danger  apparent  d'  etre  envahie  derechef,  non  seulement  sa  Mtc 
la  reine  de  Hongrie  pourra  en  retirer  une  partie  de  ses  trouppes 
mais,  si  eile  le  demande,  sa  Mte  le  roi  de  Sardaigne  lui  fournira 
de  ses  propres  trouppes  pour  les  employer  h  la  sürete  des  etäts 
de  sa  Mte  la  reine  en  Lombardie,  ä  firi  qu'elle  puisse  se  servir 
d'  un  plus  grand  nombre  des  siennes  en  Allemagne ;  tout  comme 
ä  la  requisition  du  roy  de  Sardaigne  la  reine  de  Hongrie  feroit 
passer  de  ses  trouppes  dans  les  etäts  du  dit  roi,  s*il  le  falloit, 
pour  en  defendre  les  passages  qu'une  armde  ennemie  entre- 
prendroit  de  forcer,  et  pour  delivrer  d'ennemis  tous  les  etäts 
de  sa  Mte  le  roi  de  Sardaigne  et  les  mettre  hors  de  danger 
d'etre  envahis  derechef. 

XIV. 

En  aucun  cas  les  alliös  ne  feront  ni  paix  ni  treve  ni  ac- 
commodement  quelconque  avcc  Y  ennemi  commun  que  de  con- 
cert  et  avec  la  participation  et  conseil  les  uns  des  autres,  ni 
sans  la  garantie  des  puissances  qui  auroient  part  ä  la  pacifi- 
cation  pour  les  possessions  et  acquisitions  des  alliös  enoncöes 
dans  ce  traite.  Et  apres  la  paix  faite,  la  presente  alliance  sub- 
sistera  egalement  et  inalterablement  tant  pour  la  sürete  de  son 
execution  que  generalement  pour  la  sürete  mutuelle  et  con- 
stante  des  alliös. 

XV. 

Sa  Mte'  la  reine  de  Hongrie  et  de  Bohfeme  et  sa  Mte  le 
roi  de  Sardaigne,  en  reconnoissance  des  soins  genereux  de  sa 
Mte  britannique  pour  la  sürete  publique  et  pour  la  leur  et  celle 
de  ritalie  en  particulier,  non  seulement  confirment  aux  sujets 
britanniques  les  avantages  de  commerce  et  de  navigation  dont 
ils  jouissent  dans  leurs  etäts  respectifs,  mais  promettent  de  les 
assurer  encore  d'avantage,  et  autant  qu'il  pourra  etre  trouv^ 
raisonable  et  faisable,  par  un  traite  specifique  de  commerce  et 
de  navigation  d6s  que  sa  Mte'  britannique  les  en  requerra. 

XVI. 

Les  seigneurs  etäts  generaux  des  Provinces-Unies  se  trou- 
vant  dejä  dans  les  memes  engagemens  envers  la  serenissime 


620  »743  ^ept.  13. 

maison  d'Autriche  et  ayant  le  meme  interSt  que  sa  Mte  bri- 
tannique  k  tous  les  objets  du  present  traite,  les  allies  les  con- 
vieront  conjointement  d'entrer  dans  cette  alliance  comme  par- 
tie  principale  contractante. 

xvn. 

Les  autres  princes .  et  etäts  qui  ont  k  coeur  la  paix,  la 
libertc  et  la  sürete  de  TEurope,  de  rempire  et  de  T  Italic,  et 
qui  voudront  entrer  dans  la  presente  alliance,  y  seront  admis. 

xvm. 

Ce  traite  d' alliance  sera  ratificJ  par  tous  les  allies,  et  les 
ratifications  en  seront  cchangees  dans  Tespace  de  six  semaines 
ou  plütöt,  si  faire  se  pourra. 

En  foi  de  quoi  nous  plenipotentiaires  susnommes  avons 
signe  le  present  traite  de  nos  mains  et  T  avons  muni  des  sceaux 
et  cachets  de  nos  armes.  Fait  ä  Worms  ce  second/treisieme 
jour  de  Septembre,  mil  sept  cent  quarante  trois. 

L.  S.    J.  Wasner.         L.  S.    Carteret.  L.  S.    Ossorio. 


Premier  article  separe  et  secret. 

Sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  etant  en  negociation 
actuellc  avcc  la  republique  des  trois  ligues  Grises  pour  s'as- 
surer  de  leurs  passages  et  pour  prendre  a  sa  solde  un  corps 
de  leurs  troupes,  sa  dite  Mt^'  promet  de  donner  ses  soins  au 
promt  succes  de  cette  negociation  et  d'employer  en  ce  cas  le 
dit  Corps  de  troupes  la,  oü  il  pourra  etre  de  plus  grand  Service 
aux  allies;  et  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  promet 
d'apporter  en  meme  tems  de  son  cötc  les  facilites  necessaires 
au  succes  de  la  dite  negociation. 

Cet  article  separe  sera  tenu  secret  jusqu' apres  l'issue  de 
la  dite  negociation,  et  il  aura  la  meme  force  que  s'il  etoit  in- 
sere  möt  a  möt  dans  le  traite  d' alliance  signö  ce  jourd'huy 
et  sera  approuve  et  ratitie  de  meme,  et  les  ratifications  en  se- 
ront cchangees  en  meme  tems  que  celles  du  traite. 

En  foy  de  quoy  nous  plenipotentiaires  susnommes  avons 
signe  le  present  article  separe  et  secret  et  T  avons  munis  des 
sfeaux  et  cachets  de  nos  armes.   Fait  a  Worms  ce  second  trei- 


1743  Sept.   13.  621 

sieme  jour  de  Septembre,  Tan  de  grace  mil  sept  cent  qua- 
rante  trois. 

I..  S.    J.  Wasner.         L.  S.    Carteret.  L  S.    Ossorio. 


Second  article  separe  et  secret. 

Vü  r  extreme  danger  oü  Tltalie  se  trouve  exposöe  par 
les  joints  efforts  que  les  roys  d'  Espagne  et  de  Naples  ont  deja 
faits  et  sont  encore  disposes  ä  faire  en  violation  directe  de 
leurs  engagemens  les  plus  solemnels,  il  est  convenu  entre  sa 
Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  sa  M^e  le  roy  de  la 
Grande-Bretagne  et  sa  Mt^  le  roy  de  Sardaigne  que,  puisqu'il 
a  plü  h  dieu  de  benir  jusqu'h  present  d'un  heureux  succes 
leurs  armes,  principalement  destinces  ä  defendre  et  proteger  les 
pais  des  allies  en  Italie  dans  Tetät  oü  ils  sont  et  doivent  etre 
en  vertu  du  present  traite  d'alliance,  et  ä  repousser  Tinvasion 
actuellement  intentee  contre  eux  ou  qui  pourroit  l'etre  h  Ta- 
venir,  soit  par  les  rois  d*  Espagne  et  de  Naples  seuls,  soit  con- 
jointement  avec  quelqu'autre  puissance,  tant  que  la  maison  de 
Bourbon  conserveroit  un  pied  en  Italie,  leurs  dites  Mtes  feront 
tous  leurs  efforts  pour  se  procurer  et  ä  toute  T  Italie  une  seu- 
rctc  et  tranquilite  plus  solide,  plus  stable  et  permanente.  Et 
pour  cot  effet  en  meme  tems  que  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie 
aidce  des  forces  britanniques  et  des  autres  auxiliaires  qu'on  y 
pourra  engager  s'efforcera  ailleurs  de  reduire  k  de  plus  justes 
bornes  la  puissance  exorbitante  de  la  maison  de  Bourbon,  les 
allies  concerteront  ensemble  et  executeront  sans  delai  les  me- 
sures  les  plus  efficaces,  tant  pour  deloger  entierement  la  dite 
maison  des  royaumes  de  Naples  et  de  Sicile  et  des  autres  pais 
qu'elle  occupe  en  Italie,  que  pour  indemniser  autant  qu'il  sera 
possible  sa  Mte  la  reine  de  ce  qu'elle  a  etö  oblig(5e  de  ceder 
de  ses  pais  hereditaires  pour  Cv)nserver  et  defendre  les  autres 
contre  les  attaques  de  la  dite  maison,  comme  aussi  pour  de- 
livrer  les  etäls  du  roy  de  Sardaigne  qui  sont  actuellement  ou 
pourront  etre  occupes  par  les  ennemis,  et  les  mettre  ä  couvert 
d'une  nouvelle  invasion  mome  au  moyen  de  quelques  conqufi- 
tes  sur  la  France  de  ce  cötö  lä  qu'ils  doivent  ceder  au  susdit 
roy.  Cependant,  comme  sa  dite  Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de 
Boheme  ne  pretend  pas  s'acquerir  en  Italie  un  accroissement  de 


622  1743  Sept.  13. 

puissance  qui  puisse  donner  un  juste  sujet  d'inquietude  aux 
autres  princes  et  etäts  d' Italic,  eile  s'oblige  d6s  ä  present,  en 
cas  d'heiireux  succös  ulterieurs  des  armes  communes,  de  se  con- 
tenter pour  sa  part  du  royaume  de  Naples  et  stato  de  gli  pre- 
sidii  et  de  laisser  tout  le  royaume  de  Sicile  h  sa  Mte  le  roy 
de  Sardaigne,  tant  pour  le  didommagement  des  fraix  et  risques 
qu'il  aura  ä  supporter  en  concourant  aux  dits  recouvremens, 
que  pour  luy  assurer  une  addition  de  force  proportionne  k  celle 
que  sa  Mte  la  reine  acquerra  par  lä. 

Cet  article  separe  sera  tenu  secret  jusqu' apres  Texecution 
de  son  contenu,  et  il  aura  la  meme  force  que  s'il  6toit  insere 
möt  h  möt  dans  le  traitö  d'alliance  sign6  ce  jourd'huy,  et  sera 
approuv^  et  ratifie  de  mSme,  et  les  ratifications  en  seront  öchan- 
gees  en  mßme  töms  que  Celles  du  traitö. 

En  foy  de  quoy  nous  plenipotentiaires  susnommös  avons 
signe  le  present  article  separe  et  T  avons  munis  des  s^eaux  et 
cachets  de  nos  armes.  Fait  ä  Worms  ce  second/treisieme  jour 
de  Septembre,  Tan  de  grace  mil  sept  cent  quarante  trois. 

L.  S.    J.  Wasner.         L.  S.    Carteret.         L.  S.    Ossorio. 


Troisieme  article  separö  et  tres  secret. 

Comme  il  est  dit  dans  T  article  troisiöme  du  traite  signe 
aujourd'huy  que  sa  Mt^  le  roy  de  Sardaigne  pour  luy,  ses 
heritiers  et  successeurs  renonce  nommement  et  pour  toüjours, 
mais  uniquement  en  faveur  de  sa  Mte  la  reine  d*  Hongrie  et  de 
Boheme,  ses  heritiers  et  successeurs,  a  ses  droits  pretendus  sur 
Tetät  de  Milan  etc.,  Tintention  de  sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne 
est  que  cette  renonciation  n'aura  pas  lieu  au  cas  qu'une  fille 
de  la  maison  d'  Autriche  ä  qui  la  dite  succession  pourroit  venir 
h  c'cheoir  fut  mariec  a  un  prince  de  la  maison  de  Bourbon, 
conformcment  a  un  article  separe  et  tres  secret  des  traites  con- 
clus  en  173 1  et  1732  entre  feue  sa  Mte  Imple,  le  roy  de  la 
Grande-Bretagne  et  les  etats  generaux  des  Provinces-Unies  et 
dont  voici  la  teneur: 

Quamvis  articulo  secundo  tractatus  hodierna  die  cum  sacra 
O"  catholica  M^  conclusi,  sacra  regia  M***  Magnae-Britanniae 
et  celsi  ac  potentes  domini  Status  generales  uniti  Belgii  absque 


1743  Sept.  13.  623 

Ulla  omnino  restrictione  sese  obstrinxerint^  quod  eum  succe- 
dendi  ordinem,  qui  iuxta  sanctionem  pragmaticam  de  anno  17 13 
in  serenissima  domo  austriaca  obtinet,  contra  quoscunque  tueri, 
uti  aiunt  guarantigiare,  velint  ac  teneantur,  conventum  tarnen 
simul  inter  partes  eundem  tractatum  contrahentes  est,  quod 
altefata  regia  sua  M^^  Magnae-Britanniae  et  antememorati  do- 
mini  status  generales  uniti  Belgii  ad  praestandam  et  explendam 
hanc  guarantiam  toties  haud  teneantur,  quoties  illa  ex  serenis- 
simis  archiducibus  foeminis,  ad  quam  juxta  praefatum  succe- 
dendi  ordinem  omnia  regna  ac  provinciae  hereditariae ,  guas 
sua  Sacra  Q*  catholica  M*^*  actu  possidet,  devolventur,  nupta 
fuerit  principi  per  masculos  ex  domo  Borbonia  oriundo. 

Cet  article  separe  sera  tenu  secret  et  aura  la  meme  force 
que  s'il  etoit  insere  mot  h  mot  dans  le  traite  d*alliance  signe 
ce  jourd'huy  et  sera  approuve  et  ratifie  de  meme,  et  les  rati- 
fications  en  seront  echangöes  en  meme  tems  que  Celles  du  traite. 

En  foy  de  quoy  nous  plenipotentiaires  susnommes  avons 
signö  le  present  article  separö  et  trös  secret  et  1' avons  munis 
des  s^eaux  et  cachets  de  nos  armes.  Fait  ä  Worms  ce  se- 
cond/treisieme  jour  de  Septembre,  Tan  de  grace  mil  sept  cent 
quarante  trois. 

L.  S.    J.  Wasner.         L.  S.    Carteret         L.  S.    Ossorio. 


Acte  de  declaration  separöe.^ 

Comme  sa  Mie  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  a  garanti 
de  la  maniere  la  plus  solemnelle  non  seulement  toutes  les  pos- 
sessions  de  la  serenissime  maison  d' Antriebe,  mais  encore  T  or- 
dre de  succession  y  ötabli  en  vertu  de  la  sanction  pragmatique 
par  le  traitö  d'alliance  du  16  Mars  .1731  laquelle  garantie  a  6t6 
renouvellee  et  expliqiiöe  plus  amplement  par  Y  acte  d'  accession 
du  20  Fevrier  1732,  en  consequence  de  quoy  sa  Mt^  le  roy 
de  la  Grande-Bretagne  a  depuis  donne  de  puissans  secours  ä 
sa  Mte  la  reine;  et  quand  la  maison  d' Antriebe  se  trouva  atta- 
quee  de  tant  de  cötcs  qu'  eile  ötoit  dans  le  danger  le  plus  im- 
minent  d'etre  totalement  opprimöe  au  prejudice  de  la  liberte 
commune  de  tonte  TEurope,  sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bre- 


^)  Diese  Deklaration  wurde  nicht  ratifiziert;  vgl.  p,  61 J, 


624  »743  Sept.  13. 

tagne  a  moyennö  la  paix  entre  leurs  Mtes  la  reine  et  le  roy 
de  Prusse  qui  füt  heureusement  temiinde  par  un  traiti  dont  le 
roy  ^toit  mediateur  et  qui  füt  signe  ä  Breslau  et  duquel  traiti 
le  roy  a  donn^  sa  garantie  aux  deux  hautes  puissances  con- 
tractantes  ä  leur  requisition;  et  comme  cette  grande  affaire  a 
rencontrö  bien  des  obstacles  avant  que  d'avoir  etö  portee  ä 
sa  perfection,  vü  le  grand  sacrifice  que  la  reine  devoit  faire 
dans  cette  conjoncture  critique  pour  le  bien  de  tonte  V  Europe, 
le  roy  a  donne  des  assurances,  sans  pourtant  entrer  dans  aucun 
engagement  specifique,  de  luy  procurer  le  meilleur  d^dommage- 
ment  qu'il  seroit  possible  suivant  les  conjonctures  et  le  succös 
de  la  guerre,  et  sa  Mte  la  reine  ayant  aussi  fait  une  cession  d*  une 
partie  de  ses  etäts  en  Italie'en  faveur  de  sa  Mte  le  roy  de  Sardai- 
gne,  en  quoy  eile  a  uniquement  d6{er6  aux  salutaires  conseils  du 
röy  de  la  Grande-Bretagne,  comme  ötant  le  seul  moyen  qui  pouvoit 
dötruire  les  vues  ambitieuses  de  la  maison  de  Bourbon  en  Italic ; 
et  comme  par  le  trait  5  actuellement  signe  entre  la  reine,  le  roy  et 
le  roy  de  Sardaigne,  la  reine  et  le  roy  de  Sardaigne  se  sont  en- 
gagös  reciproquement  envers  le  roy  par  le  traite  qui  vient  d'etre 
signö,  que  ni  Tun  ni  Tautre  ne  feront  ni  paix  ni  treve  ni  ac- 
commodement  quelconque  avec  V  ennemi  commun  que  de  con- 
cert  et  avec  la  participation  et  conseils  les  uns  des  autres;  le 
roy,  pour  tranquiliser  sa  Mte  la  reine  sur  le  dödommagement, 
renouvelle  par  le  present  acte  tous  les  engagemens  susdits, 
promettant  en  foy  de  roy  d' assister  sa  Mte  la  reine  d'Hongrie 
et  de  Boheme  de  toutes  scs  forces  pour  luy  procurer  avec 
Tassistance  divine  tout  le  dedommagement  possible  et  seurete 
pour  Tavenir,  ainsi  que  de  ne  point  faire  ni  paix  ni  treve  ni 
accommodement  quelconque  avec  T  ennemi  commun  que  de 
concert  et  avec  la  participation  et  conseil  de  sa  Mte'  la  reine 
de  Hongrie  et  de  Boheme  et  de  sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne. 
Et  la  reine  renouvelle  de  sa  part  par  l'acte  present  tous  ses 
engagemens  avec  le  roy,  et  eile  promet  qu'elle  demeurera  fer- 
mement  et  inviolablement  attachee  aux  intercts  et  ä  la  cause, 
des  allies  non  seulement  pendant  que  la  guerre  durera  en  Italic 
et  en  Allemagne,  mais  jusqu'ä  la  conclusion  de  la  paix  entre 
la  Grande-Bretagne  et  TEspagne. 

Cet  acte  de  declaration  separöe  sera  ratifie,  et  les  ratifi- 
cations  en  seront  cchangces  dans  l'espace  de  six  semaines  ou 
plutöt,  si  faire  se  pourra. 


1743  Okt.  14.  625 

En  foy  de  quoy  nous  plenipotentiaires  susnomm^s  avons 
sign^  le  present  acte  de  declaration  separee  et  T  avons  munis 
des  S9eaux  et  cachets  de  nos  armes.  Fait  ä  Worms  ce  second/ 
treisieme  jour  de  Septembre,  Tan  de  grace  mil  sept  cent  qua- 
rante  trois. 

L.  S.    J.  Wasner.  L.  S.    Carteret. 


40« 

Konvention  iw/schen  Maria  Theresia  und  Georg  IL,  betreffend 
die  Entschädigung  der  erste ren  für  die  erlittenen  Verluste  und 
eine  ihr  von  England  \u  gewährende  dauernde  Subsidie  d,  d, 
Worms  174^  Okt.  JI14, 

Diese  Konvention  wurde  von  Georg  IL  nicht  ratifiziert,  daher  wurde  auch 
die  ausgefertigte  Rat,  Maria  Theresia's  nicht  übergeben. 

Das  Original  dieser  Konvention  findet  sich  im  St.-A, 

Zur  selben  Zeit,  da  Maria  Theresia  Georg  IL  und  dessen  Mi- 
nister Carteret  mitteilte,  dass^  sie  die  Ratifikation  des  ^u  Worms  am 
Iß.  September  geschlossenen  Vertrages  vollzogen  habe ,  Hess  sie  ihnen 
auch  ein  Schriftstück  vorlegen,  in  dem  sie  der  Hoffnung  Ausdruck 
verlieh,  dass  die  Versicherungen,  die  ihr  gelegentlich  des  Breslauer 
Friedens  gegeben  WQrden  waren,  „ihren  vollen  Effekt  erhalten  würden^ 
Nur  in  dieser  Erwartung  habe  sie  sich  ^u  den  grossen  Opfern  ent- 
schlossen, die  ihr  der  {u  Worms  unterzeichnete  Vertrag  auferlege.  Un- 
mögliches könne  aber  von  keinem  Menschen  gefordert  werden.  Sie  fühle 
daher  die  Verpflichtung,  {U  erklären^  dass  sie  völlig  ausser  Stande  sei, 
einige  Artikel  des  Wormser  Vertrages  \u  erfüllen,  wenn  ihr  nicht  die 
Zahlung  der  von  England  bisher  geleisteten  Subsidie  für  die  Dauer 
des  Krieges  ^ugesagt  werde.  Weigere  sich  Georg  IL  dieses  Verlangen 
{u  befriedigen,  dann  werde  sie  genötigt  sein,  einen  Teil  ihrer  Truppen, 
die  am  Rhein  und  in  Italien  Kriegsdienste  leisteten,  abzuberufen.  In 
diesem  Sinne  habe  sie  Wasner  beauftragt^  die  Auswechslung  der  Rati- 
fikationen des  Wormser  Vertrages  von  der  Zusage  Englands  bezüglich 
der  Subsidie  abhängig  ^u  machen.  In  demselben  Schriftstücke  er-- 
neuerte  sie  ihre  Bitte  betreffs  der  Deklaration  und  betonte  ihre 
Bereitwilligkeit  eine  Gegenerklärung  auszustellen,  Sie  fügte  hin^u,  sie 
wolle  sich,  falls  Georg  II,  Bedenken  tragen  sollte  die  Deklaration  in 
der  von  ihr  gewünschten  Form  auszustellen,  mit  einer  Versicherung  zu- 
frieden geben,  die  der  im  ß.  Artikel  des  Subsidienvertrages  von  IJ42 

österreichisch-englische  Staatsvertrfige.  Bd.  I.  4^ 


626  <743  ÖJtt.  14. 

gleiche.   Voraussetzung  dafür  sei  aber,  dass  eine  Erklärung  des  Inhaltes 
beigefügt  würde,  Grossbritannien  werde,  falls  der  König  von  Preussen  den 
Breslauer  Frieden  brechen  sollte,  das  Maria  Theresia  gegebene  Versprechen 
ebenso  erfüllen,  wie  es  dasselbe  Preussen  gegenüber  erfüllen  würde,  falls 
Maria  Theresia  den  Frieden    brechen  sollte,    was   aber  nicht  geschehen 
werde.    Die  österreichische  Herrscherin  schloss  ihre  Auseinander set^ing 
mit  den  Worten:  sie  würde  ihrer  Familie,  der  fundamentalen  Konstitution 
des  Reiches,  der  Ruhe  und  der  Sicherheit  gan^  Europa' s  ^  nahe  treten, 
wenn  sie  jemals  von   diesem  Ansprüche   lassen  würde   und  habe   daher 
Wasner  aufgetragen,    in  ihrem  Namen    und  auf  ihren   ausdrücklichen 
Befehl  ^n  erklären,    dass  sie  dies  nicht  tun  wolle,    vielmehr  die  ober- 
wähnten Ansprüche  immer  geltend  machen  werde,  man  einige  sich  über 
eine    Deklaration    oder    nichts)     Georg    IL   und  sein    Minister    Car- 
terct  waren  sehr  bestür^ty  als  sie  diese  Beteuerungen  Maria   Theresia' s 
vernahmen,    ^umal    Wasner   auf  das    bestimmteste   erklärte,    ohne    Zu- 
sicherung  der  Subsidie  für   die  Dauer    des  Krieges   die  Ratifikations- 
auswechslung  nicht  vornehmen  ^u  können,    Carter  et  erklärte,  eine  der- 
artige  Verpflichtung    ohne   Zustimmung   des    Parlamentes    nicht    über- 
nehmen ^u  können.     Allein  Wasner  blieb  standhaft  und  drohte  mit  der 
Abreise.     Zwei  Tage  dauerte  der  Kampf,  dann  gab  Carteret  nach ;  er 
erklärte  sich  bereit,  die    Vorschläge  Wasners  beim  Könige  ^u  vertreten, 
falls  sie  sich  als  durchführbar  erweisen  sollten. 

In  aller  Eile  stellte  Wasner  den  Entwurf  einer  Konvention  fertig. 
Georg  IL  sollte  sich  nach  derselben  {ur  Zahlung  einer  Subsidie  von 
mindestens  ßoo.ooo  Pfund  St.  für  die  Dauer  des  Krieges  und  :^ur 
Einhaltung  des  Maria  Theresia  im  Vertrage  vom  20.  Februar  1732 
und  gelegentlich  des  Breslaucr  Friedens  gegebenen  Versprechens  einer 
gerechten  Entschädigung  verpflichten  und  die  Garantie  jfw  Gunsten 
der  österreichischen  Herrscherin  im  Falle  eines  Friedensbruches  durch 
Friedrich  IL  erneuern;  Maria  Theresia  ihrerseits  sich  bereit  erklären, 
keinen  Frieden  oder  Waffenstillstand  einzugehen,  ohne  England- Han- 
nover, Russland  und  die  Vereinigten  Niederlande  in  denselben  ein^u- 
sch  Hessen.  Carteret  tu  achte,  als  Wasner  ihm  das  Schriftstück  übergab, 
neuerdings  Einwendungen,  entschloss  sich  aber,  da  der  österreichische 
Gesandte  von  seinem    Vorhaben  nicht  abstand  und  weitere  Änderungen 


')  Diese  Erklärung  —  ohne  Datum  — findet  sich  im  St-A. ;  die  Abfas- 
sungs\cit  ist  aus  dem  Inhiilte  leicht  auf  die  let{ten  Tage  des  Monates  September 
fest\uset\en. 


1743  Okt.  14.  627 

für  unsiaUhüß  erklärte,^)  dem  Könige  den  Entwurf  vorzulegen,  Georg  IL 
billigte  denselben  und  antwortete  auf  die  Frage  Carterets,  ob  er  unter- 
zeichnen dürfe,  er  möge  es  tun,  wenn  er  es  vor  dem  Parlamente  ver- 
antworten z^  können  glaube.  Daraufliin  erfolgte  am  14.  Okt.^  noch 
vor  Auswechslung  der  Ratifikationen  des  Vertrages  vom  ij.  September, 
die  Unterfertigung  dieser  Konvention  durch  Carteret  und  Wasner.  Dem 
Gesandten  Karl  Emanuels  wurde  auf  ausdrückliches  Begehren  Carter ets 
von  diesem    Vertrage  keine  Mitteilung  gemacht, ^^ 

Der  Wiener  Hof  war  über  das  Zugeständnis,  das  Georg  IL  ge- 
macht hatte,  sehr  erfreut,  und  säumte  nicht  die  Ratifikation  der  Kon- 
vention vom  14,  Okt.  nach  London  z}i  senden.  Als  aber  Wasner  die 
Auswechslung  derselben  beantragte,  fand  er  verlegene  Mienen  bei  Car- 
teret und  erfuhr  auf  eindringliches  Fragen,  dass  die  Mehrzahl  der 
Cabinettsmitglieder  auf  das  entschiedenste  gegen  die  Ratifikation  dieser 
Konvention  protestiert  und  dem  Könige  im  Falle  der  Genehmigung 
mit  ihrer  Entlassung  gedroht  hätten.^)  Vergebens  bemühte  sich  Wasner 
die  englischen  Minister  von  der  Lngerechtigkeit  ihrer  Vorgehens  ^m 
überzeugen,  vergebens  betonte  er  Georg  IL  gegenüber^  dass  es  doch 
nicht  angehe,  einen  Vertrag  nicht  anzuerkennen,  ^m  dessen  Unterzeich- 
nung der  König  die  Einwilligung  erteilt  habe.  Alles  was  er  erreichte 
war,  dass  ihm  Carteret  den  Entwurf  einer  Ratifikation  der  Konvention 


*)  Doch  gestand  Wasner  schliesslich  \u,  dass  unter  den  Mächten,  mit 
denen  Österreich  ohne  Englands  Einschluss  keinen  Vertrag  schliessen  wolle,  gan\ 
ausdrücklich  Spanien  angeführt  werde.  Vgl.  den  Bericht  Wasners  d.  d.  14.  Okt. 
174^.  St.-A. 

*)  Bericht  Wasners  d.  d.  14.  Okt.  174^. 

•)  Vgl.  die  Berichte  Wasners  d.  d.  6.,  i^,  und  17.  De\.  1743*  St.-A.  In- 
teressant sind  itisbesonJere  die  Mitteilungen  Carte rets  über  die  Intriguen,  die 
seitens  seiner  Gegner  gegen  ihn  gesponnen  wurden,  und  die  von  ihm  gemeldete 
Tatsache,  dass  Georg  IL,  der  sich  mit  seiner  Ehre  für  gebunden  hielt,  in  einem 
erregten  Gespräche  mit  dem  Her\oge  von  Newcastle  —  einem  der  Gegner  der  mit 
Österreich  geschlossenen  Konvention  —  dessen  angebotene  Demission  angenommen 
und  erst  auf  Zureden  Carterets,  der  in  diesem  Falle  eine  mächtige  Bewegung 
seiner  Gegner  fürchtete,  davon  abgestanden  sei.  Dem  Berichte  Wasners  vom 
ly.  De^.  174^  liegt  übrigens  ein  Verzeichnis  der  geheimen  Räte  bei,  die  für  und 
wider  die  Ratifikation  der  am  14.  Okt.  abgeschlossenen  Konvention  gestimmt 
hatten.  Im  R.  O.  (Treaty  Papers  11^)  findet  sich  ein  vom  27.  Nov.  datiertes  Gut- 
achten,  in  welcliem  die  Gegner  dieser  Konvention  König  Georg  IL  beschwören, 
dieselbe  nicht  ^u  ratifizieren,  sondern  den  Versuch  \u  machen,  mit  Maria  'The» 
resia  einen  Subsidienvertrag  für  das  Jahr  1744  \u  schliessen.  Vgl*  für  die  SteU 
lung  Carterets  und  seiner  Gegner  in  dieser  Zeit  insbes.  Ballantyne  /.  c.  277  ff. 
und  Coxe  W.  Memoirs  of  the  administration  of  H.  Pelham  76  ff. 

40' 


($a8  «743  Oku  14. 

vom  14,  Okt.  übergab,  in  dem  ausdrücklich  hervorgehoben  wurde,  dass 
England  diese  Konvention  nur  dann  ratifizieren  wolle,  falls  Österreich 
die   in   der  Ratifikationsurkunde    der   Engländer  verzeichneten    Ände- 
rungen  des  Vertragsinhaltes  anerkennen    würde ,^)    Diese  betrafen    aber 
alle  wesentlichen  Punkte ;  England  wollte  sich  lediglich  fiir  das  Jahr 
1744  ^u  einer  Subsidie  von  joo.ooo  P/und  St.  verpflichten  und  suchte 
auch    die   Bestimmungen   abzuschwächen^    welche  die   Schadloshaltimg 
Maria  Theresia's  und   die  Garantie   des  Breslauer  Friedens    betrafen, 
Wasner  weigerte  sich  aber  diese  beschränkte  Ratifikation  jfii  acceptieren 
und  ebenso   energisch    wies    Maria  Theresia   das   Begehren   Robinsons 
zurück,  der  gegen  Ende  des  Jahres  IJ4}  in  Wien  seinerseits  den  Ver^ 
such  wagte,  die  österreichische  Herrscherin  z^^f"  Annahme  der  englischen 
Ratifikationsurkunde  ^«  bewegen.^)  Diese  beauftragte  vielmehr  Wasner,  . 
sobald  als   möglich   eine  den  früheren    Verträgen  gleichlautende   Ab- 
machung  über    die   im   Jahre  1744    ^«   leistenden  Subsidien    mit   den 
englischen  Ministern    {u   treffen.     In   der  Tat   wurde  am  10.  Februar 
1744    ein    mit   den    Verträgen    vom   6.   Juli   1742    und   iß.   Februar 
1743  gleichlautendes  Dokument  ausgestellt,   durch   das  sich   England 


»)  Der  Entwurf  ist  datiert  i.  De{,  174J,  er  liegt  heim  Berichte  Wasner s 
d.  d.  77.  De\.  174^-  St'A.  Der  Inhalt  dieses  Entwurfes  ist  folgender :  Es  ist  eine 
Konvention  geschlossen  worden  ^Hschen  Georg  IL  und  Maria  Theresia,  die  folgen- 
den Inhalt  hat  Nach  Wiedergabe  desselben  fährt  Georg  IL  fort:  Wir  ratifizieren 
die  Konvention  „eo  tarnen  modo  et  forma  et  cum  mutationibus,  oniissionibus  et 
additamentis,  quae  sequunturJ'  Der  Anfang  stimmt  wörtlich  überein,  danti  aber 
heisst  es:  Der  König  von  England  s* engage  a  fournir  a  sa  M*^  la  reine  de Hon- 
gric  et  de  Boheme  un  subside  de  trois  cent  nulle  livres  Sterlings  pour  l*  annt^e 
mille  sept  cent  quarante  quatre  de  la  meme  maniere  que  sa  M**  britannique  a 
fourni  la  meme  somme  d'  argent  ä  sa  M^^  Li  reine  pour  V  amüe  mille  sept  cent 
quarante  trois  par  le  traue  signe  ä  Westminster  le  quin\ieme  jour  de  Fevrier 
iy^2l^y.  Sa  AV^  britannique  promet  de  meme  par  cette  Convention  d'executer 
fideliement  tous  les  engagemens  contractes  par  les  traites  precedens  et  nom- 
mement  ceux  qui  resultent  du  second  article  de  V  acte  d*  accession  du  20^  Fevrier 
iy}2.  Et  en  cas  que  contre  toute  attenie  le  roy  de  Prusse  vint  jamais  ä  rompre 
la  paix  de  Breslau,  le  roy  ne  remplira  pas  moins  fideliement  la  garantie  dont 
il  s' est  Charge  en  faveur  de  la  reine  qu' il  auroit  ä  remplir  u,  s.  w.  gan{  wie 
in  der  Konvention,  bis  auf  die  Schlussworte  dieses  Paragraphen,  die  hier  lauten, 
„ce  qui  est  egalement  contre  toute  attente/'  Sodann  folgt  die  österreichische  Ge- 
generklärung und  nach  dem  Schlüsse  derselben  die  Worte  „vigore  itaque  presen- 
tium  nos  suprascriptam  conventionem  ita  ut  supra  in  quibusdam  eiusdem  clau- 
sulis  immutatam  et  non  aliter  approbamus  et  ratam  habemus/' 

S^,  James  /.  De{,  174^. 

*)  Weisung  an  Wasner  d,  d,  ji,  De\,  174).  St'A, 


1743  O^^'  '4-  629 

{iir  Zahlung  einer  Stibsidic  von  joo.ooo  Pfund  SL  an  Österreich  für 
das  Jahr  1744  verpflichtete.^) 

Comme  les  revenüs  de  sa  Mte  la  reine  ne  suffisent  pas  ä 
beaucoup  pres  pour  entretenir  le  grand  nombre  de  trouppes 
qu'elle  a  sur  pied  et  qui  sont  si  utilement  employöes  ä  de- 
fendre  et  ä  soütenir  conjointement  avec  Celles  de  ses  fidels 
alliez  la  libertö  de  l'Europe,  et  sa  Mte  le  roy  de  la  Grande- 
Bretagne,  connoissant  combien  l'entretien  de  ces  trouppes  est 
indispensable  pour  le  salut  et  le  bien  de  la  cause  commune, 
sa  dite  Mte  britannique,  en  consequence  des  eflforts  genereux 
et  salutaires  qu'elle  a  deja  faits  pour  cet  efitöt,  s'engage  ä  foumir 
ä  sa  Mte'  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  tant  que  la  guerre 
et  le  besoin  durera,  un  subside  pour  le  moins  de  trois  cent 
mille  livres  Sterling  par  an,  de  la  mfime  maniere  qu'un  subside 
annuel  de  deux  cent  mille  livres  Sterling  a  etö  stipule  par  V  ar- 
ticle  8  du  traitö  de  Worms  en  faveur  de  sa  Mt^  le  roy  de  Sar- 
daigne.  Sa  Mte'  britannique  promet  de  mßme  par  cette  Con- 
vention d'executer  fidellement  touts  les  engagements  precedents 
et  nommement  ceux  qui  resultent  du  second  article  de  l'acte 
d'accession  du  20  Fevrier  1732  et  des  assurances  qui  ont  ete 
donnees  ä  sa  Mte'  la  reine  ä  Toccasion  de  la  paix  de  Breslau 
touchant  une  juste  satisfaction  pour  le  pass6  et  la  seuretö  pour 
r  avenir  et  qu'  enfin,  au  cas  que  contre  toute  attente  le  roy  de 
Prusse  vint  jamais  ä  rompre  la  dite  paix^  le  roy  ne  remplira 
pas  moins  fidellement  la  garantie  dont  il  s'  est  Charge  en  faveur 
de  la  reine  qu'il  auroit  ä  remplir  celle  dont  il  s'est  Charge  en 
faveur  du  roy  de  Prusse,  au  cas  que  cette  princesse  la  rom- 
proit  la  premiere  ce  qui  n'arrivera  jamais. 

En  öchange  sa  dite  Mte'  la  reine  de  Hongrie  et  de  Bohfeme 
confirme  aussi  de  son  cötö  touts  les  engagements  qu'elle  a 
contract^s  envers  sa  Mt^  britannique  et  nommement  celui  de 
ne  conclure  aucun  traite  de  paix,  de  trfive  ou  de  neutralit^,  ni 
teile  autre  Convention  ou  accord  que  ce  soit,  avec  TEspagne 
ou  telles  autres  puissances  qui  luy  fönt  actuellement  la  guerre 
ou  qui  pourroient  la  luy  faire  ä  1' avenir  ni  avec  aucune  d'i- 
celles,  Sans  y  comprendre  sa  Mt^  britannique,  tant  comme  roy 
que  comme  electeur,  et  pareillement  l'imperatrice  de  toutes  les 


»)  Vgl.  Nr.  42. 


630  1743  ^-  ^*  (Ende  des  Jahres.) 

Russies  et  les  etäts  generaux  des  Provinces-Unies ;  bien  en- 
tendu  que  les  dites  puissances  remplissent  fidellement  de 
leur  cötö  les  engagements  contractös  par  les  traitös  qui  subsi- 
stent  entre  elles  et  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme. 
Cette  Convention  sera  ratifiöe  et  les  ratifications  en  seront 
dchangöes  dans  Tespace  de  six  semaines  ou  plütöt  si  faire  se 
pourra. 

En  foy  de  quoy  nous  plenipotentiaires  susnommös  avons 
signe  la  presente  Convention  de  nos  mains  et  T  avons  muni  des 
sfeaux  et  cachets  de  nos  armes.  Fait  ä  Worms  ce  troisi^me/ 
quartorzi^me  d'Octobre  Tan  de  grace  1743. 

L.  S.    J.  Wasner.         L.  S.    Carteret. 


*1- 

Entwurf  eines  Handelsvertrages  ^wischen  England  und  Öster- 
reich s.  d.  (Ende  des  Jahres  174JJ 

Dieser  Entwurf  befindet  sich  im  R,  O, 

Zu  den  entscheidenden  Ursachen  der  Osterreich  feindlichen  Stirn- 
mungy  die  sich  im  dritten  De:{ennium  des  18,  Jahrhundertes  in  Eng- 
land bemerkbar  machte,  gehörte  der  Unwille  der  englichen  Kaufmanns- 
welt über  die  zahlreichen  Verordnungen,  durch  die  Karl  VL  der  Einfuhr 
von  englischen  Waren,  {umal  von  Tuchwaren,  j^u  steuern  suchte,  die  den 
österreichischen  Markt  überschwemmten  und  wegen  ihrer  Güte  bei  ver- 
hältnismässig niedrigen  Preisen  von  den  Bewohnern  der  Gesammt- 
monarchie  den  Erzeugnissen  des  Landes  vorgewogen  wurden.  Bedeute- 
ten doch  diese  Verfügungen  einen  schweren  Verlust  für  den  englischen 
Export  nach  den  Donauländern,  der,  seit  der  ^weiten  Hälfte  des 
ly,  Jahrhunderts  anwachsend,  in  den  letzten  Dezennien  dieses  und  in 
dem  ersten  des  18,  Jahrhunderts  —  /;/  den  Zeiten  des  gemeinsamen 
Kampfes  der*  beiden  Mächte  gegen  Ludwig  XIV.  —  eine  ansehnliche 
Höhe  erreicht  hatte.  Dass  diese  Steigerung  des  Absatzes  englischer 
Erzeugnisse  in  Österreich  in  erster  Linie  auf  Kosten  des  französi- 
schen Handels  geschah^  musste  den  Werf  dieser  Erfolge  noch  ver- 
mehren. Jede  Verordnung,  die  sich  gegen  die  Einfuhr  französischer 
Waren  nach  Österreich  richtete^  war  im  Inselreiche  mit  Jubel  begrüsst, 
und  wiederholt  war  in  diesen  Zeiten  der  Gedanke  erwogen  worden, 
diesen  Handelsbeziehungen    durch    den  Abschluss   eines   Vertrages    eine 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.)  63 1 

sichere  Unterlage  j^u  bieten.^)  AI/ein  alle  dahin  :{ielenden  Versuche 
waren  erfolglos  geblieben;  nicht  allein ,  weil  die  Not  der  Zeiten  und 
die  Rücksicht  auf  die  mitverbündeten  Niederländer  eine  Vereinbarung 
erschwerten,  sondern  auch,  weil  die  Eigennüt:^igkeit  der  englischen 
Kaufleute  sich  immer  wieder  geigte ,  so  oft  die  Vertreter  der  öster- 
reichischen Interessen  die  Frage  nach  den  Gegenleistungen  stellten, 
die  England  den  Untertanen  des  Kaisers  für  die  geforderte  weitere 
Begünstigung  des  englischen  Handels  gewähren  wolle.  Die  Erhöhung 
des  Aufschlages  auf  die  schlesische  Leinwand  —  des  weitaus  bedeu- 
tendsten Exportartikels  der  österreichischen  Industrie  nach  England  — 
die  im  Jahre  i6p8  erfolgte  und  deren  Abschaffung  allen  Bemühungen 
der  österreichischen  Regierung  j^um  Trotj^  nicht  erfolgt  war,  hatte  den 
heftigsten  Unwillen  der  durch  diese  Massregel  getroffenen  Kreise  erregt, 
und  die  Hoffnung  jener  Männer,  die  im  Sinne  eines  englisch-öster- 
reichischen Handelsvertrages  tätig  waren ,  als  eine  eitle  erscheinen 
lassen.^)  Dass  die  leitenden  österreichischen  Kreise  nicht  sofort  aus 
der  egoistischen  Haltung  der  Engländer  die  Konsequenzen  gebogen 
hatten,  dass  die  Begünstigung  des  englischen  Handels  in  den  beiden 
ersten  Dezennien  des  18.  Jahrh,  vielmehr  ihren  Fortgang  nahm,  hatte 
seinen  Grund  nicht  allein  in  den  politischen  Verhältnissen,  die  Öster- 
reich auf  England  als  auf  seinen  Bundesgenossen  und  Geldleiher  hinwie- 
sen, sondern  auch  in  der  langsamen  Eniwickelung  .der  neu  geschaffenen 
österreichischen  Grossindustrie,  Als  aber  im  Laufe  des  dritten  De- 
zenniums des  18.  Jahrh.  in  den  politischen  Beziehungen  der  beiden 
Staaten  eine  Entfremdung  eintrat,  die  mit  in  erster  Linie  durch  die 
Selbstsucht  hervorgerufen  wurde,  welche  die  Seemächte  bei  der  Ord- 
nung ihrer  Handelsbeziehungen  ^//  den  in  den  Besitz  Karls  VI,  über- 
gegangenen spanischen  Niederlanden  bewiesen,  während  -{//  gleicher  Zeit 
die  von  der  Regierung  nunmehr  reichlicher  unterstützte  österreichische 
Industrie  emporblühte,  entschloss  sich  Karl  VI,,  jene  englischen  Fa- 
brikate, für  die  er  eitlen  halbwegs  entsprechenden  Ersatz  in  den  im 
Lande  erzeugten  Waren  z^  bieten  in  der  Lage  war  —  m  erster  Linie 
Wollwaren  mittlerer  und  gröberer  Art  —  von  der  Einfuhr  gänzlich  aus- 


»)  Der  Verfasser  hofft,  in  Küt\e  eine  Arbeit  \u  publizieren,  welche  die 
Entwickelung  der  englisch-österreichischen  Handelsbeziehungen  dem  Leser  vor- 
führen soll.  Dort  soll  das  hier  angedeutete  eingehend  erörtert  und  quellenmässig 
belegt  werden, 

•)  Für  die  engliscJie  Handelspolitik  jener  Zeit  vgl.  W,  Cunningluitn  The 
growth  ofenglish  industry  and  commerce  in  modern  times;  Cambridge  i8p2  ;  und 
die  daselbst  p,  yo^ff,  verzeichnete  Literatur* 


6^3  1743  s*  ^-  (Ende  des  Jahres.) 

IHSchlicssen ;  die  übrigen  Fabrikate  und  Rohprodukte  aber,  die  England 
teils  direkt y  teils  aus  seinen  Colonien  nach  Osterreich  einführte^  mit 
wesentlich  höheren  Abgaben  ^«  belegen.  In  diesem  Sinne  sind  —  tnit 
dem  Jahre  17  ip  beginnend  —  eine  gan{e  Reihe  von  Verordnungen 
Verlautbart  worden^^)  die  den  englischen  Handel  nach  den  Donaulän- 
dern schwer  trafen,  den  Absatz  gewisser  Waren  gänzlich,  den  anderer 
^nm  Teile  unterband.  Und  diese  Schädigung  ihrer  Handelsinteressen 
wurde  von  den  Engländern  umso  bitterer  empfunden,  als  die  Wiener 
Regierung  kur{  vorher  —  im  Passarowit^er  Frieden  —  den  Türken 
weitgehende  Erleichterungen  für  den  Handel  in  Österreich  :^igestanden 
hatte, ^)  und  durch  den  im  Jahre  172$  mit  Spanien  geschlossenen  Han- 
dels- und  Schiffahrtsvertrag, ^)  sowie  durch  die  lätigkeit  der  Ostender 
Handelscompagnie ,  direkte  Vorstösse  gegen  das  Übergewicht  des  eng- 
lischen Handels  in  den  ausser  europäischen  Ländern  unternahm. 

Diese  Bemühungen  sind,  wie  wir  wissen,  schliesslich  erfolglos 
geblieben ;  die  Spanier  erwiesen  sich  als  unzuverlässige  Bundesgenossen; 
internationale  Konflikte  und  der  Wunsch  Karls  VI.,  die  Nachfolge  in 
seinem  Gesamtbesit^e  seiner  Tochter  ^u  sichern,  nötigten  die  Wiener 
Regierung  die  Freundschaft  der  Seemächte  mit  dem  schweren  Opfer 
der  Unterdrückung  der  ostendischen  Compagnie  ^u  erkaufen.  Dagegen 
blieben  auch  nach  dem  Abschlüsse  des  Freundschaftsvertrages  vom  Jahre 
ijßi  zahlreiche  englische  Waren  von  der  Einfuhr  nach  Österreich 
ausgeschlossen,  andere  mit  hohen  Abgaben  belegt.  Es  hat  an  Klagen 
der  durch  diese  Bestimmungen  besonders  hart  getroffenen  englischen 
Kaufleute  nicht  gefehlt.  Sie  forderten  vom  Parlamente,  dieses 
von  der  Regierung  energische  Massregeln  gegen  das  Vorgehen  des 
Wiener  Hofes.  Und  als  Karl  VI.  daraufhin  in  London  erklären  Hess, 
er  könne  die  Einfuhrverbote  und  Zollerhöhungen,  die  England  betrafen, 
im  Interesse  der  emporblühenden  österreichischen  Industrie  nicht  ab- 
schaffen, wurde  im  englischen  Parlamente  der  Plan  erörtert,  den  schle- 
sischen  Leinwandhandel  durch  Erhöhung  der  EingangSyöllc  und  Aufhebung 
der  bisher  zugestandenen  Begünstigungen  ^u  vernichten.  Zweifellos  hat 
auch  der  Groll  über  das  selbständige  handelspolitische  Vorgehen  des 
Kaisers,  der  den  Engländern    „das  Commercium    in  Neapolis  und  Si- 


*)  Viele  dieser  Patente  —  nicht  alle  —  sind  abgedruckt  im  Codex  au- 
striacus.  Stippl.  Pars  IL 

*)  Gemeint  ist  der  Artikel  III  des  Vertrages  vom  27.  Juli  1718 ;  derselbe 
ist  u.  a.  abgedruckt  im  Codex  austriacus.  Pars  III.  916  ff, 

3)  Vom  1.  Mai  172^;  für  die  Drucke  —  u.  a.  Dumout  l.  c,  VIIII2  u^  — 
Bittner  Nr.  7^2, 


1743  s*  ^*  (Ende  des  Jahres.)  633 

lilien  verdorben  hatte''  und  seine  eigenen  Besitzungen  den  englischen 
Waren  verschlosSy  mit  in  erster  Linie  die  englische  Regierung  be^ 
wogen,  dem  Kaiser  unter  nichtigen  Vorwänden  die  Hilfe  j{u  versagen, 
auf  die  bauend  sich  dieser  im  Jahre  lyßß  in  einen  weitausschauenden 
Krieg  mit  den  bourbonischen  Mächten  eingelassen  hatte.  Allein  all- 
mählig  begannen  die  massgebenden  Kreise  Englands  einzusehen,  dass 
das  französisch-spanische  Bündnis  nicht  allem  gegen  das  Haus  Habs- 
bürg,  sondern  auch  gegen  England  gerichtet  war,  dessen  immer  weiter 
sich  erstreckender  Handelsverkehr,  ;f«;;/a/  nach  den  südamerikanisch" 
spanischen  Colonien,  den  Franzosen  nicht  minder  als  den  Spaniern  ein 
Dorn  im  Auge  blieb.  Die  Niederlagen,  die  das  von  seinen  Bundes- 
genossen im  Stiche  gelassene  Österreich  erlitt,  wurden  auch  in  England 
bitter  empfunden,  und  je  näher  im  Laufe  der  Jahre  die  Gefahr  eines 
Konfliktes  mit  den  bourbonischen  Höfen,  speziell  mit  Spanien,  rückte, 
desto  wünschenswerter  schien  es  der  englischen  Regierung,  die  mit 
dem    Wiener  Hofe  bestehende  Spannung  -^//  beseitigen. 

IJire  Bemühungen  blieben  Anfangs  erfolglos.  Karl  VL  wies  die 
von  den  Seemächten  angebotene  Vermittelung  bei  der  Beilegung  der 
Österreich 'französischen  Konflikte  schroff  zj'^rück  und  z^^^^  ^"^* 
sonst  geringe  Neigung,  mit  den  Engländern  in  freundschaftlichere  Be^ 
Ziehungen  z^^  treten.  Allein  der  unglückliche  Verlauf  des  Krieges,  in 
den  er  seit  dem  J.  iy}6  mit  den  Türken  verwickelt  war,  bot  Georg  IL 
den  erwünschten  Anlass,  sich  Österreich  {«  nähern,  und  die  Gemein- 
samkeit ihrer  Interessen  in  der  jülich-bergischen  Sttccessionsfrage  führte 
im  Laufe  des  Jahres  iJßS  -{«  intimeren  Beziehungen  der  beiden  Re- 
gierungen, die  Thomas  Robinson,  Englands  geschickter  Vertreter  am 
Kaiserhofe,  auch  im  Interesse  der  englischen  Industrie  z^i  verwerten 
dachte.  Im  Juni  17^8  —  Robinson  verhandelte  mit  dem  Freiherrn 
von  Bartenstein  über  die  von  England  geplante  Vermittelung  zwischen 
Österreich  und  der  Türkei  —  machte  der  Vertreter  Georgs  IL  darauf 
aufmerksam,  dass  der  mit  den  Türken  bestehende  Konflikt  dem  Kaiser 
Karl  VL  die  erwünschte  Gelegenheit  biete,  die  handelspolitischen  Be- 
günstigungen, die  er  den  Osmanen  im  Passarowitzer  Frieden,  sehr 
zum  Verdrusse  der  Engländer,  gewährt,  aufzuheben  und  sich  damit  die 
letzteren  ^«  Dank  :[«  verpflichten.  Bartenstein  griff  den  Gedanken 
Robinsons  auf  und  Hess  im  weiteren  Verlaufe  des  Gespräches  das  Wort 
fallen,  Österreich  und  England  sollten  sich  überhaupt  auf  dem  Fusse 
des  „vivre  et  laisser  vivre^^  handelspolitisch  vergleichen.  Man  einigte 
sich  dahin,  den  Grafen  Philipp  Kinsky,  der  in  allen  diesen  Angelegen- 
heiten das  ausschlaggebende  Wort  >jm  sprechen  hatte,  um  seine  Mitarbeit 


634-  '743  s*  ^*  (Elnde  des  Jahres.) 

ani^gehen.  ^)  Unterdessen  berichtete  Robinson  seiner  Regierung  von  seinen 
Bemühungen ;  betonte^  wie  vorteilhaft  ein  Handelsvertrag  mit  Österreich 
auf  Grundlage  eines  wechselseitigen,  ausschliesslichen  Handels  mit  ge- 
wissen   Waren  — für  England  in  erster  Linie  mit  Tucltwaren  —  den 
Engländern  sein   müsste  und  bat   um  Ermächtigung  ^u  weiteren    Ver- 
handlungen. Dieselbe  erfolgte  alsbald.^)  Bereits  im  Aug.  iJjS  konnten 
die  Beratungen  beginnen.     Graj  Kinsky,  wohl  einer  der  besten  Kenner 
der   österreichischen   Industrie,    unterliess   nicht  hervor:{uheben ,    dass 
Österreich  —  weniger   im  Hinblicke    auf  die   seit  Imigem   bestehende 
Linker  Fabrik,   als   auf  die   neuen   Unternehmungen   in   Böhmen   und 
Mähren   —   lediglich  den  feinen  englischen   Tuchwaren   die  Einfuhr  in 
Osterreich  erleichtern  könnte ;  sprach  von  der  ^  befürchtenden  Oppo- 
sition der  Generalstaaten y   und  wies   auf  die  Notwendigkeit  hin,   auch 
Österreichs   Export    nach    England   ^/    erleichtern.      Die    Engländer 
widerum  legten   das   Hauptgewicht  auf  die   Aufhebung    der   Einfuhr- 
verbote, auf  die  Herabset^^jung   der  Zölle  und  auf  die  Beseitigung  der 
^zahlreichen  Landes-,  Stadt-  und  Privatmauten,  die  dem  Verkaufe  frem- 
der Waren  hindernd  im  Wege  standen.^)  Dass  j(u  eben  dieser  Zeit  im 
englischen   Parlamente   von    neuem   die   Aufhebung  des   „DrawbacV^^ 
für   die   schlesische   Leinwand  erörtert  wurde,   sollte   vermutlich   da:{u 
dienen^  den  Forderungen  der  englischen  Regierung  in  Wien  mehr  Nach- 
druck ^u  verleihen,  und  hatte  in  der  Tat  den  Erfolg,    dass  Karl  VL, 
der  in  London  gegen  das   Vorgehen  des  Parlamentes  protestierte^)  und 
persönlich   auf  Robinson    Einßuss   \u   nehmen   suchte,^)   die  Aufnahme 
der   Verhandlungen  ^u  Gunsten  eines  österreichisch-englischen  Handels- 
vertrages beschleunigte. 

Allein  es  geigte  sich  alsbald,  dass  der  Vcnvirklichung  des  Planes 
ungeheure  Schwierigkeiten  im  Wege  standen,  die  umso  schwerer  aus 
dem  Wege  ^w  räumen  waren,  als  Robinson  selbst  j^ugeben  musstc, 
dijss  ihm    die  Kenntnisse  mangelten,    um  die  Einwände   seiner  Gegner 


*)  Vgl'  das  Schreiben  Robinsons  an  Harrington  d,  J.  4.  Juni  st  n,  17^8. 
R,  O. 

2)  Weisung  an  Robinson  ä.  d,  ij.  Juni  st.  v.  17^8,  R,  O. 

^)  Vgl,  Robinsons  Berichte  vom  q-j,  u,  27.  August,  10,  w.  17.  September 
I7j8.  R.  O. 

*)  Die  englische  Regierung  hatte  die  bei  Einfuhr  der  schlesischen  Lein^ 
wand  erlegten  Abgaben  für  die  in  England  nicht  verkauften  Waren  bei  deren 
Ausfuhr  aus  England  \um  grüsstcn  Teile  {urückerstattet. 

^)  VgU  die  Berichte  Wasners  aus  dieser  Zeit.  St-A. 

•)  Robinson  an  Harrington  ^,  Jan,  J7jg.  /?.  O. 


1743  s*  ^'  (Ende  des  Jahres.)  635 

{ti  widerlegen,^)  Es  tnuss  daher  als  ein  Zeichen  der  ehrlichen  Absicht 
Georgs  IL  angesehen  werden,  ^u  einem  positiven  Resultate  mit  Karl  VI. 
^u  gelangen,  dass  er  sich  auf  die  Aufforderung  der  Wiener  Re- 
gierung hin  entschloss,  den  auf  handelspolitischem  Gebiete  erprobten 
James  Porter  nach  Wien  ^u  senden.^)  Mitte  Juni  1739  traf  dieser 
in  der  Kaiser  Stadt  ein.  Die  ersten  Unterredungen  verliefen  nicht  un^ 
günstig.  Porter  bekam  den  Eindruck,  dass  ein  den  Engländern  vor- 
teilhafter Handelsvertrag  ^u  Stande  kommen  werde.  Insbesondere  die 
Geneigtheit  der  Österreicher,  den  Engländern  die  ausschliessliche  Ein- 
fuhr bestimmter  Waren  über  Triest  ^w  gestatten,  schien  ihm  vielver- 
sprechend.^) Freilich  ergaben  sich  auch  jet^t  Differenzen,  als  man  ins 
einzelne  gieng.  Die  kaiserlichen  Minister  hielten  daran  fest,  dass  ledig- 
lich die  feineren  englischen  Tuchwaren  nach  Österreich  eingeführt  wer- 
den sollten,  den  mittleren  und  gröberen  aber  im  Interesse  der  heimi^ 
sehen  Industrie  die  Einfuhr  untersagt  bleiben  müsse.  Vergebens  wies 
Porter  darauf  hin,  dass  gerade  der  Absatj(  dieser  Tuchgattungen  den 
Engländern  am  Herren  liege,  vergebens  berief  er  sich  auf  die  öster- 
reichischen Kaufleute,  die  —  wie  er  behauptete  —  dem  Importe  aller 
Tuchwaren  das  Wort  sprachen.  Kinsky  erwiderte  mit  Recht,  das  Vorgehen 
der  Kaufleute  entspringe  egoistischen  Motiven;  Aufgabe  der  Regierung 
aber  sei,  das  allgemeine  Wohl  im  Auge  {u  behalten,  das  dringend  die 
Förderung  der  heimischen  Industrie  fordere.  Und  wenn  auch  die  öster- 
reichischen Unterhändler  ihre  Geneigtheit  aussprachen,  den  Engländern 
bei  der  Einfuhr  von  Zucker,  Kaffee,  Thee,  Pfeffer,  Reis,  gedörrten 
Fischen,  Gold-  und  Silberwaren,  Hüten,  Strümpfen  u.  a.  m.  besondere 
Begünstigungen  ^u  gewähren,  so  geigte  sich  auch  hier,  sobald  man  an 
die  Feststellung  der  Tarife  schritt,  wie  weit  die  Kluft  war,  die  fi- 
schen den  Forderungen  Porters  und  den  Zugeständnissen  der  Öster- 
reicher lag.  Dasselbe  Verhältnis  trat  auch  {u  Tage,  als  die  Vertreter 
Karls  VI  die  Forderungen  pr anvisierten,  die  sie  an  die  englische  Re- 
gierung ^u  stellen  beauftragt  waren.  Wohl  erklärte  Porter,  er  ^weifte 
nicht,  dass  die  Engländer  sich  geneigt  {eigen  würden,  den  Österreichern 
bedeutende  Konj^essionen  ^u  machen,  dass  sie  die  Einfuhr  von  Leinwand, 
Kupfer,  Quecksilber,  Glas,  Sal^,  Wachs,  Olivenöl,  Wein,  Hol\  u.  a,  m. 
erleichtern  würden;  allein  er  nahm  diesen  Versprechungen  sogleich 
ihren    hauptsächlichen    Wert,   indem  er   hervorhob,    dass   im  Hinblicke 


»)  Vgl.  Robinsons  Berichte  vom  14.,  17,  u.  28.  Jan.  17^9.  R.  O. 

*)  Vgl,  die  Weisungen  an  Robinson  d,  d.  6,  April  u.  8,  Mai  17^9»  R»  O. 

«)  Bericht  Porters  d.  d.  17.  Juni  17^^,  R.  O. 


636  >743  s*  ^  (Ende  des  Jahres.) 

auf  die  Stimmung  des  englischen  Parlamentes  an  eine  weitere  Herab- 
setnimg  des  Einfuhriolles  auf  Leinwand  nicht  {U  denken  sei,  die 
Schwierigkeit  betonte,  die  vom  Parlamente  dringend  geforderte  Auf- 
hebung des  bislang  gewährten  yyDrawbacV^  hintanjfiihalten  und  auf  die 
Hindernisse  hinwies,  die  der  vollen  Befriedigung  der  Wiinsche  Öster- 
reichs in  allen  anderen  Punkten  im    Wege  standen,^) 

Die  Mitteilungen  Porters  wurden  in  London  mit  grossem  In- 
teresse aufgenommen,  seine  Vorschläge  ^um  Gegenstande  eifigehender 
Beratungen  gemacht.^)  Mitte  November  I7ß9  ergieng  an  ihn  und  Ro- 
binson die  Weisung,  die  Verhandlungen  fortzusetzen,  dieselben  aber  so 
ZU  fiihren,  dass  den  Engländern  nicht  das  ausschliessliche  Privileg  ßir 
den  Handel  mit  gewissen  Waren  über  Triest  gewährt,  sondern  ihnen 
nur  grössere  Konzessionen  gemacht  werden  sollten,  wie  den  anderen 
Nationen,  Ausdrücklich  wurde  von  den  massgebenden  Kreisen  als  Grund 
für  dieses  auf  den  ersten  Blick  unverständliche  Vorgehen  die  Furcht 
vor  der  Eifersucht  Hollands  und  anderer  Nationen  bezeichnet  und  der 
Hoffnung  Ausdruck  verliehen,  durch  niedrigere  Einfuhrzölle  flir  die 
englischen  Waren  auf  friedlichem  Wege  gleichwertige  Vorteile  z^*  ^^ 
zielen.  Um  so  entschiedener  aber  forderte  die  englische  Regierung  die 
Außiebung  der  Einfuhrverbote  für  die  mittleren  und  gröberen,  die  Her- 
absetzung der  Zölle  für  alle  Tuchwaren  und  die  Erlaubnis  der  Einfuhr 
allen  englischen  Tuches,  nicht  nur  über  Triest,  sondern  auf  jedem 
Wege.  Auch  wurden  den  Vertretern  Englands  genaue  Vorschriften 
erteilt,  welche  Erleichterungen  sie  für  die  Einfuhr  bestimmter  eng- 
lischer Waren  nach  Österreich  fordern,  und  welche  Zugeständnisse 
sie  für  die  Einfuhr  bestimmter  österreichischer  Artikel  nach  England 
gewähren  wollten.^)  Die  ersteren  waren  sehr  hohe,  die  letzteren  sehr 
geringe.  Die  Herabsetzung  der  Zölle  auf  schlesische  Leinwand  wurde 
direkt  abgelehnt,  jene  auf  ungarische  Weine,  Eisenwaren  u.  a.  m.  nicht 
in  dem  Ausmasse  bewilligt,  wie  die  Österreicher  gefordert  hatten,  da- 
gegen  nicht  nur  grosse  Erleichterungen  für  die  Einfuhr  von  Tuch-  und 
Seidenwaren,  sondern  auch  eine  wesentliche  Herabminderung  der  Ab- 
gaben für  >{j///r^?/V://^  Artikel  und  besondere  Begünstigungen  für  die 
Einfuhr  des  Zuckers  gefordert.  Die  österreichischen  Unterhändler 
zeigten  sich  entrüstet,  als  sie  von  den  Erklärungen  der  englischen  Re- 
gierung  Kunde   erhielten.      Es   kam    bei  den    Verhandlungen,    die    im 


V)   Vgl  die  Berichte  Porters  vom  JttU~Okt.  1739.  R.  O. 

*)  Zahlreiche  Akten  darüber  im  R.  O. 

^)  Weisung  an  Robinson  und  Porter  d.  d.  16.  Nov.  lyjp-  R.  O, 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.)  5^rt 

IVinffr  des  Jahres  lyjpj^o  am  Wiener  Hofe  geführt  wurden,  {u  hef- 
tigen DehattenS)  Die  Vertreter  Karls  VI,  hielten  daran  fest,  dass  man 
von  ihnen  nicht  Zugeständnisse  Jordern  dürfe^  die  den  Ruin  ihres 
Landes  herbeiführen  müssten,  und  Hessen  immer  deutlicher  merken,  dass 
sie  eine  Begünstigung  der  schlesischen  Leinwand  gegenüber  der  aller 
übrigen  deutschen  wie  ausser  deutschen  Staaten  wünschten,  während 
Porter  wie  Robinson  nicht  müde  wurden,  ^u  betonen,  dass  es  in  dem 
Belieben  Englands  liege,  den  schlesischen  Leinwandhandel  durch  eine 
einseitige  Herabsetj^ung  der  Zölle  auf  die  niederländische  Lein- 
wand ^u  ruinieren.  Trot^  alledem  wurden  die  Verhandlungen  nicht 
abgebrochen ,  vielmehr  die  Fragen,  über  die  vorerst  -{«  einer  Einigung 
lu  gelangen  unmöglich  schien,  ausgeschieden  und  der  Versuch  unter- 
nommen, bezüglich  der  übrigen  in's  Reine  ^u  kommen.  Ende  Mär:{ 
1740  verfasste  Porter  über  Aufforderung  der  Österreicher  eine  Sehr  iß, 
welche  die  Forderungen  und  die  Zugeständnisse  der  Engländer  enthielt 
und  als  Grundlage  für  die  weiteren  Verhandlungen  angesehen  werden 
sollte.^)  Im  Frühjahre  und  Sommer  1740  fantten  solche  statt ;  sie  fiihr- 
ten  in  manchen  Punkten  s{ti  einer  Annäherung.^)  Anfang  Oktober  1740 
berichteten  Porter  und  Robinson  ihrer  Regierung,  man  habe  sich  in  den 
meisten  Punkten  geeinigt;  nur  die  Festsetzung  der  Erleichterungen  für 
die  Einfuhr  der  englischen  Tuchwaren  nach  Österreich  und  der  schlesi- 
schen Leinwand  nach  England  bereite  Schwierigkeiten ;  aber  auch  diese 
hoffe  man  ^u  überwinden.^) 

Da  starb  Karl  VI  An  die  Fortseti^ung  der  Verhandlungen  über 
den  Handelsvertrag  war  vorerst  nicht  ^u  denken.  Nicht  allein,  weil 
es  für  die  junge  Erbin  und  deren  Minister  wichtigeres  :(ii  tun  gab, 
sondern  auch  deshalb,  weil  es  den  Engländern  nicht  rätlich  scheinen 
konnte,  mit  Maria  Theresia  einen  Handelsvertrag  :^i  schliessen,  bevor 
num  sicher  war,  ob  sie  sich  in  dem  Besitze  der  österreichischen  Ge- 
samtmonarchie behaupten  werde.  Erst  im  Spätsommer  1742  konnte 
Porter  an  die  Wiederaufnahme  der  Verhandlungen  schreiten.  Die  Si- 
tuation hatte  sich  aber  unterdess  wesentlich  geändert.  Mit  dem  Ver- 
luste des  grössten  Teiles  Schlesiens  war  der  Hauptgrund,  der  die  Wiener 


0  ^g^'  die  Berichte  Robinsons  und  Porters  vom  Dezember  I7ßp  und  Jan. 
J740.  R.  O. 

*)  Vgl.  den  eingehenden  Bericht  Porters  d.  d.  ^i.  Mär\  st.  n.  1740.  R.  O.; 
er  übersandte  damals  auch  das  Projekt. 

■)  Vgl.  insbesondere  die  Berichte  Porters  d.  d.  2p.  April  und  i.  Juni 
1740.  R.  O. 

*)  Vgl,  Porters  Bericht  d.  d.  Ä  Okt  1740.  R.  O. 


638  1743  s*  ^*  (Ende  des  Jahres,) 

Regierung  veranlasst  hatte,  den  Engländern  so  wesentliche  Konzessionen 
;[«  machen  —  die  Rücksicht  auf  den  schlesischen  LeinwandhaniM  — 
weggefallen,  Wohl  wünschte  man  noch  immer  für  die  in  Österreich 
eriengte  Leinwand  —  man  hoffte  ja  auf  den  Wiedergewinn  Schlesiens 
und  dachte  die  Leinenindustrie  in  Böhmen  und  Mähren  ^u  fördern  — 
Erleichterungen  bei  der  Ausfuhr  nach  England  und  man  unterschätzte 
auch  nicht  den  Wert  der  in  Aussicht  gestellten  Ermässigung  der  Zölle, 
die  bisher  von  anderen  Waren,  die  Österreich  nach  dem  Inselreiche 
exportierte,  gefordert  worden  war.  Allein  so  wertvoll  wie  ^^r  Zeit 
Karls  VL  konnte  den  Österreichern  das  mit  England  geplante  Handels- 
bündnis nicht  erscheinen.  Wenn  sie  trotzdem  auf  die  Aufforderung 
der  englischen  Regierung  hin  nicht  nur  die  Verhandlungen  von  neuem 
aufnahmen,  sondern  im  Verlaufe  derselben  Geneigtheit  ^eigten^  weitere 
Zollermässigungen  ^u  Gunsten  Englands  lu^ugestehen ,  so  geschah 
dies  zweifelsohne  im  Hinblicke  auf  die  allgemeine  politische  Lage, 
die  es  ihnen  dringend  geboten  erscheinen  lassen  musste,  die  etiglische 
Kaufmann swelt  ^  deren  ausschlaggebenden  Einfluss  auf  die  politi- 
schen Entscheidungen  sie  kannten,  und  deren  finanzielle  Hilfe  in 
Form  von  Anlehen  sie  immer  wieder  in  Anspruch  nahmen,  günstig  -{« 
stimmen.  In  immer  erneuerten  Konferenzen,  die  vom  Herbste  IJ42 
bis  zum  Frühjahre  des  Jahres  1743  dauerten,^)  wurde  über  jede  ein- 
zelne Tarif post  gefeilscht,  und  immer  wieder  forderten  und  erhielten 
die  Engländer  neue  Zugeständnisse.  Porter  berechnete,  dass  bei  den 
nunmehr  von  Österreich  z^^g^^l^^denen  Zollsätzen  die  Engländer  mit 
den  Kaufleuten  von  Leiden,  Lüttich,  Verviers  beim  Verkaufe  der  feinen, 
mit  den  österreichischen  beim  Verkaufe  der  mittleren  und  gröberen 
Tuchsorten  würden  konkurrieren  können.^)  Auch  für  den  Absatz  von 
Zucker,  Reis,  Kaffee,  TJiee  gelang  es  den  englischen  Unterhändlern 
wesentliche  Herabmindernngcn  der  Zollsätze  durchzusetzen,  deren  Wert 
sie  in  erster  Linie  in  der  Möglichkeit  einer  siegreichen  Konkurrenz 
der  englischen  Colonien  den  französischen  gegenüber  erblickten.  In 
ihren  Zugeständnissen  an  die  Österreicher  waren  dagegen  die  Vertreter 
Georgs  IL  sehr  ^wr/V^^//a//^«^.      Von    einer  Ausnahmsstellung  für  die 


')  Vgl.  die  Konferen\protokolle  im  Archive  des  Ministeriums  des  Innern 
und  die  Berichte  Porters  im  R.  O. 

*)  Vgl.  den  Bericht  Porters  d.  d.  y.  Jan.  174^.  R.  O. ;  diesem  Berichte 
liegt  auch  die  Antwort  der  österreichischen  Regierung  auf  den  ihr  im  August 
1742  von  Porter  vorgelegten  Entwurf,  sowie  „retnarks^^  Porters  bei,  in  denen 
dieser  die  Vorteile  des  geplanten  Handelsvertrages  mit  Österreich  an  der  Hand 
von  Ziffern  eingehend  erörtert. 


1743  s.  d  (Ende  des  Jahres.)  r^^^ 

österreichische  Leinwand  wollten  sie  nichts  wissen  y  den  ungarischen 
Weinen  die  von  Osterreich  geforderte  Gleichstellung  mit  den  portu^ 
giesischen  —  die  den  niedrigsten  Zoll  in  England  {U  fahlen  hatten  — 
nicht  zugestehen.  Und  wenn  sie  sich  auch  geneigt  geigten,  dem  höh-- 
mischen  Glas,  dem  innerösterreichischen  Eisen,  dem  ungarischen  Kupfer, 
dem  idrianischen  Quecksilber  und  anderen  Waren  den  Export  nach 
England  ^u  erleichtern,  so  hinderte  sie  doch  ihre  weitgehende  Rück- 
sichtnahme  auf  die  besonderen  Interessen  nicht  nur  der  Engländer, 
sondern  auch  jener  Nationen,  mit  denen  sie  in  Handelsbes^iehungen 
standen,  den  Österreichern  Zugeständnisse  ^u  machen,  die  diesen  als 
Aequivalent  für  die  von  ihnen  geforderten  hätten  erscheinen  können. 

Immerhin  war  man  im  Februar  I74ß  so  weit,  dass  man  bereits 
an  die  Erörterung  von  Fragen  schritt,  die  sich  auf  die  Dauer  des 
Vertrages  und  auf  die  Sicherheit  der  Person  und  des  Besitzes  -jener 
Kaußeute  belogen,  die  sich  nach  Abschluss  des  Handelsbündnisses  im 
Lande  des  Vertragsgegners  niederlassen  sollten,^)  Man  darf  es  wohl 
als  einen  Beweis  dafür  ansehen,  dass  die  englischen  Unterhändler  den 
Wert  der  geplanten  Abmachungen  höher  einschalteten  als  die  österrei- 
chischen, dass  jene  den  Vertrag  auf  unbegrenzte  Zeit,  diese  aber  nur 
auf  2^ — }o  Jahre  schliessen  wollten,  „da  man  nicht  wisse,  ob  der- 
selbe sich  als  vorteilhaft  erweisen  werde^^,  Porter  hatte  unterdess  aus- 
führlich über  den  Stand  der  Dinge  nach  London  berichtet,  die  Situation 
als  eine  den  englischen  Interessen  äusserst  günstige  bezeichnet  und  an 
einer  Fülle  von  Beispielen  an  der  Hand  von  Ziffern  bewiesen,  dass 
der  Abschluss  des  Vertrages  unter  den  vorgeschlagenen  Bedingungen 
für  England  überaus  vorteilhaft  wäre.  Der  englische  Handel  nach 
den  Donaustaaten  würde  wesentlich  gesteigert,  den  englischen  Colonien 
neue  Absatzgebiete  eröffnet,  der  englischen  Schiffahrt  neue  Bahnen  ge- 
wiesen werden'^)  Das  englische  Handelsamt,  das  Porters  Bericht  einer 
eingehenden  Prüfung  unterzog,  kam  -{w  ähnlichen  Resultaten.  Wohl 
wurden  neue  Wünsche  und  die  Ansicht  geäussert,  man  müsse  bei  der 
Gewährung  von  Konzessionen  an  Österreich  auf  die  mit  anderen  Mäch- 
ten, z^if^ial  tnit  Spanien,  Portugal  und  den  Niederlanden  bestehenden  Han- 
delsverträge Rücksicht  nehmen;  aber  schliesslich  wurde  der  Meinung 
Ausdruck  verliehen,  dass  der  Abschluss  unter  den  von  Porter  vorgeschla- 
genen Bedingungen  wünschenswert  und  z^  beschleunigen  sei,  damit  man 


>)  Vgl.   die  Konferen{protokolle  vom  Februar  174^   im  Archive  des  Min. 
des  Innern  in  Wien. 

«)  Vgl.  den  Bericht  Porters  d.  d.  ^.  Jan.  174^.  R.  O. 


640  '743  ^  ^*  (^^^  <les  Jahres.) 

{um   im  hiovember  1743  s^isammentretenden    Parlamettie  das   ausgear- 
beitete Projekt  ^itr  Gutheissung  vorlegen  könnet)  Die  englischen  Unter- 
händler begannen,  sobald  die   Weisung  ihrer  Regierung  in  ihre  Hände 
gelangt  war,  die  Verhandlungen.  Am  2/.  Juli  1743  übergaben  sie  den 
Österreichern   ein  Memoire,    das  die  Forderungen   und  Zugeständnisse 
der  englischen  Regierung  enthielte)  Unter  den  erster en  finden  wir  als 
besonders   dringend,    nebst  einer  weiteren   Herabset^mg  der  Zollsätze 
auf  die  gröberen  Tuchwaren  und  besonderen  Vorteilen  fiir  den  Handel 
in  Ungarn,  die  Reorganisation  der  Maut  hervorgehoben.     „Gegenüber 
den  verschiedenen  Interessen   der  einzelnen  Länder  —  hiess   es  —  sei 
es  notwendig,   eine  feste   einheitliche  Organisation    der   Verwaltung  s^u 
schaffen,   da  sonst  auch    nach  Abschluss   des   Vertrages   tausendfältige 
Schwierigkeiten  {u  befürchten  seiend  Die  österreichischen  Unterhändler 
haben  die  Berechtigung  dieser  Forderung  nicht  geleugnet.     In  den  von 
ihnen  mit  Porter  und  Robinson  geführten  Verhandlungen  fiel  von  ihrer 
Seite  manches  Wort  bitterer  Klage  über  die  den  allgemeinen  Interessen 
so    schädlichen   Mängel  der   österreichischen     Verwaltung.      Aber    sie 
wussten  recht  gut,   dass  dieselben  mit  einem  Schlage  nicht  -f«  beheben 
sein  würden    und  beschränkten   sich   daher  darauf ,    weitgehende   aber 
nicht  bindende   Versprechen  bezüglich  der  Mautordnung  ^u  geben.    Im 
übrigen  suchten  sie  in  den  zahlreichen  Konferenzen,  die  seit  dem  Hoch- 
sommer I74ß  in  der  Handelsfrage   stattfanden,^)    die  Interessen    ihrer 
Herrscherin   ^.u  wahren.     In   manchen  Punkten  mit,   in   anderen    ohne 
Erfolg. 

Im  September  1743,  {ur  Zeit,  da  der  Wormser  Vertrag  unter- 
zeichnet wurde,  dessen  iß.  Artikel  das  Versprechen  Maria  Theresia's 
enthielt,  die  Handrlsinfcressen  der  Engländer  möglichst  ;[//  berücksich- 
tigen,^) hegten  die  englischen  Unterhändler  die  Hoffnung,  die  Ange- 
legenheit in  Kürze  {it  einem  gedeihlichen  Ende  .{//  führen.  Allein  ihr 
Wunsch,  rechtzeitig,  also  vor  Beginn  der  neuen  Parlamentssession,  die 
Antwort  der  österreichischen  Regierung  auf  Porters  Memoire  vom 
21.  fuli  zu  erhalfen,  erfüllte  sich  nicht.  Unzweifelhaft  hat  der  Zorn 
Maria   Theresia' s  über  die  Weigerung  des  englischen  Ministeriums^  ihr 


' )  Erklärung  der  Lords  of  trade  d,  d.  ^o.  Mär\  1743»  ^«  ^'  Porter  be- 
antwortete diese  Hrklärung  am  3,  Mai  und  27.  De\,  1743.  R.  O. 

2)  Eine  KoptJ  desselben  liegt  der  Antwort  Porters  d.  d,  27.  De\.  174^  auf 
die  Erklärung  der  Lords  of  trade  vom  50.  ALlir{  1743  ^^'*  ^-  ^* 

*)  Die  Protokolle  dieser  Beratungen  befinden  sich  im  Archive  des  Min.  des 
Innern  in  Wien. 

*)   VgL  p.  619. 


'743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.)  64 1 

dauernde  Suhsidlen  :(U{usagen^)  und  ihre  Reichspläne  —  die  in  erster 
Linie  auf  den  Erwerb  Baier ns  hinzielten  —  ^u  fördern,  die  Ver:(ö- 
gerung  der  österreichischen  Erklärung  verschuldet.  Doch  wurden  die 
Verhandlungen  im  November  I74ß  wieder  aufgenommen,  und  nach 
langen,  heftigen  Debatten,  in  deren  Verlauf  die  Vertreter  beider  Par- 
teien ihren  Standpunkt  mit  Eifer  und  Geschick  vertraten,  entschloss 
sich  die  Wiener  Regierung,  die  von  den  Engländern  dringend  f{efor- 
derte  Antwort  ;^u  geben.*)  Dieselbe  beginnt  mit  der  Erklärung,  Maria 
Theresia  „unfähig  je  die  dankbare  Erinnerung  an  die  edlen  Anstren- 
gungen i{u  verlieren,  die  Englands  Bürger  für  sie  aufgewendef^,  werde 
nichts  unterlassen,  die  Bande  der  Freundschaft,  die  beide  Nationen 
bisher  umschlungen,  noch  fester  ^u  knüpfen,  bemerke  aber,  man  dürfe 
ihren  Untertanen  nicht  Opfer  auferlegen,  die  diese  nicht  bringen 
könnten.  Es  werden  sodann  alle  Zugeständnisse  aufgezählt,  die  man 
den  Engländern  gemacht,  Maria  Theresia  betont,  dass  die  Herabset- 
zung der  bisher  bei  der  Einfuhr  englischer  Tuchwaren  gezahlten  Ab- 
gaben um  */3  des  Betrages  eine  starke  Verminderung  ihrer  Einnahmen 
bedeute;  dass  die  Bevorzugung  der  englischen  Wollwaren  vor  denen 
anderer  Nationen  ihr  den  Hass  dieser  -(W-{/VÄ^«  werde;  die  Franzosen 
verletze  sie  überdies  durch  die  Gewährung  eines  Rabattes  von  8^Iq  für 
den  englischen  Colonialzncker,  Und  besonders  hoch  schlug  ue  das 
Entgegenkommen  ihrer  Vertreter  gegenüber  den  Wünschen  der  eng- 
lischen Kaufleute  nach  Erleichterung  des  Handels  in  Ungarn  an.  Es 
war  nur  eine  selbstverständliche  Konsequenz  dieser  Schätzung  ihrer  Zu- 
geständnisse, dass  sie  ein  weiteres  Entgegenkommen  für  unmöglich  er- 
klärte und  die  Erfüllung  ihrer  Versprechen  an  die  Billigung  der  von 
ihr  gestellten  Gegenforderungen  knüpfle,  unter  denen  widerum  neben 
der  Beibehaltung  des  „DrawbacV*  für  ewige  Zeiten,  die  Bevorzttgung  der 
österreichischen  Leinenwaren  vor  denen  der  übrigen  Nationen  durch 
Herabsetzung  des  bisher  gezahlten  Eingangszolles  auf  die  Hälfte,  die 
Gleichstellung  der  ungarischen  mit  den  portugiesischen  Weinen  und 
weitere  Ermässigungen  der  Abgaben  auf  Glas,  Kupfer,  Eisen  //.  a,  m, 
erscheinen,  Robinson  und  Porter  z^g^^l^^  nicht,  die  Äusserungen  Maria 
Tlieresia's  der  englischen  Regierung  z^  übermitteln,  ;{«  gleicher  Zeit 
aber  auch  das  Projekt  des  Handelsvertrages ^  das  Porter  entworfen  hatte 
und  das   im   nachfolgenden   z}^n   Abdruck  gelangt.     Dasselbe   umfasst 


0  Vgl,  p,  62y 

*)  Diese  Erklärung  d,  d,  2},  De\,  174^  Übersandten  die  englischen  Unter- 
kandier  Ende  des  Jahres  174}  nach  London,    Sie  befindet  sich  im  R,  O. 
Österreichisch-englische  StaaUvertrSge.  Bd.  I.  4> 


6^^  1^43  s*  ^'  (Ende  des  Jalires.) 

4)  Artikel,   sowie  eine  Reihe  von   Tarifen^    in  denen  die  bisher  gelei- 
steten und  die  in  Zukunft  j(u  leistenden  Abgaben  von    Waren,    die  aus 
Eng/and  nach  den  österreichischen  Erbländern,  nach  Böhmen,  Mähren, 
Schlesien  und  Ungarn,   sowie  aus   diesen  Gebieten   nach  England  ein- 
geführt werden   würden,   nebeneinander   verzeichnet  sind.     Der   Inhalt 
des  Entwurfes  legt  deutlich  Zeugnis  für  das  Bestrehen  Porters  ab,  die 
Hindernisse  ans  dem    Wege  ^u  räumen,  die  der  Hebung  des  Handels- 
verkehres j(wischen  England  und  Österreich   hinderlich  waren  und  für 
alle  Eventualitäten   Vorsorge  ^u   treffen,   die   sich   aus   der  Steigerung 
der  geschäftlichen  Be:^iehungen  dieser  beiden  Staaten   ergeben  könnten. 
Mit  grosser  Umsicht  und  mit  feiner  Berücksichtigung  der  besonderen 
Verhältnisse  werden  —  im  Anschlüsse  an  ähnliche  bereits  abgeschlossene 
Handelsverträge  Englands  mit  anderen  Staaten  —  Verfugungen  getroffen, 
welche  die  genaue  Einhaltung  der  beiderseits  ^gesagten  Handelsvorteile, 
eine  rasche  und  sichere  Erledigung  der  Geschäfte,  Sicherheit  der  Per- 
son und  des  Eigentums   der  Kauflente,   eine   unparteiische  Rechtsspre- 
chung und  ähnliches  mehr  sicher  stellen  sollten,     Dass  Porter  bei  der 
Abfassung   dieser  Bestimmungen,   wie  bei  der  Feststellung  der   Tarife 
ausschliesslich   das   englische   Interesse   im    Auge   hatte,    ist  selbstver- 
ständlich.     Wer  sich  die  Mühe  giht^    den  im  nachfolgenden    ^um  Ab- 
drucke gelangenden  Entwurf  {u  lesen,    wird  sich   leicht  davon    über^ 
^eugen  können.     Es  kann   auch   kein   Zweifel  darüber   bestehen,    dass 
ein  auf  dieser  Grundlage  abgeschlossener  Handelsvertrag  für  die  Eng- 
länder  überaus    vorteilhaft  gewesen   wäre,     Berechnungen,    die   Porter 
auf  Grund  der    neuen    Tarife    vornahm,  führten    ^u   dem    Ergebnisse, 
dass  England  für  die  wichtigsten  seiner  Ausfuhrartikel  einen  lohnenden 
Ahsati  in  dem  österreichischen  Staate  gewinnen,  dass  es,  im  Hinblicke 
auf  die  ihm  bei  der  Einfuhr  über  Tricst,  Fiume,  Porto-Rd  und  Buccari 
gewährten    Vorzugsbedingungen,   die   Konkurrenz    mit   seinen  Gegnern 

—  /;/    erster   Linie    waren    dies    die    Niederländer  und   die   Franzosen 

—  erfolgreich  werde  bestehen  können.     Für  die  englischen   Tuchwaren 

—  denen  insgesamt  die  Einfuhr  bei  wesentlich  geringeren  Abgaben  ge- 
stattet werden  sollte  —  rechnete  Porter  allein  auf  einen  Mehrabsat^ 
im  Werte  von  Millionen  von  Gulden,  Nicht  minder  hoch  schlug  er 
den  Vorteil  an,  der  sich  aus  der  Herabsetzung  der  Abgaben  bei 
Einfuhr  von  englischem  Colonialzucker ,  Kaffee ,  Tliee ,  Pfeffer,  Reis 
u.  a,  m,  über   Triest    ergeben    werde ,    da    die   bei   der  Einfuhr    dieser 

Waren  über  Hamburg  bisher  erhobenen  hohen  Zölle  für  alle  Nationen 
aufrechterhalten  werden  sollten.  Und  er  zy^eifelte  keinen  Augenblick, 
dass  der  Handel  mit  gedörrten  Fischen,   mit  Gold-   und  Silberwaren, 


1^43  s*  ^*  {^^^^  des  Jahres.)  ^4^ 

m//  Leder,   Eisen   und  {ahlreichen   anderen    Waren   sich   in   kürzester 
Zeit  wesentlich  heben  werde. 

Das  war  auch  die  Empfindung  der  massgebenden  Kreise  in  Lon- 
don. Allgemein  wurde  das  Vorgehen  Porters  gebilligt.  Auch  das  Han- 
delsamt anerkannte  nach  eingehender  Prüfung  des  Entwurfes,  dass 
Porter  in  geschickter  Weise  die  Interessen  Englands  vertreten  habe 
und  sprach  die  Überzeugung  aus,  dass  der  englische  Handel  aus  dem 
Abschlüsse  des  Vertrages  wesentliche  Vorteile  i^iehen  werde.  Um  so 
grösser  war  daher  das  Bedauern  der  englischen  Regierung  und  Kauf- 
mannswelt, als  mit  Ende  des  Jahres  IJ4),  durch  die  Haltung  der 
österreichischen  Regierung  veranlasst,  eine  lange  Pause  in  den  Ver- 
handlungen eintrat,  die  Robinson  und  Porter  bisher  so  erfolgreich  am 
Wietier  Hofe  geführt  hatten.  Es  ist  nicht  leicht,  die  Ursachen  dieser 
neuen  Verlagerung  anzugeben;  dass  sie  aber  ^um  guten  Teil  rein 
politischer  Natur  waren  —  Rücksichtsnahme  auf  die  Generalstaaten, 
deren  Hilfe  man  dringend  benötigte,  vielleicht  auch,  wie  Porter  ver- 
mutete, auf  Frankreich  —  wird  sich  wohl  nicht  bestreiten  lassen.  Ge- 
wiss aber  hat  da{u  auch  die  lebhafte  Opposition  beigetragen,  die  von 
massgebenden  höheren  Beamten  und  von  zahlreichen  Kaufleuten  aus- 
gieng  und  eine  kräftige  Unterstützung  bei  den  Ungarn  fand,  die  sich 
durchaus  nicht  geneigt  ^^/^/^r//,  die  englischen  Interessen  auf  ihre  Ko- 
sten zu  fördern.  *)  Es  bedurfte  unter  diesen  Umständen  wiederholter 
dringender  Mahnungen  der  englischen  Regierung  und  ihrer  Vertreter 
in  Wien,  bis  die  Verhandlungen  auf  Grund  eines  neuen  nun  45  Ar- 
tikel umfassenden  Entwurfes,  der  widerum  von  Porter  verfasst  worden 
war,^)  im  März  I74ß  begänne ft.  Wieder  wurde  jeder  einzelne  Para- 
graph eingehend  erörtert,  die  Tarife  von  neuem  geprüft.^)  Da  sich 
grössere  Differenzen  nicht  ergaben,  hielten  die  englischen  Unterhändler 
die  Aussichten  auf  einen  baldigen  Abschluss  für  günstig.  Ende  Mai 
erklärte  Bartenstein,  die  letzte  Redaktion  des  Entwurfes  vornehmen  z^ 
wollen;  er  las  die  Einleitung  desselben,  die  er  selbst  verfasst  hatte, 
den  Engländern  vor,  die  sie  genehmigten.  Wenige  Tage  darauf  er- 
klärte Maria  Theresia  dem  englischen  Gesandten  ihre  Geneigtheit,  den 
Vertrag  in  Bälde  ^«  unterzeichnen.  Ulefeld,  Kinsky,  Bartenstein  gaben 
beruhigende  Versicherungen.^^    Aber   Woche  auf  Woche  verfloss,   ohne 


»)  Vgl.  Porters  und  Robinsons  Bericht  d.  d.  21.  Nov,  1744.  R.  O. 
•)  Dieser  Entwurf  liegt  nicht  mehr  vor, 

«)  Die  Protokolle  im  Archive  des  Min.   des  Innern  in  Wien;   vgl.  auch 

den  Bericht  Porters  und  Robinsons  an  Harrington  d.  d.  12.  Mai  st.  n.  174$,  /?.  O, 

*)  Vgl.  den  Bericht  Robinsons  und  Porters  d.  d.  22.  Sept.  st.  n.  174^,  R.  O. 

41- 


6^j^  1743  s.  d.  (Ende  des  lahfes.) 

Jass  der  Abschluss  erfolgte,    Porter  erfuhr y  dass  einige  MilgUeder  det 
s^nr    Verhandlung   mit  den   Engländern   eingesett^ten   Komtnission,   von 
jeher  Gegner  des   Vertrages,   mit  ihren  Erklärungen  von  dem  drohen^ 
den  Untergange  der  österreichischen  Industrie  und  von  der  Gefahr  für 
die    Kaufleute    der    Monarchie ,    auf   Starhemberg    Eindruck   gemacht 
hätten.     Sofort  unternahm  er  es,    diesen  von  der  Haltlosigkeit  solcher 
Behauptungen  :{ti  überzeugen,    und  in   ähnlichem  Sinne   suchte    er   auf 
Maria    Tlieresia   einzuwirken.      Allein    obgleich    die  Herrscherin ,     wie 
Porter   vernahm,    den    österreichischen   Kaufleuten,   die   in    einer   Au- 
dienz   Protest  gegen    die  geplante    Schädigung   ihrer    Interessen    ein- 
legten,    von    dem     Vertrage    als    einer   fest    beschlossenen     Tatsache 
sprach,    obgleich   Bartenstein   und  Kinsky    bestimmte   Zusagen    gaben, 
verstrich  Monat  auf  Monat,  ohne  dass  Porter  oder  Robinson  -{//r  Unter- 
fertigung   des    Vertrages  gerufen   wurden,      Allmählig   begann    Porter 
einzusehen,   dass  die    Verzögerung  eine   beabsichtigte    sei,    dass    Maria 
Theresia ,    verletzt   durch    die   Haltutig   Georgs   H, ,    der    im    August 
gegen    ihren    Willen    mit  Friedrich  IL   von  Prenssen  den   Präliminar- 
frieden   von    Hannover  geschlossen    und    dessen    Annahme    in     Wien 
durchzusetzen    versprochen    hatte,    die     Verhandlungen     hinaus^z^V^^^^^ 
suche,     um    einen    neuerlichen    Druck    auf  die    englische   Nation    im 
Sinne  der    Unerstützung   Österreichs  im   Kampfe  gegen  Preussen  aus- 
zuüben.    In  heftiger    Weise   hielt  er    den    Vertretern  Maria    Theresia's 
die    Ungerechtigkeit   und   Unzweckmässigkeit  ihres   Vorgehens  vor   und 
forderte    dringend    mit    drohenden     Worten    die    Unterzeichnung    des 
Vertrages,^)     Aber    auch  jetzt   blieben    alle    seine  Bemühungen    erfolg- 
los.    Denn  je   lebhafter   sich  Maria    Theresia    im    Herbste    1743    mit 
dem    Gedanken    beschäftigte ,    mit   Frankreich    ^//    einer    Einigung  z}* 
gelangen,    um   dann    den    Kampf  gegen    Preussen    desto    energischer 
fortzusetzen ,    desto    unzu^eckmässiger    musste    ihr    die    Unterzeichnung 
des    österreichisch-englischen    Handelsbündnisses  erscheinen ,    der  keine 
Nation  schwerer  traf,  als  die  französische,^)  Erst  -{«  Beginn  des  Jahres 
1746 ,    als    der    Abschluss    des    Dresdner    Friedens    mit   Friedrich    IL 
bereits  erfolgt  und  die  Fortsetzung   des  Krieges  gegen  Frankreich  be- 
schlossen war,   fand  Porter   mit  seiner  Forderung   aif  Abschluss   des 


*)  Vgl,  den  bereits  eru  ahnten  Bericht  Robinsons  und  Porters  an  Harrington 
d.  d.  22.  Sept.  st,  n.  174^  R,  O,  und  das  Privatschreiben  Robinsons  an  Har- 
rington vom  selben  Datum, 

*)  Ebenda, 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.)  645 

Handelsvertrages  geneigteres  Gehör. ^)  Insbesondere  im  Februar  und 
Mär^  J746  lauteten  die  Versprechungen  der  österreichischen  Minister 
so  bestimmt y  dass  Porter  wie  Robinson  auf  die  baldige  Beendigung  der 
Verhandlungen  mit  Sicherheit  rechneten  und  von  ihrer  Regierung 
schleunige  Instruktion  bezüglich  einiger  formeller  Punkte  bei  Unter- 
leichnung  des  Vertrages  erbaten.^)  Allein  auch  diesmal  täuschten  sie 
sich.  Die  Wiener  Regierung  :{0g  die  Verhandlungen  neuerdings  hin- 
aus wid  Hess  allmählig  erkennen,  dass  sie  vorerst  an  die  Unterferti- 
gung  des  Vertrages  nicht  schreiten  wolle,^)  Un^eifelhaft  hat  die 
Rücksicht  auf  Frankreich,  die  Furcht  Maria  Iheresia's,  den  Ausgleich 
mit  dieser  Macht  durch  die  Gewährung  besonderer  Handelsvorteile  für 
die  Engländer  {u  erschweren,  mit  in  erster  Linie  da^i  beigetragen,  dass 
sie  im  let^^ten  Momente  von  dem  Abschlüsse  des  Bündnisses  mit  Eng- 
land abstand.  Gewiss  ist  aber  auch,  dass  {u  diesem  Entschlüsse  in 
hohem  Masse  die  Erkenntnis  mitgewirkt  hat,  dass  die  den  Völkern 
Österreichs  aus  dem  geplanten  Handelsbündnisse  entspringenden  Vor- 
teile in  keinem  richtigen  Verhältnisse  {u  d^n  ihnen  im  Interesse  der 
Engländer  zugemuteten  Opfern  stehen  würden.  Im  Herbste  IJ46  ver- 
lies s  Porter,  j(um  Botschafter  Englands  bei  der  Pforte  ernannt,  Wien,^) 
Mit  seiner  Abreise  aus  dieser  Stadt  brechen  auch  die  Verhandlungen 
über  das  englisch-österreichische  Handelsbündnis  ab.  Erst  nach  De- 
zennien sind  dieselben  unter  gänzlich  veränderten  Verhältnissen  wieder 
aufgenommen  worden, 

I. 

Her  majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia  promises 
both  in  her  own  name  and  that  of  her  successors,  to  suflfer 
and  admit  hereafter  in  all  her  hereditary  countries  in  Hungary 


*)  Vgl,  die  Berichte  Porters  an  Har rington  d,  d,  14,  Febr,  und  p.  Mär^ 
17^,  R,  O. 

»)  In  erster  Linie  betraf  dies  den  Termin  des  Ratifikationsaustausches  und 
y,with  regard  of  the  point  of  alternating  or  not  with  this  princess  or  empress 
cotisort  only,'*  Porter  an  Harrington  14.  Febr.  1746,  R,  O, 

•)  Das  erste  Zeichen  seines  neuerlicJten  Misstrauens  gibt  Porter  in  seinem 
Berichte  d,  d,  12,  Mär^  1746.  R.  O, 

*)  Porter  an  Harrington  d,  d,  28,  Sept,  1746.  R,  O.  Nach  der  Biographie 
J.  Porters  in  der  „English  National  Biographyi"  XLVI,  179  erfolgte  seine  Er- 
nennung am  23.  Sept,  1746,  In  seinen  Berichten  aus  Konstaniinopel  betont 
Porter  öfters,  er  habe  Wien  gern  verlassen,  da  sein  fernerer  Aufenthalt  in 
dieser  Stadt  überflüssig  gewesen  wäre. 


546  '743  ^*  ^  (Ende  des  Jahres.) 

and  Germany*)  the  entry,  passage,  transportation  and  sale  of  all 
sorts  of  woollenmanufactures,  ascloths,  stuffsand  petit  draperies, 
of  what  kind,  quality  or  make  soever,  and  of  all  silken  manu- 
factures  and  goods,  wares  and  merchandises  belonging  to   or 
being  the  fabrick,  growth  or  production  of  Great-Britain,   its 
provinces  and  colonies,  as  specified  and  regulated  in  the  se- 
veral  tarifis  annexed  to  the  end  of  this  treaty;  and  that  all  such 
manufactures,  goods,  wares  and  merchandises  shall  pay  for  all 
duties,  imposts  or  transits,  of  what  nature  or  denomination  soe- 
ver they  may  be,  but  once  for  all,  and  that  on  the  foot  as  is 
agreed  and  stipulated  in  the  said  tarifife,  so  that  it  shall  not  be 
lawfuU  or  permitted  on  any  account  or*  pretence  whatsoever 
or  ander  any  other  name,  title  or  denomination,  to  alter,  change 
or  augment  the  said  duties  contained  in  the  said  tariflfs;   pro- 
vided  that  the  entry  or  importation  of  the  said  manufactures, 
goods,  wares  or  merchandises  is  made  in  the  manner  and  con- 
formable  to  the  several  conditions  and  restrictions  contained  in 
the  several  articles  of  this  treaty  hereafter  set  forth  and  explained. 

n. 

In  like  manner  his  sacred  majesty  the  king  of  Great-Bri- 
tain promises,  both  in  his  own  name  and  that  of  his  succes- 
sors,  to  suffer  and  admit  hereafter  in  all  the  ports  of  Great- 
Britain  the  entry,  passage,  transportation  and  sale  of  all  sorts 
of  linnen  manufactures  of  what  kind,  quality  or  make  soeveri 
and  of  all  goods,  wares  and  merchandises  belonging  to  or 
being  of  the  fabrick,  growth  or  production  of  all  the  hereditary 
countries  of  Hungary  and  Germany  of  her  majesty  the  queen 
of  Hungary  and  ßohemia,i)  as  specified  and  regulated  in  the  se- 
veral tariffs  annexed  to  the  end  of  this  treaty;  and  that  all  such 
linnen  manufactures,  goods,  wares  and  merchandises  shall  pay 
for  all  duties,  imposts  or  transits,  of  what  nature  or  denomi- 
nation soever  they  may  be,  but  once  for  all,  and  that  on  the 
foot  as  is  agreed  and  stipulated  in  the  said  tariffs,  so  that  it 
shall  not  be  lawfuU  or  permitted  on  any  account  or  pretence 
whatsoever  or  under  any  other  name,  title  or  denomination,  to 
alter,  change  or  augment  the  said  duties  contained  in  the  said 
tariffs;  provided  that  the  exportation  or  shipping  out  of  the 
said    hereditary    countries   and   the   entry  and   importation  in 

')   ^V^-  i"'"  Verständnisse  dieser  Bezeichnung  den  1^,  Arf.  dieses  Vertrages. 


1743  ^  ^*  (£n^c  d^s  Jahres«)  647 

Great-Britain  of  the  said  linnen  manufactures,  goods,  wares 
and  merchandises  is  made  in  the  manner  and  conformable  to 
the  several  conditions  and  restrictions  contained  in  the  several 
articles  of  this  treaty  hereafter  set  forth  and  explained. 

m. 

His  majesty  the  king  of  Great-Britain  being  desirous  to 
grant  all  possible  advantages  to  the  subjects  of  her  majesty 
the  queen  of  Hungary  and  Bohemia,  promises  and  engages, 
that  all  linnen  cloth,  made  and  manufactured  in  her  said  ma- 
jesty's  hereditary  countries  abovementioned,  shall  remain  on  the 
low  duties  they  at  present  pay,  and  that  they  shall  enjoy  the 
continuance  of  the  benefit  and  advantage  of  the  drawback  of 
the  duties,  when  they  are  shipped  or  transported  out  of  the 
port  or  ports  of  the  kingdom  of  Great-Britain  to  be  sent  either 
to  the  Indies  or  other  parts  of  Europe,  and  also  that  all  goods, 
wares  and  merchandises  of  the  growth  or  production  of  the 
said  hereditary  countries,  as  specified  in  the  aforesaid  tariflfs, 
shall  likewjse  reap  the  benefit  and  advantage  of  the  said  draw- 
back of  the  duties  on  being  reshipped,  and  especialy  all  cop- 
per  in  plates  or  barrs  etcetera,  the  growth,  production  etcetera 
of  the  hereditary  countries;  and  tho'  any  law  should  be  made 
either  to  take  off  the  allowance  of  the  benefit  of  the  draw- 
back, or  to  augment  the  duties,  imposts  etcetera  on  the  linnen 
manufacture,  growth  or  production  of  any  other  countries 
whatsoever,  it  is  specialy  provided,  that  all  linnen  manufactures 
and  all  goods  of  the  growth  and  production  of  the  queen  of 
Hungary  and  Bohemia's  hereditary  countries,  as  specifyed  in 
the  annexed  tariffs,  shall  remain  on  the  present  footing  stipu- 
lated  and  agreed  to  by  this  treaty.  His  britannick  majesty  li- 
kewise  promises  and  engages,  that  all  brandies,  made  and  di- 
stilled  in  her  said  majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia's 
hereditary  countries  aforesaid,  shall  be  hereafter  admitted  in 
Great-Britain  in  paying  the  duty  and  imposts  on  the  same 
footing  as  those  of  Spain  and  PortugaL 

IV. 

And  as  it  is  the  highest  conveniency  and  interest  of  her 
majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia,  that  trade  should 
be  as  much  as  possible  introduced,  brought  ia  aijd  conceiitrate4 


648  1743  s*  ^  (Ende  des  Jahres.) 

by  such  port  or  ports,  harbours  or  havens,  as  are  in  her  said 
majesty's  own  dominions  abovementioned,  it  is  concluded  and 
agreed,  that  all  manufactures,  goods,  wares  and  merchandises, 
to  be  introduced,  brought  in  and  imported  in  her  majesty's  said 
hereditary  countries  from  his  britannick  majesty's  dominions, 
and  which  are  specified  and  contained  in  the  tariflfs  annexed 
to  this  treaty,  are  to  be  introduced,  brought  in  and  imported 
but  by  the  port  or  ports  of  Trieste,  Fiume,  Porto-Rö  and 
Buccari,  belonging  to  her  said  majesty  the  queen  of  Hungary 
and  Bohemia.  For  which  reason  it  is  also  concluded  and  agreed, 
that  all  linnen  manufactures,  goods,  wrares  and  merchandises  of 
the  manufacture,  growth  or  production  of  her  said  majestys' 
hereditary  countries,  as  contained  and  specified  in  the  tariffs 
annexed,  and  which  are  designed  or  intended  to  be  exported 
out  of  the  said  dominions  and  to  be  imported  into  any  port 
or  ports  of  Great-Britain  etcetera,  are  to  be  so  shipped  or  ex- 
ported but  by  the  said  port  or  ports  of  Trieste,  Fiume,  Porto- 
R6  and  Buccari ;  for  which  end  it  is  specialy  provided,  that  all 
such  manufactures,  goods,  wares  etcetera,  shipped  and  exported 
by  the  said  ports,  are  to  be  accompanied  with  proper  attesta- 
tions  and  certificates,  regularly  attested  by  a  proper  officer  or 
officers,  belonging  to  her  said  majesty  and  residing  at  the  said 
port  or  ports,  and  by  an  english  consul  or  his  deputy,  who 
shall  be  established  in  the  aforesaid  ports  of  Trieste,  Fiume, 
Porto-R6  and  Buccari  for  that  and  other  purposes  of  trade,  in 
which  attestation  or  certificate  is  to  be  expressed,  „that  such 
linnen  manufactures,  goods  or  merchandises  are  realy  and  bona 
fide  of  the  manufacture,  growth  and  production  of  her  majesty 
the  queen  of  Hungary  and  Bohemia's  said  hereditary  countries, 
with  the  name  of  the  ship  and  Commander,  its  force,  number 
of  men  and  tonnage,  when  and  where  the  goods  etcetera  were 
shipped,  and  to  what  port  the  ship  belongs". 

In  like  manner  his  majesty  the  king  of  Great-Britain  en- 
gages  on  his  part,  that  in  order  to  prevent  all  frauds  and  im- 
positions,  which  may  be  committed  by  shipping  in  any  port  or 
ports  of  Great-Britain  etcetera  to  be  imported  in  the  ports  of 
her  hungarian  majesty's  dominions  aforesaid  foreign  manufac- 
tures, goods,  wares  and  merchandises  under  the  pretence  of 
their  being  british,  that  all  such  measurable  goods  or  manu- 
factures, shipped  in   any   port  or  ports  of  his  said  britannick 


1743  ^*  ^-  (Ende  des  Jahres.)  649 

majest/s  dominions,  as  woollen  cloths,  stuffs  or  silks  etcetera, 
shall  be  regularly  marked  or  sealed  with  a  leaden  seal,  and 
that  both  these  and  all  other  manufactures,  goods,  wares  and 
merchandises,  specified  in  the  tariflEs  annexed  hereunto,  shall  be 
accompanied  with  proper  certificates  and  attestations,  duly  at- 
tested  by  a  proper  officer  of  the  customs,  where  the  said  goods 
or  merchandises  are  shipped,  and  by  the  consul,  who  may 
reside  there  on  the  part  of  her  said  hungarian  majesty,  if  there 
should  be  any,  in  which  attestation  or  certificate^)  to  be  ex- 
pressed, that  such  manufactures,  goods,  wares  and  merchan- 
dises are  realy  and  bona  fide  of  the  manufacture,  growth  and 
production  of  his  britannick  majest/s  dominions,  with  the  name 
of  the  ship  and  Commander,  its  force,  number  of  men  and  ton- 
nage,  when  and  where  the  goods  etcetera  were  shipped,  and 
to  what  port  the  ship  belongs. 

And  for  the  further  security  of  the  Performance  of  this 
article,  and  the  more  effectualy  to  take  off  all  pretence  to  fraud 
and  imposition  on  both  sides,  it  is  expressly  concluded  and 
agreed,  that  this  commerce,  traffick  and  navigation  to  and 
from  the  aforesaid  port  or  ports  belonging  to  her  said  majesty 
the  queen  of  Hungary  and  Bohemia  be  practised  and  carried 
on  in  english  ships  or  bottoms  only;  as  also,  that  without 
the  strict  observance  and  complyance  to  the  aforesaid  con- 
ditions,  limitations  and  restrictions,  no  manufactures,  goods, 
wares  and  merchandises  of  their  respective  majesties  dominions 
are  to  be  treated  and  considered  as  such,  and  consequently  are 
not  to  enjoy  the  benefits  and  advantages  contained  in  this 
treaty. 

V. 

And  to  render  the  füll  intentions  of  the  high  contracting 
parties  more  solid  and  conducive  to  the  end  of  establishing  a 
firm,  lasting  and  durable  commerce  by  the  aforesaid  ports  of 
Trieste,  Fiume,  Porto-Re,  Buccari  etcetera,  it  is  further  con- 
sented  to  and  agreed  by  her  majesty  the  queen  of  Hungary  and 
Bohemia,  that  in  consideration  of  the  special  advantages,  gran- 
ted  and  ascertained  to  her  hungarian  and  bohemian  majesty^s 
subjects  by  this  treaty,  all  duties  and  imposts  to  be  paid  on 


*)  ///  der  vorliegenden  Abschrift  or  certificate  ^weimal  nacheinander. 


iSko  >743  s«  cL  (Ende  des  Jahres.) 

english  manufactures,  goods,  wares  and  merchandises  are  com- 
prehended  and  stipulated  in  the  several  tariffs  or  rates  annexed 
to  this  present  treaty,  and  that  all  the  old  duties,   additional 
duties,  imposts  and  augmentations  paid  and  levied  heretofore 
in  her  said  majesties  hereditary  countries,  and  such   as   they 
were  at  the  decease  of  the  late  emperor  Charles  VT,   and  as 
are  specified  and  contained  in  the  several  tariffs  made  before 
the  date  of  this  present  treaty,  are  to  remain  in  füll  force  here- 
after,  as  well  on  all  woolen  goods,  manufactured  and  to   be 
imported  in  her  said  majesty's  hereditary  countries  by  all  and 
every  other  nation  or  nations  whatsoever,  as  on  all  goods, 
wares,  merchandises,  specified  in  the  said  tariffs,  which  are  of 
the  manufacture,  growth  or  production  of  all  and  every  other 
nation  or  nations ;  so  that  the  füll  benefit  and  advantage  of  the 
low  duties,  imposts  etcetera,   as  agreed  upon,  may  be   more 
effectualy  preserved  for  the  woolen  manufactures,  goods,  wa- 
res and  merchandises  of  the  manufacture,  growth  and  produc- 
tion of  his  britannick  majesty's  dominions. 

It  is  also  further  agreed  by  her  said  majesty  the  queen 
of  Hungary  and  Bohemia,  that  in  all  those  kingdoms,  provinces, 
cities,  tow^ns  or  villages  of  her  majesty's  said  hereditary  coun- 
tries, where  any  woolen  manufactures,  goods,  wares  or  mer- 
chandises are  now  or  were  at  the  time  of  the  decease  of  the 
late  emperor  Charles  VI.  any  or  all  of  them  actualy  prohibited, 
the  said  prohibition  is  to  continue  in  füll  force  hereafter  on 
all  woolen  manufactures  or  goods,  wares  and  merchandises  of 
the  growth  or  production  of  all  and  every  other  nation  or 
nations,  through  whatever  seaports,  countries,  roads  or  passa- 
ges  they  may  be  imported  in  the  said  hereditary  countries^ 
except  on  those  of  the  british  nation  only ,  unless  the  absolute 
want  and  necessity  of  them  should  require  and  compel  her 
said  majesty  to  grant  passeports  for  their  entry  and  admission; 
in  which  case,  even  then,  the  said  high  duties,  additional  du- 
ties, imposts  and  augmentations  are  to  be  exacted,  required 
and  paid. 

VI. 

And  for  the  greater  ease  and  conveniency  of  trade,  her 
said  hungarian  majesty  promises,  that  on  paying  the  customs 
in  any  of  her  hereditary  dominions   on  british   manufactures 


1743  s*  ^*  (Ende  des  Jahres.)  63 1 

strict  Charge  shall  be  given,  and  that  it  shall  be  absolutely  for- 
bidden  to  open,  unfold  or  measure  any  woolen  cloths,  stuffs, 
silks  or  other  measurable  goods  or  merchandises  in  order  to 
prevent  any  hurt  or  detriment,  which  the  trader  may  suffer 
by  such  a  practice;  provided  notwithstanding,  that  there  should 
arise  no  just  cause  or  suspicion,  that  any  fraud  or  counterband 
is  intended,  in  which  case  it  may  be  lawfull  to  examine  such 
suspected  goods,  but  even  then  one  piece  only. 

vn. 

For  the  farther  encouragement  and  advancement  of  mu- 
tual  commerce,  her  majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia 
grants  füll  liberty  and  permission  to  all  subjects  of  Great-Bri- 
tain  to  erect,  settle  and  establish  manufactures  or  works  for 
the  making  of  refined  sugars  in  or  about  any  of  her  ports  of 
Trieste,  Fiume,  Porto-Rö  and  Buccari,  and  promises,  that  they 
shall  be  fuUy  and  sufficiently  protected  in  all  such  Settlements 
and  undertakings,  and  have  also  the  special  liberty  to  purchase, 
possess  and  hire  for  any  term  or  terms  of  years  such  grounds 
for  building  or  such  buildings,  as  may  be  most  suitable  and 
convenient  for  that  end;  that  they  may  take  into  their  Service 
and  employ  all  such  person  or  persons,  who  are  most  fitting 
and  capable  to  inspect,  direct  or  conduct  such  works,  without 
their  being  molested  or  hindered  or  burthened  with  heavy  ta- 
xes  in  any  manner  or  on  any  account  whatsoever,  but  that 
on  the  contrary  all  ease,  protection  and  security  shall  be  gran- 
ted  in  the  füllest  and  amplest  manner. 

vm. 

In  Order  to  give  an  effectual  proof  of  his  majesty  the  king 
of  Great-Britains  good  will  towards  her  majesty  the  queen  of 
Hungary  and  Bohemia  and  her  subjects,  and  to  aid  and  assist 
as  much  as  is  possible  the  trade  and  commerce  of  her  said 
hungarian  majest/s  seaports  and  of  all  her  hereditary  countries, 
his  britannick  majesty  consents  and  agrees,  that  all  linnen  ma- 
nufactures, goods,  wares  and  merchandises  belonging  and  ap- 
pertaining  to  her  said  majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bo- 
hemia's  subjects  and  shipped  according  to  the  conditions  and 
restrictions  contained  in  the  several  articles  of  this  treaty  and 
the  several  tarüTs  annexed  hereunto  at  the  aforesaid  ports  of 


(5^2  1743  s*  ^  {Ende  des  Jahres.) 

Trieste,  Fiume,  Porto-R6  and  Buccari,  to  be  entered,  imported 
and  sold  in  his  said  britannick  majesty's  dominions,  shall  be 
freated  in  all  and  every  port  and  ports,  belonging  to  his  said 
majesty,  in  the  same  manner  and  on  the  same  footing  as  those 
of  his  britannick  majesty's  own  subjects,  that  is  to  say  shall 
be  quite  exempt  and  free  from  the  duty  paid  in  Great-Britain 
by  all  foreigners  according  to  the  laws  therein  being,  which 
duty  is  commonly  called  aliensduty. 

And  as  by  several  acts  of  parliament  or  laws,  passed  by 
the  parliament  of  Great-Britain  in  the  reigns  of  Charles  2.^, 
James  2.^  etcetera,  it  is  expressly  declared  and  provided,  that 
all  ships  or  vessels  coming  from  any  port  or  ports  of  the  Le- 
vant  or  mediterranean  seas  into  any  port  or  ports  of  his  bri- 
tannick majesty's  dominions  in  order  to  unlade  and  vend  ma- 
nufactures,  goods,  wrares  and  merchandises  of  the  growth  and 
production  of  those  countries  are  to  pay  an  extraordinary  duty 
of  one  percent  on  such  manufactures,  goods  and  wares  etce- 
tera, except  according  to  the  tenor  and  conditions  of  the  afore- 
said  laws  they  are  navigated  with  a  certain  number  of  men, 
videücet  32  men  and  16  guns,  or  that  they  have  shipped  or 
carried  out  from  the  ports  or  dominions  of  Great-Britain  into 
the  said  ports  of  the  Levant  or  mediterranean  seas  a  certain 
quantity  of  fish ;  his  britannick  majesty  consents  and  agrees,  that 
by  the  present  treaty  all  ships,  coming  laden  with  goods,  wares 
and  merchandises  of  the  growth  and  production  of  her  hungarian 
majesty's  dominions  aforesaid  into  any  port  or  ports  of  Great- 
Britain,  of  any  force  or  number  of  men,  or  whether  having 
complied  with  the  conditions  required  by  the  aforesaid  acts 
of  parliament  or  not,  shall  be  exempted  from  the  said  duty  of 
one  percent,  in  order  the  more  effectualy  to  encourage  the  na- 
vigation  from  her  hungarian  majesty's  said  ports,  provided  they 
have  in  all  other  respects  complied  with  the  terms  and  con- 
ditions of  the  present  treaty. 

X. 

Whereas  nothing  is  more  detrimental  to  mutual  commerce 
than  the  diversity  of  duties,  imposts  etcetera,  wherewith  goods 
are  excessively  burthened,  her  majesty  the  queen  of  Hungary 


1743  ^-  ^  (Ende  des  Jahres.)  653 

and  Bohemia  etcetera,  being  desirous  to  remedy  this  evil  throu- 
ghout  all  her  hereditary  countries  aforesaid  and  therefore  the 
more  clearly  to  explain,  what  is  meant  by  paying  the  duties 
and  imposts  once  for  all,  promises,  consents  and  agrees,  that 
all  duties,  imposts  and  transits,  on  all  english  woollen  manu- 
factures,  silks,  goods,  wares  and  merchandises ,  imported  by 
the  ports  of  Trieste,  Fiume,  Porto-Rö  and  Buccari,  shall  hence- 
forth  be  reduced  to  the  sums  only,  stipulated  and  specified  in 
the  several  tariflfs  annexed  A;  so  that  no  other  duty,  imposts 
or  transits,  of  the  sovereign  or  of  the  states  or  of  private  and 
particular  persons  shall  be  on  any  account  or  pretexte  what- 
soevef  exacted  or  demanded  throughout  all  or  any  of  her 
hungarian  majesty's  said  hereditary  countries,  and  all  those  at 
Klochnitz,^)  Laibach  and  Clagenfurth,  and  in  general  all  others 
of  whatever  nature  or  denomination,  either  by  sea  or  land  or 
by  the  rivers,  such  as  the  Danube,  the  Saave  and  the  Draave, 
into  or  from  Hungary,  are  to  be  totaly  abolished ;  and  no  du- 
ties, imposts  or  transits  are  to  be  demanded  or  paid  but  at  the 
place,  where  the  aforesaid  wroolen  manufactures,  silks,  goods, 
wares  or  merchandises  are  landed. 

And  when  once  the  said  duty,  as  specified  in  the  annexed 
tariffs,  is  paid,  and  that  once  for  all,  in  transporting  or  sending 
the  said  manufactures,  goods,  wares  etcetera  from  any  city, 
town  or  village  to  any  other  city,  town  or  village  of  all  or 
any  of  her  hungarian  majesty's  said  hereditary  countries,  no 
other  duties,  imposts  or  transits,  of  whatever  nature  or  deno- 
mination, can  be  exacted  or  demanded;  although  it  is  to  be 
understood,  thal  all  duties,  imposts  and  transits,  as  now  prac- 
ticed  or  at  the  time  of  the  decease  of  the  late  emperor  Char- 
les VI.,  shall  remain  and  be  exacted  and  demanded  on  all  ma- 
nufactures, goods,  wares  and  merchandises  manufactured  or 
belonging  to  any  or  all  other  nation  or  nations.  And  the 
better  to  distinguish  what  may  or  may  not  be  british  manu- 
factures, goods,  wares  etcetera,  and  to  answer  the  füll  inten- 
tion  and  purport  of  this  treaty*  proper  certificates  and  attesta- 
tions  are  to  be  produced  from  the  proper  officer  at  Trieste, 
Fiume  etcetera  or  the  port  where  the  goods  were  landed,  or 
from  the  English  consul  or  his  deputy  at  the  said  ports,  at- 


»)  Gloggniti. 


6^^  1743  ^  ^  (Ende  des  Jahres.) 

testing  the  said  manufactures  etcetera  to  be  british  and  landed 
out  of  british  ships,  or  the  bales  and  bundles  are  to  be  pro- 
perly  marked  or  sealed  by  him  or  them,  and  a  füll  declaration 
to  be  there  given,  that  the  whole  duties  have  been  there  paid, 
on  which  declaration  the  said  goods  etcetera  may  pass,  re- 
pass  and  be  sold  and  consumed  in  any  province,  city,  town 
or  village  in  the  said  hereditary  countries,  without  its  being 
lawfuU  to  exact  or  demand  any  other  toll,  due  or  tax  of  any 
kind  on  any  pretence  whatsoever;  provided  nevertheless,  that 
the  tax,  toll  or  due  now  paid  through  all  the  hereditary  coun- 
tries  for  the  better  repairing  and  preserving  the  high  roads, 
which  is  commonly  called  Weeggeldt,  be  continued  and  paid 
as  heretofore. 

XL 
Whereas  many  articles  of  goods,  wares,  manufactures  and 
productions  of  the  respective  countries  of  Great-Britain  and  of 
her  majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia's  hereditary 
countries,  which  are  not  specified  in  the  respective  tariffs  an- 
nexed  to  this  treaty,  may  be  found  hereafter  of  use  in  the  re- 
ciprocal  trade  and  consumption  of  said  countries,  it  is  agreed 
that,  when  any  such  articles  are  discovered,  proportionate  allo- 
wances  on  the  respective  tariffs  shall  be  fixed,  according  to 
the  füll  designand  intention  of  this  treaty;  provided  however, 
that  all  goods,  either  comprehended  in  the  tariffs  or  not,  which 
pay  according  to  the  value,  if  suspected  to  be  undervalued  by 
the  owner,  may  be  yielded  up  to  the  officer  of  the  customs  so 
suspecting  them  for  the  price  they  are  valued  at,  which  said 
officer  shall  be  obliged  to  pay  down  forthwith. 

xn. 

In  like  manner,  when  any  of  the  aforesaid  british  manu- 
factures, goods,  wares  and  merchandises  are  introduced,  im- 
ported  and  sold  in  any  city,  town  or  village  of  that  part  of 
the  dutchy  of  Silesia  belonging  to  the  queen  of  Hungary  and 
Bohemin,  and  are  there  either  sold  to  the  Poles  or  to  any  other 
person  or  persons  to  be  exported  or  sent  into  Poland,  in  that 
case  they  shall  receive  a  drawback  of  the  whole  duties,  im- 
posts  etcetera,  they  paid  in  being  sent  forward  by  land  from 
the  said  ports  of  Trieste,  Fiume  etcetera,  w^hich  drawback  shall 
be  immediately  paid  on  their  exportation  into  the  said  king- 
dom  of  Polani 


1743  s-  ^-  (Ende  des  Jahres.)  655 

xm. 

It  is  also  particularly  provided,  promised  and  agreed  by 
her  majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia,  that  notwith- 
standing  any  prohibition,  which  may  have  hitherto  existed  or 
have  been  put  in  force  concerning  the  importation,  sale,  -wear 
or  transit  of  any  cotton  goods  or  manufactures  made  of  cotton, 
that  it  shall  be  suffered  and  permitted  hereafter  to  all  her  own 
and  his  britannick  majesty's  subjects,  to  import  through  all  or  any 
of  her  Said  majesty's  hereditary  countries  all  sorts  of  cotton  goods 
or  manufactures  made  of  cotton,  manufactured,  made  or  printed 
in  his  britannick  majesty's  dominions,  on  condition  of  their  pay- 
ing  for  such  passage  or  transit  through  the  said  hereditary  coun- 
tries the  half  of  the  duties  and  imposts,  which  they  now  ac- 
tualy  pay. 

But  if  the  said  cotton  goods  or  manufactures  made  of 
cotton  happen  to  be  sold  in  the  Austrias  or  other  parts  of  the 
hereditary  countries,  where  such  prohibition  has  been  in  force 
heretofore,  except  in  the  aforesaid  seaports  of  Trieste,  Fiume, 
Porto-Re  and  Buccari,  and  to  be  sent  and  exported  from  thence 
into  the  kingdom  of  Hungary,  shall  pay  the  duty  once  for  all 
at  the  aforesaid  ports,  as  specified  in  the  tariff  of  that  kingdom. 

And  füll  liberty  is  also  given  to  her  said  hungarian  maje- 
sty's  subjects  and  those  of  his  majesty  the  king  of  Great-Bri- 
tain  to  import  and  seil  the  aforesaid  cotton  goods  and  manu- 
factures made  of  cotton  in  the  kingdom  of  Bohemia,  in  Mora- 
via  and  the  Austrias,  and  the  wear  of  the  said  goods  shall  be 
ftilly  permitted  wherever  the  said  prohibition  may  have  here- 
tofore  existed  in  her  said  majesty's  hereditary  countries,  in  pay- 
ing  the  füll  duties  and  imposts  now  exacted  and  paid.^) 

XIV. 

And  for  the  better  explaining  what  is  meant  and  under- 
stood  in  the  several  articles  of  this  treaty  by  her  majesty  the 
queen  of  Hungary  and  Bohemia's  hereditary  countries,  it  is  ex- 
pressly  declared,  that  under  that  term  is  comprehended  the 
kingdoms  of  Hungary  and  Bohemia,  Dalmatia,  Croatia,  Scla- 
vonia,  Servia,  Transilvania  as  also  the  Austrias,  the  part  of  the 


<)  //  is  apprehended  the  wear  of  said  cotton  goods  in  Austriap  Bohemia 
etcetera  will  be  difficultly  permitted  'tho  it  alwc^s  has.  beeri  in  Hungary* 


6^6  1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.) 

dutchy  of  Silesia  belonging  to  the  queen  of  Hungary,  Moravia, 
Tyrol,  Stiria,  Carinthia,  Carniola,  Görtz,  Gradisca  and  all  the 
sea-coast  in  the  adriatick  gulph  belonging  to  her  said  majesty, 
and  in  general  all  her  dominions  in  Germany;  to  which  coun- 
tries  alone  the  force  and  effect  of  this  treaty  is  to  extend. 

XV. 

Her  majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bobemia  gives 
füll  permission  and  liberty  to  all  british  subjects  to  settle  and 
inhabit,  to  buy  as  they  shall  think  proper  and  to  seil  by  who- 
lesale  only  in  all  the  aforesaid  kingdoms  and  provinces  of  the 
hereditary  countries,  to  hire  dwelling  houses  and  proper  store- 
houses  for  all  their  goods  and  merchandises;  but  if  they  should 
rather  choose  to  lay  up  their  goods  etcetera  in  the  ware- 
houses  belonging  to  her  majesty,  built  for  that  purpose,  they 
have  füll  permission  to  do  it  for  as  long  a  time  as  they  shall 
think  convenient,  on  paying  the  moderate  dues  annexed  to  the 
octroy,  granted  by  the  late  emperor;  and  generaly  all  the  Pri- 
vileges, rights  and  immunities,  specified  and  contained  in  the 
aforesaid  several  general  octroys,  published  by  the  late  em- 
peror Charles  VI.  in  favour  of  the  ports  of  Trieste  and  Fiiime, 
are  fully  approved  and  confirmed. 

XVI. 
Among  which  Privileges,  rights  and  immunities,  both  as 
to  the  british  subjects,  inhabiting  the  said  countries,  as  well  as 
to  all  british  ships  navigating  in  her  said  hungarian  majesty*s 
ports,  are  the  foUowing:  A  liberty  to  change  their  abode  at 
their  own  pleasure  and  without  any  previous  leave  from 
any  one  and  exemption  from  all  inquiry,  search  and  mole- 
station  in  their  dwellings  and  warehouses  on  account  of 
their  merchandises,  except  in  case  of  a  well  grounded  su- 
spicion  or  an  evident  proof  of  their  having  defrauded  the 
queens  customs,  in  which  case  they  shall  be  Hable  to  be 
searched,  but  nevertheless  with  this  proviso,  that  it  shall  not 
be  done  but  in  the  presence  of  the  consul  or  his  deputy,  who 
shall  be  expressly  called  in  for  that  purpose,  nor  shall  any 
other  trouble  be  given  to  the  merchant  or  his  goods;  and  if 
the  merchant  shall  be  convicted  of  having  run  or  imported 
goods  fraudently,  they  shall  be  confiscated,  and  he  shall  pay 
the  charges  of  the  search,  but  his  person  and  the  rest  of  his 


1743  s-  ^'  (Ende  des  Jahres.)  gcy 

goods  shall  remain  free.  His  britannick  majesty  promises  the 
same  liberty  and  Privileges  to  her  hungarian  majesty^s  subjects 
in  all  his  dominions. 

xvn. 

That  as  to  all  british  ships  or  vessels  laden  with  manu- 
factures,  goods,  wares  or  merchandises,  that  arrive  in  the  ports 
of  Trieste,  Fiume,  Porto-Rö  and  Buccari,  if  the  master  or  Com- 
mander thinks  proper  to  land  their  said  cargos  or  any  part  of 
them  at  the  said  ports,  they  are  at  füll  liberty,  without  paying 
any  sort  of  duty,  impost  or  custom,  under  any  pretext  or  de- 
nomination  whatsoever,  and  if  it  should  be  thought  convenient 
to  reship  them  in  order  to  carry  them  elsewhere,  or  by  way 
of  sale,  truck  or  barter  to  lade  or  unlade  them  from  one  ship 
to  another,  such  manufactures,  goods,  wares  and  merchandises 
shall  be  entirely  exempt  and  free  from  all  duties,  imposts  and 
customs. 

But  if  they  should  be  landed  in  order  to  be  sent  by  land 
or  by  the  rivers  in  the  hereditary  countries,  in  that  case  they 
are  to  be  subject  to  the  conditions  specified  in  the  . . .  article 
of  this  treaty;  provided  notwhithstanding  that  at  the  arrival  of 
the  ship  in  the  said  ports  the  master  or  Commander  delivers 
in  an  exact  declaration  of  his  cargo  and  whether  he  intends 
to  land  all  or  any  part. 

xvm. 

All  british  ships  or  vessels,  wrhether  great  or  small,  en- 
tering the  ports  of  Trieste,  Fiume,  Porto-Rö,  Buccari  etcetera, 
shall  be  exempt  of  all  manner  of  Visitation  whatsoever,  either 
in  going  out  or  Coming  in,  except  by  the  british  consul  or  his 
deputy  if  he  should  think  proper,  provided  that  the  masters 
or  Commanders  of  the  said  vessels  produce  their  authentick 
passeports  with  the  master  and  ship's  name,  whence  she  comes 
and  whither  she  is  bound;  but  if  there  should  be  just  ground 
or  cause  of  suspicion  to  think  her  infected  by  the  plague,  or 
that  she  might  have  counterband  goods  on  board,  she  may 
then  be  lawfully  and  justly  visited,  the  consul  or  his  deputy 
being  present;  and  in  this  last  case  such  counterband  goods 
only  shall  be  visited  and  confiscated,  not  the  rest  of  the  cargo, 
nor  shall  the  said  ship,  master  of  ship  or  his  mariners  be  mo- 
lested  or  hindered,  but  remain  quite  free. 

österreichisch-englische  Staatsverträge.  Bd.  I.  4^ 


6c8  '743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.) 

XIX. 

And  that  a  stricter  intercourse  and  friendship  may  be  pre- 
served  and  cultivated  with  the  subjects  of  the  Grand-Signor, 
it  shall  be  permitted  to  all  british  subjects  to  carry,  send  or 
transport  all  sorts  of  woolen  manufactures,  goods,  wares  and 
merchandises  through  or  from  what  cities,  towns  and  villages 
in  the  hereditary  countries  by  land  or  by  the  rivers  to  Bei- 
grade or  any  other  cities,  towns  or  villages  belonging  to  the 
Ottoman  porte,  and  in  li^e  manner  to  bring  back  for  expor- 
tation  to  all  port  or  ports  belonging  to  her  majesty  the  queen 
of  Hungary,  what  goods,  wares  and  merchandises  they  shall 
think  proper,  so  that  they  may  be  at  füll  liberty  to  buy,  seil 
and  traffick  with  the  said  subjects  of  the  Grand-Signor  in 
what  place  or  places  are  thought  most  convenient,  without 
any  let,  hindrance  or  molestation,  but  on  the  contrary  all  aid 
and  assistance  shall  be  granted  them  according  to  the  füll  tenor 
and  Contents  of  the  present  treaty. 

XX. 

As  nothing  is  more  pernicious  to  trade  than  all  excesses, 
impositions  and  abuses  of  power  in  the  several  Offices  con- 
stituted  and  appointed  for  its  facility  and  ease,  so  her  majesty 
the  queen  of  Hungary  and  Bohemia  will  take  proper  care,  that 
such  abuses  and  excesses,  both  in  the  customs  and  in  the  po- 
licy,  shall  be  prevented  and  rigourpus  penalties  and  punish- 
ments  inflicted  on  the  aggressors,  and  that  a  strict  hand  shall 
be  kept  on  the  inhabitants  of  the  several  ports  and  the  lav^^s 
well  executed,  in  order  to  secure  all  british  subjects  by  proper 
officers  or  by  a  military  force,  if  thought  proper,  in  their  per- 
sons,  properties  and  habitations;  that  the  high  ways  and  navi- 
gation  of  the  rivers  be  kept  in  due  repair,  protected  and  se- 
cured,  r.nd  that  sufficient  plenty  of  forage  and  provisions  at 
easy  rates  shall  be  provided  in  all  inns  and  publick  places;  and 
more  especialy  that  Inrgc  and  sufficient  carriages  of  all  kinds 
shall  be  always  ready  at  the  said  seaports  and  elsewhere  at 
a  moderate  regulation,  so  that  by  giving  all  manner  of  facility 
and  conveniency  and  ease  to  the  trader  mutual  commerce  may 
effectualy  flourish  and  be  improved. 


1743  5-  ^-  (Ende  des  Jahres.)  659 

XXL 

The  subjects  of  the  abovesaid  contracting  parties,  who 
have  settled  habitations  in  the  dominions  of  either  for  the  sake 
of  trade,  shall  not  be  obliged  to  produce  their  books  of  ac- 
counts  to  any  one,  unless  it  be  to  draw  some  proof  out  of 
them ;  neither  shall  it  be  allowable  for  any  one  under  any  pre- 
tence  whatsoever  to  seize  the  said  books  or  to  take  them  out 
of  their  hands;  and  they  may  write  them  in  what  language  they 
please,  without  being  forced  to  write  them  in  any  other. 

xxn. 

The  subjects  of  both  crowns,  of  whatsoever  quality  or 
condition  they  may  be,  shall  not  be  arrested  in  their  persons, 
neither  by  the  governors  nor  officers  of  justice,  by  reason  of 
any  publick  or  private  debts  not  contracted  by  themselves  or 
for  which  they  have  not  been  bound,  neither  may  their  goods 
and  merchandises  be  seized  and  attacked  for  the  like  causes, 
either  during  the  peace  or  in  case  of  a  rupture;  and  in  this 
article  masters  of  ships,  their  officers  and  seamen  and  ships 
both  large  and  small  with  their  whole  cargoes  are  especialy 
comprized. 

XXIII. 

In  like  manner  there  shall  be  no  imbargo  laid  upon  men 
of  war,  merchant  ships,  transports,  or  any  other  such  sort  of 
ships,  whether  by  general  or  special  order,  to  make  use  of 
them  either  for  war  or  for  transports,  unless  by  viitue  of  a 
particular  free  and  spontaneous  agreement  first  made  with  the 
Commanders  or  proprietors  thereof ;  much  less  shall  it  be  per- 
mitted  to  force  the  officers,  masters  or  seamen  to  desert  their 
ships  and  enter  into  any  Service,  although  it  might  be  for  a 
Short  time  and  should  happen  on  the  most  pressing  occasions; 
but  it  shall  be  lawfuU  to  hire  such  men,  if  they  ofTer  to  enter 
into  the  Service  of  their  own  accord  and  with  the  permission 
of  the  consul. 

XXIV. 

As  to  the  personal  immunities  granted  by  the  present 
treaty,  all  subjects  of  Great-Britain  shall  be  exempt  not  only 
from  military  Service,  quarters  for  soldiers,  guardian  ships,  care 

42* 


56o  1743  s*  ^'  (Elnde  des  Jahres.) 

of  others  estates  and  the  administrations  of  any  kind  of  goods, 
effects  and  persons,  unless  they  should  be  willing  to  cbarge 
themselves  with  such  Offices. 

XXV. 

They  shall  be  freely  allowed  to  appoint  for  themselves 
counsellors,  doctors,  agents,  attorneys  and  sollicitors,  -wben- 
soever  they  shall  have  need  of  them,  and  if  they  should  desire 
to  have  particular  brokers  of  their  own,  they  may  choose  to 
themselves  one  or  two  such  out  of  the  number  of  those,  that 
are  in  the  place  and  legaly  appointed. 

XXVI. 
In  all  the  ports  and  chief  trading  cities,  where  the  king 
of  Great-Britain  and  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia  shall 
think  fit,  national  consuls  shall  be  established,  to  protect  the 
merchants  on  both  sides,  and  they  are  to  enjoy  all  the  rights, 
authorities,  liberties  and  immunities  which  others  the  most 
befriended  nation  use  to  enjoy. 

XXVII. 

These  consuls  shall  have  a  particular  power  and  autho- 
rity  at  their  pleasure  to  take  cognizance  of  the  disputes,  that 
may  arise  betw^een  the  merchants  and  the  masters  of  ships  or 
between  the  latter  and  the  crews,  and  to  decide  same,  whether 
they  arose  on  account  of  freight  and  wages  or  from  any  other 
cause,  from  w^hose  sentence  it  shall  not  be  lawfuU  to  appeal 
to  the  judges  of  those  places,  but  to  those  who  have  been 
appointed  by  the  prince  whose  subjects  they  are. 

XXVIII. 
And  that  the  laws  of  commerce  may  not  remain  unfruit- 
fuU  as  would  fall  out,  if  the  subjects  of  the  king  of  Great- 
Britain,  v^^hen  they  go  to,  come  from,  or  remain  in  the  do- 
minions,  kingdoms  or  lordships  of  the  queen  of  Hungary  and 
Bohemia  by  reason  of  their  commerce  or  other  business,  should 
be  molested  for  case  of  conscience,  therefore,  that  the  commerce 
be  secure  and  without  danger  as  w^ell  upon  land  as  sea,  the 
said  queen  of  Hungary  and  Bohemia  shall  provide,  that  the  sub- 
jects of  the  said  king  of  Great-Britain  shall  not  be  aggrieved 
contrary  to  the  laws  of  commerce,  and  that  none  of  them  on 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.)  66 1 

any  account  whatsoever  shall  be  molested  or  disturbed  for  their 
conscience,  so  long  as  they  give  no  publick  scandal  or  offence; 
and  the  said  king  of  Great-Britain  shall  likewise  provide  for 
the  same  reasons,  that  the  subjects  of  the  queen  of  Hungary 
and  Bohemia  shall  not  be  molested  or  disturbed  for  their  con- 
science against  the  laws  of  commerce  or  on  any  account 
whatever,  so  long  as  they  give  no  pubhck  scandal  or  offence. 

XXIX. 

That  speedy  justice  may  be  administred  without  let,  hin- 
drance  or  delay,  it  is  agreed  by  her  majesty  the  queen  of 
Hungary  and  Bohemia,  that  all  disputes  arising  about  commerce 
between  the  british  subjects  or  other  traders,  or  whatever  com- 
plaints  may  be  made  concerning  contreband  or  prohibited 
goods,  shall  be  first  heared  before  a  Council  of  commerce  esta- 
bUshed  at  Trieste,  Fiume  etcetera,  wrho  shall  forthwith  give 
sentence  without  partiahty,  favour  or  affection,  and  that  no 
appeal  can  be  made  firom  this  sentence  in  such  causes  touching 
any  of  his  britannick  majesty's  subjects  but  to  the  president 
and  Council  of  commerce  to  be  established  at  Vienna  only,  and 
not  to  any  other  tribunal. 

XXX. 

And  for  the  better  prevention  of  the  differences,  which 
might  arise  touching  the  meaning  of  counterband  or  prohibited 
goods  or  merchandise,  it  is  declared,  that  under  that  term  are 
comprehended  all  species  of  every  kind  of  goods,  wrought  up 
or  not  wrought  up,  used  or  usefuU  in  war,  such  are  all  sorts 
of  arms,  offensive  or  defensive,  particularly  canon,  mortars,  fal- 
conets,  patereroes,  fireworks,  saucisses,  Shells  and  band  grena- 
des,  buUets,  moulds  for  buUets,  muskets,  pistols,  swords,  dag- 
gers,  headpieces,  cuirasses  or  armours,  belts,  gunpowder,  salt- 
petre,  planks  and  timber  for  building  and  refitting  of  ships, 
sails,  pitch  and  cordage,  which  shall  all  be  forfeitable.  But 
this  is  to  be  understood  only  in  case  they  shall  appear  by  the 
bills  of  lading,  to  be  produced  to  the  proper  officers,  to  be  de- 
signed  for  the  succour  of  enemies  or  to  be  bound  to  an  ene- 
my's  port.  Unter  the  name  of  prohibited  goods  are  also  com- 
prehended all  merchandises  of  what  covmtry  soever,  the  ex- 
portation  whereof  is  forbidden  by  the  laws  of  that  country, 


563  1743  ^'  ^'  (Ende  des  Jahres.) 

except  wheat  and  other  breadcorn,  wine,  oil,  firuits  and  other 
eatables,  copper,  iroii  and  steel;  likewise  whatever  may  serve 
for  the  habits  of  both  sexes,  even  ready  made  cloaths,  provided 
they  are  not  designed  for  the  cloathing  of  whole  regiments 
or  companies. 

XXXI. 

All  english  men  of  war  may  freely  enter  and  remain  in 
the  Said  ports  belonging  to  her  majesty  the  queen  of  Hungary 
and  Bohemia,  and  if  any  english  man  of  war  meets  in  the  high 
seas  a  merchant  ship  belonging  to  the  subjects  of  the  queen 
of  Hungary  and  Bohemia  or  viceversa,  then  the  man  of  war 
shall  not  approach  the  merchant  ship  nearer  than  reach  of  ca- 
non  shot,  bat  shall  send  out  the  boat  with  only  two  or  three 
men,  to  whom  the  master  of  the  merchant  ship  is  to  produce 
his  bill  of  lading,  whereby  it  may  be  understood  from  what 
place  she  came,  to  whom  she  belongs,  and  Avith  what  goods 
she  is  laden.  And  in  case  she  be  bound  to  carry  among  others 
any  prohibited  goods  designed  for  the  enemy  of  the  prince  to 
whom  the  man  of  war  belongs,  in  that  case,  and  not  other- 
wise,  such  goods  are  to  be  condemned  and  confiscated;  but  the 
ship,  men  and  other  goods  shall  remain  safe  and  credit  shall 
be  givcn  to  the  bilis  of  lading,  produced  by  the  master  of  the 
ship;  and  when  it  shall  be  found  necessary,  a  mutual  agreement 
shall  be  made  concerning  a  certain  mark  to  be  fixed  upon  all 
such  bills  of  lading  to  give  them  the  better  credit. 

XXXIl. 

Moreover  it  is  agreed,  that  the  liberty  of  navigation  and 
commerce  on  both  sides  shall  be  so  füll  and  unmolested,  that 
although  either  of  the  most  serene  contracting  parties  should 
happen  to  be  at  war  with  one  or  more  princes  or  states,  the 
subjects  of  the  other  most  serene  contracting  party  may  never- 
theless  continue  their  navigation  and  commerce  with  all  kind 
of  security  in  the  same  manner  as  before  the  war  was  begun, 
whether  that  be  done  directly  or  from  one  hostile  port  to  ano- 
ther  hostile  port,  and  that  as  well  in  going  as  returning,  wi- 
thout  any  manner  of  trouble,  disturbance  or  hindrance,  except 
nevertheless  when  the  port  to  which  they  are  bound  is  actualy 
besieged  or  beset  and  blocked   up  towards  the  sea;  and  for 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.)  563 

removing  all  manner  of  doubt,  as  to  what  may  be  understood 
hereby.  it  is  declared,  that  no  seaport  ought  to  be  deemed  ac- 
tualy  besieged,  unless  it  be  shut  up  by  two  ships  of  war  at 
least  in  the  sea  or  by  one  battery  of  canon  at  the  least  on 
the  shore,  as  that  its  entrance  cannot  be  attempted  withoiit 
being  exposed  to  canon  shot. 

XXXIII. 

It  is  furthermore  stipulated  and  agreed,  that  all  merchan- 
dises  of  any  kind  whatever  belonging  to  the  subjects  of  either 
of  the  most  serene  contracting  parties,  if  found  in  an  enemy's 
bottom,  shall  be  confiscated  together  with  the  ship,  tho'  the  said 
merchandises  be  not  of  the  sorts  that  are  prohibited. 

XXXIV. 

Whatever  right  there  may  be  of  inheriting  aliens  estates 
or  any  right  of  the  like  nature,  shall  not  be  made  use  of  with 
respect  to  the  subjects  of  either  of  the  most  serene  contracting 
parties;  but  the  lawfuU  heirs  of  the  deceased,  wherever  they 
died  or  whatever  country  or  province  they  are  of,  shall  suc- 
ceed  them  without  any  hindrance  in  all  goods  as  well  mo- 
veable  as  immoveable,  whether  they  died  testate  or  intestate, 
the  right  of  a  third  person  always  reserved. 

XXXV. 

If  a  merchnnt  or  other  subject  of  either  of  the  abovesaid 
contracting  parties  should  happen  to  die  within  the  others  do- 
minions,  then  the  consul  or  some  other  their  publick  minister, 
it  there  be  any  at  that  time,  shall  repair  to  the  house  of  the 
deceased  and  take  an  inventory  of  all  his  merchandises  and 
effects  as  likewise  of  his  books  and  papers,  which  shall  be  all 
deposited  in  his  hands  or  those  of  two  or  three  merchants 
that  shall  be  named  by  the  said  consul  or  publick  minister,  to 
be  kept  for  the  heirs,  successors  and  creditors,  without  any 
publick  Charge  or  deduction  whatsoever;  but  ifany  such  mer- 
chant  or  other  subject  shall  happen  to  die  upon  a  joumey  or 
in  any  place  where  there  is  no  consul  nor  any  other  publick 
minister  of  his  nation,  in  that  case  the  judge  of  the  place  shall, 
in  the  presence  of  witnesses,  at  the  least  expence  possible, 
make  such  inventory,   and  shall  deliver  to  the  master  of  the 


564  '743  ^*  ^*  (Ende  des  Jahres.) 

family  or  owner  of  the  house  all  the  things  inventoried,  to  be 
by  him  faithfuUy  kept;  which  being  done,  he  shall  give  notice 
of  the  whole  matter  to  the  publick  minister  then  residing  at 
court  or  to  the  consul  of  the  place,  where  the  house  and  fa- 
mily of  the  deceased  are,  to  the  end,  that  they  may  send  so- 
mebody  to  take  into  their  custody  the  things  inventoried  and 
pay  the  debts. 

XXXVL 

If  any  ship  belonging  to  the  british  subjects  should  be 
wrecked  on  the  coast  belonging  to  her  majesty  the  queen  of 
Hungary  and  Bohemia,  in  such  case  the  domain  or  fiscal  of- 
ficers  shall  claim  no  right  to  it,  and  all  plundering  shall  be 
severely  forbidden  to  all  private  persons  w^hatsoever,  and  mo- 
reever  the  lord  and  magistrate  of  the  nearest  place  shall  be 
obhged  to  assist  the  ship  wrecked  persons  .with  all  possible 
help  and  to  save  all  they  can  out  of  the  shipwrecked  vessel, 
and  to  dispose  of  it  in  a  place  of  security,  for  which  they 
shall  be  paid  in  right  of  salvage  5  per  cent  according  to  the 
value  of  the  goods  and  be  reimbursed  their  expences  in  that 
charitable  work;  but  if  the  ship,  how  much  soever  it  may  be 
damaged,  shall  nevertheless  remain  entire  and  neither  the  ma- 
riners nor  the  passengers  shall  be  lost,  it  shall  be  incumbent 
upon  them  to  take  care  of  saving  the  things,  to  whom  howe- 
ver  speedy  help  and  assistance  shall  be  given,  by  furnishing 
them  at  a  reasonable  price  with  whatever  they  shall  stand  in 
need  of. 

XXXVII. 

And  as  it  may  be  often  necessary  on  account  of  the  Si- 
tuation and  neighbourhood  of  the  seaports  of  Trieste,  Fiume, 
Porto-Re  and  Buccari,  to  fix  and  establish  quarantaines  in  Or- 
der to  prevent  the  spreading  of  contagious  distempers,  more 
especialy  the  plague,  her  majesty  the  queen  of  Hungary  and 
Bohemia  promises,  that  proper  care  shall  be  taken,  that  all  such 
quarantaines  shall  not  be  put  in  practice  but  on  solid  and  just 
suspicions  of  places  being  infected  from  which  ships  may  come, 
nor  shall  any  british  sliip  be  prevented  in  the  immediate  lan- 
ding  or  sale  of  her  cargo  without  sufficient  proofs  of  her  Co- 
ming from  such  realy  suspected  places  and  not  on  any  trifling 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.)  665 

pretences.  But  if  such  suspicion  required  the  performing  a  re- 
gulär quarantaine,  the  crew  of  the  said  ship  shall  be  treated 
with  all  humanity,  and  the  goods  and  merchandises  beO  care- 
fully  deposited  and  preserved  in  the  lazarettes  built  for  that 
purpose,  without  its  being  suffered  for  any  debts  however  pri- 
vileged,  were  they  even  due  to  the  fiscal,  or  any  account 
whatever,  to  seize,  detain  or  arrest  the  said  goods  or  merchan- 
dises which  are  performing  quarantaine  in  the  said  lazarettes; 
and  if  out  of  malice  or  evil  Intention  quarantaines  should  be 
established  without  any  just  grounds  by  any  of  the  neigh- 
bouring  states,  her  majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia 
promises  to  erect  and  estabhsh  like  quarantaines  in  her  own 
estates  in  order  to  annoy  and  deter  such  neighbours  from  such 
proceedings. 

XXXVIII. 

Her  majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia  shall  not 
suffer,  that  under  pretext  of  policy  or  any  other  whatsoever 
a  limited  price  be*^)  set  upon  the  merchandises  belonging  to  bis 
britannick  majesty's  subjects;  but  they  shall  be  at-fuU  liberty  to 
seil  at  as  high  a  price  and  to  buy  at  as  cheap  a  rate  as  the 
ordinary  course  of  trade  permits;  the  same  liberty  shall  be 
likewise  enjoyed  by  her  hungarian  majesty's  subjects  in  his 
britannick  majesty's  dominions. 

XXXIX. 

If  the  effects  of  any  merchant  or  subject  belonging  to  her 
majesty  the  queen  of  Hungary  and  Bohemia  should  be  con- 
fiscated,  and  that  some  goods  belonging  to  any  other  merchant 
or  private  person  should  happen  to  be  among  them,  they  shall 
be  restored  to  the  owner,  altho'  they  may  have  been  sold  al- 
ready;  provided  the  money  in  the  whole  or  in  part  hath  not 
been  paid.  And  in  case  the  like  effects  or  goods  were  only 
deposited  with  the  merchant  w^hose  goods  were  seized  and 
he  should  have  sold  them  without  the  permission  of  the  de- 
positor,  then  the  value  of  such  merchandises  shall  be  consi- 
dered  as  a  true  deposit  and  shall  be  paid  to  the  said  depositor 
in  right  of  preference. 


^)  A^  by. 
*)  A  =  by. 


666  1743  s-  ^'  (E^nde  des  Jahres.) 

XL 
Their  majesties  the  king  of  Great-Britain  and    queen    of 
Hungary   and  Bohemia   shall   take  care,  that  their   respective 
people  and  subjects  from   henceforward  do  abstain   from    all 
force,  violence  or  wrong;  and  if  any  injury  shall  be  done  by 
either  of  the  said  princes  or  by  the  people  or  subjects  of  either 
of  them  to  the  people  or  subjects  of  the  other  against  the  ar- 
ticles  of  this  alliance  or  against  common  right,  there  shall  not 
therefore  be  given  letters  of  reprisal,  marque  or  counter-mar- 
que  by  any  of  the   confoederates  untill  such  time  as  justice  is 
sought  and  foUowed  in  the  ordinary  course  of  law;  but  if  ju- 
stice be  denied  or  delayed,   then  the  prince,  whose  people  or 
inhabitants  have  received  härm,  shall  ask  it  of  the  other,   by 
whom  as  is  said  the  justice  shall  have  been  denied  or  refused, 
or  of  the  commissioners  that  shall  be  appointed  by  either  of 
their  said  majesties  to  receive  and  hear  such  demand,  to  the  end 
that  all  such  differences  may  be  Compound  in  friendship   or 
according  to  law;   but  if  there  should  be  yet  a  delay,   or  ju- 
stice should  not  be  done   nor   satisfaction  given   within   six 
months  after  having  the  same  so  demanded,  then  may  be  given 
letters  of  reprisal,  marque  or  counter -marque. 

XLI. 

The  subjects  of  his  britannick  majesty  and  of  her  majesty 
the  queen  of  Hungary  and  Bohemia  shall  be  strictly  forbidden 
to  take  commission  from  any  other  prince  for  fitting  out  pri- 
vatiers  or  letters  of  marque  in  order  to  cruize  against  the  sub- 
jects of  the  other,  and  the  infringer  of  this  article  shall  be 
treated  as  a  pirate  not  only  in  the  provinces  against  which  he 
accepted  such  commissions,  when  being  taken  in  the  very  act 
of  such  cruizing  he  shall  have  been  carried  thither,  but  also 
in  the  dominions  of  the  prince  whose  subject  he  is;  therefore 
such  a  one  shall  upon  the  first  complaint  be  proceeded  against 
criminaly,  even  to  execution. 

XLII. 

And  if  it  shall  happen  hereafter,  that  any  difference  fall 
out  (which  god  forbid)  between  the  king  of  Great-Britain  and 
the  queen  of  Hungary  and  Bohemia,  whereby  the  mutual  com- 
merce and  good  correspondence  may  be  endangered,  the  re- 
spective subjects  and  people  of  each  paity  shall  have  notice 


1743  ^-  ^-  (Ende  des  Jahres)  667 

thereof  given  them  in  time,  that  is  to  say  . . .  months,  to  trans- 
port  their  merchandise  and  effects,  without  giving  them  in  that 
time  any  molestation  or  trouble  or  retaining,  arresting  or  embar- 
going  their  goods  or  persons,  but  on  the  contrary  sufficient  pass- 
ports  shall  be  granted  them  to  go  where  they  shall  think  proper. 

XLin. 

And  to  the  end  that  the  officers  and  magistrates  of  all 
cities,  towns  and  villages,  belonging  to  either,  may  neither  de- 
mand  nor  take  from  the  respective  merchants  and  people  ta- 
xes,  duties,  stipends,  recompenses,  gifts  or  any  other  charges, 
under  the  pretence  of  transits  or  any  other  pretence  what- 
soever,  than  what  ought  to  be  taken  by  virtue  of  this  treaty, 
and  that  the  said  merchants  may  know  and  understand  with 
certainty  what  is  ordained  in  all  things  touching  this,  it  is 
agreed  and  concluded,  that  tables  and  lists  shall  be  put  up  at 
the  doors  of  the  custom-houses  and  registries  or  the  gates  of 
all  the  cities,  towns  and  villages  of  or  appertaining  to  one  or 
the  other  prince,  where  such  rights,  dues  or  customs  are  usualy 
paid,  in  which  how  much  and  of  what  quality  such  rights, 
dues  or  customs  either  to  the  princes  or  any  of  the  aforesaid 
officers  are  allowed  shall  be  put  down  in  writing,  declaring 
as  well  the  species  of  what  is  imported  as  w^hat  is  carried 
out;  and  if  any  officer  or  any  other  in  his  name  upon  any 
pretence  whatsoever,  in  publick  or  in  secret,  directly  or  indi- 
rectly,  shall  ask  or  receive  of  any  merchant  or  other  person 
respectively  any  sum  of  money  or  other  thiifg  by  the  name 
of  due,  right,  stipend,  allowance  or  recompence,  though  it  be 
by  the  way  of  voluntary  donative  more  or  otherwise  than 
aforesaid,  the  said  officer  or  his  deputy,  being  in  such  manner 
guilty  and  convict  before  the  Council  of  commerce  at  Vienna 
or  a  competant  judge  in  the  country ,  where  the  crime  is 
comitted,  shall  be  put  in  prison  for  three  months,  and  shall 
pay  thrice  the  value  of  the  thing  so  received;  of  which  the 
half  shall  be  for  the  prince  of  the  country,  where  the  crime 
is  committed,  and  the  other  half  for  the  denunciator,  for  the 
which  he  may  sue  his  right  before  the  Council  of  commerce 
at  Vienna  or  before  any  competent  judge  of  the  counctry  where 
it  shall  happen,  according  to  his,  the  said  denunciator's,  will 
and  choise. 


668 


1743  s*  ^'  (Ende  des  Jahres.) 


Autr  iche.*) 


Droits  de 

* 

Nouveaux 

douane  le&- 

droits  Jes- 

Consignation 

quels  süivant  le 
vectigal  de  Tan 

quels  se  de 

vronf  payer 

tyib  se    payent 

-       1 
ä  ravenir     1 

presentement 

dm- 

Z(i- 

Auf- 

Les  draps  d'Anßleterre  fins    et  orJinuircs 

suni 

lufi 

>chla« 

IL 

kr. 

!L|kn 

n,  Ikr. 

n.  kr 

1 

payent  consumo  pnr  florin  et  Zuhag  p,  aune 

— 

05 

J 

-^ 

— 

p.  aune 

-'30I 

ßrocade  de  soye  p,  Üvre     ,     .     ,     ,     . 

1 

— 

■|0 

— 

— 

—  45 

Les  soyes  unis  p.  quintnl     »     .     .     .     . 

50 

-— 

50 

— 

— 

— 

SoL- 

Les  demi  soyes  etoffes  p.  quintal      .     . 

25 

30 

U 

^ 

— 

^. 

933 

Tafetas  lustre  et  moire  p.  quitiial 

5f> 

SO 

^ 

— 

— 

^5 

— 

Castor  entier  p.  plece 

1 

^.: 

1 

— 

— 

i— 

— 

30 

Chäpeaux  i 

Moitie'  castor  p.  piece 
Chapeaux  de  laine  d*  Espagne  et 

— 

36 

1 

■- 

_ 

— 

— 

24 

poi)  de  lapin  p.  piece  p     .     «     . 

— 

»8 

j 

«- 

— . 

*_ 

^- 

tQ 

Bas  de  soye  d'homme,  les  plus  fins,' 

couleur  de  ponceou  p,  paire     ,     . 

1 

30 

^- 

^<) 

— 

— 

i 

03 

Bas  de   femme,   Spanishkib,   rose  et 

angüJica  couleur  p.  paire     . 

1 

~ 

— 

36 

'^ 

— 

— 

48 

Bas 

Bas  de  soye  d'homme,  en  valeur  de 

6  florins  p,  paire 

— 

36 

- 

36 

— 

- 

—^ 

3«^ 

Bas  de  femmc  ä  4  florin  -     ,     *     . 

^' 

24 

— 

24 

- 

— 

— 

24 

deto,  d'homme  a  4  florin  .      ,      ,      , 
deto,  de  femme  a   ^^  tlorin 

— 

34 

- 

36 

— 

— 

— 

jo 

18 

-3t"> 

'^ 

— 

— 

'7 

Plomb  p*  qnjntol  . 

'  — 

15 

-\os 

— 

_ 

— 

10 

Galanterie  p*  vuleur  d'un  tlonn     . 

-^ 

^^J 

.    -  - 

— 

^- 

-04J 

Merchandises   de   Nürnberg   cl   Pfennin^- 

werlh  p^iycnt  commc  Kramerey  p.  Üonn 

05 

-  02 

- 

-  , 

— 

03 

Kub^in^s  de  soye,  mtisirc,  conüumo  p*  livrc 

et  Zuhini^  p.  aune  ,      ^      *      *      .      .      * 

t  30 

-  |o6 

-- 

- 

p.  üvre 

— 

32 

Rubans,  double  et  simple,   fins  rubans  de 

soye  - 

1   1  ■^ 

—  frfi 

1 

p,  liv  re 

iH 



1   p  _      (■--,          1 

1 

i\  Dir  cin/wlnai  in  dicsii  uiitl  Jen  fnlßcnJcu  LisU'it  iini;t'liEh[icn  Wate 

1  finden  ^iieli  lucli 

in   diidi:ri:n   gkit:ii/! eiligen    XfauTordaun^cu   vcr/s^ii^liui t:t ^    tdo^li    \^ ticlil   nuiidim 

i\  die   in    unseren 

Lbtfn  a 

ngewe 

iidcte  Woiirurm  seltener  Ali^J rücke  vun  der 

KU 

den 

T  1 

K<k 

\mi 

i\\^ 

in  etwai  ab 

1743  s-  (^'  (Ende  des  Jahres.) 


669 


Droits  de  douane 

Nouveaux 

Jesquels  suivant  le 

droits  lesquels 

Consignation 

vectigal  de  Tan  1726 

devronl  se    i 

se  payent  presentemenr 

payeraTavenir 

Rubans  deto,  Taune  au 

»um 

Zulag 

Mi{^*^h\üg 

.1 

n.  |kr. 

fl,      |kr. 

Ü.     |kr. 

fl. 

kl'. 

1 

1 
1 

desoLts  de  6  kr,  p.^  L   .   . 

— 

— 

1 

p.  livre 

— 

iS 

TiifetEis  mbans  ordinaire 

1 

p,  livre    ..*,*... 

— 

50 

— 

— 

— 

— 

p.  livre 

— 

[2 

RiS  p,  qnintnl     *    .    ,    , 

^-' 

iS, 

— 

05 

- 

- 

- 

06 

Poivre  p*  quintal  -    .    . 

2 

— 

— 

30 

" 

— 

1 

"5 

Gingembre  p.  quintal  . 

— 

45 

— 

*5 

— 

— 

— 

30 

Beiirre  p.  quinmi  *    ■    - 

4 

— 

— 

^ 

— 

— 

2 

— 

Peau  de  \'eau^  accom- 

modee  comme  en  Angle- 

cerre  p,  100  pieces  .   .   ♦ 

4 

30 

t 

~^, 

— 

— 

% 

45 

Peau   de   veau,   faite  ä 

1' ordinaire  p,  100   pleces 

3 

- 

— 

— 

- 

— 

I 

30 

Peau  de  mouton  et  bre- 

bis  apprett^e   daps   L'alun 

p.  100  pieces    ,   ,   .   .   - 

3 

— 

— 

— 

— 

j 

" 

deto,   faiie  a  T  ordinaire 

30 

— 

30 

— 

— 

\ 

— ' 

Livre  de  cuir  p.  quintal 

6 

- 

p^piece 

05 

—     1 

p.  quintal 

3 

— 

Demi  livre  cuir  p,  quintal 

4 

~ 

p.pieec 

05 

— 

— 

p*  quintal 

2 

'5 

Cuir  de  bufle  et   boenf 

sauvage  apprete'  Jans    la 

graisse    de     pobson     p- 

quintal     ........ 

5 

— 

_ 

— 

— 

— 

2 

¥> 

Elend  cuir  p.  quintal  . 

6 

— 

— 

— 

— 

3 

— 1 

evaIu^ii4ofi. 

Canaris  sucre  p.  quintal 

3 

30 

— 

40 

5 

— 

5 

|4S 

Ic  quintd 

Bianc    Sucre    candts    p. 

evalue  a45fl- 

quintal 

ßrun    Sucre    candis    p. 

4 

— ■ 

+0 

5 

-- 

6 

04 

quintal,    rafinat   et  meltss 

1130 

— 

40 

5 

— 

5 

'S 

^t  ^Sfi.  30  kr. 

Farinne  etLümpen  sucre 

2 

— 

— 

20 

5 

— 

5 

oj 

The  en  valeur  d'  un  flor- 

~ 

05 

-^ 

02 

p.  \Wft 

^i 

— 

'9 

Stockrtsh  p.  quintal  ,    * 

— 

20 

-■ 

— 

T 

40 

] 

Laperdon   p.  quintal    . 

1 

— 

05 

I 

40 

I 

02 

Saumon  p.  quintal    .   . 
Harreng   ec  Pttiling  par 

-1^ 

1 

— 

— ^ 

2 

— 

1 

20 

Tonne  

30 

3 

j 

45 

670 


1743  s«  d.  (Ende  des  Jahres.) 


Cocisum 
la  piece 
per  aune 


Auf- 

k 
piece 

par 
aunc 


Consignation 


Droits  de 

douane  les- 

queb  suivant  ]e> 

vectigal  de  Van 

}^i{i  se  payeni 

prcscntement 


Nouveaujc 

droits  lesqueb 

devront  se 

payer  a 

Tavenir 


»An 
38 


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30 

30 


3^ 

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30 

36 


30 

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4D 
Jan 


15 

^3 

10 

30 

19 

30 

J5 

30 

'4 

n 

'5 

'3 

Cronrash  p>  piece  ,. 
Soye  p,  piece    .     .     :     , 
Flannel,    en    Viileur    d'un 

florin  ,..,*.. 
Sarge  de  londranlmc,   r^ii 

nes  ou  estamine  p.  piece  - 
Scoui  p.  piece  •  .  <  * 
Crep  de  dame  p*  piece  . 
Poy  liirge  d' Angle terrei 

consumo  p.  rtorin,  Aufschlag 

p.  piece 

Poy  e'troit,  consumo  p.flor., 

Aufschlag  p,  piece    * 
Eogelsai  double  p.  pieire  * 
deto,  simple  p^  piece  ■ 
CameiotdePais-Basp.  piece 
deto,  de  Saxe  p.  piece  -    - 

I  Polamit  double  p-  piece  * 

1  deto,  simple  p-  piece  , 
Barcan  p.  piece  .     ,     .     * 

I  Droget  fin  p.  piece  . 

}  deto,  moindrc  et  ordinaire 

(  p.  piecü 

Perpetuel,  consumo  p,  flon, 

Aufschlag  p,  piece    - 
Woi^chei  p,  piece  . 
Calamancas  Uns  p.  piece  * 
deto,  moindre   p,  piece    - 
dcto»  ordinaire  p.  piece    - 
(irobgrinn  p.  picce  . 
Purty  p.  piece    ,     .     ,     . 


Con- 

üJkr. 


05 

OS 

40 

'5 
*5 
'5 
40 

^5 
30 
3d 

05 
06 

30 

I  c 

1^ 


Zu- 

\3g 


li  iJir. 


H 


Auf- 


kr. 


I  1^.   kf 


30 


-,n 


p.  florin 


^5 


1743  ^*  ^*  (Ende  des  Jahres.) 


671 


Consignation 


Droits  de  douane 

lesquels  suivant  le 

vecTigal  de  Fan  1716 

se  payent  presente- 

ment 


Nouveaux 

droits  lesquels 

devront  se  payer 

a  Tavemr 


Cünaum 


I  piece  Ziicotton  a  13  ßorim  de 
valeur,  paye  consumo  p.  dorins  et 
Zulaag  p.  piece,  quacid  on  la  fall 
entrer  pour  le  consumo  ,     ,     -     , 

I  piece-  de  cction  entier  en  va- 
leur de  6  florins,  paie  le  consumo 
p.  florfn^  et  Zulaag  p.  ptece,  quand 
ou  la  fait  entrer  pour  etre  con- 
sommee 

I  piece  de  demi  cocton  en  va- 
leur de  5  florins,  paie  consumo  p. 
florins  et  Zulaag  p*  piece,  eCant  en- 
Ire'e  comme  consumo     *     -     .     , 

Pour  le  transito  ce^  Irois  sortes 
pnyent  la   moltie'   comme   s*ensuit: 

Zizcotton  p.  piece 

Gölten  entier  p,  piece     ...     * 
Demi  cotCon 


Zulig 


fl.     kr-. 


Auf- 


en  tout 


en  iQüt 


en  taut 


Transito 


fi,    kl- 


30 


55 


672 


rp43  s-  ^*  (Ende  des  Jahres.) 


Boheme. 


Droits  de  douane.,  du 

Cansignation 

cansumo  et  d'  Aufschlag 
lesquels,  panie  selon  Ic 
veciigal  de  Tan   1737, 
partie  Selon  les  reso- 
lutions  decretees,  se 
pnyent  presentement 

Nouveaux 
droits  lesqueb 

devrojii  se 
payera  Tavenii 

Les    draps   d'Angleterre   fins   et 

fl,  "kr. 

Aiif- 
■schCnK 

tl,     tt. 

}1.  |kr. 

f 

1 

ordinaires  payent  p*  aune  . 

— 

M 

— 

1 

— 

-1.^0 

Brocade  de  soye  par  livre  . 

— 

54 

— 

t 

— 

'57 

Les  SDves  unies  p,  livre  - 

— 

*7 

— 

— 

30 

— 

2S 

Lesdemisoyes  etoffes  p-  quimal 

27 

30 

p.  ptece 

5 

— 

p.  quintal 

9 

21 

Tafetas  lustre  et  moire'  p.  livre  . 

— 

37 

— 

30 

— 

'4 

/  Eniier  et   moiritf    castor 

1     p.  dozQine   ,     ,     ,      . 
Chapeaux/  q^^^^^  castor  de  poil  de 

7 

— 

p.  ptece 

1 

__ 

p.  do^aine 

4 

+5' 

(  livre  et  camel  p*  Jozaine 

a 

30 

p.  piece 

1 

— 

p,  dozaine 

3 

37 

Bas   de    soye    d'homme    et    de 

temme  p.  livre 

— 

37 

p.  paire ; 

— 

3b 

p*  patre 

— 

iS 

Galanterie  en  valeur  d*un  florin 

_ 

oa 

— 

— 

-^ 

04 

Merchaiidises   de  Nuremberg  en 

valeur  d'un  fiorin 

__ 

Ob 

— 

— 

— 

03 

Rubans   de   soye  a  Heurage  par 

iivre  .»..,.**. 

1 

22 

p.  aune  1 

—      Qit 

p.  livre 

— 

20 

deto,  unis  p.  livre  ,     .     .     .     . 

— 

54 

p.  aune 

-    Oh 

p,  livre 

^1 

'5 

Bis  par  quintal 

— 

\b 

'  —\~- 

1 

-\ 

04 

Poivre  ordjnairc  p.  quin  Tal—   — 

1 

3^ 

'—    — 

1 

4.S 

(leto,  blanc  p*  livre    .      .      »     , 

— 

02 

_      -, 

— 

Of 

üingembre  p>  qiiintal  .     ,      .     - 

— 

45 

— 

" 

— 

23 

lleurre  p,  quintal  *      *      ■      ,      * 

— 

30 

-  -1 

-    sl 

Peiiu    de    venu    et    brebis    ncco- 
moJee  p.  loopieces 

50 

p.  florirj  ] 
p    flcro 

\7 

}  p.  Hurin 

0; 

\f43  ^'  ^'  i^^^^  ^cs  Jahres.) 
Boheme. 


673 


Droits  de  douane, 
deconsumo  etd'Auf- 

schlflg  lesquels,  partie 

Nouveaux 

i 

LIansLgnation 

selon  le  victigal  de 
l'an  1737,  partie  Selon 

droits  lesquels 
devront  se  payer 

les  resolutions  de- 

a  Tavenir 

cretees,  se  payeni 

presentemenc 

Con- 

Auf- 

Peau  de   mouton.   tra- 
vaülee    dans    Talun^    sa- 

sum 

W,     kr 

iL  \  kr 

fl.    kl 

misch  ou  peau  de  pelle- 

! 

^p.  florin 

lier   p.   100  pieces  .   -   . 

-  ,  30 

p.  Ibrin 
p,  drio 

- 

(2 

— 

07 

deto,  travailLeedans  du 

tans,  ou   peau   de   ster- 

bling  p,  roo  pieces    *   * 

— 

10 

p.  (lorin 
p.  deio 

— 

03 
J3 

1  p.  flonn 

— 

07 

Cüire,   entier    et    demi 

livre  cuire  de  bufle,  boeuf 

sauvage    et  autre  boeuf 

p,  quintal  >....*. 

3 

— 

p.  piecc 

— 

10 

p.  quintal 

3 

45 

Merchandiscs  de  Pfen- 

nigwerth  et  de  Nürnberg 

1 

cn  la  vakur  d'  an  ftorin 

' 

payent 

— 

(i 

— 

— 

03 

Canaris  blanc  et 

brün  Sucre  candis 

value  ai 

p»  quintal  .   *    .    . 

1 

30 

p.    li^TC 

03 

en  tout 

2 

5'^ 

Sucre  raJinai  et 

ä37fi. 

Sucre  < 

meliss  p.  quintal  , 

1 

— 

f%  livre 



03 

en  tout 

'^ 

02 

Valuc'aUSft. 

Farinne  et  Lum- 

,  p.  quintai 

pen  Sucre  p.  quin- 

tal ......   . 

45 
6 

p.  Iirre 

03 

en  toul 

i 

The'  en  la  valeur   d'un 

3» 

03I 

Stockfiäh  et  Egrefin  p* 

i^ujntal 

— 

30 

p.  livrc 

- 

Ol 

p.quintul 

i 

— 

Laperdon  itemCabüeau, 

Turnia,    Klip,    Stori    et 

Schiff-poUsonp.  quintal  , 

- 

H 

p.  (Ivjrc 

— 

Ol 

p^quintul 

1 

— 

Saumon  fraix  p.  Hvre  . 

— 

6 

— 

— 

. — 

03 

Saumon  enfüme'  et  saJe' 

p.  quintal  .    * 

— 

40 

p.  luTe 

— 

Ol 

p.  quintal 

1 

05 

Harring    et  Pittiing   p- 

Tonne 

" 

30 

piece* 

" 

^aVv 

p.  Tonne 

1 

45 

üsterreichisch-engliache  Staatsvertrfige.  Bd.  |. 


43 


674 


1^43  ^  P-  C^^c  ^Gs  iahres.) 
Boheme. 


Consignntion 


Droits  Je  douane^  de 

consumo  et  d'^Auf- 

sching  lesqueb^  piinie 

Selon  le  vectigal  de 

i*an  1/37,  partie  selon 

Ics  resoluiLons  de^ 

crerJcs,  sc  payent 

presenienient 


Nouveaux 

droits  lesqucls 

devronr  sc  payer 

a  rnvenir 


Con^iium 


fl.  |kr. 


Cronrnsh    p.    piccc    de   44    ä    4O 
nuncs • 

Soye  p.  piccc  u  40  aunes.  . 

FJanncl  d'Angieterre  p,  piece 

detr»,  ordiiiiiire  p.  piece  de  4*1  a  50 
Munes <     * 

Sarfie  p,  piccc  ii  17  aunes 

Scoiii  p.  piece  de  42  ü  43  aiinys 

Crcp    de    dnme   p*  piece   de  45 
a  48  ouncs  «,,..*.» 

Ktroite    de   kiinc   p.  piece    de  30 
il  4jü  aunes  » 

Poy    revcrs,    puy    Jlroite    d'An 
gleterre  p.  piece  ii  37  aunes 

deto,    Pükings  et    Colchester    p* 
piece  de  73  ü  So  aunes  .... 

Engelsat     p-    pie^e    de   40   a   42 
aunes      

Camelot   ün    d'  Holljmde    et    du 
Pais-Bas  p.  piece  de  §^  ä  t>o  ounes 

deto,   etrnngcr  ordinairc   p.  piece 
ii  42  auiie? 

Pülamit    ordinaire    p.  piece    a  40 
aunes 

Rnrcan    Hü  et    ordinaire    p,  piece 
ü  47  aunes 

Drotiuct   le   muindrc   p.  piect!  d< 
4i>  ii  4S  aunes  ,...».. 


-  54 

-  [4^ 


I 


0    — 

I 

4     o!^ 

'    4' 

i     an 
-    5^> 


Auf- 
»chlaq 

n7\  kf. 


n.   I  kr. 


30 


p.  rtorin 


04 


1743  s-  ^'  (£nde  des  Jahres.) 


Boheme. 


675 


Consignation 


Droits  de  douane,  de 
consumo   et  d' Auf- 
schlag lesquels,partie 
Selon  le  vectigal  de 
Tan  1737,  partie Selon 
les  resolutions  dc- 
cret^es,  se  payent 
presentement 


Nouveaux 

droits  lesquels 

devront  se  payer 

a  Tavenir 


Chints 


Perpetual  p.  piece  de  46 
a  48  aunes 

Wurschet  p.  piece  de  16 
a  17  aunes  

Calamancoes  finnes  p. 
piece  u  42  aunes  .... 

deto,  ordinaire  p.  piece 
a  42  aunes 

Grobgrinn  et  satin  p. 
piece  de  16  a  17  aunes  . 

Puffy  p.  piece    .... 

Ziz    fin    p.   piece   ä   20 

aunes    

-  d'autre   p.  piece  de  7 
a  10  aunes  

(lotton  entier ,  etoffes 
de  cotton  p.  piece  u  27 
aunes 

Etoffe  de  demi  cotton 
]).  piece  ä  20  aunes     .   . 

Plomb  p.  quintal  .    .    . 


Consum 
n.     kr. 


9     12 
-      18 
54 
24 
12 

36 


p.  florin 
p.  florin 


p.  piece 
}0  aunes 

p.  piece 
ii  äa^ 
aunes 


Auf- 
sclilag 


fl.     kr. 


8 

—  !  20 
3 


p.  florin 


en  tout 


en  tout 
en  tout 


fl.  |kr. 


04 


43* 


676 


1743  s-  ^-  (J^ndc  des  Jahres.) 


M  oravie. 


CQnisgnation 


Les  dr:ips  iJ'Angleierre  fins  ci 
ortlmpires  payent  p-  fiorin  , 
Brocnde  de  soye  p*  livre  . 
Les  soycs  unkä  p.  quitital  . 
Etofies  de  demi  soyes  p.  qiüntal 
Taferns  lustre  et  moire  q>  quintul 

{castor  entier  p*  piece 
moiiie  casTor  p,  piece 
toüte  Sorte  de  moindre 
chnpeauY  p,  piece  .    . 
Bas  de  soye  ü'hotnme  p.  paire 
Bas  de  soyo  de  femme  et   d'  en 
fant  p.  paire     ..♦.,. 
Galiintene  p,  Honn  .... 
Mcrchandises     de    Nürnberg 

florirv .     , 

Rh  bans  de  loute  sor[c  p,  lidrin 
Ris  p.  quintal     .      .      ,      ,      » 
F^oivre  p.  tiuintiil     . 
Gingembre    entier    ci     blessj 

qüintnl 

Beurre  ctranger  p.  quintal 
Penu   de  venu^    faite  ä  TAngloisc 
p.   roo  pieces 


Droits  de  douane,  de 
consumo  et  d' Auf- 
schlag lesquels  sui- 
vant  le  veciigal  de 
Pan  [701  sc  pnyent 
presememetii 


fl.      kr. 


05 


30 


-     45 
4  '  - 


P'  aimc 


p.  livie 


r*  ("Vre 


30 


30 
30 

I 
1 02 

loij 


Nouveau3c 

droits   Jesqueb 

devront  se  paycr 

a  Tovenir 


p,  paire 
p-  paire 


fcr. 


30 
45 

73 


45 


1743  s.  d.  (Knde  des  Juhr£s.) 
M  o  r  a  V  i  e. 


(77 


Consignuüon 


Droits  de  douane^  de 
consumo  et  d* Auf- 
schlag lesquels  sui- 
vant  ]e  vectigal  Je 
Tan  1731  se  payent 
prescntement 


Nouveaux 

droits  Icsquels 

d^vront  se  payer 

a  Tavenir 


Peau  de  vcau  ordinaire  et  etriin- 
gere  p.  100  pieccs 

Pciiu  de  veau  d^Hongrie  p.  100 
pieces     .     .     ,     >     

Peau  de  mouton  et  brebis  acco- 
modoe  p.  100  pieces  ..... 

Deto,  pas  cncore  accomodJe  p„  1 00 
picccs ,     * 

Mcrchandises  de  Pfennigwerlh  et 
de  Ntirnberg  p.  florin      ,     .     .     . 

Cüira,   livre   cuirc  et   toute   sortc 
de  cuItq  cirangcr  p*  quintal 
Üemi    Uvre    cuire    et    tou!e     sorte 
d'etranger  p.  quinial       ,      ,      *      . 

Cuire  de  bufle,  boeuf  sauvage  et 
imtre  boeuf,  travaüle'e  dans  la  graisse 
de  potKSOQ  p.  quintal    •     .     .     .   « 

Elend  cnire  an  peau  pour  des 
couverts  p,  quintal     .*,.,- 


Consum 

fl. 

kr. 

3 

— 

2 

— 

l 

30 

— 

40 

- 

05 

^ 

4 

30 

5 

- 

6 

— 

Auf- 


30 


iL     kr. 


30 


30 


03 


'5 


30 


678 


1743  s-  d.  (Ende  des  Jahres.) 


M  o  r  a  V  i  c. 


Conslgnation 


Droits  de  dotiane,  de 
consumo  et  d*  Auf- 
schlag lesquels  sui- 
vant  h  vecti^al  de 
V  HO  J731  se  payeni 
[^resentement 


Noaveaux 

droits  Jesqueb 

devront  se  paycr 


Comufn 


Deto.  non  travajUee  p,  quintal  ♦ 
Sucre,  ün  canans  p.  quintal 
DetO)  rufinat  ou   mcHs«,  et  brun 

candis  p.  quintal 

Dcto,  blanc  candis  p.  quintal 
Lumpen  et  farinne  sucre  p.  quintal 

The  p.  Horin 

Stock  fish  p,  quintal     .     ,     .     « 
Laperdon*)  p.  quintal .      ,     ,     , 
Saunion,  enfume  et  sale  p,  quintal 
Harring  et  Pittltng  p.  Tonne 

Cron rasch  p,   piece  de   15  a  30 
aunes     *     «     «     «     i     ,     .     .     . 

Soye  p.  piece 

Fbnnel  p.  piece 

Sarge  p.  ptecc  ä  10  aunes    , 

Scotti  p,  piece 

Crep  de  dame  p,  piece     , 

Poy,  fin  et  ordinaire  p.  tiorin    , 
Engelsat  ou  double  fin  harras  p* 
piece  a  30  aune:s 


kr. 


05 


p,  livre 

p.titre 

p*  lirre 

p*  li^-re 
p,  Uvrr 

^  1  Cent 
P.Tonnt 

piecB 


Auf- 


n.   j  kr. 


03 
^^ 

OJ 

05 

3!  — 
■a|  — 
3|  - 
2    \o 


en  tont 

en  tout 
en  tout 
en  tout 

p*  quint« 
p.  quinr. 

p.  quint, 
p.  Tonne 


aunfü 


p*  piecc 


>  rtorin 


'    50 

5  ,oS 


4.3^ 


48 
03 
3Vt 


5 
5 

! 

f  45 


04 


t|  AI  the  nrticlc  «J.apcrdon^^  AvIuLh  U  our  Ni^wfoundLandl  coii  they  havc  omitted  iddi- 
lional  kluty  jlL  t'o^  p.  qiiiniit^  wliidi  is  agrecd  to  rcrnain  ort  all  otlicr»,  ^o  tli«'  half  we  arc  la  pay 
Li  tl  ro3  thc  duty  tti  atl  bcitig  fl.  10s  p»  LjuinlaL 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.) 
M  o  r  a  V  i  e. 


679 


Consignation 


Droits  de  douanc,  de 
consumo  et  d' Auf- 
schlag lesquels  suivant 
le  vectigal  de  Tan  1731 
se  payent  presentement 


Nouveaux 
droits  lesquels 
devront  se  payer 

a  Tavenir 


Chints 


Deto,  etroit  p.  piece  ä 
30  aunes     

Camelot  comme  aussi 
le  fin  barcan  p.  piece  a 
30  aunes     

Polamit  double  p.  piece 
a  28  aunes  

Deto,  simple  p.  piece  a 
28  aunes  

Baracan  du  Milan  et 
du  Pais-Bas  ou  d'autre 
endroit  p.  piece  a  30  aunes 
p.  20  Horins       

Deto,  fin,  vide  camelot. 
Droguet  unis^  lignc  et  de 
toute  Sorte  p.  piece  a  36 
aunes 

Perpetual  p.  florin    .   . 

Wünschet  p.  piece  ä  15 
aunes 

Cakmancocs  la  plus  finne 
p.  piece  a  30  aunes     .   • 

Deto,  moindre  p.  piece 
a  19  aunes  

Deto,  ordinaire  p.  piece 
a  15  aunes  

Grobgrinn  p.  piece  ä  15 
aunes    

Puffy  p.  piece  a  15  aunes 

Ziz  p.  florin  la  piece  ä 
12  florin 

Cotton,  entier  et  demi, 
comme  aussi  Zizzi    .   .   . 

Plomb  p.  quintal  .   .    . 


Consum 
i\,     kr. 


48 


30 


40 


d*  Hollandc 
et  du  Pais- 
Bas  p.  piece 
de  4}  a  4( 
nunes 


p.  aune 


Auf- 
schlaß 

fl.     kr. 


30 


12 


p.  tlorin 


en  tout 
en  tout 


fl      kr. 


04 


07 


68o 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.) 


Silesie. 

Droits  de  douane  et  d'  Auf- 

Nouveaux 

Consignation 

schlag  lesquels  selon  le 
vectigal  de  Tan  1739  se 

droits  lesquels 
devront  se  payer 

payent  presentement 

ä  Tavenir 

Consum 

Aufschlag 

• 

Reichs- 

Reichs- 

Reichs-I  .. 

Les  draps  d^Angleterre 

thalcr 

Kr. 

thalcr 

Kr. 

thalcr 

|Kr. 

1 

fins  et  ordinaires   payent 

1 

1 

p.  ecu      

— 

03 

— 

— 

-  '03 

Brocade  de  soye  p.  ecu 

— 

Ol 

— 

— 

—       Ol 

Les  soyes  unies  p.  ecu 

— 

Ol 

— 

— 

—       Ol 

Les  demi  soyes   etoffes 

p.  ecu 

~ 

Ol 

— 

— 

—      Ol 

Tafetas  lustr^  et  moir^ 

p.  ecu 

— 

Ol 

— 

— 

— 

Ol 

Chapeaux,  tous  e'trangers, 

fins  et  ordinaires  p.  ecu  . 

— 

06 

— 

— 

— 

06 

Bas,  tous  e'trangers,  bas 

de   soye  et  moitie   soye. 

item   de  poil   de  Beavre 

p.  ecu     

— 

Ol 

— 

— 

-    |oi 

Galanteries  de  prix  p.  ecu 

— 

05 

— 

— 

1 

-  ,05 

—   du  moindre    prix   ou 

1 

Kramerey  p.  ecu     .   .   . 

— 

03 

— 

— 

-  03 

Merchandises  de  Nürn- 

berg et  Pfengwerth  p.  ecu 

-■- 

Ol 

— 

- 

—  .01 

Ris  p.  ecu 

.-__ 

01% 

._. 

._. 

-    loi'/. 

Poivre  p.  ecu     .... 

— 

oiV. 

— 

— 

-    |o.'/. 

Gingembre  p.  ecu     .    . 

-     ioiV« 

— 

-- 

-    loiV, 

Beurre  p.  ecu     .... 

■-      |02 

— 

— 

-   02 

Peau  de  mouton  et  bre 

1 
1 

bis   Sans   aucune   distinc- 

1 
1 

tion  paye  p.  ecu      .    .   . 

1 
—      Ol 

— 

— 

— 

Ol 

Peau  de   veau   sans  di- 

1 

stinction  p.  ecu    .... 

02 

• 

02 

*743  s-  ^-  (En^lc  des  Jahres.) 

S  i  I  c  s  i  c. 


68 1 


Droits  de  douane  et  d' Auf- 

Nouveaux 

Consignation 

schlag  lesquels  selon  le 

droits  lesquels 

vectigal  de  Tan  1739  se 

se  devront  paycr 

payent  presentement 

a  Tavenir 

Consum 

Aufschlag 

1 

Rcichs- 

Rciclis- 

Reichs- 

Elends  peau,  accommode'e 

thaler 

Kr. 

thalcr 

Kr. 

tliater 

Kr. 

ä  la  s:imish,  d'un  entiere 

en  valeur  de  6  ecus    .    . 

30 

— 

— 

— 

30 

DetOi  d'une  au  dessous 

de  6  ecus;  p.  ecu    .   .   . 

— 

01V2 

— 

-- 

— 

oiV, 

Livre  cuire  d'Angletcrre, 

de   Liege,   de   Danzig  et 

autre  endroits,  livre  cuire 

p.  ecu     

— 

03 

— 

— 

-     03 

Sucre,   sans  aucune  di- 

stinction  p.  ecu    .... 

-      Ol'/, 

p.  livre 

— 

03 

p.  quintal 

2      06 

The  p.  ecu 

—    ()6 

— 

—       06 

Stockfish  ei  Platteys  p. 

1 

i 

quintal 

-     05 

p.  livre 

— 

Ol 

p.  quintal 

—      ^'52 

Laperdon  p.  ecu  .    .   . 

- 

02 

p.  livre 

— 

Ol 

p.  quintal 

-  ;33 

Saumon  sans  distinction 

p.  ecu     

Harreng  p.  Tonne    .    . 

: 

02 
06 

sal£ 
p.  livre 
p.  100 
picces 

: 

Ol 

22V. 

p.  quintal 
(p.  Tonne  i 

\   picccs    1 

-  58 

>      P3 

Pittling  p.  ecu   .    .    .    . 

02 

p.    103 

picces 

22  V, 

iv.  Tonne  k 
\   picccs    f 

I      .11 

Toute  Sorte  d'etoffe  de 

1 

laine ,    comme   cronrash, 

i 

soye,  sarge,  camelot,  po 

1 

lamit,  wurschet  et  pareil- 

les  fabriques  p.  ecu    .    . 

— 

017. 

— 

-- 

-  ;«"/. 

EtofTes  de  laine  qui  se 

1 

fabriquent    dans    le    pais 

lesquels  cependant  on  a 

de  coutume  d'  y  faire  ren- 

trer,s9avoirles  calamangs. 

flannels  et   baracans  pai- 

i    1 

ent  p.  ecu     

— 

02 

— 

— 

oa 

Plomb  p.  quintal  •   .   . 

04 

04 

682 


1743  ^*  ^-  (E^nde  des  Jahres.) 
Hongrie. 


Consignation 


Nouveaux 

droits  lesquels 

devront  payer  a 

Pavenir  ä  Trieste 

sur  les  marchan- 

dises  destinees 

pour  le  royaume 

d'  Hongrie 


I 


kr. 


Les  draps  d'Angleterre  payeront  p.  aune    . 

Brocard  ou  etoffes  de  soye  massif  p.  quintal 

Les  soyes   unies,  comme  taffetas  p.  quintal 

Les  etoffes  de  demi  soye,  capizol  p.  quintal 

Chapeaux  payeront  suivant  la  valeur 

Bas  de  toutes  sortes  suivant  la  valeur 

Galanterie  de  Nurenberg,  Steyrer  et       |      payent 

Pfenngwerth  suivant  la  valeur  5  p.  quintal 

Kubans  de  soye  p.  livre 

Ris  p.  quintal 

Poivre  p.  quintal 

Gingembre  p.  quintal 

Beure  p.  quintal 

Peau  de  veau  accomodce  p.  100  pieccs 

Beitier  ou  peau  accomodee  dans  Talun  p.  100  pieces 

Veau  de  boeuf  accomodee  p.  100  pieces     .... 

Veau  de  vactrc  accomodee  p.  100  pieces     .... 

Sucre  candis  blancs  e  brun  p.  quintal 

Deto,  du  plus  fin  p.  quintal 

Deto,  ordinaire  p.  quintal 

The  p.  quintal 

Stockfish  \ 

LaperdonI 

o  /    p.  qumtal 

baumon    [    '     ^ 

Harrengs  ) 

Plomb  p.  quintal 


30 


75 

18 


3 
3 

2 

I 

12 
9 

4 

3 

2 

5 


25 
20 


36 
'5 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.) 
H  o  n  g  r  i  e. 


683 


Consignation 


Nouveaux 

droits  lesquels  se 

devront  payer 

a  Tavenir  a 

Trieste  sur  les 

marchandises 

destine'es  pour 

le  royaume 

d^  Hongrie 


kr, 


Cronrasch  la  piece  ä  32  jusqu'ä  34  aunes    .... 

Soye  ou  double  harras 

Deto,  simple 

Flanelle  presse'e  sera  regarde'e  comme  une  piece  de 
cronrasch 

Sarge  de  Londraie  en  valeur  d*une  piece   .... 

Poy  d'Angleterre -. 

Deto,  ordinaire 

Deto,  poy  commun  de  fourniture  en  la  valeur  d*une 
piece      

Engelsat  sera  regarde'  comme  fins  harras,  la  piece  de 
30  et  32  aunes 

Camelot 

Polamit  et  consenz 

Barcan,  la  piece  ä  35  aunes 

Droguet 

Perpetuel 

Wurschet,  la  piece  ä  14  aunes 

Grobgrinn 

Calamanques,  suivant  la  valeur 

Puflfy  fin 

Deto,  ou  Polamit  ordinaire  la  piece  a  14  aunes    . 

NB.  Cotton  goods  are  by  mistake  omitted  in  this  tarifT, 
and  time  would  not  permit  the  immediate  inserting  of 
them,  but  it  is  understood,  that  they  are  to  be  admitted  at 
least  on  the  present  footing  of  the  duty  in  Hungary, 
which  is  at  60  denarii  or  36  kreytzers  per  piece.') 


par 

valeur 

d'  un  flor. 


04 


i)  Hier  folgen  in  dem  Entwürfe  noch  einige  Auszüge  aus  bestehenden  ZoUurifeo  und 
einige  Calkulationen,  die  Porter  ausgestellt  hat,  um  die  Vorteilhaftigkeit  der  neuen  Tarife  zu 
erhärten. 


684 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.) 


Toiles  de  Silcsie 
de  damas 


ilcsie  \    la 
•    •    J    la 

U  \ 
Scn 
la  1 


Napcs  \ 

I  verßc  I 

Scrvieltcs  i 

vei-gc  j 

Teiles  de  Silesie  \   »^JP^,   \ 

appelle  Diaper   .    (  f/*^'/""  l 

Toiles  de  Silesie  large  de  120 
aunes  d'  Angictcrrc  blanc  ou 
brune   

Toiles  de  Silesie  e'troites  de 
120  aunes   

Lawns  ou  Linon  la  piece  cn- 
tre  4  et  8  aunes 

Dowluss  large  la  piece  de  106 
aunes  d  AngletLTre 

Vins  de  Hongrie  par  )  rcmpii 
Hamburg  paye  par  ton- 
neau  de  352gallons  qui 
faii  environ  dix  Eimers, 
poui'  vendrc 

Vins    de  Hongrie,  \ 

pour  r  usagc  par  -  l 

ticulier )      rcmpii 

Eaux  de  vie  de  France  le 
tonneau 

Cuivre   par   quintai    non    ira 
vaillc,  ronde  ou  quarre,  le  quintai 

Argent  vif,  de  Tendroit  ou  il 
n'est  pas  du  crti 

-    de  Tendroit  du  crü    .    .    . 

Verres  a  boire  le  cent.   .    .    . 


rcmpii 
rcmpii 


Droits  paye' 
par  des 
Anglois 


1.  .| 


-8«V.«, 
-12 '7.«"/.. 

6'VoV. 

2"/.."l4. 


5"/..'/. 
97..V. 
8'/.."/« 

7'7.. 


3 

5 
85%. 


3 '"1.0 


Droits  payu 

par  des 

etrangers 


I.    >. 


2"/,."/.« 

7V«'I. 
2"/«"/.. 


11"/.«'/. 
9*/t.V. 

9"/.."/4. 

10"/.. 
3 


5'/.. 


<'"•/». 


7j4"/.» 


Drawback 

ou  restitution 

des  droits 


1.    .f 


26 


27 


d. 


6- "77. 


8'»/,.'/t 
•  'V..V. 

5V.."/4, 

3%. 
8'V.. 


15  7'-/.. 

8  2"»/,o 

-4%. 


1743  s.  d.  (Ende  des  Jahres.) 


6Ö5 


Droits  pay^ 
par  des 
Anglois 


1.   5. 


Droits  paye 

par  des 

etrangers 


1.    s. 


Drawback 

ou  restitution 

des  droits 


1.    s. 


Bois  de  douelles  aux  barri- 
ques  le  cent  de  120 

Bois  de  douelles  aux  pipes  et 
muid  les  120 

Bois  de  hestre  de  2  pouces 
d'epaiseur  les  120 

Ditto,  en  planches  au  dessus 
de  2  pouces  d^epaiseur  les  50 
pieds  quarre 

Bois  de  chesne  au  dessous  de 
2  pouces  d'epaiseur  et  dessous 
15  pieds  de  longue  les  120    .    . 

Dittes,  de  planches  les  150 
pieds  solid 

Toutes  bois  defendus  comme 
ci  dessus  seront  admis  par  le  port 
de  Trieste. 

Pearl  Ash  defendus  de  Trieste 
les  200  livres 

Wax  ou  cire,  le  quintal      .     . 

Acier,  le  quintal 

Terra  sigilata,  le  livrc     .     .     . 

„  de  Pendroit  d'oü  il  n'est 

pas  crO,  le  livre 

Huile  d'Olives  le  gallon  de- 
fendu  de  Trieste 

Fer,  le  ton  de  20  quintaux  de 
112  8" 

Antimonium  praepartitum  de 
Pendroit    oü    il    n'est    pas    de 

leur  crO 

„    de   Pendroit    de   crO,    le 
livre 


9'/.. 
6'«/.o 
18  io'«/,„ 


9%o 


6'"/.. 
5%, 
5V.. 

<> 

-7.«'/.. 


9"/.. 
7"/« 

19  io'V„ 


■  «•/„ 


9"/.. 
iiV.. 


4'"/.« 

9"/.. 
5"/.. 


0«/.o 
3 


I 


'7 


8'o/,o 
5 


8»V.o 
47«uV6 


-•/*oVi6 


PourvQ  que  toutes  les  articles  ci  dessus  soient  transportes  en  vaisseaux 
Anglois  navige  suivant  les  loix. 

L'un  pour  cent  exige  de  tous  les  vaisseaux  lesqucls  ne  sont  point 
navige  suivant  les  actes  de  Parlement  du  14  annee  de  Charles  2'',  du  i«  de 
Jaques  II.  et  le  9«  de  George  II.  et  dont  Trieste  et  Fiume  doivent  etre 
exemts,  doit  se  payer  des  ports  de  la  mediterran^e. 


606  1744  Aug.  II. 


42. 

Ve?irag  fischen  England  und  Österreich,  die  Zahlung  einer 
Suhsidie  von  300,000  Pfund  St.  an  Österreich  betreffend  d.  d, 
WhitehiiU  1J44  Februar  io\2i. 

Rat,  Georgs  IL  d,  d.  St,  James  1744  Februar  IJI24. 

Völlig  glcühJaiitend  den  Vertriigen  vom  6.  Juli  1742  und  /j.  Fe- 
bruar 174^, 

Dir  Originale  des  Vertrages  im  St.-A,  und  R,  O.,  das  der  engU  Rati- 
fikation im  St.'A, 


43. 

A dditionalsubsidienl^ onven tion  ^wischen  Ma ria  Theresia  und 
Georg  IL  d,  d.  London  1744  Aug,  11^)  und  Deklaration  Was- 
ners  d.  d.  London  1744  ^ttgu^t  IJI14. 

Rat,  Georgs  LI,  d.  d,  St.  James  1744  Nov,  isJQj/  Maria  Theresia' s 
d,  d,    Wien  1744  Aug,  ji. 

Die  Originale  der  Konvention  im  St.-A,  und  R.  O.,  das  Original  der 
österreichischen  Ratifikation  sowie  der  Deklaration  im  R.  O.,  eine  Kopie  der 
letzteren  sowie  das  Original  der  Ratifikation  Georgs  II.  im  St.-A. 

Die  Mitte/,  die  England  im  Februar  1744  der  österreichischen 
Herrscherin  ^ur  Führung  des  Krieges  in  diesem  Jahre  {ur   Verfügung 

gestellt  hatte ,  waren  bald  erschöpft.  Schon  im  Frühjahre  trat  VVasner 
an  Georg  IL  mit  der  Bitte  um  eine  weitere  Geldunterstüt^ung  heran. 
Er  betonte y  dass  Maria  Theresia  im  Interesse  der  allgemeinen  Sache 
ein  Heer  von  170.000  Mann  in  Italien,  im  Reiche  und  in  den  Nieder- 
landen kämpfen  lasse,  dass  sie  aber  ausser  Stande  sei,  eine  so  zahl- 
reiche Armee  ohne  weitere  Hilfe  seitens  ihrer  Verbündeten  ^u  erhalten. 
Allein  lange  blieben  Wasners  immer  erneuerte  Bitten  erfolglos.  Und  der 
unglückliche  Verlauf,  den  der  Feld{ug  in  den  Niederlanden  für  die 
Verbündeten  nahm,  hatte  den  von  Österreich  erhofften  Wechsel  in  der 
Haltung  der  Engländer  nicht  ^ur  Folge.  Dieselben  vertrösteten  Wasner 
auf  den  Augenblick,  in  dem  die  Generalstaaten  den  Krieg  an  Frank- 
reich erklären  würden  und  Hessen  die  Bemerkung  fallen,  dass  sie  in 
dem  Momente,  wo  die  von  Karl  von  Lothringen  geführten  Truppen  den 


')  Für  Jii'  H(\ieutiiiig  dieses  Datums  v^l.  die  liinleitung  /».  6qo. 


1^44  Aug.  11.  687 

Rhein  überschreiten  und  die  Feinde  im  Elsass  und  in  Lothringen  an- 
greifen würden,  der  österreichischen  Herrrcherin  neue  Geldmittel  i^ur 
Verfügung  stellen  wollten.  Kaum  hatte  daher  Wasner  die  Nachricht 
erhalten,  dass  Karl  von  Lothringen  in  den  ersten  Julitagen  den  Über- 
gang über  den  Rhein  bewerkstelligt  habe  und  im  Marsche  gegen  die 
Franzosen  begriffen  sei,  so  überreichte  er  dem  Lord  Carteret  ein  Me- 
moire ^  in  dem  er  auf  das  mit  so  grossem  Erfolge  begonnene  Un- 
ternehmen hinwies  und  :^ir  Fortsetzung  desselben  eine  beträchtliche 
Geldsumme  für  seine  Herrin  forderte,^)  Die  Engländer  giengen  mit 
überraschender  Eile  auf  seine  Pläne  ein.  Am  11,  August  n,  st.  wurde 
der  Vertrag  unterzeichnet,  durch  den  sich  England  ^ur  Leistung  einer 
Additionalsubsidie  im  Betrage  von  i $0.000  Pfund  bereit  erklärte,  wo- 
gegen Maria  Theresia  sich  verpflichtete,  20000  Mann  von  ihrer  in 
Baiern  stehenden  Armee  z^i  den  unter  Karl  von  Lothringens  Führung 
im  Elsass  kämpfenden  Truppen  stossen  ^u  lassen  und  überdies  ihre 
Truppenkorps  in  den  Niederlanden  in  kampffähigen  Zustand  ^u  setzen. 
Als  Ersatz  für  die  aus  Baiern  weggeführten  20000  Mann  sollte  Maria 
Theresia  alsbald  in  den  Er  blanden  eine  Aushebung  von  12000  Mann 
veranlassen  und  diese  Rekruten  sogleich  nach  Baiern  z^r  Ausfüllung 
der  entstandenen  Lücken  senden.  Um  jede  Verzögerung  dieser  Trup- 
penaushebung hintanzuhalten,  sollte  die  Hälfte  der  Subsidie  erst 
nach  Vorlegung  der  Truppenverzeichnisse  ausgezahlt  werden.  Wasner 
hatte  wohl  den  Versuch  gemacht,  eine  grössere  Summe  und  günstigere 
Zahlungsbedingungen  ^//  erreichen,  war  aber  mit  seinen  Bemühungen 
nicht  durchgedrungen.^)  Allein  wenige   Tage  nach  erfolgter  Unter zcich- 


*)  Bericht  Wasner s  d.  d.  ßi.  Juli  1744;  diesem  Berichte  liegt  auch  eine 
Kopie  des  von  Wasner  am  I4l2^.  Juli  überreichten  Memoire's  bei.  St.-A. 

*)  Vgl.  Wasners  Bericht  vom  //.  August  1744'  St.-A.  Die  beiden  an  die- 
sem Tage  unter\eichneten  Verträge^  die  nicht  ratifi\iert,  vielmehr  kassiert  wurden, 
haben  (Or.  St.-A)  folgenden  Wortlaut:  Sa  M*^  la  reine  d* Hongrie  et  de  Boheme 
ayant  fait  representer  a  sa  M*^  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  avec  autant  d*in- 
stance  que  de  regret  de  devoir  luv  Hre  ä*  avantage  ä  charge  pour  le  support  de 
la  cause  publique  que  les  finances  se  trouvent  entierement  epuis^es,  et  le  subside 
accorde  par  sa  M*^  britannique  pour  cette  presente  anm^e  actuellement  consum^ 
par  les  efforts  extraordinaires  qu  eile  a  faits  et  par  V  immense  nombre  de  trou- 
pes  qu'  eile  a  mises  en  campagne,  se  montant  a  plus  de  cent-soixante  et  dix 
mille  hommes,  pour  conjointement  avec  ses  juieles  allies  faire  face  partout  aux 
ennemis  communs  et  spt^cialemenf  pour  arrHer  leurs  progr^s  dans  les  Pa'is-Bas 
par  une  puissante  diversion  sur  le  Rhin;  si  bien  que  sans  le  protnpt  secours 
d*  un  subside  additionel  sa  M*^  la  reine  seroii  dans  V  impossibilitd  absolue  de 
continuer  mJme  a  fournir  la  solde  aux  teoupes  qu*  eile  a  sur  pied,  faute  de  quoy 


600  1^44  Aug.  ti. 

nung  dieses   Vertrages,   dessen    Geltung   ausdrücklich  x>on    der  Ratifi'- 
hation  der  beiden  Herrscher  abhängig  gemacht  wurde,  langte  in  London 


on  les  exposeroit  ä  se  debander,  bien  hin  de  pouvoir,  moyennant  une  lev^  ul- 
terieure,  augtnenter  V  arinee  qui  sous  les  ordres  du  serinissime  prince  Charles 
de  Lorraine  a  si  heuretisement  passi'  le  Rhin  et  peiietr^  en  Alsace ;  la  quelle 
armee  il  est  cependant  indispensable  de  renforcer  afin  de  la  mettre  en  etat  de 
s'  tHablir  et  de  se  soutenir  en  Alsace,  vn  qu'  autrement  eile  se  verroit  bientöt  in- 
ferieiire  aux  forces  que  la  France  se  prepare  ä  a masser  et  ä  assembler  contre 
eile,  et  obligt^e  peut-etre  ä  repasser  le  Rhin. 

Et  sa  M*^  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  ayant  meurement  consiJere  le 
besoin  rcel  et  urgent  Je  sa  M*^  la  reine,  et  V  extreme  necessitt^  qu'  il  y  a  d'y 
subvenir  sans  nul  retard^  si  V  on  ne  veut  risquer  de  faire  perdre  au  serenissime 
prince  Charles  de  Lorraine  les  avantages  qu*  il  a  remport^s  en  Alsace,  et  V  e- 
sperance  de  les  poursuivre  avec  su  ct's  et  de  s* y  maintenir  au  point  de  pouvoir 
hyverner  dana  les  etats  de  France,  par  oh  seulement  Von  pourra  paroenir  ä  ren- 
dre  en  effct,  utiles  d  la  cause  publique  le  sang  et  les  tresors  dejd  empiqyes  et  ä 
terminer  bientot  le  cours  d' une  guerre  si  onereuse  et  si  coutetise  par  une  prompte 
et  solide  paix. 

Par  de  si  justes  moiifs  et  pour  contribuer  autant  qu'  en  luy  est  a  une  fin  si 
salutaire,  sa  M^^  le  roy  dt*  la  Grande- Bretagne  s'  est  port^e  ä  accorder  ä  sa 
M*^  la  reine  d*  Hongrie  et  de  Boheme  le  subside  additionel  qu' eile  luy  a  de- 
mande  si  instamment  en  la  maniere  et  sous  les  conditions  suivantes. 

L  Sa  M^^  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  accorde  d  sa  hP*  la  reine  d' Hon- 
grie et  de  Bohihne  un  subside  additionel  de  cent  cinquante  mille  livres  sterlin, 
tant  pour  V  aider  d  faire  subsister  et  d  augmenter,  moyennant  une  nouvelle  leu^e 
absolument  necessaire,  son  arnuh'  de^a  du  Rhin  que  pour  completer  et  mettre 
mieux  en  etat  d'  agir  ses  troupes  aux  Pais-Bas, 

IL  De  cette  somme  une  moittV'  sera  payt^e  desque  la  presente  Convention 
sera  signce  et  V  autre  nioiiir  d'sque  la  nouvelle  levi'e  cy-dessous  specifit^e  sera 
actuellement  faite. 

IIL  Moyennant  lequeJ  subside  additionel  ainsi  promis,  sa  A/'*"'  la  reine 
d*  Hongrie  et  de  Bohnne  sans  aucune  perte  de  tenis  tire  et  tirera  de  l' arnu^e 
qu* eile  a  dans  les  etats  de  Baviere  le  nonibre  de  vingt  mille  hommes  pour  les 
joindre  en  tonte  di/igen.e  d  V  arnire  com  man, Ire  par  le  serenissime  prince  Char- 
les de  Lorraine  en  Alsace,  et  sa  M'*^  la  reine  achevera  incessamment  de  com- 
pleter et  de  mettre  en  etat  d'agir  les  troupes  qu* eile  a  dans  les  Pais-Bas, 

IV.  Les  dits  vingt  mille  hommes  seront  incessamment  remplaces  par  dou\e 
mille  hommes  que  sa  M**^  la  reine  fait  et  fera  lever  immediatement  dans  ses 
pah  hereditaires  et  qu'  eile  fera  marcher  et  joindre  d  son  arm^e  dans  les  etats 
de  Baviere  d  mesure  qu' ils  sont  et  seront  Iroes. 

V.  lit  aussitdt  que  la  leere  de  res  dou\e  mille  hommes  de  troupes  nou- 
velles  sera  faite  et  complete,  et  qu'  il  en  constera  par  les  rdles  effectifs,  sa  M*^  le 
roy  de  la  Grande-Bretagne  payera  d  sa  M**^  la  reine  d*  Hongrie  et  de  Bohi^me 
et  luy  fera  remettre  les  dernieres  soixante  et  quin\e  mille  livres  sterlin  restantes 
du  subside  additionel  permis  en  vertu  de  rette  Convention. 


1744  Aug.  lt.  689 

die  Nachricht  ein,  dass  Friedrich  IL  der  österreichischen  Herrscherin 
den  Krieg  erklärt  habe  und  in  Böhmen  eingefallen  sei.  Da  nun  unter 
diesen  Umständen  an  eine  Diversion  der  in  Baiern  siehenden  Truppen 
Maria  Theresia' s  an  den  Rhein  und  an  die  Verstärkung  ihrer  Truppen 
in  den  Niederlanden  nicht  ^u  denken  war,  schlugen  die  englischen 
Minister  Wasner  vor,  den  am  11,  August  unterzeichneten  Vertrag  ^u 
kassieren  und  an  dessen  Stelle  einen  anderen  ^u  setzen,  durch  den  der 
österreichischen  Herrscherin  eine  gleiche  Summe  gegen  die  Verpflich- 
tung zugesprochen  werden  sollte,  ihre  Truppen  um  20000  Mann  ^u 
erhöhen,  die  nach  glücklich  beendeten  Kriege  gegen  den  Preussenkönig 
im  Kampfe  mit  Frankreich  Verwendung  finden  sollten,  und  dem  Kur- 
fürsten von  Sachsen  und  König  von  Polen  ßoooo  Pfund  St.,  den  drit- 
ten Teil  der  von  England  gewährten  Subsidie,  ^u  überweisen,  damit 
dieser  eine  Armee  von  20000  Mann,  {U  deren  Haltung  er  sich  Maria 


Ainsi  fait,  regU  et  convenu  entre  les  ministres  soussign^s  de  sa  M**  la 
reine  J'  Hongrie  et  de  Bohihne  et  de  sa  M*^  le  roy  Je  la  Grande-Bretagne  sous 
r  jssurance  reciproque  que  leurs  M^^*  le  raiifieront  et  en  feront  echanger  les 
ratificaiions  le  piütöf  que  faire  se  pourra.  A  Londres  ce  ^o^*  pur  du  mois  de 
fuillet  1744. 

m  L.  S,     Wasner,  L.  S,    HarJwicke. 

L,  S.    Harrington, 

L,  5.     Holles  Newcastle, 

L,  S,    Carter  et, 

L.  S,    Pelham, 

Vom  selben  Tage  existiert  eine  ^weite  Abmachung,  von  denselben  Ministern 
unterzeichnet.  Einleitung  und  Schluss  gleichen  denen  der  ersten  Abmachung ; 
dagegen  lauten  die  Artikel,  deren  nur  4  sind,  etwas  anders. 

/.  Sa  M^^  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  accorde  a  sa  M*^  la  reine  d' Hon- 
grie et  </.•  Boheme  un  subside  additionel  de  cent  cinquante  mille  livres  sterlin, 
tant  pour  V  aider  a  faire  subsister  son  armi^e  en  det^a  du  Rhin  que  pour  faire 
une  nouvelle  levee  de  dou\e  ä  quin\e  mille  hommes,  et  pour  completer  et  mettre 
mieux  en  etat  d' agir  ses  troupes  aux  Pats-Bas. 

IL  Cette  somme  sera  pay^e  dt^squc  la  presente  Convention  sera  signie, 

in,  Moyennant  lequel  subside  additionel  ainsi  protnis,  sa  M*^  la  reine 
d*  Hongrie  et  de  Boheme  s'  oblige  de  conserver  en  entier  V  armde  commandie  par 
le  serenissime  prince  Charles  de  Lorraine  en  Alsace,  et  d*  achever  incessamment 
de  completer  et  de  mettre  en  Mt  d*  agir  les  troupes  qu  eile  a  dans  les  Pats-Bas. 

IV.  De  plus  sa  M*^  la  reine  fait  et  fera  lever  immddiatement  dans  ses 
pais  hereditaires  un  nouveau  corps  de ^  dou\e  a  quin\e  mille  hommes  qu'  eile 
fera  marcher  et  joindre  a  son  arm^e  dans  les  etats  de  Baviere  a  mesure  qu'  ils 
sont  et  seront  levt^s  et  dont  eile  fera  exhiber  a  sa  M**  britannique  les  röles  ef- 
fectifs  dans  V  espace  de  trois  mois  au  plus  tard. 

Auch  diese  Konvention  —  sie  lautet  für  Österreich  etwas  günstiger  als 
die  oben  mitgeteilte  —  ist  nicht  ratifi^ert  worden. 

Österreichisch-englische  Staatovertiüge.  Bd.  L  44 


690  »744  Aug.  tu 

Theresia  gegenüber  durch  die  Abmachung  vom  ij,  Mai  verpflichiei 
hatte, ^)  alsogleich  ^ur  Unterstiitiung  Österreichs  im  Kampfe  gegen 
Friedrich  IL  nach  Böhmen  senden  möge,  Wasner  cntschloss  sich  nur 
ufigern  die  letztere  Bedingung  {u  acceptieren,  fügte  sich  aber,  als  er 
die  Hoßnungslosigkeit  eines  Widerstandes  einsah.'^)  Als  es  dann  am 
24.  August  n.  st.  :{ur  Unterzeichnung  des  neuen  Vertrages  kam,  ver- 
langten die  englischen  Minister  von  Wasner  die  Ausstellung  einer  be- 
sonderen Urkunde,  durch  die  er  sich  ^ur  sofortigen  Ablieferung  von 
ßoooo  Pfund  St.  an  den  König  von  Polen  verpflichten  sollte,  so  bald 
der  entsprechende  Befehl  seiner  Herrin  eingelangt  sei.^)  Auch  ^^n  dieser 
Konzession  musste  sich  Wasner j,  der  Not  gehorchend ,  bequemen.  Er 
stellte  am  24.  August  n.  st.  die  im  nachfolgenden  abgedruckte  Erklärung 
aus,  worauf  die  Unterzeichnung  des  auf  den  11.  August  n.  st,  j^tt rück- 
datierten neuen  Subsidienvertrages  erfolgte. 

Die  Wiener  Regierung  war  mit  der  Tatsache,  dass  der  ursprüng- 
liche  Vertrag  vom   11.  August  kassiert  werden  sollte,   sehr  einverstan- 
den;  sie  meinte,    auch    ohne   den  Einfall  Preussens    in    Böhmen    hätte 
man  es  untunlich  gefunden,  20000  Mann  von  Baiern  nach  dem  Elsass 
marschieren  {u  lassen.^)  Dagegen  war  sie  mit  den  einleitenden   Worten 
des  neuen  Subsidienvertrages  nicht  einverstanden,  und  erklärte  auf  die 
ßoooo  Pfund  St.  nicht  dauernd  verzichten  ^//  können.    Wasner  erhielt 
Befehl,  den  abgeänderten    Vertrag  ^//  überreichen  und  ein  schriftliches 
Versprechen    bezüglich   der   Rückerstattung   der   ßoooo    Pfund   St.    ^« 
fordern,  die  Österreich  den  Sachsen  z^i  geben  hatte.^)    Allein  seine  Be- 
mühungen   einen  Erfolg   ^//    erzielen,    blieben    in    beiden  Punkten    ver- 
gebens.     Mitte  November  wurde    der  nun   {zveimal   abgeänderte    Tractat 
unter  dem  Datum    des   11.  August   in   London    unterzeichnet   und   dem 
Wiener  Hofe    mit   der  Bitte    um    möglichst   rasche    Ratifikation    über- 
sandt.^')  Maria  Theresia  säumte  auch  nicht  den  Vertrag  ^//  ratifiziren, 
Hess  aber  dem   in   Wien  u\ileudcn  Vertreter  Georgs  IL,  Robinson,   eine 
Deklaration  Uherreiclun,  in  der  betont  wurde,  dass  sie  die  Ratifikation 
der  Konvention  vom    11.   Aug.  in    der  Erwarimig    voll{ogen  habe,    dass 
diese  niemals  ^//;;/   Präjudi^    der  von   Robinson    im   Auftrage    Carterets 


»)    Vgl.  Bittner  l.  c.  Nr.  016. 

2)  Btricht  Wdsmrs  J.  J.  21.  Aug.  17.14    St.-A. 

•*j  Bericht  Wasiiers  J.  </.  2=^.  Auir.  ly^f.  St.-A. 

^)   Weisung  an   Wjsnrr  </.  «/.  27.  .1//^.   ij/f    St.-A. 

^•)   Vgl.   Wrisung  an    Wjsnrr  ./.  J.   s.   Okt.   IJ44.  St.-A. 

•')   Vgl.  den  Bericht   Wa^nrrs  J.  d-  /;.  AV):-.   />././.  St.-A. 


1744  Aug.   II.  69  t 

im  August  gegebenen  Erklärungen  gedeutet  werden  würde.^)  Robinson 
erwiderte,  dass  es  sich  damals  um  die  Sendung  von  Truppen  an  den 
Rhein  ^ur  Verstärkung  Karls  von  Lothringen  gehandelt  habe,  während 
die  iweitc  Konvention  im  Interesse  der  österreichischen  Erbländer  ge- 
schlossen worden  sei.  Auf  diese  Erklärung  des  englischen  Gesandten 
erfolgte  eine  neue  Antwort  des  Hof  kandier  s ,  in  der  er  hervorhob, 
dass  Maria  Theresia  bei  Wahrung  ihres  Standpunktes  auf  der  Rück- 
lahlung  nur  soweit  bestehe,  als  es  dem  englischen  Hofe  genehm  er- 
scheinen werde,  dieselbe  erfolgen  ^u  lassen,^) 

Sa  Mt«-'  la  reine  d'Hongrie  et  de  Boheme  ayant  fait  re- 
presenter  a  sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  avec  autant 
d'  instance  que  de  regret  de  devoir  luy  6tre  d'  avantage  ä  Charge 
pour  son  propre  support  et  pour  celuy  de  la  cause  publique 
que  ses  finances  se  trouvent  entierement  epuisees,  et  le  subside 
accorde  par  sa  Mte  britannique  pour  cette  presente  annee  ac- 
tuellement  consum^  par  les  efforts  extraordinaires  qu'elle  a 
faits  et  par  T immense  nombre  de  troupes  qu'elle  a  mises  en 
campagne,  se  montant  ä  plus  de  cent  septante  mille  hommes, 
pour  conjointement  avec  ses  fidöles  alliös  faire  face  partout  aux 
ennemis  communs,  et  specialement  pour  arretter  leurs  progrez 
dans  les  Pa'is-Bas  par  une  puissante  diversion  sur  le  Rhin  pour 
laquelle  sa  Mte  n'a  rien  epargn^  et  qui  a  eflectivement  oblige 
la  France  ä  y  transporter  de  Flandre  une  grande  partie  de  ses 
forces;  tellement  que,  sans  le  prompt  secours  d'un  subside  ad- 
ditionel,  sa  Mte'  la  reine  seroit  dans  T  impossibilitt5  absolue  de 
continuer  meme  le  pret  aux  troupes  qu'elle  a  sur  pied,  bien 
loin  de  pouvoir  faire  une  levöe  ulterieure  et  fournir  aux  autres 
mesures  et  depenses  indispensables  pour  la  mettre  en  6tat  de 
resister  efficacement  h  la  nouvelle  invasion  intentee  par  le  roy 
de  Prusse  contre  ses  pais  hereditaires,  et  de  la  repousser  assez 
promtement  pour  que  la  France  ne  puisse  derechef  tourner 
toutes  ses  force^  contre  les  allies  de  la  reine. 

Et  sa  Mte  britannique  ayant  meurement  consider^  le  besoin 
reel  et  pressant  de  sa  Mte  la  reine,  et  V  extreme  necessite  qu'  il 
y  a  d'y  subvenir  sans  nul  retard,  si  Ton  ne  veut  risquer  de  la 


•)  Weisung  an  Wasnt^r  d,  d,  10,  De^.  1744-  St-A, 

»)  Die  Antwort  Robinsons  und  Gegenerklärung  Vlefelds   liegen  der  Wei- 
sung an  Wasner  d,  ä,  11,  De\,  1744  bei.  St.-A. 

44* 


692  '744  Aug.  it. 

voir  accablce  par  le  nombre  de  ses  ennemis  et  de  perdre  sans 
ressource  quelconque  toute  esperance  d'une  paix  qui  puisse 
rassurer  la  liberte  publique;  par  des  motifs  si  justes  et  si  ur- 
gens  sa  Mte  britannique  s'est  portee  ä  accorder  ä  sa  Mt^'  la 
reine  d'  Hongrie  et  de  Boheme  le  subside  additionel  qu'  eile  luv 
a  si   instamment  demande  en  la  maniere  suivante. 

I. 

Sa  Mt^'  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  accorde  ä  sa  Mtc 
la  reine  d' Hongrie  et  de  Boheme  un  subside  ndditionnel  de 
Cent  cinquante  mille  livres  sterlin,  tant  pour  l'aider  ä  faire  sub- 
sister  ses  armces  qu'a  les  augmenter  par  une  nouvelle  lev6e 
au  moins  de  vingt  mille  hommes,  et  k  completer  et  mettre 
mieux  en  etiit  d'agir  les  troupes  qu'elle  a  sur  pied. 

II. 

Cette  somme  de  cent  cinquante  mille  livres  sterlin  sera 
pay^e  des  la  signature  de  la  presente  Convention  afin  qu'elle 
puisse  etre  employce  sans  aucun  delay  ni  perte  de  tems  aux 
usages  salutaires  auxquels  eile  est  destinee. 

III. 

Moyennant  lequel  subside  ainsy  accorde  et  payö,  sa  Mte 
la  reine  d' Hongrie  et  de  Boheme  s  oblige  de  fournir  immedia- 
tement  a  sa  Mtc  le  roy  de  Pologne  la  somme  de  cinquante 
mille  livres  sterlin  pour  mettre  en  etat  d'agir  un  corps  au  moins 
de  vingt  mille  hommes  qui  doit  joindre  son  armee  en  Boheme, 
et  d'achever  incessament  de  completer  et  mettre  mieux  en  etat 
d'agir  ses  propres  troupes. 

IV. 

De  plus  sa  M^^-'  la  reine  d' Hongrie  et  de  Boheme  fait  et 
fera  lever  immediatement  dans  ses  pais  hereditaires  un  nou- 
veau  ccM'ps  au  moins  de  vingt  mille  hommes  pour  renforcer 
ses  armees  et  les  mettre  en  etat  de  se  retourner  avec  plus 
d'efficace  contre  la  France  apres  avoir  pourvü  a  la  seurete  de 
ses  etats  hereditaires;  et  eile  fera  exhiber  a  sa  Mte  britannique 
les  roles  ellectifs  dans  Tespace  de  trois  mois  au  plus  tard. 

Ainsv  fait,  regle  et  convenu  entre  les  ministres  soussignes 
de  sa  Mt^'  la  reine  d' Hongrie  et  de  Boheme  et  de  sa  Mte  le 


1744  Aug.  24.  693 

roy  de  la  Grande-Bretagne  sous  Tassurance  reciproque  que 
leurs  Mtez  le  ratifieront  et  en  feront  cchangcr  les  ratifications 
le  plustöt  que  faire  se  pourra.  A  Londres  Tonzieme  jour  du 
mois  d'Aoüt  1744. 

L.  S.    J.  Wasner.         L.  S.    Hardwicke  C 

L.  S.    Harrington  P. 
L.  S.    Holles  Newcastle. 
L.  S.    Carteret. 
L.  S.    II.  Pelham. 


Comme  Tobjet  principal  de  la  Convention  du  30  de  Juil- 
let  dernier  a  ete  de  prevenir  le  besoin  dejä  apparent  alors  oü 
la  reyne  de  Hongrie  et  de  Boheme  pourroit  se  trouver  d'ar- 
reter  les  progres  du  serenissime  prince  Charles  de  Lorraine  en 
rappellant  une  partie  de  son  armee  pour  la  deffense  des  pa'is 
hereditaires ;  et  comme  depuis  la  signature  de  la  dite  Conven- 
tion on  est  authentiquement  informe  que  le  roy  de  Prusse  fait 
marcher  une  armoe  formidable  pour  attaquer  la  Boheme  ce 
qui  obligeroit  en  effct  sa  Mt«'  la  reyne  d'y  appeller  une  partie 
de  Celle  que  monseigneur  le  prince  Charles  commande,  a  moins 
qu'il  n'y  soit  suppige  par  le  secours  que  sa  Mte  polonoise  en 
qualite  d'electeur  a  promis  ä  la  reyne  et  qu'on  ne  fournisse 
sur  le  champ  ä  sa  dite  M^e'  polonoise  les  moyens  de  mettrc  ce 
secours  en  mouvement;  pour  ces  causes  les  ministres  de  sa 
Mte  britannique  ont  par  son  ordre  declarc  a  moy,  soussigne 
ministre  plcnipotentiaire  de  sa  Mte  la  reyne,  que  le  subside  ad- 
ditionel  de  150.000  Li v.  St.,  promis  en  vertu  de  la  dite  Conven- 
tion du  30  Juillet,  nc  sera  delivrö  que  sous  Texpressc  condition 
que  50000  Liv.  St.  en  soient  avancees  immediatcment  par  sa 
Mte'  la  reyne  a  sa  Mte  le  roy  de  Polognc,  affin  de  le  mettre  en 
etat  de  rcmplir  sans  delai  les  engagements  oü  il  est  entre  avec 
eile  pour  la  deffense  de  ses  pais  hereditaires,  et  non  autrement; 
en  conformite  de  quoy  je  mc  Charge,  aussitöt  que  j'aurai  re9U 
des  ministres  de  sa  Mte'  britannique  le  dit  subside  additionel  en 
enticr,  d'en  rcmcttre  la  sommc  de  50000  Liv.  St.  h  Leipzig  ou  tel 
autrc  endroit  qui  sera  juge  le  plus  convenable  pour  cet  effet, 
pour  qu'  eile  y  soit  toute  prete  ä  etre  avanc^e  ä  sa  Mte  le  roy 
de  Pologne  pour  V  usagc  du  secours  susdit,  du  moment  que 


694  »745  Jan.  8. 

sa  Mte  la  reyne  Tordonnera  sur  le  rapport  que  je    luy  vais 
faire  de  ce  que  dessus. 

A  Londres  ce  13/24  d'Aoüt  1744. 

L.  S.    J.  Wasner. 


Allianz  {wischen  Maria  Theresia,  Georg  IL,  Friedrich  Au^^ust  IL 
von  Sachsen-Polen  und  den  Generalstaaten  samt  j  geheimen 
Separatartikehi  d.  d.   Warschau  iJ4^  Jan,  8. 

Rat.  Georgs  IL  d,  d.  St.  James  1743  Februar  11I22 ;  Maria  Theresia  s 
d.  d,  Wien  1743  Februar  20;  Friedrich  Augusts  d.  d,  Dresden  1743 
Mär{  2/  der  Generalstaaten  d,  d.  Haag  1743  Mär\  12, 

Die  Originale  des  Hauptvertrages  samt  Geheimartikeln  sowie  der  Rati- 
fikationen der  Generalstaaten  und  Friedrich  Augusts  im  5/.-.4.  und  R.  O. ;  das 
Original  der  englischen  Ratifikation  im  St,-A.,  jenes  der  Ratifikation  Maria 
Theresia* s  im  R.  O. 

Drucke  bei  Bittner  Nr,  9/p. 

Die  Wiederaufnahme  der  Feindseligkeiten  ^wischen  Preussen  und 
Österreich  im  Sommer  1744  rief  bei  Maria  Theresia  und  den  See- 
mächten den  Wunsch  hervor,  den  Kurfürsten  von  Sachsen,  der  durch 
die  im  Dezember  1743^)  und  Mai  1744^)  mit  Österreich  getroffenen 
Vereinbarungen  seine  Preussen  feindliche  Gesinnung  kundgcthan  hatte, 
enger  ati  sich  yti  fesseln  und  sich  seiner  Mitwirkung  bei  dem  voraus- 
sichtlich  schweren  Kampfe  gegen  die  gemeinsamen  Gegner  >{//  ver- 
sichern.^) In  diesem  Sinne  hatte  Georg  IL,  unmittelbar  nach  dem  Ein- 
langen der  Nachricht  von  dem  Marsche  der  preussischen  Truppen  nach 
Böhmen,  an  Maria  Theresia  das  Ansuchen  gestellt,  dem  Kurfürsten 
von  Sachsen  einen  Teil  der  ihr  zugesagten  englischen  Subsidien  ^u 
überlassen  ,*  ///  diesem  Sinne  drängte  er  ^u  gleicher  Zeit  den  Wiener 
Hof  durch  weitgehendes  Entgegenkommen  gegenüber  den  Forderungen 
Friedrich    Augusts    die    Durchführung   des   geplanten    Bündnisses    mit 


')  Vgl.  den  Abdruck  des  Vertrages  vom  20.  De^  ly^^  bei  Wenck  Codex 
juris  gentium  rrcrntissimi  I.  722. 

*)  Angeführt  bei  Vesque  von  Püttlingen,  Sachsen  74;  vgl,  Droysen  l.  c. 
//.  2^y  f.,  woselbst  der  Wortlaut  {.  T.  angtführt  ist, 

^)  ^^^^«  f*^  ^'^  allgemeine  Lage  in  dieser  Zeit  Arneth  IL  398  ff, ;  Koser 
l.  c.  I.  214  ff. 


1745  Jan.  8.  695 

diesem  Fürsten  ^n  ermöglichen,  ^)  Die  Situation  war  für  Maria  The^ 
resia  eine  recht  schwierige,  Sie  unterschätzte  die  Vorteile  nicht,  die  ihr 
aus  einer  energischen  Anteilnahme  des  sächsischen  Herrschers  an  dem 
Kriege  gegen  Friedrich  II,  erwachsen  konnten  /  allein  die  seit  Jahren  mit 
Friedrich  August  geführten  Verhandlungen  Hessen  keinen  Zweifel 
daran  übrig,  dass  er  sich  seine  Mitwirkung  von  ihr  sehr  teuer  werde  be- 
fahlen  lassen.  Hatte  er  doch  von  dem  Augenblicke  an,  da  er  dem 
Wiener  Hofe  von  seiner  Neigung  Kunde  gab,  mit  demselben  gemein- 
sime  Massregeln  ^ur  Verhütung  eines  weiteren  Anwachsens  der  preus- 
sischen  Macht  ^u  ergreifen,  darauf  hingewiesen,  dass  er  für  seine  Mit- 
hilfe eine  Entschädigung  auf  Kosten  Österreichs  verlange,  von  der  Er- 
werbung einiger  böhmischer  Kreise  gesprochen  und  den  Gedanken  des 
Wiener  Hofes,  sich  für  seine  Ixistung  auf  Kosten  Preussens  befahlt 
{U  machen,  energisch  {urückgewiesen,^^)  Und  wenn  er  auch  dann,  der 
Not  gehorchend ,  von  solchen  Forderungen  zurückgetreten  war  und  sich 
im  Vertrage  vom  20.  De^,  1/4}  mit  dem  Erbrechte  seiner  Gattin  und 
deren  Descendenten  auf  die  gesamten  Erbländer  der  deutschen  Linie 
der  Habsburger  im  Falle  des  Ablebens  der  Nachkommen  Maria  The- 
resia's  begnügt  hatte^  so  war  vorauszusehen,  dass  er  jetzt,  wo  es  sich 
im  Hinblicke  auf  die  drohende  Haltung  Friedrichs  II,  um  einen  weit- 
aussehenden  Krieg  handelte,  die  alten  Wünsche  wieder  vorbringen  werde. 
In  der  Tat  säumte  Friedrich  August  nicht,  die  günstige  Gelegenheit  ^w 
benützen.  Er  forderte  im  Falle  der  Rückeroberung  Schlesiens  für  Maria 
Theresia  von  dieser  nebst  kleineren  Konzessionen  auch  die  Abtretung^)  der 
Fürstentümer  Sagan,  Glogau  und  Jauer,  Die  Wiener  Regierung  wies 
dieses  Begehren  in  der  entschiedensten  Weise  -{//r//^yt/  erklärte  sich 
aber  bereit,  gegebenenfalls  das  schlesische  Fürstentum  Crossen  mit  Zül- 
lichau  und  die  preussischen  Lehen  in  der  Lausitz  an  Sachsen  gelangen 
ZU  lassen  und  versprach  überdies,  im  Falle  die  Waffen  der  gegen 
Friedrich  IL  Verbündeten  siegreich  sein  sollten,  dem  Bundesgenossen 
eine  wesentliche  Gebietserweiterung  auf  Kosten  des  besiegten  Gegners,*') 
Von  diesen  Entschlüssen  Hess  sie  dem  englischen  Könige  und  den  mass- 
gebenden englischen  Ministern  —  die  unaufhörlich   in  Maria   Tlieresia 


•)   Vgl.  die  Berichte  Wasners  vom  Aug,  und  Sept.  1744,  St.-A, 

')  Für  die  österreichisch-sächsischen  Verhandlungen  im  Jahre  174^  vgl. 
Ärneth  l.  c,  II,  ;oSß. ;  Droysen  l,  c,  II.  202, 

^)  Vgl.  Arneth  l.  c,  IL  4^4. 

*)  Ebenda;  die  entscheidenden  Weisungen  an  Esterha\y  er  flössen  am  ij, 
und  ^o.  Sept,  1744,  St.'A.  fSax,) 


696  «745  Jan.  8. 

drangen,  Sachsen  {u  befriedigen^)  —  Mitteilung  machen  unti  heauf- 
tragie  Wasner  {u  gleicher  Zeit  in  ihrem  Namen  die  Bitte  auszuspre- 
chen, den  sächsischen  Forderungen  „nicht  mit  Abbruch  unseres  Er{' 
hauses  :[uviel  nachzugeben.  Wir  sagen^  fuhr  sie  fort,  wohl  bedacht 
mit  Abbruch  unseres  Er{hauses,  indem  sobald  uns  Schlesien  wieder  {« 
Teil  wird,  wir  gar  wohl  ^ufrieden  sind,  dass  Kursachsen  mit  Abbruch 
des  getneinsamen  Feindes  ^u  dem  Ende  begünstigt  werden  möge.  Das 
ist  um  so  nötiger ,  weil  wir  wissen,  dass  Sachsen  sich  auf  unsere 
und  nicht  auf  Kosten  Preussens  vergrösser n  will  und  anderenteils,  dass, 
wie  ehedem  {um  Behuf  sowohl  Preussens  als  Sardiniens  in  uns  ge- 
drungen worden,  die  Beisorg  mehr  dann  ^uviel  bestärkt,  dass  das  näm- 
liehe  nunmehr  {um  Behuf  Kursachsens  erfolgen  dürfte y^) 

Bevor  noch  Wasner  in  die  Lage  kam  seifte  Verhandinngen  mit 
den  englischen  Ministern  {u  beginnen,  hatten  ihm  diese  ein  von  ihnen 
verfasstes  Projekt  des  geplanten  Bündnisses  über r eicht, ^^  ;[w  dessen  Teil- 
nehmern  nach  dem  ursprünglichen*'^,  später  fallen  gelassenen  Plane  auch 
Russland  fahlen  sollte.  Der  Vertreter  Maria  Theresia' s  konnte  nach 
beendeter  Lektüre  desselben  nicht  leugnen,  dass  die  Bestimmungen  dieses 
Entwurfes  den  Wünschen  und  Bedürfnissen  seiner  Herrin  in  allen 
wichtigen  Punkten  entsprachen.  Der  sächsische  Kurfürst  sollte  neiter- 
Hell  die  Anerkennung  der  pragmatischen  Sanktion  aussprechen,  der  be- 
drohten Herrscherin  eine  Armee  von  joooo  Mann  j^ur  Verfügttng 
stellen  und  dafür  von  den  Seemächten  eine  jährliche  Subsidie  x}on 
ißo.ooo  Pfund  St.  erhalten.  Dass  diese  Armee  nach  Beseitigung  iler 
Böhmen  drohenden  Gefahr  auch  anderswo  verwendet  werden  sollte,^) 
konnte  Österreich  nur  genehm  sein.  Und  ebenso  befriedigend  fand 
Wasner  die  Bestimmungen  beiügiich  der  Fortdauer  aller  früher  unier 
den  V erblindeten  geschlossenen  Vereinbarungen  für  die  Zeit  des  Krieges 


•)   Vgl.  die  Berichte  Robinsons  vom  Aug.-Okt.  17^4-  R.  O. 

^)  Weisung  an   Wasner  d.  d.  10.  Sept.  1744.  St.-A, 

^)  Bericht  Wasners  d.  d.  18.  Sept.  1744.  St.-A.  Dem  Berichte  liegt  J,js 
englische  Vertragsprojekt  hei. 

^)  Bericht  Wasners  d.  d.  18.  Sept,  1744.  St.-A, 

*)  Der  Artikel  6  des  Projektes^  der  darauf  Be\ug  hatte,  verfügte^  dass 
der  Herrscher  von  Sachsen-Polen,  nach  Beseitigung  der  Böhmen  drohenden  Ge- 
fahr, JOOOO  Mann  auf  eigene  Kosten  nach  den  Niederlanden,  oder  wohin  sonst 
es  das  allgemeine  Interesse  er/ordern  würde,  marschieren  lassen  sollte.  Doch 
wurde  dieser  Artikel  auf  Wunsch  Friedrich  Augusts  dahin  geändert,  dass  diesem 
für  die  versprocht^e  Sendung  von  loooo  Mann  eine  jährliche  Subsidie  von  poooo 
Pfund  St,  \Ugesagt  wurde. 


1745  «^^n»  ^*  697 

und  der  nun  geschlossenen  Verbindung  auch  nach  Abschluss  des  Frie- 
dens mit  den  gegenwärtigen  Feinden.^) 

Auch  die  ß  geheimen  Separatartikel ,  die  dem  englischen  Projekte 
einverleibt  waren,  fanden  den  vollen  Beifall  Wasners.  Dass  sich  Sach- 
sen in  dem  ersten  ^u  einverständlichem  Vorgehen  mit  Hannover  und 
Österreich  auf  dem  Reichstage,  in  dem  ^weiten  {ur  Förderung  der  ge- 
meinsamen Interessen  bei  einzelnen  geistlichen  und  weltlichen  Fürsten 
verpflichtete, ^^^  konnte  Österreich  nur  vorteilhaft  sein,  und  wenn  der 
Kurfürst  von  Sachsen  als  Gegenleistung  dafür  forderte ,  dass  Öster- 
reich und  England  seine  auf  Stärkung  seiner  Herrschergewalt  in  Polen 
gerichteten  Bestrebungen  unterstützen  sollten,  so  konnte  dies  dem  kai- 
serlichen Gesandten  umso  weniger  bedenklich  erscheinen,  da  dabei  aus- 
drücklich die  strenge  Wahrung  der  Gesetze  und  Konstitutionen  Polens 
betont  wurde.  Ja  selbst  gegen  die  beiden  Artikel  (j.  und  8,),  die  sich 
auf  die    Sachsen    {U   gewährenden    Entschädigungen    belogen ,    glaubte 

Wasner  nichts  wesentliches  einwenden  ^u  können.  Denn  dass  die  Ver- 
bündeten dem  ihnen  ^u  Hilfe  eilenden  Kurfürsten  den  Besit^  seiner 
deutschen  Länder  garantierten  und  das  Versprechen  gaben,  die  Waffen 
nicht  aus  der  Hand  {//  legen,  bis  ihm  etwa  verloren  gehende  Gebiete 
lurückgestellt  seien,  verstand  sich  von  selbst.  Und  wenn  nach  dem 
8,  Artikel  die  Verbündeten  sich  verpflichten  sollten,  im  Falle  eines  Er- 
folges, den  Kurfürsten  teilnehmen  ^u  lassen  ,,aux  avantages  qiii  en 
reviendront  par  des  convenances  qu  on  lui  procurera^^ ,  und  beim  näch- 
sten Frieden  auf  die  Interessen  Sachsens  die  möglichste  Rücksicht  {u 
nehmen,    so   entsprach   die   allgemeine   Form    dieser  Zusage   gan{   den 

Wünschen  des  Wiener  Hofes.  Es  kann  auch  kein  Zweifel  bestehen, 
dass  Maria  Theresia,  obgleich  ihr  die  Fassung  e  niger  Artikel  des  eng- 
lischen Projektes  nicht  behagte,^)  die  Einwilligung  {ur  Unterzeichnung 


*)  Dtis  englisciw  Projekt  lautete  be\üglich  dieses  Punktes  weit  präziser  als 
das  definitive  Übereinkommen,  indem  in  jenem  bestimmt  wurde,  dass,  im 
Falle  einer  der  Verbündeten  nach  erfolgtem  Fri.'densscIUusse  von  einem  der  Feinde 
angegriffen  wer  Jen  sollte,  die  Übrigen  demselben  ohne  Zögern  Hilfe  leisten  soll- 
ten, falls  ihre  Bemühungen,  den  Angreifer  von  jedem  feindliclten  Vorgehen  ab- 
\uhalten,  innerhalb  \weier  Monate  ohne  Frfolg  bleiben  würden.  Die  Hilfsquote 
für  Fngland  und  Österreich  wurde  mit  Sctoo  Mann  {u  Fuss  und  2000  \u  Pferd, 
jene  Sachsen-I^olens  mit  .fcHJO  ;{«  Fuss  und  2000  \u  Pferd,  die  der  General 
Staaten  mit  ^000  {u  Fuss  und  1000  \u  Pferd  festgesetzt 

*)  ////  Projekte  war  von  den  geistlichen  Fürsten  nur  Main^  genannt. 

•)  Vgl.  die  Weisung  an  Wasner  d.  d,  y  Okt,  1744.  St,-A.  Sie  klagte  vor- 
nehmlich über  die  Einleitung  des  Vertrages^  die,  ungemein  breit  gehalten,  das 
Bestreben   des  englisclien  Hofes  erkennen  liess,   den  Preussenkönig  möglichst  \u 


698  »745  J**n«  ß- 

dieses  Vertrages  sogleich  gegeben  hätte,  wenn  nicht  die  Etigländer  zu- 
gleich mit  der  Überreichung  dieses  Projektes  das  Ersuchen  an  sie  ge- 
stellt hätten,    dem  sächsischen  Kurfürsten  in  der  Entschädigungsfrage, 
über  die  ^wischen  Osterreich  und  Sachsen  separat  verhandelt  wurde  — 
und  in  die  direkt  einzugreifen  für  England  kein  Grund  vorlag  —  mög- 
lichst weit  entgegenzukommen,^)     Wie  sie   sich   aber   dieses  Entgegen- 
kommen der   österreichischen  Herrscherin  d.ichten,    wurde  dieser    klar, 
als  Robinson  für  die  Forderung  des  sächsischen  Hofes  auf  Überlassung 
der  }  Fürstentümer  Grossglogau,  Sagan  und  Jauer  eintrat  und  auf  die 
Einwendungen   der    Wiener  Regierung  von    der   Notwendigkeit   sprach, 
auch  mit  Opfern  die  Bundesgenossenschaft  Friedrich  Augusts  ^u  gewin- 
nen,^) Maria  Theresia  war  über  die  Haltung  des  englischen  Ministeriums 
empört,     Sie  erklärte  in  der  entschiedensten  Weise  über  die  den  Sach- 
sen bereits  gemachten  Anerbietungen  nicht  hinausgehen   ;[«  wollen  und 
begleitete    ihre    Absage   an    England  mit   den    an    Wasner  gerichteten 
It zeichnenden     Worten:     „In     Weltsachen    muss    nach    den      Werken 
und  nicht  nach  den  Worten  geurteilt  werden,  und  jene  z^lg^'^  "w  ^H- 
zu  klar  an,  dass,  wenn  auch  durch  den  göttlichen  Beistand  und  unsere 
fast  alleinige  Anwendung   die  Sachen  gut  gehen    sollten,    dennoch  nur 
immer   unser   Er^haus  geschwächet,    nicht  aber    die  Mittel   demseibcn 
wieder  aufzuhelfen  angewendet  oder  auf  unschädliche,  billige  Wege  lier 
andringenden  Not  ^u  steuern,  verf allen  werden  wollen/*^)  Das  energisclie 
Auftreten    der   österreichischen  Herrscherin   verfehlte    nicht  in  London 
Eindruck  -{//  machen ;    man  erklärte   daselbst   keinerlei  feindliche  Ab- 
sichten  gegen  Osterreich    {u  hegen    und  nur    im    Interesse   der    allge- 
meinen Sache  einige  Konzessionen    an  Sachsen  hefüncortet   z'*  haben.^) 
Unterdessen    war   es    den    Vertretern    Maria    Theresia' s   am  polnischen 
Hofe  gelungen ,    Friedrich    August    {ur    Billigung   der   von    Osterreich 
vorgeschlagenen    Änderungen    an    dem    englischen    Vertragsprojekte    und 
{u  dem    Versprechen    {/^    brurgen,    die  Unterschrift   des    mit   den    See- 
mächten und  Österreich  {tf  schliessenden  Vertrages  von  der  Erledigung 
der   durch    einen    Separatakt   {u    ordnenden  En/schäd/gungsfrage    nicht 

schonen,  und  iihcr  die  Fassun^r  des  ./.  Artikels,  nach  dem  Karl  von  Lothringen, 
der  ycoiK)  Mann  kommandirte,  dem  Hei\oge  von  Weissenf  eis,  der  ein  Hilfs- 
korps  von  20000  Mann  befehlifrte,  unterordnet  werden  sollte, 

M  Berichte  Wasners  vom  Sept  und  Okt.  1744.  St.-A, 

*)  Vgl.  die  Berichte  Robinsons  vom  Sept.  und  Okt.  1744  R.  O.  und  die 
Weisung  an   Wasner  J.  d.  12.  Okt.  1744*  St.-A. 

^)   Weisung  an   Wasner  d.  d.  28.  Okt.  1744.  St.-A. 

♦)  Bericht  Wasners  d.  d.  2j.  Okt.  1744.  St.-A, 


1745  Jan-  8.  699 

abhängig  {u  machend)  Die  ösfcrreichis.che  Herrscherin  beauftragte 
VVasner  die  engtische  Regierung  von  dieser  Tatsache  in  Kenntnis  {u 
setzen,  {u  gleicher  Zeit  aber  hin{uiu/ügeny  dass  der  Gedanke  des  Se- 
parataktes  von  Sachsen  ausgegangen  sei,  während  sie  wiederholt  erklärt 
habe,  „dass  man  erst  den  Bären  getötet  haben  müsse,  bevor  man  sich 
in  sein  Fell  teilt '^  Und  da  die  Wiener  Regierung  vernahm^  dass  die 
Generalstaaten  mit  diesem  Plane  einer  Separatvereinigung  nicht  ein- 
verstanden seien,  erhielt  VVasner  den  Befehl,  in  London  j^u  betonen, 
dass  Maria  Theresia  gerne  bereit  sei,  von  dem  Separatabkommen  mit 
Sachsen  gänzlich  abzustehen,  dass  sie  sich  aber  das  Refht  wahren 
müsse,  im  Falle  ein  solches  geschlossen  werde,  auch  auf  ihre  Bedürf- 
nisse Rücksicht  ^u  nehmen.^) 

VVasner  fand,  als  er  den  englischen  Ministern  Mitteilung  von 
den  EntSchliessungen  seiner  Herrin  machte,  freundliches  Gehör.  Die 
Engländer  erklärten,  es  komme  ihnen  auf  den  möglichst  baldigen  Ab- 
schluss  der  Allian:^,  der  {U  Warschau  erfolgen  sollte,  an;  den  Öster- 
reichern Vorschriften  bezüglich  der  den  Sachsen  ^u  gewährenden  Kou' 
Zessionen  ^u  machen,  falle  ihnen  nicht  ein;  sie  empfahlen  nur  neuer- 
dings ein  weitreichendes  Entgegenkommen  und  sprachen  die  Hoffnung 
aus,  dass  das  Separatabkommen  ^u^ischen  Osterreic/i  und  Sachsen,  mit 
dem  sie  einverstanden  seien,  bald  ^u  Stande  kommen  werde.^)  Das  war 
nun  nicht  der  Fall,  vielmehr  geigten  die  Verhandlungen,  die  in  den 
letzten  Wochen  des  Jahres  1744  am  Wiener  und  am  Warschauer 
Hofe  geführt  wurden,  dass  man  noch  weit  von  einer  Verständigung 
entfernt  war.  Doch  hinderte  dieser  Umstand  den  Abschluss  des  Ver- 
trages nicht,  durch  den  sich  Sachsen  {ur  Teilnahme  am  Kampfe  gegen 
Friedrich  //.  verpflichtete.  Derselbe  wurde  am  8.  Januar  i/4ß  in 
Warschau  unterzeichnet.  Die  Auswechslung  der  Ratifikationen  erfolgte 
langsam;  namentlich  der  sächsische  Hof  zögerte,  verletzt  durch  das 
zurückhaltende  Benehmen  Maria  Theresia  s  in  der  Entschädigungsfrage, 
mit  der  definitiven  Anerkennung  der  ^m  Warschau  getroffenen  Verein- 
barungen. Erst  am  2.  März  hinter  zeichnete  Friedrich  August,  von  England 
unaufhörlich  gedrängt,  die  Ratifikationsurkunde,  behielt  sich  aber  in 
einer  am  15.  März  atisgestellten  Deklaration  seine  Rechte  in  der  Ent- 
schädigungsfrage vor.^)    Die  definitive  Ordnung   derselben  erfolgte  in 


>)  Vgl.   die  Berichte  Esterha^/s  vom    Okt.   und  Nov.    1744.  St.-A.   (Pol.) 
und  die  Weisungen  an  Wasner  d.  d.  14.  und  }0.  Nov.  1744*  St. 
*)   Weisung  d.  d.  ^o.  Nov.  1744.  St.-A. 
^)  Bericht.'  Wtisners  vom  27.  Nov.  utui  8.  De{,  1744.  St.-A. 
*)  Gedruckt  u.  a.  bei  Martens,  Suppl.  III.  24. 


•yOO  '745  Jai>-  8« 

einer  geheimen  Konvention,  die  Österreichs  und  Sachsens  Bevollmäch- 
tigte in  Leipzig  am   i8.  Mai  174$  unterzeichneten.^) 

Au  nom  de  la  trcs  sainte  trinite. 

Comme  sur  la  mort  de  Tempereur  Charles  VI.  de  glo- 
rieuse  memoire  sans  enfans  mäles  les  traites  les  plus  sacres  et 
les  pJiis  explicites  n  ont  pü  empecher  qu'il  ne  se  soit  eleve 
dans  Tempire  des  troubles  qui  Tont  rempli  de  calamites  et 
qiii  en  mena^ent  la  liberte  et  la  Constitution;  et  d'autant  qua  les 
dits  troubles  sont  contraires  aux  engagements  solemnels,  aux 
intentions  pacifiques,  aux  justes  droits  et  aux  interfits  essentiels 
des  hauts  contractants,  afm  d'obvier  autant  qu'en  eux  est  aux 
dommages  qui  peuvent  resulter  k  eux  memes  et  ä  toute  l'Eu- 
rope  de  la  continuation  et  du  progres  de  ces  troubles,  et  afin 
d'animer  et  d'encourager  par  leur  exemple  tous  les  princes  et 
etäts  Interesses  comme  eux  ä  sauver  l'Europe  en  general  et 
r  empire  en  particulier  des  maux  sous  lesquels  ils  gemissent  et 
des  dangers  dont  ils  sont  mena5es,  et  de  maintenir  la  foy  des 
traites  qui  assürent  la  liberte,  la  suretö  et  la  tranquillite  publi- 
ques;  sa  serenissime  et  tres  puissante  princesse  Marie  Therese, 
par  la  grace  de  dieu  reine  de  Hongrie,  de  Boheme  etc.,  le  se- 
renissime et  tr6s  puissant  prince  Frederic  Auguste,  roi  de  Po- 
logne,  comme  electeur  de  Saxe  etc.,  le  serenissime  et  tres  puis- 
sant prince  George  II.,  roi  de  la  Grande-Bretagne,  de  France 
et  d*  Irrlande  etc.,  et  les  hauts  et  puissants  seigneurs  les  etäts 
generaux  des  provinces  unies  des  Pais-Bas  ont  resolu  de  se 
lier  ensemble  et  plus  etroitement  et  plus  inseparablement,  et 
d'unir  leurs  conscils  et  leurs  forces  pour  pourvoir  plus  efficace- 
ment  et  d'un  commun  concert  ä  leur  seurete  tant  presente  que 
future,  ä  leur  conservation  reciproque  et  ä  cclle  de  T  empire, 
et  specialemcnt  pour  appaiser  les  troubles  qui  y  ont  ete  ex- 
cites  et  pour  en  dctourner  toutc  invasion  nouvelle. 

Pour  cct  cffet,  et  nc  voulant  pas  dans  un  cas  si  urgent 
tarder  a  effectuer  des  intentions  si  justes  et  si  louables,  ils  ont 
autorise  leurs  ministres  plenipotentiaircs  a  en  discuter  et  regier 
les  dctails,  savoir  sa  Mtc  la  reine  de  Ilongrie  et  de  Boheme  le 
sicur  Nicolas  comtc  d'Esterhasy,  son  chambellan,  conseiller  de 
la  lieutenance  roiale  de  Hongrie  et  ministre  plenipotentiaire  ä 

')  Gedruckt  u.  a,  bei  Marfcns  Suppi.  I.  2yo, 


t745  -fan-  ^-  ^Ol 

la  cour  de  sa  Mte  polonoise;  sa  Mte  le  roi  de  Pologne,  electeur 
de  Saxe,  le  sieur  Henri  comte  de  Brühl,  baron  de  Forste  et  de 
Pfoerten,  Chevalier  des  ordres  de  T  aigle  blanc,  de  Saint  Andre 
et  de  r  aigle  noir,  son  ministre  de  cabinet,  de  Conference  et 
d'etät,  general  d'infanterie,  grandmaitre  de  la  garderobbe,  Pre- 
sident de  la  chambre  des  linances,  directeur  general  des  tailles 
et  des  accises,  commendant^des  gardes  saxonnes  en  Pologne 
et  colonel  d'un  regiment  d' infanterie ;  sa  Mte  britannique  le 
sieur  Thomas  Villiers,  son  envoye  extraordinaire  et  ministre 
plenipotentiaire  k  la  cour  de  sa  dite  Mte  le  roi  de  Pologne, 
electeur  de  Saxe;  et  leurs  hautes  puissances  les  etäts  generaux 
le  sieur  Corneille  Calkoen,  leur  ministre  plenipotentiaire  au- 
pres  de  sa  Mte  polonoise.  Lesquels  ministres,  apres  s'etre  en- 
tre-communique  leurs  pleinpouvoirs  rcspectifs,  sont  convenüs 
des  articles  suivants. 

I. 

11  y  aura  d^s  ä  present  et  pour  tous  les  tems  ä  venir  une 
amitie,  union  et  alliance  ferme,  constante  et  inalterable  et  une 
confiance  et  correspondence  paifaitc  et  intime  cntre  sa  Mte  la 
reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  sa  Mte  le  roi  de  Pologne,  elec- 
teur de  Saxe,  sa  Mte'  le  roi  de  la  Grande-Bretagne  et  les  sei- 
gneurs  etäts  generaux  des  Provinces-Unies,  leurs  royaumes, 
etAts,  terres  et  sujets,  et  ils  seront  tenus  tant  pour  eux  que 
pour  leurs  successeurs  de  se  soutenir  et  de  s'entreaider  recipro- 
quement,  de  veiller  a  leur  süret^  mutuelle  comme  ä  la  leur 
propre,  de  procurcr  avec  soin  et  avec  affection  ce  qui  leur  se- 
roit  avantageux,  et  d*eloigner  et  empecher  autant  qu'ils  pour- 
ront  tout  ce  qui  seroit  nuisible  h  eux  ou  ä  la  cause  publique. 

II. 

Pour  cet  elTet  les  hauts  contractants  prendront  ensemble 
des  ä  present  et  de  concert  les  mesures  les  plus  efficaces  pour 
retablir  et  raffermir  la  paix  et  le  bon  ordre  en  Europe  et  parti- 
culierement  dans  l'empire,  ainsi  que  pour  s'entreaider  recipro- 
quement  h  protcger,  conserver  et  defendre  tous  les  ro'iaumes, 
etäts,  pais,  provinces,  terres,  droits  et  possessions  dont  ils  jouis- 
sent  actuellemcnt  ou  doivent  jouir  en  vertu  des  trait^s  de  paix, 
d' alliance  et  de  garantie  qui  subsistent  entre  eux  ou  aucun 
d*  eux ;  tous  lesquels  traites  et  specialement  ceux  d'  alliance,  de 


»^Ü  I745  Jan.  d. 

garantie  et  de  defense  mutuelle  resteront  en  pleine  vigueur, 
en  tant  qu'ils  concernent  les  hauts  contractants  respectifs. 

III. 

Sur  tout  sa  Mte  polonoise,  electeur  de  Saxe,  confirme  et 
renouvelle  tr^s  expressement  en  la  maniere  la  plus  stable  et 
la  plus  irrevocable  tant  pour  eile  que  pour  ses  heritiers  et  suc- 
cesseurs  la  garantie  de  1' ordre  de  succession  etabli  dans  la  sere- 
nissime  maison  d'  Autriche  par  la  sanction  pragmatique,  comme 
sa  Mte  britannique  et  les  seigneurs  etats  generaux  y  sont  en- 
gages,  et  au  quel  ordre  de  succession  le  corps  de  Tempire  a 
aussi  donn^  sa  garantie  et  sa  sanction;  promettant  de  concourir 
avec  toutes  ses  forces  k  ce  qu'il  ne  soit  jamais  porte  aucunß 
atteinte  ulterieure  ä  un  reglement  si  salutaire  qui  est  necessaire 
h  la  sürete  de  Tempire  et  au  repos  de  l'Europe  en  general  et 
qui  interesse  si  essentiellement  la  propre  posterite  de  sa  Mte 
polonoise,  h  la  quelle  le  susdit  reglement  assüre  la  dite  succes- 
sion apr^s  Textinction  des  descendants  du  feu  empereur  Char- 
les VI. 

IV. 

Et  ä  cet  effet  le  roiaume  de  Boheme  se  trouvant  actuelle- 
ment  attaque,  sa  Mte  polonoise,  electeur  de  Saxe,  agira  imme- 
diatement  avec  une  armee  de  trente  mille  hommes  de  trouppes 
auxiliaires  pour  la  defense  du  dit  roiaume  et  la  sürete  de  sa 
Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme. 

V. 

Pour  subvenir  aux  fraix  d'un  armement  si  considerable, 
fait  en  faveur  de  la  cause  commune,  sa  Mte  britannique  et  les 
seigneurs  etilts  generaux  s'  engagent  a  fournir  ä  sa  Mte  polonoise, 
electeur  de  Saxe,  tant  que  la  necessitc  le  requerra,  un  subside 
annuel  de  cent  cinquante  mille  livres  Sterlings,  ä  commen^er 
du  ler  de  Janvier  de  Tannee  1745  nouveau  style  et  payable 
regulierement  de  trois  mois  en  trois  mois,  du  quel  subside  sa 
Mte  britannique  paiera  cent  mille  livres  Sterlings  et  les  seigneurs 
etäts  generaux  cinquante  mille,  evalues  ä  la  somme  de  cinq 
cent  cinquante  mille  florins  d' Hollande. 


1745  •'an.  8.  "703 

VI. 

Aussitot  que  tout  danger  aura  cesse  du  cöt6  de  la  Boheme 
et  de  r  electorat  de  Saxe  ä  la  satisfaction  des  parties  contrac- 
tantes,  sa  Mte  polonaise,  electeur  de  Saxe,  fera  marcher  ä  la 
premiere  requisition  et  entretiendra  k  ses  propres  fraix,  moien- 
nant  la  continuation  d'  un  subside  de  nonante  mille  livres  Ster- 
lings, pa'iable  sur  le  pied  de  la  somme  specifiöe  dans  Tarticle 
precedent,  savoir  soixante  mille  livres  Sterlings  de  la  part  de 
la  Grande-Bietagne,  et  trente  mille  livres,  övaluees  h  la  somme 
de  trois  cent  trente  mille  florins  d' Hollande,  de  celle  de  leurs 
hautes  puissances,  un  corps  de  dix  mille  de  ses  troupes,  savoir 
deux  mille  cavaliers  et  huit  mille  fantassins  aux  Pais-Bas  ou 
ailleurs  dans  Tempire,  oü  sa  Mte  britannique  et  les  seigneurs 
etäts  generaux  le  jugeront  necessaire  pour  le  bien  de  la  cause 
commune. 

VIT. 

Si  an  consequence  des  engagemens  que  sa  Mte  polonoise, 
electeur  de  Saxe,  contracte  par  la  presente  alliance  ses  etats 
en  Allemagne  venoient  ä  etre  attaquöes,  outre  Tassistance  ef- 
fective  que  les  alliös  lui  donncront  pour  sa  defense  immediate 
ils  s'efforceront  de  lui  procurer  de  l'aggresseur  satisfaction  en- 
tiere  du  dommnge  qui  y  aura  et6  causö,  et  pour  cet  effet  si 
Tun  ou  l'autre  de  ses  dits  pais  etoit  saisi,  ils  ne  mettront  pas 
les  armes  bas  que  ces  etats  ne  luy  soyent  pleinement  resti- 
tuees;  comme  sa  Mte  polonoise,  electeur  de  Saxe,  de  son  cöte 
persistera  inviolablement  dans  ces  memes  engagemens  jusqu'ä 
la  paix  et  sur  tout  tant  quMl  y  aura  dans  les  etäts,  soit  de  la 
reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  soit  dans  ceux  des  autres  hauts 
contractnnts^  des  trouppes  ennemies,  ou  danger  qu'il  n'en  ren- 
tre  dans  ces  etäts  ou  dans  Tempire. 

vm. 

S*il  plaisoit  ä  dieu  de  benir  les  mesures  et  les  precau- 
tions  que  sa  Mte'  polonoise,  electeur  de  Saxe,  concourra  ainsi 
ä  prendre  avec  les  autres  hauts  contractants  pour  la  suretö  pre- 
sente et  future  de  TEurope  en  general  et  de  Tempire  en  par- 
ticulier,  dans  ce  cas  sa  Mte  polonoise,  electeur  de  Saxe,  parti- 
cipera  aux  avantages  qui  en  reviendront  par  des  convenances 
qu'on  lui  procurera,  et  les  hauts  contractants  promettent  en 


7o4  '?45  «Jan.  Ö. 

general  de  prendre  ä  la  pacification  prochaine  tous  les  soins 
possibles  des  interets  de  sa  Mt^'  polonoise,  electeur  de  Saxe,  et 
de  sa  maison. 

IX. 

Apres  la  paix  faite,  les  hauts  contractants  demeureront  de 
memc  et  pour  toujours  etroitement  unis,  et  ils  concerteront 
alors  de  quelle  maniere  ulterieure  ils  pourront  pourvoir  le  plus 
efficacement  a  leur  surete  et  ä  leur  avantage  reciproque. 

X. 

Sa  Mte  rimperatricc  de  toutes  les  Russies  et  le  royaume 
et  republique  de  Pologne  sont  nommement  et  des  ä  präsent  in- 
vites  ä  acceder  comme  parties  principales  contractantes  ä  la 
presente  alliance,  et  tous  les  rois,  electeurs,  princes  et  6täts  qui 
ont  ä  coeur  la  liberte  et  la  seurete  publique  et  la  conservation 
du  Systeme  de  Tempire  et  qui  voudront  acceder  ä  la  presente 
alliance,  y  seront  admis. 

XT. 

Ce  present  traite  d' alliance  sera  approuvö  et  ratifie  par 
sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  sa  Mte  le  roi  de 
Pologne,  electeur  de  Saxe,  sa  Mte  le  roi  de  la  Grande-Bre- 
tagne et  les  seigneurs  etäts  generaux  des  Provinces-Unies,  et 
les  lettres  de  ratification  seront  echangees  en  due  forme  ä  Dresde 
dans  Tespace  de  deux  mois  ou  plutot  s  il  se  pourra. 

En  foy  de  quoy  les  susdits  ministres  plenipotentiaires  re- 
spectifs  ont  signc  le  present  traite  d' alliance  et  y  ont  appose 
les  sceaux  de  leurs  armes. 

Fait  ä  X'arsovie  ce  huitieme  Janvier  Tan  mille  sept  cent 
quarante  cinq. 

N.  comte  d'  Esterhasy.  Comte  de  Brühl.  Th.  Villiers.  C.  Calkoen. 
L.  S.  ^  L.  S.  L.  S.  L.  S. 

Articles  separes  et  secrets. 

I. 

Sa  Mte  polonoise,  electeur  de  Saxe,  s'engage  h  faire  agir 
ses  ministres  a  la  diete  de  l'empire  dans  un  parfait  concert 
avec  ceux  de  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  et  de 
sa  Mte'   britannique,   electeur   de   Brounswic-Lunebourg   en   la 


1745  ^^^'  ^-  705 

fa^on  qui  semblera  ä  leurs  Mtes  la  plus  convenable  au  bien  de 
la  cause  publique  et  au  büt  de  Talliance  conclue  aujourd'huy 
et  aux  interöts  des  quatre  puissances  qui  Tont  signöe. 

n. 

Sa  Mte  polonoise,  electeur  de  Saxe,  s'engage  expresse- 
ment  et  specialement  de  vouloir  de  commun  concert  avec  sa 
Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  et  avec  sa  Mte  britan- 
nique,  electeur  de  Brounswic-Lunebourg,  conferer  et  convenir 
avec  leurs  altesses  electorales  de  Mayence,  de  Cologne  et  de 
Treves,  comme  aussi  avec  d'autres  princes  et  etäts  bien  in- 
tentionnes  pour  le  salut  de  leur  patrie  sur  la  methode  et  les 
moiens  les  plus  propres  et  les  plus  expeditifs  de  pourvoir  au 
repos  et  h  la  surete  de  TAllemagne,  d'affermir  le  Systeme  de 
Tempire  et  d'en  eloigner  tout  danger  et  dommage. 

m. 

Pour  mettre  le  royaume  de  Pologne  plus  en  etat  d'fitre 
utile  ä  la  cause  publique,  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de 
Boheme  et  sa  Mte  britannique  promettent  d'aider  sa  Mte  po- 
lonoise dans  ses  vues  salutaires  h  cet  egard  d'autant  qu'elles 
le  pourront  faire  sans  porter  atteinte  aux  loix  et  constitutions 
du  dit  royaume. 

Ces  trois  articles  separös  seront  tenüs  secrets  et  auront 
la  meme  force,  comme  s'ils  ötoient  inser^s  de  möt  ä  möt  dans 
le  traite  d'alliance  signe  aujourd'huy  entre  les  hauts  contrac- 
tants  et  les  seigneurs  etats  generaux  des  provinces  unies  des 
Pais-Bas. 

En  foy  de  quoi  les  susdits  ministres  plenipotentiaires  re- 
spectifs  ont  signe  les  presents  articles  separes  et  y  ont  appose 
les  sceaux  de  leurs  armes. 

Fait  ä  Varsovie  ce  huitieme  Janvier,  Tan  mille  sept  cent 
quarante  cinq. 

N.  comte  d'  Esterhasy.    Comte  de  Brühl.    Thomas  Villiers. 
L.  S.  L.  S.  L.  S. 


österreichisch-englische  StaatsvertrSge.  Bd.  I.  45 


7o6  1745  April  13. 


46. 


Subsidienvertrag  ^jw'schen  Maria  Theresia  und  Georg  IL  d.  d, 
Whitehall  174$  April  2\iß, 

Rat,    Georgs  IL   d,  d.  St  James  174^  April  a^jMai  8 ;   Maria    The- 
fesia's  d,  d,    Wien   174$  April  21, 

Die  Originale  des  Hauptvertrages  im  St-A,  und  R,  O.,  das  Original  der 
Ratifikation  Maria  Iheresia's  im  /?.  O.,  jenes  der  englischen  Ratifikation  im  St-A. 

Noch  bevor  die  Warschauer  Allianz  {u  Stande  gekommen  war, 
hatte  sich  Maria  Theresia  im  Hinblicke  auf  die  gewaltigen  Truppen- 
massen, die  sie  für  den  kommenden  Feld^ug  bereit  halten  mussie,  an 
die  englische  Regierung  mit  der  Bitte  um  eine  hohe  Subsidic  für  das 
Jahr  174^  gewandt.  Auch  bat  sie,  da  sie  des  Kredites  dringend  be- 
durfte, um  eine  insgeheim  auszustellende  Deklaration  betreffs  der  Sub- 
sidien.  Die  englischen  Minister  wiesen  die  letztere  Forderung  als  un- 
statthaft j^uriick,  indem  sie  betonten,  dass  die  Bewilligung  von  Sub- 
sidien  ein  ausschliessliches  Recht  des  Parlamentes  sei,  dem  man  nicht 
vorgreifen  dürfe.^)  Dagegen  gaben  sie  Hoffnung  auf  eine  höhere  Sub- 
sidie,  als  die,  welche  bisher  Maria  Tlicresia  zugesprochen  worden  war, 
freilich  nicht  ohne  eine  Bedingung  j^u  stellen,  deren  Erfüllung  der 
österreichischen  Herrscherin  ein  gut  Teil  der  in  Aussicht  gestellten 
Gelder  entziehen  sollte.  Noch  vor  Schluss  des  Jahres  1744  teilte 
Lord  Har rington  dem  österreichischen  Vertreter  mit,  dass  das  eng- 
lische Volk  den  entschiedensten  Willen  {eige,  die  Entlassung  der  bis- 
her im  britischen  Sold  gestandenen  16000  hannover  sehen  Soldaten  aus 
dem  englischen  Dienste  {u  fordern,  und  dass  es  kein  anderes  Mittel 
gebe,  diese  für  den  Kampf  gegen  die  gemeinsamen  Feinde  unentbehr- 
lichen Truppen  ^u  erhalten,  als  die  Überlassung  eines  Teiles  der  vom 
englischen  Parlamente  für  Maria  Theresia  bestimmten  Subsidien  an 
Georg  IL  als  Kurfürsten  von  Hannover.  Um  dieses  Anerbieten  der 
Wiener  Regierung  genehmer  {u  machen,  versicherte  Har  rington, 
Georg  IL  werde  gegen  Überlassung  von  200.000  Pfund  St.,  20000 
Mann  seiner  hannover^ schert  Truppen  {u  der  in  Deutschland  ^usamnien- 
^usetj^enden  Armee  stossen  lassen  und  Maria  Theresia  die  Vollmacht 
erteilen,  dieselben  nicht  nur  am  Nieder-  und  Oberrhein,  sondern  wo 
immer  es  nötig  sein  sollte,  ^u  verwenden.'"^)  Auch  erinnerte  Harringion 

*)  Bericht  Wasners  d.  d.  2;.  Okt.  1744^  St.-A, 

»)  Bericht    Wasners  d.  d.    2p.    De{.    1744.   St.-A . ;   vgl.  für  die    Stellung 


1745  April  13.  707 

daran y  dass  bereits  im  Jahre  1741  ein  ähnlicher  Vertrag  entworfen 
und  unterzeichnet ,  jedoch  infolge  eingetretener  Schwierigheiten ,  die 
Sachsen  hervorgerufen,  nicht  ratifiziert  worden  sei, 

Wasner  war  über  diese  Eröffnung  des  englischen  Ministers  sehr 
bestürmt.  Er  suchte  demselben  begreiflich  ^«  machen,  dass  es  dem  all- 
gemeinen Interesse  förderlicher  wäre,  wenn  Georg  IL  aus  eigenem  seine 
Truppen  erhalten  und  die  englischen  Subsidien  ^ur  Gewinnung  Russ- 
lands  verwenden  würde ,  fand  aber  taube  Ohren,  Harrington  erklärte 
in  entschiedenster  Weise,  Georg  IL  könne  auf  eigene  Kosten  seine 
hannover  sehen  Truppen  nicht  erhalten,  und  da  keine  Aussicht  sei,  dass 
die  Opposition  in  die  fernere  Bezahlung* derselben  willigen  werde,,  gebe  es 
kein  anderes,  als  das  von  ihm  vorgeschlagene  Mittel,  *)  Wasner  gewann 
schliesslich  selbst  die  Überzeugung,  dass  ohne  die  Billigung  des  kur- 
fürstlichen Begehrens  auf  eine  energische  Fordet  ung  der  gemeinsamen 
Sache  seitens  Georgs  IL  nicht  ^u  rechnen  sei  und  empfahl  seinem  Hofe 
sich  {u  fügen.  In  der  That  gab  Maria  Theresia  ihre  Einwilligung 
zum  Abschlüsse  beider  Verträge,  übersandte  Wasner  die  entsprechenden 
Vollmachten,  genehmigte  seinen  Vorschlag,  die  neuen  Verträge  nach 
dem  Muster  der  im  Jahre  1^41  geschlossenen  abzufassen,  forderte 
aber  rasche  Übersendung  von  Geld,^)  Die  Ausfertigung  des  Haupt- 
vertrages bot  keine  Schwierigkeit,^)  Der  englische  König  versprach  der 
österreichischen  Herrscherin  nebst  den  joo,ooo  Pfund  St,,  die  z^r  Er- 
haltung ihrer  im  Felde  stehenden  Truppen  z^  dienen  hatten,  eine  weitere 
Subsidie  von  200,000  Pf,  St,,  die  ^«r  Vermehrung  ihrer  Armee  um 
loooo  Mann  z^  ^^^^^  "^^  4000  ^/i  Pferd  verwendet  werden  sollte. 
Ganz  ausdrücklich  wurde  es  Maria  Theresia  freigestellt,  ein  fremdes 
Truppenkorps  in  ihre  Dienste  ^«  nehmen  und  aus  den  ihr  z^r  Ver- 
fügung gestellten  Subsidiengeldern  .{7/  bezahlen.  Im  übrigen  enthielt 
dieser  Vertrag,  wie  jener  der  früheren  Jahre,  das  Versprechen  Maria 
Theresia' s  keinen  Frieden  oder  Waffenstillstand  mit  den  Feinden  ein- 
zugehen, falls  ihre  Verbündeten  in  denselben  nicht  eingeschlossen  werden 
sollten.  Am  selben  Tage  unterzeichnete  Wasner  mit  Ernst  von  Stein- 
berg, dem  Vertreter  Georgs  IL  als  Kurfürsten  von  Hannover,  einen 
Vertrag,  durch  den  Georg  IL  versprach,  das  in  der  konjöderierten 
Armee   am    Rhein    und  am    Main    dienende   hannover  sehe   Korps    von 

der  Engländer  in  dieser  Zeit  Borkowskv  E,  Die  englische  FriedensvermittJung  im 

Jahre  174^  p,  13  f, 

*)  Bericht  Wasners  d,  d,  5.  Jan,  174')*  St,-A, 

*)  Weisung  an  Wasner  d,  d,  2j,  Jan,  174$.  St.-A, 

•)  Vgl,  den  Bericht  Wasners  d.  d.  iß,  April  174^.  St.-A. 

45 


7o8  1745  April  13. 

14000  Mann  dort  {u  belassen  und  ßooo  Mann  Infanterie  sowie  1000 
Mann  Kavallerie  neu  j(u  stellen,  wogegen  Maria  Theresia  sich  ver- 
pflichtete y  über  den  Empfang  wn  200.000  Pfund  St  der  englischen 
Subsidien  eine  Quittung  auszustellen,  das  Geld  aber  durch  einen  Ver- 
treter des  Kurfürsten  von  Hannover  in  Empfang  nehmen  ^u  lassen. 
Dem  Verlrage  wurde  dieselbe  Dauer  wie  dem  Hauptvertrage  verliehen.  ^) 

Soit  notoire  ä  tous  ceux  ä  qui  il  pourra  appartenir  que 
sa  Mte  la  reine  d'Hongrie  et  de  Boheme,  ayant  avec  instance 
fait  representer  k  sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  que  vü 
les  grandes  depenses  dont  eile  se  trouvoit  chargöe  pour  tenir 
en  campagne  tant  et  de  si  nombreuses  armees  qu'il  luy  etoit 
indispensable  d'opposer  en  plusieurs  endroits  öloign^s  les  uns 
des  autres  aux  invasions  et  attaques  ennemies,  eile  avoit  le 
besoin  le  plus  pressent  d'un  secours  immediat  en  argent;  et  sa 
Mte  britannique  Xrhs  dispos^e  ä  faire  ce  qui  peut  dependre 
d'elle  pour  le  soutien  de  la  serenissime  maison  d'Autriche,  et 
pour  contribuer  par  \k  au  maintien  d'un  juste  equilibre  en  Eu- 
rope,  ayant  fait  connoitre  ä  sa  Mte'  la  reine  d'Hongrie  et  de 
Bohfeme  T  Intention  oü  eile  etoit  de  luy  foumir  sans  delai  une 
somme  d' argent  pour  cet  effet  aux  conditions  dont  on  con- 
viendroit,  et  leurs  dites  Mtes  ayant  trouv^  convenable  qu'il 
füt  fait  lä-dessus  un  traite  ou  Convention;  ä  cette  fin  elles  ont 
muni  de  leurs  pleinpouvoirs  respectifs,  savoir  sa  Mte'  la  reine 
d'Hongrie  et  de  Boheme  le  sieur  Ignace  Jean  de  Wasner,  son 
ministre  plenipotentiaire  aupres  de  sa  dite  Mt<?  britannique,  et 
sa  Mte'  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  ses  conseillers  prives 
Philippe  Lord  Hardwicke,  son  chancelier  de  la  Grande-Bre- 
tagne, Thomas  Holles,  duc  de  Newcastle,  Tun  de  ses  princi- 
paux  secretaires  d'etät  et  Chevalier  du  tres  noble  ordre  de  la 
jarretiere,  Guillaume  comte  de  Harrington,  un  autre  de  ses 
principaiix  secretaires  d'etät,  et  Henry  Pelham,  premier  com- 
missaire  de  sa  tresorerie  et  chanceliier  et  sous-tresorier  de  son 
echiquier  lesquels,  apres  avoir  confere  ensemble  sur  les  objets 
ci-dessus  mentionnes  et  s'etre  entre-communique  leurs  plein- 
pouvoirs, sont  convenus  des  articles  suivans. 

*)  Dii'ser  VcT/mg  </.  ä.  London  2Ji^.  April  1745,  unter \cichnet  von  J.  de 
Wasner  und  F.rnst  von  Strinherg  befindet  sich  im  Or.  im  St.-A.;  er  umfjsst 
5  Artikel.  Zum  Ahdrueke  konnte  er  in  dieser  Publikation  nicht  gelangen. 


1745  April  13.  709 

I. 

Sa  M^e  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  promet  de  faire 
payer  par  quartier  dans  la  ville  de  Londres  entre  les  mains  de 
la  personne  ou  des  personnes,  autorizees  par  sa  Mt^  la  reine 
d'Hongrie  et  de  Boheme  ä  la  recevoir  en  son  nom,  la  somme 
de  trois  cens  mille  livres  sterlin  dans  le  cours  de  la  presente 
annee,  le  premier  quartier  payable  le  25«  jour  de  Mars  de  cette 
meme  annee. 

n. 

Sa  Mte  la  reine  d'Hongrie  et  de  Boheme,  reconnoissant 
le  procede  amiable  du  roy  de  la  Grande-Bretagne  en  ce  qui 
est  promis  de  sa  part  par  Tarticle  pröcedent,  promet  et  s*en- 
gage  d'emploier  la  dite  somme  de  trois  cens  mille  livres  ster- 
lin pour  la  solde  des  troupes  qu'elle  a  actuellement  en  cam- 
pagne. 

IIL 

Et  comme  il  a  ete  represente  en  outre  de  la  part  de  sa 
dite  Mte  hongroise  ä  sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  que, 
vü  les  efforts  extraordinaires  que  les  ennemis  communs  ne  ces- 
cent  de  faire,  tant  pour  deposseder  sa  Mte  la  reine  de  ses  etats 
hereditaires  que  pour  pouvoir  donner  la  loy  aux  membres  du 
S^.  empire  romain  et  aux  puissances  bien  -  intentionnöes  du 
reste  de  TEurope,  il  seroit  de  la  plus  grande  importance  et 
utilite  aux  interets  de  la  cause  commune  que  sa  dite  Mte  hon- 
groise put  faire  sans  delai  une  augmentation  considerable  de 
ses  troupes,  et  sa  dite  Mte'  ayant  en  meme  tems  fait  apperce- 
voir  clairement  au  roy  de  la  Grande-Bretagne  que  dans  Tepu- 
isement  oü  se  trouvent  actuellement  ses  finances,  en  suite  des 
depenses  enormes  qu'a  demande  de  sa  part  une  guerre  aussi 
longue  et  dispendieuse ,  il  ne  luy  seroit  aucunement  practi- 
cable  de  fournir  de  ses  propres  fonds  aux  fraix  d'une  teile 
augmentation,  et  sa  Mte'  britannique,  etant  pleinement  con- 
vaincue  de  la  veritö  de  ses  representations,  eile  s'est  deter- 
minee  ä  vouloir  donner  incessamment  une  preuve  ulterieure  de 
son  amitie  k  la  reine  d'Hongrie,  en  luy  accordant  outre  les 
trois  cens  mille  livres  sterlin  ci-dessus  stipul^s  un  subside  ad- 
ditionel  pour  cette  alinee  de  deux  cent  mille  livres  sterlin  qui 
sera  pay^  de  quartier  en  quartier  dans  le  cours  de  la  presente 


7IO  '745  Adril  13. 

annöe,  le  premier  quartier  payable  au  25«  jour  du  mois  de 
Mars  de  la  meme  annee  dans  la  ville  de  Londres  k  la  personne 
ou  aux  personnes  authorisöes  par  sa  Mte  la  reine  ä  le  recevoir 
aux  conditions  suivantes. 

IV. 
Sa  Mte  la  reine  d'Hongrie  et  de  Boheme  augmentera  in- 
cessamment  ses  forces  actuelies  d'un  corps  de  dix  mille  hom- 
mes  d'infanterie  et  d'un  corps  de  quatre  mille  hommes  de  ca- 
valerie  ou  de  dragons. 

V. 

Cette  augmentation  sera  faite  ou  par  une  levee  immediate 
que  sa  Mte  fera  de  nouvelles  troupes  ou  en  prenant  un  corps 
de  troupes  etrangeres  k  sa  solde  lequel  corps  dans  Tun  ou 
Tautre  cas  ne  sera  moindre  de  quatorze  mille  hommes,  seien 
ce  qui  est  stipulö  dans  Tarticle  precedent. 

VI. 
Ce  nouveau  corps  de  troupes  sera  employö  pour  l'avan- 
tage  de  la  cause  commune  partout  oü  Texigence  du  service 
contre  Tennemi  commun  et  la  raison  de  guerre  demandera 
quMl  se  porte. 

vn. 

Sa  Mte  la  reine  promet  et  s'  engage  de  la  maniere  la  plus 
religicuse  qu'elle  n'employera  las  dits  subsides  de  trois  cens 
mille  et  de  deux  cens  mille  livres  sterlin  en  tout  ou  en  partie 
qu'aux  usages  dont  on  est  convenu  par  les  articles  precedens 
de  cette  Convention. 

vm. 

S' engage  en  outre  sa  dite  Mte  la  reine  dHongrie  et  de 
Boheme  de  ne  conclure  aucun  traitc  de  paix,  de  treve  ou  de 
neutralite,  ni  teile  autre  Convention  ou  accord  que  ce  soit,  avec 
les  puissances  qui  luy  fönt  actuellement  la  guerre  ou  qui  pour- 
roient  la  luy  faire,  ni  avec  aucune  d'  icelies,  sans  y  comprendre 
sa  Mte  britannique,  nommement  tant  comme  roy  que  comme 
electeur,  et  pareillement  sa  Mte'  de  toutes  les  Russies,  sa  Mte 
polonoise,  sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  et  les  etats  generaux  des 
Provinces-Unies,  bien  entendu  que  les  dites  puissances  rem- 
plissent  fidellement  de  leur  c6t6  les  engagements  contractes 


1745  J"^  S*  711 

par  les  traites  qui  subsistent  entre  elles  et  sa  Mt^  la  reine  de 
Hongrie  et  de  Boheme. 

IX. 

Ce  traite  sera  ratifiö  par  leurs  dites  Mtes,  et  les  ratifications 
en  seront  echang^es  dans  Tespace  d'un  mois  ou  plütöt  si  faire 
se  peut. 

En  foy  de  quoi  nous  les  susdits  plenipotentiaires  avons 
soussignö  le  present  traitö  de  nos  propres  mains  et  y  avons 
appose  les  cachets  de  nos  armes.  Fait  a  Whitehall  ce  second 
jour  d'avril  1745. 

L.  S.    J.  Wasner.       L.  S.    Hardwicke  C. 

L.  S.    Harrington. 
L.  S.    HoUes  Newcastle. 
L.  S.    H.  Pelham. 

46. 

Konvention  :(wischen  Maria  Theresia  und  Georg  IL,  betreffend 
die  Überlassung  eines  österreichischen  Korps  von  8000  Mann 
an  Grossbritannien  d,  d,  Hannover  174^  Juni  8.  ^) 

Rat,  Georgs  IL  d,  d,  Hcrrenhausen  Juni  2  ^\ Juli  6 ;  Maria  Theresia' 5 
d,   d,    Wien   ly^ß  Juni  24, 

Die  Originale  der  Konvention  befimlen  sich  im  St-A,  und  R,  O.,  das 
Original  der  RiiUfikation  Maria  Theresia's  im  /?.  O.,  jenes  der  englischen  Rati- 
fikation im  St.'A. 

Schon  ^u  Beginn  des  Jahres  1745  hatten  die  Verbündeten  Kunde 
davon  erhalten,  dass  Ludwig  XV.  sich  entschlossen  habe,  den  Haupt- 
angriff  auch  in  diesem  Jahre  gegen  die  spanischen  Niederlande  ^u 
richten.  Es  galt  sich  ^u  rüsten.  Der  Plan,  österreichische  Truppen 
wie  bei  früheren  Gelegenheiten  für  die  gemeinsame  Angelegenheit  ^u 
verwenden,  wurde  im  Haag  und  in  London  eifrig  erwogen.  Auf  eine 
grosse  Diversion  der  Soldaten  Maria  Theresia' s  war  freilich  im  Hin- 
blicke auf  den  schweren  Kampf  den  sie  damals  gegen  Friedrich  IL 
führte,  nicht  j^u  rechnen.  Doch  geigte  sich  der  österreichische  Bevoll- 
mächtigte in  Belgien,  Graf  Kaunit:{- Rietberg,  geneigt,    ein  Korps  von 


*)  Für  die  beiden  anderen  in  dieser  Frage  geschlossenen  aber  nicht  end- 
giltig  volliogenen  Verträge  vom  i^,  April  und  i,  Juni  174^  vgl,  die  Einlei" 
tung  p,  7 12 f. 


yi2  1745  Juni  8. 

12000  Mann  den  Seemächten  {u  überlassen.  Die  Schwierigkeit,  ans 
eigenen  Mitteln  für  die  Erhaltung  dieser  Truppen  ^u  sorgen,  bewog 
ihn  im  Januar  mit  einem  solchen  Antrag  an  die  Generalstaatcn  heran- 
lutrcten  und  ^u  gleicher  Zeit  Wasner  mit  der  Mission  j^u  betrauen, 
von  diesem  Plane  der  englischen  Regierung  Mitteilung  {u  machen. ') 
Allein  die  Generalstaaten  lehnten  das  Anerbieten  unter  dem  Verwände 
ab,  bereits  mit  einer  anderen  Macht  wegen  Überlassung  von  12000 
Mann  ^u  verhandeln,  und  die  Engländer  s^eigten  vorerst  nur  geringe 
Geneigtheit ,  bedeutendere  Geldmittel  im  Interesse  der  gemeinsamen 
Sache  anfyä)ieten,^)  Erst  ^u  Beginn  des  Monates  Mär^  konnte  Wasner 
dem  Grafen  Kaunit^  melden,  dass  England  im  Hinblicke  auf  die  be- 
drohlichen Truppenansammlungen  der  Franzosen  bereit  sei,  ein  öster- 
reichisches Armeekorps,  aber  nur  gegen  Ersat^  der  Kosten,  in  Sold  j{u 
nehmen.^)  Kaunit^  übersandte  dem  österreichischen  Vertreter  in  London 
sogleich  einen  Kostenüberschlag  und  die  entsprechenden  Instruktionen.^) 
Die  Verhandlungen,  die  darauf  hin  Wasner  mit  Pelham,  Harrington 
und  dem  Feldmarschall  Wade  begann,  führten  ^ar  {u  keinem  defini- 
tiven Resultate,^)  doch  wurde  dem  in  Belgien  stationierten  englischen 
General  Ligonier  \u  Beginn  des  April  IJ43  das  Projekt  einer  Kon- 
vention mit  dem  Befehle  übersandt,  den  Abschluss  derselben  möglichst 
j(u  beschleunigen.^)  Dies  geschah ;  bereits  am  iß.  April  unter:(eichneten 
Ligonier  und  Kaunit^  die  Konvention^  durch  die  sich  Maria  Theresia 
lur  Überlassung  eines  Korps  von  8000  Mann  —  yioo  {u  Fuss  und 
poo  :(u  Pferd  —  an  die  Engländer,  Georg  IL  dagegen  {ur  Bezahlung 
bestimmter  Summen  für  die  Werbung  und  den  Unterhalt  dieser  Truppen 
verpflichtete.  Zugleich  versprach  Georg  IL  sogleich  nach  Abschluss  der 
Konvention   loooo  Pfund  St.  als  Vorschuss  für  die  Maria  Theresia  er- 


')  Vgl.  Jas  Schreiben  des  Grafen  Kaunit{  d.  d,  18.  April  7775  St.-A. 
(Belgica),  in  dem  er  einen  zusammenfassenden  Bericht  über  die  gan^e  Verhand- 
lung in  dieser  Frage  gibt. 

*)   Vgl,  die  Berichte  Wasners  vom  Jan.  und  Febr.  174^.  St.-A. 

3)  Bericht  Wasners  d.  d.  2.  Mär^  174^.  St.-A. 

*)  Vgl.  den  Bericht  Kaunit\ens  vom  18.  April  174^.  St.-A.  (Belgica.) 

*)  Kopie  des  Schreibens  Wasners  an  Kaunit\  d.  d.  2.  April  174^.  St.-A. 
(Belgica.) 

«)  Das  Projekt  liegt  dem  Bericht  des  Kaunit^  vom  18.  April  bei,  es  umfasst 
blos  y  Artikel.  I)  Die  Königin  wird  den  Engländern  8000  Mann  Infanterie  Uher- 
lassen.  II)  Dafür  bietet  ihr  Georg  II.  :[ur  Werbung  von  anderen  8000  Mann 
.  .  .  Pfund  und  ^ur  Erhaltung  dieser  Truppen  .  .  .  Pfund.  III)  Wohlverstanden, 
für  das  was  nicht  wirklich  gestellt  wird,  erfolgt  entsprechender  Ab:{ug. 


1745  J""i  S-  713 

wachsenden  Kosten  {u  erlegen.  ^)  Ligonier,  der  im  Eifer  die  ihm  dringend 
erscheinende  Vermehrung  der  Truppen  durchzuseihen  seine  Vollmacht 
überschritten  hatte,  bedang  sich  ausdrücklich  die  Genehmigung  seiner 
Abmachungen  seitens  seiner  Regierung  aus.^)  Unter  dieser  Bedingung 
erfolgte  am  iß,  April  snb  spe  rati  die  Unterzeichnung,  Es  geschah 
dies  am  selben  Tage,  da  Marschall  Morit^  von  Sachsen  in  Valenciennes 
eintraf,  um  an  der  Spitze  eines  Heeres  von  80000  Mann  den  Zug 
gegen  Tournay  ^u  beginnen.  Allein  trotzdem  die  Gefahr  für  die  Ver- 
bündeten^  die  damals  über  kaum  ßoooo  Mann  verfügten,  eine  sehr 
grosse  war  und  sich  nach  dem  Siege  der  Franzosen  bei  Fontemoy  am 
12,  Mai  I74ß  noch  steigerte,  weigerte  sich  die  englische  Regierung, 
das  von  Ligonier  getroffene  Übereinkommen  gtit^uheissen,  Wasner  er- 
hielt auf  sein  Drängen  ausweichende  Antworten^)  und  erfuhr  schliess- 
lich, dass  man  die  Konvention  vom  iß.  April  ^^  kassieren  und  durch 
eine  andere  ^w  ersetzen  denke,  ^u  deren  Abschluss  Ligonier  die  Befehle 
empfangen  habe.  In  der  Tat  wurde  im  Lager  -{«  Lessins  am  i,  Juni 
eine  neue  Abmachung  unter :{e lehnet^  die  in  einzelnen  Ptmkten  günstiger 
für  die  Engländer  lautete,  als  jene  vom  iß,  AprilS)  Kaunit:^  und  der 
Herzog  von  Cumberland,  der  Oberbefehlshaber  der  vereinigten  Truppen, 
beeilten  sich,  dieselbe  \u  ratifizieren.  Dagegen  erhob  aber  das  eng- 
lische Ministerium  Einsprache ;  der  Schat^me ister  erklärte,  er  werde  die 
Ausiahlung  der  bestimmten  Summen   nur  dann   veranlassen,   wenn  die 


*)  Convention  par  laquelle  S,  M.  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  etc. 
ccde  a  la  solde  de  S.  M,  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  un  corps  de  huit  mille 
homtnes  de  ses  trouppes  aux  Pais-Bas,  fait  ä  Bruxelles  le  75  Avril  174^  (Or. 
Sf.'A.  Cop.  R.  O,)  Diese  später  kassierte  Konvention  enthält  11  Artikel.  Vgl. 
Bittner  l.  c.  Nr.  92^.  Für  die  Verhandlungen  vgl.  die  Kopie  des  Schreibens  von 
Kauniti  an  Wasner  d.  d.  Brüssel  jy.  April  174^.  St-A.  (Bdgica.) 

*)   Vgl,  den  Bericht  des  Kaunit\  vom  18,  April  174^.  St.-A,  (Belgica.) 

3)   Vgl,  seinen  Bericht  d.  d.  21.  Mai  174^.  St.-A. 

*)  In  London  R.  O,  liegt  das  Original  dieser  Convention  ,fait  au  quartier 
general  de  Lessines  ce  premier  Juin  174^  von  P.  Bcllanger  und  J.  Ligonier/*  in 
Wien  eine  Kopie  als  Beilage  \um  Berichte  des  Kaunit\  vom  27,  Juli  1745.  Die- 
selbe  wurde  am  12.  Juni  ratifiziert  von  Wendel  Anton  Graf  v.  Kaunit\'Rietberg ; 
auch  von  dem  Her\oge  von  Cumberland  war  die  Ratifikation  erfolgt ;  jedoch  ver- 
weigerte, wie  im  Texte  mitgeteilt  wurde,  die  englische  Regierung  ihre  Genehmig 
gung  und  verlangte  ordnungsgemässe  Raiifikatiim  durch  Georg  IL  Das  am 
I.  Juni  unterzeichnete  Dokument  stimmt  bis  auf  die  Einleitung,  in  der  von  der 
Bevollmächtigung  des  Bellanger  und  Ligonier  gemeldet  wird  und  die  im  defini- 
tiven Vertrage  vom  8,  Juni  auf  Bitten  Englands  ausgelassen  wurde,  wörtlich 
mit  diesem  let\teren  überein,  nur  fehlt  in  der  Urkunde  vom  i.  Juni  die  Bestim- 
mung Über  die  Auswechslung  der  Ratifikationen. 


714  '745  ^^^^  S* 

Konvention  unter  Beobachtung  der  gewohnten  Formen  ^u  Stande  komme. 
Lord  Harrington,  der  damals  mit  seinem  Herrn  in  Hannover  weilte, 
machte  dem  gleichfalls  daselbst  anwesenden  Wasner  den  Vorschlag, 
das  in  Lessins  am  /.  Juni  von  Kaunit^  und  Ligonier  unter :^eichnete 
Schriftstück  —  nachdem  kleinere  Änderungen  vorgenommen  seien  — 
umzuschreiben  und  von  Georg  //.  sogleich  ratifizieren  {u  lassen.  In 
der  That  erfolgte  am  6.  Juli  n.  st,  {u  Hannover  die  Unterzeichnung 
der  neuen  Urkunde,  die  auf  den  8,  Juni  zurückdatiert  wurde,  durch 
Harrington  und  Wasner^)  und  am  selben  Tage  ratifizierte  Georg  //. 
das  ihm  überreichte  Aktenstück,^) 


I. 

Sa  Mt^  la  reine  fournira  ä  sa  Mte  britannique  un  corps  de 
huit  miUe  hommes,  savoir  sept  mille  et  cent  hommes  d'  Infanterie 
et  neiif  cens  houssars  qui  seront  aux  ordres  du  commandant  an 
chef  des  forces  de  sa  dite  Mt^  britannique  aux  Pais-Bas. 

II. 
Que  cette  Convention  durera  une  annöe,  ä  compter  du 
premier  Juin  1745  jusqu'au  dernier  de  May  1746,  les  deux  puis- 
sances  contractantes  se  reservant  reciproquement  la  libert^  de 
la  faire  cesser  aprös  ce  terme  ou  de  la  renouveller,  pourvü  que 
Celle  qui  ne  voudra  pas  la  continuer  s'en  declare  deux  mois 
d'  avance. 

IIL 

Pour  aider  ä  sa  MttJ  hongroise  ä  completter  les  corps  qui 
doivent  composer  les  dits  huit  mille  hommes  (sa  dite  Mte  en 
ayant  dejä  le  pied)  et  ä  les  mettre  en  campagne,  sa  Mte  bri- 
tannique fera  payer  ä  sa  Mto  la  reine  d'  Hongrie  et  de  Boheme 
la  levee  de  sept  mille  cent  hommes  d'infanterie  ä  raison  de 
cinquante  llorins  d'AUemagne  par  tete,  les  officiers  exceptes, 
Celle  de  neuf  cens  houssars  ä  raison  de  cinquante  deux  florins 
d'Allemagne  par  tete,  avec  la  meme  exception  des  officiers,  et 
Celle  des  chevaux  de  houssars  ä  raison  de  quatre  vint  deux  et 
demi  florins  d'Allemagne  par  cheval,  montant  la  dite  levee 

')  Arneih  III.  6;  gibt  als  Unter {cichnungsdatum  irrtümlich  den  4,  Juni 
J74^  an, 

*)   Vgl.  die  Berichte  Wasners  J.  d.  4.  und  8.  Juli  174^.  St.-A, 


1745  ^'^'^  ^  715 

complete  k  quatre  cens  cinquante  trois  mille  cent  seize  florins 
d'AUemagne,  bien  entendu  que  Ton  deduira  sur  le  pied  ci- 
dessus  ce  qui  ne  se  trouvera  pas  effectif  k  la  premiere  revue 
qui  en  sera  faite  pas  les  commissaires  de  sa  Mte  britannique. 

IV. 

Sa  Mt<^  britannique  promet  et  s'engage  en  outre  ä  payer 
Tentretien  et  la  subsistance  de  ce  corps  sur  le  pied  que  sont 
payees  les  troupes  de  sa  Mt^  la  reine  suivant  Y  etat  ci-joint  sub 
lit.  A*),  ce  qui  monteroit  pour  le  complet  ä  soisante  neuf  mille 
cinq  cens  soisante  huit  florins  30  kreytsers  d'AUemagne  par 
mois,  non  compris  Tetat  general  dont  il  est  parlö  specifique- 
ment  ci-aprös  art.®  10®,  la  ration  de  fourrage  calculöe  ä  sept 
sols  monnoie  de  Brabant,  soit  que  le  prix  de  la  prochaine  en- 
treprise  augmente  ou  diminue. 

V. 

Lorsque  les  troupes  fourageront,  Ton  deduira  l'impost  des 
rations  de  fourrage  sur  le  pied  usit^  dans  les  troupes  autri- 
chiennes  aux  Pais-Bas  ä  raison  de  sept  sols  par  ration. 

VI. 

Et  comme  sa  Mt^  la  reine  ne  peut  pas  quant  ä  present 
fournir  les  dits  huit  mille  hommes  complets  sans  trop  degamir 
ses  places  de  guerre,  et  que  le  büt  principal  de  la  presente 
Convention  est  de  pouvoir  faire  marcher  incessanmient  un  corps 
de  troupes  ä  Tarm^e  alli^e,  il  est  convenü  que  sa  Mte  britan- 
nique aura  d'abord  ä  sa  disposition  six  bataiilons,  cinq  com- 
pagnies  de  grenadiers  et  six  escadrons  de  houssars,  suivant  la 
tabelle  ci-jointe  sub  lit.  B^),  dont  sa  Mte  britannique  payera  dös 
ä  present  la  lev^e  qui  monteroit  sur  le  pied  complet  de  la  dite 
tabelle  ä  trois  cens  trente  sept  mille  six  cens  seize  florins 
d'AUemagne,  et  Tentretien  prendra  cours  du  premier  de  Juin 
1745,  dont  on  payera  toujours  un  mois  d'avance  sur  le  pied 
effectif  des  revues. 

VII. 

Qu'ä  compte  de  Tentretien  du  dit  corps  il  sera  fait  aussi 
une  avance  de  dix  mille  livres  Sterling  pour  mettre  les  officiers 
en  etat  de  faire  leurs  equipages. 


*)  Düse  Beilagen  sind  vorhanden,  wurden  aber  nicht  abgedruckt 
«)  Vgl,  Anm,  j. 


•yiö  1745  Juni  8. 

vm. 

Quant  aux  trois  battaillons  restans  pour  completter  les 
huit  mille  hommes  et  les  houssars  qui  manquent  pour  com- 
pletter les  neuf  cens  hommes,  la  levee  et  Tentretien  ne  s'en 
payeront  par  sa  Mte  britannique  qu'ä  mesure  que  chaque  bat- 
taillon  sera  pret  ä  marcher  et  lorsque  ce  qui  manque  aux 
houssars  aura  Joint  leurs  regimens  respectifs. 

IX. 

Aussitöt  que  ce  corps  de  huit  mille  hommes  aura  passe 
en  tout  ou  en  partie  au  service  de  sa  Mte  britannique  il  sera 
passö  en  revue  ä  la  fin  de  chaque  mois  par  les  commissaires, 
et  il  sera  deduit  de  Tentretien  tout  ce  qui  se  trouvera  man- 
quer  au  complet  des  dits  battaillons  et  escadrons. 

X. 

Sa  Mte  britannique  accorde  pour  Tetat  general,  comme  il 
est  specific  par  la  liste  sub  lit.  C^)  ci-jointe,  par  mois  la  somme 
de  cinq  mille  trois  cens  dix  sept  florins  41  krs  d'Allemagne 
pour  Tequipement  de  campagne,  comme  chariots,  chevaux  de 
bat  etc.  du  corps  qui  se  livre  ä  present  dix  huit  mille  nonante 
deux  florins  30  krs  d'AUemagne  et  le  reste  ä  proportion  et  ä 
mesure  que  les  autres  battaillons  entreront  en  campagne. 

XI. 

Sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  prend  a  sa 
Charge  les  medicamens  et  cc  qu'elle  donne  de  plus  dans  Thö- 
pital  ä  chaque  soldat  blesse  ou  malade,  moiennant  une  somme 
de  neuf  cens  quatre  vint  seize  florins  37  krs  d'Allemagne  par 
battailion  que  sa  Mte  britannique  accorde  pour  cet  elTet  pour 
une  annee,  les  six  escadrons  comptes  pour  un  battailion  ce  qui 
est  conforme  au  pied  usite  dans  les  troupes  autrichiennes. 

XII. 
Tous  les  payemens  qui  resultent  de  la  presente  Convention 
se  feront  ä  Anvers  sans  aucune  deduction  de  droits  d'office  ni 
autres  quelconques. 

')    Vgl.  Anm.  p.  7iy. 


1746  Juni  21.  njn 

xm. 

Les  battaillons  et  escadrons  de  houssars  qui  passent  ä  la 
solde  de  sa  Mte  britannique,  jouiront  de  tous  les  Privileges, 
prerogatives  et  honneurs  quant  au  Service  comme  les  troupes 
angloises,  et  il  n'y  aura  de  preference  dans  le  commandement 
que  Tanciennete  du  caractere  efiectif. 

XIV. 

Quant  ä  la  discipline  militaire,  T  economie  des  comptes  et 
autres  Privileges  des  regimens  du  dit  corps,  il  n'  y  sera  fait  au- 
cune  alteration  de  sorte  que  les  dits  regimens  garderont  leur 
propre  justice,  oeconomie  et  autres  Privileges  et  ne  seront 
comptables  qu'avec  le  commissariat  de  guerre  de  sa  Mte  la 
reine  comme  ci-devant,  et  il  n'  y  aura  de  decomptes  ä  faire  qu'- 
entre  les  deux  commissariats  respetifs. 

XV. 

Ce  traitö  sera  ratifi^,  et  les  ratifications  en  seront  echan- 
gees  ä  Hanovre  dans  un  mois  ou  plütöt,  si  faire  se  peut 

Ainsi  fait  et  convenu  entre  nous  soussignes  en  vertu  de 
nos  pleinpouvoirs  respectifs.  Ä  Hanovre  ce  huitieme  jour  du 
mois  de  Juin  n.  s.,  Tan  de  grace  mil  sept  cent  quarante  cinq. 

L.  S.    J.  Wasner.         L.  S.    Harrington. 


47. 

Subsidienvertrng  ^iVischen  Maria  Theresia  und  Georg  IL  samt 
2  Deklaratioften,  betreffend  die  Kosten  der  174^  Juni  8  verein- 
barten Aufstellung  eines  Korps  von  8000  Mann;  d,  d.  WHiite- 
hall  1746  Juni  J0I21. 

Rat,  Georgs  IL  d,  d.  Kensington  1746  Juni  28 j Juli  p/  Maria  Tlie- 
resias  d,  d.    Wien   1746  Juli  7. 

Die  Originale  des  Vertrages  und  der  Deklarationen  im  St-A,  und  R,  O,, 
das  Original  der  engl,  Ratifikation  im  St-A.,  jenes  der  österr.  Ratif,  im  R.  O, 

Das  rasche  Umsichgreifen  des  Aufstandes y  den  die  Landung  des  Prä- 
tendenten Karl  Eduard  Stuart  in  Schottland  hervorgerufen  hatte,  und  das 
siegreiche   Vordringen  dieses  Prini^en    in  England,  nötigten   Georg  IL, 


7l8  1746  Juni  21. 

der  für  seine  Krone  fürchtete,  die  in  den  spanischen  Niederlanden  sta- 
tionierten,  lum  Kampfe   wider  Frankreich   bestimmten   englischen    und 
im  englischen  Solde   stehenden    hessischen    Truppen    abzuberufen.      Die 
Lage  der   Verbündeten,  die  bis  dahin  keine  all^ugünstige  gewesen  war, 
wurde  dadurch  eine  sehr  prekäre.     Die  ihnen  {ur    Verfügung  stehende 
Armee  war  viel  {u  scirwach,  um  den  Feinden  nachhaltigen  Widerstand 
lu  leisten.     „  Wenn  die  Franzosen  wollen,  urteilte  Graf  Kaunit^,    der 
bevollmächtigte  Minister  Maria  Theresia  s    in  Belgien,   werden  sie  uns 
in   14   Tagen  aus  den  Niederlanden   vertreibend  ^^     Und  die  Franzosen 
säumten    in    der   Tat  nicht,   die   Schwäche   ihrer   Gegner   auszunützen, 
Ende  Januar  1746   ruckte  das  französische  H^er    unter  der  Führung 
des  Marschalls  Moritz   von    Sachsen  gegen   Brüssel ;    am  21.  Februar 
war  die  Stadt  in  seiner  Macht.     Die  Nachricht  von  diesem  Ereignisse 
rief  in    Wien,   aber  auch   in  London  und  im  Haag  grosse  Bestürzung 
hervor.    Maria  Theresia,  die  sich  bereits  vorher  entschlossen  hatte,  das 
Kriegsglück  gegen  Frankreich  nochmals   {«  versuchen,  Hess  einen    Teil 
ihrer   Truppen   flach    den    Niederlanden    marschieren.    Georg  IL    aber, 
der  eben  in  diesem  Augenblicke  ^«w  entscheidenden  Schlage  gegen  den 
Prätendenten  ausholte  und  aus  diesem  Grunde  keine  Truppen  entbehren 
konnte,   trat  an  Maria   Theresia   mit  dem  Antrage  heran,    ihr  für  das 
laufende  Jahr  eine  Subsidie  von  400.000  Pfund  St.  z^  gewähren,  falls 
sie   eine  Armee   von  ßoooo  Mann    in    den    Niederlanden   erhalten    und 
gegen  Frankreich  kämpfen  lassen  wolle.^)  Es  wurde  der  österreichischen 
Herrscherin    nicht  leicht,    sich  für   die    Billigung   des  gestellten  Be- 
gehrens z^i    entscheiden.     Stimmten  doch  auch  all   ihre  Ratgeber  darin 
überein,    dass  ihr    in  Italien    eine    weit  grössere  Gefahr   drohe  als    in 
den  Niederlanden,    welches  Gebiet  England  wie  Holland   doch  niemals 
im  Besitze  Frankreichs  lassen  würden,  und  dass  der  Feld{ug  in  Italien 
viel  gegründetere  Hoffnung  auf  Erfolg  biete,  als  jener  in  den  Nieder^ 
landen,  wo  an  eine  Offensive  gegenüber  der    überlegenen  französischen 
Armee  nicht  ^//  denken  sei.^)     Trotzdem  erklärte  sich  Maria   Theresia, 
{umal  sie  auf  die  ihr  seit  Jahren  gewährten  Subsidien    der  Engländer 


»)  Zitiert  bei  Arneth  l.  c.  IIL  211. 

*)  Vgl  Bericht  Wasners  d.  d.  /.  Mär\  1746.  St.-A.  Im  Jiinuar  u.Februar 
hatten  die  englischen  Minister  mit  Wasner  wegen  Überlassung  einer  Armee  von 
^0000  Mann  verhandelt ;  erst  auf  die  Nachricht  vom  Falle  Brüssels  wurde  eine 
Armee  von  ^0000  Mann  gefordert*  Vgh  Berichte  Wasners  vom  Januar  und 
Februar  1746,  besonders  11.  u.  14.  Jan.,  i.  u.  18.  Febr.  1746.  St.-A. 

••')   Vgl.  Arneth  l.  c.  IIL  218  f 


1746  Juni  21.  niQ 

nicht  ver^ichtefi  und  ohne  Zugeständnis  an  diese  Nation  auf  die  Fort- 
dauer derselben  nicht  rechnen  konnte,  bereit^  die  Forderungen  Georgs  IL 
;(u  erfüllen,  Sie  beauftragte  Wasner  in  diesem  Sinne  mit  den  leiten- 
den Ministern  Georgs  IL  ^u  sprechen,  {u  gleicher  Zeit  aber  ihre  un- 
günstigen finanziellen  Verhälttiisse  ^u  betonen  und  nebst  einer  mög- 
lichst hohen  Subsidie  auch  die  Erneuerung  der  am  8.  Juni  1743  ge- 
schlossenen Konvention  für  das  Jahr  1746,  überdies  aber  die  Beglei- 
chung der  Rückstände  ^u  verlangen,  die  sich  aus  dieser  Konvention  er- 
geben hatten.^) 

Obleich  aber  die  Situation  in  den  Niederlanden  eine  rasche 
Entscheidung  des  englischen  Ministeriums  erfordert  hätte,  verzögerte 
sich  der  Abschluss  des  Vertrages  Woche  für  Woche.  Die  Engländer 
wünschten  Gewissheit  darüber,  ob  Maria  Theresia  unter  allen  Um- 
ständen, was  auch  immer  in  Italien  sich  ereignen  sollte^  50000  Mann 
in  den  Niederlanden  erhalten  würde,  erklärten  die  bewilligten  Subsidien 
nur  nach  Massgabe  der  wirklich  dort  befindlichen  Truppen  auszahlen 
lu  wollen,  und  wiesen  die  Forderung  Wasners,  der  sie  {ur  Verlän- 
gerung der  hannoverischen  Konvention  vom  8,  Juni  1745  bis  {ii  Ende 
des  Jahres  1746  und  {ur  Bezahlung  der  aus  derselben  erwachsenen 
Rückstände  bewegen  wollte,  auf  das  entschiedenste  ^urück.^)  Im  April 
wurde  die  Subsidienfrage  im  englischen  Parlamente  im  günstigen  Sinne 
erledigt;^)  allein  erst  Mitte  Mai  überreichten  die  Engländer  dem  Ge- 
sandten  Maria  Theresia' s  den  Entwurf  des  Subsidienvertrages.^)  Von 
der  Verlängerung  der  hannover  sehen  Konvention  war  in  demselben  eben- 
sowenig die  Rede,    wie  von   der  Begleichung  der  Rückstände,  dagegen 


>)   Weisungen  an  Wasner  vom  Mar{  und  April  1746,  St.-A. 

»)  Vgl.  Bericht  Wnsners  d,  d.  f  5.  April  1746,  St.-A,  Auf  die  Bitte  Har- 
ringtons  hatte  Wasner  ein  für  das  Parlament  bestimmtes  Memoire  über  die  For- 
derungen Österreichs  verfasst  und  Harrington  überreicht.  Da  in  demselben  auch 
der  Verlängerung  der  hannoverischen  Konvention  vom  8.  Juni  1^4^  und  der 
Rückstände  gedacht  war,  die  infolge  dieser  Abmachung  bisher  aufgelaufen  waren, 
weigerte  sich  Harrington  dieses  Dokument  dem  Parlamente  vorzulegen  und  ver- 
fasste  ein  anderes,  in  dem  dieser  Dinge  nicht  gedacht  wurde,  Wasner  weigerte 
sich  Anfangs  dieses  {weite  Memoire  \u  billigen,  entschloss  sich  aber  auf  drin- 
gendes Begehren  Ha r ringtons  darein  {u  willigen,  dass  dasselbe  dem  Parlamente 
vorgelegt  werde,  wogegen  Harrington  für  das  Ministerium  eine  besondere  Schrift 
Wasners  acceptierte,  in  der  diese  Forderungen  begründet  wurden*  Die  betref- 
fenden Erklärungen  finden  sich  im  St-A.  als  Beilagen  {um  Berichte  Wasners 
d.  d.  75.  April  1746, 

=»)  Bericht  Wasners  d.  d,  26,  April  1746.  St.-A, 

*)  Beilage  {um  Berichte  Wasners  d,  d.  17.  Mai  1746,  St,-A. 


y^O  '746  Juni  21. 

blieben  die  Engländer  dabei,  dass  die  Subsidien  nur  nach  Massgabe  des 
Effekiivstandes  \u   ^{ahlen   seien,      Wasner   erklärte,    unter  diesen  Be- 
dingungen nicht   unter T^eichnen  ;(u  können    und  begann  lebhaften  Streit 
mit  Lord  Harrington,  den  er  des    Wortbruches  und  der  Undankbarkeit 
lieh.   Da  aber  alle  seine  Bemühungen,  Harrington  umzustimmen  frucht- 
los blieben,    da   er  ferner   im    Hinblicke   auf  die   ihm    zugekommenen 
Nachrichten  von  der  Friedensneigung  dieses  Ministers  fürchten  inusste, 
dass  im  Falle  einer  weiteren  Verzögerung  Maria  Theresia  Gefahr  laufe, 
die  Subsidie  ganz  V  verlieren^  entschloss  er  sich  am  2},  Juni,  auf  das 
Versprechen  der  englischen  Minister  hin,^)  dass  die  Bestimmungen   be- 
züglich der  Kontrolle   der  in    den  Niederlanden   wirklich    vorhandenen 
Truppen  Maria   Theresia' s   nicht  so  genau   eingehalten,    und   dass    die 
Subsidien  in  London,  u.  z^.  in  monatlichen  Raten  von  ßoooo  Pf  St., 
ausbezahlt  werden  sollten,  den  Subsidienvertrag  ^«  unterzeichnen.^)  Die 
Frage   der   Verlängerung  der   hannoverischen   Konvention   vom  8.  Juni 
174$  und  der  Begleichung  der  aus  derselben   erwachsenen  Rückstände 
fand  z^i  gleicher  Zeit  eine   wenn  auch    nicht  definitive  Lösung.      Har- 
rington stellte  am  selben   Tage,    da  die  Unterzeichnung  des  Subsidien- 
Vertrages  erfolgte,  eine  Erklärung  aus,^)  durch  die  sich  die  Engländer 
zur  Begleichung   der    bis   Ende    Dezember  1743   aufgelaufenen    Rück- 
stände verpflichteten,  während    Wasner  seinerseits   den  Engländern  ein 
Dokument  übergab,  in  dem  er  die  Forderungen  seiner  Herrin  aufrecht 
hielt,^)    Die    Wiener  Regierung   billigte  das    Vorgehen    Wasners,  über- 
sandte  alsbald  die   Ratifikation    des   Subsidienvertrages ,    befahl   ihrem 
Gesandten    aber    im  Gegensatze   ^w    Harringtons  Deklaration,    die  blas 
von  der  Begleichung  der  Rückstände  bis  Ende  Dez>   ^743  sprach,  dem 
Wortlaute  der  Konventton  entsprechend  die  Bezahlung  der  Rückstände 
bis  I.  Juni  IJ46  ^«  fordern.^)    Bald  darauf  schien  sich  ein  Mittel  z^ 
bieten,  auch  diese  Frage  ^//r  gegenseitigen  Zufriedenheit  z^^  lösen. 

Noch  bevor  der  Vertrag  unterzeichnet  war,  der  Maria  Theresia 
zur  Erhaltung  einer  Armee  von  ßoooo  Mann  in  den  Niederlanden 
verpflichtete,  haften  die  Seemächte  die  Überzeugung  gewonnen,  dass 
auch  diese  Vermehrung  ihrer  Truppen  gegenüber  den  100,000  Mann, 
mit  denen  Frankreich   im  Mai  1^46  den  Kampf  in  den  Niederlanden 


>)  Pelham  war,  nach  Wasners  Bericht  vom  27.  Juni  1746,  weit  entgegen- 
kommender als  Harrington. 

2)  Bericht  Wasners  J.  d,  27.  ///;;/  1746,  St-A. 

^)   Vgl.  den  Abdruck  />.  724  /*. 

*)    Vgl.  den  Abdruck  p.  72^/, 

')  Vgl.  die  Weisung  d.  d.  8.  Juli  1746.  St-A. 


174^  Juni  21.  fj^i 

au/nahm,  nicht  genügen  werde.  Sie  waren  daher  schon  Mitte  des  Mo- 
nates Mai  an  die  österreichische  Regierung  mit  der  Bitte  um  Über- 
lassung weiterer  20000  Mann  herangetreten y^)  und  ihr  Begehren  wurde 
dringender,  als  der  Fall  Antwerpens  und  der  Zug  der  französischen 
Armee  gegen  Mons  die  Gefahr,  die  ihnen  drohte,  deutlich  erkennen 
Hess,  Maria  Theresia  geigte  sich  nicht  abgeneigt,  dem  Wunsche  ihrer 
Verbündeten  entsprechend,  20000  Mann  von  ihrer  am  Rheine  stehenden 
Armee  nach  den  Niederlanden  ^u  senden  und  die  entstehenden  Lücken 
durch  Neuwerbungen  ausT^ufüllen ;  sie  beauftragte  aber  Wasner,  ihre 
trübe  finanj^ielle  Lage  den  Engländern  ;{«  schildern  und  beträchtliche 
Subsidien  ^u  fordern,  Wasner  entsprach  dem  Befehle  seiner  Herrin  ; 
er  verlangte  200,000  Pfund  St;  die  Engländer  boten  erst  100,000  dann 
ißo,ooo  Pfund  St,  Auch  diesmal  gab  es  harte  Kämpfe.  Im  Verlaufe 
derselben  Hess  nun  Wasner  das  Wort  fallen,  es  wäre  möglich,  dass 
Maria  Theresia  gegen  eine  Subsidie  von  200,000  Pfund  St.  auf  die 
Fortsetzung  der  hannoverischen  Konvention  vom  8,  Juni  vernichten 
würde.^)  Die  englischen  Minister  griffen  diese  Bemerkung  auf  und 
erklärten  sich  bereit,  in  eine  Subsidie  von  200,000  Pfund  St.  ^u  wil- 
ligen —  vorausgesetzt,  dass  die  Generalstaaten  auch  von  dieser  Summe 
ihr  Dritteil  fahlen  wollten  —  falls  von  Verlängerung  der  erwähnten 
Konvention  und  von  Bezahlung  der  Rückstände  nicht  mehr  gesprochen 
werde.^)  Wasner  erklärte  sich  einverstanden  und  desgleichen  seine  Re- 
gierung.^) Da  aber  die  Einwilligung  der  Generalstaaten  -{w  dieser 
Erhöhung  der  Subsidien  nicht  ^//  erlangen  war,^)  konnte  der  Ausgleich 
in  der  beiderseits  erwünschten  Form  nicht  erfolgen.  Die  Subsidien- 
konvention  wurde  in  der  im  folgenden  mitgeteilten  Form  von  den  Ver- 
tretern Englands,  Österreichs  und  der  Vereinigten  Niederlanden  am 
ßi,  August  unterzeichnet  und  in  derselben  die  Maria  Theresia  bewilligte 
Subsidie  mit  ißo,ooo  Pfund  St.  festgesetzt.  Doch  behielten  sich  die 
beiden    Vertreter  Österreichs   in  einem   am    selben   Tage   ausgefertigten 


*)  Bericht  Wasners  d,  d.  17,  Mai  1746.  St.-A, 

*)  In  diesem  Sinne  lautete  die  Weisung  an  Wasner  d.  d,  7,  Juni  1746.  St-A. 

»)  Bericht  Wasners  d.  d.  i.  Juli  1746.  St,-A. 

*)  Weisung  an  Wasner  d,  d,  17,  Juli  1746.  St-A. 

*)  Vgl,  die  Berichte  Reischachs  vom  Juli  und  August  1746,  St-A.  (Hall.) 
Wie  aus  dem  Berichte  Reischachs  d,  d,  4.  Sept,  1746  St,'A,  (Hall.)  liervorgeht, 
scheiterten  die  Bemühungen  der  österreichischen  Gesandten  vornehmlich  daran, 
dass  die  Generalstaaten  blas  74  der  ^0000  Pfund  St.  zahlen  wollten,  während 
die  Engländer  ihnen,  den  früheren  Konventionen  entsprechend,  die  Übernahme 
eines  Dritteiis  zumuteten. 

Österreichisch-englische  Suatsvertrflge.  Bd.  I.  4^ 


h^^  1746  Juni  2  t. 

yjAcfe  separe^'  das  Recht  vor,^)  weitere  Schritte  {ur  Erlangung  der  von 
England  bereits  bewilligten  Ergän^imgssnmme  von  $0000  Pfund  St.  ^u 
tun.  Sie  Hessen  es  auch  an  Bemühungen  nicht  fehlen ;  da  aber  die 
Zustimmung  der  Gencralstaaten  nicht  {u  erlangen  war,  verpflichiete 
sich  England  im  S.  Artikel  der  Konvention ,  die  am  12.  Januar  1747 
im  Haag  geschlossen  wurde y^^  die  ^wei  Dritteile,  die  seinen  Anteil 
bildeten,  sogleich  {u  befahlen  und  den  General  Staaten  ^u  einem  gleichen 
Entschlüsse  :{ti{ureden.  Von  Erfolg  waren  diese  letzteren  Bemühungen 
nicht  begleitet.  Als  man  im  Januar  1748  eine  neue  Konvention  ab- 
schloss,  waren  die  Generalstaaten  noch  immer  mit  der  Begleichung 
ihres  Anteils  im  Rüchstande ;  sie  versprachen  im  Vereine  mit  Wil- 
helm /y.  bei  den  einzelnen  Provinzen  für  die  Bezahlung  dieser  wie 
aller  übrigen  Rückstände  einzutreten,^) 

Soit  notoire  ä  tous  ceux  ä  qui  il  appartient  que  sa  Mte 
le  roy  de  la  Grande-Bretagne,  ayant  represent6  avec  instance 
ä  sa  Mte  rimperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  le  dan- 
ger evident  et  extreme  de  voir  reduire  sous  le  joug  de  la 
France  tous  les  Pa'is-Bas  Autrichiens  au  grand  prejudice  tant  de 
la  dite  serenissime  maison  que  des  puissances  maritimes,  ä 
moins  qu'il  ne  plüt  ä  sa  dite  Mt^  d'y  remedier  au  plütöt  an  y 
envoyant  et  entretenant  un  corps  trds  considerable  de  ses 
troupes,  et  sa  Mt^  Timperatrice  reine,  ayant  fait  connoitre  lä- 
dessus  ä  sa  Mt^  le  roy  la  disposition  sincere  oü  eile  se  trouvoit  ä 
deferer  ä  ces  instances  amiables,  pourvü  qu'elle  fut  secourue 
par  un  subside  proportionne  de  la  part  de  sa  dite  Mte,  Tepui- 
sement  extreme  de  ses  propres  fmances  ne  lui  permettant  pas 
dans  un  tems,  oü  eile  etoit  necessitee  d'entretenir  ailleurs  de 
nombreuses  armees,  de  prendre  un  si  grand  fardeau  additionel 
uniquement  sur  son  propre  compte,  et  sa  Mte  britannique  ayant 
reconnu  la  necessite  d'  accorder  ä  sa  Mte'  imperiale  une  somme 
süffisante  d'argent  pour  un  objet  aussi  important;  lä-dessus 
leurs  Mtes  ont  trouve  convenable  de  regier  et  constater  cette 
affaire  entre  elles  par  une  Convention.  Et  ä  cette  fin  elles  ont 
muni  de  leurs  pleinpouvoirs  respectifs,  savoir  sa  Mte'  Timpera- 


*)   Vgl.  Jen  Abdruck  p.   y^o, 

^)  Vgl,  Jen  Abdruck  p.  7^0, 

3)  Vgl.  Jen  weiter  unten  p.  764  abgeJruckten  Artikd  16  der  Konvention 
vom  26.  Jan.  1748  unJ  die  im  Anhange  \u  Jieser  Konvention  p.  76^  ^ibgeJruckte 
Spezifikation, 


I74Ö  Juni  2f.  y^^ 

trice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  le  sieur  Ignace  Jean  de 
Wasner,  son  ministre  plenipotentiaire  auprfes  de  sa  dite  Mt^  bri- 
tannique,  et  sa  Mtc  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  ses  conseillers 
prives  Philippe  lord  Hardwicke,  son  chancelier  de  la  Grande- 
Bretagne,  Lionel  Cranfield  duc  de  Dorset,  president  de  son  con- 
seil  prive  et  Chevalier  du  tres  noble  ordre  de  la  jarretiere, 
Thomas  HoUes,  duc  de  Newcastle,  Tun  de  ses  principaux  se- 
cretaires  d'  etat  et  chevalier  du  trfes  noble  ordre  de  la  jarretiere, 
Guillaume  comte  de  Harrington,  un  autre  de  ses  principaux 
secretaires  d'etät^  et  Henry  Pelham,  premier  commissaire  de  sa 
tresorerie  et  chancelier  et  sous-tresorier  de  son  echiquier;  les- 
quels  apr^s  avoir  conferö  ensemble  sur  les  objets  ci-dessus 
mentionncs  et  s'  etre  entre-communiqu^  leurs  pleinpouvoirs,  sont 
convenus  des  articles  suivans. 

L 

Sa  Mte  r  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  en- 
tretiendra  pendant  cette  campagne  un  corps  de  cinquante  mille 
hommes  de  troupes  regulieres  aux  Pais-Bas  Autrichiens. 

IL 

Les  dits  cinquante  mille  hommes  seront  employös  con- 
jointement  avec  les  forces  de  sa  M^^  britannique  et  Celles  des 
etäts  generaux  ä  y  faire  la  guerre,  soit  defensive  soit  offensive 
Selon  les  circonstances  du  töms,  ä  la  France. 

m. 

Pour  aider  sa  Mte  T  imperatrice  reine  k  soütenir  une  si 
grande  depense,  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  promet  et  s'  en- 
gage  de  faire  payer  ä  sa  dite  Mte  un  subside  de  quatre  cens 
mille  livres  sterlin  pour  cette  ann^e. 

IV. 

Cette  somme  sera  pay^e  dans  la  ville  de  Londres  entre 
les  mains  de  la  personne  ou  des  personnes  autoris^es  par 
r  imperatrice  ä  la  recevoir,  un  quartier  payable  le  premier  jour 
de  Juillet  qui  vient,  et  le  reste  ä  cinquante  mille  livres  par 
mois  jusqu'  ä  ce  que  le  tout  soit  payö. 

V. 

Bien  eatendu  qu'il  sera  permis  ä  sa  Mte'  britannique  de 
rabbatre  de  la  dite  somme  ä  proportion  de  ce  qu'il  manquera 

46* 


ij^j^  1^46  Juni  21. 

d'hommes  effectifs  au  nombre  susdit  de  cinquante  mille  que 
rimperatrice  doit  entretenir  aux  Pais-Bas,  et  que  pour  ßtre  suf- 
fisamment  informöe  de  Y  etat  reel  de  ce  corps  le  roy  pourra  les 
faire  passer  eti  revue  de  tems  en  tSms  par  un  officier  general 
quMl  nommera  a  cet  effet. 

VI. 
En  reconnoissance  de  cette  assistance  genereuse  fournie 
par  sa  Mte  britannique  pour  la  conservation  des  Pais-Bas  Au- 
trichiens  et  de  tant  d'autres  secours  re^us  de  sa  part,  sa  Mte 
rimperatrice  s'engage  envers  eile  de  ne  conclurre  ni  paix  ni 
treve  ni  tel  autre  accord  que  ce  soit  avec  les  ennemis  com- 
muns  Sans  y  comprendre  sa  dite  Mte,  tant  comme  roy  que 
comme  electeur,  les  etäts  generaux  et  les  autres  puissances  qui 
luy  sont  alli^s  et  amies. 

vn. 

Ce  traite  sera  ratifie  par  leurs  dites  Mtes,  et  les  ratifica- 
tions  en  seront  ecbangees  dans  Tespace  d'un  mois  ou  plütöt, 
si  faire  se  peut. 

vm. 

En  foy  de  quoy  nous  les  susdits  plenipotentiaires  avons 
soussignö  le  present  traite  de  nos  propres  mains  et  y  avons 
appose  les  cachets  de  nos  armes. 

Faite  ä  Whitehall  ce  dixidme  jour  du  mois  de  Juin,  Tan 
mil  sept  Cent  quarante  six. 

L.  S.    J.  Wasner.  L.  S.  Hardwicke  C. 

L.  S.    Dorset  P. 
L.  S.    Holles  Newcastle. 
L.  S.    Harringtoii. 
L.  S.    H.  Pelham. 


Comme  par  un  traite  conclü  ä  Hanovre  le  8®  jour  du  mois 
de  Juin  de  Tannee  passc5e  entre  sa  Mte'  le  roy  de  la  Grande- 
Bretagne  et  sa  Mte  la  reine  d'  Hongrie,  ä  present  imperatrice, 
sa  dite  Mte  I.  s'est  obligee  a  fournir  au  scrvice  de  sa  Mte  bri- 
tannique un  corps  de  huit  mille  hommes  ä  certaines  conditions 
qui  y  sont  stipulees  par  rapport  ä  la  paye  et  autres  articles 
concernant  le  dit  corps  de  troupes,  et  comme  il  est  arrive,  ä 


1746  Juni  21.  '725 

cause  des  difficultes  qu'on  a  rencontrees  ä  faire  les  levöes  ne- 
cessaires  pour  completer  le  dits  corps  et  h  cause  de  la  grande 
desertion  qui  y  est  survenue,  que  le  dit  traitö  n'a  jamais  6t6 
pleinement  execute  jusques  icy  de  la  part  de  sa  Mt^  Timpera- 
trice,  et  que  toutes  fois  sa  dite  Mte  s'est  trouv^e  necessaire- 
ment  chargöe  de  tr6s  grandes  depenses  ensuit  des  engagemens 
contractes  par  ce  traitö  lesquelles  depenses  il  n'  a  pas  et6  pos- 
sible  jusqu'icy  de  liquider  entierement,  ä  quoi  cependant  on  est 
actuellement  occupö,  et  sa  dite  Mt^  I.  ayant  souhait^  d'  etre  as- 
sur^e  de  Tintention  de  sa  Mt^  britaimique  par  rapport  au  rem- 
bourssement  des  dites  depenses,  je  sousignö  declare  par  ordre 
du  roy  mon  maitre  que  sa  Mte  fera  payer  ä  sa  Mte  Timpera- 
trice  reine  tout  ce  qui  se  trouvera  avoir  6t6  du  ä  sa  dite  Mte' 
h  compte  du  susdit  traitö  d^s  son  commencement  jusqu'au  der- 
nier  jour  du  mois  de  Decembre  n.  st.  de  V  annöe  passöe,  dös 
aussitöt  que  les  demandes  de  sa  dite  Mte'  l.  pour  ce  terme  au- 
ront  pü  etre  constatöes  et  liquidöes. 

Fait  h  Whitehall  le  dixieme  jour  de  Juin  1746. 

L.  S.    Harrington. 


Comme  dans  le  trait6  de  subside  signö  aujourd'  huy  de 
la  part  de  sa  Mte'  T  imperatrice  reyne  et  de  sa  Mte  le  roy  de 
la  Grande-Bretagne  ainsy  que  dans  la  declaration  delivr^e  en 
meme  tems  par  son  excellence  mylord  comte  d' Harrington  au 
soussignö  ministre  plenipotentiaire  de  leurs  Mte's  imperiales,  tou- 
chant  le  payement  des  arrierages  de  la  Convention  de  Bruxelles 
echus  ä  la  fm  de  Yann6e  demiere,  il  n'est  fait  aucune  mention 
de  la  Prolongation  de  la  dite  Convention  de  Bruxelles  signöe 
le  ler  de  Juin  1745;  le  soussignö  ne  peut  pas  se  dispenser  de 
r^iterer  par  le  präsent  memoire  la  declaration  qu'il  a  faite  ä 
plusieurs  reprises  non  seulement  de  vive  voix  par  ordre  ex- 
prös  de  sa  dite  Mte'  imperiale,  mais  aussy  par  un  memoire  de- 
livr^  le  2/^3  d' Avril  et  par  une  lettre  ecrite  le  ^/i«  de  May  k  sa 
dite  excellence  mylord  Harrington,  ä  s^avoir  que  les  finances 
de  sa  Mt^  Timperatrice  reyne  etant  tellement  epuisöes  h  ne 
pouvoir  suffire  avec  un  subside  de  400.000  livres  Sterlings  aux 
depenses  qu'exigent  les  eflforts  qu'elle  fait  en  Italie  et  aux  Pa'is- 
Bas,  eile  se  trouvoit  dans  la  necessitö  de  prier  le  roy  et  d'in- 
sister  que  la  Convention  faite  ä  Bruxelles  le   ler  de  Juin  1745 


726  1746  Aug.  31. 

soit  continuee  jusqu'ä  la  fin  de  Tannee  courante  comme  un 
moyen  de  mettre  sa  Mte  rimperatrice  reyne  en  etat  de  com- 
pletter  d'abord  et  sans  perte  de  tems  les  6000  hommes  qui 
manquoient  encore  h  ceux  qui  se  trouvoient  actuellement  en 
Flandres,  conformement  aux  ordres  donnes  pour  cet  eflFet  de- 
puis  quelque  tßms  et  qu'  on  etoit  occupe  ä  executer  pour  rendre 
complets  et  effectifs  les  50000  hommes  ä  mettre  par  sa  Mte 
cette  campagne  en  Flandres,  Timperatrice  reyne  a  lieu  de  se 
flatter  que  le  roy  par  le  grand  zele  qu'il  a  constamment  te- 
moigne  pour  le  bien  de  la  cause  commune  sera  d'autant  plus 
porte  ä  deferer  ä  cette  instance  que  les  soins  extraordinaires 
et  r  empressement  de  sa  Mte  Timperatrice  reyne  pour  l'avan- 
cement  du  meme  grand  objSt  ne  sont  pas  moins  connus  que 
Tepuisement  entier  de  ses  finances,  et  par  consequent  Tim- 
puissance  absolue  oü  sans  ce  secours  eile  se  trouveroit  ä  son 
grand  regret  et  au  pröjudice  infmi  des  Operations  de  cette 
campagne  en  Flandres  d*y  fournir  et  entretenir  le  nombre  com- 
plet  de  50000  hommes  qui  ont  ete  demandös. 
A  Londres  ce  10/21  de  Juin  1746. 

J.  Wasner. 


Provisiomilsubsidicnvcrtrag  fischen  Maria  Theresia,  Georg  IL 
und  den  Gencralstoiiten  d.  d.  Haag  1746  Aug.  ji  und  eine 
Separaterklärung  der  kaiserlichen  Gesandten  d,  e.  d.^) 

Rat,  Georgs  IL  d,  d.  Kensington  I/46  Sept.  p\20 /  Maria  Theresias 
d,  d,  Wien  IJ46  Sept,  ij ;  der  Generalstaaten  d.  d,  Haag  1/4/ 
Marl  2ß. 

Die  Originale  des  Vertrages  im  Sf.-A,  un.i  R.  O.,  die  Originale  der  eng- 
lischcn  Ratifikation  und  jener  der  Generalstaaten  sowie  eine  Kopie  des  ,f Acte  se- 
pare'*  im  St.-A.,  das  Original  der  letzteren  im  R.  A.  im  Haag;  das  Original 
der  Ratifikation  Maria   T/ieresia's  im  R.  O, 

Seit  notoire  ä  tous  ceux  a  qui  il  appartient  que  sa  Mte 
rimperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  d'un  cote  et  sa 
Mte  britannique  et  L.  H.  P.   les   etats  generaux  des  provinces 

*)  Die  informierende  Einleitung  :{u  diese/n  mit  dem  vorhergehenden  in  eng- 
stem Zusammenhange  stehenden   Vertrage  ist  />.  /2j/.  gegeben. 


1746  Aug.  31, 


737 


unies  des  Pais-Bas  de  Tautre,  etant  egalement  convainciies  du 
besoin  qu'  ont  leurs  interets  communs  d'  un  renfort  considerable 
de  troupes  aux  Pais-Bas,  et  sa  M^e  F  imperatrice  reine  ayant 
fait  connoitre  ä  sa  M^e  britannique  et  k  L.  H.  R  qu'eUe  etoit 
prSte  k  fournir  \m  pareil  renfort  de  ses  propres  troupes^  pourvü 
qu'elle  fut  secourue  d*un  subside  proportione  de  leur  part;  les 
trois  hauts  contractans  ont  trouve  convenable  de  regier  et  con- 
stater  cette  affaire  entr'eux  par  la  presente  Convention.  Et  ä 
cette  fin  ils  ont  munis  de  leurs  pleinpouvoirs  ou  authorisation 
respectifs,  savoir  sa  Mte  T  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de 
Boheme,  les  sieurs  Philippe  des  Ursins  comte  de  Rosenberg, 
baron  de  Lerchenau  et  GrafTen stein,  seigneur  de  Sonneg,  Greif- 
fenburg,  Keutschach,  Gleis  et  autres  lieux,  conseiller  actuel  in- 
time d'etat  de  leurs  Mtes  imperiales  et  grand  maitre  hereditaire 
de  Carinthie  et  leur  minist re  plenipotentiaire  auprfes  de  L.  H.  P. 
les  seigneurs  etats  generaux  des  provinces  unies  des  Pais-Bas, 
Thadee  baron  de  Reischach,  seigneur  de  Immendingeu  et  de 
Zimmerholz,  chambellan  de  leurs  Mtes  imperiales  et  r03'ales, 
conseiller  de  la  regence  de  1*  Autriche  anterteure  et  leur  envoye 
extraordinaire  aupr^s  de  L.  H,  P.  les  seigneurs  etats  generaux 
des  provinces  unies  des  Pais-Bas,  d'une  part;  et  sa  Mte  bri- 
tannique le  sieur  Robert  Trevor,  son  euvoyd  extraordinaire  et 
plenipotentiaire  aupres  de  L  H.  P,  les  seigneurs  etats  generaux 
des  provinces  unies  des  Pais-Bas;  et  L.  R  R  les  seigneurs  etats 
generaux  les  sieurs^  le  comte  Etienne  de  Randwyck,  seigneur 
de  Homoet  et  Gaemeren,  Chevalier  de  T  ordre  de  Taigle  blanc, 
grand  seneschal  juge  et  dyckgrave  d'Oberbetuw^e,  drossard  de 
la  ville  et  baronnie  de  Breda,  du  corps  de  la  noblesse  de  Guel- 
dre  du  quartier  de  Nymegue;  le  comte  Guillaume  Bentinck,  sei- 
gneur de  Rhoon,  du  corps  des  nobles  de  la  province  de  Hol- 
lande et  de  Westfrise;  Guillaume  Buys,  premier  secretaire  des 
etats  de  HoUande  et  de  Westfrise;  lienri  van  Hoorn,  seigneur 
de  Warmenhuyse,  Crabbendam  et  Schoorldam;  Jaques  Henri 
comte  de  Rechteren,  seigneur  de  Westerveid,  chanoine  de 
Teglise  collegiale  de  St  Pierre,  elu  au  premier  membre  des 
etats  de  la  province  d' Utrecht;  Sjeuck  Gerrold  Juckema  de 
Burmania  baron  Rengers,  seigneur  d*  Oosterbroeck,  grietman  de 
Franckeradeel;  Boudewin  baron  Sloet,  seigneur  de  Lynden- 
horst,  du  corps  de  la  noblesse  de  la  province  d'Overyssel; 
Tjaard  Adrian  Gerlacius;  tous  deputez  ä  Tassemblee  des  dits 


728  »746  Aug.  ^i. 

seigneurs  etats  generaux  de  la  part  des  etats  de  Gueldre,  de 
Hollande  et  Westfrise,  de  Zelande,  d'  Utrecht,  de  Frise,  d'  O ver- 
yssel,  de  Groningue  et  Ommelanden  d'autre  part. 

Lesquels,  aprfes  avoir  confer^  ensemble  et  s'etre  communi- 
que  leurs  pleinpouvoirs  ou  authorisation  respectife,  .sont  con- 
venus  des  articles  suivans. 


Sa  Mt^  r  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  en- 
tretiendra  pendant  cette  annee  aux  Pais-Bas  et  fera  agir,  seit 
offensivement  soit  defensivement,  avec  Tarmee  alliee  qui  y  est, 
un  Corps  de  vingt  mille  hommes  de  troupes  regulieres  au  delä 
de  celuy  de  cinquante  mille  auquel  sa  Mt^  s'est  dejä  engag^e 
en  vertu  de  la  Convention  signee  entre  eile  et  sa  Mt^  britanni- 
que  le  lo  Juin  1746.  Et  ce  corps  additionel  sera  composd  des 
regimens  suivans;  s^avoir  d'infanterie  de  Charles  de  Lorraine, 
Damnitz,  Braune,  Platz,  Bareith,  Uyvari;  de  cavallerie  de  Ba- 
tiani,  Lichtenstein,  Wurtenberg,  Dimar;  de  hussars  Nadasti  et 
Kalnocki. 

IL 

Sa  Mte  Timperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme, 
s'engage  ä  remplacer  effectivement  et  sans  perte  de  tems  k 
son  armöe  au  Rhin  par  un  nombre  egal  de  troupes  toutes  celles 
qu'elle  en  aura  detachöes  pour  former  le  susdit  renfort. 

III. 

Pour  mettre  sa  Mte  Timperatrice  reine  en  etat  de  soutenir 
une  si  grande  depense,  sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  et 
L.  II.  P.  les  etats  generaux  promettent  et  s'engagent  a  faire 
payer  a  sa  dite  Mte'  un  subside  de  cent  cinquante  mille  livres 
Sterling  pour  cette  annee. 

IV. 

Cette  somme  sera  portce  les  deux  tiers  par  sa  Mte'  bri- 
tannique  et  un  tiers  par  L.  II.  P.,  la  livre  Sterling  evalu(§e  ä 
onze  florins  argent  de  Hollande.  Et  pour  subvenir  d'autant 
plus  promtement  aux  besoins  du  Service  commun,  sa  Mte  bri- 
tannique  et  L.  H.  P.  feront  payer  aux  ordres  de  sa  Mt^  Tim- 
peratrice  reine  (apres  deduction  faite  des  sommes  dejä  avancees 
ä  sa  dite  Mte)  ä  Londres  et  ä  la  Haye  respectivement  la  moiti(5 


1746  Aug.  31.  729 

de  leurs  quote-parts  immediatement  apres  la  signature  de  la 
presente  Convention,  et  Tautre  moitie  dans  un  mois  apres 
Techange  des  ratifications. 

V. 

Bien  entendu  qu'il  sera  permis  ä  sa  Mte  britannique  et 
ä  L.  H.  P.  de  rabattre  du  dit  subside  ä  proportion  de  ce  qui 
manquera  d'hommes  effectifs  au  nombre  susdit  de  vingt  mille 
hommes  que  sa  Mte  Timperatrice  reine  doit  entretenir  ä  Tar- 
möe  alliöe  aux  Pais-Bas  en  vertu  de  la  presente  Convention. 

Et  pour  Stre  suffisamment  informe  de  T^tat  reel  des  re- 
gimens  susnommes  composans  ce  corps,  le  roy  et  les  etats  ge- 
neraux  auront  le  droit  et  la  facultö  de  les  faire  passer  en  revue 
toutesfois  qu'ils  voudront  par  deux  commissaires  qu'ils  nom- 
meront  ä  cet  effet 

XL 

Cette  Convention  sera  ratifiöe  par  les  dits  hauts  contrac- 
tans,  et  les  ratifications  en  seront  echangöes  ä  la  Haye  dans 
Tespace  de  quatre  semaines  ou  plutöt,  si  faire  se  peut 

En  foy  de  quoy  nous  les  susdits  plenipotentiaires  ou  au- 
thorises  avons  signö  cette  Convention  et  y  avons  fait  apposer 
les  cachets  de  nos  armes. 

Fait  ä  la  Haye  le  trente  un  du  mois  d'Aout  de  Tann^e 
mille  sept  cent  quarante  six. 

L.  S.    Ph.  des  Ursins  C.  de  Rosenberg.') 

L.  S.    Rob.  Trevor. 

L.  S.    Le  comte  de  Randwyck. 

L.  S.    Thadö  le  baron  de  Reischach. 

L.  S.    W.  Bentinck. 

L.  S.    Willem  Buys. 

L.  S.    H.  van  Hoom. 

L.  S.    J.  H.  comte  de  Rechteren. 

L  S.    S.  G.  J.  V.  B.  Rengers. 

L.  S.    B.  Sloet. 


*)  Die  drei  ersten  Namen  stellen  im  Or.  nebeneinander ;  Reischach  unter 
Rosenberg,  die  übrigen  unter  Randwyck. 


730  «747  ^^^'  '*• 

Acte  separe. 

Comme  la  Convention  signee  aujourd'  huy  ne  regarde  quo 
Cent  et  cinquante  mille  livres  sterlins,  les  ministres  soussignes 
de  sa  Mte  imperiale  et  royale  ont  juge  ä  propos  d'  y  joindre  la 
declaration  suivante,  k  S9avoir  que  les  dits  ministres  ne  sc  de- 
partent  cependant  pas  par  cette  demande  en  aucune  fa9on  de 
leurs  instances  faites  par  ordre  exprfes  de  sa  Mte  pour  la  somme 
entiere  de  200000  livres  sterlins,  et  se  reservent  expressement 
la  facultö  de  faire  lä  dessus  s'il  est  besoin  les  demarches  ul- 
terieures  qu'ils  jugeront')  necessaires,  dans  la  ferme  persuasion 
que  L.  H.  P.  trouveront  leurs  instances  pour  le  restant  de  50000 
livres  sterlins  d'  autant  plus  fondees,  que  sa  Mte  britannique  par 
le  consentement  qu'elle  y  a  dejä  donn^e  pour  sa  quotepart 
en  a  recönnu  pleinement  la  justice  et  la  necessite  et  que  sans 
percevoir  cette  somme  ce  seroit  une  impossibilite  absolue  de 
faire  subsister  les  troupes  de  sa  Mte  imperiale.  2)  Fait  ä  la  Haye 
le  31  d'Aout  1746. 

L  S.    Philipp  des  Ursins  comte  de  Rosen  bcrg. 
L.  S.    Thade  baron  de  Reischach. 


49. 

Kofwentiofi  ^iVischen  Maria  Theresia,  Georg  IL,  Karl  Enia- 
nuel  IIL  von  Sardinien  und  den  Generalstaaten,  betreffend  den 
Feld^ug  des  Jahres  1747;  d.  d.  Haeig  1747  Jan.  12. 

Rat,  Georgs  IL  d.  it.  St  James  1747  Februar  2SlMär{  11 ;  Maria 
Tlieresias  d,  d,  Wien  1747  Januar  ßi ;  Karl  Emanuels  d  d.  lurin 
1747  Marl  24. 

Die  Originale  der  Konvention  befinden  sich  im  St,-A.  und  R,  O.,  die  der 
sardinischen  sowie  der  englischen  Ratifikation  im  St.-A,,  das  Original  der  Rati- 
fikation Maria  Theresia' s  im  R,  O. 

Der  Feld^ug  des  Jahres  1746  hatte  —  soweit  er  in  den  spanischen 
Niederlanden  ge fuhrt  wurde  — für  die  Verbündeten  unglücklich  begonnen 


^)  In  der  Wiener  Kopie  (Beilage  \um  Bericht  vom  4,  Sept.  1746)  folgt 
nach  jug  ront  etre, 

*)  In  der  Wiener  Kopie  folgt  auf  imperiale  aux  Pais-Bas;  es  fehlt  aber 
dort  die  im  Or,  folgende  Datierung, 


1747  Jan.  13.  731 

und  war  unglücklich  fortgesetzt  worden.  Dem  Falle  Brüssels  im  Februar y 
folgte  im  Mai  der  Antwerpens ,  in  den  Sommermonaten  der  von  Mons 
und  Charleroi.  Dann  hatte  es  einen  Augenblick  den  Anschein  gehabt^ 
als  wurden  die  Verbündeten  sich  aufraffen.  Der  Sieg  bei  Culloden, 
der  dem  stuartischen  Aufstande  ein  Ende  machte,  hatte  es  Georg  IL 
ermöglichty  hessische  und  englische  Regimenter  nach  den  Niederlanden 
{U  dirigiren,  und  da  auch  aus  Hannover  Verstärkungen  anlangten  und 
Maria  Theresia  durch  den  Sieg  bei  Piacen^a  in  die  Lage  kam  neue 
Truppen  nach  den  Niederlanden  marschieren  j{u  lassen,  ^ählte  das  Heer 
der  Verbündeten  gegen  Ende  Juli  —  es  war  die  Zeit  da  Charleroi 
von  den  Franzosen  belagert  wurde  —  an  po.ooo  Mann.  Allein  die 
Hoffnungen  der  Verbündeten  auf  einen  Erfolg  wurden,  nicht  in  letzter 
Linie  durch  die  Unfähigkeit  Karls  von  Lothringen,  der  die  Führung 
der  vereinigten  Truppen  übernommen  hatte,  grimmig  enttäuscht.  Der 
Fall  Namiirs  am  20,  Sept,  und  die  Niederlage  bei  Rocoux  am  11,  Okt 
waren  schwere  Schläge  für  Maria  Theresia  und  ihre  Bundesgenossen, 
Sie  mussten  es  als  ein  Glück  betrachten,  dass  die  Franzosen  ihren  Sieg 
nicht  ausnützten,  vielmehr  noch  vor  Beginn  des  Winters  ihre  Quartiere 
belogen,     Lhrem  Beispiele  folgten  die   Verbündeten,  *) 

Noch  bevor  dies  aber  geschah,  hatte  Maria  Theresia,  von  der  Be- 
sorgnis erfüllt,  England  könnte  sich  ^u  einem  für  Österreich  ungün- 
stigen Frieden  mit  Frankreich  und  Spanien  verstehen,  dem  englischen 
Könige  mitteilen  lassen,  dass  sie  bereit  sei,  im  folgenden  Jahre  den 
Kampf  gegen  die  gemeinsamen  Feinde  mit  verstärkten  Mitteln  ^u  führen; 
und  je  bedrohlicher  die  Nachrichten  aus  London  und  aus  Breda  lau- 
teten, woselbst  ihre  Verbündeten  mit  ihrem  Feinde  über  die  Herstellung 
des  Friedens  verhandelten,  desto  entschiedener  riet  sie  ^ur  Fortsetzung 
des  Krieges.  Wasner,  der  ihre  Interessen  am  Londoner  Hofe  {«  ver- 
treten hatte,  erhielt  den  Befehl,  nichts  unversucht  {u  lassen,  um  Georg  II, 
{u  einen  energischen  Entschlüsse  im  Sinne  der  Fortführung  des  Kampfes 
^u  bewegen,  ^)  Allein  es  schien  längere  Zeit,  als  würden  seine  Bemüh- 
ungen erfolglos  bleiben,  Harrington  und  Pelham  geigten  grosse  Nei- 
gung Frieden  ^u  schliessen  und  betonten  insbesondere,  dass  England 
ohne  Sardinien,  von  dessen  Abfall  ^u  Frankreich  damals  in  London 
als   von   einer   wahrscheinlichen  Sache  gesprochen    wurde^    den   Kampf 

V)  Für  den  Feld{ug  von  1746  und  für  die  Situation  \u  Ende  dieses  Jahres 
vgl,  Arneth  L  c,  II L  20g  ff, ;  Broglie  Maurice  de  Saxe  et  Ic  M*«  d*  Argenson 
Paris  i8pj  L  jopff, 

')  Weisungen  Maria  Theresia' s  an  Wasner  vom  September  und  Oktober 
1746,  St.'A, 


^^2  1747  J^'**  '2. 

gegen  die  Boiirbonen  nicht  fortsetzten  werde,  *)  bnter  diesen  Umständen 
mtisste  es  Wasner  als  ein  Glück  ansehen^  dass  der  Herzog  von  New- 
Castle^  mit  der  Möglichkeit  der  Fortsets^ung  des  Krieges  rechnend,  ihm 
und  dem  Vertreter  Sardiniens  am  englischen  Hofe,  Osorio,  das  Projekt 
einer  Konvention  vorlas,  kraft  der  sich  die  Verbündeten  über  den  Ope- 
rationsplan für  das  Jahr  174J  einigen  sollten.  Newcastle  versprach 
seinen  Entwurf,  nach  erfolgter  Billigung  desselben  durch  den  König, 
seinem  Bruder  Pelham  und  Harrington  vorzulegen  und,  falls  diese  ein- 
willigen sollten,  Abschriften  für  Wasner  und  Osorio  anfertigen  j^u 
lassen,  damit  die  verbündeten  Fürsten  rechtsseitig  Stellung  ^u  demselben 
nehmen  könnten.^)  Es  traf  sich  glücklich,  dass  gerade  damals  die  Nach- 
richt von  dem  Marsche  der  kaiserlichen  Truppen  nach  der  Provence 
in  London  eintraf  Sie  erleichterte  Newcastle  seine  Aufgabe,  als  er 
am  2,  Nov.  dem  Grosskan^ler,  Pelham  und  Harrington  das  von  ihm 
verfasste  Projekt  eines  Operationsplanes  für  das  Jahr  1747  vorlegte. 
Die  beiden  ersteren  billigten  seine  Vorschläge ,  Harrington  dagegen 
halte  viel  aus{uset:^en,  gab  aber,  als  man  ihm  mitteilte,  dass  der  König 
sich  bereits  für  das  Projekt  ausgesprochen  habe,  seine  Einwilligung 
{ur  Übermittlung  der  Abschriften  an  Osorio  und  Wasner.^)  Die  For- 
derungen Englands,  soweit  sie  sich  auf  Österreich  belogen,  lauteten.-^) 
Maria  Theresia  lässt  in  den  Niederlanden  eine  Armee  von  ßoooo  Mann 
—  ohne  Einrechuung  der  Besatzungen  im  Luxemburgischen  —  kämpfen; 
sie  verpflichtet  sich  ferner  eine  gleich  grosse  Truppeniahl  für  den 
Kampf  in  der  Provence  bereitiuhalteu  und  eine  i^um  Schutze  Italiens 
genügende  Armee  in  der  Lombardei  ^^urück^ulassen.  Als  wünschens- 
wert wird  überdies  die  Aufstellung  einer  von  Maria  Theresia  und  den 
Reichskreisen  ^u  stellenJeu  Defensivarmee  am  Rheine  bezeichnet,  um 
Frankreich  z^r  Detachirung  eines  starken  Korps  in  diese  Gegend  -[// 
nötig  eil.  Als  Entschädigung  für  die  erwachsenden  Kosten  wird  Maria 
Theresia  eine  Subsidie  von  ßoo.ooo  Pfund  St.  angesagt.  Georg  IL  ver- 
pflichtete sich  ferner  ^4000  Mann  für  den  Kampf  in  den  Niederlanden 
{ur  Verfügung  {u  stellen  und  ^wei  starke  Flotten  im  nächsten  Früh- 
jahre ausfahren  ^w  lassen,  von  denen  die  eine  die  Operationen  der  ver- 
einigten österre ichisch- sard in ischen   Truppen  gegen  Frankreich  fördern. 


»)   Vgl.  den  Bericht  Wasncrs  d.  d.  i.  Nov.   1746.  St.-A. 
2)  Ebenda. 

^)  Bericht  Wasners  d.  d.  4.  Nov.  J746.  St.-A. 

*)  Das  Projekt  der  Engländer  übersandte  Wasner  am  4.  Nov.    Es  liegt 
im  St.-A.  als  Betlage  ;jw  diesem  Berichte  Wasners. 


1747  «^a^-  ^^'  733 

die  andere  die  englischen  Colonien  in  Amerika  schüiien  und  die  fran- 
zösischen daselbst  angreifen  sollte. 

Der  König  von  Sardinien,  auf  dessen  Mitwirkung  die  Engländer 
so  grosses  Gewicht  legten,  sollte  für  die  Stellung  von  joooo  Mann 
eine  entsprechende  Subsidie  von  England  erhalten.  Auch  erklärte  sich 
Georg  IL  bereit,  mit  den  Russen  wegen  Überlassung  einer  grösseren 
Truppen:{ahl  in  Unterhandlungen  ^«  treten,  freilich  nicht,  ohne  ^u  be- 
merken, dass  er,  im  Falle  dieser  Versuch  gelingen  sollte,  die  Mittel  ^ur 
Bezahlung  dieser  Soldaten  nur  durch  Verringerung  der  für  Maria 
Iheresia  festgesetzten  Hilfsgelder  auftreiben  könnte.  Die  Zahl  der 
Truppen,  die  von  den  Generalstaaten  beigestellt  werden  sollten,  war  in 
dem  Projekte,  das  Newcastle  dem  österreichischen  Gesandten  übergab, 
nicht  festgesetzt,  doch  erklärte  der  englische  Minister  im  Gespräche, 
er  rechne  auf  2ßOoo  Mann  von  dieser  Seite.  Bei  dieser  Gelegenheit 
betonte  auch  Newcastle,  sein  Herr  habe  seine  Einwilligung  ;(//  diesem 
Projekte  nur  in  der  Erwartung  gegeben,  dass  Maria  Tlieresia  der 
Designirung  des  Herzogs  von  Cumberland  ^«/w  Oberbefehlshaber  der 
vereinigten  Armee   in   den  Niederlanden   ^«5/iV;/w^«    werde. 

Wie  man  sieht,  war  das  Anerbieten  der  Engländer  keineswegs  ein 
besonders  günstiges  für  Österreich.  In  der  Tat  hatte  Pelham  in  der  De- 
batte, die  seitens  der  englischen  Minister  stattgefunden  hatte,  die  Vermu- 
tung ausgesprochen,  Maria  Theresia  werde  auf  diese  Bedingungen  nicht 
eingehen.  Und  wie  wenig  Newcastle  selbst  an  einen  Erfolg  glaubte^  be- 
weist wohl  die  Tatsache,  dass  er,  um  seinen  Anträgen  Nachdruck  ^1/ 
verleihen,  Wasner  gegenüber  hervorhob,  Georg  IL  werde,  falls  Öster- 
reich sich  in  den  Hauptpunkten  nicht  fuge,  mit  Frankreich  Frieden 
schliessen,  z^  gleicher  Zeit  aber  Hoffnung  auf  Erhöhung  der  Subsidien 
gab.^)  Allein  die  Wiener  Regierung,  die  nach  wie  vor  den  Standpunkt 
vertrat,  dass  der  Friede,  falls  Maria  Theresia  nicht  Neapel  und  Sizi- 
lien oder  ein  entsprechendes  Aequivalent  erhaltn  —  und  es  war  keine 
Aussicht  vorhanden,  dass  dies  geschah  —  das  grösste  Übel  für  Öster- 
reich sei,  erklärte  sich  nicht  nur  in  allen  Hauptpunkten  mit  dem  eng- 
lischen Projekte  einverstanden,  sie  betonte  vielmehr  ihre  Geneigtheit,  in 
den  Niederlanden  60000  Mann  kämpfen  ^«  lassen,  an  der  Mosel  ein 
Observationskorps  von  40000  Mann  auf  zustellest  und  ihre  für  den  Krieg 
in  der  Provence  bestimmte  Armee  von  ßoooo  Mann  ^w  verstärken,  falls 
Sardinien,  wie  vorauszusehen,  die  joooo  Mann  nicht  werde  bereithalten 
können.     Und  wefin    auch   die   Subsidie    von   joo.ooo   Pfund  St.    der 


>)  Bericht  Wasners  d.  J.  4.  Nov.  1746.  St.-A. 


«734  '7^7  ^^^'  '2' 

österreichischen  Regierung   überaus  gering  erscheinen   musste,    so   er- 
klärte  sie   trot\dem^    sich    mit  einer   solchen  —  falls    eine    Erhöhung 
nicht  durchzusetzen   wäre  —  begnügen   ^//    wollen^    um   so    den    deut- 
lichsten Beweis  ^^i  liefern,   dass  sie   alles  aufbieten  wolle,    um  die  ge- 
meinsame Sache  {u  fördern.     Aus  demselben  Grunde  gab  sie  auch  die 
Einwilligung  da^u,  dass  der  Herzog  von  Cumberland,  der  in  England 
besondere  Beliebtheit  genoss  und  von    dessen  Feldherrntalente  man  seit 
seinem  Siege  bei  Culloden   eine   hohe  Meinung  hatte,    den   Oberbefehl 
über   die  gemeinsame   Armee    in  den   Niederlanden   erhalten    und   ihm 
Graf  Batthyany  als  Feldmarschall  beigegeben  werden  sollte.     Nur  eine 
Bedingung  stellte  Maria   Tlieresia:   auch  England  und  die  Vereinigten 
Niederlande  sollten  sich  {u  einer  Vermehrung  ihrer  Truppen  in  Belgien 
bereit  erklären ;   sie   wünschte,    dass  jede    dieser  Mächte  40000  Mann 
bereit  halten   sollte,    da   sie   mit  einer  Armee   von  ij 0.000  Mann    den 
Kampf  gegen   die  bisher    überlegenen  Franzosen  erfolgreich   aufnehmen 
ZU  können  hoffte,^) 

König  Georg  IL  und  seine  Minister  {eigten  sich  äusserst  ^w- 
frieden  gestellt,  als  Wasner  ihnen  von  den  Entschliessungen  seiner 
Herrin  Kunde  gab.  Sie  erklärten  sich  {ur  Vermehrung  der  englischeti 
Truppen  auf  40000  Mann  bereit  und  gaben  Hoffnung  auf  eine  Erhöhung 
der  Maria  Theresia  -{«^^t/</^Ä/^w  Subsidie.  Das  von  Wasner  verfasste 
Projekt  erhielt  ihre  Billigung  und  wurde  nach  dem  Haag  Übersandt, 
um  den  Generalstaaten  ^«r  Gutheissung  vorgelegt  ^u  werden.^)  Hier 
war  die  Stimmung  dem  Unternehmen  nicht  so  günstig  wie  in  London. 
Insbesondere  die  Provin^  Holland,  deren  Votum  ausschlaggebend  war. 
Zeigte  entschiedene  Neigung  mit  den  Feinden  Frieden  z^i  schliesseu. 
Als  Lord  Sandwich  und  Baron  Reischach,  die  Gesandten  Englands 
und  Österreichs,  der  :;wischen  ihnen  getroffenen  Abrede  gemäss,  ^w 
gleicher  Zeit  den  Gene  ml  Staaten  die  Bitte  ihrer  Regierungen  vortrugen, 
den  ihnen  vorgelegten  Operationsplan  für  das  fahr  1^4/  >{«  billigen,^) 
lautete  die  Resolution  der  Provinz  Holland,  man  sei  bereit  sich  j(u 
rüsten,  aber  auch  fest  entschlossen,  alles  ^«  tun,  um  Frieden  z^^ 
schliessen.  Falls  die  Verbündeten  ihre  Hand  dazu  nicht  bieten  sollten, 
würden    die  Generalsiaaten    allein    mit   Frankreich    verhandeln.^)     Die 


^)  Weisungen  an  Wasner  d.  d.  iS.  Nov.  1746.  St.-A.  Es  sind  a  Wei- 
sungen, die  eine  als  Antwort  auf  das  Schreiben  Wasners  vom  i.,  die  andere  auf 
seinen  Bericht  vom  4.  Nov. 

*)  Berichte  Wasners  d.  J.  a.,  6.  und  i^,  De{.  1746.  St-A. 

8)  Bericht  Beischachs  d.  d.  p.  De\.  1746.  St.-A.  (HolL) 

*)  Bericht  Reischachs  d,  d.  a8.  De^.  1746.  St-A.  (Holt.) 


1747  Jan.  12.  735 

Verbündelen  fügien  sich;  die  Friedensverhandlungen  wurden  fortgesetzt ; 
^u  gleicher  Zeit  aber  der  Operationsplan  fertig  gestellt.  Es  gelang 
rasch  eine  Einigung  j^u  erzielen.  Die  Generalstaaten  erklärten  sich 
in  der  Resolution  vom  57.  De{.  ly^ö  bereit,  ein  Contingent  von  40000 
Mann  ^u  stellen  und  den  Oberbefehl  dem  Herzoge  von  Cumberland  -{«- 
zugestehen.  Nur  verlangten  sie,  dass  die  Vereinbarung,  soweit  sie  die 
Vereinigten  Niederlande  betraf  —  in  die  Bestimmungen  bezüglich  Ita- 
liens und  der  Provence  wollten  sie  sich  nicht  mischen  —  in  die  Form 
eines  Konzertes,  nicht  in  die  einer  förmlichen  Konvention  gehleidet 
werde,  da  die  Deputierten  der  einzelnen  Provinzen  ^M  ^i^^^  solchen 
keine  Vollmacht  besassen  und  die  Ausstellung  einer  solchen  längere 
Zeit  in  Anspruch  nehmen  würde.^)  Auch  dieser  Forderung  stimmten 
die  Vertreter  der  Verbündeten  bei.  Es  wurde  der  Beschluss  gefasst, 
die  Konvention  zynischen  Osterreich,  England  und  Sardinien  abzufassen 
und  das  von  England  und  Österreich  mit  den  Generalstaaten  getroffene 
Konzert  derselben  rechtsgiltig  einzuverleiben, 

Ende  Dezember  war  alles  j{ww  Abschlüsse  bereit.  Der  Herzog 
von  Cumberland  drängte  ^«r  Unterz'sichnung^  damit  das  Parlament  die 
Subsidien  bewilligen  könne, ^)  Baron  Reischach  erklärte  sich  einver- 
standen, bestand  aber  darauf,  dass  England  sich  in  der  abzuschliessen- 
den  Konvention  verpflichte,  die  versprochenen  T^ei  Dritteile  der  bei 
Abschluss  des  Subsidienvertrages  vom  ßi,  August  1^46  ;fw^^5J^/^n  Sub- 
sidienerhöhung  im  Beirage  von  ßoooo  Pfund  St,  sofort  ^«  bezahlen  und 
den  Generalstaaten  z^r  Leistung  ihres  Beitrages  und  ^«r  Abführung  der 
aus  diesem  Vertrage  restirenden  Summen  z^i^^sprechen,  *)  Nach  Ordnung 
dieser  Angelegenheit  stand  der  Unterzeichnung  der  Konvention  nichts 
im  Wege,  Am  Morgen  des  10,  Januar  wurde  das  z'^l^^hen  den  See- 
mächten und  Österreich  geschlossene  Konzert,  am  Abend  desselben 
Tages  die  Konvention  z'^^^^^en  Österreich,  England  und  Sardinien 
richtig  gestellt.*)  Am  12.  Januar  unterzeichneten  die  Vertreter  Öster- 
reichs und  Englands  die  Konvention,  Für  den  Grafen  Chavanne,  der 
die  Vollmacht  des  Königs  von  Sardinien  noch  nicht  erhalten  hatte, 
wurde  der  Platz  ^^^^  gelassen;  er  fügte  seinen  Namen  am  22,  Fe- 
bruar bei,^) 


*)  Resolution  der  Generalstaaten  d.  d,  27,  Dez,  1746 ,   als  Beilage  \um 
Berichte  Reischachs  d,  d,  jo,  De\,  1746,  Si.-A,  (Hall.) 

•)  Bericht  Reischachs  d,  d,  ßo,  Dez.  1746,  St.-A.  (Holl,) 
»)  Bericht  Reischachs  d.  d.  7.  Jan,  1747.  St,-A,  (Hall,) 
*)  Bericht  Reischachs  d,  d,  IT,  Jan.  1747,  St,-A,  (Holl) 
*)  Vgl.  die  Klausel  am  Schlüsse  der  Konvention  p,  7^1, 


736^  »747  Jöii-  i^' 

Soit  notoire  ä  tous  ceiix  ä  qui  il  appartient  que  la  Situa- 
tion dangereuse  et  les  circonstances  critiques  dans  lesquelles 
les  affaires  de  la  cause  commune  se  sont  trouvees  jusqu'ici  et 
particulierement  pendant  les  deux  dernieres  campagnes  par  un 
effet  des  forces  superieures  de  la  maison  de  Bourbon  exigeant 
la  plus  serieuse  attention  de  la  part  des  puissances  alliöes  et 
les  plus  amples  precautions  pour  non  seulement  6tre  en  ötat 
d'y  resister  ä  Tavenir,  mais  afin  de  pouvoir  de  plus  reparer 
les  pertes  pass^es  et  obliger  les  ennemis  ä  une  paix  juste  et 
stable,  au  cas  que  les  Conferences  indiquees  ä  Breda  pour  une 
pacification  generale  se  trouvent  sans  effet  par  une  suite  con- 
tinu^e  des  difficultös  et  des  obstacles  que  la  France  y  a  ap- 
portes  jusqu'ä  present;  sa  Mte  britannique  toüjours  attentive 
au  salut  de  rEurope  et  au  bien  de  la  cause  commune,  ayant 
particulierement  ete  frapp^e  de  la  necessite  et  de  Timportance 
de  ces  memes  precautions,  a  crü  ne  pouvoir  mieux  et  plus 
sürement  y  parvenir  qu'en  proposant  ä  ses  alli^s,  sa  Mte  Tim- 
peratrice  reine,  sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  et  les  etats  gener- 
aux  des  Provinces-Unies,  d'entrer  dans  uns  concert  entre  eux 
pour  faire  les  preparatifs  les  plus  efficaces,  afin  de  mettre  de 
bonne  heure  de  grandes  arm^es  en  campagne  et  en  ötat  d'  agfir 
vigoureusement  dez  le  commencement  du  printems. 

Sur  la  proposition  que  sa  Mte  britannique  en  a  fait  faire 
aux  cours  respectivcs,  les  trois  premieres  puissances  ont  due- 
ment  autorise  Icurs  ministres  respectifs,  savoir  sa  Mte  Tim- 
peratrice  -  reine  d'Hongrie  et  de  Boheme  les  sieurs  Charles 
comte  de  Bathyany,  seigneur  hereditaire  de  Gusing  et  des  sei- 
gneuries  de  Sicklos,  Bolya,  Mosgo  et  Ysock  en  Hongrie,  de 
Neuhoff  et  Göteniz  en  Boheme,  supreme  comte  hereditaire  de 
la  comte  d'Eysenburg  etc.,  chambellan  et  conseiller  intime  ac- 
tuel  de  leurs  Mte's  imperiales,  viceroy  de  Dalmatie,  Croatie 
et  Esclavonie,  veld-marechal,  colonel  d'un  regiment  de  dra- 
gons,  general  commandant  les  trouppes  imperiales  aux  Pais-Bas, 
ministre  plenipotcntiaire  de  sa  Mte  Timperatrice  et  reine  d'Hon- 
grie  et  de  Boheme  pour  le  gouvernement  general  des  dits  Pais- 
Bas;  Ferdinand  comte  de  Harrach,  conseiller  d'etat  de  leur 
Mtez  imperiales,  marechal  et  colonel  du  pays  de  la  basse  Au- 
triche  et  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Mte'  V  imperatrice,  reine 
d' Hongrie  et  de  Boheme,  aupr^s  L.  H.  P.  les  seigneurs  etats 


i747  Jai^-  'i-  73']/ 

des  Provinces-Unies  et  au  congres  de  Breda ;  et  Thadee  baron  de 
Reischach,  seigneur  d'  Immendingen  et  de  Zimmerholz,  chambel- 
lan  de  leurs  Mtez  imperiales  et  royales,  conseiller  de  la  regence  de 
r  Autriche  anterieure  et  leur  envoye  extraordinaire  aupres  de  L. 
H.  P.  les  seigneurs  etats  generaux  des  provinces  unies  des  Pais- 
Bas;  sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  le  sieur  Joseph  Borrö  comte 
de  la  Chavanne,  ministre  de  sa  dite  Mt^  auprfes  L.  H.  P.  les  etats 
generaux  des  Provinces-Unies  et  son  ministre  plenipotentiaire 
au  congrfes  de  Breda ;  et  sa  Mt^  le  roy  de  la  Grande-Bretagne 
Jean  comte  de  Sandwich,  vis-comte  Hinchingbrook,  baron  Mon- 
tagu  de  St.  Neotte,  un  des  seigneurs  de  Tamirautö  et  ministre 
plenipotentiaire.  de  sa  Mte  britannique  aux  etats  generaux  des 
Provinces-Unies  et  aux  Conferences  de  Breda,  pour  dresser  et 
signer  une  Convention  qui  constate  les  forces  et  trouppes  qu'- 
elles  devront  chacune  fournir  pour  composer  deux  arm^es, 
Tune  destinöe  ä  agir  dans  la  partie  meridionale  de  la  France, 
et  une  autre  superieure  ä  celle  de  France  pour  ^tre  employee 
aux  Pais-Bas,  et  les  subsides  pour  les  mieux  mettre  en  6tat 
de  Texecuter. 

1. 

A  ce  dessein  et  pour  remplir  ce  plan  les  susdits  ministres, 
aprfes  avoir  conferö  ensemble  sur  les  objets  cy-dessus  men- 
tionn^s  et  s'etre  entrecommuniquö  leurs  pouvoirs,  sontavant  tou- 
tes  choses  convenus  au  nom  de  leurs  souverains  respectifs  que 
toutes  les  Conventions  et  traittös  cy-devant  conclus  entre  les 
trois  puissances  ensemble  ou  separement  et  qui  sont  encore  ac- 
tuellement  en  vigueur  et  auxquels  Ton  n'a  point  deroge  par 
la  presente  auront  leur  plein  et  entier  effet  et  seront  recipro- 
quement  executös  et  accomplis  dans  toute  leur  ^tendue. 

n.  , 

Comme  les  ministres  de  sa  Mte  imperiale  et  royale  et  de 
sa  Mt^  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  sont  entrös  lä  dessus 
prealablement  en  concert  avec  les  etats  generaux  des  Provinces- 
Unies  des  Pa'is-Bas,  le  resultat  des  Conferences  tenues  ä  ce  sujet 
entre  les  dits  ministres  et  les  deputös  des  etats  generaux  qui 
se  trouve  iftser^  de  mot  ä  mot  dans  cet  acte  aura  la  mfime 
force  que  les  autres  articles  du  present  traitt^  dans  tout  ce  qui 
concefne  leurs  cours  respectives. 

Österrdchisch-englische  SUatsverträge.  Bd.  J.  47 


738  1747  Jan  n. 

Resultat  des  Conferences  entre  les  ministres  de  sa  Mte  Tim- 

peratrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  de  sa  Mt^  britannique 

et  les  deputös  de  L.  H.  P. 

I. 

Comme  jusqu'ici  les  Pa'is-ßas  n'ont  pü  resister  ä  la  su- 
perioritö  des  armes  de  la  France  et  qu'il  est  essentiel  k  Tin- 
terßt  de  la  cause  commune  de  pourvoir  ä  leur  süretö  aussi  bien 
qu'ä  la  defense  des  Provinces-Unies,  on  estconvenu  de  mettre 
en  campagne  pour  cet  effet  une  armöe  de  cent  quarante  mille 
hommes  la  quelle  arm^e  sera  compos^e  des  contingents  suivants. 

Celuy  de  sa  Mte  Timperatrice  reine  k  soixante  mille  hom- 
mes outre  encore  dix  mille  hommes  que  sa  Mt^  imperiale  en- 
tretiendra  de  plus  dans  les  Pais-Bas  pour  pourvoir  ä  la  sürete 
de  Luxemburg. 

Celuy  de  sa  Mte  britannique  est  fix6  k  quarante  mille 
hommes  y  compris  les  trouppes  hanovriennes  et  hessoises. 

L.  H.  P.  prepareront  pour  leur  contingent  pour  etre  Joint 
ä  Tarmöe  alliöe  comme  des  trouppes  auxiliaires  le  nombre  de 
quarante  mille  hommes  y  compris  les  troupes  bavaroises.  Du  quel 
nombre  de  quarante  mille  hommes  marcheront  trente  et  cinq 
mille  pour  se  joindre  k  Tarm^e  combin^e  aussitöt  qu'elle  se  ras- 
semblera,  et  les  autres  cinq  mille  aussitöt  que  Tarmöe  assembl^e 
sera  trouv^e  superieure  et  6tre  la  premiere  en  campagne  et  qu'on 
pourra  par  consequent  s'en  passer  avec  süretödans  les  gamisons. 

2. 

Pour  remplir  les  contingents  susdits,  les  soixante  mille 
hommes  de  sa  Mte  r  imperatrice-reine  seront  composös  des  re- 
gimens  et  des  bataillons  et  escadrons  suivants. 


Nombre  et  noms  des  regimens  d'infant. 

Comp. 

de  grenad. 

Battns 

Hommes. 

Charles  Lorraine 

2 

3 

2300 

Vieux  Königsegg 

2 

3 

2300 

Arenberg 

2 

3 

2300 

Los  Rios 

2 

3 

2300 

Waldeck 

2 

3 

2300 

Wurmbrand 

2 

3 

2300 

Botta 

2 

3 

2300 

Damnitz 

2 

3 

2300 

Salm 

I 

2 

1500 

1747  Jan.  12. 

739 

Broune 

2 

3         2300 

Gaisrug 

2 

3         2300 

Wolfeiibuttel 

2 

2          1600 

Platz 

2 

3         2300 

Bayreuth 

2 

3         2300 

Uyvary 

— 

3         2250 

Bethlen 

— 

3         2250 

Haller 

— 

3         2250 

Trenck 

2 

3          2300 

Ligne 

2 

2          1600 

JI 

54        41350 

Nombre  et  noms  des  regimens  de  cavallerie 

Esc. 

Hommes. 

Althann 

1000 

Liechtenstein 

1000 

Bathiany 

1000 

Styrum 

1094 

Ligne 

1094 

Wiirtenberg 

1000 

HohenzoUem 

1000 

Diemar 

1000 

Birckenfeld 

1000 

Bentheim 

1000 

70 

IO188 

Nombre  et  noms  des  regimens  hussards. 

Esc. 

Hommes. 

Ghylany 

1300 

Nadasty 

1300 

Karoly 

1400 

Esterhazy 

1400 

Belesnay 

1300 

Kalnocky 

1300 

3  Josikaise  comp.  dV 

augmentation 

300 

31 

8300 

Item  4  comp,  franches  ä  pied  de 

600 

Faisant 

en  tout 

Comp,  de  grenadiers. 

ßatt.  et  Esc. 

Hommes. 

Chevaux. 

Infanterie    31 

54 

41350 

Cavallerie 

70 

IO188 

IO188 

Houzards 

31 

8300 

8300 

4  Comp,  franches 

600 

Total          31 

155 

60438 

18488 
47* 

^40  «?47  •'an.  12, 

Comme  parmi  les  battaillons  et  escadrons  cy-dessus  spe- 
cifies  il  y  en  a  qui  sont  prisonniers  de  guerre  k  savoir: 
Noms  des  regimens.  Comp,  de  grenadiers.      Batt.     Nombre  d'hommes. 
Vieux  Königsegg  i  700 

Arenberg  i  700 

Los  Rios  I  I  800 

Salm  I  7J0 

Ligne  avec  deux 

compagnies  de  fusiliers       2 i 1180 

En  tout  3  5  4080. 

on  est  convenu  que,  si  contre  toute  attente  les  dits  prisonniers 
de  guerre  ne  seroient  pas  echangös  dfes-aussitöt,  sa  Mte'  Tim- 
peratrice- reine  fera  actuellement  les  dispositions  necessaires 
pourqu'ils  soient  suplös  ä  tems  par  un  pareil  nombre  de  croates. 
Les  dix  mille  hommes  que  sa  Mte'  Timperatrice  entretiendra 
de  plus  dans  les  Pais-Bas  pour  pourvoir  ä  la  süreteJ  de  Luxem- 
bourg  seront  compos^s  des  bataillons  et  des  compagnies  de 
grenadiers  suivants. 


Noms  de  regimens. 

Comp. 

de  grenadiers. 

Batf». 

Hommes. 

Priö 

2 

3 

2300 

Ligne 

I 

700 

Salm 

I 

I 

800 

Wolfenbuttel 

I 

700 

Arberg 

2 

4 

3000 

Nouveau  Wallon 

2 

3 

2300 

7  13  9800 

Les  quarante  mille  hommes  de  sa  Mte  britannique  seront 
composes  des  bataillons  et  escadrons  suivants. 

Nombre  et  noms  des  bataillons.  Nombre  d'  hommes. 


Un  bataillon  de  Wolfe 

780 

» 

Graham 

780 

i> 

Pultney 

780 

»> 

G  Howard 

780 

» 

Grawfurth 

780 

>» 

Douglas 

780 

» 

Johnson 

780 

» 

second  bataillon  du  pre- 

mier  regiment  des  gardes 

891 

» 

second  bataillon  du  trois- 

sifeme  regiment  des  gard. 

891 

1747  ^^^'  '2. 


741 


Un  bataillon  Scots  fusiliers 

780 

„         Welsh  fusiliers 

780 

„         Dejean 

780 

„         Conway 

780 

Artillerie  cinq  compagnies 

500 

Compagnies  independantes 

300 

11163 

mbre  et  noms  des  escadrons. 

Nombre  d'hommes 

et  chevaux. 

3  escadrons  de  Stair 

505 

„         Rothes 

505 

„         Cope 

505 

„         de  Riebe 

505 

•           „         de  son  altesse  le  duc  de      405 

Total  13587  Anglois. 


2425 


Troupes  hannovriennes. 

Nombre  et  noms  des  bataillons.  Nombre  d-hommes. 


2  bata 

illons  de  gardes 
„         de  Campen 
„         Sommerfeld 

1624 

tf 

Druchleben 

»» 

Klinkostrom 

j 

Zastrow 

y 

Block 

1 
> 

Sporeken 
Borch 

ä  814 

Fruydeman 
Hörn 

y 

Hugo 

Oberg 

Cheuses 

y 

Munchow 

ArtiUe] 

rie 

385 

I34IO 


742 


1747  Jan.  12. 

Nombre  et  noms  des  escadrons.  Nombre  d'hommes. 

2  escadrons  du  corps 

359 

» 

de  Schnitzen 

359 

>» 

Montigni 

359 

1* 

Hammerstein 

359 

i> 

Behr 

359 

j> 

Wreden 

359 

» 

Hardenberg 

359 

» 

Pont-Pietin 

715 

» 

Wendt 

715 

» 

Adelebsen 

7^5 
4658 

Total    18068  Hanovriens. 

Troupes  hessoises. 

Nombre  et  noms  des  bataillons.  Nombre  d'  hommes» 

I  bataillon  grenadiers 

800 

» 

gardes 

800 

»> 

Prince  Frederik 

800 

)} 

Prince  Maximilien 

800 

« 

Mansbach 

800 

n 

Donep 

800 

Artillerie 

120 
7920 

Nombre  et  noms  des  escadrons.  Nombre  d'hommes. 

2  escadrons  du  corps 

300 

» 

Prince  Maximilien 

300 

» 

Cressendorff 

300 

n 

Yssenburg 

300 

Hussards 

60 
1260 

Total 

6180  Hessois 

Total      37855 
Encore  4  bataillons  soit  anglois  soit  ha- 
novriens qui  seront  nommes  au  plütöt  pour 
etre  prets  au  i  de  Mars  ä  780  chacun    3120 
Total  general    40975 

NB.  11  sc  pourroit  qu'il  sc  fit  quelque  change- 
ment  dans  la  designation  des  bataillons  ou  esca- 
drons, mais  le  nombre  d'hommes  restera  toujours 
de  mcmc. 


1747  J^n.  12.  »7^3 

Les  quarante  mille  hommes  de  L.  H.  P.  seront  composes 
des  bataillons  et  escadrons  suivants. 

Nombre  et  noms  des  bataillons.  Nombre  d^  hommes. 


3 

bataillons  Bavarois 

2349 

3 

» 

99 

2349 

I 

» 

Gardes 

900 

2 

» 

de  Colyear 

1720 

»> 

de  Stuart 

860 

19 

99 

860 

» 

de  Majoribancks 

860 

» 

99 

860 

3 

l> 

suisses  de  Hirzel 

2400 

» 

de  Nassau  Stadhr  Gelrc 

860 

>1 

Constant 

800 

»9 

Planta 

800 

» 

de  Sturler 

800 

2 

n 

Nassau  Stadhr  Frise 

1720 

2 

» 

de  Waldeck 

1720 

2 

» 

Saxen-Gotha 

1720 

» 

de  la  Lippe 

860 

» 

de  Bunnania 

860 

>• 

de  Braauw 

860 

» 

de  Reede  oudshoorn 

860 

n 

de  Gadelliere 

860 

» 

de  Croy6 

860 

9» 

de  Lewe 

860 

99 

d'Eck  de  Panthaleon 

860 

99 

de  Villattes 

860 

99 

de  Brakel 

860 

36  30178 


Nombre  et  noms  des  escadrons.  Nombre  d^  hommes. 

Dragons  5  escadrons  gardes  dragons    810 
5  „        de  Slippenbach    810 

5  „        de  Saxen-Gotha  810 

15  chaque  esc.  ä  162  chevaux    2430 


.744 


.1747  Jan.  12. 

Nombre  et  noms 

►  des  escadrons.  Nombre  d'hommes. 

Cavallerie  3 

esc.  gardes                          558 

3 

„     Hessen -Philipstai        558 

2 

„     de  Birkenfeld              372 

2 

„     de  Hop                       372 

2 

„     de  Schack                   372 

2 

„     de  Ginkel                   372 

2 

„     de  Nassau  Stadh"*  Frise  372 

2 

„     du  feu  prihce  de  Hes- 

sen Hombourg        372 

2 

„     de  Lynden                  372 

2 

„     de  Buys                     372 

2 

„     de  Schagen                 372 

2 

„     de  Rechteren  Over- 

yssel                        372 

I 

„     du  comte  Maurice       186 

I 

„     de  Rechteren  Zelande  186 

I 

„     de  carabiniers             186 

44  esc.  chaque  esc.  ä  186  chev.  7824 
Hussards  4  escadrons  800 

Faisant  en  tout: 
Infanterie  36  bataillons  30178 

Cavallerie  44  7824 

4  escadrons  d'houssards  '       800 

4  compagnies  franches  650 

Artilleristes  6öo 

Total    40052 

3- 
Las  dits  contigents  devront  etre  prets  ä  pouvoir  etre  as- 
sembles  pour  former  V  armee  alliee  au  plustard  pour  le  prämier 
de  Mars  prochain,  bien  entendu  que  sa  Mte  T  imperatrice-reine 
tiendra  pour  cet  effet  pret  de  son  contingent  le  nombre  effectif 
de  cinquante  mille  hommes  pour  le  dit  premier  de  Mars,  et  le 
surplus  de  dix  mille  hommes  sera  fourni  par  sa  dite  Mte  dans 
le  courant  du  mois  d'Avril  prochain  au  plus  tard. 


4. 
Conformement  aux  offres  faites  par  les  ministres  de  sa 
W^  Timperatrice- reine  de  faire  verifier  le  nombre  effectif  des 


1747  ^^^'  »*•  745 

troupes  qui  doivent  former  le  contingent  de  sa  dite  Mte,  on 
foumira  de  tems  en  tSms  k  sa  Mte  britannique  et  k  L.  H.  P. 
des  tabelles  authentiques  sign^es  par  le  general  commandant 
imperial  tant  pour  les  recrues,  ä  mesure  qu'elles  arriveront, 
que  pour  faire  savoir  la  force  reelle  du  dit  contingent  soit  en 
hommes  soit  en  chevaux  qui  se  trouveront  actuellement  pre- 
sents  et  sur  les  lieux. 

Et  pour  constater  d'autant  mieux  la  chose,  sa  Mte  bri- 
tannique et  L.  H.  P.  auront  la  facult^  de  pouvoir,  soit  ensemble 
soit  separement,  en  faire  le  denombrement  aussi  souvent  qu'- 
elles  le  trouveront  k  propos  par  deux  ou  plusieurs  generaux 
qu'elles  nommeront  ä  cet  effet,  bien  entendu  que  sa  Mte  rim- 
peratrice  aura  la  mgme  facult6  par  rapport  aux  trouppes  alliöes, 
si  sa  Mt^  imperiale  Texige. 

5.  '...'..  . 
Outre  les  dits  contingents  destines  pour  Tarmöe  combinöe 
des  alliös,  les  garnisons  devront  Stre  pourvues  par  les  puissances 
respectives  aux  quelles  les  villes  ou  places  appartiennent, 
tellement  pourtant  qu'il  en  sera  form6  des  listes  qui  seront 
remises  de  tßms  en  tfims  au  general  en  chef  qui  commandera 
Varm6e  combinöe,  et  si  la  necessitö  d^mandoit  que  les  garni- 
sons fussent  renforc^es,  cela  se  fera  hors  des  trouppes  de  l'ar- 
möe  combin^e  qui  sont  k  la  puissance  k  laquelle  les  villes  ou 
places  appartiennent. 

6. 

Comme  le  commandement  en  chef  de  Farmöe  des  alliös 
aux  Pais-Bas  est  defere  par  sa  Mte'  imperiale  Ja  reine  de  Hout 
grie  et  de  Bpheme,  sa  Mte'  britannique  et  L.  H.  P.  k  son  altesse 
royale  le  duc  de  Cumberland,  on  est  convenu  des  articles  sui- 
vants  pour  servir  de  reglement  ä  ce  sujet. 

Articles  pour  le  commandement  de  Tarmöe  alliöe. 

I. 

Le  commandement  en  chef  de  Tarmee  des  allics  aux  Pais- 
Bas  ötant  defer^  par  sa  Mte'  imperiale  la  reine  de  Hongrie  et 
de. Boheme,  sä  Mte  britannique  et  L.  H,  P.  k  son  altesse  royale 
le  duc  de  Cumberlapd,  les  generaux  et  les  troupes  qui  com-: 


746  '747  Jan.  12. 

poseront  cette  armde  seront  pendant  la  campagne  prochaine 
sous  les  ordres  de  son  altesse  royale. 

3. 

Le  general  commandant  en  chef  prendra  dans  tout  ce  qui 
regarde  les  Operations  de  la  guerre  et  le  bien  de  la  cause  com- 
mune Tavis  du  premier  general  de  chaque  corps  des  trouppes 
allides  qui  sont  sous  ses  ordres,  lesquels  generaux  pourront 
prendre  sur  les  matieres  proposöes  Tavis  des  generaux  des 
memes  troupes  ^tant  sous  leurs  ordres  toutes  les  fois  qu'ils  le 
trouveront  necessaire. 

3- 

Lorsque  le  general  commandant  en  chef  trouvera  ä  propos  de 
convoquer  un  conseil  de  guerre,  ce  conseil  sera  composö  des 
generaux  ou  officiers  de  chaque  nation  du  mdme  rang. 

4. 

Les  ordres  que  le  general  commandant  en  chef  donnera 
aux  trouppes  qui  composeront  l'armöe  combin^e  s'addresseront 
directement  au  general  de  chaque  corps  qui  le  commandera, 
autant  que  le  service  pourra  le  permettre, 

5- 

On  laissera  aux  generaux  de  chaque  corps  le  detail  de 
leurs  trouppes. 

6. 
Les  trouppes  des  differentes  nations  de  Tarmee  combinee 
seront  traittes  par  rapport  au  service  sur  le  meme  pied,  et  joui- 
ront  ögalement  des  quartiers  et  autres  avantages. 

7- 
Par  rapport  au  rang  et  Services  des  generaux  et  autres 
articles   semblables   on   suivra   ce  qui  a  eti  pratiqu^   dans  la 
guerre  finie  par  la  paix  d' Utrecht. 

8. 

Le  dit  general  commandant  en  chef  ira  de  concert  avec 

le  general  commandant  des  trouppes  des  etats  generaux  des 

Provinces-Unies  ä  Tarm^e  alli^e  en  tout  ce  qui  regardera  la 

suTet6  des  frontieres  de  la  repubhque,  et  trouvant  ä  propos  de 


1747  Jan.  12.  747 

tirer  des  trouppes  de  sa  Mte  imperiale  ou  de  sa  M^^  britanni- 
que  hors  des  places  de  Tetat,  oü  elles  sont  presentement  ou 
dans  lesquelles  elles  seront  re^ues  cy-aprfes,  n'  envoyera  pas  les 
ordres  et  patentes  directement  aux  officiers  commandans  des 
regimens  ni  meme  aux  gouverneurs  des  places,  mais  les  ad- 
dressera  aux  etats  generaux,  afin  qu'ils  y  joignent  leurs  paten- 
tes dans  la  forme  ordinaire,  quand  il  s'agira  de  tirer  des  troup- 
pes hors  des  places  du  Braband  et  de  Flandres  qui  sont  de  la 
souverainetö  des  provinces  unies.  Mais  lorsqu'il  s'agira  de  les 
tirer  des  places  qui  sont  situöes  dans  les  dites  provinces,  il 
faudra  une  patente  des  etats  de  la  province  outre  celle  des 
etats  generaux,  et  les  trouppes  susdites  seront  oblig^es  de  suivre 
dans  leur  marche  les  ordres  contenus  dans  les  patentes  et  les 
routes  qui  leur  seront  donn^es. 

9- 
Pareillement  les  trouppes  de  sa  Mte  imperiale  ou  de  sa 
Mte  britannique  ne  pourront  entrer  soit  dans  les  dites  places 
de  Braband  ou  de  la  Flandre  ou  dans  celles  qui  sont  situ^es  dans 
les  Provinces-Unies  ni  mSme  entrer  dans  leur  territoire  sur 
les  seuls  ordres  et  patentes  du  dit  commandant  en  chef,  mais 
il  faudra  de  semblables  patentes  que  dans  Tarticle  pr^cedent, 
except^  qu'il  suffira  d'un  ordre  du  general  commandant  les 
trouppes  de  Tetat  ä  Tarmöe  pour  les  faire  recevoir  dans  les 
places  qui  seront  menacöes  de  siege,  dans  lesquelles  il  faudra 
jetter  du  monde  sans  avoir  le  tSms  d'öcrire  k  la  Haye. 

10. 

Les  trouppes  de  sa  Mte  imperiale  ou  de  sa  Mte  britanni- 
que, etant  en  garnisons  dans  les  places  des  Tetat,  feront  en 
entrant  le  serment  suivant  le  formulaire  inserd  ä  la  fin  de  celle- 
ci  et  obeiront  aux  ordres  des  gouverneurs  ou  des .  officiers  com- 
mandants  en  tout  ce  qui  regarde  le  Service,  sans  que  les  dits 
gouverneurs  ou  commandants  pourront  se  mßler  de  leiu*  detail. 

II. 

On  traittera  les  trouppes  de  sa  Mte'  imperiale  et  de  sa 
Mte  britannique,  ^tant  en  garnison  dans  les  places  de  Tetat, 
de  la  meme  maniere  et  sur  le  meme  pied  que  les  trouppes  de 
retat 


•748  »747  ^^^'  '»• 

12. 

Vers  la  fm  de  la  campagiie  on  reglera  les  quartiers  d'hy- 
ver  d'un  commun  accord,  et  les  trouppes  ne  se  separeront 
point  pour  aller  aux  quartiers  d'hyver  sans  un  consentement 
mütuel. 

Formnlaire  de  serment. 

Nous  proraettons  et  jurons  que  nous  servirons  fidellement 
les  etats  generaux  des  Provinces-Unies  et  les  etats  de  chaque 
province  (sauf  neanmoins  le  serment  de  fidelitö  que  nous  avons 
prßt^  k  sa  Mte  imperiale  ou  ä  sa  Mte  britannique)  pendant  tout 

le  tSms  que  nous  serons  en  gamison  dans  la  ville  de et 

la  defendrons  contre  tous  ceux  qui  voudroient  entreprendre 
quoi  que  ce  soit  contre  la  süretö,  sans  que  nous  ferons  le 
moindre  tort  ou  dommage  aux  bourgeois  ou  habitans,  et  qu'en 
general  nous  nous  comporterons  comme  il  convient  ä  des  of- 
ficiers  et  soldats  d'honneur  et  de  valeur. 


m. 

Sa  Mte  rimperatrice  fournira  outre  ce  qui  est  dit  dans  le 
resultat  pr^cedent  un  corps  de  soixante  mille  hommes  eflfectifs 
qui  agira  dans  la  partie  meridionale  de  la  France,  et  sa  Mte  le 
roy  de  Sardaigne  aura  un  corps  de  trente  mille  hommes  eflfec- 
tifs qui  agira  conjointement  avec  Tarm^e  imperiale  en  France. 

IV. 

Sa  Mte  rimperatrice  et  sa  Mte'  le  roy  de  Sardaigne  entre- 
tiendront  en  outre  un  nombre  süffisant  des  trouppes  en  Italie 
pretes  et  en  etat  d*agir  pour  que  les  possessions  de  leurs  Mtez 
soient  ä  couvert  et  que  le  roy  d*  Espagne  aye  lieu  de  craindre 
une  entreprise  prochaine  pour  les  royaumes  de  Naples  et  Sicile 
en  cas  que  sa  Mte'  catholique  ne  fasse  pas  la  paix  avec  sa  Mte 
imperiale  et  ses  allies,  bien  entendu  qu'en  tout  cas  on  ne  di- 
minuera  pas  le  nombre  de  soixante  mille  imperiaux  et  trente 
mille  piemontois  qui  doivent  agir  comme  il  est  dit  cy-dessus 
en  France.  Sa  Mte  britannique  fournira  le  nombre  de  trente 
vaisseaux  de  guerre  qui  agiront  pour  seconder  et  appuyer  les 
Operations  de  V  armee  combinee  pour  tout  ce  qui  peut  favoriser 
les  interets  des  allies  dans  la  partie  meridionale  de  la  France 


1747  Jan.  12.  749 

et  sur  les  cötes  de  1' Italic;  et  sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  s'en- 
gage  d'employer  ses  galeres  ä  favoriser  ces  memes  objets.  Sa 
Mte  Timperatrice  constatera  ä  ses  alliös  le  nombre  de  ses  troup- 
pes  dans  la  partie  meridionale  de  la  France  de  meme  que  de 
Celles  qui  resteront  en  Italie  par  la  communication  des  tabelles 
authentiques  signees  par  le  general  commandant,  oü  le  nombre 
des  trouppes  tel  qu'il  a  6t6  au  mois  d'Octobre  passe  sera  mar- 
que,  et  on  demontrera  par  les  tabelles  authentiques  les  augmen- 
tation  et  recrues  faites  par  la  suite  que  le  nombre  qui  manquoit 
au  mois  d'Octobre  a  ^t^  rempli  et  remplac6  effectivement.  Et 
sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  s'  engage  h  la  reciprocite  h  V  egard 
de  ses  trouppes. 

V. 
Pour  aider  sa  Mte'  T  imperatrice-reine  h  soütenir  une  si 
grande  depense  et  pour  la  mieux  mettre  en  ötat  de  faire  les 
susdits  efforts  et  de  remplir  ses  engagemens,  sa  Mte  britanni- 
que  s' engage  de  faire  payer  ä  sa  dite  Mte  un  subside  de  qua- 
tre  cens  mille  livres  Sterlings  pour  cette  annöe. 

VL 
Cette  somme  sera  pay^e  dans  la  ville  de  Londres  entre 
les  mains  du  sieur  de  Wasner,  ministre  de  sa  Mt^  imperiale, 
ou  de  la  personne  ou  des  personnes  autorisöes  par  Timpera- 
trice  h  la  recevoir.  On  en  payera  le  24.  de  ce  mois  cent  cin- 
quante  mille  livres  Sterlings  pour  mettre  les  trouppes  de  sa  Mte' 
imperiale  en  6tat  d'agir  au  terme  fix6  du  premier  de  Mars  et 
du  courant  du  mois  d'  Avril,  et  on  continuera  ä  payer  le  demier 
de  Fevrier  cinquante  mille  livres  Sterlings,  le  demier  de  Mars 
cinquante  mille  livres  Sterlings  et  enfm  le  dernier  d' Avril  cin- 
quante mille  livres  Sterlings.  Le  payement  des  demieres  cent 
mille  livres  Sterlings  sera  fait  lorsque  les  soixante  mille  hom- 
mes  destinös  pour  la  campagne  des  Pa'is-Bas  seront  declarös 
complettes  par  les  certificats  des  generaux  nommös  pour  en 
faire  le  denombrement,  et  au  cas  qu'ils  ne  le  soient  pas  ä  la 
fm  du  mois  d'  Avril  procbain,  sa  Mte  britannique  ne  se  trouvera 
pas  engag^e  envers  sa  Mt^  imperiale  ä  un  plus  haute  subside 
que  celui  de  trois  cens  mille  livres  Sterlings. 

vn.  '; 

Et  comme  aussi  sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  devra  faire 
de  son  cot6  des  efforts  extraordinaires  pour  fourair  son  con- 


750  »747  Jan.  12. 

tingent  de  trouppes  dans  Tarmee  qui  agira  en  France  et  un  ou 
plusieurs  corps,  comme  il  sera  jugö  plus  avantageux  au  bien 
des  affaires,  et  pour  avoir  en  mcme  tems  les  trouppes  neces- 
saires  pour  Tltalie,  aussi  bien  que  Celles  qui  devront  garder 
ses  frontieres  tant  du  cote  de  la  Savoye  que  du  Dauphin^  sa 
Mte  britannique  s'oblige  de  luy  payer  le  subside  de  trois  cens 
mille  livres  Sterlings  lequel  luy  sera  comptö  proportionnement 
en  avance,  et  dans  les  memes  termes  et  avec  les  mSmes  faci- 
\\t6s  promises  ä  sa  Mte  Timperatrice,  et  stipulöes  dans  la  pre- 
sente  Convention  par  Y  article  sixieme. 

vm. 

Diverses  provinces  de  la  republique  n'ayant  pas  encore 
paye  leiu"  quotepart  respective  dans  le  subside  de  cent  cinquante 
mille  livres  Sterlings  accordö  par  la  Convention  du  31.  Aout 
1746,  sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  fera  cause  commune 
avec  sa  Mte  r  imperatrice-reine  pour  porter  ces  provinces  ä  sa- 
tisfaire  incessament  ä  leur  Obligation. 

Sa  Mte'  britannique,  ayant  donnö  son  consentement  ä  la 
Convention  ulterieure  pour  un  subside  additionel  de  cinquante 
mille  livres  Sterlings,  fera  payer  des-ä-present  ses  deux  tiers, 
faisant  trente  trois  mille  trois  cens  trente  trois  et  une  troisieme 
livres  Sterlings,  et  s'employera  efficacement  ä  engager  la  re- 
publique ä  terminer  cette  Convention  au  plütöt  et  ä  payer  avec 
la  mßme  promptitude  sa  quotepart. 

IX. 

Ce  traitte  sera  ratifie  par  leurs  dites  Mtez^  et  les  rati- 
fications  en  seront  echangees  dans  V  espace  de  six  semaines  ou 
plütöt  si  faire  se  peut. 

En  foy  de  quoy  nous  les  susdits  ministres  avons  signe  le 
present  traittö  de  nos  propres  mains  et  y  avons  appose  le  ca- 
chet  de  nos  armes. 

Fait  ä  la  Haye  le  12.  du  mois  de  Janvier  de  Tannöe  1747. 

Charles  comte  Batthyany.      De  la  Chavanne.      Sandwich. 
L.  S.  L.  S.  L.  S. 

L.  S.  Ferdinand  comte  de  Harrach. 
L  S.   Thade  le  baron  de  Reischach. 


174^  Jan.  36.  nc] 

Pour  eviter  tout  equivoque  ä  Toccasion  des  dates,  il  a 
et^  jugö  bon  d'expliquer  ici  que,  comme  le  sieur  comte  Borre 
de  la  Chavanne  ne  s'est  point  encore  trouvö  muni  des  plein- 
pouvoirs  necessaires  pour  signer  la  presente  Convention  le 
12.  Janvier  dernier,  jour  au  quel  eile  füt  souscritte  par  les  au- 
tres  ministres  des  puissances  contractantes  6t  qu'il  ne  les  a 
refus  de  sa  cour  que  quelque  tems  apr^s,  il  n'a  pü  par  con- 
sequent  la  signer  et  remplir  le  vuide  laissö  pour  cet  effet  que 
ce  jourd'huy  22.  Fevrier  1747. 

Ferd.  comte  de  Harrach.     De  la  Chavanne.      Sandwich. 


50. 

Konvention  fischen  Maria  Theresia,  Georg  IL,  Karl  Emanuel 
von  Sardinien  und  den  Generalstaaten,  den  Feld^ug  des  Jahres 
1748  betreffend,  samt  einem  Geheimartikel  über  die  Armeelei- 
tung,  einem  Separatartikel  über  die  Ratifikationsauswechslung, 
einer  Erklärung  der  staatischen  Vertreter  über  Artikel  IV.  des 
Vertrages,  sowie  pveier  Deklarationen  des  Vertreters  Maria 
Theresia' s;  d,  d.  Haag  1748,  Jan.  26. 

Rat.  Georgs  IL  d.  d.  St  James  1748  Jan.  aßl Februar  ß/  des  Geheim- 
artikels  d.  d.  26.  Jan.\6.  Febr.;  Maria  Theresia* s  d.  d,  Wien  Febr.  12  ; 
Karl  Emanuels  d.  d.  Turin  1748  Februar  iß. 

Die  Originale  der  Konvention  samt  Geheim-  und  Seperatartikeln  und  Er- 
klärung sowie  die  Kopien  der  Deklarationen  im  St.-A.  und  R.  O.  Die  Originale 
der  sardinischen  und  englischen  Ratifikation  im  St.-A.,  die  Originale  der  Ratifi- 
kation der  Konvention  etc.  sowie  des  Geheimartikels  durch  Maria  Theresia  im  R.  O. 

Drucke  bei  Bittner  Nr.  941. 

Der  Feld^ug  der  Verbündeten  in  den  spanischen  Niederlanden 
verlief  im  Jahre  1^4 J  nicht  günstiger  als  im  Vorjahre.^)  Statt  der 
140.000  Mann,  die  nach  den  getroffenen  Verabredungen  dem  Feinde 
begegnen  sollten,  waren  :(u  Beginn  des  Monates  Mär{  kaum  100.000 
unter  den  Waffen.  Zwiespalt  unier  den  verbündeten  Mächten  und 
Meinungsverschiedenheiten  unter  ihren  Feldherren  übten  auch  diesmal 
ihre  nachteilige  Wirkung  auf  den  Gang  der  Ereignisse.  Wiederum 
über  Hess  man  dem  Feinde  die  Eröffnung  der  Feindseligkeiten  und  sah 


")  Vgl  Broglie  Maurice  de  Saxe  et  le  M^*  d' Argenson  IL  198  ff. 


n^2  174^  •^sn*  2^ 

ruhig  in,    wie  dieser  in  raschem  Anlaufe  grosse  Gebiete  Hollands  am 
linken    Ufer   der  Scheide   in    Besitz   nahm.     Und  der   weitere    Verlauf 
des  Krieges,  der  Sieg  des  Marschalls  von  Sachsen  bei  Laveid  am   2.  Juli 
und  die  Erstürmung  Berg  op  Zooms   um    die   Mitte  September    durch 
die  FranioseUy    legte   deutliches  Zeugnis   dafür   ab,   dass   die   Truppen 
und  die  Feldherren    der   Verbündeten    ihren   Gegnern   nicht  gewachsen 
waren,    Dass  diese  wie  im  Vorjahre  {eitig  die  Winterquartiere  be:{0gen 
und  von  einer  vollen  Ausnutzung  ihrer  Überlegenheit  absahen,  mussien 
die    Verbündeten  auch  diesmal  als  ein    unverhofftes  Glück    anerkennen. 
Wie   begreiflich,   bestärkte   der   unglückliche  Gang  der   Kriegs- 
ereignisse  die  {ahlreichen  Friedensfreunde  in  London  und  im  Haag  in 
ihrer  Auffassung,   dass   an   einen   erfolgreichen    Kampf  gegen  Frank- 
reich und  dessen  Bundesgenossen  nicht  {u  denken  sei,   und  ermunterte 
sie,  ihre   seit   langem    im  Interesse   der  Herstellung   eines  Dauer   ver- 
sprechenden Friedens  unter nommenenen  Schritte  fortzusetzen.    Je  sicht- 
barer aber   der  Verlauf  der  an  den  verschiedenen  Höfen  Europa* s  und 
auf  den    Kongressen   geführten    Verhandlungen    erkennen    Hess,    dass 
Österreich  die  Kosten  des  Friedens  werde  Z'^hlen  müssen,  desto  eifriger 
war  Maria  Theresia  darauf  aus,  ihre  Verbündeten  für  die  Fortset^^^mg 
des  Krieges  ^u  gewinnen.     Schon  im  September  1^47  hatte  sie  durch 
Wasner  in   diesem  Sinne  beim  englischen  Hofe  anfragen   lassen,   wie 
man  sich  die  Führung  des  Kampfes  in  den  Niederlanden  im  folgenden 
Jahre  vorstelle  und  ihrerseits  weitgehende  Rüstungen  versprochen.    Die 
Antwort^  die  dem  Vertreter  Maria  Theresia' s  zuteil  wurde,  z^^gl^  deut- 
lich die  Stimmung  des  Londoner  Hofes  und  der  englischen  Regierung, 
Lord  Chesterßeld,   der  die  Frieden spartei   innerhalb  der  letzteren    ver- 
trat,  wurde   nicht   müde   von    der  Notwendigkeit  des  Friedensschlusses 
ZU  sprechen  und  von  Osterreich    neue  Opfer  -{//  fordern,    während  der 
Herzog  von  Newcastle,  obgleich  einem  günstigen  Frieden  durchaus  ge- 
neigt, der  Meinung  Ausdruck  verlieh,  man  möge  sich  rüsten,   um  den 
Krieg   mit  Nachdruck    weiter  führen    {//    können,   falls   sich   ein    bil- 
liger Friede  als  undurchführbar  erweisen  sollte,  *)    Wie  Newcastle  dach- 
ten auch  König  Georg  IL  und  der  Herzog  von  Cumberland,     Und  da 
die  Friedensverhandlungen ,    die   seitens    der  Engländer   in    den    letzten 
Monaten    des    Jahren   174/    im    Vereine    mit   den    General  Staaten    und 
ohne  diese  nach  allen  Seiten  hin  geführt  wurden,  kein  erwünschtes  Re- 
sultat versprachen,  gewann  die  Kriegspartei  in  beiden  Staat,  n  noch  ein- 
mal die  Oberhand. 


»)  Vgl,  die  Berichte  Wasncrs  d.  d.  26.  u.  2(j,  Sept.  1747,  St.-A. 


1748  Jan.  26.  "75^ 

5*0  leicht  wie  im  Vorjahre  erfolgte  aber  diesmal  die  Einigung 
nicht.  Das  gegenseitige  Misstrauen  trat  einer  raschen  Feststellung  des 
Operationsplanes  für  das  Jahr  1748  hinderlich  in  den  Weg,  Eng- 
land und  Sardinien  fürchteten,  dass  Österreich  mit  Spanien  einen  be- 
sonderen Frieden  schliessen  wer  de, ^)  Österreich  besorgte  wider  um  ein 
Separat  abkommen  der  Engländer  mit  Frankreich,  Da{u  kam  die  ge- 
ringe Geneigtheit  der  General  Staaten  für  die  Fortführung  des  Krieges, 
der  nun  ihr  eigenes  Land  bedrohte,  beträchtliche  Opfer  7{u  bringen, 
kamen  die  immer  sichtbareren  Differenzen  irischen  Maria  Theresia 
und  dem  Könige  von  Sardinien,^)  Die  Furcht,  von  dem  Vertragsgegner 
übervorteilt  ^//  werden  und  der  Wunsch,  sich  gegen  ein  solches  Ver- 
halten durch  möglichst  prä^^ise  Bestimmungen  der  geplanten  Konvention 
j{u  sichern,  gaben  ^u  langdauernden  Erörterungen  Anlass,  auf  die  wir 
in  diesem  Zusammenhange  nur  in  aller  Kür^e  hinweisen  können.  Zu 
Beginn  des  Monates  November  174J  legten  die  Vertreter  Englands  und 
Österreichs,  Lord  Sandwich  und  Baron  Reischach,  im  Haag  —  wo  die 
Beratungen  stattfanden  —  ihre  Projekte  vor,  nachdem  sie  bereits  im 
Laufe  des  Monates  Oktober  das  Terrain  sondirt  und  sich  über  die 
Stimmung  der  General  Staaten  und  des  Oraniers  orientiert  hatten.^)  In 
den  Hauptfragen  bestand  ^wischen  ihnen  keine  Meinungsdifferen^,  Sie 
traten  beide  dafür  ein,  dass  eine  bedeutende  Kriegsmacht  ^u  früher 
Jahreszeit  kampfbereit  gehalten  und  dass,  wie  im  Vorjahre,  der  Krieg 
auch  diesmal  in  den  Niederlanden  und  in  Italien  \u  gleicher  Zeit  ge- 
führt werden   solle.     Es  gelang   daher  auch   unschwer,   sich  über   die 


')  Vgl,  dafür  auch  die  Berichte  Wasners  vom  Aug,'Okt.  1747  St-A,  Der 
König  von  Sardinien  forderte  sogar  die  Aufnahme  einer  Klausel  in  den  ersten 
Artikel  der  geplanten  Konvention,  der  die  früher  geschlossenen  Vereinbarungen 
der  Alliierten  bestätigte,  durch  die  Österreich  und  Sardinien  erklären  sollten , 
dass  sie  kein  Bündnis  mit  einer  feindlichen  Macht  geschlossen  hätten,  noch  ohne 
Teilnahme  der  Verbündeten  ein  solches  eingehen  wollten.  Die  Engländer,  immer  ge- 
neigt ,  die  WünscJie  Karl  Erna nu eis  :[u  erfüllen,  forderten  dringend  von  Wasner 
und  Reischach  die  Zustimmung  ihrer  Regierung  (Bericht  Reischachs  anBatthyany 
d.  d.  j,  De^,  1747  und  Wasners  d.  d,  10,  Nov,J,  standen  aber  davon  ab,  als 
Wasner  und  Reischach  ihre  Zustimmung  davon  abhängig  machten,  ob  alle 
4  Mächte  eine  gleiche  Erklärung  abgeben  würden.  Vgl.  den  Bericht  Wasners  d.  d, 
22,  De{,  1747  St'A,  Da  nun  auch  England  sich  dem  Begehren  Karl  Emanuels 
widersetzte,  liess  dessen  Vertreter  im  Haag  seine  Forderung  in  der  letzten  Sit- 
zung fallen.     Vgl.  den  Bericht  Reischachs  d,  d*  27,  Jan,  1748  St-A,  (HolL) 

*)  Vgl,  Arneth  l.  e,  IIL  29^  ff, 

«)  VgU  die  Berichte  des  Baron  Reischach  d,  d,  4,  u,  16,  Nov,  1747  St,'A, 
(HolL)  Dem  letzteren  liegt  eine  Abschrift  des  englischen  Projektes  bei, 

Österreichtich-englische  Suatsverträge.  Bd.  I  4^ 


^54  '74^  •'3"«  26. 

//ö7/^  der  em{elncn  Contingenie  ^it  einigen.  Österreich,  das  sich  kriegs- 
fähiger erwies,  als  man  in  London  nach  den  dort  verbreiteten  Gerüchten 
von  gänzlicher  Erschöpfung  dieses  Staates  erwartet  hatte,  verpflichtete 
sich  in  den  Niederlanden  und  in  Italien  je  60000  Mann  ins  Feld  {u 
stellen,  überdies  aber  die  j{um  Schutze  der  Lombardei  und  der  belgi- 
schen Festungen  nötigen  Truppen  bereit  ^u  halten.  Die  Contingente 
der  Engländer  und  die  der  General  Staaten  wurden  einschliesslich  der 
ßöooo  Mann  russischer  Truppen,  deren  Stellung  Kaiserin  Elisabeth  in 
dem  am  jo.  Nov.  1747  mit  den  Seemächten  geschlossenen  Vertrage  zu- 
gesagt hatte,  ^^  Auf  je  66000  Mann  festgesetzt y  während  der  König  von 
Sardinien,  wie  im  Vorjahre,  ßoooo  Mann  {u  den  in  Italien  stehenden 
Truppen  Maria  Theresia'' s  stossen  lassen  sollte.^)  Sobald  aber  die  Ver- 
treter der  4  Mächte,  die  sich  ^um  Kampfe  gegen  die  gemeinsamen 
Feinde  einigen  sollten,  in  die  Verhandlungen  über  die  Leitung  dieser 
Truppen,  über  die  Termine  der  Bereithaltung,  wie  über  die  Kontrolle 
des  effectiven  Standes  derselben  und  über  die  Höhe  und  Zahlungsbe- 
dingungen der  von  England  ^u  gewährenden  Subsidien  eintraten,  geigte 
sich^  wie  weit  ihre  Ansichten  von  einander  abwichen,  wie  sehr  sie 
sich  gegenseitig  beargwöhnten  und  wie  gering  ihre  Neigung  war,  über 
dem  allgemeinen  Interesse  das  eigene  z^  vergessen. 

Gleich  die  erste  der  erwähnten  Fragen,  die  der  Leitung  der  ver- 
bündeten Truppen,  gab  Anlass  ^«  überaus  heftigen  Debatten  und  drohte 
lange  Zeit  den  Abbruch  der  Verhandlungen  herbeizuführen.  Wie  wir 
wissen,  hatte  Maria  Theresia  im  Jahre  1141  ihre  Einwilligung  daj^u 
gegeben,  dass  der  Herzog  von  Cuniberland  die  Führung  der  in  den 
Niederlanden  kämpfenden  Armee  erhielt  und  sie  zögerte  trotz  der  durch- 
aus nicht  einwandfreien  Leitung  dieses  Feldherrn  nicht,  der  Fortdauer 
dieses  Regimes  das  Wort  >{//  reden.  Ganz  anders  der  Generalstatt- 
halter der  Niederlande,  Wilhelm  IV.,  der  nun,  da  der  Krieg  sich  in 
das  Gebiet  der  Vereinigten  Niederlande  z^S>  ^^'"^  Rechte  als  Heer- 
führer geltend  machte.^)    Es  bedurfte    langer   Verhandhingen,    bis  eine 

*)  Vgl.  den  Abdruck  dieses  Bündnisses  u.  a.  bei  Martens,  Recueil  des  trat- 
Us  et  Conventions,  conclus  par  Ja  Russie  etc.  IX  (X),  Nr.  ^87,  ^88  und  ^8p. 

*)  Eine  Schwierigkeit  ergab  sich  bezüglich  der  von  England  im  Mittelmeer 
\ur  Unterstützung  der  österreich-sardinischen  Armee  \u  stellenden  Schiffe.  Die 
Österreicher  verlangten,  belehrt  durch  die  Erfahrungen  des  Jahres  1747,  von  den 
Engländern,  nebst  den  grossen,  auch  kleinere,  für  die  dortigen  Verhältnisse  ge- 
eignetere Schiffe,  konnten  aber  ihr  gerechtfertigtes  Ersuchen  erst  nach  längeren 
Kämpfen  Jurchset^en.  Vgl.  Berichte  Wasners  d.  d.  17.  Nov.  //.  /.  De^.  1747 
5/.-/1.  (Angl.);  Reischachs  d.  d.  16.  Nov.  1747  und  27,  Jan.  1748  St.-A.   (Holl.J 

^)  Beischach  berichtet  wiederholt  über  den  Stand  dieser  Frage  u.  a.  22.  De^. 


«74^  Jan.  26.  «755 

Einigung  erhielt  wurde,  Sie  fand  ihren  Ausdruck  in  einem  Geheim- 
artikel der  Konvention  vom  26,  Jan.  1^48,  in  dem  der  Oberbefehl  dem 
Herzoge  von  Cumberland  belassen,  ^{ugleich  aber  betont  wurde,  dass 
der  Oranier,  im  Falle  der  Notwendigkeit  einer  Teilung  der  Armee,  die 
Führung  des  ^um  Schutze  der  Republik  bestimmten  Corps  übernehmen 
und  dass  seine  Nachgiebigkeit  keineswegs  {ii  Eingriffen  in  seine  Rechte 
und  Privilegien  Anlass  geben  sollte.  Unvergleichlich  grössere  Schwierig- 
keiten ergaben  sich  aus  dem  Konflikte  fischen  Maria  Theresia  und 
Karl  Emanuel  von  Sardinien  bezüglich  des  Kommando's  über  die  in 
Italien  kämpfenden  Truppen,  Der  letztere  bestand  auf  das  hartnäckigste 
darauf,  dass  ihm  die  Führung  über  die  gesamte  Armee  übertragen 
werde,  gleichgiltig  ob  sie  nun  einheitlich  oder  getrennt  operiren  würde, 
während  die  erstere  im  Hinblicke  auf  die  Ereignisse  des  Kriegsjahres 
IJ4J  und  auf  ihre  Würde  von  einem  derartigen  Zugeständnisse  nichts 
wissen  wollte.  Mehr  als  ^ei  Monate  wurde  in  London,  wie  im  Haag, 
über  diese  Frage  debattiert,  die  verschiedensten  Projekte  wurden  ver- 
fasst  und  wieder  verworfen,  bis  sich  endlich  eine  Form  fand,  mit  der 
sich  die  beiden  Parteien  einverstanden  erklärten,^) 

Eine  andere  Frage,  bei  deren  Erörterung  das  gegenseitige  Miss- 
trauen der  Verbündeten  deutlich  ^utage  trat ,  betraf  die  Festsetzung 
der  Termine,  :{u  denen  die  Truppenkörper  bereitgehalten  werden  sollten. 
Jede  der  Mächte  warf  den  anderen  vor,  im  verflossenen  Feld^uge 
die  gegebenen  Versprechen  nicht  gehalten  ^u  haben  und  bestand  auf 
der  Feststellung  eines  möglichst  leitlichen  Termines  für  das  kommende 
Jahr,  Man  einigte  sich  schliesslich  dahin,  die  verschiedenen  Armee- 
corps längstens  am  i,  Mär{^  bereit  ^u  halten.  Nur  der  österreichischen 
Herrscherin  wurde  im  Hinblicke  auf  die  grosse  Entfernung  und  auf  die 
bedeutenden  Rüstungen,  deren  sie  bedurfte,  gestattet,  loooo  von  den 
60000  Mann,  die  sie  ^/  stellen  hatte,  erst  im  Laufe  des  April  {u  lie- 
fern.    Es    wurde   ferner    ausdrücklich    betont,     dass   man    den    See- 


St-A,  (Holl,)  Wilhelm  IV,  gab  nur  sehr  ungern  seine  Einwilligung,  bestand  aber 
darauf,  dass  diese  Bestimmung  in  einem  geheimen  Separatartikel  ihren  Ausdruck 
fand,  wo\u  Lord  Sandwich,  der  die  Regelung  dieser  Frage  im  5.  Artikel  der  Kon- 
vention befürwortete,  erst  nach  längerem  Zögern  seine  Einwilligung  gab.  Vgl, 
den  Bericht  Reischachs  d.  d.  ay,  Jan,  1748  St-A,  (Hall,) 

')  ^^l'  f^^  ^i^  i^  dieser  Frage  gepflogenen  Beratungen  die  Berichte 
Reischachs  d,  d,  14,  u.  2i,De\,  1747,  i^.,  17,,  21,  u,  27,  Jan.  1748 ;  ferner  den 
Briefwechsel  des  Lord  Sandwich  und  Reischachs  mit  Batthyany ;  die  Berichte 
Wasners  d,  d,  London  to„  17.  Nov.,  i,,  iß,,  22,  De\.  und  die  Weisungen  an 
diesen  d,  d,  /j.  Nov,  und  ap.  De\,  1747,  St-A, 

48* 


756  17483 Jan.  26. 

mächten  nicht  den  Vorwurf  des  Vertragsbruches  sollte  wachen  dürfen, 
falls  die  von  ihnen  gewonnenen  russischen  Truppen  nicht  am  /.  Märi  in 
den  Niederlanden  eingetroffen  sein  sollten.  Grosse  Schwierigkeiten  ver- 
ursachte die  Forderung  der  Engländer,  dass  die  Zahlung  der  von  ihnen 
der  österreichischen  Herrscherin  zugesagten  Subsidien  von  der  Kontrolle 
über  die  wirklich  vollzogene  Stellung  der  120.000  Mann  seitetts  der 
Österreicher  abhängig  gemacht  werden  und  im  Falle  eines  nachge- 
wiesenen  Manco's  ein  entsprechender  Ab{ug  erfolgen  sollte.  Maria  The- 
resia fand  dieses  Begehren  mit  ihrer  Würde  und  ihrer  Stellung  schwer 
vereinbar,  fügte  sich  aber,  als  die  Engländer  die  Zahlungsfristen  kürz- 
ten und  das  Versprechen  gaben,  es  mit  der  Kontrolle,  deren  Feststel- 
lung im  Hinblicke  auf  das  Parlament  unentbehrlich  sei,  nicht  so  streng 
nehmen  ^«  wollen.^)  Gan^  besonders  lebhaft  wurde  über  die  Höhe  der 
Subsidien  zynischen  den  österreichischen  und  englischen  Politikern  ge- 
stritten. Die  erster en  forderten  500,000  Pfund  St.,  die  let^^teren  wollten 
sich  lu  einer  Erhöhung  der  im  Vorjahre  bewilligten  400.000  Pfund  St. 
nicht  verstehen.  Vergebens  wiesen  Wasner  in  London,  Reischach, 
Kauniti^  und  Batthyany  im  Haag  auf  die  bedrohliche  Lage  der  öster- 
reichischen Finanzen,  auf  die  ungeheueren  Auslagen  Maria  Theresia^ s 
hin ;  vergebens  erbot  sich  die  österreichische  Regierung  gegen  Gewäh- 
rung einer  Subsidie  von  ßoo.ooo  Pfund  St.  :{u  den  bereits  bewilligten 
Truppen  4  Kavallerieregimenter  den  Verbündeten  j^ur  Verfügung  {// 
stellen,  die  in  erster  Linie   da^u  dienen  sollten,    den  Marsch   der  rus- 


>)  Vgl.  die  Berichte  Wasners  und  Reischachs  vom  Nov.  1747 — Jan.  I/48 
und  die  entsprechenden  Weisungen  des  Wiener  Hofes.  Es  kam  übrigens  dann 
doch  {ti  Differen\t'n.  Der  englische  Herrscher  weigerte  die  Auszahlung  der  let^- 
tcn  100.000  Pfund  St.y  als  sich  herausstellte,  dass  Maria  Theresia  nicht  60000 
Mann  nach  den  Niederlanden  gesandt  hatte.  Maria  Theresia  wies  darauf  hin, 
dass  sie  durch  den  Abseht uss  der  Präliminarien  (Ende  April  1748)  an  der  Ab- 
Schickung  der  bereits  geworbenen  Ergän^ungstruppen  gehindert  worden  sei.  Es 
kam  \u  lange  dauernden  Verhandlungen ,  die  beim  Abschluss  des  definitiven 
Aachner  Friedens  noch  nicht  beendet  waren.  Im  British  Museum  Add.  ßsSiy 
liegt  ein  Projekt  einer  ,,convention  entre  sa  M*^  britannique  et  sa  M*^  V  imperatrice, 
reine  de  Hongrie  et  de  Boheme/*  nach  dem  sich  Georg  //.  \ur  Zahlung  der 
100.000  Pfund  St.  unter  der  Bedingung  bereit  erklärt,  dass  die  Summe  lediglich 
{ur  Begleichung  der  Rückstände  an  die  Ofß\iere  und  Soldaten  verwendet  werden 
sollte,  die  in  den  Niederlanden  gedient  hatten,  und  dass  Maria  Theresia  auf  jede 
weitere  aus  einem  früheren  Vertrage  Jierrührende  Forderung  vernichte.  Das  Pro- 
jekt ist  undatiert,  dürfte  aber  aus  dem  Ende  1748  oder  Anfang  174^  stammen, 
da  der  definitive  Aachner  Friede  als  bereits  geschlossen  bezeichnet  wird  und  Maria 
Theresia  die  Verpflichtung  übernimmt ,  alle  in  demselben  getroffenen  Abma- 
chungen {tt  halten. 


1748  Jan.  26.  yc<y 

sischcn  Hilfstruppen  ^u  sichern.  Die  Engländer  betonten,  dass  ihnen 
die  Absendnng  dieser  Reitertruppe  überaus  erwünscht  wäre,  dass  sie 
aber  auf  Kosten  Maria  Tiieresia's  erfolgen  müsste.  Alle  Bemühungen 
Wasners,  sie  umzustimmen ,  blieben  vergebens.^)  So  kam  es,  dass  sich 
Maria  Iheresia,  von  den  Verbündeten  {um  Abschlüsse  der  Konvention 
gedrängt,  entschloss,  auch  in  diesem  Punkte  vorerst  nachzugeben.  Doch 
überreichte  Baron  Reischach  am  Tage  der  Unterzeichnung  der  Kon- 
vention dem  englischen  Gesandten,  Lord  Sandwich,  eine  Deklaration, 
in  der  er  hervorhob,  dass  seine  Herrin  die  in  dieser  Frage  gestellten 
Forderungen  durchaus  nicht  fallen  lassen  könne.^)  In  der  That  wurden 
sie  im  Laufe  des  Winters  und  des  Frühjahres  1748  in  London  er- 
neuert und  führten  Anfang  Mai  ^/^  einer  Ergänzungskonvention,  durch 
die  sich  Österreich  z^ir  Stellung  der  4  Kavallerieregimenter,  die  See- 
mächte z'*f  Zahlung  einer  Subsidie  von  100,000  Pfund  St,  —  England 
sollte  ^1^,  die  Generalstaaten   ^j^  davon  übernehmen  —  verpflichteten,^) 

Auch  mit  dem  Inhalte  des  6,  Artikels,  der  den  Transport  der 
Lebensmittel  und  die  Magazine  betraf  und  Österreich  den  Vereinigten 
Niederlanden  gegenüber  Lasten  auferlegte,  ohne  von  den  letzteren 
gleiche  ^«  fordern,  war  Baron  Reischach  nicht  einverstanden  und  be- 
tonte in  einer  besonderen  Deklaration  die  Notwendigkeit  der  Recipro- 
cität,^)  Die  Vertreter  der  Generalstaaten  widexum  protestierten  in  einer 
besonderen  Urkunde  gegen  die  Unbilligkeit,  die  nach  ihrer  Meinung 
in  dem  Inhalte  des  4,  Vertragsartikels  lag,  durch  den  bestimmt  wurde, 
dass  jede  Verstärkung  der  Besatzungen  in  den  vom  Feinde  bedrohten 
Festungen  nicht  von  der  verbündeten  Armee,  sondern  von  der  Macht 
vollzogen  werden  sollte,  der  diese  Orte  gehörten,^) 

Mitte  Januar  hatten  sich  die  Gesandten  der  verbündeten  Mächte 
über  alle  Punkte  der  geplanten  Konvention  geeinigt;  nur  die  Frage  des 


0  Vgl,  insbesondere  das  Schreiben  Batthyany*s  an  Reischach  d.  d,  ly,  De\.y 
die  Berichte  Reischachs  d.  d,  20,  und  2j,  Jan,  1748  und  jene  Wasners  d,  d, 
10,  Nov.,  I.  und  ip,  DeZ' 

*)  Vgl.  den  Abdruck  im  Anhange  \ur  Konvention  vom  26.  Jan,  1748 
p,  768, 

•)  ygl»  Nr,  LI.  />.  76g  ff,;  für  die  weiteren  Verhandlungen  in  dieser  Frage 
die  Berichte  Reischachs  d,  d,  6,  Mär\  und  ^,  Mai  1748  St.-A,  (Hall,) 

*)  Vgl,  den  Abdruck  im  Anhange  ^ur  Konv,  vom  26,  Jan.  1748  p,  767 ; 
für  die  Verhandlungen  in  dieser  Frage  das  Schreiben  Reischachs  an  Batthyany 
d,  d,  21,  Dei,  1747. 

*)  Vgl.  den  Abdruck  im  Anhange  ^ur  Konv,  vom  26.  Jan.  1748  p,  767  ; 
für  die  Verhandlungen  in  dieser  Frage  den  Bericht  Reischachs  d,  d.  27,  Jan. 
1748  St.'A.  {Holl.J 


ycS  1748  Jan.  26. 

Kommaiido's   in  Italien   war   noch  ungelöst,     Baron  Reischach    schlug, 
einen  Gedanken  Wasners  aufnehmend,^)  den  Engländern  vor,  die  Unter- 
{eichnung  der  Konvention  ohne  Sardinien  vorzunehmen  und  diesem  den 
Beitritt  nach  erfolgter  Vere'nbarung  in  der  Kommandofrage  mit  Maria 
Theresia  offen  ^u  lassen,^)   Da  erklärte  Lord  Sandwich,  dass  England 
ohne  Sardinien  den  Vertrag  nicht  unter:{eichnen  wer  de, ^)  während  Graf 
Chavanne,  der  Vertreter  Karl  Emanuels,  betonte,  dass  sein  Herr,  selbst 
auf  die  Gefahr  hin  unsagbares  Unheil  über  seine  und  der  Verbündeten 
Staaten   heraufzubeschwören,    von   seiner   Forderung   niemals    abstehen 
werde.    Unter  diesen  Umständen  entschlossen  sich  die  Bevollmächtigten 
Maria  Theresia* s,  durch  die  ihnen  zugekommenen  Weisungen  gedeckt,^) 
den  auf  diese  Kommandofrage   bezüglichen  Artikel  in    der  Form ,    die 
er  schliesslich  erhalten  hatte,  ^u  acceptieren.  Nun  stand  der  definitiven 
Fassung  des   Vertrages  kein  Hindernis  mehr  im    Wege.     Am  26.  Jan. 
waren  die  Arbeiten  beendet    Am  selben   Tage  unterzeichneten  die  Ver- 
treter  der  4  beteiligten  Staaten  die  Konvention.^)  Eine  Bestimmung  über 
die  Auswechslung  der  Ratifikationen  wurde  in  den  Vertrag  nicht  auf- 
genommen,   da  man  im  Hinblicke   auf  den  Brauch  der  Generalstaaten 
eine  beträchtliche  Verzögerung  bei  der  Durchführung  fürchtete.^)  Doch 
einigten  sich  die  Bevollmächtigten  Österreichs,  Englands  und  Sardiniens 
in   einem  Separatartikel  dahin,    dass   die   Ratifikationen   dieser   Kon- 
vention   längstens  in  4    Wochen   ausgewechselt  werden  sollten    und  be- 
tonten ^«  gleicher  Zeit,  dass  ^ie  von  einer  gleichen  Erklärung  seitens 
der    Vertreter   der   General  Staaten    in   der    Überzeugung    Abstand  ge- 


>)   Vgl.  Bericht  Wasners  d,  d.  ly.  I)e\.  1747  St.-A. 

«)   Vgl.  den  Bericht  Reischachs  d.  d.  20.   Jjn.  1748  St.-A.  (Hall) 

3)  Ebenda. 

*)  Die  kaiserlichen  Gesandten  hatten  si.h^  bevor  sie  im  Besitze  der  Wei- 
sung d.  d.  J2.  Jan.  waren,  die  sie  {u  diesem  Zugeständnisse  ermächtigte,  blas 
\ur  Unter\eichnung  sub  spe  rati  entschlossen,  Hessen  aber  nach  Erhalt  der  Wei- 
sung Maria  Theresia' s  diese  bedingungsweise  Unterzeichnung  fallen.  V^gl.  die 
Berichte  Reischachs  d.  d.  20.  //.  27.  Jan.  1748  St-A.  (Holl.) 

^)  Der  englische  Bevollmächtigte  nur  sub  spe  rati.  Seine  Erklärung  lautet: 
Le  soussigne  ministrc  plenipotentiaire  de  sa  M*^  le  rot  de  la  Grande-Bretagne 
decLire  de  signer  la  Convention  sans  demander  des  nouveaux  ordres  aussi  bien 
que  r  article  secret  iouchant  le  eommandement  de  V  armh^  alliee  sub  spe  rati,  la 
Saison  etant  tellement  avancee  que  des  delais  idterieurs  pourroient  nuire  aux 
affaires  de  la  cause  commune. 

Fait  a  la  Haye  le  26.  Janvier  1748. 

Sandwich  (Or.  im  R.  A.  im  Haag.) 

"j   Vgl.  den  Bericht  Reischachs  d,  d.  17.  Jan.  1748  St.-A.  (Holl.) 


1748  Jan.  26.  yc^ 

nommen    hätten^    dass   diese   auch   ohne   spezielle    Verpflichtung   diesen 
Separatartikel  einhalten  werden,^) 


Soit  notoire  ä  tous  ceux  ä  qui  il  appartiendra  que  comme 
il  pourroit  arriver  que  les  moyens  mis  en  oeuvre  pour  par- 
venir  k  une  paix  juste  et  solide  n'eussent  pas  Teffet  desire,  et 
que  Texperience  du  passe  a  fait  voir  que  les  forces  des  allics 
ne  sauroient  resister  efficacement  aux  efiforts  de  la  France,  ä 
moins  que  d'avoir  en  campagne  des  armöes  considerables  et 
superieures  ä  Celles  de  Tennemi  et  d'avoir  en  mer  des  forces 
capables  d'affoiblir  les  ressources  de  la  France,  les  puissances 
alli^es,  savoir  sa  Mt^  imperiale  la  reine  de  Hongrie  et  de  Bo- 
heme, sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne,  sa  Mte  le  roy  de 
Sardaigne  et  L.  H.  P.  les  seigneurs  etats  generaux  des  Pro- 
vinces-Unies,  sont  convenus  de  regier  entre  eux  les  preparatifs 
les  plus  efficaces  pour  avoir  des  forces  superieures  ä  Tennemi 
et  etre  en  etat  d'agir  avec  vigueur  au  plutot  et  sans  perte 
de  tems. 

I. 

Toutes  les  Conventions  et  traitös  cy-devant  conclus  entre 
les  puissances  ensemble  ou  separement  auront  leur  plein  et 
entier  effet  et  seront  reciproquement  execut^s  et  accomplis  dans 
toute  leur  ötendue,  T  intention  de  haut-contractans  ^tant  de  con- 
certer  et  de  regier  seulement  par  le  present  acte  ce  que  cha- 
que  puissance  alliöe  doit  contribuer  pour  la  campagne  pro- 
chaine*  sans  vouloir  deroger  en  aucune  maniere  par  la  presente 
Convention  aux  engagemens  precedens. 

n. 

Comme  les  armes  de  la  France  ont  fait  par  leur  superio- 
rite  aux  Pa'is-Bas  des  progrfes  extraordinaires  et  meme  envahi 
une  partie  considerable  du  territoire  de  la  republique  des  Pro- 
vinces-Unies,  et  qu'il  est  necessaire  de  prevenir  les  suites  fä- 
cheuses  qui  en  pourroient  resulter  et  de  se  mettre  en  etat  de 
reparer  les  dommages  et  recouvrer  les  pertes  du  passö,  on 
mettra  pour  cet  effet  en  campagne  aux  Pa'is-Bas  une  armöe  de 


*)  VgL   Jen   Abdruck   im   Anhange   ^ur   Konvention   vom   26.  Jan,  ij^S 
p.  y66. 


yöo  »748  Jan.  26. 

Cent  quatre  vingt  et  douze  mille  hommes  composee  des  con- 
tingents  suivants. 

Le  contingent  de  sa  Mte  imperiale,  la  reine  de  Hongrie  et 
de  Boheme,  est  fixe  ä  soixante  mille  hommes  effectifs  et  sera 
compose  des  regimens,  bataillons  et  escadrons  suivant  la  speci- 
fication  qui  en  sera  remise  aux  puissances  contractantes  le  20. 
du  mois  de  Fevrier  prochain. 

Le  contingent  de  sa  Mte  britannique  est  fix6  ä  soixante  et 
six  mille  hommes  effectifs  suivant  la  specification  des  bataillons 
et  escadrons  qui  sera  donnee  et  remise  aux  puissances  con- 
tractantes le  20.  du  mois  de  Fevrier  prochain. 

Le  contingent  des  etats  generaux  est  fixe  ä  soixante  et 
six  mille  hommes  effectifs,  et  la  specification  des  bataillons  et 
escadrons  des  quels  le  dit  contingent  sera  compose  sera  remise 
aux  puissances  contractantes  le  20.  du  mois  de  Fevrier  prochain 
comme  dessus. 

in. 

Les  dits  contingents  devront  etre  prets  k  etre  assemblcs 
pour  former  l'armee  alliee  au  plus  tard  pour  le  prämier  de 
Mars  prochain.  Sa  Mte  Timperatrice- reine  tiendra  ä  cet  effet 
pret  pour  former  son  contingent  le  nombre  effectif  de  cinquante 
mille  hommes,  et  le  surplus  de  dix  mille  hommes  sera  fourni 
au  plus  tard  dans  le  courant  du  mois  d'Avril  prochain.  Mais 
au  cas  que  les  troupes  russiennes  ne  fussent  pas  encore  arri- 
vees  au  tems  fixe  du  premier  de  Mars,  sa  Mtt-  britannique  ni 
L.  H.  P.  ne  seront  pas  censes  d'avoir  manque  ä  cet  egard  a 
r  engagement  pris  dans  le  present  article. 

IV. 

Outre  les  dits  contingents  destines  pour  Tarmee  combinee 
des  allies  les  ganiisons  devront  etre  pourvues  par  les  puissan- 
ces respectives  aux  quelles  les  villes  ou  places  appartiennent, 
tellement  pourtant  qu'  il  en  sera  forme  des  listes  qui  seront  re- 
mises  de  tems  en  tems  aux  generaux  en  chef  qui  comman- 
deront  l'armee  combinee,  et  si  la  necessite  demandoit  que  les 
garnisons  fussent  renforcees  cela  se  fera  hors  des  troupes  de 
r  armee  combinee  qiii  sont  ä  la  puissance  ä  la  quelle  les  villes 
ou  places  appartiennent. 


1748  Jan.  26.  «761 

V. 

Le  commandement  des  armces  au  Pais-Bas  ainsi  que  les 
articles  qui  le  regardent  seront  regles  d'un  commun  accord 
entre  leurs  altesse  royale  et  serenissime  avec  le  consentement 
et  Tapprobation  des  puissances  respectives. 

VI. 

Pour  ce  qui  regarde  rartillerie,  les  fraix  des  sieges  avec 
ce  qui  en  depend,  tous  les  autres  fraix  casuels  de  la  guerre  et 
les  subsides  nouveaux  ou  ulterieures  qu  on  jugera  ä  propos 
de  promettre  ä  quelques  cours  ou  princes,  il  est  convenu  entre 
sa  Mt^-'  britannique  et  L.  H.  P.  que  Y  on  suivra  ce  qui  a  ete  sti- 
pule  ä  cet  egard  dans  les  2.  3.  4.  et  5  me  articles  du  resultat 
fait  le  30.  Mars  1745  entre  messieurs  le  comte  de  Chesterfield 
et  Trevor  et  les  deputös  de  L.  IL  R,  et  dans  la  Convention 
qui  a  ete  faite  pour  T  execution "  du  dit  resultat  entre  lesdits 
sieurs  comte  de  Chesterfield  et  Trevor  et  les  deputcs  du  con- 
seil  d*etat  le  5.  May  1745. 

Et  pour  ce  qui  regarde  le  transport  de  la  grosse  artillerie 
et  de  son  train  par  terre,  la  livraison  de  la  paille  et  du  bois 
ä  fournir  aux  troupes  lorsqu'elles  camperont  sur  le  territoire 
de  la  republique,  de  mcme  que  les  fraix  des  chariots,  charettes 
et  chevaux  qu'on  fera  venir  du  plat  pais  de  la  republique  pour 
le  Service  de  Tarmöe  dans  une  marche  prochaine,  Ton  suivra 
ce  qui  a  ^te  regle  l'annee  passee  par  les  2.  3.  et  4.^6  articles 
de  Tautre  resultat  des  Conferences  tenues  entre  le  ministre  de 
sa  Mte  britannique  et  les  deputes  de  L-  H.  P.  insere  dans  la 
resolution  de  L.  H.  P.  du  g.e  Janvier  1747. 

vn. 

La  republique  s'engage  de  fournir  Ic  nombre  de  dix  k 
douze  vaisseaux  de  guerre  pour  etre  joints  ä  la  flotte  angloisc 
destinee  pour  ruiner  le  commerce  des  Fran9ois  et  proteger  le 
commerce  respectif  des  deux  nations. 

vni. 

Outre  Tarmee  susmentionnee  qui  doit  se  former  dans  les 
Pais-Bas,  sa  Mto  r  imperatrice  s'  engage  d'  avoir  en  Italie  en  etat 
d'  agir  et  operer  ou  en  France  ou  selon  le  concert  ä  faire  de  la 
part  des  puissances  alliees  pour  regier  les  Operations  de  la  guerre 


yöa  '748  Jan.  26. 

et  toutes  les  mesures  et  arrangemens  preventifs  aux  dites  Ope- 
rations soixante  mille  hommes  effectifs,  une  fois  independam- 
ment  de  ce  qui  est  necessaire  pour  garnir  des  troupes  les  places 
en  Lombardie,  et  sa  dite  Mte  s'  oblige  de  constater  aussitöt  que 
cela  se  pourra  que  le  dit  nombre  s*y  est  trouvö  en  hommes 
effectifs.  La  specification  des  bataillons  et  escadrons  dont  le  dit 
contingent  doit  etre  composö  sera  remise  aux  puissances  con- 
tractantes  le  premier  du  mois  de  Mars  prochain. 

EX. 

Sa  Mt^  le  roy  de  Sardaigne  s'  engage  de  foumir  outre  les 
garnisons  necessaires  pour  la  süretö  de  ses  places  trente  mille 
hommes  effectifs  pour  agir  ou  en  France  ou  suivant  le  concert 
ou  la  Convention  qui  se  doit  faire  entre  les  puissances  alliees 
pour  regier  les  Operations  des  armees,  comme  il  est  dit  cy-de- 
vant.  Et  la  specification  des  bataillons  et  escadrons  dont  on 
composera  le  dit  contingent  sera  remise  aux  puissances  con- 
tractantes  au  mßme  terme  du  mois  de  Mars  prochain. 

X. 

Les  susdits  contingents  bien  effectifs  devront  fitre  pres  ä 
pouvoir  former  Tarmee  au  plus  tard  le  premier  de  May  pro- 
chain, et  les  troupes  des  deux  couronnes  devront  ßtre  pour- 
vues  de  tout  ce  qui  est  necessaire  ä  des  corps  qui  agissent  en 
campagne. 

XI. 

Sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  fournira  comme 
Tannee  passee  trente  vaisseaux  de  guerre  dont  on  changera 
quelquesuns  contre  des  petits  batimens  plus  propres  ä  appro- 
cher  des  cotes,  pour  seconder  les  Operations  des  troupes  alliees 
sur  les  cötes  de  France  et  de  Tltalie,  faciliter  leurs  transports 
et  empecher  ceux  des  ennemis.  Et  le  roy  de  Sardaigne  s*  en- 
gage demployer  ses  galeres  a  favoriser  les  memes  objets. 

XII. 
Pour  mettre  sa  Mtcrimperatrice  reine  plus  en  etat  de 
subvenir  aux  fraix  des  dits  contingents  tant  en  Flandre  que  du 
cote  de  l'Italie  sa  Mte  britannique  payera  ä  sa  Mte'  imperiale 
un  subside  de  quatre  cens  mille  livres  Sterlings,  dont  les  paye- 
mens  se  feront  de  la  maniere  suivante,  c'est-ä-dire  cent  ein- 


1748  Jan.  26.  ^63 

• 

quante  mille  livrcs  Sterlings  immediatement  apres  la  signature 
de  la  presente  Convention  sans  attendre  la  ratification  de  sa  Mtc 
imperiale;  cent  mille  autres  livres  Sterlings  immediatement  aprfes 
r  echange  des  ratifications ;  cinquante  mille  livres  un  mois  aprfes 
le  payement  de  iOO,000  susmentionnes ;  et  fmalement  les  der- 
nieres  cent  mille  livres  Sterlings  en  un  seul  payement,  aussitöt 
qu'  il  sera  certifiö  par  les  officiers  nommös  pour  faire  le  denom- 
brement  des  troupes  de  sa  Mte  Timperatrice-reine  que  son  con- 
tingent  monte  ä  soixante  mille  hommes  effectifs  en  Flandre  et 
a  soixante  mille  hommes  effectifs  du  cot6  de  Tltalie,  bien  en- 
tendu  qu*  en  cas  que  par  les  certificats  qui  se  feront  de  ce  de- 
nombrement  Tun  ou  Tautre  de  ces  deux  corps  ne  se  trouve 
pas  complet,  savoir  soixante  mille  hommes  en  Flandre  et  soi- 
xante mille  hommes  du  cot6  de  Tltalie,  on  rebattra  de  la  dite 
somme  de  cent  mille  livres  Sterlings  une  partie  ä  proportion 
de  ce  qui  manquera  au  dit  nombre  de  cent  et  vingt  mille 
hommes. 

xni. 

Pour  mettre  le  roy  de  Sardaigne  en  ötat  de  supporter  et 
de  foumir  aux  fraix  du  contingent  susmentionne,  sa  M^e  bri- 
tannique  payera  ä  sa  dite  Mte  un  subside  de  trois  cens  mille 
livres  Sterlings,  et  les  payemens  du  dit  subside  se  feront  de  la 
meme  maniere,  dans  le  meme  tems,  memes  termes  et  avec  les 
mßmes  precautions,  en  cas  que  le  nombre  de  trente  mille  hom- 
mes ne  fut  pas  complet,  et  enfm  suivant  la  mSme  regle  de 
proportion  arretöe  et  convenue  avec  sa  Mte  i'  imperatrice  reine. 

XIV. 
Pour  assürer  plus  efficacement  V  etat  complet  des  dits  con- 
tingents  en  Italie  de  meme  qu'  aux  Pais-Bas,  tous  les  generaux 
et  commandants  des  puissances  contractantes  seront  obligtJs  de 
s' entrefoumir  reciproquement  des  töms  en  tSms  des  tabelles 
authentiques  de  la  force  effective  des  corps  sous  leurs  ordres 
lesquelles  seront  aussi  toutes  remises  aux  generaux  comman- 
dants en  chef,  et  pour  constater  d'^utant  mieux  la  chose  chaque 
puissance  contractante  aura  le  pouvoir  et  la  faculte  d'en  faire 
faire  ensemble  ou  separement  au  commencement  de  la  cam- 
pagne  le  denombrement  par  deux  ou  plusieurs  officiers  gener- 
aux qu'elle  nommera  ä  cet  effet. 


XV. 

Sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  aura  le  commandement  su- 
preme  de  toute  Tarmee  alliee  soit  qu'elle  reste  an  corps  ou 
qu'on  la  partage  et  en  fasse  des  detachemens  pour  en  diriger 
et  gouverner  les  Operations  au  plus  grand  bien  da  la  cause 
commune,  le  tout  conformement  ä  Tarticle  VI.  du  traite  de 
Worms  inser^  icy  mot  ä  mot: 

„Sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  aura  le  commandement  su- 
preme  de  Tarmöe  alliöe  lorsqu'il  y  sera  en  personne,  et  il  en 
reglera  les  mouvemens  et  les  Operations  militaires  de  concert 
avec  sa  Mte  la  reine  de  Hongrie  selon  que  l'exigera  Tinteret 
et  le  besoin  commun." 

XVI. 

L.  H.  P.  s  engagent  conjointement  avec  son  altesse  sere- 
nissime  monseigneur  le  prince  d' Orange  d'employer  tout  leur 
credit  et  pouvoir  aupres  des  provinces  pour  les  porter  ä  payer 
les  arrerages  tant  du  vieux  que  du  nouveau  subside  suivant  la 
specification  cy-jointe,  y  compris  le  subside  additionel  de  cin- 
quante  mille  livres  Sterlings,  ou  du  moins  ä  en  assürer  le  paye- 
ment  dans  un  tel  terme  qu'  on  puisse  trouver  d'  abord  credit  lä 
dessus,  apr^s  en  avoir  deduit  ce  que  Tetat  a  deja  avance  aux 
troupes  de  sa  Mte  imperiale  et  pour  les  payemens  des  bateliers. 

Ainsi  conclus  et  signe  par  les  ministres  plenipotentiaires 
et  les  deputes  soussignes,  autorises  ä  cet  effet  respectivement 
de  la  part  de  sa  Mte  imperiale  la  reine  de  Hongrie  et  de  Bo- 
heme, sa  Mte  le  roy  de  la  Grande -Bretagne,  sa  Mte  le  roy  de 
Sardaigne  et  L.  H,  P.  les  etats  generaux  des  Provinces-Unies, 
ä  la  Haye  le  26.e  Janvier  1748. 

Le  B.  de  Reischach.    Sandwich.    De  la  Chavanne.    T.  W.  Torck. 
L.  S.  L.  S.  L.  S.  L.  S. 

L.  S.    W.  Bentinck. 

L.  S.    J.  Güles. 

L.  S.    W.  Borssele. 

L.  S.  D*  Ablaing  de  Giessenburg. 

L.  S.  W.  S.  V.  Grovestins. 

L.  S.    C.  Bentinck. 

L.  S.    E.  Tamminga. 


1748  Jan.  26.  «ygc 

Specification 
des  arrerages  des  subsides  düs  ä  sa  Mt<i  T  imperatrice-reine. 

Pour  Tannee  1741. 


La  province  d"  Utrecht 
Le  quartier  de  la  Velue 

fl. 
48982 
14672 

s. 
lO 
18 

d. 

Pour  l'annöe  1742. 

La  province  de  Zelande 
La  province  de  Frise  . 
La  province  d'Overyssel     . 
Le  quartier  de  la  Velue 
La  province  d' Utrecht 

73466 
88627 
32476 
27948 
93300 

13 

I 

18 

7 

4 
8 
8 
8 

Somme    .      379474        8       12 

Les  arrerages  du  subside  de  150.000  Ib.  St., 

accord^  ä  sa  Mte  par  la  Convention  du 

31.  d'Aout  1746,  se  montent  ä  .  .  229.298  8  13 
Le  contingent  dans  le  subside  additionel 

de  50000  Ib.  St.,  oü  la  republique  paye 

un  quart,  fait  la  somme  de  .        .       137.500      —      — 

Somme  totale  de  tout  ce  qui  reste  ä  payer  .      746.272      17        9 

Article  secret. 

Le  commandement^  en  chef  de  T  arm^e  alli^e  aux  Pais-Bas 
ayant  6t6  deferö  1'  annee  passö  k  son  altesse  royale  monseigneur 
le  duc  de  Cumberland,  on  ne  fera  point  de  changement  ä  cet 
egard  pour  la  campagne  prochaine,  et  son  altesse  royale  mon- 
seigneur le  duc  commandera  par  consequent  aux  memes  con- 
ditions  qui  lui  furent  accordöes  par  la  Convention  du  Q.me  Jan- 
vier 1747.  Mais  comme  le  bien  du  Service  et  les  circonstances 
et  la  Situation  des  affaires  exige  que  Tarm^e  soit  partagöe  en 
plus  d'un  corps,  son  altesse  serenissime  monseigneur  le  prince 
d'  Orange  aura  le  commandement  en  chef  d'  un  des  deux  corps 
de  l'armöe,  et  specialement  de  celui  qui  d*abord  sera  destinö 
pour  couvrir  les  frontieres  les  plus  exposees  de  la  republique, 
et  son  altesse  royale  et  son  altesse  serenissime  iront  de  con- 
cert  ensemble  dans  tout  ce  qui  conceme  et  interesse  la  seurete 
et  la  deflfense  de  la  republique  la  plus  manifestement  en  danger 
de  tous  les  alliez. 


y66  174^  Jsn-  26. 

Le  tout  sous  la  reservation  que  la  deference  que  son  al- 
tesse serenissime  temoigne  en  cedant  et  renon^ant  ä  la  parite 
du  commandement  pour  se  conformer  aux  desirs  de  sa  Mte  ne 
derogera  en  rien  aux  droits  et  priviI6ges  du  capitaine  general 
de  r  Union  par  rappoit  ä  son  commandement  sur  le  territoire 
de  Tetat  et  qu'on  n'en  pourra  tirer  aucune  consequence  en 
faveur  des  capitaines  generaux  des  tetes  couronnöes  au  pre- 
judice  de  celui  de  la  republique. 

Fait  ä  la  Haye  le  26.  de  Janvier  1748. 

Le  baron  de  Reischach.  Sandwich.      T.  W.  Torck. 

L.  S.  L.  S.  L.  S. 

L.  S.    W.  Bentinck. 

L.  S.    J.  Gilles. 

L.  S.    W.  Borssele. 

L.  S.  D'Ablajng  de  Giessenburg. 

L.  S.    W.  S.  V.  Grovestins. 

L.  S.    C.  Bentinck. 

L.  S.    E.  Tamminga. 

Article  separö. 

Nous  ministres  plenipotentiaires  soubsign^s  avons  convenus 
que  les  ratifications  de  la  Convention  signöe  ce  jourd'  hui  seront 
echang^s  entre  nous  au  nom  de  nos  maitres  et  souverains  re- 
spectifs  dans  le  terme  d'  un  mois  ou  plütöt  s'  il  est  possible,  et 
nous  n' avons  point  mis  le  present  article  dans  la  Convention 
suivant  1'  usage  ordinaire  pour  eviter  les  longueurs  et  les  retar- 
demens  qu'auroit  necessairement  causö  Texpedition  des  rati- 
fications de  L.  H.  P.  et  les  formalites  qui  sont  d*  usage  en  pareil 
cas  dans  leur  republique;  lesquelles  formalites  ont  ete  recon- 
nues  superflues  et  inutiles  a  la  validit^  des  engagemens  pris  au 
nom  de  L.  H.  P.  par  messieurs  les  deputes  commis  speciale- 
ment  ä  la  conclusion  finale  de  la  dite  Convention  d*une  ma- 
niere  que  suivant  1' ordre  etabli  dans  leur  etat  cet  article  se 
trouve  avoir  toute  T  autenticite  requise,  comme  s'il  etoit  pourvü 
d'un  acte  de  ratilication  de  leur  part.  Le  present  article  aura 
la  meme  force  que  s'il  etoit  insere  mot  ä  mot  dans  la  dite 
Convention.    Fait  ä  la  Haye  le  26.  Janvier  1748. 

Le  baron  de  Reischach.      De  la  Chavanne.      Sandwich. 
L.  S.  L.  S.  L.  S. 


1784  Jan.  26.  »767 

Bien  que  L.  H.  R,  persuadöes  de  la  necessite  et  de  Tim- 
portance  de  la  perfection  de  la  Convention,  n'ont  pas  fait  de 
difficulte  pour  prevenir  tout  prejudice  qu'un  plus  long  delay 
pourroit  porter  aux  interets  de  la  cause  commune  de  con- 
courir  par  leur  signature  ä  la  conclusion  de  la  dite  Convention, 
elles  ne  peuvent  se  dispenser  de  declarer  qu'elles  avoient  espere 
qu'on  auroit  prette  quelqüe  attention  ä  leurs  justes  instances, 
pour  que  Tarticle  4  eut  &t6  couchö  de  fafon  que  les  troupes 
de  Tetat  ne  seroient  point  surchargöes  au  de  lä  des  autres,  et 
L.  H.  P.  se  reservent  non  seulement  leur  plein  droit  d'egalitö 
entre  les  alliez,  mais  se  flattent  encore  que  si  dans  le  cours 
de  la  campagne  le  cas  specific  venoit  h  exister  on  y  aura  egard. 

Fait  ä  la  Haye  le  26,  Janvier  1748.O 


Declaration  remise  ä  son  altesse  serenissime  monseigneur  le 
prince  d' Orange-Nassau*)  etc. 

Comme  sa  Mte  imperiale  et  royale  a  fait  fournir  dans  ses 
Pa'is-Bas  pendant  les  campagnes  prec^dentes  aux  troupes  alliees 
les  chevaux  et  les  chariots  gratis  et  k  ses  fraix  et  depens  pour 
les  transports  des  vivres,  des  fourages  et  des  magazins,  et 
qu'on  leur  a  permis  de  fourager  lorsque  la  saison  le  deman- 
doit,  et  que  l'equit^  et  la  justice  exigent  que  la  parfaite  reci- 
procit^  soit  observö  ä  T  egard  des  troupes  imperiales  qui  sont 
sur  le  territoire  de  la  republique,  je  soussign^  ministre  plenipo- 
tentiaire  de  sa  Mte  imperiale  et  royale  etc.  declare  que  le  con- 
tenu  du  6me  article  de  la  Convention  signöe  ce  jourd'  huy  entre 
les  puissances  alliöes  ne  pourra  jamais  porter  aucun  prejudice 
ä  une  demande  si  juste,  sa  Mte  imperiale  se  reservant  expres- 
sement  par  cette  declaration  que  la  dite  parfaite  reciprocit^  soit 
reglee  et  etablie  entre  les  chefs  commandants  de  troupes  de 
deux  puissances. 

Fait  ä  la  Haye  le  26.  Janvier  1748.  .  . 

Le  baron  de  Reischacb. 

*)  Unterzeichnet  von  Jen  atich  im  Hauptoer trage  unterzeichneten  Abge- 
ordneten der  Generalstaaten. 

*)  Nach  der  im  St-A,  —  Beilage  {um  Berichte  Reischachs  d,  d.  Haag 
1748  Jan,  27  —  befindlichen  Kopie.  Im  R,  A,  im  Haag  befindet  sich  auch  eine 
Kopie  dieser  Erklärung. 


nßß  1748  Jan.  26. 

Declaration  remise  h  milord  Sandwich,  ministre  plenipotentiaire 
de  sa  Mte  britannique.*) 

Je  soussigne  ministre  plenipotentiaire  de  sa  M^^'  imperiale 
et  royale  etc.  declare  qu'attendu  la  necessite  indispensable  de 
ne  pas  retarder  d'  un  moment  la  signature  de  la  Convention  si- 
gn^e  ce  jourd'huy,  je  n*ai  point  insistö  pour  y  faire  inserer  la 
reserve  de  cent  mille  livres  Sterlings  que  V  imperatrice  ma  mai- 
tresse  a  toujours  constamment  demandö  en  augmentation  de 
subside  au  de  lä  de  celuy  qui  luy  est  deja  promis  par  sa  Mte 
britannique  dans  la  dite  Convention,  en  oflfrant  quatre  regimens 
de  cavallerie,  faisant  quatre  mille  hommes  indispensablement 
necessaires,  soit  pour  frayer  le  chemin  autravers  de  toute  TAI- 
lemagne  aux  30000  Russiens  qui  doivent  la  traverser  pour  venir 
ä  leur  destination,  soit  pour  pourvoir  ä  leur  surete  et  favoriser 
leurs  Operations  au  cas  qu'ils  soient  employös  sur  le  haut  Rhin 
ou  sur  la  Moselle  suivant  que  le  plan  general  des  Operations 
militaires  pourroit  exiger,  soit  enfin  que  les  dits  secours  des 
Russes  vinssent  aux  Pais-Bas,  oü  chacun  sait  que  T  armee  n'  est 
pas  fournie  ä  beaucoup  prfes  d'une  quantit^  de  cavallerie  pro- 
portionnee  et  süffisante  au  Service  de  Tinfanterie,  et  s'opposer 
aux  efforts  de  celle  des  ennemis  qu'  on  a  eprouve  la  campagne 
derniere  avoir  eu  d'assez  grands  avantages  par  sa  superiorite 
sur  celle  des  alliees ;  de  sorte  que  par  le  present  acte  sa  Mte  se 
reserve  tr6s  expressement  le  payement  de  dits  cent  mille  livres 
subsides  additioneis,  et  declare  n' avoir  consenti  au  subside 
borne  a  400.000  livres  St.  dans  la  Convention  que  dans  la 
ferme  confiance  que  ces  dcrnieres  100.000  livres  St.  lui  seront 
egalement  accordes,  soit  que  sa  Mt^'  britannique  veuille  s'en 
charger  seule,  soit  que  sa  dite  Mtc  et  L.  H.  P.  trouvent  bon 
de  le  repartir  entre  les  deux  puissances  maritimes. 

Fait  ä  la  Haye  ce  26.  Janvier  1748. 

Le  baron  de  Reischach. 


')  Nach   der   im   St.A,  —  Beilage    \um    Berichte   Reischaehs  d.  d.  Haag 
1748  lau.  57.  —  befindlichen  Kopie, 


1748  Mai  3.  pj^g 

61. 

Ergän^ungskanvention  {wischen  Maria  Theresia,  Georg  IL, 
Karl  Enianuel  IIL  von  Sardinien  und  den  Generalstaaten,  be- 
treffend den  Feld\ug  des  Jahres  1748,  samt  einem  Separatartikel 
d,  d,  Haag  174S  Mai  jA) 

Rat,  Georgs  IL  d.  d,  Herrenhausen  1748  Juni  28lJuli  p;  Maria  The- 
resiä's  d,  d,    Wien  Mai  iß. 

Die  Originale  der  Konvtmtion  samt  Separatartikel  im  St.-A.  und  R.  0„ 
das  Original  der  englischen  Ratifikation  im  St.-A,,  das  der  österreichischen 
im  R,  O, 

Les  puissances  alliöes  ayant  trouvö  que  la  grande  aug- 
mentation  d'infanterie  reglee  par  la  Convention  du  26.  Jan- 
vier de  Tannöe  presente  exigeoit  de  mSme  une  proportion  de 
cavallerie : 

I. 

Sa  Mte  rimperatrice  reine  s'engage  par  la  presente  ä  faire 
marcher  quatre  regimens  de  cavallerie,  chaque  regiment  de 
1000  hommes  effectifs,  les  quels  se  mettront  en  mouvement 
le  plustot  que  possible,  meme  sans  attendre  V  arrivö  des  troupes 
russiennes,  si  par  aucun  retardement  imprevu  des  Russiens  leur 
marche  peut  se  faire  avant  V  arrive  du  dit  corps  des  troupes. 

n. 

Pour  mettre  Timperatrice  reine  plus  en  etat  de  supporter 
les  fraix  de  la  marche  et  de  V  entretien  des  dits  4000  hommes, 
sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  et  les  seigneurs  etats  ge- 
neraux  des  provinces  unies  des  Pais-Bas  s  engagent  de  payer 
ä  sa  Mte  imperiale,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  un  sub- 
side  additionel  de  100.000  livres  Sterlings,  ä  sfavoir  75000  pour 
le  compte  de  sa  Mte  et  25000  pour  le  compte  des  etats  ge- 
neraux;  les  quelles  sommes  se  payeront  en  deux  payements, 
ä  sijavoir  50000  le  premier  du  mois  de  Juin  et  50000  le  pre- 
mier  du  mois  de  Juillet  prochain. 


')  Die  informierende  Einleitung  :{u   diesem   mit  dem   vorhergehenden   in 
engster  Beziehung  stehenden  Vertrage  ist  p,  y^y  gegeben. 

Österreichisch-englische  StaatsvertrSge.  Bd.  T.  49 


•yyO  1748  Mai  3. 

m. 

Sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  ayant  (pour  ne  point 
perdre  d*occasion  d' augmenter  les  forces  des  alliez)  par  cet 
arrangement  fait  une  addition  ä  son  contingent  de  3000  che- 
vaux,  les  seigneurs  etats  generaux  s'engagent  par  la  presente 
Convention  d' augmenter  leur  cx>ntingent,  dejä  üx6  a  66000 
hommes,  de  1000  chevaux  et  2000  troupes  d*  Infanterie,  outre 
ce  qui  a  6X6  stipulö  dans  Tarticle  2^,  et  la  specification  des 
Corps  des  quels  la  dite  addition  sera  composöe  se  fera  imme- 
diatement  aprhs  la  signature  de  la  presente  Convention. 

Ainsi  conclu  et  signe  par  les  ministres  plenipotentiaires 
et  les  deputes  soussignös,  authorises  ä  cet  effet  respectivement 
de  la  part  de  sa  Mte  imperiale  la  reine  de  Hongrie  et  de  Bo- 
heme, sa  Mte  le  roy  de  la  Grande-Bretagne  et  L.  H.  P.  les 
etats  generaux  des  Provinces-Unies. 

A  la  Haye  le  3  de  May  1748. 

L.  S.  Le  baron  de  Reischach.   L  S.  Dayrolle.  L.  S.  T.  W.  Torck. 

L.  S.    C.  V.  Dijck. 

L.  S.    J.  Gilles. 

L.  S.    F.  Buteux. 

L.  S.    D'Ablaing  de  Giessenburg. 

L.  S.    D.  V.  Hamerster. 

L.  S.    G.  Eckelboom. 

L.  S.    E.  Tamminga. 

Article  separc  a  la  Convention  additioneile  3.  May  1748, 

ä  la  Haye. 

Ist  wörtlich  gleich  dem  geheimen  Artikel  der  Konvention  für  den 
Feldzug  1748,  ddo.  26.  Jan.   1748.') 

L.  S.     Le  baron  de  Reischach.  L.  S.     S.  Dayrolle. 


•)   V^rL  p.  -66  f. 


1748  Mai  25.  nni 

52. 

Accesston  Österreichs  d.  d.  Aachen  1748  Mai  2$  ^u  den  ^u 
Aachen  1748  April  jo  unterzeichneten  Präliminarien  und  ^  den 
darauf  bezüglichen  Erklärungen  d.  d,  Aachen  1748  Mai  21  ; 
Acceptation  dieser  Accession  durch  England  d,  d,  Aachen  1748 
Mai  26,  sowie  Deklaration  d,  d.  Aachen  Mai  ji  über  Artikel  II 
der  Präliminarien  und  Accession  Österreichs  da^u  d.  e  d. 
Rat.  der  Accession  durch  Maria  Theresia  d.  d.  Wien  IJ48  Juni  $  ; 
durch  Georg  IL  d.  d,  Herrenhausen  1748  Mai  ßo\Junt  10;  Rat.  der 
Accept,  dieser  Accession  durch  Georg  IL  d.  d,  Herrenhausen  1748 
Juni  6\ij. 

Or.  der  österr,  Accession  im  R.  O. ;  der  engl,  Acceptation  im  St-A, 
Original  der  Ratifikation  Maria  Theresia's  im  R,  O.,  der  Georgs  IL  im  St-A, 

Die  eingehende  Erörterung  der  Politik,  die  Österreich  im  Laufe 
der  Verhandlungen  befolgt  hat,  die  dem  Abschlüsse  der  Präliminarien 
vom  jo,  April  und  des  definitiven  Aachener  Friedens  vom  18.  Oktober 
1748  vorangegangen  sind,^)  muss  dem  Herausgeber  der  österreichisch- 
fran:{ösischen  Staatsverträge  vorbehalten  bleiben,  da  Frankreich  der 
eigentliche  Veriragsgegner  Österreichs  war,  während  England  als  Com- 
paciscent  Maria  Theresia's  an  den  Unterhandlungen  jener  Tage  teil- 
nahm. Aus  diesem  Grunde  wurde  auch  Abstand  genommen,  in  diesem 
Zusammenhange  die  Vertragsentwürfe  >{w  ver^^eichnen  und  ^u  besprechen, 
die  seitens  der  englischen  und  der  österreichischen  Regierung  in  den 
Jahren  1747  und  1748  verfasst  worden  sind.  Da  aber  der  Gang  der 
Ereignisse  dahin  führte,  dass  Maria  Theresia  von  der  Unterzeichnung 
der  Präliminarien  wie  des* Definitiwertrages  ausgeschlossen  blieb,  bei- 
den Vereinbarungen  aber  später  beitrat,  spielte  sie  schliesslich  nicht 
nur  Frankreich,  sondern  auch  den  Vereinigten  Niederlanden  und  Eng- 
land gegenüber  die  Rolle  des  Vertragsgegners.  Daher  mussten  die  auf 
die  Accession  Österreichs  ^u  den  Präliminarien  vom  ßo,  April  und 
lum  Vertrage  vom  18.  Oktober  1748  bezugnehmenden  Dokumente  in 
die  vorliegende  Publikation  aufgenommen  werden,  und  es  geschah  dies 
in  der  Weise,  dass  die  in  die  österreichische  Accessionsurkunden  auf- 
genommenen beiden  Verträge  vom  ßo.  April  und  18.  Okt.  mitpubliciert 
wurden,  da  sonst  diese  beiden  wichtigen  Abmachungen  in  der  Gesamt- 
ausgabe der  österreichischen  Siaatsver träge  fehlen  würden. 

»)  Vgl,  Broglie  La  paix  d*  Aix4a-Chapelle,  Paris  j8ga  und  die  Abhand- 
lungen von  A.  Beer  ffHoIland  und  der  österr.  ErbfoJgekrieg"  A.  f.  K.  ö.  G.  XLVL 
und  „Zur  Geschichte  des  Friedens  von  Aachen*'  l.  c.  XLVIl  i  ff.  Arneth,  Ma- 
ria Theresia  III  36^  ff. 

49* 


nn2  1748  Mai  25. 

Zum  Verständnisse  der  österreichischen  Politik  mögen  di€  fol- 
genden kurzen  Erörterungen  dienen.  Die  österreichische  Regierung 
war  nicht  prinzipiell  gegen  den  Ahschluss  eines  Friedens  mit  Frank- 
reich  und  dessen  Verbündeten^  sie  ersehnte  denselben  vielmehr  nicht 
minder  als  ihre  Bundesgenossen,  Wenn  sie  sich  trotzdem  immer  leb- 
hafter für  die  Fortsetzung  des  Krieges  aussprach,  so  geschah  dies  nur 
deshalb,  weil  die  von  den  verschiedenen  Höfen  einlangenden  Berichte 
und  die  Äusserungen  der  in  Wien  accreditierten  Vertreter  der  verbün- 
deten Regierungen  immer  deutlicher  erkennen  Hessen,  dass  der  Friede, 
den  Österreichs  Feinde  und  Freunde  wünschten,  auf  Kosten  dieser 
Macht  geschlossen  werden  sollte.  Namentlich  die  von  Robinson  in 
Wien  abgegebenen  und  die  seitens  der  englischen  Minister  an  Wasner 
erfolgten  Erklärungen  Hessen  keinen  Zweifel  darüber  aufkommen,  dass 
Maria  Theresia  von  den  Engländern  nichts  gutes  {u  erwarten  habe, 
dass  dieselben  aus  egoistischen  Gründen  von  ihrem  Vorhaben  nicht 
ablassen  wollten,  dem  Könige  von  Sardinien  den  dauernden  Bcsit^  all 
jener  Gebiete  {u  sichern^  ^u  deren  Abtretung  sich  Maria  Theresia  im 
Wormser  Vertrage  nur  in  der  Erwartung  einer  entsprechenden  Entschä- 
digung verstanden  hatte  und  dass  sie  entschlossen  waren,  dem  Könige  von 
Preussen  die  Garantie  Schlesiens  seitens  der  vcrtragschliessendcn  Mächte 
{u  verschaffen. ')  Es  war  wirklich  so,  wie  Maria  Tlieresia  schon  Mitte  Nov, 
77^7  an  Wasner  schrieb  :  „Der  Erfolg  beweiset  nur  allzuviel,  was  wir 
längstens  besorget,  was  die  vielfältige  Erfahrung  seit  dem  Jahre  17 J), 
als  Robinson  und  Dieden,  um  den  Grund  ^ur  Schwächung  unseres 
Er{hauses  ^u  legen,  den  hiesigen  Hof  in  das  polnische  Wahlwesen 
gleichsam  wider  Willen  durch  allerhaUi  Kunstgriffe  verwicklet  haben, 
unschwer  vorsehen  machen  und  was  Grimaldi'^)  mehrmalen  vorgesagt, 
diiss  wir  am  Ende  für  die  hiesige  weif  über  die  tractatenmässige  Ob- 
liegenheiten sich  erstreckende  Aufmerksamkeit  von  Engeland  ^u  ge- 
iViirten  haben  wurden.  Mit  dem  Deckmantel  eines  besonderen  Friedens 
wird  ^u  beschönigen  gesuchet,  was  im  Grund  dahin  abfielet,  uns  in  der 
Gcneralpacificalion  nicht  nur  an  Feinde,  sondern  zugleich  nebst  die- 
sen auch  an  falsche  Freunde  aufzuopfern^  so  Just  das  übelste  ist, 
was  unserem  Er^^hjus  nur  immer  fiäffe  widerfahren  können ;  massen 
unsere  Feinde  urnigsfens  nur  auf  ein  einfaches  und  nicfit  auf  solch 
doppelte  Opfer    angefragen.^^  ^)     Es    ist   daher    begreift  ich,    dass    Maria 


•)   Vgl.  die  BrricJih'   Wasners  vom  Okt.  1747- Mär{  1748.  St.-A. 

2)  Hin  getiursiscitrr  I\itri{ier. 

^)   Weisung  an   Wasner  J.  d.  75.  Nov.  1747*  St.-A. 


1748  Mai  25.  nn^ 

Theresia  die  Gelegenheit,  ^u  einem  direkten  Vergleiche  mit  ihrem 
Hauptgegtier y  dem  Könige  von  Frankreich,  {u  gelangen,  die  sich  ihr 
unter  verhältnismässig  günstigen  Bedingungen  ^u  bieten  schien,  freudig 
ergriff  und  die  Verhandlungen  mit  demselben  eifrig  führte,^)  Allein 
auch  dieser  Versuch  mislang.  In  dem  Augenblicke,  da  Graf  Kaunit^ 
die  ^n  Aachen  mit  St.  Severin  geführten  Verhandlungen  dem  Abschlüsse 
nahe  wähnte,  entschloss  sich  Ludwig  XV,,  von  der  Erkenntnis  geleitet, 
dass  eine  Vereinbarung  mit  England  einen  viel  sichereren  Erfolg  ver- 
sprach, als  ein  Abkommen  mit  Österreich,  die  ihm  von  England  ent- 
gegengestreckte Hand  ^u  ergreifen. 

Am  Abend  des  jo,  April  erschien  Lord  Sandwich  bei  Kaunit{ 
und  theilte  ihm  mit,  dass  sich  England,  Frankreich  und  die  Vereinig- 
ten  Niederlande  über  die  Präliminarien  eines  Friedens  geeinigt  hätten. 
Er  las  ihm  die  vereinbarten  Ptinkte  vor:  Alle  Eroberungen,  sowohl  in 
Europa  als  in  den  überseeischen  Gebieten,  sollten  zurückgestellt ,  die 
Befestigungen  Dünkirchens  auf  der  Landseite  erhalten  bleiben.  Jene 
nach  der  See  abgetragen  werden.  Dem  Infanten  Don  Philipp  wurden 
die  Fürstentümer  Parma,  Piacen^a  und  Guastalla  zugesprochen  und 
^zugleich  der  Rückfall  dieser  Gebiete  an  ihre  gegenwärtigen  Besitzer 
für  den  Fall  vorgesehen,  dass  Don  Philipp  auf  den  Thron  Neapels 
gelangen  oder  kinderlos  sterben  sollte.  Der  Herzog  von  Modena  und 
die  Republik  Getiua  sollten  zurückerhalten,  was  sie  vor  Ausbruch  des 
Krieges  besessen  hatten.  Dem  Könige  von  Sardinien  zvurden  die  im 
Wormscr  Vertrage  von  Österreich  überlassenen  Gebiete  für  alle  Zu- 
kunft, dem  Könige  von  Preussen  der  Besitz  von  Schlesien  und  Glaiz 
garantiert.  England  erhielt  die  Bestätigung  der  im  Jahre  17  iß  er- 
langten Vorteile  beim  Negerhandel  und  der  im  Jahre  IJ18  ausgespro- 
chenen Garantie  der  Thronfolge  des  Hauses  Hannover ;  Franz  ^^^^  ^^' 
thringen  sollte  als  Kaiser  anerkannt  und  die  pragmatische  Sanction, 
jedoch  mit  Ausnahme  der  an  Preussefi  und  Sardinien  erfolgten  Ab- 
tretungen, garantiert  werden.  Die  Entscheidung  der  Streitfragen  z'^^~ 
sehen  Österreich  und  Spanien  wegen  der  Verleihung  des  goldenen 
Vliesses,  zynischen  Österreich  und  Frankreich  wegen  der  hennegau  sehen 
Enclaven  und  der  Abtei  St,  Hubert  wurden  dem  definitiven  Friedens^ 
Schlüsse  vorbehalten.  Die  Belagerung  Mastrichis  durch  die  Franzosen 
sollte  fortgesetzt  werden,  sonst  aber  aller  Orten  Waffenstillstand  ein- 
treten.    Durch  einen  besonderen  Geheimartikel  wurde  festgesetzt,  dass 


*)  Vgl.  für  diese   Verhandlungen   u.    a.   Beer  Zur  Gesch,   des  Aachner 
Friedens  /.  c.  lyff»  und  Broglie  l.  c.  Soff. 


jfjj^  1748  Mai  25. 

jene  Mächte^  die  sich  weigern  würden,  diesen  Abmachungen  bei:^utrefen, 
der  Vorteile  verlustig  gehen  sollten^  die  ihnen  aus  denselben  erwachsen 
könnten.  Indem  Sandwich  den  Grafen  Kaunit^  auf  diese  Bestimmung 
besonders  au/merksam  machte,  forderte  er  ihn  :^ur  Mit^^eichnung  auf 
Dieser  aber,  empört  über  das  Vorgehen  der  Franzosen  und  der  Eng- 
länder^  weigerte  sich  auf  das  entschiedenste,  eine  Abmachung  gui^- 
heissen,  durch  die  dem  Könige  von  Sardinien  alle  im  Wörmser  Ver- 
trage von  Österreich  überlassenen  Gebiete,  dem  Könige  von  Preussen 
der  Besit:^  von  Schlessien  und  Glat:{  garantiert,  dem  spanischen  In- 
fanten Don  Philipp  auf  Österreichs  Kosten  ß  Fürstentümer  abgetreten 
wurden,  ohne  dass  der  österreichischen  Herrscherin  irgend  ein  Ersjt{ 
für  die  verlorenen  und  abzutretenden  Gebiete  geboten  wurde,^)  und 
Hess  dem  mündlichen  Proteste  am  4,  Mai  einen*  schriftlichen  folgen, 
der  nebst  der  Verwahrung  gegen  die  ohne  Wissen  Österreich^  ge- 
troffenen Vereinbarungen  die  Mitteilung  enthielt,  dass  Maria  Theresia 
dem  für  Don  Philipp  geplanten  „Etablissetnenf^  in  Italien  nur  dann 
:^ustitnmen  wolle,  falls  ihr  die  im  Wörmser  Vertrage  an  Sardinien 
überlassenen  Besitf^jungen  ^zurückgegeben  werden  sollten.^)    Maria   The- 


«)  Vgl,  Beer  L  c.  ^iff.;  Artieth  l.  c,  III  ß6^. 
*)  Derselbe  lautet: 

Protestation  de  V  imp^ratrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme, 

d,  d.  4.  Mai  1748  t Kopie  St.-A.  Ft-iedemakttH  187  aj 

Le  soüsignc  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Af  /'  imperatriae,  reine  d* Hon- 
grie et  Je  Boheme,  aiant  vü  les  articles  preliminaires  que  les  ministres  pleni- 
potentiaire s  de  sa  M**  le  roi  de  la  Grande-Bretagne  et  deL,  P,  H.  les  etats  gener aux 
des  Provinces-Unies  ont  juge  a  propos  d\irrHer  avec  le  ministre  plenipotentiaire 
de  sa  M*'''  frrs  chretienne ,  il  ne  peut  se  dispenser  de  protester  par  le  present 
acte,  ainsi  qu*  il  Va  dejä  fait  de  vive  voix,  de  la  maniere  la  plus  forte  et  la  plus 
solemnelle  contre  ces  preliminaires  et  contre  tont  ce  qu*  ils  contiennent  Je  pre- 
judiciable  aux  interets  Je  sa  M^^. 

CepenJant  comme  Jepuis  le  commencement  Jes  troubles  qui  agitent  V  Eu- 
rope  sa  M^^  l*  imperatriee  a  temoigne  constamment  le  Jesir  ardent  dont  eile  est 
aninit^e  pour  le  retablissement  Je  la  tranquillite  generale,  le  soüssigne  Jeclare 
que  Jans  la  vue  Je  parvenir  a  une  fin  aussi  desirable,  et  pour  faire  cesser  les 
horreurs  et  les  calamite\  que  tant  Je  peuples  n*  eprouvent  que  Jepuis  trop  longtems, 
sa  M*^  veut  bien  consentir  a  accorJer,  m<^nie  ä  ses  Jepens,  un  etablissenient  tem- 
poraire  pour  le  Ser****  Infant  don  Philippe,  jusqu  a  ce  que  par  V  Ouvertüre  du 
trone  Je  Naples  ou  Je  celui  J'  Espagne  ce  prince  puisse  succeder  a  V  un  ou  a 
r  autre  Je  ces  Jeux  roiaumes, 

Le  soüssigne  Jeclare  neantmoins  que  sa  M*^  imperiale  n'  tmtenJ  point 
Jonner  les  mains  ä  cet  etablissenient  sur  le  pie  cy-Jessus  mentionne  que  sous  la 
condition  bien  expresse  et  autrement  pas,  que  toutes  les  cessions  qu  eile  a  faites 
par  le  traite  Je   Worms  en  faveur  Je  sa  M*^  Je  SarJaigne  soient  revoquees,  an- 


i74^S  Mai  25.  nnc 

resia  stimmte  mit  den  Anschauungen  ihres  Gesandten  vollkommen  überein, 
Sie  billigte  den  Protest,  den  er  erhoben  hatte  und  Hess  durch  Wasner 
Georg  IL  ihre  Entrüstung  über  das  Vorgehen  der  englischen  Regierung 
ausdrücken.  Die  englischen  Minister  leugneten  nicht,  dass  die  Präli- 
minarien der  österreichischen  Herrscherin  nicht  günstig  seien,  betonten 
aber,  dass  die  Not  der  Zeit  sie  ^um  Abschlüsse  mit  Frankreich  ge- 
lungen hätte,  Sie  stellten  auch  nicht  in  Abrede,  dass  die  Kata- 
strophe sich  hätte  abwenden  lassen,  wenn  der  Haager  Konvention  sei- 
tens der  Verbündeten  nachgelebt  worden  wäre.  Da  dies  aber  nicht 
geschehen  sei,  da  die  Generalstaaten  von  den  m  Beginn  des  Kampfes 
^u  stellenden  Truppen  nicht  loooo  beisammen  gehabt,  von  den  kai- 
serlichen Truppen  die  Hälfte,  auch  von  den  englischen  ein  Teil  gefehlt, 
die  Franzosen  aber  über  120,000  Mann  verfügt  hätten,  da  ferner  am 
jo.  April  Ma stricht  der  Übergabe  nahe  und  die  Gefahr  des  Abschnei- 
dens  der  Verbindung  ^{wischen  der  Armee  der  Verbündeten  und  dem 
russischen  Zuj{ug  drohend  gewesen  sei,  habe  man  die  Präliminarien 
unterzeichnen  müssen.  Die  Garantie  von  Schlesien  und  Glat{  habe 
England  schon  vorher  erteilt,  die  Vereinigten  Niederlande  dieselbe  ver- 
sprochen, Frankreich  sie  als  eine  conditio  sine  qua  non  be:{eichnet ;  die 
Belassung  Sardiniens  im  Besitze  der  im  Jahre  174J  erworbenen  Länder 


nulli^es  et  aneanties,  et  sa  AP^  V  imperatrice  retablie  dans  la  possession  actuelle 
des  villes,  terres  et  districts  qui  fönt  V  ohjet  des  memes  cessions,  II  est  taut 
evident  que  les  hauts  contractans  du  traite  de  Worms  n' t^tant  entre\  dans  les 
engagements  de  ce  traiti^  que  dans  Li  vue  d*  empecher  itn  etablissement  de  la 
maison  de  Bourbon  en  Italie,  et  V  imperatrice  en  partic ulier  n'  ayant  ete  obligee 
ä  faire  les  cessions  dont  il  s'  agit  que  par  ce  motif,  et  par  la  consideration  des 
avantages  qu'  on  lui  promettoit  en  echange,  la  raison  et  V  equite  ne  permettent 
pas  que  sa  M^^  seit  tenue  aux  engagements  qui  lui  sont  onereux,  tandis  qu*  au 
Heu  de  lui  procurer  les  avantages  qui  etoient  stipule^  en  sa  faveur  V  on  renversc 
directement  le  büt,  la  base  et  le  fondement  du  traite  par  les  nouveaux  sacrifices 
que  Von  veut  exiger  de  sa  M^^  pour  l* etablissement  de  V infant. 

C  est  sur  le  pit^  de  cette  declaration  que  le  soussign*^  est  pret  d*  entrer 
en  tnatiere  avec  les  ministres  des  puissances  interessees  et  de  concourir  d*  abord 
ä  la  conclusion  d'un  armistice  general  aussi-bien  qu*  a  tous  les  moiens  qui  se- 
ront  estime\  raisonables  pour  accelerer  /'  ouvrage  salutaire  de  la  paix.  Au 
moien  de  ce  temperament  la  paix  pourra  se  faire  sans  que  personne  y  perde 
que  sa  M*^  seule ;  tout  autre  expedient,  au  Heu  de  remplir  l*  objet  que  l*  on  doit 
se  proposer  dans  une  reconciliation  qui  est  de  retablir  la  bonne  intelligence  avec 
les  ennemis  et  d*  affermir  la  confianee  entre  les  allie^,  ne  produira  que  des  effets 
directement  contraires  au  but  desirable, 

Fait  ä  Aix  la  Chapelle  le  4  May  1748, 

C.  Kauni^-Rittberg, 


nn^  1748  Mai  25. 

sei  nur  eine  natürliche  Folge  des  Wormser  Vertrages ;  der  Abtretung 
Guastallas  an  Don  Philipp  habe  Sandwich  solange  als  möglich  sich 
widersetit  und  nur  der  Not  gehorchend  sich  dem  Gebote  drs  über- 
mächtigen Gegners  gefügt,^) 

Zu  gleicher  Zeit  klagten  die  englichen  Minister  über  den  Protest 
Österreichs  und  forderten,  Maria  Theresia  möge  sich  im  allgemeinen 
und  in  ihrem  eigenen  Interesse  den  Bestimmungen  der  Präliminarien, 
die  nun  einmal  nicht  ^«  ändern  seien,  unterwerfen.  Da  aber  Kaunit{ 
aus  den  Verhandlungen,  die  er  unmittelbar  nach  Abschluss  der  Prä- 
liminarien mit  den  Vertretern  Frankreichs  und  Spaniens  führte,^)  die 
Hoffnung  schöpfle,  dass  diese  beiden  Mächte  —  welche  die  Erwerbung 
Savoyens  für  Don  Philipp  jener  Parma' s,  Piacen^a's  und  Guastallas 
vori^ogen  —  in  eine  Abänderung  der  Friedensbedingungen  in  diesem 
Punkte  {um  Vorteile  Österreichs  willigen  würden  und  in  diesem  Sinne 
nach  Wien  berichtete,  entschloss  sich  Maria  Theresia  in  voller  Über- 
einstimmung mit  Kaunit^,  ihren  Beitritt  {u  den  Präliminarien,  ^//  dem 
sie  sich  bei  ruhiger  Erwägung  der  Situation  und  in  der  Erkenntnis 
ihrer  unzulänglichen  Kriegsmittel  entschlossen  hatte,  nur  in  bedingter 
Form  ^u  erklären.  In  diesem  Sinne  lautete  die  Deklaration,  die 
Kaunit:^  am  2j,  Mai  1748    in  Aachen  übergab,^)   Maria   Tlieresia   sei 


»)   Vgl  Wasners  Bericht  d.  d,  24.  Mai  1748  St-A, 

«)  Vgl,  Beer  l.  c.  41  f, 

')  Dieselbe  lautet: 
Declaration  d*  accession   conditionelle  de  sa  M*^  V  ifuperatrice-reinc  aux  articles 
prrliminaires ;  d.  d.  174S  Mai  2"}  (Kopie  St-A.  Friedensakten  jSy^,j 

II  y  auroit  hien  des  remarques  a  faire  sur  les  articles  preliminaircs  con- 
eins  et  signes  a  V  ins<,u  et  exclusion  de  sa  M^^  l*  imperatru:e-reine,  man  au- 
guste  souveraine,  Mais,  contente  de  n  avoir  rien  a  se  reprocher,  fant  par  rap- 
port  aux  puissances  avec  lesquelles  eile  a  ete  jusqu*  ici  eu  guerre  que  par  rap- 
port  a  ses  allirs,  eile  ne  pretend  pas  d'  examiner  la  conduite  qu  ort  a  teiiue  a 
soll  egard.  Sans  s* y  arreter ,  eile  dcsire  au  contraire  de  niettre  fin  le  plus 
promptement  possible  aux  calamites  de  la  guerre.  Ainsi  eile  adopte  sans  reserve 
ni  exception  tout  le  contenu  des  articles  preliniinaires  qui  lui  ont  ete  communi- 
ques  pour  autant  qu' ils  la  regardent  et  concernent  les  differens  qui  ont  sub- 
siste  jusqu*  ici  entre  les  puissances  bellige rantes,  differends  qui  d*  un  comtnun 
accord  devoient  faire  V  unique  objet  des  Conferences  qu*  on  rtoit  convenu  de  tenir 
en  cette  ville^  et  avec  lesquelles  les  cessions  au  traite  de  Worms  n*  ont  rien  de 
commun  ei  ne  S(,auroienf  meme  de  leur  nature  avoir  rien  de  commun. 

Et  quant  a  la  garantie  de  la  partie  *de  la  Silesie  qui  a  ete  cedee  par  le 
traitte  de  Dresde  d  sa  Af '•'  le  roy  de  Prusse  de  meme  que  le  cotnte  de  Glat{, 
sa  Af' '■  /'  imperatrice-reine  a  toujours  declare  et  declare  dereche f  de  xxmloir  de 
$  on  cote   remplir   trcs   religieusement  ce  dit  traite.     Ses  ministres  tm   ont  mt^me 


1748  Mai  25.  nnn 

bereit^  sich  den  Präliminarien  —  soviel  sie  auch  gegen  deren  Inhalt 
einzuwenden  hätte  —  >{//  fügen,  soweit  sie  sich  auf  die  Streitpunkte 
mit  den  Mächten  belogen,  mit  denen  sie  Krieg  führe,  nicht  aber,  so- 
weit dieselben  die  Abtretungen  an  Sardinien  und  die  Garantie  von  Schle- 
sien und  Glat{  beträfen.  Die  im  Wormser  Vertrage  bestimmten  Ge- 
bietsabtretungen hätten  mit  diesem  Frieden  nichts  ^u  tun.  Was  aber 
Schlesien  und  Glat{  betreffe,  sei  sie,  ihren  früher  gegebenen  Erklärungen 
entsprechend,  die  sie  jet^t  wiederhole,  bereit,  den  Dresdner  Vertrag  ge- 
wissenhaft lu  beobachten;  auch  hätten  ihre  Gesandten  mit  denen  Fried- 
richs  IL  gemeinschaftlich  die  Garantie  dieses  Vertrages  von  den  See- 
mächten in  dem  Umfange  verlangt,^)  wie  sie  bezüglich  der  Prälimi- 
narien von  Breslau  und  des  Berliner  Vertrages  von  Grossbritannien 
geleistet  worden  sei.  Allein  es  widerstrebe  jedem  göttlichen  wie  mensch- 
lichem Rechte^  nur  die  Abtretung  und  nicht  gleichzeitig  die  Bedin- 
gungen z^  garantieren,  unter  denen  sie  stattgefunden  habe.  In  der 
Erwartung,  dass  der  Dresdner  Friede  in  seiner  Gesamtheit  einen  Teil 


soUicitd  conjointement  avec  ceux  du  roy  de  Prusse  la  garantie  des  puissances 
maritimes  dans  la  memc  forme  et  etcndue  que  la  Grande-Bretagne  avoit  ga- 
rantie ci'devant  tant  les  preliminaires  de  Breslau  que  le  traiti  definitif  de  Ber- 
lin ;  d*  ou  il  resulte  un  droit  qu*  on  ne  s^auroit  sjns  injustice  ni  violence  lui 
otcr  malgre  eile.  Et  comme  il  repugneroit  ä  tout  droit  divin  et  humain  de  ga- 
rantir  uniquement  un^^  cession  sans  garantir  pareillement  les  clauscs  et  con- 
ditions  sous  lesquelles  eile  a  eti  faite  du  consentement  des  parties  contranctan- 
tes,  V  Intention  des  puissances  qui  ont  signes  les  preliminaires  ne  sauroit  etre  de 
contrevenir  ä  cette  regle. 

Or  ceci  suppose  V  imperatrice-reine  ne  s*  oppose  en  aucune  maniere  que 
la  garantie  du  traite  de  Dresde,  en  son  entier,  ne  fasse  partie  de  la  pacification 
generale.  Et  sur  ce  pied  je  suis  non  seulement  autorist'  et  prdt  de  concourir 
pareillement  ä  la  Signatare  des  preliminaires,  mais  je  dois  mt^me,  pour  accelerer 
d'  avantage  un  prompt  et  parfait  repos,  insister  au  nom  de  mon  auguste  sou- 
veraine  que  ces  preliminaires  ayent  toute  la  force  et  vigueur  d*  un  traitc  de  paix 
definitif,  sans  qu*  aucune  demande  ulterieure  soit  admise  ä  la  charge  des  puis- 
sances qui  jusqu*  ici  ont  ete  en  guerre  ensemble.  * 

Fait  ä  Aix  la  Chapelle  le  vingt  trois  May  mil  sept  ccnt  quarante  huit 

Le  comte  V,  A,  de  Kaunit\-Rietbcrg. 

»)  Die  Verhandlungen  über  diese  Frage  \ogen  sich  lange  hin;  es  wurden 
beiderseits  Projekte  dieser  Garantie  entworfen  ;  ^u  einer  Einigung  kam  es  aber 
erst  am  J.I14,  Juli  17^0,  an  welchem  Tage  Georg  IL  die  Garantieurkunde  über 
den  Dresdner  Frieden  ausstellte.  Sie  ist  gedruckt  //.  a,  bei  Wenck  Cod.  jur, 
gent,  rec.  IL  jsy.  Ihr  Abdruck  wird  im  {weiten  Bande  dieser  Publikation  er- 
folgen. Ebendaselbst  auch  die  auf  die  am  20.j]o,  Oki,  17^0  vollzogene  Accession 
Englands  (Or.  St.-A.)  \um  österreichisch-russischen  Vertrage  vom  22.  Mai  17^ 
be\ughabenden  Deklarationen,  gedruckt  u.  a.  Martens  (Suppl.)  III.  26, 


yyS  »74S  Mai  25. 

des  allgemeinen  Friedens  bilden  und  in  der  Voraussetzung ,  dass  keine 
weitere  Einwendung  gegen  die  Präliminarien  ^gelassen  werde,  wolle 
sie  denselben  beitreten.  Der  Eindruck,  den  diese  Erklärung  Öster- 
reichs hervorrief,  war  ein  ungünstiger.  Die  Vertreter  der  Seemächte 
verlangten  eine  Erläuterung  derselben  und  da  Kaunit^  auch  mündlich 
versicherte,  dass  es  nicht  in  seiner  Gewalt  stünde,  „von  den  durch  den 

Wormser  Vertrag  erworbenen  Gerechtsamen  der  Kaiserin  das  mindeste 
\u  entsagen i^  ^)  schien  es,  als  ob  die  Einigung  mit  Österreich  über  die 
Präliminarien  nicht  erfolgest  werde.  Allein  2  Tage  später  kündigte 
Kaunii{  den  bedingungslosen  Beitritt  Maria  Theresia' s  {u  den  Prälimi- 
narien an,^)  Man  hatte  sich  in  Wiett,  vermutlich  auf  Bartensteins  Rat, 
^u  diesem  Schritte  entschlossen,  durch  den  man  die  Wünsche  der  ver- 
bündeten Seemächte  -{«  befriedigen  hoffte,  ohne  aber  —  die  Deklaration 
vom  2),  Mai  wurde  nicht  ausdrücklich  widerrufen  —  auf  die  Ver- 
wirklichung der  Bedingungen  ^u  vernichten,  von  deren  Erfüllung  man 
ursprünglich  die  Annahme  der  Präliminarien  abhängig  gemacht  hatteJ") 

Viel  war  damit  nicht  erreicht,  denn  Sandwich  forderte  nun  die  Zurück- 
nahme der  am  2J,  Mai  abgegebenen  Erklärung,  und  wenn  auch  Kaunit^, 
von  defn  Vertreter  Frankreichs  unterstützt,  dieses  Ansinnen  entschieden 
ablehnte  —  wie  denn  ein  derartiger  Widerruf  seitens  Österreichs  nicht 
erfolgt  ist  —  so  konnte  er  doch  nicht  hindern,  dass  die  Vertreter 
Englands  und  der  Generalstaaten  am  ji.  Mai  eine  Deklaration  unter- 
zeichneten,^)  in   der   darauf  hingewieseti   wurde,    dass   die   Accession 


»)  Beer  l.  c.  4^ 

*)  Vgl.  die  im  folgenden  abgedruckte  Aecession  Österreichs  {u  den  Prj- 
liminiirien  d,  d.  55.  Mai» 

^)   Weisung  an  Kaunit{  d.  J.  14.  Mai ;  vgl.  Arneth  l.  c.  III.  ^7/. 

'*)  Declaration  des  ministres  plenipotentiaires  de  sa  M*^  britannique  et  de 
la  republique  des  Pnrcinces-Unies ;  </.  d,  ly^S  Mai  yi. 

Quoique  M*'  le  comte  de  Kaunit{  ait  accSdt^  de  la  fa^on  la  plus  simple 
et  Sans  aucune  exception  ni  rcserve  aux  articles  preliminaires  signes  le  }0  Avril 
i7.fS  et  d'  une  fa«;on  si  claire  que  cela  ne  sauroit  souffrir  aucune  difßculte,  ce- 
pendant  comme  il  n  est  point  fait  nonunement  mention  dans  son  dit  acte  d\ic- 
cession  de  la  declaration  qu*  il  a  fait  auparavant  le  2^  du  nithne  tnois ;  pour 
tk'iter  a  l'  avenir  tout  mal  entendu  ou  rquivoque  a  ce  sujet,  nous  soussignes  mi- 
nistres plenipotentiaires  de  sa  AP*'  le  toi  de  la  Grande- Bretagne  et  de  la  repub- 
lique des  provinces  unies  des  Pays-Bas  declarons  et  certißons  que  nous  avons 
admis  le  susdit  acte  d'  aceession  pt4renient  et  simplement  et  sans  aucune  reserve 
ni  exception  quelconque,  et  d*  une  maniere  a  ne  pouvoir  ni  devoir  t^tre  sujette  ä 
aucune  explication  relative  a  la  declaration  du  2}  Mai  qui  est  tenue  pour  nulle., 
abrogce  et  sans  effet,   ainsi  qu*  il  a  ete    tres-expressement  drclare   au  dit  comte 


1748  Mai  25  nyo 

Österreichs  in  ihrer  bedingungslosen  Form  accepiiert  worden  sei,  und 
in  der  ausdrücklich  die  Deklaration  des  österreichischen  Bevollmäch- 
t igten  vom  2},  Mai  als  null  und  nichtig  erklärt  wurde. 

Au  nom  de  la  tres  sainte  trinite.^) 
Sa  Mte  britannique,  sa  Mte  trfes  chretienne  et  les  seigneurs 
etats  generaux  des  Provincies-Unies,  ögalement  animös  du  desir 
sincere  de  se  reconcilier  et  de  contribuer  au  prompt  retablisse- 
ment  de  la  paix  generale  en  Europe,  et  persuades  que  les  au- 
tres  puissances  qui  ont  jusqu*ä  present  ete  ennemies  concour- 
reront  avec  le  mSme  empressement  ä  des  demarches  aussi  sa- 
lutaires  que  celles  qui  doivent  mettre  fin  aux  calamitös  publi- 
ques,  et  ne  feront  point  des  difficultös  d'acceder  ä  des  arran- 
gements  dont  le  bonheur  des  peuples  est  X  objet,  ont  pour  cet 
effet  donnö  leurs  pleins  pouvoirs,  savoir  sa  Mte  britannique  au 
sieur  Jean  comte  de  Sandwich,  vicomte  d'Hinchingbrowk,  baron 
Montagu  de  S*.  Neots,  pair  d'  Angleterre,  premier  seigneur  com- 
missaire  de  T  amiraute,  son  ministre  plenipotentiaire  aupres  des 
etats  generaux  des  Provinces-Unies  et  aux  Conferences  d'Aix 
la  Chapelle,  sa  Mte  tres  chretienne  au  sieur  Alphonse  Marie  Louis 
comte  de  S*.  Severin  d' Aragon,  Chevalier  nomm^  de  ses  ordres 
et  son  ministre  plenipotentiaire  aux  Conferences  d'Aix  la  Cha- 
pelle, et  les  seigneurs  etats  generaux  des  Provinces-Unies  au  sieur 
Guillaume  comte  de  Bentinck,  seigneur  de  Rhoon  et  Pendrecht, 
du  Corps  des  nobles  de  la  province  de  Hollande  et  de  Westfrise, 
curateur  de  Tuniversit^  de  Leyden  etc.,  Frederic  Henry  baron 
de  Wassenaer,  seigneur  de  Catwyk  et  Zand,  du  corps  des 
nobles  de  la  province  de  Hollande  et  Westfrise,  hoogheimrade 
de  Rhynland  etc.,  Gerard  Arnout  Hasselaer,  echevin  et  sena- 
teur  de  la  ville  d' Amsterstam,  directeur  de  la  compagnie  des 
Indes  orientales,  deputez  respectifs  dans  Tassemblee  des  etats 
generaux  et  leurs  ministres  plenipotentiaires  aux  Conferences 


de  Kaunit\   avant  et  apres  son   acte  d*  accession,     En  foi  de  quoi  nous   avons 
sigttt^  la  presente  declaration  ä  Aix4a-Chapelle  le  ji  Mai  J748. 

Sandwich.     Bentinck.     Wassenaer.     Hasselaer.    van  Haren. 

Die  Wiener  Regierung  nahm  auch  in  ihrer  Ratifikation  d.  d.  5.  Juni 
auf  diese  Sache  Rücksicht.  Vgl.  die  Weisung  an  Wasner  d.  d.  ly.  Juni,  in 
der  es  heisst,  die  Ratijikation  sei  erfolgt  „ohne  der  früheren  Deklaration  irgend- 
wie \u  nahe  \u  treten," 

')  Gedruckt  nach  dem   im  St.-A.  befindlichen  Or.   der  engl.  Acceptation. 


780  »74^  Mai  25. 

d'Aix  la  Chapelle  lesquels  apres  une  mure  deliberation  sont 
convenus  des  presents  articles  preliminaires. 

L 

Les  traitös  de  Westphalie,  de  Breda  de  1667,  de  Madrid 
entre  les  couronnes  d'Espagne  et  d'Angleterre  de  1670,  de  Ni- 
megue,  de  Riswick,  d' Utrecht,  de  Bade  de  1713^,  de  la  qua- 
druple alliance  signee  ä  Londres  le  2.  Aout  mil  sept  cent  dix  huit, 
serviront  de  base  aux  presents  articles  preliminaires  et  sont  renou- 
velles  dans  toute  leur  teneur  ä  la  reserve  des  articles  auxquels  il  a 
ete  cy-devant  ou  sera  deroge  par  les  presents  articles  preliminaires. 

n. 

On  restituera  de  part  et  d'autre  toutes  les  conquetes  qui 
ont  ete  faites  depuis  le  commencement  de  la  presente  guerre 
tant  en  Europe  qu'  aux  Indes  orientales  et  occidentales  en  V  etat 
qu'elles  sont  actuellement 

m. 

Dunkerque  restera  fortifiö  du  cote  de  terre  en  V  etat  qu*  il 
est  actuellement,  et  pour  le  cotd  de  mer  il  restera  sur  le  pied 
des  anciens  traitds. 

IV. 

Les  duchös  de  Parme,  de  Plaisance  et  de  Guastalla  seront 
cedes  au  serenissime  infant  don  Philippe  pour  lui  tenir  lieu 
d' etablissement  avec  le  droit  de  reversion  aux  presents  pos- 
sesseurs  apres  que  sa  Mte  le  roy  des  deux  Siciles  aura  passe  ä 
la  couronne  d'Espagne,  ainsi  que  dans  le  cas  oü  le  dit  sere- 
nissime infant  don  Philippe  viendroit  a  mourir  sans  enfants. 

V. 

Le  serenissime  duc  de  Modene  sera  remis  en  possession 
de  ses  etats,  biens,  rentes,  prerogatives  et  dignites  de  la  meme 
maniere  qu  il  les  possedoit  avant  la  presente  guerre  ou  il  lui 
sera  donne  un  dedommagement  de  ce  qui  ne  pourroit  lui  etre 
rendu. 

VI. 

On  rendra  a  la  serenissime  republique  de  Genes  tout  ce 
dont  eile  etoit  en  possession  avant  la  presente  guerre  avec  les 
mcmes  droits,  Privileges  et  prerogatives  dont  eile  jouissoit  en 
Tannee  mil  sept  cent  quarante. 


')  v^^/.  A  7^5' 


1748  Mai  25.  ySl 

vn. 

Sa  Mte  le  roy  de  Sardaigne  restera  en  possession  de  tout 
ce  dont  il  jouissoit  anciennement  et  nouvellement,  et  particuliete- 
ment  de  Tacquisition  qu'il  a  fait  en  mil  sept  cent  quarante 
trois  du  Vigevanasque,  d'une  partie  de  Pavesan  et  du  comt^ 
d' Anghera,  de  la  maniere  que  ce  prince  les  possede  aujourd' 
hui  en  vertu  des  cessions  qui  lui  ont  et^  faites. 

vm. 

Sa  Mt^  britannique  sera  comprise  dans  les  presents  ar- 
ticles  preliminaires  en  qualite  d'electeur  d' Hannover  ainsi  que 
Telectorat  d' Hannover. 

EX. 

Sa  Mt^  britannique  aiant  en  la  dite  qualitö  d'electeur 
d'Hannovre  des  pretensions  ä  former  sur  la  couronne  d'Es- 
pagne  pour  des  sommes  d'  argent,  sa  M^e  trfes  chretienne  et  les 
seigneurs  etats  generaux  des  Provinces-Unies  s'  engagent  d'  em- 
ploier  leurs  bons  Offices  aupres  de  sa  Mte  catholique  pour  pro- 
curer  ä  sa  Mte  britannique  la  liquidation  et  le  payement  de 
ces  sommes. 

X. 

Le  traite  de  TAssiento  pour  la  traite  des  negres,  sign^  ä 
Madrid  le  26.  Mars  17 13,  et  Tarticle  du  vaisseau  annuel  sont 
specialement  confirmös  par  les  presents  articles  preliminaires 
pour  les  annöes  de  nonjouissance. 

XI. 

L'article  cinq  du  traite  conclu  ä  Londres  le  deux  Aoust 
mil  sept  Cent  dix  huit  contenant  la  garantie  de  la  succession  au 
royaume  de  la  Grande-Bretagne  dans  la  maison  de  sa  Mte'  bri- 
tannique ä  present  regnante,  et  par  lequel  on  a  pourvü  ä  tout 
ce  qui  peut  etre  relatif  ä  la  personne  qui  a  pris  le  titre  de  roy 
de  la  Grande-Bretagne  et  ä  ses  descendants  des  deux  sexes,  est 
expressement  rappellö  et  renouvelle  par  les  presents  articles 
preliminaires,  comme  s'il  y  etoit  insere  dans  tout  son  contenu. 

xn. 

Les  pretensions  de  Y  electeur  Palatin  sur  le  fief  de  Pleisteing 
seront  renvoyees  au  congres  general  pour  y  etre  discutöes  et 
reglöes. 


782  1748  Mai  25. 

xm. 

Sa  Mte  britannique,  sa  Mte  tres  chretienne,  et  les  seigneurs 
etats  generaux  des  Provinces-Unies  s'engagent  ä  interposer 
leurs  bons  Offices  et  leurs  soins  amiables  pour  faire  regier  et 
decider  par  le  congrös  general  le  differend  concernant  la  grande 
maitrise  de  T  ordre  de  la  toison  d'or. 

XIV. 

Le  prince  elu  ä  la  dignitö  d'  empereur  sera  reconnu  en  la 
dite  qualite  par  toutes  les  puissances  qui  ne  Tont  pas  encore 
reconnu. 

XV. 

Les  differends  concernant  les  enclaves  du  Haynaut,  Tab- 
baye  de  St.  Hubert,  les  bureaux  nouvellement  tJtablis  et  autres 
de  cette  nature,  seront  renvoies  au  futur  congrös  et  y  seront 
decidös. 

XVI. 

La  cessation  des  hostilitös  entre  toutes  les  parties  belli- 
gerantes  aura  Heu  par  terre  dans  six  semaines  ä  compter  du 
jour  de  la  signature  des  presents  articles  preliminaires,  et  par 
mer  on  suivra  les  termes  ou  espaces  de  tems  portes  dans  V  acte 
de  Suspension  d' armes  entre  TAngleterre  et  la  France  sign6  ä 
Paris  le  19.  Aout  1712. 

xvn. 

Les  restitutions  enoncees  cy-dessus  dans  Tarticle  second 
n'auront  lieu  qu'a  raccession  aux  presents  articles  preliminaires 
de  toutes  les  puissances  qui  y  sont  interessces. 

xvm. 

Les  dites  cessions,  restitutions,  etablissement  du  serenissime 
infant  don  Philippe,  se  feront  en  meme  tcms  et  marcheront 
d'un  pas  egal. 

XIX. 

Toutes  les  puissances  interressees  aux  presents  articles  pre- 
liminaires renouvelleront  dans  la  meilleure  forme  qu'il  sera  pos- 
sible  la  garantie  de  la  sanction  pragmatique  du  dix  neuf  Avril 
mil  sept  Cent  treize  pour  tout  V  heritage  du  feu  empereur  Char- 
les six  en  faveur  de  sa  fiUe  presentement  regnante  et  de  ses 
descendans  a  perpetuite  selon  V  ordre  titabli  par  la  dite  sanction 


1748  Mai  25  y83 

pragmatique,  ä  Texception  cependant  des  cessions  deja  faites 
par  la  dite  princesse  et  de  Celles  stipulees  par  les  presents  ar- 
ticles  preliminaires. 

XX. 

Le  duchö  de  Silesie  et  le  comte  de  Glatz,  tels  que  sa  Mte 
prusienne  les  possede  aujourd'  hui,  seront  garantis  ä  ce  prince 
par  toutes  les  puissances,  parties  et  contractantes  dans  les  pre- 
sents articles  preliminaires. 

XXL 

II  y  aura  un  oubli  general  de  tout  ce  qui  a  pü  ötre  fait 
ou  commis  pendant  la  presente  guerre,  et  chacun  au  jour  de 
r  accession  de  toutes  les  parties  sera  conservö  ou  remis  en  pos- 
session  de  tous  les  biens,  dignites,  benefices  ecclesiastiques,  hon- 
neurs,  rentes  dont  il  jouissoit  ou  devoit  jouir  au  commence- 
ment  de  la  guerre,  non  obstant  toutes  depossessions,  saisies  ou 
confiscations  occasionnees  par  la  presente  guerre. 

XXII. 
Toutes  les  puissances  qui  ont  part  aux  arrangements  pris 
par  les  presents  preliminaires  seront  invitees  a  y  acceder  le 
plutöt  qu'il  sera  possible. 

XXIII. 
Toutes  les  puissances  interess^es  et  contractantes  dans  les 
presents  articles  preliminaires  en  garantiront  reciproquement  et 
respectivement  Texecution. 

XXIV. 

Les  ratifications  des  presents  articles  preliminaires  seront 
(^chang^es  dans  cette  ville  d*Aix  la  Chapelle  dans  Tespace  de 
trois  semaines  ou  plutöt,  si  faire  se  peut. 

En  foy  de  quoi  nous  soussigncs  ministres  plenipotentiaires 
de  sa  Mte  britannique,  de  sa  Mte  tres  chretienne,  et  des  seigneurs 
etats  generaux  des  Provinces-Unies  en  vertu  de  nos  pouvoirs 
respectifs  avons  esdits  noms  signö  ces  presents  articles  pre- 
liminaires et  y  avons  fait  apposer  le  cachet  de  nos  armes. 
Ä  Aix  la  Chapelle  le  trente  Avril  mil  sept  cent  quarante  huit. 

L.  S.  Sandwich.    L.  S.  St.  Severin  d'  Aragon.  L.  S.  W.  Bentinck. 

L.  S.    F.  H.  v.  Wassenaer. 
L.  S.    G.  A.  Hasselaer. 


784  *748  Mai  25. 

Article  separö  et  secret. 

En  cas  de  refus  ou  de  delay  de  la  part  de  quelque  iine 
des  puissances  interessöes  aux  presents  articles  preliminaires  de 
concourir  k  la  Signatare  et  ä  Texecution  des  dits  articles,  sa 
Mte  britannique,  sa  Mt^  tr^s  chretienne,  et  les  seigneurs  etats 
generaux  des  Provinces-Unies  se  concerteront  ensemble  sur 
les  moyens  les  plus  efficaces  pour  Texecution  de  ce  qui  est 
convenu  cy-dessus  entre  eux,  et  si  contre  toute  attente  quel- 
qu'une  de  ces  puissances  persistoit  ä  n'y  pas  consentir,  eile 
ne  jouira  point  des  avantages  qui  lui  sont  procur^s  par  les  pre- 
sents articles  preliminaires.  Cet  article  separe  et  secret  aura  la 
meme  force  que  si  il  ötoit  inserö  de  mot  ä  mot  dans  les  ar- 
ticles preliminaires  conclus  et  sign^s  aujourd'hui.  II  sera  ra- 
tifie  de  la  meme  maniere,  et  les  ratifications  en  seront  echan- 
göes  dans  le  meme  tems   que  Celles  des  articles  preliminaires 

En  foy  de  quoy  nous  soussignös  ministres  plenipotentiaires 
de  sa  Mte  britannique,  de  sa  Mt^  trös  chretienne,  et  des  seigneurs 
etats  generaux  des  Provinces-Unies  en  vertu  de  nos  pleins  pou- 
voirs  respectifs  avons  signe  cet  article  separ6  et  secret  de  nos 
seings  ordinaires  et  y  avons  fait  apposer  le  cachet  de  nos  armes. 
Ä  Aix  la  Chapelle  le  trente  Avril  mil  sept  cent  quarante  huit*) 


Nous  soussignes  ministres  plenipotentiaires  de  sa  Mte  bri- 
tannique, de  sa  Mte  tres  chretienne,  et  des  seigneurs  etats  gener- 
aux des  Provinces-Unies  declarons  qu',  aiant  aujourd' hui  signe 
des  articles  preliminaires  pour  la  paix  generale  et  voulant  em- 
pecher  autant  qu'il  depend  de  nous  la  continuation  de  Teffu- 
sion  du  sang  chretien,  nous  sommes  'convenus  sous  le  con- 
sentement  et  Y  approbation  de  sa  Mte'  britannique,  de  sa  Mte'  tres 
chretienne,  et  des  seigneurs  etats  generaux  des  Provinces-Unies 
que  toutes  les  hostiUtes  ulterieures,  excepte  le  siege  de  Maestricht 
deja  commence,  cesseront  dans  tous  les  Pa'is-Bas,  et  qu'on  en 
fera  part  aux  generaux  respectifs  des  troupes  des  differentes 
puissances  pour  pouvoir  convenir  entre  eux  du  jour  precis  que 
cette  cessation  d'  hostilitös  *  aura  lieu.  En  foy  de  quoy  nous 
avons  signe  le  present  acte.  Fait  ä  Aix  la  Chapelle  le  trente 
Avril  mil  sept  cent  quarante  huit.^) 

•)  Dicsclhtm   Unterschriften  wie  im  Hauptvertragc. 
')  Folgen  die  Unterschriften  wie  oben. 


174^  Mai  25.'  ^85 

Nous  soussignes,  ministres  plenipotentiaires  de  sa  Mte  bri- 
tannique,  de  sa  Mte  tr6s  chrßtienne,  et  des  seigneurs  etats  gener- 
aux  des  Provinces-Unies  declarons  qu'aiant  reconnu  que  dans 
les  articles  preliminaires  de  paix  signös  par  nous  le  30  Avril 
dernier  Tarticle  premier  est  con9U  dans  ces  termes: 

Es  folgt  der  i,  Artikel  der  Präliminarien  wie  obenJ) 

nous  sommes  convenus  qu'il  a  ctö  ainsi  ccrit  dans  les  quatre 
Instruments  des  dits  articles  preliminaires  par  erreur  et  faute 
de  copiste  et  qu'il  doit  6tre  reformö  de  la  maniere  suivante: 
„Les  traitös  de  Westphalie,  les  deux  traites  de  Madrid  entre 
les  couronnes  d'Espagne  et  d' Angleterre,  le  premier  du  J23.  May 
1667  et  le  second  du  18.  Juillet  167O;  de  Nimegue,  de  Riswick, 
d' Utrecht,  de  Bade  de  17 14,  de  la  triple  alliance  conclue  a  la 
Haye  le  4.  Janvier  17 17,  de  la  quadruple  alliance  sign^e  ä  Lon- 
dres  le  2  Aout  17 18  et  celui  de  Vienne  du  18.  Novembre 
1738  serviront  de  base  aux  presents  articles  preliminaires,  et 
sont  renouvelles  dans  toute  leur  teneur  ä  la  reserve  des  arti- 
cles aux  quels  il  a  ete  cy-devant  ou  sera  derogö  par  les  pre- 
sents articles  preliminaires." 

Declarons  de  plus  que  V  article  second  etant  con^u  en  ces 
termes : 

Es  folgt  der  a.  Artikel  wi^  oben,^) 

nous  sommes  convenus  que  pour  plus  de  precision  il  doit  ötre 
con^u  dans  les  termes  suivants: 

„On  restituera  de  part  et  d'  autre  toutes  les  conquetes  qui 
ont  6X6  faites  ou  qui  pourroient  ctre  faites  depuis  le  commen- 
cement  de  la  presente  guerre  jusqu'ä  la  paix  generale  tant  en 
Europe  qu'aux  Indes  orientales  et  occidentales,  ä  la  reserve  de 
ce  dont  il  est  dispose  autrement  par  les  articles  preliminaires 
signes  par  nous  le  30.  Avril  de  la  presente  annee." 

En  foy  de  quoy  nous  avons  signe  la  presente  declaration 
qui  doit  servir  et  valoir  comme  si  ces  deux  articles  etoient 
inseres  de  mot  ä  mot  ainsi  reformes  dans  les  articles  prelimi- 
naires, et  dont  il  sera  donne  une  ratification  separee,  valable  et 
en  bonne  forme  dans  le  terme  de  trois  semaines  stipule  pour 
la  ratification  generale  des  dits  articles  preliminaires,  et  avons 
ä  la  presente  declaration  fait  apposer  le  cachet  de  nos  armes. 


•)   Vgl.  p.  780. 
')  Vgl.  p.  780. 
österreichisch-englische  Stnats vertrage.  Bd.  f.  5° 


786  174^  Mai  25. 

Fait  ä  Aix  la  Chapelle  le  vingt  un  May  mil  sept  cent 
quarante  huit.^) 

Nous  soussignö,  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Mte  Tim- 
peratrice,  reine  d'  Hongrie  et  de  Boheme,  etc.  etc.  etc,  declarons 
que  quoique  differentes  raisons  ayent  empechö  jusqu'  ici  sa 
Mte  r  imperatrice  d'acceder  aux  articles  preliminaires  signes 
dans  cette  ville  d'Aix  la  Chapelle  le  trente  du  mois  d'Avril 
par  les  ministres  plenipotentiaires  de  sa  Mte  britannique,  de 
sa  Mte  tr^s  chretienne,  et  des  seigneurs  etats  generaux  des  Pro- 
vinces-Unies,  sa  Mte'  voulant  contribuer  autant  qu'il  depend 
d'elle  au  plus  prompt  retablissement  de  la  paix  et  de  la  tran- 
quilite  generale:  Nous  au  nom  de  sa  dite  Mte'  T imperatrice, 
reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  en  vertu  des  pleins  pouvoirs 
dont  nous  sommes  munis,  accedons  sans  reserve  ni  exception 
ä  tout  le  contenu  des  dits  articles  preliminaires  qui  nous  ont 
ete  communiques;  ainsi  que  nous  accedons  k  la  declaration 
signee  le  vingt  un  de  ce  mois  par  les  ministres  susdits  pour 
rectifier  des  erreurs  de  dattes  et  omissions  contenues  dans  le 
Premier  article  des  preliminaires  et  pour  donner  plus  d'exten- 
tion  au  second  des  dits  articles ;  et  acceptons  la  dite  declaration 
dans  tout  son  contenu. 

Declarons  de  plus  quant  ä  la  cessation  d'hostilites  que, 
tout  comme  nous  acceptons  par  la  presente  accession  aux  pre- 
liminaires ce  qui  y  est  stipule  sur  ce  sujet  dans  le  seizieme  ar- 
ticle, nous  acceptons  aussi  l'acte  separc  de  Suspension  d*  armes 
dattc  du  trente  Avril,  et  que  par  consequent  la  cessation  d'ho- 
stilites aura  lieu  pareillement  entre  les  armees  de  sa  Mte  r  im- 
peratrice et  Celles  de  sa  Mte  trös  chretienne  dans  le  terme  de 
trois  semaines  a  compter  du  jour  de  la  presente  accession. 

Promettons  raporter  dans  Tespace  de  trois  semaines  la 
ratification  en  bonne  forme  de  sa  Mte  r  imperatrice  de  la  pre- 
sente declaration  que  nous  avons  signe  de  notre  main,  et  a 
laquelle  nous  avons  fait  apposer  le  cachet  de  nos  armes. 

Fait  ä  Aix  la  Chapelle  le  vingt  cinq  May  mil  sept  cent 
quarante  huit. 

Le  comte  V.  A.  de  Kaunitz-Rittberg. 


')  Dieselben  Unterschriften  wie  im  Hauptcertrage. 


1748  Mai  25.  1^87 

Nous  soussignö,  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Mte  bri- 
tannique  aux  Conferences  d'  Aix  la  Chapelle,  declarons  que  mon- 
sier  le  comte  de  Kaunitz-Rittberg,  seigneur  de  Essens,  Stedes- 
dorff,  Wittmund,  Austeiiitz,  Hungrisch-Brod,  Wiese  etc.  etc.  etc., 
conseiller  d*  etat  intime  actuel  de  leurs  Mtes  imperiales  et  pre- 
mier  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Mte  T  imperatrice,  reine 
de  Hongrie  et  de  Boheme,  aux  dites  Conferences,  aiant  declare 
hier  par  un  acte  signö  de  lui  en  vertu  de  ses  pleins  pouvoirs, 
qu'il  accede  au  nom  de  sa  dite  Mte  Timperatrice,  reine  de 
Hongrie  et  de  Boheme,  purement  et  simplement  et  dans  la 
meilleure  forme  qu'il  est  possible  aux  articles  preliminaires  de 
paix,  a  Tarticle  separe  et  secret,  a  Tacte  pour  la  cessation  des 
hostilites,  le  tout  signe  par  nous  dans  cette  ville  d'  Aix  la  Cha- 
pelle le  trente  du  mois  d'Avril,  ainsi  que  par  messieurs  les 
plenipotentiaires  de  sa  Mte  trfes  chretienne  et  des  seigneurs  etats 
generaux  des  Provinces-Unies,  et  h  la  declaration  signce  aussi 
par  nous  et  les  dits  ministres  le  21.  de  ce  mois,  pour  rectifier 
des  erreurs  de  date  et  omissions  contenues  dans  le  premier  ar- 
ticle  des  preliminaires  et  pour  donner  plus  d'extension  au  se- 
cond  article,  et  acceptant  le  tout  dans  toute  sa  forme  et  teneur 
Sans  aucune  exception  et  de  la  maniere  la  plus  simple  qu'  il  est 
possible,  nous  au  nom  et  de  Tautoritö  de  sa  Mte  britannique 
avons  admis,  adjoint  et  associe,  comme  par  le  present  acte  ad- 
mettons,  adjoignons  et  associons  pleinement  et  entierement  sa 
dite  Mt^  Timperatrice,  reine  de  Hongrie  et  Boheme,  aux  dits  pre- 
liminaires inseres  cy-dessus  et  aux  declarations  qui  y  ont  rapport. 

Promettons  en  vertu  de  la  meme  autorite  que  sa  Mte  bri- 
tannique executera  et  accomplira  entierement  ä  Tegard  de  sa 
Mt<^  Timperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  toutes  les 
conditions  contenues  et  exprimees  dans  les  dits  articles  pre- 
liminaires. 

En  foy  de  quoy  nous  avons  remis  h  monsieur  le  comte 
de  Kaunitz-Rittberg  le  present  acte  d'  acceptation  signe  de  nous, 
et  auquel  nous  avons  fait  apposer  le  cachet  de  nos  armes,  et 
dont  nous  promettons  lui  remettre  la  ratification  de  sa  Mte'  bri- 
tannique en  bonne  forme  dans  Tespace  de  trois  semaines. 

Fait  ä  Aix  la  Chapelle  le  vingt  six  May  mil  sept  cent 
quarante  huit.  L.  S.    Sandwich,  i) 


»)  Dieselbe  Acceptation  liegt  auch  seitens  Fr ankreiclts  und  der  Gener alstaaten  vor, 

so* 


788  174^  Mai  25. 

D^claration  des  ministres  plenipotentiaires  aux  Conferences  d'Aix- 
la-Chapelle  relative  au  n  article  des  preliminaires. 

(Ausfertigung  des  Lord  Sandwich.  Kopie  St.-A  ) 

Nous  soussignö,  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Mte  bri- 
tannique  aux  Conferences  d'  Aix-la-Chapelle,  declarons  que  par 
r  Interpretation  que  nous  avons  donn^e  le  21  de  ce  mois  au 
second  des  articles  preliminaires  signes  le  trente  Avril  par  nous 
et  les  ministres  de  sa  Mte  trös  chretienne  et  de  L.  H.  P.  les 
seigneurs  etats  generaux  des  Provinces-Unies,  ii  est  expresse- 
ment  önoncö  „Qu'on  restituera  de  part  et  d'autre  toutes  les 
conquetes  qui  ont  etö  faites  et  qui  pourroient  etre  faites  depuis 
le  commencement  de  la  presente  guerre  jusqu'ä  la  paix  ge- 
nerale tant  en  Europe  qu'aux  Indes  orientales  et  occidentales, 
ä  la  reserve  de  ce  dont  il  est  dispose  autrement  par  les  dits  ar- 
ticles preliminaires,  signes  par  nous  le  trente  Avril  dans  la  pre- 
sente ann^e."  Nous  entendons  que  toutes  les  dites  conquetes 
seront  rendues  en  T  etat  ou  elles  ^toient  au  dit  jour  trente  Avril, 
comme  il  est  dit  dans  le  second  article  de  T  original  des  pre- 
liminaires. 

En  foi  de  quoi  nous  avons  signö  la  presente  declaration 
dont  nous  promettons  fournir  la  ratification  en  bonne  forme 
dans  Tespace  de  trois  semaines  ä  compter  d*  aujourd' hui  et  ä 
laquelle  nous  avons  fait  apposer  le  cachet  de  nos  armes.  Fait 
ä  Aix-la-Chapelle  le  trente  un  May  mil  sept  cent  quarante  huit. 

L.  S.    Sandwich. 

Nous  soussigne,  ministre  plenipotentiaire  de  sa  Mt^.'  Tim- 
peratrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  aux  Conferences 
d'Aix  la  Chapelle,  declarons  qu'aiant  accede  le  vingt  cinq  de 
ce  mois  aux  preliminaires,  a  1' article  separc  et  secret,  et  a  la 
Convention  pour  la  cessation  des  hostilites,  le  tout  signe  par 
messieurs  les  ministres  plenipotentiaires  de  sa  Mte  britannique, 
de  sa  Mte  trcs-chretienne  et  des  seigneurs  etats  generaux  des 
Provinces-Unies  le  trent  Avril  demier  dans  cette  ville  d'Aix 
la  Chapelle,  et  ayant  accede  de  meme  a  la  declaration,  signee 
par  les  dits  ministres  le  vingt  et  un  de  ce  mois;  nous  n' avons 
accede  au  nom  de  sa  M^e  T  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de 
Boheme,  ä  la  dite  declaration  du  vingt  et  un  May,  et  ne  V  avons 
accepte  que  dans  le  sens  de  la  delaration  ulterieure,  signee  au- 


1748  Okt.  23.  789 

jourd'hui  par  messieurs  les  ministres  susdits;  savoir  qu  ils  ont 
entendu  que  toutes  les  dites  conquetes  seront  rendues  en  V  etat 
qu'elles  etoient  au  dit  jour  trente  Avril,  comme  il  est  dit  dans 
le  second  article  de  T  original  des  preliminaires. 

En  foi  de  quoi  nous  avons  s\gn6  la  presente  declaration, 
promettant  d'en  rapporter  la  ratification  en  due  forme  de  sa 
Mte  l'imperatrice  dans  Tespace  de  trois  semaines. 

Fait  ä  Aix  la  Chapellc  le  trente  et  un  May  mil  sept  cent 
quarante  huit. 

Le  comte  V.  A.  de  Kaunitz-Rittberg.  0 


53. 

Accession  Österreichs  d.  d.  Aachen  1748  Okt.  2^  :(um  Frieden 
von  Aachen  d.  d.  Aachen  1748  Okt  18  und  Konventiofi  fischen 
Maria  Theresia  und  Georg  IL,  betreffend  die  Exekution  des 
Aachner  Friedens  im  Falle  des  Unterbleibens  der  Accession  einer 
der  kriegführenden  Mächte  d.  d.  Aachen  1748  Okt  24. 

Rat,  Georgs  IL  d,  d,  Hannover  1748  18, jag.  Okt,;  Maria  Theresias 
d.  J.    Wien  174S  Nov.  j.^) 

Die  Originale  der  Accession  sowie  der  Konvention  im  St.-A.  und  /?.  O., 
das  Original  der  Ratifikation  Georgs  IL  im  St-A.,  jenes  der  Ratifikation  Maria 
Theresia* s  im  R.  O. 

Drucke  bei  Bittner  Nr.  ()6o  u.  p62. 

An  Bemühungen  eine  Änderung  an  den  Bestimmunsfen  der  Prä- 
liminarien   {u    Gunsten    Österreichs    durch:(nset^en ,    haben    es    Maria 


')  Die  Zustimmungserklärung  der  Vertrag sgegner  Österreichs  lautet  nach 
devi  im  5/.-/1,  vorhandenen  Or.  der  Rat.  der  französischen  Erklärung  (die  eng- 
lische war  im  St-A.  nicht  auffindbar)  durch  Ludwig  XV. 

Nous  etc,  dt'clarons  que  M*'  le  comte  de  Kau nit{- Rittberg  ministre  plt-ni- 
potentiaire  de  sa  M^^  l'imperatrice,  reyne  de  Hongrie  et  de  Boheme,  a  accede 
aujourd'  huy  a  la  declaration  signee  aussy  aujourd*  huy  par  nous  et  M*"'  les  mi- 
nistres pienipotentiaires  de  sa  Af'**'  britannique  et  des  seigneurs  etats  gcneraux 
des  Provinces-Unies,  pour  Interpreter  ce  qui  est  dit  dans  la  declaration  du  vingt 
un  May,  signee  par  nous  et  les  dits  ministres,  relativement  a  V  articl^  second 
des  prdiminaires  du  trente  Avril,  nous  acceptons  la  dite  accession  de  M*"  le  comte 
de  Kaunit{-Rittberg  par  le  present  acte  que  nous  luv  avons  remis  et  dont  nous 
promettons  rapporter  la  ratiffication  en  bonne  forme  dans  l*  espace  de  trois  se- 
maines.    Fait  ä  Aix  la  Chapelle  le  trente  un  May  mil  sept   cent  quarante  huit, 

*)  Aus  denselben  Gründen,  aus  denen  die  Insertion  der  Präliminarien  vom 


n^O  '748  Okt.  23. 

Theresia  und  Kaunit:^  in  den  Monaten,  die  der  Unterzeichnung  der- 
selben folgten,  nicht  fehlen  lassen.  Sie  verhandelten  mit  den  See- 
mächten, ^u  gleicher  Zeit  aber  auch  mit  Frankreich,  Und  je  lieut- 
licher  die  Haltung  der  Ersteren,  namentlich  die  der  Engländer ,  er- 
kennen Hess,  dass  von  dieser  Seite  eher  eine  Verschärfung  als  eine 
Milderung  jener  Vertragsbestimmungen  :^u  erwarten  stand,  die  Öster- 
reichs Interessen  betrafen,  desto  lebhafter  beschäftigte  die  Wiener  Re- 
gierung der  Gedanke,  sich  mit  dem  Hauptgegner,  mit  dem  Könige  von 
Frankreich,  über  einen  Separatfrieden  {u  einigen,  der  wenigstens  in 
einigen  Punkten  den  Wünschen  Maria  Theresia' s  entsprechen  sollte. 
In  der  Tat  schien  es  längere  Zeit,  als  werde  es  {u  einer  besonderen 
Abmachung  ^^ischen  Osterreich  und  Frankreich  kommenS)  Allein  auch 
diesmal  entschloss  sich  Ludwig  XV.  nach  längerem  Schwanken  die  von 
den  Seemächten  beantragte  allgemeine  Pacißkation  der  besonderen  mit 
Österreich  vorzuziehen.  Diesem  aber  blieb,  von  allen  Seiten  im  Stiche 
gelassen,  nichts  übrig,  als  sich  ^u  fügen.  Kaunit^  erhielt  Ende  Sept. 
die  Weisung,  an  den  Beratungen,  die  in  Aachen  stattfanden,  teilzu- 
nehmen und  ^M  retten  was  z^  retten  war ;  vor  allem  aber  darauf  zu 
sehen,  „dass  uns  wegcfi  Sardinien  und  Preussen  ein  mehreres  als  die 
Präliminarien  vermögen,  nicht  aufgedrungen  wird.^^^)  Der  österrei- 
chische Bevollmächtigte  entwickelte  in  der  Tat  eine  fieberhafte  Tätig- 
keit, suchte  die  Verbündeten  und  die  Gegner  in  gleich  energischer 
Weise  ^w  Konzessionen  .{//  bewegen^)  und  betonte  immer  wieder,  dass 
Österreich  sich  nur  dann  an  dem  Friedensschlüsse  beteiligen  wolle, 
falls  die  Übergabe  der  spanischen  Niederlande  an  Maria  Vieresia  erfolge, 
und  die  Preussen  und  Sardinien  betreffenden  Präliminarartikel  wört- 
lich in  den  Vertrag  aufgenommen  würden.  Das  letztere  durchzusetzen 
gelang  ihm,  dagegen  rief  die  erste  dieser  Forderungen  lebhafte  De- 
batten hervor,  da  die  Vertreter  der  Generalstaaten  nicht  nur  darauf 
bestanden,  dass  die  Barriereplätze  ihren  Truppen  übergeben  werden 
sollten,  sondern  auch  die  Aufnahme  eines  Zusatzes  im  Vertrage  for- 
derten^   der  bestimmt  war,  ihre  bisherigen  Rechte  {u  wahren.     Es  be- 

^ü.  April  in  die  Acccssionserkläning  Österreichs  d.  d.  25.  Mai  {um  Abdrucke 
gelangte,  publizierte  wir  auch  im  nachfolgenden  den  Wortlaut  des  .  [achner  Frie- 
dens als  Einleitung  der  Accession  Österreichs  \u  demselben. 

')  Vgl.  Broglie  l.  c.  188 ff.  und  Beer  l.  c.  48 ff.;  der  Vertragsentwurf 
Österreichs  ist  abgedruckt  bei  Beer  l.  c.  i^y  ff. 

«)   Vgl  Beer  L  c.  7./. 

•'')  Vgl.  für  diese  Verhandlungen  des  Grafen  Kaunit\  Beer  l.  c.  86  ff,, 
wo  auch  die  einzelnen  Punkte,  um  die  es  sich  handelte,  erörtert  sind. 


1748  Okt.  23.  791 

dtirße  langer  Verhandlungen ,  bis  Kaunit:^  und  Bentinck  sich  über  eine 
Form  einigten,  die  den  Wünschen  beider  Mächte  Rechnung  trug,  *)  Am 
18,  Oktober  wurde  der  deßnitivc  Vertrag  von  den  Vertretern  Frank- 
reichs, Englands  und  der  Vereinigten  Niederlande  unter :{e lehnet.  Man 
hatte  es  Osterreich  freigestellt,  sich  an  der  Unterjertigung  {u  beteiligen, 
oder  dem  Deßnitiwertrage  wie  früher  den  Präliminarien  beizutreten. 
Der  Wiener  Hof  entschied  sich  für  das  letztere.  Am  2ß,  Oktober 
erfolgte  die  Accession  Österreichs,  und  am  folgenden  Tage  schloss 
dasselbe  mit  England  wie  mit  Frankreich,  Spanien  und  den  General- 
Staaten  Konventionen,  durch  die  es  sich  ^ur  Durchführung  der  Ver- 
tragsbestimmungen auch  für  den  Fall  verpflichtete ,  dass  eine  der  krieg- 
führenden Mächte  die  Accession  ^um  Aachener  Frieden  verweigern 
sollte,^) 

Au  nom  de  la  tres  sainte  et  indivisible  trinitö;   pere,   fils  et 

Saint  esprit. 

Ainsi  soit  il:  Soit  notoire  ä  tous  ceux  qu'il  appartiendra 
ou  peut  appartenir: 

Les  ambassadeurs  extraordinaires  et  plenipotentiaires  de 
sa  Mte  britannique,  de  sa  Mte  tres  chretienne  et  des  hauts  et 
puissants  seigneurs  les  etats  generaux  des  Provinces-Unies  aiant 
conclu  et  signe  en  cette  ville  d*  Aix  la  Chapelle  le  dix  huit  du 
present  mois  d'  Octobre  sur  le  fondement  des  preliminaires,  con- 
venus  et  arretes  d'  abord  entre  eux  le  trentieme  Avril  de  cette 
annee,  un  traite  general  et  definitif  de  paix  et  deux  articles  se- 
pares  desquels  traite  et  articles  separös  la  teneur  s'ensuit. 
Au  nom  de  la  tres  sainte  et  indivisible  trinite,  pere,  fils  et  saint 
esprit. 

Ainsi  soit  il:  Soit  notoire  ä  tous  ceux  qu'il  appartiendra 
ou  peut  appartenir  en  maniere  quelconque.  L'Europe  voit  luire 
le  jour  que  la  providence  divine  avoit  marque  pour  le  retablis- 
sement  de  son  repös.    Une  paix  generale  succede  ä  la  longue 

*)  In  dem  Projekte  du  Theils  lautete  dieser  Siit{ :  Le  roy  tres  chretien  re- 
mettra  taut  ii  la  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme  imperatriee  qu*  aux  etats  ge- 
neraux des  Provinces-Unies  toutes  les  conquetes  qu  il  a  faites  dans  les  Pays-Bas 
catholiques  pour  Hre  possedees  par  la  reine  de  Hongrie  et  de  Bolieme . . .  sur  Ic 
meme  pied  et  sous  les  memes  conditio ns  qu  eile  les  a  possedt^es  ou  du  posseder 
avant  la  presente  guerre, 

*)  Vgl.  den  Abdruck  im  Anhange  \um  Abdrucke  der  Accession  Österreichs 
\utn  Aachner  Frieden, 


792  '74^  Okt.  23. 

et  sanglante  guerre  qui  s'etoit  elevee  entre  le  serenissime  et 
tres  puissant  prince  George  second,  par  la  grace  de  dieu  roy 
de  la  Grande-Bretagne,   de  France  et  d'Irlande,  duc  de  Brun- 
swick et  de  Lunebourg,  architresorier  et  electeur  du  saint  em- 
pire  romain  etc.  et  la  serenissime  et  tres  puissante  princesse 
Maria  Therese,  par  la  grace  de  dieu  reyne  de  Hongrie   et  de 
Boheme  etc.,  imperatrice  des  Romains  d'une  part,   et  le  sere- 
nissime et  tres  puissant  prince  Louis  quinze,  par  la  grace  de  dieu 
roy  tres  chretien  de  Tautre,  comme  aussi  entre  le   roy  de  la 
Grande-Bretagne,  V  imperatrice-reine  de  Hongrie  et  de  Boheme 
et  le  serenissime  et  tres  puissant  prince  Charles  Emanuel  trois, 
par  la  grace  de  dieu  roy  de  Sardaigne  d'une  part,   et  le  sere- 
nissime et  tres  puissant  prince  Philippe  cinq,  par  la  grace  de 
dieu   roy   d'Espagne  et   des  Indes   (de  glorieuse  memoire)  et 
apres  son  deces  le  serenissime  et  tres  puissant  prince  Ferdinand 
six,  par  la  grace  de  dieu  roy  d'Espagne  et  des  Indes  de  Tau- 
tre,  ä  laquelle  guerre  s'  etoient  interesses  les  hauts  et  puissants 
seigneurs  les  etats  generaux  des  Provinces-Unies   de  Pays-Bas 
comme  auxiliaires  du  roy  de  la  Grande-Bretagne  et  de  T  im- 
peratrice, reyne  de  Hongrie  et  de  Boheme;   le  serenissime  duc 
de  Modene  et  la  serenissime  republique  de  Genes  comme  au- 
xiliaires du  roy  d'Espagne.    Dieu  dans  sa  misericorde  a  fait 
connoitre  ä  toutes  ces  puissances  en  meme  tems  la  voye  par 
laquelle  il  vouloit  qu'elle  se  reconciliassent   et  rendissent   la 
tranquillitö  aux  peuples  qu'il  a  soumis  a  leur  gorvernement ; 
elles  ont  envoie  leurs  ministres  plenipotentiaires  ä  Aix  la  Cha- 
pelle,  QU  ceux  du  roy  de  la  Grande-Bretagne,  du  roy  tres  chre- 
tien et  des  etats  generaux  des  Provinces-Unies,  etant  convenus 
des  conditions  preliminaires  d'  une  pacification  generale,  et  ceux 
de  r  imperatrice   reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,   du   roy  ca- 
tholique,  du  roy  de  Sardaigne,  du  duc  de  Modene  et  de  la  re- 
publique  de   Genes   y   aiant    accedc,    une    cessation   generale 
d'hostilites  par  mer  et  par  terre  en  est  heureusement  resultee. 
A  Teilet  de  consommer  dans  le  meme  Heu  d'Aix  la  Chapelle 
le  grand  ouvrage  d'une  paix  aussi  convenable  a  tous  que  so- 
lide,  les   hauts   contractans   ont   nomme,  commis   et  muni   de 
leurs  pleins-pouvoirs  les  tres  illustres  et  tres  excellens  seigneurs 
pour  leurs  ambassadeurs   extraordinaires  et  ministres  plenipo- 
tentiaires savoir;  sa  sacrc^e  Mte  britannique  les  seigneurs  Jean 
comte  de  Sandwich,  vicomte  de  Hinchinbrooke,  baron  Montagu 


1748  Okt.  23.  y^3 

de  Saint  Neots,  paire  d' Angleterre,  premier  seigneur  commis- 
saire  de  V  amiraute,  V  un  des  seigneurs  regens  du  royaume,  son 
ministre  plenipotentiaire  aupres  des  seigneurs  etats  generaux 
des  Provinces-Unies,  et  Thomas  Robinson,  Chevalier  du  tres 
honorable  ordre  du  bain  et  son  ministre  plenipotentiaire  aupres 
de  sa  Mte  l'empereur  des  Romains  et  de  sa  Mt^'  Timperatrice, 
reine  de  Hongrie  et  de  Boheme;  sa  sacree  Mte  tres  chretienne 
les  seigneurs  Alphonse  Marie  Louis  comte  de  Saint  Severin 
d'  Arragon,  Chevalier  de  ses  ordres,  et  Jean  Gabriel  de  la  Porte 
du  Theil,  Chevalier  de  V  ordre  de  Notre-Dame  de  Mont  Carmel 
et  de  Saint  Lazare  de  Jerusalem,  conseiller  du  roy  en  ses  con- 
seils,  secretaire  de  la  chambre  et  du  cabinet  de  sa  Mte,  des 
commandemens  de  monseigneur  le  dauphin  et  des  mesdames 
de  France;  sa  sacree  Mte  T imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de 
Boheme,  le  seigneur  Wenceslas  Antoine  comte  de  Kaunitz- 
Rittberg,  seigneur  de  Essens,  Stetesdorf,  Wittmund,  Austerlitz, 
Hongrischbrod,  Wiese  etc.,  conseiller  d'etat  intime  actuel  de 
leurs  Mtes  imperiales;  sa  sacree  Mte'  catholique  le  seigneur  don 
Jaques  Massones  de  Lima  y  Sotto  Major,  gentilhomme  de  la 
chambre  de  sa  dite  Mte  catholique  et  marechal  de  camp  de  ses 
armees;  sa  sacree  Mte  le  roy  de  Sardaigne  les  seigneurs  don 
Joseph  Ossorio,  Chevalier  grand  croix  et  grand  conservateur  de 
r  ordre  mihtaire  de  Saint  Maurice  et  Lazare  et  envoie  extra- 
ordinaire  de  sa  Mte'  le  roy  de  Sardaigne  auprfes  de  sa  Mte  le 
roy  de  la  Grande-Bretagne,  et  Joseph  Borre  comte  de  la  Cha- 
vanne,  son  conseiller  d'  etat  et  son  ministre  aupres  des  seigneurs 
etats  generaux  des  Provinces-Unies;  les  hauts  et  puissants  sei- 
gneurs les  etats  generaux  des  Provinces-Unies  les  seigneurs 
Guillaume  comte  de  Bentinck,  seigneur  de  Rhoon  et  Pendrecht, 
du  Corps  des  nobles  de  la  province  de  Hollande  et  Westfrise, 
curateur  de  T  universite  de  Leyden  etc.  etc.  etc.,  Frederic  Henry 
baron  de  Wassenaer,  seigneur  de  Catwick  et  Zand,  du  corps 
des  nobles  de  la  province  d' Hollande  et  de  Westfrise,  hoog- 
heemrade  de  Rhynlande  etc.,  Gerard  Arnoud  Hasselaer,  bour- 
guemaitre  et  conseiller  de  la  ville  d' Amsterdam,  directeur  de 
la  compagnie  des  Indes  orientales,  Jean  baron  de  Borssele,  pre- 
mier noble  et  represuntant  la  noblesse  dans  les  etats  au  con- 
seil  et  ä  T  amiraute  de  Zelande,  directeur  de  la  compagnie  des 
Indes  orientales,  Onno  Zwier  de  Haren,  grietman  de  Westel- 
lingwcrf,   conseiller  depute  de  la   province  de  Frise  et  com- 


794  «748  Okt.  23. 

missaire  general  de  toutes  les  troupes  suisses  et  grisonnes  au 
Services  des  dits  seigneurs  etats  generaux  et  deput^s  respectifs 
en  rassembl6e  des  etats  generaux  et  au  conseil  d'etat  de  la 
part  des  provinces  de  Hollande  et  de  Westfrise,  de  Zelande  et 
de  Frise ;  le  serenissime  duc  de  Modene  le  sieur  comte  de  Mon- 
zone,  son  conseiller  d'etat  et  colonel  ä  son  service  et  son  mi- 
nistre  plenipotentiaire  aupres  de  sa  Mte  tres  chretienne ;  la  se- 
renissime republique  de  Genes  le  sieur  Fran^ois  Marquis  Doria. 
Lesquels,  apres  s'etre  duement  communiquö  leurs  plein- 
pouvoirs  en  bonne  forme  dont  les  copies  cont  ajoutees  ä  la 
fm  du  present  traite  et  avoir  conferö  sur  les  divers  objets  quo 
leurs  souverains  ont  juge  devoir  entrer  dant  cet  instrument  de 
paix  generale,  sont  convenus  des  articles  dont  la  teneur  s'ensuit. 

I. 

II  y  aura  une  paix  chretienne,  universelle  et  perpetuelle  tant 
par  mer  que  par  terre  et  une  amitie  sincere  et  constante  entre 
les  huit  puissances  cy-dessus  nommöes  et  entre  leurs  heretiers 
et  successeurs,  royaumes,  etats,  provinces,  pays,  sujets  et  vas- 
saux  de  quelque  qualite  et  condition  qu'ils  soient,  sans  excep- 
tion  de  lieux  ni  de  personnes;  en  sorte  que  les  hautes  parties 
contractantes  apportent  la  plus  grande  attention  ä  maintenir 
entre  elles  et  leurs  dits  etats  et  sujets  cette  amitie  et  corre- 
spondence  reciproque,  sans  pcrmettre  que  de  part  ni  d'autre 
on  commette  aucune  sorte  d'hostilites  pour  quelque  cause  et 
sous  quelque  pretexte  que  ce  puisse  etre,  et  evitant  tout  ce  qui 
pourroit  alterer  ä  l'avcnir  l'union  hcuresement  retablie  entre 
elles,  et  s'attachant  au  contraire  a  procurer  en  toute  occasion 
ce  qui  pourroit  contribuer  a  leur  gloire,  interets  et  avantages 
mutuels,  sans  donner  aucun  secours  ou  protection  directement 
ou  indirectement  a  ceux  qui  voudroient  porter  quelque  preju- 
dice  a  Tune  ou  a  Tautre  des  dites  hautes  parties  contractantes. 

IL 

II  y  aura  un  oubli  general  de  tout  ce  qui  a  pü  etre  fait  ou 
commis  pendant  la  guerre  qui  vient  de  fmir,  et  chacun  au  jour 
de  Techange  des  ratifications  des  toutes  les  parties  sera  con- 
serve  ou  remis  en  possession  des  tous  les  biens,  dignites,  be- 
nefices  eclesiastiques,  honneurs,  rentes  dont  il  juissoit  ou  devoit 


1748  Okt.  23.  yge 

jouir  au  commencement  de  la  guerre,  non  obstant  toutes  de- 
possessions,  saisies  ou  confiscations  occasiormees  par  la  dite 
guerre. 

m. 

Les  traites  de  Westphalie  de  mille  six  cent  quarante  huit, 
ceux  de  Madrid  entre  les  couronnes  d'  Angleterre  et  d'  Espagne 
de  mille  six  cent  soixante  sept  et  de  mille  six  cent  soixante 
dix,  les  traites  de  paix  de  Nimegue  de  mil  six  cent  soixante 
dix  huit  et  de  mille  six  cent  soixante  dix  neuf,  de  Ryswyck 
de  mille  six  cent  quatrevingt  dix  sept,  d*  Utrecht  de  mille  sept 
cent  treize,  de  Bade  de  mille  sept  cent  quatorze,  le  traite  de 
la  triple  alliance  de  la  Haye  de  mille  sept  cent  dix  sept  celui 
de  la  quadruple  alliance  de  Londres  de  mille  sept  cent  dix  huit 
et  le  traitö  de  paix  de  V^ienne  de  mille  sept  cent  trente  huit 
servent  de  base  et  de  fondement  k  la  paix  generale  et  au  pre- 
sent  traite,  et  pour  cet  effet  ils  sont  renouvelles  et  confirmes 
dans  la  meilleure  forme  et  comme  s'ils  etoient  inseres  ici  mot 
ä  mot,  en  sorte  qu'ils  devront  exactement  etre  observes  ä 
Tavenir  dans  toute  leur  teneur  et  religieusement  executcs  de 
part  et  d'autre,  ä  Texception  cependant  despoints  auxquels  il 
est  derog(5  par  le  present  traite. 

IV. 

Tous  les  prisonniers  faits  de  part  et  d'autre  tant  sur  terre 
que  sur  mer  et  les  otages  exiges  ou  donnes  pendant  la  guerre 
et  jusqu'ä  ce  jour  seront  restitues  sans  ranfon  dans  six  se- 
maines  au  plus  tard  ä  compter  de  Techange  de  la  ratilication 
du  present  traitö,  et  V  on  y  procedera  immediatement  apres  cet 
echange,  et  tous  les  vaisseaux  tant  de  guerre  que  marchands  qui 
auront  et6  pris  depuis  Texpiration  des  termes  convenus  pour 
la  cessation  des  hostilitcs  par  mer  seront  pareillemcnt  rendus 
de  bonne  foi  avec  tous  leurs  equipages  et  cargaissons,  et  il  sera 
donne  de  part  et  d'  autre  des  suretös  pour  le  paiement  des  det- 
tes  que  les  prisonniers  ou  otages  auroicnt  pü  contractcr  dans 
les  etats  ou  ils  auroient  etc  detenus  jusqu'  ä  leur  entiere  libertc. 

■       V. 

Toutes  les  conquetes  qui  ont  ete  faites  depuis  le  commen- 
cement de  la  guerre,  ou  qui  depuis  la  conclusion  des  articles 
preliminaires  signes  le  trente  du  mois  Avril  dernier  pourroient 


796  1748  Okt.  23. 

avoir  etö  ou  etre  faites  soit  en  Europe  soit  aux  Indes  orien- 
tales  ou  occidentales  ou  en  quelque  partie  du  monde  que  ce 
soit,  devant  etre  restituöes  sans  exception  conformement  a  ce 
qui  a  ete  stipule  par  les  dits  articles  praeliminaines  et  par  les 
declarations  signees  depuis,  les  hautes  parties  s*engagent  ä  faire 
incessament  proceder  ä  cette  restitution  ainsi  qu'ä  la  mise  en 
possession  du  serenissime  infant  don  Philippe  dans  les  etats 
qui  lui  doivent  etre  cedes  en  vertu  des  dits  preliminaires,  les 
dites  parties  renon^ant  solemnellement  tant  pour  elles  que 
pour  leurs  heretiers  et  successeurs  k  tous  droits  et  pretentions 
ä  quelque  titre  et  sous  quelque  pretexte  que  ce  puisse  etre, 
ä  tous  les  etats,  pays  et  places  qu' elles  s'engagent  respective- 
ment  ä  restituer  ou  ä  ceder,  sauf  cependant  la  reversion  stipulee 
des  etat^  cedes  au  serenissime  infant  don  Philippe. 

VI. 

II  est  arretö  et  convenu  que  toutes  les  restitutions  et  ces- 
sions  respectives  cn  Europe  seront  entierement  faites  et  exe- 
cutees  de  part  et  d'autre  dans  l'espace  de  six  semaines  ou 
plutöt  si  faire  se  peut,  ä  compter  du  jour  de  Techange  des  rati- 
fications  du  present  traitc  de  toutes  les  huit  parties  ci  dessus 
nommees,  de  sorte  que  dans  le  memo  terme  de  six  semaines 
le  roy  tres  chretien  remettra  tant  h  V  imperatrice,  reine  de  Hon- 
grie  et  de  Boheme,  qu'aux  etats  generaux  des  Provinces-Unies 
toutes  les  conquetes  qu'  il  a  faites  sur  eux  pendant  cette  guerre. 

L' imperatrice,  reyne  de  Hongrie  et  de  Boheme,  sera  re- 
mise  en  consequence  dans  la  pleine  et  paisible  possession  de 
tout  ce  qu'elle  a  possede  avant  la  presente  guerre  dans  les 
Pais-Bas  et  ailleurs,  sauf  ce  qui  est  regle  autrement  par  le  pre- 
sent traite.  Dans  le  meme  tems  les  seigneurs  etats  generaux 
des  Provinces-Unies  seront  remis  dans  la  pleine  et  paisible  pos- 
session et  teile  qu'ils  l'avoient  avant  la  presente  guerre  des  pla- 
ces de  Bergen-op-Zoom  et  de  Macstricht  et  de  tout  ce  qu'ils 
possedoient  avant  la  dite  presente  guerre  dans  la  Flandre  dite 
HoUandoise  et  dans  le  Brabant  dit  HoUandois  et  ailleurs,  et  les 
villes  et  places  dans  les  Pais-Bas  dont  la  souverainete  appar- 
tient  a  T  imperatrice,  reine  d' Hongrie  et  de  Boheme,  dans  les- 
quelles  leurs  hautes  puissances  ont  le  droit  de  garnison,  seront 
evacuees  aux  trouppes  de  la  republique  dans  le  meme  espace 
de  tems.    Le  roy  de  Sardaigne  sera  de  meme  et  dans  le  meme 


1748  Okt.  23.  yc)^ 

terme  entierement  retabli  et  maintenu  dans  le  duchc  de  Savoie 
et  dans  le  comt^  de  Nice,  aussi  bien  que  dans  tous  les  etats, 
pays,  places  et  forts  conquis  et  occup^s  sur  lui  ä  Y  occasion  de 
la  presente  guerre. 

Le  serenissime  duc  de  Modene  et  la  serenissime  republi- 
que  de  Genes  seront  aussi  dans  le  meme  terme  entierement 
retablis  et  maintenus  dans  les  etats,  pays,  places  et  forts  con- 
quis ou  occupös  sur  eux  pendant  la  presente  guerre,  et  ce  con- 
formement  ä  la  teneur  des  articles  treizieme  et  quatorzieme  de 
ce  traitd  qui  les  concernent 

Toutes  les  restitutions  et  cessions  des  dittes  villes,  forts 
et  places  se  feront  avec  toute  Y  artillerie  et  munitions  de  guerre 
qui  s'y  sont  trouv^es  au  jour  de  leur  occupation  dans  le  cours 
de  la  guerre  par  les  puissances  qui  ont  k  faire  les  dittes  ces- 
sions et  restitutions,  et  ce  suivant  les  inventaires  qui  en  ont 
et6  faits  ou  qui  en  seront  delivres  de  bonne  foi  de  part  et 
d'autre;  bien  entendu  qu'ä  Tegard  des  pieces  d' artillerie  qui 
ont  ete  transportces  ailleurs  pour  etre  refondues  ou  pour  d'  au- 
tres  usages  elles  seront  remplacees  par  le  meme  nombre,  de 
meme  calibre  ou  poids  en  metal,  bien  entendu  aussi  que  les 
places  de  Charleroy,  Mons,  Ath,  Oudenarde  et  Menin  dont  on 
a  demoli  tous  les  ouvrages  extcricurs  seront  restituees  sans 
artillerie;  on  n'exigera  rien  pour  les  fraix  et  depenses  em- 
ploiös  aux  fortifications  de  toutes  les  autres  ni  pour  autres 
ouvrages  publics  ou  particuliers  qui  ont  ete  faits  dans  les  pays 
qui  doivent  etre  restitues. 

vn. 

En  consideration  des  restitutions  que  sa  Mt<^  tres  chrctienne 
et  sa  Mtt*  catholique  fönt  par  le  present  traite  soit  a  sa  Mte 
Timpcratrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  soit  ä  sa  Mte  le 
roy  de  Sardaigne,  les  duches  de  Parme,  de  Plaisance  et  de 
Guastalle  appartiendront  ä  Favenir  au  serenissime  infant  don 
Philippe  pour  etre  possedös  par  lui  et  ses  descendans  mäles 
nes  en  legitime  mariage  en  la  meme  maniere  et  dans  la  meme 
etendue  qu'ils  ont  ete  ou  du  etre  possedes  par  les  presents 
possesseurs,  et  le  dit  serenissime  infant  ou  ses  descendans  mä- 
les  jouiront  des  dits  trois  duches  conformement  et  sous  les 
conditions  exprimöes  dans  les  actes  de  cession  de  Timperatrice, 
reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  et  du  roy  de  Sardaigne.    Ces 


798  174^  Okt.  23. 

actes  de  cession  de  T  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Bo- 
heme, et  du  roy  de  Sardaigne  seront  remis  avec  leurs  ratifica- 
tions  du  present  trait^  ä  V  ambassadeur  extraordinaire  et  pleni- 
potentiaire  du  roy  catholique,  de  meme  que  les  ambassadeurs 
extraordinaires  et  plenipotentiaires  du  roy  tres  chretien  et  du 
roy  catholique  remettront  avec  les  ratifications  de  leurs  Mtes 
ä  celui  du  roy  de  Sardaigne  les  ordres  aux  generaux  des  troup- 
pes  fran9oises  et  espagnolles  de  remettre  la  Savoie  et  le  comte 
de  Nice  aux  personnes  commises  par  ce  prince  ä  Teffet  de  les 
recevoir,  de  sorte  que  la  restitution  des  dits  etats  et  la  prise 
de  possession  des  duchös  des  Parme,  Plaisance  et  Guastalle,  par 
ou  au  nom  du  serenissime  infant  don  Philippe  puisse  s'  effectuer 
dans  le  meme  tems,  conformement  aux  actes  de  cession  dont 
la  teneur  s'ensuit. 

Nos  Maria  Theresia  etc. 
Notum  testatumque  vigore  praesentium  facimus,  cum 
finiendo  funesto  hello  inter  ministros  plenipotentiarios  Sere- 
nissimi et  potentissimi  principis  domini  Georgii  secundi  Magnae- 
Britanhiae  regis  et  Serenissimi  ac  potentissimi  principis  domini 
Ludovici  decimi  quinti  regis  christianissimi,  nee  non  celsorum 
et  potentium  statuum  generalium  unitarum  foederati  Belgii  pro- 
vinciarum,  trigesima  Aprilis  die  huius  anni  de  certis  quibusdam 
articulis  praeliminaribus  conventum^  hique  posthac  ab  omnibus 
quos  illi  concernunt  principibus  rati  habiti,  tenor  autem  articuli 
eorundem  quarti  scquentem  in  modum  conceptus  sit: 

Les  duches  de  Parme,  de  Plaisance  et  de  Guastalle  se- 
ront cedes  au  serenissime  infant  don  Philippe  pour  lui  tenir 
Heu  d' etablissement,  avec  le  droit  de  reversion  aux  pre- 
sents  possesseurs  apres  que  sa  Mte  le  roy  des  deux  Siciles 
aura  passe  a  la  couronne  d'  Espagne,  ainsi  que  dans  le  cas 
ou  le  dit  serenissime  infant  don  Philippe  viendroit  ä  mourir 
sans  enfans. 

Ncque  minus  subsequuto  posthac  defmitivo  pacis  tractatu 
vigore  eiusdem  articulorum  diversa  hanc  materiam  concerncntia 
rerum  capita  communi  eorundem  quorum  interest  consensu  ea 
quae  scquitur  ratione  explanata  fuerint: 

En  consideration  des  restitutions  que  sa  Mte  catholi- 
que fönt  par  le  present  traitc  soit  h  sa  Mte  Vimperatrice, 
reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  soit  h  sa  Mte'  le  roy  de 


1748  Okt.  23.  nqq 

Sardaigne,  les  duches  de  Panne,  de  Plaisance  et  de  Gua- 
stalle  appartiendront  a  Tavenir  au  serenissime  Infant  don 
Philippe  pour  etre  possedös  par  lui  et  ses  descendans  mä- 
les  nes  en  legitime  mariage  en  la  meme  maniere  et  dans 
la  meme  etendue  qu'ils  ont  etc  ou  du  etre  possedes  par 
les  presents  possesseurs,  et  le  dit  serenissime  infant  ou  ses 
descendans  mäles  jouiront  des  dits  trois  duches  conforme- 
ment  et  sous  les  conditions  exprimees  dans  les  actes  de 
cession  de  Timperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme, 
et  du  roy  de  Sardaigne. 

Ces  actes  de  cession  de  Y  imperatrice,  reine  de  Hongrie 
et  de  Boheme,  et  du  roy  de  Sardaigne  seront  remis  avec 
leurs  ratifications  du  present  traite  a  Tambassadeur  extra- 
ordinaire  et  plenipotentiaire  du  roy  catholique,  de  meme 
que  les  ambavSsadeurs  extraordinaires  et  plenipotentiaires 
du  roy  tres  chretien  et  du  roy  catholique  remettront  avec 
les  ratifications  de  leurs  Mtes  h  celui  du  roy  de  Sardaigne 
les  ordres  aux  generaux  des  trouppes  fran^oises  et  espagno- 
les  de  remettre  la  Savoie  et  le  comtc  de  Nice  aux  per- 
sonnes  commises  par  ce  prince  h  Teffet  de  les  recevoir  de 
Sorte  que  la  restitution  des  dits  etats  et  la  prisc  de  posscs- 
sion  des  duches  de  Parmc,  Plaisance  et  Guastalle  par  ou 
au  nom  du  serenissime  infant  don  Philippe  puissent  s*  eflec- 
tuer  dans  le  meme  tems  conformement  aux  dits  actes  de 
*  cession. 

Hinc  est  quod  nos  satisfacturae  iis  ad  quae  nos  in  praein- 
sertis  articulis  obstrinximus  ac  certa  spe  fretae,  vicissim  a  regi- 
bus  christianissimo,  catholico  et  futuro  praefatorum  trium  du- 
catuum  possessore  eiusque  descendentibus  masculis  anteme- 
moratorum  articulorum  tenorem  pari  bona  fide  ex  asse  adim- 
pletum,  pariterque  ad  normam  eorumdem  tum  articuli  secundi 
et  decimi  octavi  praeliminarium  ditiones  et  loca  nobis  resti- 
tuenda  aequalibus  passibus  nobis  restitutum  iri,  pro  nobis  et 
successoribus  nostris  sub  iis  quae  in  supra  insertis  et  memoratis 
articulis  sancitae  sunt  conditionibus  cedimus  et  renuntiamus  Om- 
nibus iuribus,  actionibus  et  praetentionibus,  quae  nobis  quocum- 
que  titulo  aut  quacumque  demum  de  causa  in  praefatos  tres  du- 
catus  Parmae,  Placentiae  et  Guastallae  antehac  a  nobis  possessos 
competunt,  eademque  iura,  actiones  et  praetentiones  in  serenissi- 
mum  Hispaniarum  infantem  Philippum  eiusque  descendentes  mas- 


8oo  1748  Okt.  23. 

culos  ex  legitimo  matrimonio  nascituros  quo  fieri  potest  meliore 
et  solemniore  modo  transferimus,  absolventes  et  obsequio  et  iu- 
ramento  quod  nobis  praestiterunt  universos  praedictorum  duca- 
tuum  incolas,  qui  id  impostenim  iis  quibus  iura  nostra  cessi- 
mus  praestare  tenebuntur.  Quae  omnia  tarnen  non  nisi  de  eo 
temporis  intervallo  intelligenda  sunt,  quo  vel  praedictus  Sere- 
nissimus Hispaniarum  infans  Philippus  vel  unus  ex  eiusdem 
descendentibus  vel  utriusque  Siciliae  vel  Hispaniarum  thronum 
necdum  conscenderit,  quippe  pro  quo  tempore  et  illo,  quo  saepe 
memoratus  infans  absque  descendentibus  masculis  decesserit, 
nos  nobis  nostrique  haeredibus  et  successoribus  omnia  iura, 
actiones  ac  praetentiones,  quae  nobis  in  eosdem  ducatus  prius 
competierunt  ac  proinde  reversionis  ius  per  expressum  reser- 
vamus.    In  quorum  onmium  fidem  roburque  etc.  etc. 

Carlo  Emanuelo  etc. 

II  desiderio  di  contribuire  dal  canto  nostro  al  piü  pronto 
ristabilimento  della  publica  tranquillitä  che  gih  ci  mosse  ad  ac- 
cedere  k  gli  articoli  preliminari  segnati  li  trenta  Aprile  scaduto 
tra  i  ministri  di  sua  maestä  britannica,  di  sua  maestä  christianis- 
sima  e  dei  signori  stati  generali  delle  Provincie-Unite,   come 
sotto  il  di  trenta  uno  Maggio  scorso  v'  habbiamo  per  mezzo  del 
nostro  plenipotenziario  acceduto,  portandoci  ora  al  compimento 
di  quanto  da  farsi  da  noi  in  dependenza  di   essi   e  singolar- 
mente  per  Tesecutione  del  disposto  all  articolo  quarto  dei  me- 
desimi,  in  vigore  di  cui  devono   essere  ceduti   al  serenissimo 
principe  don  Filippo  infante  di  Spagna  i  ducati  di  Parma,  Pia- 
cenza  e  Guastalla  per  tenergli  luogo  di  stabilimento  col  diritto 
di  reversibilitä  a  i  presentanei  possessori  tosto  che  sua  maestä 
il  re  delle  due   Sicilie  sar<\  pnssato  alla   Corona  di  Spagna    o 
che  il  nominato  infante  venisse  a  morire  senza  figliuoli  maschi, 
per  il  presente  atto,  in  conformita  di  quanto  sopra,  renunciamo, 
cediamo  e  trasportiamo  per  noi  e  nostri  successori  al  predetto 
serenissimo  infante  don  Filippo  ed  a  suoi  figliuoli  maschi  e  da 
medesimi  nati   di   legitimo   e   costante   matrimonio,  la   citth   di 
Piacenza  ed  il  Piacentino  da  noi  posseduto,  per  tenerlo  e  pos- 
sederlo  in  qualita  di  duca  di  Piacenza,  renunziando  a  quesf  ef- 
fetto  a  tutti  i  diritti,  azioni  e  pretese  che  sopra  di  cssi  ci  com- 
petono,  riservata  pero  espressamente  a  noi  ed  a  i  nostri  suc- 


1748  Okt.  23.  801 

cessori  la  raggione  di  reversibilitä  ne  i  casi  sopra  detti.   In  fede 
di  che  etc. 

vm. 

Pour  assurer  et  effectuer  les  dites  restitutions  et  cessions, 
on  est  convenu  qu'elles  seront  entierement  execut^es  et  accom- 
plies  de  part  et  d'  autre  en  Europe  dans  V  espace  de  six  semai- 
,  nes  ou  plutüt  si  faire  se  peut,  ä  compter  du  jour  de  V  echange 
des  ratifications  de  toutes  les  huit  puissances ;  bien  entendu  que 
quinze  jours  apres  la  Signatare  du  present  traitö  les  generaux 
ou  autres  personnes  que  les  hauts  contractans  de  part  et  d'  au- 
tre jugeront  ä  propos  de  commettre  k  cet  effet  s'assembleront 
h  Bruxelles  et  ä  Nice  pour  concerter  et  convenir  des  moiens 
de  proceder  aux  restitutions  et  mises  en  possession  d'une 
fafon  egalement  convenable  au  bien  des  trouppes,  des  habitans 
et  des  pays  respectifs,  mais  aussi  de  sorte  que  toutes  et  cha- 
cune  des  hautes  parties  contractantes  se  trouvent,  conformement 
ä  leurs  intentions  et  aux  engagemens  contractös  par  le  present 
traitö,  en  possession  tranquile  et  entiere,  sans  rien  excepter  de 
tout  ce  qui  doit  leur  revenir  soit  par  restitution  soit  par  ces- 
sion  dans  le  dit  terme  de  six  semaines  ou  plutöt  si  faire  se 
peut  aprös  T  echange  des  ratifications  du  present  traitö  de  tou- 
tes les  dittes  huit  puissances. 

IX. 

En  consideration  de  ce  que,  nonobstant  Tengagement 
mutuel  pris  par  Tarticle  dixhuit  des  preliminaires,  portant  que 
toutes  les  restitutions  et  cessions  marcheront  d'un  pas  egal  et 
s'  executeront  en  meme  tems,  sa  Mt^  tres  chretienne  s*  engage 
par  Tarticle  six  du  present  trait^  ä  restituer  dans  T  espace  de 
six  semaines  ou  plutöt  si  faire  se  peut,  ä  compter  du  jour  de 
r  echange  des  ratifications  du  present  trait^,  toutes  les  conque- 
tes  qu'elle  a  faites  dans  les  Pais-Bas,  pendant  qu'il  n'est  pas 
possible  vü  la  distance  des  pais  que  ce  qui  concerne  TAmeri- 
que  ait  son  effet  dans  le  meme  tems,  ni  meme  de  fixer  le  terme 
de  sa  parfaite  execution,  sa  Mt^  britannique  s' engage  aussi  de 
son  cot6  k  faire  passer  auprfes  du  roy  tres  chretien  aussitöt 
apres  Y  echange  des  ratifications  du  present  traitö  deux  person- 
nes de  rang  et  de  consideration  qui  y  demeureront  en  otage, 
jusqu'h  ce  qu'on  y  ait  appris  d'une  fa9on  certaine  et  autenti-  . 
que  la  restitution  de  Tisle  roiale  dite  cap  Breton  et  de  toutes 

ÖsteiTcicbiscIi-englische  Staatsvcrträj^e.  Bd.  I.  5 ' 


Boa  »748  Okt.  23. 

les  conquetes  qui  les  armes  ou  les  sujets  de  sa  Mt^  britannique 
pourroient  avoir  faites  avant  ou  aprfes  la  signature  des  preli- 
minaires  dans  les  Indes  orientales  et  occidentales. 

Leurs  Mtes  britannique  et  tres  chretienne  s'obligent  pareil- 
lement  de  faire  remettre  ä  Techange  des  ratifications  du  pre- 
sent  traitö  les  duplicata  des  ordres  addressös  aux  commissaires, 
nommes  pour  remettre  et  pour  recevoir  respectivement  tout  ce 
qui  pourroit  avoir  ete  conquis  de  part  et  d'autre  dans  les  dit- 
tes  Indes  orientales  et  occidentales,  conformement  ä  Tarticle 
second  des  preliminaires  et  aux  declarations  de  vingt  un  et  trent 
un  May  et  huit  Juillet  derniers,  pour  ce  qui  concerne  les  dites 
conquetes  dans  les  Indes  orientales  et  occidentales;  bien  en- 
tendu  neanmoins  que  l'isle  roiale  dite  le  cap  Breton  sera  ren- 
due  avec  toute  Tartillerie  et  munitions  de  guerre  qui  s'y  se- 
ront  trouv^es  au  jour  de  la  reddition,  conformement  aux  in- 
ventaires  qui  en  ont  etö  dresses  et  dans  Tetat  ou  etoit  la  dite 
place  le  dit  jour  de  sa  reddition;  quant  aux  autres  restitutions 
elles  auront  leur  effet  conformement  ä  Tesprit  de  Tarticle  se- 
cond des  preliminaires  et  des  declarations  et  Convention  des 
vingt  un  et  trente  un  May  et  huit  Juillet  demiers  dans  Tetat 
oü  se  seront  trouvöes  les  choses  le  onze  Juin  nouveau  stile 
dans  les  Indes  occidentales  et  le  trente  un  Octobre  pareillement 
nouveau  stile  dans  les  Indes  orientales;  toutes  choses  d'ailleurs 
y  seront  remises  sur  le  pied  qu' elles  etoient  ou  devoient  etre 
avant  la  presente  guerre. 

Les  dits  commissaires  respectifs  tant  ceux  pour  les  Indes 
occidentales  que  ceux  pour  les  Indes  orientales  devront  etre 
prets  a  partir  au  premier  avis  que  leurs  M^es  britannique  et 
tres  chretienne  recevront  de  Techange  des  ratifications,  munis 
de  toutes  les  instructions,  commissions,  pouvoirs  et  ordres  ne- 
cessaires  pour  le  plus  prompt  accomplissement  des  intentions 
de  leurs  dites  M^e^  et  dos  engagemens  qu'ellos  contractent 
par  le  prescnt  traite. 

X. 

Les  revenus  ordinaires  des  pays  qui  doivent  etre  restitues 
ou  cedes  respectivement,  et  les  impositions  faites  dans  ces  pays 
pour  le  traitement  et  les  quartiers  d' hiver  des  trouppes  appar- 
tiendront  aux  puissances  qui  en  sont  en  possession  jusqu'au 
jour  de  Techange  des  ratifications  du  present  traite,  sans  nean- 


1748  Okt.  23.  803 

moins  qu'il  soit  permis  d'user  d'aucune  voie  d'execution,  pour- 
veu  qu'il  ait  ete  donne  caution  süffisante  pour  le  paiement; 
bien  entendu  que  les  fourages  et  ustenciles  pour  les  trouppes 
se  fourniront  jusqu'aux  evacuations,  au  moien  de  quoi  toutes 
les  puissances  promettent  et  s'engagent  de  ne  rien  repeter  ni 
exiger  des  impositions  et  contributions  qu'  elles  pourroient  avoir 
etablies  sur  les  pays,  villes  et  places  qu*  elles  ont  occupees  dans 
le  cours  de  la  guerre  et  qui  n'  auroient  point  etö  paiös  au  tems 
que  les  evenemens  de  la  dite  guerre  les  auroient  obligees  ä 
abandonner  les  dits  pays,  villes  et  places,  toutes  pretentions  de 
cette  nature  demeurant  en  vertu  du  present  traitö  aneanties. 

XL 

Tous  les  papiers,  lettres,  documents  et  archives  qui  se 
sont  trouvds  dans  les  pays,  terres,  villes  et  places  qui  sont 
restituös  et  ceux  appartenants  aux  pays  cedes  seront  delivrös 
QU  fournis  respectivement  de  bonne  foi  dans  le  meme  tems 
sMl  est  possible  de  la  prise  de  possession  ou  au  plus  tard  deux 
mois  apres  V  echange  des  ratifications  du  present  traite  de  tou- 
tes les  huit  parties,  en  quelques  lieux  que  les  dits  papiers  ou 
documents  se  puissent  trouver,  nommement  ceux  qui  auroient 
ete  transportös  de  Tarchive  du  grand  conseil  de  Malines. 

xn. 

Sa  Mt^  le  roy  de  Sardaigne  restera  en  possession  de  tout 
ce  dont  il  jouissoit  anciennement  et  nouvellement  et  particulic- 
rement  de  Tacquisition  qu'il  a  faite  en  mille  sept  cent  qua- 
rante  trois  du  Vigevanasque,  d'une  partie  du  Pavesan  et  du 
comte  d'Anghiera,  de  la  maniere  que  ce  prince  les  possede 
aujourd'huy  en  vertu  des  cessions  qui  lui  en  ont  etö  faites. 

XUI. 

Le  serenissime  duc  de  Modene,  en  vertu  tant  du  present 
traite  que  de  ses  droits,  prerogatives  et  dignit^s,  prendra  pos- 
session six  semaines  ou  plutöt  si  faire  se  peut  aprös  T  echange 
des  ratifications  du  dit  traite  de  tous  ses  etats,  places,  forts, 
pays,  biens  et  rentes  et  generalement  de  tout  ce  dont  il  jouis- 
soit avant  la  guerre.  Lui  seront  rendus  pareillement  dans  le 
meme  tems  ses  archives,  documents,  ecrits  et  meubles  de  quel- 
que  nature  que  ce  puisse  etre,  comme  aussi  Tartillerie,  attirails 

51- 


8o4  '748  Okt.  23. 

et  munitions  de  guerre  qui  se  seront  trouvös  dans  ses  pays  au 
tems  de  leur  occupation.  Quant  k  ce  qui  manquera  ou  qui 
aura  et6  converti  en  une  autre  forme,  le  juste  prix  des  choses 
ainsi  otöes  et  qui  doivent  etre  restituöes  sera  paiö  en  argent 
comptant  lequel  prix,  ainsi  que  l'equivalent  des  fiefs  qua  le 
serenissime  duc  de  Modene  possedoit  en  Hongrie,  s'ils  ne  lui 
sont  pas  remis,  sera  reglt^  et  constat^  par  les  generaux  ou 
commissaires  respectifs  qui  suivant  Tarticle  huitieme  du  pre- 
sent  trait^  doivent  s'assembler  k  Nice  quinze  jours  aprfes  la 
signature  pour  convenir  des  moiens  d'es^ecuter  les  restitutions 
et  mises  en  possession  reciproques,  de  sorte  que  dans  le  meme 
tems  et  le  meme  jour  que  le  serenissime  duc  de  Modene  pren- 
dra  possession  de  tous  ses  etats  il  puisse  entrer  aussi  en  jouis- 
sance  soit  de  ses  fiefs  en  Hongrie  soit  du  dit  equivalent  et 
recevoir  le  prix  des  choses  que  ne  pourroient  lui  etre  restituöes. 
Lui  sera  pareillement  fait  justice  dans  le  dit  terme  de  six  se- 
maines  apr^s  Techange  des  ratifications  sur  les  allodiaux  de  la 
maison  de  Guastalle. 

XIV. 

La  serenissime  republique  de  Genes,  en  vertu  tant  du  pre- 
sent  traitö  que  de  ses  droits,  prerogatives  et  dignitös,  rentrera 
en  possession  six  semaines  ou  jplutöt  si  faire  se  peut  apres 
Techange  des  ratifications  du  dit  traitö  de  tous  les  etats,  forts, 
places,  pays,  biens,  de  quelque  nature  que  ce  puisse  etre,  ren- 
tes  et  revenus  dont  eile  jouissoit  avant  la  guerre;  specialement 
tous  et  chacun  des  membres  et  sujets  de  la  dite  republique 
rentreront  dans  le  terme  susdit  aprös  V  echange  des  ratifications 
du  present  traite  en  possession,  jouissance  et  liberte  de  disposer 
de  tous  les  fonds  qu'ils  avoient  sur  la  banque  de  Vienne  en 
Autriche,  en  Boheme  ou  en  quelque  partie  que  ce  soit  des 
etats  de  T  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  et  de 
ceux  du  roy  de  Sardaigne,  et  les  interets  leur  seront  paies  exac- 
tement  et  regulierement  ä  compter  du  jour  de  T  echange  des 
ratifications  du  present  trait(6. 

XV. 

II  a  est6  arrete  et  convenu  entre  les  huit  hautes  parties 
que  pour  le  bien  et  affermissement  de  la  paix  en  general  et 
pour   la  tranquillite  de   Tltahe  en  particulier  toutes  choses  y 


1748  Okt.  23.  805 

demeureront  dans  Tetat  ou  elles  etoient  avant  la  guerre,  sauf 
et  aprfes  V  execution  des  dispositions  faites  par  le  present  traitö. 

XVI. 

Le  traitö  de  TAssiento  pour  la  traite  des  negres  signee  ä 
Madrid  le  vingt  six  Mars  mil  sept  cent  treize  et  Tarticle  du 
vaisseau  annuel  faisant  partie  du  dit  traite  sont  specialement 
confirmes  par  le  present  traite  pour  les  quatre  annces  pendant 
lesquelles  la  jouissance  en  a  ete  interrompue  depuis  le  com- 
mencement  de  la  presente  guerre  et  seront  executes  sur  le 
meme  pied  et  sous  les  memes  conditions  qu'ils  ont  ete  ou  du 
etre  executes  avant  la  dite  guerre. 

xvn. 

Dunkerque  restera  fortifie  du  cote  de  terre  en  T  etat  qu'  il 
est  actueliement,  et  pour  le  cote  de  mer  il  restera  sur  le  pied 
des  anciens  traitös. 

XVIII. 

Les  pretentions  d'argent  que  sa  Mt^  britannique  a  comme 
electeur  d'Hannovre  sur  la  couronne  d'Espagne,  les  differends 
touchant  Tabbaye  de  Saint  Hubert,  les  enclaves  du  Hainaut  et 
les  bureaux  nouvellement  etablis  dans  les  Pays-Bas,  les  preten- 
tions de  r  electeur-palatin  et  les  autres  articles  qui  n  ont  pü 
etre  regles  pour  entrer  dans  le  present  traitd,  le  seront  inces- 
sament  ä  Tamiable  par  des  commissaires  nommes  k  cet  effet 
de  part  et  d'autre  ou  autrement,  seien  qu'il  en  sera  convenu 
par  les  puissances  interessöes. 

XIX. 

L'article  cinq  du  traite  de  la  quadruple  alliance  conclu  k 
Londres  le  deux  d'Aout  mille  sept  cent  dix  huit,  contenant  la 
garantie  de  la  succession  au  royaume  de  la  Grande-Bretagne 
dans  la  maison  de  sa  Mte  britannique  k  present  regnante,  et 
par  lequel  on  a  pourvu  h  tout  ce  qui  peut  etre  relatif  ä  la 
personne  qui  a  pris  le  titre  de  roy  de  la  Grande-Bretagne  et 
ä  ses  descendans  des  deux  sexes,  est  expressement  rappelle  et 
renouvelle  par  le  present  article  comme  s'il  y  etoit  inserö  dans 
tout  son  contenu. 


8o6  «748  Okt.  23. 


XX. 


Sa  Mte  britannique  en  sa  qualit^  d*  electeur  de  Brunswick- 
Lunebourg  tant  pour  lui  que  pour  ses  heretiers  et  successeurs 
et  tous  les  etats  et  possessions  de  sa  dite  Mte  en  AUemagne 
sont  compris  et  garantis  par  le  present  traitö  de  paix. 

XXI. 

Toutes  les  puissances  interessöes  au  present  traite  qui  ont 
garanti  la  sanction  pragmatique  du  dix  neuf  Avril  mille  sept 
Cent  treize  pour  tout  Theritage  du  feu  empereur  Charles  six 
en  faveur  de  sa  fille  Timperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Bo- 
heme, actuellement  regnante  et  de  ses  descendans  ä  perpetuite, 
suivant  T  ordre  etabli  pour  la  ditte  sanction  pragmatique,  la 
renouvellent  dans  la  meilleure  forme  qu'il  est  possible,  ä 
Texception  cependant  des  cessions  dejä  faites  soit  par  le  dit 
empereur  soit  par  la  ditte  princesse  et  de  celles  qui  sont  sti- 
pulöes  par  le  present  traitö. 

xxn. 

Le  duche  de  Silesie  et  le  comte  de  Glatz  tels  que  sa  Mte 
prussienne  les  possede  aujourd*huy  sont  garantis  ä  ce  prince 
par  toutes  les  puissances,  parties  et  contractantes  du  present 
traitö. 

xxin. 

Toutes  les  puissances  contractantes  et  interessees  au  pre- 
sent traite  en  garantissent  reciproquement  et  respectivement 
Texecution. 

xxiv. 

Les  ratifications  solemnelles  du  present  traite  expediees 
en  bonne  et  due  forme  seront  echangees  en  cette  ville  d'Aix 
la  Chapelle  entre  toutes  les  huit  parties  dans  l'espace  d'un 
mois  ou  plütot  s'il  est  possible,  ä  compter  du  jour  de  la  si- 
gnature.  En  foi  de  quoi  nous  soussignes  leurs  ambassadeurs 
extraordinaires  et  ministres  plenipotentiaires  avons  signe  de 
notre  main  en  leur  nom  et  en  vertu  de  nos  pleins-pouvoirs  le 
present  traite  defmitif  et  y  avons  fait  apposer  le  cachet  de  nos 
armes. 


1748  Okt.  23.  807 

Fait  k  Aix  la  Chapelle  le  dixhuit  Octobre,  mille  sept  cent 
quaranta  huit. 

L.  S.  Sandwich.  L.  S.  S*  Severin  d'Arragon.  L.  S.  W.  Bentinck. 
L.  S   T.  Robinson.  L.  S.  la  Porte  du  Theil.  L.  S.  G.  A.  Hasselaer. 

L.  S.    J.  V.  Borssele. 
L.  S.  O.  Z.  van  Haren. 


Articles  separes. 

L 

Quelques  uns  des  titres  employes  par  les  puissances  con- 
tractantes,  soit  dans  les  pleins-pouvoirs  et  autres  actes  pendant 
le  cours  de  la  negociation,  soit  dans  le  preambule  du  present 
traite,  n'etantpas  generalement  reconnus,  il'a  ete  convenu  qu' il 
ne  pourroit  jamais  en  resulter  aucun  prejudice  pour  aucune 
des  dittes  parties  contractantes,  et  que  les  titres  pris  ou  omis 
de  part  et  d'autre  ä  Toccasion  de  la  ditte  negociation  et  du 
present  traitö  ne  pourront  etre  cites  ni  tires  k  consequence. 

n. 

II  a  etc  convenu  et  arrete  que'la  langue  fran^oise  em- 
ployee  dans  tous  les  exemplaires  du  present  traite  et  qui  pourra 
Tetre  dans  les  actes  d'accession  ne  formera  point  un  exemple 
qui  puisse  etre  allegu6  ni  tire  k  consequence,  ni  porter  preju- 
dice en  aucune  maniere  k  aucune  des  puissances  contractantes 
et  que  Ton  se  conformera  k  Tavenir  k  ce  qui  a  ete  observe 
et  doit  etre  observ6  k  Y  egard  et  de  la  part  des  puissances  qui 
sont  en  usage  et  en  possession  de  donner  et  de  recevoir  des 
exemplaires  de  semblables  traitcs  et  actes  en  une  autre  langue 
que  la  fran^oise;  le  present  traite  et  les  accessions  qui  inter- 
viendront  ne  laissant  pas  d'  avoir  la  meme  force  et  vertu  que 
si  le  susdit  usage  y  avoit  et6  observe;  et  les  presents  articles 
separes  auront  pareillement  la  meme  force  que  s'ils  etoient  in- 
ser^s  dans  le  traite. 

En  foi  de  quoi  nous  soussignes  ambassadeurs  extraordi- 
naires  et  ministres  plenipotentiaires  de  sa  Mte  britannique,  de 
sa  Mte  tres  chretienne  et  des  seigneurs  etats  generaux  des  Pro- 
vinces-Unies  avons  signe  les  presents  articles  separös,  et  y 
avons  fait  apposer  le  cachet  de  nos  armes. 


8o8  1748  Okt.  23. 

Fait  k  Aix  la  Chapelle  le  dix  huit  Octobre   mille   sept 
Cent  quarante  huit^) 


Et  les  dits  ambassadeurs  extraordinaires  et  plenipotentiaires 
aiant  amiablement  invite  Y  ambassadeur  extraordinaire  et  pleni- 
potentiaire  de  sa  Mte  Y  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Bo- 
heme, d'y  acceder  au  nom  de  sa  dite  Mte;  les  ambassadeurs 
soussign^s,  savoir  de  la  part  de  la  serenissime  et  tres  puissante 
princesse  Marie  Therese,  par  la  grace  de  dieu  reine  de  Hongrie 
et  de  Boheme,  imperatrice,  le  seigneur  Wenceslas  Antoine  comte 
de  Kaunitz-Rittberg,  seigneur  de  Essens,  Stetesdorf,  Wittmund, 
Austerlitz,  Hongrisch-Brod,  Wiese  etc.,  conseiller  d'etat  intime 
actuel  des  leurs  Mtes  imperiales,  et  de  la  part  du  serenissime 
et  tres  puissant  prince  George  second,  par  la  grace  de  dieu 
roy  de  la  Grande-Bretagne,  les  seigneurs  Jean  comte  de  Sand- 
wich, vicomte  de  Hinchingbrooke ,  baron  Montagu  de  Saint 
Neots,  pair  d' Angleterre ,  premier  seigneur  commissaire  de 
r  amiraut^,  Y  un  des  seigneurs  regens  du  royaume,  son  ministre 
plenipotentiaire  aupr^s  des  seigneurs  etats  generaux  des  Pro- 
vinces-Unies,  et  Thomas  Robinson,  chevaher  du  tres  honorable 
ordre  du  bain  et  son  ministre  plenipotentiaire  aupres  de  sa  Mte 
Tempereur  des  Romains  et  de  sa  Mte  T  imperatrice,  reine  de 
Hongrie  et  de  Boheme,  en  vertu  de  leurs  pleins-pouvoirs  qu'  ils 
se  sont  communiques  et  dont  copies  sont  ajoutöes  ä  la  fin  du 
present  acte,  sont  convenus  de  ce  qui  suit: 

Quc  sa  Mte  1' imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Bo- 
heme, desirant  contribuer  et  concourir  ä  retabhr  et  affermir  au 
plutöt  le  repos  de  TEurope,  accede  en  vertu  du  present  acte 
aux  dits  traite  et  deux  articles  separös  sans  aucune  reserve  ou 
exception,  dans  la  ferme  confiance  que  tout  ce  qui  y  est  promis 
ä  sa  dite  Mte  sera  accompH  de  bonne  foi,  declarant  en  meme 
tems  et  promettant  qu'elle  accomplira  de  meme  de  la  meilleure 
foi  tous  les  articles,  clauses  et  conditions  qui  la  concernent. 

De  meme  sa  M^e  britannique  accepte  la  presente  accession 
de  r  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  et  promet 
pareillement  d'accomphr  sans  aucune  reserve  ni  exception  tous 
les  articles,  clauses  et  conditions,  contenus  dans  le  dit  traite  et 
les  deux  articles  separes   cy   dessus  inseres.    Les  ratifications 

')  Dieselben  UnterschrifUn  wie  im  Hauph^ertrage, 


174»  Okt.  24.  809 

du  present  acte  seront  echangöes  en  cette  ville  d*Aix  la  Cha- 
pelle  dans  Tespace  de  trois  seraaines,  ä  compter  de  ce  jour. 
En  foi  de  quoi  nous  ambassadeurs  extraordinaires  et  pleni- 
potentiaires  de  sa  Mte  britannique  et  de  sa  Mte  T  imperatrice, 
reine  de  Hongrie  et  de  Boheme,  avons  signö  le  present  acte  et 
y  avons  fait  apposer  le  cachet  de  nos  armes. 

Fait  k  Aix  la  Chapelle  le  vingt  trois  Octobre,  mille  sept 
Cent  quarante  huit. 

L.  S.    Le  comte  V.  A.  de  Kaunitz-Rittberg.      L.  S.    Sandwich. 

L.  S.    Th.  Robinson.  1) 


Les  ambassadeurs  extraordinaires  et  plenipotentiaires  du 
roy  de  la  Grande-Bretagne,  du  roy  tres-chretien  et  des  etats 
generaux  des  Provinces-Unies  ont  conclü  et  signö  le  dix-hui- 
tieme  du  present  mois  d' Octobre  un  traitd  general  et  defmitif 
de  paix  sur  le  fondement  et  en  conformitö  des  pröliminaires 
convenüs  et  arr^tös  d'abord  entre  eux  le  trenti^me  du  mois 
d'Avril  dernier  en  cette  ville  d'Aix  la  Chapelle  et  ensuite 
acceptds  et  ratifies  par  toutes  les  puissances  engagöes  dans  la 
guerre,  auquel  traite  Tambassadeur  extraordinaire  et  plenipo- 
tentiaire  du  roy  catholique  a  donnö  l'accession  de  ce  prince  le 
vingt  de  ce  mois,  et  Tambassadeur  extraordinaire  et  pleni- 
potentiaire  de  T  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et  de  BohSme, 
a  donne  pareillement  Taccession  de  cette  princesse  le  vingt 
trois  de  ce  mois.  Et  comme  tant  dans  le  dit  traite  que  dans 
les  dites  accessions  il  n*a  et6  et  il  n  est  portö  aucune  atteinte 
ä  ce  qui  avoit  ete  stipule,  convenü  et  arrete  par  les  dits  pre- 
liminaires  acceptcs  generalement,  les  ambassadeurs  extraordi- 
naires et  plenipotentiaires  de  V  imperatrice,  reine  de  Hongrie  et 
de  Boheme,  et  du  roy  de  la  Grande- Bretagne  sont  convenüs  que 
dans  le  cas  oü  quelqu'  une  des  dites  puissances  engagees  dans  la 
guerre  refuseroit  on  differeroit  son  accession  au  dit  traite,  de  sorte 
que  Ton  put  craindre  du  retardement  h  Taccomplissement  des 
arrangemens  convenüs  et  fix&  dans  le  dit  traite,  leurs  M^es  de 
concert  tant  entre  elles  qu'avec  les  puissances  soit  contrac- 
tantes  soit  accedantes  du  dit  traite  employeront  les  moyens  les 
plus  efficaces  pour  Texecution  des  dits  arrangemens  et  pour  que 


*)  Gleichlautende  Verträge  mit  Jen  anderen  Kontrahenten  liegen  vor. 


8io  '748  Okt.  24. 

toutes  les  parties  soit  contractantes  soit  accedantes  se  trouvent 
aux  termes  fixös  par  le  dit  traite  en  pleine  et  paisible  posses- 
sion  de  tout  ce  qui  doit  leur  revenir  et  appartenir  soit  par  re- 
stitution  soit  par  cession. 

En  foi  de  quoi  nous  soüssignes  ambassadeurs  extraordi- 
naires  et  plenipotentiaires  de  rimperatrice,  reine  de  Hongrie  et 
de  Boheme,  et  du  roy  de  la  Grande-Bretagne  en  connoissance 
des  intentions  de  nos  souverains  respectifs  avons  signe  le  pre- 
sent  acte  et  y  avons  fait  apposer  le  cachet  de  nos  armes. 

Fait  ä  Aix  la  Chapelle  le  vingt  quatre  Octobre,  mille  sept 
Cent  quarante  huit.^) 

L.  S.    Le  comte  V.  A.  de  Kaunitz-Rittberg.      L.  S.    Sandwich. 

L.  S.    T.  Robinson. 


*)  Gleichlautende  Konventionen  von  demselben  Datum  fischen  Österreich 
und  Frankreich,  Österreich  und  Spanien  und  {wischen  Österreich  und  den  Ge- 
neralstaaten liegen  vor. 


Berichtigungen  und  Ergänzungen. 


Seite  II  Zeile  i8  von  oben  ist  statt  „englischer  TUcher*'  zu  lesen  „englischen 
Tuches." 

„  20  Zeile  10  von  oben  ist  vor  und  nach  dem  Worte  „Karls"  ein  Bei- 
strich zu  setzen. 

„  23  Zeile  2  von  oben  und  Seite  25  Anm.  i  Zeile  2  ist  statt  „Heinrich'* 
zu  lesen  „Heinrichs". 

w  35*  ^^^  Name  „Aynesworth*'  steht  im  Original  in  gleicher  Linie  mit 
den  anderen  Namen. 

„    50  Zeile  21  von  oben  ist  statt  „Londoniens"  zu  lesen  „Londoniensi.^^ 

,,    54  Überschrift  ist  statt  „Einleilung"  zu  lesen  „Einleitung.^ 

„    62  Anm.  I  Zeile  2  ist  statt  „aach^'  zu  lesen  „auch'S 

,    66  Zeile    7  von  oben  ist  statt  „iuriuriam"  zu  lesen  ,^niuriam." 

»    72      n     21     „        „       „      „     „rebellos"      „      „      „rebelles". 

„  1 17  Regest  Zeile  3  ist  nach  dem  Worte  „betreffend"  statt  des  Punktes 
ein  Strichpunkt  zu  setzen. 

„     120  Anm.  2  Zeile  6  ist  statt  „Forderungen*'  zu  lesen  „Forschungen." 

„     126  Zeile  II  von  oben  ist  statt  „gewehrte"  zu  lesen  „gewährte." 

„  136  Text,  Zeile  15  von  unten  ist  statt  „Ferdinand  II."  zu  lesen  „Fer- 
dinand III." 

„     165  Anm.  I  Zeile  4  ist  statt  „di"  zu  lesen  „die". 

„  190  Text,  Zeile  7  von  unten  ist  nach  dem  Worte  ,^atte"  ein  Beistrich 
zu  setzen. 

„  218  Anm.  2  Zeile  i  ist  statt  „Art.  IX."  zu  lesen  „Art.  X."  und  Anm.  2 
Zeile  13  statt  „Cngeland  Holland,  und  wann"  zu  lesen  „Engeland  und 
Holland,  wann". 

„  228  bis  231  sind  vor  den  einzelnen  Artikeln  statt  der  arabischen,  la- 
teinische Ziffern  zu  setzen. 

„  234.  Nach  Abschluss  der  Arbeit  hat  sich  im  Staatsarchive  in  Wien  das 
Original  der  Konvention  d.  d.  Haag  1703  April  11  gefunden. 

„  235  Zeile  13  von  oben  ist  nach  dem  Worte  ,,aussprach' '  statt  des  Strich- 
punktes ein  Beistrich  zu  setzen. 


8x2  Berichtigungen  und  Ergänzungen. 

Seite  236  Zeile  10  von  oben  ist  statt  „1702**  zu  lesen  „1703**.    Die  3  ersten 
Namen  der  Unterzeichner  ebenda  stehen  im  Original  nebeneinander. 

„    246  Art.  I  Zeile  2  ist  statt  „a"  zu  lesen  „ä*\ 

„  247.  Die  Namen  der  beiden  Unterzeichner  stehen  im  Original  neben- 
einander. 

„    248  Zeile  10  von  oben  ist  statt  „a"  zu  lesen  „ä". 

„    249  Anm.  I  ist  statt  „der*'  zu  lesen  „des". 

„    251  Zeile  2  von  oben  und  14  von  unten  ist  statt  „a"  zu  lesen  „ä". 

»t  255  91  21  „  „  ist  nach  dem  Worte  „marschbereit"  ein  Beistrich 
zu  setzen. 

„  259.  Die  Namen  SinzendorfF,  Mariborough,  Randwyck  stehen  im  Ori- 
ginal in  gleicher  Linie;  Townshend  unter  Mariborough,  die  Übrigen 
unter  Randwyck. 

„  262.  Die  Namen  Sinzendorff,  Townshend,  Randwyck  stehen  im  Original 
nebeneinander;  die  übrigen  unter  Randwyck. 

„    267  Anm.  I  Zeile  5  ist  nach  „u.  a."  ein  Beistrich  zu  setzen. 

>»    279     „       I      „      II  ist  statt  „kaiserliehen"  zu  lesen  „kaiserlichen". 

„  294  Text,  Zeile  2  von  unten  ist  statt  „Wolltücher*'  zu  lesen  „Woll- 
waren". 

„    323  Zeile  II  von  oben  ist  statt  „deniers"  zu  lesen  „demiers". 

91    334      «     io    „        „       „     „    „Verdun"    „      „     „Verden". 

„  348  ist  in  der  Überschrift  statt  „1716  Mai  25/Juni  5**  zu  lesen  „1717 
Sept.  i".  Die  beiden  Namen  der  Unterzeichner  ebenda  stehen  im  Ori- 
ginal in  gleicher  Linie. 

„    40a  Zeile  I  von  oben  ist  statt  „Lndwig''  zu  lesen  „Ludwig"  und  ebenda 
Zeile  6  von  oben  statt  „Ludwig**  „Ludwigs". 
'^    „    420  Art.  XIV.  Zeile  4  ist  statt  „qu  P  ona"  zu  lesen  „que  V  on  a". 

.,    421  Art.  XIX.  Zeile  3  ist  nach  dem  Worte  „mers"  ein  Beistrich  zu  setzen. 

„    451  Zeile  3  von  oben  ist  statt  „einzusetztenden"  zu  lesen  „einzusetzenden/' 

„  456  Anm.  2  ist  statt  ,,27'*  zu  lesen  „26";  Anm.  4  statt  „28"  ,2;''; 
Seite  457  Zeile  i  von  oben  statt  „26"  „25*-;  Seite  460  Text.  Zeile  7  von 
unten  statt  „27"  „26";  Seite  462  Zeile  i  von  oben  statt  „^8'*  „27". 

„  476  Text,  Zeile  i  von  unten  ist  nach  dem  Worte  „schliessen"  statt  des 
Punktes  ein  Beistrich  zu  setzen. 

„    506  Text,  Zeile  6  von  unten  ist  statt  „tontes'^  zu  lesen  „toutes". 

„    540      „        „       i     „        „    ist   nach   dem  Worte   „April"   zu   ergänzen 

„  551  Zeile  10  von  oben  ist  das  Zeichen  „*)"  nach  dem  Worte  „ver- 
schleppen" zu  streichen. 

„    552  Zeile  17  von  oben  ist  statt  „Hersteltung'"  zu  lesen  „Herstellung'"'. 

?>    555   rext,  Zeile  3  von  unten  ist  statt  „  d  s"  zu  lesen  „des". 

„    588  Zeile  9  von  oben  ist  statt  ,.pourque"  zu  lesen  „pour  que". 

„    589      „     16    „    unten  ist  statt  „Öterreichs"  zu  lesen  „Österreichs". 

„     595  Art.  VIII.  Zeile  i  ist  statt  „Quond"  zu  lesen  „Quand". 

„  597.  Für  die  Vorgeschichte  des  Wormser  Vertrages  ist  nebst  den  an- 
geführten Werken  noch  zu  verweisen  auf  den  Aufsatz  von  Karg-Beben- 
burg  ,,Zur  Würdigung  der  auswärtigen  Politik  Lord  Carterets"  (Fest- 
gabe für  K.  Th.  Heigel)  p.  405  ff. ;  insbesondere  426  ff.  und  auf  die  Aus- 


Berichtigungen  und  Ergänzungen.  813 

führungen  bei  Rauch  M.  v.  „Die  Politik  Hessen- Cassels  im  österrei- 
chischen Erbfolgekrieg  bis  zum  Frieden  von  Dresden*',  insbesondere 
p.  71  fif. 
Seite  644  Text,  Zeile  21  von  oben  ist  statt  „UnerstUtzung"  zu  lesen  „Unter - 
stUtzung^S 

„    6C)o  Art.  XXVII.  Zeile  4  ist  statt  „same"  zu  lesen  „them". 

„    686  Regest  Nr.  43  Zeile  3  ist  statt  „13/14"  zu  lesen  „13/24". 

„    693    Zeile  14  von  unten  und  Seite  704,  Art.  IX.,  Zeile  4  ist  statt  „a" 
zu  lesen  „ä". 

„    713  Zeile  10  von  oben  ist  statt  ,,Fonternoy"  zu  lesen  „Fontenoy". 

„    721  Text,  Zeile  4  von  unten  ist  statt  „Niederlanden'^  zu  lesen  „Nieder- 
lande". 

„    731  Zeile  14  von  oben  ist  statt  „enttäuscht"  zu  lesen  „getäuscht". 

„    768  Zeile  5  von  oben  ist  statt  „d***  zu  lesen  „d'". 


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